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2024

Abschlussbericht

DVS-Forschung

Datenbasierte

Modellierung des

Selektivwellenlötens zur

Vorhersage der Lötqualität

(SmartSelective)



Datenbasierte Modellierung

des Selektivwellenlötens zur

Vorhersage der Lötqualität

(SmartSelective)

Abschlussbericht zum

Forschungsvorhaben IGF-Nr.: 22.131N

DVS-Nr.: 10.3494

Friedrich-Alexander-Universität

Erlangen-Nürnberg Department

Maschinenbau Lehrstuhl für

Fertigungsautomatisierung und

Produktionssystematik

Förderhinweis:

Das IGF-Vorhaben Nr.: 22.131 N / DVS-Nr.: 10.3494 der Forschungsvereinigung

Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS, Aachener Str. 172, 40223 Düsseldorf,

wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen

Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.


Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind online

abrufbar unter: http://dnb.dnb.de

© 2024 DVS Media GmbH, Düsseldorf

DVS Forschung Band 596

Bestell-Nr.: 170706

Kontakt:

Forschungsvereinigung Schweißen

und verwandte Verfahren e.V. des DVS

T +49 211 1591-0

F +49 211 1591-200

forschung@dvs-home.de

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die der Übersetzung in andere Sprachen, bleiben

vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages sind Vervielfältigungen, Mikroverfilmungen und die

Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen nicht gestattet.


Schlussbericht vom 31.1.2025

zu IGF-Vorhaben Nr. 01IF22131N

Thema

Datenbasierte Modellierung des Selektivwellenlötens zur Vorhersage der Lötqualität

(SmartSelective)

Berichtszeitraum

1.4.2022 - 30.9.2024

Forschungsvereinigung

Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS

Forschungseinrichtung(en)

Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS)


Seite 2 des Schlussberichts zu IGF-Vorhaben 01IF22131N

Inhalt

THEMA .............................................................................................................................. 1

BERICHTSZEITRAUM ........................................................................................................... 1

FORSCHUNGSVEREINIGUNG ................................................................................................ 1

FORSCHUNGSEINRICHTUNG(EN) .......................................................................................... 1

AUSGANGSSITUATION UND PROJEKTZIEL ............................................................................. 5

GEGENÜBERSTELLUNG DER DURCHGEFÜHRTEN ARBEITEN UND DES ERGEBNISSES MIT DEN

ZIELEN DES PROJEKTS .............................................................................................. 6

1. AP 1: ERSTELLUNG DES PROZESSMODELLS ............................................................... 8

1.1. Beschreibung des Selektivwellenlötprozesses ................................................... 8

1.1.1. Analyse der Prozesseinflussfaktoren ................................................................. 10

1.2. Entwicklung einer einheitlichen Datenbasis für Industrie- und Versuchsdaten

15

1.3. Auswahl aussagekräftiger Bewertungskriterien der ML Vorhersagequalität -

Abnahmekriterien und Design-Rules .................................................................. 18

1.4. Definition des Baugruppenspektrums mit dem PBA ......................................... 22

2. AP 2: CHARAKTERISIERUNG THERMISCHER EIGENSCHAFTEN VON LÖTSTELLEN .......... 24

2.1. Entwicklung einer geeigneten Repräsentation von Lötstellen im ML-Modell .. 24

2.2. Definition der Testleiterplatte für Laborversuche .............................................. 26

2.2.1. Design SmartSelective LowPower Board ........................................................... 26

2.2.2. SmartSelective HighPower Board ....................................................................... 29

2.3. Validierung des Prozessdatenmodells durch ML-Training mit Industriedaten 32

3. AP 3: DATENSAMMLUNG - ERZEUGUNG DER DATENSÄTZE ......................................... 34

3.1. Versuchsplanung der Laborversuche ................................................................ 34

3.2. Durchführung der Versuche und der Datenaufnahme....................................... 34

3.3. Datenbasierte Modellierung der Vorheizung ...................................................... 35

3.4. Vorversuch Training von ML-Modell mit Labordatensätzen ............................. 37


Seite 3 des Schlussberichts zu IGF-Vorhaben 01IF22131N

4. AP 4: DATENAUFBEREITUNG.................................................................................... 39

4.1. Analyse der Datenqualität mit statistischen Verfahren ..................................... 39

4.2. ML-spezifische Aufbereitung der Daten und Vorbereitung für ML-Algorithmen

40

4.2.1. Ausgleich der Verteilungsschiefe durch Undersampling .................................. 40

4.2.2. Oversampling zur Ergänzung von Ungleichverteilungen in Datensätzen ........ 41

4.2.3. Ausreißerdetektion zur Bereinigung der Datensätze ......................................... 42

5. AP 5: ML-TRAINING ................................................................................................ 44

5.1. Auswahl und systematischer Test von überwachten ML-Algorithmen ............ 44

5.2. Ermittlung des Einflusses der Größe der Lötdatensätze .................................. 45

5.2.1. Vertrauenswürdigkeit der Modellaussagen ........................................................ 45

5.2.2. Datensatzgröße vs. Modellierungsqualität ......................................................... 50

5.3. Trainingsergebnisse ............................................................................................ 51

6. AP 6: EVALUATION DER MODELLE MIT ANWENDUNGSFÄLLEN DES KONSORTIUMS ....... 53

6.1. Optimierung und Evaluation der Modelle mit Anwendungsfällen des

Konsortiums: Validierung der Lötzeitmodelle ................................................... 53

6.1.1. Testergebnis mit ausschließlich industriellen Trainingsdaten ......................... 53

6.1.2. Testergebnis mit gemischten industriellen und experimental Trainingsdaten 54

6.2. Optimierung und Evaluation der Modelle mit Anwendungsfällen des

Konsortiums: Validierung der Lotdurchstiegsmodelle ..................................... 55

6.2.1. Testergebnis für Selektivwellenlötmodelle ........................................................ 57

6.2.2. Szenariorechnung zur Plausibilisierung und Validierung des industriellen

Serienprozesses ................................................................................................... 57

6.3. UMSETZUNG EINES AUSGEWÄHLTEN MODELLS ALS TOOL........................................... 59

6.4. ERSTELLUNG EINES BEST-PRACTICE LEITFADENS ZUR UMSETZUNG EINES ML-PROJEKTS

IM FERTIGUNGSTECHNISCHEN KONTEXT .................................................................... 60

7. FAZIT UND ZUSAMMENFASSUNG DES PROJEKTES ...................................................... 63

7.1. Wissenschaftlich-technischer und wirtschaftlicher Nutzen der erzielten

Ergebnisse insbesondere für KMU ..................................................................... 63

7.1.1. Innovativer Beitrag .................................................................................................... 63

7.1.2. Industrielle Anwendungsmöglichkeiten .................................................................. 63

8. VERWENDUNG DER ZUWENDUNG .............................................................................. 66


Seite 4 des Schlussberichts zu IGF-Vorhaben 01IF22131N

8.1. Personaleinsatz .................................................................................................... 66

8.2. Notwendigkeit und Angemessenheit der geleisteten Arbeit ............................. 66

8.3. Förderhinweis....................................................................................................... 66

9. PLAN ZUM ERGEBNISTRANSFER IN DIE WIRTSCHAFT UND NUTZEN DER ERZIELTEN

ERGEBNISSE ........................................................................................................... 67


Seite 5 des Schlussberichts zu IGF-Vorhaben 01IF22131N

Ausgangssituation und Projektziel

Das Selektivwellenlöten, sind zuverlässige, günstige und etablierte Lötprozesse. Die Beurteilung

der IPC-konformen Lötbarkeit, also der Fertigungsgerechtigkeit eines vorliegenden Multilayer

Leiterplattenlayouts, ist jedoch eine Herausforderung in der Produktentwicklung und –fertigung.

Auf Grund der Komplexität des Prozesses ist eine zuverlässige, manuelle Bewertung von

Leiterplattendesigns rein auf Basis von Expertenwissen stark von der Erfahrung im Unternehmen

bzw. der beurteilenden Person abhängig. Zudem führt die große Anzahl von Varianten im

Kupferlagendesign schnell zu Fehleinschätzungen der nichtlinearen Zusammenhänge in dem

Dat

en

sat

z 1

multiphysikalischen Lötprozess. Daraus entstehen den Unternehmen längere Designphasen,

Schäden durch Fehlerkosten, erhöhte Fertigungskosten, reduzierte Qualität und verringerter

Datensatz n

Layout 1 Bauteil 1 Parameter 1 Ergebnis

Layout n Bauteil n Parameter

Wettbewerbsfähigkeit erheblichen Ausmaßes.

Bauteil

Ergebnis

Gesucht ist damit ein Vorgehen zur quantitativen Beurteilung eines THT-Lötstellen Layouts und

der Vorhersage des Lotdurchstiegs (siehe Bild 1). Der Stand der Technik zur Bewältigung dieser

Ankontaktierungsdesign

Aufgabe ist eine erfahrungsbasierte Bewertung.

Lötanlage

Inspekt

ionsergebni

s

Bauteil

100 µm

Ankontaktierungsdesign

Lötprozessparameter

Lotdurchstieg

Bild 1: Bestandteile des Lötprozesses

Auf Grund der Tatsache, dass im industriellen Umfeld sowohl Design als auch die

Lötprogrammdaten gespeichert sind wird eine datenbasierte, algorithmische Betrachtung und

Beurteilung der Leiterplattendesigns unter Berücksichtigung der Prozesseinflussfaktoren

angestrebt.

Um dieser Problemstellung zu begegnen wird im vorliegenden Projekt SmartSelective der

Selektivlötprozess intensiv mittels datenbasierter Modelle untersucht. Daraus wird dann ein

Vorgehen zur Prozessmodellierung der THT-Lötprozesse unter Verwendung der vorhandenen

R. Seidel | Ausschreibung Bachelor-/Master-/Projektarbeit für MB, MECH, WING

Daten entwickelt.

13.08.2018

7

Das Ziel des Vorhabens wurde erreicht.


Seite 6 des Schlussberichts zu IGF-Vorhaben 01IF22131N

Gegenüberstellung der durchgeführten Arbeiten und des

Ergebnisses mit den Zielen des Projekts

Es erfolgt eine Gegenüberstellung der geplanten Arbeiten mit den durchgeführten

Arbeitsschritten sowie der entsprechenden erhaltenen Ergebnisse mit den Zielen laut

Projektantrag.

AP 1: Erstellung des Prozessmodells

Geplante Arbeiten / Ziel

Zusammenfassung von Einflussgrößen

beim Selektivwellenlöten

Entwicklung einer einheitlichen Datenbasis

für Industrie- und Versuchsdaten

Auswahl aussagekräftiger

Bewertungskriterien der ML

Vorhersagequalität

Definition des Baugruppenspektrums mit

dem PBA

Durchgeführte Arbeiten / Ergebnis

Recherche aktueller wissenschaftlicher

Literatur und Normen

Definition eines Prozessdatenmodells

Definition von Metriken und

mindestqualitätsgrenzen als Zielstellung für

einen Nutzbringenden Einsatz der Modelle

Konzeption von Leiterplatteneigenschaften

und Auswahl von Bauteilen für Versuche

AP 2: Charakterisierung thermischer Eigenschaften von Lötstellen

Geplante Arbeiten / Ziel

Entwicklung einer geeigneten

Repräsentation von Lötstellen im ML-Modell

Definition der Testleiterplatte für

Laborversuche

Validierung des Prozessdatenmodells durch

ML-Training mit Industriedaten

Durchgeführte Arbeiten / Ergebnis

Einteilung der Bauteile nach deren Typen

und thermischen Eigenschaften, Einteilung

der Lötstellen nach Lötstellendesigns

Konstruktion der Testleiterplatte

Training erster Modelle mit

Industriedatensätzen aus dem PBA

AP 3: Datensammlung - Erzeugung der Lötdatensätze

Geplante Arbeiten / Ziel

Versuchsplanung der Laborversuche

Durchführung der Versuche und der

Datenaufnahme

Vorversuch Training von ML-Modell mit

Labordatensätzen

Durchgeführte Arbeiten / Ergebnis

Definition geeigneter Parameter und

Einstellungen zur Versuchsplanung für die

Beschreibung des Lötprozesses

Durchführung von Versuchsstudien zur

experimentellen Abdeckung des

ganzheitlichen Prozessfensters

Training erster Modelle mit Labordaten

AP 4: Datenanalyse und -aufbereitung

Geplante Arbeiten / Ziel

Analyse der Datenqualität mit statistischen

Verfahren

Durchgeführte Arbeiten / Ergebnis

Untersuchung der Datenverteilung und

iterative Ergänzung der durch Versuche


Seite 7 des Schlussberichts zu IGF-Vorhaben 01IF22131N

ML-spezifische Aufbereitung der Daten und

Vorbereitung für ML-Algorithmen

Iterative Entwicklung geeigneter

Datenaufbereitungsmaßnahmen für eine

Prozessgerechte Modellierung

AP 5: ML-Training

Geplante Arbeiten / Ziel

Auswahl und systematischer Test von

überwachten ML-Algorithmen

Ermittlung des Einflusses der Größe der

Lötdatensätze

Durchgeführte Arbeiten / Ergebnis

Definition einer Pipeline für die Durchführung

von Trainingsläufen für tabellarische

Datensätze

Iteratives Durchlaufen von

Datenaufbereitungsvarianten und

Trainingsläufen zur Identifikation geeigneter

Datenaufbereitung/Datensatzreduktionsansätze

zur Streuungsminimierung ohne die Validität

der Modelle zu gefährden > Fazit Qualität der

Daten kommt vor Quantität

AP 6: Evaluation der Modelle mit Anwendungsfällen des Konsortiums

Geplante Arbeiten / Ziel

Optimierung und Evaluation der Modelle mit

Anwendungsfällen des Konsortiums

Umsetzung eines ausgewählten Modells als

Tool

Erstellung eines Best-Practice Leitfadens

zur Umsetzung eines ML-Projekts

Erstellung des Schlussberichts

Durchgeführte Arbeiten / Ergebnis

Abgleich der Ergebnisse mit industriellen

Prozessen hinsichtlich qualitativer und

quantitativer Nachbildung der

Prozesseinflüsse

Entwicklung eines Tools als beispielhafte

Anwendung von ML-Modellen zur

Evaluation von Lötstellen

Ableitung eines generalisierten, iterativen

Vorgehens zur Übertragung der

Erfahrungen aus dem Projekt auf andere

Fertigungsprozesse

Erstellung des Schlussberichts

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