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anschließend in das Substrat statt. Hierzu präsentieren beispielsweise Ranjan et al. ein analytisches Modell,

in dem eine Wärmeableitung über das Pulver vernachlässigt und nur eine Wärmeleitung in bereits erzeugte

Strukturen sowie Wärmestrahlung und -konvektion berücksichtigt werden [Ran20]. Sie berichten, dass die

Maximaltemperatur als Bewertungskriterium für eine Wärmeakkumulation geeignet ist und leiten daraus

hinsichtlich einer Wärmeakkumulation besonders kritische Bauteilbereiche ab.

Hierbei stellen Überhangstrukturen solche kritischen Bereiche dar. Um Überhangstrukturen herzustellen,

wird direkt über nicht konsolidiertem Pulver eine Strukturverbreiterung erzeugt, sodass in dieser Schicht

mehr Wärme bei gleichem Querschnitt zur Wärmeableitung ins Substrat eingebracht wird. Cloots et al. bezeichnen

diese Bereiche als „nach unten gerichtete Bereiche“ und grenzen sie von „nach oben gerichteten“

Bereichen ab, bei denen auf bereits erzeugten Strukturen ein Aufbauprozess stattfindet [Clo17]. Je flacher

der Überhangwinkel im Designprozess gewählt wird, desto größer ist die resultierende Wärmeakkumulation.

Hierzu wird von Wang et al. angegeben, dass bei typischen PBF-LB-Prozessen eine Wärmeakkumulation ab

einem Winkel < 45° kritisch wird [Wan13].

Eine Wärmeakkumulation beim PBF-LB-Prozess kann sowohl eine fehlerfreie Bauteilherstellung verhindern

als auch negative Auswirkungen hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften, der Mikrostruktur oder der

Oberflächenqualität haben [Gup19]. Beispielsweise berichten Jamshidinia und Kovacevic von einer erhöhten

Oberflächenrauheit bei der Herstellung von dicht nebeneinander befindlichen Strukturen, welche eine Wärmeakkumulation

hervorrufen [Jam15]. Auch die Ausbildung von Eigenspannungen im Bauteil kann nach Mirkoohi

et al. innerhalb des PBF-LB-Prozesses durch Temperaturgradienten aufgrund von lokalen Wärmeakkumulationen

hervorgerufen werden [Mir20].

Ein häufig angewendeter Ansatz, um die Wärmebelastung in kritischen Bauteilbereichen zu reduzieren, ist

das Vorsehen von Stützstrukturen, welche i.d.R. zusätzlich mechanisch stabilisierend bei der Fertigung von

Überhängen wirken. Da solche Strukturen jedoch nach dem Fertigungsprozess im Rahmen von Nacharbeit

entfernt werden müssen, stellen Allaire und Bogosel einen Ansatz zur Optimierung solcher Stützstrukturen

vor [All18]. Hierbei wird vor allem die Orientierung des Bauteils im Bauprozess, die Form und die Position der

Stützstrukturen und die Zugänglichkeit der Stützstrukturen zur Nacharbeit berücksichtigt. Außerdem werden

von Allaire et al. Algorithmen zur automatisierten Optimierung von Stützstrukturen präsentiert, welche jedoch

vorrangig eine schwerkraftinduzierte Verlagerung und nicht eine Wärmeakkumulation berücksichtigen

[All20]. Eine Optimierung von Stützstrukturen hinsichtlich der Wärmeableitung wird hingegen beispielsweise

von Cooper et al. für elektronenstrahlbasierte Bauprozesse im Pulverbett entwickelt [Coo16] und von Paggi

et al. auf den PBF-LB-Prozess übertragen [Pag19]. Hierbei werden Stützstrukturen ohne direkten Kontakt

in der Nähe der temperaturkritischen Bereiche vorgesehen, welche die Wärmeableitung gegenüber eines

reinen Pulverbetts erhöhen. Es wurde gezeigt, dass diese unter anderem einen thermischen Verzug reduzieren

und gleichzeitig mit geringer Nacharbeit entfernt werden können.

Sensorische Erfassung einer Wärmeakkumulation

Wie im vorherigen Kapitel beschrieben, eignet sich die während des Prozesses auftretende Maximaltemperatur

zur Identifikation und Quantifizierung einer Wärmeakkumulation. Daher stellt die Messung der Temperatur

und der Wärmestrahlung während des PBF-LB-Prozesses über pyrometrische Methoden ein in der Literatur

vielfach untersuchtes Themenfeld dar. Bei PBF-LB-Prozessen wurde bereits sowohl die Ein- als auch

die Zweikanalpyrometrie angewendet, welche sich hinsichtlich des Messprinzips unterscheiden. Die Einkanalmessung

weist hierbei den Nachteil auf, dass die Kenntnis eines material- und oberflächenabhängigen

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Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 01IF22039N

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