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COBURGER – Das Magazin #30

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Nr. 30 | Dezember 2018 & Januar 2019

Magazin für Gesellschaft. Lifestyle. Politik.

Zum Mitnehmen


Isle of Wight

Coburgs Städtepartner vor der Südküste Großbritanniens. 35 Kilometer

lang, bis zu 20 Kilometer breit, und reich an sehenswerten Ausflugszielen.

Mehr Fotos und die ganze Geschichte auf Seite 80.

2 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


Panoramafoto: Rainer Brabec.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 3


INHALT

AUSGABE 30 | DEZEMBER 2018 / JANUAR 2019

8 DREIGESTIRN

10 STADTGESPRÄCH

98 BUCHEMPFEHLUNG

99 THEATERVORSCHAU

108 SCHATZSUCHE

110 IN EIGENER SACHE

112 MONACO FRANKE

113 AUF EIN WORT

114 DAS LETZTE

VAL THOERMER

WOLFRAM HEGEN

CHRIS WINTER

VERSCHIEDENE FOTOGRAFEN

WOLFRAM HEGEN

IRIS KROON-LOTTES

GABI ARNOLD

VAL THOERMER

WOLFRAM HEGEN

CHRIS WINTER

AB SOFORT NEU

WOLFRAM HEGEN

VAL THOERMER

ANJA HAMPEL

12 HOFBERICHT

Im VIP-Bereich des HSC Coburg

14 AUFGESTIEGEN

Das Studio Freese beim Bundespresseball

18 PRELLBÖCKE

Parkraumüberwachung in Coburg

22

32

34

38

48

50

56

BEST OF

Die schönsten Bilder zum Jubiläum

ENTSPANN DICH MAL

Sonderthema Zufriedenheit

WAS ZUFRIEDEN MACHT

Interview mit Forscher Tobias Wolbring

13 FÜHRERSCHEINE 13 SCHICKSALE

Warum Sinn zufrieden macht

IN DIE ZUKUNFT ZURÜCK

Die Geschichte von Sabrina Kerscher

REISENDER ZWISCHEN DEN WELTEN

Der Coburger Mediziner Martin Lücke

COBURGS BESTE

Die TOP-Firmen der Region - Teil 1

70 LAUFWUNDER

Die Coburgerin Stephanie Lieb

76

RUHE BITTE

Wintertrend Skitouren

4 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


GALERIESEITE 102

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 5


EDITORIAL

EDITORIAL

WOLFRAM HEGEN

Ein Jahresmotto ist es seit Jahren, nach dem zu leben so etwas wie Planbarkeit vorgaukelt.

Von „Alles richtig gemacht“ zur Selbstüberhöhung über „Erntedank“ als Symbol für

vermeintlich zustehenden Lohn nach harter Arbeit bis zu „Trennt Euch“ 2018, einem auf

zwei Worte verdichteten Plädoyer (übrigens geklaut von einem Aufkleber der Frankfurter

Buchmesse 2017) für einen Neuanfang, für die Überprüfung von Gewohnheiten auf

ihre Sinnhaftigkeit, für die Vermessung der eigenen Komfortzone, weil sie bei aller Bequemlichkeit

träge und faul macht.

Dafür war das Jahresmotto gedacht, derartige Losungen aber haben die Eigenschaft, sich zu verfestigen, wirklich

zum Los zu werden, weil selektiv jegliches Geschehen nur noch in sie hineininterpretiert wird, so wie wir

nach dem Kauf eines vermeintlich seltenen gelben Autos plötzlich mehr davon sehen als vorher. Unser Gehirn

spielt uns ganz einfach einen Streich. So erschien das Jahr reicher an Trennungsvorgängen, sei es beruflich,

wenn Mitarbeiter einen verlassen, privat, wenn vertraute Menschen eigenere Wege gehen, daheim, wenn Alltagsgegenstände

einem nach vielen Jahren für die Zukunft nicht mehr taugen. Nur die überflüssigen Pfunde

haben sich nicht verabschiedet. Durch die Brille eines solchen Jahresmottos geschärft liest sich so ein persönlicher

Rückblick dann fast melodramatisch, dabei taugen seine Fakten maximal zum schnöden Sachbuch. Also

Klappe zu.

Auch der COBURGER blickt kurz zurück, nicht nur auf dieses Jahr, sondern insgesamt auf – mit dieser – jetzt

30 Ausgaben. Auch er hat sich getrennt während dieser Zeit. Von einem Verkaufspreis, weil nicht durchsetzbar,

von allzu überzogenen Boshaftigkeiten (obwohl die satirisch verpackt zugegebenermaßen schon diebische

Freude gemacht haben) und vor allem von seinen Kinderschuhen, die irgendwann nicht mehr gepasst haben.

Der COBURGER ist erwachsener geworden. Gut so, denken wir und belassen es bei dieser Bilanz in Kurzform,

natürlich nicht ohne auf unsere Bildstrecke in diesem COBURGER hinzuweisen mit den nach unserer Meinung

schönsten Fotos aus 29 Bildstrecken der letzten sechs Jahre.

Ansonsten aber blicken wir nach vorne, was können wir besser, origineller, aufregender, emotionaler, informativer

machen, lesens-, guckens-, staunens-, fühlenswerter. Es liegt im menschlichen Wesen, dass man wohl

mal innehält, wenn man etwas geschafft hat, dass man mal kurz zufrieden ist, so richtig aber nie. Deswegen

haben wir in dieser Ausgabe das Sonderthema Zufriedenheit gewählt. Darin bestätigt uns ein Wissenschaftler

in unserem Gefühl, dass viel Geld nicht so viel mehr zufrieden macht, zu wenig aber unzufrieden. Darin zeigen

uns Lichtenfelser Schüler, wie sie die Aufarbeitung eines ganz furchtbaren Stücks deutscher Geschichte zufrieden

macht – weil sie damit etwas Sinnvolles voll- und Menschen zusammengebracht, für ein Stück Frieden

gesorgt haben.

Andere stellen wir vor: Sabrina Kerscher, neue Alt-Coburgerin, Martin Lücke, „afrikanischer“ Coburger,

Stephanie Lieb, Dauerläuferin, einen Coburger Franzosen bzw. seine Fotografien in unserer Galerie und die

Isle of Wight, weil sie eine ganz besondere Beziehung zu Coburg hat.

So, jetzt sind Sie dran.

Wolfram Hegen

P.S. Frohe Weihnachten

P.P.S. Ein gesundes neues Jahr

P.P.P.S. Neues Jahresmotto gesucht. Ideen bitte an hegen@coburger-magazin.de.

6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


INHALT

32

ENTSPANN DICH MAL

Sonderthema Zufriedenheit

UNSERE KREATIVITÄT ENTSTEHT

AUS DER LIEBE ZUM HAAR UND

UNSEREM SINN VON ÄSTHETIK.

Unser Anspruch ist die stetige

Entwicklung in unserem Handwerk.

Coburgs Beste

18

56

COBURGS BESTE

FRUST & ÄRGER

Die TOP-Firmen der Region

Parkraumüberwachung

70

EXTREMLÄUFERIN

Stephanie Lieb

Studio Freese, seit 10 Jahren in Coburg

50

ZWISCHEN DEN WELTEN

Martin Lücke

102

GALERIE

Sylvain Guillot

Judengasse 54 | 96450 Coburg | 09561 35 32 922

www.studio-freese.de

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 7


DREIGESTIRN

DREIGESTIRN

Nachts sind alle Katzen grau. Ein Sprichwort? Leicht dahingesagt? – Mitnichten.

Wohl eher ein Satz von historischer Sprengkraft: Alle sind gleich, sobald

jemand das Licht ausknipst. Revolution! Alarm! Winter! Verdunkelungsgefahr!

An die Waffen! An die Lichtschalter! An die Kerzen! Dreht die Boxen auf! Werft

den Herd an! Ladet Leute an! Feiert! Und Leute, Leute: Macht das Licht an! Die

Welt ist bunt, nicht grau – auch im Winter! Und auch in Coburg. Deswegen

auch hier wieder drei von der Redaktion völlig willkürlich zusammengestellte

besondere Veranstaltungstipps für die Monate Januar und Februar 2019. Warum?

Warum nicht. Und damit nachts nicht alle Katzen grau sind.

DAS EIGENLEBEN DER NACHT

EINE HOMMAGE AN EINE BESONDERE „TAGES“-ZEIT

Sven Faller hat keinen großen Namen, sich aber mittlerweile einen gemacht als

musikalischer Begleiter von Künstlern wie Larry Coryell, Konstantin Wecker, Georg

Ringsgwandl, Pippo Pollina oder Philip Catherine. Viele Jahre lebte und arbeitete

er in New York und reiste für Konzerte um die halbe Welt zwischen Tromsø,

Singapur und Rio. Sein Programm „Night Music“ ist seine ganz persönliche Hommage

an das Eigenleben der Nacht. Im Wechsel mit Musik liest und erzählt er seine

anekdotischen und teils autobiographischen Geschichten. Sie handeln von lustvollen

Spaziergängen unter Sternen, schrägen Typen auf nächtlichen Straßen, der

deutschen Autobahn als Ort des mystischen Grals oder dem Kontrabass als der

wahren „Königin der Nacht“ – ein besondere musikalische Lesung, ein kurzweiliger

Abend voller Humor, Tiefgang und musikalischer Klasse.

AUFGEHENDER STAR

JUNGE LETTISCHE PIANISTIN GASTIERT

„So jung und schon so gut! In etwa fünf Jahren kann sie ganz oben sein! “ schrieb

die Wiener Zeitung. Der Spiegel lobte ein „außergewöhnliches Debut“, die Fachzeitung

Piano News verteilte Bestnoten, sie sei „trotz ihrer Jugend eine wunderbare

Pianistin“. „Emotional“, „Invididuell“, „hohes Niveau“, „kühn und zärtlich in

ihrer musikalischen Sprache“: Die Presse überschlägt sich in ihren Lobeshymnen

für die junge 21jährige lettische Pianistin Aurelia Shimkus, die schon 2016 den

Echo Klassik abgeräumt hat. Entdeckt wurde die damals 15jährige beim KlavierOlymp-Wettbewerb

in Bad Kissingen, wo sie den 3. Preis holte. Es folgten ein

Stipendium und Auftritte in renommierten Konzertsälen in ganz Europa. Zudem

veröffentlichte die junge Frau aus Riga zwei Solo-CDs. Jetzt zeigt sie in Coburg

ihr Können. Ihre „Piano Impressions“ nämlich erklingen im Februar im Foyer der

HUK-Coburg.

Foto: Uli Zrenner-Wolkenstein

Foto: www.aurelia-shimkus.com

Wann Wo Wie:

Freitag, 18. Januar 2019 um 29 Uhr bei Leise am Markt in der Herrngasse.

Karten für 15 Euro unter 09561/ 90856 oder online: www.leise-am-markt.de

Wann Wo Wie:

Am Montag, den 11. Februar 2019 um 20 Uhr im Foyer der HUK-Coburg in

der Willi-Hussong-Straße 2. Karten unter www.verein-coburg.de.

8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


DREIGESTIRN

LACHEN FÜR DEN GUTEN ZWECK

7. COBURGER COMEDY GALA

Die Comedy-Gala ist für die Coburger mittlerweile ein absolutes MUST. Nicht nur, weil die Veranstaltung des

Round Table 151 von diesem Magazin präsentiert wird, sondern weil sie sich zum absoluten Stelldichein deutscher

Top-Comedians entwickelt hat, und zu allererst, weil die Gala einem guten Zweck dient: Alle Einnahmen

des Abends fließen komplett in die Service-Kasse des Round-Table 151 und von dort in viele Projekte in

der Region. Also am besten den Jahrsauftakt nutzen und für einen guten Zweck zum Lachen ins Kongresshaus

Rosengarten gehen.

Die Comedians 2018 sind … BERHANE BERHANE. Der sympathische Spaßvogel ist DAS neue Licht auf

Deutschlands Comedybühnen. Er rockte zweimal die SAP Arena bei seinem Kurzauftritt als Gast von Bülent

Ceylan. … DON CLARKE. Mit seinem neuen Soloprogramm „SEXundSECHZIG“ knüpft der natural born

Comedian Don Clarke dort an, wo er niemals aufgehört hat: Nichts tun! … WEIHERER. Dank des niederbayerischen

Poeten und seinem millionenfach geklickten Internet-Video kennt mittlerweile ganz Deutschland

die Postleitzahl von Brunsbüttel. Doch Weiherer ist weit mehr als nur der „25541-Kasperl“: Ein faszinierender

Sturschädel mit einer Mischung aus Liedermacherei und Kabarett! … THORSTEN BÄR. Das Multitalent der

deutschen Comedy mit seinem Mix aus Standup, Parodie und Songs. Bereits über 200.000 Gäste hat das Multitalent

der deutschen Comedy begeistert. „Vadder Unser“ ist ein kurzweiliger Abend mit einem dynamischen

Mix aus Stand-Up Parodie und Songs. Und … NIKO FORMANEK, der durch den Abend führt. Seine natürliche

Art und sein Charme sind ansteckend und so wird ein Abend mit Niko Formanek zu einem Erlebnis, bei

dem einem das Herz aufgeht.

Tom Oliver -

the man behind our

Best English

Crafted

Cider-

& Perry

Traditionell hergestellter

Apfelwein (Cider) und

Birnenwein (Perry)

mit einer einzigartig

britischen Seele.

Wann Wo Wie:

Samstag, 5. Januar 2019 um 20 Uhr im Kongresshaus Rosengarten.

Karten online auf www.coburger-comedy-gala.de oder in der Geschäftsstelle des Coburger Tageblatts.

Weitere Ideen, Anregungen und Termine für Unruhegeister, Klassikjunkies,

Rumtreiber, Gesellschaftshungrige, Kulturgierige, Lichtschalterverkäufer und

sonstige Kurzreisende:

▶ iTVCoburgApp, kostenlos zum Download

▶ coburg.de/veranstaltungen

▶ www.facebook.com/Sonderbar.Coburg/

▶ landestheater-coburg.de

▶ coburg-kongress.de/de/besucher/veranstaltungskalender

▶ leise-am-markt.de

▶ gocoburg.de/veranstaltungen

▶ huk-coburg-arena.de/veranstaltungen.html

▶ agentur-streckenbach.de/alleveranstaltungen

▶ konzertagentur-friedrich.de/veranstaltungen-konzertagentur

▶ vsbamberg.de/events.cfm

Und wenn Ihr dann das Licht ausschaltet:

Nachts sind alle Katzen grau, aber auch die Kater.

BEST ENGLISH CIDER, PERRY

CIDERBRANDY UND LIKÖR

Ernstfarm Coburg, Kürengrund 80,

Tel. 09561-832734 . Mobil 0171 9234203

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Di.,Do.,Fr.:15-18 Uhr, Sa:14-18 Uhr

www.ciderhof.de

Photo © Bill Bradshaw

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 9


STADTGESPRÄCH

STADTGESPRÄCH...

COBURG GANZ OBEN

Eine neue Ära beginnt, aber die alte Ära geht weiter: Jürgen Schranz ist ab

sofort Pächter der Coburger Hütte bei Ehrwald in Tirol. Er tritt damit in die

Fußstapfen seines Vaters Friedl Schranz, der die Hütte seit 1991 bewirtschaftet

hatte. Beide reisten kürzlich zur Vertragsunterzeichnung mit dem 1. Vorsitzenden

des Alpenvereins Coburg, Thomas Engel, 2. Vorsitzendem Rolf Schmidt und

weiteren Vorstandsmitgliedern nach Coburg, wo sie nach einem gemeinsamen

Mittagsessen – Rehbraten mit Coburger Klößen – ihre Unterschriften unter den

Pachtvertrag setzten. Der mit knapp 2000 Metern höchstgelegene Punkt Coburgs

bleibt damit weiter in der Hand der Familie Schranz aus Axams in Tirol. Christian

Schranz, der Bruder von Jürgen, wird auch weiterhin als Koch in der Küche

stehen. Beide kommen samt Familien und natürlich Vater Friedl übrigens im

März zur Jahreshauptversammlung des Alpenvereins nach Coburg, bevor sie dann

die neue Saison vorbereiten: Die beginnt 2019 am Mittwoch, den 29. Mai, ein Tag

vor Christi Himmelfahrt.

FRANKEN GANZ MODERN

Es ist keine feindliche Übernahme, sondern ein freundschaftliches Miteinander:

Der Tag der Franken wird am 7.Juli 2019 erstmals länderübergreifend gefeiert, im

oberfränkischen Neustadt und in der Nachbarstadt Sonneberg in Südthüringen,

die sich ja ohnehin zu Franken hingezogen fühlt. Jetzt sind Ideen gefragt, um

diesen Tag zu einem Erfolg zu machen: Regionalmanager Stefan Hinterleitner

zum Beispiel träumt von einem wasserstoffbetriebenen Zug, der die hohen Gäste

von Nürnberg nach Sonneberg fährt. Außerdem soll es wasserstoffbetriebene

Pendelbusse zwischen Neustadt und Sonneberg und entsprechend Autos für

die beiden Ministerpräsidenten geben. Hintergrund ist eine Initiative, die von

Sonneberg aus Wasserstoff-Energie stärker fördern und die Region zu einer

Modellregion machen möchte.

COBURG GANZ BUNT

Anastasia May wurde 1985 in der russischen Metropole St. Petersburg geboren.

Als Kind war sie fasziniert von den Bilderbüchern und fing bereits mit 6 Jahren

an, ihre ersten Illustrationen zu den Märchen zu malen. Im Jahr 2002 wanderte

sie mit Ihren Eltern nach Tschechien aus und beendete ihre Schule in Prag. Die

märchenhafte Kulturmetropole Prag bestätigte sie in ihrer Entscheidung, sich

stark dem grafischen Bereich zu widmen. Im Jahr 2008 begann sie das Studium von

Grafik und Design, mit dem Schwerpunkt Illustration, in Krefeld. Sie entwickelte

mehrere Buchprojekte, beschäftigte sich mit verschiedenen Drucktechniken

und Fotografie, Kunstreisen gaben ihr viele neue Impulse. Ihre Bilder strahlen in

leuchtenden Farben, ihre Figuren scheinen aus anderen Welten zu kommen. Jetzt

hat sie Coburg ein buntes Denkmal gesetzt: „Coburg Life“.

www.anastasia-may.com

10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 11


DER HOFBERICHT

FOTOS: VAL THOERMER

Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg

sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist

sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen

Prinzen und einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne

HOFBERICHT

kleine und große Partys. Wir vom COBURGER natürlich auch. Wenn wir

eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen

wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal aus dem VIP-Bereich bei

einem Heimspiel des HSC 2000 Coburg in der 2. Handball-Bundesliga.

12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


DER HOFBERICHT

Hotelentdecker-

Wochenende

Coburg.Rennsteig

19. - 20.01.2019

15. - 16.06.2019

Zu Gast

in der

Heimat

Die Region

Coburg.Rennsteig

neu erleben

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Entdecken Sie Ihre Heimat aus einer neuen

Perspektive bei einer Übernachtung mit

Frühstück und Drei-Gänge-Menü in einem der

teilnehmenden Hotels sowie einer Entdeckertour

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Coburg.Rennsteig! Neu in diesem Jahr:

Wählen Sie zwischen zwei Terminen und

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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 13


Advertorial

BUNDESPRESSEBALL

AUFGESTIEGEN

STUDIO FREESE MIT VIEL VERANTWORTUNG

BEIM BUNDESPRESSEBALL

Das Team der Beautylounge des Studio Freese beim Bundespresseball 2018: Carina Häussler,

Kevin Anschütz, Gloria Baier, Christian Wiemann, Torsten Freese, Tara Yipp, Robin Schitter, Tobias Freese.

14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


STUDIO FREESE

Im letzten Jahr war das Studio Freese aus Coburg schon einmal

beim Bundespresseball in Berlin. Damals als Teil eines größeren

Teams. In diesem Jahr bekamen die Coburger wieder eine

Einladung zu diesem gesellschaftlichen Event. Dieses Mal sogar

als Alleinverantwortliche für die sogenannte Beauty-Lounge.

Der COBURGER hat sich mit Torsten Freese, Tobias Freese

und Christian Wiemann über den Abend im Berliner Adlon

unterhalten.

COBURGER: Christian, für Sie war der Bundespresseball eine Premiere.

Wie war das erste Mal?

Christian Wiemann: Natürlich war ich aufgeregt. Wir wussten ja erst kurz vorher

wer kommt, da waren schon ganz exklusive Gäste dabei, die man normalerweise

nicht bedient. Und dann noch in einer Umgebung mit so viel Aura, im Adlon, in

einem Ort mit so viel Geschichte und so einem großen Namen, da hat man schon

Respekt vor der Aufgabe. Aber diese Nervosität hat sich ganz schnell gelegt.

Wir waren sehr gut vorbereitet, jeder kannte seine Handgriffe, so kamen wir

relativ schnell in eine positive Routine hinein. Und wenn man merkt, dass auch

Prominente natürlich nur ganz normale nette Menschen sind, kann man so ein

besonderes Ereignis dann auch genießen.

COBURGER: Torsten, erzählen Sie doch mal, wer war bei Ihnen, welche

Namen, darf man das verraten?

Torsten Freese: Also nur so viel. Es waren namhafte Vertreter aus Wirtschaft,

Show, Medien und Politik. Aber natürlich sind wir da verschwiegen, das ist

Friseurgeheimnis, Ehrensache. Die meisten wollen auch nicht fotografiert

werden, wenn sie bei uns sind. Eine Beauty Lounge steht ja auch für eine gewisse

Intimität.

COBURGER: Im letzten Jahr war das Studio Freese Teil eines größeren

Teams, in diesem Jahr ist man quasi aufgestiegen, war für die komplette

Beauty Lounge verantwortlich, wie kam das zustande?

Torsten Freese: Die Organisation des Bundespresseballs hat angefragt, ob wir in

diesem Jahr für das komplette Styling verantwortlich sein wollen, also inklusive

Make-Up. Das war natürlich eine große Ehre, aber auch eine Herausforderung

für uns als Team, verbunden mit viel mehr Verantwortung. Vor allem aber war es

eine Riesenchance, weil wir uns dadurch auf höchster gesellschaftlicher Ebene

zeigen konnten. Und unser achtköpfiges Team hatte auch über den ganzen

Abend verteilt gut zu tun: 30 Termine mit Gästen und noch einmal etwa 120- mal

ein Touch-Up. Die meisten davon kommen ja zu uns, bevor sie über den roten

Teppich gehen und im Blitzlichtgewitter stehen. Und im Gegensatz zum letzten

Jahr waren auch komplette Haarschnitte mit dabei.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 15


STUDIO FREESE

COBURGER: Neben dem fachlichen geht es für viele Gäste bei solchen Bällen

ja vor allem auch ums Wohlfühlen, um einen schönen Abend mit netten

Menschen und guten Gesprächen. Wie haben Sie sich denn um die Gäste

gekümmert?

Tobias Freese: Ich habe dafür gesorgt, dass die Gäste sich gleich bei uns

Willkommen und professionell betreut fühlen, dass ihre Terminierung

eingehalten wird und dass sie ihren Stylisten persönlich vorgestellt werden.

Und danach gab es für jeden Gast noch eine schwarze Studio Freese Tüte, die

übrigens der Renner waren an dem ganzen Abend, gefüllt mit Geschenken wie

einem Shampoo von unserer Hausmarke oder Pflegeprodukten von unseren

Lieferanten. Alles in allem kam das wunderbar an, wir haben so viele glückliche

Kommentare gehört, weil wir als Team perfekt funktioniert haben.

Christian Wiemann: Bei uns war es so familiär, dass manche Gäste auch länger

geblieben sind, weil sie sich so wohlgefühlt haben, dass sie sich bei uns ganz gut

entspannen konnten, bevor sie sich wieder in den Balltrubel gestürzt haben.

COBURGER: Nun waren Sie ja zum zweiten Mal dabei, jetzt auch mit mehr

Verantwortung, haben Sie das auch an der Wahrnehmung vor Ort gespürt,

an der Wertschätzung? Ist das Studio Freese jetzt sozusagen in Berlin

angekommen?

Torsten Freese: Wir waren in diesem Jahr in der Ballfibel mit einer kompletten

Seite vertreten, unser Logo war mit an der Pressewand, also schon dadurch sind

wir mehr wahrgenommen worden. Und wir hatten auch persönlich wesentlich

mehr Gespräche, viel Feedback, haben Kontakte zu Firmen- oder Senderchefs

knüpfen können.

Durch so einen Auftritt eröffnen sich natürlich neue Möglichkeiten. Und so

war es auch ganz amüsant zu sehen, wie skeptisch unsere Kollegen aus der

Bundeshauptstadt uns beobachten, mit denen wir ja jetzt quasi auf Augenhöhe

sind, Konkurrenten wenn man so will. Also das war schon spannend, das zu

erleben.

COBURGER: Haben Sie eigentlich auch gefeiert?

Torsten Freese: Natürlich, um halb eins in der früh hatten wir die letzten Gäste

in der Lounge, dann ist das ganze Team auf den Ball. Die Männer natürlich im

Smoking, die Damen in schicken Abendkleidern.

COBURGER: Also Fazit „gerne wieder“?

„Bei uns war es so familiär, dass manche Gäste

auch länger geblieben sind, weil sie sich so

wohlgefühlt haben, dass sie sich bei uns ganz gut

entspannen konnten, bevor sie sich wieder in

den Balltrubel gestürzt haben.“

Tobias Freese: Also das Team hat harmoniert, Stress ist nie aufgekommen, wir

waren immer professionell und immer freundlich, unsere Gäste konnten sich auf

uns verlassen und in Ruhe feiern. Von daher wir sind gerne wieder dabei.

Torsten Freese: Natürlich gerne wieder, denn den Vertrag fürs nächste Jahr

habe ich schon unterschrieben. Ich bin sehr sehr stolz auf unser Team. Jeder

war aufmerksam, konzentriert, professionell. Wir sind wieder ein Stück

vorangekommen, haben wieder Erfahrungen gesammelt, an Know-How

gewonnen. Und natürlich wollen wir auf diesem Weg gerne weitergehen, wollen

weiterwachsen, unsere Hausmarke noch mehr als bisher platzieren. Also wir

haben Visionen, die uns weiter nach vorne treiben.

16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 17


FRUST & ÄRGER

VON CHRIS WINTER

PRELLBÖCKE

für Frust und Ärger

Parkraumüberwachung

in Coburg

Etwa 35.000 Mal im Jahr finden Autofahrer in Coburg eine Verwarnung unter

dem Scheibenwischer. Da sind ein Halte- oder Parkverbot missachtet oder die

Maßgaben eines Behinderten-Parkplatzes nicht akzeptiert worden. Dann sind

zwischen zehn und 35 Euro fällig. Acht Frauen und ein Mann sind im Außendienst

der kommunalen Verkehrsüberwachung unterwegs und versuchen, die Parkmoral

hoch und auf jeden Fall Feuerwehrzufahrten freizuhalten.

Seit 1992 überwacht die Stadt den „ruhenden Verkehr“, wie Parken und Halten in

der Sprache der Verwaltung heißt. Je nach Einsatzgebiet kommen pro Mitarbeiter

bis zu einem Dutzend Kilometer Fußmarsch am Tag zusammen.

18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


PARKRAUMÜBERWACHUNG IN COBURG

„Ich bring Dich um“

Christiane Preißler ist eine der „Coburger Politessen“ und seit Beginn der städtischen Verkehrsüberwachung

dabei. In den vergangen 26 Jahren hat die couragierte und selbstbewusste Frau bei ihrer Tätigkeit nahezu jeden

Abgrund menschlichen Charakters erlebt, aber auch schöne und angenehme Begegnungen haben sich in ihrer

Erinnerung festgesetzt. „Solange noch gar nicht her ist eine Morddrohung“, erzählt sie. „Ich bring’ dich um“,

hat ein Mann zu ihr gesagt. Das ging natürlich vor Gericht, ist aber leider und für sie kaum verständlich im

Sande verlaufen. Genau einmal in den zurückliegenden 26 Jahren ist Christiane Preißler körperlich attackiert

worden. „In der Mohrenstraße hat mir eine Frau so richtig eine gescheuert. Die hat sich gar nicht beruhigen

lassen!“ Falsch parkende Frauen, so hat Christiane Preißler während ihrer Dienstzeit erfahren, sind aufbrausender

und mitunter aggressiver als die männlichen Automobilisten.

Händler eilt zu Hilfe

Hilfe hat die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes damals nur von einem Einzelhändler bekommen. „Während

alle anderen Passanten nur ‘rumstanden und geguckt haben, kam der Mann aus seinem Geschäft und ging

dazwischen.“ Mit seinen knapp zwei Metern Körpergröße und der kräftigen Statur war die Auseinandersetzung

schnell zu Ende und die aggressive Autofahrerin konnte bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden.

„Das Gericht verurteilte die Frau in der Folge zu einer erheblichen Geldstrafe und zu Sozialstunden.“ Wüste

Beschimpfungen, die oft Themen von unterhalb der Gürtellinie aufgreifen, werden grundsätzlich zur Anzeige

gebracht. „Man muss sich schließlich nicht alles gefallen lassen“, stellt Christiane Preißler fest. Im Außendienst

ist man oft der Prellbock für den Frust und Ärger eines ganzen Tages.

Hunde und einmal sogar ein Kleinkind befreite Christiane Preißler im Sommer aus überhitzten Autos. „Das

Fenster war etwas geöffnet, da konnte ich einen Arm durchzwängen und bin an den Knopf gekommen. Das

Kind hab’ ich dann eine Stunde durch die Stadt getragen, bis die Mutter gekommen ist.“ Die Frau war einkaufen

und hatte gedacht, während der Zeit schläft das Kind, hatte allerdings die Hitze im Wagen völlig vergessen. Die

junge Mutter war seinerzeit sehr erleichtert, das Jugendamt hat sich der Sache angenommen.

Märchenstunden

Vor drei Jahren kam Maria Schramm zur Verkehrsüberwachung der Stadt. Die Arbeitszeiten lassen sich nach

ihren Worten mit der Familie gut vereinbaren, darüber hinaus bietet der Job viel Interessantes. „Und schließlich

ist man an der frischen Luft und hat Bewegung.“ „Mit ‚es war einmal …’ beginnen die Märchen“, sagen die

beiden Frauen und grinsen. Bei der Parkraumüberwachung beginnen die Geschichten und Rechtfertigungen

in der Regel mit „ich bin ja nur …“ oder „ich hab’ nur schnell …“ Die Ausreden, warum jemand im absoluten

Halteverbot den Wagen abgestellt hat, wiederholen sich. Wenn das Falschparken nicht völlig den Verkehr behindert,

drücken die Frauen für kurze Zeit schon mal ein Auge zu. Immer wieder passiert es, dass Baugerüste

Verkehrszeichen verdecken. In solchen Fällen bleibt der mobile Drucker für die Verwarnungen untätig. „Solche

Situationen geben wir weiter, damit die Schilder auch während der Dauer der Baustelle wieder sichtbar

angebracht werden.“ Bei blockierten Behinderten-Parkplätzen und Feuerwehrzufahrten gibt es aber kein Pardon.

„Da bekommen auch Mofas oder Motorroller eine Verwarnung angehängt.“ Grundsätzlich wird jeder

Falschparker verwarnt, „denn erstens kennen wir nur das Auto und nicht den Besitzer, zweitens können wir

keine Ausnahmen machen“, erklärt Christiane Preißler. Auch Ehegatten sind schon mit einer kostenpflichtigen

Verwarnung bedacht worden.

Bei der Parkraumüberwachung beginnen die

Geschichten und Rechtfertigungen in der Regel mit

„ich bin ja nur …“ oder „ich hab’ nur schnell …“

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 19


FRUST & ÄRGER

Stammkundschaft

Die Parkmoral hat sich nach den Erfahrungen von Maria Schramm und Christiane Preißler in der Vergangenheit

schon gebessert. Die Frequenz auf den Stellplätzen in den Straßen der Stadt hat sich erhöht. Rechtsschutzversicherungen

übernehmen Verwarnungsgelder für Falschparken nicht mehr. Schwierige „Kundschaft“ gibt

es selbstverständlich auch, und „Stammkundschaft“, die mehrmals am Tag eine Verwarnung erhält. Vielen

notorischen Falschparkern ist das Verwarnungsgeld schlicht egal. Immer wieder versuchen verwarnte Autofahrer,

die Rücknahme des „Knöllchens“ im Ordnungsamt zu erreichen. Meistens aber folgt auf eine Belehrung

die Einsicht. „Einmal hatte jemand sein Auto dabei wieder verkehrswidrig abgestellt“, erinnert sich Pascale

Bauer, Innendienstleiter der Verkehrsüberwachung. „Während der Mann im Büro war, war der Außendienst

wieder tätig gewesen.“

Freund und Helfer

Viele Verwarnungen wurden früher in der Raststraße eingestellt, als dort noch die Dreyer-Klinik mit der Geburtshilfe

beheimatet war. Die Parkuhren erlaubten maximal zwei Stunden. „Da kam ein frisch gebackener

Vater raus und war ehrlich: Er stehe schon seit dem Abend vorher dort. Den Fußabdruck des Sohnemanns hat

er später vorbeigebracht. Die Verwarnung musste er nicht bezahlen.“ Technische Hilfe hat Christiane Preißler

auch schon geleistet, etwa als eine Frau aus dem Parkhaus Mauer fuhr und ein Reifen platt war. In der Webergasse

hat sie mit Wagenheber und Radkreuz hantiert. „Nur eine Schraube war so fest, die habe ich nicht aufbekommen.“

Kurzerhand hat sie einen Fleischermeister zur Hilfe vergattert, der die ganze Szene mit stoischer

Ruhe verfolgt hatte. „Der hat aber wirklich nur diese eine Radschraube gelöst.“ Als das Ersatzrad montiert gab

es ein Schulterklopfen und ein „hast du gut gemacht“ für Preißler.

Parkraumbewirtschaftung

Die kommunale Verkehrsüberwachung in Coburg nahm 1992 ihren Dienst auf. Bei rund 1100 Stellplätzen

in den Straßen überwachen die neun Außendienstler, ob Parkzeiten eingehalten und -gebühren

entrichtet sind. Rund 35 000 Verwarnungen stellen die Mitarbeiter jedes Jahr aus, die Verwarnung

belaufen sich auf Beträge zwischen 10 und 35 Euro, wobei die Höhe bundeseinheitlich festgelegt ist.

Neben der kommunalen Verkehrsüberwachung ist auch die Polizei eingebunden. Das Abschleppen von

Fahrzeugen veranlasst stets die Polizei.

Schwierige „Kundschaft“ gibt es selbstverständlich

auch, und „Stammkundschaft“, die mehrmals am

Tag eine Ver warnung erhält. Vielen notorischen

Falschparkern ist das Verwarnungsgeld schlicht egal.

20 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


PARKRAUMÜBERWACHUNG IN COBURG

Gesponserter Beitrag

DER KLEINE ÄRGER

Tipps zum Umgang mit Strafzetteln

Sie kommen auf Papier daher, auf der Windschutzscheibe oder im Briefkasten,

ganz sachlich und nüchtern, und können einen doch mächtig in Wallung

versetzen: Strafzettel. Falsch geparkt, zu lang geparkt, zu schnell gefahren, zu nah

aufgefahren, telefoniert und viele andere Verstöße mehr: Knöllchen gehören zum

alltäglichen Ärger als Autofahrer. Kommunale Verkehrsüberwacher und Polizei

ahnden kleine Vergehen ob im stehenden oder fließenden Verkehr nämlich als

Ordnungswidrigkeit. Informationen dazu von Lutz Lindner, Rechtsanwalt bei der

Coburger Kanzlei Hörnlein & Feyler.

Ordnungswidrigkeiten sind leichte Rechtsverstöße, bei denen der Staat auf eine Strafe

gemäß dem Strafgesetzbuch verzichtet, stattdessen aber zur Kasse bittet. Bekannt

sind solche Ordnungswidrigkeiten vor allem durch viele Millionen Verstöße gegen die

Straßenverkehrsordnung. Am häufigsten handelt es sich dabei um Falschparkerei oder um

Geschwindigkeitsübertretungen. Aber auch zu geringer Abstand zum Vordermann oder die

Nutzung des Handys am Steuer sind beliebte Verstöße.

ANKUNFTSZEIT

„Geringfügige Verstöße werden mit einer Verwarnung geahndet“, ob nur vor Ort oder

postalisch. Einen Zwang zur Schriftform gibt es dabei übrigens nicht – auch die mündlich

ausgesprochene Verwarnung gilt. Eine Verwarnung muss dabei nicht unbedingt mit einem

Verwarnungsgeld verbunden sein, ist sie aber in der Regel. Sobald die Summe bezahlt ist,

hat der Verkehrssünder die Verwarnung anerkannt. Bestreitet man die Ordnungswidrigkeit

oder zahlt nicht innerhalb der angegebenen Frist, kommt auf jeden Fall Post nach Hause.

Dann wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Ein teures Vergnügen, immerhin schlagen

die Behörden dann auf das Verwarnungsgeld noch Gebühren und Kosten obendrauf.

Andere Verstöße sind direkt mit einem Bußgeld belegt, dann wird ohne vorherige

Verwarnung ein Bußgeldbescheid erlassen

Viele Betroffene fragen sich, ob es sich lohnt, Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einzulegen. Das hängt

vom erhobenen Vorwurf und den vorhandenen Beweismitteln ab. Aus Erfahrung haben Einwände gegen

Geschwindigkeitsverstöße nur geringen Erfolg, wenn es um die Rechtmäßigkeit der Messung geht. Größerer

Erfolg kann das Bestreiten der Fahrereigenschaft haben, wenn das in der Akte befindliche Lichtbild keine

eindeutige Identifizierung des Fahrers zulässt. Sind Halter und Fahrer personenverschieden und kann/muss,

z.B. bei verwandtschaftlichen Verhältnissen, der Halter keine Angaben zum Fahrzeugführer machen, kann

der Betroffene möglicherweise um ein Bußgeld und/oder Punkte herumkommen. Dann allerdings kann für

die Zukunft ein Fahrtenbuch angeordnet werden. Gegen Messergebnisse bei Geschwindigkeitsübertretungen

oder Abstandsverstößen vorzugehen, hat dagegen keinen Sinn. Messungen werden immer als richtig gewertet.

Wenn man also teure und unangenehme Post vermeiden möchte, gibt es nur einen Weg: Sich an die

Verkehrsregeln halten. Denn ist man erst einmal ermahnt, entkommt man der Strafe nur noch schwer.

Lutz Lindner ist Fachanwalt für Verkehrsrecht und außerdem Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei

Hörnlein & Feyler.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 21


30. Ausgabe COBURGER – 30 Bilderstrecken

Eine Auswahl der letzten sechs Jahre

Ausgabe 17 Coburger Hütte | Foto: Sebastian Buff

22 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 23


Ausgabe 11 Sambafestival | Foto: Sebastian Buff

24 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 25


Ausgabe 19 Weihnachtsmarkt | Foto: Sebastian Buff

26 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 27


Ausgabe 21 Schlossplatzfest | Foto: Sebastian Buff

28 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 29


Ausgabe 06 Weihnachtsmarkt | Foto: Val Thoermer

30 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 31


Von Wolfram Hegen

ENTSPANN

DICH MAL

Sonderthema Zufriedenheit

32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


Engelchen

Ich

Teufelchen

Ich

Engelchen

Teufelchen

Engelchen

Ich

Engelchen

Ich

Entspann Dich mal. Ist doch alles gut.

Stimmt eigentlich. Gute Idee.

Wollte ich ja gestern schon.

Nein, nicht nachlassen, da geht noch was.

Stimmt auch wieder.

Was geht da noch?

Mehr Neues, Anderes, Besseres, Tolleres,

Schnelleres, Höheres.

Brauchst Du das?

Ich?

Ja, Du.

Teufelchen lacht teuflisch.

Engelchen

Ich

Teufelchen lacht teuflisch.

Engelchen

Ich

Engelchen

Ich

Engelchen

Teufelchen

Ja …. schön wäre das schon.

Du willst also mehr?

Ja … also nur ein bisschen mehr noch.

Dann bin ich zufrieden.

Und wann ist das?

Morgen.

Das hast Du gestern und vorgestern auch

schon gesagt.

Stimmt. Aber da ging halt dann auch wirklich

noch was.

Ok. Aber jetzt entspann Dich. Ist gut jetzt.

Stillstand ist Rückschritt.

Engelchen

Teufelchen

Engelchen

Teufelchen

Engelchen

Teufelchen

Engelchen

Teufelchen

Engelchen

Teufelchen

Engelchen

Teufelchen

Engelchen

Ich

So wirst Du nie zufrieden.

Zufriedenheit ist der Anfang vom Ende.

Halte inne. Entspann Dich. Genieße.

Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört,

gut zu sein. Hat Philip Rosenthal gesagt.

Wer wohl zufrieden ist, ist wohl bezahlt.

Ist von Shakespeare.

Weiter, immer weiter. Ist von Oli Kahn.

Wer ist Oliver Kahn?

WER IST OLIVER KAHN? GEHT’S NOCH?

FUSSBALLER, CHAMPION, FERNSEHSTAR,

BALD FCBAYERN-CHEFETAGE. OK?

Wer …?

Wie „Wer?“

…. will das wissen? Die Geschichtsbücher?

Das Universum? Gott? Am Ende ist das wirklich egal.

Klar, wenn Dir nichts mehr einfällt, kommst

Du mit Gott.

Na und, ohne Gott gäbe es DICH auch nicht.

HÖRT AUF ZU STREITEN. ES GEHT IMMERHIN

UM MEIN LEBEN.

Peinliche Stille. Alle gucken sich betreten um. Das Engelchen pustet

einen weißen Staubflusen durch die Luft, Teufelchen einen im feurigen

Streit entzündeten Geldschein aus.

Ich (erschöpft) Ich will eigentlich nur meine Ruhe.

Engelchen lacht teuflisch.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 33


INTERVIEW

Sonderthema Zufriedenheit

Das Interview führte Iris Kroon-Lottes

Tobias Wolbring

Professor für

Zufriedenheitsforschung

WAS ZUFRIEDEN MACHT

INTERVIEW

„Ein neues Jahr, ein neues Glück!“ beschrieben schon Dichter

und Denker den Jahreswechsel. Wer kennt das nicht? Kurz

vor Neujahr nehmen wir uns gute Vorsätze vor: Mehr auf die

schlanke Linie achten, weniger Alkohol, dafür mehr Wasser

trinken und vielleicht wieder regelmäßig ins Fitness-Studio

gehen, statt nur den Beitrag zu bezahlen. Gerne wollen wir

höher hinaus, etwas noch besser machen, immer mehr erreichen.

Doch macht uns das wirklich zufrieden? Sollte das Privileg –

nicht ständig mehr zu wollen – ein Teil unseres Lebens sein, den

wir uns leisten können und auch leisten wollen? Zufriedensein

macht schließlich glücklich. Doch von was hängt diese

Lebenseinstellung ab? Prof. Dr. Tobias Wolbring befasst sich

beruflich mit Zufriedenheit. Seit 2017 leitet er den Lehrstuhl für

Empirische Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Alexander

Universität Erlangen-Nürnberg. Eines seiner Spezialgebiete ist

die Lebenszufriedenheitsforschung.

34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


TOBIAS WOLBRING

„Sehr viele Menschen sind relativ zufrieden mit

ihrem Leben, auch wenn der Rasen auf der anderen

Seite des Zauns manchmal noch ein bisschen

grüner aussieht.“

Herr Prof. Wolbring, was gehört dazu, um in

unserer Gesellschaft ein zufriedener Mensch

zu sein?

Die subjektive Zufriedenheit wird von einer

Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Entscheidend

ist die richtige Mischung: Gesundheit, ein

gewisses Mindestmaß an Geld, eine gelingende

Beziehung, Freundschaften und auch soziale

Anerkennung für die eigenen Leistungen durch

andere.

Wir leben in einem sicheren, wohlhabenden

Land. Trotzdem scheint es so, als wäre die

Mehrzahl der Deutschen eher unzufrieden.

Woran liegt das?

Dieser Eindruck täuscht. Ein Großteil der deutschen

Bevölkerung gibt auf einer Skala von Null

(sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) einen

Wert von 7 oder mehr an. Sehr viele Menschen

sind also durchaus relativ zufrieden mit ihrem

Leben, auch wenn der Rasen auf der anderen

Seite des Zauns manchmal noch ein bisschen

grüner aussieht.

Sie haben rund um das Thema Zufriedenheit

verschiedene Faktoren untersucht. Einer

davon ist das Einkommen, das wir beruflich

verdienen. Sind Menschen mit höheren

Gehältern zufriedener? Macht Geld wirklich

glücklich?

Wenn Menschen nur wenig Geld zum Leben

zur Verfügung haben, dann steigert jeder

zusätzliche Euro spürbar ihre Zufriedenheit. Je

höhere Einkommen Menschen jedoch erzielen,

umso weniger ist die genaue Höhe des Einkommens

von Bedeutung. Dann werden plötzlich

andere Dinge viel wichtiger: Habe ich in den

vergangenen Jahren eine Gehaltserhöhung

erhalten, die mir Wertschätzung durch meine

Vorgesetzten signalisiert? Wird mir Vertrauen

im Job entgegengebracht und kann ich mich

selbst verwirklichen? Und wie schneide ich

gehaltstechnisch im Vergleich zu meinen Kolleginnen

und Kollegen ab, die ähnliche Aufgaben

erledigen?

Welche Formen von Zufriedenheit spielen in

Ihrer Forschung eine Rolle?

Die subjektive Lebenszufriedenheit ist ein Konstrukt,

das sich auf das Leben im Großen und

Ganzen bezieht. Die Frage, wie sich bestimmte

Faktoren – wie zum Beispiel das eigene Einkommen

– auf die Lebenszufriedenheit auswirken,

ist natürlich für sich genommen schon

sehr interessant. So habe ich zum Beispiel

gemeinsam mit zwei Kollegen gezeigt, dass sich

erst eine lange Pendeldistanz zur Arbeit von 80

Kilometern oder mehr negativ auf die Lebenszufriedenheit

auswirkt. Bei geringeren Distanzen

hatte das Pendeln dagegen keine Effekte.

Noch interessanter wird es dann, wenn man

sich genauer anschaut, welche Lebensbereiche

vom Pendeln so negativ betroffen sind. So empfinden

wir, dass lange Pendelwege vor allem

auf Kosten der Freizeit gehen und auch die Gesundheit

darunter leidet; die Zufriedenheit mit

der Familie oder der Wohnsituation sind jedoch

überraschenderweise kaum betroffen.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 35


INTERVIEW

Menschen, die beruflich pendeln müssen,

leben häufig in Ballungszentren. Heißt das

im Umkehrschluss, dass Menschen in kleinen

Städten mit kurzen Wegen zufriedener leben?

Ja, im Prinzip könnte man so argumentieren,

denn die Pendelzeit zur Arbeit hat sich in den

Ballungsräumen in den vergangenen Jahren aufgrund

der steigenden Mietkosten und der überlasteten

Verkehrsinfrastruktur deutlich erhöht.

Man muss aber natürlich auch bedenken, dass

es weitere Unterschiede zwischen Kleinstädten

und Ballungsräumen gibt, zum Beispiel sind

die Einkommens- und Beschäftigungschancen

in Ballungsräumen besser oder der öffentliche

Nahverkehr ist stärker ausgebaut.

Ein Lottogewinn, eine Trennung oder eine

Gehaltserhöhung: Steigern oder mindern

solche Einschnitte im Leben dauerhaft die

Zufriedenheit? Führen Gewohnheitseffekte

zu weniger Zufriedenheit im Leben?

Relativ viele Forschungsarbeiten zeigen, dass

kritische Lebensereignisse – wie eine Trennung

oder der Verlust des Arbeitsplatzes – sich

zunächst spürbar auf die Lebenszufriedenheit

auswirken. Nach rund drei bis fünf Jahren sind

diese Effekte aber meist wieder verschwunden

– die Menschen arrangieren sich häufig mit

ihrer neuen Situation und erreichen nach einigen

Jahren wieder ihr ursprüngliches Zufriedenheitsniveau.

Das gilt übrigens nicht nur für

negative, sondern auch für positive Ereignisse

wie die Geburt eines Kindes oder einen Lottogewinn.

Wenn man sich überlegt, wie intensiv

solche Lebensereignisse in dem entsprechenden

Moment erlebt werden, ist das durchaus

bemerkenswert.

Werden wir mit zunehmendem Alter

zufriedener oder eher genügsamer?

Natürlich hängt die Lebenszufriedenheit

auch mit der eigenen Einstellung zum Leben

zusammen und vermutlich hat unser zukünftiges

Selbst nicht mehr den gleichen Blick auf

die Welt wie wir ihn noch heute haben. Die

Forschung hat allerdings gezeigt, dass es keinen

deutlichen Zusammenhang zwischen Alter

und Lebenszufriedenheit gibt; schon gar nicht

ist die viel diskutierte Midlife-Crisis in den

Daten zu erkennen. Erst wenn gesundheitliche

Probleme im hohen Alter deutlich zunehmen,

nimmt die Lebenszufriedenheit mit jedem weiteren

Jahr ziemlich stark ab. Das ist aber kein

Effekt des Alters, sondern eben der eigenen

Gesundheit.

Herr Wolbring, sind Sie ein zufriedener

Mensch?

Ja, auf jeden Fall. Das Charmante an der Lebenszufriedenheitsforschung

ist ja, dass man

dadurch auch selbst lernt, auf was es im Leben

ankommt und was einen zufrieden macht. Das

relativiert vieles, was uns sonst im Alltag immer

so wichtig erscheint und uns von Termin zu

Termin hetzen lässt. Und erfreulicherweise

liegt unsere Zufriedenheit doch auch zu einem

Gutteil in unserer eigenen Hand. So zahlt

es sich aus, eine positive und optimistische

Einstellung zum Leben zu haben und bei den

kleineren alltäglichen Ärgernissen etwas mehr

Gelassenheit an den Tag zu legen.

„ Je höhere Einkommen Menschen erzielen, umso

weniger ist die genaue Höhe des Einkommens von

Bedeutung.“

36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


TOBIAS WOLBRING

„Unsere eigene Zufriedenheit liegt zu einem großen

Teil in unserer eigenen Hand. So zahlt es sich

aus, eine positive und optimistische Einstellung

zum Leben zu haben und bei den kleineren alltäglichen

Ärgernissen etwas mehr Gelassenheit an

den Tag zu legen.“

Mein erstes Mal

im Kongresshaus

Rosengarten?

„Eine Prunksitzung der

Narrhalla. Die sind seit Anfang

der 1980er-Jahre legendär!“

Jürgen Heeb

LEBENSLAUF TOBIAS WOLBRING

Tobias Wolbring ( Jahrgang 1982) studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität

München und erwarb 2007 ein

Diplom in Soziologie (Nebenfächer: Volkswirtschaftslehre,

Sozialpsychologie). Er promovierte dort mit “summa cum

laude” in Soziologie (Nebenfach Volkswirtschaftslehre).

Nach Stationen in München, Zürich und Mannheim übernahm

Prof. Wolbring 2017 die Leitung des Lehrstuhls für

Empirische Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Alexander

Universität.

In seiner Forschung beschäftigt er sich nicht nur mit sozialen

Normen, Dynamiken und Ungleichheiten in Wirtschaft

und Gesellschaft, sondern auch mit Einflussfaktoren auf das

subjektive Wohlbefinden. Seine Schwerpunkte liegen in den

Bereichen Analytische Soziologie, empirische Bildungs-/

Hochschul-/Wissenschaftsforschung, Lebenszufriedenheitsforschung,

Methoden der empirischen Sozialforschung,

soziale Ungleichheit, soziale Normen & Devianz und Wirtschaftssoziologie.

Der Wissenschaftler erhielt 2014 den Dissertationspreis der

Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), im gleichen

Jahr den Anatol-Rapoport-Preis der DGS-Sektion “Modellbildung

und Simulation” und 2017 den Robert K. Merton

Preis des International Network of Analytical Sociology.

Kongresshaus Rosengarten.

Der Ort für besondere Momente.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 37


13 FÜHRERSCHEINE

Sonderthema Zufriedenheit

Von Gabi Arnold

80 Jahre lang liegen sie unbeachtet in einem

Aktenordner in Lichtenfels: jüdische Führerscheine

aus den 1930er Jahren. Bis Schüler sich mit ihnen

beschäftigen und auf Spurensuche gehen. Eine

traurige Geschichte, lehrreich zugleich, die auch

zeigt, warum es ganz besonders zufrieden macht,

wenn man etwas wirklich Sinnvolles tut.

13 FÜHRERSCHEINE

13 SCHICKSALE

Im Jahre 1925 bekommt der 29-jährige Leo Banemann

seinen Führerschein überreicht. Der

junge Kaufmann braucht ihn beruflich, denn er

betreibt ein kleines Unternehmen für Metzgereibedarf.

Er ahnt noch nicht, welches Schicksal

ihm widerfahren wird. In der Reichspogromnacht,

am 9. November 1938, nimmt das Bezirksamt

Lichtenfels Leo Banemann die Fahrlizenz

weg. Das Nazi-Regime hat angeordnet, allen Juden

ab sofort Führerscheine und Zulassungspapiere

zu entziehen.

80 Jahre später wird die Zulassungsstelle im

Lichtenfelser Landratsamt auf digitale Akten

umgestellt. Mitarbeiter entdecken unter einem

Aktenordner ein unscheinbares braunes DIN-

A4-Kuvert. Darin befinden sich 13 Führerscheine,

auch der von Leo Banemann ist dabei. Mit

dem Fund beginnt für 14 Schüler des Meranier-Gymnasiums

ein spannendes, bewegendes,

aber vor allem auch erfüllendes Jahr. Die Jugendlichen

widmen ihr „P-Seminar Geschichte“

den elf Männern und zwei Frauen, die einst im

Besitz der blass-grauen Dokumente waren.

Wie Studienleiter Manfred Brösamle-Lambrecht

erklärt, sei das Projekt dem Lichtenfelser

Landrat Christian Meißner zu verdanken. Der

Landrat habe die Schule kontaktiert und somit

den Anstoß gegeben. Bei Brösamle-Lambrecht,

der Geschichte und Deutsch unterrichtet, stieß

das sofort auf Interesse. „Ich habe gedacht, dass

das für ein Projektseminar eine tolle Sache sei“,

so der Lehrer. Nachdem die Schüler die Kopien

38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


13 SCHICKSALE

Foto: Val Thoermer

der 13 Führerscheine in Händen hielten, nahmen

die Forschungsarbeiten ihren Lauf. „Am

Anfang konnten wir uns das noch nicht so richtig

vorstellen, aber wir wussten, dass das etwas

Besonders wird“, sagt Luise Birkner. In Teams

gingen die Jugendlichen in akribischer Detektivarbeit

an das Werk. Jetzt galt es zu ergründen,

was aus den jüdischen Bürgern, denen einst der

Führerschein entzogen wurde, geworden ist.

Hatten sie überlebt? Gibt es Nachfahren?

„Wir haben ganz banal im Internet nach den

Namen gegoogelt,“ erzählt Francesca Schütz.

Sie hat den Lebensweg von Leo Banemann

erforscht. „Er war ein erfolgreicher Geschäftsmann,

bis die Nazis an die Macht kamen und

ihm alles genommen haben.“

Bei „find a grave“, einer Online-Datenbank für

Friedhöfe und Grabstätten, stieß Francesca auf

das Grab von Leo Banemann. Er ist am 29. Oktober

1964 in Baltimore, im US-Bundesstaat

Maryland, gestorben. Anlässlich seines seines

50. Todestages hatte seine Tochter Edith zudem

eine Anzeige geschaltet. Diese wiederum führte

Francesca auf die Spur seiner Verwandten. „Die

erste Mail von Leo Banemanns Enkelin werden

wir nicht vergessen“, erinnert sich Francesca.

Leo Banemann habe mit seiner Frau Martha

und Tochter Edith quasi in letzter Minute aus

Deutschland fliehen können, erzählt sie. „Er

reiste mit dem letzten Schiff erfolgreich nach

Kuba.“ Von Kuba aus ging es demnach weiter

nach Florida, bis er in Baltimore strandete. Hier

habe er sich nach schweren Jahren ein neues Leben

aufgebaut, weiß Francesca. Leo Banemann

gehört zu den acht Führerscheininhabern, die

die Nazi-Diktatur überlebt hatten.

Doch nicht alle hatten Glück: Fünf Besitzer wurden

ermordet, wie zum Beispiel Alfred Oppenheimer,

mit dessen Schicksal sich Luise Birkner

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 39


13 FÜHRERSCHEINE

und Luise Aumüller beschäftigt hatten. Alfred

Oppenheimer wurde im Jahr 1903 in Bad Königshofen

geboren und zog später nach Lichtenfels.

Am Säumarkt in Lichtenfels, erzählt

Luise Birkner, stehe das einstige Wohnhaus der

Oppenheimers. „Im Erdgeschoss war das Textilgeschäft

untergebracht, heute befindet sich dort

ein Jeansladen,“ so Luise Birkner. Die Geschichte

der Oppenheimers sei besonders tragisch,

denn eigentlich sei die Ausreise von Alfred, seiner

Frau Anni und seiner Mutter Betty schon

vorbereitet gewesen. „Doch dann wurde er verhaftet.“

Insgesamt sind es dreizehn bewegende Schicksale,

die die Schüler recherchiert haben. Die

Jugendlichen haben die 13 Lebensläufe auf 13

Bannern abgebildet. „Wir haben bei allen etwas

herausgefunden, auch bei denen, die es nicht

geschafft haben,“ berichtet Lukas Franke. Manche

Biografien, wie die von Theo Nordhäuser,

konnten nur bruchstückhaft rekonstruiert werden.

„Der Kaufmann aus Altenkunstadt wurde

1942 ermordet und hatte keine Nachkommen“,

erzählt Sophie Rauh.

Die Spurensuche führte die Schüler nach Australien,

Argentinien und in die USA. Victoria

Thiel und Clara Aumüller haben zum Beispiel

in Amerika Inge Stantons, eine geborene Marx,

gefunden. Sie war acht Jahre alt, als sie mit ihrer

Familie Lichtenfels verlassen musste. Ihr Vater

Alfred Marx war in der Stadt ein angesehener

Geschäftsmann.

Inge Stantons gehört zu den neun Hinterbliebenen,

die von weit her zu einem Festakt nach

Lichtenfels angereist waren, um dort die Führerscheine

ihrer Vorfahren entgegen zu nehmen.

„Es war sehr emotional,“ erzählt Victoria

Thiel. Von bewegenden Momenten berichtet

auch Francesca Schütz, als sie die Enkeltochter

von Leo Banemann am Nürnberger Flughafen

abgeholt habe. „Es sind Tränen geflossen. Tränen

vor Wut und vor Freude. Es war ein Gefühl,

als ob wir uns ewig kennen würden“. Und es

sind Freundschaften entstanden, zwischen den

Schülern und den Angehörigen. In einer Whats-

App-Gruppe erzählen sie sich gegenseitig aus

ihrem Leben. Die Schüler erfahren so auch von

jüdischen Bräuchen, wie zum Beispiel dem Chanukka,

einem Lichter- und Feuerfest.

Das jüdische Leben und damit auch die Bräuche

sind in Lichtenfels längst erloschen. Doch seit

einigen Wochen erinnern Stolpersteine daran,

dass hier einst Juden lebten. Auf den kleinen

goldenen Platten sind auch die Namen einiger

Führerscheininhaber geschrieben.

Aber lebendig wird die Geschichte auch durch

die 14 Schüler des Meranier-Gymnasiums:

Durch die Wanderausstellung und in einer

100-seitigen Sammelmappe. Darin sind Fotos,

Briefe, Postkarten und bewegende Geschichten

der Juden zu sehen und zu lesen.

Ein Jahr lang haben die Schüler nach Unterrichtsende

geforscht und haben doppelt so viel

Zeit wie bei einem „normalen“ P-Seminar investiert.

Zeit, die sich gelohnt hat, das P-Seminar-

Geschichte hat die Jugendlichen verändert. „Wir

wussten ja schon einiges aus dem Geschichtsunterricht,

doch plötzlich hatten die Menschen einen

Namen und ein Gesicht“, so Luise Birkner.

Lukas Franke fügt hinzu: „Das Seminar hat uns

die Augen geöffnet.“ Mit konkreten Personen

werde der Nationalsozialismus eben viel realer.

Und das dürfe sich niemals widerholen.

DAS P-SEMINAR GESCHICHTE 2017/ 2018:

Francesca Schütz, Julia Mehrmann, Antonia Voll, Laura Kolenda,

Luise Birkner, Victoria Thiel, Clara Aumüller, Sophie Rauh, Luise

Aumüller, Simon Bornschlegel, Manfred Brösamble-Lambrecht,

Markus Betz, Dennis Brosig, Jan Höppel, Lukas Franke.

40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


13 SCHICKSALE

DIE FÜHRERSCHEINE GEHÖRTEN:

Leo Banemann, Kaufmann aus Burgkunstadt

Arthur Goldmeier, Viehhändler aus Lichtenfels

Manfred Goldmeier, Kaufmann aus Lichtenfels

Max Hellmann, Kaufmann aus Lichtenfels

Jenny Kraus aus Lichtenfels

Josef Kraus, Kaufmann aus Lichtenfels

Alfred Marx, Geschäftsmann in Lichtenfels

Sigmund Marx, Geschäftsmann aus Lichtenfels

Theo Nordhäuser, Kaufmann aus Altenkunstadt

Alfred Oppenheimer, Kaufmann aus Lichtenfels

Leo Wolf, Kaufmann aus Altenkunstadt

Berta Zinn, Fabrikdirektorsgattin aus Lichtenfels

Stefan Zinn, Fabrikdirektor aus Lichtenfels

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 41


Advertorial

IHK

Sonderthema Zufriedenheit

Ein Beitrag von der IHK zu Coburg

IM ZWIESPALT

MIT DEM BEGRIFF ZUFRIEDENHEIT

Der nahende Jahreswechsel bietet traditionell

Gelegenheit für eine Bilanz und die gibt

durchaus Anlass für eine gewisse Zufriedenheit,

wenn auch mit kritischem Blick. Coburg ist

bayern- und deutschlandweit ein herausragend

starker Standort. Die Steuerkraft der Stadt

Coburg belegt bundesweit den dritten Platz,

nur der Landkreis München und Düsseldorf

sind noch stärker. Im Regionalranking 2018

des Instituts der Deutschen Wirtschaft

(IW) belegt die Stadt Coburg bei

Gesamtbewertung der Themenbereiche

Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und

Lebensqualität Platz 14 aller 401 kreisfreien

Städte und Landkreise – unser Landkreis

kommt auf Platz 242. Bei Einzelbetrachtung

der Indikatoren Gewerbesaldo, Steuerkraft,

Gewerbesteuerhebesätze und Wissensintensive

Dienstleistungen liegt die Stadt Coburg auf

Platz 3.

Die auf den ersten Blick positiven Zahlen

zeigen bei genauerem Hinsehen: Unsere

Region entwickelt sich nicht im Gleichklang,

die hohe Wirtschaftskraft konzentriert sich auf

die Stadt Coburg. Um unseren Wirtschaftsund

Lebensraum insgesamt zukunftsfest

weiterzuentwickeln, besteht großer Handlungs

bedarf: So gibt es regional mehr

Gewerbeabmeldungen als -anmeldungen, auf

dem Arbeitsmarkt zeigt sich eine Überalterung

der Beschäftigten und beim Anteil der hoch

qualifizierten Arbeitnehmer belegen wir

lediglich Platz 92. Darüber hinaus hat unsere

Region einen stark negativen Wanderungssaldo

bei den 25- bis 30-Jährigen. Bedenklich ist

auch die Entwicklung der wirtschaftlichen

Dynamik: Ausgehend von einem sehr hohen

Niveau entwickelt sich unser Standort heute

weniger dynamisch als andere Regionen, die

Stadt Coburg belegt Rang 104, der Landkreis

Rang 275 von insgesamt 401. Angesichts der

hohen Dynamik der digitalen Transformation

in Wirtschaft und Gesellschaft sollten uns diese

Zahlen aufrütteln!

„Zufriedenheit“ ist ein großes Wort: Werden

Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern

übertroffen, stellt sich Zufriedenheit ein. Das

ist per se ein positives Gefühl, sollte allerdings

nicht zum Dauerzustand werden, weil sonst

weitere Entwicklungen gelähmt werden. Es

gilt im Leben wie im Geschäft: Zufriedenheit

entsteht nicht automatisch, sondern steht im

ständigen Widerstreit mit der Unzufriedenheit.

„Es ist mein Job, nie zufrieden zu sein.“ Diese

Aussage des deutschen Ingenieurs Wernher von

Braun passt hier sehr gut und gibt eine kritischkonstruktive

Einstellung wieder.

Und das Zitat mag manchem als guter Vorsatz

für 2019 dienen!

42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


IN ZAHLEN

ZUFRIEDENHEITSSTUFEN & EINKOMMEN

ZUFRIEDENHEIT

IN ZAHLEN

Gesunde Menschen sind rund 20 % glücklicher als der Durchschnitt,

während kranke Menschen 8,25 % unglücklicher sind.

10 % der Verheirateten sind glücklicher als jene Menschen, die

noch nie verheiratet waren.

Mit mehr Geld sind die meisten Menschen glücklicher, doch

diejenigen in der höchsten Einkommensklasse sind tatsächlich

nur 3,5% glücklicher als der Durchschnitt.

LEBENSZUFRIEDENHEIT DEUTSCHLAND 2018

In dem Journal „Nature Human Behaviour“ publizierte Ergebnisse

einer amerikanischen Studie mit Daten aus 167 Ländern zeigten

jeweils zwei Zufriedenheitsstufen auf: Einmal der perfekte

Lebensstil und einmal der glückliche Lebensstil: Das perfekte

Lebensgefühl empfinden Menschen weltweit, wenn sie jährlich

77.000 Euro zur Verfügung haben. Wenn man aber das emotionale

Wohlergehen, also die alltäglichen Gefühle eines Menschen,

als Maßstab nimmt, dann liegt der Wert weltweit bei 49.000 Euro.

Ein perfektes Leben finanzieren sich Westeuropäer mit einem

jährlichen Einkommen von 81.000 Euro. Glücklich sind sie hingegen

mit 45.000 Euro.

WORLD HAPINESS REPORT 2018

1. Norwegen

2. Dänemarkt

3. Island

4. Schweiz

5. Finnland

6. Niederlande

7. Kanada

8. Neuseeland

32 %

60 %

7 %

Nicht zufrieden

Sehr zufrieden

Ziemlich zufrieden

9. Australien

10. Schweden

16. Deutschland

1 %

Überhaupt nicht zufrieden

151. Ruanda

152. Syrien

ZEHN HAUPTGRÜNDE FÜR UNZUFRIEDENHEIT

1 Unrealistisch hohe Erwartungen

2 Man hält sich grundlos für etwas ganz Besonderes.

3 Man hält die falschen Werte für die einzig richtigen.

4 Man gewöhnt sich an das, was man erreicht hat –

und will immer mehr.

5 Man erwartet von anderen, dass sie einen glücklich machen.

6 Man fürchtet die Enttäuschung und strebt daher gar nicht

erst nach Glück

7 Sich mit Pessimisten umgeben.

8 Zu glauben, dass Glück und Zufriedenheit der

natürliche Zustand seien.

9 Anzunehmen, dass auf etwas Gutes immer etwas

Schlechtes passieren wird.

10 Seine eigene Leistung nicht wertzuschätzen.

153. Tansania

154. Burundi

155. Zentralafrikanische Republik

ZUFRIEDENHEIT IN 82 WÖRTERN

Zufriedenheit ist laut Duden:

Innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen,

als man hat oder auch mit den gegebenen Verhältnissen,

Leistungen oder ähnlichem einverstanden zu sein, nichts

auszusetzen zu haben.

Die gesteigerte Zufriedenheit mit sich, wenn man einer

(etwa sittlichen) Pflicht unter Opfern Genüge getan hat, ist

die Genugtuung. Sie muss sich nicht nach außen zu erkennen

geben, anders als der Stolz. Erscheint der Stolz auf sich allzu

billig, wird er als Selbstzufriedenheit kritisiert.

Das Antonym zu Zufriedenheit ist Unzufriedenheit.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 43


Gesponserter Beitrag

Auf den letzten Drücker hat der Bundesrat

am 23.11.2018 dem Jahressteuergesetz

2018 zugestimmt, so dass

das Gesetz ab dem 01.01.2019 in Kraft

tritt. Darin sind einige erhebliche,

steuerliche Vergünstigungen für das

neue Jahr enthalten. Wie wir davon

profitieren können, darüber sprach

der COBURGER mit Rechtsanwalt

und Steuerberater Thomas Bittorf

von tb.legal

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Telefon: 09561 79 42 400 | Fax: 09561 79 42 402

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COBURGER: Worauf können wir uns im kommenden Jahr freuen ?

tb.legal: Künftig sind Zuschüsse des Arbeitgebers für die Nutzung des ÖPNV,

die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden, steuerfrei.

Die Steuerbefreiung umfasst vor allem auch private Fahrten im ÖPNV, sodass

hier eine echte Verbesserung und Gestaltungsmöglichkeit für Arbeitgeber und

Arbeitnehmer vorliegt. Profitieren kann man allerdings nur davon, wenn die

Zuwendung des Arbeitgebers im Rahmen einer Gehaltserhöhung erfolgt. Denn

der Zuschuss muss zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden,

eine Entgeltumwandlung ist unzulässig. Die 44-€ Freigrenze für Sachwertbezüge,

die bisher häufig für Jobtickets genutzt wurde, steht somit zugleich für andere

Möglichkeiten zur Verfügung, z.B. monatliche Geschenkgutscheine (Coburger

Geschenkgutschein) oder Prepaidkreditkarten.

COBURGER: Was fördert der Staat in 2019 darüber hinaus?

tb.legal: Die E-Mobilität soll weiter ausgebaut werden und wird steuerlich

abermals begünstigt, vorläufig jedoch nur bis Ende des Jahres 2021: Die

Nutzer betrieblicher Fahrzeuge, die durch Elektromotoren oder einen Plug-In-

Hybridmotor angetrieben werden (d.h. mit einer Kohlendioxidemission von

höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer und einer Reichweite des E-Motors

von mindestens 40 Kilometern) haben künftig nicht mehr 1%, sondern nur noch

0,5% des inländischen Bruttolistenpreises zu versteuern. Bei Verwendung eines

Fahrtenbuchs werden entsprechend nur noch die halbierten Gesamtkosten für die

Besteuerung zugrunde gelegt. Die Privatnutzung solcher Fahrzeuge wird somit um

die Hälfte günstiger als bei Fahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennungsmotor.

Für Dienstfahrräder – darunter auch E-Bikes – tritt ab 2019 sogar eine komplette

Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils eintritt. Die Überlassung der durch den

Arbeitgeber geleasten und dem Arbeitnehmer zur freien Nutzung überlassenen

Räder hat damit keine Auswirkung mehr auf die Einkommensteuer. Bisher wurde

wie bei Dienstwagen die 1-Prozent Regelung zur Berechnung des geldwerten

Vorteils herangezogen. Mit der Neuregelung ist es künftig noch sinnvoller, sich ein

Fahrrad oder E-Bike nicht aus dem versteuerten Nettolohn zu kaufen, sondern als

Dienstrad über den Arbeitgeber stellen zu lassen. Es darf allerdings keine S-Pedelec

sein, d.h. nicht schneller als 25 km/h, ansonsten gilt es als Kraftahrzeug und es gilt

wieder die 1%-Regelung

COBURGER: Also lohnt sich in 2019 doppelt, mehr zu bewegen anstatt nur

zu sitzen!

tb.legal: Richtig, das ist eine gutes Stichwort für das letzte Steuergeschenk: Der

Gesetzgeber verbessert ab 01.01.2019 erneut die Maßnahmen der betrieblichen

Gesundheitsförderung. Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer hierzu jährlich

einen Betrag von 500 € steuer- und sozialabgabenfrei zuwenden. Voraussetzung ist,

dass die Maßnahme den vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen festgelegten

Kriterien entspricht oder zur verhaltensbezogenen Prävention zertifiziert ist. Ob

der Yoga- oder Rückenkurs dem genügt, kann man einfach bei der zuständigen

Krankenkasse abgeklärt werden, und dies teilweise sogar online. Voraussetzung

der Steuerfreiheit ist aber wiederum, dass der Betrag zusätzlich zum ohnehin

geschuldeten Lohn gezahlt wird, also zum Beispiel als Gehaltserhöhung.

44 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


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46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF

Eine Reihe im COBURGER seit der Ausgabe 20.

MACHER

Aus gegebenem Anlass ein Rückblick auf unsere bisherigen MACHER im COBURGER.

Und 2019 geht es dann weiter mit den Nimmermüden und Antreibern hier in der Region.

Henry

Bodnik

Auwi

Stübbe

Frank

Brückner

Steffen

Tetzlaff

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 47


brinarina

Weg aus der Provinz, hinaus in die

große Welt, nur nicht erzählen, wo

man herkommt, und auf jeden Fall

nie mehr zurückkommen: Noch vor

wenigen Jahren galt die eigene

Heimat als uncool. Die Metropolen

dieser Welt lockten, schillernd,

urban, lebendig. Mittlerweile aber

zieht es viele doch wieder nach

Hause – auch die vermeintliche

Provinz hat schließlich ihre Reize.

48 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


STOFFE & NÄHART

VON WOLFRAM HEGEN

FOTO: VAL THOERMER

In die Zukunft zurück

Die Geschichte von Sabrina Kerscher

Wir treffen uns in Coburg in einem Café am Markt, Sabrina hat ihren

14 Wochen alten Labrador Marly dabei, „quasi unser Therapiehund“,

lacht sie, so ein Tier mache den Wechsel aus der Metropolregion

München ins beschaulichere Coburg für die drei Töchter

etwas leichter, und dank des knuffigen Wollknäuels auf Sabrinas

Arm blicken wir dann auf dem Weg zu unserem Tisch auch nur in

freund liche Gesichter, vielleicht ist es das, was Sabrina meint, wenn

sie sagt, man sei in Coburg so herzlich empfangen worden, es sei so

„krass, wie nett die Leute hier sind.“

Tolle Zeit beim Film

Dabei kommt sie ja hierher, hier aus der Region Coburg, genauer aus

Neustadt, war dort am Gymnasium, ging dann aber weg, so wie viele es

in jungen Jahren tun, beginnt ein Lehramtsstudium in Bamberg, auch die

Domstadt aber erscheint ihr irgendwann zu klein, zu langweilig, Hamburg

oder München locken, sie bekommt ein Praktikum bei einer Filmproduktion

in München. Die bayerische Landeshauptstadt wird ihr neues

Zuhause, spätestens als sie fest beim Film arbeitet, „eine tolle Zeit, das hat

viel Spaß gemacht.“ Sie genießt die Großstadt, das Leben. Und sie lernt

damals ihren späteren Mann kennen, sie bekommen ihr erstes Kind.

Vernünftig werden

Eine Zäsur, es heißt Verantwortung zu übernehmen, „endlich vernünftig

zu werden“. Sabrina schließt ihr Lehramtsstudium doch noch ab, um

einen Berufsabschluss zu haben, einer geregelten Arbeit nachgehen zu

können, als Lehrerin Geld zu verdienen, immerhin kommt schon zwei

Jahre später die zweite Tochter auf die Welt. Die kleine Familie zieht

vor die Tore Münchens nach Erding. Als sich aber ein paar Jahre später

die dritte Tochter ankündigt, beschließt Sabrina Kerscher komplett

daheim zu bleiben, geht in Elternzeit, drei Kinder sind Arbeit genug.

Spitzname aus der Jugend

Doch auch die sind bald große Teile des Tages in Schule und Hort

unterbracht, eine Teilzeitstelle an der Schule nicht frei, also folgt der

nächste Wendepunkt in ihrem Leben: der Schritt in die Selbständigkeit.

Sabrina näht schon immer, für ihre Kinder, Familie, Freunde,

sich selbst, mit eigenen Ideen, eigenen Schnitten. Aus dieser Leidenschaft

macht sie einen Beruf. „Im Hinterkopf war eigentlich immer

der Traum vom eigenen Geschäft.“ 2014 ist es soweit, am Rande der

Erdinger Innenstadt eröffnet „Brinarina“, der Name ist schon so etwas

wie eine Hinwendung zu ihrer Jugend im Coburger Land: Es ist seit

damals ihr Spitzname.

Erfolg auch als Bloggerin

Sie gibt Nähkurse, designt Stoffe für Großhändler, verkauft Selbstgenähtes

im Laden und im Internet, macht sich einen Namen als Bloggerin

mit heute 4000 Followern, die sie mit ihren ganz persönlichen

Geschichten begeistert. Ein Jahr arbeitet sie noch parallel dazu in der

Schule, gibt den Lehrerberuf aber schon bald auf, die Belastung mit Familie

und zwei Jobs ist zu viel. Außerdem läuft das Geschäft zunehmend

besser, Erding wird zum Zuhause, die Familie ist integriert, die beiden

großen Töchter gehen zur Schule, die kleine Tochter ist im Kindergarten,

also „eigentlich ging es uns richtig gut.“

In ein Haus verliebt

Ihr Mann aber ist in seinem Beruf viel unterwegs, zu viel vielleicht, er

möchte gerne näher an der Familie sein, außerdem ist ihr Reihenmittelhaus

zwar schön, „die Nachbarschaft toll“, aber „du musst in München halt

wahnsinnig viel arbeiten, um das bezahlen zu können.“ Ein Ortswechsel

also steht an und die Welt ihnen offen, „wir hatten über verschiedene Orte

gesprochen in Deutschland und auch im Ausland, ich habe ab und zu mal

Coburg fallen lassen, aber da gab es keine Reaktion.“ Ihr Mann aber bewirbt

sich in Coburg und fährt irgendwann einmal auf eigene Faust in die

Vestestadt, um sich ein mögliches Haus anzuschauen. „Und in das hat er

sich dann so verliebt, dass klar war, wir gehen nach Coburg.“ Schnell wird

der Kaufvertrag für das Haus unterschrieben, der Mann findet eine gute

Position als Niederlassungsleiter in Bamberg, auch die anfangs „gar nicht

begeisterten Kinder“ machen nach einem Besuch in Coburg schnell ihren

Frieden, die Stadt gefällt den heute 13-, 11- und sechsjährigen Mädchen,

außerdem „kostet die Kugel Eis ja nur die Hälfte“.

Neuer Laden in Herrngasse

Sabrina verkauft den Laden in Erding an eine Mitarbeiterin. Ob sie in

Coburg weitermacht, weiß sie da noch nicht. Vielleicht lieber in einer

Werbeagentur arbeiten, auch eine Möglichkeit, denkt sie. Dann aber sieht

sie leerstehendes Ladengeschäft in der Herrngasse in Coburg – das neue

Zuhause für „Brinarina“. Im November war Eröffnung, Stoffe, Geschenke,

Nähkurse, sie hat ihr Erdinger Leben mit nach Coburg genommen. „Früher

war es irgendwie komisch, wen man erzählt hat, dass man aus Coburg

kommt, da kannte es ja keiner, das ist heute ganz anders, jeder findet es

cool, dem wir es erzählt haben.“ Sabrinas Zukunft und die ihrer Familie

also liegen jetzt in ihrer Vergangenheit. In Coburg, dem sie vor schon bald

20 Jahren den Rücken gekehrt hat. In ihrem Haus fühlen sie sich wohl, die

Wege sind kurz, die Preise bezahlbar, der Laden ist gut angelaufen, Schule

und neue Freunde für die Kinder sind schnell gefunden, die Aufnahme

war herzlich, und „außerdem ist die Familie in der Nähe“, lacht sie.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 49


REISENDER

zwischen denWELTEN

Der Coburger Mediziner Martin Lücke: Anästhesist, Oberarzt,

Notarzt, Betriebsrat, Parteimitglied – und viel in Afrika unterwegs.

50 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


MARTIN LÜCKE

VON CHRIS WINTER

Immer wieder zieht es Martin Lücke auf

den afrikanischen Kontinent. Mal als

Mediziner, mal privat. Mitunter verbindet er

beides. Anfang des Jahres, im Februar und

März, war er mit dem „African Explorer“

unterwegs. Dieser Luxuszug fährt von

Kapstadt in Südafrika bis ins nördliche Namibia. Als Bordarzt reiste der

Coburger Mediziner mit 68 Gästen und 30 Crewmitgliedern rund 3600

Kilometer durch das südliche Afrika.

ALS BORDARZT IM FERNSEHEN

Ein Fernsehteam des Hessischen Rundfunks begleitete die Reise. Während der 16 Tage entstand die 14-teilige,

jeweils 45 Minuten dauernde Sendereihe „Verrückt nach Zug“. Im August sendete „das Erste“ das Abenteuer

auf Schienen. Seitdem wird diese Sendereihe in den dritten Fernsehprogrammen wiederholt. Unter dem

Titel „Das rollende Zuhause“ widmete sich eine Folge dem frisch renovierten Sonderzug. Andere Teile der

Sendereihe sind überschrieben mit „Die geretteten Löwen“, „Sand, Sand, Sand“, „Eine Panne in der Wüste“

oder „Deutsche Spuren in Namibia“. „Es gibt verschiedene Reiseveranstalter, die auf den demografischen

Wandel reagieren und einen Arzt oder Krankenschwestern mitnehmen“, erläutert Martin Lücke seine Rolle

als Bordarzt. Die Menschen würden immer älter, damit aber auch kränker. „Wenn ein Arzt dabei ist, der noch

dazu die Sprache der Reisenden spricht, dann trauen sie sich so einen Trip eher zu.“ Im Fall der Fälle begleitet

Lücke seine Patienten bis ins Krankenhaus, baut Sprachbarrieren ab und informiert Angehörige. „Bei den

Reisen, die ich begleitete, sprechen die Mitreisenden oft nicht so gut Englisch“, weshalb der Doktor auch als

Dolmetscher fungiert.

VOLLNARKOSE OHNE BEATMUNGSGERÄT

Die typischen Wehwehchen im African Explorer unterscheiden sich nur wenig von jenen hierzulande. „Wer

zu Hause gegen Zugluft empfindlich ist, der ist das auch in Namibia. Wobei die Klimaanlagen für manchen

Husten und Halsschmerz verantwortlich sind.“ Einen Defibrillator, einen Schockgeber zum Beenden von

Herzrhythmusstörungen, gibt es auch im African Explorer. „So ein Gerät ist aber nur dann richtig von Nutzen,

wenn sich ein intensivmäßiger Transport in ein leistungsfähiges Krankenhaus anschließt. Das ist nicht überall

auf unserer Reise schnell erreichbar…“ Ansonsten hat Martin Lücke eine Tasche mit Instrumenten und

Medikamenten dabei, ähnlich wie er sie auch bei Einsätzen in und um Coburg mit sich führt. Im vergangenen

Jahr arbeitete Lücke zudem sieben Wochen im Krankenhaus des kleinen Ortes Kangu im Westen der

Demokratischen Republik Kongo. Seit 2009 engagiert sich dort der Verein „Coburger Initiative für Ärzte im

Congo“, seit nun acht Jahren praktiziert Martin Lücke immer wieder in dem riesigen afrikanischen Land. „Die

Herausforderung ist, Medizin mit bescheidenen Mitteln zu machen.“ Eine mehrstündige Bauchoperation mit

einem Beatmungspatienten in Vollnarkose ohne Beatmungsgeräte beschreibt der Coburger „als sportliche

Herausforderung“.

„Die Herausforderung ist, Medizin

mit bescheidenen Mitteln zu machen.“

Lücke über die Arbeit in Afrika

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 51


REISENDER ZWISCHEN DEN WELTEN

EINE FRAGE DES GEWISSENS

Herausforderungen und Verantwortung übernehmen, das bestimmt das Leben und die Arbeit von Martin

Lücke dort wie hier: Der Anästhesist im Klinikum Coburg ist als Notarzt immer wieder bei Unfällen vor

Ort. „Als Notarzt muss man Entscheidungen treffen und auch verantworten“, weiß Martin Lücke aus diesen

Einsätzen. Darüber hinaus engagiert sich er sich in der Arbeitnehmervertretung des Klinikums Coburg

und des thüringisch-bayerischen Regiomed-Konzerns mit nahezu 5000 Mitarbeitern zwischen Rennsteig

und dem Main. Schließlich bringt Lücke seine praktischen Erfahrungen aus der Betriebsrats-Tätigkeit bei

Entscheidungen als Richter am Bundesarbeitsgericht in Erfurt ein. „Es gibt Situationen im Leben, wo man

für sich Entscheidungen trifft“, sagt Martin Lücke. Er meint damit die Veränderungen im Klinikbetrieb etwa

zum Jahrtausendwechsel. Seinerzeit seien die Patienten zu „Kunden“ gemacht geworden. „Das Wirtschaftliche

hat immer mehr um sich gegriffen, das Menschliche ging zurück.“ Es war eine Gewissensentscheidung für

den Arzt, dem Klinikalltag etwas den Rücken zu kehren und dafür Wissen und Können auf anderen Gebieten

einzusetzen: „Mir wurde es wichtig, die Veränderungen im Arztberuf politisch zu beeinflussen.“

DER EIGENTLICHE SKANDAL

Im vergangenen Jahr wurde der Betriebsrat des Klinikums Coburg auf dem Deutschen Betriebsrätetag mit

dem deutschen Betriebsrätepreis in Gold ausgezeichnet: „Bestes Betriebsratsprojekt der Republik im Jahr

2017!“ Dies war die Würdigung für mehr als zehn Jahre Arbeit, damit die damals am Klinikum Coburg tätigen

Krankenschwestern der Marienschwesternschaft Coburg ebenfalls den Tariflohn erhalten konnten. „Dieser

Preis, als große Wertschätzung für das Erreichte, beflügelt unsere tägliche Arbeit immer noch.“ Schließlich

gibt es da noch den SPD-Stadtrat Martin Lücke. „Der Kardinalfehler vieler Menschen ist, dass sie sich in keiner

Partei engagieren.“ Dass nur zwei bis drei Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung eine Mitgliedschaft in

einer politischen Partei haben, „das ist der eigentliche Skandal in der Gesellschaft.“ Denn schließlich kämen

Kandidaten in der Regel aus den Parteien, so dass die große Mehrheit sich gar nicht daran beteiligt, geeignete

Kandidaten zu finden. „Da ist es dann vielleicht zu einfach, sich über die Qualität von Politik zu beschweren.“

Politikverdrossenheit vermag Martin Lücke nicht nachzuvollziehen, denn „ein punktuelles Murren allein hilft

ja nicht wirklich weiter, um Lösungen zu finden“. In der Kommunalpolitik lohne es sich, um eine Sache zu

streiten und am Ende mit qualitätsvollen Entscheidungen gute Kompromisse zu finden. Aufgabe aller Politik

müsse es sein, „das punktuelle Murren in ein zufriedenes Brummen zu verwandeln“.

LERNEN AUS AFRIKA

Ansprüche zu relativieren, mit weniger auszukommen, das erfährt der Mensch aus der sogenannten Ersten

Welt in den Ländern Afrikas. Einen verschwenderischen Lebensstil könne man sich dort nicht leisten.

Patienten der Klinik im kongolesischen Kangu müssen jedes Medikament vor der Verabreichung bezahlen.

„Bei uns werden ein Drittel aller Medikamente und ebenso viel an Lebensmitteln weggeworfen“, stellt Lücke

mit etwas Verbitterung in der Stimme fest: „Nichts ist unsozialer als Verschwendung – hier wie dort.“ Die

Erfahrungen aus den verschiedenen Kontinenten und Gesellschaften lassen Lücke mahnen: „Manch einer,

der so stolz darauf ist, ein Deutscher zu sein, lebt in dieser Gesellschaft, ohne einen eigenen Beitrag dazu

beizusteuern.“

„Das Wirtschaftliche hat immer mehr um sich

gegriffen, das Menschliche ging zurück.“

Lücke über den Wandel im

deutschen Gesundheitswesen

52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


MARTIN LÜCKE

Nichts ist unsozialer als Verschwendung –

hier wie dort.“

Lücke über die Wegwerfgesellschaft

Mein erstes Mal

im Kongresshaus

Rosengarten?

„Der Kinderfasching 2016.

Dort waren schon unsere

Eltern, als sie klein waren.“

Karla und Marlene

Foto: Val Thoermer

Kongresshaus Rosengarten.

Der Ort für besondere Momente.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 53


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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 55


Coburg und das Coburger Land: Eine lebenswerte Region, mitten

in Europa. Naturnah und doch urban, mit Sinn für Kultur, Platz

für Freizeit, Raum für Bildung. Und vor allem ein idealer Ort zum

Arbeiten. Das belegen viele erfolgreichen Unternehmen. Sie sind

die Treiber der Region Coburg, tief verwurzelt in ihrer Heimat

und weltoffen zugleich, verantwortungsbewusst, visionär.

Coburgs Beste

COBURGS BESTE ist die neue Reihe im COBURGER.

COBURGS BESTE ist das neue Label für die besten Unternehmen der Region.

Der COBURGER wählt sie aus und stellt sie vor. Ungewöhnlich, anders, innovativ.

56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


COBURGS BESTE

COBURG BESTE sind Unternehmen, die sich durch die Kombination

verschiedener Kriterien auszeichnen: Durch hohen Innovationsgrad verbunden

mit einer mehrjährigen Unternehmenstradition, durch eine gute Ausbildungsquote,

und vor allem durch eine enge Verbundenheit zur Heimatregion. Quer

über alle Branchen, ob Industrie, Handwerk, Handel oder Dienstleistung.

Diese Unternehmen bekommen die Chance, sich im COBURGER zu präsentieren:

ungewöhnlich, anders, innovativ.

In einem gemeinsamen Workshop und Interview erarbeitet der COBURGER mit

einem Team bestehend aus Redakteur, Designer und Marketingfachleuten den

Wesenskern dieser Unternehmen heraus. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die

Abbildung des gegenwärtigen Zustands, sondern die Antwort auf die Frage, was

das Unternehmen treibt, wo es sich in der Zukunft sieht, welche Innovationen,

welche Visionen es tragen.

Am Ende steht eine ganz andere Unternehmenspräsentation, vier Seiten

individuell gestaltet, optisch, inhaltlich, emotional.

Zusätzlich ist eine regelmäßige Zusammenfassung von COBURGS BESTE

als Sonder ausgabe sowie die Präsentation der Unternehmenspräsentationen

COBURGS BESTE während der Coburger Designtage geplant.

COBURGS BESTE startet in dieser Ausgabe mit einem Unternehmen aus Neustadt

bei Coburg, der Firma Federn Dietz. Außerdem aus dem Dienstleistungssektor

die Werbeagentur markatus.

Und für das nächste Jahr können Sie sich schon jetzt auf viele ganz besondere

Geschichten ganz besonderer Unternehmen aus der Region freuen. Diese Firmen

nämlich sind 2019 auf jeden Fall COBURGS BESTE:

Und darüber hinaus viele weitere Topunternehmen.

COBURGS BESTE. JETZT NEU IM COBURGER.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 57


Coburgs Beste

„Wir haben das geleistet“

Die Dietz GmbH aus Neustadt bei Coburg ist einer der führenden Hersteller von Präzisionsfedern

und Stanz-Umformteilen in Deutschland. Als mittelständischer Traditionsbetrieb beschäftigt man

sich seit über 90 Jahren mit der Bearbeitung verschiedener Arten von Federn, wie Druckfedern,

Zugfedern und Wellenfedern, aber auch mit der Herstellung von Drahtbiegeteilen, Stanz-

Umformteilen und hybride Baugruppen.

Ob Automobilindustrie, Elektro- und Medizintechnik oder Weiße Ware – die innovativen Produkte

der Dietz GmbH werden vielfältig in den verschiedensten Branchen eingesetzt, weltweit. Und die

Nachfrage steigt. So ist das Unternehmen in den letzten Jahren stark gewachsen.

58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


Seit über 90 Jahren am Standort Neustadt bei Coburg – mit mittlerweile knapp

200 Mitarbeitern – wissen die wenigsten in der Region, was die Dietz GmbH

herstellt. Einmal mehr ein Grund, Ihnen Dietz auf einen Blick zu präsentieren.

mehr als nur Federn …

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Task Force) zertifi ziert

JUST IN TIME

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Flexible Produktionsprozesse

sowie anpassungsfähige

Logistikmöglichkeiten sind

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bedarfsgerechten Materialzufl uss

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 59


Uwe Stelzner am Stanz- Umformautomat

Wenn man mit Geschäftsführer Matthias Dietz spricht, dann spürt man schon

das, was dieses Unternehmen bei allem weltweiten Erfolg ausmacht: Er ist nah

dran an der Region, an Neustadt, an Coburg, und vor allem an den Menschen

hier, an den Mitarbeitern in seinem Unternehmen. „Alles, was wir geschafft

haben, hat nicht einer geschafft, sondern WIR“, betont er. Dietz ist wohl das,

was man unter einem Familienunternehmen im besten Sinne versteht, „das

heißt bei uns nicht nur familiengeführt, sondern bedeutet weit mehr, nämlich

dass wir alle Mitarbeiter als Familie verstehen.“ Und Familie wird gelebt.

„Wenn jemand seine Mutter zum Arzt fahren muss, weil es eben anders nicht

geht, dann darf er das, das müssen wir als Unternehmen leisten können.“

Auch eine Notfallmappe hat die Dietz GmbH für Mitarbeiter gemacht. Sie

beinhaltet wichtige Informationen zu Themen wie Patientenverfügungen,

Vollmachten, Pflege. „Gerade das Thema Pflege wird immer wichtiger, wir

haben viele Mitarbeiter mit pflegebedürftigen Eltern, das muss uns als Firma

interessieren.“ Gleiches gilt auch, wenn Nachwuchs unterwegs ist. „Wir

fördern Kindergarten- und Krippenplätze.“ Diese Familienfreundlichkeit ist

für den Familienmenschen Dietz selbstverständlich, sie ist gelebte Tradition,

und sie ist auch ein wichtiger Baustein des wirtschaftlichen Erfolgs: Gute

Fachkräfte anzulernen ist das eine, sie zu halten das andere. Auch deswegen

tut man bei Dietz vieles über den normalen Job hinaus für seine Mitarbeiter,

um sie zu begeistern, sie ans Unternehmen zu binden.

Nur mit guten motivierten Mitarbeitern ist es möglich, zu wachsen, sich auf

dem Markt zu behaupten. „Gerade der auch für uns so wichtige Automotive-

Bereich fordert eine gewisse Größe, um die Anforderungen auch rein

mengenmäßig abbilden zu können.“ 2500 Arten von Federn sind in einem

durchschnittlichen Fahrzeug verbaut, und in fast jedem Fabrikat sind

Federn aus Neustadt. Neben neuen Produkten wie temperaturunabhängig

leichtgängigen Lüftungsklappen sind Innovationen daher oft prozessgetrieben.

Es geht um Schnelligkeit, um Effizienz. Digitalisierung ist schon immer

ein wichtiges Thema, „vor 15 Jahren haben wir damit angefangen, alles im

Haus zu vernetzen, die Maschinen buchen ihren Materialverbrauch selbst,

in unserem Werk in Sonneberg haben wir ein fahrerloses Transportsystem,

Maschinen kommunizieren bei uns schon einige Zeit miteinander oder rufen

im Falle eines Fehlers den Maschinenbediener auf dem Handy an.“ Um diese

Prozessinnovationen weiter nach vorne zu treiben, arbeitet man mit dem

Fraunhofer-Institut zusammen. Zudem setzt man auf Ökologie. „Das zieht sich

wie ein roter Faden durch das ganze System.“ Da ist es nur selbstverständlich,

dass das neue Verwaltungsgebäude demnächst als green building gebaut wird,

als Nullenergiehaus.

„Alles, was wir geschafft haben, hat

nicht einer geschafft, sondern WIR.“

So geht man bei Dietz optimistisch in die Zukunft. Die nächsten Ziele sind

schon definiert: Systemlieferant werden, also nicht nur einzelne Federn,

sondern komplette Baugruppen fertig zu produzieren. Und sich weiter

vernetzen, nicht nur intern, sondern mit den Kunden, um irgendwann in

der Lage zu sein, geringe Stückzahlen zu produzieren bis hin zur „Ein-Los-

Produktion“, wie es in der Fachsprache heißt. „Ein Teil produzieren, das nicht

wesentlich teurer ist als eine große Stückzahl von diesem Teil.“

60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


Und das sagen Mitarbeiter über die Dietz GmbH:

Olaf Polzin

Projektplaner

Hier wird man als Person, als Mensch wahrgenommen.

Auch wenn man mal ein Problem hat, hat die

Chefetage immer ein offenes Ohr. Außerdem bietet

das Unternehmen gute Chancen, beruflich etwas zu

erreichen. Ich habe hier vor gerade mal sechs Monaten

als Fertigungsplaner angefangen und bin jetzt

schon zum Projektplaner aufgestiegen. Und es gibt

viele Vergünstigungen und Anreize: Kindergartengeld,

Shoppingkarte, Betriebsrentenzuschuss.“

Karina Kranich

Teamassistentin in der Biegeabteilung

Ich finde es wohltuend familiär hier. Jeder ist ein

wichtiger Teil des Unternehmens, alle werden gleichbehandelt.

Neue Mitarbeiter werden hervorragend

aufgenommen, Behinderte integriert, es gibt viel Verständnis

für die persönliche Lebenssituation, z. B.

Rückkehrgespräche nach längerem krankheitsbedingtem

Ausfall. Darüber hinaus eröffnet Dietz auch

Chancen auf berufliches Vorwärtskommen: Viele

Weiterbildungen, viele Schulungen.“

Özcan Tilag

Versand

Ich habe noch die 70er Jahre erlebt, als Dietz ein

Unternehmen mit 15 Mitarbeitern war. Das war

sehr überschaubar. Dass wir die letzten Jahre so

stark gewachsen sind, freut mich für die vielen Kollegen,

die hier einen Arbeitsplatz bekommen haben.

Trotzdem ist Dietz immer noch ein Familienunternehmen

geblieben.“

Dominik Siebert

Auszubildender zum Industriemechaniker

im dritten Lehrjahr

Ich habe mich hier in den drei Jahren nicht nur fachlich,

sondern vor allem auch menschlich sehr entwickeln

können. Ich bin sehr viel selbständiger und erwachsener

geworden. Auf diesem Weg möchte ich gerne weiter gehen,

beruflich und persönlich, und hoffe auf eine Übernahme

und auf eine Karriere hier im Unternehmen.“

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 61


Coburgs Beste

hinten v.l.n.r.: Daniel Zucker, Oliver Pietz, Carolin Oswald, Stefan Heinkelmann, Axel Straubinger, André Adamietz, Lisa Obermüller, Claudia Weigel, Jószef Szalai

vorne v.l.n.r.: Melanie Krempel, Aryna Stark, Benjamin Keller, Franziska Weiß, Theresa Heeb, Ines Hein, Björn Hieber

Freude an der Arbeit –

Wunsch oder Wirklichkeit?

Mit seiner Marketingagentur Markatus geht Gründer und Geschäftsführer Björn

Hieber gerne neue Wege. Nicht nur im Hinblick auf Kreation, Strategie und digitale

Entwicklungen, die er mit seinem Team aus knapp 20 festen und freien Mitarbeitern

bietet. Sondern auch in eigener Sache. Die 2003 gegründete Agentur arbeitet nach

den Prinzipien der New Work: agil, flexibel und remote. Was sich hinter diesen

Schlagworten verbirgt und was Erfolgsbeteiligung und Feelgood Management damit zu

tun haben, verrät der Coburger im persönlichen Gespräch.

62 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


Markatus ist seit seiner Gründung kontinuierlich

gewachsen. Heute gibt es mit Coburg und

Berlin zwei Standorte und ein Team aus rund 20

Mitarbeitern. Was bietet Ihre Agentur?

Wir kommen aus dem klassischen Marketing und

haben in den Anfangsjahren in erster Linie die

typischen Marketingaufgaben für unsere Kunden

übernommen. Von der Geschäftsausstattung

über die Imagebroschüre bis zur regionalen

Plakatierung war alles dabei. Heute ist unser

Team in drei Geschäftsfeldern tätig. Als

Branding Experts sind wir der strategische

Berater unserer Kunden für die Entwicklung,

Positionierung und Pflege ihrer Marke. Mit

unseren Marketing Solutions übernehmen wir

sämtliche Aufgaben, die sich daraus ableiten –

von der Logoentwicklung bis zum Unternehmensmagazin,

Webseite oder Suchmaschinen

optimierung. Und unsere Digital

Innovations vervollständigen das Portfolio in der

Online-Welt, mit Augmented-Reality oder der

Entwicklung von Mobile Apps.

Das ist ein breites Portfolio. Wie schaffen Sie es,

diesen unterschiedlichen Aufgabenstellungen

gerecht zu werden?

Flexibilität ist unsere DNA. Das bringt uns aber

auch richtig Spaß. Wir setzen dafür auf das Prinzip

der Selbstorganisation und greifen auf Methoden

des agilen Arbeitens zurück. Agilität bedeutet

zunächst einmal umzudenken. Sie beinhaltet flache

Hierarchien, maximale Selbstständigkeit des

Einzelnen und eine Führungskultur, die fördert

und ermöglicht, statt zu kontrollieren und Druck

auszuüben. Maximale Transparenz ist das A und

O: im Projekt genauso wie in der Kommunikation.

Deshalb arbeiten wir mit Feedbackroutinen

und einer aktiven Fehlerkultur.

Wie sieht das im Agenturalltag aus?

Wir haben zum Beispiel wöchentliche

Teamrunden eingeführt, in denen wir uns zu

den „Highlights“ und „Lowlights“ der Woche

austauschen. Das Thema cloud-basiertes Arbeiten,

um seinen Job ortsunabhängig zu machen,

steht bei uns weit oben auf der Liste. Allerdings

legen wir auf persönliche Nähe im Team großen

Wert, auch zwischen unseren beiden Standorten.

Und weil man bei uns sogar den Hund mit ins

Büro bringen darf und es mittwochs ein festes

Teamlunch gibt, will bei uns eigentlich kaum

jemand wirklich von zu Hause arbeiten!

„Jeder Fehler hilft dabei,

uns weiterzuentwickeln.“

Verändert das strukturelle Umdenken

auch die Unternehmenskultur?

Auf jeden Fall, und das fördern wir auch ganz

gezielt. Bei uns gibt es das geflügelte Wort „Der

Wert unseres Unternehmens sind die Menschen,

die hier zusammenarbeiten“. Weil das so ist,

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 63


gehen wir auf die Bedürfnisse des Einzelnen so

gut wie möglich ein. Ob in Form einer flexiblen

Arbeitszeitregelung, ob durch die individuelle

Arbeitsplatzgestaltung oder mit Team-Events,

bei denen wir ein bis zwei Tage miteinander

verbringen. Wir haben mit Benjamin Keller

im vergangenen Jahr einen zertifizierten

Feelgood Manager an Bord geholt, der unsere

Unternehmenskultur durch Workshops, persönliche

Gespräche und regelmäßiges in divi

du elles Feedback ganz entscheidend formt

und jenseits des Kickertischklischees dafür

sorgt, dass jeder von uns beim Arbeiten mehr

bei seinen Bedürfnissen und Stärken bleiben

kann. So wurde das, was wir tun, tatsächlich

zu unserer gemeinsamen Sache und hat uns zu

Gleichgesinnten gemacht.

„Die Unternehmenskultur

ist der neue USP.“

Also ist „Freude beim Arbeiten“ nicht

nur eine leere Floskel aus Stellen anzeigen?

Bei uns auf keinen Fall! Und dafür gibt es einen

einfachen Lackmustest: Wer am Montagmorgen

tatsächlich gerne ins Büro geht, empfindet

Freude beim Arbeiten. Wir prüfen das selbst

jede Woche! (lacht) Klar ist aber auch: Damit

wir in unsere Unternehmenskultur investieren

können, müssen wir die finanziellen Grundlagen

dafür schaffen.

Wie sorgen Sie dafür, gemeinsam

erfolgreich zu sein?

Wir haben uns für ein spielerisches Prinzip

entschieden und arbeiten nach dem GoGREAT-

Ansatz. Sie müssen sich das kurz gesagt so

vorstellen, dass unser Team sich in Form von

zeitlich begrenzten Spielen eine Aufgabe stellt

und jeder versucht, seinen Beitrag dazu zu

leisten. Das kann so etwas Einfaches sein, wie

die Mittagspause einzuhalten, damit alle frisch

in den Nachmittag starten. Oder ganz konkret

neue Projekte einzuwerben. Je nachdem, wie

erfolgreich das Team nach Ablauf der Zeit war,

fällt die zuvor festgelegte Gewinnstufe aus. Vom

Weihnachtsmarktbesuch bis zum Teamausflug

nach Berlin ist da alles drin. Zusätzlich – und

das ist für uns die konsequente Handhabung des

Prinzips – beteiligen wir unsere Mitarbeiter ab

dem 1. Euro am Gewinn.

Das klingt ganz so, als sei Hierarchie

ein Fremdwort bei Markatus.

In ihrer klassischen Form ganz sicher. Natürlich

liegt die Gesamt verantwortung für unser Unter

nehmen bei mir und meinen beiden Partnern

Ines Hein und Oliver Pietz. Aber schon mit

„Die Aufgabe der Führung

ist Sinn zu stiften.“

Blick auf unsere strategische Ausrichtung oder

natürlich beim Leitbild hat jeder im Team eine

Stimme. Als Geschäftsführer sehen wir unsere

Aufgabe eher in der Sinnstiftung, auch weil wir

selbst wissen, dass Arbeitszeit eben wertvolle

Lebenszeit ist.

In der Agenturbranche dürften Sie damit eine

Vorreiterrolle einnehmen. Warum, denken Sie,

gehört Ihr Team zu COBURGS BESTEN?

Sicherlich durch unser Arbeitsansatz und

unser Selbstverständnis. Man muss dazu aber

auch sagen: Wir sind markant, aber nicht laut.

Understatement gehört bei uns zum guten

Ton. Und weil wir unseren Nachwuchs am

liebsten selbst ausbilden, hört man von uns in

Coburg auch kein lautes Kettenrasseln (lacht).

Generell ist uns unsere Individualität sehr

wichtig, weil unsere Arbeit davon lebt, dass wir

über den Tellerrand schauen. Wir kommen aus

unterschiedlichen Feldern. Vom Programmierer

über den Kaufmann bis zur Linguistin vereinen

wir gebündeltes Know-how unter unserem

Dach. Auf diese Weise können wir eine

maximale Bandbreite an Aufgabenstellungen

bedienen und sind für fast alle Branchen und

Unternehmensgrößen tätig. Zu unseren Kunden

gehört der Familienhandwerksbetrieb von

nebenan genauso wie der international tätige

Konzern.

„Gute Gewinne entstehen aus

dem Nutzen für den Kunden.“

Wenn Sie den Blick nach vorne werfen:

Was bringt 2019 für Markatus?

Wir bleiben auf jeden Fall in Bewegung! Aktuell

zeichnet sich ab, dass wir in neue Räumlichkeiten

umziehen, um die individuellen Arbeitsbedürfnisse

unseres Teams adäquat abbilden zu

können. Unsere Räume in der Mohrenstraße reichen

dafür einfach nicht mehr aus. Wir wollen

weiterhin mit Herausforderungen und Budgets

wachsen, uns stärker regional und insbesondere

wissenschaftlich vernetzen und wir möchten

in Coburg ein Ort für die neue Arbeitswelt sein,

indem wir Neues probieren und zeigen, wie ihre

Prinzipien bestmöglich funktionieren.

Vielen Dank für diesen Einblick und

weiterhin viel Erfolg auf Ihrem Weg!

64 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


BRANDING EXPERTS

MARKETING SOLUTIONS

DIGITAL INNOVATIONS

Markatus. Markenverliebt.

Unsere Mission und Vision (WHY)

Lass dein Herz sprechen! Wir tun, was wir lieben. Das sieht man unserer Arbeit an und spürt man, wenn man mit uns

zusammenarbeitet. Erfolg wird bei uns im Team gemacht. Warum? Wir arbeiten gerne miteinander, halten zusammen

und treten für nichts Geringeres an, als unsere Kunden und uns selbst glücklich zu machen. Mit unserer Leistung. Mit

der Art, wie wir Projekte anpacken, Lösungen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Und mit unserem Herzblut.

Bleibe in Bewegung! Weil Innovationsgeist Teil unserer Identität ist, arbeiten wir agil, selbstbestimmt und

selbstorganisiert. Unsere Arbeitszeit verstehen wir als sinnvoll ausgefüllte Lebenszeit. Eine freie und ortsunabhängige

Zeiteinteilung lässt uns das Leben individuell gestalten. Dabei suchen und versuchen wir stets das Neue, um Wege

vorzugehen, die unsere Arbeit wertvoll, nachhaltig und wirkungsvoll machen.

Unsere Haltung (HOW)

Werde, der du sein willst! Wir glauben an die Kraft der Emotionen und gehen wertschätzend und menschlich

miteinander um. Wer mit uns arbeitet, erlebt uns als echt und unverbogen. Wir reflektieren unser Handeln, unsere

Beziehungen und die Qualität unserer Arbeit kritisch und wissen, dass jedes konstruktive Feedback uns zusätzliche

Stärke gibt.

Bleibe wach und hungrig! Wir wollen unsere Kunden begeistern. Damit das gelingt, halten wir unsere Köpfe frisch und

verfolgen aktuelle Trends und Entwicklungen aufmerksam. Unser Vorsprung ist unser gemeinsames Know-how. Wir

bilden uns laufend weiter, vergrößern und teilen unser Wissen im Team und schöpfen unsere persönlichen Potenziale

gezielt aus. Dabei vergessen wir nicht, dass gemeinsames Wachstum nicht nur im Innern stattfindet. Zusammen mit

anderen Agenturen und Unternehmen sammeln wir neue Impulse und geben Erfahrungen weiter.

Denke weiter! Als Agentur mit Produktionsstärke besitzen wir ein klares Bewusstsein für den achtsamen und

schonenden Umgang mit unseren Ressourcen. Weil große Veränderungen durch kleine Schritte erreicht werden,

engagieren wir uns lokal mit Projekten für den Schutz von Umwelt und Klima.

Unsere Leistungen (WHAT)

Brenne für deine Aufgaben! Wir sind eine unabhängige und professionell aufgestellte Full-Service-Agentur, die

aus Überzeugung und Können ein breites Portfolio anbietet. Was uns auszeichnet, sind strategisches Denken, die

zielorientierte Umsetzung unserer Projekte und eine konsequent strukturierte Arbeitsweise. Wir liefern nur, was uns

selbst vollständig überzeugt. Unsere Maxime lautet: Lust auf Leistung! Statt Aufgaben lediglich abzuarbeiten, blicken

wir „über den Tellerrand“, hinterfragen unseren Ansatz und denken weiter. Dienstleistung ist für uns eine Frage des

Vertrauens und der Haltung. Und richtig gute Arbeit das Ergebnis davon, aus innerer Überzeugung die „Extrameile“

für unsere Kunden zu gehen.

Head Office Mohrenstraße 31, 96450 Coburg, T 0 95 61 97 345 - 00, F 0 95 61 97 345 - 29

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66 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


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68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 69


DAS LAUFWUNDER

70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


DAS LAUFWUNDER

VON WOLFRAM HEGEN

125 Stunden laufen, 330 Kilometer

weit, dabei 25 000 Höhenmeter:

… aus Lautertal hat es gemacht. Und

sie hat es genossen. Ultra Trails weit

jenseits eines Marathons sind genau

ihr Ding.

Eigentlich war die Laufkarriere von Stephanie Lieb schon

zu Ende, bevor sie angefangen hat. 2008 nämlich absolviert

die damals 35-jährige ihren ersten Halbmarathon. Als

„Bewegungsmensch“, der viel läuft und Fahrrad fährt, hat

sie so eine Herausforderung schon immer gereizt. Aber

es kommt anders. „Der Lauf war fürchterlich. Danach

wollte ich nicht mehr, es war mir einfach zu anstrengend.“

Doch Stephanie wäre nicht Stephanie, wenn das wirklich

das letzte Wort gewesen wäre. Sie beginnt an ihrer

Entscheidung zu zweifeln, als die „0 auf 42“-Aktion aus

Anfängern binnen weniger Monate Marathonläufer zu

machen verspricht. „Da habe ich gedacht, ok, jeder sollte

mal einen Marathon gelaufen sein.“ Sie meldet sich also

an, zum Berlin-Marathon.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 71


DAS LAUFWUNDER

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96450 Coburg

Telefon (0 95 61) 9 57 31

Am Start denkt sie noch: „Mein Gott, hoffentlich war

das wirklich eine gute Idee.“ Am Ziel: „Schon zu Ende?

Schade.“ Eine Erklärung hat sie dafür nicht. Aber sie

merkt, dass ihr das Laufen von Kilometer zu Kilometer

leichter fällt. Der Berlin-Marathon wird damit zu einem

Wendepunkt in Stephanies Leben. „Danach war wirklich

ein Schalter umgelegt, ich habe keine Angst mehr vor

großen Strecken.“ Schon bald läuft sie 50 Kilometer, dann

einen Supermarathon über 73 Kilometer. Laufen wird für

sie zum idealen Ausgleichssport, als Naturmensch war

sie schon immer gerne draußen, sie genießt jeden Meter,

freut sich an Landschaften, am Gelände, „da läuft man sehr

konzentriert, du musst ja bei jedem Schritt aufpassen, da

schaltet man dann richtig ab.“

Seither läuft Stephanie und läuft und läuft. Auf die

Zugspitze, in Madeira, auf Boavista oder auch in

Südtirol das Ultra Skyrace über 120 Kilometer mit über

Höhenmetern 7000 Meter. Ihr bisher größtes Erlebnis

aber war der Tor des Geants im Aostatal in Italien. 330

Kilometer mit 25 000 Höhenmetern - 125 Stunden war

Stephanie Lieb unterwegs. An Zwischenstationen kann

man Duschen, Essen, sich ausruhen. „Du kannst da aber

ohnehin nie lang schlafen.“ Manchmal aber nimmt sich der

Körper seine Ruhepausen. „Ich bin auch mal am Esstisch

nach vorne gekippt und habe dann eineinhalb Stunden

mit dem Kopf auf der Tischplatte geschlafen“, lacht sie.

Auch ihre Essensmengen sind trotz der Extrembelastung

für den Körper überschaubar. „Höchstens mal eine

Nudelsuppe“. Einen Essensplan hat sie nicht, „der Körper

sagt mir unterwegs schon, was er braucht.“ Und sie will

ja auch nicht gewinnen, darum geht es ihr nicht, es

geht ihr um das Erlebnis. „Diese Natur zu erleben, ist so

gigantisch, so unglaublich wunderschön.“ So sucht sie

weiter nach Zielen, es gibt viele Läufe, die sie reizen, in

USA oder China, aber das sei natürlich auch immer „ein

Megaaufwand“ und mit hohen Kosten verbunden.

Doch es muss nicht immer nur das Besondere sein, auch

hier in der Region ist sie viel unterwegs. „Wir laufen viel

in der Mittagspause“, sagt die Brose-Angestellte, und

abends dann oft mit ihren beiden Hunden Leo und Ella,

oder sie geht auch mal einfach nur spazieren, ein, zwei

Stunden, am Wochenende auch länger. „Alles, was ich von

der Haustüre in Lautertal aus erreichen kann, ist natürlich

toll.“

terzo Zentrum Lichtenfels

Bamberger Str. 16

96215 Lichtenfels

Telefon (0 95 71) 75 79 01

www.hoergeraete-geuter.de facebook.com/hoergeraetegeuter

72 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


INTERSPORT WOHLLEBEN

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laufen

Besser

dank

Hightech

Ob Laufeinsteiger, Hobby- oder Wettkampfläufer. Sie alle

können jetzt in Dörfles-Esbach ein geradezu revolutionäres

neues Angebot nutzen: Als zweites Sporthaus in Deutschland

bietet Intersport Wohlleben eine CURREX-5-D-Laufstilanalyse an.

Möglich macht es MotionMetrix von CURREX, ein neues softwarebasiertes

Analysetool. Dieses System wertet heute computergesteuert aus, wozu bisher

Videoaufnahmen dienten. „Und das viel schneller, umfangreicher und viel

exakter“, so Sebastian May, Abteilungsleiter Running bei Intersport-Wohlleben.

Bild Oben: Die Coburger Extremläuferin Stephanie Lieb im neuen CURREX 5D-Lab von

Intersport Wohlleben. Bild Unten: Gemeinsame Auswertung der Daten am Computermonitor.

Die Analyse ist denkbar komfortabel: Gerade mal 60 Sekunden muss man auf

dem neuartigen extrem stabilen Lamellen-Laufband laufen, ganz normal, mit

oder ohne Laufschuhe, aber ohne bisher übliche lästige Markierungspunkte auf

dem Körper. Während dieser Zeit liefern zwei mit Tiefensensoren ausgestattete

3D-Kameras Daten zu 16 Körpersegmenten an die Analysesoftware

MotionMetrix. Diese Analyse kann dann sofort danach am Computermonitor

ausgewertet werden: Wie stark werden Knie und Hüfte belastet, wo liegt der

Körperschwerpunkt, wie sind Gelenkwinkel, wie Knie- und Fersenhub, wie

groß ist das Verletzungsrisiko und viele Analysen mehr.

„So erkennt man auf einen Blick Schwachpunkte am Laufstil und kann auf dieser

Basis gemeinsam an einem besseren Bewegungsablauf arbeiten“, sagt Sebastian

May. Oftmals sind es nur leichte Anpassungen am Laufstil, um schneller und

ökonomischer zu laufen und ein mögliches Verletzungsrisiko zu minimieren.

Dieser verbesserte Laufstil wird gleich nach der Erstberatung noch einmal

gemessen. Nach sechs bis acht Wochen erfolgt dann bei Bedarf noch ein Retest,

um Erfolge zu dokumentieren und weitere Potentiale zu erkennen.

Damit ist die CURREX-5-D-Laufstilanalyse eine weit

über die Region hinaus einmalige Möglichkeit für alle

Läufer, an ihrem Laufstil zu arbeiten, erfolgreicher

zu werden, Kräfte zu sparen, das Zusammenspiel von

Muskulatur, Bändern und Gelenken zu optimieren und

damit auch Schmerzen zu minimieren.

PREISE LAUFSTILANALYSE

Einzeltest: 159 € (In Verbindung mit dem Kauf eines Laufschuhs)

Einzeltest inkl. Re-Test (nach ca. 6-8 Wochen): 199 €

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Mit diesem Gutschein gibt es zu der Currex

5D-Lab Laufstilanalyse ein hochwertiges

Laufshirt von ON im Wert von 60€ dazu. Pro

Analyse nur ein Gutschein einlösbar. Solange

der Vorrat reicht. Gültig bis 31. März 2019. Nur

einzulösen bei INTERSPORT WOHLLEBEN

in Dörfles-Esbach.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 73


Fotos: Val Thoermer

HÖREN WILL GELERNT SEIN

Das terzo-Zentrum von Hörgeräte Geuter

in Coburg, Kronach und Lichtenfels

Hörakustikmeister und terzo-Gehörtherapieberater Konstantin

Schemberger und Christine Rühl im terzo-Zentrum von Hörgeräte

Geuter in der Mohrenstraße. Das Hörtraining selbst erfolgt dann zwei

Wochen lang täglich eine Stunde lang Zuhause.

74 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


HÖRGERÄTE GEUTER

Advertorial

Mit der neuesten und

hochwertigsten Technik von

Hörsystemen erreichen Töne

und Laute zwar wieder verstärkt

das Gehirn – allerdings zunächst

ohne funktionierende natürliche

Hörfilter. Dem Gehirn gelingt

es dadurch nicht, zwischen

wichtigen und unwichtigen

Hörsignalen zu unterscheiden.

Betroffene empfinden das oft

als äußerst unangenehm und

stressig. Hier setzt die terzo-

Gehörtherapie an. In Coburg,

Kronach und Lichtenfels exklusiv

bei Hörgeräte Geuter.

Christine Rühl ist eine junggebliebene ältere Dame.

Die bekannte Coburgerin engagiert sich seit vielen

Jahren ehrenamtlich für die Selbsthilfegruppe

Muskelkranke und Angehörige in Coburg Stadt und

Land. Oft besucht sie – selbst von einer Muskelschwäche

betroffen – Vorträge und Seminare. Dann

setzt sie sich in die ersten Reihen. „Hinten verstehe

ich nicht mehr alles.“ Aber Christine Rühl will nichts

verpassen, „ich bin viel zu neugierig, als dass ich

mir etwas entgehen lassen möchte.“ Doch auch bei

eigenen Vorträgen merkt sie, dass sie die Fragen der

Teilnehmer nicht mehr so gut versteht.

Also geht sie zum Arzt, der einen Hörverlust feststellt.

Bei Hörgeräte Geuter in der Mohrenstraße in Coburg

wird daraufhin ein Hörgerät frequenzgenau an ihr

Gehör angepasst. Parallel dazu trainiert

sie ihr Gehör. Christine Rühl nämlich

geht es wie vielen Betroffenen: Ihre

Hörfilter sind gestört. „Als ich das erste

Mal mit dem Hörgerät auf die Straße bin,

war alles laut, die Autos, die Gespräche,

selbst das Klackern der Fußgängerampel.“ Das Gehirn

muss erst wieder lernen, mit den vielen Geräuschen

umzugehen, Wichtiges von Unwichtigem zu

unterscheiden.

Dazu gibt es das terzo-Gehör training, in der Region

exklusiv bei Hörgeräte Geuter in Coburg, Kronach

und Lichtenfels. Es zielt deshalb darauf ab, die

Hörfilter wieder zielgerichtet zu reaktivieren, sodass

Anwender der Methode auch einzelnen Stimmen

trotz lauter Umgebung wieder besser folgen können.

Erst nach diesem Gehörtraining findet die endgültige

Hörgeräteauswahl statt. Zwei Wochen lang trainiert

Christine Rühl, ausgestattet mit Trainingshörgerät,

CD-Spieler und Trainingsbuch, hört Texte mal mit

viel, mal mit wenig Hintergrundgeräuschen, zählt

Wörter, muss Konsonanten richtig erkennen. Jeden

Tag bis zu eine Stunde. Nach einer Woche kommt

sie zu einer Zwischenmessung zu Hörgeräte Geuter,

nach 2 Wochen noch einmal. „Das ist schon spannend,

wenn man merkt, wie das Gehirn wieder hören lernt,

wie man auch Zusammenhänge dadurch wieder

besser versteht, Gesprächen besser folgen kann.“

Und in der Tat – konsequentes Üben zahlt sich aus:

Untersuchungen belegen, dass die Hörfilter dank des

terzo-Gehörtrainings wieder besser funktionieren.

„Ich sage immer, das ist nicht nur Gehör-, sondern

Gehirntraining. Verstehen, merken, lernen, das

alles wird verbessert, nicht nur das Hören“, so

Hörgeräte-Geuter Geschäftsführerin Jessica Heß. Das

Training befähigt die Teilnehmer der Gehörtherapie

außerdem dazu, qualitative Unterschiede zwischen

65% der Menschen, die ein Hörgerät

tragen, ärgern sich, dass sie sich nicht

schon früher dafür entschieden haben.

den verschiedenen Hörgeräten herauszuhören

und sich bewusst für das individuelle Gerät zu

entscheiden. Extrakosten für das Training entstehen

keine. Hochentwickelte Geräte zeichnen sich

heute durch eine besonders kleine, fast unsichtbare

Bauweise, natürlichen Klang und eine Reihe von

technischen Möglichkeiten aus: Der Fernsehton oder

das Telefonat kann direkt in die Hörgeräte übertragen

werden und vieles mehr. Das Hörgerät also garantiert

nicht nur mehr Lebensqualität, sondern ist auf

dem Weg zum Lifestyle-Produkt. Und schon bald,

so Geschäftsführerin Jessica Heß, bekommen die

Kunden für das Training mit diesen Hörgeräten auch

keinen CD-Spieler und Übungsbuch mehr, sondern

ein Tablet und Bluetooth-Lautsprecher mit nach

Hause. „Das macht das Training noch komfortabler -

und vor allem spart man viel Zeit.“

Erstmalig angewendet im Jahr 2006,

haben mittlerweile über 30000 Menschen

die terzo®Gehörtherapie genutzt.

Weitere Informationen zur Methode erhalten Interessenten im terzo-Zentrum

Hörgeräte Geuter in Coburg, Kronach und Lichtenfels

Coburg

Mohrenstr. 18

Telefon:

09561/95731

Kronach

Rosenau 15

Telefon:

09261/61958

Lichtenfels

Bamberger Str. 16

Telefon:

09571/757901

Hörgeräte Geuter-Geschäftsführerin Jessica Heß

Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.hoergeraete-geuter.de

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 75


VON ANJA HAMPEL


WINTERTREND SKITOUREN

Ruhe bitte!

WINTERTREND SKITOUREN

Ein bisschen weniger Skizirkus und Pistengaudi, kein

Après-Ski-Partymix von lederbehosten Musikern samt

Frontfrau im Dirndl, die den schwitzenden Hüttengästen

in Skistiefeln ordentlich einheizen, damit sie noch mehr

Durst bekommen und ein überteuertes Weißbier nach

dem anderen ordern – dazu einen aufgewärmten Germknödel.

Das wollen sie nicht, die Skitourengeher, die Naturburschen,

die Abenteurer. Sie suchen Ruhe.

Stundenlang nach oben wollen sie sich quälen,

mit den Brettern an den Füßen oder am

Rucksack. Die Muskeln spüren, bis sie brennen.

Durch Tiefschnee stapfen, über Fels und steile

Bergrücken klettern. Bis sie ganz oben angekommen

sind und kurz durchschnaufen können. In die Sonne

blinzeln, den Ausblick genießen. Dann die Belohnung

für den schweißtreibenden Aufstieg: die Abfahrt –

am liebsten weit weg von überfüllten Pisten durch

feinen, unberührten Pulverschnee. So sieht er aus,

der Traum vom Tourenskigehen.

Aber kann sich auch ein Otto-Normal-Skifahrer

diesen Traum erfüllen? Einer, der sich normalerweise

im beheizten Sessellift oder gar in der Gondel nach

oben bringen lässt und nach einer Stunde auf der

Piste gerne einen Einkehrschwung macht, um

seine müden Muskeln auszuruhen und die eisigen

Füße aufzuwärmen? Aber ja! Wer das Abenteuer

Skitourengehen ausprobieren möchte, muss kein

durchtrainierter Extremsportler sein.

Für den Anfang empfiehlt sich allerdings ein Kurs

– mindestens ein Wochenende sollte der schon

dauern. Dabei zeigen Bergführer und Skilehrer den

Anfängern (die aber schon sicher auf den Brettern

stehen sollten) den richtigen Umgang mit Skiern,

Fellen und Harscheisen. Auch Wetterkunde und

Verhaltensregeln bei Lawinengefahr sorgen dafür,

dass aus der Traumtour in unberührter Natur kein

Albtraum wird. Denn Wind, schlechte Sicht und

Kälte erhöhen das Unfallrisiko enorm.

Überhaupt ist Sicherheit ein großes Thema für

Anfänger, Stürze bei der Abfahrt im freien Gelände

sind gefährlich. Auch die richtige Aufstiegstechnik

ist wichtig, damit der Tourenneuling nicht schon

völlig erledigt oben ankommt. Denn eine Abfahrt

im Tiefschnee kostet Kraft und will gelernt sein

– genau wie die typischen Richtungswechsel mit

der so genannten Kickkehre. Die Auswahl an

Kursangeboten ist groß: Vom Wochenendlehrgang

mit Crashkurs in Wetterkunde und Erster Hilfe über

Tourenausbildungswochen in den Allgäuer Alpen bis

hin zu geführten Tourenreisen nach Norwegen oder

Kanada ist alles dabei.

Wer nach einem solchen Kurs seine Ausdauer und

Technik trainieren möchte, für den ist eine Pistentour

ideal – also ein Aufstieg entlang einer präparierten

Skipiste. Dabei muss sich der Anfänger keine

Gedanken über Lawinengefahr und Wetterkapriolen

Meine Zielgruppe sind

Führungskräfte, Selbstständige,

Unternehmer und Ärzte, die ihr

Potenzial beruflich, privat und

gesellschaftlich voll und effektiv

ausschöpfen wollen.

Personaltrainer/Fitnessfachwirt

Frank Sperschneider

Trainingsstützpunkt

Bahnhofstrasse 14 | 96450 Coburg

Tel. 09561 973 44 68 | Mobil. 0177 299 39 21

hallo@frank-sperschneider.de

www.frank-sperschneider.de

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 77


RUHE BITTE

sportland –

macht spass,

fit & gesund

machen. Immerhin ist er nur eine kurze Abfahrt

von der Zivilisation entfernt. Aber Vorsicht:

nicht auf jeder Piste sind die Tourengänger

willkommen, immerhin zahlen sie nicht für den

Lift und tauchen für Pistenraupenfahrer auch mal

überraschend auf. Hier besteht Lebensgefahr!

Weil Pisten abends und in der Nacht für den

nächsten Tag präpariert werden, sind sie in

dieser Zeit in der Regel gesperrt. Es gibt aber

auch Ausnahmen. Inzwischen öffnen immer

mehr Skigebiete eine oder mehrere Abfahrten an

bestimmten Abenden für Tourengeher.

Für eine solche Pistentour müssen Sie auch

nicht bis in die Alpen oder Dolomiten reisen.

Es gibt auch im Fichtelgebirge begeisterte

Skitourengeher. Am Ochsenkopf zum Beispiel

lädt der Wirt des Bergrestaurants Asenturm

immer mittwochs zum Tourengeher-Stammtisch.

Diese stapfen dann alleine oder in Gruppen in der

Dunkelheit nach oben, kehren ein und fahren auf

der 2300 Meter langen Nordpiste wieder ins Tal.

Was für den Tourengeher den Reiz seines Sports

ausmacht – Aufstieg und Abfahrt in möglichst

unberührter Natur – kann für die Natur selbst

in Stress ausarten. Wildtiere verbringen die

Wintermonate oft in den Gebieten, die auch

den Tourengehern gefallen. Vor allem die so

genannten Rauhfußhühner (Auer-, Schnee-,

Hasel- und Birkhühner) sind ruckzuck

aufgeschreckt, wenn eine schnaufende Gruppe

auf Skiern durch den Wald nach oben wandert.

Aber auch Hirsch, Reh und Gams fühlen sich

schnell gestört. Sie alle finden im Winter weniger

Nahrung, deshalb kann eine hektische Flucht

schlimme Folgen haben, wenn die Tiere ihre

Energiereserven nicht mehr auffüllen können.

Tourengeher sollten aber nicht nur Lärm

vermeiden und Abstand zu Wildtieren halten,

sondern auch auf die Pflanzen achten. In

Waldgebieten und an der Waldgrenze sollten

sie man auf Forst- und Wanderwegen bleiben

und aufgeforstete Flächen meiden. Im Projekt

„Natürlich auf Tour“ hat der Deutsche Alpenverein

mit dem Umweltministerium viele Touren in den

bayerischen Alpen und in Österreich unter die

Lupe genommen und zum Teil entschärft. Dafür

wurden 500 Routenempfehlungen ausgearbeitet.

Diese Empfehlungen erkennen umweltbewusste

Tourengeher und Schneeschuhwanderer an

grünen Schildern des DAV.

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78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


WINTERTREND SKITOUREN

AUSRÜSTUNG

Der Tourengeher sollte atmungsaktive, wind- und wasserdichte

Kleidung tragen und evtl. einen Lawinenrucksack mit

eingebauten Airbags dabeihaben. Zur Ausrüstung gehören

Tourenskier und -stiefel, Felle und Harscheisen. Neben

ausreichend Wasser und Proviant gehört auch ein Notfall-Kit ins

Gepäck (Lawinenverschüttetensuchgerät, Lawinenschaufel und

-sonde, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack).

BELIEBTE SKITOURENGEBIETE

• Dolomiten (inklusive Drei Zinnen), Südtirol

• Stubaital, Österreich

• Hohe Tauern, Österreich

• Engadin, Schweiz

SKITOUREN IM MITTELGEBIRGE

• Keilberg und Fichtelberg im Erzgebirge

• Schneeberg und Ochsenkopf im Fichtelgebirge

• Großer Arber, Rachel und Dreisesselberg im Bayerischen Wald

TOUREN ALLGEMEIN

www.tourentipp.de oder

www.alpenvereinaktiv.com

NATURVERTRÄGLICHE

TOUREN

www.dav.de/Natur

NACHTSKITOUREN

www.nachtskitouren.de

KURSE UND

GEFÜHRTE TOUREN

www.bergschulen.de

www.alpinschulen.de

www.dav.de

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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 79


Advertorial

COBURGS STÄDTEPARTNER

Die Insel vor der Insel

COBURGS STÄDTEPARTNER

Isle of

Wight

Es ist schon ein ausgesprochen schönes Fleckchen

Erde, das sich da zwischen Frankreich und die

englische Hauptinsel geschoben hat. Die Isle of

Wight – Coburgs britischer Städtepartner seit

nunmehr 35 Jahren – ist nicht nur für viele Briten

ein beliebtes Urlaubsziel. Gewärmt vom Golfstrom,

ist es „im Durchschnitt fast 5 Grad wärmer als auf

dem Festland“, weiß der Kurator des Botanischen

Garten in Ventnor. Das ist auch der Grund, warum

nicht nur in „Britain‘s hottest Garden“, sondern auf

der gesamten Insel Palmen und eine Fülle anderer

Pflanzen prächtig gedeihen, die man normalerweise

eher an einem Strand im Süden erwartet hätte.

Apropos Gärten: Man findet sie allerorten auf der Isle of Wight, mal höchst akkurat

gepflegt, mal wild sich selbst überlassen oder als englischer Landschaftspark

angelegt. Einer der schönsten ist ohne Zweifel der rund um Osborne House. Queen

Victoria kaufte seinerzeit das Anwesen, zu dem mehrere hundert Hektar Park und

ein Privatstrand gehören, als Rückzugsort für sich und ihre Familie. Nachdem sie

dort 1901 starb, schenkte ihr Sohn Eduard VII Osborn House dem englischen

Staat. Seither dient es als Museum und zeigt neben den original eingerichteten

Zimmern auch einen beeindruckenden Querschnitt der Sammelleidenschaft von

Queen Victoria und Prinz Albert.

Albert begegnet den Besuchern auf Schritt und Tritt. Albert auf Bildern, Albert

als Statue, Albert in Mosaiken, Albert wohin man blickt. Ein ganz besonderes

Kleinod aber ist der Park rund um das Schloss. Prinz Albert selbst hatte es sich

zur Aufgabe gemacht, den Park zu gestalten und von jedem Baum, der in England

wächst, ein Exemplar in Osborne House zu pflanzen. Mit zwei Fahnen auf dem

Dach stehend, so wird erzählt, dirigierte er die Gärtner im Park, bis diese sich an

den richtigen Stellen befanden, um die Bäume zu pflanzen.

Ein wenig ab vom Haupthaus, fühlt sich der Tourist aus dem Coburger Land dann

gleich wie zu Hause. Das sogenannte „Swiss Cottage“ – errichtet als Spielplatz

für die Kinder des Paares – wurde nach dem Vorbild der Rödentaler Schweizerei

errichtet, die Albert noch aus seiner Kinderzeit kannte. Heutzutage etwas fremd

mutet dagegen der „Spielplatz“ in unmittelbarer Nähe an. Auf einer kleinen Wiese

kann man dort noch heute das „Victoria Fort“ und die „Albert Barracks“ mit den

sie umgebenden Minikanonen besichtigen, in denen die Kinder spielend das

Kriegshandwerk lernen konnten. Genau auf der gegenüberliegenden Seite der

Insel – ganz im Westen, in der Nähe des kleinen Städtchens Freshwater – befindet

sich ein zweites Wahrzeichen der Insel. Die sogenannten „Needles“ sind eine

Felsformation, die wie drei Nadeln, die jemand in den Untergrund gesteckt hat,

weit ins offene Meer hinausragen.

80 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


ISLE OF WIGHT

Die gesamte Insel atmet Geschichte. Ob die Ausgrabungsstätte einer römischen

Villa in Brading, das alte Kloster Quarr Abbey in der Nähe von Ryde, die

historische Windmühle in Bembridge oder das „Museum of Island History“ in

Newport, die Vergangenheit ist überall gegenwärtig. Ein besonderes Highlight ist

die „Isle of Wight Steam Railway“. Betrieben von einem Verein mit ausschließlich

ehrenamtlichen Mitgliedern kann man in liebevoll und detailgenau restaurierten

historischen Eisenbahnwägen aus viktorianischer Zeit, gezogen von einer

riesigen, kohlebefeuerten Dampflokomotive, die Strecke zwischen Heavenstreet

und Wooton zurücklegen. Ein kleines, aber faszinierendes Museum zeigt zudem

eine Vielzahl an Originalwagons und eine Lokomotivensammlung, die allen

Eisenbahnfreunden das Herz höher schlagen lässt. Es ist beeindruckend, wenn

man in den offenen Werkstätten sieht, wie die Mitglieder mit handwerklichem

Geschick aus völlig heruntergekommenen, zum Teil über 100 Jahre alten

Wagonruinen wieder strahlende Reisegefährte machen, die aussehen, als hätten

sie gestern die Fabrik verlassen. Wer sich mehr für Oldtimer mit vier Reifen

interessiert, sollte die Isle of Wight auf jeden Fall während der Zeit der „Classic Car

Extravaganza“ besuchen. Mehr als 1.000 Oldtimer – vom Rolls Royce Phantom,

zahllosen amerikanischen Straßenkreuzern, Aston Martins, Bentleys, bis hin zum

ersten VW-Bus – kann man dann kostenlos bestaunen.

Wer irgendwann genug von Historischem hat, dem bietet die Insel aber auch

jede Menge moderne Zeitvertreibe. Ob Kartfahren, den Insel-Zoo besuchen,

im Vergnügungspark chillen, mit dem Mountainbike (oder natürlich auch dem

E-Bike) die Insel erkunden, auf eine Weinprobe in „Rosemarys Wineyard“

vorbeischauen, während der „Cowes-Week“, einer der größten europäischen

Regatten, die Segelkünste der Profis bestaunen oder zum Fischen aufs Meer

fahren, es bleibt fast kein Wunsch unerfüllt.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 81


COBURGS STÄDTEPARTNER

Wer die Isle of Wight schmecken möchte, dem seien zum Schluss noch 2 Adressen

besonders ans Herz gelegt. „The Garlic Farm“ mit ihrem pittoresken Hofladen

und dem angeschlossenen Restaurant in Sandown ist nicht nur kulinarisch ein

absoluter Geheimtipp. Die Chutneys, Relishes, Saucen, der schwarze Knoblauch

oder auch die über Buchenholz geräucherte Variante sind köstlich. Im kleinen

von Senior-Chef Colin Boswell konzipierten hauseigenen Museum erfährt man

alles über Knoblauch und wer möchte, kann dort auch beispielsweise in luxuriös

ausgestatteten Jurten übernachten.

Für Liebhaber von Hochprozentigem ist ein Besuch der „Isle of Wight Distillery“

ein Muss. Der Mermaid-Gin – mit ausgesuchten, heimischen Botanicals, wie

beispielsweise an den Klippen gepflücktem Meer-Fenchel, Holunderblüten oder

Süßholz, schmeckt nach Mehr und Meer. Als „Navy Strength“ Variante bringt er

stolze 54% ins Glas, aber mit einem Schuss Tonic, einer Grapefruit-Scheibe, ein

klein wenig Agostura-Bitter und ein paar Wacholderbeeren ist es einer der besten

GinTonics, die sie jemals getrunken haben. Im eigenen Pub „The Wishing Well“

in Ryde, kann man beim Genießen dann auch gleich durch die Glasscheibe dem

Brennmeister bei der Arbeit zusehen – die Destille steht gleich nebenan. Etwas

ganz Besonderes ist auch der „Rock Sea Vodka“, der, mit ein wenig Meersalz

versetzt, seinen ganz eigenen außergewöhnlichen Geschmack hat. Wer es nicht

selbst auf die Isle of Wight schafft, kann die gerade eben beschriebenen Produkte

aber auch in Coburg kaufen. Sowohl bei Edeka Wagner auf der Lauterer Höhe als

auch in der Weingalerie in der Wiesenstraße stehen sie in den Regalen.

82 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


ISLE OF WIGHT

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 83


Advertorial

GENUSSREGION

Das Plus

für die Region

DIE GENUSSREGION COBURGER LAND

Die Genussregion Coburger Land ist ein Netzwerk

aus regionalen Lebensmittelhandwerkern, Gastro

nomen und Herstellern von Spezialitäten. 2011

ist die Genuss region unter der Feder führung des

Regional managements ins Leben gerufen worden.

Zu den über 70 Partnern zählen Bäcker, Fleischer,

Brauer, Imker, Direkt vermarkter und Gärtner sowie

gastro nomische Ein richtungen und Hotels. Im Hintergrund

sorgen vor allem Annabelle Menzner und

Tobias Gruber dafür, dass sich in den letzten sieben

Jahren schon einiges bewegt hat. Der COBURGER

hat sich mit ihnen unterhalten.

COBURGER: Herr Gruber, was ist das Ziel der Genussregion Coburger Land?

Tobias Gruber: Wir haben ja eine Vielzahl an Partnern, an Produzenten von

heimischen Lebensmitteln, an Dienstleistern. Unser Ziel ist es unsere Partner

durch Vernetzung, gemeinsames Marketing und neue Vertriebsideen zu

unterstützen. Dazu möchten wir zum einen die Menschen hier vor Ort, aber vor

allem auch Gäste aus aller Welt für die Vielfalt und die herausragende Qualität

unserer heimischen Produkte begeistern. Das ist uns gerade in den letzten zwei

Jahren sehr gut gelungen. Man spürt, dass Produkte aus der Region wieder einen

höheren Stellenwert haben, dass ihre Bedeutung und Qualität wieder mehr in das

Bewusstsein gerückt sind. So finden sich einheimische Erzeugnisse häufiger auf

regionalen Speisekarten, bei Buffets, bei Veranstaltungen, werden als Urlaubs-

Mitbringsel nachgefragt. Auf diese Weise profitieren Erzeuger, Gastronomie und

Hotellerie gleichermaßen von der regionalen Identität und leisten einen Beitrag

zur Steigerung der gemeinsamen Wertschöpfung.

COBURGER: Was ist denn ein besonders erfolgreiches Beispiel Ihrer Tätigkeit?

Annabelle Menzner: Zum Beispiel die Spezialitätenwochen der Genussregion

Coburger Land. Davon hatten wir in diesem Jahr zwei Stück, einmal die „Coburger

Originale“ im April. Acht Gastronomen in Stadt und Landkreis Coburg haben

dabei spezielle Gerichte oder Menüs zu traditionellen Spezialitäten kreiert, wie

zum „Coburger Rutscher“, zur „Coburger Bratwurst“ oder zu den „Coburger

Schmätzchen“. Im November standen die Spezialitätenwochen unter dem Motto

„Coburger Lieblinge“: Neun Gastronomen haben die Gäste in dieser Zeit ihre

eigenen Lieblingsgerichte in Drei-Gänge-Menüs oder speziellen Gerichten

angeboten. Beide Aktionen kamen hervorragend an.

Tobias Gruber: Nicht zu vergessen unsere Genusstage Coburger Land,

unser Bier- und Spezialitätenfest, das in diesem Jahr bereits zum siebten Mal

stattgefunden hat. In wechselnden Orten, dieses Jahr im Spätsommer in Bad

Rodach. Bäckereien, Brauereien, Direkterzeuger, Metzgereien und Gastronomen

Fotos: Val Thoermer

84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


GESCHENKKÖRBE

aus Stadt und Landkreis Coburg haben dabei wieder ihre

Produkte angeboten, begleitet von fränkischer Live-Musik

– eine durch und durch regionalverbundene Veranstaltung

zum Essen, Trinken, Schlemmen, Tanzen, Schlendern und

Verweilen. Die Genusstage haben sich in den letzten Jahren

mit diesem Konzept hervorragend entwickelt.

COBURGER: Ein weiteres Angebot sind ja Geschenkkörbe

mit Produkten hier aus der Region. Wie werden die denn

angenommen?

Annabelle Menzner: So gut, dass wir jetzt einen neuen

Online-Shop eingerichtet haben, in dem man ganz bequem

einen Geschenkkorb bestellen kann. Das kann der große

Geschenkkorb im Wert von 75 Euro sein oder einer von

vielen anderen Größen. Außerdem gibt es wechselnde

Themen-Geschenkkörbe – aktuell einen Prinz-Albert,

Queen-Victoria oder Albert & Victoria-Korb, passend zum

Geburtstagsjubiläum des Königspaars im nächsten Jahr.

Eines ist allen Körben gemeinsam: In ihnen befinden sich

fast ausschließlich Produkte aus Coburg Stadt und Land

von etwa 30 unserer Partner. Und die Körbe werden fix und

fertig verpackt geliefert. Das ist ein ideales Geschenk für alle

Anlässe: zum Geburtstag, zum Jubiläum, zu Weihnachten,

als Dankeschön für Kunden oder Geschäftspartner.

COBURGER: Und welche Ideen gibt es für die Zukunft?

Tobias Gruber: Ein regionales Lunchpaket zum Beispiel in

Kooperation mit der Hochschule Coburg. Die Bestückung

der Minibars von Hotels mit regionalen Produkten. Und

natürlich eine Coburger Genussmesse.

Geschenkkörbe & mehr aus der Genussregion Coburger Land

Zum Beispiel:

Geschenkkorb 9: Prinz Albert im Wert von 30,– €

4 Stück Fränkische Rostbratwürste, 1 Flasche Prinz Albert Bier,

1 Steingut-Bierkrug, 1 Flasche “Prince-Albert”-Apfelbrand,

1 Magnet Schwarz-weiß-Grafik Schloss Rosenau, 1 Puzzle-

Postkarte Schloss Rosenau, 1 Christbaumkugel unlackiert

Zum Beispiel:

Geschenkkorb 10: Queen Victoria im Wert von 30,– €

1 Beutel Coburger Schmätzchen (125g) von Wilhelm Feyler, 1

Tasse mit Unterschrift Queen Victoria (0,2 l) von der Stiftung

der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha´schen Familie, 1

Beutel Tee “Teestunde Queen Victoria & Prinz Albert (50g)

vom Teeladen Anja Bähring, 1 Flasche “Queen Victoria´s”-

Haselnusslikör (0,1 l) von der Destillerie Möbus, 1 Magnet

Schwarz-weiß-Grafik Schloss Rosenau (780×540 mm) vom Museumsshop Rosenau/

KulturGut AG und 1 Christbaumkugel unlackiert von Berufsfachschule Glas Lauscha

Zum Beispiel:

Geschenkkorb im Wert von 75,00 €

1 Flasche Bier, 1 Flasche Luthertrunk, 1 Glas Luthersenf, 1

Flasche Likör, 1 Beutel Linsen, 1 Beutel Nudeln, 1 Flasche Öl, 2

Flaschen Saft, 2 Gläser Konfitüre oder Gelee, 1 Beutel Coburger

Goldschmätzchen, 1 Glas Honig, 1 Glas Damwild-Wurst, 4 Stück

Fränkische Rostbratwürste, 1 Dose Wurst, 1 Dose Braten, gratis

dazu: Bierkrug “…wir trinken regional!”

Darüber hinaus viele weitere Geschenkkörbe ab 10,– €

Bestellungen unter www.genussregion-coburg.de/shop

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 Hinweis: Vom 20.12.2018 bis 07.01.2019 können keine Bestellungen COBURGER angenommen und | DAS bearbeitet MAGAZIN werden. 85


Advertorial

REGIONALE SPEZIALITÄTEN

WILLKOMMEN IM

WAGNER-LAND

Regionale Spezialitäten

im Frischecenter Wagner

Wurst, Käse, Milch, Saft, Brot oder andere Lebensmittel aus der

eigenen Heimat sind so gefragt wie lange nicht mehr: Für über

80% der Deutschen haben Lebensmittel aus der eigenen Region

mittlerweile einen hohen Stellenwert. Sie stehen für kurze

Lieferwege, eine gesicherte Herkunft, Frische und Geschmack.

Auch große Lebensmittelmärkte setzen zunehmend auf Produkte

aus der näheren Umgebung. So wie der Frischecenter Wagner auf

der Lauterer Höhe mit über 50 heimischen Lieferanten. Erkennbar

am Franken-Logo auf dem Etikett.

1 Bauernmetzgerei Heymann (Sonnefeld-Bieberbach)

2 Bäckerei Sünkel (Michelau)

3 Brauerei Eller (Birkach am Forst)

4 Brauerei Hartmann (Würgau)

5 Brauerei Trunk (Bad Staffelstein)

6 Braugasthof Grosch (Rödental)

7 Brauhaus Altenkunstadt

8 Coburger Busserl (Cafe Schubart Coburg)

9 Coburger Kloßküche

10 Coburger Schmätzchen (Feyler Lebkuchen)

11 Confiserie Bauer (Ludwigsstadt)

12 Destillerie Dr. Rauch (Marktredwitz)

13 Destillerie Möbus (Bad Rodach)

14 Detlef Hess – Eier (Großwalbur)

15 Ebensfelder Brauhaus

16 Edelobstbrennerei Schulz (Neuses an den Eichen)

17 Ernst Wydra – Gurken & Sauerkraut (Coburg)

18 Frank’s Konserven (Heroldsbach-Oesdorf )

19 Frauendorfer Bier (Bad Staffelstein)

20 Friedrich’s Räucherkäse (Marktrodach)

21 Gampertbräu (Weißenbrunn)

22 Gemüsebau Güßregen (Hallstadt)

23 Gurkenschnaps (Coburg)

24 Gemüse Salate Honig Eichfelder (Bamberg)

25 Geflügelhof Carl (Kaltenbrunn)

26 Graf Konserven (Küps-Schmölz)

27 Häfner Fleisch- u. Wurstkonserven (Ebelsbach)

31 Kerlings Backwerstatt (Bad Staffelstein)

32 Klößerei Lindenhof (Neustadt)

33 La Familia Dressing (Küps)

34 Luther Fleischwaren (Neustadt)

35 Mara Rapsöl (Marktzeuln)

36 Milchhof Albert (Scheßlitz)

37 Milchwerke Oberfranken West (Meeder)

38 Naturfleisch (Oberweißbach)

39 Pilzzucht Kalb (Neuses an den Eichen)

40 Püls Bräu (Weismain)

41 Rodacher Fruchtsäfte (Bad Rodach)

42 Schlossbrauerei Reckendorf

43 Staffelberg-Bräu (Bad Staffelstein)

44 Traditionsbrauerei Schleicher (Itzgrund-Kaltenbrunn)

45 Veilsdorfer Fischspezialitäten

46 Duroc Schweinefleisch Aschara/Bad Langensalza

47 Pizzeria Mamma Maria Gundelsheim

48 Der Zeidlerhof Bioimkerei Müller (Großheirath)

49 Bäckerei Fuchs (Bamberg)

50 Geflügelhof Carl (Itzgrund/Kaltenbrunn)

51 Milchhof Albert (Scheßlitz)

52 Bioland-Eier Wefa (Seßlach)

53 Antla Bier (Kronach)

54 Brauerei Wagner (Merkendorf )

55 Schusters Spezialitäten (Untersteinbach)

56 Viba Sweets (Flo-Seligenthal)

57 Purmuesli (Kulmbach)

28 Huppendorfer Bier

29 Imkerei Grünwald (Lichtenfels)

30 Siebenstern Jackstädt (Oberkotzau)

Mehr Informationen unter

www.wagner-coburg.de

86 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


DAS FRISCHECENTER WAGNER IN COBURG

KARTENAUSSCHNITT

OBERFRANKEN

46

38

11

56

45

13

41

Bad Rodach

14

50

32 34

37

6

8

9 10

17 23

Coburg

53

20 30

52

1

Kronach

16

39

3

48

44

50

29

2

35

26 33

21

25

5 19

31 43

Bad Staffelstein

40

7

57

Kulmbach

12

15

42

27

22

54

51

36

4

55

24 49 28

Bayreuth

Bamberg

47

18

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 87


Frohes

Vest

wünscht iTVCoburg

88 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 89


90 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


HIER WOHNTEN …

HIER WOHNTEN…

VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT

FOTOS: SEBASTIAN BUFF & YVES ALLOINDE

… DIE BÜRGER

Über Bürgerhäuser in Coburg soll es diesmal gehen. Ein Anfang ist schwer zu finden. Sind

ja nicht alle Wohnhäuser einer Stadt in erster Linie Bürger-Häuser – also Häuser für

Bürger? Ganz allgemein besehen ist das richtig. Und dennoch: repräsentativ sollten sie

laut Reallexikon auch sein und zudem in einem verdichteten altstädtischen Umfeld stehen.

Mit dieser Definition ausgerüstet lässt sich Coburg

hinsichtlich genauer betrachten. Sofort fällt

ein schnuckeliges Handwerkerhäuschen in der

Salvatorgasse 1 ein, welches auf 40 Quadratmetern

Grundfläche seinen ganz eigenen Charme

entwickelt hat. Gebaut wurde es 1404, im tiefsten

Mittelalter, als die Räume vom Werkstattofen der

Leineweber noch schwarz verrußt waren und

bis zu 15 Menschen unter einem Dach lebten.

Bürgerhäuser waren also Werkstatt, Wohn-,

Geschäfts- und Speicherhaus in einem. Unten

wurde gearbeitet. Oben gewohnt. Wenige hatten

den Luxus des Hauses in der Salvatorgasse mit einer

Bohlenstube. Diese gute Stube beherbergte eine Art

Heizung. Man geht davon aus, dass die Befeuerung

eines Ofens im Treppenhaus die Wände derart

aufheizte, dass es in dieser Bohlenstube im 1.Stock

kuschelig warm wurde. Zur damaligen Zeit für die

meisten Menschen ein unvorstellbarer Luxus.

Auch die Nummer 3 Hinterm Marstall ist so ein

Bürger haus. Wobei Drechslermeister Otto Amberg

seine Werkstatt als Anbau außerhalb des

Hauses errichtet hat. Viele Umbauten wurden

über die Jahrhunderte vorgenommen, um so den

Bedürfnissen der wechselnden Besitzer gerecht

zu werden. Oft beherbergten die Innenhöfe der

Bürgerhäuser kleine Rasenflächen und Platz für

die Viehhaltung. Kaninchen- und Hühnerställe,

Salatpflanzen und Kartoffeläcker. Alles wurde auf

engstem Raum untergebracht, um die Versorgung

der Großfamilie zu gewährleisten. Manches Mal

führte sogar frisches Quellwasser mitten durch

den Garten. So wie Hinterm Marstall, wo der von

der Leopoldstraße kommende „Stetsambach“ bis

zu seiner Verrohrung die Menschen im gesamten

Viertel mit dem nötigen Wasser versorgte.

Je nach Lage entwickelten sich die Bürgerhäuser

in Deutsch land unterschiedlich. Im ländlichen

Nord deutschland wurden eher große, hallenartige

Räume errichtet, inklusive weiträumiger Dielen

mit Feuerstelle. In Süddeutschland herrschte

eher eine Mischform vor mit Vorhausdiele, die als

Wohnung und Gewerberaum diente. Vorzugsweise

im Fachwerkbau erstellt. In Coburg gibt es noch

viele dieser Häuserzeilen, die dank gleichmäßiger

Parzellierung direkt an den Straßenrand gebaut

und meist lückenlos aneinandergereiht sind. In

Abgrenzung an die auch zahlreichen historischen

Villen in der Innenstadt, die eher mit individuellen

Merkmalen und herausstechenden Einzellagen

glänzen. Wirtschaftliche Veränderungen, die aufkommende

Industrialisierung und die starke Bevölkerungszunahme

im 19. Jahrhundert führten zu

einem Be deutungs verlust des Bürger hauses. Die

Gebäude passten sich wieder einmal an. Werkstätten

verschwanden, repräsentative Wohnräume

waren gefragt. Es entwickelten sich parallel dazu

gehobene städtische Wohnhäuser. Das bürgerliche

Wohnen verlagerte sich zunehmend in freistehende

Villen. Ein regelrechter Bauboom erfasste auch

Coburg. Beispielgebend sei hier Otto Leheis

genannt, der zahlreiche imposante Villen im

gesamten Stadtgebiet entworfen und als Bauträger

auch realisiert hat. So entstanden im ausgehenden

19.Jahrhundert an vielen Knotenpunkten

bürgerlichen Lebens in Coburg vom Jugendstil

beeinflusste Bauten aus dem typischen gelben

Backstein oder regionalem Sandstein. Modern

interpretiert als gehobene Mietshäuser.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden nur noch

wenige dieser repräsentativen Häuser gebaut. Die

Weltwirtschaftskrise zwang allesamt zum Sparen.

Dienstboten fanden sich immer schwerer. Die

Menschen fingen an, zu besseren Konditionen in

Fabriken zu arbeiten. Wie schön, dass sich in den

letzten Jahren hierzulande auch dank geeigneter

Fördermittel immer wieder Menschen dazu

animieren lassen, diese Kleinode bürgerlichen

Lebens zu renovieren und neuen Nutzungen

zuzuführen. Denn verändert haben sie sich zu allen

Zeiten, die Bürgerhäuser. Angepasst, aufgestockt,

verbreitert. Um Menschen zu beherbergen. Die

Bürger einer Stadt.

Häuser, die mit Unterstützung der

Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.

saniert worden sind – der COBURGER

stellt sie vor: 2018 in jeder Ausgabe des

COBURGER eines in unserer Reihe

„Hier wohnte“.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 91


HIER WOHNTEN …

92 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


… DIE BÜRGER

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 93


Advertorial

INTERVIEW MIT WOLFGANG HEYDER

Erfolgs

Im

Februar beginnt das

vierte Kapitel Bamberger

Literaturfestival

„Geschichte“

Es war bei einem Neujahrsempfang vor ein paar Jahren:

Der Bamberger Kinderbuchautor und „Sams“-Erfinder Paul Maar regte ein

Literaturfestival für die Domstadt an. Nur ein Jahr später fand es dann schon

statt, das Bamberger Literaturfestival, kurz BamLit. Das war im Jahr 2016. Einer

der Gründungsväter war Wolfgang Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg. Mit

ihm haben wir uns vor der vierten Ausgabe von BamLit im Februar unterhalten.

COBURGER: Herr Heyder, BamLit gehört nach wenigen Jahren schon zu den

angesehenen Literaturfestivals. Haben sie am Anfang gedacht, dass das so gut

funktioniert?

Wolfgang Heyder: Nein, ehrlicherweise wusste natürlich keiner von uns, wie das

läuft. Wir sind ja wirklich ins kalte Wasser gesprungen. Und Bamberg ist keine

Großstadt, verfügt aber über ein großes kulturelles Angebot mit Theatern, mit

den Symphonikern, mit Museen, mit Kleinkunst und vielem mehr. Da musst

Du Dich mit so einem Nischenangebot wie einem Literaturfestival erst einmal

behaupten. Auf der anderen Seite hatten wir von Anfang an ein Team zusammen,

das sich perfekt ergänzt, das hochprofessionell arbeitet und das zusammen über

ein hervorragendes Netzwerk weit über die Region hinaus verfügt.

COBURGER: Wer gehört zu diesem Team dazu?

Das BamLit-Team

Wolfgang Heyder: Wir haben Buchhändler mit dabei, das Stadtmarketing, den

Landkreis, wir haben mit Nevfel Cumart und Tanja Kinkel bekannte Bamberger

Autoren als Schirmherren, wir haben natürlich den Ideengeber Paul Maar mit im

Boot und vor allem auch Dr. Thomas Kraft, ein Bamberger, der deutschlandweit

Literaturfestivals organisiert, das hilft uns natürlich massiv. Und das wichtigste:

Alle sind mit Begeisterung dabei, jedem macht es Spaß, so ein hochkarätiges

Festival in der eigenen Heimatstadt auf die Beine zu stellen. Dieses Mal haben wir

24 Lesungen für Erwachsene und 45 kostenfreie für Kinder.

94 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


BAMLIT

Termine

#BamLit

2019

7. bis 24. Februar

Amelie Fried

Volker Kutscher

Timur Vermes

Karen Duve

Alice Schwarzer 07.02.19

Volker Kutscher 08.02.19

Gaby Hauptmann 08.02.19

Monika Maron 09.02.19

Krimi im Bus 10.02.19

mit Friederike Schmöe

Gregor Gysi 11.02.19

Timur Vermes 12.02.19

Martin Korte 13.02.19

Harald Lesch 13.02.19

Karen Duve 14.02.19

Amelie Fried 15.02.19

Junge Literatur 16.02.19

COBURGER: Viele im Hintergrund arbeiten zwar ehrenamtlich, aber bei so

einem umfangreichen Programm fallen natürlich auch Kosten an, die gedeckt

werden müssen. Wir funktioniert denn die Finanzierung?

Wolfgang Heyder: Anfänglich haben uns die Oberfrankenstiftung und der

Kulturfonds Bayern unterstützt, um das Literaturfestival überhaupt auf die Beine

stellen zu können. Diese Anschubfinanzierung ist vorbei. Aus der Erfahrung

wissen wir jetzt, dass die Tickets etwa 50% der Kosten decken. Etwa 6000 Tickets

können wir verkaufen, und ich bin auch ganz optimistisch, dass uns das gelingt,

schon in der ersten Woche nach Bekanntgabe des Programms hatten wir 1500

verkauft. Aber darüber hinaus müssen wir jetzt verstärkt auf Sponsoren zugehen

und haben das auch ganz erfolgreich gemacht. Dabei hilft uns zum einen das

Programm mit vielen Stars der Literaturszene, die natürlich für öffentliche

Aufmerksamkeit sorgen, aber auf der anderen Seite auch das große Engagement

mit den vielen Lesungen für Kinder. Das kommt auch bei Sponsoren sehr gut an.

COBURGER: Wie sehen die Zukunft des Bamberger Literaturfestivals?

Wolfgang Heyder: Wir müssen natürlich weiter daran arbeiten, dass mehr

jüngeres Publikum zu den Lesungen kommt. Deswegen haben wir einen

Poetry Slam und auch mehr jüngere Autoren im Programm. Für die Zukunft

wünschen wir auch uns eine Zusammenarbeit mit der Uni Bamberg. Immerhin

gibt es dort einen Germanistik-Studiengang, leider aber lebt man dort in einem

Elfenbeinturm, beschäftigt sich gar nicht mit uns. Dabei kann gerade so ein

Festival für Bücher, für Literatur, für Sprache begeistern. Die Zuschauer sind nah

dran an den Autoren, in einer sehr persönlichen Atmosphäre, viele Schriftsteller

nehmen sich danach Zeit für Gespräche mit dem Publikum. Lesungen sind

wirklich ganz besondere Events.

Wie Winnetou nach Bamberg kam 17.02.19

Krimi im Bus mit Helmut Vorndran 17.02.19

Désirée Nick 18.02.19

Axel Hacke 19.02.19

Margot Käßmann 20.02.19

Takis Würger 20.02.19

Stefan Weiller 20.02.19

Jenny Erpenbeck 21.02.19

Anselm Bilgri 22.02.19

Best of Poetry Slam 23.02.19

Gretchen Dutschke 23.02.19

Klaus-Peter Wolf 24.02.19

Krimi im Bus 24.02.19

mit Thomas Kastura als Gordon Tyrie

Außerdem ein ausführliches Kinderprogramm.

Mehr zu Autoren, dem Programm, Tickets

und weitere Informationen unter

www.bamberger-literaturfestival.de.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 95


Ein Coburger

Wohlfühlort

Die Buchhandlung

RIEMANN mitten

in der Stadt

Der Coburger Einzelhandel steht vor anspruchsvollen, aber auch

spannenden Herausforderungen: Das sich ändernde Einkaufsverhalten

großer Kundengruppen im Zeitalter der Digitalisierung führt leider zu

sinkenden Kundenfrequenzen in der Stadt und den Geschäften. Es ist dabei

im Übrigen egal, was online gekauft wird. Fällt der Gang zur Apotheke

weg, weil das Medikament in einem Shop bestellt wurde, fehlt auch dem

Buchhändler ein potentieller Kunde (der in den Laden schaut, weil er ja

ohnehin schon in der Stadt ist). Umgekehrt gilt natürlich dasselbe. Was ist

das richtige „Rezept“ für Händler im Umgang mit dieser Situation?

96 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


BUCHHANDLUNG RIEMANN

Advertorial

Jammern und lamentieren? Sich ärgern über Kunden, die (möglicherweise wider

besseres Wissen) bei der Online-Krake bestellen, obwohl die keine Steuern zahlt

und ihre Mitarbeiter ausbeutet? Die Vogel-Strauß-Taktik anwenden (Kopf in den

Sand stecken bis die Krise vielleicht mal vorbei ist)? Wohl kaum. Diese Haltung

mag zwar nachvollziehbar sein, ist jedoch wenig erfolgversprechend. Tatsächlich

sind es andere Ansätze, die auch weiterhin Menschen in die Stadt locken.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Kundengruppe der 16-

bis 34-jährigen, die heute die größte Verbrauchergruppe stellt, einerseits

das traditionelle Einkaufsverhalten ihrer Eltern auf den Kopf stellt (indem

sie regelmäßig online einkauft), andererseits jedoch grundsätzlich gerne im

stationären Handel unterwegs ist. Warum ist das so, wo doch mehr Produkte

und Dienstleistungen in zehn Minuten auf einem mobilen Gerät gekauft werden

können als in einem stundenlangen Bummel durch diverse Ladengeschäfte?

Was diese Menschen heute in die Städte lockt, ist die Suche nach Orten, die

Ambiente und Flair haben, die authentisch und nachhaltig sind. Das ist klassisch

die Stammbar um die Ecke, der Friseur oder das Kaffeehaus. Orte eben, an

denen man bekannt ist und Bekannte trifft, wo man sich gerne aufhält und eine

angenehme Zeit verbringt. Gute Chancen auf wieder steigende Kundenzahlen

haben also die Händler und Städte, die es schaffen, die oben beschriebene

Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.

Diesem Gedanken haben sich auch Martina Riegert und Martin Vögele, die

Inhaber der Buchhandlung RIEMANN am Coburger Markt, mit ihrem Team

verschrieben. Seit über 200 Jahren existiert die Buchhandlung und ist seither aus

dem Stadtbild nicht mehr weg zu denken. Die „Riemann’sche“ bereichert nicht

nur das (Kultur-)Leben der Stadt, sondern ist als lebendige Buchhandlung ein

Ort, der inspiriert, zum Stöbern, Schmökern, Diskutieren und Verweilen einlädt.

Vielfältige Veranstaltungen für Klein und Groß bereiten unvergessliche Stunden,

vermitteln persönliche Eindrücke und wunderbare Begegnungen:

Namhafte Autor*innen werden für Lesungen in Coburg engagiert

Beim „Treffpunkt für Kenner und Könner“ referieren lokale Expert*innen

zu „ihrem“ Thema

Der Kultursalon (in Zusammenarbeit mit dem Landestheater) lädt zum

Lauschen und Debattieren ein

Kindergartenkinder erkunden die Buchhandlung und werfen außerhalb

der Öffnungszeiten einen Blick hinter die Kulissen

ABC-Schützen in den Grundschulen bekommen als Einstieg in die

„Lesewelt“ die LeseTüte geschenkt

Der RIEMANN-LeseKoffer macht Grundschulkindern Lust aufs Lesen

Kinder- und Jugendbuchautor*innen sind regelmäßig auf Einladung

der Buchhandlung zu Gast in Coburg

Für viele Coburger*innen ist die Buchhandlung RIEMANN am Markt also

bereits ein „Wohlfühlort“ und mit ihrem „Caféchen“ und dem „Roten Salon“ im

Obergeschoss für die aktuellen Herausforderungen bestens gerüstet. Martina

Riegert und Martin Vögele mit ihrem Team laden Sie ein, sich hier wie zu Hause

zu fühlen.

Der Rote Salon

Der „Rote Salon“ wird vormittags überwiegend

für die beliebteste Prämie des Riemann’schen

Bonusprogramms genutzt: Fast täglich wird hier

das Bonusfrühstück serviert. Nachmittags steht der

Raum dann allen Kunden offen. Übrigens: Der „Rote

Salon“ kann für Besprechungen, kleine Feiern oder

Treffen gemietet werden (sprechen Sie einfach eine

der Mitarbeiterinnen darauf an).

Das Caféchen

Hier kann in Ruhe geschmökert werden, lernen

Schüler*innen in der Pause oder erarbeiten

gemeinsam ein Referat, treffen sich Menschen auf

eine Tasse Tee, Kakao, einen Cappuccino oder eine

erfrischende Orangina. Wer mag, genießt einen

leckeren Cookie dazu oder eine andere Süßigkeit

(Tartufi, Schokolade). Samstags gibt es zudem

frischen Kuchen.

Viele Kund*innen lieben die Atmosphäre in diesen

Räumlichkeiten und genießen das lässige Flair und

die schönen Ausblicke auf den (Weihnachts-)Markt.

Und wenn man gerade so gemütlich und bequem auf

dem Sofa sitzt, dass man gar nicht mehr aufstehen

mag, bestellt ganz einfach im Online-Shop der

Buchhandlung (www.riemann.de). Den gibt es seit

über 20 Jahren und erst im vergangenen Jahr wurde

der Shop komplett überarbeitet und ist jetzt noch

komfortabler.

Mehr Informationen unter www.riemann.de

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 97


Gesponserter Beitrag

MICHELLE OBAMA – „BECOMING. MEINE GESCHICHTE“

Buchempfehlung

Martin Vögele, Buchhandlung RIEMANN:

Die private Seite der Michelle Obama

Am 13. November ist die mit Spannung erwartete Autobiografie von Michelle Obama – 2009 bis 2017

First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika – weltweit zeitgleich erschienen. In einer Zeit, in der

ein Mann die USA regiert, der sich auf dem intellektuellen Niveau eines 10-jährigen Kindes bewegt und

in dessen Händen das Wohlergehen der westlichen Welt liegt, stimmt mich die Lektüre von Michelle

Obamas Autobiografie „Becoming - Meine Geschichte“ geradezu wehmütig.

Was für ein beeindruckendes Buch, welch kluge Frau. „Becoming“ ist ihre Geschichte: offen, anrührend,

privat, selbstkritisch und natürlich politisch. Unterteilt ist das Buch in drei Teile. Sie beschreibt, wie sie

wurde, wer und was sie ist („Becoming me – Ich werden“), das Leben mit Barack und den Kindern bis

zum Beginn der Präsidentschaft („Becoming us – Wir werden“) sowie die Zeit ab der Präsidentschaft

(„Becoming more – Mehr werden“).

Gebundenes Buch

mit Schutzumschlag, 544 Seiten:

ISBN: 978-3-442-31487-4

26,00 Euro

eBook:

ISBN: 978-3-641-22732-6

19,99 Euro

Hörbuch | 2 MP3-CDs

Laufzeit 18h 42 min

ISBN: 978-3-8445-2966-1

26,00 Euro

Hörbuch | Download

Laufzeit 18h 42 min

ISBN: 978-3-8445-3121-3

18,95 Euro

Geboren 1964 als Michelle Robinson in Chicago, zeichnet das Buch ihren Lebensweg nach, der sie aus

einem Arbeiterhaushalt im Chicagoer Süden durch Ehrgeiz, Fleiß und die selbstlose Unterstützung ihrer

Eltern auf die Elite-Universitäten in Princeton und Harvard führte. Anschließend arbeitete sie bei einer

renommierten Anwaltskanzlei in Chicago. Dort war sie zwar erfolgreich, aber nicht glücklich. Immerhin

jedoch lernte sie in dieser Kanzlei den ihr zugeteilten, sommersprossigen Praktikanten Barack Obama

kennen und lieben. Während sie selbst beruflich erfolgreich war, begann Baracks beeindruckende

politische Karriere, die die Obamas schließlich im Dezember 2008 ins Weiße Haus führte. Obschon

er natürlich darin vorkommt, ist dieses Buch keine Abrechnung mit Donald Trump, und das ist auch

gut so. Klar, sie verzeiht ihm nicht, dass er jahrelang das Gerücht befeuerte, Barack Obama sei kein

amerikanischer Staatsbürger. Und dass sie auch ansonsten nichts von ihm hält, klingt natürlich auch

durch. Da es aber IHR Buch über IHR Leben ist, bekommt der gefährliche Mann im Weißen Haus letztlich

die Rolle zugeteilt, die ihm zusteht: die einer Randnotiz.

„Becoming“ gewährt tiefe Blicke hinter die Kulissen einer außergewöhnlichen Familie und in die 8 Jahre

im Weißen Haus. Wir begleiten die First Lady auf einer außergewöhnlichen Reise, die uns vom einfachen

Leben im ländlichen Amerika bis zu den größten Staatsbanketts auf der ganzen Welt führt. Freuen Sie

sich auf die Geschichte einer Frau, die das große Vorbild vieler Frauen in den USA ist. Eine Ikone, die hier

ihre private, menschliche Seite zeigt.

Inhaltsangabe

Michelle Obama

Die kraftvolle und inspirierende Autobiografie

der ehemaligen First Lady der USA

In „Becoming“ erzählt Michelle Obama erstmals

ihre Geschichte – in ihren eigenen Worten und auf

ihre ganz eigene Art. Sie nimmt uns mit in ihre Welt

und berichtet von all den Erfahrungen, die sie zu

der starken Frau gemacht haben, die sie heute

ist. Warmherzig, weise und unverblümt erzählt

sie von ihrer Kindheit an der Chicagoer South

Side, von den Jahren als Anwältin und leitende

Angestellte, von der nicht immer einfachen Zeit

als berufstätige Mutter sowie von ihrem Leben

an Baracks Seite und dem Leben ihrer Familie im

Weißen Haus. Gnadenlos ehrlich und voller Esprit

schreibt sie sowohl über große Erfolge als auch

über bittere Enttäuschungen, den privaten wie

den öffentlichen. Dieses Buch ist mehr als eine

Autobiografie. Es enthält die ungewöhnlich intimen

Erinnerungen einer Frau mit Herz und Substanz,

deren Geschichte uns zeigt, wie wichtig es ist,

seiner eigenen Stimme zu folgen.

Michelle Robinson Obama war von 2009 bis

2017 die First Lady der Vereinigten Staaten von

Amerika. Sie studierte an der Princeton University

und an der Harvard Law School und begann ihre

berufliche Laufbahn als Anwältin bei der Kanzlei

Sidley & Austin in Chicago, wo sie ihren zukünftigen

Ehemann Barack Obama kennenlernte. Später

arbeitete sie im Büro des Bürgermeisters von

Chicago, an der University of Chicago und am

University of Chicago Medical Center. Michelle

Obama gründete auch die Chicagoer Sektion

von „Public Allies“, einer Organisation, die junge

Menschen auf eine Laufbahn im öffentlichen Dienst

vorbereitet.

Die Obamas leben derzeit in Washington, D.C. Sie

haben zwei Töchter, Malia und Sasha.

98 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


THEATERVORSCHAU

DEMNÄCHST IM

LANDESTHEATER

Mein erstes Mal

im Kongresshaus

Rosengarten?

TOLLE MÄRCHENWELT

INTO THE WOODS

Musical von Stephen Sondheim | Buch von James Lapine,

Deutsche Fassung von Michael Kunze

A DARUM GEHT ES

Inspiriert von den Hausmärchen der Gebrüder

Grimm und anderen Märchensammlungen

entwickelten James Lapine und Stephen Sondheim

(*1930) ein fantastisches Musical der besonderen

Art: Im Wald treffen verschiedene Märchenfiguren

mit ihren Wünschen und Sehnsüchten aufeinander –

Aschenputtel möchte auf den Ball des Prinzen gehen,

Rotkäppchen wünscht sich Brot für die Großmutter,

Hans wünscht sich, dass seine Kuh endlich Milch

gibt und das kinderlose Bäckerehepaar wünscht

sich sehnlichst Nachwuchs. Ihre Wege kreuzen und

verwirren sich und erst scheint alles gutzugehen

– bis eine rachsüchtige Riesin auftaucht und die

Märchenwelt zu zerstören droht ...

B WO UND WANN SPIELT ES

Mit Joan Anton Rechi ist es gelungen, einen

international gefragten Regisseur ans Landestheater

zu holen, der zuletzt u.a. in Düsseldorf, Barcelona

und Helsinki inszenierte. Einen ersten Ausflug ins

Musical-Genre hat er 2017/2018 mit großem Erfolg

am Theater Freiburg mit „Love Life" unternommen.

C WAS ERWARTET MICH

Mit hintersinnigem Humor und eingängigen Melodien

zeigt uns Stephen Sondheim, der amerikanische

Meister des anspruchsvollen Musicals, scheinbar

bekannte Märchenfiguren mit menschlichen Fehlern

und Schwächen, die erst allmählich erkennen,

welche Konsequenzen das egoistische Streben nach

der Erfüllung ihrer Wünsche nach sich ziehen kann.

Besondere Bekanntheit erlangte das preisgekrönte

Märchenmusical für Erwachsene durch die Disney-

Verfilmung 2014 mit Meryl Streep und Johnny Depp.

D WANN

Die Premiere findet am 8. Dezember statt. Weitere

Vorstellungen gibt es am 11., 12., 14., 15., 21., 26., 30.

Und 31. Dezember.

DOPPELABEND

MASSE MENSCH MACHT

Basierend auf den Theaterstücken „30 Keller (Atlantic Zero)”

und „3D” von Stephan Kaluza

A DARUM GEHT ES

Eine Entführung bildet den Ausgangspunkt

von „30 Keller". Der Milliardär Meisner findet

sich in einem irreal anmutenden Keller wieder

und zu seinem Erstaunen ist sein Entführer die

Höflichkeit in Person. Er kennt nicht nur jedes

Detail aus dem privaten und geschäftlichen Leben

Meisners, sondern ebenso seine intimsten Träume

und Wünsche. Die Lösegeldforderung ist immens

– 10 Milliarden Dollar in bar. Für noch größeres

Erstaunen bei Meisner sorgt der Umstand, dass

das Ziel des Entführers nicht Geldmaximierung,

sondern ganz im Gegenteil Geldvernichtung ist. Ein

Abwurf des Lösegelds über dem Atlantik soll das

Geld der zerstörerischen Wirkung des salzhaltigen

Wassers des Golfstroms überantworten. Rechnet

man das Ganze hoch auf dreißig Entführungen,

kann diese konzertierte Aktion die kapitalistische

Grundordnung zumindest erschüttern.

C WAS ERWARTET MICH

Nicht die Weltordnung aber das Machtgefüge in

der kleinsten gesellschaftlichen Zelle, der Familie,

wird in „3D" auf den Prüfstand gestellt. Was

zunächst wie die Aufarbeitung der schmerzlichen

Vergangenheit zwanzig Jahre nach ihrer Trennung

anmutet, entpuppt sich in immer überraschenderen

Wendungen als der reinste Familienhorror. Die

Realität, mit der Bette ihren alternden Ex-Ehemann

Albert konfrontiert, ist das hässliche Gegenteil seiner

Erinnerung an sich selbst als liebenden Vater. Aus

dem Ehedrama entwickelt sich ein Krimi über Liebe,

Machtmissbrauch und nicht endende Abhängigkeit.

„Macht zu haben heißt, dass andere machtlos

sind" – mit dieser Klammer fasst der Fotograf,

Konzeptkünstler und Autor Stephan Kaluza zwei

seiner Stücke zusammen. Am Landestheater Coburg

wird er die Texte in einem Doppelabend selbst

inszenieren.

D WANN

Die Premiere findet am 12. Januar statt. Weitere

Aufführungen gibt es bis April 2019.

„Die Moderation einer

Charity-Gala vor

ausverkauftem Saal.“

Christian Limpert

Kongresshaus Rosengarten.

Der Ort für besondere Momente.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 99


Advertorial

KOMMENDE VERANSTALTUNGEN

DREI HIGHLIGHTS IN DER REGION

Das Jahr 2019 startet mit einem tänzerischen Highlight in Coburg, wo das weltbekannte Russische Nationalballett Schwanensee aufführt. Musikalische

Vielfalt folgt im Juli mit Angelo Kelly, der beim Rösler-Open-Air im Schloss Eyrichshof zusammen mit seiner Familie auf der Bühne steht. Fans der

klassischen Musik sollten sich den 7. Juli ganz fett im Kalender anstreichen: Dann findet das Picknick Open Air mit den Bamberger Symphonikern auf

der Klosterwiese Banz statt.

Das Russische Nationalballett aus Moskau

SCHWANENSEE

KONGRESSHAUS COBURG I 8. FEBRUAR 2019 I 20 UHR

Schwanensee verkörpert alles, was das klassische Ballett

berühmt gemacht hat, es fasziniert die Menschen bis heute.

Schwanensee: Das ist Ballett in höchster Vollendung!

Das Russische Nationalballett aus Moskau präsentiert

den beliebten Ballettklassiker in einmaliger Darbietung.

Die berührende Musik von Peter I. Tschaikowski,

mitreißende Tänze, eine märchenhafte Handlung sowie

opulente Kostüme und Bühnenausstattung erwarten

die Zuschauer und machen diese Aufführung zu einem

faszinierenden Erlebnis. Mit der Musik zu Schwanensee

offenbarte Tschaikowski nicht nur seine russische

Seele, sondern begeisterte mit ihr weit über das

ballettinteressierte Publikum hinaus: Der „Tanz der vier

kleinen Schwäne“ ist weltbekannt. Das Russische Ballett,

vor allem „Schwanensee“, verleiht Gefühlen Ausdruck,

ohne ein Wort zu verlieren.

Klassik auf Banz

KLOSTERWIESE BANZ I 07. JULI 2019 I 19 UHR

ANGELO KELLY & FAMILY

SCHLOSS EYRICHSHOF I 26. JULI 2019 I 20 UHR

Das Picknick Open Air mit den Bamberger Symphonikern

Seit 1946 begeistern die Bamberger Symphoniker ihr Publikum weltweit

mit ihrem charakteristisch dunklen, runden und strahlenden Klang. Mit

weit mehr als 7.000 Konzerten in über 500 Städten und 63 Ländern sind sie

seitdem als Bayerische Staatsphilharmonie zum Kulturbotschafter Bayerns

und ganz Deutschlands geworden und regelmäßig weltweit unterwegs. Viele

Preise und Auszeichnungen erhielt das Orchester, unter anderem für seine

unzähligen Schallplatten- und CD-Produktionen. 2018 wurden die Bamberger

Symphoniker für das „Beste Konzertprogramm der Saison“ ausgezeichnet.

„Mit strahlendem Glanz und wohl verborgener Kraft ließ die Sopranistin

Simona Šaturová ihre Koloraturen strömen.“ – Die Pressestimmen zu Simona

Šaturovás Autritt bei den Salzburger Festspielen 2018 waren enthusiastisch,

ebensolches Kritikerlob kann der Tenor Benjamin Bruns auf sich vereinen.

Manfred Honeck, dessen letzte CD-Einspielung 2018 mit dem Grammy als

"Best Orchestral Performance" ausgezeichnet wurde, stellt eine Operngala

mit Werken von Mozart bis zum italienischen Belcanto zusammen.

Rösler Open Air Schloss Eyrichshof

Angelo Kelly & Family bringen den „Irish Summer“ 2019 zurück nach

Eyrichshof. Nach der erfolgreichen Open Air Tour 2018 und einer ausverkauften

Weihnachtstour geht es 2019 weiter. Wer an Irland denkt, dem fallen mit Sicherheit

zuerst grüne Landschaften, Dublin, Schafe, Guinness, das launenhafte Wetter

und natürlich die typisch traditionelle irische Musik ein – jeder hat sein eigenes

Bild von der grünen Insel – Angelo, seine Frau Kira, die Kinder Gabriel, Helen,

Emma, Joseph und William werden das Publikum auf eine ganz wunderbare Reise

nehmen. Mit traditionellen – aber vor allem auch neuen Songs vom Erfolgsalbum

„Irish Heart“ - werden sie dem Publikum „ihr“ Irland musikalisch präsentieren.

Bei der Irish Summer Tour wird die Familie dabei von original irischen

Musikern unterstützt, die im Laufe der Jahre zum Teil der Familie

geworden sind. Alles einzigartige Charaktere, die ihre Instrumente wie kein

anderer beherrschen und die Stimmung eines Irish Pubs auf die Bühnen

zaubern. Es darf getanzt, gefeiert, gelacht und vor Glück geweint werden.

Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in allen gängigen Vorverkaufssystemen,

telefonisch unter der Hotline 0951-23837, oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de.

100 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


VINCE EBERT

Advertorial

und Heino covert Rammstein. Das war nicht vorauszusehen! In seinem letzten

Programm „Evolution“ schaute der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert in die

Vergangenheit und zeigte uns, warum wir so sind, wie wir sind. In seinem neuen

Programm wagt er einen Blick in die Zukunft.

VINCE EBERT

„Zukunft is the Future“

Physik, Politikwissenschaft, Philosophie – Das klingt nicht gerade spannend und

lustig. Vince Ebert befasst sich mit den großen Fragen rund um Natur, Gesellschaft

und Politik und präsentiert seine Erkenntnisse mit viel Humor und Wortwitz.

Der gebürtige Unterfranke ist seit Ende der 1990er auf der Bühne zu sehen. Nach

einem abgeschlossenen Physikstudium begann Ebert mit seiner Karriere als

Kabarettist. Seither feiert er große Erfolge als Komiker, Autor und Moderator. Er

begeistert Laien, aber auch naturwissenschaftliches Fachpublikum. Vince Ebert

hebt sich von den meisten Kabarettisten ab. Er bewegt sich nicht im tiefen Sumpf

des flachen Humors. Sein Programm verbindet Bildung, Wissen, Humor und

Wortwitz auf einzigartige Art und Weise.

Unsere Welt verändert sich mit rasender Geschwindigkeit. Als Kinder glaubten

wir an eine glorreiche Zukunft, an den digitalen Reisewecker, das Dolomiti-

Eis und Hoverboards. Heute kommunizieren wir über Uhren in Sekunden

mit Menschen auf anderen Kontinenten, essen in Algen gerollten rohen Fisch

Wie werden wir in 20 Jahren sein? Wird uns Youtube mit Katzenvideos in den

Wahnsinn treiben? Wann endlich kommt die Frauenquote im Vatikan? Kann

die Erderwärmung durch Social Freezing verhindert werden? Und wieso sind

fast alle Zukunftsprognosen falsch? Wir fliegen heute nicht mit Rucksackraketen

durch die Lüfte, haben keinen Warp-Antrieb und noch immer kein Mittel gegen

Krebs. Dafür die iWatch, keine Mauer mehr und eine Pille, die bei ihrer Einnahme

eine Erektion verursacht. Ganz ehrlich, wer braucht da schon Rucksackraketen?

Zukunft läuft immer anders ab, als man denkt.

Kann man überhaupt etwas Fundiertes über die Zukunft sagen? Der Diplom-

Physiker Vince Ebert behauptet: JA! Die Thermodynamik besagt eindeutig, dass

es mit unserem Universum unaufhaltsam bergab geht. Anderseits sagt sie auch:

„Man kann den absoluten Nullpunkt niemals erreichen“. Egal, wie beschissen es

Dir also geht, es ist immer noch Luft nach unten. Und das ist doch schon mal eine

tröstliche Botschaft.

Vince Ebert Do, 24. Januar 2019, 20 Uhr, Kongresshaus Rosengarten.

Veranstalter Agentur Streckenbach. Tickets unter www.reservix.de.

„Die Sparkasse Coburg – Lichtenfels ist bei

der Veranstaltung mit Vince Ebert gerne mit

dabei. Es ist eine hervorragende Gelegenheit,

den Sparkassenkunden ein weiteres Highlight

in Coburg und dabei gleichzeitig einen starken

Vorteil zu ermöglichen.“

Rainer Engelhardt,

Marketing Sparkasse Coburg - Lichtenfels

S

Sparkasse

Coburg - Lichtenfels

Tausend Jahre

KunsT, KulTur, GeschichTe

Die Veste Coburg erhebt sich mit ihren gewaltigen

Mauern und Türmen hoch über der Stadt.

1530 hielt sich Martin Luther dort auf. Seit der Mitte

des 19. Jahrhunderts ist die Veste Heimat der

Sammlungen der Herzöge von Sachsen-Coburg und

Gotha. Der Rundgang führt in stimmungsvolle Raumensembles

im Fürstenbau, in die Große Hofstube mit

ihren Prunkrüstungen und in die Lutherzimmer.

Wir wünschen

schöne Feiertage

Einzigartig in der deutschen Kunst ist das Jagdintarsienzimmer

aus dem Jahre 1632. Die altdeutsche

Sammlung präsentiert sich in modernem Gewand.

Von außergewöhnlicher Fülle ist die Waffensammlung.

In der Rüstkammer werden Harnische sowie Kriegsund

Belagerungswaffen vom Mittelalter bis zum

18. Jahrhundert gezeigt.

Von der Jagdleidenschaft der Coburger Herzöge

zeugen kostbare Jagdwaffen und -utensilien.

Kutschen, darunter die älteste komplett erhaltene

Kutsche weltweit, und reich verzierte Caroussell-

Schlitten runden die kulturhistorischen Sammlungen

ab. Als neues Highlight auf der Veste gilt die interaktive

Artillerieausstellung auf der Gedeckten Batterie.

Im Frühjahr 1918 eröffnete die „Schatzkammer Glas“

mit der international bedeutenden Sammlung historischer

Gläser in neuem Glanz.

www.kunstsammlungen-coburg.de

Öffnungszeiten:

November bis März: Di – So 13.00 – 16.00 Uhr

April bis Oktober: täglich 9.30 – 17.00 Uhr

Geschlossen: 24., 25., 31. Dezember und Faschingsdienstag

• Jahreswechsel: Zusätzlich am 26. Dezember 2018 und 1. Januar 2019 geöffnet

• Führung in den historischen Räumen: Jeweils 14 Uhr an allen Öffnungstagen ab dem

26. Dezember bis einschließlich 6. Januar. Anmeldung nicht erforderlich

• Ausklingen – Fade away. Glasinstallation mit interaktivem Klangerlebnis im Fürstenbau

Kunstsammlungen der Veste Coburg:

Veste, 96450 Coburg, Telefon 09561 / 879-0, Info-Telefon 09561 / 879-79

E-Mail sekretariat@kunstsammlungen-coburg.de

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 101


102 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


GALERIE

G A L E R I E

S Y L V A I N

G U I L L O T

Der gebürtige Franzose lebt mit seiner Freundin seit drei

Jahren in Coburg. Beide sind am Theater als Tänzer beschäftigt

und bauen zudem eine Ballettstudio auf. Die zweite große

Leidenschaft von Sylvain ist die Fotografie. Er möchte in seinen

Bildern die schönsten, interessanten Momente der Wirklichkeit

festhalten, aus seiner Perspektive, so wie er sie sieht. Dabei

faszinieren ihn vor allem zwei Motive: Zum einen Tänzerinnen

und Tänzer. Aus seiner beruflichen Erfahrung weiß er, wann

der richtige Moment ist, um auf den Auslöser zu drücken. Und

Sylvain liebt das Reisen und hält auch dabei ganz besondere

Eindrücke fest.

www.guillotsylvain.com

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 103


SYLVAIN GUILLOT

104 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


GALERIE

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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 105


SYLVAIN GUILLOT

106 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


GALERIE

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Die SÜC ist Ihr kompetenter Ansprechpartner, wenn es um die Ausstellung eines Energieausweises

für Ihr Objekt geht – sprechen Sie uns gerne darauf an.

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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 107


SCHATZSUCHE 2018

Das Rätsel Für die Region präsentiert von

AB 15. DEZEMBER NOCH EINMAL

1000,- EURO

ZU GEWINNEN!

DIE SCHATZSUCHE 2018 – DAS RÄTSEL DER REGION

DAS JAHRESENDRÄTSEL. Mit Unterstützung der Sparkasse Coburg –

Lichtenfels und in Zusammenarbeit mit iTVCoburg winken wieder Gutscheine

und Bargeld in Höhe von 1000 Euro. Die ersten Hinweise zu den Fragen sind

gleich ein paar Zeilen weiter unten zu finden – außerdem habt Ihr zur Lösung

ausreichend Zeit. Vergesst nicht, die kostenlose iTVCoburgApp herunterzuladen.

Dort findet Ihr nämlich immer den letzten Hinweis.

Und so geht’s 2018 – ganz einfach:

Die Schatzsuche findet jetzt noch einmal statt. Wieder neu, wieder geht es um

Preise im Wert von 1000 Euro.

Es gibt jeweils Hinweise zu den Fragen der Schatzsuche in jedem neuen

COBURGER gedruckt oder auch online unter www.coburger-magazin.de:

Dann folgt die eigentliche Schatzsuche: 7 Tage lang 7 Fragen lösen - jeweils

ab 17 Uhr unter www.coburger-magazin.de oder auf den Facebook-Seiten des

COBURGER und von iTVCoburg an allen Tagen in folgenden Schatzsuche-

Wochen: 15. bis 22. Dezember. Dann habt Ihr sieben Antworten – und mit dem

abschließenden Hinweis auf der iTVCoburgApp kommt Ihr dann auf die Lösung,

den Schlüssel zum Schatz. Eine Woche habt Ihr dafür Zeit. Die Lösung dann also

bis zum 30. Dezember 17 Uhr einfach per Mail an hegen@coburger-magazin.de

schicken.

Aus allen richtigen Mails losen wir einen Gewinner. Der Rechtsweg ist

ausgeschlossen, Mitspielen könnt Ihr ab 16 Jahre. Der Veröffentlichung von

Namen und Bild, solltet Ihr gewinnen, stimmt Ihr mit der Teilnahme zu.

108 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


DAS RÄTSEL FÜR DIE REGION

Und hier die sieben Hinweise für die

sieben Fragen der fünften Schatzsuche

2018 vom 15. bis 22. Dezember. Dann

könnt Ihr Euch schon mal vorbereiten:

1 Ein Fest für Kinder.

2 Nachname ist der Name eines Urkiefervogels.

3 Nicht Tee, sondern Café.

4 Für immer versiegelte Liebe.

5 Zu Weihnachten gerne gesehen.

6 Altnordischer (Spitz)name,

geboren in Thüringen.

Und hier noch die Auflösung vom

letzten mal:

„Alles neu“ war das Lösungswort. Und gewonnen

hat dieses Mal Steffi Roos aus Ahorn. Sie freut sich

über die Preise im Gesamtwert von 1000 Euro, also

Gutscheine im Wert von 750 Euro und dazu Bargeld

in Höhe von 250 Euro. Alle Fragen, alle Antworten

von der letzten Schatzsuche auf www.coburgermagazin.de.

Mein erstes Mal

im Kongresshaus

Rosengarten?

„War vor über 60 Jahren.

Seither genieße ich die

besondere Atmosphäre.“

Ingrid Scholz

7 Jetzt Hotel, früher ...

Jetzt seid Ihr schon gut gerüstet für die

erste Frage unserer dritten Schatzsuche am

Samstag, den 15. Dezember um 17 Uhr auf

www.coburger-magazin.de oder auf den

Facebook-Seiten des COBURGER und von

iTVCoburg.

Ihr benötigt also

zum Miträtseln nur:

Jeweils den neuen COBURGER gedruckt

oder online unter www.coburger-magazin.de

alternativ einen Facebook-Zugang COBURGER oder

iTVCoburg und die kostenlose iTVCoburg App

Dann noch Freude am Rätseln und Glück.

Das war es – viel Spaß.

Unsere Sponsoren 2018 u.a.:

Kongresshaus Rosengarten.

Der Ort für besondere Momente.

AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 109


IN EIGENER SACHE

IMPRESSUM

COBURGER – Das Magazin

Ausgabe 30 / Dezember 2018 & Januar 2019

Sechster Jahrgang

Auflage 4000 Stück

www.coburger-magazin.de

Verlag:

markatus | markantes marketing

Mohrenstr. 31

96450 Coburg

Telefon 0 95 61 / 973 45 00

www.markatus.de

Herausgeber und Chefredakteur:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 / 690 52 84

hegen@coburger-magazin.de

Gründungsherausgeber:

Peter Einheuser

Wolfram Hegen

Autoren dieser Ausgabe:

Benedikt Dellert

Wolfram Hegen

Wolfram Porr

Heidi Schulz-Scheidt

Chris Winter

Iris Kroon-Lottes

Anja Hampel

Gabi Arnold

Fotografen dieser Ausgabe:

Ives Alloinde

Sebastian Buff

Val Thoermer

Michael Selzer

Rainer Brabec

Sylvain Guillot

Layout/ Illustrationen:

Axel Straubinger

Lisa Obermüller

Titel-Illustration:

Zum runden Fest

Grundlayout:

Peter Einheuser

Anzeigengestaltung:

markatus | markantes marketing

Anzeigenvertrieb:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 / 690 52 84

hegen@coburger-magazin.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2018

Druck:

DCT GmbH

www.dct.de

Preis:

kostenlos

Vertrieb:

über 200 Verteilstellen

in Coburg Stadt und Land

Bestellung:

Online über www.coburger-magazin.de

Preis inkl. Verpackung und Versand

innerhalb Deutschlands

5 Euro inkl. MwSt.

IN EIGENER SACHE

PREMIUM PARTNER

DANKE DANKE DANKE

Sie haben uns über das ganze Jahr begleitet oder

begleiten uns in Zukunft - das sind unsere PREMIUM-

Partner. Bei diesen bedanken wir uns dafür mit

schönen Geschichten über ihr Unternehmen, ihre

Mitarbeiter, ihre Produkte. Die Partner geben uns

und unseren Lesern dafür die Sicherheit, dass der

COBURGER das halten kann, was er verspricht: das

PREMIUM-Magazin für Coburg Stadt und Land zu

sein.

Haben Sie auch Interesse?

Weitere Infos auf der Webseite unter

www.coburger-magazin.de/premium-partner

Oder schreiben Sie uns an:

hegen@coburger-magazin.de.

SCHÖNE BESCHERUNG

WEIHNACHTSGEWINNSPIEL

Geben ist seeliger denn nehmen. Das ist schon

richtig. Aber beschenkt zu werden, ist schon auch

etwas Schönes. Noch dazu, wenn es so einfach

geht wie beim COBURGER zu Weihnachten über

facebook.com/Coburger.

Wir verlosen nämlich pünktlich zum Heiligabend u.a.

Gutscheine für den Goebel-Shop in Rödental oder

für die Lieder auf Banz im Sommer auf Kloster Banz.

Und mal schauen, ob es noch weitere Preise gibt.

Wer mitmachen möchte, einfach am Heiligabend auf

unsere Facebookseite schauen, den entsprechenden

Post kommentieren und dann ein bisschen Glück

haben.

Und das sind bisher unsere

PREMIUM-KUNDEN 2018:

Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler

Autohaus Willy Ernst

Baugesellschaft Otto Hauch

Bätzoldt oHG

Bodystreet Coburg Heiligkreuz

Broadway Body GmbH

Buchhandlung Riemann

Ciderhof

Citroen Grosch

Coburg Stadt und Land aktiv

Engel & Völkers

Frische-Center Wagner

Friseur Julia Göring Intercoiffure

Hörgeräte Geuter

IHK zu Coburg

Intersport Wohlleben

iTVCoburg

Kongresshaus Rosengarten

Landestheater Coburg

Lasco Umformtechnik

Optik Müller

ROB – Roberto Bauer Herrenmoden

Schumacher Packaging

Sparkasse Coburg – Lichtenfels

Sportland Coburg

Studio Freese

SÜC

süc//dacor

Thomas Bittorf tb.legal

Tourismus & Stadtmarketing

Citymanagement Coburg

Veranstaltungsservice Bamberg

Vitadrom

Von Poll Immobilien

VR-Bank Coburg

110 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


IN EIGENER SACHE

COBURGER ABO ALS GESCHENK

30 EURO COBURG

Noch keine Idee? Nur noch ein paar Tage bis Weihnachten? Dann kommen

Söhne, Töchter, Mamas, Papas, Freunde und Freundinnen in ihre Heimatstadt

Coburg, wenigstens für ein paar Tage, und man möchte ihnen gerne

ein Stück Coburg schenken. Aber was? Wie wäre es da mit einem ABO des

COBURGER?

Also am besten zu Weihnachten ein Jahresabo für den COBURGER im

Wert von 30 Euro für sechs Ausgaben schenken: Gleich reinklicken auf

www.coburger-magazin.de/abo. Und wenn man ganz schnell ist, liegt sogar

schon die Weihnachtsausgabe 2018 unter dem Baum. So kommt Coburg zu allen

Coburgern, auch wenn die nicht mehr in Coburg leben. Ein echt heimatverbundene

Geschenkidee.

HOBBYFOTOGRAFEN GESUCHT

PRINZ ALBERT INS BILD SETZEN

Im Jahr 2019 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag des berühmtesten

Sohnes der Stadt, Prinz Albert. Der COBURGER begleitet dieses besondere

Jahr mit einigen Geschichten über das Leben von Albert. Dafür sind wir auf

der Suche nach originellen, nach kreativen, nach ungewöhnlichen Bildideen.

Das Prinz Albert Denkmal mal anders fotografiert? Prinz Albert wie er heute

aussehen würde? Prinz Albert mit seiner großen Liebe Queen Victoria? Was auch

immer, wir freuen uns auf viele Einsendungen unter hegen@coburger-magazin.de.

Die besten Bilder werden veröffentlicht.

www.hoernlein-feyler.de

Kasernenstraße 14 • 96450 Coburg

T. 09561/ 80110

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Wir setzen auf Spezialisierung.

Wolfgang Hörnlein

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Wohnungseigentumsrecht

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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 111


MONACO FRANKE

DER MONACO FRANKE

Alle reden über den Klimawandel, nur der Monaco nicht. Bisher jedenfalls nicht.

War doch bislang alles ziemlich weit weg. Die Gefahr, dass der Staffelberg in

absehbarer Zeit überflutet werden könnte, war und ist doch eher gering. Und

gegen eine um zwei Grad höhere Durchschnittstemperatur kann ja niemand

ernsthaft etwas haben, der in den letzten Jahren so manchen Augustabend

bibbernd mit Wolldecke auf der Terrasse oder im Garten zugebracht hat und

der im Sommer gerne draußen ist, oder? Armageddon kannte der Franke bisher

allenfalls aus dem Kino. Doch das ist jetzt vorbei! Denn ein Katastrophenszenario

als eine Folge des Klimawandels wird auch unsere Breiten und damit alle Franken

bis ins Mark erschüttern!

Ja, wos soll des etzad saa? Coburg wird mecklenburgische Enklave als Ausgleich

dafür, dass sich die Ostsee immer mehr Land zurückholt? Landesweites

Schafkopfverbot, weil durch das heftige Auf-den-Tisch-Klopfen beim Stechen

und Schmieren vor der holländischen Küste Tsunamis ausgelöst werden?

Wos geht des also uns an, Kreizdeifl?! Bisher haben wir geglaubt, der Kampf

gegen den Klimawandel sei wichtig, weil durch die Erderwärmung die

Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt und weil es als Folge der

erhöhten Wassertemperaturen zu mehr Unwettern, Wirbelstürmen und

Tornados kommen wird. Bisher haben wir geglaubt, dass Holland, Venedig und

Bangladesch irgendwann absaufen und dass die süßen, kleinen Eisbärenbabys in

der Arktis kraftlos zurückbleiben und verhungern könnten, weil das Eis bricht

und sie beim Schwimmen so viel Energie verlieren. Was uns aber bisher niemand

gesagt hat - und jetzt kommt’s: Bier wird teurer!

die Zutaten seien in den letzten Jahren teurer geworden. Auch Lohn-, Energieund

Transportkosten seien immer weiter gestiegen, nur hätten viele Brauereien

das nicht auf den Preis umgelegt: „Die Brauer haben lange viel geschluckt“, wird

Geschäftsführer Walter König zitiert. Des glabbd der Monaco freilich aufs Wort!

Erfrischend realistisch sieht die Sache der Leiter der Studie, Steven Davis.

Denn er sagt: "Die Welt sieht zahlreichen, lebensbedrohlichen Auswirkungen

des Klimawandels entgegen; etwas mehr Geld für Bier ausgeben zu müssen,

erscheint angesichts dessen vielleicht trivial. Aber es gibt definitiv eine

interkulturelle Anziehungskraft von Bier, und am Ende eines zunehmend

gewöhnlich heißen Tages kein kühles Bier zu bekommen, würde das Ganze noch

schlimmer machen."

Recht hat der Mann! Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass immer mehr

kleinere fränkische Brauereien und Gastwirtschaften schließen, dass die EU

unsere schönen traditionellen Krüüchla verbietet, weil man den Eichstrich nicht

sehen kann, und man auch bei uns immer öfters eine oberbayerische Plörre, oder

noch schlimmer: ein Pils in der Tulpe serviert bekommt, wenn man eigentlich nur

„a Seidla“ will. Ich finde ja, eine schöne Aufgabe für unseren Heimatminister, da

mal was für seine Landsleute zu tun. Auch wenn das inzwischen ein Oberpfälzer

und kein Franke mehr ist und es in der bayerischen Politik auch gerade zu einem

„Klimawandel“ gekommen ist. Das ist aber ein wieder ein anderes Thema.

Schätzla, schau wie iech schau!

Für den COBURGER von Wolfram Porr

Ja, Himmelherrgottdunnerwedder nuchamol. Des kann ja wohl ned saa! Wieso

soll ich für mei Seidla plötzlich mehra bezohln, nur weil’s draußen wärmer is!?

Und überhaupt: Hod’s ned im Sommer erst g’haaßen, dass die Brauer über neue

Rekordumsätze jubeln, weil die Leit bei dera Hitz‘ viel mehr Durschd g’habt ham

als sonst? Das erste Halbjahr 2018 war laut Bayerischem Brauerbund tatsächlich

das beste seit 25 Jahren, weil’s schon im April so warm war, dass die Biergärten

voll waren und der Gerstensaft nur so floss. Und im zweiten Halbjahr mit dem

heißen Juli und August und dem milden Herbst ging es ganz sicher so weiter. Des

Bier müsst‘ also doch günstiger wer’n, Herrschaft!

Stimmt alles. Trotzdem ist es wie es ist. Und die Erklärung liefert eine neue

Studie der University of California in Irvine/USA: Steigende Temperaturen, so

heißt es da, sorgen für Dürre, steigende Meeresspiegel und höhere Bierpreise.

Ja, Himmel, Arsch und Zwirn! Ich versteh’s nuch ned! Also: Durch anhaltende

Dürre, wie auch wir sie in diesem Sommer erlebt haben, komme es zu erheblichen

Ernteausfällen. In manchen Jahren würde weltweit bis zu 17 Prozent weniger

Gerste wachsen. Und aus Gerste, Hopfen, Malz und Wasser wird bekanntlich

unser Bier gebraut. Das Bier werde deshalb langfristig doppelt, in manchen

Regionen sogar viermal so teuer.

Braugerste ist aufgrund der schwachen Ernte momentan rund 60 Prozent teurer

als noch vor einem Jahr. Aber deswegen soll ein Kasten Bier durchschnittlich bald

ein Euro teurer werden? Da geht es für die Brauer im Einkauf doch maximal um

Centbeträge! Richtig, allerdings ist das auch nicht der einzige Grund für die zu

erwartende Preiserhöhung. Der Bayerische Brauerbund erklärt dazu: Nicht nur

112 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


AUF EIN WORT

In jedem

COBURGER laden wir

an dieser Stelle Coburger

oder Nicht-Coburger

ein, ihre Meinung

zu sagen.

WAS ALSO BLEIBT VON DIESEM JAHR 2018?

Von Yves Alloinde

Ein heißer mitteleuropäischer Sommer, Sonne satt, Biergarten, Fahrradfahren, Freibad, Strand, Garten,

Balkon, Terrasse? Das gute Gefühl, zur Grillparty einladen zu können, ohne Angst vor Regen haben zu müssen?

Ja, echt blöd, dass der Klimawandel auf diese Weise richtig Spaß zu machen beginnt. Blöd, dass die Dürre auf

Wiesen und Äckern so richtig auch nicht wehtut, die Regale in den Supermärkten sind ja voll wie immer. Blöd,

dass das Wetter sogar Geld spart: Kein Futter für die Tiere im Winter? Dann also schnell schlachten. Fleisch

wird billiger. Gut für die Grillparty.

Ein paar dickeierige Machos weltweit, ob in den USA, Russland, Türkei, China, Nordkorea oder Brasilien, auch

in Ungarn oder Italien? Politische Alleinunterhalter, die mit schlechtem Gesang und schrägen Klängen die Masse

zum Jubeln bringen und alternative Wege der Unterhaltung eines Volkes damit salonfähig machen? Echt blöd,

dass deren Länder entweder weit weg sind, oder in Italien halt trotzdem immer die Sonne scheint, und wenn

nicht, zumindest Wein und Spaghetti besser schmecken als hierzulande. Echt blöd also, dass Volksverhetzer

uns in unserem Wohlstand nicht so richtig wehtun. Korrigiere: Noch nicht.

Ein deutscher Fußball, der in Dominanz immer noch den Schlüssel zum Erfolg sieht, der Schnelligkeit und

Kreativität aber schon längst gegen Bräsigkeit und Einfalt eingetauscht hat? Echt blöd, dass es Deutschland

auch nach dem Fiasko bei der zum Erfolgsindikator taugenden WM noch immer richtig gut geht, als dass man

die Fehlleistung von ein paar Kickern als symbolisch für die Zukunft des ganzen Landes werten könnte. Wird

schon wieder, wird man sagen.

Und war bleibt im Coburger Land von 2018 übrig?

Ein Übergangstheater Globe mit dem Zeug für eine Dauerlösung? Blöd nur, dass es so etwas wie ein historisches

Erbe gibt, das es zu erhalten gilt, auch wenn das nicht unbedingt einen Preis rechtfertigt, der neun Stellen

umfasst.

Ein kollabierender Verkehrskreislauf, weil wichtige Schlagadern Coburgs durch Baustellen blockiert werden?

Blöd nur, dass eine funktionierende Infrastruktur das erfordert. Aber alle Straßen gleichzeitig?

Ein ICE, erfolgreicher als angenommen, ein Landrat im Landtag, eine Stadt kurz vor dem Kommunalwahlkampf?

Alles verrückt, alles ver-rückt? Nein, alles ganz normal.

Normalität ist nur ein Mittelwert zwischen den Extremen.

AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 113


Coburger | Das Magazin

erscheint wieder am 14. Februar 2019

Anzeigenschluss ist

der 02. Februar 2019.

2019 jährt sich zum 30. Mal der Fall der Mauer.

Also sind dieses Mal Witze über die DDR das Letzte.

Ein DDR-Bürger beschwert sich bei der Post:

„Warum will man mir mein Telefon wegnehmen?

„Sie haben die Staatssicherheit verleumdet.“ „Wieso

denn?“ „Sie haben in Telefongesprächen behauptet,

die Staatssicherheit höre ihr Telefon ab.“

Wie verdoppelt man den Wert von einem Trabbi?

Volltanken.

„Was ist das: Es hat 80 Zähne und 4 Beine? Ein

Krokodil! Und was ist das: Es hat 8 Zähne und 52

Beine? – Das SED-Politbüro!“

Warum gab es in der DDR keine Banküberfälle?

Weil man auf den Fluchtwagen zwölf Jahre warten

musste.

„Kennen Sie den? Erich Honecker geht mit einem

Strick in den Wald?“ „Nein, aber er fängt schon mal

gut an.“

Warum war in der DDR das Toilettenpapier so hart?

Damit auch der letzte Arsch rot wird.

Treffen sich zwei DDR-Bürger. „Na, wie geht’s Dir?“

„Naja, hält sich so in Grenzen.“

Was war in der DDR die Lieblingssportart?

Bobfahren! Links eine Mauer, rechts eine Mauer und

dazwischen geht es immer bergab.

114 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019


AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 115


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116 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019

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