COBURGER – Das Magazin #29
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Nr. 29 | Oktober 2018
Magazin für Gesellschaft. Lifestyle. Politik.
Zum Mitnehmen
Oudenaarde: Coburgs Partnerstadt ist immer eine
Reise wert. Mehr auf Seite 78. Foto: Rainer Brabec
2 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 3
INHALT
AUSGABE 29 | OKTOBER 2018
8 DREIGESTIRN
10 STADTGESPRÄCH
12 DER HOFBERICHT
88 BUCHEMPFEHLUNG
89 THEATERVORSCHAU
100 SCHATZSUCHE
102 IN EIGENER SACHE
104 MONACO FRANKE
105 AUF EIN WORT
106 DAS LETZTE
FRANK WUNDERATSCH
CHRIS WINTER
VERSCHIEDENE KÜNSTLER
VERSCHIEDENE AUTOREN
WOLFRAM PORR
JULIA GRAHN
WOLFRAM HEGEN
SEBASTIAN BUFF
WOLFRAM HEGEN
VAL THOERMER
WOLFRAM HEGEN
ILKA ROSEMEIER
HEIDI SCHULZ-SCHEIDT
SEBASTIAN BUFF
12 HOFBERICHT
Das OktOPAfest in Coburg
16
20
30
33
PFUSCH AM BAU
Alptraum statt Traumhaus
ALLES SO SCHÖN BUNT HIER
Bilderstrecke Coburg im Herbst
SONDERTHEMA UMWELT
Sind wir nicht auch Teil?
SCHEIN UND SEIN UND SELBSTBETRUG
Umwelt und Doppelmoral
36 TEMPOWECHSEL
Über die Verstädterung der Lebensumwelt
44 MACHER
Dieses Mal Steffen Tetzlaff
46
54
68
80
MIT DRUCK UMGEHEN LERNEN
Das Lebenswerk von Peter Pratsch
DER UMDENKER
Thomas Bittorf im Gespräch
SCHÖNE DINGE
Wie Umgebung auf uns wirkt
HIER WOHNTE …
… der Schinkenbaron
4 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
Seite 80
Hier wohnte … der Schinkenbaron
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 5
EDITORIAL
EDITORIAL
WOLFRAM HEGEN
Die Schilddrüse machte es nötig, ein paar Tage Aufenthalt im Klinikum Coburg, mitten in
diesem an heißen Tagen nicht gerade armen Sommer 2018, der gefühlt so lange andauerte,
dass – scherzhaft gesagt – wohl nur die Älteren unter uns sich noch an seine Anfänge
werden erinnern können, und der ob seiner Temperaturen auch die Tage und Nächte im
Krankenhausbett – trotz weit geöffneter Fenster und Türen in allen Gängen und Fluren –
zu einem Saunaaufenthalt machte, so dass an Schlaf kaum zu denken, dafür aber viel Zeit
zum Nachdenken war.
Grübeln also über das Leben an sich, Beruf und Berufung, Familie und Freunde, sowie natürlich über die großen
gesellschaftlichen Themen, von denen es gefühlt nur noch eines gibt. Wir wollen es hier nicht erwähnen.
Es ist ja - zwar nicht nur, aber auch - deswegen das große Thema, weil die paar Wenigen wollen, dass es das
große Thema ist. Und das schaffen sie auch mit ihren gezielten Provokationen. So sehen sich die sehr vielen
Mehr zu dauerhafter Reaktion und Entrüstung gezwungen. Verständlich. Auf diese Weise aber schafft es das
Thema auf Platz 1. Da aber gehört es nicht hin, das zeigt ein Blick auf die Faktenlage. Das soll nicht heißen, dass
es nicht klarer öffentlich kommunizierter Positionen und Haltungen bedarf, um grundsätzliche Werte zu verteidigen,
und, wenn es zu heftig wird, auch juristischer Möglichkeiten, wohl aber, dass man – Entschuldigung
- nicht in jeden Scheißhaufen treten sollte, vor allem, wenn andere ihn mutwillig hinterlassen. Davon bekommt
man nur schmutzige Schuhe, regt sich wahnsinnig auf und ist immerzu am Putzen. Schade um die Zeit.
Es gibt nämlich wirklich Wichtigeres. Die Umwelt zum Beispiel. Sie (über-)lebenswert zu erhalten ist Egoismus,
Nächstenliebe und Innovation zugleich. Unser Sonderthema Umwelt also stellt sich die rhetorische
Frage: „Sind wir nicht auch Teil?“ - und Ihnen zum Einstieg auch gleich ein paar Fragen, die wir uns aus einer
umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit entliehen haben und die zum Nachdenken taugen. Wir beantworten
zudem die Frage, warum wir uns denn mit dem „Umweltschützen“ so schwertun. Klar: Des Menschen Wesen
ist halt auch seine Beschränktheit, die als Erklärungsmuster für das eigentlich (eigentlich ist eigentlich ein Unwort,
geht aber hier nicht anders) Unerklärliche dienen kann, aber bitte nicht als Entschuldigung dienen soll.
Und weil die Umwelt zu schützen ja nur Sinn macht, weil wir doch zumindest fast alle am Leben hängen, muss
es doch auch viel Schönes, Spannendes, Liebenswertes auf dieser Welt geben … und das gibt es auch … und in
Coburg sowieso.
Deswegen erzählen wir viele Geschichten von Menschen aus der Region, wie von unserem Macher in diesem
COBURGER, Steffen Tetzlaff, wie über das Auf und Ab und Auf im Leben von Peter Pratsch, wie über das
Miteinander von Generationen bei den Bätzoldts, wie über die Kehrtwende im Leben von Thomas Bittorf. Wir
zeigen, wie bunt Coburg vor allem im Herbst ist, welche architektonische Pracht sich hinter einem Bretterzaun
am Ernstplatz verbirgt, und wir zeigen in Bildern, warum Anfang Oktober auf dem Schlossplatz der Schweiß in
solchen Strömen lief, dass die Itz Tränen der Rührung vergossen hätte, wenn sie nicht so ausgedörrt gewesen
wäre.
Es war halt ein heißer Sommer. Ein langer heißer Sommer. Unsere Prognose für 2018: Wärmer wirds nimmer.
So, jetzt sind Sie dran.
Wolfram Hegen
P.S. Diesmal nix, ist alles gesagt
P.P.S. Wie gesagt, alles gesagt
6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
INHALT
16
PFUSCH AM BAU
Alptraum statt Traumhaus
58
HARAKIRI AM BERG
Die steilsten Pisten in den Alpen
86
MARKTBERICHT
Begehrte Immobilien
30
SONDERTHEMA UMWELT
Sind wir nicht auch ein Teil?
Mohamed Mokhtar
Mein Name ist Mohamed Mokhtar und
ich komme aus Coburg.
Seit Juli 2018 bin ich bei Bodystreet
Coburg Heiligkreuz als neuer Bodystreet
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78
OUDENAARDE
Immer eine Reise wert
96
GALERIE
Lutz Naumann
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 7
DREIGESTIRN
DREIGESTIRN
Es streut der Wind mit voller Hand / von Bäumen Blättergold empor.
Das dürre Laub schwirrt durch die Luft / wie Fledermäus` aus Gräbertor.
Das Totenlied der Schöpfung spielt / der Herbstwind auf genicktem Rohr.
Auszüge aus einem Gedicht von Friedrich Rückert
Kunstvoll gedrechselt kocht der Wahl-Coburger und Welt-Lyriker Friedrich
Rückert das dem Herbst innewohnende Abschiednehmen, Absterben und
Auseinandergehen ein, melancholieduftend, sehnsuchtsleer. Die Sommerhitze
verglüht, die Nacht dunkelt, das Getöse verstummt. Freudloser Herbst?
Mitnichten. Farben tönen, Winde leuchten, Düfte pusten, das Jahr bäumt sich
auf, raubt sich seiner letzten Kräfte, bevor es im Winterschlaf zu neuem Leben
erwachen wird. Also halten wir es doch mit Friedrich Rückert, ernten wir im
Herbst die Früchte des Jahres, wohlan, feiert und seid fröhlich, bei einem unserer
3 besonderen Tipps für die nächsten Wochen oder wo auch immer:
O sieh des Jahrs Verwüstung an / und hole frischen Wein hervor!
Du trink, und seufz‘ im Winter nicht; / denn auch im Frühling seufzt ein Tor.
JAZZ AUS TAUSENDUNDEINER NACHT
DAS MARIE SÉFÉRIAN QUARTETT
Charmant lässt Marie Séférian ihre Stimme jubilieren, wie man es lange nicht
mehr so überzeugend im deutschen Jazz hören konnte. Das aktuelle Album des
Quartetts um Sängerin Marie Séférian „Mille Nuits“ behandelt ausschließlich in
Versform gebrachte Märchen, die im musikalischen Gewand präsentiert werden.
So entstehen u.a. musikalische Erzählungen wie „Schéhérazade“ oder auch „Aladins
Wunderlampe“. Marie Séférian verfügt über ein breites Ausdrucksspektrum,
das sich aus unterschiedlichsten Erfahrungen speist: Eine gebürtige Münsteranerin,
die deutsch-französische Wurzeln hat, sich in dem libanesischen Mikrokosmos
ihrer Großeltern Zuhause fühlt und Berlin zu ihrer Wahlheimat gemacht hat.
Niko Meinhold, Tim Kleinsorge und Javier Reyes schaffen einen farbenreichen
Klangteppich aus Gesang und Instrumenten, dem Marie Séférian bravourös neue
Konturen verleiht.
KALIFORNISCHER BLUES-ROCK
ANDY FRASCO & THE U.N. IN COBURG
Das darf man und frau nicht verpassen. Andy Frasco & The U.N. meets Coburg.
Was für eine Ehre. Möglich macht es die Sonderbar am Nikolausabend. Die
kalifornische Blues-Rock-Band rund um den charismatischen Keyboarder und
Sänger aus Kalifornien ist für ihre energiegeladenen Shows geradezu berüchtigt.
Und die entfalten ihre unglaubliche Kraft in kleinen Clubs natürlich ganz
besonders. Also nix wie hin zum Exklusiv-Konzert der verrückten Kalifornier.
Wann Wo Wie:
Freitag, 26. Oktober 20 Uhr, Leise am Markt
Karten unter 09561/ 90856 oder online unter www.leise-am-markt.de
Wann Wo Wie:
Donnerstag, 6. Dezember 2018 um 21 Uhr in der Sonderbar.
Tickets im Vorverkauf 16 Euro.
8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
HANDBALL SEIT 2000
DREIGESTIRN
URAUFFÜHRUNG
HERBSTKONZERT DES COBURGER BACHCHORES
Es wird ein ganz besonderer Nachmittag am 25. November in St. Moriz in
Coburg. Dann nämlich steht eine echte Uraufführung auf dem Programm des
Herbstkonzertes des Coburger Bachchores: Marcus M. Reißenbergers MEM 29
Psalm 130. Er selbst sagt darüber: „Die Komposition basiert auf dem Psalm 130 in
der Übersetzung von Martin Luther. Musikalisch ist das Werk sehr stark inspiriert
einerseits von der strengen Vokalpolyphonie der niederländischen Renaissance,
anderseits spielen auch impressionistische Klangflächenstrukturen eine nicht
unerhebliche Rolle.“ Dafür interessiert sich auch der Bayerische Rundfunk, der
die Uraufführung aufzeichnen wird. Davor aber steht ein traditionelles Werk auf
dem Programm - die Messe C-Dur op. 86 von Ludwig van Beethoven, von der
wiederum der Meister selbst sagt: „Von meiner Messe wie überhaupt von mir selbst
sage ich nicht gerne etwas, jedoch glaube ich, dass ich den Text behandelt habe, wie
er noch wenig behandelt worden.“ Neben dem Bachchor singen und musizieren
an diesem Nachmittag Anna Gütter, Stefanie Ernst, Milen Bozhkov und Michael
Lion, sowie das Philharmonische Orchester des Coburger Landestheaters unter
der Leitung von Peter Stenglein.
Spitzensport in Coburg
Die Heimspiele in der HUK-COBURG arena:
1 REGION. 1 ZIEL. H
GEME1NSAM
C.
HSC
COBURG
Wann Wo Wie:
Am Sonntag, den 25. November 2018 um 16 Uhr in der Kirche St. Moriz.
Karten 5 bis 29 Euro.
Weitere Ideen, Anregungen und Termine für Melancholiker, Herbstzeitlose,
Einsame, Gemeinsame, Gelangweilte, Interessierte und sonstige Nicht-
Stubenhocker:
▶ iTVCoburgApp, kostenlos zum Download
▶ coburg.de/veranstaltungen
▶ www.facebook.com/Sonderbar.Coburg/
▶ landestheater-coburg.de
▶ coburg-kongress.de/de/besucher/veranstaltungskalender
▶ leise-am-markt.de
▶ gocoburg.de/veranstaltungen
▶ huk-coburg-arena.de/veranstaltungen.html
▶ agentur-streckenbach.de/alleveranstaltungen
▶ konzertagentur-friedrich.de/veranstaltungen-konzertagentur
▶ vsbamberg.de/events.cfm
Ich sinnlose so vor mich hin – habt Freude dabei.
HSC 2000 Coburg vs. TUSEM Essen
20. Oktober 2018
Anwurf: 19:30 Uhr
HSC 2000 Coburg vs. TV Großwallstadt
09. November 2018
Anwurf: 20:00 Uhr
HSC 2000 Coburg vs. Handball Sport Verein Hamburg
17. November 2018
Anwurf: 19:30 Uhr
HSC 2000 Coburg vs. TuS Ferndorf
01. Dezember 2018
Anwurf: 19:30 Uhr
www.hsc2000.de
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 9
STADTGESPRÄCH
STADTGESPRÄCH...
BILDERDIEBSTAHL
Der Coburger Weihnachtsmarkt ist beliebt. Alljährlich drängen sich (in diesem Jahr
ab dem 30. November) Zehntausende in der kleinen romantischen Budenstadt,
wärmen sich mit lichterglänzenden Augen an dampfenden Glühweintassen. Für
die Coburger selbst ist es die fünfte Jahreszeit, für Exil-Coburger willkommene
Gelegenheit zum Heimatbesuch, für viele Gäste und Touristen mehr als
ein Geheimtipp. Vor allem, seit die Bilder vom weihnachtlichen Coburger
Marktplatz durch soziale Medien in alle Welt getragen - und dabei auch immer
mal wieder zweckentfremdet werden. So wie kürzlich auf dem Portal „Inside
Karlsruhe“, das den Usern als besonderen Tipp einen Besuch auf dem Straßburger
Weihnachtsmarkt empfahl:
„Der Straßburger Weihnachtsmarkt … wahrscheinlich der beste Weihnachtsmarkt bei
uns im Umkreis! Wir freuen uns jetzt schon auf die gemütlichste Zeit im Jahr mit genug
Glühwein, Langos und jede Menge anderer Leckereien.“
Sicherlich ist der Straßburger Weihnachtsmarkt eine Reise wert, allerdings prangte
neben dem Hinweis ein Bild des Coburger Weihnachtsmarktes! Ein Skandal, der
in Coburg nicht unbeobachtet bliebt und in den sozialen Medien eifrig diskutiert
wurde … allerdings nur ein paar Tage, dann war das falsche Bild ausgetauscht.
Besucher aus Karlsruhe oder auch Straßburg sind aber natürlich auch in Coburg
herzlich Willkommen.
SCHNITTCHEN
Coburgs Haarkünstler sind deutschlandweit ganz vorne dran: Der sogenannte
„Calligraphy Cut“, der in der Region exklusiv von Friseur Julia Göring Intercoiffure
angeboten wird, sorgte jetzt in der VOX-Show „Die Höhe der Löwen“ für
Aufsehen. Erfinder Frank Bormann konnte sich vor Angeboten aller vier „Löwen“
(Frank Thelen, Judith Williams, Dagmar Wöhrl und Herr Carsten M.) kaum retten.
Der Calligraphy Cut ist eine neue Schneidetechnik für Haare. Seit April 2011
werden ausgewählte Premium−Salons in Deutschland mit dem neuen Calligraphy
Cut−Service geschult.
Und das Studio Freese ist im November offizieller Beautypartner des
Bundespresseball im Hotel Adlon in Berlin. Schon im letzten Jahr hat das Team
rund um Torsten Freese bei diesem bedeutendsten gesellschaftlichen Event in der
Hauptstadt Stars und Sternchen betreut (und der COBURGER durfte mit dabei
sein, die Geschichte dazu gab es in der Ausgabe 24 im Dezember 2017). Das also
hat so gut funktioniert, dass Coburg auch in diesem Jahr wieder Berlin die Haare
schön macht. Kompliment und gutes Gelingen!
TRANSFER ZU ITVCOBURG
Der Lautertaler Andreas Leopold Schadt, bekannt unter anderem als Kommissar
Sebastian Fleischer aus dem Franken-Tatort, aus „Dahoam is dahoam“ und aus
der mit dem Grimmepreis ausgezeichneten Serie „5 vor 12“, ist seit Oktober bei
iTVCoburg angestellt. Der Coburger TV-Sender, ein Geschäftsbereich der süc//
dacor GmbH, sicherte sich die Dienste des gebürtigen Hofers zunächst für ein
Jahr. Schadt wird dort vor allem neue TV-Formate konzipieren und moderieren.
10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
STADTGESPRÄCH
WURMFORTSATZ
Hurra, Hurra, der Regenwurm ist wieder da. Eine erste kurze Schlechtwetterperiode
im September nämlich ließ die ersten „Wenigborster“ (zu dieser Ordnung
gehören Regenwürmer) wieder aus dem Boden des Dr. Stocke-Stadions an der
Wiesenstraße herausspitzen. Im letzten Jahr hatten die Tierchen unzählige Erdhäufchen
auf dem Sportplatz hinterlassen. Die Ursache neben einem feuchten
Sommer 2017 ist die Drainage der Dr. Stocke-Anlage. Ob auch in diesem Herbst
„der Wurm drin ist“ im Coburger Fußball, bleibt abzuwarten.
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 11
DER HOFBERICHT
FOTOS: FRANK WUNDERATSCH
Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg
sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist
sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen
Prinzen und einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne
HOFBERICHT
kleine und große Partys. Wir vom COBURGER natürlich auch. Wenn wir
eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen
wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal vom OktOPAfest auf
dem Schlossplatz in Coburg.
12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
DER HOFBERICHT
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JETZT TERMIN VEREINBAREN
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 13
DER HOFBERICHT
14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
DER HOFBERICHT
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 15
PFUSCH AM BAU
Dann lieber Profis …
Alptraum statt Traumhaus
16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
ALPTRAUM STATT TRAUMHAUS
VON CHRIS WINTER
Das Richtfest für das schmucke Eigenheim liegt schon lange zurück.
Der Innenausbau ist in den vergangenen Wochen und Monaten fortgeschritten
und endlich der langersehnte Tag: Der Einzug ins neue
Heim. Doch die Freude der Familie Müller (Name von der Redaktion
geändert) über die „eigenen vier Wände“ erfährt be trächtliche
Dämpfer. Manches Ge werk des Hauses war mit zu großer Lässig keit
aus geführt worden. So wunderte sich die Familie an fangs, warum
Freun de und Verwandte das Mobil telefon benutz ten, um mitzu
teilen, „wir stehen vor der Tür“. Die Ur sache war
schnell gefunden: Die Haus klingel funktionierte
nicht. Sie war nicht nur nicht angeschlossen,
sondern konnte aufgrund einer falsch verlegten
Stromleitung gar nicht funktionieren.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 17
Kettenreaktionen
PFUSCH AM BAU
Laut dem Eigentümerverband Haus & Grund in Berlin weisen etwa 99
Prozent aller Neubauten bauliche Mängel auf. Die Folge sind jede Menge
Ärger und lange Rechtsstreitigkeiten über Ursachen und Verantwortung.
In manchen Fällen ist eine Behebung der Schäden und Mängel technisch
gar nicht möglich, etwa wenn eine tragende Stahlbetonwand auf Grund
mangelhafter Schalung schief geworden ist. Je später der Mangel
entdeckt wird, desto unangenehmer die Situation. Denn dann beginnt
eine Kettenreaktion: Ist etwa der Estrich noch nicht trocken und das
nächste Gewerk verlegt das neue Parkett, ist der Bauschaden schon
vorprogrammiert. Nun muss – nachdem der Mangel festgestellt wurde – das
Parkett wieder raus, der Estrich austrocknen und ein neuer Boden verlegt
werden. Das verzögert wiederum den weiteren Ausbau. Am schlimmsten
sind Bauschäden, die erst nach der Bauabnahme oder erst nach Jahren
erkennbar werden, etwa durch eine undichte Dacheindeckung. Die
Beseitigung ist dann relativ teuer, da meist schon ganze Bauteile großflächig
beschädigt und dazu nicht mehr so einfach zugänglich sind. Außerdem sind
die Gewährleistungsfristen im schlimmsten Fall schon abgelaufen oder die
entsprechende Baufirma existiert bereits gar nicht mehr.
Schwarze Schafe sorgen für den Ärger
"Viele Probleme mit Mängeln (und spätere Auseinandersetzungen)
an Neubauten sind darauf zurückzuführen, dass viele Bauherren heute
keinen eigenen Architekten mehr beauftragen", sagt Kai Warnecke vom
Eigentümerverband. Nur ein Prozent der Bauvorhaben werde noch
klassisch mit Planung und Baubegleitung durch einen Architekten realisiert.
Die überwiegende Zahl der Handwerker macht einen guten Job. hingegen
sorgen die schwarzen Schafe in der Zunft mit abenteuerlichen und nahezu
grotesken Konstruktionen und Einbauten für mediale Aufmerksamkeit.
Eine Toilette in einem Altbau zeigte sich als schmaler, einige Schritte
langer Schlauch. Am Ende an der Schmalseite war die Toilette installiert.
Nach der Sanierung befand sich die Toilettenschlüssel um 90 Grad versetzt
an einer Seitenwand und war umständlich und in dem schmalen Raum nur
mit allerlei Verrenkungen zu erreichen. Was vorher möglich war, „ist jetzt
nicht anders machbar gewesen“, so der Handwerker zu der unglaublichen
Modifikation. Die Wohnungsinhaberin hatte die Rechnung schon bezahlt
und der Rückbau zu einer vernünftigen Lösung gestaltete sich langwierig
und nervenaufreibend. Ganz abgesehen, dass die Toilette für einige Zeit
wieder eine Baustelle und damit nicht zu benutzen war.
Die
1
2
3
4
5
6
7
Top Ten
der Baumängel
Das Mauerwerk oder der Putz haben Risse
Aktuelle Baustoffe wie Mörtel oder Putz sind hochkomplex und bedürfen
einer Verarbeitung exakt nach Vorgabe. Oft wird hier geschlampt oder es
werden Baustoffe kombiniert, die nicht zusammenpassen. Auch einfache
handwerkliche Fehler treten auf. Die Folge sind oft Risse in Putz und
Mauerwerk.
Die Fensterlaibungen sind durchfeuchtet
Die Anschlussdetails zwischen Putz und Fenster werden nicht sorgfältig
genug ausgeführt. Folge: Regen und Wind können eindringen, was sich
früher oder später in Wasserschäden an der Fensterlaibung niederschlägt.
Die Dampfsperre ist undicht
Eine Dampfsperre soll die hinter ihr liegenden Bauteile vor Feuchtigkeit in
der Luft schützen. Lecks können hier dramatische Folgen haben: Kühlt die
Luft ab, gibt sie Feuchtigkeit, zum Beispiel an die Dämmung, ab – und die
wird dadurch zerstört.
Die Bodeneinschubtreppe wurde falsch montiert
Beim Einbau der Bodeneinschubtreppe – also einer einklappbaren Treppe
zum Dachboden – werden bisweilen die Anschlüsse an die Dampfbremse
unsachgerecht ausgeführt. Dadurch kann Feuchtigkeit in die Bauteile
gelangen. Folge: Schlechterer Wärmeschutz oder gar Schimmelbefall.
Der Spitzboden wurde nicht entlüftet
Der Spitzboden sollte nach Ende der Bauarbeiten ausreichend gelüftet
werden, da er dann noch viel Feuchtigkeit enthält. Geschieht das nicht,
drohen Tauwasserschäden und Schimmelbefall.
Der Keller ist undicht
Ein undichter Keller kann viele Ursachen haben: Planungs- oder
Materialfehler oder einfach eine unsachgemäße Ausführung. Kostspielig
ist es allemal, solche Baumängel zu beheben. Fünfstellige Summen sind die
Regel.
Risse im Holz
Risse in tragenden Holzteilen sehen nicht nur schlecht aus, sondern
können auch ein Sicherheitsrisiko sein, da sie die Stabilität eines Bauteils
beeinträchtigen. Ursache ist meist, dass Holz verbaut wurde, das nicht
genug trocknen konnte: Durch den Schwund beim Trocknen entstehen die
Risse.
Flüchtigkeitsfehler
Für Ärger und Verdruss sorgen in vielen Fällen Abflüsse, die an der falschen
Stelle eingebaut wurden oder gar samt und sonders komplett verquere
Installationen. Beispielsweise, wenn sich das Waschbecken über der
Badewanne befindet. Ein Fehler, der eigentlich augenfällig und schon beim
Blick auf die Bauzeichnung klar werden sollte. Davon und anderem Murks
existieren viele Aufnahmen im Internet. Beim Fliesenlegen soll es möglichst
wenig Verschnitt geben, daher wird an den Rändern zusammengestückelt.
Noch eine neue Tapetenrolle anfangen, das muss nicht sein: Für die
Dachschräge reicht ein Rest aus. Genau auf solche „Flüchtigkeitsfehler“
bezieht sich der Begriff Pfusch. Viele dieser Fehler begründen sich im
Bestreben der Handwerker, ihren eigenen Müll zu reduzieren. Die Folge
sind unsaubere Übergänge an Ecken und Kanten. Ärgerlich und später
mitunter sehr teuer, weil aufwändig zu reparieren, sind schlampig und
damit unsachgemäß ausgeführte Isolierungen. Feuchtigkeitsschäden
sind vorprogrammiert, werden oft erst lange Zeit später bemerkt. Auch
Wände im Neubau gibt es, die nicht die nötige Stabilität haben. An derart
schwachen Konstruktionen gibt es Probleme bei späteren Befestigungen.
Wenn das Starkstromkabel für den Küchenherd gleich neben dem
Wasserrohr sitzt, sträuben sich bei Sachverständigen die Haare.
8
9
10
Fehler bei der Kelleraußentreppe
Die Entwässerung der Kelleraußentreppe ist bisweilen nicht optimal
gewährleistet: Dann kann Wasser nicht abfließen und es drohen langfristig
Feuchtigkeits- und Frostschäden.
Baumängel beim Estrich
Ungewollte Risse im Estrich entstehen, wenn Dehnungsfugen zu
angrenzenden Bauteilen nicht ausreichend dimensioniert oder an der
falschen Stelle gesetzt wurden. Liegt erst der Bodenbelag, kann man diesen
Baumangel nicht mehr ohne Weiteres erkennen. Bauherren müssen schon
während der Bauphase aufpassen.
Undichte Lüftungsanlagen
Baumängel betreffen auch Lüftungsanlagen, die oft undicht sind. So
kann Feuchtigkeit an Bauteile gelangen, zudem wird die Energieeffizienz
gemindert.
18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
EXPERTENTIPP
Gesponserter Beitrag
PFUSCH AM BAU
Die eigenen vier Wände, Rückzugsort, trautes Heim. Für viele
Menschen Lebensziel und Lebensinhalt. Viel Zeit investieren
sie in ihre Wohnung, in ihr Haus, viel Geld geben sie aus für
Bau, Sanierung, Modernisierung. Man will sich wohlfühlen,
Komfort genießen, Werte schaffen. Immer wieder aber wird
das vermeintliche Traumhaus zum
Alptraum. Was dann zu tun ist oder
wie man es gar nicht soweit kommen
lässt, dazu Rechtsanwältin Heidi
Schüler von der Coburger Kanzlei
Hörnlein & Feyler.
Oft hat sie in ihrem beruflichen Alltag mit Pfusch
am Bau zu tun, Beispiele gibt es viele:
Über die fehler hafte Statik einer Bodenplatte
über Schä den durch Feucht igkeit
bis hin zum kom plet ten Stillstand
auf der Baustelle, weil Firmen nicht
mehr auftauchen, der Bauträger nicht
mehr reagiert. „Da kann man sich dann
glücklich schätzen, wenn man noch nicht
bezahlt hat.“ Ohnehin sollten Verträge so
geregelt sein, dass in gewissen Abständen
nach bestimmten Baufortschritten gezahlt
wird, empfiehlt Heidi Schüler.
Immer wieder sind es auch nur Kleinigkeiten, aus
denen sich große Schäden entwickeln können. Zum
Beispiel der Fall einer Familie, deren Bad saniert
worden ist. Doch weil die Duschwanne nicht fachmännisch
aufgesetzt worden war, lief nach und nach
Wasser in die Wand. Die Folge: Schimmel. Die Kosten:
Immens. Für Gutachten, Schimmelentfernung,
Trocknung, Wertminderung, Nutzungsausfall des
Hauses. „Das war alles schon fast so teuer wie ein
Neubau.“ Am Ende musste der Hand werker für den
Scha den aufkommen. In der Regel über nimmt das
seine Betriebs haft pflicht. Wenn offen sicht liche Schäden
auftauch en, sollte man diese auf jeden Fall mit Fotos
dokumentieren, umgehend den verantwortlichen
Unternehmer informieren, und ihm schriftlich eine
Frist zur Beseitigung geben. Sollte er die Frist nicht
einhalten, kann man einen anderen Handwerker beauftragen,
den Schaden zu beheben. Die Kosten muss
man sich dann vom Verursacher wieder zurückholen.
Sollten Schäden nicht eindeutig sein, wird es komplizierter.
Man kann den Werkvertrag kün digen,
Schadens ersatz verlangen, die Mangelbeseitigungskosten.
Im Einzelfall kann es auch möglich sein, dass
bei unzumutbaren Zuständen, wie beispielsweise
Kälte, Enge oder drohenden Gesundheitsschäden
durch Schimmelbefall der Handwerker verpflichtet
werden kann, eine Ersatzunterkunft zu bezahlen.
Und auch bei einem Gang vor Gericht stehen die
Chancen gut, dass man als Geschädigter zu seinem
Recht kommt. Übrigens: Kommt es zu keiner
Einigung, bestellt das Gericht einen Gutachter,
Privatgutachten sind dagegen als Beweis nicht
ausreichend.
Heidi Schüler ist in der Kanzlei
Hörnlein & Feyler unter anderem
auf Bau- und Architektenrecht und
öffentliches Bau recht spezialisiert.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 19
Alles so schön bunt hier. Coburg im Herbst.
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 29
SONDERTHEMA UMWELT
SIND WIR NICHT AUCH EIN TEIL?
SONDERTHEMA UMWELT
Umwelt – ist das nicht dasselbe wie Natur, also das mit dem Wald, den Meeren,
der Luft und so? Ja – und Nein. Alles ist Umwelt, mit dem wir in Kontakt
stehen. Also auch wir selbst. Wie vielfältig Umwelt ist, zeigen Auszüge aus
dem Fragebogen “Umweltbewusstsein in Deutschland” vom Institut für
ökologische Wirtschaftsforschung.
Viel Spaß beim Nachdenken.
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SIND WIR NICHT AUCH EIN TEIL?
FRAGEBOGEN
UMWELTBEWUSSTSEIN IN DEUTSCHLAND
Wird von den genannten Akteuren in Deutschland genug für den
Umwelt- und Klimaschutz getan?
Umweltverbände
Städte, Gemeinden
Bundesregierung
Industrie
Bürgerinnen und Bürger
Wenn Sie Ihre eigene Belastung durch Umweltprobleme
betrachten und sich mit dem Durchschnitt der Bevölkerung
in Deutschland vergleichen, fühlen Sie sich dann durch
Umweltprobleme mehr, weniger oder etwa gleich stark belastet?
Wenn sie einmal an die letzten 12 Monate hier bei Ihnen denken,
wie stark haben Sie sich persönlich durch den Lärm von
folgenden Dingen gestört oder belästigt gefühlt?
Schienenverkehrslärm
Straßenverkehrslärm
Industrie- und Gewerbelärm
Flugverkehrslärm
Lärm von Nachbarn
Im Folgenden sehen Sie verschiedene politische Aufgaben.
Welche Rolle spielt nach Ihrer Meinung der Umwelt- und
Klimaschutz im Hinblick auf diese Aufgaben?
Wohlstand sichern
Arbeitsplätze schaffen
Wettbewerbsfähigkeit sichern
für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen
Zukunftsaufgaben (wie z. B. Globalisierung) meistern
Im Folgenden sehen Sie nun einige Aussagen. Bitte geben Sie
jeweils an, ob Sie der entsprechenden Aussage voll und ganz,
eher, eher nicht oder überhaupt nicht zustimmen.
Es beunruhigt mich, wenn ich daran denke, in welchen
Umweltverhältnissen unsere Kinder und Enkelkinder
wahrscheinlich leben müssen.
Es bedeutet mir viel, so zu leben, dass ich mich mit mir und
der Umwelt im Reinen fühle.
Eine konsequente Politik zum Schutz der Umwelt wird sich
zukünftig positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft
auswirken.
Es ist nun mal so: Ohne weiteres Wirtschaftswachstum
können wir unser Wohlstandsniveau nicht halten.
Wenn ich sehe, dass unsere Wirtschaft Jahr für Jahr
weiterwächst, frage ich mich: Wie lange kann das noch gut
gehen?
Um mit dem Klimawandel und anderen Umweltproblemen
klar zu kommen, brauchen wir vor allem ein hohes
Wirtschaftswachstum. Denn die dafür notwendigen
Maßnahmen kosten viel Geld.
So wie ich es sehe, kann Deutschland viel zur Lösung von
Umweltproblemen auch in anderen Ländern beitragen.
Ich meine, durch unsere Lebensweise sind wir auch für viele
Umweltprobleme in ärmeren Ländern verantwortlich (z.B.
durch Ausbeutung von Rohstoffen oder Müllexport).
Die Umwelt kann nur gerettet werden, wenn wir alle weniger
konsumieren.
Wissenschaft und Technik werden viele Umweltprobleme
lösen, ohne dass wir unsere Lebensweise ändern müssen.
Im Folgenden geht es um Ihr persönliches Verhalten
bei Kauf und Nutzung von Produkten und
Dienstleistungen.
Bitte geben Sie an, wie häufig Sie in den letzten 4 Wochen …
… beim Kauf von Lebensmitteln und Getränken Bioprodukte
gewählt haben.
… beim Kauf von Fisch oder Meeresfrüchten Produkte aus
nachhaltiger Fischerei gewählt haben.
… beim Kauf von Kopierpapier, Klopapier oder
Papiertaschentüchern Produkte aus Recyclingpapier gewählt
haben.
… beim Kauf von Körperpflegeprodukten Produkte gewählt
haben, die als umweltschonend gekennzeichnet sind.
Bitte geben Sie an, wie häufig Sie im letzten Jahr
… zum Autofahren Car-Sharing genutzt haben.
… Fahrrad, Bus und Bahn statt Auto, Motorrad oder Flugzeug
genutzt haben.
… freiwillige Kompensationszahlungen bei Flugreisen geleistet
haben, um Ihre CO2-Emissionen auszugleichen.
FORTSETZUNG AUF DER NÄCHSTEN SEITE …
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SONDERTHEMA UMWELT
… FORTSETZUNG FRAGEBOGEN
UMWELTBEWUSSTSEIN IN DEUTSCHLAND
In Folgenden geht es um bestimmte Entscheidungen,
die nur gelegentlich getroffen werden: Was trifft auf
Sie in Bezug auf die folgenden Handlungen zu?
Haben Sie schon einmal…
… Ökostrom bezogen?
… ein Hybrid- oder Elektroauto gekauft?
… Geldanlagen gewählt, die dem Klima- und Umweltschutz
zugutekommen?
… Maßnahmen für eine umweltfreundliche Wärmeversorgung
am Eigenheim (z.B. Dämmung, Wärmeschutzverglasung,
effiziente Heizanlage, erneuerbare Energien) ergriffen?
… eine Wohnung/ein Haus zur Miete mit besonders geringem
Heizbedarf ausgewählt?
Wie häufig haben Sie in letzter Zeit bei Ihrer Hauptmahlzeit
Fleisch gegessen?
Wie häufig nutzen Sie die folgenden Verkehrsmittel für Ihre
Wege im Alltag?
Öffentliche Verkehrsmittel, z.B. Busse und Bahnen
Auto
Fahrrad
Ich gehe zu Fuß
Es folgen Fragen zu verschiedenen Folgen des
Klimawandels, die Sie in Ihrer persönlichen Lebensführung
betreffen können.
Glauben Sie, dass Sie in Zukunft sehr stark, stark, weniger oder
überhaupt nicht davon betroffen sind?
Hochwasserereignisse und Stürme führen zu Schäden an
meinem Haus oder meiner Wohnung.
Hitzewellen beeinträchtigen mein körperliches Wohlbefinden
oder meine Gesundheit.
Hitzewellen beeinträchtigen meine Leistungsfähigkeit z.B.
am Arbeitsplatz.
Ich fühle mich in meinem Urlaub durch Hitze in meiner
Erholung eingeschränkt.
Für die Ausübung meiner Wintersportaktivitäten gibt es
nicht mehr genug Schnee.
Können Sie sich vorstellen, sich aktiv für den Umwelt- und
Naturschutz zu engagieren, z.B. als ehren- amtlich Tätige(r)
in einer Umwelt- oder Naturschutzgruppe oder auch durch
Beteiligung an einzelnen Aktivitäten und Projekten?
Nachfolgend geht es um Meinungen zu verschiedenen
Aspekten des Lebens wie z.B. Gesellschaft, Beruf und
Privatleben. Hierzu finden Sie im Folgenden einige
Aussagen.
Bitte geben Sie jeweils an, ob Sie persönlich diesen Meinungen
und Ansichten voll und ganz, eher, eher nicht oder überhaupt
nicht zustimmen.
Mir ist es wichtig, neue Ideen einzubringen und Impulse
geben zu können.
Ich lebe mit dem Gefühl, dass ich immer wieder neu starten
kann.
Für umweltfreundliche Produkte bin ich bereit, mehr
auszugeben.
Ich vertraue auf die Kräfte des freien Marktes. Der Markt wird
dafür sorgen, dass sich verändert, was sich verändern muss.
Um meine Zukunft mache ich mir keine Sorgen.
Ich interessiere mich sehr dafür, was es Neues in den
Kulturszenen gibt.
Für uns gibt es heutzutage wenig Chancen, es zu etwas zu
bringen.
Es ist mir ganz wichtig, dass nichts nach außen dringt, wenn
es in meiner Familie Probleme gibt.
Ich bin für die Gleichstellung von Homosexuellen in allen
Lebensbereichen.
Manchmal leiste ich mir bewusst allerbeste Qualität.
Ich lebe gerne in einem Umfeld, in dem ich ganz unter schiedliche
Men schen treffen kann.
Ich habe genug mit meinen eigenen Problemen zu tun, ich
kann mich nicht noch um andere kümmern.
Ich möchte im Beruf vorankommen. Dafür bin ich auch bereit
in meiner Freizeit zu arbeiten.
Es kommt bei mir häufig vor, dass ich mich bei sozialen oder
ökologischen Fragen stark engagiere.
Wir brauchen in Zukunft mehr Wirtschaftswachstum, auch
wenn das die Umwelt belastet.
Es ist mir sehr wichtig, etwas für mein körperliches und
seelisches Wohlbefinden zu tun.
Ich habe den Eindruck, dass ich mich immer mehr anstrengen
muss, um nicht sozial abzurutschen.
32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
SIND WIR NICHT AUCH EIN TEIL?
SCHEIN UND SEIN
UND SELBSTBETRUG
ANSICHTEN UND EINSICHTEN
VON WOLFRAM PORR
Natürlich sind Umwelt schutz und Nach haltigkeit
eine gute Sache! Fin den Sie doch auch?! Aber für die
vergessene Tüte Milch fahren Sie dann doch häu fig
schnell noch mit dem Auto zum Supermarkt, oder?
Geht ja auch einfach schneller.
Die Arbeitsbedingungen von Näherinnen in
Bangladesch oder anderswo und ihre Ausbeutung sind
definitiv ein Skandal. Mit dem Primark-T-Shirt für drei
Euro oder der H&M-Klamotte für 6,95 Euro kann man
aber ja nichts falsch machen. Richtig? Sie fühlen sich
ertappt? Dann geht es Ihnen wie ganz vielen Menschen.
Eine bestimmte Einstellung zu haben und entsprechend
so zu handeln, das sind nicht selten zwei verschiedene
Paar Schuhe. Und gerade beim Thema Ökologie und
Umweltschutz tun wir uns wahnsinnig schwer, unsere
hehren Absichten und Vorsätze immer auch in Taten
umzusetzen. Ein Phänomen. Aber menschlich.
Als der Naturphilosoph, Astrophysiker und TV-Moderator Harald Lesch
kürzlich in einer Radio-Talkshow nach DEM Rätsel gefragt wurde, das er gerne
gelöst wüsste, antwortete er : „Eines der größten Rätsel für mich ist, warum wir
Menschen mit der Gabe ausgerüstet sind, auf der einen Seite unheimlich viel über
die Welt wissen zu können und sich doch häufig wider besseres Wissen verhalten.“
Aber warum ist das so? Wieso kann der Mensch so gut verdrängen und sich selbst
etwas vormachen? Laut einer repräsentativen Umfrage des Umweltbundesamtes
ist sich eine große Mehrheit der Deutschen der Umweltprobleme auf unserem
Planeten bewusst und hält viele davon sogar für „sehr bedrohlich“. Den meisten
von ihnen ist auch klar, dass viele dieser Probleme mit dem eigenen Konsum zu
tun haben.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
SONDERTHEMA UMWELT
Fragt man die Deutschen, dann sind sie selbstverständlich mehrheitlich bereit,
ihre Lebensweise umzustellen und in ihrem eigenen Leben Abstriche zu
machen. Mehr Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen? Kein Problem. Bio- oder fair
gehandelte Lebensmittel kaufen? Eh klar. Lieber das etwas teurere Hackfleisch
vom Landmetzger kaufen als die Billigware eines Großschlächters aus
Massentierhaltung? Ehrensache. So schön, so gut. Doch leider scheint das alles
nicht zu stimmen. An der Ladentheke oder beim Autohändler scheinen alle Ideale
vergessen. Der Anteil der SUVs im deutschen Straßenverkehr und damit der CO2-
Ausstoß nimmt immer weiter zu. Der Marktanteil von Bio-Lebensmitteln liegt
noch immer deutlich unter zehn Prozent. Und es gäbe noch mehr Beispiele. Da
passt etwas hinten und vorne nicht. Warum also um alles in der Welt tun wir so,
als gingen uns die Probleme nichts an?
INNERE WIDERSPRÜCHLICHKEIT WIRD TOLERIERT
In der Psychologie ist dieses Phänomen als „Ambiguitätstoleranz“ bekannt. Das
bedeutet: Menschen haben in der Regel kein Problem, wenn ihr Handeln von
ihrer Einstellung abweicht, erklärt Roland Alexander Quabis, wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Lehrstuhl Sozialpsychologie der Ludwig-Maximilians-Universität
München. Die Widersprüchlichkeit wird dann eben toleriert. Hinzu komme,
so Quabis, dass man, wenn es um das Thema Umweltschutz geht, oft nicht klar
sagen kann, wie umweltschädlich ein Verhalten nun genau ist. Dies führe dazu,
dass Menschen Ausflüchte suchen und ihr Verhalten rechtfertigen, zum Beispiel
indem sie anführen, es gebe schließlich noch schlimmere Alternativen. Der dritte
Punkt ist der, dass Menschen gerade beim Thema Ökologie das Gefühl haben,
sie seien weit und breit die Einzigen, die etwas tun. Das belegt eine kanadische
Studie: Ein Schild mit der Aufschrift „bitte hinterlassen Sie keinen Müll“ bewirkte
in einem Nationalpark deutlich weniger als ein Schild, auf dem stand: „Danke,
dass 98 Prozent unserer Gäste keinen Müll hinterlassen.“ Beim zweiten Schild, so
die Psychologen, hätten die Besucher geglaubt, sie seien eben nicht die Einzigen,
die sich an die Aufforderung hielten.
Bekannt ist auch ein anderes Verhaltensmuster: Jeder Mensch versucht sich
anderen gegenüber positiver darzustellen, als es tatsächlich angesagt wäre.
Auch in Umfragen. Wenn Menschen also doch danach streben, ihre inneren
Widersprüche miteinander in Einklang zu bringen, dann funktioniert dies auf
zweierlei Weise: Entweder passen sie ihr Verhalten an die Einstellung an oder
– was deutlich bequemer ist – die Einstellung ans Verhalten. So biegt man sich
dann jede Situation zurecht, indem man zum Beispiel sagt, für die vergessene Tüte
Milch zu Fuß zum Supermarkt zu laufen, würde jetzt einfach zu lange dauern.
„ÖKOS“ GELTEN IMMER NOCH ALS „SPINNER“
Erschwerend kommt hinzu, dass Personen, die ihr Verhalten nach einer
ökologischen, nachhaltigen Lebensweise ausrichten, bei vielen immer noch
mindestens als seltsame Eigenbrödler, wenn nicht sogar als Spinner gelten. Die
Meldung, dass der englische Thronfolger Prinz Charles noch immer ein Jackett aus
dem Jahr 1969 trägt, sorgte doch eher für belustigte Reaktionen. Wer vegetarisch
oder gar vegan lebt, wer in der Politik etwa ein Tempolimit auf deutschen
„Welche Folgen hat mein Handeln, meine
Kaufentscheidung? Wer sich immer wieder diese Frage
stellt, der wird auch ethischer und nachhaltiger handeln.“
34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
SIND WIR NICHT AUCH EIN TEIL?
„Fragt man die Deutschen, dann sind sie selbstverständlich
mehrheitlich bereit, ihre Lebensweise umzustellen und in
ihrem eigenen Leben Abstriche zu mache (…) Doch leider
scheint das alles nicht zu stimmen.“
Autobahnen fordert, eine höhere Flugbenzinsteuer oder gar einen „Veggie-Day“
fordert, wird als unverbesserlicher Ökoapostel abgestempelt. Und seit einem Jahr
sitzt eine Partei im Bundestag, die alle wissenschaftlichen Studien zu dem Thema
einfach ignoriert und allen Ernstes bestreitet, dass es keinen Klimawandel gibt.
So lange das so ist, so lange das jeder einzelne von uns zulässt, so lange bleibt
es schwierig. Ein Paradigmenwechsel müsste her: Nicht mehr der „Öko“ darf der
Außenseiter oder Spinner sein, sondern derjenige, der sein Kind die 400 Meter
mit dem SUV in die Schule chauffiert. Die Zahlen der oben genannten Studie
belegen doch: Die Menschen würden gerne umweltbewusster und nachhaltiger
leben, aber sie tun sich schwer. Und warum ist das so? Weil auf einen Bioladen
immer noch 20 herkömmliche Supermärkte kommen, weil Etikettenschwindel
bei Produkten dafür sorgt, dass Verbraucher eben nicht zum Ökoprodukt greifen,
weil es immer noch anstrengend und unbequem ist, sich richtig zu informieren.
UMWELT-AMPEL STATT ÖKO-ETIKETTENSCHWINDEL
In erster Linie ist die Politik gefordert, mit den ihr zur Verfügung stehenden
Mitteln die Weichen für diesen Paradigmenwechsel zu stellen. Was weh tut und
teuer ist, wird eher hinterfragt. Entscheidungsträger in Politik und Industrie
sollten außerdem endlich darauf drängen, dass Verbraucher schneller erkennen
können, ob ein Produkt umweltverträglich ist oder nicht. Wenige, dafür streng
überwachte Umweltsiegel wären ein Lösungsansatz, ebenso auffällige und lesbare
Hinweise auf den Verpackungen, woher ein Produkt stammt, ob es recycelbar,
fair gehandelt oder wie schädlich es für das Klima ist. Auch die häufig geforderte
„Umwelt-Ampel“ könnte dafür sorgen, dass Umweltbewusstsein künftig keine
theoretische, abstrakte Sache mehr ist, sondern in den Alltag einfließt und zur
selbstverständlichen Leitlinie der Menschen wird.
Und was kann man im Kleinen tun? Ein erster Schritt wäre es, bewusster durchs
Leben zu gehen. Welche Folgen hat mein Handeln, meine Kaufentscheidung? Wer
sich immer wieder diese Frage stellt, der wird auch ethischer und nachhaltiger
handeln. Wen das überfordert, der findet schon jetzt Hilfe, zum Beispiel im
Internet. Seiten von Umweltorganisationen, von Öko-Test oder ehrenamtlichen
Initiativen wie rankabrand.de geben anhand unabhängiger Tests wertvolle
Hinweise.
VON „INTERESSANT“ ZU „RELEVANT“
Psychologen setzen als Lösungsansatz übrigens auf Rollenvorbilder. Und damit
sind wir wieder bei Harald Lesch. Der hat nach eigenen Worten in den letzten
Jahren in seinem Handeln eine Wandlung vollzogen, die er den „Übergang von
‚interessant‘ zu ‚relevant‘“ nennt. „Ich habe gemerkt, ich bin nicht der Typ, der
gerne am Rande des Universums irgendwelche Rätsel löst und zuhause geht alles
den Bach runter. Ich bin lieber zuhause und (…) helfe, dass es nicht den Bach
runtergeht.“ Das Rätsel, warum sich der Mensch oft so widersprüchlich verhält,
bleibt. „Es wäre schön, wenn möglichst viele das Rätsel dadurch aufzulösen
würden, dass wir das Richtige tun.“ Danke für dieses Schlusswort, Herr Lesch!
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 35
SONDERTHEMA UMWELT
VON JULIA GRAHN
TEMPOWECHSEL
ÜBER DIE VERSTÄDTERUNG DER LEBENSUMWELT
Wieder eine Sirene. Heulend rast der Rettungswagen. Dahinter noch
einer. Menschen hasten über Gehwege, auf dem Nachhauseweg
schnell den Einkauf erledigen. Weichen fluchenden Radfahrern
aus, rempeln Passanten an, hetzen zur Bahn. Schrilles Quietschen
des einfahrenden Zuges. Der Waggon gnadenlos überfüllt. Stress.
Schrilles Kindergeschrei übertönt den laut telefonierenden
Geschäftsmann. Die Tür der Bahn schließt mit lautem Getöse.
36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
SIND WIR NICHT AUCH EIN TEIL?
120.000 STRESSFREIE GENERATIONEN
Puh. So oder so ähnlich sieht er aus, der Tag eines Stadtbewohners. Morgens hetzt
er mit dem Coffee to go in der Hand zur Arbeit, abends zurück. Und das mit einer
zehn Prozent höheren Schrittgeschwindigkeit als noch vor 20 Jahren. Der Städter
ist vor allem eins: gestresst. Denn Stadtleben strengt an. Es ist zu hektisch, zu
schnelllebig, zu laut. Trotzdem hat die Verstädterung in den letzten Jahrzehnten
rasant zugenommen. Während 1950 nur rund ein Drittel aller Menschen in Städten
lebte, ist es heute bereits die Hälfte. Im Jahr 2050 werden etwa 70 Prozent der
Menschheit ihr Leben in Städten verbringen. Der menschliche Organismus aber
ist für das Leben in der Stadt nicht geeignet. Betrachtet man die Evolution, dann
lebte der Mensch über 120.000 Generationen lang stressfrei als Jäger und Sammler
vor sich hin, nur manchmal durch ein Mammut oder einen Säbelzahntiger gestört.
Erst seit 10 Generationen ist er von der Industrialisierung beeinflusst, nur eine
Generation bekam bisher die Auswirkungen der Digitalisierung zu spüren. Der
Mensch also ist fürs Stadtleben nicht gemacht. Oder besser gesagt: Er muss sich
erst noch daran gewöhnen. Und das wird wohl noch etwas dauern, denn zumindest
die Evolution lässt sich Zeit.
BLOSS SCHNELL NACH HAUSE
Das Gefühl, dass das Leben in der Stadt die Nerven strapaziert, kommt also nicht
von ungefähr und ist bei weitem nicht neu. Bereits an der Schwelle vom 19. zum 20.
Jahrhundert, im fin de siècle also, spürten die Menschen in den Städten Europas
eine Überreizung der Nerven. Diese rührte einerseits vom massenhaften Zuzug
von Menschen her, die auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Städte strömten.
Andererseits sorgten in der sogenannten „Zweiten Industriellen Revolution“
neue Technologien in der Elektroindustrie für eine rasante Beschleunigung des
Lebens. Elektrische Straßenbahnen und Busse ersetzten die Pferdebahn, mithilfe
der neuen Kommunikationsmittel Telefon und Telegraph konnten selbst größte
Entfernungen überwunden werden. Unsicherheit und Orientierungslosigkeit, das
Gefühl, sich in der Masse zu verlieren, machten sich breit und Nervenschwäche
war das neue mal de siècle. Für das Krankheitsbild wurden die modernen
Lebensbedingungen verantwortlich gemacht. Auf der Flucht vor der Masse
zogen die Menschen sich in sich selbst, in die eigenen vier Wände zurück. Auch
der zeitgenössische Stadtbewohner folgt diesem Impuls: Bloß schnell nach
Hause, bloß weg aus dem Chaos draußen. Denn unser Gehirn kann die Vielzahl
von Reizen nicht verarbeiten, denen es ständig ausgesetzt ist. Und so haben wir
das Gefühl, überfordert zu sein, überflutet von Reizen. Es wird uns alles zu viel.
Hektik, Menschenmassen und permanente Reizüberflutung sind allerdings nicht
die einzigen Stressfaktoren im Leben eines Städters. Auch der Lärm, dem er Tag
und – wenn er Pech mit der Lage seiner Wohnung hat – Nacht ausgesetzt ist, sorgt
für Stress. Denn Lärm und hier vor allem Verkehrslärm lässt den Organismus
Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausschütten. Der Blutdruck steigt,
das Herz schlägt schneller. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Das
häufige Sirenengeheul ist kein Wunder.
„Der Mensch also ist fürs Stadtleben nicht gemacht. Oder
besser gesagt: Er muss sich erst noch daran gewöhnen.
Und das wird wohl noch etwas dauern, denn zumindest die
Evolution lässt sich Zeit.“
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 37
SONDERTHEMA UMWELT
„Die Vorteile der Stadt wiegen für die meisten von uns
die Nachteile der Stadt auf, bei weitem sogar.“
STADT KRIECHT INS HIRN
Für die Wissenschaft ist das Thema schon länger interessant. Jemand, der sich auf
diesem Gebiet auskennt, ist der Kölner Stressforscher Mazda Adli, Chefarzt der
Fliedner Klinik Berlin. Er schrieb das Buch „Stress and the City: Warum Städte
uns krank machen. Und warum sie trotzdem gut für uns sind“. Darin beschreibt er
Stadtstress als „Kriechstress“, der meist unbemerkt bleibt und erst dann wirklich
gefährlich wird, wenn bereits andere seelische Belastungen wie beruflicher
Druck oder Probleme im Privatleben vorhanden sind. Dann kann der zusätzliche
Stadtstress das Fass zum Überlaufen bringen und sogar zu einer Depression oder
Angststörung führen. Schlafstörungen, Depressionen, Angst. Die möglichen
Folgen von Stress und Lärm sind vielfältig. Und sogar im Gehirn nachweisbar: »Die
Amygdala ist deutlich aktiver, je größer die Stadt ist, in der eine Person lebt.«, so
Adli. Diese Hirnregion ist unter anderem an der Entstehung von Depressionen und
Angst beteiligt. Und so kommt es, dass Städter 1,5 Mal häufiger an Depressionen
und 1,2 Mal öfter unter Angststörungen leiden als Landbewohner. Das Risiko,
eine Schizophrenie zu entwickeln, ist bei Stadtmenschen sogar doppelt so hoch.
Da verwundert es nicht, dass viele und vor allem junge Menschen der Stadt
mittlerweile den Rücken kehren und das Landleben wieder neu entdecken.
DIE ANDERE SEITE
Adli bricht dennoch eine Lanze für die Stadt und das Leben darin: „Die Vorteile
der Stadt wiegen für die meisten von uns die Nachteile der Stadt auf, bei
weitem sogar.“ Denn in der Stadt gibt es die bessere Gesundheitsversorgung,
größeren Wohlstand, mehr kulturelle Vielfalt, bessere Bildungschancen und
Förderprogramme für Kinder. Ein weiterer urban advantage, der sich ausgerechnet
aus der viel beklagten großstädtischen Anonymität ergibt, ist für viele Menschen
die Freiheit, ihr Leben nach ihren Wünschen leben zu können – ohne ständig unter
nachbarlicher Beobachtung zu stehen. Sogar für Kinder sieht Adli – entgegen
der landläufigen Meinung, die Kindheit auf dem Land sei die bessere Kindheit –
Vorteile: „Ich bin auch fest davon überzeugt, dass Kinder, die mit der Diversität
der Stadt aufwachsen, auch an ihr reifen können. Ich glaube, dass ein Aufwachsen
in der Stadt uns vielleicht viel leichter zu demokratischen Bürgern werden lässt,
weil wir eben mit der Vielfalt unserer Welt einen Umgang finden.“
GRÜNE STÄDTE
Einen Umgang mit dem Stadtstress finden wir, indem wir uns unsere ganz
eigenen Ruheoasen und Auszeiten schaffen. Mit Hobbys wie Yoga, regelmäßigen
Spaziergängen im Grünen und kleinen Wochenendausflügen aufs Land können
wir der Hektik schon sehr effektiv entgegenwirken. Typisch „ländliche“ Hobbys
wie Gärtnern oder die Imkerei sind ohnehin längst in der Stadt angekommen und
selbst auf Balkonen oder Dächern möglich. Auch hier kann man sich ganz einfach
seinen privaten Gemüse-, Kräuter- oder Blumengarten schaffen. Der städtische
rooftop honey jedenfalls scheint einen klaren Vorteil gegenüber dem vom Lande
zu haben: Da die Blumen in der Stadt nicht mit Pestiziden behandelt werden, ist
auch der Honig in dieser Hinsicht unbelasteter.
Vielleicht ist die Stadt ja sogar das bessere Land?
38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
Mitten in der Stadt die Früchte vom Land genießen: Markt in Coburg
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 39
Gesponserter Beitrag
SONDERTHEMA UMWELT
ENERGIE ERHALTEN
SANIERUNG UND ÖKOLOGIE
Wer baut, trägt Verantwortung. Für den Kunden, das
eigene Unternehmen, aber vor allem auch für die Umwelt:
Sowohl für das direkte Lebensumfeld, in das sich ein Bau
harmonisch einpassen soll, als auch für unsere natürlichen
Lebensgrundlagen. Ein Haus, eine Wohnung, ein Gebäude,
bestehen aus natürlichen Ressourcen, aus Holz, Stein, Wasser,
Metallen. Der Bau, die Sanierung und die Modernisierung
von Häusern sind daher auch immer eine Frage der Ökologie,
des bedachten und effizienten Einsatzes von Energie.
Informationen dazu von Max Beyersdorf, Geschäftsführender
Gesellschafter der Bauunternehmung Otto Hauch Coburg.
COBURGER: Sie bauen ja vor allem im Bestand, sanieren und modernisieren
historische Bausubstanz. Welche Bedeutung hat dabei der behutsame Umsatz mit
Ressourcen?
Max Beyersdorf: Das Thema spielt bei uns eine große Rolle. Immerhin ist bei
einem Altbau ja schon einmal viel Energie aufgewendet worden: Sowohl was das
Material an sich angeht, als auch die bei dessen Verarbeitung eingesetzte Energie,
ob nun von Maschinen oder von den Menschen. Diese Energie muss so weit wie
möglich bewahrt werden. Das heißt, am Anfang jeder Sanierung beschäftigen
wir uns mit der Altsubstanz, wieviel können und müssen wir erhalten. Das
ist ökologisch, das hat aber auch etwas mit Respekt zu tun. Wir alle wollen ja
auch ein intaktes Lebensumfeld, im dem wir uns wohlfühlen. Also auch aus
kulturhistorischer Sicht geht die Sanierung immer vor.
COBURGER: Gibt es auch Grenzen, hinter denen die Sanierung keinen Sinn
mehr macht?
Max Beyersdorf: Natürlich. Etwas altes Kaputtes wieder zum Leben zu erwecken,
egal wieviel Energie dafür aufgewendet werden muss, kann aus der Perspektive
der Nachhaltigkeit ja auch kontraproduktiv sein. Wir dürfen also nicht aus Prinzip
um jeden Preis krampfhaft am Alten festhalten, wir müssen immer abwägen.
COBURGER: Wie sieht es mit den Baumaterialien aus?
Max Beyersdorf: Da wägen wir natürlich auch ab. Schadstoffhaltige Baustoffe
gilt es zu entfernen, ob nun Eternitplatten oder mit Holzschutzmitteln
versehene Bauteile oder verklebte Bodenbeläge. Es gab eben Zeiten, vor allem
in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, da spielte Umweltschutz kaum eine
Rolle. Früher dagegen wurde ohnehin grundsätzlich ökologischer gebaut, mit
vielen Naturmaterialien, Ton, Stein, Holz, Lehm, Kalk, Sand, das waren alles
Naturprodukte. Und heute gibt es auch wieder viele ökologische Werkstoffe, die
wir einsetzen.
DIE BAUUNTERNEHMUNG OTTO HAUCH:
Ein Fa milien betrieb in vierter Generation mit Bau projekten in
ganz Deutschland, spezialisiert auf die Sanierung von bestehenden
Bauwerken und Gebäuden und die behutsame Modernisierung von
historischer Bausubstanz.
Mehr Informationen unter www.otto-hauch.com.
40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
SIND WIR NICHT AUCH EIN TEIL?
FLÄCHENNUTZUNG
IN DEUTSCHLAND
52,1%
Landwirtschaft
Wald
30,3 %
Siedlung und Verkehr
Binnengewässer
WELTRISIKOINDEX 2017
Länder mit dem größten Gefährundsgrad
durch Naturkatastrophen
1. Vanuatu 36,45%
2. Tonga 28,57%
3. Philippinen 27,69%
4. Guatemala 20,46%
5. Bangladesch 19,57%
6. Salomonen 18,77%
7. Costa Rica 17,16%
8. Kambodscha 16,92%
9. El Salvador 16,74%
13,6 %
2,4 %
IN 42 WÖRTERN
Umgebung eines Systems oder
einer Lebenseinheit, welche(s)
mit dieser in wechselseitigen
Beziehungen steht. Grundsätzliche
Unterscheidung der Umwelt
des Menschen in natürliche Umwelt
(Ökosphäre) und „künstliche“
Umwelt (Sozio- und
Technosphäre). Umwelt z.B.
für das System Unternehmung:
wirtschaftliche, technische, gesellschaftliche,
politische und
natürliche Umwelt.
1,6 %
Sonstiges
FEINSTAUBEMISSION
Anzahl vorzeitiger Todes fälle
in Europa 2014
Deutschland
Italien
Polen
Vereinigtes Königreich
Frankreich
Rumänien
66.080
59.630
46.020
37.600
34.880
23.960
ENERGIEVERBRAUCH
[LITER/100 PERSONEN-KM]
Spanien
Bulgarien
23.180
13.620
1,4 Reisebus & Fernlinienbus
1,9
Eisenbahn, Fernverkehr
3,0
Eisenbahn, Nahverkehr
3,3
Linienbus
3,3
Straße-, Stadt- und U-Bahn
4,9
Flugzeug
6,1
PKW
TIER-, PFLANZ UND PILZARTEN
IN DEUTSCHLAND
Pflanzen
Pilze
Tiere
Gesamt ca.
ca. 9.500 Arten
ca. 14.000 Arten
ca. 48.000 Arten
71.500 Arten
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 41
Gesponserter Beitrag
FINANZTIPP
Herbst ist in vielen Unternehmen
die Zeit für Mitarbeitergespräche
und Gehaltsverhandlungen. Dabei
bleiben einem Arbeitnehmer bei einer
Gehaltserhöhung von 100 Euro
durchschnittlich nur knapp mehr als
50 Euro netto übrig, während den
Arbeitgeber die Erhöhung 120 Euro
kostet. Die Differenz von knapp 70
Euro geht an den Staat für Lohnsteuer
und Sozialversicherungsbeiträge.
Welche steuergünstigen Möglichkeiten
es gibt, mehr Netto vom Brutto
herauszuholen, so dass davon letztendlich
sowohl der Arbeitgeber als
auch der Arbeitnehmer profitieren,
dazu Rechtsanwalt und Steuerberater
Thomas Bittorf von tb.legal.
Löwenstraße 27 | 96450 Coburg
Telefon: 09561 79 42 400 | Fax: 09561 79 42 402
E-Mail: info@tb.legal | Internet: www.tb.legal
COBURGER: Sie hatten schon einmal die Vorteile eines E-Bikes und die
steuerfreie Überlassung von Handys und PCs an Mitarbeiter erläutert. Welche
weiteren Möglichkeiten gibt es?
Thomas Bittorf: Gerade für junge Familien ist statt einer Gehaltserhöhung ein
Zuschuss des Arbeitgebers für die Unterbringung und Betreuung von nicht
schulpflichtigen Kindern in Kindergärten interessant. Diese Zuschüsse sind steuerund
sozialversicherungsfrei. Wichtig zu beachten ist, dass eine Gehaltsumwandlung
dabei nicht möglich ist, d.h. dass der Zuschuss zusätzlich zum vereinbarten
Arbeitslohn im Rahmen einer Gehaltserhöhung gezahlt werden muss.
Es gibt weiterhin einen Rabattfreibetrag von 1080 Euro pro Jahr für die unentgeltliche
oder verbilligte Überlassung von Wirtschaftsgütern oder Dienstleistungen an
die Arbeitnehmer, die der Arbeitgeber sonst auch gegenüber Dritten erbringt,
worunter man die sogenannten Belegschaftsrabatte fasst.
Zur Verbesserung des allgemein Gesundheitszustandes und der betrieblichen
Gesundheitsförderung sind auch Leistungen des Arbeitgebers wie spezielle
Yoga- oder Rückenkurse steuerfrei, soweit sie je Arbeitnehmer 500 Euro jährlich
nicht übersteigen. Aufmerksamkeiten anlässlich eines besonderen persönlichen
Ereignisses des Arbeitnehmers sind bis zu einem Wert von 60 Euro generell
steuerfrei. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, dem Arbeitnehmer
monatlich Sachzuwendungen in Höhe von max. 44 Euro zukommen zu lassen.
COBURGER: Was kann man sich unter Sachzuwendungen vorstellen?
Thomas Bittorf: Darunter ist letztlich alles zu verstehen, es darf bloß keinen
Anspruch auf eine Barauszahlung begründen. Das sind z.B. Einkaufsgutscheine,
Tankkarten, die Berechtigung in einem Fitnessstudio zu trainieren, eine
Prepaidkarte mit maximal 44 Euro monatlichen Guthaben oder auch eine zusätzliche
Krankenversicherung für den Arbeitnehmer. Wichtig ist, dass eine Auszahlung in
Geld - auch Restgeld - nicht zulässig ist. Der Vorteil von 44 Euro brutto darf auch nur
monatlich zugewendet werden. Deshalb ist z.B. die Überlassung einer BahnCard
nicht steuer- und sozialversicherungsfrei, selbst wenn der durchschnittliche Vorteil
monatlich weniger als 44 Euro beträgt. Auch darf ein Jobticket nur monatlich
überlassen werden und nicht im Voraus für ein gesamtes Jahr.
COBURGER: Kann man nicht verbrauchtes Guthaben auf den nächsten Monat
übertragen?
Thomas Bittorf: Eine Übertragung von nicht ausgeschöpften Beträgen in andere
Kalendermonate ist unzulässig. Die Freigrenze von 44 Euro monatlich kann nicht
in einen Jahresbetrag umgerechnet werden. Der Arbeitnehmer darf somit keinen
über die Dauer eines Monats hinausgehenden, unentziehbaren Anspruch zur
Nutzung einer Sache haben. Deshalb ist es beispielsweise nicht sinnvoll, ihm zu
Beginn des Jahres zwölf Tankgutscheine auszuhändigen, mit der Auflage nur einen
im Monat nutzen zu dürfen. Das Finanzamt würde den Arbeitnehmer dann so
behandeln, als ob er zu Beginn des Jahres einen Gutschein i.H.v. 528 Euro erhalten
hätte und alles der Lohnsteuer und Sozialversicherung unterwerfen.
COBURGER: Können diese Sachzuwendungen auch bei verschiedenen
Arbeitgebern erfolgen und auch an geringfügig Beschäftigte auf 450 Euro-Basis?
Thomas Bittorf: Bestehen mehrere Beschäftigungsverhältnisse, kann der Arbeitnehmer
von jedem Arbeitgeber Sachzuwendungen bis 44 Euro monatlich erhalten.
Auch geringfügig Beschäftigte (sogenannte Minijobber) können von dieser Freigrenze
von 44 Euro profitieren, ohne dass dadurch eine Sozialversicherungspflicht
eintritt, was allerdings weitgehend unbekannt ist.
42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
Wir übernehmen
Verantwortung
Für die Natur.
Wir von Schumacher Packaging stellen
aus nachwachsenden Rohstoffen
umweltfreundliche Verpackungen her –
zu 100% recycelbar. Bei allen Produktions-
und Investitionsentscheidungen
sind uns Nachhaltigkeit und ein
reduzierter Energiebedarf wichtig.
Für die Menschen.
Der Mensch steht für uns immer im
Zentrum. Wir beschäftigen heute 3.000
Mitarbeiter an 29 Standorten. 85 junge
Menschen aus allen Berufsgruppen
machen bei uns ihre Ausbildung.
Und 2017 sind wir erneut am IHK-Projekt
„Ausbildung von Flüchtlingen“ beteiligt.
Im DEUTSCHLAND-TEST 2017
„Top Karrierechancen für Ingenieure“
belegen wir sogar Platz 1 in der
Verpackungsindustrie.
Auch gemeinnützige Projekte liegen
uns sehr am Herzen: Wir unterstützen
Kindergärten, Schulen, Vereine in der
Region – und sind Sponsor diverser
Sportarten.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 43
44 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF
Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der
großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe
einer oder eine – Männer und Frauen.
MACHER
Dieses Mal: Steffen Tetzlaff, Geschäftsführer der Firma ROS GmbH & Co. KG, mit 300 Mitarbeitern einer der
größten kunststoffverarbeitenden Betriebe der Region, jüngst in den Schlagzeilen mit einem großen Neubau
auf dem Güterbahnhofgelände.
Sind Sie ein Macher?
Ich habe mir dazu lange Gedanken gemacht: Ich
sehe mich eigentlich als Coach eines Teams, das
erfolgreich sein möchte, das hochgesteckte Ziele
erreichen möchte.
Warum Sind sie ein Macher?
Ich hatte schon immer ein Faible, Dinge
umzusetzen, Herausforderungen anzunehmen,
komplexe Sachverhalte zu lösen. Dazu gehört
aber auch, sich immer mal wieder eine blutige
Nase zu holen, Niederlagen einzustecken, aber
aus diesen gestärkt hervorzugehen.
Wie ging es los mit dem Machen?
Eigentlich war ich ziemlich bequem, habe eine
kunststoffspezifische Ausbildung gemacht bei
einem Unternehmen in der Region, bin dann
aber als Führungskraft zu einer kleinen Firma
gewechselt. Der Chef dort hat mir vertraut,
mir viel Freiraum gegeben, mich Fehler
machen lassen. Er hat gesagt: „Du musst aus
der Summe Deiner Fehler lernen“. Das war
die hauptsächliche Weiche meiner Karriere
als Macher. Entscheidungen treffen, nicht
aussitzen, nicht warten, bis ein Problem sich
löst, das habe ich damals gelernt. Mit dieser
Einstellung habe ich dann die Chance bei ROS
bekommen, als Fertigungsleiter eines Bereichs,
dann verschiedene Stationen durchlaufen, mein
damaliger Mentor war Seniorchef Werner Ros,
von dem ich viel gelernt habe. Von 2007 bis 2009
war ich Geschäftsführer des Werks in Tschechien,
habe es mit aufgebaut, das war auch wieder ein
Sprung, verbunden mit vielen Heraus forderungen
und Lernprozessen, 20-Stunden-Tagen,
schlaflosen Nächten, Pendeln von und nach
Coburg, das war schon hart. Aber auch da hatte
ich wieder freie Hand. Die braucht man, wenn
man etwas machen soll, mit Reglementierungen
geht das nicht. Das alles hat dazu geführt, dass
ich 2009 die Gesamtgeschäftsführung von ROS
übernehmen durfte.
Was treibt sie an?
Es ist die pure Lust am Machen. Es macht einfach
Spaß, Produkte zu entwickeln, innovativ zu sein,
erfolgreich, mit Menschen zusammenzuarbeiten,
oder das neue Werk hier in Coburg zu planen und
zu bauen, das alles motiviert mich jeden Tag aufs
Neue.
Ist die Region Coburg ein guter
Standort zum Machen?
Ja, finde ich schon, aber leider wird Coburg
häufig schlechtgeredet. Dabei bietet die Stadt
viel: Schulen, eine Hochschule, die Autobahn,
den ICE, viel Kultur, das Landestheater, schnelle
Datenverbindungen. Es ist eine kleine Stadt, die
viel auf die Beine stellt. Und vor allem ist Coburg
ein wirtschaftsfreundlicher Standort, das muss
man ganz klar sagen, sonst hätten wir hier auch
nicht gebaut. Wir haben nur ein Problem: Uns
gehen in der Region die Fachkräfte aus, gerade
im Handwerk, und deswegen werden wir alle
nicht umhinkommen, uns organisatorisch neu
aufzustellen und auch tarifpolitisch neue Akzente
zu setzen, um uns zu behaupten.
Die Fragen stellte Wolfram Hegen.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 45
Das Lebenswerk
von Peter Pratsch
46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
35 JAHRE DCT
MIT
DRUCK
UMGEHEN
LERNEN
Es sind mehrere Geschichten in einer. Die von Aufstieg und Fall. Die
vom Leben eines Autodidakten. Die vom Einmannunternehmer zum
Mittelständler. Die vom Grünschnabel zum Mann. Die Geschichte der
Druckerei DCT aus Coburg ist die Geschichte von Peter Pratsch.
35 Jahre lang leben beide jetzt Seite an Seite.
Versuch einer Kurzgeschichte.
VON WOLFRAM HEGEN
FOTO: VAL THOERMER
Vorwort oder Auf sich gestellt
Was treibt einen jungen Menschen an, sich selbständig zu
machen? Einen jungen Menschen, der gerade in Regensburg
Abi gemacht hat, sich dann in Coburg zum Studieren im
Klassiker Betriebswirtschaftslehre einschreibt, sich aber,
und so wird schon klar, dass ein klassischer Lebensweg
wohl kaum begangen wird, auf dem Campus kaum blicken
lassen kann, weil er anderes zu tun hat, weil er selbst
etwas auf die Beine stellen und dabei keine Zeit verlieren
möchte, verlieren darf, die nämlich hat er nicht, früh wird er
Vater, muss nebenher Geld verdienen, neben Kinderwagen,
Vorlesungen und Seminaren, da aber weiß er noch nicht,
dass er an diesem 1. Oktober 1983 den Grundstein eines
großen nordbayerischen Druckunternehmens legt, das sein
ganzes Leben prägt.
Kapitel 1 oder Lehrjahre
In Coburg nämlich gibt es damals keinen Copyshop. Trotz
Hochschule, trotz Studenten, trotz Professoren. Bedarf also
ist da. Und so eröffnet Peter Pratsch in der Ketschengasse
45 in Coburg seinen ersten Laden. Ein Einmann- und
Fünfkopierer-Betrieb. Alles einfach, nur schwarz-weiß.
Analoge Zeiten.
Er stellt den ersten Mitarbeiter an, kauft eine erste kleine
Druckmaschine, erweitert seinen Laden in Richtung
Salvatorgasse, stellt mehr Leute an, die Kopierer laufen
auf Hochtouren. „Aber von wegen nebenbei, ich war zehn
bis 14 Stunden im Copy-Shop, jeden Tag“, erinnert er sich.
„Und keine einzige Stunde an der Hochschule.“ Das beste
BWL-Studium ist der eigene Laden.
Die Zeichen stehen auf Wachstum. In der Ketschengasse
wird es zu eng. Der Copyshop bleibt im Stadtzentrum,
wandert aber an den Ernstplatz. Und am Rande der Stadt,
in Scheuerfeld, kauft und baut Pratsch Gebäude, um Platz
für Druckmaschinen zu schaffen. Die Branche boomt,
DCT wächst mit, Jahr für Jahr, vom Familienbetrieb zum
gestandenen Mittelständler mit 120 Mitarbeitern, verdient
Geld, viel Geld. „Wenn man selbst so etwas schafft, macht
einen das schon stolz“.
Kapitel 3 oder Lebenskrise
Eigentlich habe er am Höhepunkt 2011 die Firma verkaufen
wollen. „Aber man kriegt ja nie genug“, räumt er ein. Und
bisher kannte Peter Pratsch ja auch nur eine Richtung:
nach oben. Immer war es aufwärts gegangen, über 25
Jahre, nie abwärts. Bis jetzt. DCT steigt ins Online-Geschäft
ein, druckt anonym für große online-Portale, baut einen
eigenen Online-Shop auf, zunächst scheint auch das zu
funktionieren. DCT wird zum Industriebetrieb, digitalisiert,
automatisiert, die Maschinen laufen auf Hochtouren, Tag
und Nacht.
Doch die Krise nimmt ihren Anfang: Immer mehr Druckereien
strömen auf den neuen Markt, die Konkurrenz wächst, die
Preise fallen, irgendwann bleibt kaum mehr etwas übrig,
zu wenig Aufträge, ein großer Kunde bricht weg, Pratsch
reagiert, doch der Abschwung ist nicht aufzuhalten. „Das
hat uns beinahe das Leben gekostet“. Man verkauft eine
Halle, entlässt 50 Mitarbeiter. Hinter vorgehaltener Hand
wird von Insolvenz gesprochen, Coburg tuschelt über dct,
„die Leute zeigen auf einen zeigen und sagen, sie hätten es
schon immer gewusst. Das hat schon genagt, und das nagt
auch immer noch.“
Kapitel 4 oder Überleben
Er hat sie auch vernachlässigt, seine treuen Kunden, die
mit ihm gewachsen sind viele Jahre und Jahrzehnte lang.
„Wir wollten nur noch schneller werden, effizienter, mehr
Geld verdienen, es ging nur noch um Masse, da haben viele
Stammkunden nicht mehr dazu gepasst, die viel Beratung
brauchen“, räumt er ein. Eine schmerzhafte Erkenntnis.
Genau in diesen Kunden nämlich sieht er jetzt wieder
die Zukunft: Es geht um Wertigkeit, um Kreativität, um
Beratung. Es geht darum, Vertrauen herzustellen, es geht
darum, wieder über hohe Qualität zu reden. Es geht um
Projekte wie für große Schauspielhäuser in der Republik,
in Hamburg oder Berlin und deren Spielpläne, es geht
um personalisierte Mailings, Broschüren, Veredelungen.
Peter Pratsch möchte das Unternehmen wieder in ruhige
Fahrbahnen steuern, möchte wieder ruhig schlafen können,
möchte allen Verpflichtungen für seine Mitarbeiter gerecht
werden, um dct dann seinem Sohn zu übergeben, der heute
schon Prokurist ist. „Es war schon eine Minute vor 12, aber
wir sind guter Dinge, dass wir gelernt haben: Es geht nicht
immer nur aufwärts.“
Nachwort oder Da geht noch was
Pratsch ist eigentlich zu jung, um schon über ein
„Altersstudium“ zu sprechen, tut es aber doch: Architektur
würde ihn interessieren, das Entwerfen mache ihm Spaß,
das Kreative.
Kapitel 2 oder Tellerwäscher
Peter Pratsch lernt in dieser Zeit nicht nur mit Personal,
Einkauf, Verkauf, Planung und Controlling umzugehen, auch
mit Druck, und vor allem mit Drucktechnik. „Ich habe mich
einmal nachts bis früh um vier Uhr an eine Druckmaschine
gestellt, mit ihr gearbeitet, die Anleitung in der einen Hand,
dann hatte ich verstanden.“
DCT
Die DCT GmbH ist eine der modernsten mittelständischen Druckereien im süddeutschen Raum. 1983 gegründet, tritt
das heute 70-köpfige Team für innovative Drucklösungen und ein Höchstmaß an Qualität in den Spezialbereichen
Offset-, Digital- und UV-Druck an. Zum Kundenspektrum des hochmodern ausgestatteten Druckunternehmens
gehören Geschäfts- und Industriekunden sowie Agenturen und Privatkunden aus dem In- und Ausland. DCT versteht
sich insbesondere als Partner von Designern, Grafikern und Produktionern, die für ihre Auftraggeber auf der Suche
nach individuellen Printlösungen in höchster Qualität sind.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 47
Advertorial
AUTOHAUS WORMSER
STARK IN DIE
ZUKUNFT
Das neue Autohaus Wormser auf der Lauterer Höhe
Erinnern Sie sich noch an die Anfänge damals?
Dieter Eichhorn – Leiter Autohaus Wormser Coburg
2009 hat die Firma Wormser ja das alte Autohaus übernommen. Zu der Zeit war ich noch bei Wormser
in Forchheim, habe dort 23 Jahre lang die Abläufe im Autohaus von der Pike auf erlernt. Dann hat man
mich gefragt, ob ich die Standortleitung in Coburg übernehmen möchte, ob ich Wormser in Coburg
etablieren und wieder erfolgreich machen möchte. Das war natürlich eine tolle Herausforderung, die
ich gerne übernommen habe. Und ich habe es nicht bereut, Coburg ist ein toller Standort, hat viel
Potential, und jetzt mit dem neuen Haus hier auf der Lauterer Höhe haben wir uns selbst belohnt,
krönen wir die Aufbauarbeit der letzten knapp zehn Jahre und bekennen uns damit ja auch als Wormser
zum Standort Coburg.
48 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
STARK IN DIE ZUKUNFT
Viel Glas, moderne Architektur, viel Platz, Vesteblick, Arenablick:
Das BMW-Autohaus Wormser hat ein neues Zuhause gefunden,
weg von der in die Jahrzehnte gekommenen engen Niederlassung mitten
in Coburg am Sonntagsanger, hin auf die Lauterer Höhe. Ein Umzug, der
mehr ist als nur ein räumlicher Wechsel, steht er doch auch symbolisch
für die Entwicklung des Autohauses in den letzten knapp zehn Jahren hin
zum wiedererstarkten selbstbewussten guten Stück Coburg. Verbunden
ist dieser Aufstieg vor allem auch mit dem Namen Dieter Eichhorn. Er war
schon kurz nach der Übernahme des Autohauses Pfiffer durch Wormser
Leiter des Autohauses. Wir haben uns mit ihm unterhalten.
VON WOLFRAM HEGEN
FOTOS: VAL THOERMER
Eigentlich wollte man doch aber am alten Standort bleiben, oder?
Ja, das ist richtig. Noch 2012, das ist ja gar nicht solange her, hatten wir wirklich vor, die alten Gebäude
am Sonntagsanger auf Vordermann zu bringen, die historischen Gebäude stilvoll und schön zu sanieren,
das alte Parkhaus zu verglasen, die Räumlichkeiten auf den modernsten Stand zu bringen. Doch parallel
dazu sind eben auch die Standards angehoben worden, das ging auf der beengten Fläche einfach nicht,
also mussten wir uns nach einem neuen Standort umsehen. Dann kam die Stadt Coburg ins Spiel, die
uns diese tolle Fläche hier auf der Lauterer Höhe angeboten hat, groß, von allen Seiten gut einsehbar,
optimal an das Verkehrsnetz angeschlossen, mit viel Betrieb jeden Tag durch die zahlreichen Händler
hier oben, also wir sind der Stadt wirklich sehr dankbar.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 49
Es hat dann aber relativ lange gedauert, knapp zwei Jahre
seit dem Spatenstich 2016, bis jetzt der Umzug erfolgt ist …
Ich weiß, da wurden auch schon Witze darüber gemacht, das ist auch in Ordnung. Aber jeder, der baut,
weiß, dass bei jeder Planung etwas dazwischenkommen kann, Handwerker sind derzeit ein knappes
Gut, dann mussten wir ja als BMW und MINI Partner alle Planungen bis zur letzten Fliese mit BMW
abstimmen, all das kostet natürlich Zeit. Dafür haben wir Anfang September von BMW ein dickes
Kompliment für das neue Autohaus bekommen, haben das Audit mit Bravour bestanden, dafür hat sich
die lange Zeit gelohnt. Und umso schneller sind wir ja dann auch umgezogen.
Das war sicher ein ganz schöner Aufwand, ein ganzes Autohaus an eine andere Stelle zu verlagern.
Das kann man so sagen, alleine 150 Autos mussten hierher gebracht werden, da waren vier Leute
eineinhalb Tage damit beschäftigt, mit den ganzen Akten und ca. 800 eingelagerten Radsätzen haben
wir schon drei Wochen vorher angefangen, und den Rest dann in zweieinhalb Tagen mit einem echten
Kraftakt durchgezogen. Am Ende waren wir alle stolz auf unsere Leistung, das ganze Team hat Riesiges
geleistet, das haben wir dann mit einem gemeinsamen Essen und Umtrunk ausgiebig gefeiert. Und ich
muss wirklich meiner ganzen Mannschaft dafür noch einmal ein Riesenkompliment machen.
Gab es nicht auch Abschiedstränen?
Natürlich, der eine oder andere hat mehr als vierzig Jahre am Sonntagsanger gearbeitet, seit der
Lehre immer an der einen Stelle, die hatten natürlich schon auch ein Tränchen im Auge, denn so eng
es dort war, natürlich war es stadtnäher, kuscheliger, vertrauter, das ist doch klar, dass man einem
liebgewordenen Zuhause auch nachtrauert. Aber letztlich ist jetzt doch jeder froh, dass wir hier sind,
wir haben mehr Platz, es ist moderner, zeitgemäßer, heller.
50 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
G E S C H I C H T E
Vom Spediteur zum
Mittelstandsunternehmen
1948
Gründung als „Erstes Silo- und Transportunternehmen
Konrad Wormser“ durch
Konrad Wormser als 1-Mann-Unternehmen
1963
Gründung des Bavaria Bremsenprüfdienstes
in Weisendorf – in erster Linie wurden
hier Instand haltungsarbeiten an den
firmeneigenen LKW`s durchgeführt.
Später wurden hier auch PKW`s repariert
und Fahrzeuge der Fa. Glas (das sog.
Goggomobil) vertrieben.
1970
Neubau des aktuellen Autohauses
Wormser in Herzogenaurach (damals
auch Speditionsbetrieb) und Vertrieb
der Marke BMW. Unerwarteter Tod
des Firmengründers Konrad Wormser.
Weiterführung des Unternehmens durch
seinen Sohn Hans Wormser.
1983 – 1984
Bau des Filialbetriebes in Höchstadt an der
Aisch – dieser Betrieb wurde 2001 und 2008
erweitert. In Höchstadt wird seit Anfang
des neuen Jahrtausends auch die Marke
MINI vertrieben
2001
Umbau des Betriebes in Herzogenaurach
nach einem Brand
Wie ist Wormser am neuen Standort in Coburg aufgestellt?
Also bei Wormser hier in Coburg arbeiten knapp 55 Leute inkl. zwölf Auszubildenden. Auch diese
Zahlen zeigen den Aufschwung der letzten Jahre. Am Anfang 2009 waren wir nur vierzig Leute. Auch das
Geschäft hat sich in diesem Zeitraum sehr stark verändert, der Verkauf läuft heute viel multimedialer als
früher. Das ist am neuen Standort natürlich perfekt möglich mit neuen digitalen Anwendungen. Dabei
bleiben die persönlichen über Jahre gewachsenen Bindungen der Verkäufer zu ihren Kunden aber auch
in diesen modernen Zeiten natürlich unser wichtigstes Potential. Darauf haben wir am Sonntagsanger
gebaut, darauf bauen wir auch heute in unseren neuen fünf Verkaufsbüros für BMW-Neufahrzeuge,
zwei weiteren für Mini und zusätzlich in unserem Gebrauchtwagenpavillon.
Noch ein Blick in die Zukunft?
Also was uns riesig freut ist, dass BMW absolut hinter Wormser steht und absolut hinter dem Standort
Coburg. Wir alle gehen gemeinsam nach vorne. Und da werden natürlich die Themen Elektromobilität
und Hybrid eine noch stärkere Rolle spielen als bisher, die Kundenanfragen steigen in diesem Segment,
wir haben die Fahrzeuge natürlich auch hier vor Ort. Ich bin aber auch überzeugt, dass es immer BMW
mit Verbrennungsmotor geben wird.
2008
Bernd Nicol (der bereits 1999 ins Autohaus
eintrat) wird Geschäftsführer der
Autohäuser.
2009
Übernahme des Autohauses Pfiffer / Coburg
– hier Vertrieb von BMW und MINI
2010
Übernahme des Autohauses Panzer /
Forchheim – hier Vertrieb von BMW und
MINI
2015
Modernisierung der Autohäuser in
Höchstadt und Forchheim nach den
Vorgaben der BMW AG
Was als 1 Mann Unternehmen im Jahr 1948
begonnen hatte, ist zu einem Mittel standsunter
nehmen in der Branche geworden.
Das neue Autohaus Wormser:
Raum für mehr Erlebnis. Mehr Service.
Neben dem KFZ-Gewerbe ist der Bereich
Transport und Logistik in den Mittelpunkt
der Unternehmens gruppe gerückt.
Mehr Komfort. Mehr Innovation.
Nahezu 700 Mitarbeiter an 15 Standorten in
4 Ländern sind in den Speditions betrieben
und Autohäusern beschäftigt.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 51
VON WOLFRAM HEGEN
FOTO: YVES ALLOINDE
52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
DIE BÄTZOLDT OHG
Advertorial
Die Bätzoldt OHG – Vater und Sohn erfolgreich unter einem Dach
Dass sie heute im Büro so nebeneinander sitzen, der eine, der sich um das sogenannte grüne Geschäft im
Betrieb kümmert, um die Gartentechnik, und der andere, zuständig fürs gelbe Geschäft, die traditionelle
KFZ-Werkstatt, beide Geschäftsführer des Familienbetriebs, zwei gestandene Männer mit 25 Jahren
Altersunterschied, Vater und Sohn, und gemeinsam über ihr Unternehmen, die Familie, die Herausforderungen
reden, und vor allem wie respektvoll sie das tun, ist nicht selbstverständlich, wenn man weiß, welch tiefe
Gräben Generationenkonflikte oft aufreißen können, und ist auch in diesem Fall nicht selbstverständlich, hat
sich entwickeln müssen, hat sich aber auch über Jahrzehnte entwickeln dürfen.
Wer zu spät kommt ….
Sohn Erik nämlich geht erst einmal eigene Wege, lernt bei einem anderen Betrieb in der Stadt KFZ-Mechaniker.
Als er zum elterlichen Betrieb zurückkehrt, schickt ihn sein Vater lieber erst einmal zur Bundeswehr. Aber
auch die geht vorbei, Erik kommt zurück. „Am Anfang hatten wir schon ein Problem miteinander“, sagt Erik
heute, „meine Schwester und die Mutter waren auch auf seiner Seite, das war manchmal schon schwierig“. Ab
und zu habe sich das aufgeschaukelt, fügt sein Vater hinzu, „dann haben wir schon mal zwei Tage nicht mehr
miteinander geredet.“ Meistens sei es um Kleinigkeiten gegangen, „ich war halt um halb sieben im Büro, beim
Sohn konnte es schon mal später werden. Das hat mir gar nicht gepasst.“
GENERATIONSÜBERGREIFEND
Der Bätzoldt hilft uns schon …
Vater Rainer nämlich ist im Nachkriegsdeutschland großgeworden, schweren Zeiten, geprägt von Mangel,
Disziplin, harter Arbeit. Sein Vater gründet 1949 das Unternehmen, anfänglich als Boschbatterieladestation,
aber schon bald als Fachbetrieb rund um KFZ-Elektrik, den Rainer Bätzoldt später übernimmt. „Der Bätzoldt
hilft uns schon“, war früher ein geflügeltes Wort in der Region, „wenn mal ein Betonmischer stehengeblieben
ist oder ein Milchlaster, immer waren wir zur Stelle.“ Das Unternehmen hat einen guten Ruf, als KFZ-
Meisterbetrieb kümmert man sich vor allem um viele LKW-Fuhrparks in der Region, Rainer ist einer, der
zupackt, nach Lösungen sucht und sie oft auch findet, einfallsreich, innovativ. Ein echter Handwerker eben.
Wenn in einem Jahr ein Familienunternehmen
70. Geburtstag feiert,
davon 50 Jahre am heute noch
aktuellen Standort existiert, wenn
gleich zeitig die zweite Generation der
Geschäfts führung 75 Jahre alt wird
und die dritte Generation 50, dann ist
das anstehende Jahr 2019 wohl ein
beson deres für die Firma Bätzoldt in
der Neustadter Straße. Und das Unternehmen
ist mit seiner kontinuierlichen
Ent wicklung auch ein Vorzeigebeispiel
dafür, wie Vater und Sohn
unter einem Firmendach erfolgreich
zusammenarbeiten können.
Nimm Dir eine Woche Zeit …
„Ich dagegen war immer eher ein Universalist, also irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes“, schmunzelt
Sohn Erik, obwohl selbst auch KFZ-Meister und Betriebswirt. Gegensätze, die lange aufeinanderprallen,
aber sich im Laufe der Jahre mehr und mehr ergänzen. „Das einfachste war manchmal das Schwierigste,
miteinander zu reden nämlich, und zwar unvoreingenommen“, erinnert sich Erik, aber genau das tun beide
mehr und mehr. Bis der Vater den Sohn fragt, ob er mit einsteigen möchte im Familienbetrieb, richtig, nicht
nur als Ferienjobber oder Lehrling. Eine Woche gibt er ihm Zeit, zu überlegen. „Das haben wir immer so
gehandhabt, dass man nichts aus dem Bauch heraus entscheidet.“ Erik stimmt zu, freiwillig, „mein Vater hat ja
nie gesagt, Du musst das machen.“
Eine glückliche Fügung …
Beide stehen Seite an Seite eine schwere Zeit durch, Anfang der 2000er Jahre nämlich bricht das LKW-
Geschäft fast komplett weg, weil Speditionen aufhören, Fuhrparks wegfallen. Auch Eriks Ausflug ins
Telekommunikationsgeschäft scheitert nach einiger Zeit. Doch eine „glückliche Fügung“ (Vater) hilft dem
Unternehmen: Eine Firma für Gartentechnik gibt ihr Geschäft auf, die Firma Bätzoldt übernimmt einen
Mitarbeiter und mit ihm viele Kunden. Die LKW-Halle wird umgebaut, und als der Verantwortliche nach ein
paar Jahren aufhört, übernimmt Rainer Bätzoldt den Geschäftsbereich, „obwohl ich davon ja eigentlich keine
Ahnung hatte.“ Aber er arbeitet sich ein, wollte beweisen, „dass man das schaffen kann.“ Er schafft es, heute
ist die Gartentechnik nicht mehr wegzudenken. Und ohne Gartentechnik wäre der Vater vielleicht nicht mehr
im Unternehmen.
Loslassen können …
Heute kommen sie gut aus, teilen sich die Geschäftsführung, jeder hat seinen Geschäftsbereich. Die interne
Übergabe des Unternehmens vom Vater an den Sohn ist geregelt. „Ich konnte sehr gut loslassen“, sagt Vater
Rainer, „ich wollte das, solange ich klar im Kopf bin, noch in die richtige Spur bringen, außerdem kann ich
mich jetzt mehr ums Handwerkliche kümmern.“ Und im Umgang miteinander gibt es Grundregeln. Keine
strategischen oder grundsätzlichen Fragen tagsüber im Tagesgeschäft. Stattdessen setzt man sich regelmäßig
in Ruhe zusammen, nimmt sich Zeit, „dann können sich große Probleme gar nicht erst aufbauen“, so Erik.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 53
54 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
BERUF & LEBEN
Advertorial
Thomas Bittorf im Gespräch
„Ich verspreche keinen Erfolg, aber ich gebe alles dafür.“ Das ist der Leitspruch von
Thomas Bittorf. Der Rechtsanwalt und Steuerberater mit langjähriger Erfahrung hat
seine Kanzlei vor zwei Jahren neu aufgestellt. Seither tritt seine Kanzlei als tb.legal auf.
Dahinter verbirgt sich nicht nur ein anderer Name, sondern auch eine neue Philosophie.
Zeit für ein Gespräch über den Beruf, das Leben - und Coburg.
COBURGER: Wie hat sich Ihre Kanzlei in den letzten 2 Jahren am neuen
Standort in der Löwenstrasse 27 entwickelt?
Thomas Bittorf: Dank meiner motivierten Mitarbeiter und der Mandanten
waren die letzten beiden Jahre sehr positiv. Die Altbauräumlichkeiten hier
sind hell, offen und strahlen eine gewisse Leichtigkeit aus. Da kommt man
gerne hin.
COBURGER: Wie bringt man die Energie auf, sich jeden Tag mit den
Problemen anderer Leute zu beschäftigen?
Thomas Bittorf: Ich bin ja ein Dienstleister, wie ein Arzt auch. Es geht als
Rechtsanwalt und Steuerberater darum, anderen bei ihren spezifischen
Problemen zu helfen. Ich will Gerechtigkeit und versuche diese durchzusetzen.
Es geht aber nicht um das subjektive Gerechtigkeitsempfinden des Klienten
oder von mir, sondern ein objektiviertes. Entscheidend ist, wie ein Gericht, das
an Gesetze und die Rechtsprechung gebunden ist, am Ende des Tages urteilen
würde. Das versuche ich im Rahmen meiner Beratung vorwegzunehmen.
Das ist ein großer Motivationsfaktor, denn ich verliere sehr ungern Prozesse,
das ist wie eine Niederlage beim Sport. Manchmal ist es auch sinnvoll, direkt
mit der Gegnerseite zu verhandeln oder ggf. auch eine Mediation einzuleiten
- anstatt stets vor Gericht zu gehen. Am Ende eines Falles ist auch schön zu
sehen, wenn die Sache zu einem guten Ende gebracht ist und die Kunden
zufrieden, in vielen Fällen auch innerlich erleichtert sind.
„Ziel ist mittelfristig
eine multidisziplinäre
Kanzlei.“
COBURGER: Sie sind auf der Suche nach neuen Mitarbeitern?
Thomas Bittorf: Ja, mein Ziel ist es, mittelfristig eine multidisziplinäre
Kanzlei mit mehreren Berufsträgern, wie Rechtsanwälten und Steuerberatern
aufzubauen. Im Steuerbereich habe ich seit vielen Jahren hervorragende
Mitarbeiterinnen, aber ich muss mich perspektivisch um den Nachwuchs
kümmern, in beiden Bereichen.
COBURGER: Warum sollte sich jemand bei Ihnen bewerben wollen?
Thomas Bittorf: Wir haben eine wie ich meine wirklich gute Atmosphäre
hier, in sehr schönen Räumlichkeiten. Ich lasse meinen Mitarbeitern viel
Freiraum und versuche sie zu motivieren, den Fragestellungen auf den Grund
zu gehen und sie im Kontext zu sehen. Wenn einer allein bei einem Problem
nicht weiterkommt, lösen wir es gemeinsam. Persönliche Herausforderungen
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 55
THOMAS BITTORF IM GESPRÄCH
sind wichtig, aber Mitarbeiter sollten nie das Gefühl haben, überfordert zu
sein, sonst habe ich als Chef etwas falsch gemacht. Meine Mitarbeiter sollen
gerne zur Arbeit kommen und genauso viel Spaß an der Arbeit haben wie
ich. Wir legen großen Wert auf Fortbildung, das vermittelt auch Sicherheit
und Selbstbewusstsein. Die Vergütung und die Extras müssen natürlich auch
passen.
COBURGER: Sie haben den sportlichen Ehrgeiz schon angesprochen,
welchen Wert hat Sport in Ihrem Leben?
Thomas Bittorf: Mittlerweile wieder einen sehr hohen Wert: Du nimmst Dir
bewusst Zeit für Dich und tust etwas für Deinen Körper und Deine Gesundheit.
Mir macht es am meisten Spaß früh vor der Arbeit. Wenn Du am morgen früh
aufstehst und Dein Kopf sagt: Leg Dich noch mal hin - und stattdessen gehst
Du aber laufen… und plötzlich stellst Du fest, dass sich die Gedanken ändern
und Du Dich super fühlst.
Bei einer gewissen Regelmäßigkeit purzeln dann auch die Kilos, man stellt
seine Ernährung um und plötzlich schmecken Dir Salat und Müsli, Du trinkst
Ingwertee und nur noch eine Tasse Kaffee am Tag. Du merkst, dass es Dir
guttut und fragst Dich, warum Du es die letzten 15 Jahre nicht gemacht hast.
Und dann setzt Du Dir wieder Ziele und hast Träume, wie als Kind früher.
Letztes Jahr bin ich meinen ersten Marathon in Málaga gelaufen. Mit
regelmäßigem Sport denkst Du auch beruflich anders, Du bist fitter, wacher,
besser drauf, ausgeglichener aber auch entscheidungsfreudiger.
„Ich verliere ungern
Prozesse, das ist wie eine
Niederlage beim Sport.“
COBURGER: Was sind für Sie sonst noch wichtige Werte im Leben?
Thomas Bittorf: Die Zeit mit meiner Familie, ich versuche, meiner Tochter
nur das Beste mitzugeben, damit sie Selbstvertrauen, Mut und ihre Stärken
entwickelt. Freunde sind sehr wichtig, der ehrliche Umgang miteinander und
die Freude und der Spaß, gemeinsam etwas auf die Beine stellen.
COBURGER: Welchen Wert hat Ihre Heimat Coburg für Sie?
Thomas Bittorf: In Coburg bin ich aufgewachsen und mit Anfang 30 nach
Studium und ersten Berufsjahren in München wieder hierher zurückgekehrt.
Coburg hat unheimlich viel zu bieten für die Größe der Stadt, in jedem
Bereich. Aber man wird es erst schätzen, wenn man auch mal rausgeht und
sich ab und zu woanders umsieht, und nicht nur hier verharrt. Persönlich
würde ich mir wünschen, dass es uns gelingt, Coburg für die junge Generation
zwischen 20 und 35 noch attraktiver zu gestalten. Einer der wichtigsten
Maßstäbe für die erfolgreiche Entwicklung und Behauptung von Städten im
Wettbewerb ist ihr Altersdurchschnitt. In vielen großen Unternehmen vor Ort
ist er unterhalb des Durchschnitts der Stadt. Im Stadtrat, in dem wir wichtige
Rahmenbedingungen setzen, sind wir davon noch sicherlich entfernt. Jüngere
setzen teilweise naturgemäß andere Prioritäten.
COBURGER: Haben Sie konkrete Vorstellungen?
Thomas Bittorf: Wir haben in Coburg hervorragende Schulen und auch
Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Es geht aber z.B. um den Ausweis von
Baugebieten, von denen es in Coburg so gut wie nichts mehr gibt. Wir haben
viele kleine Spielplätze, aber keinen richtig großen wie z.B. im Nürnberger
Tiergarten mit Café oder auch nur Toiletten. Ein großer Anziehungspunkt
einer Stadt ist auch die Erlebbarkeit von Gewässern oder des Flusses einer
Stadt. Der Goldbergsee ist wirklich schön, aber für den Tourismus außer
Spazierengehen noch unerschlossen. Über die Itz-Belebung wurde schon
viel und angeregt diskutiert, aber leider noch nichts Konkretes umgesetzt.
Vorstellbar wären hier auch Möglichkeiten im Bereich Wassersport wie
Rudern oder evt. auch eine Wakeboard- und Wasserskianlage. Das wäre eine
echte Attraktion für Familien.
56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
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ich freue mich darauf, sie in einem persönlichen gespräch kennenzulernen.
thomas bittorf | rechtsanwalt & steuerberater
löwenstrasse 27 96450 coburg
09561 79 42 400 | 09561 79 42 402
info@tb.legal | www.tb.legal
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 57
58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
Harakiri
am Berg
Wenn der Schnee staubt und die Sonne vom blauen Himmel blitzt, dann zuckt
es in den Beinen. Dann beginnt die Skisaison. Dann zieht es die Brettlfans
ins Gebirge. Immer mehr suchen dort mehr als die einfache Familienabfahrt.
Sie suchen den besonderen Kick. Es lockt der Rausch der Tiefe. Es lockt das
besondere Glücksgefühl.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 59
HARAKIRI AM BERG
Es ist der Moment, wenn der Atem stockt, der Hormonspiegel
steigt, der Blutdruck nach oben schießt, der Magen kribbelt:
Eigentlich möchte man jetzt davonlaufen, eigentlich ist es aber
genau diese Situation, die man sucht, wenn die Vernunft mit
der Lust kämpft: Diese Lust am Risiko, dieser Kick Adrenalin,
wenn man oben steht, an der Kante des Abgrundes, den Blick
nach unten und genau weiß – Fehler solltest Du Dir jetzt nicht
erlauben. Dann noch einmal tief durchschnaufen und rein in den
Hang. Jetzt ist die Entscheidung getroffen. Ein Zurück gibt es
nicht mehr, nur ein nach unten.
Schmal, eisig, bucklig
Die steilsten Pisten in den Alpen üben auf Skifahrer einen
besonderen Reiz aus. Sich überwinden, das eigene Können
ausreizen, den Hang besiegen. Es gibt viele Gründe. Normale
Pisten, Schönfahren, das reicht oft nicht mehr. Dann schon lieber
die besondere Herausforderung suchen, immer öfter, immer
mehr. Lange nicht alle sogenannten schwarzen Pisten gehören da
dazu. So nämlich werden die anspruchsvollsten Abfahrten in den
Alpen gekennzeichnet. Dazu reicht laut Definition aber schon
ein Längs- und Quergefälle von mehr als 40%, also im Schnitt 40
Meter Höhenunterschied auf eine Strecke von 100 Metern. Das
stellt für gute Skifahrer in der Regel noch keine Herausforderung
dar. Richtig spannend aber wird es erst bei deutlich mehr Gefälle,
bei schmalen Streckenabschnitten, bei Eis und Buckeln. Dann
erst pocht das Blut in den Adern. Oft handelt es sich bei diesen
Streckenabschnitten nur um kurze Stücke, um Abhänge einer
längeren Piste. Das aber reicht aus für den besonderen Kick.
Hau di runter
Die Alpen haben einige dieser extrem steilen Abfahrten zu bieten,
die man nur als geübter Skifahrer mit einer Topausrüstung und
natürlich einem Helm wagen sollte. Schon die Namen dieser
Abfahrten verbreiten Angst und Schrecken: Harakiri heißt die
berühmteste im Skigebiet Mayrhofen, 78 Prozent beträgt das
Gefälle der Strecke, „Hau di runter“ ist das Motto, belohnt wird der
erfolgreiche Ritt auf der selbsternannten „steilsten präparierten
Skipiste Österreichs“ dann mit Merchandising-Artikeln. Oder
auch einem Foto. Das gibt’s immer Freitagnachmittags von
den Mayrhofer Bergbahnen. Dieses touristische Spiel mit der
Gefahr lohnt sich also, stößt aber auch auf Kritik: Viele ungeübte
Skifahrer treten zur Mutprobe an, mit allen Risiken für Leib
und Leben. Doch Bertold Brecht sollte ja nicht unbedingt Recht
behalten, wenn er sagt: „Der große Sport fängt da an, wo er längst
aufgehört hat, gesund zu sein.“
60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
DIE STEILSTEN PISTEN IN DEN ALPEN
G efälle über 100%
Eine andere Piste, die Skifahren trotz Winterkälte den Schweiß
auf die Stirn treibt, findet sich in Steinach am Brenner in
Tirol. Die WM-Piste „Manni Pranger“, benannt nach dem
Slalomweltmeister von 2009 Manfred Pranger, hat ein Gefälle
von über 100 Prozent und gilt wiederum als die selbsternannte
„steilste maschinell präparierte Piste Österreichs“, weil sie nur
mit Winde und einem speziellen Pistengerät bearbeitet werden
kann. Wer sich in sie hineinwagt, sollte seine Bretter schon im
Griff haben und eine ordentliche Oberschenkelmuskulatur kann
auch nicht schaden. Im Notfall holt einen zwar der Pistenbulli
aus der Steilwand, wie schon oft passiert, wer aber will sich denn
schon so blamieren? Dann lieber die gemütliche Familienabfahrt
wählen, die ein paar Meter oberhalb abzweigt. Auf der kommt
man im Zweifel auf jeden Fall sicher und gesund ins Tal.
sportland –
macht spass,
fit & gesund
Diese Lust am Risiko, dieser Kick Adrenalin, wenn
man oben steht, an der Kante des Abgrundes, den Blick
nach unten und genau weiß – Fehler solltest Du Dir
jetzt nicht erlauben.
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 61
HARAKIRI AM BERG
Nur die Allermutigsten trauen sich in den Hang,
bei 55 Grad Neigung, also über 140% Gefälle.
Teuflisch
Ein paar Kilometer weiter westlich, im Montafon in Vorarlberg, geht es teuflisch
zur Sache, wenn man sich die „Diabolo“ im Skigebiet Golm hinunterstürzt. „Trau
di ahi“ sagen die Einheimischen ähnlich wie an der Harakiri, „Trau dich runter“.
Man muss sich schon ein wenig überwinden, denn vor allem auf den ersten
Metern wird man schon kurzatmig bei 70 Prozent Gefälle. Dafür kann man sich im
weiteren Verlauf der Strecke ausruhen, wenn die Piste dann ihre ganze Sanftmut
zeigt. Kann aber auch nicht schaden, wenn die Oberschenkel schon brennen…
Nach einer kurzen Erholungsphase locken dann noch die sogenannten „Black
Scorpions“ im benachbarten Skigebiet „Silvretta Montafon“. Gleich sieben extrem
schwere schwarze Pisten fordern dort den ganzen Mann oder die ganze Frau. Bei
Gefällen von über 80 Prozent merkt man, warum gute Kanten nichts schaden
können. Vor allem die eisige steile kurve Sennigrat –Piste hat es in sich. Aber auch
die beiden Skirouten Sennihang und Abhenkina.
Be in
Shape
Endorphin im Blut
Wenn es ein bisschen mondäner im Umfeld sein soll, empfiehlt sich Lech am
Arlberg. Aber nicht nur zum Geldausgeben und Seines-Gleichen-Treffen ist der
historische Skiort das richtige Ziel. Denn vor dem abendlichen Prosecco und
Hummer gibt es auch eine ordentliche Portion Adrenalin zur Vorspeise: Der „Lange
Zug“ dort nämlich hat so gar nichts mit einer gemütlichen Eisenbahnfahrt zu tun,
sondern eher mit einem halsbrecherischen Höllenritt. Nur die Allermutigsten
trauen sich in den Hang, bei 55 Grad Neigung, also über 140% Gefälle gleich zu
Beginn. Nicht wenige wagen zwar einen Blick in den Abhang, mehr aber auch
nicht. Wer sich aber traut, wird belohnt, mit Endorphinen im Blut, mit über 6
Kilometern Pistenspaß und vor allem auch mit atemberaubenden Ausblicken in
die Bergwelt.
Vor dem Einkehrschwung …
Und wer dann immer noch nicht genug hat, kann auch die „Direttissima“ am
Katschberg besuchen, die auch „Kärntner Streif “ genannt wird in Anlehnung an
die berühmte Kitzbühler Streif (die in der Regel den Profis vorbehalten ist) mit
Neigungen zwischen 60 und 100 Prozent und einer Länge von 2500 Metern, die
„Gamsleiten 2“ in Obertauern im Salzburger Land mit bis zu 100 Prozent Gefälle
und vor allem vielen eisigen Buckeln, den „Franz-Klammer-Stich“, benannt nach
dem legendären österreichischen Ski Idol Franz Klammer, in Bad Kleinkirchheim
in Kärnten mit 80 Prozent, die „Direttissima“ in Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol,
zahlreiche Strecken in der Schweiz und Frankreich oder auch, ganz in der Nähe,
die berühmte „Kandahar“ in Garmisch-Partenkirchen. Auch die deutsche WM-
Abfahrt nämlich hat ein Stück, bei der einem bei über 90 Prozent Gefälle der Atem
stockt.
Adrenalinkick
Adrenalin wird vom Körper ausgeschüttet, wenn er besonderen
Anforderungen und Anspannungen ausgesetzt ist. Das Hormon Adrenalin
fokussiert unsere Wahrnehmung auf den Moment, es setzt ungeahnte Kräfte
frei und bringt unseren Geist nach der Herausforderung in eine euphorische
Stimmung – weswegen der Adrenalinkick auch eine gewisse Suchtgefahr
birgt. Dazu der Gottvater des Extremkicks, Jochen Schweizer: „Wer
etwas wagt, geht das Risiko ein, zu verlieren. Wer nie etwas wagt, verliert
garantiert. Denn Angst zu überwinden, bedeutet Freiheit.“ (Aus Fit for Fun)
Das Trainingsprogramm
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62 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
Advertorial
SCHMERZFREI
AUF ZWEI BRETTERN
Mit Tempo in den Hang, der Schnee staubt, die Kanten
krallen sich ins Eis: Skifahrer lieben ihn, diesen
ganz speziellen Kick, das Glücksgefühl auf zwei
Brettern. Ob nun mit Adrenalin in die Vertikale
oder sanft schwingend den Berg hinunter: Um den
Spaß auch genießen zu können, ist die richtige
Ausrüstung wichtig, vor allem auch der passende
Skischuh. Informationen dazu von Jochen
Fertsch, Mitarbeiter von Intersport Wohlleben
in Dörfles-Esbach.
Jochen, warum überhaupt ist ein möglichst perfekter Skischuh so wichtig?
Nur mit einem perfekt passenden Skischuh kann es auch ein perfekter
Skitag werden. Jeder, der sich schon mal mit einem nicht passenden
Skischuh quälen musste, weiß, von was ich spreche. Da können Wetter
und die Schneebedingungen ideal sein, genießen kann man das aber leider
nicht. Zudem sorgt nur ein perfekt passender Schuh für eine optimale
Kraftübertragung.
Neben qualitativ hochwertigen Marken-Skischuhen führt Ihr ja auch
thermoverformbare Skischuhe, was ist der Vorteil an Ihnen?
Thermoverformbare Skischuhe bieten den großen Vorteil, dass man die
Schale sehr gut auf den jeweiligen Fuß anpassen kann. Zusammen mit
anpassbaren Innenschuhen und Sohlen kann man so schon mal eine sehr
gute Passform „erzeugen“.
Jochen, Ihr seid ja auch einer der wenigen Partner von Aquanovoboot-
Skischuhen. Was ist bei diesen das Besondere?
Im Gegensatz zu den thermoverformbaren Skischuhen „von der Stange“
ist der Aquanovoboot wirklich ein Skischuh nach Maß. Es wird also ein
maßangefertigter Skischuh aus mehreren ausgewählten Komponenten
individuell für den jeweiligen Fuß angefertigt. Das sind die Skischuhschale,
der zu schäumende Innenschuh und eine eigens für Sie angepasste
Einlegesohle. Nur so lässt sich die Individualität der jeweiligen anatomischen
Gegebenheiten berücksichtigen. Erst dann kann ein spannungsund
druckfreier Skischuh erschaffen werden.
Der AquaNovoBoot. Besonders geeignet für …
… kleine, schmale Füße in Kombination mit starken, kräftigen Waden
… kräftige, breite Füße und dünne Unterschenkel
… Füße, die extrem von der sogenannten „Normform“ abweichen, z.B.
Senkfüße, Knickfüße, Spreizfüße, Hohlfüße, Sichelfüße. 80 Prozent der
Menschen haben keinen „Normfuß“.
… Ein schwaches Vorfußgewölbe, aus dem sich eine „Vorlagenunverträglichkeit“
ergeben kann.
… Kräftige bis übergewichtige Fahrer oder Fahrerinnen: Die Füße werden
deutlich stärker belastet. Bei einer kräftigen Wade ist der Schaft meist zu
eng, so dass auch die Durchblutung abgedrückt wird.
GUTSCHEIN AQUA NOVO BOOTS
Beim Kauf eines AQUA NOVO Boots bis zum 30.10.2018
erhalten Sie als Coburger Leser die praktische be heizbare
Skischuhtasche mit Rucksackfunktion im Wert
von 149,95 Euro gratis dazu!
Wie funktioniert die Aquanovoboot-Methode?
Mit Hilfe einer sehr speziellen Kombination von Luft- und Wasserdruck.
Erstmals werden die drei Komponenten – individuell angeformte Skischuh-
Schale, geschäumter Innenschuh und anatomische Einlegesohle – gleichzeitig
nach Maß angefertigt. Denn nur im Zusammenspiel entsteht der perfekte
Maßskischuh mit seiner einzigartigen Passform: der AquaNovoBoot. Dieses
Verfahren des deutschen Herstellers ist übrigens sogar von der EU patentiert.
Informationen &
Terminbuchung
Für wen sind solche Skischuhe vor allem geeignet?
Grundsätzlich sind diese Schuhe für alle geeignet, die einen perfekt
passenden Skischuh suchen. Aber vor allem Personen mit anatomischen
Herausforderungen werden sich über diese Schuhe freuen, um endlich
wieder schmerzfrei das Skifahren genießen zu können.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 63
Advertorial
RÜCKENSCHMERZEN
TRAINING HILFT
Volkskrankheit Rückenschmerzen
Sie ziehen, stechen, zucken wie
ein Blitz durch den Körper:
Rücken schmerzen sind eine
Volks krank heit. 80% der Menschen
der west lichen Welt leiden
im Laufe ihres Lebens mindestens
einmal an ihnen. Und gerade jetzt
im Herbst treten sie verstärkt
auf. Dabei müssen die meisten
Rücken schmerzen nicht sein, sagt
Rainer Falch, Geschäfts führer
vom Sport land Co burg in Dörfles-
Esbach. Der COBURGER hat sich
mit ihm unterhalten.
Rückentraining im Sportland
• Terminvereinbarung für eine kostenlose
und unverbindliche Beratung
inklusive Schnuppertraining unter
09561/68314
• Individuelles 8 Wochen Rückentrainingsprogramm
im hauseigenen
Dr. Wolff Rückenzentrum. Beginn
jederzeit bis zum 30.11.2018 möglich.
• Dr. Wolf Backcheck: Spezielles
Analysegerät, um Bauch-, Rückenund
Rumpfmuskulatur
zu analysieren und
eventuelle Dysbalancen
zu finden.
Warum treten denn gerade im Oktober und
November verstärkt Rückenschmerzen auf?
Rainer Falch: Das ist eigentlich ganz einfach
erklärt: Es wird kühler, die Luft wird feuchter, das
lässt Gewebe anschwellen und Nerven sensibler
werden. So werden Rückenschmerzen begünstigt
oder sogar ausgelöst. Außerdem arbeiten im
Herbst viele Menschen häufig ohne Pause
mehrere Stunden im Garten und überlasten dabei
ihren Rücken.
Und warum treten überhaupt so
häufig Rückenschmerzen auf?
Rainer Falch: Rückenschmerzen sind meist das
Ergebnis eines Missverhältnisses von physischer
und/oder psychischer Belastbarkeit eines
Menschen und seiner tatsächlichen Belastung.
Dabei können einmalige sehr hohe Belastungen
wie ungünstiges Heben, ein schwerer Sturz
oder lange und schwere Gartenarbeit die
Rückenschmerzen auslösen. Das merkt man dann
auch relativ schnell.Es können aber eben auch
häufig wiederkehrende leichte Belastungen wie
beispielsweise ungünstiges Sitzen, das tägliche
Arbeiten am PC, oder stundenlanges Surfen mit
dem Smartphone die Ursache sein. Und auch
Stress. Dieser führt zu unbewusster Anspannung
verschiedener Muskeln. So entstehen schleichend
über Monate Rückenschmerzen. Darüber hinaus
gibt es noch zahlreiche weitere Ursachen.
Was sollte man machen, falls Sie
es mal wieder erwischt hat?
Rainer Falch: Bei starken Schmerzen empfiehlt
sich auf jeden Fall der rasche Gang zum Arzt.
Dieser analysiert dann in Ruhe die Ursachen. Ein
schmerzlinderndes Medikament macht nicht nur
die Schmerzen erträglicher, sondern verhindert
auch, dass sich diese im Schmerzgedächtnis
festsetzen. Außerdem sollte man so weit wie
möglich in Bewegung bleiben, Spazieren gehen
und die eine oder andere Arbeit im Stehen
statt im Sitzen machen. Einfache gymnastische
„In 85% der Fälle ist
eine Operation unnötig“
Übungen wirken außerdem einem Muskelabbau
entgegen und beschleunigen den Heilungsverlauf.
Zu hohe Anstrengungen und falschen Ehrgeiz
sollte man dagegen vermeiden. Bei richtigem
Verhalten sollten die Schmerzen nach vier bis 8
Wochen verschwunden sein. Wenn es allerdings
zu Ausfall- oder Lähmungserscheinungen
kommen, muss man so schnell wie möglich zum
Arzt, um dauerhafte Schäden zu vermeiden. Ein
chirurgischer Eingriff ist aber übrigens nach einer
Erhebung der Techniker-Krankenkasse in 85
Prozent der Fälle nicht nötig.
Und was sollte man machen, dass es gar
nicht erst zu Rückenschmerzen kommt?
Rainer Falch: Gezieltes Muskeltraining spielt
dafür eine zentrale Rolle, wenn es geht zweimal
die Woche für 30 bis 60 Minuten, dann sollten
Rückenschmerzen bald der Vergangenheit
angehören. Am besten lässt man sich dazu von
einem Physiotherapeuten oder einem speziell
ausgebildeten Sportlehrer beraten und ein
gezieltes Rückenprogramm erstellen.
www.sportland-coburg.de
64 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
KERSTIN HELLER
Gesponserter Beitrag
GESUND SEIN UND BLEIBEN
Der ganze Mensch
Gesundheit ist ein hohes Gut. Wenn wir uns gesund fühlen, sind
wir voller Energie, Taten drang und Lebens freude. Dann sind
Körper, Seele und Geist im Einklang. Ein Ideal zustand. Doch wir
erhält man ihn sich? Und wenn Krank heiten das Leben belasten,
wie geht man mit ihnen um? Wir haben uns dazu mit der Coburger
Heil praktiker in Kers tin Heller unterhalten.
Wenn Menschen nach ihrem Wichtigsten
im Leben gefragt werden, steht meist die
Gesundheit ganz oben. Natürlich versteht man
darunter zumeist die Ab wesenheit von schweren
Krankheiten. Aber was meint der Begriff
Gesundheit eigentlich wirklich?
Gesundheit ist immer davon abhängig, wie gut
der Organismus auf Anforderungen aus der
Umgebung reagieren kann beziehungsweise wie
gut er Belastungen kompensiert. Hat man genug
Kraft und Energie, um zum Beispiel mit Keimen
aller Art zurechtzukommen und sie abzuwehren?
Fühlt man sich geistig und seelisch im Einklang,
um mit schwierigen Lebens situationen vernünftig
umzugehen?
Fragen Sie sich einmal, wieviel Prozent Energie
Sie haben, ausgehend von 100 Prozent. Wer sich
stark fühlt, hat genug entgegenzusetzen. Wer geschwächt
ist, aus welchen Gründen auch immer,
wird eher krank. Diese Selbstbeobachtung ist
also sehr wichtig: Wie fühle ich mich körperlich
und geistig/ seelisch? In welchem Bereich bin ich
geschwächt und wo liegt eventuell die Ursache?
Es ist besser, ein Gespür für sich selbst zu
bekommen durch eigene Beobachtung, als die
eigene Gesundheit nur der Krankenversicherung
anzuvertrauen. Und Selbstbeobachtung kann
man lernen, beispielsweise durch Yoga oder
Acht samkeitsübungen.
Um gesund zu werden oder zumindest nicht
krank, greift man gerne zu Medikamenten, zu
Operationen, ist es dann nicht eigentlich schon
zu spät?
Wenn man krank wird, das heißt Schmerzen
bekommt, sich nicht mehr so gut bewegen kann
oder auch depressiv wird, dann liegen immer
Ursachen dafür vor. Es ist auf jeden Fall wichtig,
einmal darüber nachzudenken, warum diese
Krankheit entstanden ist und sich Unterstützung
für diesen jeweiligen Bereich zu suchen, um
diese Ursache herauszufinden. Wenn die Ursache
nicht behandelt wird, kommt es immer wieder zu
den gleichen Problemen.
Eine Krankheit ist auch immer ein „Blinklicht“,
ein Ausdruck des Körpers und des Geistes, uns
mitzuteilen, dass wir uns um uns kümmern
müssen beziehungsweise uns helfen lassen
sollten. Die Methode ist dann sicher abhängig
von der Art der Beschwerden. Dabei halten
sich anhand von Studien durch Professoren für
evidenzbasierte Medizin schulmedizinische aber
auch alternativmedizinische Methoden genau
die Waage. Beide Felder sind gleich wichtig,
entgegen der gängigen Medienpolitik. Krankheit
ist auch eine Chance, wenn man sie reflektiert.
Was macht Menschen wirklich dauerhaft krank,
wenn man einmal von angeborenen Krankheiten
oder von schweren Infektionen absieht?
Körperlich betrachtet entstehen die meisten
Erkrankungen durch chronische Entzündungen,
die vor allem unser Herz, Gefäße oder andere
Gewebe dauerhaft schädigen. Spitzenreiter sind
in Deutschland Herz- und Gefäßleiden, Krebs,
psychische Erkrankungen, Diabetes, chronische
Atemwegserkrankungen sowie Muskelund
Skelett erkrank ungen. Vor allem unsere
Lebensweise, unsere Ernährung, Überlastungen,
Umweltgifte und dauerhafte Medikation
beeinträchtigen dauerhaft unser System.
Ein großer Gesundheits-Faktor wäre es zum
Beispiel schon einmal, den Zuckerkonsum zu
senken, ab und zu einmal ein paar Wochen auf
schädigende Angewohnheiten zu verzichten,
und sich mit genügend Nährstoffen zu versorgen,
wie beispielsweise im Winter mit ausreichend
Vitamin D.
Welche Alternativen gibt es, um so lange wie
möglich gesund zu bleiben?
Nehmen wir das Beispiel der Chinesischen
Präventiv-Medizin. Die Menschen gehen dort
zum Arzt, wenn sie gesund sind, um auch
weiterhin gesund zu bleiben. In der traditionellen
chinesischen Medizin gilt es herauszufinden, wo
der Schwachpunkt im System eines Einzelnen
liegt. Die Beratung erfolgt dann hinsichtlich
der Lebensweise. Welches Essen vertrage ich
gut oder gar nicht, brauche ich eher mehr Ruhe
oder zum Ausgleich mehr Bewegung. Kann ich
meinen Körper je nach Jahreszeit mit natürlichen
Mitteln wie bestimmten Tees, Gewürzen oder
Vitalstoffen unterstützen? Für diese Art von
Beratung eignet sich besonders der Besuch bei
einem Osteopathen. Die sensiblen Hände und
die geschulte Wahrnehmung erkennen oft schon
im Vorfeld Blockaden, und lösen sie sehr sanft.
Das ist ganzheitliche und individuelle Beratung
nach den jeweiligen Bedürfnissen.
HEILPRAKTIKERIN
OSTEOPATHIE
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Heilpraktikerin Kerstin Heller ist seit
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 65
66 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
AQUARIA COBURG
Advertorial
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 67
VON ILKA ROSEMEIER
Schöne Dinge
Wie Umgebung auf uns wirkt
Unsere Wohnungseinrichtung lässt tief Blicken –
in unsere Seele. Sie spiegelt unsere Interessen und
Leidenschaften wider. Im besten Fall haben wir ein
wohlgestaltetes Heim, in dem wir uns entspannt zurücklehnen
und zum Beispiel von unserem schönsten
Urlaub träumen können. Doch oft kommt es ganz
anders: Während wir in unserem letzten Afrika-Urlaub
die Vorzüge einer Einrichtung im Kolonialstil
genossen und die afrikanischen Holzschnitzereien
in Form von Masken, Tieren und Menschenköpfen
bewundert haben, gepaart mit einem wunderschönen
Blick in die unendlich wirkende Steppenlandschaft
Afrikas, wirken unsere Urlaubsandenken im
eigenen, skandinavisch eingerichteten Heim irgendwie
deplatziert. Zur Krönung des Ganzen will sich
beim Anblick unserer mühsam mitgeschleppten
Afrika-Andenken zu Hause vor dänischer Wohnkulisse
absolut keine Urlaubsstimmung mehr einstellen.
Stattdessen schleicht sich ein Anflug von Frust
ein und wir fragen uns: Was habe ich bloß falsch gemacht?
Im Urlaub sah doch alles so schön aus?
Nun, es gibt so einiges, was wir tun können, damit unsere
Wohnumgebung eine positive Grundstimmung
in uns erzeugt:
Eine harmonische Wohnumgebung
Zunächst einmal wird die Wohnungsgestaltung
natürlich durch unseren jeweiligen Geschmack
bestimmt. Hierfür stehen uns diverse Einrichtungsstile
zur Verfügung. Oft wollen oder können wir uns nicht
auf einen bestimmten Stil festlegen. Dann sieht die
Einrichtung zusammengewürfelt aus und es will
sich kein harmonisches Gesamtbild in der Wohnung
einstellen. Natürlich ist es möglich, verschiedene
Stile miteinander zu kombinieren, doch das will
gekonnt sein! Hierbei sollten niemals mehr als zwei
unterschiedliche Stile kombiniert werden.
Zu unserem persönlichen Geschmack gesellt sich
dann noch die räumliche Aufteilung. Ist die Wohnung
eher dunkel oder hell? Sind die Räume klein oder
groß? Gibt es hohe Decken? Das sind wesentliche
Dinge, die es bei der Gestaltung der Wohnräume
unbedingt zu beachten gilt und bei denen wir grobe
Fehler zu Lasten unseres Wohlbefindens machen
können.
Raumgestaltung für Böden und Wände
Böden und Wände sind aufgrund der Größe ihrer
Flächen von besonderer Bedeutung. Deshalb sollte
hierauf das Hauptaugenmerk gelegt werden.
68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
Wände, Böden, Licht und Dekoration: Erst
das richtige Zusammenspiel sorgt für ein
harmonisches Wohngefühl.
Momentan ist es Trend, das eigene Heim möglichst
hell und freundlich zu gestalten, wodurch eine
gewisse Leichtigkeit erzielt wird, die uns wiederum
(wenn wir alles richtig gemacht haben) ein Hauch von
Urlaubsstimmung am Meer in das Herz zaubert. Helle
Farben, die harmonisch aufeinander abgestimmt
sind, lassen uns besser entspannen als zum Beispiel
ein leuchtendes Rot. Rot weckt in uns eher das
Bedürfnis von Aktivität.
Oft sind wir uns dessen nicht bewusst, aber der
Bodenbelag ist entscheidend, wie ein Raum auf
uns wirkt und prägt seinen Charakter. Hierbei
ist es zunächst egal, ob wir uns für Holzparkett,
Laminat, Fliesen oder Teppich entscheiden. Neben
unseren persönlichen Vorlieben spielt auch die
Nutzung des Bodens eine große Rolle. Für aktivere
Bereiche empfehlen sich härtere Böden, während
ein Teppichboden in den Schlafräumen für mehr
Wohnlichkeit sorgt. Wenn wir morgens mehr oder
weniger schnell aus dem Brett hüpfen, tut es doch
gut, wenn unsere Füße sofort auf etwas flauschig
Weichem landen, als wenn uns sogleich der nackte
Holzfußboden empfängt – mag er auch noch so
schick aussehen.
Auch an den Wänden können wir wieder eine Menge
falsch machen. Möchten wir unsere Wände streichen,
geben sanfte Creme- oder Beigetöne unseren
Räumen mehr Helligkeit und lassen sie größer
wirken. Auch helle Grün- Gelb- oder Blautöne lassen
sich gut dazu kombinieren. Aber Vorsicht! Diese
Farben müssen sehr genau aufeinander abgestimmt
sein, damit sich hinterher nicht ein Bild der “Villa
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 69
www.lisel.de
Kunterbunt“ einstellt. Wer gerne mit dunklen Farben arbeitet, sollte sich
dessen bewusst sein, dass dies die Räume kleiner und dunkler wirken
lässt. Auch kann dies ein etwas bedrückendes Gefühl in uns auslösen. Bei
der Wandgestaltung mit Tapeten sollten wir auch große Vorsicht walten
lassen. Schnell können wir mit der falschen Tapete unseren Raum dabei
unschön zergliedern.
Raumgestaltung durch Textilien und Dekoration
Während wir die Raumgestaltung durch Böden und Wände so einfach
nicht wieder ändern können, gelingt uns dies durch den simplen
Austausch von Textilien deutlich schneller. Ein Raum kann durch
neue Kissenbezüge minutenschnell eine ganz andere Wirkung auf uns
bekommen. Haben wir zum Beispiel vorher alles schön abgestimmt Ton
in Ton gehalten, wodurch das Auge durch nichts abgelenkt wird und
der Raum eher ruhig wirkt, können ein paar wohldosierte Farbtupfer in
Form von neuen Kissenbezügen uns sogleich fröhlicher stimmen. Das
Gleiche gilt auch für Polstermöbel, die durch einen neuen Bezug gleich
ganz anders wirken. Durch neue Gardinen oder Rollos lässt sich ein
Raum optisch verkleinern oder vergrößern. Schwere Vorhänge können
dabei einem großen, hellen Raum etwas mehr Gemütlichkeit verleihen.
SCHÖNE DINGE,
WOHNDESIGN, INTERIEUR.
ÜBER 10000 ARTIKEL AUSGESUCHTER MARKEN.
DER ONLINESHOP FÜR DAS BESONDERE.
Zur Dekoration zählt alles, was wir mit kleinem Aufwand verändern
können. Das sind Textilien, Accessoires und Kleinmöbel. Bei der
Dekoration können wir unseren Vorlieben und Ideen freien Lauf lassen.
Jedoch sollten wir dabei immer auch unseren Einrichtungsstil im Blick
haben, damit eine einheitliche Linie gewährleistet ist. Nur so kann sich
das optimale Wohlgefühl bei uns einstellen.
Raumgestaltung durch Licht
Machen wir uns überhaupt ausreichend Gedanken darüber, wie der
Tageslichteinfall in unserer Wohnung ist oder wo eine Beleuchtung
wirklich Sinn macht? Licht hat nämlich einen viel größeren Einfluss auf
die Grundstimmung eines Raumes, als wir denken.
Haben wir zum Beispiel ein sonnendurchflutetes Schlafzimmer, wäre
eine Verdunklung durch Gardinen oder Rollos sehr sinnvoll. Wünschen
wir uns dagegen eine lichtdurchflutete Wohnung, können wir uns auf
einen einfachen Sichtschutz verlegen, der das einfallende Licht nur
gering reduziert.
Bei der Beleuchtung sollten wir die Balance finden zwischen praktisch
und dennoch gemütlich. Eine helle Lichtquelle sollte schon sein, um den
Raum bei Bedarf vollständig zu erleuchten. Mehrere kleine Lichtquellen
zaubern Gemütlichkeit und geben punktuell Licht dort, wo es nötig ist.
LISEL - LICHT & DESIGN
WILHELM-KIRCHNER-RING 22
96253 UNTERSIEMAU
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70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
Was wir tun können, damit unser Zuhause
im Winter noch gemütlicher wird
Wie oben unter Raumgestaltung durch Textilien
schon geschrieben, lässt sich unser Heim schnell
durch den Austausch von eben diesen verändern und
somit auch an die jeweilige Jahreszeit anpassen.
Bleiben wir auch noch einmal bei unserem
Beispiel der hellen und leichten Einrichtung im
skandinavischen Stil, der uns im Sommer an
schöne Strandtage erinnert, jedoch im Winter
schnell etwas unterkühlt wirken kann. Besonders
schön und passend zu diesem Einrichtungsstil sind
Kissenbezüge mit Wintermotiven, wie einer Meise
auf einem schneebedeckten Zweig oder einem Hirsch.
Dazu eine neue Decke aus Kunstfell für das Sofa und
vielleicht der ein oder andere kleine Kunstfellteppich
auf dem Boden oder einem Sessel, und schon
haben wir es “hyggelig“, wie der Däne sagen würde.
Natürlich dürfen in der dunklen Jahreszeit zusätzliche
Lichtquellen, wie Kerzen oder geschickt platzierte
Lichterketten nicht fehlen.
Stimmungsvolle
Weihnachtszeit
im Goebel Werksverkauf
Rödental
Unsere Wohnungseinrichtung
lässt tief
Blicken – in unsere Seele. Sie
spiegelt unsere Interessen
und Leidenschaften wider.
Montag bis Freitag 9 - 18 Uhr
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 71
Advertorial
72 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
WEIHNACHTSFABRIK & MUSEUM
Seit dem 21. September hat die Alte Weihnachts fabrik in Neustadt bei Coburg wieder
geöffnet. Auf über 800 Quadratmetern gibt es nicht nur eine Riesenauswahl an
wunderschönem Weihnachts- und Adventsschmuck von Inge‘s Christmas Decor und
anderen Herstellern, sondern auch viele Geschenkideen, besondere, individuelle und
originelle Produkte für Groß und Klein.
Vor dreißig Jahren entdeckte Klaus Müller- Blech ein paar alte Weihnachts vögel aus Glas, wie
sie seine Eltern und Vorfahren schon seit Generationen herstellten. Sie wurden die ersten
Stücke einer der schönsten und größten Sammlungen von antikem Weih nachts schmuck
weltweit. Das historische Weihnachtsmuseum befindet sich im ersten Stockwerk.
In unserem Bistro ist die ganze Familie herzlich Willkommen. Es gibt viele leckere Speisen
und Getränke.
Die Alte
Weihnachtsfabrik
Neustadt
Weihnachtsschmuck und
Geschenkideen
Öffnungszeiten
Wochentags:
09:00 – 18:00 Uhr
Sonntags:
13:00 – 18:00 Uhr
Weihnachtsfeiertage und Neujahr geschlossen
Weihnachtsschnäppchenmarkt
Jeden Samstag
vom 27. Oktober bis 22. Dezember 2018
ab 1,50€ je Box
Kugelblasen für Kinder
Kinder ab 5 Jahren dürfen ihre eigene
Glaskugel blasen.
Ab 28. Oktober bis 23. Dezember 2018
jeden Sonntag von 13:00 – 17:00 Uhr
Die persönliche Glaskugel
Vor Ort von einer Malerin angefertigt
jeden Samstag von 13:00 bis 17:00 Uhr
Ab 24. November bis 22. Dezember 2018
Öffnungszeiten
Historisches
Weihnachtsmuseum
von Freitag, 21.09.2018 bis Samstag, 05.01.2019
Montag bis Samstag
Sonntag
9.30 bis 18.00 Uhr
13.00 bis 18.00 Uhr
Weihnachten und Silvester:
9.30 bis 12.30 Uhr
Geschlossen
25. und 26. Dezember, 1. Januar.
Eintrittspreise
Erwachsene 4,50 €
Kinder bis 16 Jahre 2,50 €
Familienkarte (2 Erwachsene mit bis zu 3 Kindern) 12,00 €
Gruppentarif Erwachsene pro Person 3,50 €
ab 15 Personen
Gruppentarif Kinder pro Person 2,00 €
ab 15 Personen
Gruppen-Package für Erwachsene 12,00 €
ab 15 Personen; beinhaltet Eintritt und Weihnachts museum-
Ornament (mundgeblasen & handbemalt im Wert von 9,95 €)
Führungen
Museumsführung (45 Minuten) Sprache Deutsch 35,00 €
Museumsführung (45 Minuten) Sprache Englisch 50,00 €
Sternenweg 2
Neustadt bei Coburg
Tel. 0 95 68 / 8 57 - 0
www.alteweihnachtsfabrik.de
Jetzt auch auf Facebook und Instagram.
Bei größeren Gruppen mit dem Bus bitte vorher
telefonisch anmelden unter: 0 95 68 / 857-0
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 73
Handmade
in Neustadt bei Coburg
74 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
HANDMADE IN NEUSTADT BEI COBURG
Produktentwicklung
Schon Anfang des Jahres werden die neuen
Trends von unserem jungen Kreativ-Team für
das kommende Jahr entwickelt. Farben und
Ornamente werden festgelegt.
Formenbau
Im hauseigenen Modellbau werden nicht
nur historische Formen gepflegt und zur
Verwendung erhalten, sondern auch neue,
zeitgemäße Ornamente gefertigt.
Glasblasen
In der Inge-Glas® Manufaktur werden alle
Ornamente nach alter Handwerkskunst
mundgeblasen. Kugeln, Spitzen und vieles mehr
werden von erfahrenen Glasbläsern frei vor der
Flamme geformt.
Versilbern
Die unverwechselbare Brillanz von Inge-Glas®
Manufaktur Glasschmuck entsteht durch die
Handverspiegelung mit echtem Silber.
Malen
Bis zu 30 Arbeitsgänge sind nötig um einem
Ornament sein fertiges Aussehen zu geben.
Kleinste Details, wie Augen, Pupillen und
Augenbrauen werden sorgfältig und mit sehr
ruhiger Hand von unseren qualifizierten Inge-
Glas® Malerinnen gemalt.
Konfektionierung
Alle gefertigten Vögel werden entweder
mit Federn geschmückt oder erhalten den
traditionellen Vogelschwanz aus gesponnenen
Glasfäden. Auch SWAROWSKI ELEMENTS
und andere Zierelemente werden in der
Konfektionierung verarbeitet.
Qualitätsprüfung
Jedes Ornament wird einer abschließenden
Qualitätsprüfung unterzogen. Erst wenn diese
bestanden ist, wird es mit dem geschützten
Markenzeichen, dem Sternkrönchen®, versehen.
In der Alten Weihnachtsfabrik
finden Sie alle aktuellen
Weihnachtstrends, die in unserer
Inge-Glas® Manufaktur
hergestellt worden sind.
Das ganz besondere Weihnachtsgeschenk:
Unsere limitierten Auflagen.
Limitiert auf 999 Stück.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 75
Advertorial
Genussvoller,
gemütlicher
Herbst.
Der Wind frischt auf und die Blätter fär ben
sich in gelb und rot, die Tage werden kürzer
und es ist uns allen klar: Der Herbst ist da –
die gemütliche Jahres zeit. Die Abende verlagern
sich mehr und mehr in die gute Stube
und vielerorts flackert schon das Feuer
in den Kamin öfen. Fehlt nur noch etwas,
mit dem wir unseren gemütlichen Kaminabend
noch mehr auskosten können, z.B.
mit gutem Käse und gutem Wein. Der uns
genussvoll durch den gemütlichen Herbst
bringt.
GENUSS
Die „Käse- und Weinstraße“
beim Frischecenter Wagner
auf der Lauterer Höhe
Damit der Käse auch zum Wein passt und man Genuss erleben
kann, gibt es ein paar Dinge, auf die man auf jeden Fall achten
sollte. Harmonie entsteht nur, wenn die feinen Aromen des
Weins nicht vom Käse erschlagen werden. Es empfiehlt sich,
auf Fettanteil und Reifegrad des Milchproduktes zu achten.
Ein milder, fetthaltiger Käse passt am besten zu einem ähnlich
milden Wein. Zu einem eher säurehaltigen Käse passt ein
süßer, alkoholreicher Wein besser, da dieser einen Kontrast im
Gaumen setzt. Salziger Käse schmeckt zu Weinen mit kräftiger
Säure genauso wie zu edelsüßen Tropfen. Am einfachsten
ist es Wein und Käse aus derselben Region zu kaufen, diese
harmonieren meistens gut. Schlussendlich gilt: Der beste Wein
zum Käse ist der, der einem am besten dazu schmeckt und
Geschmack ist nun mal Geschmackssache.
Also dann guten Appetit. Stopp, noch ein paar Infos zur „Käseund
Weinstraße“. Viele köstliche Sorten zum Probieren und
Kaufen werden den Gästen der „Käse- und Weinstraße“ beim
Frischecenter Wagner auf der Lauterer Höhe angeboten.
Rot- und Weißwein ist dabei ebenso in großer Auswahl zu
haben wie natürlich auch sämtliche Variationen des Käses aus
Deutschland, Österreich oder Italien. Ob Bergkäse oder andere
traditionelle Käsesorten, aber auch einige Variationen mit Chili
oder Zitronenpfeffer.
Die edlen Tropfen kommen aus den verschiedensten
Weingütern. Insgesamt hat der Frischecenter Wagner eine
riesige Auswahl an Weinen im Sortiment.
www.wagner-coburg.de
76 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
www.itv-coburg.de
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 77
78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
IMMER EINEN BESUCH WERT
Advertorial
FOTOS: MICHAEL SELZER
OUDENAARDE
Mit der belgischen Stadt verbindet
Coburg seit 1972 eine enge
und gelebte Partnerschaft.
Der rund 31.000 Einwohner große Ort, nicht weit entfernt von Brüssel, Brügge
oder Gent, liegt an der Schelde – dem Fluss, dem er auch seinen Namen
verdankt. Oudenaarde heißt übersetzt so viel wie „Alter Hafen“. In unseren
Tagen auch als „Juwel der flämischen Ardennen“ bekannt, liegt Oudenaarde
inmitten dieser hügeligen Region. Hier lädt nicht nur die malerische Landschaft
zum Wandern an der ein oder anderen historischen Windmühle vorbei ein,
die Region ist einmal im Jahr auch Austragungsort eines der schwersten
Radrennen des Kontinents – der Flandernrundfahrt.
Die über 260 Kilometer zwischen Antwerpen
und Oudenaarde führen dabei zumeist über
Kopfsteinpflaster und sind eine Tortur für Mensch
und Material. In diesem Jahr ist das Rennen zum
102. Mal ausgetragen worden. Um diese Geschichte
entsprechend zu dokumentieren, haben die
Stadtväter der Flandernrundfahrt ein eigenes
Museum gewidmet. Neben historischen Rädern und
vielen Informationen rund um das Rennen kann man
hier aber auch selbst in die Rolle eines Radrennfahrers
schlüpfen. Zum einen als historischer Sieger mit
virtueller Brille, zum anderem aber auch auf einer
Installation, bei der man beim in-die-Pedale-treten
einen realistischen Eindruck erhält, wie es sich
anfühlt, auf dem belgischen Kopfsteinpflaster mit dem
Rad unterwegs zu sein. Ein bisschen rennradverrückt
sind sie schon in dieser Stadt. Wen wundert es also,
wenn man allerorten Menschen mit ihren Drahteseln
begegnet oder, dass Jean-Marie, der mit seinen 71
Jahren deutschsprachige Gäste durch das Museum
führt, auf die Frage, was er denn von E-Bikes hält,
antwortet: „Vielleicht mal, wenn ich alt bin“.
Das Herz von Oudenaarde schlägt rund um den
Marktplatz, der erst in diesem Jahr neu gestaltet
wurde. Viele kleine Läden, Cafés und Kneipen laden
zum Bummeln und Verweilen ein. Dominiert wird
das Zentrum vom prachtvollen Rathaus und der
Walburgakirche mit ihrem weithin sichtbaren 90
Meter hohen Turm. Vor allem beim Rathaus lohnt
sich aber nicht nur der Blick von außen. Im Inneren
warten auf die Besucher spektakuläre Exponate des
MOU (Museum von Oudenaarde und der flämischen
Ardennen): Riesige, historische, in den Oudenaarder
Werkstätten hergestellte Wandteppiche, eine
eindrucksvolle Silbersammlung und eine ausgefallene
Architektonik – so sind die Dachkonstruktionen dem
historischen Holzschiffbau nachempfunden – warten
auf die Besucher.
Noch bis zum 16. Dezember steht aber der wohl
berühmteste Sohn Oudenaardes im Mittelpunkt
einer Sonderausstellung. Künstler und Lebemann
Adrian Brouwer hat durch sein Schaffen selbst große
Maler wie Peter Paul Rubens oder auch Rembrandt
beeinflusst. In seinem nach nur 42 Jahren durch die
Pest beendeten Leben schuf er in der ersten Hälfte
des 17. Jahrhunderts rund 70 Bilder, von denen jetzt
erstmals rund die Hälfte zusammen im Oudenaarder
Rathaus ausgestellt werden. Als „Meister der
Emotionen“ waren es vor allem Szenen aus dem
bäuerlichen Leben, die Brouwer auf der Leinwand
festhielt und die bis heute von der Ausdruckskraft der
Figuren einzigartig sind. Über eine Million Euro hat
es sich die Stadt Oudenaarde kosten lassen, die Bilder
aus aller Welt zusammenzutragen – eine Investition,
die sich gelohnt hat.
Das wohl berühmteste Erzeugnis der Stadt ist
wahlweise hell oder dunkel und flüssig. Belgisches
Bier ist nicht nur bei den einheimischen beliebt
sondern auch ein Exportschlager. Gleich 7 Brauereien
stellen noch den begehrten Gerstensaft her, wobei die
beiden größten herausstechen, Roman und Liefers.
Während in der Brauerei Roman auf die traditionellen
belgischen Biere wie Pils, blond oder triple gesetzt
wird und natürlich auch Adrian Brouwer eine eigene
Reihe an zumeist dunklen Bieren gewidmet ist, sind
es bei Liefmans eher Craftbiere und die belgischen
Fruchtbiere, die in den Handel kommen. Aber
Vorsicht – in der Regel sind belgische Biere stärker
als das durchschnittliche fränkische Kellerbier – auch
wenn man es meist am Geschmack nicht erkennt,
sondern erst nach dem zweiten oder dritten Glas an
der Wirkung. Eine Brauereibesichtigung (unbedingt
vorher anmelden) mit anschließender Verkostung
lohnt sich aber allemal.
Wer die Bierspezialitäten aus der Coburger
Partnerstadt lieber auf dem heimischen Sofa
kosten möchte, hat traditionell auf dem Coburger
Weihnachtsmarkt die Gelegenheit dazu. Eine Gruppe
des Städtepartnerschaftsvereins verkauft auch in
diesem Jahr wieder zwischen dem 30. November und
2. Dezember belgisches Bier und Pralinen. Wer sicher
gehen will, noch etwas zu ergattern, sollte sich aber
beeilen, in der Regel ist der Stand am Samstagabend
schon ausverkauft.
Fazit: Oudenaarde ist definitiv eine Reise wert und in
Verbindung mit einem Ausflug zu Fuß oder mit dem
Fahrrad in die Ardennen und/oder einem Tagestrip
nach Brüssel, Gent oder Brügge, lohnen sich auch
mehrere Tage.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 79
80 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
HIER WOHNTE …
HIER WOHNTE…
VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT
FOTOS: SEBASTIAN BUFF
… DER SCHINKENBARON
Wie ein kleines Schlösschen liegt das Gebäude an einer der meist befahrensten Straßen Coburgs und ist von weither sichtbar.
Tausende Autofahrer rasen täglich daran vorbei. Hunderte Fahrgäste sitzen an den beiden Haltestellen am Ernstplatz und
wenige von ihnen ahnen wahrscheinlich, welches Kleinod sich hinter dem Schallschutzzaun befindet.
Auf dem ehemals 2000 Quadratmeter großen Grundstück ließ sich
der Fleischwarenfabrikant und Kommerzienrat Tobias Großmann
um 1900 ein herrschaftliches Wohngebäude errichten. Der
Betrachter ahnt bei dessen Anblick, dass der Metzgermeister ein sehr
erfolgreicher Geschäftsmann gewesen sein muss. Und tatsächlich:
Unter Tobias Großmann entwickelte sich die Familienmetzgerei
mit Filialen in der Ketschengasse und der Bahnhofsstraße zu einem
der größten deutschen Exporteure von Schinken. Genauer gesagt
Coburger Delikatessschinken, eine bis heute überregional bekannte
Schinkenspezialität. Die familiäre Erfolgsgeschichte der bereits im
17.Jahrhundert aus Lobenstein zugewanderten Großmanns endete
im Jahre 1937, als Tobias kinderlos verstarb. Die Geschäfte wurden
weiter geführt, eine Aktiengesellschaft gegründet. (1996 jedoch kam
die Pleite des Familienbetriebs, der das rasante Expansionstempo
in den neunziger Jahren mit der Gründung einer tschechischen
Niederlassung nicht vertrug.)
Das Ende der Villa am Ernstplatz war dies freilich nicht. Der nächste
Eigentümer brauchte jedoch mehr Platz. Kurzerhand ließ Dr.Paul
Eichmüller den Wintergarten an der Rückseite abbrechen, um
einen Operationssaal mit Liegeterrasse für seine orthopädische
Klinik zu schaffen. Zusätzlich ließ er eine Mansarde aufstocken,
um Wohnräume für das Personal zu einzurichten. Keineswegs eine
bauliche Verschönerung des Gebäudes, zugegeben. Doch welch
herrlicher Anblick mag es für die Patienten gewesen sein, auf den
barocken Garten mit dem hölzernen Pavillon und der künstlichen
Steingrotte zu schauen. Ein Brunnen auf Höhe des Zauns und
verschiedene Steinfiguren ergänzten die Gartenanlage, die bis
heute über eine breite Freitreppe vom Erdgeschoss aus jederzeit
erreichbar ist.
Einen weiteren großen baulichen Einschnitt brachte, für alle
Coburger ersichtlich, das Jahr 1973 im Zuge der Verbreiterung
der Goethestraße. Fast 300 Quadratmeter des Gartens musste
der Eigentümer an die Stadt abtreten. Die Brunnenanlage wurde
dabei zerstört und der Zuschnitt des Gartens verändert. Der
nächste Eigentümer veränderte die Villa unbemerkt in ihrem
Inneren. Kaufmann Heinz Matthäi erwarb das Ensemble, um
seine Christbaumkugelausstellung darin zu präsentieren. Ab
diesem Zeitpunkt waren viele Fenster im Erdgeschoss ganzjährig
abgedunkelt, um die passende schummerige Weihnachtsstimmung
für dir Einkäufer erzeugen zu können. Bemerkenswert.
Aber auch dieser Coburger Geschäftsmann verkaufte das Gebäude
wieder - aufgrund des erhöhten Verkehrsaufommens an der
nunmehr verbreiterten Goethestraße. In diesen Jahren führt der
Arbeitsweg einen jungen Ingenieurs täglich an dem herrschaftlichen
Gebäude vorbei. Nach eigener Aussage träumte dieser davon,
irgendwann selbst einzuziehen, so sehr faszinierte Michael
Knörnschild dieses Gesamtkunstwerk, welches zunehmend verfiel.
Anfang des Jahres 1994 war es dann soweit und ein befreundeter
Immobilienmakler bot ihm tatsächlich dieses Haus zum Kauf an.
Der Traum wurde wahr und das Ingenieurbüro Knörnschild bezog
nach umfassenden Sanierungsarbeiten die beiden Obergeschosse,
während im Souterrain ein Kopie-Shop als Mieter einzog. Seit
2003 wohnt Michael Knörnschild auch selbst in seiner Traumvilla.
Eine Herzensangelegenheit war ihm dabei die Rekonstruktion des
mittlerweile arg verwilderten Gartens. Nun bildet eine konkav
zulaufende Rasenfläche wieder den Mittelpunkt des Ziergartens.
Hecken wurden angelegt, die Grotte saniert und der reiche Bestand
an ausgefallenen Bäumen pflegerisch eingebunden. Die urzeitlichen
Riesenmammutbäume, die Hängebirken und die Linden entlang
der Straße machen aus dem Ensemble ein grünes Kleinod mitten
in der Stadt. Und so spricht heute auch keiner mehr über den als
Schallschutzwand gegen den Verkehrslärm angelegten Bretterzaun
entlang der Goethestraße, der dereinst die Gemüter in der Stadt
erhitzte, weil er als nicht ästhetisch empfunden wurde. Denn auch
diese hölzerne Konstruktion ist mittlerweile begrünt und fügt sich
gut in das Bild der Straße ein.
Häuser, die mit Unterstützung der
Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.
saniert worden sind – der COBURGER
stellt sie vor: 2018 in jeder Ausgabe des
COBURGER eines in unserer Reihe
„Hier wohnte“.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 81
HIER WOHNTE …
82 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
… DER SCHINKENBARON
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Die SÜC ist Ihr kompetenter Ansprechpartner, wenn es um die Ausstellung eines Energieausweises
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 83
HIER WOHNTE …
84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
… DER SCHINKENBARON
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 85
Advertorial
MARKTBERICHT
COBURG
Wohnimmobilien
immer begehrter
Marktbericht von VON POLL IMMOBILIEN
Der aktuelle Marktbericht für Wohnimmobilien in Coburg, den das
Maklerunternehmen VON POLL IMMOBILIEN soeben vorgelegt hat, zeigt, dass
die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen in der Stadt weiter steigen. Denn
Wohnimmobilien vor Ort sind begehrt und die Nachfrage übersteigt das Angebot
um einiges. Zur absoluten Premiumlage zählt vor allem das Gebiet direkt am Fuße
des Coburger Festungsbergs. 2017 bewegten sich die Preise für ein freistehendes
Ein- oder Zweifamilienhaus dort und in vergleichbaren Lagen zwischen 425.000
Euro und einer Million Euro. Im laufenden Jahr 2018 liegt diese Preisspanne
bereits zwischen 450.000 und 1,1 Millionen Euro.
Im Segment Eigentumswohnungen sind zentrumsnahe Lagen sehr beliebt.
Insbesondere Best Ager bevorzugen das Wohnen in fußläufiger Entfernung zur
Innenstadt. In den besten Lagen gleich östlich der City und am Itzufer bewegen
sich die Preise pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung aktuell zwischen
3.600 und 4.000 Euro, in guten Wohnlagen wie in der Ketschenvorstadt zwischen
2.800 Euro und 3.600 Euro. 2017 lagen die entsprechenden Obergrenzen noch bei
3.800 Euro beziehungsweise 3.400 Euro.
Insgesamt wurden in Coburg 2017 nach Zahlen des Gutachterausschusses rund
28,1 Millionen Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser umgesetzt, im Vergleich
zu 2016 ein Anstieg um 16,6 Prozent. 115 Eigenheime wechselten dabei den
Eigentümer. Der Durchschnittspreis lag somit bei rund 244.000 Euro, das sind gut
14,6 Prozent mehr als 2016. Fast 70 Prozent aller veräußerten Wohnimmobilien
in Coburg waren 2017 Eigentumswohnungen. Das Umsatzvolumen in diesem
Segment lag bei 41,3 Millionen Euro, rund 17,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
86 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
WOHNIMMOBILIEN IMMER BEGEHRTER
Die Zahl der Transaktionen steigerte sich um 17 Prozent auf 247. Demnach stieg
der Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen geringfügig um 0,2 Prozent auf
rund 167.000 Euro.
„Aufgrund der großen Nachfragen bei begrenztem Angebot gehe ich von weiter
steigenden Preisen in den bevorzugten Lagen Coburgs aus. Auch durch den
neuen ICE-Halt ist das Interesse an hochwertigen Immobilien in der Stadt weiter
gestiegen. In mittleren bis einfachen Lagen wird das aktuelle Preisniveau stabil
bleiben“, so Alexander J.N. Petrich, Geschäftsstelleninhaber des VON POLL
IMMOBILIEN-Shops in Coburg.
Den ausführlichen Marktbericht finden Sie unter
www.von-poll.com/coburg.
Er ist auch in gedruckter Form in der Geschäftsstelle
Coburg in der Judengasse 18 erhältlich.
Über die von Poll Immobilien GmbH
Die von Poll Immobilien GmbH hat ihren
Hauptsitz in Frankfurt am Main. Der Schwerpunkt
ihrer Tätigkeit liegt in der Vermittlung von
wertbeständigen Immobilien in bevorzugten Wohnund
Geschäftslagen. Die Geschäftsleitung des
Unternehmens bilden Beata von Poll, Daniel Ritter
und Sassan Hilgendorf. Mit mehr als 300 Shops und
über 1.200 Kollegen ist VON POLL IMMOBILIEN,
wozu auch die Sparten VON POLL COMMERCIAL,
VON POLL REAL ESTATE und VON POLL
FINANCE gehören, in Deutschland, Österreich,
der Schweiz, Spanien, Portugal, Norditalien,
den Niederlanden, Luxemburg, Kroatien sowie
Serbien vertreten und damit eines der größten
Maklerhäuser Europas. Durch eine konsequente
Expansionsstrategie befindet sich das Unternehmen
weiter auf Wachstumskurs. Der Capital Makler-
Kompass zeichnete VON POLL IMMOBILIEN im
Oktoberheft 2017 mit Bestnoten aus. Im Vergleich
der Maklerleistungen in 50 Städten erzielte das
Unternehmen mit 35 Fünf-Sterne-Bewertungen wie
in den Vorjahren die Spitzenposition.
KONTAKT
VON POLL IMMOBILIEN Coburg
Alexander J.N. Petrich
Geschäftsstelleninhaber
Judengasse 18
D-96450 Coburg
Telefon: +49 (0)9561 - 79 53 83 0
Mobil: +49 (0)172-995 60 43
E-Mail: coburg@von-poll.com
www.von-poll.com/coburg
PRESSEKONTAKT
VON POLL IMMOBILIEN GmbH
Angela Oelschlägel
Leiterin Public Relations
Feldbergstraße 35
D-60323 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69-26 91 57-601
Mobil: +49 (0)173-368 23 63
E-Mail: angela.oelschlaegel@von-poll.com
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 87
Gesponserter Beitrag
VERA BUCK– „BAS BUCH DER VERGESSENEN ARTISTEN“
Buchempfehlung
Martin Vögele, Buchhandlung RIEMANN:
Ein großartiger Roman wider das Vergessen!
Langweiler, ein Dorf im Hunsrück, 1902. Der fünfzehnjährige Mathis Bohnsack ist aufgrund eines lahmen
Beines der Prügelknabe seiner Familie. Insbesondere seine zwölf Brüder machen ihm das Leben zur Hölle,
mit Duldung des Vaters. Da nutzt Mathis die Gelegenheit und schließt sich einem im Dorf gastierenden
Schausteller an. Meister Bos „Durchleuchtungsapparat“ sorgt auf dem Jahrmarkt für Furore und zieht
Mathis sofort in seinen Bann. Zufällig sucht Bo einen neuen Gehilfen, und Mathis nutzt die offenkundig
einmalige Chance, seinem Schicksal zu entfliehen.
Mit dieser Entscheidung taucht Mathis ein in die fantastische Welt der Schausteller. Seine abenteuerliche
Reise führt ihn durch das ganze Land und auch nach Zürich, wo er während eines längeren Gastspiels im
dortigen Panoptikum Meta, die Liebe seines Lebens, kennenlernt. Meta ist Kraftfrau und tritt als stärkste
Frau der Welt auf. Der nun gemeinsame Weg führt Mathis und Meta nach Paris, wo sie in den Folies-
Bergère gefeiert werden und auf Berühmtheiten wie Coco Chanel, Agatha Christie und Charlie Chaplin
treffen. Immer dabei ist Metas behinderter Bruder Ernsti. Meta und Ernsti waren einst Findelkinder, die
beim Jahrmarkt landeten.
Gebundenes Buch
mit Schutzumschlag, 752 Seiten:
ISBN: 978-3-8090-2679-2
22,00 Euro
eBook:
ISBN: 978-3-641-20165-4
17,99 Euro
Berlin, 1936. Die Massen jubeln jenem abgelehnten Kunststudenten zu, mit dem Mathis und Meta 1908
in Wien eine Wohnung teilten. Dieser seltsame Mann mit dem lächerlichen Schnauzer ist Adolf Hitler.
Das Klima wird rau für Künstler und Artisten. Bühnen werden geschlossen, immer mehr Künstler mit
Berufsverboten belegt. Nicht selten verschwinden Menschen über Nacht. Leben wird kategorisiert nach
lebenswert und nicht lebenswert. Da beschließt Mathis, Widerstand zu leisten und ein Buch gegen das
Vergessen zu schreiben – ein gefährliches Unterfangen in dieser Zeit, zumal Meta und Ernsti jüdische
Wurzeln haben …
„Das Buch der vergessenen Artisten“ ist der zweite Roman der jungen Autorin Vera Buck und ein seltenes
Leseerlebnis. Mit ihrer feinen, bildhaften Sprache und auch subtilem Humor lässt sie uns einerseits
eintauchen in die schillernde Welt der Artisten und Künstler im frühen 20. Jahrhundert und gemahnt uns
andererseits an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. „Das Buch der vergessenen Artisten“ ist
ein großartiges, berührendes und nachhaltig beeindruckendes Lesevergnügen. Es ist eine Hommage
an vergessene Menschen, an Heldenmut und an die Liebe und ein gewichtiges Buch in einer Zeit, da
Menschen wieder zunehmend nach Rasse, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder sexueller Orientierung
beurteilt werden.
Inhaltsangabe
Die wundersame Welt des Jahrmarkts, dram atische Zeiten
und eine Liebe, die auch die größte Dunkelheit erhellt …
Deutschland, 1902. Mathis ist der dreizehnte Sohn eines
Bohnenbauern, sein Leben zwischen Äckern und Feldern
scheint vorherbestimmt. Erst als der Jahrmarkt im Dorf Einzug
hält, bekommt Mathis eine Ahnung von der großen, weiten
Welt jenseits der Hügel, die den Ort umgeben. Eine Welt, in der
elektrische Wunder, Kuriositäten und schillernde Showbühnen
auf ihn warten und in der auch er einen Platz haben will.
Zusammen mit den Schaustellern begibt sich Mathis auf eine
außergewöhnliche Reise.
Nach über dreißig Jahren als Röntgenkünstler lebt Mathis mit
seiner Partnerin, der Kraftfrau Meta, in einer Wohnwagensiedlung
am Rande Berlins. Es sind düstere Zeiten für die Artisten:
Auftrittsverbote werden verhängt, Bühnen dichtgemacht. Doch
in geheimen Clubs und Künstlertreffs lebt die Vergangenheit
weiter. Genau wie in dem Buch, an dem Mathis schreibt – einem
Buch, das Geheimnisse birgt und unter keinen Umständen in
die falschen Hände geraten darf …
Vera Buck
Vera Buck, geboren 1986, studierte
Journalistik in Hannover und Scriptwriting
auf Hawaii. Während des
Studiums schrieb sie Texte für Radio,
Fern sehen und Zeitschriften, später
Kurz geschichten für Anthologien und
Literatur zeitschriften. Nach Stationen
an Universitäten in Frank reich,
Spanien und Italien lebt und arbeitet
Vera Buck heute in Zürich. Ihr Debütroman
„Runa“ wurde von der Presse
hochgelobt und für den renommierten
Glauser-Preis nominiert.
©André Volk
88 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
THEATERVORSCHAU
DEMNÄCHST IM
LANDESTHEATER
WUCHTIGE TEXTE
4.48 PSYCHOSE
Schauspiel von Sarah Kane
Deutsche Übersetzung von Durs Grünbein
RASANTER BALLETTABEND
DREI FARBEN
Dreiteiliger Ballettabend von Tara Yipp,
Niko Ilias König und Mark McClain
OFRA
Live auf der
Coburg
in Halle 8
11.–14.10.18
Das
Coburger Land
genießen!
A DARUM GEHT ES
Um 4.48 Uhr beginnt die kurze Zeitspanne –
exakt eine Stunde und 12 Minuten – zwischen
zwei Medikamentengaben, eine Zeitspanne
voller Klarheit, aber auch voller Schmerz. In
ihrem poetisch verdichteten Text „4.48 Psychose“
entäußerte sich die britische Autorin Sarah Kane
(1971-1999) in all ihrer Verzweiflung und ihrer
Sehnsucht. Gespräche mit Therapeuten und Ärzten,
rätselhafte Zahlenkolonnen, exakte Beschreibungen
der Nebenwirkungen der Psychopharmaka, mit
denen sie behandelt wurde, und lyrische Passagen,
in denen sie ihren Gefühlen der Isolation und
Entfremdung Ausdruck verleiht. In schonungsloser
Offenheit gibt die Autorin die Innenschau einer
Depression preis. Kurze Zeit, nachdem Sarah Kane
das Stück ihrem Verleger übergab, nahm sie sich
das Leben. Es ist kaum möglich, sich ihrem Text
anzunähern und ihren Suizid auszublenden.
B WO UND WANN SPIELT ES
James Macdonald ließ in der Uraufführung den
Text von zwei Frauen und einem Mann spielen. Der
Aufführung wurde eine besondere Aufmerksamkeit
zuteil, nachdem die Autorin kurz nach Fertigstellung
des Stückes den Freitod gewählt hatte. Nach der
Uraufführung von 4.48 Psychosis im Royal Court
2000, hat es verschiedene Inszenierungen von „4.48
Psychose“ gegeben. Am 21. Januar 2012 hatte das
Stück Premiere an den Kammerspielen München.
C WAS ERWARTET MICH
Der Regisseur und Schauspieler Axel Sichrovsky hat
sich dem Coburger Publikum bereits 2016 mit seiner
hochgelobten Inszenierung von Elfriede Jelineks
„Wut“ vorgestellt. Nun lotet er die psychologische
und poetische Dimension dieses furiosen
Sprachkunstwerks aus.
D WANN
A DARUM GEHT ES
Farben, behaupten die Physiker, entstehen durch
die Brechung der Lichtstrahlung auf der Oberfläche
der Dinge. Farben sind aber noch viel mehr: sie
kreieren Bilder und Welten, sind Warnsignal und
Erkennungszeichen und rufen bei jedem von uns
andere Gefühle und Assoziationen hervor. Der
unendliche Farbenreichtum, den wir wahrnehmen,
lässt sich oftmals nur schwer in Worte fassen – ebenso
wie die komplexen Synergien und Bewegungen des
Tanzes.
C WAS ERWARTET MICH
Drei Farben aus dem bunten Spektrum des
zeitgenössischen Tanzes werden an diesem Abend
gezeigt: Tara Yipp, gebürtige Kanadierin, ist seit
2010 Ballettmeisterin am Landestheater Coburg und
stellte sich bereits mit „Gefährliche Liebschaften“
als Choreografin vor. Auch Niko Ilias König ist in
der Vestestadt kein Unbekannter: Er stand hier von
2008 bis 2014 als Solist auf der Bühne und bewies
im Rahmen der „First Steps“ sein choreografisches
Talent. Und – last but not least – der dem Coburger
Publikum bestens bekannte und für seine großartigen
Handlungsballette beliebte Ballettdirektor Mark
McClain. Drei Choreografen, die mit ihrer
individuellen Handschrift die Sinnlichkeit und
emotionale Kraft der Farben mit der Ausdruckskraft
des Tanzes zu fassen versuchen. Drei Teile, die
dementsprechend in Bewegungsstil, Thematik und
Musikauswahl kontrastieren und sich doch zu einem
farbintensiven und stimmungsvollen Abend zwischen
Bravour und Poesie zusammenfügen.
D WANN
Die Premiere findet am 10. November statt. Weitere
neun Aufführungen gibt es von November bis Januar
2019.
Immer als Geschenk für gute
Freunde und sich selbst
online bestellen unter:
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Die Premiere findet am 30. November statt. Weitere
Vorstellungen gibt es am 2., 18. und 19. Dezember.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 89
LACHEN FÜR DEN
GUTEN ZWECK
Die Comedy-Gala geht am 5. Januar 2019 im Kongresshaus Coburg in
die 7. Runde! Die Benefiz-Veranstaltung des Round Table 151 wird
auch dieses Jahr vom Coburger Magazin präsentiert und wird euch
mit ausgewählten Comedians begeistern! Und das Beste an der Gala:
Die Einnahmen des Abends fließen komplett in die Servicekasse des
Round Table 151, die dieses wieder dafür verwenden Gutes zu tun.
Auch das Programm hat es in diesem Jahr wieder in sich und garantiert
einen Abend voller Lacher. Die Comedians der Comedy-Gala 2019 sind:
BERHANE BERHANE
Der sympathische Spaßvogel ist DAS neue Licht auf
Deutschlands Comedybühnen. Er rockte zweimal die SAP
Arena bei seinem Kurzauftritt als Gast von Bülent Ceylan
und Bülent war begeistert: “Der Typ ist so geil!“ Als Berhane
mit 6 Jahren nach Deutschland kam, hatte er praktisch
nichts, nicht einmal einen Nachnamen. Den bekam er erst in
Deutschland zusammen mit seinem Pass.
DON CLARKE
Der „Natural Born Comedian“, englischer Charme gepaart
mit britischem Humor Mit seinem neuen Soloprogramm
„SEXundSECHZIG“ knüpft der natural born Comedian Don
Clarke dort an, wo er niemals aufgehört hat: Nichts tun!
THORSTEN BÄR
Das Multitalent der deutschen Comedy mit seinem Mix aus
Standup, Parodie und Songs. Bereits über 200.000 Gäste hat
das Multitalent der deutschen Comedy begeistert. „Vadder
Unser“ ist ein kurzweiliger Abend mit einem dynamischen
Mix aus Stand-Up Parodie und Songs. Lustig, schnell und
authentisch.
NIKO FORMANEK (Moderation und Führung durch den Abend)
Seine natürliche Art und sein Charme sind ansteckend und so
wird ein Abend mit Niko Formanek zu einem Erlebnis, bei dem
einem das Herz aufgeht.
WEIHERER.
Dank des niederbayerischen Poeten und seinem millionenfach
geklickten Internet-Video kennt mittlerweile ganz
Deutschland die Postleitzahl von Brunsbüttel. Doch Weiherer
ist weit mehr als nur der „25541-Kasperl“: Ein faszinierender
Sturschädel mit einer Mischung aus Liedermacherei und
Kabarett!
KARTEN
Karten erhalten Sie online auf www.coburger-comedy-gala.de
oder in der Geschäftsstelle des Coburger Tageblatts.
Der Vorverkauf läuft seit dem 4. Oktober.
LACHEN FÜR EINEN GUTEN ZWECK!
ROUND TABLE 151 COBURG
90 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
BENEFIZ-VERANSTALTUNG
KOMMENDE VERANSTALTUNGEN
Advertorial
UNVERGESSLICHE MOMENTE
Die Zeit der Open-Airs ist vorbei und die Veranstaltungen verlagern sich wieder in die Hallen, wie die brose ARENA in Bamberg und diese steht neben
Sport für eines unvergessliche Konzertmomente. Wer noch nie da war, für den heißt es jetzt: Tickets sichern, Freunde und Verwandte einpacken und
samt Kind und Kegel ein einzigartiges Erlebnisse genießen.
BEAT IT!
BROSE ARENA BAMBERG I 06. NOVEMBER 2018 I 20 UHR
Der „King of Pop“ ist zurück! Zum 60. Geburtstag von
Pop-Legende Michael Jackson feierte das brandneue
Musical „BEAT IT!“ am 29. August 2018 Weltpremiere
im Theater am Potsdamer Platz in Berlin und geht ab 30.
Oktober 2018 erstmals auf große Tournee und macht auch
zweimal in Oberfranken Stopp. Die zweistündige Musical-
Biographie „BEAT IT!“ von Erfolgsproduzent Oliver
Forster (u.a. „Falco - Das Musical“) zeigt in spektakulären
Bildern Michaels erste Schritte im Musikbusiness mit
den „Jackson 5“, seine unvergleichliche Solokarriere aber
auch seine persönlichen Veränderungen. Die grandiose
Bühnenshow präsentiert 25 der größten Jackson-Hits
in einzigartigen Originalchoreografien. Hits wie „Dirty
Diana“, „Thriller“, „Man In The Mirror“, „Billie Jean“,
„Beat It“ oder „ABC“ nehmen die Zuschauer mit auf eine
atemberaubende, musikalische Zeitreise.
257ERS
BROSE ARENA BAMBERG I 17. NOVEMBER 2018 I 20 UHR
MICHAEL MITTERMEIER
BROSE ARENA BAMBERG I16. NOVEMBER 2018 I 20 UHR
Die 257ers stammen aus Essen-Kupferdreh, einem Stadtteil im Süden der
Pottmetropole, also dem Arsch des Ruhrgebiets. Idyllisch ist es hier: Ein ruhiges
Fleckchen Erde mit einem Park, einem Wald, einem Supermarkt – eben rein
gar nicht so, wie man sich den Pott vorstellt. In der Tat haben die 257ers richtig
einen an der Klatsche – aber mit seiner ganz eigenen Humor- und HipHop-
Definition haben sich die 257ers in den letzten Jahren von Essen aus eine riesige
Fangemeinde erspielt. Die Postleitzahl ihres Heimatorts - 45257 Essen Kupferdreh
- lieferte ihnen dazu den Namen. Mit ihrer berühmt-berüchtigten Live-Show
haben die Essener jede Halle von Deutschland bis nach Österreich und in die
Schweiz abgerissen, sich eine sektenähnliche Anhängerschaft von »Mutanten«
erspielt, die Jugendsprache durch Begrifflichkeiten wie »Akk!« und »Abgehn!«
geprägt und Ende 2014 mit ihrem Album »Boomshakkalakka«, das bei Selfmade
Records veröffentlicht wurde, endlich auch die Chartspitze erklommen. Nach
einer nahezu restlos ausverkauften Mikrokosmos Tour waren die 257ers diesen
Sommer auf Festivals wie u.a. dem Southside / Hurricane, Frequency, Frauenfeld,
Helene Beach und dem Chiemsee Summer unterwegs. Derzeit arbeiten die
beiden Jungs auch an ihrem neuen Album und gehen ab November 2018 auf Tour!
Ring frei für den Comedykampf des Jahrhunderts! In der rechten Ecke als
Herausforderer: der Komiker. In der linken Ecke der Favorit: die Absurdität
des Alltags und ihre großen Brüder. Michael Mittermeier, der bayrische Karate
Kid der Stand Up Comedy fightet wie man ihn kennt und liebt: Schweben
wie Bruce Lee und stechen wie Biene Maja. Ein Mann, ein Mikro, keine
Regeln. Mittermeiers einziger Verbündeter: die berüchtigte Todes-Wuchtl,
eine lang vergessene, mündlich überlieferte Geheimwaffe, geschmiedet in
dunklen Gewölben einer antiken austrianischen Spaß-Dynastie, gestählt auf
allen Comedy-Bühnen dieser Erde. Und die Welt ist kein Tindergeburtstag!
Wer schlägt wen? Es heißt Jeder gegen Jeden: Batman vs. Baywatch... Chuck
Norris vs. Wonder Woman... Zwei Himmelhunde vs. Bud Spencer... Geistige
Veganer vs. Verbale Metzger... live gestreamt in den asozialen Medien...
Lasset die Spiele beginnen! Das Blöde und Böse in der Welt brauchen
keine Streicheleinheit, sondern eine Pointe genau zwischen die Augen.
Den LUCKY PUNCH. Klassische Stand Up Comedy. Mit Anzug und Style.
Ehrlich, hart und ohne Mundschutz. Ein furioses K.O. in 120 Minuten.
Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in allen gängigen Vorverkaufssystemen,
telefonisch unter der Hotline 0951-23837, oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 91
Advertorial
Eigentlich müsste es Coburger Konzert- und
Ver anstaltungs halle heißen, das Kongresshaus
Rosengarten. Zwar finden hier viele
Kongresse statt, vor allem aber ist das
Kongress haus eines: ein gutes Stück
Heimat. Ein Ort, mit dem viele Co burger
wich tige schöne Momente verbinden, an
dem sie getanzt, ge lacht, ge feiert und gestaunt
haben, schon jahrzehntelang: Seit
der Wiedereröffnung 1987 hat das Haus bis
heute mehr als 2 Millionen Besucher in über
10.000 Veranstaltungen empfangen.
Bei diesen handelt es sich vor allem um Veranstaltungen von Coburgern für
Coburger: so laden hier viele Schulen zu ihren alljährlichen Konzerten oder
Abschlussfeiern, es verabschieden fast alle örtlichen Gymnasien, weiterführenden
Schulen oder auch die Hochschule Coburg hier ihre Absolventen.
So ist das Kongresshaus Rosengarten auch Zuhause für wichtige Lebensabschnitte
des Coburger Kultur-, Vereins- und Wirtschaftslebens. Ob die Coburger
Narrhalla, die Effect`s, der Coburger Mohr, die Gesellschaft der Musikfreunde,
das Philharmonische Orchester des Landestheaters Coburg, Coburger
Chöre, Musikvereine, das Sambafestival, Tanzschulen, Serviceclubs, die
Polizei, die Industrie- und Handels- und die Handwerkskammer, Parteien,
große Unternehmen, die Stadt Coburg und viele andere: Im Kongresshaus
pulsiert das Coburger Leben, und zwar das ganze Jahr über: Im Fasching, bei
Ausbildungsmessen, Floh- und anderen Märkten, Bällen, Hochzeitsmessen,
Konzerten, Tagungen und Seminaren.
Und das Kongresshaus ist auch ein Tor zur Musik- und Show-Welt. Viel Prominenz
stand in den letzten drei Jahrzehnten im Rampenlicht auf der Bühne. Das
Kongresshaus Rosengarten ist damit im echten Sinn ein gutes Stück Heimat.
92 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
„Seit 2006 ist der Wirtschaftstag im Herbst ein fester
Bestandteil im Veranstaltungsangebot der Sparkasse
Coburg - Lichtenfels. Das Kongresshaus Rosengarten
bietet für dieses Highlight den richtigen Rahmen.
Das Team vom Kongresshaus berücksichtigt unsere
Wünsche und Anforderungen. Für unterschiedliche
Bedürfnisse im Hinblick auf die Räume als auch die
technische Ausstattung ist das Haus bestens gerüstet.
Auch die Verkehrsanbindung passt und auf dem
Anger und in den umliegenden Parkhäusern kann
man gut parken. „
Jana Lindner-Okrusch | Sparkasse Coburg-Lichtenfels
„Unsere Tanzschule Weinberg veranstaltet 3-4 im Jahr
im Kongresshaus Rosengarten den Abschlussball.
Nach 30 Jahren im Kongresshaus fühlen wir uns
immer noch sehr wohl, werden jedes Mal freundlich
und herzlich vom Personal empfangen und unsere
Wünsche stets schnell erfüllt.“
Sascha Weinberg | Tanzschule Weinberg
„Seit 2013 veranstalten wir regelmäßig im Coburger
Kongresshaus und arbeiten mit der Mannschaft um
Frau Schlecht und Sebastian Sonntag unkompliziert
und auf Augenhöhe zusammen. Mein persönliches
Highlight war der Auftritt des Krawall-Komikers
Gernot Hassknecht. Faszinierend war zudem die
Wortgewandheit von Norbert Neugirg (Altneihauser
Feierwehrkapelln). Schade, dass an dem Tag keine
Lokalpolitiker im Publikum saßen ... Ich freue mich
auf unsere nächsten Gastspiele im Kongresshaus,
nämlich auf Vince Ebert und die Kult A Cappella
Gruppe: Alte Bekannte.“
Oli Schneider | Agentur Streckenbach
„Der Festsaal: kein Saal im „Schuhschachtel-Format“,
sondern ein eleganter Erlebnisraum. Die Zusammenarbeit:
Unkomplizierte Kommunikation und zuvorkommender
Service. Sehr empfehlenswert – immer
wieder gerne“.
Dr. Joachim Rückert | Gesellschaft der Musikfreunde Coburg e.V.
„Seit mehr als 10 Jahren veranstaltet Hörgeräte Geuter
den Coburger Gesundheitstag im Kongresshaus
Rosengarten. Das Kongresshaus ist hervorragend für
diese Veranstaltung geeignet.
Durch die unterschiedlichen Räumlichkeiten ist alles
vorhanden: ein großer Vortragsraum, der große Saal
und das Foyer im Erdgeschoss für die Ausstellung und
der Konferenzraum sowie die Empore für Mitmach-
Aktivitäten. Von der Technik und vom Mobiliar ist
alles da, was benötigt wird.
Die Mitarbeiter sind stets sehr freundlich und helfen,
wo es nötig ist.
Fast ebenso lange organisieren wir im Kongresshaus
Rosengarten den Tag des Hörens. Eben aus oben
genannten Gründen. Auch unsere Firmenevents
haben im Kongresshaus stattgefunden.“
Jessica Heß | terzo-Zentrum Hörgeräte Geuter
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 93
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94 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 28 / AUGUST 2018
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AUSGABE 28 / AUGUST 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 95
LUTZ NAUMANN
96 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
GALERIE
G A L E R I E
L U T Z N A U M A N N
Lutz Naumann kennt zwei Arten von Fotografie: Das gezielte,
planmäßige, meist auftragsgebundene Umsetzen einer Idee
in ein Foto, das vor über 25 Jahren zu seinem zweiten Beruf
wurde. Daneben das Herumwandern, Beobachten, sich
Überraschenlassen und Übersetzen des Erlebten in ein Bild.
Letzteres tat er schon davor und betreibt es immer noch.
Da er sich nicht sicher ist, ob ihm dabei ausreichend gute
Bilder gelungen sind, macht er weiter. Auch in der Hoffnung,
Weltverständnis und Maßstäbe immer wieder neu justieren
und anpassen zu können. Natur und Menschen im öffentlichen
Raum bieten Motive und Überraschungen. Man muß nicht weit
fahren, aber viel laufen und schauen…
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 97
LUTZ NAUMANN
98 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
GALERIE
Unsere Veranstaltungen im Herbst
19.10. Kings of Floyd - "Pink Floyd“-Tribute-Band
23.10. SIXX PAXX ROXX TOUR - Male Revue Show
24.10. Thorsten Havener - Geheimnisse der nonverbalen Kommunikation
28.10. Seemanns-Chor Coburg - „Lieder der Meere“
10.11. 25. Bürger- und Polizeiball der Gewerkschaft der Polizei
13.11. Russisches Kindertheater - „Barboskiny “
17.11. Frankenmasters der Tanzsportgarde Coburger Mohr e.V.
25.11. Bastel- & Kunsthandwerkermarkt
Weitere Informationen unter: www.coburg-kongress.de
Berliner Platz 1 96450 Coburg Tel.: 09561 89-830 Fax: 09561 89-8384 info@kongress.coburg.de www.coburg-kongress.de
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 99
SCHATZSUCHE 2018
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DIE SCHATZSUCHE 2018 – DAS RÄTSEL DER REGION
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Coburg – Lichtenfels und in Zusammenarbeit mit iTVCoburg winken wieder
Gutscheine und Bargeld in Höhe von 1000 Euro. Die ersten Hinweise zu den
Fragen sind gleich ein paar Zeilen weiter unten zu finden – außerdem habt Ihr
zur Lösung ausreichend Zeit. Vergesst nicht, die kostenlose iTVCoburgApp
herunterzuladen. Dort findet Ihr nämlich immer den letzten Hinweis.
Und so geht’s 2018 – ganz einfach:
Die Schatzsuche findet jetzt noch zweimal statt. Jedes Mal neu, jedes Mal geht es
um Preise im Wert von 1000 Euro.
Es gibt jeweils Hinweise zu den Fragen der Schatzsuche in jedem neuen
COBURGER gedruckt oder auch online unter www.coburger-magazin.de: Also
in diesem COBURGER, dann nochmal im Dezember.
Dann folgt die eigentliche Schatzsuche: 7 Tage lang 7 Fragen lösen -
jeweils ab 17 Uhr unter www.coburger-magazin.de oder auf den Facebook-
Seiten des COBURGER und von iTVCoburg an allen Tagen in folgenden
Schatzsuche-Wochen: 20. bis 27. Oktober, 08. bis 15. Dezember. Dann
habt Ihr sieben Antworten – und mit dem abschließenden Hinweis auf der
iTVCoburgApp kommt Ihr dann auf die Lösung, den Schlüssel zum Schatz.
Eine Woche habt Ihr dafür Zeit. Die Lösung dann einfach per Mail an
hegen@coburger-magazin.de schicken.
Aus allen richtigen Mails losen wir einen Gewinner. Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen, Mitspielen könnt Ihr ab 16 Jahre. Der Veröffentlichung von
Namen und Bild, solltet Ihr gewinnen, stimmt Ihr mit der Teilnahme zu.
100 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
DAS RÄTSEL FÜR DIE REGION
Und hier die sieben Hinweise für die
sieben Fragen der dritten Schatzsuche
2018 vom 20. bis 27. Oktober. Dann
könnt Ihr Euch schon mal vorbereiten:
1 Wer gut recherchiert, wird etwas Neues bei
iTVCoburg feststellen
2 Kaum zu Glauben
3 Jahrgang 1998
4 Gesprächsrunde in Coburg
5 Fand dieses Jahr zum ersten mal statt
6 Totgesagte leben länger
Und hier noch die Auflösung vom
letzten mal:
„Einfach“ war das Lösungswort, obwohl es nicht so
einfach herauszubekommen war, aber am Ende dann
schlicht und einfach „einfach“. Einfach alles richtig
gemacht hat Sonja Feiler aus der Callenberger Straße.
Sie hat sich die Preise im Gesamtwert von 1000 Euro
gesichert, Gutscheine im Wert von 750 Euro, dazu
Bargeld in Höhe von 250 Euro. Alle Fragen, alle
Antworten von der letzten Schatzsuche auf www.
coburger-magazin.de.
UNSERE KREATIVITÄT ENTSTEHT
AUS DER LIEBE ZUM HAAR UND
UNSEREM SINN VON ÄSTHETIK.
Unser Anspruch ist die stetige
Entwicklung in unserem Handwerk.
7 Förderung des Freistaates Bayern
Jetzt seid Ihr schon gut gerüstet für die
erste Frage un serer drit ten Schatz suche
am Sams tag, den 20. Oktober um 17 Uhr
auf www.coburger-magazin.de oder auf
den Facebook-Seiten des COBURGER
und von iTVCoburg.
Ihr benötigt also
zum Miträtseln nur:
Jeweils den neuen COBURGER gedruckt
oder online unter www.coburger-magazin.de
alternativ einen Facebook-Zugang COBURGER oder
iTVCoburg und die kostenlose iTVCoburg App
Dann noch Freude am Rätseln und Glück.
Das war es – viel Spaß.
Unsere Sponsoren 2018 u.a.:
Studio Freese, seit 10 Jahren in Coburg
Judengasse 54 | 96450 Coburg | 09561 35 32 922
www.studio-freese.de
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 101
IN EIGENER SACHE
IMPRESSUM
COBURGER – Das Magazin
Ausgabe 29 / Oktober 2018
Sechster Jahrgang
Auflage 4000 Stück
www.coburger-magazin.de
Verlag:
markatus | markantes marketing
Mohrenstr. 31
96450 Coburg
Telefon 0 95 61 / 973 45 00
www.markatus.de
Herausgeber und Chefredakteur:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 / 690 52 84
hegen@coburger-magazin.de
Gründungsherausgeber:
Peter Einheuser
Wolfram Hegen
Autoren dieser Ausgabe:
Benedikt Dellert
Wolfram Hegen
Wolfram Porr
Heidi Schulz-Scheidt
Chris Winter
Julia Grahn
Ilka Rosemeier
Fotografen dieser Ausgabe:
Ives Alloinde
Sebastian Buff
Lutz Naumann
Val Thoermer
Frank Wunderatsch
Michael Selzer
Rainer Brabec
Layout/ Illustrationen:
Axel Straubinger
Titel-Illustration:
Coburger Herbst
veredelt von DCT
Grundlayout:
Peter Einheuser
Anzeigengestaltung:
markatus | markantes marketing
Anzeigenvertrieb:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 / 690 52 84
hegen@coburger-magazin.de
Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2018
Druck:
DCT GmbH
www.dct.de
Preis:
kostenlos
Vertrieb:
über 200 Verteilstellen
in Coburg Stadt und Land
Bestellung:
Online über www.coburger-magazin.de
Preis inkl. Verpackung und Versand
innerhalb Deutschlands
5 Euro inkl. MwSt.
IN EIGENER SACHE
COBURGER ZU WEIHNACHTEN
FÜR COBURGER
ONLINE BESTELLEN UND
AUF POST FREUEN
Zur Weihnachtszeit kommen sie nach Coburg,
viele Coburger, die das Jahr über nicht in ihrer
Geburtsstadt, sondern irgendwo in Deutschland,
Europa oder auf einem anderen Kontinent
leben und arbeiten. Hm, lass mal überlegen, was
schenken wir denen den dieses Jahr? Vielleicht ein
COBURGER-Abo?
Also Eltern, Großeltern, Firmenchefs und
andere Coburger: Macht Euren Kindern, Enkeln,
Mitarbeitern oder guten Freunden doch eine
besondere Freude – verschenkt zu Weihnachten ein
Jahresabo für den COBURGER im Wert von 30 Euro
für sechs Ausgaben. Für Euch lohnt sich das doppelt:
Schenken nämlich macht zum einen glücklich,
außerdem erhalten die ersten 100, die unser „Coburg
kommt ab sofort zu Dir“-Weihnachtsabo für einen
Freund, Verwandten, Mitarbeiter oder anderen
nicht in Coburg lebenden Coburger bestellen, einen
Gutschein von der „Heimatliebe“ im Wert von 10
Euro. Also am besten gleich reinklicken auf www.
coburger-magazin.de/abo. So sichert Ihr Euch den
Gutschein und macht anderen eine Freude. Und
wenn Ihr ganz schnell seid, liegt sogar schon die
Weihnachtsausgabe 2017 unter dem Baum. So kommt
Coburg zu allen Coburgern, auch wenn die nicht
mehr in Coburg leben. Ein echt heimatverbundene
Geschenkidee.
COBURGS BESTE
TOP UNTERNEHMEN IN DER REGION
Innovativ, traditionell, verantwortungsbewusst,
heimatverbunden – das sind Coburgs beste
Unternehmen. Und der COBURGER stellt sie vor,
ungewöhnlich, anders, innovativ.
Warum? Weil wir vom COBURGER in einem
gemeinsamen bis zu zweistündigen Workshop und
Interview den Wesenskern dieser Unternehmen
herausarbeiten, dabei aber nicht nur den
gegenwärtigen Zustand abbilden, sondern auch einen
Blick in die Zukunft wagen. Am Ende steht eine ganz
andere Unternehmenspräsentation, vier Seiten ganz
individuell gestaltet, optisch, inhaltlich, emotional.
Potentielle Fachkräfte, Kunden, Lieferanten und Ihre
Mitarbeiter erhalten durch diese Art der Reportage
nicht nur einen Einblick in Ihre Unternehmung,
sondern auch die Wahrnehmung aus einem anderen
Blickwinkel. COBURGS BESTE – demnächst in
jeder Ausgabe des COBURGER.
102 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
IN EIGENER SACHE
PREMIUM PARTNER
VORFREUDE AUF DIE
COBURGER COMEDY GALA
Unternehmer und Vertreter der Region, die uns über
das ganze Jahr begleiten - das sind unsere PREMIUM-
Partner. Mit Vorteilen für beide Seiten: Uns geben
treue Partner Planungssicherheit – und wir bedanken
uns dafür mit interessanten Geschichten. Das werden
wir auch in 2019 so fortführen – versprochen. Und
damit danke an unsere aktuellen PREMIUM-Partner.
Haben Sie auch Interesse?
Weitere Infos auf der Webseite unter
www.coburger-magazin.de/premium-partner
Oder schreiben Sie uns an:
hegen@coburger-magazin.de.
… Pssst
Wir werden übrigens alle PREMIUM-Partner
wieder einladen: zur vom COBURGER
präsentierten Coburger Comedy Gala in die
„COBURGER“-Loge des Kongresshauses
Rosengarten am Samstag, den 5. Januar 2019.
Mehr Informationen zur Comedy Gala
in diesem Magazin.
Und das sind bisher unsere
PREMIUM-KUNDEN 2018:
Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler
Autohaus Willy Ernst
Baugesellschaft Otto Hauch
Bätzoldt oHG
Bodystreet Coburg Heiligkreuz
Broadway Body GmbH
Buchhandlung Riemann
Ciderhof
Citroen Grosch
Coburg Stadt und Land aktiv
Engel & Völkers
Frische-Center Wagner
Friseur Julia Göring Intercoiffure
IHK zu Coburg
Intersport Wohlleben
iTVCoburg
Kongresshaus Rosengarten
Landestheater Coburg
Lasco Umformtechnik
Optik Müller
ROB – Roberto Bauer Herrenmoden
Schumacher Packaging
Sparkasse Coburg – Lichtenfels
Sportland Coburg
Studio Freese
SÜC
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Thomas Bittorf tb.legal
Tourismus & Stadtmarketing
Citymanagement Coburg
Veranstaltungsservice Bamberg
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Von Poll Immobilien
VR-Bank Coburg
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AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 103
MONACO FRANKE
Was war das für ein Sommer, oder? A weng arg trocken vielleicht, stimmt. Aber
ansonsten? Der Hammer! Wochenlang 30 Grad oder mehr, laue Abende bis weit
in den September hinein. Wann hat’s sowas zum letzten Mal gegeben?! Iech
waaß es fei echt nimmer! Okay, viele haben auch ein bisschen über die Hitze
gejammert – bei dem einen machte der Kreislauf nicht mit, andere konnten bei
den warmen Temperaturen nachts nicht mehr gut schlafen, die nächsten sind
vor den Wespen und Stechmücken (elende Drecksviecher!) geflohen. Aber hey,
die meisten haben’s genossen. Auch der Monaco! Sein‘ Sunnabrand konnt ma
allweil in einem schönen schattigen Biergarten mit am frischen Seidla löschen.
Grad schee woar’s!
Und so geht’s! Kaum haben wir mal einen heißen Sommer, schon gab’s nur noch
ein Thema. Und prompt hat es der wunderbare Begriff „derschwitzen“ zum
neuen oberfränkischen Wort des Jahres gebracht und steht nun in einer Reihe
mit dem „Wischkästla“, der Redewendung „a weng weng“ und mit dem „urigeln“.
Seit 2015 kürt der Bezirk Oberfranken dieses „Oberfränkische Wort des Jahres“.
Echt amoll a gude Idee! Denn so a weng weng Dialekt macht die Leut‘ doch erst
zu Menschen, oder? Verkündet wurde das Ergebnis übrigens im Rahmen des 21.
Oberfränkischen Mundart-Theater-Tages im Bauernhofmuseum in Kleinlosnitz.
Na des bassd ja.
Für die vierköpfige Jury, darunter immerhin eine Dozentin
vom Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft
an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (wieso
eigentlich Mittelfranken??) war es übrigens eine eindeutige
Entscheidung, wie zu hören war. Schön ist nach solchen
Verkündungen ja dann immer, wenn die Verantwortlichen
versuchen, dem gemeinen Nicht-Oberfranken zu erklären,
was das betreffende Wort nun also genau zu bedeuten hat.
Also: Die offizielle Bedeutung des Wortes „derschwitzen“
könne man mit „durch Schwitzen zu Grunde gehen“
umschreiben, hieß es da.
Die schon erwähnte Sprachwissenschaftlerin erklärte,
unsere Standardsprache kenne das Wort in der im Dialekt
üblichen Bedeutung zwar nicht. Das Deutsche Wörterbuch
von Jacob und Wilhelm Grimm habe seinerzeit aber
immerhin den Begriff „erschwitzen“ aufgeführt und mit
„schwitzen, ausschwitzen oder durch Schwitzen etwas
erlangen“ übersetzt. Weiter sagte sie: „Den Buchstaben
d als Vorsilbe kennen wir in der Sprache bereits seit dem
12. Jahrhundert. In den bayerischen und ostfränkischen
Dialekten hat sich dies zum Teil bis heute überliefert.“
Widda wos g’lernt, gell!
DER MONACO FRANKE
bezeichnet wird – könnt‘ ma jetz goar ned so viel erzählen. Dudd weh, sieht
bleed aus und is ansteckend. Und a Blunz’n? Na ja, da gibt’s verschiedene
Wortbedeutungen. A Blunz’n kann a Bludworschd saa, oba halt aa a rechte
Plauze mit haddem P! Ich sooch amoll so: A echter Franke sieht so wos jeden
Tag im Spiegel, da muss er ned noch an ganzen Artikel drüber lesen!
Im Süden gibt’s solche Wortprämierungen übrigens nicht. Jedenfalls nicht
offiziell. Das Münchner Oktoberfest ist aber trotzdem immer eine gute
Inspirationsquelle für alle, die in die selbstherrliche „Mia-san-mia“-Welt der
Oberbayern eintauchen wollen. Meistens sind die Mode-Wortschöpfungen halt
weniger derb als liab, weil sie ja standesgemäß auf Lebkuchenherzen oder den
zünftigen, aus feinem Filz gearbeiteten Dirndl-Trachtentaschen geschrieben
stehen sollen. Aber zwischen so manches „Spatzl“ oder „fesches Dirndl“ mischt
sich doch hier und da schon mal ein „Kniabiesler“, ein „Dipfalscheissa“ oder ein
„Bockfotzngsicht“.
Ein Evergreen ist und bleibt der „Saupreiß“ – die Tatsache, dass der Ausdruck
immer noch populär ist, zeigt aber nur, wie konservativ der Oberbayer ist, wenn
es um seine geliebte Heimat und seine Sprache geht. Und nicht nur da! So wurde
dem Monaco folgende Anekdote zugetragen: Nachdem er frisch nach Coburg
gezogen war, bekam ein junger Münchner
in seiner neuen Heimat in der Vestestadt
Besuch von seinen weltreisenden Eltern.
Und Sie dürfen einmal raten, welche drei
Mitbringsel sie für ihren verlorenen Sohn
dabei hatten: Ein Paar Weißwürste, zwei
Flaschen Augustiner Edelstoff und einen
Kanten Pfister-Brot! Wie gut! Denn wenn
er versucht hätte, das alles in Coburg
aufzutreiben, wäre er womöglich ganz
schön ins „Derschwitzen“ gekommen.
Schätzla, schau wie iech schau!
Für den COBURGER von Wolfram Porr
Der Monaco ist der Jury jedenfalls für ihre Wahl sehr
dankbar, und zwar aus reiner Uneigennützigkeit! Denn
nicht auszudenken, Sie müssten hier eine Abhandlung
über die „Bäppm“ oder die „Blunz’n“ lesen! Über so a
Bäppm - also das, was im Hochdeutschen als Lippenherpes
104 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
AUF EIN WORT
In jedem
COBURGER laden wir
an dieser Stelle Coburger
oder Nicht-Coburger
ein, ihre Meinung
zu sagen.
ENDSTATION SEHNSUCHT
Von Thomas Apfel
Wann waren Sie zuletzt am Coburger Bahnhof? Wenn Sie schon länger nicht mehr dort waren – es hat sich
nichts geändert. Immer noch strahlt er den morbiden Charme der frühen 70er Jahre aus. Die Eingangshalle, so
etwas wie das Tor zur Stadt, ist ein Alptraum. Wenn es mal regnet (was es zum Glück schon lang nicht mehr
getan hat), stehen im Bahnhof die Pfützen. Es ist eine Schande, welches Bild der altehrwürdige Bahnhof abgibt.
Immerhin geht es seit kurzem aufwärts, zumindest was den Aufzug am ICE-Gleis 2 betrifft. Das lange Hin-und-
Her um die Inbetriebnahme aber war eine Farce. Erst nachdem mehrere Politiker den Druck ins Unermessliche
gesteigert haben und die FDP sogar aus eigener Tasche die TÜV-Abnahme bezahlen wollte, sah sich die Bahn
bemüßigt, den Aufzug in Betrieb zu nehmen. Immer noch ohne Aufzug müssen die zahlreichen Pendler nach
Bad Rodach auskommen. Es ist eine Schande. Doch was tun?
Dass es auch anders geht, zeigt der Blick nach Sonneberg. Der dortige Bahnhof, ebenfalls in die Jahre gekommen,
wird demnächst saniert. Allerding übernimmt ein privater Investor die Umgestaltung zum Spielzeugbahnhof.
Lutz Lange (Therme Natur Bad Rodach, Klettergarten Kloster Banz und Sonnebad in Sonneberg – um nur
einige zu nennen) war es leid, den „schlonzigen“ Bahnhof in Sonneberg zu betreten. Hier wird nun gehandelt.
Lange öffnet die private Schatulle, es wird kräftig investiert um den Bahnhof salonfähig zu machen und zu
einem Spielzeugbahnhof umzubauen.
Zurück zum Coburger 70er Jahre Bahnhof. Immerhin hat der ansässige Imbissstand investiert und neu renoviert.
Der Buch- und Zeitschriftenladen ist auch in Ordnung. Der Aufzug am ICE-Gleis funktioniert (noch). Aber was
ist mit dem Rest? Der Zugang zu den Gleisen, die Eingangshalle, die Fassade, die fehlenden Parkplätze rund
um den Bahnhof: Alle heimischen Politiker und auch die Wirtschaft sollten den Druck auch die Bahn weiter
erhöhen oder vielleicht einen ganz anderen Weg gehen. Das Schicksal selbst in die Hand nehmen – auf die Bahn
zu warten könnte angesichts des bundesweiten Investitionsstaus bei der Sanierung der Bahnhöfe ewig dauern.
Barrierefreie Bahnhöfe sollten im Jahr 2018 eigentlich überall ohne Probleme möglich sein (auch in Coburg).
Aber vielleicht lässt sich der alte Coburger Bahnhof ja touristisch oder filmisch vermarkten – vielleicht dreht
Michael „Bully“ Herbig demnächst in Coburg einen Film, in dem ein Bahnhof aus den 70er Jahren eine große
Rolle spielt, vielleicht mit dem Titel „Endstation Sehnsucht“.
Viel ändern muss er dann nicht – leider.
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 105
Coburger | Das Magazin
erscheint wieder am 7. Dezember 2018
Anzeigenschluss ist
der 23. November 2018.
Witze und Zitate über Herbstdepressionen sind dieses Mal … das Letzte.
Bevor Du bei Dir selbst Depressionen oder ein geringes Selbstwertgefühl diagnostizierst, stelle erst
einmal sicher, dass Du nicht komplett von Arschlöchern umgeben bist. (Sigmund Freud)
Das Leben wäre viel einfacher, wenn es nicht so schwer wäre.
Eine Depression ist lediglich Ärger ohne Enthusiasmus.
(Willy Meurer, deutsch-kanadischer Kaufmann und Publizist)
Jemanden zu lieben, der Depressionen hat, ist wie London. Es ist die tollste Stadt der Welt, aber es regnet
jeden Tag. (Sophie Manleitner)
„Verblüht sind Dahlien und Ginster,
die Abende sind früher finster,
die Rechnung steigt für Gas und Licht,
der Tag nimmt ab – ich leider nicht.“
Alkohol macht dumm und gleichgültig … Kapier ich nicht, ist mir aber auch egal.
106 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018
Schnelles Internet
für die Region.
Verfügbarkeitsabfrage unter www.dacor.de
Kontakt
Öffnungszeiten
Shop Coburg
Telefon: (09561) 97621-0
Mo - Do: 8:30 Uhr - 17:00 Uhr
Schillerplatz 1
E-Mail: vertrieb@dacor.de
Fr: 8:30 Uhr - 14:00 Uhr
96450 Coburg
web: www.dacor.de
AUSGABE 29 / OKTOBER 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 107
Nähe
ist einfach.
Weil man die Sparkasse immer
und überall erreicht.
Von zu Hause, mobil und in
der Filiale.
sparkasse-co-lif.de
108 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 29 / OKTOBER 2018