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LICHTENFELSER – Das Magazin #06

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Nr. 6 | November 2025


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INHALT

AUSGABE 6 | NOVEMBER 2025

6 EDITORIAL. Fremdgesteuert muss nicht sein.

10 STADTGESPRÄCHE. Ganz viel Herz.

82 KULTURTIPPS. Was wo wann.

86 BUCHTIPP. Neues von Dan Brown.

87 IMPRESSUM. Wir waren es.

96 ZWA IM BRÖTLA. Du hast die Haare schön.

97 AUF EIN WORT. Animal sociale.

98 DAS LETZTE. Schule heißt jetzt Update.

14

26

30

34

EINFACH SCHADE.

Pater Maximilian nimmt Abschied.

WIE DENKEN WIR IN ZUKUNFT?

Sonderthema Intelligenz.

„FEUERWEHR KANN JEDER LERNEN“

Kreisfeuerwehren sichern die Zukunft.

NICHT NUR EIN TREFFPUNKT.

Auf Schlosss Schney wird Zukunft gedacht.

38 DOPPELJUBILÄUM.

Ein Staffelstein gibt’s Grund zum Feiern.

42

46

48

ZWEIEINHALB MILLIONEN OBENDRAUF.

Sparkasse stockt Stiftung auf.

FÜR IMMER RUHIG.

Naturfriedhof Banz.

SCHOKOLADE NEU GEDACHT.

Zukunftspläne in Lauenstein.

60 MACHER.

Dieses Mal Maximilian Kreier.

63

74

NEUE RUBRIK!

schoen.frau jetzt in Lichtenfels.

HIER WOHNT …

… ein „trotziges“ Paar.

88 GALERIE.

Fotos von Simone Deuerling.

UND VIELES MEHR.

Titelbild:

Treffpunkt mit Weitblick: Der Staffelberg,

Foto Val Thoermer.

4 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


Foto: Val Thoermer

STADTTURM

BAD STAFFELSTEIN


EDITORIAL

EDITORIAL

WOLFRAM HEGEN & TIM BIRKNER

„Lerne fleißig das Einmaleins, so wird dir alle Rechnung

gemein.“ So hat der gebürtige Staffelsteiner Adam Ries seinesgleichen

zum Lernen ermuntert. Der berühmte Rechenmeister

machte mit seinen Büchern die Mathematik einer

breiten Öffentlichkeit zugänglich und gilt bis heute als Vater

des modernen Rechnens. Doch welche Macht die Mathematik,

welche Kontrolle Algorithmen heute über unser aller

Leben haben, das hat wohl auch der historische Vordenker

nicht ahnen können: Um ein vielfaches schneller, komplexer,

technischer ist unsere Welt geworden. Wo soll das noch

hinführen? Das fragen wir uns in unserem Sonderthema

„Intelligenz – wie denken wir in Zukunft?“ und stellen fest,

dass wir der Steuerung durch Algorithmen auch viel eigenes

Engagement entgegensetzen können:

Wir besuchen die Frankenakademie Schloss Schney oder

auch die Obermain-Therme, die beide auf eine nun schon

jahrzehntelange Tradition zurückblicken können und aus dieser stolzen Geschichte Kraft für die Zukunft schöpfen

und damit zwei zentrale Zukunftsthemen fortführen und ausbauen: Bildung und Demokratie auf der einen

Seite, Gesundheit und Wohlergehen auf der anderen. Auch die Sparkasse Coburg – Lichtenfels blickt zurück

und nach vorne gleichermaßen: Das Stiftungsvermögen der hauseigenen Stiftung wird verdoppelt, um noch

mehr kleine und große der Allgemeinheit dienende Projekte in Zukunft unterstützen zu können. Wir sprechen

mit Maximilian Kaub, Geschäftsführer der Confiserie Lauenstein, und zwei Mitarbeiterinnen darüber, wie die

Fischbachsmühle im Frankenwald und neue Produktideen für eine süße Zukunft stehen. Nur vier Beispiele für

Geschichten, die zeigen, wie intelligentes zukunftsorientiertes Denken in der Gegenwart einer erfolgreichen

Zukunft dient.

Unser Macher in dieser Ausgabe ist Maximilian Kreier, der gemeinsam mit seiner Familie ein Lichtenfelser Gastro-Imperium

aufgebaut hat mit Strahlkraft darüber hinaus. In unseren Grenzerfahrungen erzählt Pater Maximilian

über den Abschied aus dem Franziskanerorden in Vierzehnheiligen, und in unserer neuen Rubrik schoenfrau

haben wir Jacqueline „Jacky“ Potzelt interviewt, die 2023 den Schritt in die Selbständigkeit wagte und sich bis

heute mit ihrer Raum96 Immobilien GmbH zu einer angesehenen Unternehmerin entwickelt hat.

Schließlich zeigen wir viele Bilder und erzählen die Geschichten dazu wie in unserer Fotostrecke, dieses Mal mit

künstlerischen Plastiken, wie in unserer Galerie mit Werken regionaler Kunstschaffender, in diesem LICHTEN-

FELSER mit ästhetischen Fotografien von Simone Deuerling, oder wie in unserer Rubrik „Hier wohnen“, dieses

Mal in Reundorf bei Antje und Adolf Nemmert in ihrem wunderschönen alten Fachwerkhaus. Und vieles mehr.

So, und jetzt sind Sie dran.

Tim Birkner und Wolfram Hegen

P.S. Schreiben Sie uns gerne, ob der LICHTENFELSER ihnen gefällt oder was Sie gerne einmal lesen würden:

info@das-magazin.de.

6 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


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Wir horen genau hin.

Wenn Gespräche anstrengend werden, der Fernseher undeutlich klingt oder ein

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im Restaurant oder beim Lieblingsfilm. Manche Menschen haben

das Gefühl, dass die anderen „nuscheln“. Tatsächlich lässt das Gehör

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Moderne Technik – diskret und stark

Ob Im-Ohr-Hörsystem, Bluetooth-Funktion

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AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 7


INHALT

14

GRENZERFAHRUNG

„Um jeden Ort, an dem ein

Kloster schließt, ist es schade“

30

KREISFEUERWEHRVERBAND

„Feuerwehr kann jeder lernen“

FOTOSTRECKE

20 Kunst im Freien

34

SCHLOSS SCHNEY

38

BAD STAFFELSTEIN

40

Franken Akademie

Staffelstein feiert sein Bad

OBERMAIN THERME

40 Jahre

44

NATURFRIEDHOF

64

Ruhe in der Natur

IMMOBILIEN

„Wir geben Vollgas!“

88 GALERIE

Simone Deuerling

8 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


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DARÜBER SPRICHT LICHTENFELS

DAS SONNENHAUS ERWACHT

In der Kronacher Straße 21 beginnt ein neues Kapitel

Lichtenfelser Stadtgeschichte. Das traditionsreiche

Sonnenhaus, einst im Besitz der jüdischen Familie

Bamberger, soll in den kommenden Jahren zu einem

Dr. Arnt-Uwe Schille, Vorsitzender des

Fördervereins für das Sonnenhaus in Lichtenfels

(links) und Bürgermeister Andreas Hügerich.

(Foto Silke Ziegler)

offenen Ort der Begegnung, Bildung und Kultur werden.

Mit der Vergabe des Erbbaurechts an den „Förderverein

für das Sonnenhaus in Lichtenfels“ hat die

Stadt den Weg für eine Zukunft geebnet, die Vergangenheit

nicht verdrängt, sondern erlebbar macht. Der

Verein möchte das Haus zu einem lebendigen Denkund

Lernort entwickeln – einem Raum, in dem Geschichte,

Demokratie und Kreativität sich begegnen.

Geplant sind eine Bildungs- und Erinnerungsstätte

zum jüdischen Leben in Lichtenfels, ein „Demokratie-Lernhaus“

für gesellschaftlichen Dialog sowie

kulturelle Formate wie Literaturcafés, Ausstellungen

oder Filmabende. Auch ein Künstlerhaus mit Residenzprogramm

und ein Zentrum für Handwerk und

Design gehören zu den Visionen. Ein geplanter Bauhaus-Erlebnisraum

soll zudem die architektonische

Besonderheit des Hauses würdigen – mit digitalen

Rekonstruktionen und Einblicken in das Bauhaus im

ländlichen Bürgertum. „Wir möchten das Sonnenhaus

öffnen – als Ort der Bildung, der Kunst und des

Austauschs“, sagt Dr. Arnt-Uwe Schille, Vorsitzender

des Fördervereins. Bürgermeister Andreas Hügerich

spricht von einem „Beispiel gelebter Bürgerinitiative“.

Mehr als 50 Mitglieder zählt der Verein inzwischen

– darunter auch Nachkommen der Familie Bamberger.

Gemeinsam wollen sie das Sonnenhaus zu einem

kulturellen Herzstück der Stadt machen: einem Ort,

der Vergangenheit bewahrt und Zukunft gestaltet.

VERWANDTE HERZEN

Nicht jede Familie hat Großeltern in der Nähe – und

nicht jeder Mensch, der älter wird, hat Enkelkinder.

Das Projekt „Leihoma/Leihopa“ der Seniorengemeinschaft

Lichtenfels bringt diese beiden Seiten

zusammen. Es stiftet Nähe, wo sonst Distanz wäre

– zwischen Generationen, die einander viel zu geben

haben. Dr. Sigrid Christeiner erklärt das Prinzip

schlicht: Seniorinnen und Senioren, die Zeit und

Freude am Umgang mit Kindern haben, werden zu

Leihgroßeltern. Familien erhalten Unterstützung

im Alltag – und Kinder gewinnen Zuwendung, Geschichten

und ein Stück Alltagsmagie. Ob Schulabholung,

Fahrradtour oder Bibliotheksbesuch – gemeinsame

Unternehmungen schaffen Vertrauen und

Leihoma Claudia Fugmann aus Bad Staffelstein

mit einem ihrer Leihenkel. (Foto privat)

Erinnerung. Auch Märchenstunden, Spaziergänge

oder Begleitungen zu Freizeitaktivitäten gehören

dazu. Wichtig ist, dass beide Seiten ihre Wünsche

und Zeiten offen absprechen. Die Teilnahme ist über

eine Mitgliedschaft in der Seniorengemeinschaft

geregelt; ein erweitertes Führungszeugnis sorgt für

Sicherheit. Für ihre Zeit erhalten Leihgroßeltern

eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro

Stunde. Wie bereichernd solche Begegnungen sind,

zeigen die Erfahrungen von Claudia Fugmann aus

Staffelstein und Roland Christeiner aus Lichtenfels.

Fugmann betreut drei kleine „Leihenkel“, liest Geschichten

vor, lauscht ihrem Kinderlachen und wird

mit Zuneigung überschüttet. Christeiner begleitet

DARÜBER SPRICHT LICHTENFELS

seinen achtjährigen Leihenkel zum Schwimmkurs,

aufs Schützenfest und in den Zoo. Beim Abschied

fragt der Junge jedes Mal: „Du kommst doch wieder?“

– eine Frage, die alles sagt. Noch suchen mehrere

Familien in Lichtenfels nach Leihomas und

Leihopas.

Wer Herz und Zeit verschenken

möchte, findet alle Informationen

unter www.sg-lif.de

MUTMACHER AM OBERMAIN

Der Kaisersaal von Kloster Banz bot einen festlichen

Rahmen, als am 20. Oktober der Lichtenfelser AusbildungsLöwe

zum zehnten Mal verliehen wurde.

Wo sonst barocke Pracht und klösterliche Stille herrschen,

standen diesmal junge Talente und engagierte

Ausbilder im Mittelpunkt – Menschen, die Zukunft

gestalten. Landrat Christian Meißner führte durch

die Feier und fand klare Worte: „Trotz wirtschaftlich

schwieriger Zeiten investieren unsere Unternehmen

in junge Menschen. Das macht Hoffnung, dass der

Obermain bald wieder aufblüht.“ Auch Schirmherr

Tobias Gotthart, Staatssekretär im Bayerischen

Wirtschaftsministerium, würdigte das regionale Engagement

für Ausbildung und Fachkräfteförderung

als beispielhaft. Die Auszeichnung, eine Skulptur

samt Geldpreis, wurde in den Kategorien Beste Quote

und Bestes Konzept vergeben – jeweils abgestuft

nach Unternehmensgröße. Eine Jury aus Vertretern

von Wirtschaft, Schulen und Arbeitsverwaltung entschied

über die Preisträger, die eines eint: gelebte

Verantwortung für die nächste Generation. Ausgezeichnet

wurden RM-Bau aus Ebensfeld, Elektrotechnik

Hild aus Lichtenfels, das Bildungszentrum

Kloster Banz, Zirkelbach Bad.Heizung.Solar aus

Hochstadt am Main, der BRK-Kreisverband Lich-

So sehen Sieger aus – zur Erinnerung an diese

tolle Jubiläumsfeier versammelten alle Preisträger

im Kaisersaal (Foto Tim Birkner)

10 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


DARÜBER SPRICHT LICHTENFELS

tenfels sowie easy2cool, ebenfalls aus Lichtenfels.

Sie alle stehen für Mut, Weitsicht und die Überzeugung,

dass Ausbildung mehr ist als ein Job – sie ist

ein Bekenntnis zur Zukunft des eigenen Standorts.

Und in einer Zeit des Fachkräftemangels wirkt dieser

Löwe doppelt stark: als Symbol für Tatkraft und

Zuversicht.

EIN HERZ FÜR DEN GUTEN ZWECK

Musik, die bewegt – nicht nur das Publikum, sondern

auch etwas in und über die Region hinaus: Organisator

Roberto Bauer blickt im Jahr 2025 auf zwei

außergewöhnliche Konzerterfolge zurück, die den

guten Zweck mit großer Kunst verbanden. Im barocken

Kaisersaal von Kloster Banz feierten Künstler

und Publikum eine Italienische Nacht zugunsten der

OT-Leseraktion „Helfen macht Spaß“. Arien und

Lieder von Vivaldi bis Verdi erfüllten den Raum mit

jener Leidenschaft, die man nur aus der italienischen

Oper kennt – voller Sehnsucht, Pathos und Lebensfreude.

Anlass war das 25-jährige Jubiläum der Spendenaktion,

die vom Journalisten Till Mayer ins Leben

gerufen wurde. Eine Million Euro kamen in diesem

Vierteljahrhundert Bedürftigen zugute – ein Beweis,

dass Hilfsbereitschaft in Oberfranken eine lange Tradition

hat. Bauer, langjähriger Förderer und Mitorganisator,

widmete das Jubiläum einem Fest der Stimmen

und des Mitgefühls. Das zweite Benefizkonzert

führte unter freiem Himmel auf den Lichtenfelser

Marktplatz: Das Wunderkinder-Duo Laetitia und

Philip Hahn verzauberte das Publikum mit virtuoser

Klaviermusik. Strahlender Sonnenschein begleitete

ihren Auftritt – ein glücklicher Kontrast zum Vorjahr,

als Regen den Abend fast vereitelt hätte. Der

Erlös ging an die Stiftung Unser Lichtenfels. Zwei

Abende, zwei Klangwelten, ein gemeinsamer Gedanke:

Musik kann Brücken schlagen – zwischen Menschen,

Generationen und Herzen. Und manchmal

klingt Mitmenschlichkeit einfach wie ein schöner

Akkord. Und das Jahr ist auch noch nicht zu Ende:

Roberto Bauer lädt ein zum Silvesterkonzert „Weltklassik“

in der ehemaligen Synagoge Lichtenfels am

31.12. um 17 Uhr. Karten sind knapp.

BLÜHENDE VIELFALT AM OBERMAIN

Über 100 Gärten im Landkreis Lichtenfels tragen

inzwischen das Prädikat „Naturgarten“ – ein sichtbares

Zeichen für ökologisches Engagement und

nachhaltige Gartengestaltung. Kürzlich lud der

Kreisverband für Gartenbau und Landespflege die

17 Eigentümer der neuesten Auszeichnungen in die

Umweltstation Weismain ein, um ihre Gärten offiziell

zu würdigen. Kreisfachberater Michael Stromer

führte die Gäste anhand eindrucksvoller Bilder

durch die vielfältigen Anlagen: bunt blühende

Wiesen, heimische Gehölze, Lebensräume für Insekten,

Vögel und Kleintiere. Chemische Pflanzenschutzmittel,

Mineraldünger und Torf haben hier

keinen Platz – stattdessen herrscht ein Miteinander

von Natur und Gestaltung, das in der Naturgarten-Initiative

seit 2020 Kernkriterium ist. Mit dem

Garten der Familie Alin in Bad Staffelstein wurde

kürzlich der hundertste Privatgarten zertifiziert;

aktuell sind es sogar 109 Anlagen. Landrat Christian

Meißner, zugleich Vorsitzender des Kreisverbandes,

betonte die Vorreiterrolle des Landkreises

in Bayern und die Bedeutung solcher Initiativen

gegen die „Versteinerung“ moderner Gärten. Die

Auszeichnung gilt nicht nur privaten Gärten: Auch

Unternehmen oder Institutionen können teilnehmen.

Für das kommende Jahr plant der Kreisverband

eine Fortführung der Initiative, die das Bewusstsein

für Biodiversität, naturnahe Gestaltung

und ökologische Verantwortung weiter stärken

soll. Interessierte Gartenbesitzer können sich bereits

jetzt in der Umweltstation Obermain-Jura anmelden

– und vielleicht bald selbst Teil der grünen

Erfolgsgeschichte werden.

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AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 11


DARÜBER SPRICHT LICHTENFELS

FÖRDERUNG MIT HERZ FÜR DIE REGION

Seit mehr als 200 Jahren ist die Sparkasse Coburg –

Lichtenfels ein verlässlicher Partner für Menschen und

Unternehmen der Region. Mit der Gründung ihrer eigenen

Stiftung im Jahr 1996 unterstrich sie diese Verbundenheit

auf besondere Weise: Drei Millionen DM

wurden bereitgestellt, um gezielt Projekte in Coburg

und Lichtenfels zu fördern. Bis heute ist die Sparkasse

das einzige regionale Kreditinstitut mit einer eigenen

Stiftung – ein Instrument, um die Heimat aktiv zu gestalten.

„Unsere Stiftung macht die Region lebens- und

liebenswert“, betont Dr. Martin Faber, Vorstandsvorsitzender

der Sparkasse. Seit 1996 konnten fast 300

Projekte mit über 1,36 Millionen Euro unterstützt

werden. Auch in diesem Jahr freuten sich fünf Vereine

und Organisationen über insgesamt 15.500 Euro, überreicht

bei einem Festakt auf der Veste Coburg von Dr.

Faber und Marcus Seiler. Unter den geförderten Initiativen

befindet sich aus dem Landkreis Lichtenfels das

interkulturelle Kunst- und Friedensprojekt „Kommt

zusammen! Moschee, Kirche, Synagoge“ in Vierzehnheiligen.

In Zeiten wachsender Spannungen zwischen

Religionen – verschärft durch den Nahost-Konflikt

seit Oktober 2023 – setzt dieses Projekt ein starkes

Zeichen: Fotograf Jochen Gewecke lädt mit rund 120

Detailaufnahmen aus Kirchen, Synagogen und Moscheen

dazu ein, andere Religionen kennenzulernen

und den Horizont zu erweitern. Von Mai bis Juli 2025

präsentierten die Bildungs- und Tagungshäuser Vierzehnheiligen

erstmals diese Wanderausstellung in

Oberfranken – ein wichtiger Beitrag für Begegnung,

Verständigung und Frieden in unserer Gesellschaft.

© Premium Modern Art

POP ART TRIFFT BAROCK

Ein amerikanischer Pop-Art-Pionier im Kloster: Die

Kunsthalle Kloster Banz zeigt als einer der ersten

Orte weltweit die neue Serie „Women in Water“ von

James Francis Gill – ein spätes Meisterwerk des heute

90-jährigen Künstlers, der zu den letzten lebenden

Vertretern der amerikanischen Pop Art zählt. In der

barocken Pracht der ehemaligen Benediktinerabtei

entfalten Gills farbstarke Frauenbilder eine faszinierende

Spannung zwischen sakraler Ruhe und moderner

Bildsprache. Gill, 1934 in Texas geboren, wurde

1962 mit seinem Marilyn Triptych berühmt, das das

Museum of Modern Art in New York in seine Sammlung

aufnahm. Seine Porträts von Ikonen wie Marilyn

Monroe, Grace Kelly oder John Wayne verbinden Realismus

und Abstraktion zu energiegeladenen Kompositionen.

Nach einem jahrzehntelangen Rückzug

kehrte Gill in den 2000er Jahren mit frischer Schaffenskraft

zurück – seine Werke hängen heute in renommierten

Museen von Wien bis Washington. Mit

„Women in Water“ vollendet Gill einen Werkzyklus,

der seit den 1960er Jahren in ihm nachhallte. Die Serie

feiert die weibliche Gestalt nicht nur als ästhetisches

Motiv, sondern als emotionale Gegenwart – fließend,

verletzlich, stark. In drei Werkgruppen zeigt sie Hollywood-Ikonen,

vielschichtige Marilyn-Porträts und

meditative Abstraktionen. Der Kontrast zwischen der

heiteren Farbwelt des Pop und der barocken Architektur

der Dientzenhofer-Brüder verleiht der Schau

eine besondere Intensität – als würde Geschichte

selbst kurz in Farbe getaucht. Die Ausstellung ist ist

noch bis 30. November, jeweils Freitag bis Sonntag,

von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Kurator Stephan Zipfel

bietet kostenlose Führungen an.

EIN JAHR REIT- UND THERAPIEZENTRUM

Seit einem Jahr bietet das Reit- und Therapiezentrum

am Obermain Raum für Begegnung zwischen Mensch

und Tier. Im Mittelpunkt steht die pädagogische Arbeit

mit Pferden, die Kindern – besonders jenen mit

besonderen Bedürfnissen – hilft, Selbstvertrauen und

soziale Kompetenzen zu entwickeln.Neben der therapeutischen

Arbeit dient das Zentrum als Ort des Austauschs:

In Kooperation mit Fachleuten werden Veranstaltungen

rund um Wissen und

Verantwortung im Umgang mit

Pferden angeboten. Auch der angeschlossene

Pensionsstall legt

Wert auf Achtsamkeit und ein

harmonisches Miteinander von

Mensch und Tier. Nach einem

ereignisreichen Jahr blickt das

Team dankbar zurück – und zuversichtlich

nach vorn.

KONGRESSHAUS ROSENGARTEN

04.12.25

Eva Karl Faltermeier – Ding Dong

14.01.26

Die Magier Golden Ace - Zirkel der Magie Tour

12.12.25

Mirja Regensburg – HAPPY

21.01.26

Gregor Gysi - Auf ein Wort

14.12.25

Tom Gaebel & his Orchestra „A Swinging Christmas“

01.02.26

Kinderfasching der Coburger Narrhalla

02.01.26

Der Nussknacker & Schwanensee - Grand Classic Ballett

06.02.26

Moving Shadows - ON FIRE

05.01.26

13. Coburger Comedy Gala

08.02.26

18. Coburger Gesundheitstag

10.01.26

Osan Yaran - Aus Prinzip!

12.02.26

Volker Heißmann singt Udo Jürgens

Wir wünschen Ihnen schon jetzt viel Spaß!

Weitere Informationen unter coburg-kongress.de

12 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


Advertorial

Das Goldene Kreuz

DAS ÄLTESTE GASTHAUS COBURG IST ZEUGE

VIELER JAHRHUNDERTE COBURGER GESCHICHTE:

SEIT 1508 WERDEN HIER GÄSTE BEWIRTET.

Traditionell. Modern. Fränkisch.

Neben der stolzen Geschichte ist es vor allem das

Zusammenspiel von Ambiente und herausragender

Küche, das das Goldene Kreuz zu einem besonderen

Ort macht: Die geschmackvolle Einrichtung für

jeden Anlass, der überdachte Innenhof, in dem man

sich ganzjährig wie in einer gemütlichen Taverne

fühlt, ein Saal im ersten Obergeschoss und ein neuer

großer Saal im Erdgeschoss für bis zu 120 Personen

für Veranstaltungen, Familien- oder Firmenfeste.

Nicht umsonst zählt das Goldene Kreuz damit nicht

nur zu den ältesten, sondern auch zu den schönsten

Gasthäusern Deutschlands.

Die besondere Küche des 25köpfigen Teams rund um

Wirt und Küchenchef Markus Zimmer lässt keine

Wünsche offen, ob vegan, vegetarisch, fränkisch oder

im gehobenen Gourmetbereich. Auf der Speisekarte

stehen Sauerbraten, Schäufele oder Bauernente

genauso wie die veganen Spinatknödel oder die

Bouillabaisse. Und natürlich gehören die traditionellen,

samtig weichen Coburger Klöße dazu, die Rutscher.

Das Goldene Kreuz setzt dabei immer mehr auf

regionale Produkte, baut sein Netzwerk mit Bauern

und Lieferanten aus Franken und vor allem aus der

Genussregion Coburger Land immer weiter aus.

Die Spezialitäten werden u.a. auf handgefertigten

Tellern und Schalen der Kronacher Keramikwerkstatt

Schäuble serviert und geben damit den Speisen einen

besonderen Auftritt.

Goldenes Kreuz

Herrngasse 1 | Coburg

Öffnungszeiten

Montag - Samstag

11 30 Uhr - 14 00 Uhr | Küche bis 13 30 Uhr

17 30 Uhr - 22 00 Uhr | Küche bis 21 00 Uhr

Sonntag Ruhetag

geöffnet nur nach Vereinbarung

Reservierung

Telefonisch unter 09561/ 513407 oder

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Geöffnet:

Dienstag bis Samstag

von 17:00 – 23:00 Uhr

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 13



GRENZERFAHRUNGEN

Von Tim Birkner

„Um jeden Ort,

an dem ein

Kloster schließt,

ist es schade“

Die Franziskaner verlassen Vierzehnheiligen. Die Nachricht

hat viele aufgeschreckt. Pater Maximilian ist der Hausobere

der Franziskaner. Acht Brüder sind sie noch im Kloster, zwei

Drittel von ihnen sind über 80 Jahre alt, nachrücken will

niemand. Also verlassen die Verbliebenen im Herbst 2028

den Ort, an dem die Franziskaner seit fast 200 Jahren wirken.

„Wir sind Wandermönche. Keiner von uns bleibt ein Leben lang. Der Wechsel ist gewollt“, erzählt

Pater Maximilian Wagner. Er feiert bald seinen 60. Geburtstag. Wo er lebt und wirkt, gehört er

seit Jahrzehnten zu den Jüngsten. Die Trauerphase, das Abschiednehmen von einem Ort, der

Kloster gewesen sein wird, beginnt mit der Nachricht, dass es so kommen wird. Pater Maximilian

kennt das. Bevor er 2021 nach Vierzehnheiligen kam, war er in Berlin. Auch dieses Kloster wurde

aufgelöst, weil der Nachwuchs fehlte. Damals wurde die Nachricht ein Jahr vorher veröffentlicht.

Jetzt sind es etwas knapp drei Jahre. Das Abschiednehmen beginnt.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 15


GRENZERFAHRUNGEN

„Für jeden Ort, an dem ein Kloster schließt, ist es schade“, sagt er. Doch Pater

Maximilian sieht stets die Zuversicht: „Der Charakter des Ortes wird ja

weitergeführt – nur eben nicht mit uns. Es wird sich etwas Neues entwickeln.“ Er

führt durch breite Treppen und hohe Räume zu seiner Wohnung im ersten Stock.

„Für Franziskaner ist das wirklich ein nobler Ort“, sagt er. Gebaut haben das

Kloster schließlich die Zisterzienser – anders als der Franziskanerorden standen

sie dem Prunk und Reichtum näher. Die Bücher in einem Wandschrank im großen

Saal stammen noch aus dieser Zeit. Auch viele der Ölbilder an den Wänden hängen

schon lange. Nach der Säkularisierung fiel das Kloster an den König, der die

Franziskaner 1839 beauftragte, den Wallfahrtsort zu betreuen. Das Gebäude des

Klosters gehört heute dem Bayerischen Staat. Was mit dem Räumen, den Büchern,

den Bildern geschieht, wenn die letzten Franziskaner hier ihre Zimmer räumen?

Pater Maximilian zuckt mit den Schultern.

Pater Maximilian beobachtet die Wallfahrer, die in größeren und kleineren

Gruppen den Berg hinauf steigen. „Sie kommen ja nicht nur wegen der sportlichen

Fitness – viele von ihnen haben ihr Päckchen zu tragen.“ Sie setzen sich in die

riesige Basilika. Die Franziskaner halten einen ihrer Brüder bereit, um ihnen

die Beichte abzunehmen. Das wird weniger. Früher waren noch drei oder vier

gleichzeitig gefragt. Doch der Ort bleibt ein besonderer. Pater Maximilian

formuliert es so: „Diese Kirche ist ein durchbeteter Raum. Er zieht die Menschen

an wie ein Magnet.“ Manchmal setzt er sich still neben die eine oder den anderen.

Manchmal kommt es dann auch zu einem Gespräch. „Die Menschen erzählen

dann von ihrer Not, weil sie einen Angehörigen verloren oder vom Arzt eine blöde

Diagnose bekommen haben.“

„Diese Kirche ist ein durchbeteter

Raum. Er zieht die Menschen an

wie ein Magnet.“


AUSGABE 5 / MAI 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 17


GRENZERFAHRUNGEN

„Kinder stecken voller Fragen“, beobachtet er. Sie stehen ein paar Schritte weit

in der Basilika und staunen mit offenem Mund. Maximilian Wagner liebt diese

Führungen mit Kindern. Immer wieder bringen sie ihn zu Rätseln, die er dann

zu lösen versucht – beispielsweise warum dem Heiligen Wendelin eine Krone zu

Füßen liegt. „Mir war das vorher nie aufgefallen“, sagt der Pater. „Die Kinder öffnen

uns die Augen.“ Wenn er die Herzen öffnen will, nimmt er oft sein Akkordeon zur

Hand. Er spielt und singt dann zusammen mit Kindern im Kindergarten – oder auch

im Altenheim. So wie nebenan bei den pflegebedürftigen Franziskusschwestern.

Auch sie haben mit der Schließung des Konradshofes ein Ende besiegelt.

Pater Maximilian lässt sich auf den Ort ein, an dem er wohnt und wirkt –

und er versucht ihn ins Hier und Heute zu tragen. „Wir sollten uns auf die

Herausforderungen einlassen“, sagt er. Und so ist aus dem Pater und Musiker

auch ein Notfallseelsorger geworden. „Ich arbeite da mit den Nothelfern von

heute zusammen: Polizei, Rettungsdienst und Bestatter.“ Egal ob Helfer oder

Betroffene, manch einer fängt einfach das Reden an. Maximilian Wagner hört

dann zu. Er begleitet die Menschen mit Ruhe und ruhigen Worten.

Sein Orden ist in manchen Dingen keine andere Gemeinschaft als weltliche.

Die Probleme werden verdrängt so lange es geht. „Viele meiner Mitbrüder

wollen es nicht wahrhaben. Sie denken, es kommen immer Neue nach.“ Der

Rat der Franziskusbrüder muss zwar offiziell noch beschließen, dass der Orden

Vierzehnheiligen verlässt, doch für Pater Maximilian ist das klar. „Wir müssen

eine andere Lösung für die Wallfahrer finden. Es fehlt schlicht das Personal.“

Also versucht der Hausobere dorthin zu blicken, wo dieses Schicksal bereits

eingetreten ist. Beispielsweise in Werl im Erzbistum Paderborn. Dort wird

inzwischen ein Wallfahrts-Team eingesetzt. „Ein solches Team habe ich auch

unserem Bischof vorgeschlagen – als eine mögliche Lösung“, sagt der Pater. Er

selbst könnte sich vorstellen, Teil eines solchen Teams zu werden.

Zwischen seiner Klosterauflösung in Berlin und dem Einsatz in Vierzehnheiligen

hatte Pater Maximilian um eine Auszeit gebeten. Drei Wünsche erfüllte er sich in

diesem halben Jahr. Er schrieb in Meditation eine Ikone, lebte ein paar Wochen auf

der Insel Borkum und lief den Franziskusweg von Florenz nach Rom. Er weiß, dass

ein Weg immer weiter geht. Und er weiß um das Besondere in Vierzehnheiligen.

Wenn bei einer großen Wallfahrt die ganze Kirche voll ist und eine tolle Liturgie

gefeiert wird, ist das für ihn aufregend: „Das zu erleben ist für mich ein Gänsehaut-

Moment.“


AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 19


Kunst

im Herbst

frei für alle

Wilhelm Uhlig aus Nürnberg hat die acht Damen im Kurpark Bad Staffelstein

geschaffen. Seit 13 Jahren stehen die Bronzefiguren zwischen Brückentheater

und Gradierwerk. Uhlig wünscht sich übrigens, dass Betrachter und Figuren in

Kontakt kommen. Treten Sie näher...


Fotos: Tim Birkner

Fotostrecke

Aus Stein und

Bronze



Auch in Burgkunstadt neben der alten Vogtei stehen einige Figuren

von Uhlig. Hinter diesen beiden Frauen mit dem Titel "Verkündigung"

öffnet sich der Blick über das Maintal bis zum Kordigast.

Die Steinfigur links stammt von Manfred Reinharts "Fließende

Begegnung" und steht bei Wiesen am Mainradweg. Die Lauter fließt

in den Main - wobei die weibliche Figur für den Bad Staffelsteiner

N e b e n fl u s ss t e h t .


Dort, wo sich die Wege von Vierzehnheiligen nach Lahm und

von Oberlangheim nach Uetzig treffen, schufen Clemens und

Lucian Muth die Muttergottes. Sie uns die 14 Nothelfer sollen am

Fischerkreuz den Weg weisen.



S O N D E R T H E M A

INTELLIGENZ

WIE DENKEN WIR IN ZUKUNFT?


Redaktion: Wolfram Hegen / ChatGPT

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“ – der berühmte Satz des

Sokrates klingt heute überraschend modern. Denn während

Algorithmen mit beängstigender Geschwindigkeit Schachund

Go-Weltmeister schlagen, Radiologiebilder deuten und

uns in ganzen Absätzen antworten, fragen wir neu: Was

ist Intelligenz überhaupt – und wie werden wir in Zukunft

denken? Die Frage ist nicht bloß philosophische Zierde, sie

berührt Ökonomie, Bildung, Politik und unser Selbstbild als

„Krone der Schöpfung“.

Die Psychologie beschreibt Intelligenz pragmatisch als die

Fähigkeit, Probleme zu lösen, aus Erfahrungen zu lernen und

sich an neue Situationen anzupassen. Das klingt nüchtern –

und doch ist es spektakulär: Ein Organ von rund 1,3 Kilogramm,

gespeist mit etwa 20 Watt und rund 20 Prozent unseres

Grundumsatzes, koordiniert Wahrnehmen, Fühlen, Planen.

Etwa 86 Milliarden Neuronen bilden Netzwerke, deren Dynamik

wir erst in Umrissen verstehen. Zugleich ist menschliches

Denken begrenzt: Unsere Arbeitsgedächtniskapazität

umfasst im Schnitt nur wenige Einheiten zugleich; Heuristiken

und kognitive Verzerrungen sind nicht Fehler eines kaputten

Apparats, sondern effiziente Abkürzungen in einer komplexen

Welt (Kahneman nannte das „System 1“ und „System 2“).

Wenn nun Maschinen in immer mehr Domänen brillieren, stellt

sich die heikle Anschlussfrage: Ist eine Künstliche Intelligenz

im herkömmlichen Sinne „intelligent“? Alan Turing schlug

1950 vor, die Debatte an ein Verhaltensexperiment zu binden

– wer uns im Gespräch täuscht, sei praktisch intelligent. John

Searle widersprach später mit dem „Chinesischen Zimmer“:

Das richtige Output allein beweise kein Verstehen. Moderne

Sprachmodelle sind in diesem Sinn grandiose Musterverdichter.

Sie sind – wie Emily Bender kritisch formulierte – „stochastische

Papageien“: bestechend im Stil, unermüdlich im Zitat, aber

ohne Weltbezug aus erster Hand. Das schmälert die Leistung

nicht: AlphaGo besiegte 2016 Lee Sedol, und Zug 37 wurde

zum Symbol einer unvorhergesehenen, fast „kreativen“

Wendung. Doch selbst dort bleibt Kreativität eine Eigenschaft,

die wir in die Statistik hineinlesen.

Vielleicht liegt der Denkfehler in unserem Anspruch. Wir

verwechseln Intelligenz mit Bewusstsein, Rationalität

mit Sinn. Intelligenz, so nüchtern wie kühn verstanden, ist

Rechnen – beim Gehirn ein elektrochemischer, beim Rechner

ein elektronischer Prozess. Die Frage ist also weniger „ob

Maschinen denken“, sondern „welcher Zweck in das Denken

eingebaut ist“ (Norbert Wiener). Maschinen optimieren

Zielfunktionen, Menschen verhandeln Ziele. Wo die Maschine

Mittel findet, müssen wir Gründe finden. Hier beginnt der

eigentliche Unterschied.

Was bedeutet das für unser eigenes Denken? Es gibt zwei

widersprüchliche, aber empirisch gestützte Tendenzen.

Erstens: kognitive Auslagerung. Studien zum „Google-Effekt“

zeigen, dass wir uns Fakten schlechter merken, wenn wir

wissen, dass sie jederzeit auffindbar sind. Navigationssysteme

schwächen bei übermäßiger Nutzung unser räumliches

Orientierungsvermögen. Zweitens: Neuroplastizität. Londoner

Taxifahrer, die „The Knowledge“ – ein immenses Stadtwissen

– verinnerlichten, zeigten messbare Veränderungen im

Hippocampus. Wo Anforderungen wachsen, wachsen Gehirn

und Leistung nach. Das lässt eine nüchterne Prognose zu:

Unser Gehirn verkümmert nicht automatisch, es formt sich

nach der Ökologie der Aufgaben. Wenn KI Routine entlastet,

schafft sie Raum – entweder für Bequemlichkeit oder für

höherstufiges Denken: Hypothesenbildung,

Modellkritik,

interdisziplinäre Synthese. Ob wir diese Leerstelle mit flüchtiger

Zerstreuung oder mit Tiefe füllen, ist keine technische, sondern

eine Entscheidung jedes Einzelnen.

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner

Welt“, schrieb Ludwig Wittgenstein. Wenn Sprachmodelle

eloquente Werkzeuge werden, verschieben sie diese Grenze

– aber sie ersetzen nicht die Welt. Für Forschung und

Wissenschaft kann das produktiv sein: Simulationen werden

dichter, Literaturrecherche schneller, Hypothesenräume

größer. Doch umso wichtiger wird die Kunst des Fragens, das

Quellenurteil, die Fähigkeit, Evidenz zu gewichten. Herbert

Simon warnte früh: „Ein Überfluss an Information erzeugt

eine Knappheit an Aufmerksamkeit.“ Die Ressource der

Zukunft ist nicht die Datenmenge, sondern die gerichtete

Aufmerksamkeit – und der Mut, Bedeutungen zu setzen.

Gesellschaftlich rückt damit auch unser Selbstbild zurecht.

Die Vorstellung vom Menschen als singulärer Vernunftspitze

weicht dem Bild eines Ko-Agenten in kognitiven Ökosystemen

aus Menschen und Maschinen. Für Theologie und Philosophie

ist das keine Herabstufung, sondern eine Präzisierung:

Würde, Verantwortung, Sinngebung entspringen nicht der

Rechenleistung, sondern der Fähigkeit, Ziele zu reflektieren,

Normen zu begründen, Mitleid zu empfinden. Antonio

Damasio hat gezeigt, dass Emotion keine Störung der Vernunft

ist, sondern ihre Bedingung. Vielleicht ist das die eigentliche

Zukunft des Denkens: Mehr Logik dort, wo Logik stark

ist – und mehr Urteilskraft, Einfühlung, ästhetische und

moralische Imagination dort, wo nur Menschen begründen

können, warum etwas zählen soll.

Bleibt die strategische Aufgabe. Bildung muss sich lösen von

der Prüfung des Abrufs und hinbewegen zu den Disziplinen

der Orientierung: Modellbildung, Szenariotechnik, Argumentationsanalyse,

Experiment und Kritik. Unternehmen werden

KI als produktive Infrastruktur nutzen – die entscheidende Differenz

entsteht in der Qualität der Fragen, in der Klarheit der

Ziele, in Teams, die Widerspruch organisieren. Politik schließlich

wird definieren müssen, welche Entscheidungen delegiert

werden dürfen und welche – um der Legitimität willen – beim

Menschen bleiben.

Intelligenz war immer ein Mittel, kein Zweck. In der Zukunft

wird sie allgegenwärtig sein – eingebettet in Geräte, Prozesse,

Texte. Ob wir dadurch klüger handeln, hängt nicht davon ab,

wie „intelligent“ Maschinen erscheinen, sondern davon, wie

anspruchsvoll wir unseren Begriff von Denken halten: als tätige

Kunst, die rechnet, gewiss; aber vor allem als Kulturtechnik, die

deutet, abwägt, Verantwortung übernimmt. Vielleicht ist das

die reifste Form des Fortschritts: nicht mehr die Frage „Wer ist

klüger?“, sondern „Wofür nutzen wir unsere Klugheit?“


INTERVIEW

Ist Denken OUT

INTERVIEW KI-PROFESSOR

JOCHEN L. LEIDNER VON

DER HOCHSCHULE COBURG

Denkt der Mensch überhaupt noch, wenn er

doch das Rechnen, Schreiben, Analysieren mehr

und mehr Maschinen überlässt? Oder glaubt

er nur noch, fühlt, meint? Ist Denken also out?

Der LICHTENFELSER hat sich dazu mit Jochen L.

Leidner unterhalten, Professor für erklärbare und

verantwortungsvolle Künstliche Intelligenz an der

Hochschule Coburg.

LICHTENFELSER: Im letzten Interview zum

Thema „Neugier“ vor drei Jahren haben Sie gesagt:

„Man sollte Maschinen nicht zuschreiben, was sie

momentan nicht können und vielleicht nie können

werden. Letztlich sind Computer Metamaschinen,

grenzenlos einsetzbare Werkzeuge, die uns

dienen (sollten). Da kann ich die Menschen also

beruhigen.“ Hat sich an ihrer Meinung etwas

geändert? Oder besteht aus wissenschaftlicher

Sicht mittlerweile Grund zu Sorge, immerhin

haben führende Köpfe von Techunternehmen ja

vor Risiken gewarnt? Wird unser Denken schon

fremdgesteuert?

JOCHEN LEIDNER: Zunächst mal vielen

Dank, dass Sie diesen Satz aufgreifen –

in den Medien heute scheint ja sonst nur

Raum für kurze Gedanken, 160 Zeichen

oder weniger, und ich hatte ja auch kein

TikTok-Video dazugetanzt. Bezüglich

der echten Intelligenz oder Terminator-

Dystopien kann ich nach wie vor die

Menschen beruhigen (einige der warnenden

Köpfe möchten vielleicht gerne ihren persönlichen

Bekanntheitsgrad erhöhen), aber leider gibt es neue

Probleme, bei denen wir Wissenschaftler Alarm

schlagen müssen.

Maschinen sind nicht intelligent, aber sie können

inzwischen Antworten geben, wie einige Menschen

Sie auch nicht besser hätten geben können.

Allerdings sind die Prinzipien, wie und warum das

funktioniert, andere als die menschlicher Intelligenz.

Gegenwärtige Sprachmodelle wie Llama, ChatGPT

oder Claude haben einige substanzielle Anteile des

Internet repräsentiert, und wurden so konstruiert,

dass alles, was aus ihnen hervorkommt – ob wahr

oder falsch – gleichsam eloquent und vermeintlich

selbstbewusst herüberkommt. Kaum verwunderlich,

dass die Nutzer diese Systeme vermenschlichen, das

ist aber fatal.

Meine Frau kennt beispielsweise einen krebskranken

Mann, der seinem Arzt nur glaubt, wenn das, was er

sagt, auch mit dem übereinstimmt, was ChatGPT

sagt (sein Arzt weiß davon nichts). Es wäre gut, wenn

mehr Menschen verstünden, wie diese Systeme

funktionieren, damit sie sie nicht vermenschlichen

und über ihre tatsächlichen Fähigkeiten hinaus

Zuschreibungen machen. Ich erlebe das auch in

meinem Alltag, nämlich wenn Studierende diese

Systeme verwenden, um ihre Arbeiten schreiben zu

lassen. Das ist nicht nur ein Fall von Betrug, sondern

insbesondere von Selbstbetrug, denn, wenn ich

nicht selbst lese, nachdenke, schreibe, überarbeite,

sondern von einer Maschine oder von einem anderen

Menschen einen Text zu einem Thema erzeugen

lasse, dann lerne ich natürlich nichts dabei.

LICHTENFELSER: Können Sie das an einem

Beispiel erläutern?

JOCHEN LEIDNER: Nehmen Sie einen Taschenrechner

(egal ob physisches Gerät oder Software, die

ihn nachbildet). Es ist ein nützliches Werkzeug für

alle, die viel rechnen müssen, weil Leichtsinnsfehler

28 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


SONDERTHEMA: INTELLIGENZ

vermieden werden. Wenn ich aber nie die vier

Grundrechenarten gelernt habe, kann ich auch nicht

überprüfen, ob die Ausgabe des Taschenrechners

stimmt. Muss ich beispielsweise 230 x 10,23

ausrechnen und der Taschenrechner gibt 235290,

dann sagt mir meine Rechenintuition, dass das

Ergebnis zu groß ist (mal zehn entspricht ja einer

Null anhängen) und außerdem sollte keine glatte

Zahl herauskommen. Das richtige Ergebnis wäre

2352,90 gewesen, und was vermutlich passiert ist,

war, dass ich beim Eingeben der zweiten Zahl das

Dezimalkomma nicht fest genug gedrückt hatte. Wer

nie von Hand gerechnet hat, hat solch eine Intuition

nicht, sondern glaubt eher blind die Ergebnisse. Und

beim Taschenrechner kommt fast immer das richtige

heraus, wenn die Eingabe stimmte, was bei den KI-

Modellen keinesfalls der Fall ist. Und wie prüfe ich

das Ergebnis, wenn mich niemand gewarnt hat?

Eine neue Gefahr ist diese: Je mehr die Menschen

ihr Denken an die Maschine delegieren, desto mehr

werden sie wieder unmündig (im Kantschen Sinne)

und steuerbar – durch Konzerne, die zumeist in

anderen Ländern sitzen; also definitiv existiert

die Gefahr des „fremdgesteuert seins“, die Sie

ansprachen, bereits heute im großen Ausmaß.

LICHTENFELSER: Unser Sonderthema dieses

Mal heißt „Intelligenz – wie denken wir in

Zukunft?“ Verändert sich vor dem Hintergrund

des Werkzeugs „Künstliche Intelligenz“ das

menschliche Denken? Verändert sich das Gehirn?

JOCHEN LEIDNER: Das kritische Denken scheint

mir durch aktiven Einsatz des Gehirns geschärft zu

werden, insofern wird es geschwächt, wenn es nicht

benötigt wird, weil sich die Leute nur passiv von

Medien berieseln lassen. Bisher wurden von Bai, Liu

und Su (2023) sechs Arten negativer Einflüsse von

KI-Sprachmodellen beschrieben:

• übermäßiges Vertrauen in und Abhängigkeit von

KI-Systemen

• beeinträchtigtes kritisches Denken

• inakkurate Information

• oberflächliche Auseinandersetzung mit Themen,

die das Langzeitgedächtnis negativ beeinflusst

• reduzierter menschlicher Umgang

• Demotivation

Jede dieser Arten wurde bzw. wird derzeit untersucht.

LICHTENFELSER: Wenn die KI in Zukunft geistigintellektuell-kreativ-wissenschaftliche

und weitere

standardisierbare Aufgaben übernimmt, verdummen

wir dann? Oder entwickeln wir uns sogar weiter, weil

wir uns nicht mehr mit Routine aufhalten müssen?

JOCHEN LEIDNER: Beides – nicht jeder wird mit

den Systemen in gleicher Weise umgehen. Wichtig

ist nicht, die Technologie nur einseitig zu verteufeln

oder anzupreisen, sondern sich im Detail damit

vertraut zu machen. Dann gilt es, die Vorteile zu

nutzen und zugleich die Einflüsse der Nachteile zu

reduzieren.

LICHTENFELSER: Die generelle Frage ist,

hat das klassische rationale vernunftorientierte

faktenbasierte Denken, das Abwägen von Pro und

Contra, der Diskurs, überhaupt noch einen Platz,

wenn Daten und datenbasierte Entscheidungen

nur noch Computersache sind?

JOCHEN LEIDNER: Das Denken wird immer

den Platz haben, den wir ihm als Gesellschaft

einräumen. Sie machen es ja zu Ihrer Sache – wenn

Sie es sich nicht nehmen lassen - oder eben zur

Computersache – wenn Sie es outsourcen (gleich

ob an die Maschine oder an Zeitungsblätter mit sehr

großen Titelbuchstaben). Ob Fakten im Diskurs

zählen, hängt auch von der Allgemeinbildung ab.

Wir sollten unsere Kinder so erziehen, dass Wissen

ein Wert ist, der geschätzt wird.

LICHTENFELSER: Sie beschäftigen sich in

Coburg am Institut mit KI. Geben Sie uns doch

kurz einen Überblick Ihrer Themen derzeit zum

Thema Künstliche Intelligenz.

JOCHEN LEIDNER: Mein kleines Team und ich

befassen uns mit mehreren Themen:

• Nachrichten-Bias (wie Propaganda) automatisch

zu erkennen und die Computer-Entscheidungen

auch sprachlich zu begründen (also „Warum ist

dieser Satz keine neutrale Berichterstattung?“).

Schulklassen von Coburg bis Selb haben uns

bereits besucht, um unser System zu testen.

• Chatbots, die die Arbeit im Data-Science-Team

unterstützen, indem sie Fragen beantworten;

besonders hilfreich sind diese für Neueinsteiger,

die Fragen haben, wenn Mentoren zum

Einarbeiten gerade nicht greifbar sind.

• Methodologie: Wie setze ich KI-Projekte so um,

dass Sie auch die besten Resultate in der Zeit und

im Budget erzielen?

• Modelle, die Texte besser geografisch verstehen

können, indem Texte u.a. in ein räumliche

Repräsentation abgebildet werden.

• Modelle zur automatischen Risikoanalyse, die

zu Unternehmen, Personen und Themen die

Nachrichten überwachen und Risikoprofile

erstellen können.

• Im Unterricht widme ich mich außerdem dem

Thema KI & Ethik.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 29



„FEueRweHr

kAnn jEder

lErnEn“


Advertorial

Von Tim Birkner

Foto: Matthias Herzog

KREISFEUERWEHRVERBAND

Der Kreisfeuerwehrverband in Lichtenfels ist 30 Jahre alt. Zu

seinen Aufgaben gehört die Unterstützung der 108 Freiwilligen

Feuerwehren sowie einer Werkfeuerwehr im Landkreis. Dies

leistet der Verband seit 1995 in vielfältiger Art und Weise. Er organisiert

Besuche in Schulen und Kindergärten, fördert die Kinder-

und Jugendfeuerwehren und hat sich die Aus- und Weiterbildung

auf die Fahnen geschrieben. Das alles geschieht in enger

Zusammenarbeit und mit der Unterstützung des Landkreises.

„Feuerwehr kann jeder lernen“,

SAGT KREISBRANDRAT UND

VORSITZENDER THILO KRAUS.

Natürlich lernt es sich besonders einfach, wenn man gleich in jungen

Jahren mit seinem Feuerwehrwissen beginnt. Im Landkreis Lichtenfels

gibt es 29 Kinderfeuerwehren, bei denen Kinder ab 6 Jahren mitmachen

können. Spielerisch werden die Jungen und Mädchen an das

Thema Feuerwehr herangeführt. Sogar erste Prüfungen in Form der

„Kinderflamme“ können die Jüngsten absolvieren. Dabei geht es in

drei Stufen, je nach Alter, unter anderem darum, das Verständnis

für Gefahren zu schärfen, Notrufe absetzen und kleine

Erste Hilfe leisten zu können sowie die Ausrüstung und

Technik der Feuerwehr kennenzulernen. „Gemeinsame

Aktionen auf Landkreisebene sind für die Kinder absolute

Highlights wie der jährliche Laternenumzug aller Kinderfeuerwehren

und der alle drei Jahre stattfindende Kreiskinderfeuerwehrtag“,

sagt der für Pressearbeit zuständige

Kreisbrandmeister Markus Witzgall. In diesem

Jahr fand er in Marktgraitz statt. Die Jüngsten aus allen

Kinderfeuerwehren können an verschiedenen Stationen

ihr bereits erlerntes Wissen und Können unter Beweis stellen.

Beispielsweise müssen sie einen Ball auf einer Trage zu zweit

über Hindernisse balancieren oder mit Rinnen eine Murmel

ins Ziel lenken. Immer sind Geschicklichkeit, keit und vor allem der Teamgedanke

Schnelliggefragt.

ENtlAstUng füR dIe feuErwEhrEn Vor ort

Mit 12 Jahren erfolgt dann der Eintritt oder Übertritt in die Jugendfeuerwehr.

„Hier werden junge Menschen schon gezielter auf den

späteren Einsatzdienst vorbereitet“, sagt Thilo Kraus. Die Bayerische

Jugendleistungsprüfung oder die Abnahme der „Leistungsspange der

Deutschen Jugendfeuerwehr“ werden zentral organisiert und im jährlichen

Wechsel durchgeführt. So werden die Feuerwehren vor Ort von

der Organisationsarbeit entlastet. „Beim Kreisjugendfeuerwehrtag

mit Jugendleistungsmarsch können sich Gruppen aus dem Landkreis

einmal pro Jahr im fairen Wettstreit messen“, so Kraus. Hierbei gilt es,

gestellte Aufgaben möglichst fehlerfrei und teilweise in vorgegebener

Zeit zu meistern. Diese Aktionen werden finanziell durch den Kreisfeuerwehrverband

unterstützt. Zudem konnten in den letzten Jahren

zahlreiche Gegenstände für die Aus- und Fortbildung beschafft werden.

Wobei auch hier der Spaß nicht zu kurz kommt. Die Jugendfeuerwehr

im Landkreis organisiert einmal jährlich einen gemeinsamen

Ausflug, zum Beispiel in den Europapark Rust oder nach München.

DEr wunSch zu heLfeN gEnüGt

Ab 18 Jahren darf Dienst in der „aktiven Mannschaft“ geleistet

werden. „Grundsätzlich muss bei einem Eintritt in eine freiwillige

Feuerwehr kein Fachwissen vorhanden sein. Der

Wille, anderen helfen zu wollen, genügt“, betont der Kreisbrandrat.

Alles, was für den Dienst in der Feuerwehr notwendig

ist, bekommen Jungen und Mädchen, Männer und

Frauen, beigebracht. Es beginnt mit der „Modularen Truppausbildung“,

der Grundausbildung, die se gerade in Uetzing durchgeführt wurde. Außer-

beispielsweidem

gibt es spezifische Lehrgänge, zum Beispiel für

Atemschutzgeräteträger oder Maschinisten, auf Landkreisebene.

Dazu kommt der Übungsdienst in den örtlichen

Feuerwehren. Weitere Ausbildungen können an den Staatlichen

Feuerwehrschulen absolviert werden.

Foto: Markus Witzgall

Foto: Matthias Herzog

32 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


LICHTENFELS

Foto:

Gerd Klemenz

Foto: Matthias Herzog

QUerEinSteIgeR wIllKomMen

„Auch Quereinsteiger sind bei den Feuerwehren im Landkreis Lichtenfels

herzlich willkommen. Die Feuerwehren helfen Menschen,

unabhängig von Aussehen, Religion, Herkunft oder politischer Einstellung“,

sagt Kreisbrandmeister Witzgall. Die gleiche Toleranz gilt

neuen Mitgliedern gegenüber: Jung oder alt, klein oder groß, dick

oder dünn, mit oder ohne Migrationshintergrund. „Jeder Mensch,

der helfen möchte, ist bei den Feuerwehren gern gesehen“, freut sich

auch Landrat Christian Meißner.

Aktiver Feuerwehrdienst darf in Bayern bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter

geleistet werden. Das ist aktuell bis zur Vollendung

des 67. Lebensjahres. Kreisbrandrat Kraus wirbt leidenschaftlich für

den Dienst bei der Feuerwehr: „Interessierte wenden sich am besten

direkt an ihre Freiwillige Feuerwehr vor Ort. Feuerwehrdienst ist

Ehrenamt. Das heißt, die Frauen und Männer leisten ihren Dienst

für die Allgemeinheit ohne Bezahlung.“

DIe zusAmmEnaRbeIt ZähLt

Wie vielschichtig das Ehrenamt ist, bekommen Kraus und Witzgall

DRohNen füR dEn BesSerEn ÜbeRblIck

Ein weiteres Beispiel ist die Einrichtung einer Drohnengruppe.

Durch Spenden konnten Drohnen beschafft werden. „Die Fluggeräte

liefern wichtige Erkenntnisse bei der Erkundung in größeren

Einsatzlagen, wie zum Beispiel bei Wald- und Vegetationsbränden.

Inzwischen sogar mit Wärmebildkamera ausgerüstet, können sie

der Einsatzleitung vor Ort einen detaillierten Überblick verschaffen.

Und das aus einem Blickwinkel, der normalerweise nicht zur Verfügung

steht“, erklärt Witzgall.

BEsuCh In kinDerGärTen

Eine wichtige Säule der Verbandsarbeit stellen die Brandschutzerziehung

in Kindergärten und Schulen sowie die

Brandschutzaufklärung für Erwachsene dar. „Die Gefahren

von Feuer, das richtige Absetzen eines Notrufes oder

der Umgang mit einem Feuerlöscher sind dabei nur einige

Themen“, sagt Kreisbrandmeisterin Bianca Zapf. Sie und

ihr Team gehen in Kindergärten, Schule und Betriebe,

um zu sensibilisieren. Für die Arbeit steht ein eigenes Fahrzeug zur

Verfügung, das für den Bedarf unter anderem mit einem sogenannten

„Feuer-Trainer“ ausgestattet ist. „Hier kann mit Übungsfeuerlöschern

ein echtes Feuer unter sicheren Bedingungen bekämpft

werden. Außerdem nehmen ein „Rauchhaus“ mit, das anschaulich

macht, wie sich Brandrauch in einem Gebäude ausbreiten kann“,

erklärt die Kreisbrandmeisterin. Das Fahrzeug der Brandschutzerziehung

wurde überwiegend aus Mitteln des Kreisfeuerwehrverbandes

und durch großzügige Spenden der heimischen Wirtschaft

fi n a n z i e r t .

täglich mit. So schulen sie auch Funktionsträger in den Feuerweh-

ren beispielsweise für größere Einsätze. „Wie im Kleinen so sind

auch im Großen Zusammenarbeit, strukturiertes Vorgehen und

immer wieder Kommunikation entscheidend“, so Kraus. In enger

Abstimmung mit der Kreisbrandinspektion werden Lehrgänge auf

Kreisebene ausgearbeitet und abgehalten. Die fortschreitende gitalisierung macht auch hier nicht halt. So stellt der KFV auf sei-

Diner

Internetseite seit Jahren eine Online-Anmeldungsfunktion für

Lehrgänge oder wichtige Unterlagen für die Feuerwehren als Download

zur Verfügung.

aProPos:

Da der Kreisfeuerwehrverband als gemeinnützig anerkannt ist, kann

er jederzeit Spenden, auch von Privatpersonen, entgegennehmen.

Diese sind steuerlich absetzbar. Das Spendenkonto hat die IBAN

DE04770918000001054732 bei der VR-Bank Lichtenfels-Ebern eG.

Finanziert wird die Verbandsarbeit ansonsten über den Anteil der Städte,

Märkte und Gemeinden im Landkreis, den diese pro aktives Mitglied an

den Landesfeuerwehrverband Bayern überweisen und der anteilig von

dort wieder zurück in den Landkreis fließt.

Weitere Informationen über seine Tätig keiten sind auf den

Internetseiten des Kreisfeuerwehrverbandes Lichtenfels

unter www.kfv-lichtenfels.de, bei Face book oder Instagram

z ufi n d e n .

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 33


Jahre

SCHLOSS

SCHNEY

34 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


FRANKEN AKADEMIE

Advertorial

Text: Tim Birkner

Fotos: Reinhard Möller

ESSEN & TRINKEN,

LERNEN & TREFFEN

Schloss Schney wird 75 Jahre. Es ist und bleibt ein Treffpunkt

zwischen Kirche und Sportplatz, Bahnhof und ehemaligem Rathaus.

Hier tagen und proben Sportler und Sänger, hier organisiert die

Franken-Akademie seit 75 Jahren politische Bildung, hier feiern

Familien ihre Feste – und hier war 1981 Willy Brandt zu Gast.

„Davon reden die Leute immer noch. Es muss beeindruckend,

mitreißend und faszinierend gewesen sein“, sagt der heutige

Geschäftsführer Dierk Hain. Es zeigt die enge Verbundenheit des

Ortsteils Schney mit der SPD. Hier gründeten Arbeiter 1871 den

dritten Ortsverein in Deutschland überhaupt. Schloss Schney war

von der SPD geprägt – und gleichzeitig stets unabhängig. Darauf

legten die Verantwortlichen immer Wert.

„Heute sind wir ein Bildungshaus, das für alle offen ist“, sagt Hain. Im

vergangenen Jahr qualifizierten sich Hain, seine Mitarbeiter, das Haus

und die Abläufe nach dem Qualitätsmanagement-Modell EFQM.

„Für uns ist das eine wichtige Auszeichnung. Damit können wir seit

diesem Jahr auch Bildungsurlaube anbieten“, sagt Hain. Besonders

in den Sommermonaten sei dies eine beliebte Form, Lernen und

Urlaub miteinander zu verbinden. In vielen Bundesländern gibt es

ein Anrecht auf fünf Tage bezahlten Bildungsurlaub pro Jahr.

Die Geburtsstunde des Schlosses in der heutigen Form war 1951 mit

der Gründung des Vereins für Jugendpflege und Volksbildung. Er ist

der Träger des Hauses, nachdem die Freien Turner das Schloss 1950

gekauft hatten – und bald bemerkten, dass sie für diese Aufgabe einen

Partner brauchen würden. 44 Jahre später wechselte der Verein den

Namen und heißt seitdem Franken-Akademie. In 75 Jahren gab es

gerade einmal vier Vorsitzende. Auf Herbert Hauffe folgten Walter

Engelhardt und Susann Biedefeld. Seit 2023 ist Oliver Jauernig

Vorsitzender des Trägervereins.

Oliver

Jauernig

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 35


FRANKEN AKADEMIE

Jahre

SCHLOSS

SCHNEY

„Wir werden unser Jubiläum das ganze Jahr 2026 feiern“, sagt Hain.

Er möchte dafür das ganze Areal nutzen – dazu gehören das Schloss

wie die Tagungsräume und auch die Außenanlagen. „Wir liegen

im Kreuzungspunkt vieler Interessen und bringen die Menschen

zusammen“, sagt Hain. Dazu gehören gutes Essen genau so wie

Diskussionen. „Die Leute müssen miteinander reden. Das war 75

Jahre lang das Prinzip, und das funktioniert heute noch genauso“, so

der Geschäftsführer. Er beherbergt auch Gäste aus dem CSU-nahen

Bildungshaus in Banz, wenn es dort einen Engpass gibt.

Oliver Jauernig betont: „Politische Bildung ist heute mindestens

genauso wichtig wie sie es vor 75 Jahren war. Wenn wir einander

zuhören, unterschiedliche Positionen verstehen und unsere Schlüsse

daraus ziehen, dann braucht es dafür auch einen Raum. Das ist

Schloss Schney.“

„Wenn an einem Wochenende die Turner sportlich aktiv sind, die

Sänger bei uns proben, eine Hochzeitsgesellschaft nach der Kirche

zum Feiern hinauf kommt – und gleichzeitig Bundeswehrsoldaten

politische Bildung bekommen, zeigt das unsere Vielfalt“, sagt Hain.

„Wir sind mit demokratischen Werten hier verwurzelt und wollen

das auch bleiben. Nah an den Menschen und mit ihnen im Gespräch“,

so Jauernig.

Für das Jubiläumsjahr arbeiten beide noch an konkreten Plänen.

Möglicherweise gelingt es ihnen, einen ähnlichen Eindruck zu

hinterlassen wie 1981 Willy Brandt. „Noch sind Name und Datum

unter Verschluss – doch wir werden das Geheimnis bald lüften“, freut

sich Hain.

Dierk Hain

GESCHICHTE

DES SCHLOSSES

Das Schloss Schney ist natürlich älter als 75 Jahre. Die erste

befestigte Burganlage an dieser Stelle stand bereits 1378. Das

Schloss wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, bis die

Familie von Schaumberg 1503 das Schloss übernahm. Es blieb fast

200 Jahre in Familienbesitz. Durch Heirat gelangte das Schloss

1706 in den Besitz des holsteinischen Grafen von Brockdorff.

Sein Wappen hängt noch heute über dem Eingang. Diese Familie

war fast 170 Jahre Eigentümerin von Schloss Schney. Es folgten

mehrere Besitzerwechsel, bis die Freie Turnerschaft Schney e.V.

1950 den früheren Adelssitz erwarb. Mit einem ehrenamtlichen

Einsatz von rund 18.000 Stunden versuchten sie das Schloss wieder

in einen ansehnlichen Zustand zu bringen, brachen Stallungen

ab und ersetzten sie durch erste Anbauten. Seit 1951 pachtet und

bewirtschaftet der Verein für Jugendpflege und Volksbildung das

Schloss. 1995 wird er umbenannt in Franken-Akademie e. V. Seit 75

Jahren ist Schloss Schney ein Ort der Bildung.

DIE ORGANISATION DER

FRANKEN-AKADEMIE

Die Franken-Akademie Schloss Schney e.V. ist ein gemeinnütziger

Verein unter freier Trägerschaft. Er wird von einem ehrenamtlichen

Vorstand geführt, dessen Mitglieder alle drei Jahre von der

Mitgliederversammlung gewählt werden. Das operative Geschäft der

Franken-Akademie Schloss Schney wird von einer hauptamtlichen

Geschäftsführung geleitet. Die bisherigen Vorsitzenden des Vereins

waren: Herbert Hauffe (1951 bis 1987), Walter Engelhardt (1987

bis 2008) und Susann Biedefeld (2008 bis 2023). Seit 2023 ist Oliver

Jauernig ehrenamtlicher Vorsitzender. Die operative Leitung

des Hauses liegt heute bei Dierk Hain und seiner Stellvertreterin

Christine Stöwer-Stubenrauch.

36 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


75 JAHRE SCHLOSS SCHNEY

WILLY

BRANDT

IN SCHNEY

Die Geschichte Schneys, des Schlosses

und auch der Franken-Akademie ist mit der

Sozialdemokratischen Partei Deutschlands eng

verknüpft. Der Ortsverein der SPD, der hier 1871

gegründet wurde, ist der drittälteste überhaupt – nach

Augsburg und Nürnberg. Die Freie Turnerschaft Schney

entstand in diesem gesellschaftlichen Klima – und wurde

1933 vom NS-Regime verboten. Kein Wunder, dass der Architekt

und SPD Landtags- und Bundestagsabgeordnete Herbert Hauffe

sich nach dem Krieg für die Freien Turner und die SPD einsetzte.

Er ist der Gründungsvorsitzende des Vereins für Jugendpflege und

Volksbildung. Wie alle seine Nachfolgerinnen und Nachfolger

stand er für sozialdemokratische Werte und zugleich, dass der

Verein und später die Akademie unabhängig von der SPD sind. Es

gab und gibt keine wirtschaftliche Verbindung zur SPD. Hauffe

gelang es auch, zum 110. Geburtstag des Ortsvereins Willy Brand

für eine Kundgebung nach Schney einzuladen. Am Freitag, 24.

Juli 1981, sprach der damalige Altkanzler und Bundesvorsitzende

der SPD in Schney. In seiner Rede ging es auch darum, dass jetzt

die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen

konsolidiert werden müssten. „Es muss gespart werden, aber das

muss gerecht geschehen“, sagte er. Heilige Kühe dürfe es dabei

nicht geben, aber den Stärkeren müsse mehr zugemutet werden. Er

schloss mit einem Appell für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit.

Im Festjahr „75 Jahre Bildungsarbeit auf Schloss Schney“ möchte

Geschäftsführer Dierk Hain an diesen über Jahrzehnte wirkenden

Besuch anknüpfen. „Wir arbeiten an der Überraschung – und Glück

werden wir auch noch dazu brauchen“, so Hain.

Wer sich für politische Bildung interessiert oder eine einen

Ort sucht, um seine Feier abzuhalten — für jeden wird ein

individuelles Angebot zusammengestellt:

Franken-Akademie Schloss Schney

Schlossplatz 8 · 96215 Lichtenfels – Schney

Telefon: 09571 97500 · E-Mail: info@franken-akademie.de

Ansprechpartner für Feste, Feiern und Übernachtungen:

· Dierk Hain, Geschäftsführer, 09571 9750-24

· Christine Stöwer-Stubenrauch, stellv. Geschäftsführerin,

09571 9750-20

· Brigitte Eichner-Grünbeck, Seminarleiterin, 09571 9750-16

Wer sich über das Schloss Schney und die Frankenakademie

informieren möchte, kann das auch im Internet tun. Die

Homepage ist unter www.franken.akademie.de erreichbar.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 37


38 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN


BAD STAFFELSTEIN

Staff elstein

Advertorial

Text: Tim Birkner

Fotos: Frank Heuer

feiert sein BAD

2026 ist für Bad Staffelstein ein besonderes Jahr:

Für Bürgermeister Schönwald ist das ein Ansporn:

Gleich zwei Jubiläen laden zum Feiern ein – 25 Jahre „Ich habe die Herausforderung gerne

der Titel „Bad“ und 40 Jahre Obermain Therme. „Die angenommen, diesen Erfolgsweg weiterzuführen

und bin mit meinen Partnern stets bemüht,

Bad-Anerkennung ist die Krönung einer Erfolgsgeschichte“,

sagte damals Landrat und vormalige Bürgermeister

das volle Potenzial zu nutzen, weitere Gesundheitsangebote

zu schaffen, die Attraktivität

Reinhard Leutner. Der damals amtierende Bürgermeister

Georg Müller jubelte vor 25 Jahren: „Ich bin der glücklichste

Mensch! Eine Wahnsinnsarbeit von einem Vierteljahrhundert

ist nun belohnt worden.“

unsere Gäste, Bürger und die ganze

zu steigern und den Tourismus zu stärken für

Region.“

Der Titel war da – und die Arbeit ging dennoch immer weiter.

Heute sagt Mario Schönwald: „Als Erster Bürgermeister

übernahm ich von meinen Vorgängern ein sehr großes Erbe.

Die früheren Amtsinhaber sorgten für die notwendigen Voraussetzungen

für die Badanerkennung, führten die Entwicklung

fort und passten sie den gesellschaftlichen Wünschen im

Gesundheits- und Wellnessbereich an, um Bad Staffelstein zu

dem heutigen Tourismuszentrum am Obermain zu etablieren.“

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Stadt begann

1975, als in 1.600 Metern Tiefe eine außergewöhnliche Quelle

erschlossen wurde: mit 52 Grad die wärmste und stärkste

Thermalsole Bayerns. Mit der Eröffnung der Obermain Therme

1986 wurde Staffelstein neu entdeckt – und bald zum

beliebten Ziel für Gesundheits- und Erholungssuchende.

Wachsende Übernachtungszahlen und

die Eröffnung des Kurparks mit Gradierwerken

und Seebühne 1999 prägten den

Weg. Schließlich wurde der Stadt am

15. November 2001 in Anerkennung

dieser Entwicklung der begehrte

Titel „Bad“ verliehen. Heute, ein

Vierteljahrhundert später, ist

Bad Staffelstein als Heilbad fest

etabliert – und die Obermain

Therme gilt als eine der führenden

Wellness- und Gesundheitsanlagen

Deutschlands.

Dieses stolze Jubiläum feiert Bad Staffelstein auf vielfältige

Weise – mit besonderen Veranstaltungen, kulturellen Höhepunkten

und regionalen Genüssen. Jeden Donnerstag wird es

um 14 Uhr die Jubiläums-Stadtführung geben. „Erleben Sie,

wie sich Bad Staffelstein von einer Idee zu einem der fü hrenden

Wellness- und Gesundheitsstandorte Bayerns entwickelt

hat. Bei dieser besonderen Tour entdecken Sie spannende

Meilensteine und interessante Hintergrü nde aus 40 Jahren

Obermain Therme und 25 Jahren Bad-Anerkennung“, verrät

Tourismus-Leiterin Anne Maria Schneider. Die Führung

dauert eine Stunde und startet am Eingang der Obermain

Therme. Das Altstadtfest (vom 24. bis 26. Juli) wird am Sonntag

um einen besonderen Programmpunkt ergänzt, denn

Thermenkönigin Jennifer II. lädt zu einem großen Königinnentreffen

ein. Den feierlichen Höhepunkt bildet die Jubiläumsveranstaltung

am 14. November 2026 in der Adam-Riese-Halle

mit Live-Musik und spannenden Beiträgen unter

anderem von Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold.

Tourist Information

Bad Staffelstein

Bahnhofstraße 2

96231 Bad Staffelstein

www.bad-staffelstein.de

tourismus@bad-staffelstein.de

Tel. 09573 33 12 0

LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 39


1986 – 2026

40 JAHRE

Obermain Therme

EIN JUBILÄUM, DAS STOLZ

MACHT UND ZU HERZEN GEHT

Seit der Eröffnung im Jahr 1986 entwickelte sich die Obermain Therme in

den letzten vier Jahrzehnten zu einem in dieser Form einzigartigen, zigfach

ausgezeichneten Heil- und Wellnessbad. 2026 feiert die Obermain Therme

ihren 40. Geburtstag. Alle sind einge laden, ein Jahr lang dieses bedeutsame

Jubiläum ausgiebig und voller Freude zu feiern. Das wäre für die Therme die

größte Ehre und das schönste Geschenk.

GANZJÄHRIG:

Jubiläumscocktail „SPARKLY SARTI“

& Jubiläumsbier


OBERMAIN THERME

Advertorial

VERTRAUTES &

ÜBERRASCHENDES

Im Jubiläumsjahr erwartet Sie ein

unterhaltsamer Mix aus vertrauten

Events, festlichen Aktionen und

„Geburtstagseditionen“ der

beliebtesten Angebote.

26.03. – 11.04.

Gesundheitswochen

FRÜHLINGSSCHÖN &

KERNGESUND

25.04.

SAUNA-EVENT:

ZURÜCK IN DIE

80ER

01.06.– 31.08.

JAHRESZEITEN-ARRANGEMENT

SOMMER

JUBILÄUMSPAUSCHALE

SALZ & SOLE

Vertrauter Preis – überraschende Extras!

12.06., 10.07. & 14.08.

SOMMERKÜCHE

THEMENABENDE

im Vitarestaurent / Saunaland

16. & 17.10.

JUBILÄUMS-

EVENT

SAUNA-

EVENT

die goße

Jubiläumsedition

XXL

25.12.26 – 09.01.27

THERMEN-EVENT

SINNENSALZ & LICHTERGANZ

02.01.

JAHRESAUFTAKT

Das Jahr beginnt mit einer Kranzniederlegung zu

Ehren der Gründerväter inklusive einer prickelnden

Aufmerksamkeit für alle Gäste.

17.01.

SAUNA-EVENT: FEUER & EIS

SAUNA-DIPLOM

26.01. – 30.01.

02.03. – 06.03.

ZEITREISE DURCH

40 JAHRE

SAUNAKULTUR

13.07. – 17.07.

05.10.– 09.10.

31.07. & 28.08.

SUNSET BEATS

im ThermenMeer

03. & 04.08.

CHILLEN

NACH DEM PRÜFUNGSSTRESS

„JUBILÄUMSEDITION“

11.09. & 12.09.

im ThermenMeer

MIT INTHRONISERUNG

DER 10. THERMENKÖNIGIN

29.10. – 07.11.

THERMEN-EVENT

HERBSTMAGIE

ALLE

VERANSTALTUNGEN

& DETAILS

finden Sie auf der Aktionsseite:

www.obermaintherme.de/40jahre

LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 41


FÖRDERER

DER REGION

Sparkasse Coburg – Lichtenfels stockt

Stiftung um 2,5 Millionen Euro auf.

Statement für die Region:

Die beiden Landräte und Verwaltungsräte der Sparkasse Coburg - Lichtenfels,

Christian Meißner und Sebastian Straubel - aktueller Vorsitzender des

Verwaltungsrates - sowie die Sparkassen- bzw. Stiftungsvorstände

Dr. Martin Faber und Marcus Seiler bei der offiziellen Scheckübergabe.

42 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


SPARKASSE COBURG - LICHTENFELS

Advertorial

Text: Wolfram Hegen

Fotos: Julian Barthel und

iTVCoburg (kleine Bilder)

Seit fast drei Jahrzehnten ist die Stiftung der Sparkasse Coburg -

Lichtenfels ein verlässlicher Motor für bürgerschaftliches Engagement

in der Region. Ob neue Stühle für den Theatersommer, Sportrollstühle

für Rollstuhlbasketballer oder ein moderner Waffenstand

für die Schützenvereine und vieles mehr – seit ihrer Gründung 1996

hat die einzige Stiftung einer regionalen Bank rund 300 Projekte und

Vorhaben in den Regionen Coburg und Lichtenfels unterstützt. Ein

Erfolgsmodell, das noch stärker in die Zukunft geht: Das Stiftungsvermögen

wird verdoppelt.

Gegründet wurde die Stiftung anlässlich des 175-jährigen Jubiläums

der Vereinigte Coburger Sparkassen 1996 mit einem Startkapital von

drei Millionen DM. Mit der Fusion der Vereinigte Coburger Sparkassen

mit der Kreissparkasse Lichtenfels zur Sparkasse Coburg - Lichtenfels

2005 und einer ersten Zustiftung wuchs das Vermögen auf 2,5

Millionen Euro.

Nun, 20 Jahre nach der Fusion, kommt ein weiterer, bedeutender

Schritt: Die Sparkasse stockt das Stiftungsvermögen auf insgesamt

fünf Millionen Euro auf. Aus den Erträgen können künftig noch mehr

Projekte unterstützt werden – und das Spektrum wird erweitert:

Neben Jugendhilfe, Altenhilfe, Natur- und Umweltschutz, Völkerverständigung,

Sport, Kunst und Kultur können nun auch Bildungsprojekte

gefördert werden. Die Unterstützung komme daher sehr

breitgefächert in den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen

Lebens an, freut sich Stiftungsvorstand Dr. Martin Faber. „Seit

der Gründung 1996 haben wir insgesamt fast 1,4 Millionen Euro ausgeschüttet.“

„Das ist ein enorm gutes Instrument, um in verschiedensten Bereichen,

die wir jetzt mit Bildung noch erweitern, einfach Gutes zu tun“,

sagt Christian Meißner, Landrat des Landkreises Lichtenfels. „Gut für

die Region – und mit den zusätzlichen 2,5 Millionen profitieren viele

Menschen von der Stiftung.“ Sebastian Straubel, Landrat des Landkreises

Coburg, hebt die Bedeutung für Ehrenamtliche hervor: „Bei

uns gibt es unzählige Vereine, Verbände und Institutionen, tausende

Menschen, die sich täglich ehrenamtlich engagieren. Diese Gelder

sind ein starkes Signal und eine wichtige Unterstützung für all jene,

die sich für ihre Mitmenschen einsetzen.“

Die Aufstockung auf fünf Millionen Euro ist mehr als nur eine Zahl: Sie

ist ein starkes Signal, dass die Sparkasse Coburg - Lichtenfels fest an

die Region glaubt und dass bürgerschaftliches Engagement gefördert

wird. Für ehrenamtliche, Schulen, Vereine, Organisationen und die

Menschen in unserer Heimat bedeutet dies: Mehr Unterstützung, mehr

Möglichkeiten und die Gewissheit, dass hier langfristig in die Zukunft

der Region investiert wird. Eine Stiftung, die lebt, wirkt und Menschen

zusammenbringt – genau das, was eine starke Region ausmacht.

Jugend- und Altenhilfe, Natur- und Umweltschutz, Völkerverständigung,

Sport, Kunst, Kultur und nun auch Bildung:

Fast 300 Projekte hat die Stiftung der Sparkasse

Coburg - Lichtenfels bereist unterstützt.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 43


Natur

RUHE IN DER


NATURFRIEDHOF

Advertorial

Durch das herbstliche Laub der Baumkronen

scheint die Sonne. Sie marmoriert den Waldboden

mit Moosen und Flechten, Baumstümpfen und

Sandteinen. Es singen ein paar Vögel, in der Ferne

läutet die Kirchenglocke von Altenbanz. Sebastian

Huth geht oft mit Menschen durch den Wald,

die einen Ort für ihre Angehörigen oder für sich

selbst suchen. „Oft sehen sie ein besonderes Licht

oder einen Schmetterling, der sich niederlässt –

dann haben sie ihren Platz gefunden“, sagt der

Forstbetriebsleiter.

Der Naturfriedhof in Banz liegt in einem Wald

voller Eichen und Hainbuchen. Der Ort strahlt Ruhe

und Frieden aus, die Natur umhüllt die Lebenden

wie die Toten. Hier sind die Urnengräber rund um

alte, große Bäume gelegen, jedes mit einem kleinen

Sandstein und einer Inschrift. „Jeder braucht einen

konkreten Ort zum Trauern“, weiß Huth, der mit

dem Friedhof auch zu dessen Leiter geworden ist.

Hinter ihm laufen zwei ältere Frauen, ganz

offensichtlich auf der Suche nach einem Grab. Er

fragt, ob er helfen kann. Nein, sagen sie, mit einem

Smartphone in der Hand auf dem der digitale

Friedhofsplan angezeigt wird. Mit ein paar Klicks

wird genau der Baum angezeigt, unter dem der

Mensch begraben liegt, den die Trauernden suchen.

Die Beerdigungen finden meist auf dem Gedenkplatz

statt. Hier stehen Bänke aus Eichen, die früher

selbst im Wald standen. Vorne ist ein Taukreuz

zu sehen. „Es ist aus einer alten, starken Eiche

geschaffen, die in der Nähe von Kloster Banz einem

Sommergewitter zum Opfer fiel. Jetzt hat sie eine

neue Verwendung auf dem Naturfriedhof gefunden

und lebt weiter, indem sie Trost spendet“, sagt Huth.

Hier können alle um ihre Verstorbenen trauern.

Die Zeremonie wird entweder von einem Pfarrer

oder einen Pfarrerin gehalten oder auch von einem

Trauerredner oder schlicht im Kreis der Familie.

Manchmal ist es eine kleine Runde von fünf

Personen, die den Verstorbenen begleitet,

manchmal kommen auch 200. Manchmal dauert eine

Gedenkfeier zehn Minuten ein andermal eineinhalb

Stunden. Unter dem Dach des Waldes gibt es viele

Freiheiten. Huth merkt, dass zu ihm mehr Familien

kommen, die einen Angehörigen in der Mitte des

Lebens zu Grabe tragen. Und er erlebt, dass immer

mehr Menschen sich selbst um ihren letzten Ruheort

kümmern wollen. Sie können sich heute schon ihren

Platz aussuchen, er wird ihnen bis zu 40 Jahre lang

reserviert.

Zwischen den Grabbäumen gibt es immer wieder

Waldbereiche, in denen von unten frisches

Grün nachwächst – und die wie ein Vorhang die

unterschiedlichen Bereiche abgrenzen. Überall

stehen Bänke, auf denen die Trauernden sich mit

einer Thermoskanne Kaffe und einem Stück Kuchen

zu ihren Liebsten setzen. Für den Trauercafé nach

der Beisetzung bietet Huth seinen neuen Gedenksaal

an, innen aus Fichte, außen aus Lärche, im Grundriss

der Form einer Bischofsmütze nachempfunden. Ein

kleiner Ofen spendet Wärme, große Fenster holen

den Wald nach innen. „Die Leute mögen es schlicht

– sie haben sich ja auch bewusst für den Wald

entschieden“, sagt Huth.

Text: Tim Birkner

Fotos: Matthias Schmitt

Weitere Informationen gibt es unter www.naturfriedhof-banz.de

oder vor Ort im Forsthaus Banz 1, 96231

Bad Staffelstein. Telefonische Auskünfte

gibt es unter 09573 950274. Wer sich den

Naturfriedhof selbst ansehen möchte,

findet ihn In der Au 30 in 96231 Altenbanz.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 45


FWO

WASSER

FÜR ALLE UND

JEDERZEIT

Die Fernwasserversorgung Oberfranken gehört acht

Landkreisen und sieben Städten. Der Zweckverband

steht für die sichere Versorgung der Kommunen mit

sauberem Trinkwasser.

Hahn auf, das Wasser läuft. So kennt das jeder: Wasser ist verfügbar

in jeder Menge und bester Qualität. Jeder Schluck aus der

Leitung ist bedenkenlos trinkbar. Doch wer steckt dahinter?

Die Städte und Gemeinden sind dafür verantwortlich, dass die Haushalte

Wasser bekommen. Die Landkreise können die Wasserversorgung

in die Hand nehmen, wenn es sich um größere Versorgungsstrukturen

handelt. Überall gibt es dann die Möglichkeit, eine eigene

Quelle zu nutzen, einen eigenen Brunnen zu bohren – oder sich mit

anderen zu vernetzen und das Wasser zu kaufen.

„In den allermeisten Fällen handelt es sich um Mischformen, also beispielsweise

ein eigener Brunnen und der Austausch mit Nachbarn“,

weiß Markus Rauh. Er ist Verbandsdirektor der Fernwasserversorgung

Oberfranken (FWO). Um die Pflichtaufgabe Wasserversorgung

erfüllen zu können, haben sich vor mehr als 50 Jahren die Landkreise

und Städte in Oberfranken für einen gemeinsamen Zweckverband

entschieden, die FWO.

Überall dort, wo Kommunen alleine nicht mehr weiter kommen, können

sie sich vernetzen. Sie nutzen dann die eigenen Quellen und kaufen

das fehlende Wasser bei Nachbargemeinden oder der FWO. Sie ist

komplett in öffentlicher Hand. Sie gehört acht Landkreisen und sieben

Städten. „Das ist festgelegt. Die FWO ist unverkäuflich – und auch

kein anderer kann irgendwelche Anteile erwerben“, erklärt Rauh.

Die Anteilseigner treffen in der Verbandsversammlung die strategischen

Entscheidungen. Hier sitzen kraft ihres Amtes die beteiligten

Landräte und Oberbürgermeister zusammen. Pro 1000 Einwohner

bekommt jeder eine Stimme.

Sie entscheiden über Fernwasserleitungen, Hochbehälter, Pumpwerke

oder Trinkwasseraufbereitungen. Damit versorgt die FWO Stadtoder

Gemeindewerke, die das Wasser dann über ihr eigenes Netz in

die Haushalte bringen. 70 kommunale Vertragspartner bekommen so

ihr Wasser von der FWO. So fließt bei rund einer halben Million Menschen

in Ober-, Unter- und Mittelfranken und vielen Unternehmen

Wasser aus dem Hahn, das von der FWO aufbereitet und transportiert

wurde. Auch im benachbarten Thüringen bekommt neuerdings das

Lobensteiner Oberland Wasser von der FWO.

Der größte Wasserlieferant ist die Talsperre Mauthaus im Ködeltal.

13 Millionen Kubikmeter pro Jahr trägt sie zur Versorgung bei. „Um

den Wasserbedarf Oberfrankens zuverlässig decken zu können,

greift die FWO auch auf andere Versorger zurück. Der Zweckverband

Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW) im Nürnberger

Raum und die Stadtwerke Kulmbach liefern jährlich bis zu fünf

Millionen Kubikmeter Wasser“, sagt Rauh.

In Städten wie Teuschnitz übernimmt die FWO außerdem die Aufgaben

des örtlichen Netzunterhalts. „Das ist eine technische Dienstleistung,

weil immer mehr Städte und Gemeinden die hohen Anforderungen

an das Trinkwasser nicht mehr mit eigenem Personal erfüllen

können“, erklärt Rauh. Der Zweckverband der Landkreise und Städte

hilft also auch hier seinen Mitgliedern und deren Kommunen.

Für die zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser schaut die FWO

auf die Region und in die Zukunft. Die oberfränkische Region ist ein

Wassermangelgebiet mit ungünstigen hydrogeologischen Verhältnissen.

Mitte der 1960er-Jahre traten in Oberfranken erhebliche Versorgungsprobleme

mit Trinkwasser auf. Die einzelnen Gemeinden sahen

sich überfordert, diese Wassernot jeweils im Alleingang zu bewältigen.

Nur kommunale Zusammenarbeit versprach eine sinnvolle und

dauerhafte Lösung der Trinkwasserversorgung. Zu dieser Situation

kommen heute die Auswirkungen des Klimawandels. „Wir bekommen

immer heißere Sommer, in denen immer mehr Wasser gebraucht

wird – also in einer Jahreszeit, in der Quellen und Brunnen unter

Stress stehen und eher weniger Wasser schütten“, so Rauh. Mit dem

gemeinsamen Verbund werden diese Lücken und Risiken geschlossen.

„Das ist die Herausforderung und Verantwortung, der sich die

Landkreise und Städte mit unserem Zweckverband stellen.“

46 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


Wa

W sserve

ve

WASSER FÜR ALLE UND JEDERZEIT

Advertorial

Von Tim Birkner

Infografik: Thea Kröger

Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum

v rsorgung Fränki

Talsperre Mauthaus im Ködeltal

Ta

T lsperre Mauth

autha

thaus im Kö

K deltal

kischer Wirtschaf

Wirtschaf

Wi t chaf

a tsraum

ftsraum

Kulmbach

Stadtwerke Stadtwerk

STÄDTE UND

LANDKREISE

STÄDTE:

Bamberg, Bayreuth, Coburg,

Hof, Kulmbach, Neustadt bei

Coburg und Selb.

LANDKREISE:

Bamberg, Bayreuth, Coburg,

Haßberge, Hof, Kronach,

Kulmbach und Lichtenfels.

Gut versorgt

durch die FWO

Wir versorgen Oberfranken

zuverlässig mit Trinkwasser.

FWO Fernwasserversorgung

Oberfranken

Ruppen 30

96317 Kronach

Telefon: 0 92 61 / 507-0

E-Mail: office@fwokronach.de

500.000 MENSCHEN

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 47


Advertorial

LAUENSTEIN

Redaktion: Wolfram Hegen

Fotos: Michael von Aichberger

SCHOKOLADE

NEU GEDACHT

LAUENSTEIN CONFISERIE

SCHLÄGT NÄCHSTES KAPITEL AUF

Wer heute die Fischbachsmühle im

Ludwigsstädter Ortsteil Lauenstein

betritt, riecht sie schon, bevor er sie sieht:

frisch geröstete Kakaobohnen, die ihren

warmen, tiefen Duft verströmen. Hier, wo

seit 1965 süße Träume entstehen, hat die

Confiserie Lauenstein jetzt einen mutigen

Schritt getan. Hinter den alten Mauern, die

einst ein Berliner Konfektmacher in eine

Pralinenwerkstatt verwandelte, schlägt

seit kurzem das Herz einer neuen Ära.

„Bean to Bar – von der Bohne zur Tafel -

ist für uns mehr als eine neue Technik –

es ist eine Haltung“, sagt Geschäftsführer

Maximilian Kaub.

60 Jahre

Seit über 60 Jahren steht die Lauenstein Confiserie für

feinste Schokoladenkunst, handwerkliche Perfektion und

regionale Verwurzelung. Mit der neuen Produktionsstätte

in der geschichtsträchtigen Fischbachsmühle zeigt das

Unternehmen, dass gelebte Tradition und mutige Innovation

kein Widerspruch sind – sondern der beste Weg, die Zukunft

zu gestalten.

48 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 49


LAUENSTEIN

Ein Besuch in Peru

Die beiden Mitarbeiterinnen Ev-Marie, Süßwarentechnologin

und Mandy, Fachkraft für Süßwarentechnik bei der Lauenstein

Confiserie, haben sich kürzlich vor Ort in Peru über den

Kakaoanbau informiert. Gerade vor dem Hintergrund der

Zukunftsstrategie „Bean to bar“ sind Besuche in den Plantagen vor

Ort wichtig, um sich selbst ein Bild machen zu können.

Von der

Bohne zur Tafel

„Wir wollen zeigen, woher unsere Schokolade kommt. Wir kennen

die Bauern, wir sehen die Plantagen – und wir wissen, dass das

Geld wirklich bei den Menschen ankommt, die die Bohnen

anbauen.“ Dafür reist Kaub selbst nach Ghana oder Peru, spricht mit

Kooperativen, prüft Bedingungen vor Ort. Alle Bohnen sind biozertifiziert.

„Das war für uns der Einstieg ins Bio-Segment. Alles,

was wir hier in Fischbachsmühle für Bean to Bar verarbeiten, ist bio.“

LICHTENFELSER: Sie beide arbeiten seit vielen Jahren mit Schokolade

– wie kam es dazu, dass Sie plötzlich auf einer Kakaoplantage in

Peru standen?

EV-MARIE: Wir wollten sehen, wo unsere Bohnen wirklich herkommen.

Bücher, Bilder oder Verträge sind das eine – aber dort zu stehen,

die Menschen zu treffen, den Boden zu riechen, das ist eine

andere Welt. Für mich war das wie das Kribbeln vor einer Premiere

im Theater: Aufregung, aber vor allem Vorfreude.

LICHTENFELSER: Was hat Sie vor Ort am meisten beeindruckt?

MANDY: Dass wir uns frei bewegen konnten, wir konnten alles sehen

und hinterfragen. Für mich war wichtig: Es gibt dort keine Kinderarbeit.

Die Bauern arbeiten in Genossenschaften, die wiederum

mit Kooperativen zusammenarbeiten. Und es gibt echte Schulungen

– vom Bio-Dünger bis zur besseren Fermentation.

EV-MARIE: Ja, und diese Offenheit hat mich berührt. Man merkt: Es

ist ein gemeinsames Miteinander. Die Kooperativen legen Wert darauf,

dass die Bauern nachhaltig arbeiten und fair bezahlt werden.

Herkunft ist hier nicht nur ein Etikett auf einer Schokolade, sondern

gelebte Verantwortung.

LICHTENFELSER: Sie sind beide Süßwarentechnologinnen. Was bedeutet

so ein Besuch für Ihre Arbeit?

EV-MARIE: Für mich war es, als ob sich ein Kreis schließt. Ich habe

die Lehre vor 20 Jahren gemacht – und jetzt stehe ich auf dem Feld,

sehe die Bohnen, die wir später verarbeiten. Das gibt eine ganz

neue Wertschätzung.

MANDY: Genau. Man sieht die Bedingungen, die Menschen, die

Mühe dahinter. Und wenn ich heute eine Bohne in der Hand habe,

sehe ich nicht nur ein Rohprodukt, sondern auch die Gesichter und

Geschichten, die dahinterstehen.

LICHTENFELSER: Und ganz persönlich – was nehmen Sie aus Peru mit?

MANDY: Dass unsere Arbeit hier in Lauenstein sehr eng mit Menschen

am anderen Ende der Welt verbunden ist. Dieses Bewusstsein

macht stolz – und demütig zugleich.

EV-MARIE: Für mich ist es das Gefühl, Teil einer größeren Geschichte

zu sein. Wenn jemand eine Tafel Schokolade kauft, steckt darin

nicht nur Handarbeit aus dem Frankenwald, sondern

auch das Leben einer Bohne aus dem Amazonas.

Gläserne

Manufaktur

Und dafür gibt es auch eine neue Gläserne Manufaktur, Schaufenster

für Gäste und Labor zugleich. Besucher können verfolgen, wie Bohnen

verlesen, geröstet, conchiert und schließlich in glänzende Tafeln

gegossen werden. „Es ist unfassbar viel Handarbeit – jede Bohne wird

von Hand kontrolliert. Aber das Ergebnis ist eine Schokolade, die

man sehen, riechen und schmecken kann“, schwärmt Kaub.

50 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


SCHOKOLADE NEU GEDACHT

NEUE

SORTEN

Zum Auftakt hat Lauenstein fünf Bean-to-Bar-Sorten entwickelt. Bis

Januar sollen es insgesamt zwölf werden - Vielfalt für jeden Geschmack:

Es gibt fruchtige Kreationen genauso wie milde Eleganz und sogar

eine vegane Variante - jede der Sorten erzählt eine eigene Geschichte.

Für eine Schokolode hat Lauenstein sogar eine komplette Ernte einer

Sorte Kakaobohnen aus Peru aufgekauft. Exklusiver und reiner geht es

nicht. „Wenn sie weg ist, ist sie weg – das macht diese Bohnen und die

Schokolade so besonders“, sagt Kaub.

BEAN-TO-BAR

In echter Handarbeit entstehen eigene Schokoladen in Bioqualität

– hergestellt aus den besten Kakaobohnen der Welt. Mit dem

neuen Bean-to-Bar-Konzept geht die Lauenstein Confiserie einen

bedeutenden Schritt in Richtung Zukunft: Die Schokolade wird

künftig von der Bohne bis zur Tafel im eigenen Haus produziert –

nachhaltig, nachvollziehbar und mit modernster Technik, jedoch

stets im Sinne der traditionellen Confiserie-Kunst.

Bio

ist die

Zukunft

Die Philosophie ist klar: Kakao von allen Kontinenten rund um den

Äquator, fair und direkt gehandelt, geschmacklich vielfältig. „Für

die jüngeren Zielgruppen wird Nachhaltigkeit immer wichtiger. Sie

wollen wissen: Wo kommt mein Produkt her, wie wird es erzeugt?

Genau darauf geben wir eine Antwort“, erklärt Kaub.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 51


LAUENSTEIN

www.kreolade.de

KREOLADE

Lieblingskreationen lassen sich künftig online ganz individuell

gestalten – veredelt mit vielfältigen, kreativen Toppings, gefertigt in

liebevoller Handarbeit und so transparent wie nie zuvor. Wer wollte

nicht schon immer einmal seine eigene Schokolade gestalten?

Mit bunten Einhörnern, quietschgelben Entchen mit Glitzerdetails,

süßen Dinos oder auch leckeren Früchten, gerösteten Mandeln und

vielem mehr – bei der Lauenstein Confiserie wird dieser Traum wahr.

Bekenntnis

zur Heimat

Dass all dies ausgerechnet in der Fischbachsmühle stattfindet, ist

kein Zufall. Für die Lauenstein Confiserie ist der Standort mehr

als eine Adresse – er ist Ursprung und Versprechen. „Das hier ist

die Keimzelle unseres Unternehmens. Und wir wollen, dass es die

Keimzelle unseres zukünftigen Wachstums bleibt“, so Kaub.

Rund 1,5 Millionen Euro hat das Unternehmen in die Sanierung

gesteckt: neue Heizung, neue Lüftung, neue Verkabelung, neue

Produktionsräume. Das alte Mauerwerk wurde trockengelegt,

der Charakter bewahrt. Herausgekommen ist ein Ensemble, das

Tradition spüren lässt und gleichzeitig touristisch strahlt: mit Café,

Werksverkauf, der längsten Pralinentheke Oberfrankens und dem

legendären Schokoladenbrunnen.

„Wir wollten nicht einfach sanieren, sondern etwas schaffen, das

die ganze Region stärkt“, erklärt Kaub. Neue Arbeitsplätze sind

entstanden, fünf allein in der Produktion. Und das Projekt zieht:

„Es ist ein wahnsinnig spannendes Thema. Das spricht auch junge

Menschen an, die Teil einer solchen Geschichte sein wollen.“

Süße

Einzelstücke

Doch Innovation bedeutet nicht nur, die Bohne ernst zu nehmen.

Mit der „Kreolade“ hat Lauenstein eine ganz neue Produktidee

entwickelt: Schokolade zum Individualisieren. Über einen Online-

Konfigurator lassen sich Tafeln nach Wunsch gestalten – von

getrockneten Erdbeeren mit Chili bis hin zu dekorativen Einhörnern

oder Eulen. Jede Tafel wird in Handarbeit bestreut, verziert und

verschickt. „Das Thema Individualisierung ist riesig. Wir schaffen

Unikate – kleine Kunstwerke aus Schokolade, die es so nur einmal

gibt“, sagt Kaub. Die Kreolade ist vor allem für ein jüngeres Publikum

gedacht, das Schokolade nicht nur als Genussmittel, sondern als

Ausdruck von Persönlichkeit begreift. Auch hier gilt: handwerklich,

transparent, nachhaltig.

52 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


SCHOKOLADE NEU GEDACHT

Mutig

in die

Zukunft

Dass eine Confiserie in einer ländlichen Mühle im Frankenwald so

konsequent auf Innovation setzt, ist keineswegs selbstverständlich.

Der Kakaomarkt ist von massiven Preisschwankungen geprägt, die

Branche gilt als eher konservativ. „Es gehört unternehmerischer

Mut dazu, in solchen Zeiten so viel zu investieren. Aber wenn man

zukunftsfähig bleiben will, muss man diesen Mut haben“, sagt Kaub.

Auch wenn Bean-to-Bar noch ein Nischenmarkt ist – Lauenstein

öffnet ihn Schritt für Schritt für neue Zielgruppen. „Unsere Kunden

sind heute sehr bewusst. Sie wollen weniger Zucker, mehr Kakao,

mehr Herkunft. Genau das bieten wir.“

FISCHBACHSMÜHLE

1964 verliebt sich ein angesehener Berliner Konditor in die

Müllerstochter der alterwürdigen Fischbachsmühle und

kommt in den Frankenwald, um mit Liebe Pralinen zu kreieren.

Im ehemaligen Mühlen- und Silogebäude der Fischbachsmühle

werden Pralinen in Handarbeit gefertigt. 1965 erfolgt die

Gewerbeanmeldung einer Pralinenfabrikation. Zur Lauenstein

Confiserie wird das Unternehmen 1989.

Seither sind die Pralinen aus dem Frankenwald zum Inbegriff

für höchste Pralinenkultur in bester Manufakturqualität

geworden. Im Jahr 2007 zieht die Hauptproduktion in die

Manufaktur nach Teuschnitz. Die Fischbachsmühle wird 2008

nach aufwendigen Renovierungs- und Restaurationsarbeiten

zu einem einzigartigen Genuss- und Ausflugsziel.

Mit der neuen Manufaktur zum 60. Firmenjubiläum in diesem

Jahr präsentiert sich die Fischbachsmühle als Ort, an dem

Schokoladenträume wahr werden – ein Platz, der Tradition

und Innovation verbindet und Besucherinnen und Besucher

einlädt, Schokolade mit allen Sinnen zu entdecken. Vor allem

auch in der völlig neu gestalteten Gläsernen Manufaktur, die

Besuchern Einblicke in die Schokoladenproduktion ermöglicht.

Ergänzt wird dieses Erlebnis durch den Werksverkauf

und das Café, die das Ensemble vervollständigen und die

Fischbachsmühle zu einem beliebten Ausflugsziel machen:

Hier locken die längste Pralinentheke Oberfrankens, der

legendäre Schokoladenbrunnen, zahlreiche Geschenkideen

mit und ohne Schokolade und hausgemachte fränkische

Kuchenspezialitäten.

Gäste aus

Nah und Fern

So ist aus einer historischen Getreidemühle im Frankenwald

ein Ort geworden, der den Blick nach vorne richtet. Ein Ort, an

dem Handwerk und Innovation, Nachhaltigkeit und Regionalität

zusammenfinden. Ein Ort, der über die Region hinaus Menschen

anzieht, die sehen, schmecken und verstehen wollen, was Schokolade

heute sein kann.

Oder, wie es Maximilian Kaub auf den Punkt bringt: „Wir haben die

Fischbachsmühle nicht nur renoviert. Wir haben ihr eine neue Seele

gegeben – und die schmeckt nach Schokolade.“

Confiserie Burg

Lauenstein GmbH

Fischbachsmühle 2

96337 Ludwigsstadt

Tel. 09263/945480

Werksverkauf & Café

Montag - Freitag: 9 - 18 Uhr

Samstag: 10 - 17 Uhr

Sonntag/Feiertag: 11-17 Uhr geöffnet

Gläserne Manufaktur

Ab Oktober 2025 ist die

Gläserne Manufaktur

regelmäßig für Besucher

zugänglich. Es gibt auch

zahlreiche Mitmachaktionen.

Mehr Informationen unter

www.lauensteiner.de

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 53


Milchwerke Oberfranken West eG

Sulzdorfer Str. 7

96484 Meeder

Telefon: 09566 929-0

www.milchwerke-oberfranken.com

54 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


DER KÄSE MACHT'S

Advertorial

Von Tim Birkner

Wertschöpfung und Wertschätzung

haben die Genossenschaft mit ihrem

Hauptwerk in Wiesenfeld groß gemacht.

Nun nehmen die Milchwerke Oberfranken

West eine vollautomatisierte Weichkäserei

in Betrieb, um noch besser auf dem Markt

positioniert zu sein.

Ludwig Weiß steigt eine Treppe hinauf auf ein Podest. Von hier ist die

neue Anlage für Weichkäse gut zu überblicken – zumindest so gut, wie

das bei einem so komplexen Produkt wie Käse überhaupt möglich ist.

Seit 27 Jahren steht Weiß bei der Genossenschaft ganz oben. Er ist

Kopf, Herz und Motor. „Ich habe nur für den Käse gelebt“, sagt er und

strahlt. Auf einer Seite fahren Kunststoff-Loren im Kreis. Jede fasst 650

Liter Milch. Automatische Rechen trennen Käsebruch und Molke. Auf

der anderen wird der Bruch in Formen gegossen, bevor sie für ein paar

Stunden in Klimaschränken verschwinden.

„Milch ist ein teurer Rohstoff, da brauchen wir Spitzenpersonal. Wenn

ich gute Leute haben will, muss ich sie gut bezahlen.“ Das ist für Weiß

die Basis. Die Milchwerke Oberfranken West zahlen nach Tarif, jedes

Jahr gibt es die vereinbarten Steigerungen. Und die Genossenschaft

zahlt ihren Lieferanten, die Genossen sind, einen guten Preis für ihre

Milch. Das sind derzeit fast 700 Betriebe, meist bäuerliche Familien, die

ihre Höfe in Franken, Thüringen und Hessen haben. Der größte Betrieb

liefert jeden Tag 40.000 Liter Milch, der kleinste hat eine Hand voll

Bio-Kühe. In den Milchwerken in Wiesenfeld kommt die Milch zusammen,

Tankzug für Tankzug an vier Entladeplätzen. 500 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter produzieren hier rund um die Uhr an sieben Tagen in

der Woche Käse. „Wir wollen möglichst viel Wertschöpfung bei uns im

Haus halten“, sagt Weiß. Das bedeutet ein großes Sortiment mit Spezialitäten,

die dann auch in ganz Europa verkauft werden.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025

LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 55


Bald werden die Milchwerke 100 Jahre alt. Weiß hat sie ein Drittel

dieser Zeit begleitet und geleitet. „Ich habe Milchtechnologe gelernt

und nicht Verkäufer“, sagt er. Doch genau darum ging es in den 100

Jahren immer. Wer den Genossen und Mitarbeitern gutes Geld zahlen

will, muss auch gut verkaufen. Eine Feuerprobe für den jungen Ludwig

Weiß. „Auf einer Messe habe ich einen ganzen Zug Cheddar nach

England verkauft – da dachte ich: Ich kann doch ganz gut verkaufen.“

Cheddar ist heute der meistverkaufte Käse der Welt. Fast überall

ist das so – nur nicht in Deutschland. In Wiesenfeld gehört er

so selbstverständlich dazu wie geriebener Gouda, Emmentaler,

die Coburger Rolle oder panierte Mozzarella-Sticks. Das sind die

heutigen Trends: fertige Produkte wie Back-Camembert, Mozzarella-Sticks,

Grillkäse. „Das brummt zur Zeit“, sagt Weiß. Der

heutige Verbraucher möchte weichen, durchgereiften Käse. Die

neue Weichkäserei wird gerade noch in Betrieb genommen. 50

Millionen Euro hat die Genossenschaft hier investiert. „Wir müssen

besser und innovativer als der Wettbewerb sein“, sagt Weiß.

Dafür tüfteln noch Techniker und Programmierer an der einen oder

anderen Stelle – denn später soll hier alles automatisch ablaufen.

„Der Mensch ist der Risikofaktor in der Käseproduktion“, sagt Weiß

und meint die Hygiene und den Umgang mit dem Lebensmittel.

Ob Blauschimmel oder der weiße Flaum auf einem Brie,

Pilze brauchen ihr bestimmtes Klima und wollen

nicht durch andere Sporen, die in der Luft umherschwirren,

gestört werden. So sind alle

Lager- und Reiferäume mit

Überdruck. Die gereinigte

und temperierte Luft

wird in die Räume geblasen. Die Luft kann hinaus, von außen

kommt aber keine rein. Es geht immer um die richtige Balance.

Die Milchwerke haben diese Balance auch in der Wendezeit geschafft.

Weiß war damals noch Assistent des Direktors. „Wir haben

den thüringer Bauern sofort den gleichen Preis für die Milch wie den

fränkischen gezahlt.“ Das war eine Entscheidung, die sich auszahlte,

denn die Thüringer kamen in Scharen, die Milchwerke konnten

weiter wachsen. „Ich habe damals gemerkt: Thüringen und Franken,

das passt einfach zusammen“, erinnert sich Weiß. So wird auch aus

thüringer Milch eine Coburger Rolle oder der Frankendammer, die

in vielen Kühlregalen von Edeka, Lidl oder Aldi verkauft werden.

Erfunden hat den Frankendammer der Zufall. In dem Prozess mit

unendlich vielen Stellschrauben lief etwas nicht ganz so wie geplant.

„Der Käse sah aus wie ein Schwamm mit vielen kleinen Löchern“,

erinnert sich Weiß. Zuerst hat

er sich geärgert – dann

probiert. „Süßlich mit viel

Geschmack – das

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


DER KÄSE MACHT'S

könnte

etwas

werden.“

Als Geheimtipp

aus dem

Versuchslabor hat er

ihn mit auf

seine Verkaufstour genom-

men. Und

auch hier hatte er Erfolg. Doch die

ersten Kunden

wollten den Käse nur geschnitten. Vorher gab es keine Scheiben

aus Wiesenfeld. „Gleich auf der Heimfahrt habe ich aus dem Auto

heraus telefoniert und überlegt wie wir das machen können.“

Wie immer musste alles im laufenden Betrieb passieren, denn

die Kühe geben immer Milch. Mit der vollautomatischen Käserei

möchte Weiß erstmals auch einen Schritt zurück gehen. „Mein

Ziel ist die Sechs-Tage-Woche, wenn hier alles läuft“, sagt er.

Milchwerke Oberfranken West eG

Die Milchwerke Oberfranken West gibt es seit 1927. Rund 500 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter produzieren pro Jahr 65.000 Tonnen

Käse und erwirtschaften damit einen Umsatz von 470 Millionen

Euro. Dafür sind jeden Tag 1,7 Millionen Liter Milch notwendig, die

zur Hälfte aus Franken kommt. 30 Prozent der Milch kommen aus

Thüringen, weitere 20 Prozent aus Hessen. Die weithin sichtbaren

Milchwerke in Wiesenfeld entstanden 1993 auf der grünen Wiese.

Die Genossenschaft mit Standorten in Sonneberg, Hildburghausen,

Schleusingen, Coburg und Bad Staffelstein hat sich somit auf einen

Ort konzentriert. Seit 2004 gibt es mit „Silberdistel“ noch einen

Standort in Lendershausen. Für die neue, vollautomatisierte Weichkäserei

investierte die Genossenschaft rund 50 Millionen Euro.

Ausbildung

Starte auch du

deine Ausbildung zum

milchwirtschaftlichen Laborant

(m/w/d)

und zum

Milchtechnologen (m/w/d)

Eine Ausbildung mit der

auch Ludwig Weiß seine

Karriere begann.

Käseladen

Coburger

Direkt neben dem

Milchwerken in Wiesenfeld ist

der Coburger Käseladen.

Er hat Montag bis Freitag

von 8 bis 17 Uhr geöffnet.

Hier gibt es Käse direkt aus

der Produktion.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 57


Bestens ausgestattet.

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58 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


SONDERTHEMA: INTELLIGENZ

Zahlen & Fakten

Definition Intelligenz

(Quelle Wikipedia)

Intelligenz ist die kognitive bzw. geistige Leistungsfähigkeit bei Menschen und zum

Teil auch Tieren speziell im Problemlösen. Der Begriff umfasst die Gesamtheit

unterschiedlich ausgeprägter kognitiver Fähigkeiten zur Lösung eines logischen,

sprachlichen, mathematischen oder sinnbezogenen Problems.

Intelligenz in der Bevölkerung

68 % der Bevölkerung liegen zwischen bei einem IQ von 85–115,

je 2 % über 130 bzw. unter 70. Laut dem sogenannten Flynn-Effekt

stiegen im 20. Jahrhundert die Testergebnisse im Schnitt um 3

IQ-Punkte pro Jahrzehnt; in einigen Ländern kehrt sich der Trend

bei jüngeren Zielgruppen mittlerweile um.

Die zehn intelligentesten

Menschen der Welt und ihr IQ

(Quelle Forschung und Wissen)

NAME

IQ

Terence Tao 230

Marilyn vos Savant 228

Christopher Hirata 225

Gehirn und Intelligenz

Das Gehirn besteht aus etwa 90 Milliarden Neuronen, die über Billionen

von Synapsen miteinander verbunden sind, was eine massive

parallele Datenverarbeitung ermöglicht. Es leistet etwa 10 hoch 13

analoge Operationen pro Sekunde, wobei es nur etwa 15 bis 20 Watt

verbraucht. Computer verbrauchen ein vielfaches dieser Energie.

Kim Ung Yong 210

Dr. Evangelus Katsioulis 198

Rick Rosner 192

Mislav Predavec 192

Garry Kasparov 190

Kenneth Ferrell 190

James Woods 180

Unternehmen und KI

(Quelle Statistisches Bundesamt)

Jedes fünfte Unternehmen (20 %) in Deutschland nutzte 2024

Technologien der künstlichen Intelligenz (KI).

2023 nutzte etwa jedes achte Unternehmen (12 %) künstliche

Intelligenz. 2021 wurde die Nutzung von KI erstmals erhoben,

wobei etwa jedes neunte Unternehmen (11 %)

angab, diese zu nutzen.

Zum Vergleich: Albert Einstein und Stephen Hawking

hatten einen IQ von etwa 160.

Arten von Intelligenz

Howard Gardners Theorie der multiplen Intelligenzen umfasst

acht oder neun Intelligenztypen: sprachlich-linguistische,

logisch-mathematische, räumliche, musikalische, körperlichkinästhetische,

interpersonale, intrapersonale und naturalistische

Intelligenz.

Tiere und Intelligenz

Generell gelten Delfine, Menschenaffen und Elefanten als besonders

intelligent, gefolgt von Krähen, Papageien, Orcas, Kraken

und Ratten. Diese Tiere zeigen komplexe Verhaltensweisen

wie Werkzeuggebrauch, Problemlösung, soziale

Intelligenz und ein ausgeprägtes Gedächtnis.

Intelligenz weltweit

Es gibt nationale, politische als auch geografische Faktoren,

die Einfluss auf die Intelligenz haben. Wissenschaftlich inzwischen

nachgewiesen ist, dass ein wärmeres Klima einen

merklich schlechten Einfluss auf den Intelligenzquotienten hat.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 59


Konzeption & Foto: Sebastian Buff

60 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie

auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im LICHTENFELSER.

In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen oder Diverse.

MACHER

Dieses Mal Maximilian Kreier. Er kennt das Leben nur als Macher: Er war 4 Jahre alt, als seine Eltern den Betrieb

gründeten, zu dem heute zwei Hotels, ein Restaurant, eine Disco und im Sommer Floßfahrten auf dem Main gehören.

Sein erstes Projekt war mit 20 Jahren der Umbau der Disco, danach folgten sukzessive die anderen Bereiche des

Betriebes. Jetzt sitzt er an dem 600 Kilo schweren Tisch aus balinesischer Eiche im Stadthotel Lichtenfels.

LICHTENFELSER: Herr Kreier, seit 14 Jahren krempeln Sie Immobilien

um und machen sie für den Familienbetrieb schick. Was machen

Sie gerade?

Maximilian Kreier: Hier im Stadthotel haben wir den Umbau des

Nebengebäudes im April abgeschlossen. Das Objekt zeigt vielleicht

am besten, was mit machen gemeint ist. Wir haben das Haus Ende

2019 gekauft - Dann kam Corona und der Lockdown. Das war für

uns natürlich erstmal ein Schock . Im nachhinein betrachtet war es

aber genau der richtige Zeitpunkt, da wir die Zeit sinnvoll nutzen

konnten, um das Objekt gründlich zu sanieren. In der Bauphase

traten immer wieder Situationen auf, wo ich improvisieren musste.

Aber es hat sich gelohnt, wenn man das Objekt jetzt sieht. Auch das

bedeutet machen für mich: Es passiert ständig etwas, auf das wir reagieren

müssen. Da hilft nur ein Bild machen, entscheiden und los.

LICHTENFELSER: Also können Sie seit April etwas durchschnaufen...

Maximilian Kreier: (lacht) Ich raste nie. Ich brauche immer Projekte.

Gerade komme ich aus Kroatien zurück. Dort bauen wir ein

Resort. 14 kleine Einheiten, sehr viel Platz und Ruhe. Das macht mir

Spaß, ich fahre die 1080 Kilometer spätestens alle zwei Wochen, um

auf der Baustelle voran zu kommen. Wir können da eine Menge lernen

- und von den Erfahrungen anderer profitieren. Ich erlebe sehr

viele, sehr fitte Leute. Das ist wirklich eine unglauubliche Dynamik.

Auch dort wird gemacht - und wie.

LICHTENFELSER: Was ist ihr Rezept, um dort wie hier gut voranzukommen?

Maximilian Kreier: Sie sagen es selbst: Ich muss vorangehen. Viele

Menschen verbringen zu viel Zeit mit könnte, hätte, müsste, wollte...

Ich glaube, es braucht einen Fokus auf das, was man tut, egal ob

es ein Produkt oder eine Dienstleistung ist. Bei uns sind es Dienstleistungen.

In unserer Branche ist es besonders wichtig, dem Gast

ein gutes Gefühl zu geben und Emotionen zu wecken. Dann gehe ich

los. Mit Mut, Ausdauer, Willen und Engagement.

LICHTENFELSER: Wie nehmen Sie andere mit?

Maximilian Kreier: Einfach vorangehen – mit einer guten Portion

Bauchgefühl. Ich mache nichts Besonderes. Wenn wir wieder mal

umbauen, gestalte ich eine Vision. Die Mitarbeiter sind gespannt wie

das wird, welche Farben, welche Materialien, welches Konzept. Sie

spüren meine Begeisterung und lassen sich gerne davon anstecken.

LICHTENFELSER: Wie gehen Sie mit dem Personalmangel in Hotellerie

und Gastronomie um?

Maximilian Kreier: Wir haben genügend Personal. Richtig ist, dass

wir leichter für das Team in der Disco Mitarbeiter finden als für den

gehobenen Abendservice. Wenn Spaß dabei ist, geht es leichter. Auch

hier sage ich: Macht einfach mal. Wir sind bei Sozialen Medien für unsere

Disco Romance sehr aktiv. Das ist der Kanal, wie wir die Jugend

von 16 bis 30 ansprechen. Die gleichen Sozialen Medien verleiten aber

auch dazu, dass viele sich nur darauf konzentrieren, was andere machen.

Der Fokus geht verloren, selbst aufzustehen und einfach etwas

zu machen.

Die Fragen stellte Tim Birkner.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 61


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AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


SCHOEN.FRAU

Wer und was ist schoen.frau?

Hey, wir sind Senta und Christina aus Coburg, die Gründerinnen

von schoen.frau.

Wir lieben es, Frauen sichtbar zu machen, ihre bewegenden Geschichten

zu erzählen, sie untereinander zu vernetzen. Deswegen

haben wir vor vier Jahren die schoen.frau GbR gegründet: ein

Online-Magazin mit Netzwerk-Spaß und ganz viel Mehrwert.

Seither haben wir auf schoenfrau-mag.de über 75 Interviews mit

inspirierenden Frauen aus der Region Coburg, Kronach und Lichtenfels

geführt, zahlreiche Networking-Events veranstaltet und

eine schoen.frau-Academy gegründet mit besonderen Workshops.

Seit Sommer dieses Jahres sind wir stolz, gemeinsame

Sache mit Markatus machen zu dürfen, so dass ihr fortan auch in

den Magazin-Ausgaben des Coburgers, Lichtenfelsers und Kronachers

unsere News und Interviews analog lesen könnt.

Foto: @juleanicaohlsenfotografie

Stylish und mit Message in den Herbst - mit unserem

Hoodie seid ihr immer toll gekleidet! Aus

supersoftem Material, in Oberfranken gefertigt.

schoen.frau Hoodie

Shop: Nachhall

Herrngasse 10 | Coburg

€ 99

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Erhältlich bei Nachhall,

Herrngasse 10 in Coburg

für € 99

Christina (links) und Senta haben Anfang

des Jahres auch eine eigene schoen.frau-Textilkollektion

herausgebracht. Erhältlich ist diese in Coburg bei

„Nachhall -Faire Mode“ , Herrngasse 10 in Coburg.

Christina: Senta, was macht schoen.frau für

dich besonders?

Dass sich über unser Netzwerk bereits so viele Frauen

haben kennen lernen dürfen: Es sind wertvolle

berufliche Verbindungen entstanden, und es haben

sich echte Freundschaften gebildet.

Senta: Und Christina, was ist es bei dir?

Ich bin ganz happy, dass wir uns auch schon selbst

mit so vielen wunderbaren Frauen verbinden durften,

das ist so bereichernd. Die schoen.frau-Community

wächst, wie schön!

Senta und Christina: Kennt ihr uns denn schon? Folgt uns

gerne auf Instagram unter @schoenfrau_mag

News

Finden wir gut ...

365 FUCK THE FALTEN-Weisheiten, um 2026

jeden Tag mit einem Lächeln zu beginnen.

Fuckthefalten-shop.de

More Amore 2026

Der Abreißkalender

von „Fuck the Falten“

(13x18 cm, € 27,95)

Wir – Senta Steinhauser (links auf dem Foto)

und Christina Hauptmann – lieben es, mit

allen Sinnen durch die Region und die Welt

zu laufen. Was wir dabei entdecken und erleben,

das erfahrt ihr hier. Wen wir getroffen

und gesprochen haben, lest ihr in unseren

schoen.frau-Interviews: hier im Magazin und

auf schoenfrau-mag.de.

SAVE THE DATE!

Seid dabei beim 4.schoen.frau-Salon am Samstag,

7. Februar 2026!

Erlebt das besondere Feeling, wenn sich zahlreiche Frauen

aus der Region treffen und gemeinsam einen unvergesslichen

Abend verbringen.

Was erwartet euch? Inspirierende Darbietungen

und Gespräche, Modenschau, Dance Floor,

Drinks, Cocktails, Fingerfood und natürlich

ganz viel Zeit zum Netzwerken.

Alle Altersgruppen sind willkommen, ganz

gleich ob selbstständig oder angestellt.

Karten für dieses Event gibt´s ab

Ende November auf schoenfrau-mag.de

07.02.2026:

4.schoen.frau-Salon

Autohaus Wormser,

Niorter Straße 8, 96450

Coburg

Foto: @sinchen_fotografie

Vernetzen und sich gegenseitig unterstützen: Beim

schoen.frau-Salon im Herbst 2023 in der Alten

Orangerie in Rödental waren 150 Frauen zu Gast.

Hier erfahrt ihr

noch mehr:

@schoenfrau_mag

www.schoenfrau-mag.de

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 63


IMMOBILIEN

Fotografin: Svenja Stache

Instagram: @svenjasommer_foto_

Bringen Frauenpower in die Immobilienbranche der

Region: Jacqueline Potzel (Mitte) mit ihren Mitarbeiterinnen

Silvia Dippold (links) und Jule Anica Ohlsen.

„Wir geben Vollgas!“

Anfang 2023 wagte Jacqueline „Jacky“ Potzel den Schritt in die Selbstständigkeit – zunächst

alleine. Heute, nur gut zwei Jahre später, ist sie mit ihrer Raum96 Immobilien GmbH eine

angesehene Unternehmerin in der Region. An ihrer Seite: zwei engagierte Mitarbeiterinnen.

Im persönlichen Gespräch erzählt die 40-jährige Mutter von zwei Söhnen, warum ihr soziale

Projekte für Kinder besonders am Herzen liegen, und was sie als dynamische Business-

Frau täglich zu besonderen Leistungen antreibt.

Jacky, du bist nicht neu bei schoen.frau,

du hast bereits vor zweieinhalb Jahren ein

Interview mit uns geführt, das auf schoenfrau-mag.de

nachzulesen ist. Was hat

dich jetzt zu Interview Nummer 2 bewegt?

Erstens, mir hat Interview Nummer 1 mit Senta

richtig gut gefallen (lächelt), zweitens: Es ist seither

ganz viel Schönes in meinem eigenen Business

passiert, das möchte ich nach draußen tragen. Und

nicht nur, um mein Tun gemeinsam mit meinem

Team noch sichtbarer zu machen, sondern um anderen

Frauen Mut zu machen, eigene Wege zu gehen.

Denn an meinem Beispiel kann man sehen: Es

lohnt sich immer, an sich zu glauben, wenn man seine

Passion gefunden hat und sie mit Herzblut lebt.

Macht diese Leidenschaft deinen Erfolg

aus?

Unser Erfolg, es ist mittlerweile unser Erfolg (lächelt

wieder). Ich habe mit Jule Anica und Silvia

zwei wunderbare Mitarbeiterinnen für mein Unternehmen

gewinnen können. Wir sind ein richtig

gutes Team, denn wir Drei haben unterschiedliche

Stärken, wir ergänzen uns perfekt. Gemeinsam

geben wir jeden Tag Vollgas – und ja, weil wir mit

ganz viel Leidenschaft, Kompetenz und Erfahrung

am Start sind, sind wir so erfolgreich! Ich bin sehr

dankbar, dass diese beiden starken Frauen den

Weg zu mir gefunden haben, denn ich bin ja nur

eine klitzekleine Firma…

Aber eine, die sich in Bad Staffelstein,

Lichtenfels und Coburg einen Namen gemacht

hat, und jetzt an ihrem Standort

sogar die Google-Rangliste anführt. Wie

ist dir das gelungen?

Ich denke, es liegt daran, dass ich einfach mutig

bin und vielleicht auch ein bisschen verrückt

(lacht). Als ich vor drei Jahren meine Festanstellung

bei einem angesehen Finanzdienstleister der

Region gekündigt habe, war so mancher da draußen

skeptisch und glaubte nicht an meinen Erfolg.

Viele mögen sich gedacht haben: Wie will sie das

mit zwei kleinen Kindern schaffen? Aber wer mich

wirklich kennt, weiß, dass wenn ich etwas mache,

dann richtig. Mit ganz viel Herzblut, manchmal

sogar bis in die Nacht hinein. Mein Mann und ich

können unseren Kindern auch als beruflich engagierte

Eltern dank einer guten Organisation und

Unterstützung im Hintergrund eine unbeschwerte

Kindheit bieten. Für mich als Mutter ist es ein

wunderbares Gefühl, meinen zwei Jungs vorleben

zu können, dass man Träume erreichen kann,

wenn man nur will.

64 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


SCHOEN.FRAU

Advertorial

Deswegen bist du auch sozial engagiert in

der Region?

Oh ja, das ist noch so ein Herzenspunkt von mir,

unser soziales Engagement. Die Philosophie von

Raum96 ist es auch, regionale Projekte zu unterstützen.

Deshalb führen wir regelmäßig Spendenaktionen

durch. Ich spende jedes Jahr um die

5.000 € für soziale Projekte aus der Region. Es ist

mir besonders wichtig, dass Kinder von der Unterstützung

profitieren, weil sie unsere Zukunft sind,

aber keine Stimme, keine Lobby haben; dieser Widerspruch

ist doch verrückt und so traurig… Ich

spende und engagiere mich, um Vorbild zu sein.

Ich kann damit die Welt wenigstens im Rahmen

meiner begrenzten Möglichkeiten ein kleines bisschen

besser machen (lächelt).

Harmonieren perfekt: Mit der kreativen Immobilienkauffrau Jule Anica Ohlsen (links) und der strukturierten

Sparkassenfachwirtin Silvia Dippold (rechts) hat sich die Unternehmerin Jacqueline Potzel ein

Team geschaffen, das überzeugt.

Wir haben im ersten Interview ausführlich

darüber gesprochen, aber erzähl doch

nochmal, warum du dich selbstständig

gemacht hast?

Ich wollte einfach mehr, mehr Eigenständigkeit

und mehr Verantwortung. Ich habe meine Arbeit

als Immobilienmaklerin in der Festanstellung sehr

lange gerne und gut gemacht, aber irgendwann

kam der Zeitpunkt, an dem ich wusste: Meine

Energie soll in was Eigenes fließen. Und so bin ich

mit Ehrgeiz und Fleiß schließlich in die Selbstständigkeit

gestartet. Und heute? Sind wir eine

gefragte Adresse im schönen Schloss Oberau und

haben uns einen so guten Ruf aufgebaut, dass die

Vielzahl unserer Aufträge durch Empfehlungen zu

uns kommt, das freut mich riesig!

Wie fühlt sich das eigentlich an, so eine erfolgreiche

Jung-Unternehmerin zu sein?

Einfach unbeschreiblich gut, (Jacky blickt zufrieden

aus ihrem Bürofenster auf die wunderschöne

Landschaft des Schlosses Oberau), ich hätte es mir

nicht besser ausmalen können (Hündin Rafi, die

seit vergangenem November das Team bereichert,

kommt aus dem Körbchen gehuscht und legt sich zu

Jackys Füßen). Immobilien sind für mich mehr als

nur Bauwerke – sie sind Lebensräume und emotionale

Orte. Menschen dabei zu begleiten, ihr

Zuhause zu finden oder loszulassen, ist für mich

sinnstiftend. Kürzlich duften wir bei einer Hausübergabe

sogar bei einem Heiratsantrag dabei sein.

Wie wundervoll ist das?!? In solchen Situationen

wird uns wieder klar, welche Emotionen so ein

Hauskauf auslöst, und welche Bedeutung er für die

Menschen hat. Für uns ist es der schönste Beruf der

Welt, all diese Geschichten begleiten zu dürfen.

Insgesamt liebe ich es einfach, etwas bewegen zu

können!

Es klingt wirklich beeindruckend, was du da

alles auf die Beine stellst. Gibt es Momente,

wo auch deine Energie mal schwindet?

Die gibt es, durchaus. Manchmal geht auch mir die

Kraft aus, gerade dann, wenn ich mal wieder einige

lange Nachtschichten eingelegt habe. Ich erinnere

mich an einen Moment Ende 2023, als ich von einem

Notartermin zurückkam und eigentlich wirklich

hätte glücklich sein können. Die Käufer und Verkäufer

waren happy, alles lief einwandfrei. Aber mein eigenes

Glücksgefühl wollte sich einfach nicht einstellen.

Das war dann der Punkt, an dem ich wusste, ich

muss was ändern. Die Lösung lag auf der Hand: Es

wird alleine zu viel, ich brauche Unterstützung. Und

so kam ich schließlich zu meinen beiden Mitarbeiterinnen

Jule Anica und Silvia (strahlt).

Eines ist mir noch ganz wichtig, an dieser Stelle zu

sagen: Mein wichtigster und ehrlichster Berater ist

in solchen Momenten - und generell immer- mein

Mann. Er stand von Beginn an voll hinter mir und

dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Engagiert und mit Herzblut bei der Arbeit:

Jacqueline Potzel lebt mit Raum96 Immobilien

ihre Berufung.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 65


IMMOBILIEN

Möchtest du, dass Raum96 Immobilien

noch weiter wächst?

Ganz ehrlich, ich will gar nicht mehr groß wachsen.

In unserer Gesellschaft geht es oft um dieses

„höher, schneller, weiter“, das ist nicht mein Ding.

Unser Raum96 ist mit seinem kleinen Team so

wertvoll. Und wenn ich eines gelernt habe, dann

ist es, immer auf meine eigene Intuition zu hören.

Deshalb: Nein. Wir sind genau richtig, so wie wir

sind. Es fühlt sich so, wie es ist, sehr gut an.

Gibt es auch Schattenseiten?

Durch meine Selbstständigkeit habe ich auch lernen

müssen, dass ich nicht nur Freunde habe, und

es durchaus Menschen gibt, die uns den Erfolg

nicht gönnen. Aber ich lasse mich nicht mehr irritieren,

ich weiß jetzt damit umzugehen. Das Wichtigste

ist doch, dass man authentisch ist und sich

selbst treu bleibt, denn was zählt, das sind doch

eigene Werte – und Spaß (lacht).

Spaß im Team habt ihr wahrlich, wenn

man sich mal eure Fun-Videos auf Instagram

anschaut. Aber gleichzeitig kann

euer Beruf doch auch sehr ernst sein, ihr

habt es ja auch mit vielen Schicksalen im

Alltag zu tun…

Ja leider, wir erfahren von Ehescheidungen und

Todesfällen, die oft der Grund eines Immobilienwechsels

sind. Hier sind ein einfühlsamer Umgang

und Diskretion für uns oberstes Gebot. Häuser

und Wohnungen zu vermitteln, das benötigt immer

viel Feingefühl und Geschick, und das auf

allen Ebenen – bei der Auswahl einer Immobilie

und beim Verkauf. Jede Immobilie, die wir bearbeiten,

ist ein kleines ehrgeiziges Projekt für uns.

Dieses Projekt engagiert und mit leidenschaftlichem

Einsatz zu bearbeiten, das macht Spaß. Ja,

es ist wirklich dieser Spaß und diese Freude an der

Arbeit, was unseren Raum96 ausmacht.

Was genau ist es, was bei einer Immobilie

für euch zählt?

Für uns zählt vor allem, dass wir voll und ganz

hinter den Angeboten stehen, die wir in unser

Portfolio aufnehmen. Ehrlichkeit gehört zu unseren

wichtigsten Werten – passt etwas nicht,

sagen wir bewusst Nein. Unsere klare Devise:

Karma vor Profit.

Und natürlich muss es menschlich harmonieren

mit unserem Gegenüber. Es matcht nur, wenn die

Chemie stimmt, denn wir verbringen im Prozess

des Verkaufs viel Zeit mit den Menschen, und sie

lassen uns an ihrer Privatsphäre in ihrem Zuhause

teilhaben. Ich glaube, ich kann von mir behaupten,

dass ich als Maklerin und Gutachterin über die

Jahre hinweg ein gutes Gespür entwickelt habe,

wie die Menschen ticken und was sie suchen. Ich

kann das oft schon am Telefon richtig einschätzen.

Was zählt, sind eigene Werte.

„Business on the run“: Jacqueline „Jacky“ ist viel

unterwegs, dabei gerne und oft am Telefon.

Tierisch schön: Auch Hündin Rafi und Schimmelstute Sundari gehören zum Team,

was das Unternehmen einmal mehr besonders macht.

In welcher Form unterstützen dich deine

beiden Mitarbeiterinnen?

Jule Anica kümmert sich als ausgebildete Immobilienkauffrau

und nebenberufliche Fotografin

schwerpunktmäßig um die Gestaltung unserer

hochwertigen Exposés, die durch ihre kreative

Aufmachung anders sind als die marktüblichen.

Wir möchten Emotionen wecken, die Immobilie

bestmöglich und ausführlich präsentieren,

und auch ihren Charakter herausstellen. Silvia

ist als Bankkauffrau und Sparkassenfachwirtin

meine gewissenhafte Assistenz im Büro, die hier

die nötige Struktur reinbringt, weil mir das aus

Zeitgründen oft fehlt (schmunzelt und zeigt auf

ihre kleinen Aktenberge auf dem Schreibtisch). Die

beiden managen auch das Vermietungsgeschäft

und unterstützen mich ebenso bei Besichtigungen

sowie in der Vorbereitung und Durchführung von

Notarterminen

66 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


SCHOEN.FRAU

Alles andere als Mauerblümchen: Die Drei von Raum96 – Jule Anica, Silvia und

Jacky (von links) – leisten Großes, immer mit viel Freude und Kompetenz.

Wie lange dauert es ungefähr, bis ihr eine

Immobilie vermittelt habt?

Uns gelingt es oft, bereits mit wenigen Besichtigungen

zum Erfolg zu kommen. Ich besichtige

lieber ausführlich mit wenigen, aber den richtigen

Interessenten, als kurz mit vielen. Dafür sind unsere

Verkäufer uns sehr oft sehr dankbar. Die durchschnittliche

Vermarktungsdauer eines Eigenheims

beträgt bei uns meist nur wenige Wochen, weil wir

uns voll darauf fokussieren und einlassen und für

jede Immobilie eine individuelle Vermarktungsstrategie

entwickeln.

Wo bleibt bei all dem Engagement die private

Jacky?

Gut, dass ihr mich mit dieser Frage daran erinnert,

dass ich auch noch ein Privatleben habe (lacht), das

muss ich nämlich selbst auch immer wieder tun.

Also, wenn ich nicht gerade Zeit mit meiner Familie

verbringe, dann bin ich hier auf dem Anwesen

von Schloss Oberau bei meinem Pferd, das genau

neben meinem Büro lebt. Die Zeit mit Sundari lässt

meinen Kopf wirklich abschalten, mit ihr kann ich

immer wieder genügend Kraft tanken und bin ausnahmsweise

mal nicht zwei Schritte voraus, sondern

ganz im Moment.

An diesen Freiräumen muss ich arbeiten, weiß

aber wohl, dass das nur gelingt, wenn ich wirklich

lerne, mir diese auch zu nehmen. Ich habe so hohe

Ansprüche und so viele Ideen für meinen Raum96,

dass es mir schwer fällt, mich zu bremsen. Aber

die private Jacky muss eben lernen, sich auch mal

selbst als Prio Nummer Eins zu sehen (lächelt).

Weitere Infos gibt es hier:

www.raum96.de

Die Fragen stellten

Senta und Christina

diesmal gemeinsam. Das inspirierende

Gespräch mit Jacky hat den beiden

Gründerinnen einmal mehr gezeigt, warum

sie so viel Freude mit schoen.frau haben: Es

gibt einfach beeindruckende Frauen, deren

Wirken noch mehr an die Öffentlichkeit gehört.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 67


KULTOUREN

Kultouren

DER LICHTENFELSER AUF REISEN

68 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


GENFER SEE

Redaktion: Wolfram Hegen

Reisen allein, zu zweit, als Familie mit Kindern, „die schon aus dem

Gröbsten“ raus sind, mit Freunden. Regionen in Europa, die mit dem

Auto, per Bahn, mit dem Bus (oder dem Flugzeug) in ein paar Stunden

erreichbar sind. Ziele für Menschen, die etwas sehen und erleben

wollen, die interessiert sind an Kultur, Land und Leuten, an Natur,

Bergen, Seen, Flüssen und Meer, gerne verbunden mit Bewegung an

der frischen Luft und manchmal auch mit ein bisschen kalkuliertem

Abenteuer. Das sind unsere LICHTENFELSER-Kultouren. In jedem

Magazin eine. Mit vielen Bildern, die Lust aufs Fortfahren machen,

und mit ein paar wenigen persönlichen Eindrücken, wenn Sie dieser

Lust erliegen. Unser Tipp: Selbst auf Entdeckungsreise gehen.

GENFER SEE

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 69


KULTOUREN

DER GENFER SEE

Von Lichtenfels aus ist der Genfer See ein Ziel, das man an

einem Tag bequem erreicht – ob im Auto über das Alpenvorland

hinab zum glitzernden Wasser, oder im Zug, der einen ganz

entspannt ans Ufer bringt. Der See ist dabei mehr als ein blauer

Fleck auf der Landkarte. Er ist ein Versprechen: auf Weite,

Eleganz, Kultur und Genuss. Zwischen Genf und Montreux,

zwischen Rebhängen und Promenaden, mischt sich französische

Nonchalance mit schweizerischer Präzision. Der Blick über das

Wasser, in dem sich Alpen und Wolken spiegeln, weitet den

Atem, die Terrassen des Lavaux duften nach Sonne und Wein, in

den Städten klingen Sprachen und Gläser miteinander an. Man

schlendert unter Palmen, lauscht Jazz und Chansons, spaziert

an Belle-Époque-Fassaden vorbei, lässt sich in Cafés nieder und

schaut den Booten nach. Und irgendwann begreift man: Der

Genfer See empfängt den Reisenden mit offenen Armen – ein

Ort zum Verweilen, der einen noch lange begleitet, wenn man

längst wieder zuhause ist.

WELTSTADT

Genf ist wie ein fein reguliertes Uhrwerk, in dem Weltpolitik

und Lebenskunst harmonisch ineinandergreifen. Die

zweitgrößte Stadt der Schweiz ist Sitz zahlreicher

internationaler Organisationen oder Verbände wie der

WHO, dem Weltwirtschaftsforum oder der UN und strahlt

diese Weltläufigkeit auch aus. Am Ufer spannt der See sein

glänzendes Tuch aus, der Jet d’Eau zeichnet vor dem Panorama

der Alpen im Hintergrund eine weiße Feder in den Himmel –

ein Ausrufezeichen der Eleganz. In der Altstadt klettern die

Gassen zur Cathédrale St-Pierre, wo man zwischen Säulen

und stillen Kapellen den Blick über Dächer und Wasser

schweifen lässt. Unten, im Parc des Bastions, erinnert die

Reformationsmauer an große Worte und mutige Gedanken,

während gleich nebenan Schachfiguren in Menschengröße

ihre Runden drehen. Zwischen Belle-Époque-Fassaden

und modernen Glasfronten pflegt Genf seine Vorlieben: für

Schokolade, für Uhrmacherkunst, für präzise Begegnungen.

Wer durch Carouge schlendert, findet Ateliers, Arkaden und

mediterrane Leichtigkeit; wer am Abend entlang der Quai-

Promenaden spaziert, sieht die Stadt in warmem Messing

schimmern. Genf ist Bühne und Salon zugleich – höflich,

weltläufig, überraschend sinnlich. Eine Stadt, die nicht laut

um Aufmerksamkeit bittet, sondern sie mit Haltung gewinnt.

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GENFER SEE

AUF UND AB

Lausanne ist eine Stadt auf Terrassen – ein elegantes

Amphitheater, das dem See zugewandt ist. Hier führt jeder

Spaziergang unweigerlich über Treppen: die Escaliers du

Marché hinauf zur Kathedrale, deren gotisches Gerippe im

Abendlicht rosig glüht, oder hinab nach Ouchy, wo das Ufer

in langen Promenaden schwingt. Zwischen Parks und Plätzen

pulsiert eine junge, wissbegierige Energie. In den Cafés

diskutiert man Kunst und Start-ups mit derselben Leidenschaft.

Das Olympische Museum feiert den sportlichen Geist mit

Geschichten, die anspornen, und Ausstellungsstücken, die

glänzen. Auf der Esplanade de Montbenon richtet man den

Blick über Stadt und Wasser, während Straßenmusiker den

Nachmittag vergolden. Lausanne verbindet steile Topografie

mit Leichtigkeit: Ein bisschen Atemlosigkeit, die sofort belohnt

wird – mit Ausblicken, die den Horizont öffnen, und Momenten,

in denen Zeit und Takt leiser werden. Wer sich treiben lässt,

entdeckt eine Stadt, die ihre Kanten liebevoll poliert und doch

unverwechselbar bleibt.

FREDDIE LEBT

Montreux ist die Riviera im Westentaschenformat – Palmen

im Mikroklima, eine Seepromenade, die wie ein Filmset

wirkt, und Hotels, die Geschichten in Samt und Messing

erzählen. Im Juli schwebt Jazz durch die Luft, doch auch

außerhalb des Festivals klingt Musik nach: Am Seeufer

grüßt Freddie Mercury in Bronze, Montreux ist wie er eine

Legende, weil Queen in der pittoresken Kleinstadt zahlreiche

Alben aufgenommen hat und heute gerne in einer Ausstellung

an diese Zeit erinnert. Ein Spaziergang führt am Wasser

entlang, an Gärten, Skulpturen, kleinen Stegen vorbei, weiter

südlich sitzt Schloss Chillon wie ein stiller Regisseur auf einer

Felsnase und schaut seit Jahrhunderten auf das Kommen und

Gehen, das zahlreich ist an diesem beliebtesten Fotomotiv der

Schweiz. Wer den Zahnradzug zum Rochers-de-Naye nimmt,

steigt aus in einem Panorama, das die Sinne neu sortiert: der

See tief unten wie geglättetes Metall, die Berge nah und doch

entrückt. Montreux ist mondän, ohne unnahbar zu sein – ein

Ort, an dem Erinnerungen patiniert werden, bis sie leuchten.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 71


KULTOUREN

WEINSELIG

Das Lavaux ist ein Landschaftsgedicht aus Stein, Rebe und Licht.

Terrassen um Terrassen, von Trockenmauern gehalten, fallen zum See

hin ab wie ein grünes Amphitheater, der Wind streicht durch die Blätter,

die Sonne speichert sich in den Mauern, und die Reben antworten mit

goldenen Tönen. Zwischen kleinen Dörfern ziehen sich Wege durch die

Weinberge – jeder Schritt ein Wechsel der Perspektive, jede Kurve ein

neuer Dialog zwischen Himmel, Wasser und Rebstock. Winzerhöfe

laden zu Degustationen, bei denen der Dézaley im Glas wie ein geheimer

Akkord vibriert. Man sitzt auf einer Mauer, schaut den Booten nach

und versteht plötzlich, wie Landschaft Geschmack wird. Über dem See

liegen oft milchige Schleier, dahinter zeichnen die Berge ihre feinen

Linien – eine stille Partitur, die nur Geduld verlangt. Lavaux ist kein

Ausflugsziel, das man „abhakt“, sondern ein Rhythmus, in den man

hineinfindet. Wer hier verweilt, nimmt ein Stück dieser Ruhe mit – nicht

im Koffer, sondern im Tempo.

Nur vier Tipps aus nahezu unzählig vielen Möglichkeiten für Ihre persönliche

Entdeckungsreise an den Genfer See. Informationen gibt es ausführlich im Netz, in

gedruckten Reiseführern bei Ihrem regionalen Buchhändler, oder fragen Sie uns.

72 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


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Stand Oktober 2025. Die mtl. Leasingrate bezieht sich auf das Fahrzeug in Grundausstattung. Das abgebildete Fahrzeug enthält Sonderausstattungen. Andere

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AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 73


74 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 4 / NOVEMBER 2024


HIER WOHNT ...

Von Katharina Krappmann

HIER WOHNT…

… EIN PAAR, DAS

ALLEN BEDENKEN

TROTZTE

Komm rein. Menschen aus der Region lassen uns eintreten in ihr Zuhause. Sie zeigen uns, wie sie

wohnen und leben. Dieses Mal begeistert uns ein über 300 Jahre altes Fachwerkhaus in Reundorf.

„Romantisches Lichtenfels“, so steht es auf der Postkarte - darauf

abgedruckt ein Gemälde von Josef Reinlein. Es zeigt das

alte Gemeindehaus in Reundorf, im Hintergrund ist Kloster

Banz zu erkennen. Romantisch trifft es ziemlich gut. Nur,

dass das alte Fachwerkhaus mit seinen roten Holzbalken und

dem kleinen Türmchen in Wirklichkeit noch malerischer ist.

Gewissermaßen der Inbegriff von pittoresk. Selbst heute, an

einem verregneten Herbsttag. Die Rosen im Garten sind fast

verblüht, reife Äpfel liegen auf einem Gartentisch und von

drinnen scheint warmes Licht durch die Fenster.

Antje und Adolf Nemmert öffnen die Tür und bitten hinein, in

das, was man früher einmal die „gute Stube“ nannte. Ein Feuer

brennt im Kaminofen, wir nehmen gegenüber Platz an einem

langen Eichenholztisch mit Blick in die Küche. Auf einen

der Deckenbalken ist das Baujahr des Hauses gepinselt: 1701.

Weit über 300 Jahre reicht seine Geschichte zurück. „Zunächst

war es ein Armen- und Hirtenhaus“, erzählt Adolf. Hirten auf

Wanderschaft konnten hier nächtigen und auch ihre Tiere im

Stall unterbringen – heute ist der Stall ihr Wohnzimmer. In

späteren Jahren diente es als Gemeindehaus, auch die örtliche

Feuerwehr war hier untergebracht. Und bis Reundorf eine eigene

Kirche bekam, gab es hier einen Betsaal – deshalb auch

das Türmchen. Als im Jahr 1987 Antje und Adolf das Haus von

der Stadt Lichtenfels kauften, war es seit zehn Jahren nicht

mehr bewohnt und in keinem guten Zustand. Antje erinnert

sich: „Wir kannten uns damals erst seit zwei Jahren, hatten

nicht viel Geld, aber den Traum vom eigenen Haus. Ein bisschen

blauäugig waren wir schon. Ich weiß noch, wie wir mit

unserem Bankberater das Haus besichtigt haben. Er hat ein

ganz schlechtes Gesicht gemacht und uns abgeraten.“ Letztlich

konnte er sie nicht von ihrem Vorhaben abbringen.

Glück hatten sie mit ihrem Architekten: Konrad Fischer. Er hatte

sich auf alte Häuser spezialisiert. „Er hat einen Plan gemacht

und ist alles professionell angegangen“, erzählt Antje. Hinzu

kam, dass auch die beiden handwerklich begabt sind. Antje ist

gelernte Korbflechterin und Adolf betreute Häuser für einen

Immobilienmakler in Lichtenfels. Auch ihre Familien packten

fleißig mit an. Trotz der vielen helfenden Hände sollte es vier

Jahre dauern, bis sie endlich einziehen konnten. Das kann wohl

jeder nachvollziehen, der sich auf das Abenteuer einlässt, ein

altes Haus zu renovieren: Erst einmal wird es schlimmer, bevor

es besser wir. Und es braucht viel Vorstellungskraft und Fantasie,

sehen zu können, was einmal sein kann. „Manchmal“, so

Antje, „hat es einen Ruck getan und es ging vorwärts. Dann

wieder hat man kein Ende gesehen. Kleinzeug, wie Putz abklopfen,

hat ewig gedauert. Das war frustrierend.“ Sie blickt zu

ihrem Mann und sagt über ihn: „Er hat eine stoische Geduld.

Er fängt etwas an und zieht durch bis er fertig ist.“

Das war 1991. Die beiden beziehen das Haus und ihr gemeinsames

Leben. Sie heiraten, bekommen eine Tochter, und füllen

das Haus mit Menschen. Viele Familienfeiern finden hier statt.

Und in der gemütlichen Ferienwohnung begrüßen sie Gäste.

Haus und Garten tragen ihre Handschrift. Das Haus gehört zu

ihnen und umgekehrt. Und mit den Jahren verändert es sich

mit ihren Wünschen und Ansprüchen. „Zu werkeln gibt es

immer was“, weiß Adolf. Zuletzt haben sie das Badezimmer

renoviert. Die Badewanne kam raus und wurde ersetzt durch

eine große ebenerdige Dusche mit Sitzbank. Die Nemmerts

denken in ihrem geschichtsträchtigen Haus immer auch an die

Zukunft. „Wir wollen hier alt werden“, sagen sie.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 75


HIER WOHNT ...

Die Nemmerts bewohnen den älteren Teil des Hauses von 1701

mit seinem Türmchen, im Anbau von 1850 ist eine Ferienwohnung

untergebracht. Sie hatten schon Gäste aus Holland, der Normandie

und Irland.

1701 erbaut. Die Nemmerts ziehen 290 Jahre später ein. 1991 wurde

ihnen auch die Bayerische Denkmalschutzmedaille verliehen und

1997 der Baupreis "Goldener Ammonit".

Blick in die Küche. Beim Einzug hatte das junge Paar kaum Möbel. Der Eichentisch

war eines der ersten Stücke, gefertigt aus alten Brettern von Antjes Vater.

76 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


… EIN PAAR, DAS ALLEN BEDENKEN TROTZTE

Was macht ein Zuhause aus? „Warm muss es sein“,

sagt Antje. Ihr Lieblingsplatz ist deshalb auch der

Holzschemel am Kamin…

…„Warm und sonnig“. Vor ein paar Jahren haben sie einen Wintergarten

angebaut um auch die in der kalten Jahreszeit die Sonne genießen zu können.

„Romantisches Lichtenfels“,

nennt der Maler Josef Reinlein sein Gemälde.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 77


HIER WOHNT ...

Übrigens: Auch eine Glocke hängt heute noch im Turm.

Doch die gehört der Stadt Lichtenfels.

Auch der Herbst steht dem Haus sehr gut.

„Ich mach was ich kann, schaff und worauf ich Lust hab“, sagt Antje über ihren Garten.

Das klingt bescheiden dafür, dass ihre Hände ein kleines Paradies geschaffen haben.

78 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025



Im Trend –

Möbel aus Keramik

Einzigartige Designhighlights für Dein Zuhause

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Langlebigkeit aus. Durch verschiedene Veredelungsprozesse kann Keramik vielfältigste Farben, Glanzgrade und Oberflächenstrukturen

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aussehen. Kein Wunder also, dass Keramik der Einrichtungstrend mit Zukunft ist. Der Möbeldesigner DELIFE aus Ebersdorf ist

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verschiedene Steinstrukturen oder echtes Eichenholz erinnern

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einem 3D Konfigurator auswählen kann, schenken sie jedem

Raum ein atemberaubendes Ambiente.

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sondern durch ihre Pflegeleichtigkeit und Widerstandskraft.

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gehört er doch neben dem Sofa zum absoluten Mittelpunkt

jedes Zuhauses. Auch bei den Edge Couchtischen gibt es

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Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8-17 Uhr

Sa 10 -16 Uhr

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ANFAHRT


WAS WO WANN?

KULTUR

TITEL ORT DATUM UHRZEIT

DIE 38STE

AUSSTELLUNG VON GERT RESSEL UND

BILDHAUER THOMAS GRÖHLING

Produzentengalerie Burgkunstadt

15. bis 30.

November 2025

17 Uhr

MALTE MÜLLER & SUZAN BAKER

TENOR TRIFFT ROCKRÖHRE

WINTERLIEDER AUF KLOSTER BANZ

CLAUDIA KORECK

WEIHNACHTS-KONZERT

STEFAN „DAS EICH“

EICHNER SPIELT REINHARD MEY

Kloster Banz 21. November 2025 19:30 Uhr

Kloster Banz 22. November 2025 19:30 Uhr

Kloster Banz 23. November 2025 19 Uhr

LICHTENFELSER MÄRCHENWALD

DER FAMILIENWEIHNACHTSMARKT

Marktplatz Lichtenfels

28. November bis

23. Dezember 2025

Fr 15 Uhr - 19 Uhr,

Sa/ S0 13 Uhr - 19 Uhr

BAD STAFFELSTEINER ADVENTSMARKT

Marktplatz Lichtenfels

29. bis 30.

November 2025

Sa 14 Uhr - 22 Uhr,

So 12 Uhr - 20 Uhr

SEILER & SPEER – HÖDN TOUR 2025 Stadthalle Lichtenfels 29. November 2025 20 Uhr

KAMMERKONZERT AUF KLOSTER BANZ

HORNTRIO

Kloster Banz 30. November 2025 11 Uhr

KRAWALLBRÜDER

JAHRESABSCHLUSS 2025

Stadthalle Lichtenfels

5. Dezember 2025

6. Dezember 2025

18 Uhr

16 Uhr

32. MATINEE MIT LANDESTHEATER

COBURG – KULTURVEREIN ALTENKUNSTADT

Ehemalige Synagoge 14. Dezember 2025 11 Uhr

MUSICAL NIGHT IN CONCERT Stadthalle Lichtenfels 17. Januar 2026 19:30 Uhr

KAMMERKONZERT AUF KLOSTER BANZ –

MELTON-TUBAQUARTETT TUBA TUBISSIMA

MARTIN FRANK –

WAHRSCHEINLICH LIEGT’S AN MIR

Kloster Banz 18. Januar 2026 11 Uhr

Stadthalle Lichtenfels 22. Januar 2026 20 Uhr

WOLFGANG KREBS – BAYERN LIEBT DICH Stadtschloss Lichtenfels 21. Februar 2026 20 Uhr

CREEDENCE CLEARWATER REVIVED FEAT.

JOHNNIE GUITAR WILLIAMSON

KAMMERKONZERT AUF KLOSTER BANZ –

LIEDER-MATINÉE

Stadthalle Lichtenfels 06. März 2026 20 Uhr

Kloster Banz 15. März 2026 11 Uhr

HEAVYSAURUS – METAL TOUR 2026 Stadthalle Lichtenfels 28. März 2026 16 Uhr

UNANTASTBAR –

FÜR IMMER WIR-TOUR 2026

KAMMERKONZERT AUF KLOSTER BANZ –

BLÄSERQUINTETT

Stadthalle Lichtenfels 17. April 2026 19:45 Uhr

Kloster Banz 26. April 2026 11 Uhr

82 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


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*Ausgenommen JAKO-O Mode

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 83


VGN

Winterstimmung

We i h n a c h t sfla i r:

KOMM MIT ZUM

VGN-STADTWINTER

Stadtbummel zwischen Schneeflöckchen und Spekulatius

– der VGN lädt ein zum Stadtwinter in die Städte

Ansbach, Bamberg, Forchheim und Fürth. Entdecke auf

vier Städtetouren winterliche Highlights der Region.

Prachtvolle Barockfassaden in der Residenzstadt Ansbach,

Brauereitradition und Fachwerk-Flair in Bamberg,

„Klein Venedig“ und Kellerwald in Forchheim und urige

Kneipenkultur in Fürth. Und das alles in winterlichem

Ambiente - schnell, warm und bequem sowie obendrein

umweltschonend erreichbar mit dem ÖPNV. Komm mit

zum VGN-Stadtwinter in die Städte Ansbach, Bamberg,

Forchheim und Fürth!

Die fertig ausgearbeiteten City-Touren sind für die Hinund

Rückfahrt mit Bus und Bahn konzipiert und machen

die Städte im Verbundraum in ihrer winterlichen Vielfalt

unkompliziert erlebbar – ganz ohne Parkplatzsuche, die

sich gerade in der Vor- und Weihnachtszeit im urbanen

Raum oft umständlich und teuer gestaltet.

FORCH HEIM – BIER KEL LER-HOPPING

UND KLEIN VENEDIG-FLAIR

Tour S11

BAMBERG

FASZINIERENDES UNESCO-WELTKULTURERBE

Tour S4

84 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


WINTERSTIMMUNG & WEIHNACHTSFLAIR

Advertorial

FÜRTH – URBANES BEACH-FLAIR,

JÜDISCHE KULTUR UND KLEEBLATT-HISTORY

Tour S2

Günstige Angebote für die Anreise

Alle, die kein Deutschlandticket haben, können für

die An- und Abreise günstige VGN-Angebote wie das

TagesTicket Plus oder den eTarif egon nutzen – beides

mit der Möglichkeit, weitere Personen oder Fahrräder

mitzunehmen. Für Schülerinnen und Schüler steht

das 365-Euro-Ticket VGN zur Verfügung, das oft von

der Schule gezahlt wird. Von Mai bis November fahren

außerdem die insgesamt 38 Freizeitlinien am Wochenende

und feiertags in touristisch interessante Regionen.

Die VGN-Freizeittipps: Städtetouren

Unter vgn.de/freizeit sind insgesamt rund 300 Wanderund

Radtouren, Städte- und Naturparktipps übersichtlich

aufbereitet in Prospektformaten zum Download verfügbar

- darunter zahlreiche neu aufgelegte und bummelfertig

gestaltete Städtetouren in die Städte im Verbundraum.

ANS BACH

HEIMAT DER HOHENZOLLERNFÜRSTEN

Tour S6

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


BUCHTIPP

Advertorial

BUCHEMPFEHLUNG

VON DER BUCHHANDLUNG ANDREAS DUMPROFF

Mit The Secret of Secrets meldet sich Dan Brown nach acht Jahren zurück und legt einen neuen

Robert-Langdon-Roman vor, der seine Leser von der ersten Seite an fesselt. Diesmal führt der Weg den

Symbolforscher nach Prag, wo seine Kollegin Katherine Solomon über die Geheimnisse des menschlichen

Bewusstseins forschen möchte. Doch ein Mord, ein verschwundenes Manuskript und eine geheimnisvolle

Organisation reißen Langdon in ein Abenteuer, das ihn von Prag über London bis nach New York führt.

Brown gelingt es eindrucksvoll, historische Schauplätze und Legenden mit moderner Wissenschaft zu

verweben. Prag, mit seiner labyrinthischen Altstadt und der Legende des Golems, wird zu einer atmosphärisch

dichten Kulisse, die fast selbst zur Hauptfigur wird. Gleichzeitig greift der Roman das Thema Noetik auf –

die Erforschung des Bewusstseins – und verleiht dem Thriller damit eine überraschend zeitgemäße und

philosophische Dimension.

Hardcover

704 Seiten

ISBN: 9783785727706

32,00 Euro

Die typische Brown-Formel funktioniert auch hier hervorragend: kurze Kapitel, prägnante Cliffhanger und

ständige Perspektivwechsel treiben die Handlung unaufhaltsam voran. Man findet sich schnell im Sog einer

Erzählung wieder, die geschickt Rätsel, Mythen und Symbolik kombiniert. Besonders die Beschreibungen

von Architektur, Kunst und historischen Details lassen das Setting lebendig werden und zeigen Browns

bewährte Recherchearbeit.

Natürlich gibt es Elemente, die man von Brown kennt: Figuren sind vor allem Träger der Handlung, und nicht

jeder Dialog glänzt durch Tiefe. Doch diese Aspekte treten angesichts der Spannung und der thematischen

Reichweite in den Hintergrund. Denn letztlich ist das Buch weniger Charakterdrama als ein groß angelegtes

Abenteuer, das mit Tempo, Atmosphäre und Ideenreichtum überzeugt.

The Secret of Secrets zeigt Dan Brown in Bestform: packend, bildstark, voller überraschender Wendungen

und zugleich offen für große Fragen über Wissen, Glaube und Bewusstsein. Fans seiner früheren Romane

werden begeistert sein, während Neueinsteiger einen idealen Einstiegspunkt in die Welt Robert Langdons

finden.

Fazit: Ein mitreißender Thriller, der Historie, Mythos und Wissenschaft zu einem spannungsvollen

Leseerlebnis verbindet – und Dan Browns Rückkehr zu alter Stärke markiert.

INHALTSANGABE

DAN BROWN

Coburger Straße 7 · 96215 Lichtenfels · Tel. 09571 6084

E-Mail: info@dumproff-buch-kunst.de

Internet: www.dumproff-buch-kunst.de

In Dan Browns The Secret of Secrets steht erneut Professor

Robert Langdon im Mittelpunkt. Er reist nach

Prag, um einem Vortrag seiner Kollegin Katherine Solomon

beizuwohnen, die bahnbrechende Forschungen

über das menschliche Bewusstsein präsentiert. Doch

die Veranstaltung nimmt eine dramatische Wendung:

Katherine verschwindet mitsamt ihrem Manuskript,

das angeblich das Potenzial hat, grundlegende Vorstellungen

über Geist und Realität zu verändern.

Langdon gerät in ein Netz aus Geheimnissen, Verschwörungen

und alten Legenden. Bald wird er nicht

nur von einer mächtigen Organisation gejagt, sondern

auch mit den Mythen Prags konfrontiert – darunter die

Legende des Golems. Auf der Suche nach Katherine

und dem brisanten Manuskript entschlüsselt er Hinweise

in Kunst, Architektur und Symbolen, die ihn von

Prag über London bis nach New York führen.

Am Ende steht nicht nur die Lösung eines Rätsels, sondern

eine Frage, die die Grenzen von Wissenschaft und

Glauben neu auslotet.

Dan Brown (geboren 1964 in Exeter, New Hampshire,

USA) ist ein amerikanischer Schriftsteller, der vor allem

durch seine Thriller rund um den Symbolforscher Robert

Langdon weltbekannt wurde. Nach einem Studium

der Literatur und Musik arbeitete er zunächst als Lehrer,

bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Mit Sakrileg

(The Da Vinci Code) gelang ihm 2003 der internationale

Durchbruch. Seine Romane verbinden historische Geheimnisse,

Kunst, Religion und Wissenschaft und wurden

millionenfach verkauft sowie erfolgreich verfilmt.

© Ben Flythe

86 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


IN EIGENER SACHE

IMPRESSUM

LICHTENFELSER – Das Magazin

Ausgabe 6/November 2025

Dritter Jahrgang

Auflage 3.500 Stück

www.lichtenfelser-magazin.de

Verlag:

MARKATUS

Marketing | Film | Social

Coburger Straße 7

96472 Rödental

Telefon 0 95 61 973 45 00

www.markatus.de

Herausgeber und Chefredakteur:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 690 52 84

wh@markatus.de

IN EIGENER SACHE

Mitherausgeber:

Tim Birkner

Telefon 01 71 483 90 05

tim.birkner@lichtenfelser-magazin.de

Redaktion/Autoren dieser Ausgabe:

Tim Birkner

Wolfram Hegen

Katharina Krappmann

Roland Spranger

Fotografen dieser Ausgabe:

Michael von Aichberger

Tim Birkner

Julian Barthel

Sebastian Buff

Simone Deuerling

Matthias Herzog

Gerd Klemenz

Katharina Krappmann

Matthias Schmitt

Svenja Stache

Val Thoermer

Titelbild:

Treffpunkt mit Weitblick von Val Thoermer

Layout & Illustrationen:

Lisa Geyer

Th e a K r ö g e r

Julia Spörl

Grundlayout:

Peter Einheuser

Anzeigengestaltung:

MARKATUS

Marketing | Film | Social

Anzeigenvertrieb:

Tim Birkner

Wolfram Hegen

Anke Feuer

Telefon 0177 72 23 773

af@markatus.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2024

Druck:

creo Druck & Medienservice GmbH

Gutenbergstraße 1

96050 Bamberg

Preis:

kostenlos

Vertrieb:

über 200 Verteilstellen

in Lichtenfels Stadt und Land

Bestellung:

Online über www.lichtenfelser-magazin.de

Preis inkl. Verpackung und Versand

innerhalb Deutschlands

5 Euro inkl. MwSt.

DANKE LISA

Sie war neun Jahre lang ein wichtiger Teil von unserem

Verlag Markatus: Lisa Obermüller. In dieser

Zeit hat sie sich immer wieder um das grafische Erscheinungsbild

der Magazine wie den LICHTEN-

FELSER verdient gemacht. Jetzt beendet sie ihre

Zeit in Deutschland, um sich einem neuen Abenteuer

zuzuwenden: Sie geht nach Australien. Liebe

Lisa, vielen Dank und alles Gute.

DANK AN ALLE

Natürlich bei unseren Leserinnen und Lesern, und

vor allem bei unseren immer zahlreicheren Kundinnen

und Kunden, die den LICHTENFELSER für ihre

Kommunikation und Werbung nutzen:

Dieses Mal besonderen Dank an:

Autohaus Bender/ Autohaus Müller/ Autohaus Sperber/

Buchhandlung Dumproff Confiserie Burg Lauenstein/

Delife/ Fernwasserversorgung Oberfranken

FWO/ Frankenakademie/ HABA/ Hörgeräte Geuter/

Kongresshaus Rosengarten Coburg/ Kreisfeuerwehrverband

Lichtenfels/ Maintal Betten/ Milchwerke

Oberfranken/ Naturfriedhof Banz/ Obermain Therme/

Objekt M/ Pflegehelden Oberfranken/ Raum96 Immobilien/

Sparkasse Coburg – Lichtenfels/ Spielbank Bad

Steben/ Stadt Bad Staffelstein/ Verkehrsverbund Großraum

Nürnberg VGN

Alle Geschichten, Verteilstellen,

Mediadaten und Kontakte online unter:

www.lichtenfelser-magazin.de

WEITERE TERMINE

Und so geht es weiter mit dem LICHTENFELSER

2026:

LICHTENFELSER #7 22.05.26

LICHTENFELSER #8 13.11.26

Interesse an Werbung im LICHTENFELSER und/

oder den Partnermagazinen COBURGER und

KRONACHER?

Informationen gibt es hier:

oder reinklicken auf

das-magazin.de/mediadaten.

Oder gleich persönlich melden:

Anke Feuer, af@markatus.de, 0177/ 722 37 73

Tim Birkner, tb@markatus.de, 0171/ 483 90 05

Wolfram Hegen, wh@markatus.de, 0171/ 690 52 84

Wir freuen uns.

HIER GIBT’S DEN LICHTENFELSER

Und hier geht’s zur Liste

mit allen Verteilstellen

Oder reinklicken:

www.das-magazin.de/verteilstellen.

Anregungen zu weiteren Verteilstellen

gerne mailen: info@das-magazin.de.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 87



GALERIE

Gefragte Fotografin weit

über Kronach hinaus:

Simone Deuerling

G A L E R I E

S I M O N E D E U E R L I N G

„Meine Bilder leben von Emotionen, Ästhetik und dem

Wissen über Bildsprache. Dadurch lebt die Liebe für immer

weiter“, sagt sie selbst über ihre künstlerische Haltung.

Ihr Zuhause liegt an der Grenze zwischen Kronach, Coburg

und Lichtenfels – doch ihr Blick reicht weit darüber hinaus.

Als professionelle Fotografin arbeitet sie in der Region,

deutschlandweit und international. Nach einem pädagogischen

Studium mit Kunst als Schwerpunkt hat sie ihren

eigenen Stil entwickelt – zwischen Natürlichkeit, Ästhetik

und tiefer Liebe zum Detail. Sie unterrichtet als Lehrerin

und arbeitet zugleich als professionelle Fotografin. Diese

besondere Verbindung spürt man in ihrer Arbeit: achtsam,

aufgeschlossen, kreativ, empathisch, immer mit echtem Interesse

für ihr Gegenüber.

Ihre Schwerpunkte: stilvolle Portraits und Hochzeitsreportagen

im Editorial Style. Die Serien für Hochzeitspaare

wirken wie aus einem hochwertigen Magazin: elegant,

zeitlos, fast filmisch, voller Atmosphäre. Doch immer steht

das Wesentliche im Mittelpunkt – echte Emotionen. Einen

weiteren Fokus legt sie auf die professionelle Tier- und Pferdefotografie.

Es sind stille, kraftvolle Bilder, in denen man

das Vertrauen zwischen Mensch und Tier spüren kann.

Nähe, eingefangen in Licht und Bewegung. Auch wenn kein

Mensch im Bild ist, bleibt die Verbindung spürbar.

Was ihre Fotografie unverwechselbar macht? Mit ihrer Kamera

hält sie nicht nur Augenblicke fest – sie verleiht ihnen

Bedeutung. Ihre Mission: Liebe und Leben für immer zu

bewahren. Denn mit den Jahren, das weiß sie, werden ihre

Bilder zu etwas, das keinen Preis kennt – zu Erinnerungen,

die unbezahlbar sind und in denen man sich fühlt, als sei es

gestern gewesen…

www.saphir-weddings.com

@saphirweddings

@saphirfotografie

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 89


SIMONE DEUERLING

90 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


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SIMONE DEUERLING

92 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 93


SIMONE DEUERLING

94 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 95


ZWA IM BRÖDLA

Für den LICHTENFELSER von Andreas Leopold Schadt & Roland Spranger

ZWA IM BRÖDLA

„Der Schadt-Komplex, ein B-Promi packt zamm“ – so heißt das aktuelle Programm von Andreas Leopold Schadt

und dem Autoren Roland Spranger. Es erzählt mit der nötigen Unernsthaftigkeit aus dem Leben eines ehemaligen

Tatort-Kommissars, der die Dinge nicht anders sieht, sondern genau so, wie sie sind. Wie sie sich die Menschen

nur vage vorstellen können. Begleiten Sie einen B-Promi durch den Sumpf des wirklichen Lebens.

Du hast die Haare schön...

Als Kriminal-Kommissar Fleischer im Franken-Tatort

hatte ich unterschiedliche Frisuren. Straff zurückgegelt

oder eher lockig mit Knarre oder mit Undercut

vor dem PC-Monitor. Zu meiner Frau sagte ich früher

immer: „Wenn du dir einen rasierten Bob machen

lässt, lass ich mich scheiden.“ Und dann hat sie es umgehend

gemacht, also machen lassen, den rasierten

Bob. Und ich hab das mit der Scheidung nicht durchgezogen.

Ich sag’s gleich, bevor der Erste fragt. Oder

googelt.

Oh sorry. Sind hoffentlich nicht zu viele

rasierte Bob-Trägerinnen unter den

Leserinnen. Auf keinen Fall wollte ich

Grenzen überschreiten. Echt. Ich bin

sonst sehr empathiefähig. Ich bin selbst

traumatisiert. Als Mann lässt du dir einen

Bob nicht freiwillig machen, sondern vor

einer OP, wegen eines Unfalls oder wegen

einer Wette. Es gab einen TATORT-Dreh,

an dem ich mit der anderen fränkischen

Kommissarin in die Kiste durfte. Also

der weiblich gelesenen Person in der indigenen

Bevölkerung. Genau wie ich zuständig

für fränkische Dialekt-Atmo, aber

immerhin auch für attraktives Aussehen.

Die Chef-Ermittler sind vom Norden nach

Nürnberg strafversetzt, damit die mundartlosen

Bundesbürger nicht mit zu viel

Dialekt malträtiert werden. In Österreich

ziehen sie Sprache und Eigenarten durch,

aber in Deutschland ist man halt achtsam.

Natürlich spielte das Techtelmechtel mit

meiner Kollegin nie mehr eine Rolle in

den folgenden Drehbüchern.

Vielleicht war der Fleischer auch nicht

ganz so erfolgreich beim Liebesspiel. Immerhin

hatte sie ihren BH noch an. Wahrscheinlich

waren die ganzen Redakteure und Drehbuchautoren

mit was anderem beschäftigt, oder mit sich selbst.

Ich hatte die Szene freilich abgespeichert, und immer

gehofft, dass sie mal fortgesetzt wird. Sex-Szenen

kommen sonst in meinem Lebenslauf nicht so

oft vor. Da gibt’s gar nichts zu lachen. Also ich komm

zu dem Filmdreh, bei dem ich mit der Kollegin… Sie

wissen schon. Sex-Szenen sind für die Schauspieler

superpeinlich, obwohl man eigentlich nichts sieht …

also in Nahaufnahme oder in Super-Zeitlupe oder so.

Keine Pickel am Arsch. Plötzlich brüllt der Regisseur:

„Der hat viel zu lange Haare. Der ist viel zu präsent.

Der schaut ja aus wie ein Hauptdarsteller.“ Woooo,

das mit dem Hauptdarsteller hätte nicht sein müssen.

Und sofort hieß es: Die Haare müssen ab. Bei der Szene

im Bett hatte ich die Haare noch lang. Und dann

begann die Demütigung. Als Schauspieler bist du allen

Irren, die es in die Filmbranche geschafft haben,

komplett ausgeliefert.

Am nächsten Drehtag musste ich gleich ins Maskenmobil.

Ich setz mich da rein und wir reden ganz nett,

aber mir fällt schon gleich auf, dass die Maskenbildnerin

die Hand so unnatürlich hinter ihren Rücken hält.

Da hat sie nämlich ihre Gartenschere versteckt. Mit

einer geschmeidigen Bewegung ist die Dame hinter

mir und fängt an zu schneiden.

Hratsch. Hratsch. Hratsch.

Und ich denk so: Puuuh, so viel Haar hab ich gar

nicht, wie die mir hinten wegschneidet.

Und es macht immer noch: Hratsch.

Hratsch. Hratsch. Als ich nach Hause

kam, hat mich meine Frau gefragt, ob ich

unter die Bobber gegangen sei. ICH. Alter

Schwermetaller. Ich hör einmal am Tag

Reign In Blood von Slayer rückwärts, damit

ich die ganzen satanischen Frisuranspielungen

mitkriege. Dafür hab ich extra

meinen Schallplattenspieler umbauen

lassen. Mit der neuen fiesen Friese hab ich

mich wochenlang in Schaufensterscheiben

für einen Bekannten gehalten, den

ich grüßen muss. Ein paar Mal wäre ich

beinahe überfahren worden, als ich bei

meinem Anblick die Straßenseite wechseln

wollte. Und das Schlimme ist, dass

der BR während meines unfreiwilligen

Bobber-Modus die Autogrammkarten upgedatet

hat. Zum Glück hatte die Dame im

Maskenmobil auch alle anderen Kollegen

verunstaltet. Sämtliche Ermittler im neuen

Gartenscheren-Look. Und zum Glück

fanden die Hauptdarsteller ihre Frisur

nicht so prickelnd. Deshalb gab’s bereits

im nächsten Jahr eine neue Auflage der

Autogrammkarten.

Das mit der Frisur war echt nervig. Natürlich hat mich

jeder darauf angesprochen, warum ich mir nach dem

unterbrochenen Sex mit Wanda die Haare schneiden

ließ. Die meisten anderen Betroffenen rauchen einfach

eine E-Zigarette danach.

96 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


ANIMAL SOCIALE

In jedem

LICHTENFELSER laden

wir an dieser Stelle

Lichtenfelser oder

Nicht-Lichtenfelser

ein, ihre Meinung

zu sagen.

Animal sociale

Vom Wolfram Hegen

Wer in diesen Zeiten Schlagzeilen liest, könnte leicht meinen, die Welt stünde wieder einmal am

Rand des Abgrunds. Kriege, Krisen, Katastrophen – und das alles im Takt des Newstickers. Ukraine,

Naher Osten, die fragile Wirtschaftslage, Arbeitsplätze, die wegbrechen, Klimawandel,

Spaltung, Hass, Hetze und eine rechtsextremistische Partei, die Zulauf bekommt. All das ist Realität.

Aber eben nicht die ganze.

Macht über unser persönliches Wohlbefinden

haben Meldungen nur dann, wenn wir

sie ihnen geben. Wenn wir uns ihnen mehr

als nötig zuwenden, wenn wir das Dunkel

größer machen, als es ohnehin schon ist. Dabei

gibt es immer auch eine andere Seite –

näher, leiser, oft unspektakulär. Menschen,

die wir lieben und die für uns da sind, die uns

lieben, die für uns da sind. Gespräche, die

guttun. Gemeinsame Unternehmungen. Firmen

und ihre Chefinnen und Chefs, die trotz

aller Unsicherheiten an die Zukunft glauben

und sie gestalten. Bürgerinnen und Bürger,

die sich engagieren, die Mut machen, die

etwas bewegen. Eine Gesellschaft, die – bei

allen Herausforderungen – viele Chancen

bietet, Mitbestimmung, Teilhabe – und vor

allem: ein Leben in Freiheit.

Nicht zuletzt gibt es uns selbst: mit unseren

Fähigkeiten, unseren Möglichkeiten, unseren

Leidenschaften – und mit unserem Gemeinsinn.

Der Mensch ist, wie die alten Philosophen

sagten, ein animal sociale. Es verbindet uns

immer mehr, als uns auf den ersten Blick

vielleicht trennt. Als soziales Wesen ist der

Mensch in der Lage - und darauf angewiesen

- solidarisch zu sein, auf Augenhöhe miteinander

zu reden, respektvoll miteinander umzugehen,

Kompromisse zu schließen.

Nur auf dieser gemeinsamen Basis lassen sich

Probleme bewältigen und Lösungen finden.

Nur zusammen sind wir stark.

AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 97


Lichtenfelser | Das Magazin

erscheint wieder am 22. Mai 2026.

Anzeigenschluss ist

der 08.Mai 2026.

Zitate zum Thema „Intelligenz“ sind heute … das Letzte

„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“

Albert Einstein

„Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.“

Friedrich Dürrenmatt

„Das Internet ist für uns alle Neuland.“

Angela Merkel

„Die Zukunft ist offen.“

Karl Popper

„Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht dadurch durchzusetzen,

dass ihre Gegner überzeugt werden; sondern dadurch, dass die Gegner aussterben.“

Max Planck

„Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“

Konrad Adenauer

„Künstliche Intelligenz ist nur so klug wie die Daten, aus denen sie lernt.“

Ranga Yogeshwar

„Ich war zu faul zum Rechnen – also erfand ich den Computer.“

Konrad Zuse

98 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN AUSGABE 6 / NOVEMBER 2025


HERZLICH WILLKOMMEN IN DER

Als eine der neun staatlichen Bayerischen Spielbanken

bietet das Casino in Bad Steben gepflegtes

und sicheres Spielvergnügen in angenehmem

Ambiente – dazu Comedy, Kabarett und vieles

mehr im kleinen, feinen Event-Bereich. Schauen

Sie doch mal vorbei, wir freuen uns auf Sie!

Gedämpftes Stimmengemurmel, das Klick-Klack der

Roulettekugel im Kessel, konzentrierte Kartenspieler

und eine Bar, an der man bis zwei Uhr nachts sitzen

kann – die Spielbank Bad Steben mit ihrem direkt im

Spielsaal untergebrachten Restaurant Glüxx ist schon

ein ganz besonderer Ort in dem Urlaubsstädtchen.

Hier wird man mit herzlich-fränkischer Gastfreundschaft

empfangen, kann einen guten Tropfen trinken,

bis spät nachts etwas essen und auch mal ganz unverbindlich

den Spielern über die Schulter sehen. Und

dann, je nach Lust und Laune, vielleicht mal beim

Roulette ein paar Jetons setzen.

LIVE-MUSIK IM SPIELSAAL

Ein ganz besonderes Erlebnis wartet in der Regel alle

zwei Monate jeden zweiten Mittwoch auf die Gäste.

Bei der Veranstaltungsreihe »After Work Live« von

19 bis 22 Uhr präsentiert sich jeweils ein Partner

aus der Region mit Infos und einem Blick hinter die

Kulissen – vom Handwerksbetrieb bis zum Freizeit-

Anbieter. Der Clou dabei ist Live-Musik im Spielsaal.

»Wir haben die Band dann wirklich direkt im Spielsaal«,

sagt Spielbank-Direktor Udo Braunersreuther. »Das ist

eine ganz besondere Atmosphäre. Viele Gäste hören

einfach der Musik zu, aber die Spieltische sind auch

immer voll.«

DEMO-SPIELE FÜR EINSTEIGER

Ebenso lässig und unterhaltsam sind auch die Spiel-

Erklärungen, bei denen erfahrene Croupiers – von

denen manche echte Entertainer-Qualitäten haben! –

in die Geheimnisse von Roulette & Co. einweihen.

A U

SETZEN SIE AUF EINEN

STILVOLLEN ABEND.

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielteilnahme ab 21 Jahren. Informationen und Hilfe unter www.spielbanken-bayern.de

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