COBURGER – Das Magazin #30
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Nr. 30 | Dezember 2018 & Januar 2019
Magazin für Gesellschaft. Lifestyle. Politik.
Zum Mitnehmen
Isle of Wight
Coburgs Städtepartner vor der Südküste Großbritanniens. 35 Kilometer
lang, bis zu 20 Kilometer breit, und reich an sehenswerten Ausflugszielen.
Mehr Fotos und die ganze Geschichte auf Seite 80.
2 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
Panoramafoto: Rainer Brabec.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 3
INHALT
AUSGABE 30 | DEZEMBER 2018 / JANUAR 2019
8 DREIGESTIRN
10 STADTGESPRÄCH
98 BUCHEMPFEHLUNG
99 THEATERVORSCHAU
108 SCHATZSUCHE
110 IN EIGENER SACHE
112 MONACO FRANKE
113 AUF EIN WORT
114 DAS LETZTE
VAL THOERMER
WOLFRAM HEGEN
CHRIS WINTER
VERSCHIEDENE FOTOGRAFEN
WOLFRAM HEGEN
IRIS KROON-LOTTES
GABI ARNOLD
VAL THOERMER
WOLFRAM HEGEN
CHRIS WINTER
AB SOFORT NEU
WOLFRAM HEGEN
VAL THOERMER
ANJA HAMPEL
12 HOFBERICHT
Im VIP-Bereich des HSC Coburg
14 AUFGESTIEGEN
Das Studio Freese beim Bundespresseball
18 PRELLBÖCKE
Parkraumüberwachung in Coburg
22
32
34
38
48
50
56
BEST OF
Die schönsten Bilder zum Jubiläum
ENTSPANN DICH MAL
Sonderthema Zufriedenheit
WAS ZUFRIEDEN MACHT
Interview mit Forscher Tobias Wolbring
13 FÜHRERSCHEINE 13 SCHICKSALE
Warum Sinn zufrieden macht
IN DIE ZUKUNFT ZURÜCK
Die Geschichte von Sabrina Kerscher
REISENDER ZWISCHEN DEN WELTEN
Der Coburger Mediziner Martin Lücke
COBURGS BESTE
Die TOP-Firmen der Region - Teil 1
70 LAUFWUNDER
Die Coburgerin Stephanie Lieb
76
RUHE BITTE
Wintertrend Skitouren
4 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
GALERIESEITE 102
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 5
EDITORIAL
EDITORIAL
WOLFRAM HEGEN
Ein Jahresmotto ist es seit Jahren, nach dem zu leben so etwas wie Planbarkeit vorgaukelt.
Von „Alles richtig gemacht“ zur Selbstüberhöhung über „Erntedank“ als Symbol für
vermeintlich zustehenden Lohn nach harter Arbeit bis zu „Trennt Euch“ 2018, einem auf
zwei Worte verdichteten Plädoyer (übrigens geklaut von einem Aufkleber der Frankfurter
Buchmesse 2017) für einen Neuanfang, für die Überprüfung von Gewohnheiten auf
ihre Sinnhaftigkeit, für die Vermessung der eigenen Komfortzone, weil sie bei aller Bequemlichkeit
träge und faul macht.
Dafür war das Jahresmotto gedacht, derartige Losungen aber haben die Eigenschaft, sich zu verfestigen, wirklich
zum Los zu werden, weil selektiv jegliches Geschehen nur noch in sie hineininterpretiert wird, so wie wir
nach dem Kauf eines vermeintlich seltenen gelben Autos plötzlich mehr davon sehen als vorher. Unser Gehirn
spielt uns ganz einfach einen Streich. So erschien das Jahr reicher an Trennungsvorgängen, sei es beruflich,
wenn Mitarbeiter einen verlassen, privat, wenn vertraute Menschen eigenere Wege gehen, daheim, wenn Alltagsgegenstände
einem nach vielen Jahren für die Zukunft nicht mehr taugen. Nur die überflüssigen Pfunde
haben sich nicht verabschiedet. Durch die Brille eines solchen Jahresmottos geschärft liest sich so ein persönlicher
Rückblick dann fast melodramatisch, dabei taugen seine Fakten maximal zum schnöden Sachbuch. Also
Klappe zu.
Auch der COBURGER blickt kurz zurück, nicht nur auf dieses Jahr, sondern insgesamt auf – mit dieser – jetzt
30 Ausgaben. Auch er hat sich getrennt während dieser Zeit. Von einem Verkaufspreis, weil nicht durchsetzbar,
von allzu überzogenen Boshaftigkeiten (obwohl die satirisch verpackt zugegebenermaßen schon diebische
Freude gemacht haben) und vor allem von seinen Kinderschuhen, die irgendwann nicht mehr gepasst haben.
Der COBURGER ist erwachsener geworden. Gut so, denken wir und belassen es bei dieser Bilanz in Kurzform,
natürlich nicht ohne auf unsere Bildstrecke in diesem COBURGER hinzuweisen mit den nach unserer Meinung
schönsten Fotos aus 29 Bildstrecken der letzten sechs Jahre.
Ansonsten aber blicken wir nach vorne, was können wir besser, origineller, aufregender, emotionaler, informativer
machen, lesens-, guckens-, staunens-, fühlenswerter. Es liegt im menschlichen Wesen, dass man wohl
mal innehält, wenn man etwas geschafft hat, dass man mal kurz zufrieden ist, so richtig aber nie. Deswegen
haben wir in dieser Ausgabe das Sonderthema Zufriedenheit gewählt. Darin bestätigt uns ein Wissenschaftler
in unserem Gefühl, dass viel Geld nicht so viel mehr zufrieden macht, zu wenig aber unzufrieden. Darin zeigen
uns Lichtenfelser Schüler, wie sie die Aufarbeitung eines ganz furchtbaren Stücks deutscher Geschichte zufrieden
macht – weil sie damit etwas Sinnvolles voll- und Menschen zusammengebracht, für ein Stück Frieden
gesorgt haben.
Andere stellen wir vor: Sabrina Kerscher, neue Alt-Coburgerin, Martin Lücke, „afrikanischer“ Coburger,
Stephanie Lieb, Dauerläuferin, einen Coburger Franzosen bzw. seine Fotografien in unserer Galerie und die
Isle of Wight, weil sie eine ganz besondere Beziehung zu Coburg hat.
So, jetzt sind Sie dran.
Wolfram Hegen
P.S. Frohe Weihnachten
P.P.S. Ein gesundes neues Jahr
P.P.P.S. Neues Jahresmotto gesucht. Ideen bitte an hegen@coburger-magazin.de.
6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
INHALT
32
ENTSPANN DICH MAL
Sonderthema Zufriedenheit
UNSERE KREATIVITÄT ENTSTEHT
AUS DER LIEBE ZUM HAAR UND
UNSEREM SINN VON ÄSTHETIK.
Unser Anspruch ist die stetige
Entwicklung in unserem Handwerk.
Coburgs Beste
18
56
COBURGS BESTE
FRUST & ÄRGER
Die TOP-Firmen der Region
Parkraumüberwachung
70
EXTREMLÄUFERIN
Stephanie Lieb
Studio Freese, seit 10 Jahren in Coburg
50
ZWISCHEN DEN WELTEN
Martin Lücke
102
GALERIE
Sylvain Guillot
Judengasse 54 | 96450 Coburg | 09561 35 32 922
www.studio-freese.de
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 7
DREIGESTIRN
DREIGESTIRN
Nachts sind alle Katzen grau. Ein Sprichwort? Leicht dahingesagt? – Mitnichten.
Wohl eher ein Satz von historischer Sprengkraft: Alle sind gleich, sobald
jemand das Licht ausknipst. Revolution! Alarm! Winter! Verdunkelungsgefahr!
An die Waffen! An die Lichtschalter! An die Kerzen! Dreht die Boxen auf! Werft
den Herd an! Ladet Leute an! Feiert! Und Leute, Leute: Macht das Licht an! Die
Welt ist bunt, nicht grau – auch im Winter! Und auch in Coburg. Deswegen
auch hier wieder drei von der Redaktion völlig willkürlich zusammengestellte
besondere Veranstaltungstipps für die Monate Januar und Februar 2019. Warum?
Warum nicht. Und damit nachts nicht alle Katzen grau sind.
DAS EIGENLEBEN DER NACHT
EINE HOMMAGE AN EINE BESONDERE „TAGES“-ZEIT
Sven Faller hat keinen großen Namen, sich aber mittlerweile einen gemacht als
musikalischer Begleiter von Künstlern wie Larry Coryell, Konstantin Wecker, Georg
Ringsgwandl, Pippo Pollina oder Philip Catherine. Viele Jahre lebte und arbeitete
er in New York und reiste für Konzerte um die halbe Welt zwischen Tromsø,
Singapur und Rio. Sein Programm „Night Music“ ist seine ganz persönliche Hommage
an das Eigenleben der Nacht. Im Wechsel mit Musik liest und erzählt er seine
anekdotischen und teils autobiographischen Geschichten. Sie handeln von lustvollen
Spaziergängen unter Sternen, schrägen Typen auf nächtlichen Straßen, der
deutschen Autobahn als Ort des mystischen Grals oder dem Kontrabass als der
wahren „Königin der Nacht“ – ein besondere musikalische Lesung, ein kurzweiliger
Abend voller Humor, Tiefgang und musikalischer Klasse.
AUFGEHENDER STAR
JUNGE LETTISCHE PIANISTIN GASTIERT
„So jung und schon so gut! In etwa fünf Jahren kann sie ganz oben sein! “ schrieb
die Wiener Zeitung. Der Spiegel lobte ein „außergewöhnliches Debut“, die Fachzeitung
Piano News verteilte Bestnoten, sie sei „trotz ihrer Jugend eine wunderbare
Pianistin“. „Emotional“, „Invididuell“, „hohes Niveau“, „kühn und zärtlich in
ihrer musikalischen Sprache“: Die Presse überschlägt sich in ihren Lobeshymnen
für die junge 21jährige lettische Pianistin Aurelia Shimkus, die schon 2016 den
Echo Klassik abgeräumt hat. Entdeckt wurde die damals 15jährige beim KlavierOlymp-Wettbewerb
in Bad Kissingen, wo sie den 3. Preis holte. Es folgten ein
Stipendium und Auftritte in renommierten Konzertsälen in ganz Europa. Zudem
veröffentlichte die junge Frau aus Riga zwei Solo-CDs. Jetzt zeigt sie in Coburg
ihr Können. Ihre „Piano Impressions“ nämlich erklingen im Februar im Foyer der
HUK-Coburg.
Foto: Uli Zrenner-Wolkenstein
Foto: www.aurelia-shimkus.com
Wann Wo Wie:
Freitag, 18. Januar 2019 um 29 Uhr bei Leise am Markt in der Herrngasse.
Karten für 15 Euro unter 09561/ 90856 oder online: www.leise-am-markt.de
Wann Wo Wie:
Am Montag, den 11. Februar 2019 um 20 Uhr im Foyer der HUK-Coburg in
der Willi-Hussong-Straße 2. Karten unter www.verein-coburg.de.
8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
DREIGESTIRN
LACHEN FÜR DEN GUTEN ZWECK
7. COBURGER COMEDY GALA
Die Comedy-Gala ist für die Coburger mittlerweile ein absolutes MUST. Nicht nur, weil die Veranstaltung des
Round Table 151 von diesem Magazin präsentiert wird, sondern weil sie sich zum absoluten Stelldichein deutscher
Top-Comedians entwickelt hat, und zu allererst, weil die Gala einem guten Zweck dient: Alle Einnahmen
des Abends fließen komplett in die Service-Kasse des Round-Table 151 und von dort in viele Projekte in
der Region. Also am besten den Jahrsauftakt nutzen und für einen guten Zweck zum Lachen ins Kongresshaus
Rosengarten gehen.
Die Comedians 2018 sind … BERHANE BERHANE. Der sympathische Spaßvogel ist DAS neue Licht auf
Deutschlands Comedybühnen. Er rockte zweimal die SAP Arena bei seinem Kurzauftritt als Gast von Bülent
Ceylan. … DON CLARKE. Mit seinem neuen Soloprogramm „SEXundSECHZIG“ knüpft der natural born
Comedian Don Clarke dort an, wo er niemals aufgehört hat: Nichts tun! … WEIHERER. Dank des niederbayerischen
Poeten und seinem millionenfach geklickten Internet-Video kennt mittlerweile ganz Deutschland
die Postleitzahl von Brunsbüttel. Doch Weiherer ist weit mehr als nur der „25541-Kasperl“: Ein faszinierender
Sturschädel mit einer Mischung aus Liedermacherei und Kabarett! … THORSTEN BÄR. Das Multitalent der
deutschen Comedy mit seinem Mix aus Standup, Parodie und Songs. Bereits über 200.000 Gäste hat das Multitalent
der deutschen Comedy begeistert. „Vadder Unser“ ist ein kurzweiliger Abend mit einem dynamischen
Mix aus Stand-Up Parodie und Songs. Und … NIKO FORMANEK, der durch den Abend führt. Seine natürliche
Art und sein Charme sind ansteckend und so wird ein Abend mit Niko Formanek zu einem Erlebnis, bei
dem einem das Herz aufgeht.
Tom Oliver -
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Apfelwein (Cider) und
Birnenwein (Perry)
mit einer einzigartig
britischen Seele.
Wann Wo Wie:
Samstag, 5. Januar 2019 um 20 Uhr im Kongresshaus Rosengarten.
Karten online auf www.coburger-comedy-gala.de oder in der Geschäftsstelle des Coburger Tageblatts.
Weitere Ideen, Anregungen und Termine für Unruhegeister, Klassikjunkies,
Rumtreiber, Gesellschaftshungrige, Kulturgierige, Lichtschalterverkäufer und
sonstige Kurzreisende:
▶ iTVCoburgApp, kostenlos zum Download
▶ coburg.de/veranstaltungen
▶ www.facebook.com/Sonderbar.Coburg/
▶ landestheater-coburg.de
▶ coburg-kongress.de/de/besucher/veranstaltungskalender
▶ leise-am-markt.de
▶ gocoburg.de/veranstaltungen
▶ huk-coburg-arena.de/veranstaltungen.html
▶ agentur-streckenbach.de/alleveranstaltungen
▶ konzertagentur-friedrich.de/veranstaltungen-konzertagentur
▶ vsbamberg.de/events.cfm
Und wenn Ihr dann das Licht ausschaltet:
Nachts sind alle Katzen grau, aber auch die Kater.
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Tel. 09561-832734 . Mobil 0171 9234203
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Di.,Do.,Fr.:15-18 Uhr, Sa:14-18 Uhr
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Photo © Bill Bradshaw
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 9
STADTGESPRÄCH
STADTGESPRÄCH...
COBURG GANZ OBEN
Eine neue Ära beginnt, aber die alte Ära geht weiter: Jürgen Schranz ist ab
sofort Pächter der Coburger Hütte bei Ehrwald in Tirol. Er tritt damit in die
Fußstapfen seines Vaters Friedl Schranz, der die Hütte seit 1991 bewirtschaftet
hatte. Beide reisten kürzlich zur Vertragsunterzeichnung mit dem 1. Vorsitzenden
des Alpenvereins Coburg, Thomas Engel, 2. Vorsitzendem Rolf Schmidt und
weiteren Vorstandsmitgliedern nach Coburg, wo sie nach einem gemeinsamen
Mittagsessen – Rehbraten mit Coburger Klößen – ihre Unterschriften unter den
Pachtvertrag setzten. Der mit knapp 2000 Metern höchstgelegene Punkt Coburgs
bleibt damit weiter in der Hand der Familie Schranz aus Axams in Tirol. Christian
Schranz, der Bruder von Jürgen, wird auch weiterhin als Koch in der Küche
stehen. Beide kommen samt Familien und natürlich Vater Friedl übrigens im
März zur Jahreshauptversammlung des Alpenvereins nach Coburg, bevor sie dann
die neue Saison vorbereiten: Die beginnt 2019 am Mittwoch, den 29. Mai, ein Tag
vor Christi Himmelfahrt.
FRANKEN GANZ MODERN
Es ist keine feindliche Übernahme, sondern ein freundschaftliches Miteinander:
Der Tag der Franken wird am 7.Juli 2019 erstmals länderübergreifend gefeiert, im
oberfränkischen Neustadt und in der Nachbarstadt Sonneberg in Südthüringen,
die sich ja ohnehin zu Franken hingezogen fühlt. Jetzt sind Ideen gefragt, um
diesen Tag zu einem Erfolg zu machen: Regionalmanager Stefan Hinterleitner
zum Beispiel träumt von einem wasserstoffbetriebenen Zug, der die hohen Gäste
von Nürnberg nach Sonneberg fährt. Außerdem soll es wasserstoffbetriebene
Pendelbusse zwischen Neustadt und Sonneberg und entsprechend Autos für
die beiden Ministerpräsidenten geben. Hintergrund ist eine Initiative, die von
Sonneberg aus Wasserstoff-Energie stärker fördern und die Region zu einer
Modellregion machen möchte.
COBURG GANZ BUNT
Anastasia May wurde 1985 in der russischen Metropole St. Petersburg geboren.
Als Kind war sie fasziniert von den Bilderbüchern und fing bereits mit 6 Jahren
an, ihre ersten Illustrationen zu den Märchen zu malen. Im Jahr 2002 wanderte
sie mit Ihren Eltern nach Tschechien aus und beendete ihre Schule in Prag. Die
märchenhafte Kulturmetropole Prag bestätigte sie in ihrer Entscheidung, sich
stark dem grafischen Bereich zu widmen. Im Jahr 2008 begann sie das Studium von
Grafik und Design, mit dem Schwerpunkt Illustration, in Krefeld. Sie entwickelte
mehrere Buchprojekte, beschäftigte sich mit verschiedenen Drucktechniken
und Fotografie, Kunstreisen gaben ihr viele neue Impulse. Ihre Bilder strahlen in
leuchtenden Farben, ihre Figuren scheinen aus anderen Welten zu kommen. Jetzt
hat sie Coburg ein buntes Denkmal gesetzt: „Coburg Life“.
www.anastasia-may.com
10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 11
DER HOFBERICHT
FOTOS: VAL THOERMER
Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg
sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist
sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen
Prinzen und einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne
HOFBERICHT
kleine und große Partys. Wir vom COBURGER natürlich auch. Wenn wir
eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen
wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal aus dem VIP-Bereich bei
einem Heimspiel des HSC 2000 Coburg in der 2. Handball-Bundesliga.
12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
DER HOFBERICHT
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Coburg.Rennsteig
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 13
Advertorial
BUNDESPRESSEBALL
AUFGESTIEGEN
STUDIO FREESE MIT VIEL VERANTWORTUNG
BEIM BUNDESPRESSEBALL
Das Team der Beautylounge des Studio Freese beim Bundespresseball 2018: Carina Häussler,
Kevin Anschütz, Gloria Baier, Christian Wiemann, Torsten Freese, Tara Yipp, Robin Schitter, Tobias Freese.
14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
STUDIO FREESE
Im letzten Jahr war das Studio Freese aus Coburg schon einmal
beim Bundespresseball in Berlin. Damals als Teil eines größeren
Teams. In diesem Jahr bekamen die Coburger wieder eine
Einladung zu diesem gesellschaftlichen Event. Dieses Mal sogar
als Alleinverantwortliche für die sogenannte Beauty-Lounge.
Der COBURGER hat sich mit Torsten Freese, Tobias Freese
und Christian Wiemann über den Abend im Berliner Adlon
unterhalten.
COBURGER: Christian, für Sie war der Bundespresseball eine Premiere.
Wie war das erste Mal?
Christian Wiemann: Natürlich war ich aufgeregt. Wir wussten ja erst kurz vorher
wer kommt, da waren schon ganz exklusive Gäste dabei, die man normalerweise
nicht bedient. Und dann noch in einer Umgebung mit so viel Aura, im Adlon, in
einem Ort mit so viel Geschichte und so einem großen Namen, da hat man schon
Respekt vor der Aufgabe. Aber diese Nervosität hat sich ganz schnell gelegt.
Wir waren sehr gut vorbereitet, jeder kannte seine Handgriffe, so kamen wir
relativ schnell in eine positive Routine hinein. Und wenn man merkt, dass auch
Prominente natürlich nur ganz normale nette Menschen sind, kann man so ein
besonderes Ereignis dann auch genießen.
COBURGER: Torsten, erzählen Sie doch mal, wer war bei Ihnen, welche
Namen, darf man das verraten?
Torsten Freese: Also nur so viel. Es waren namhafte Vertreter aus Wirtschaft,
Show, Medien und Politik. Aber natürlich sind wir da verschwiegen, das ist
Friseurgeheimnis, Ehrensache. Die meisten wollen auch nicht fotografiert
werden, wenn sie bei uns sind. Eine Beauty Lounge steht ja auch für eine gewisse
Intimität.
COBURGER: Im letzten Jahr war das Studio Freese Teil eines größeren
Teams, in diesem Jahr ist man quasi aufgestiegen, war für die komplette
Beauty Lounge verantwortlich, wie kam das zustande?
Torsten Freese: Die Organisation des Bundespresseballs hat angefragt, ob wir in
diesem Jahr für das komplette Styling verantwortlich sein wollen, also inklusive
Make-Up. Das war natürlich eine große Ehre, aber auch eine Herausforderung
für uns als Team, verbunden mit viel mehr Verantwortung. Vor allem aber war es
eine Riesenchance, weil wir uns dadurch auf höchster gesellschaftlicher Ebene
zeigen konnten. Und unser achtköpfiges Team hatte auch über den ganzen
Abend verteilt gut zu tun: 30 Termine mit Gästen und noch einmal etwa 120- mal
ein Touch-Up. Die meisten davon kommen ja zu uns, bevor sie über den roten
Teppich gehen und im Blitzlichtgewitter stehen. Und im Gegensatz zum letzten
Jahr waren auch komplette Haarschnitte mit dabei.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 15
STUDIO FREESE
COBURGER: Neben dem fachlichen geht es für viele Gäste bei solchen Bällen
ja vor allem auch ums Wohlfühlen, um einen schönen Abend mit netten
Menschen und guten Gesprächen. Wie haben Sie sich denn um die Gäste
gekümmert?
Tobias Freese: Ich habe dafür gesorgt, dass die Gäste sich gleich bei uns
Willkommen und professionell betreut fühlen, dass ihre Terminierung
eingehalten wird und dass sie ihren Stylisten persönlich vorgestellt werden.
Und danach gab es für jeden Gast noch eine schwarze Studio Freese Tüte, die
übrigens der Renner waren an dem ganzen Abend, gefüllt mit Geschenken wie
einem Shampoo von unserer Hausmarke oder Pflegeprodukten von unseren
Lieferanten. Alles in allem kam das wunderbar an, wir haben so viele glückliche
Kommentare gehört, weil wir als Team perfekt funktioniert haben.
Christian Wiemann: Bei uns war es so familiär, dass manche Gäste auch länger
geblieben sind, weil sie sich so wohlgefühlt haben, dass sie sich bei uns ganz gut
entspannen konnten, bevor sie sich wieder in den Balltrubel gestürzt haben.
COBURGER: Nun waren Sie ja zum zweiten Mal dabei, jetzt auch mit mehr
Verantwortung, haben Sie das auch an der Wahrnehmung vor Ort gespürt,
an der Wertschätzung? Ist das Studio Freese jetzt sozusagen in Berlin
angekommen?
Torsten Freese: Wir waren in diesem Jahr in der Ballfibel mit einer kompletten
Seite vertreten, unser Logo war mit an der Pressewand, also schon dadurch sind
wir mehr wahrgenommen worden. Und wir hatten auch persönlich wesentlich
mehr Gespräche, viel Feedback, haben Kontakte zu Firmen- oder Senderchefs
knüpfen können.
Durch so einen Auftritt eröffnen sich natürlich neue Möglichkeiten. Und so
war es auch ganz amüsant zu sehen, wie skeptisch unsere Kollegen aus der
Bundeshauptstadt uns beobachten, mit denen wir ja jetzt quasi auf Augenhöhe
sind, Konkurrenten wenn man so will. Also das war schon spannend, das zu
erleben.
COBURGER: Haben Sie eigentlich auch gefeiert?
Torsten Freese: Natürlich, um halb eins in der früh hatten wir die letzten Gäste
in der Lounge, dann ist das ganze Team auf den Ball. Die Männer natürlich im
Smoking, die Damen in schicken Abendkleidern.
COBURGER: Also Fazit „gerne wieder“?
„Bei uns war es so familiär, dass manche Gäste
auch länger geblieben sind, weil sie sich so
wohlgefühlt haben, dass sie sich bei uns ganz gut
entspannen konnten, bevor sie sich wieder in
den Balltrubel gestürzt haben.“
Tobias Freese: Also das Team hat harmoniert, Stress ist nie aufgekommen, wir
waren immer professionell und immer freundlich, unsere Gäste konnten sich auf
uns verlassen und in Ruhe feiern. Von daher wir sind gerne wieder dabei.
Torsten Freese: Natürlich gerne wieder, denn den Vertrag fürs nächste Jahr
habe ich schon unterschrieben. Ich bin sehr sehr stolz auf unser Team. Jeder
war aufmerksam, konzentriert, professionell. Wir sind wieder ein Stück
vorangekommen, haben wieder Erfahrungen gesammelt, an Know-How
gewonnen. Und natürlich wollen wir auf diesem Weg gerne weitergehen, wollen
weiterwachsen, unsere Hausmarke noch mehr als bisher platzieren. Also wir
haben Visionen, die uns weiter nach vorne treiben.
16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 17
FRUST & ÄRGER
VON CHRIS WINTER
PRELLBÖCKE
für Frust und Ärger
Parkraumüberwachung
in Coburg
Etwa 35.000 Mal im Jahr finden Autofahrer in Coburg eine Verwarnung unter
dem Scheibenwischer. Da sind ein Halte- oder Parkverbot missachtet oder die
Maßgaben eines Behinderten-Parkplatzes nicht akzeptiert worden. Dann sind
zwischen zehn und 35 Euro fällig. Acht Frauen und ein Mann sind im Außendienst
der kommunalen Verkehrsüberwachung unterwegs und versuchen, die Parkmoral
hoch und auf jeden Fall Feuerwehrzufahrten freizuhalten.
Seit 1992 überwacht die Stadt den „ruhenden Verkehr“, wie Parken und Halten in
der Sprache der Verwaltung heißt. Je nach Einsatzgebiet kommen pro Mitarbeiter
bis zu einem Dutzend Kilometer Fußmarsch am Tag zusammen.
18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
PARKRAUMÜBERWACHUNG IN COBURG
„Ich bring Dich um“
Christiane Preißler ist eine der „Coburger Politessen“ und seit Beginn der städtischen Verkehrsüberwachung
dabei. In den vergangen 26 Jahren hat die couragierte und selbstbewusste Frau bei ihrer Tätigkeit nahezu jeden
Abgrund menschlichen Charakters erlebt, aber auch schöne und angenehme Begegnungen haben sich in ihrer
Erinnerung festgesetzt. „Solange noch gar nicht her ist eine Morddrohung“, erzählt sie. „Ich bring’ dich um“,
hat ein Mann zu ihr gesagt. Das ging natürlich vor Gericht, ist aber leider und für sie kaum verständlich im
Sande verlaufen. Genau einmal in den zurückliegenden 26 Jahren ist Christiane Preißler körperlich attackiert
worden. „In der Mohrenstraße hat mir eine Frau so richtig eine gescheuert. Die hat sich gar nicht beruhigen
lassen!“ Falsch parkende Frauen, so hat Christiane Preißler während ihrer Dienstzeit erfahren, sind aufbrausender
und mitunter aggressiver als die männlichen Automobilisten.
Händler eilt zu Hilfe
Hilfe hat die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes damals nur von einem Einzelhändler bekommen. „Während
alle anderen Passanten nur ‘rumstanden und geguckt haben, kam der Mann aus seinem Geschäft und ging
dazwischen.“ Mit seinen knapp zwei Metern Körpergröße und der kräftigen Statur war die Auseinandersetzung
schnell zu Ende und die aggressive Autofahrerin konnte bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden.
„Das Gericht verurteilte die Frau in der Folge zu einer erheblichen Geldstrafe und zu Sozialstunden.“ Wüste
Beschimpfungen, die oft Themen von unterhalb der Gürtellinie aufgreifen, werden grundsätzlich zur Anzeige
gebracht. „Man muss sich schließlich nicht alles gefallen lassen“, stellt Christiane Preißler fest. Im Außendienst
ist man oft der Prellbock für den Frust und Ärger eines ganzen Tages.
Hunde und einmal sogar ein Kleinkind befreite Christiane Preißler im Sommer aus überhitzten Autos. „Das
Fenster war etwas geöffnet, da konnte ich einen Arm durchzwängen und bin an den Knopf gekommen. Das
Kind hab’ ich dann eine Stunde durch die Stadt getragen, bis die Mutter gekommen ist.“ Die Frau war einkaufen
und hatte gedacht, während der Zeit schläft das Kind, hatte allerdings die Hitze im Wagen völlig vergessen. Die
junge Mutter war seinerzeit sehr erleichtert, das Jugendamt hat sich der Sache angenommen.
Märchenstunden
Vor drei Jahren kam Maria Schramm zur Verkehrsüberwachung der Stadt. Die Arbeitszeiten lassen sich nach
ihren Worten mit der Familie gut vereinbaren, darüber hinaus bietet der Job viel Interessantes. „Und schließlich
ist man an der frischen Luft und hat Bewegung.“ „Mit ‚es war einmal …’ beginnen die Märchen“, sagen die
beiden Frauen und grinsen. Bei der Parkraumüberwachung beginnen die Geschichten und Rechtfertigungen
in der Regel mit „ich bin ja nur …“ oder „ich hab’ nur schnell …“ Die Ausreden, warum jemand im absoluten
Halteverbot den Wagen abgestellt hat, wiederholen sich. Wenn das Falschparken nicht völlig den Verkehr behindert,
drücken die Frauen für kurze Zeit schon mal ein Auge zu. Immer wieder passiert es, dass Baugerüste
Verkehrszeichen verdecken. In solchen Fällen bleibt der mobile Drucker für die Verwarnungen untätig. „Solche
Situationen geben wir weiter, damit die Schilder auch während der Dauer der Baustelle wieder sichtbar
angebracht werden.“ Bei blockierten Behinderten-Parkplätzen und Feuerwehrzufahrten gibt es aber kein Pardon.
„Da bekommen auch Mofas oder Motorroller eine Verwarnung angehängt.“ Grundsätzlich wird jeder
Falschparker verwarnt, „denn erstens kennen wir nur das Auto und nicht den Besitzer, zweitens können wir
keine Ausnahmen machen“, erklärt Christiane Preißler. Auch Ehegatten sind schon mit einer kostenpflichtigen
Verwarnung bedacht worden.
Bei der Parkraumüberwachung beginnen die
Geschichten und Rechtfertigungen in der Regel mit
„ich bin ja nur …“ oder „ich hab’ nur schnell …“
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 19
FRUST & ÄRGER
Stammkundschaft
Die Parkmoral hat sich nach den Erfahrungen von Maria Schramm und Christiane Preißler in der Vergangenheit
schon gebessert. Die Frequenz auf den Stellplätzen in den Straßen der Stadt hat sich erhöht. Rechtsschutzversicherungen
übernehmen Verwarnungsgelder für Falschparken nicht mehr. Schwierige „Kundschaft“ gibt
es selbstverständlich auch, und „Stammkundschaft“, die mehrmals am Tag eine Verwarnung erhält. Vielen
notorischen Falschparkern ist das Verwarnungsgeld schlicht egal. Immer wieder versuchen verwarnte Autofahrer,
die Rücknahme des „Knöllchens“ im Ordnungsamt zu erreichen. Meistens aber folgt auf eine Belehrung
die Einsicht. „Einmal hatte jemand sein Auto dabei wieder verkehrswidrig abgestellt“, erinnert sich Pascale
Bauer, Innendienstleiter der Verkehrsüberwachung. „Während der Mann im Büro war, war der Außendienst
wieder tätig gewesen.“
Freund und Helfer
Viele Verwarnungen wurden früher in der Raststraße eingestellt, als dort noch die Dreyer-Klinik mit der Geburtshilfe
beheimatet war. Die Parkuhren erlaubten maximal zwei Stunden. „Da kam ein frisch gebackener
Vater raus und war ehrlich: Er stehe schon seit dem Abend vorher dort. Den Fußabdruck des Sohnemanns hat
er später vorbeigebracht. Die Verwarnung musste er nicht bezahlen.“ Technische Hilfe hat Christiane Preißler
auch schon geleistet, etwa als eine Frau aus dem Parkhaus Mauer fuhr und ein Reifen platt war. In der Webergasse
hat sie mit Wagenheber und Radkreuz hantiert. „Nur eine Schraube war so fest, die habe ich nicht aufbekommen.“
Kurzerhand hat sie einen Fleischermeister zur Hilfe vergattert, der die ganze Szene mit stoischer
Ruhe verfolgt hatte. „Der hat aber wirklich nur diese eine Radschraube gelöst.“ Als das Ersatzrad montiert gab
es ein Schulterklopfen und ein „hast du gut gemacht“ für Preißler.
Parkraumbewirtschaftung
Die kommunale Verkehrsüberwachung in Coburg nahm 1992 ihren Dienst auf. Bei rund 1100 Stellplätzen
in den Straßen überwachen die neun Außendienstler, ob Parkzeiten eingehalten und -gebühren
entrichtet sind. Rund 35 000 Verwarnungen stellen die Mitarbeiter jedes Jahr aus, die Verwarnung
belaufen sich auf Beträge zwischen 10 und 35 Euro, wobei die Höhe bundeseinheitlich festgelegt ist.
Neben der kommunalen Verkehrsüberwachung ist auch die Polizei eingebunden. Das Abschleppen von
Fahrzeugen veranlasst stets die Polizei.
Schwierige „Kundschaft“ gibt es selbstverständlich
auch, und „Stammkundschaft“, die mehrmals am
Tag eine Ver warnung erhält. Vielen notorischen
Falschparkern ist das Verwarnungsgeld schlicht egal.
20 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
PARKRAUMÜBERWACHUNG IN COBURG
Gesponserter Beitrag
DER KLEINE ÄRGER
Tipps zum Umgang mit Strafzetteln
Sie kommen auf Papier daher, auf der Windschutzscheibe oder im Briefkasten,
ganz sachlich und nüchtern, und können einen doch mächtig in Wallung
versetzen: Strafzettel. Falsch geparkt, zu lang geparkt, zu schnell gefahren, zu nah
aufgefahren, telefoniert und viele andere Verstöße mehr: Knöllchen gehören zum
alltäglichen Ärger als Autofahrer. Kommunale Verkehrsüberwacher und Polizei
ahnden kleine Vergehen ob im stehenden oder fließenden Verkehr nämlich als
Ordnungswidrigkeit. Informationen dazu von Lutz Lindner, Rechtsanwalt bei der
Coburger Kanzlei Hörnlein & Feyler.
Ordnungswidrigkeiten sind leichte Rechtsverstöße, bei denen der Staat auf eine Strafe
gemäß dem Strafgesetzbuch verzichtet, stattdessen aber zur Kasse bittet. Bekannt
sind solche Ordnungswidrigkeiten vor allem durch viele Millionen Verstöße gegen die
Straßenverkehrsordnung. Am häufigsten handelt es sich dabei um Falschparkerei oder um
Geschwindigkeitsübertretungen. Aber auch zu geringer Abstand zum Vordermann oder die
Nutzung des Handys am Steuer sind beliebte Verstöße.
ANKUNFTSZEIT
„Geringfügige Verstöße werden mit einer Verwarnung geahndet“, ob nur vor Ort oder
postalisch. Einen Zwang zur Schriftform gibt es dabei übrigens nicht – auch die mündlich
ausgesprochene Verwarnung gilt. Eine Verwarnung muss dabei nicht unbedingt mit einem
Verwarnungsgeld verbunden sein, ist sie aber in der Regel. Sobald die Summe bezahlt ist,
hat der Verkehrssünder die Verwarnung anerkannt. Bestreitet man die Ordnungswidrigkeit
oder zahlt nicht innerhalb der angegebenen Frist, kommt auf jeden Fall Post nach Hause.
Dann wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Ein teures Vergnügen, immerhin schlagen
die Behörden dann auf das Verwarnungsgeld noch Gebühren und Kosten obendrauf.
Andere Verstöße sind direkt mit einem Bußgeld belegt, dann wird ohne vorherige
Verwarnung ein Bußgeldbescheid erlassen
Viele Betroffene fragen sich, ob es sich lohnt, Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einzulegen. Das hängt
vom erhobenen Vorwurf und den vorhandenen Beweismitteln ab. Aus Erfahrung haben Einwände gegen
Geschwindigkeitsverstöße nur geringen Erfolg, wenn es um die Rechtmäßigkeit der Messung geht. Größerer
Erfolg kann das Bestreiten der Fahrereigenschaft haben, wenn das in der Akte befindliche Lichtbild keine
eindeutige Identifizierung des Fahrers zulässt. Sind Halter und Fahrer personenverschieden und kann/muss,
z.B. bei verwandtschaftlichen Verhältnissen, der Halter keine Angaben zum Fahrzeugführer machen, kann
der Betroffene möglicherweise um ein Bußgeld und/oder Punkte herumkommen. Dann allerdings kann für
die Zukunft ein Fahrtenbuch angeordnet werden. Gegen Messergebnisse bei Geschwindigkeitsübertretungen
oder Abstandsverstößen vorzugehen, hat dagegen keinen Sinn. Messungen werden immer als richtig gewertet.
Wenn man also teure und unangenehme Post vermeiden möchte, gibt es nur einen Weg: Sich an die
Verkehrsregeln halten. Denn ist man erst einmal ermahnt, entkommt man der Strafe nur noch schwer.
Lutz Lindner ist Fachanwalt für Verkehrsrecht und außerdem Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei
Hörnlein & Feyler.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 21
30. Ausgabe COBURGER – 30 Bilderstrecken
Eine Auswahl der letzten sechs Jahre
Ausgabe 17 Coburger Hütte | Foto: Sebastian Buff
22 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 23
Ausgabe 11 Sambafestival | Foto: Sebastian Buff
24 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 25
Ausgabe 19 Weihnachtsmarkt | Foto: Sebastian Buff
26 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 27
Ausgabe 21 Schlossplatzfest | Foto: Sebastian Buff
28 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 29
Ausgabe 06 Weihnachtsmarkt | Foto: Val Thoermer
30 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 31
Von Wolfram Hegen
ENTSPANN
DICH MAL
Sonderthema Zufriedenheit
32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
Engelchen
Ich
Teufelchen
Ich
Engelchen
Teufelchen
Engelchen
Ich
Engelchen
Ich
Entspann Dich mal. Ist doch alles gut.
Stimmt eigentlich. Gute Idee.
Wollte ich ja gestern schon.
Nein, nicht nachlassen, da geht noch was.
Stimmt auch wieder.
Was geht da noch?
Mehr Neues, Anderes, Besseres, Tolleres,
Schnelleres, Höheres.
Brauchst Du das?
Ich?
Ja, Du.
Teufelchen lacht teuflisch.
Engelchen
Ich
Teufelchen lacht teuflisch.
Engelchen
Ich
Engelchen
Ich
Engelchen
Teufelchen
Ja …. schön wäre das schon.
Du willst also mehr?
Ja … also nur ein bisschen mehr noch.
Dann bin ich zufrieden.
Und wann ist das?
Morgen.
Das hast Du gestern und vorgestern auch
schon gesagt.
Stimmt. Aber da ging halt dann auch wirklich
noch was.
Ok. Aber jetzt entspann Dich. Ist gut jetzt.
Stillstand ist Rückschritt.
Engelchen
Teufelchen
Engelchen
Teufelchen
Engelchen
Teufelchen
Engelchen
Teufelchen
Engelchen
Teufelchen
Engelchen
Teufelchen
Engelchen
Ich
So wirst Du nie zufrieden.
Zufriedenheit ist der Anfang vom Ende.
Halte inne. Entspann Dich. Genieße.
Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört,
gut zu sein. Hat Philip Rosenthal gesagt.
Wer wohl zufrieden ist, ist wohl bezahlt.
Ist von Shakespeare.
Weiter, immer weiter. Ist von Oli Kahn.
Wer ist Oliver Kahn?
WER IST OLIVER KAHN? GEHT’S NOCH?
FUSSBALLER, CHAMPION, FERNSEHSTAR,
BALD FCBAYERN-CHEFETAGE. OK?
Wer …?
Wie „Wer?“
…. will das wissen? Die Geschichtsbücher?
Das Universum? Gott? Am Ende ist das wirklich egal.
Klar, wenn Dir nichts mehr einfällt, kommst
Du mit Gott.
Na und, ohne Gott gäbe es DICH auch nicht.
HÖRT AUF ZU STREITEN. ES GEHT IMMERHIN
UM MEIN LEBEN.
Peinliche Stille. Alle gucken sich betreten um. Das Engelchen pustet
einen weißen Staubflusen durch die Luft, Teufelchen einen im feurigen
Streit entzündeten Geldschein aus.
Ich (erschöpft) Ich will eigentlich nur meine Ruhe.
Engelchen lacht teuflisch.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 33
INTERVIEW
Sonderthema Zufriedenheit
Das Interview führte Iris Kroon-Lottes
Tobias Wolbring
Professor für
Zufriedenheitsforschung
WAS ZUFRIEDEN MACHT
INTERVIEW
„Ein neues Jahr, ein neues Glück!“ beschrieben schon Dichter
und Denker den Jahreswechsel. Wer kennt das nicht? Kurz
vor Neujahr nehmen wir uns gute Vorsätze vor: Mehr auf die
schlanke Linie achten, weniger Alkohol, dafür mehr Wasser
trinken und vielleicht wieder regelmäßig ins Fitness-Studio
gehen, statt nur den Beitrag zu bezahlen. Gerne wollen wir
höher hinaus, etwas noch besser machen, immer mehr erreichen.
Doch macht uns das wirklich zufrieden? Sollte das Privileg –
nicht ständig mehr zu wollen – ein Teil unseres Lebens sein, den
wir uns leisten können und auch leisten wollen? Zufriedensein
macht schließlich glücklich. Doch von was hängt diese
Lebenseinstellung ab? Prof. Dr. Tobias Wolbring befasst sich
beruflich mit Zufriedenheit. Seit 2017 leitet er den Lehrstuhl für
Empirische Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Alexander
Universität Erlangen-Nürnberg. Eines seiner Spezialgebiete ist
die Lebenszufriedenheitsforschung.
34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
TOBIAS WOLBRING
„Sehr viele Menschen sind relativ zufrieden mit
ihrem Leben, auch wenn der Rasen auf der anderen
Seite des Zauns manchmal noch ein bisschen
grüner aussieht.“
Herr Prof. Wolbring, was gehört dazu, um in
unserer Gesellschaft ein zufriedener Mensch
zu sein?
Die subjektive Zufriedenheit wird von einer
Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Entscheidend
ist die richtige Mischung: Gesundheit, ein
gewisses Mindestmaß an Geld, eine gelingende
Beziehung, Freundschaften und auch soziale
Anerkennung für die eigenen Leistungen durch
andere.
Wir leben in einem sicheren, wohlhabenden
Land. Trotzdem scheint es so, als wäre die
Mehrzahl der Deutschen eher unzufrieden.
Woran liegt das?
Dieser Eindruck täuscht. Ein Großteil der deutschen
Bevölkerung gibt auf einer Skala von Null
(sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) einen
Wert von 7 oder mehr an. Sehr viele Menschen
sind also durchaus relativ zufrieden mit ihrem
Leben, auch wenn der Rasen auf der anderen
Seite des Zauns manchmal noch ein bisschen
grüner aussieht.
Sie haben rund um das Thema Zufriedenheit
verschiedene Faktoren untersucht. Einer
davon ist das Einkommen, das wir beruflich
verdienen. Sind Menschen mit höheren
Gehältern zufriedener? Macht Geld wirklich
glücklich?
Wenn Menschen nur wenig Geld zum Leben
zur Verfügung haben, dann steigert jeder
zusätzliche Euro spürbar ihre Zufriedenheit. Je
höhere Einkommen Menschen jedoch erzielen,
umso weniger ist die genaue Höhe des Einkommens
von Bedeutung. Dann werden plötzlich
andere Dinge viel wichtiger: Habe ich in den
vergangenen Jahren eine Gehaltserhöhung
erhalten, die mir Wertschätzung durch meine
Vorgesetzten signalisiert? Wird mir Vertrauen
im Job entgegengebracht und kann ich mich
selbst verwirklichen? Und wie schneide ich
gehaltstechnisch im Vergleich zu meinen Kolleginnen
und Kollegen ab, die ähnliche Aufgaben
erledigen?
Welche Formen von Zufriedenheit spielen in
Ihrer Forschung eine Rolle?
Die subjektive Lebenszufriedenheit ist ein Konstrukt,
das sich auf das Leben im Großen und
Ganzen bezieht. Die Frage, wie sich bestimmte
Faktoren – wie zum Beispiel das eigene Einkommen
– auf die Lebenszufriedenheit auswirken,
ist natürlich für sich genommen schon
sehr interessant. So habe ich zum Beispiel
gemeinsam mit zwei Kollegen gezeigt, dass sich
erst eine lange Pendeldistanz zur Arbeit von 80
Kilometern oder mehr negativ auf die Lebenszufriedenheit
auswirkt. Bei geringeren Distanzen
hatte das Pendeln dagegen keine Effekte.
Noch interessanter wird es dann, wenn man
sich genauer anschaut, welche Lebensbereiche
vom Pendeln so negativ betroffen sind. So empfinden
wir, dass lange Pendelwege vor allem
auf Kosten der Freizeit gehen und auch die Gesundheit
darunter leidet; die Zufriedenheit mit
der Familie oder der Wohnsituation sind jedoch
überraschenderweise kaum betroffen.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 35
INTERVIEW
Menschen, die beruflich pendeln müssen,
leben häufig in Ballungszentren. Heißt das
im Umkehrschluss, dass Menschen in kleinen
Städten mit kurzen Wegen zufriedener leben?
Ja, im Prinzip könnte man so argumentieren,
denn die Pendelzeit zur Arbeit hat sich in den
Ballungsräumen in den vergangenen Jahren aufgrund
der steigenden Mietkosten und der überlasteten
Verkehrsinfrastruktur deutlich erhöht.
Man muss aber natürlich auch bedenken, dass
es weitere Unterschiede zwischen Kleinstädten
und Ballungsräumen gibt, zum Beispiel sind
die Einkommens- und Beschäftigungschancen
in Ballungsräumen besser oder der öffentliche
Nahverkehr ist stärker ausgebaut.
Ein Lottogewinn, eine Trennung oder eine
Gehaltserhöhung: Steigern oder mindern
solche Einschnitte im Leben dauerhaft die
Zufriedenheit? Führen Gewohnheitseffekte
zu weniger Zufriedenheit im Leben?
Relativ viele Forschungsarbeiten zeigen, dass
kritische Lebensereignisse – wie eine Trennung
oder der Verlust des Arbeitsplatzes – sich
zunächst spürbar auf die Lebenszufriedenheit
auswirken. Nach rund drei bis fünf Jahren sind
diese Effekte aber meist wieder verschwunden
– die Menschen arrangieren sich häufig mit
ihrer neuen Situation und erreichen nach einigen
Jahren wieder ihr ursprüngliches Zufriedenheitsniveau.
Das gilt übrigens nicht nur für
negative, sondern auch für positive Ereignisse
wie die Geburt eines Kindes oder einen Lottogewinn.
Wenn man sich überlegt, wie intensiv
solche Lebensereignisse in dem entsprechenden
Moment erlebt werden, ist das durchaus
bemerkenswert.
Werden wir mit zunehmendem Alter
zufriedener oder eher genügsamer?
Natürlich hängt die Lebenszufriedenheit
auch mit der eigenen Einstellung zum Leben
zusammen und vermutlich hat unser zukünftiges
Selbst nicht mehr den gleichen Blick auf
die Welt wie wir ihn noch heute haben. Die
Forschung hat allerdings gezeigt, dass es keinen
deutlichen Zusammenhang zwischen Alter
und Lebenszufriedenheit gibt; schon gar nicht
ist die viel diskutierte Midlife-Crisis in den
Daten zu erkennen. Erst wenn gesundheitliche
Probleme im hohen Alter deutlich zunehmen,
nimmt die Lebenszufriedenheit mit jedem weiteren
Jahr ziemlich stark ab. Das ist aber kein
Effekt des Alters, sondern eben der eigenen
Gesundheit.
Herr Wolbring, sind Sie ein zufriedener
Mensch?
Ja, auf jeden Fall. Das Charmante an der Lebenszufriedenheitsforschung
ist ja, dass man
dadurch auch selbst lernt, auf was es im Leben
ankommt und was einen zufrieden macht. Das
relativiert vieles, was uns sonst im Alltag immer
so wichtig erscheint und uns von Termin zu
Termin hetzen lässt. Und erfreulicherweise
liegt unsere Zufriedenheit doch auch zu einem
Gutteil in unserer eigenen Hand. So zahlt
es sich aus, eine positive und optimistische
Einstellung zum Leben zu haben und bei den
kleineren alltäglichen Ärgernissen etwas mehr
Gelassenheit an den Tag zu legen.
„ Je höhere Einkommen Menschen erzielen, umso
weniger ist die genaue Höhe des Einkommens von
Bedeutung.“
36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
TOBIAS WOLBRING
„Unsere eigene Zufriedenheit liegt zu einem großen
Teil in unserer eigenen Hand. So zahlt es sich
aus, eine positive und optimistische Einstellung
zum Leben zu haben und bei den kleineren alltäglichen
Ärgernissen etwas mehr Gelassenheit an
den Tag zu legen.“
Mein erstes Mal
im Kongresshaus
Rosengarten?
„Eine Prunksitzung der
Narrhalla. Die sind seit Anfang
der 1980er-Jahre legendär!“
Jürgen Heeb
LEBENSLAUF TOBIAS WOLBRING
Tobias Wolbring ( Jahrgang 1982) studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität
München und erwarb 2007 ein
Diplom in Soziologie (Nebenfächer: Volkswirtschaftslehre,
Sozialpsychologie). Er promovierte dort mit “summa cum
laude” in Soziologie (Nebenfach Volkswirtschaftslehre).
Nach Stationen in München, Zürich und Mannheim übernahm
Prof. Wolbring 2017 die Leitung des Lehrstuhls für
Empirische Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Alexander
Universität.
In seiner Forschung beschäftigt er sich nicht nur mit sozialen
Normen, Dynamiken und Ungleichheiten in Wirtschaft
und Gesellschaft, sondern auch mit Einflussfaktoren auf das
subjektive Wohlbefinden. Seine Schwerpunkte liegen in den
Bereichen Analytische Soziologie, empirische Bildungs-/
Hochschul-/Wissenschaftsforschung, Lebenszufriedenheitsforschung,
Methoden der empirischen Sozialforschung,
soziale Ungleichheit, soziale Normen & Devianz und Wirtschaftssoziologie.
Der Wissenschaftler erhielt 2014 den Dissertationspreis der
Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), im gleichen
Jahr den Anatol-Rapoport-Preis der DGS-Sektion “Modellbildung
und Simulation” und 2017 den Robert K. Merton
Preis des International Network of Analytical Sociology.
Kongresshaus Rosengarten.
Der Ort für besondere Momente.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 37
13 FÜHRERSCHEINE
Sonderthema Zufriedenheit
Von Gabi Arnold
80 Jahre lang liegen sie unbeachtet in einem
Aktenordner in Lichtenfels: jüdische Führerscheine
aus den 1930er Jahren. Bis Schüler sich mit ihnen
beschäftigen und auf Spurensuche gehen. Eine
traurige Geschichte, lehrreich zugleich, die auch
zeigt, warum es ganz besonders zufrieden macht,
wenn man etwas wirklich Sinnvolles tut.
13 FÜHRERSCHEINE
13 SCHICKSALE
Im Jahre 1925 bekommt der 29-jährige Leo Banemann
seinen Führerschein überreicht. Der
junge Kaufmann braucht ihn beruflich, denn er
betreibt ein kleines Unternehmen für Metzgereibedarf.
Er ahnt noch nicht, welches Schicksal
ihm widerfahren wird. In der Reichspogromnacht,
am 9. November 1938, nimmt das Bezirksamt
Lichtenfels Leo Banemann die Fahrlizenz
weg. Das Nazi-Regime hat angeordnet, allen Juden
ab sofort Führerscheine und Zulassungspapiere
zu entziehen.
80 Jahre später wird die Zulassungsstelle im
Lichtenfelser Landratsamt auf digitale Akten
umgestellt. Mitarbeiter entdecken unter einem
Aktenordner ein unscheinbares braunes DIN-
A4-Kuvert. Darin befinden sich 13 Führerscheine,
auch der von Leo Banemann ist dabei. Mit
dem Fund beginnt für 14 Schüler des Meranier-Gymnasiums
ein spannendes, bewegendes,
aber vor allem auch erfüllendes Jahr. Die Jugendlichen
widmen ihr „P-Seminar Geschichte“
den elf Männern und zwei Frauen, die einst im
Besitz der blass-grauen Dokumente waren.
Wie Studienleiter Manfred Brösamle-Lambrecht
erklärt, sei das Projekt dem Lichtenfelser
Landrat Christian Meißner zu verdanken. Der
Landrat habe die Schule kontaktiert und somit
den Anstoß gegeben. Bei Brösamle-Lambrecht,
der Geschichte und Deutsch unterrichtet, stieß
das sofort auf Interesse. „Ich habe gedacht, dass
das für ein Projektseminar eine tolle Sache sei“,
so der Lehrer. Nachdem die Schüler die Kopien
38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
13 SCHICKSALE
Foto: Val Thoermer
der 13 Führerscheine in Händen hielten, nahmen
die Forschungsarbeiten ihren Lauf. „Am
Anfang konnten wir uns das noch nicht so richtig
vorstellen, aber wir wussten, dass das etwas
Besonders wird“, sagt Luise Birkner. In Teams
gingen die Jugendlichen in akribischer Detektivarbeit
an das Werk. Jetzt galt es zu ergründen,
was aus den jüdischen Bürgern, denen einst der
Führerschein entzogen wurde, geworden ist.
Hatten sie überlebt? Gibt es Nachfahren?
„Wir haben ganz banal im Internet nach den
Namen gegoogelt,“ erzählt Francesca Schütz.
Sie hat den Lebensweg von Leo Banemann
erforscht. „Er war ein erfolgreicher Geschäftsmann,
bis die Nazis an die Macht kamen und
ihm alles genommen haben.“
Bei „find a grave“, einer Online-Datenbank für
Friedhöfe und Grabstätten, stieß Francesca auf
das Grab von Leo Banemann. Er ist am 29. Oktober
1964 in Baltimore, im US-Bundesstaat
Maryland, gestorben. Anlässlich seines seines
50. Todestages hatte seine Tochter Edith zudem
eine Anzeige geschaltet. Diese wiederum führte
Francesca auf die Spur seiner Verwandten. „Die
erste Mail von Leo Banemanns Enkelin werden
wir nicht vergessen“, erinnert sich Francesca.
Leo Banemann habe mit seiner Frau Martha
und Tochter Edith quasi in letzter Minute aus
Deutschland fliehen können, erzählt sie. „Er
reiste mit dem letzten Schiff erfolgreich nach
Kuba.“ Von Kuba aus ging es demnach weiter
nach Florida, bis er in Baltimore strandete. Hier
habe er sich nach schweren Jahren ein neues Leben
aufgebaut, weiß Francesca. Leo Banemann
gehört zu den acht Führerscheininhabern, die
die Nazi-Diktatur überlebt hatten.
Doch nicht alle hatten Glück: Fünf Besitzer wurden
ermordet, wie zum Beispiel Alfred Oppenheimer,
mit dessen Schicksal sich Luise Birkner
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 39
13 FÜHRERSCHEINE
und Luise Aumüller beschäftigt hatten. Alfred
Oppenheimer wurde im Jahr 1903 in Bad Königshofen
geboren und zog später nach Lichtenfels.
Am Säumarkt in Lichtenfels, erzählt
Luise Birkner, stehe das einstige Wohnhaus der
Oppenheimers. „Im Erdgeschoss war das Textilgeschäft
untergebracht, heute befindet sich dort
ein Jeansladen,“ so Luise Birkner. Die Geschichte
der Oppenheimers sei besonders tragisch,
denn eigentlich sei die Ausreise von Alfred, seiner
Frau Anni und seiner Mutter Betty schon
vorbereitet gewesen. „Doch dann wurde er verhaftet.“
Insgesamt sind es dreizehn bewegende Schicksale,
die die Schüler recherchiert haben. Die
Jugendlichen haben die 13 Lebensläufe auf 13
Bannern abgebildet. „Wir haben bei allen etwas
herausgefunden, auch bei denen, die es nicht
geschafft haben,“ berichtet Lukas Franke. Manche
Biografien, wie die von Theo Nordhäuser,
konnten nur bruchstückhaft rekonstruiert werden.
„Der Kaufmann aus Altenkunstadt wurde
1942 ermordet und hatte keine Nachkommen“,
erzählt Sophie Rauh.
Die Spurensuche führte die Schüler nach Australien,
Argentinien und in die USA. Victoria
Thiel und Clara Aumüller haben zum Beispiel
in Amerika Inge Stantons, eine geborene Marx,
gefunden. Sie war acht Jahre alt, als sie mit ihrer
Familie Lichtenfels verlassen musste. Ihr Vater
Alfred Marx war in der Stadt ein angesehener
Geschäftsmann.
Inge Stantons gehört zu den neun Hinterbliebenen,
die von weit her zu einem Festakt nach
Lichtenfels angereist waren, um dort die Führerscheine
ihrer Vorfahren entgegen zu nehmen.
„Es war sehr emotional,“ erzählt Victoria
Thiel. Von bewegenden Momenten berichtet
auch Francesca Schütz, als sie die Enkeltochter
von Leo Banemann am Nürnberger Flughafen
abgeholt habe. „Es sind Tränen geflossen. Tränen
vor Wut und vor Freude. Es war ein Gefühl,
als ob wir uns ewig kennen würden“. Und es
sind Freundschaften entstanden, zwischen den
Schülern und den Angehörigen. In einer Whats-
App-Gruppe erzählen sie sich gegenseitig aus
ihrem Leben. Die Schüler erfahren so auch von
jüdischen Bräuchen, wie zum Beispiel dem Chanukka,
einem Lichter- und Feuerfest.
Das jüdische Leben und damit auch die Bräuche
sind in Lichtenfels längst erloschen. Doch seit
einigen Wochen erinnern Stolpersteine daran,
dass hier einst Juden lebten. Auf den kleinen
goldenen Platten sind auch die Namen einiger
Führerscheininhaber geschrieben.
Aber lebendig wird die Geschichte auch durch
die 14 Schüler des Meranier-Gymnasiums:
Durch die Wanderausstellung und in einer
100-seitigen Sammelmappe. Darin sind Fotos,
Briefe, Postkarten und bewegende Geschichten
der Juden zu sehen und zu lesen.
Ein Jahr lang haben die Schüler nach Unterrichtsende
geforscht und haben doppelt so viel
Zeit wie bei einem „normalen“ P-Seminar investiert.
Zeit, die sich gelohnt hat, das P-Seminar-
Geschichte hat die Jugendlichen verändert. „Wir
wussten ja schon einiges aus dem Geschichtsunterricht,
doch plötzlich hatten die Menschen einen
Namen und ein Gesicht“, so Luise Birkner.
Lukas Franke fügt hinzu: „Das Seminar hat uns
die Augen geöffnet.“ Mit konkreten Personen
werde der Nationalsozialismus eben viel realer.
Und das dürfe sich niemals widerholen.
DAS P-SEMINAR GESCHICHTE 2017/ 2018:
Francesca Schütz, Julia Mehrmann, Antonia Voll, Laura Kolenda,
Luise Birkner, Victoria Thiel, Clara Aumüller, Sophie Rauh, Luise
Aumüller, Simon Bornschlegel, Manfred Brösamble-Lambrecht,
Markus Betz, Dennis Brosig, Jan Höppel, Lukas Franke.
40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
13 SCHICKSALE
DIE FÜHRERSCHEINE GEHÖRTEN:
Leo Banemann, Kaufmann aus Burgkunstadt
Arthur Goldmeier, Viehhändler aus Lichtenfels
Manfred Goldmeier, Kaufmann aus Lichtenfels
Max Hellmann, Kaufmann aus Lichtenfels
Jenny Kraus aus Lichtenfels
Josef Kraus, Kaufmann aus Lichtenfels
Alfred Marx, Geschäftsmann in Lichtenfels
Sigmund Marx, Geschäftsmann aus Lichtenfels
Theo Nordhäuser, Kaufmann aus Altenkunstadt
Alfred Oppenheimer, Kaufmann aus Lichtenfels
Leo Wolf, Kaufmann aus Altenkunstadt
Berta Zinn, Fabrikdirektorsgattin aus Lichtenfels
Stefan Zinn, Fabrikdirektor aus Lichtenfels
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 41
Advertorial
IHK
Sonderthema Zufriedenheit
Ein Beitrag von der IHK zu Coburg
IM ZWIESPALT
MIT DEM BEGRIFF ZUFRIEDENHEIT
Der nahende Jahreswechsel bietet traditionell
Gelegenheit für eine Bilanz und die gibt
durchaus Anlass für eine gewisse Zufriedenheit,
wenn auch mit kritischem Blick. Coburg ist
bayern- und deutschlandweit ein herausragend
starker Standort. Die Steuerkraft der Stadt
Coburg belegt bundesweit den dritten Platz,
nur der Landkreis München und Düsseldorf
sind noch stärker. Im Regionalranking 2018
des Instituts der Deutschen Wirtschaft
(IW) belegt die Stadt Coburg bei
Gesamtbewertung der Themenbereiche
Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und
Lebensqualität Platz 14 aller 401 kreisfreien
Städte und Landkreise – unser Landkreis
kommt auf Platz 242. Bei Einzelbetrachtung
der Indikatoren Gewerbesaldo, Steuerkraft,
Gewerbesteuerhebesätze und Wissensintensive
Dienstleistungen liegt die Stadt Coburg auf
Platz 3.
Die auf den ersten Blick positiven Zahlen
zeigen bei genauerem Hinsehen: Unsere
Region entwickelt sich nicht im Gleichklang,
die hohe Wirtschaftskraft konzentriert sich auf
die Stadt Coburg. Um unseren Wirtschaftsund
Lebensraum insgesamt zukunftsfest
weiterzuentwickeln, besteht großer Handlungs
bedarf: So gibt es regional mehr
Gewerbeabmeldungen als -anmeldungen, auf
dem Arbeitsmarkt zeigt sich eine Überalterung
der Beschäftigten und beim Anteil der hoch
qualifizierten Arbeitnehmer belegen wir
lediglich Platz 92. Darüber hinaus hat unsere
Region einen stark negativen Wanderungssaldo
bei den 25- bis 30-Jährigen. Bedenklich ist
auch die Entwicklung der wirtschaftlichen
Dynamik: Ausgehend von einem sehr hohen
Niveau entwickelt sich unser Standort heute
weniger dynamisch als andere Regionen, die
Stadt Coburg belegt Rang 104, der Landkreis
Rang 275 von insgesamt 401. Angesichts der
hohen Dynamik der digitalen Transformation
in Wirtschaft und Gesellschaft sollten uns diese
Zahlen aufrütteln!
„Zufriedenheit“ ist ein großes Wort: Werden
Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern
übertroffen, stellt sich Zufriedenheit ein. Das
ist per se ein positives Gefühl, sollte allerdings
nicht zum Dauerzustand werden, weil sonst
weitere Entwicklungen gelähmt werden. Es
gilt im Leben wie im Geschäft: Zufriedenheit
entsteht nicht automatisch, sondern steht im
ständigen Widerstreit mit der Unzufriedenheit.
„Es ist mein Job, nie zufrieden zu sein.“ Diese
Aussage des deutschen Ingenieurs Wernher von
Braun passt hier sehr gut und gibt eine kritischkonstruktive
Einstellung wieder.
Und das Zitat mag manchem als guter Vorsatz
für 2019 dienen!
42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
IN ZAHLEN
ZUFRIEDENHEITSSTUFEN & EINKOMMEN
ZUFRIEDENHEIT
IN ZAHLEN
Gesunde Menschen sind rund 20 % glücklicher als der Durchschnitt,
während kranke Menschen 8,25 % unglücklicher sind.
10 % der Verheirateten sind glücklicher als jene Menschen, die
noch nie verheiratet waren.
Mit mehr Geld sind die meisten Menschen glücklicher, doch
diejenigen in der höchsten Einkommensklasse sind tatsächlich
nur 3,5% glücklicher als der Durchschnitt.
LEBENSZUFRIEDENHEIT DEUTSCHLAND 2018
In dem Journal „Nature Human Behaviour“ publizierte Ergebnisse
einer amerikanischen Studie mit Daten aus 167 Ländern zeigten
jeweils zwei Zufriedenheitsstufen auf: Einmal der perfekte
Lebensstil und einmal der glückliche Lebensstil: Das perfekte
Lebensgefühl empfinden Menschen weltweit, wenn sie jährlich
77.000 Euro zur Verfügung haben. Wenn man aber das emotionale
Wohlergehen, also die alltäglichen Gefühle eines Menschen,
als Maßstab nimmt, dann liegt der Wert weltweit bei 49.000 Euro.
Ein perfektes Leben finanzieren sich Westeuropäer mit einem
jährlichen Einkommen von 81.000 Euro. Glücklich sind sie hingegen
mit 45.000 Euro.
WORLD HAPINESS REPORT 2018
1. Norwegen
2. Dänemarkt
3. Island
4. Schweiz
5. Finnland
6. Niederlande
7. Kanada
8. Neuseeland
32 %
60 %
7 %
Nicht zufrieden
Sehr zufrieden
Ziemlich zufrieden
9. Australien
10. Schweden
…
16. Deutschland
…
1 %
Überhaupt nicht zufrieden
151. Ruanda
152. Syrien
ZEHN HAUPTGRÜNDE FÜR UNZUFRIEDENHEIT
1 Unrealistisch hohe Erwartungen
2 Man hält sich grundlos für etwas ganz Besonderes.
3 Man hält die falschen Werte für die einzig richtigen.
4 Man gewöhnt sich an das, was man erreicht hat –
und will immer mehr.
5 Man erwartet von anderen, dass sie einen glücklich machen.
6 Man fürchtet die Enttäuschung und strebt daher gar nicht
erst nach Glück
7 Sich mit Pessimisten umgeben.
8 Zu glauben, dass Glück und Zufriedenheit der
natürliche Zustand seien.
9 Anzunehmen, dass auf etwas Gutes immer etwas
Schlechtes passieren wird.
10 Seine eigene Leistung nicht wertzuschätzen.
153. Tansania
154. Burundi
155. Zentralafrikanische Republik
ZUFRIEDENHEIT IN 82 WÖRTERN
Zufriedenheit ist laut Duden:
Innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen,
als man hat oder auch mit den gegebenen Verhältnissen,
Leistungen oder ähnlichem einverstanden zu sein, nichts
auszusetzen zu haben.
Die gesteigerte Zufriedenheit mit sich, wenn man einer
(etwa sittlichen) Pflicht unter Opfern Genüge getan hat, ist
die Genugtuung. Sie muss sich nicht nach außen zu erkennen
geben, anders als der Stolz. Erscheint der Stolz auf sich allzu
billig, wird er als Selbstzufriedenheit kritisiert.
Das Antonym zu Zufriedenheit ist Unzufriedenheit.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 43
Gesponserter Beitrag
Auf den letzten Drücker hat der Bundesrat
am 23.11.2018 dem Jahressteuergesetz
2018 zugestimmt, so dass
das Gesetz ab dem 01.01.2019 in Kraft
tritt. Darin sind einige erhebliche,
steuerliche Vergünstigungen für das
neue Jahr enthalten. Wie wir davon
profitieren können, darüber sprach
der COBURGER mit Rechtsanwalt
und Steuerberater Thomas Bittorf
von tb.legal
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COBURGER: Worauf können wir uns im kommenden Jahr freuen ?
tb.legal: Künftig sind Zuschüsse des Arbeitgebers für die Nutzung des ÖPNV,
die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden, steuerfrei.
Die Steuerbefreiung umfasst vor allem auch private Fahrten im ÖPNV, sodass
hier eine echte Verbesserung und Gestaltungsmöglichkeit für Arbeitgeber und
Arbeitnehmer vorliegt. Profitieren kann man allerdings nur davon, wenn die
Zuwendung des Arbeitgebers im Rahmen einer Gehaltserhöhung erfolgt. Denn
der Zuschuss muss zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden,
eine Entgeltumwandlung ist unzulässig. Die 44-€ Freigrenze für Sachwertbezüge,
die bisher häufig für Jobtickets genutzt wurde, steht somit zugleich für andere
Möglichkeiten zur Verfügung, z.B. monatliche Geschenkgutscheine (Coburger
Geschenkgutschein) oder Prepaidkreditkarten.
COBURGER: Was fördert der Staat in 2019 darüber hinaus?
tb.legal: Die E-Mobilität soll weiter ausgebaut werden und wird steuerlich
abermals begünstigt, vorläufig jedoch nur bis Ende des Jahres 2021: Die
Nutzer betrieblicher Fahrzeuge, die durch Elektromotoren oder einen Plug-In-
Hybridmotor angetrieben werden (d.h. mit einer Kohlendioxidemission von
höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer und einer Reichweite des E-Motors
von mindestens 40 Kilometern) haben künftig nicht mehr 1%, sondern nur noch
0,5% des inländischen Bruttolistenpreises zu versteuern. Bei Verwendung eines
Fahrtenbuchs werden entsprechend nur noch die halbierten Gesamtkosten für die
Besteuerung zugrunde gelegt. Die Privatnutzung solcher Fahrzeuge wird somit um
die Hälfte günstiger als bei Fahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennungsmotor.
Für Dienstfahrräder – darunter auch E-Bikes – tritt ab 2019 sogar eine komplette
Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils eintritt. Die Überlassung der durch den
Arbeitgeber geleasten und dem Arbeitnehmer zur freien Nutzung überlassenen
Räder hat damit keine Auswirkung mehr auf die Einkommensteuer. Bisher wurde
wie bei Dienstwagen die 1-Prozent Regelung zur Berechnung des geldwerten
Vorteils herangezogen. Mit der Neuregelung ist es künftig noch sinnvoller, sich ein
Fahrrad oder E-Bike nicht aus dem versteuerten Nettolohn zu kaufen, sondern als
Dienstrad über den Arbeitgeber stellen zu lassen. Es darf allerdings keine S-Pedelec
sein, d.h. nicht schneller als 25 km/h, ansonsten gilt es als Kraftahrzeug und es gilt
wieder die 1%-Regelung
COBURGER: Also lohnt sich in 2019 doppelt, mehr zu bewegen anstatt nur
zu sitzen!
tb.legal: Richtig, das ist eine gutes Stichwort für das letzte Steuergeschenk: Der
Gesetzgeber verbessert ab 01.01.2019 erneut die Maßnahmen der betrieblichen
Gesundheitsförderung. Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer hierzu jährlich
einen Betrag von 500 € steuer- und sozialabgabenfrei zuwenden. Voraussetzung ist,
dass die Maßnahme den vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen festgelegten
Kriterien entspricht oder zur verhaltensbezogenen Prävention zertifiziert ist. Ob
der Yoga- oder Rückenkurs dem genügt, kann man einfach bei der zuständigen
Krankenkasse abgeklärt werden, und dies teilweise sogar online. Voraussetzung
der Steuerfreiheit ist aber wiederum, dass der Betrag zusätzlich zum ohnehin
geschuldeten Lohn gezahlt wird, also zum Beispiel als Gehaltserhöhung.
44 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
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46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
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Eine Reihe im COBURGER seit der Ausgabe 20.
MACHER
Aus gegebenem Anlass ein Rückblick auf unsere bisherigen MACHER im COBURGER.
Und 2019 geht es dann weiter mit den Nimmermüden und Antreibern hier in der Region.
Henry
Bodnik
Auwi
Stübbe
Frank
Brückner
Steffen
Tetzlaff
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 47
brinarina
Weg aus der Provinz, hinaus in die
große Welt, nur nicht erzählen, wo
man herkommt, und auf jeden Fall
nie mehr zurückkommen: Noch vor
wenigen Jahren galt die eigene
Heimat als uncool. Die Metropolen
dieser Welt lockten, schillernd,
urban, lebendig. Mittlerweile aber
zieht es viele doch wieder nach
Hause – auch die vermeintliche
Provinz hat schließlich ihre Reize.
48 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
STOFFE & NÄHART
VON WOLFRAM HEGEN
FOTO: VAL THOERMER
In die Zukunft zurück
Die Geschichte von Sabrina Kerscher
Wir treffen uns in Coburg in einem Café am Markt, Sabrina hat ihren
14 Wochen alten Labrador Marly dabei, „quasi unser Therapiehund“,
lacht sie, so ein Tier mache den Wechsel aus der Metropolregion
München ins beschaulichere Coburg für die drei Töchter
etwas leichter, und dank des knuffigen Wollknäuels auf Sabrinas
Arm blicken wir dann auf dem Weg zu unserem Tisch auch nur in
freund liche Gesichter, vielleicht ist es das, was Sabrina meint, wenn
sie sagt, man sei in Coburg so herzlich empfangen worden, es sei so
„krass, wie nett die Leute hier sind.“
Tolle Zeit beim Film
Dabei kommt sie ja hierher, hier aus der Region Coburg, genauer aus
Neustadt, war dort am Gymnasium, ging dann aber weg, so wie viele es
in jungen Jahren tun, beginnt ein Lehramtsstudium in Bamberg, auch die
Domstadt aber erscheint ihr irgendwann zu klein, zu langweilig, Hamburg
oder München locken, sie bekommt ein Praktikum bei einer Filmproduktion
in München. Die bayerische Landeshauptstadt wird ihr neues
Zuhause, spätestens als sie fest beim Film arbeitet, „eine tolle Zeit, das hat
viel Spaß gemacht.“ Sie genießt die Großstadt, das Leben. Und sie lernt
damals ihren späteren Mann kennen, sie bekommen ihr erstes Kind.
Vernünftig werden
Eine Zäsur, es heißt Verantwortung zu übernehmen, „endlich vernünftig
zu werden“. Sabrina schließt ihr Lehramtsstudium doch noch ab, um
einen Berufsabschluss zu haben, einer geregelten Arbeit nachgehen zu
können, als Lehrerin Geld zu verdienen, immerhin kommt schon zwei
Jahre später die zweite Tochter auf die Welt. Die kleine Familie zieht
vor die Tore Münchens nach Erding. Als sich aber ein paar Jahre später
die dritte Tochter ankündigt, beschließt Sabrina Kerscher komplett
daheim zu bleiben, geht in Elternzeit, drei Kinder sind Arbeit genug.
Spitzname aus der Jugend
Doch auch die sind bald große Teile des Tages in Schule und Hort
unterbracht, eine Teilzeitstelle an der Schule nicht frei, also folgt der
nächste Wendepunkt in ihrem Leben: der Schritt in die Selbständigkeit.
Sabrina näht schon immer, für ihre Kinder, Familie, Freunde,
sich selbst, mit eigenen Ideen, eigenen Schnitten. Aus dieser Leidenschaft
macht sie einen Beruf. „Im Hinterkopf war eigentlich immer
der Traum vom eigenen Geschäft.“ 2014 ist es soweit, am Rande der
Erdinger Innenstadt eröffnet „Brinarina“, der Name ist schon so etwas
wie eine Hinwendung zu ihrer Jugend im Coburger Land: Es ist seit
damals ihr Spitzname.
Erfolg auch als Bloggerin
Sie gibt Nähkurse, designt Stoffe für Großhändler, verkauft Selbstgenähtes
im Laden und im Internet, macht sich einen Namen als Bloggerin
mit heute 4000 Followern, die sie mit ihren ganz persönlichen
Geschichten begeistert. Ein Jahr arbeitet sie noch parallel dazu in der
Schule, gibt den Lehrerberuf aber schon bald auf, die Belastung mit Familie
und zwei Jobs ist zu viel. Außerdem läuft das Geschäft zunehmend
besser, Erding wird zum Zuhause, die Familie ist integriert, die beiden
großen Töchter gehen zur Schule, die kleine Tochter ist im Kindergarten,
also „eigentlich ging es uns richtig gut.“
In ein Haus verliebt
Ihr Mann aber ist in seinem Beruf viel unterwegs, zu viel vielleicht, er
möchte gerne näher an der Familie sein, außerdem ist ihr Reihenmittelhaus
zwar schön, „die Nachbarschaft toll“, aber „du musst in München halt
wahnsinnig viel arbeiten, um das bezahlen zu können.“ Ein Ortswechsel
also steht an und die Welt ihnen offen, „wir hatten über verschiedene Orte
gesprochen in Deutschland und auch im Ausland, ich habe ab und zu mal
Coburg fallen lassen, aber da gab es keine Reaktion.“ Ihr Mann aber bewirbt
sich in Coburg und fährt irgendwann einmal auf eigene Faust in die
Vestestadt, um sich ein mögliches Haus anzuschauen. „Und in das hat er
sich dann so verliebt, dass klar war, wir gehen nach Coburg.“ Schnell wird
der Kaufvertrag für das Haus unterschrieben, der Mann findet eine gute
Position als Niederlassungsleiter in Bamberg, auch die anfangs „gar nicht
begeisterten Kinder“ machen nach einem Besuch in Coburg schnell ihren
Frieden, die Stadt gefällt den heute 13-, 11- und sechsjährigen Mädchen,
außerdem „kostet die Kugel Eis ja nur die Hälfte“.
Neuer Laden in Herrngasse
Sabrina verkauft den Laden in Erding an eine Mitarbeiterin. Ob sie in
Coburg weitermacht, weiß sie da noch nicht. Vielleicht lieber in einer
Werbeagentur arbeiten, auch eine Möglichkeit, denkt sie. Dann aber sieht
sie leerstehendes Ladengeschäft in der Herrngasse in Coburg – das neue
Zuhause für „Brinarina“. Im November war Eröffnung, Stoffe, Geschenke,
Nähkurse, sie hat ihr Erdinger Leben mit nach Coburg genommen. „Früher
war es irgendwie komisch, wen man erzählt hat, dass man aus Coburg
kommt, da kannte es ja keiner, das ist heute ganz anders, jeder findet es
cool, dem wir es erzählt haben.“ Sabrinas Zukunft und die ihrer Familie
also liegen jetzt in ihrer Vergangenheit. In Coburg, dem sie vor schon bald
20 Jahren den Rücken gekehrt hat. In ihrem Haus fühlen sie sich wohl, die
Wege sind kurz, die Preise bezahlbar, der Laden ist gut angelaufen, Schule
und neue Freunde für die Kinder sind schnell gefunden, die Aufnahme
war herzlich, und „außerdem ist die Familie in der Nähe“, lacht sie.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 49
REISENDER
zwischen denWELTEN
Der Coburger Mediziner Martin Lücke: Anästhesist, Oberarzt,
Notarzt, Betriebsrat, Parteimitglied – und viel in Afrika unterwegs.
50 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
MARTIN LÜCKE
VON CHRIS WINTER
Immer wieder zieht es Martin Lücke auf
den afrikanischen Kontinent. Mal als
Mediziner, mal privat. Mitunter verbindet er
beides. Anfang des Jahres, im Februar und
März, war er mit dem „African Explorer“
unterwegs. Dieser Luxuszug fährt von
Kapstadt in Südafrika bis ins nördliche Namibia. Als Bordarzt reiste der
Coburger Mediziner mit 68 Gästen und 30 Crewmitgliedern rund 3600
Kilometer durch das südliche Afrika.
ALS BORDARZT IM FERNSEHEN
Ein Fernsehteam des Hessischen Rundfunks begleitete die Reise. Während der 16 Tage entstand die 14-teilige,
jeweils 45 Minuten dauernde Sendereihe „Verrückt nach Zug“. Im August sendete „das Erste“ das Abenteuer
auf Schienen. Seitdem wird diese Sendereihe in den dritten Fernsehprogrammen wiederholt. Unter dem
Titel „Das rollende Zuhause“ widmete sich eine Folge dem frisch renovierten Sonderzug. Andere Teile der
Sendereihe sind überschrieben mit „Die geretteten Löwen“, „Sand, Sand, Sand“, „Eine Panne in der Wüste“
oder „Deutsche Spuren in Namibia“. „Es gibt verschiedene Reiseveranstalter, die auf den demografischen
Wandel reagieren und einen Arzt oder Krankenschwestern mitnehmen“, erläutert Martin Lücke seine Rolle
als Bordarzt. Die Menschen würden immer älter, damit aber auch kränker. „Wenn ein Arzt dabei ist, der noch
dazu die Sprache der Reisenden spricht, dann trauen sie sich so einen Trip eher zu.“ Im Fall der Fälle begleitet
Lücke seine Patienten bis ins Krankenhaus, baut Sprachbarrieren ab und informiert Angehörige. „Bei den
Reisen, die ich begleitete, sprechen die Mitreisenden oft nicht so gut Englisch“, weshalb der Doktor auch als
Dolmetscher fungiert.
VOLLNARKOSE OHNE BEATMUNGSGERÄT
Die typischen Wehwehchen im African Explorer unterscheiden sich nur wenig von jenen hierzulande. „Wer
zu Hause gegen Zugluft empfindlich ist, der ist das auch in Namibia. Wobei die Klimaanlagen für manchen
Husten und Halsschmerz verantwortlich sind.“ Einen Defibrillator, einen Schockgeber zum Beenden von
Herzrhythmusstörungen, gibt es auch im African Explorer. „So ein Gerät ist aber nur dann richtig von Nutzen,
wenn sich ein intensivmäßiger Transport in ein leistungsfähiges Krankenhaus anschließt. Das ist nicht überall
auf unserer Reise schnell erreichbar…“ Ansonsten hat Martin Lücke eine Tasche mit Instrumenten und
Medikamenten dabei, ähnlich wie er sie auch bei Einsätzen in und um Coburg mit sich führt. Im vergangenen
Jahr arbeitete Lücke zudem sieben Wochen im Krankenhaus des kleinen Ortes Kangu im Westen der
Demokratischen Republik Kongo. Seit 2009 engagiert sich dort der Verein „Coburger Initiative für Ärzte im
Congo“, seit nun acht Jahren praktiziert Martin Lücke immer wieder in dem riesigen afrikanischen Land. „Die
Herausforderung ist, Medizin mit bescheidenen Mitteln zu machen.“ Eine mehrstündige Bauchoperation mit
einem Beatmungspatienten in Vollnarkose ohne Beatmungsgeräte beschreibt der Coburger „als sportliche
Herausforderung“.
„Die Herausforderung ist, Medizin
mit bescheidenen Mitteln zu machen.“
Lücke über die Arbeit in Afrika
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 51
REISENDER ZWISCHEN DEN WELTEN
EINE FRAGE DES GEWISSENS
Herausforderungen und Verantwortung übernehmen, das bestimmt das Leben und die Arbeit von Martin
Lücke dort wie hier: Der Anästhesist im Klinikum Coburg ist als Notarzt immer wieder bei Unfällen vor
Ort. „Als Notarzt muss man Entscheidungen treffen und auch verantworten“, weiß Martin Lücke aus diesen
Einsätzen. Darüber hinaus engagiert sich er sich in der Arbeitnehmervertretung des Klinikums Coburg
und des thüringisch-bayerischen Regiomed-Konzerns mit nahezu 5000 Mitarbeitern zwischen Rennsteig
und dem Main. Schließlich bringt Lücke seine praktischen Erfahrungen aus der Betriebsrats-Tätigkeit bei
Entscheidungen als Richter am Bundesarbeitsgericht in Erfurt ein. „Es gibt Situationen im Leben, wo man
für sich Entscheidungen trifft“, sagt Martin Lücke. Er meint damit die Veränderungen im Klinikbetrieb etwa
zum Jahrtausendwechsel. Seinerzeit seien die Patienten zu „Kunden“ gemacht geworden. „Das Wirtschaftliche
hat immer mehr um sich gegriffen, das Menschliche ging zurück.“ Es war eine Gewissensentscheidung für
den Arzt, dem Klinikalltag etwas den Rücken zu kehren und dafür Wissen und Können auf anderen Gebieten
einzusetzen: „Mir wurde es wichtig, die Veränderungen im Arztberuf politisch zu beeinflussen.“
DER EIGENTLICHE SKANDAL
Im vergangenen Jahr wurde der Betriebsrat des Klinikums Coburg auf dem Deutschen Betriebsrätetag mit
dem deutschen Betriebsrätepreis in Gold ausgezeichnet: „Bestes Betriebsratsprojekt der Republik im Jahr
2017!“ Dies war die Würdigung für mehr als zehn Jahre Arbeit, damit die damals am Klinikum Coburg tätigen
Krankenschwestern der Marienschwesternschaft Coburg ebenfalls den Tariflohn erhalten konnten. „Dieser
Preis, als große Wertschätzung für das Erreichte, beflügelt unsere tägliche Arbeit immer noch.“ Schließlich
gibt es da noch den SPD-Stadtrat Martin Lücke. „Der Kardinalfehler vieler Menschen ist, dass sie sich in keiner
Partei engagieren.“ Dass nur zwei bis drei Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung eine Mitgliedschaft in
einer politischen Partei haben, „das ist der eigentliche Skandal in der Gesellschaft.“ Denn schließlich kämen
Kandidaten in der Regel aus den Parteien, so dass die große Mehrheit sich gar nicht daran beteiligt, geeignete
Kandidaten zu finden. „Da ist es dann vielleicht zu einfach, sich über die Qualität von Politik zu beschweren.“
Politikverdrossenheit vermag Martin Lücke nicht nachzuvollziehen, denn „ein punktuelles Murren allein hilft
ja nicht wirklich weiter, um Lösungen zu finden“. In der Kommunalpolitik lohne es sich, um eine Sache zu
streiten und am Ende mit qualitätsvollen Entscheidungen gute Kompromisse zu finden. Aufgabe aller Politik
müsse es sein, „das punktuelle Murren in ein zufriedenes Brummen zu verwandeln“.
LERNEN AUS AFRIKA
Ansprüche zu relativieren, mit weniger auszukommen, das erfährt der Mensch aus der sogenannten Ersten
Welt in den Ländern Afrikas. Einen verschwenderischen Lebensstil könne man sich dort nicht leisten.
Patienten der Klinik im kongolesischen Kangu müssen jedes Medikament vor der Verabreichung bezahlen.
„Bei uns werden ein Drittel aller Medikamente und ebenso viel an Lebensmitteln weggeworfen“, stellt Lücke
mit etwas Verbitterung in der Stimme fest: „Nichts ist unsozialer als Verschwendung – hier wie dort.“ Die
Erfahrungen aus den verschiedenen Kontinenten und Gesellschaften lassen Lücke mahnen: „Manch einer,
der so stolz darauf ist, ein Deutscher zu sein, lebt in dieser Gesellschaft, ohne einen eigenen Beitrag dazu
beizusteuern.“
„Das Wirtschaftliche hat immer mehr um sich
gegriffen, das Menschliche ging zurück.“
Lücke über den Wandel im
deutschen Gesundheitswesen
52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
MARTIN LÜCKE
Nichts ist unsozialer als Verschwendung –
hier wie dort.“
Lücke über die Wegwerfgesellschaft
Mein erstes Mal
im Kongresshaus
Rosengarten?
„Der Kinderfasching 2016.
Dort waren schon unsere
Eltern, als sie klein waren.“
Karla und Marlene
Foto: Val Thoermer
Kongresshaus Rosengarten.
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 53
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 55
Coburg und das Coburger Land: Eine lebenswerte Region, mitten
in Europa. Naturnah und doch urban, mit Sinn für Kultur, Platz
für Freizeit, Raum für Bildung. Und vor allem ein idealer Ort zum
Arbeiten. Das belegen viele erfolgreichen Unternehmen. Sie sind
die Treiber der Region Coburg, tief verwurzelt in ihrer Heimat
und weltoffen zugleich, verantwortungsbewusst, visionär.
Coburgs Beste
COBURGS BESTE ist die neue Reihe im COBURGER.
COBURGS BESTE ist das neue Label für die besten Unternehmen der Region.
Der COBURGER wählt sie aus und stellt sie vor. Ungewöhnlich, anders, innovativ.
56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
COBURGS BESTE
COBURG BESTE sind Unternehmen, die sich durch die Kombination
verschiedener Kriterien auszeichnen: Durch hohen Innovationsgrad verbunden
mit einer mehrjährigen Unternehmenstradition, durch eine gute Ausbildungsquote,
und vor allem durch eine enge Verbundenheit zur Heimatregion. Quer
über alle Branchen, ob Industrie, Handwerk, Handel oder Dienstleistung.
Diese Unternehmen bekommen die Chance, sich im COBURGER zu präsentieren:
ungewöhnlich, anders, innovativ.
In einem gemeinsamen Workshop und Interview erarbeitet der COBURGER mit
einem Team bestehend aus Redakteur, Designer und Marketingfachleuten den
Wesenskern dieser Unternehmen heraus. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die
Abbildung des gegenwärtigen Zustands, sondern die Antwort auf die Frage, was
das Unternehmen treibt, wo es sich in der Zukunft sieht, welche Innovationen,
welche Visionen es tragen.
Am Ende steht eine ganz andere Unternehmenspräsentation, vier Seiten
individuell gestaltet, optisch, inhaltlich, emotional.
Zusätzlich ist eine regelmäßige Zusammenfassung von COBURGS BESTE
als Sonder ausgabe sowie die Präsentation der Unternehmenspräsentationen
COBURGS BESTE während der Coburger Designtage geplant.
COBURGS BESTE startet in dieser Ausgabe mit einem Unternehmen aus Neustadt
bei Coburg, der Firma Federn Dietz. Außerdem aus dem Dienstleistungssektor
die Werbeagentur markatus.
Und für das nächste Jahr können Sie sich schon jetzt auf viele ganz besondere
Geschichten ganz besonderer Unternehmen aus der Region freuen. Diese Firmen
nämlich sind 2019 auf jeden Fall COBURGS BESTE:
Und darüber hinaus viele weitere Topunternehmen.
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 57
Coburgs Beste
„Wir haben das geleistet“
Die Dietz GmbH aus Neustadt bei Coburg ist einer der führenden Hersteller von Präzisionsfedern
und Stanz-Umformteilen in Deutschland. Als mittelständischer Traditionsbetrieb beschäftigt man
sich seit über 90 Jahren mit der Bearbeitung verschiedener Arten von Federn, wie Druckfedern,
Zugfedern und Wellenfedern, aber auch mit der Herstellung von Drahtbiegeteilen, Stanz-
Umformteilen und hybride Baugruppen.
Ob Automobilindustrie, Elektro- und Medizintechnik oder Weiße Ware – die innovativen Produkte
der Dietz GmbH werden vielfältig in den verschiedensten Branchen eingesetzt, weltweit. Und die
Nachfrage steigt. So ist das Unternehmen in den letzten Jahren stark gewachsen.
58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
Seit über 90 Jahren am Standort Neustadt bei Coburg – mit mittlerweile knapp
200 Mitarbeitern – wissen die wenigsten in der Region, was die Dietz GmbH
herstellt. Einmal mehr ein Grund, Ihnen Dietz auf einen Blick zu präsentieren.
mehr als nur Federn …
PRÄZISIONSFEDERN
Kundenspezifi sche Fertigung
von Zug-, Druck-, Schenkel-,
Wellenfedern und Drahtbiegeteilen
BANDBIEGETEILE
Individuelle Fertigung von
Teilen mit komplexer Formgebung –
werkzeuggebunden
HYBRIDE
BAUGRUPPEN
Kombination von zwei oder mehreren
Fertigungsstufen oder Werkstoffen
z. B. Metall und Kunststoff
PROTOTYPEN-
UND MUSTERBAU
Lasergenerierte Musterteile
und klassischer Musterbau
Von der Idee bis zum
Produkt – und das alles
aus einer Hand
KONSTRUKTION UND
ENTWICKLUNG
90-jährige Erfahrung und ein starkes
Team aus erfahrenen Spezialisten
helfen bei der Umsetzung
10 %
WEISSE WARE
25 %
ELEKTROTECHNIK
15 %
MEDIZINTECHNIK
50 %
AUTOMOTIVE
PROTOTYPENBAU
In unserem hauseigenen Musterbau
fertigen wir lasergenerierte Teile
sowie funktionale Musterteile im
Original-Werkstoff
QUALITÄT
Wir fertigen mit höchster
Präzision von Stückzahl EINS an
– da unser Schwerpunkt mit über
50 % im Bereich Automotive liegt,
sind unsere internen Abläufe
im Qualitätsmanagement gemäß
IATF (International Automotive
Task Force) zertifi ziert
JUST IN TIME
JUST IN SEQUENZ
Flexible Produktionsprozesse
sowie anpassungsfähige
Logistikmöglichkeiten sind
die Schlagwörter für einen
bedarfsgerechten Materialzufl uss
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 59
Uwe Stelzner am Stanz- Umformautomat
Wenn man mit Geschäftsführer Matthias Dietz spricht, dann spürt man schon
das, was dieses Unternehmen bei allem weltweiten Erfolg ausmacht: Er ist nah
dran an der Region, an Neustadt, an Coburg, und vor allem an den Menschen
hier, an den Mitarbeitern in seinem Unternehmen. „Alles, was wir geschafft
haben, hat nicht einer geschafft, sondern WIR“, betont er. Dietz ist wohl das,
was man unter einem Familienunternehmen im besten Sinne versteht, „das
heißt bei uns nicht nur familiengeführt, sondern bedeutet weit mehr, nämlich
dass wir alle Mitarbeiter als Familie verstehen.“ Und Familie wird gelebt.
„Wenn jemand seine Mutter zum Arzt fahren muss, weil es eben anders nicht
geht, dann darf er das, das müssen wir als Unternehmen leisten können.“
Auch eine Notfallmappe hat die Dietz GmbH für Mitarbeiter gemacht. Sie
beinhaltet wichtige Informationen zu Themen wie Patientenverfügungen,
Vollmachten, Pflege. „Gerade das Thema Pflege wird immer wichtiger, wir
haben viele Mitarbeiter mit pflegebedürftigen Eltern, das muss uns als Firma
interessieren.“ Gleiches gilt auch, wenn Nachwuchs unterwegs ist. „Wir
fördern Kindergarten- und Krippenplätze.“ Diese Familienfreundlichkeit ist
für den Familienmenschen Dietz selbstverständlich, sie ist gelebte Tradition,
und sie ist auch ein wichtiger Baustein des wirtschaftlichen Erfolgs: Gute
Fachkräfte anzulernen ist das eine, sie zu halten das andere. Auch deswegen
tut man bei Dietz vieles über den normalen Job hinaus für seine Mitarbeiter,
um sie zu begeistern, sie ans Unternehmen zu binden.
Nur mit guten motivierten Mitarbeitern ist es möglich, zu wachsen, sich auf
dem Markt zu behaupten. „Gerade der auch für uns so wichtige Automotive-
Bereich fordert eine gewisse Größe, um die Anforderungen auch rein
mengenmäßig abbilden zu können.“ 2500 Arten von Federn sind in einem
durchschnittlichen Fahrzeug verbaut, und in fast jedem Fabrikat sind
Federn aus Neustadt. Neben neuen Produkten wie temperaturunabhängig
leichtgängigen Lüftungsklappen sind Innovationen daher oft prozessgetrieben.
Es geht um Schnelligkeit, um Effizienz. Digitalisierung ist schon immer
ein wichtiges Thema, „vor 15 Jahren haben wir damit angefangen, alles im
Haus zu vernetzen, die Maschinen buchen ihren Materialverbrauch selbst,
in unserem Werk in Sonneberg haben wir ein fahrerloses Transportsystem,
Maschinen kommunizieren bei uns schon einige Zeit miteinander oder rufen
im Falle eines Fehlers den Maschinenbediener auf dem Handy an.“ Um diese
Prozessinnovationen weiter nach vorne zu treiben, arbeitet man mit dem
Fraunhofer-Institut zusammen. Zudem setzt man auf Ökologie. „Das zieht sich
wie ein roter Faden durch das ganze System.“ Da ist es nur selbstverständlich,
dass das neue Verwaltungsgebäude demnächst als green building gebaut wird,
als Nullenergiehaus.
„Alles, was wir geschafft haben, hat
nicht einer geschafft, sondern WIR.“
So geht man bei Dietz optimistisch in die Zukunft. Die nächsten Ziele sind
schon definiert: Systemlieferant werden, also nicht nur einzelne Federn,
sondern komplette Baugruppen fertig zu produzieren. Und sich weiter
vernetzen, nicht nur intern, sondern mit den Kunden, um irgendwann in
der Lage zu sein, geringe Stückzahlen zu produzieren bis hin zur „Ein-Los-
Produktion“, wie es in der Fachsprache heißt. „Ein Teil produzieren, das nicht
wesentlich teurer ist als eine große Stückzahl von diesem Teil.“
60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
Und das sagen Mitarbeiter über die Dietz GmbH:
Olaf Polzin
Projektplaner
Hier wird man als Person, als Mensch wahrgenommen.
Auch wenn man mal ein Problem hat, hat die
Chefetage immer ein offenes Ohr. Außerdem bietet
das Unternehmen gute Chancen, beruflich etwas zu
erreichen. Ich habe hier vor gerade mal sechs Monaten
als Fertigungsplaner angefangen und bin jetzt
schon zum Projektplaner aufgestiegen. Und es gibt
viele Vergünstigungen und Anreize: Kindergartengeld,
Shoppingkarte, Betriebsrentenzuschuss.“
Karina Kranich
Teamassistentin in der Biegeabteilung
Ich finde es wohltuend familiär hier. Jeder ist ein
wichtiger Teil des Unternehmens, alle werden gleichbehandelt.
Neue Mitarbeiter werden hervorragend
aufgenommen, Behinderte integriert, es gibt viel Verständnis
für die persönliche Lebenssituation, z. B.
Rückkehrgespräche nach längerem krankheitsbedingtem
Ausfall. Darüber hinaus eröffnet Dietz auch
Chancen auf berufliches Vorwärtskommen: Viele
Weiterbildungen, viele Schulungen.“
Özcan Tilag
Versand
Ich habe noch die 70er Jahre erlebt, als Dietz ein
Unternehmen mit 15 Mitarbeitern war. Das war
sehr überschaubar. Dass wir die letzten Jahre so
stark gewachsen sind, freut mich für die vielen Kollegen,
die hier einen Arbeitsplatz bekommen haben.
Trotzdem ist Dietz immer noch ein Familienunternehmen
geblieben.“
Dominik Siebert
Auszubildender zum Industriemechaniker
im dritten Lehrjahr
Ich habe mich hier in den drei Jahren nicht nur fachlich,
sondern vor allem auch menschlich sehr entwickeln
können. Ich bin sehr viel selbständiger und erwachsener
geworden. Auf diesem Weg möchte ich gerne weiter gehen,
beruflich und persönlich, und hoffe auf eine Übernahme
und auf eine Karriere hier im Unternehmen.“
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 61
Coburgs Beste
hinten v.l.n.r.: Daniel Zucker, Oliver Pietz, Carolin Oswald, Stefan Heinkelmann, Axel Straubinger, André Adamietz, Lisa Obermüller, Claudia Weigel, Jószef Szalai
vorne v.l.n.r.: Melanie Krempel, Aryna Stark, Benjamin Keller, Franziska Weiß, Theresa Heeb, Ines Hein, Björn Hieber
Freude an der Arbeit –
Wunsch oder Wirklichkeit?
Mit seiner Marketingagentur Markatus geht Gründer und Geschäftsführer Björn
Hieber gerne neue Wege. Nicht nur im Hinblick auf Kreation, Strategie und digitale
Entwicklungen, die er mit seinem Team aus knapp 20 festen und freien Mitarbeitern
bietet. Sondern auch in eigener Sache. Die 2003 gegründete Agentur arbeitet nach
den Prinzipien der New Work: agil, flexibel und remote. Was sich hinter diesen
Schlagworten verbirgt und was Erfolgsbeteiligung und Feelgood Management damit zu
tun haben, verrät der Coburger im persönlichen Gespräch.
62 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
Markatus ist seit seiner Gründung kontinuierlich
gewachsen. Heute gibt es mit Coburg und
Berlin zwei Standorte und ein Team aus rund 20
Mitarbeitern. Was bietet Ihre Agentur?
Wir kommen aus dem klassischen Marketing und
haben in den Anfangsjahren in erster Linie die
typischen Marketingaufgaben für unsere Kunden
übernommen. Von der Geschäftsausstattung
über die Imagebroschüre bis zur regionalen
Plakatierung war alles dabei. Heute ist unser
Team in drei Geschäftsfeldern tätig. Als
Branding Experts sind wir der strategische
Berater unserer Kunden für die Entwicklung,
Positionierung und Pflege ihrer Marke. Mit
unseren Marketing Solutions übernehmen wir
sämtliche Aufgaben, die sich daraus ableiten –
von der Logoentwicklung bis zum Unternehmensmagazin,
Webseite oder Suchmaschinen
optimierung. Und unsere Digital
Innovations vervollständigen das Portfolio in der
Online-Welt, mit Augmented-Reality oder der
Entwicklung von Mobile Apps.
Das ist ein breites Portfolio. Wie schaffen Sie es,
diesen unterschiedlichen Aufgabenstellungen
gerecht zu werden?
Flexibilität ist unsere DNA. Das bringt uns aber
auch richtig Spaß. Wir setzen dafür auf das Prinzip
der Selbstorganisation und greifen auf Methoden
des agilen Arbeitens zurück. Agilität bedeutet
zunächst einmal umzudenken. Sie beinhaltet flache
Hierarchien, maximale Selbstständigkeit des
Einzelnen und eine Führungskultur, die fördert
und ermöglicht, statt zu kontrollieren und Druck
auszuüben. Maximale Transparenz ist das A und
O: im Projekt genauso wie in der Kommunikation.
Deshalb arbeiten wir mit Feedbackroutinen
und einer aktiven Fehlerkultur.
Wie sieht das im Agenturalltag aus?
Wir haben zum Beispiel wöchentliche
Teamrunden eingeführt, in denen wir uns zu
den „Highlights“ und „Lowlights“ der Woche
austauschen. Das Thema cloud-basiertes Arbeiten,
um seinen Job ortsunabhängig zu machen,
steht bei uns weit oben auf der Liste. Allerdings
legen wir auf persönliche Nähe im Team großen
Wert, auch zwischen unseren beiden Standorten.
Und weil man bei uns sogar den Hund mit ins
Büro bringen darf und es mittwochs ein festes
Teamlunch gibt, will bei uns eigentlich kaum
jemand wirklich von zu Hause arbeiten!
„Jeder Fehler hilft dabei,
uns weiterzuentwickeln.“
Verändert das strukturelle Umdenken
auch die Unternehmenskultur?
Auf jeden Fall, und das fördern wir auch ganz
gezielt. Bei uns gibt es das geflügelte Wort „Der
Wert unseres Unternehmens sind die Menschen,
die hier zusammenarbeiten“. Weil das so ist,
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 63
gehen wir auf die Bedürfnisse des Einzelnen so
gut wie möglich ein. Ob in Form einer flexiblen
Arbeitszeitregelung, ob durch die individuelle
Arbeitsplatzgestaltung oder mit Team-Events,
bei denen wir ein bis zwei Tage miteinander
verbringen. Wir haben mit Benjamin Keller
im vergangenen Jahr einen zertifizierten
Feelgood Manager an Bord geholt, der unsere
Unternehmenskultur durch Workshops, persönliche
Gespräche und regelmäßiges in divi
du elles Feedback ganz entscheidend formt
und jenseits des Kickertischklischees dafür
sorgt, dass jeder von uns beim Arbeiten mehr
bei seinen Bedürfnissen und Stärken bleiben
kann. So wurde das, was wir tun, tatsächlich
zu unserer gemeinsamen Sache und hat uns zu
Gleichgesinnten gemacht.
„Die Unternehmenskultur
ist der neue USP.“
Also ist „Freude beim Arbeiten“ nicht
nur eine leere Floskel aus Stellen anzeigen?
Bei uns auf keinen Fall! Und dafür gibt es einen
einfachen Lackmustest: Wer am Montagmorgen
tatsächlich gerne ins Büro geht, empfindet
Freude beim Arbeiten. Wir prüfen das selbst
jede Woche! (lacht) Klar ist aber auch: Damit
wir in unsere Unternehmenskultur investieren
können, müssen wir die finanziellen Grundlagen
dafür schaffen.
Wie sorgen Sie dafür, gemeinsam
erfolgreich zu sein?
Wir haben uns für ein spielerisches Prinzip
entschieden und arbeiten nach dem GoGREAT-
Ansatz. Sie müssen sich das kurz gesagt so
vorstellen, dass unser Team sich in Form von
zeitlich begrenzten Spielen eine Aufgabe stellt
und jeder versucht, seinen Beitrag dazu zu
leisten. Das kann so etwas Einfaches sein, wie
die Mittagspause einzuhalten, damit alle frisch
in den Nachmittag starten. Oder ganz konkret
neue Projekte einzuwerben. Je nachdem, wie
erfolgreich das Team nach Ablauf der Zeit war,
fällt die zuvor festgelegte Gewinnstufe aus. Vom
Weihnachtsmarktbesuch bis zum Teamausflug
nach Berlin ist da alles drin. Zusätzlich – und
das ist für uns die konsequente Handhabung des
Prinzips – beteiligen wir unsere Mitarbeiter ab
dem 1. Euro am Gewinn.
Das klingt ganz so, als sei Hierarchie
ein Fremdwort bei Markatus.
In ihrer klassischen Form ganz sicher. Natürlich
liegt die Gesamt verantwortung für unser Unter
nehmen bei mir und meinen beiden Partnern
Ines Hein und Oliver Pietz. Aber schon mit
„Die Aufgabe der Führung
ist Sinn zu stiften.“
Blick auf unsere strategische Ausrichtung oder
natürlich beim Leitbild hat jeder im Team eine
Stimme. Als Geschäftsführer sehen wir unsere
Aufgabe eher in der Sinnstiftung, auch weil wir
selbst wissen, dass Arbeitszeit eben wertvolle
Lebenszeit ist.
In der Agenturbranche dürften Sie damit eine
Vorreiterrolle einnehmen. Warum, denken Sie,
gehört Ihr Team zu COBURGS BESTEN?
Sicherlich durch unser Arbeitsansatz und
unser Selbstverständnis. Man muss dazu aber
auch sagen: Wir sind markant, aber nicht laut.
Understatement gehört bei uns zum guten
Ton. Und weil wir unseren Nachwuchs am
liebsten selbst ausbilden, hört man von uns in
Coburg auch kein lautes Kettenrasseln (lacht).
Generell ist uns unsere Individualität sehr
wichtig, weil unsere Arbeit davon lebt, dass wir
über den Tellerrand schauen. Wir kommen aus
unterschiedlichen Feldern. Vom Programmierer
über den Kaufmann bis zur Linguistin vereinen
wir gebündeltes Know-how unter unserem
Dach. Auf diese Weise können wir eine
maximale Bandbreite an Aufgabenstellungen
bedienen und sind für fast alle Branchen und
Unternehmensgrößen tätig. Zu unseren Kunden
gehört der Familienhandwerksbetrieb von
nebenan genauso wie der international tätige
Konzern.
„Gute Gewinne entstehen aus
dem Nutzen für den Kunden.“
Wenn Sie den Blick nach vorne werfen:
Was bringt 2019 für Markatus?
Wir bleiben auf jeden Fall in Bewegung! Aktuell
zeichnet sich ab, dass wir in neue Räumlichkeiten
umziehen, um die individuellen Arbeitsbedürfnisse
unseres Teams adäquat abbilden zu
können. Unsere Räume in der Mohrenstraße reichen
dafür einfach nicht mehr aus. Wir wollen
weiterhin mit Herausforderungen und Budgets
wachsen, uns stärker regional und insbesondere
wissenschaftlich vernetzen und wir möchten
in Coburg ein Ort für die neue Arbeitswelt sein,
indem wir Neues probieren und zeigen, wie ihre
Prinzipien bestmöglich funktionieren.
Vielen Dank für diesen Einblick und
weiterhin viel Erfolg auf Ihrem Weg!
64 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
BRANDING EXPERTS
MARKETING SOLUTIONS
DIGITAL INNOVATIONS
Markatus. Markenverliebt.
Unsere Mission und Vision (WHY)
Lass dein Herz sprechen! Wir tun, was wir lieben. Das sieht man unserer Arbeit an und spürt man, wenn man mit uns
zusammenarbeitet. Erfolg wird bei uns im Team gemacht. Warum? Wir arbeiten gerne miteinander, halten zusammen
und treten für nichts Geringeres an, als unsere Kunden und uns selbst glücklich zu machen. Mit unserer Leistung. Mit
der Art, wie wir Projekte anpacken, Lösungen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Und mit unserem Herzblut.
Bleibe in Bewegung! Weil Innovationsgeist Teil unserer Identität ist, arbeiten wir agil, selbstbestimmt und
selbstorganisiert. Unsere Arbeitszeit verstehen wir als sinnvoll ausgefüllte Lebenszeit. Eine freie und ortsunabhängige
Zeiteinteilung lässt uns das Leben individuell gestalten. Dabei suchen und versuchen wir stets das Neue, um Wege
vorzugehen, die unsere Arbeit wertvoll, nachhaltig und wirkungsvoll machen.
Unsere Haltung (HOW)
Werde, der du sein willst! Wir glauben an die Kraft der Emotionen und gehen wertschätzend und menschlich
miteinander um. Wer mit uns arbeitet, erlebt uns als echt und unverbogen. Wir reflektieren unser Handeln, unsere
Beziehungen und die Qualität unserer Arbeit kritisch und wissen, dass jedes konstruktive Feedback uns zusätzliche
Stärke gibt.
Bleibe wach und hungrig! Wir wollen unsere Kunden begeistern. Damit das gelingt, halten wir unsere Köpfe frisch und
verfolgen aktuelle Trends und Entwicklungen aufmerksam. Unser Vorsprung ist unser gemeinsames Know-how. Wir
bilden uns laufend weiter, vergrößern und teilen unser Wissen im Team und schöpfen unsere persönlichen Potenziale
gezielt aus. Dabei vergessen wir nicht, dass gemeinsames Wachstum nicht nur im Innern stattfindet. Zusammen mit
anderen Agenturen und Unternehmen sammeln wir neue Impulse und geben Erfahrungen weiter.
Denke weiter! Als Agentur mit Produktionsstärke besitzen wir ein klares Bewusstsein für den achtsamen und
schonenden Umgang mit unseren Ressourcen. Weil große Veränderungen durch kleine Schritte erreicht werden,
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zielorientierte Umsetzung unserer Projekte und eine konsequent strukturierte Arbeitsweise. Wir liefern nur, was uns
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70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
DAS LAUFWUNDER
VON WOLFRAM HEGEN
125 Stunden laufen, 330 Kilometer
weit, dabei 25 000 Höhenmeter:
… aus Lautertal hat es gemacht. Und
sie hat es genossen. Ultra Trails weit
jenseits eines Marathons sind genau
ihr Ding.
Eigentlich war die Laufkarriere von Stephanie Lieb schon
zu Ende, bevor sie angefangen hat. 2008 nämlich absolviert
die damals 35-jährige ihren ersten Halbmarathon. Als
„Bewegungsmensch“, der viel läuft und Fahrrad fährt, hat
sie so eine Herausforderung schon immer gereizt. Aber
es kommt anders. „Der Lauf war fürchterlich. Danach
wollte ich nicht mehr, es war mir einfach zu anstrengend.“
Doch Stephanie wäre nicht Stephanie, wenn das wirklich
das letzte Wort gewesen wäre. Sie beginnt an ihrer
Entscheidung zu zweifeln, als die „0 auf 42“-Aktion aus
Anfängern binnen weniger Monate Marathonläufer zu
machen verspricht. „Da habe ich gedacht, ok, jeder sollte
mal einen Marathon gelaufen sein.“ Sie meldet sich also
an, zum Berlin-Marathon.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 71
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Am Start denkt sie noch: „Mein Gott, hoffentlich war
das wirklich eine gute Idee.“ Am Ziel: „Schon zu Ende?
Schade.“ Eine Erklärung hat sie dafür nicht. Aber sie
merkt, dass ihr das Laufen von Kilometer zu Kilometer
leichter fällt. Der Berlin-Marathon wird damit zu einem
Wendepunkt in Stephanies Leben. „Danach war wirklich
ein Schalter umgelegt, ich habe keine Angst mehr vor
großen Strecken.“ Schon bald läuft sie 50 Kilometer, dann
einen Supermarathon über 73 Kilometer. Laufen wird für
sie zum idealen Ausgleichssport, als Naturmensch war
sie schon immer gerne draußen, sie genießt jeden Meter,
freut sich an Landschaften, am Gelände, „da läuft man sehr
konzentriert, du musst ja bei jedem Schritt aufpassen, da
schaltet man dann richtig ab.“
Seither läuft Stephanie und läuft und läuft. Auf die
Zugspitze, in Madeira, auf Boavista oder auch in
Südtirol das Ultra Skyrace über 120 Kilometer mit über
Höhenmetern 7000 Meter. Ihr bisher größtes Erlebnis
aber war der Tor des Geants im Aostatal in Italien. 330
Kilometer mit 25 000 Höhenmetern - 125 Stunden war
Stephanie Lieb unterwegs. An Zwischenstationen kann
man Duschen, Essen, sich ausruhen. „Du kannst da aber
ohnehin nie lang schlafen.“ Manchmal aber nimmt sich der
Körper seine Ruhepausen. „Ich bin auch mal am Esstisch
nach vorne gekippt und habe dann eineinhalb Stunden
mit dem Kopf auf der Tischplatte geschlafen“, lacht sie.
Auch ihre Essensmengen sind trotz der Extrembelastung
für den Körper überschaubar. „Höchstens mal eine
Nudelsuppe“. Einen Essensplan hat sie nicht, „der Körper
sagt mir unterwegs schon, was er braucht.“ Und sie will
ja auch nicht gewinnen, darum geht es ihr nicht, es
geht ihr um das Erlebnis. „Diese Natur zu erleben, ist so
gigantisch, so unglaublich wunderschön.“ So sucht sie
weiter nach Zielen, es gibt viele Läufe, die sie reizen, in
USA oder China, aber das sei natürlich auch immer „ein
Megaaufwand“ und mit hohen Kosten verbunden.
Doch es muss nicht immer nur das Besondere sein, auch
hier in der Region ist sie viel unterwegs. „Wir laufen viel
in der Mittagspause“, sagt die Brose-Angestellte, und
abends dann oft mit ihren beiden Hunden Leo und Ella,
oder sie geht auch mal einfach nur spazieren, ein, zwei
Stunden, am Wochenende auch länger. „Alles, was ich von
der Haustüre in Lautertal aus erreichen kann, ist natürlich
toll.“
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72 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
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Ob Laufeinsteiger, Hobby- oder Wettkampfläufer. Sie alle
können jetzt in Dörfles-Esbach ein geradezu revolutionäres
neues Angebot nutzen: Als zweites Sporthaus in Deutschland
bietet Intersport Wohlleben eine CURREX-5-D-Laufstilanalyse an.
Möglich macht es MotionMetrix von CURREX, ein neues softwarebasiertes
Analysetool. Dieses System wertet heute computergesteuert aus, wozu bisher
Videoaufnahmen dienten. „Und das viel schneller, umfangreicher und viel
exakter“, so Sebastian May, Abteilungsleiter Running bei Intersport-Wohlleben.
Bild Oben: Die Coburger Extremläuferin Stephanie Lieb im neuen CURREX 5D-Lab von
Intersport Wohlleben. Bild Unten: Gemeinsame Auswertung der Daten am Computermonitor.
Die Analyse ist denkbar komfortabel: Gerade mal 60 Sekunden muss man auf
dem neuartigen extrem stabilen Lamellen-Laufband laufen, ganz normal, mit
oder ohne Laufschuhe, aber ohne bisher übliche lästige Markierungspunkte auf
dem Körper. Während dieser Zeit liefern zwei mit Tiefensensoren ausgestattete
3D-Kameras Daten zu 16 Körpersegmenten an die Analysesoftware
MotionMetrix. Diese Analyse kann dann sofort danach am Computermonitor
ausgewertet werden: Wie stark werden Knie und Hüfte belastet, wo liegt der
Körperschwerpunkt, wie sind Gelenkwinkel, wie Knie- und Fersenhub, wie
groß ist das Verletzungsrisiko und viele Analysen mehr.
„So erkennt man auf einen Blick Schwachpunkte am Laufstil und kann auf dieser
Basis gemeinsam an einem besseren Bewegungsablauf arbeiten“, sagt Sebastian
May. Oftmals sind es nur leichte Anpassungen am Laufstil, um schneller und
ökonomischer zu laufen und ein mögliches Verletzungsrisiko zu minimieren.
Dieser verbesserte Laufstil wird gleich nach der Erstberatung noch einmal
gemessen. Nach sechs bis acht Wochen erfolgt dann bei Bedarf noch ein Retest,
um Erfolge zu dokumentieren und weitere Potentiale zu erkennen.
Damit ist die CURREX-5-D-Laufstilanalyse eine weit
über die Region hinaus einmalige Möglichkeit für alle
Läufer, an ihrem Laufstil zu arbeiten, erfolgreicher
zu werden, Kräfte zu sparen, das Zusammenspiel von
Muskulatur, Bändern und Gelenken zu optimieren und
damit auch Schmerzen zu minimieren.
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 73
Fotos: Val Thoermer
HÖREN WILL GELERNT SEIN
Das terzo-Zentrum von Hörgeräte Geuter
in Coburg, Kronach und Lichtenfels
Hörakustikmeister und terzo-Gehörtherapieberater Konstantin
Schemberger und Christine Rühl im terzo-Zentrum von Hörgeräte
Geuter in der Mohrenstraße. Das Hörtraining selbst erfolgt dann zwei
Wochen lang täglich eine Stunde lang Zuhause.
74 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
HÖRGERÄTE GEUTER
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Mit der neuesten und
hochwertigsten Technik von
Hörsystemen erreichen Töne
und Laute zwar wieder verstärkt
das Gehirn – allerdings zunächst
ohne funktionierende natürliche
Hörfilter. Dem Gehirn gelingt
es dadurch nicht, zwischen
wichtigen und unwichtigen
Hörsignalen zu unterscheiden.
Betroffene empfinden das oft
als äußerst unangenehm und
stressig. Hier setzt die terzo-
Gehörtherapie an. In Coburg,
Kronach und Lichtenfels exklusiv
bei Hörgeräte Geuter.
Christine Rühl ist eine junggebliebene ältere Dame.
Die bekannte Coburgerin engagiert sich seit vielen
Jahren ehrenamtlich für die Selbsthilfegruppe
Muskelkranke und Angehörige in Coburg Stadt und
Land. Oft besucht sie – selbst von einer Muskelschwäche
betroffen – Vorträge und Seminare. Dann
setzt sie sich in die ersten Reihen. „Hinten verstehe
ich nicht mehr alles.“ Aber Christine Rühl will nichts
verpassen, „ich bin viel zu neugierig, als dass ich
mir etwas entgehen lassen möchte.“ Doch auch bei
eigenen Vorträgen merkt sie, dass sie die Fragen der
Teilnehmer nicht mehr so gut versteht.
Also geht sie zum Arzt, der einen Hörverlust feststellt.
Bei Hörgeräte Geuter in der Mohrenstraße in Coburg
wird daraufhin ein Hörgerät frequenzgenau an ihr
Gehör angepasst. Parallel dazu trainiert
sie ihr Gehör. Christine Rühl nämlich
geht es wie vielen Betroffenen: Ihre
Hörfilter sind gestört. „Als ich das erste
Mal mit dem Hörgerät auf die Straße bin,
war alles laut, die Autos, die Gespräche,
selbst das Klackern der Fußgängerampel.“ Das Gehirn
muss erst wieder lernen, mit den vielen Geräuschen
umzugehen, Wichtiges von Unwichtigem zu
unterscheiden.
Dazu gibt es das terzo-Gehör training, in der Region
exklusiv bei Hörgeräte Geuter in Coburg, Kronach
und Lichtenfels. Es zielt deshalb darauf ab, die
Hörfilter wieder zielgerichtet zu reaktivieren, sodass
Anwender der Methode auch einzelnen Stimmen
trotz lauter Umgebung wieder besser folgen können.
Erst nach diesem Gehörtraining findet die endgültige
Hörgeräteauswahl statt. Zwei Wochen lang trainiert
Christine Rühl, ausgestattet mit Trainingshörgerät,
CD-Spieler und Trainingsbuch, hört Texte mal mit
viel, mal mit wenig Hintergrundgeräuschen, zählt
Wörter, muss Konsonanten richtig erkennen. Jeden
Tag bis zu eine Stunde. Nach einer Woche kommt
sie zu einer Zwischenmessung zu Hörgeräte Geuter,
nach 2 Wochen noch einmal. „Das ist schon spannend,
wenn man merkt, wie das Gehirn wieder hören lernt,
wie man auch Zusammenhänge dadurch wieder
besser versteht, Gesprächen besser folgen kann.“
Und in der Tat – konsequentes Üben zahlt sich aus:
Untersuchungen belegen, dass die Hörfilter dank des
terzo-Gehörtrainings wieder besser funktionieren.
„Ich sage immer, das ist nicht nur Gehör-, sondern
Gehirntraining. Verstehen, merken, lernen, das
alles wird verbessert, nicht nur das Hören“, so
Hörgeräte-Geuter Geschäftsführerin Jessica Heß. Das
Training befähigt die Teilnehmer der Gehörtherapie
außerdem dazu, qualitative Unterschiede zwischen
65% der Menschen, die ein Hörgerät
tragen, ärgern sich, dass sie sich nicht
schon früher dafür entschieden haben.
den verschiedenen Hörgeräten herauszuhören
und sich bewusst für das individuelle Gerät zu
entscheiden. Extrakosten für das Training entstehen
keine. Hochentwickelte Geräte zeichnen sich
heute durch eine besonders kleine, fast unsichtbare
Bauweise, natürlichen Klang und eine Reihe von
technischen Möglichkeiten aus: Der Fernsehton oder
das Telefonat kann direkt in die Hörgeräte übertragen
werden und vieles mehr. Das Hörgerät also garantiert
nicht nur mehr Lebensqualität, sondern ist auf
dem Weg zum Lifestyle-Produkt. Und schon bald,
so Geschäftsführerin Jessica Heß, bekommen die
Kunden für das Training mit diesen Hörgeräten auch
keinen CD-Spieler und Übungsbuch mehr, sondern
ein Tablet und Bluetooth-Lautsprecher mit nach
Hause. „Das macht das Training noch komfortabler -
und vor allem spart man viel Zeit.“
Erstmalig angewendet im Jahr 2006,
haben mittlerweile über 30000 Menschen
die terzo®Gehörtherapie genutzt.
Weitere Informationen zur Methode erhalten Interessenten im terzo-Zentrum
Hörgeräte Geuter in Coburg, Kronach und Lichtenfels
Coburg
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Telefon:
09561/95731
Kronach
Rosenau 15
Telefon:
09261/61958
Lichtenfels
Bamberger Str. 16
Telefon:
09571/757901
Hörgeräte Geuter-Geschäftsführerin Jessica Heß
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 75
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Ruhe bitte!
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Ein bisschen weniger Skizirkus und Pistengaudi, kein
Après-Ski-Partymix von lederbehosten Musikern samt
Frontfrau im Dirndl, die den schwitzenden Hüttengästen
in Skistiefeln ordentlich einheizen, damit sie noch mehr
Durst bekommen und ein überteuertes Weißbier nach
dem anderen ordern – dazu einen aufgewärmten Germknödel.
Das wollen sie nicht, die Skitourengeher, die Naturburschen,
die Abenteurer. Sie suchen Ruhe.
Stundenlang nach oben wollen sie sich quälen,
mit den Brettern an den Füßen oder am
Rucksack. Die Muskeln spüren, bis sie brennen.
Durch Tiefschnee stapfen, über Fels und steile
Bergrücken klettern. Bis sie ganz oben angekommen
sind und kurz durchschnaufen können. In die Sonne
blinzeln, den Ausblick genießen. Dann die Belohnung
für den schweißtreibenden Aufstieg: die Abfahrt –
am liebsten weit weg von überfüllten Pisten durch
feinen, unberührten Pulverschnee. So sieht er aus,
der Traum vom Tourenskigehen.
Aber kann sich auch ein Otto-Normal-Skifahrer
diesen Traum erfüllen? Einer, der sich normalerweise
im beheizten Sessellift oder gar in der Gondel nach
oben bringen lässt und nach einer Stunde auf der
Piste gerne einen Einkehrschwung macht, um
seine müden Muskeln auszuruhen und die eisigen
Füße aufzuwärmen? Aber ja! Wer das Abenteuer
Skitourengehen ausprobieren möchte, muss kein
durchtrainierter Extremsportler sein.
Für den Anfang empfiehlt sich allerdings ein Kurs
– mindestens ein Wochenende sollte der schon
dauern. Dabei zeigen Bergführer und Skilehrer den
Anfängern (die aber schon sicher auf den Brettern
stehen sollten) den richtigen Umgang mit Skiern,
Fellen und Harscheisen. Auch Wetterkunde und
Verhaltensregeln bei Lawinengefahr sorgen dafür,
dass aus der Traumtour in unberührter Natur kein
Albtraum wird. Denn Wind, schlechte Sicht und
Kälte erhöhen das Unfallrisiko enorm.
Überhaupt ist Sicherheit ein großes Thema für
Anfänger, Stürze bei der Abfahrt im freien Gelände
sind gefährlich. Auch die richtige Aufstiegstechnik
ist wichtig, damit der Tourenneuling nicht schon
völlig erledigt oben ankommt. Denn eine Abfahrt
im Tiefschnee kostet Kraft und will gelernt sein
– genau wie die typischen Richtungswechsel mit
der so genannten Kickkehre. Die Auswahl an
Kursangeboten ist groß: Vom Wochenendlehrgang
mit Crashkurs in Wetterkunde und Erster Hilfe über
Tourenausbildungswochen in den Allgäuer Alpen bis
hin zu geführten Tourenreisen nach Norwegen oder
Kanada ist alles dabei.
Wer nach einem solchen Kurs seine Ausdauer und
Technik trainieren möchte, für den ist eine Pistentour
ideal – also ein Aufstieg entlang einer präparierten
Skipiste. Dabei muss sich der Anfänger keine
Gedanken über Lawinengefahr und Wetterkapriolen
Meine Zielgruppe sind
Führungskräfte, Selbstständige,
Unternehmer und Ärzte, die ihr
Potenzial beruflich, privat und
gesellschaftlich voll und effektiv
ausschöpfen wollen.
Personaltrainer/Fitnessfachwirt
Frank Sperschneider
Trainingsstützpunkt
Bahnhofstrasse 14 | 96450 Coburg
Tel. 09561 973 44 68 | Mobil. 0177 299 39 21
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 77
RUHE BITTE
sportland –
macht spass,
fit & gesund
machen. Immerhin ist er nur eine kurze Abfahrt
von der Zivilisation entfernt. Aber Vorsicht:
nicht auf jeder Piste sind die Tourengänger
willkommen, immerhin zahlen sie nicht für den
Lift und tauchen für Pistenraupenfahrer auch mal
überraschend auf. Hier besteht Lebensgefahr!
Weil Pisten abends und in der Nacht für den
nächsten Tag präpariert werden, sind sie in
dieser Zeit in der Regel gesperrt. Es gibt aber
auch Ausnahmen. Inzwischen öffnen immer
mehr Skigebiete eine oder mehrere Abfahrten an
bestimmten Abenden für Tourengeher.
Für eine solche Pistentour müssen Sie auch
nicht bis in die Alpen oder Dolomiten reisen.
Es gibt auch im Fichtelgebirge begeisterte
Skitourengeher. Am Ochsenkopf zum Beispiel
lädt der Wirt des Bergrestaurants Asenturm
immer mittwochs zum Tourengeher-Stammtisch.
Diese stapfen dann alleine oder in Gruppen in der
Dunkelheit nach oben, kehren ein und fahren auf
der 2300 Meter langen Nordpiste wieder ins Tal.
Was für den Tourengeher den Reiz seines Sports
ausmacht – Aufstieg und Abfahrt in möglichst
unberührter Natur – kann für die Natur selbst
in Stress ausarten. Wildtiere verbringen die
Wintermonate oft in den Gebieten, die auch
den Tourengehern gefallen. Vor allem die so
genannten Rauhfußhühner (Auer-, Schnee-,
Hasel- und Birkhühner) sind ruckzuck
aufgeschreckt, wenn eine schnaufende Gruppe
auf Skiern durch den Wald nach oben wandert.
Aber auch Hirsch, Reh und Gams fühlen sich
schnell gestört. Sie alle finden im Winter weniger
Nahrung, deshalb kann eine hektische Flucht
schlimme Folgen haben, wenn die Tiere ihre
Energiereserven nicht mehr auffüllen können.
Tourengeher sollten aber nicht nur Lärm
vermeiden und Abstand zu Wildtieren halten,
sondern auch auf die Pflanzen achten. In
Waldgebieten und an der Waldgrenze sollten
sie man auf Forst- und Wanderwegen bleiben
und aufgeforstete Flächen meiden. Im Projekt
„Natürlich auf Tour“ hat der Deutsche Alpenverein
mit dem Umweltministerium viele Touren in den
bayerischen Alpen und in Österreich unter die
Lupe genommen und zum Teil entschärft. Dafür
wurden 500 Routenempfehlungen ausgearbeitet.
Diese Empfehlungen erkennen umweltbewusste
Tourengeher und Schneeschuhwanderer an
grünen Schildern des DAV.
fitness
gesundheit
sport
bowling
TELEFON: 09561/68015
WWW.SPORTLAND-COBURG.DE
78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
WINTERTREND SKITOUREN
AUSRÜSTUNG
Der Tourengeher sollte atmungsaktive, wind- und wasserdichte
Kleidung tragen und evtl. einen Lawinenrucksack mit
eingebauten Airbags dabeihaben. Zur Ausrüstung gehören
Tourenskier und -stiefel, Felle und Harscheisen. Neben
ausreichend Wasser und Proviant gehört auch ein Notfall-Kit ins
Gepäck (Lawinenverschüttetensuchgerät, Lawinenschaufel und
-sonde, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack).
BELIEBTE SKITOURENGEBIETE
• Dolomiten (inklusive Drei Zinnen), Südtirol
• Stubaital, Österreich
• Hohe Tauern, Österreich
• Engadin, Schweiz
SKITOUREN IM MITTELGEBIRGE
• Keilberg und Fichtelberg im Erzgebirge
• Schneeberg und Ochsenkopf im Fichtelgebirge
• Großer Arber, Rachel und Dreisesselberg im Bayerischen Wald
TOUREN ALLGEMEIN
www.tourentipp.de oder
www.alpenvereinaktiv.com
NATURVERTRÄGLICHE
TOUREN
www.dav.de/Natur
NACHTSKITOUREN
www.nachtskitouren.de
KURSE UND
GEFÜHRTE TOUREN
www.bergschulen.de
www.alpinschulen.de
www.dav.de
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 79
Advertorial
COBURGS STÄDTEPARTNER
Die Insel vor der Insel
COBURGS STÄDTEPARTNER
Isle of
Wight
Es ist schon ein ausgesprochen schönes Fleckchen
Erde, das sich da zwischen Frankreich und die
englische Hauptinsel geschoben hat. Die Isle of
Wight – Coburgs britischer Städtepartner seit
nunmehr 35 Jahren – ist nicht nur für viele Briten
ein beliebtes Urlaubsziel. Gewärmt vom Golfstrom,
ist es „im Durchschnitt fast 5 Grad wärmer als auf
dem Festland“, weiß der Kurator des Botanischen
Garten in Ventnor. Das ist auch der Grund, warum
nicht nur in „Britain‘s hottest Garden“, sondern auf
der gesamten Insel Palmen und eine Fülle anderer
Pflanzen prächtig gedeihen, die man normalerweise
eher an einem Strand im Süden erwartet hätte.
Apropos Gärten: Man findet sie allerorten auf der Isle of Wight, mal höchst akkurat
gepflegt, mal wild sich selbst überlassen oder als englischer Landschaftspark
angelegt. Einer der schönsten ist ohne Zweifel der rund um Osborne House. Queen
Victoria kaufte seinerzeit das Anwesen, zu dem mehrere hundert Hektar Park und
ein Privatstrand gehören, als Rückzugsort für sich und ihre Familie. Nachdem sie
dort 1901 starb, schenkte ihr Sohn Eduard VII Osborn House dem englischen
Staat. Seither dient es als Museum und zeigt neben den original eingerichteten
Zimmern auch einen beeindruckenden Querschnitt der Sammelleidenschaft von
Queen Victoria und Prinz Albert.
Albert begegnet den Besuchern auf Schritt und Tritt. Albert auf Bildern, Albert
als Statue, Albert in Mosaiken, Albert wohin man blickt. Ein ganz besonderes
Kleinod aber ist der Park rund um das Schloss. Prinz Albert selbst hatte es sich
zur Aufgabe gemacht, den Park zu gestalten und von jedem Baum, der in England
wächst, ein Exemplar in Osborne House zu pflanzen. Mit zwei Fahnen auf dem
Dach stehend, so wird erzählt, dirigierte er die Gärtner im Park, bis diese sich an
den richtigen Stellen befanden, um die Bäume zu pflanzen.
Ein wenig ab vom Haupthaus, fühlt sich der Tourist aus dem Coburger Land dann
gleich wie zu Hause. Das sogenannte „Swiss Cottage“ – errichtet als Spielplatz
für die Kinder des Paares – wurde nach dem Vorbild der Rödentaler Schweizerei
errichtet, die Albert noch aus seiner Kinderzeit kannte. Heutzutage etwas fremd
mutet dagegen der „Spielplatz“ in unmittelbarer Nähe an. Auf einer kleinen Wiese
kann man dort noch heute das „Victoria Fort“ und die „Albert Barracks“ mit den
sie umgebenden Minikanonen besichtigen, in denen die Kinder spielend das
Kriegshandwerk lernen konnten. Genau auf der gegenüberliegenden Seite der
Insel – ganz im Westen, in der Nähe des kleinen Städtchens Freshwater – befindet
sich ein zweites Wahrzeichen der Insel. Die sogenannten „Needles“ sind eine
Felsformation, die wie drei Nadeln, die jemand in den Untergrund gesteckt hat,
weit ins offene Meer hinausragen.
80 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
ISLE OF WIGHT
Die gesamte Insel atmet Geschichte. Ob die Ausgrabungsstätte einer römischen
Villa in Brading, das alte Kloster Quarr Abbey in der Nähe von Ryde, die
historische Windmühle in Bembridge oder das „Museum of Island History“ in
Newport, die Vergangenheit ist überall gegenwärtig. Ein besonderes Highlight ist
die „Isle of Wight Steam Railway“. Betrieben von einem Verein mit ausschließlich
ehrenamtlichen Mitgliedern kann man in liebevoll und detailgenau restaurierten
historischen Eisenbahnwägen aus viktorianischer Zeit, gezogen von einer
riesigen, kohlebefeuerten Dampflokomotive, die Strecke zwischen Heavenstreet
und Wooton zurücklegen. Ein kleines, aber faszinierendes Museum zeigt zudem
eine Vielzahl an Originalwagons und eine Lokomotivensammlung, die allen
Eisenbahnfreunden das Herz höher schlagen lässt. Es ist beeindruckend, wenn
man in den offenen Werkstätten sieht, wie die Mitglieder mit handwerklichem
Geschick aus völlig heruntergekommenen, zum Teil über 100 Jahre alten
Wagonruinen wieder strahlende Reisegefährte machen, die aussehen, als hätten
sie gestern die Fabrik verlassen. Wer sich mehr für Oldtimer mit vier Reifen
interessiert, sollte die Isle of Wight auf jeden Fall während der Zeit der „Classic Car
Extravaganza“ besuchen. Mehr als 1.000 Oldtimer – vom Rolls Royce Phantom,
zahllosen amerikanischen Straßenkreuzern, Aston Martins, Bentleys, bis hin zum
ersten VW-Bus – kann man dann kostenlos bestaunen.
Wer irgendwann genug von Historischem hat, dem bietet die Insel aber auch
jede Menge moderne Zeitvertreibe. Ob Kartfahren, den Insel-Zoo besuchen,
im Vergnügungspark chillen, mit dem Mountainbike (oder natürlich auch dem
E-Bike) die Insel erkunden, auf eine Weinprobe in „Rosemarys Wineyard“
vorbeischauen, während der „Cowes-Week“, einer der größten europäischen
Regatten, die Segelkünste der Profis bestaunen oder zum Fischen aufs Meer
fahren, es bleibt fast kein Wunsch unerfüllt.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 81
COBURGS STÄDTEPARTNER
Wer die Isle of Wight schmecken möchte, dem seien zum Schluss noch 2 Adressen
besonders ans Herz gelegt. „The Garlic Farm“ mit ihrem pittoresken Hofladen
und dem angeschlossenen Restaurant in Sandown ist nicht nur kulinarisch ein
absoluter Geheimtipp. Die Chutneys, Relishes, Saucen, der schwarze Knoblauch
oder auch die über Buchenholz geräucherte Variante sind köstlich. Im kleinen
von Senior-Chef Colin Boswell konzipierten hauseigenen Museum erfährt man
alles über Knoblauch und wer möchte, kann dort auch beispielsweise in luxuriös
ausgestatteten Jurten übernachten.
Für Liebhaber von Hochprozentigem ist ein Besuch der „Isle of Wight Distillery“
ein Muss. Der Mermaid-Gin – mit ausgesuchten, heimischen Botanicals, wie
beispielsweise an den Klippen gepflücktem Meer-Fenchel, Holunderblüten oder
Süßholz, schmeckt nach Mehr und Meer. Als „Navy Strength“ Variante bringt er
stolze 54% ins Glas, aber mit einem Schuss Tonic, einer Grapefruit-Scheibe, ein
klein wenig Agostura-Bitter und ein paar Wacholderbeeren ist es einer der besten
GinTonics, die sie jemals getrunken haben. Im eigenen Pub „The Wishing Well“
in Ryde, kann man beim Genießen dann auch gleich durch die Glasscheibe dem
Brennmeister bei der Arbeit zusehen – die Destille steht gleich nebenan. Etwas
ganz Besonderes ist auch der „Rock Sea Vodka“, der, mit ein wenig Meersalz
versetzt, seinen ganz eigenen außergewöhnlichen Geschmack hat. Wer es nicht
selbst auf die Isle of Wight schafft, kann die gerade eben beschriebenen Produkte
aber auch in Coburg kaufen. Sowohl bei Edeka Wagner auf der Lauterer Höhe als
auch in der Weingalerie in der Wiesenstraße stehen sie in den Regalen.
82 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
ISLE OF WIGHT
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 83
Advertorial
GENUSSREGION
Das Plus
für die Region
DIE GENUSSREGION COBURGER LAND
Die Genussregion Coburger Land ist ein Netzwerk
aus regionalen Lebensmittelhandwerkern, Gastro
nomen und Herstellern von Spezialitäten. 2011
ist die Genuss region unter der Feder führung des
Regional managements ins Leben gerufen worden.
Zu den über 70 Partnern zählen Bäcker, Fleischer,
Brauer, Imker, Direkt vermarkter und Gärtner sowie
gastro nomische Ein richtungen und Hotels. Im Hintergrund
sorgen vor allem Annabelle Menzner und
Tobias Gruber dafür, dass sich in den letzten sieben
Jahren schon einiges bewegt hat. Der COBURGER
hat sich mit ihnen unterhalten.
COBURGER: Herr Gruber, was ist das Ziel der Genussregion Coburger Land?
Tobias Gruber: Wir haben ja eine Vielzahl an Partnern, an Produzenten von
heimischen Lebensmitteln, an Dienstleistern. Unser Ziel ist es unsere Partner
durch Vernetzung, gemeinsames Marketing und neue Vertriebsideen zu
unterstützen. Dazu möchten wir zum einen die Menschen hier vor Ort, aber vor
allem auch Gäste aus aller Welt für die Vielfalt und die herausragende Qualität
unserer heimischen Produkte begeistern. Das ist uns gerade in den letzten zwei
Jahren sehr gut gelungen. Man spürt, dass Produkte aus der Region wieder einen
höheren Stellenwert haben, dass ihre Bedeutung und Qualität wieder mehr in das
Bewusstsein gerückt sind. So finden sich einheimische Erzeugnisse häufiger auf
regionalen Speisekarten, bei Buffets, bei Veranstaltungen, werden als Urlaubs-
Mitbringsel nachgefragt. Auf diese Weise profitieren Erzeuger, Gastronomie und
Hotellerie gleichermaßen von der regionalen Identität und leisten einen Beitrag
zur Steigerung der gemeinsamen Wertschöpfung.
COBURGER: Was ist denn ein besonders erfolgreiches Beispiel Ihrer Tätigkeit?
Annabelle Menzner: Zum Beispiel die Spezialitätenwochen der Genussregion
Coburger Land. Davon hatten wir in diesem Jahr zwei Stück, einmal die „Coburger
Originale“ im April. Acht Gastronomen in Stadt und Landkreis Coburg haben
dabei spezielle Gerichte oder Menüs zu traditionellen Spezialitäten kreiert, wie
zum „Coburger Rutscher“, zur „Coburger Bratwurst“ oder zu den „Coburger
Schmätzchen“. Im November standen die Spezialitätenwochen unter dem Motto
„Coburger Lieblinge“: Neun Gastronomen haben die Gäste in dieser Zeit ihre
eigenen Lieblingsgerichte in Drei-Gänge-Menüs oder speziellen Gerichten
angeboten. Beide Aktionen kamen hervorragend an.
Tobias Gruber: Nicht zu vergessen unsere Genusstage Coburger Land,
unser Bier- und Spezialitätenfest, das in diesem Jahr bereits zum siebten Mal
stattgefunden hat. In wechselnden Orten, dieses Jahr im Spätsommer in Bad
Rodach. Bäckereien, Brauereien, Direkterzeuger, Metzgereien und Gastronomen
Fotos: Val Thoermer
84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
GESCHENKKÖRBE
aus Stadt und Landkreis Coburg haben dabei wieder ihre
Produkte angeboten, begleitet von fränkischer Live-Musik
– eine durch und durch regionalverbundene Veranstaltung
zum Essen, Trinken, Schlemmen, Tanzen, Schlendern und
Verweilen. Die Genusstage haben sich in den letzten Jahren
mit diesem Konzept hervorragend entwickelt.
COBURGER: Ein weiteres Angebot sind ja Geschenkkörbe
mit Produkten hier aus der Region. Wie werden die denn
angenommen?
Annabelle Menzner: So gut, dass wir jetzt einen neuen
Online-Shop eingerichtet haben, in dem man ganz bequem
einen Geschenkkorb bestellen kann. Das kann der große
Geschenkkorb im Wert von 75 Euro sein oder einer von
vielen anderen Größen. Außerdem gibt es wechselnde
Themen-Geschenkkörbe – aktuell einen Prinz-Albert,
Queen-Victoria oder Albert & Victoria-Korb, passend zum
Geburtstagsjubiläum des Königspaars im nächsten Jahr.
Eines ist allen Körben gemeinsam: In ihnen befinden sich
fast ausschließlich Produkte aus Coburg Stadt und Land
von etwa 30 unserer Partner. Und die Körbe werden fix und
fertig verpackt geliefert. Das ist ein ideales Geschenk für alle
Anlässe: zum Geburtstag, zum Jubiläum, zu Weihnachten,
als Dankeschön für Kunden oder Geschäftspartner.
COBURGER: Und welche Ideen gibt es für die Zukunft?
Tobias Gruber: Ein regionales Lunchpaket zum Beispiel in
Kooperation mit der Hochschule Coburg. Die Bestückung
der Minibars von Hotels mit regionalen Produkten. Und
natürlich eine Coburger Genussmesse.
Geschenkkörbe & mehr aus der Genussregion Coburger Land
Zum Beispiel:
Geschenkkorb 9: Prinz Albert im Wert von 30,– €
4 Stück Fränkische Rostbratwürste, 1 Flasche Prinz Albert Bier,
1 Steingut-Bierkrug, 1 Flasche “Prince-Albert”-Apfelbrand,
1 Magnet Schwarz-weiß-Grafik Schloss Rosenau, 1 Puzzle-
Postkarte Schloss Rosenau, 1 Christbaumkugel unlackiert
Zum Beispiel:
Geschenkkorb 10: Queen Victoria im Wert von 30,– €
1 Beutel Coburger Schmätzchen (125g) von Wilhelm Feyler, 1
Tasse mit Unterschrift Queen Victoria (0,2 l) von der Stiftung
der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha´schen Familie, 1
Beutel Tee “Teestunde Queen Victoria & Prinz Albert (50g)
vom Teeladen Anja Bähring, 1 Flasche “Queen Victoria´s”-
Haselnusslikör (0,1 l) von der Destillerie Möbus, 1 Magnet
Schwarz-weiß-Grafik Schloss Rosenau (780×540 mm) vom Museumsshop Rosenau/
KulturGut AG und 1 Christbaumkugel unlackiert von Berufsfachschule Glas Lauscha
Zum Beispiel:
Geschenkkorb im Wert von 75,00 €
1 Flasche Bier, 1 Flasche Luthertrunk, 1 Glas Luthersenf, 1
Flasche Likör, 1 Beutel Linsen, 1 Beutel Nudeln, 1 Flasche Öl, 2
Flaschen Saft, 2 Gläser Konfitüre oder Gelee, 1 Beutel Coburger
Goldschmätzchen, 1 Glas Honig, 1 Glas Damwild-Wurst, 4 Stück
Fränkische Rostbratwürste, 1 Dose Wurst, 1 Dose Braten, gratis
dazu: Bierkrug “…wir trinken regional!”
Darüber hinaus viele weitere Geschenkkörbe ab 10,– €
Bestellungen unter www.genussregion-coburg.de/shop
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 Hinweis: Vom 20.12.2018 bis 07.01.2019 können keine Bestellungen COBURGER angenommen und | DAS bearbeitet MAGAZIN werden. 85
Advertorial
REGIONALE SPEZIALITÄTEN
WILLKOMMEN IM
WAGNER-LAND
Regionale Spezialitäten
im Frischecenter Wagner
Wurst, Käse, Milch, Saft, Brot oder andere Lebensmittel aus der
eigenen Heimat sind so gefragt wie lange nicht mehr: Für über
80% der Deutschen haben Lebensmittel aus der eigenen Region
mittlerweile einen hohen Stellenwert. Sie stehen für kurze
Lieferwege, eine gesicherte Herkunft, Frische und Geschmack.
Auch große Lebensmittelmärkte setzen zunehmend auf Produkte
aus der näheren Umgebung. So wie der Frischecenter Wagner auf
der Lauterer Höhe mit über 50 heimischen Lieferanten. Erkennbar
am Franken-Logo auf dem Etikett.
1 Bauernmetzgerei Heymann (Sonnefeld-Bieberbach)
2 Bäckerei Sünkel (Michelau)
3 Brauerei Eller (Birkach am Forst)
4 Brauerei Hartmann (Würgau)
5 Brauerei Trunk (Bad Staffelstein)
6 Braugasthof Grosch (Rödental)
7 Brauhaus Altenkunstadt
8 Coburger Busserl (Cafe Schubart Coburg)
9 Coburger Kloßküche
10 Coburger Schmätzchen (Feyler Lebkuchen)
11 Confiserie Bauer (Ludwigsstadt)
12 Destillerie Dr. Rauch (Marktredwitz)
13 Destillerie Möbus (Bad Rodach)
14 Detlef Hess – Eier (Großwalbur)
15 Ebensfelder Brauhaus
16 Edelobstbrennerei Schulz (Neuses an den Eichen)
17 Ernst Wydra – Gurken & Sauerkraut (Coburg)
18 Frank’s Konserven (Heroldsbach-Oesdorf )
19 Frauendorfer Bier (Bad Staffelstein)
20 Friedrich’s Räucherkäse (Marktrodach)
21 Gampertbräu (Weißenbrunn)
22 Gemüsebau Güßregen (Hallstadt)
23 Gurkenschnaps (Coburg)
24 Gemüse Salate Honig Eichfelder (Bamberg)
25 Geflügelhof Carl (Kaltenbrunn)
26 Graf Konserven (Küps-Schmölz)
27 Häfner Fleisch- u. Wurstkonserven (Ebelsbach)
31 Kerlings Backwerstatt (Bad Staffelstein)
32 Klößerei Lindenhof (Neustadt)
33 La Familia Dressing (Küps)
34 Luther Fleischwaren (Neustadt)
35 Mara Rapsöl (Marktzeuln)
36 Milchhof Albert (Scheßlitz)
37 Milchwerke Oberfranken West (Meeder)
38 Naturfleisch (Oberweißbach)
39 Pilzzucht Kalb (Neuses an den Eichen)
40 Püls Bräu (Weismain)
41 Rodacher Fruchtsäfte (Bad Rodach)
42 Schlossbrauerei Reckendorf
43 Staffelberg-Bräu (Bad Staffelstein)
44 Traditionsbrauerei Schleicher (Itzgrund-Kaltenbrunn)
45 Veilsdorfer Fischspezialitäten
46 Duroc Schweinefleisch Aschara/Bad Langensalza
47 Pizzeria Mamma Maria Gundelsheim
48 Der Zeidlerhof Bioimkerei Müller (Großheirath)
49 Bäckerei Fuchs (Bamberg)
50 Geflügelhof Carl (Itzgrund/Kaltenbrunn)
51 Milchhof Albert (Scheßlitz)
52 Bioland-Eier Wefa (Seßlach)
53 Antla Bier (Kronach)
54 Brauerei Wagner (Merkendorf )
55 Schusters Spezialitäten (Untersteinbach)
56 Viba Sweets (Flo-Seligenthal)
57 Purmuesli (Kulmbach)
28 Huppendorfer Bier
29 Imkerei Grünwald (Lichtenfels)
30 Siebenstern Jackstädt (Oberkotzau)
Mehr Informationen unter
www.wagner-coburg.de
86 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
DAS FRISCHECENTER WAGNER IN COBURG
KARTENAUSSCHNITT
OBERFRANKEN
46
38
11
56
45
13
41
Bad Rodach
14
50
32 34
37
6
8
9 10
17 23
Coburg
53
20 30
52
1
Kronach
16
39
3
48
44
50
29
2
35
26 33
21
25
5 19
31 43
Bad Staffelstein
40
7
57
Kulmbach
12
15
42
27
22
54
51
36
4
55
24 49 28
Bayreuth
Bamberg
47
18
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 87
Frohes
Vest
wünscht iTVCoburg
88 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
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96450 Coburg
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 89
90 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
HIER WOHNTEN …
HIER WOHNTEN…
VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT
FOTOS: SEBASTIAN BUFF & YVES ALLOINDE
… DIE BÜRGER
Über Bürgerhäuser in Coburg soll es diesmal gehen. Ein Anfang ist schwer zu finden. Sind
ja nicht alle Wohnhäuser einer Stadt in erster Linie Bürger-Häuser – also Häuser für
Bürger? Ganz allgemein besehen ist das richtig. Und dennoch: repräsentativ sollten sie
laut Reallexikon auch sein und zudem in einem verdichteten altstädtischen Umfeld stehen.
Mit dieser Definition ausgerüstet lässt sich Coburg
hinsichtlich genauer betrachten. Sofort fällt
ein schnuckeliges Handwerkerhäuschen in der
Salvatorgasse 1 ein, welches auf 40 Quadratmetern
Grundfläche seinen ganz eigenen Charme
entwickelt hat. Gebaut wurde es 1404, im tiefsten
Mittelalter, als die Räume vom Werkstattofen der
Leineweber noch schwarz verrußt waren und
bis zu 15 Menschen unter einem Dach lebten.
Bürgerhäuser waren also Werkstatt, Wohn-,
Geschäfts- und Speicherhaus in einem. Unten
wurde gearbeitet. Oben gewohnt. Wenige hatten
den Luxus des Hauses in der Salvatorgasse mit einer
Bohlenstube. Diese gute Stube beherbergte eine Art
Heizung. Man geht davon aus, dass die Befeuerung
eines Ofens im Treppenhaus die Wände derart
aufheizte, dass es in dieser Bohlenstube im 1.Stock
kuschelig warm wurde. Zur damaligen Zeit für die
meisten Menschen ein unvorstellbarer Luxus.
Auch die Nummer 3 Hinterm Marstall ist so ein
Bürger haus. Wobei Drechslermeister Otto Amberg
seine Werkstatt als Anbau außerhalb des
Hauses errichtet hat. Viele Umbauten wurden
über die Jahrhunderte vorgenommen, um so den
Bedürfnissen der wechselnden Besitzer gerecht
zu werden. Oft beherbergten die Innenhöfe der
Bürgerhäuser kleine Rasenflächen und Platz für
die Viehhaltung. Kaninchen- und Hühnerställe,
Salatpflanzen und Kartoffeläcker. Alles wurde auf
engstem Raum untergebracht, um die Versorgung
der Großfamilie zu gewährleisten. Manches Mal
führte sogar frisches Quellwasser mitten durch
den Garten. So wie Hinterm Marstall, wo der von
der Leopoldstraße kommende „Stetsambach“ bis
zu seiner Verrohrung die Menschen im gesamten
Viertel mit dem nötigen Wasser versorgte.
Je nach Lage entwickelten sich die Bürgerhäuser
in Deutsch land unterschiedlich. Im ländlichen
Nord deutschland wurden eher große, hallenartige
Räume errichtet, inklusive weiträumiger Dielen
mit Feuerstelle. In Süddeutschland herrschte
eher eine Mischform vor mit Vorhausdiele, die als
Wohnung und Gewerberaum diente. Vorzugsweise
im Fachwerkbau erstellt. In Coburg gibt es noch
viele dieser Häuserzeilen, die dank gleichmäßiger
Parzellierung direkt an den Straßenrand gebaut
und meist lückenlos aneinandergereiht sind. In
Abgrenzung an die auch zahlreichen historischen
Villen in der Innenstadt, die eher mit individuellen
Merkmalen und herausstechenden Einzellagen
glänzen. Wirtschaftliche Veränderungen, die aufkommende
Industrialisierung und die starke Bevölkerungszunahme
im 19. Jahrhundert führten zu
einem Be deutungs verlust des Bürger hauses. Die
Gebäude passten sich wieder einmal an. Werkstätten
verschwanden, repräsentative Wohnräume
waren gefragt. Es entwickelten sich parallel dazu
gehobene städtische Wohnhäuser. Das bürgerliche
Wohnen verlagerte sich zunehmend in freistehende
Villen. Ein regelrechter Bauboom erfasste auch
Coburg. Beispielgebend sei hier Otto Leheis
genannt, der zahlreiche imposante Villen im
gesamten Stadtgebiet entworfen und als Bauträger
auch realisiert hat. So entstanden im ausgehenden
19.Jahrhundert an vielen Knotenpunkten
bürgerlichen Lebens in Coburg vom Jugendstil
beeinflusste Bauten aus dem typischen gelben
Backstein oder regionalem Sandstein. Modern
interpretiert als gehobene Mietshäuser.
Nach dem ersten Weltkrieg wurden nur noch
wenige dieser repräsentativen Häuser gebaut. Die
Weltwirtschaftskrise zwang allesamt zum Sparen.
Dienstboten fanden sich immer schwerer. Die
Menschen fingen an, zu besseren Konditionen in
Fabriken zu arbeiten. Wie schön, dass sich in den
letzten Jahren hierzulande auch dank geeigneter
Fördermittel immer wieder Menschen dazu
animieren lassen, diese Kleinode bürgerlichen
Lebens zu renovieren und neuen Nutzungen
zuzuführen. Denn verändert haben sie sich zu allen
Zeiten, die Bürgerhäuser. Angepasst, aufgestockt,
verbreitert. Um Menschen zu beherbergen. Die
Bürger einer Stadt.
Häuser, die mit Unterstützung der
Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.
saniert worden sind – der COBURGER
stellt sie vor: 2018 in jeder Ausgabe des
COBURGER eines in unserer Reihe
„Hier wohnte“.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 91
HIER WOHNTEN …
92 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
… DIE BÜRGER
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 93
Advertorial
INTERVIEW MIT WOLFGANG HEYDER
Erfolgs
Im
Februar beginnt das
vierte Kapitel Bamberger
Literaturfestival
„Geschichte“
Es war bei einem Neujahrsempfang vor ein paar Jahren:
Der Bamberger Kinderbuchautor und „Sams“-Erfinder Paul Maar regte ein
Literaturfestival für die Domstadt an. Nur ein Jahr später fand es dann schon
statt, das Bamberger Literaturfestival, kurz BamLit. Das war im Jahr 2016. Einer
der Gründungsväter war Wolfgang Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg. Mit
ihm haben wir uns vor der vierten Ausgabe von BamLit im Februar unterhalten.
COBURGER: Herr Heyder, BamLit gehört nach wenigen Jahren schon zu den
angesehenen Literaturfestivals. Haben sie am Anfang gedacht, dass das so gut
funktioniert?
Wolfgang Heyder: Nein, ehrlicherweise wusste natürlich keiner von uns, wie das
läuft. Wir sind ja wirklich ins kalte Wasser gesprungen. Und Bamberg ist keine
Großstadt, verfügt aber über ein großes kulturelles Angebot mit Theatern, mit
den Symphonikern, mit Museen, mit Kleinkunst und vielem mehr. Da musst
Du Dich mit so einem Nischenangebot wie einem Literaturfestival erst einmal
behaupten. Auf der anderen Seite hatten wir von Anfang an ein Team zusammen,
das sich perfekt ergänzt, das hochprofessionell arbeitet und das zusammen über
ein hervorragendes Netzwerk weit über die Region hinaus verfügt.
COBURGER: Wer gehört zu diesem Team dazu?
Das BamLit-Team
Wolfgang Heyder: Wir haben Buchhändler mit dabei, das Stadtmarketing, den
Landkreis, wir haben mit Nevfel Cumart und Tanja Kinkel bekannte Bamberger
Autoren als Schirmherren, wir haben natürlich den Ideengeber Paul Maar mit im
Boot und vor allem auch Dr. Thomas Kraft, ein Bamberger, der deutschlandweit
Literaturfestivals organisiert, das hilft uns natürlich massiv. Und das wichtigste:
Alle sind mit Begeisterung dabei, jedem macht es Spaß, so ein hochkarätiges
Festival in der eigenen Heimatstadt auf die Beine zu stellen. Dieses Mal haben wir
24 Lesungen für Erwachsene und 45 kostenfreie für Kinder.
94 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
BAMLIT
Termine
#BamLit
2019
7. bis 24. Februar
Amelie Fried
Volker Kutscher
Timur Vermes
Karen Duve
Alice Schwarzer 07.02.19
Volker Kutscher 08.02.19
Gaby Hauptmann 08.02.19
Monika Maron 09.02.19
Krimi im Bus 10.02.19
mit Friederike Schmöe
Gregor Gysi 11.02.19
Timur Vermes 12.02.19
Martin Korte 13.02.19
Harald Lesch 13.02.19
Karen Duve 14.02.19
Amelie Fried 15.02.19
Junge Literatur 16.02.19
COBURGER: Viele im Hintergrund arbeiten zwar ehrenamtlich, aber bei so
einem umfangreichen Programm fallen natürlich auch Kosten an, die gedeckt
werden müssen. Wir funktioniert denn die Finanzierung?
Wolfgang Heyder: Anfänglich haben uns die Oberfrankenstiftung und der
Kulturfonds Bayern unterstützt, um das Literaturfestival überhaupt auf die Beine
stellen zu können. Diese Anschubfinanzierung ist vorbei. Aus der Erfahrung
wissen wir jetzt, dass die Tickets etwa 50% der Kosten decken. Etwa 6000 Tickets
können wir verkaufen, und ich bin auch ganz optimistisch, dass uns das gelingt,
schon in der ersten Woche nach Bekanntgabe des Programms hatten wir 1500
verkauft. Aber darüber hinaus müssen wir jetzt verstärkt auf Sponsoren zugehen
und haben das auch ganz erfolgreich gemacht. Dabei hilft uns zum einen das
Programm mit vielen Stars der Literaturszene, die natürlich für öffentliche
Aufmerksamkeit sorgen, aber auf der anderen Seite auch das große Engagement
mit den vielen Lesungen für Kinder. Das kommt auch bei Sponsoren sehr gut an.
COBURGER: Wie sehen die Zukunft des Bamberger Literaturfestivals?
Wolfgang Heyder: Wir müssen natürlich weiter daran arbeiten, dass mehr
jüngeres Publikum zu den Lesungen kommt. Deswegen haben wir einen
Poetry Slam und auch mehr jüngere Autoren im Programm. Für die Zukunft
wünschen wir auch uns eine Zusammenarbeit mit der Uni Bamberg. Immerhin
gibt es dort einen Germanistik-Studiengang, leider aber lebt man dort in einem
Elfenbeinturm, beschäftigt sich gar nicht mit uns. Dabei kann gerade so ein
Festival für Bücher, für Literatur, für Sprache begeistern. Die Zuschauer sind nah
dran an den Autoren, in einer sehr persönlichen Atmosphäre, viele Schriftsteller
nehmen sich danach Zeit für Gespräche mit dem Publikum. Lesungen sind
wirklich ganz besondere Events.
Wie Winnetou nach Bamberg kam 17.02.19
Krimi im Bus mit Helmut Vorndran 17.02.19
Désirée Nick 18.02.19
Axel Hacke 19.02.19
Margot Käßmann 20.02.19
Takis Würger 20.02.19
Stefan Weiller 20.02.19
Jenny Erpenbeck 21.02.19
Anselm Bilgri 22.02.19
Best of Poetry Slam 23.02.19
Gretchen Dutschke 23.02.19
Klaus-Peter Wolf 24.02.19
Krimi im Bus 24.02.19
mit Thomas Kastura als Gordon Tyrie
Außerdem ein ausführliches Kinderprogramm.
Mehr zu Autoren, dem Programm, Tickets
und weitere Informationen unter
www.bamberger-literaturfestival.de.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 95
Ein Coburger
Wohlfühlort
Die Buchhandlung
RIEMANN mitten
in der Stadt
Der Coburger Einzelhandel steht vor anspruchsvollen, aber auch
spannenden Herausforderungen: Das sich ändernde Einkaufsverhalten
großer Kundengruppen im Zeitalter der Digitalisierung führt leider zu
sinkenden Kundenfrequenzen in der Stadt und den Geschäften. Es ist dabei
im Übrigen egal, was online gekauft wird. Fällt der Gang zur Apotheke
weg, weil das Medikament in einem Shop bestellt wurde, fehlt auch dem
Buchhändler ein potentieller Kunde (der in den Laden schaut, weil er ja
ohnehin schon in der Stadt ist). Umgekehrt gilt natürlich dasselbe. Was ist
das richtige „Rezept“ für Händler im Umgang mit dieser Situation?
96 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
BUCHHANDLUNG RIEMANN
Advertorial
Jammern und lamentieren? Sich ärgern über Kunden, die (möglicherweise wider
besseres Wissen) bei der Online-Krake bestellen, obwohl die keine Steuern zahlt
und ihre Mitarbeiter ausbeutet? Die Vogel-Strauß-Taktik anwenden (Kopf in den
Sand stecken bis die Krise vielleicht mal vorbei ist)? Wohl kaum. Diese Haltung
mag zwar nachvollziehbar sein, ist jedoch wenig erfolgversprechend. Tatsächlich
sind es andere Ansätze, die auch weiterhin Menschen in die Stadt locken.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Kundengruppe der 16-
bis 34-jährigen, die heute die größte Verbrauchergruppe stellt, einerseits
das traditionelle Einkaufsverhalten ihrer Eltern auf den Kopf stellt (indem
sie regelmäßig online einkauft), andererseits jedoch grundsätzlich gerne im
stationären Handel unterwegs ist. Warum ist das so, wo doch mehr Produkte
und Dienstleistungen in zehn Minuten auf einem mobilen Gerät gekauft werden
können als in einem stundenlangen Bummel durch diverse Ladengeschäfte?
Was diese Menschen heute in die Städte lockt, ist die Suche nach Orten, die
Ambiente und Flair haben, die authentisch und nachhaltig sind. Das ist klassisch
die Stammbar um die Ecke, der Friseur oder das Kaffeehaus. Orte eben, an
denen man bekannt ist und Bekannte trifft, wo man sich gerne aufhält und eine
angenehme Zeit verbringt. Gute Chancen auf wieder steigende Kundenzahlen
haben also die Händler und Städte, die es schaffen, die oben beschriebene
Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.
Diesem Gedanken haben sich auch Martina Riegert und Martin Vögele, die
Inhaber der Buchhandlung RIEMANN am Coburger Markt, mit ihrem Team
verschrieben. Seit über 200 Jahren existiert die Buchhandlung und ist seither aus
dem Stadtbild nicht mehr weg zu denken. Die „Riemann’sche“ bereichert nicht
nur das (Kultur-)Leben der Stadt, sondern ist als lebendige Buchhandlung ein
Ort, der inspiriert, zum Stöbern, Schmökern, Diskutieren und Verweilen einlädt.
Vielfältige Veranstaltungen für Klein und Groß bereiten unvergessliche Stunden,
vermitteln persönliche Eindrücke und wunderbare Begegnungen:
Namhafte Autor*innen werden für Lesungen in Coburg engagiert
Beim „Treffpunkt für Kenner und Könner“ referieren lokale Expert*innen
zu „ihrem“ Thema
Der Kultursalon (in Zusammenarbeit mit dem Landestheater) lädt zum
Lauschen und Debattieren ein
Kindergartenkinder erkunden die Buchhandlung und werfen außerhalb
der Öffnungszeiten einen Blick hinter die Kulissen
ABC-Schützen in den Grundschulen bekommen als Einstieg in die
„Lesewelt“ die LeseTüte geschenkt
Der RIEMANN-LeseKoffer macht Grundschulkindern Lust aufs Lesen
Kinder- und Jugendbuchautor*innen sind regelmäßig auf Einladung
der Buchhandlung zu Gast in Coburg
Für viele Coburger*innen ist die Buchhandlung RIEMANN am Markt also
bereits ein „Wohlfühlort“ und mit ihrem „Caféchen“ und dem „Roten Salon“ im
Obergeschoss für die aktuellen Herausforderungen bestens gerüstet. Martina
Riegert und Martin Vögele mit ihrem Team laden Sie ein, sich hier wie zu Hause
zu fühlen.
Der Rote Salon
Der „Rote Salon“ wird vormittags überwiegend
für die beliebteste Prämie des Riemann’schen
Bonusprogramms genutzt: Fast täglich wird hier
das Bonusfrühstück serviert. Nachmittags steht der
Raum dann allen Kunden offen. Übrigens: Der „Rote
Salon“ kann für Besprechungen, kleine Feiern oder
Treffen gemietet werden (sprechen Sie einfach eine
der Mitarbeiterinnen darauf an).
Das Caféchen
Hier kann in Ruhe geschmökert werden, lernen
Schüler*innen in der Pause oder erarbeiten
gemeinsam ein Referat, treffen sich Menschen auf
eine Tasse Tee, Kakao, einen Cappuccino oder eine
erfrischende Orangina. Wer mag, genießt einen
leckeren Cookie dazu oder eine andere Süßigkeit
(Tartufi, Schokolade). Samstags gibt es zudem
frischen Kuchen.
Viele Kund*innen lieben die Atmosphäre in diesen
Räumlichkeiten und genießen das lässige Flair und
die schönen Ausblicke auf den (Weihnachts-)Markt.
Und wenn man gerade so gemütlich und bequem auf
dem Sofa sitzt, dass man gar nicht mehr aufstehen
mag, bestellt ganz einfach im Online-Shop der
Buchhandlung (www.riemann.de). Den gibt es seit
über 20 Jahren und erst im vergangenen Jahr wurde
der Shop komplett überarbeitet und ist jetzt noch
komfortabler.
Mehr Informationen unter www.riemann.de
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 97
Gesponserter Beitrag
MICHELLE OBAMA – „BECOMING. MEINE GESCHICHTE“
Buchempfehlung
Martin Vögele, Buchhandlung RIEMANN:
Die private Seite der Michelle Obama
Am 13. November ist die mit Spannung erwartete Autobiografie von Michelle Obama – 2009 bis 2017
First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika – weltweit zeitgleich erschienen. In einer Zeit, in der
ein Mann die USA regiert, der sich auf dem intellektuellen Niveau eines 10-jährigen Kindes bewegt und
in dessen Händen das Wohlergehen der westlichen Welt liegt, stimmt mich die Lektüre von Michelle
Obamas Autobiografie „Becoming - Meine Geschichte“ geradezu wehmütig.
Was für ein beeindruckendes Buch, welch kluge Frau. „Becoming“ ist ihre Geschichte: offen, anrührend,
privat, selbstkritisch und natürlich politisch. Unterteilt ist das Buch in drei Teile. Sie beschreibt, wie sie
wurde, wer und was sie ist („Becoming me – Ich werden“), das Leben mit Barack und den Kindern bis
zum Beginn der Präsidentschaft („Becoming us – Wir werden“) sowie die Zeit ab der Präsidentschaft
(„Becoming more – Mehr werden“).
Gebundenes Buch
mit Schutzumschlag, 544 Seiten:
ISBN: 978-3-442-31487-4
26,00 Euro
eBook:
ISBN: 978-3-641-22732-6
19,99 Euro
Hörbuch | 2 MP3-CDs
Laufzeit 18h 42 min
ISBN: 978-3-8445-2966-1
26,00 Euro
Hörbuch | Download
Laufzeit 18h 42 min
ISBN: 978-3-8445-3121-3
18,95 Euro
Geboren 1964 als Michelle Robinson in Chicago, zeichnet das Buch ihren Lebensweg nach, der sie aus
einem Arbeiterhaushalt im Chicagoer Süden durch Ehrgeiz, Fleiß und die selbstlose Unterstützung ihrer
Eltern auf die Elite-Universitäten in Princeton und Harvard führte. Anschließend arbeitete sie bei einer
renommierten Anwaltskanzlei in Chicago. Dort war sie zwar erfolgreich, aber nicht glücklich. Immerhin
jedoch lernte sie in dieser Kanzlei den ihr zugeteilten, sommersprossigen Praktikanten Barack Obama
kennen und lieben. Während sie selbst beruflich erfolgreich war, begann Baracks beeindruckende
politische Karriere, die die Obamas schließlich im Dezember 2008 ins Weiße Haus führte. Obschon
er natürlich darin vorkommt, ist dieses Buch keine Abrechnung mit Donald Trump, und das ist auch
gut so. Klar, sie verzeiht ihm nicht, dass er jahrelang das Gerücht befeuerte, Barack Obama sei kein
amerikanischer Staatsbürger. Und dass sie auch ansonsten nichts von ihm hält, klingt natürlich auch
durch. Da es aber IHR Buch über IHR Leben ist, bekommt der gefährliche Mann im Weißen Haus letztlich
die Rolle zugeteilt, die ihm zusteht: die einer Randnotiz.
„Becoming“ gewährt tiefe Blicke hinter die Kulissen einer außergewöhnlichen Familie und in die 8 Jahre
im Weißen Haus. Wir begleiten die First Lady auf einer außergewöhnlichen Reise, die uns vom einfachen
Leben im ländlichen Amerika bis zu den größten Staatsbanketts auf der ganzen Welt führt. Freuen Sie
sich auf die Geschichte einer Frau, die das große Vorbild vieler Frauen in den USA ist. Eine Ikone, die hier
ihre private, menschliche Seite zeigt.
Inhaltsangabe
Michelle Obama
Die kraftvolle und inspirierende Autobiografie
der ehemaligen First Lady der USA
In „Becoming“ erzählt Michelle Obama erstmals
ihre Geschichte – in ihren eigenen Worten und auf
ihre ganz eigene Art. Sie nimmt uns mit in ihre Welt
und berichtet von all den Erfahrungen, die sie zu
der starken Frau gemacht haben, die sie heute
ist. Warmherzig, weise und unverblümt erzählt
sie von ihrer Kindheit an der Chicagoer South
Side, von den Jahren als Anwältin und leitende
Angestellte, von der nicht immer einfachen Zeit
als berufstätige Mutter sowie von ihrem Leben
an Baracks Seite und dem Leben ihrer Familie im
Weißen Haus. Gnadenlos ehrlich und voller Esprit
schreibt sie sowohl über große Erfolge als auch
über bittere Enttäuschungen, den privaten wie
den öffentlichen. Dieses Buch ist mehr als eine
Autobiografie. Es enthält die ungewöhnlich intimen
Erinnerungen einer Frau mit Herz und Substanz,
deren Geschichte uns zeigt, wie wichtig es ist,
seiner eigenen Stimme zu folgen.
Michelle Robinson Obama war von 2009 bis
2017 die First Lady der Vereinigten Staaten von
Amerika. Sie studierte an der Princeton University
und an der Harvard Law School und begann ihre
berufliche Laufbahn als Anwältin bei der Kanzlei
Sidley & Austin in Chicago, wo sie ihren zukünftigen
Ehemann Barack Obama kennenlernte. Später
arbeitete sie im Büro des Bürgermeisters von
Chicago, an der University of Chicago und am
University of Chicago Medical Center. Michelle
Obama gründete auch die Chicagoer Sektion
von „Public Allies“, einer Organisation, die junge
Menschen auf eine Laufbahn im öffentlichen Dienst
vorbereitet.
Die Obamas leben derzeit in Washington, D.C. Sie
haben zwei Töchter, Malia und Sasha.
98 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
THEATERVORSCHAU
DEMNÄCHST IM
LANDESTHEATER
Mein erstes Mal
im Kongresshaus
Rosengarten?
TOLLE MÄRCHENWELT
INTO THE WOODS
Musical von Stephen Sondheim | Buch von James Lapine,
Deutsche Fassung von Michael Kunze
A DARUM GEHT ES
Inspiriert von den Hausmärchen der Gebrüder
Grimm und anderen Märchensammlungen
entwickelten James Lapine und Stephen Sondheim
(*1930) ein fantastisches Musical der besonderen
Art: Im Wald treffen verschiedene Märchenfiguren
mit ihren Wünschen und Sehnsüchten aufeinander –
Aschenputtel möchte auf den Ball des Prinzen gehen,
Rotkäppchen wünscht sich Brot für die Großmutter,
Hans wünscht sich, dass seine Kuh endlich Milch
gibt und das kinderlose Bäckerehepaar wünscht
sich sehnlichst Nachwuchs. Ihre Wege kreuzen und
verwirren sich und erst scheint alles gutzugehen
– bis eine rachsüchtige Riesin auftaucht und die
Märchenwelt zu zerstören droht ...
B WO UND WANN SPIELT ES
Mit Joan Anton Rechi ist es gelungen, einen
international gefragten Regisseur ans Landestheater
zu holen, der zuletzt u.a. in Düsseldorf, Barcelona
und Helsinki inszenierte. Einen ersten Ausflug ins
Musical-Genre hat er 2017/2018 mit großem Erfolg
am Theater Freiburg mit „Love Life" unternommen.
C WAS ERWARTET MICH
Mit hintersinnigem Humor und eingängigen Melodien
zeigt uns Stephen Sondheim, der amerikanische
Meister des anspruchsvollen Musicals, scheinbar
bekannte Märchenfiguren mit menschlichen Fehlern
und Schwächen, die erst allmählich erkennen,
welche Konsequenzen das egoistische Streben nach
der Erfüllung ihrer Wünsche nach sich ziehen kann.
Besondere Bekanntheit erlangte das preisgekrönte
Märchenmusical für Erwachsene durch die Disney-
Verfilmung 2014 mit Meryl Streep und Johnny Depp.
D WANN
Die Premiere findet am 8. Dezember statt. Weitere
Vorstellungen gibt es am 11., 12., 14., 15., 21., 26., 30.
Und 31. Dezember.
DOPPELABEND
MASSE MENSCH MACHT
Basierend auf den Theaterstücken „30 Keller (Atlantic Zero)”
und „3D” von Stephan Kaluza
A DARUM GEHT ES
Eine Entführung bildet den Ausgangspunkt
von „30 Keller". Der Milliardär Meisner findet
sich in einem irreal anmutenden Keller wieder
und zu seinem Erstaunen ist sein Entführer die
Höflichkeit in Person. Er kennt nicht nur jedes
Detail aus dem privaten und geschäftlichen Leben
Meisners, sondern ebenso seine intimsten Träume
und Wünsche. Die Lösegeldforderung ist immens
– 10 Milliarden Dollar in bar. Für noch größeres
Erstaunen bei Meisner sorgt der Umstand, dass
das Ziel des Entführers nicht Geldmaximierung,
sondern ganz im Gegenteil Geldvernichtung ist. Ein
Abwurf des Lösegelds über dem Atlantik soll das
Geld der zerstörerischen Wirkung des salzhaltigen
Wassers des Golfstroms überantworten. Rechnet
man das Ganze hoch auf dreißig Entführungen,
kann diese konzertierte Aktion die kapitalistische
Grundordnung zumindest erschüttern.
C WAS ERWARTET MICH
Nicht die Weltordnung aber das Machtgefüge in
der kleinsten gesellschaftlichen Zelle, der Familie,
wird in „3D" auf den Prüfstand gestellt. Was
zunächst wie die Aufarbeitung der schmerzlichen
Vergangenheit zwanzig Jahre nach ihrer Trennung
anmutet, entpuppt sich in immer überraschenderen
Wendungen als der reinste Familienhorror. Die
Realität, mit der Bette ihren alternden Ex-Ehemann
Albert konfrontiert, ist das hässliche Gegenteil seiner
Erinnerung an sich selbst als liebenden Vater. Aus
dem Ehedrama entwickelt sich ein Krimi über Liebe,
Machtmissbrauch und nicht endende Abhängigkeit.
„Macht zu haben heißt, dass andere machtlos
sind" – mit dieser Klammer fasst der Fotograf,
Konzeptkünstler und Autor Stephan Kaluza zwei
seiner Stücke zusammen. Am Landestheater Coburg
wird er die Texte in einem Doppelabend selbst
inszenieren.
D WANN
Die Premiere findet am 12. Januar statt. Weitere
Aufführungen gibt es bis April 2019.
„Die Moderation einer
Charity-Gala vor
ausverkauftem Saal.“
Christian Limpert
Kongresshaus Rosengarten.
Der Ort für besondere Momente.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 99
Advertorial
KOMMENDE VERANSTALTUNGEN
DREI HIGHLIGHTS IN DER REGION
Das Jahr 2019 startet mit einem tänzerischen Highlight in Coburg, wo das weltbekannte Russische Nationalballett Schwanensee aufführt. Musikalische
Vielfalt folgt im Juli mit Angelo Kelly, der beim Rösler-Open-Air im Schloss Eyrichshof zusammen mit seiner Familie auf der Bühne steht. Fans der
klassischen Musik sollten sich den 7. Juli ganz fett im Kalender anstreichen: Dann findet das Picknick Open Air mit den Bamberger Symphonikern auf
der Klosterwiese Banz statt.
Das Russische Nationalballett aus Moskau
SCHWANENSEE
KONGRESSHAUS COBURG I 8. FEBRUAR 2019 I 20 UHR
Schwanensee verkörpert alles, was das klassische Ballett
berühmt gemacht hat, es fasziniert die Menschen bis heute.
Schwanensee: Das ist Ballett in höchster Vollendung!
Das Russische Nationalballett aus Moskau präsentiert
den beliebten Ballettklassiker in einmaliger Darbietung.
Die berührende Musik von Peter I. Tschaikowski,
mitreißende Tänze, eine märchenhafte Handlung sowie
opulente Kostüme und Bühnenausstattung erwarten
die Zuschauer und machen diese Aufführung zu einem
faszinierenden Erlebnis. Mit der Musik zu Schwanensee
offenbarte Tschaikowski nicht nur seine russische
Seele, sondern begeisterte mit ihr weit über das
ballettinteressierte Publikum hinaus: Der „Tanz der vier
kleinen Schwäne“ ist weltbekannt. Das Russische Ballett,
vor allem „Schwanensee“, verleiht Gefühlen Ausdruck,
ohne ein Wort zu verlieren.
Klassik auf Banz
KLOSTERWIESE BANZ I 07. JULI 2019 I 19 UHR
ANGELO KELLY & FAMILY
SCHLOSS EYRICHSHOF I 26. JULI 2019 I 20 UHR
Das Picknick Open Air mit den Bamberger Symphonikern
Seit 1946 begeistern die Bamberger Symphoniker ihr Publikum weltweit
mit ihrem charakteristisch dunklen, runden und strahlenden Klang. Mit
weit mehr als 7.000 Konzerten in über 500 Städten und 63 Ländern sind sie
seitdem als Bayerische Staatsphilharmonie zum Kulturbotschafter Bayerns
und ganz Deutschlands geworden und regelmäßig weltweit unterwegs. Viele
Preise und Auszeichnungen erhielt das Orchester, unter anderem für seine
unzähligen Schallplatten- und CD-Produktionen. 2018 wurden die Bamberger
Symphoniker für das „Beste Konzertprogramm der Saison“ ausgezeichnet.
„Mit strahlendem Glanz und wohl verborgener Kraft ließ die Sopranistin
Simona Šaturová ihre Koloraturen strömen.“ – Die Pressestimmen zu Simona
Šaturovás Autritt bei den Salzburger Festspielen 2018 waren enthusiastisch,
ebensolches Kritikerlob kann der Tenor Benjamin Bruns auf sich vereinen.
Manfred Honeck, dessen letzte CD-Einspielung 2018 mit dem Grammy als
"Best Orchestral Performance" ausgezeichnet wurde, stellt eine Operngala
mit Werken von Mozart bis zum italienischen Belcanto zusammen.
Rösler Open Air Schloss Eyrichshof
Angelo Kelly & Family bringen den „Irish Summer“ 2019 zurück nach
Eyrichshof. Nach der erfolgreichen Open Air Tour 2018 und einer ausverkauften
Weihnachtstour geht es 2019 weiter. Wer an Irland denkt, dem fallen mit Sicherheit
zuerst grüne Landschaften, Dublin, Schafe, Guinness, das launenhafte Wetter
und natürlich die typisch traditionelle irische Musik ein – jeder hat sein eigenes
Bild von der grünen Insel – Angelo, seine Frau Kira, die Kinder Gabriel, Helen,
Emma, Joseph und William werden das Publikum auf eine ganz wunderbare Reise
nehmen. Mit traditionellen – aber vor allem auch neuen Songs vom Erfolgsalbum
„Irish Heart“ - werden sie dem Publikum „ihr“ Irland musikalisch präsentieren.
Bei der Irish Summer Tour wird die Familie dabei von original irischen
Musikern unterstützt, die im Laufe der Jahre zum Teil der Familie
geworden sind. Alles einzigartige Charaktere, die ihre Instrumente wie kein
anderer beherrschen und die Stimmung eines Irish Pubs auf die Bühnen
zaubern. Es darf getanzt, gefeiert, gelacht und vor Glück geweint werden.
Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in allen gängigen Vorverkaufssystemen,
telefonisch unter der Hotline 0951-23837, oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de.
100 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
VINCE EBERT
Advertorial
und Heino covert Rammstein. Das war nicht vorauszusehen! In seinem letzten
Programm „Evolution“ schaute der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert in die
Vergangenheit und zeigte uns, warum wir so sind, wie wir sind. In seinem neuen
Programm wagt er einen Blick in die Zukunft.
VINCE EBERT
„Zukunft is the Future“
Physik, Politikwissenschaft, Philosophie – Das klingt nicht gerade spannend und
lustig. Vince Ebert befasst sich mit den großen Fragen rund um Natur, Gesellschaft
und Politik und präsentiert seine Erkenntnisse mit viel Humor und Wortwitz.
Der gebürtige Unterfranke ist seit Ende der 1990er auf der Bühne zu sehen. Nach
einem abgeschlossenen Physikstudium begann Ebert mit seiner Karriere als
Kabarettist. Seither feiert er große Erfolge als Komiker, Autor und Moderator. Er
begeistert Laien, aber auch naturwissenschaftliches Fachpublikum. Vince Ebert
hebt sich von den meisten Kabarettisten ab. Er bewegt sich nicht im tiefen Sumpf
des flachen Humors. Sein Programm verbindet Bildung, Wissen, Humor und
Wortwitz auf einzigartige Art und Weise.
Unsere Welt verändert sich mit rasender Geschwindigkeit. Als Kinder glaubten
wir an eine glorreiche Zukunft, an den digitalen Reisewecker, das Dolomiti-
Eis und Hoverboards. Heute kommunizieren wir über Uhren in Sekunden
mit Menschen auf anderen Kontinenten, essen in Algen gerollten rohen Fisch
Wie werden wir in 20 Jahren sein? Wird uns Youtube mit Katzenvideos in den
Wahnsinn treiben? Wann endlich kommt die Frauenquote im Vatikan? Kann
die Erderwärmung durch Social Freezing verhindert werden? Und wieso sind
fast alle Zukunftsprognosen falsch? Wir fliegen heute nicht mit Rucksackraketen
durch die Lüfte, haben keinen Warp-Antrieb und noch immer kein Mittel gegen
Krebs. Dafür die iWatch, keine Mauer mehr und eine Pille, die bei ihrer Einnahme
eine Erektion verursacht. Ganz ehrlich, wer braucht da schon Rucksackraketen?
Zukunft läuft immer anders ab, als man denkt.
Kann man überhaupt etwas Fundiertes über die Zukunft sagen? Der Diplom-
Physiker Vince Ebert behauptet: JA! Die Thermodynamik besagt eindeutig, dass
es mit unserem Universum unaufhaltsam bergab geht. Anderseits sagt sie auch:
„Man kann den absoluten Nullpunkt niemals erreichen“. Egal, wie beschissen es
Dir also geht, es ist immer noch Luft nach unten. Und das ist doch schon mal eine
tröstliche Botschaft.
Vince Ebert Do, 24. Januar 2019, 20 Uhr, Kongresshaus Rosengarten.
Veranstalter Agentur Streckenbach. Tickets unter www.reservix.de.
„Die Sparkasse Coburg – Lichtenfels ist bei
der Veranstaltung mit Vince Ebert gerne mit
dabei. Es ist eine hervorragende Gelegenheit,
den Sparkassenkunden ein weiteres Highlight
in Coburg und dabei gleichzeitig einen starken
Vorteil zu ermöglichen.“
Rainer Engelhardt,
Marketing Sparkasse Coburg - Lichtenfels
S
Sparkasse
Coburg - Lichtenfels
Tausend Jahre
KunsT, KulTur, GeschichTe
Die Veste Coburg erhebt sich mit ihren gewaltigen
Mauern und Türmen hoch über der Stadt.
1530 hielt sich Martin Luther dort auf. Seit der Mitte
des 19. Jahrhunderts ist die Veste Heimat der
Sammlungen der Herzöge von Sachsen-Coburg und
Gotha. Der Rundgang führt in stimmungsvolle Raumensembles
im Fürstenbau, in die Große Hofstube mit
ihren Prunkrüstungen und in die Lutherzimmer.
Wir wünschen
schöne Feiertage
Einzigartig in der deutschen Kunst ist das Jagdintarsienzimmer
aus dem Jahre 1632. Die altdeutsche
Sammlung präsentiert sich in modernem Gewand.
Von außergewöhnlicher Fülle ist die Waffensammlung.
In der Rüstkammer werden Harnische sowie Kriegsund
Belagerungswaffen vom Mittelalter bis zum
18. Jahrhundert gezeigt.
Von der Jagdleidenschaft der Coburger Herzöge
zeugen kostbare Jagdwaffen und -utensilien.
Kutschen, darunter die älteste komplett erhaltene
Kutsche weltweit, und reich verzierte Caroussell-
Schlitten runden die kulturhistorischen Sammlungen
ab. Als neues Highlight auf der Veste gilt die interaktive
Artillerieausstellung auf der Gedeckten Batterie.
Im Frühjahr 1918 eröffnete die „Schatzkammer Glas“
mit der international bedeutenden Sammlung historischer
Gläser in neuem Glanz.
www.kunstsammlungen-coburg.de
Öffnungszeiten:
November bis März: Di – So 13.00 – 16.00 Uhr
April bis Oktober: täglich 9.30 – 17.00 Uhr
Geschlossen: 24., 25., 31. Dezember und Faschingsdienstag
• Jahreswechsel: Zusätzlich am 26. Dezember 2018 und 1. Januar 2019 geöffnet
• Führung in den historischen Räumen: Jeweils 14 Uhr an allen Öffnungstagen ab dem
26. Dezember bis einschließlich 6. Januar. Anmeldung nicht erforderlich
• Ausklingen – Fade away. Glasinstallation mit interaktivem Klangerlebnis im Fürstenbau
Kunstsammlungen der Veste Coburg:
Veste, 96450 Coburg, Telefon 09561 / 879-0, Info-Telefon 09561 / 879-79
E-Mail sekretariat@kunstsammlungen-coburg.de
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 101
102 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
GALERIE
G A L E R I E
S Y L V A I N
G U I L L O T
Der gebürtige Franzose lebt mit seiner Freundin seit drei
Jahren in Coburg. Beide sind am Theater als Tänzer beschäftigt
und bauen zudem eine Ballettstudio auf. Die zweite große
Leidenschaft von Sylvain ist die Fotografie. Er möchte in seinen
Bildern die schönsten, interessanten Momente der Wirklichkeit
festhalten, aus seiner Perspektive, so wie er sie sieht. Dabei
faszinieren ihn vor allem zwei Motive: Zum einen Tänzerinnen
und Tänzer. Aus seiner beruflichen Erfahrung weiß er, wann
der richtige Moment ist, um auf den Auslöser zu drücken. Und
Sylvain liebt das Reisen und hält auch dabei ganz besondere
Eindrücke fest.
www.guillotsylvain.com
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 103
SYLVAIN GUILLOT
104 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
GALERIE
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 105
SYLVAIN GUILLOT
106 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
GALERIE
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für Ihr Objekt geht – sprechen Sie uns gerne darauf an.
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 107
SCHATZSUCHE 2018
Das Rätsel Für die Region präsentiert von
AB 15. DEZEMBER NOCH EINMAL
1000,- EURO
ZU GEWINNEN!
DIE SCHATZSUCHE 2018 – DAS RÄTSEL DER REGION
DAS JAHRESENDRÄTSEL. Mit Unterstützung der Sparkasse Coburg –
Lichtenfels und in Zusammenarbeit mit iTVCoburg winken wieder Gutscheine
und Bargeld in Höhe von 1000 Euro. Die ersten Hinweise zu den Fragen sind
gleich ein paar Zeilen weiter unten zu finden – außerdem habt Ihr zur Lösung
ausreichend Zeit. Vergesst nicht, die kostenlose iTVCoburgApp herunterzuladen.
Dort findet Ihr nämlich immer den letzten Hinweis.
Und so geht’s 2018 – ganz einfach:
Die Schatzsuche findet jetzt noch einmal statt. Wieder neu, wieder geht es um
Preise im Wert von 1000 Euro.
Es gibt jeweils Hinweise zu den Fragen der Schatzsuche in jedem neuen
COBURGER gedruckt oder auch online unter www.coburger-magazin.de:
Dann folgt die eigentliche Schatzsuche: 7 Tage lang 7 Fragen lösen - jeweils
ab 17 Uhr unter www.coburger-magazin.de oder auf den Facebook-Seiten des
COBURGER und von iTVCoburg an allen Tagen in folgenden Schatzsuche-
Wochen: 15. bis 22. Dezember. Dann habt Ihr sieben Antworten – und mit dem
abschließenden Hinweis auf der iTVCoburgApp kommt Ihr dann auf die Lösung,
den Schlüssel zum Schatz. Eine Woche habt Ihr dafür Zeit. Die Lösung dann also
bis zum 30. Dezember 17 Uhr einfach per Mail an hegen@coburger-magazin.de
schicken.
Aus allen richtigen Mails losen wir einen Gewinner. Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen, Mitspielen könnt Ihr ab 16 Jahre. Der Veröffentlichung von
Namen und Bild, solltet Ihr gewinnen, stimmt Ihr mit der Teilnahme zu.
108 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
DAS RÄTSEL FÜR DIE REGION
Und hier die sieben Hinweise für die
sieben Fragen der fünften Schatzsuche
2018 vom 15. bis 22. Dezember. Dann
könnt Ihr Euch schon mal vorbereiten:
1 Ein Fest für Kinder.
2 Nachname ist der Name eines Urkiefervogels.
3 Nicht Tee, sondern Café.
4 Für immer versiegelte Liebe.
5 Zu Weihnachten gerne gesehen.
6 Altnordischer (Spitz)name,
geboren in Thüringen.
Und hier noch die Auflösung vom
letzten mal:
„Alles neu“ war das Lösungswort. Und gewonnen
hat dieses Mal Steffi Roos aus Ahorn. Sie freut sich
über die Preise im Gesamtwert von 1000 Euro, also
Gutscheine im Wert von 750 Euro und dazu Bargeld
in Höhe von 250 Euro. Alle Fragen, alle Antworten
von der letzten Schatzsuche auf www.coburgermagazin.de.
Mein erstes Mal
im Kongresshaus
Rosengarten?
„War vor über 60 Jahren.
Seither genieße ich die
besondere Atmosphäre.“
Ingrid Scholz
7 Jetzt Hotel, früher ...
Jetzt seid Ihr schon gut gerüstet für die
erste Frage unserer dritten Schatzsuche am
Samstag, den 15. Dezember um 17 Uhr auf
www.coburger-magazin.de oder auf den
Facebook-Seiten des COBURGER und von
iTVCoburg.
Ihr benötigt also
zum Miträtseln nur:
Jeweils den neuen COBURGER gedruckt
oder online unter www.coburger-magazin.de
alternativ einen Facebook-Zugang COBURGER oder
iTVCoburg und die kostenlose iTVCoburg App
Dann noch Freude am Rätseln und Glück.
Das war es – viel Spaß.
Unsere Sponsoren 2018 u.a.:
Kongresshaus Rosengarten.
Der Ort für besondere Momente.
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 109
IN EIGENER SACHE
IMPRESSUM
COBURGER – Das Magazin
Ausgabe 30 / Dezember 2018 & Januar 2019
Sechster Jahrgang
Auflage 4000 Stück
www.coburger-magazin.de
Verlag:
markatus | markantes marketing
Mohrenstr. 31
96450 Coburg
Telefon 0 95 61 / 973 45 00
www.markatus.de
Herausgeber und Chefredakteur:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 / 690 52 84
hegen@coburger-magazin.de
Gründungsherausgeber:
Peter Einheuser
Wolfram Hegen
Autoren dieser Ausgabe:
Benedikt Dellert
Wolfram Hegen
Wolfram Porr
Heidi Schulz-Scheidt
Chris Winter
Iris Kroon-Lottes
Anja Hampel
Gabi Arnold
Fotografen dieser Ausgabe:
Ives Alloinde
Sebastian Buff
Val Thoermer
Michael Selzer
Rainer Brabec
Sylvain Guillot
Layout/ Illustrationen:
Axel Straubinger
Lisa Obermüller
Titel-Illustration:
Zum runden Fest
Grundlayout:
Peter Einheuser
Anzeigengestaltung:
markatus | markantes marketing
Anzeigenvertrieb:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 / 690 52 84
hegen@coburger-magazin.de
Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2018
Druck:
DCT GmbH
www.dct.de
Preis:
kostenlos
Vertrieb:
über 200 Verteilstellen
in Coburg Stadt und Land
Bestellung:
Online über www.coburger-magazin.de
Preis inkl. Verpackung und Versand
innerhalb Deutschlands
5 Euro inkl. MwSt.
IN EIGENER SACHE
PREMIUM PARTNER
DANKE DANKE DANKE
Sie haben uns über das ganze Jahr begleitet oder
begleiten uns in Zukunft - das sind unsere PREMIUM-
Partner. Bei diesen bedanken wir uns dafür mit
schönen Geschichten über ihr Unternehmen, ihre
Mitarbeiter, ihre Produkte. Die Partner geben uns
und unseren Lesern dafür die Sicherheit, dass der
COBURGER das halten kann, was er verspricht: das
PREMIUM-Magazin für Coburg Stadt und Land zu
sein.
Haben Sie auch Interesse?
Weitere Infos auf der Webseite unter
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Oder schreiben Sie uns an:
hegen@coburger-magazin.de.
SCHÖNE BESCHERUNG
WEIHNACHTSGEWINNSPIEL
Geben ist seeliger denn nehmen. Das ist schon
richtig. Aber beschenkt zu werden, ist schon auch
etwas Schönes. Noch dazu, wenn es so einfach
geht wie beim COBURGER zu Weihnachten über
facebook.com/Coburger.
Wir verlosen nämlich pünktlich zum Heiligabend u.a.
Gutscheine für den Goebel-Shop in Rödental oder
für die Lieder auf Banz im Sommer auf Kloster Banz.
Und mal schauen, ob es noch weitere Preise gibt.
Wer mitmachen möchte, einfach am Heiligabend auf
unsere Facebookseite schauen, den entsprechenden
Post kommentieren und dann ein bisschen Glück
haben.
Und das sind bisher unsere
PREMIUM-KUNDEN 2018:
Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler
Autohaus Willy Ernst
Baugesellschaft Otto Hauch
Bätzoldt oHG
Bodystreet Coburg Heiligkreuz
Broadway Body GmbH
Buchhandlung Riemann
Ciderhof
Citroen Grosch
Coburg Stadt und Land aktiv
Engel & Völkers
Frische-Center Wagner
Friseur Julia Göring Intercoiffure
Hörgeräte Geuter
IHK zu Coburg
Intersport Wohlleben
iTVCoburg
Kongresshaus Rosengarten
Landestheater Coburg
Lasco Umformtechnik
Optik Müller
ROB – Roberto Bauer Herrenmoden
Schumacher Packaging
Sparkasse Coburg – Lichtenfels
Sportland Coburg
Studio Freese
SÜC
süc//dacor
Thomas Bittorf tb.legal
Tourismus & Stadtmarketing
Citymanagement Coburg
Veranstaltungsservice Bamberg
Vitadrom
Von Poll Immobilien
VR-Bank Coburg
110 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
IN EIGENER SACHE
COBURGER ABO ALS GESCHENK
30 EURO COBURG
Noch keine Idee? Nur noch ein paar Tage bis Weihnachten? Dann kommen
Söhne, Töchter, Mamas, Papas, Freunde und Freundinnen in ihre Heimatstadt
Coburg, wenigstens für ein paar Tage, und man möchte ihnen gerne
ein Stück Coburg schenken. Aber was? Wie wäre es da mit einem ABO des
COBURGER?
Also am besten zu Weihnachten ein Jahresabo für den COBURGER im
Wert von 30 Euro für sechs Ausgaben schenken: Gleich reinklicken auf
www.coburger-magazin.de/abo. Und wenn man ganz schnell ist, liegt sogar
schon die Weihnachtsausgabe 2018 unter dem Baum. So kommt Coburg zu allen
Coburgern, auch wenn die nicht mehr in Coburg leben. Ein echt heimatverbundene
Geschenkidee.
HOBBYFOTOGRAFEN GESUCHT
PRINZ ALBERT INS BILD SETZEN
Im Jahr 2019 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag des berühmtesten
Sohnes der Stadt, Prinz Albert. Der COBURGER begleitet dieses besondere
Jahr mit einigen Geschichten über das Leben von Albert. Dafür sind wir auf
der Suche nach originellen, nach kreativen, nach ungewöhnlichen Bildideen.
Das Prinz Albert Denkmal mal anders fotografiert? Prinz Albert wie er heute
aussehen würde? Prinz Albert mit seiner großen Liebe Queen Victoria? Was auch
immer, wir freuen uns auf viele Einsendungen unter hegen@coburger-magazin.de.
Die besten Bilder werden veröffentlicht.
www.hoernlein-feyler.de
Kasernenstraße 14 • 96450 Coburg
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Wir setzen auf Spezialisierung.
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ISO 9001:2008 zertifiziert für
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AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 111
MONACO FRANKE
DER MONACO FRANKE
Alle reden über den Klimawandel, nur der Monaco nicht. Bisher jedenfalls nicht.
War doch bislang alles ziemlich weit weg. Die Gefahr, dass der Staffelberg in
absehbarer Zeit überflutet werden könnte, war und ist doch eher gering. Und
gegen eine um zwei Grad höhere Durchschnittstemperatur kann ja niemand
ernsthaft etwas haben, der in den letzten Jahren so manchen Augustabend
bibbernd mit Wolldecke auf der Terrasse oder im Garten zugebracht hat und
der im Sommer gerne draußen ist, oder? Armageddon kannte der Franke bisher
allenfalls aus dem Kino. Doch das ist jetzt vorbei! Denn ein Katastrophenszenario
als eine Folge des Klimawandels wird auch unsere Breiten und damit alle Franken
bis ins Mark erschüttern!
Ja, wos soll des etzad saa? Coburg wird mecklenburgische Enklave als Ausgleich
dafür, dass sich die Ostsee immer mehr Land zurückholt? Landesweites
Schafkopfverbot, weil durch das heftige Auf-den-Tisch-Klopfen beim Stechen
und Schmieren vor der holländischen Küste Tsunamis ausgelöst werden?
Wos geht des also uns an, Kreizdeifl?! Bisher haben wir geglaubt, der Kampf
gegen den Klimawandel sei wichtig, weil durch die Erderwärmung die
Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt und weil es als Folge der
erhöhten Wassertemperaturen zu mehr Unwettern, Wirbelstürmen und
Tornados kommen wird. Bisher haben wir geglaubt, dass Holland, Venedig und
Bangladesch irgendwann absaufen und dass die süßen, kleinen Eisbärenbabys in
der Arktis kraftlos zurückbleiben und verhungern könnten, weil das Eis bricht
und sie beim Schwimmen so viel Energie verlieren. Was uns aber bisher niemand
gesagt hat - und jetzt kommt’s: Bier wird teurer!
die Zutaten seien in den letzten Jahren teurer geworden. Auch Lohn-, Energieund
Transportkosten seien immer weiter gestiegen, nur hätten viele Brauereien
das nicht auf den Preis umgelegt: „Die Brauer haben lange viel geschluckt“, wird
Geschäftsführer Walter König zitiert. Des glabbd der Monaco freilich aufs Wort!
Erfrischend realistisch sieht die Sache der Leiter der Studie, Steven Davis.
Denn er sagt: "Die Welt sieht zahlreichen, lebensbedrohlichen Auswirkungen
des Klimawandels entgegen; etwas mehr Geld für Bier ausgeben zu müssen,
erscheint angesichts dessen vielleicht trivial. Aber es gibt definitiv eine
interkulturelle Anziehungskraft von Bier, und am Ende eines zunehmend
gewöhnlich heißen Tages kein kühles Bier zu bekommen, würde das Ganze noch
schlimmer machen."
Recht hat der Mann! Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass immer mehr
kleinere fränkische Brauereien und Gastwirtschaften schließen, dass die EU
unsere schönen traditionellen Krüüchla verbietet, weil man den Eichstrich nicht
sehen kann, und man auch bei uns immer öfters eine oberbayerische Plörre, oder
noch schlimmer: ein Pils in der Tulpe serviert bekommt, wenn man eigentlich nur
„a Seidla“ will. Ich finde ja, eine schöne Aufgabe für unseren Heimatminister, da
mal was für seine Landsleute zu tun. Auch wenn das inzwischen ein Oberpfälzer
und kein Franke mehr ist und es in der bayerischen Politik auch gerade zu einem
„Klimawandel“ gekommen ist. Das ist aber ein wieder ein anderes Thema.
Schätzla, schau wie iech schau!
Für den COBURGER von Wolfram Porr
Ja, Himmelherrgottdunnerwedder nuchamol. Des kann ja wohl ned saa! Wieso
soll ich für mei Seidla plötzlich mehra bezohln, nur weil’s draußen wärmer is!?
Und überhaupt: Hod’s ned im Sommer erst g’haaßen, dass die Brauer über neue
Rekordumsätze jubeln, weil die Leit bei dera Hitz‘ viel mehr Durschd g’habt ham
als sonst? Das erste Halbjahr 2018 war laut Bayerischem Brauerbund tatsächlich
das beste seit 25 Jahren, weil’s schon im April so warm war, dass die Biergärten
voll waren und der Gerstensaft nur so floss. Und im zweiten Halbjahr mit dem
heißen Juli und August und dem milden Herbst ging es ganz sicher so weiter. Des
Bier müsst‘ also doch günstiger wer’n, Herrschaft!
Stimmt alles. Trotzdem ist es wie es ist. Und die Erklärung liefert eine neue
Studie der University of California in Irvine/USA: Steigende Temperaturen, so
heißt es da, sorgen für Dürre, steigende Meeresspiegel und höhere Bierpreise.
Ja, Himmel, Arsch und Zwirn! Ich versteh’s nuch ned! Also: Durch anhaltende
Dürre, wie auch wir sie in diesem Sommer erlebt haben, komme es zu erheblichen
Ernteausfällen. In manchen Jahren würde weltweit bis zu 17 Prozent weniger
Gerste wachsen. Und aus Gerste, Hopfen, Malz und Wasser wird bekanntlich
unser Bier gebraut. Das Bier werde deshalb langfristig doppelt, in manchen
Regionen sogar viermal so teuer.
Braugerste ist aufgrund der schwachen Ernte momentan rund 60 Prozent teurer
als noch vor einem Jahr. Aber deswegen soll ein Kasten Bier durchschnittlich bald
ein Euro teurer werden? Da geht es für die Brauer im Einkauf doch maximal um
Centbeträge! Richtig, allerdings ist das auch nicht der einzige Grund für die zu
erwartende Preiserhöhung. Der Bayerische Brauerbund erklärt dazu: Nicht nur
112 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
AUF EIN WORT
In jedem
COBURGER laden wir
an dieser Stelle Coburger
oder Nicht-Coburger
ein, ihre Meinung
zu sagen.
WAS ALSO BLEIBT VON DIESEM JAHR 2018?
Von Yves Alloinde
Ein heißer mitteleuropäischer Sommer, Sonne satt, Biergarten, Fahrradfahren, Freibad, Strand, Garten,
Balkon, Terrasse? Das gute Gefühl, zur Grillparty einladen zu können, ohne Angst vor Regen haben zu müssen?
Ja, echt blöd, dass der Klimawandel auf diese Weise richtig Spaß zu machen beginnt. Blöd, dass die Dürre auf
Wiesen und Äckern so richtig auch nicht wehtut, die Regale in den Supermärkten sind ja voll wie immer. Blöd,
dass das Wetter sogar Geld spart: Kein Futter für die Tiere im Winter? Dann also schnell schlachten. Fleisch
wird billiger. Gut für die Grillparty.
Ein paar dickeierige Machos weltweit, ob in den USA, Russland, Türkei, China, Nordkorea oder Brasilien, auch
in Ungarn oder Italien? Politische Alleinunterhalter, die mit schlechtem Gesang und schrägen Klängen die Masse
zum Jubeln bringen und alternative Wege der Unterhaltung eines Volkes damit salonfähig machen? Echt blöd,
dass deren Länder entweder weit weg sind, oder in Italien halt trotzdem immer die Sonne scheint, und wenn
nicht, zumindest Wein und Spaghetti besser schmecken als hierzulande. Echt blöd also, dass Volksverhetzer
uns in unserem Wohlstand nicht so richtig wehtun. Korrigiere: Noch nicht.
Ein deutscher Fußball, der in Dominanz immer noch den Schlüssel zum Erfolg sieht, der Schnelligkeit und
Kreativität aber schon längst gegen Bräsigkeit und Einfalt eingetauscht hat? Echt blöd, dass es Deutschland
auch nach dem Fiasko bei der zum Erfolgsindikator taugenden WM noch immer richtig gut geht, als dass man
die Fehlleistung von ein paar Kickern als symbolisch für die Zukunft des ganzen Landes werten könnte. Wird
schon wieder, wird man sagen.
Und war bleibt im Coburger Land von 2018 übrig?
Ein Übergangstheater Globe mit dem Zeug für eine Dauerlösung? Blöd nur, dass es so etwas wie ein historisches
Erbe gibt, das es zu erhalten gilt, auch wenn das nicht unbedingt einen Preis rechtfertigt, der neun Stellen
umfasst.
Ein kollabierender Verkehrskreislauf, weil wichtige Schlagadern Coburgs durch Baustellen blockiert werden?
Blöd nur, dass eine funktionierende Infrastruktur das erfordert. Aber alle Straßen gleichzeitig?
Ein ICE, erfolgreicher als angenommen, ein Landrat im Landtag, eine Stadt kurz vor dem Kommunalwahlkampf?
Alles verrückt, alles ver-rückt? Nein, alles ganz normal.
Normalität ist nur ein Mittelwert zwischen den Extremen.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 113
Coburger | Das Magazin
erscheint wieder am 14. Februar 2019
Anzeigenschluss ist
der 02. Februar 2019.
2019 jährt sich zum 30. Mal der Fall der Mauer.
Also sind dieses Mal Witze über die DDR das Letzte.
Ein DDR-Bürger beschwert sich bei der Post:
„Warum will man mir mein Telefon wegnehmen?
„Sie haben die Staatssicherheit verleumdet.“ „Wieso
denn?“ „Sie haben in Telefongesprächen behauptet,
die Staatssicherheit höre ihr Telefon ab.“
Wie verdoppelt man den Wert von einem Trabbi?
Volltanken.
„Was ist das: Es hat 80 Zähne und 4 Beine? Ein
Krokodil! Und was ist das: Es hat 8 Zähne und 52
Beine? – Das SED-Politbüro!“
Warum gab es in der DDR keine Banküberfälle?
Weil man auf den Fluchtwagen zwölf Jahre warten
musste.
„Kennen Sie den? Erich Honecker geht mit einem
Strick in den Wald?“ „Nein, aber er fängt schon mal
gut an.“
Warum war in der DDR das Toilettenpapier so hart?
Damit auch der letzte Arsch rot wird.
Treffen sich zwei DDR-Bürger. „Na, wie geht’s Dir?“
„Naja, hält sich so in Grenzen.“
Was war in der DDR die Lieblingssportart?
Bobfahren! Links eine Mauer, rechts eine Mauer und
dazwischen geht es immer bergab.
114 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019
AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019 COBURGER | DAS MAGAZIN 115
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116 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 30 / DEZEMBER 2018 & JANUAR 2019