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COBURGER – Das Magazin #27

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Nr. 27 | Juni 2018

Magazin für Gesellschaft. Lifestyle. Politik.

Zum Mitnehmen


„Wunderbares Schottland “ Ab Seite

78

Fotos von Frank Heumann

in unserer Galerie

2 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 3


INHALT

AUSGABE 27 JUNI 2018

8 DREIGESTIRN

10 STADTGESPRÄCH

14 DER HOFBERICHT

70 BUCHEMPFEHLUNG

71 THEATERVORSCHAU

84 SCHATZSUCHE

86 IN EIGENER SACHE

88 MONACO FRANKE

89 AUF EIN WORT

90 DAS LETZTE

SEBASTIAN BUFF

CHRIS WINTER

SEBASTIAN BUFF

WOLFRAM HEGEN

WOLFRAM PORR

CHRIS WINTER

WOLFRAM HEGEN

SEBASTIAN BUFF

WOLFRAM HEGEN

HEIDI SCHULZ-SCHEIDT

SEBASTIAN BUFF

FRANK HEUMANN

14 HOFBERICHT

Kreatives Stelldichein: Promis und Design

18

22

30

GEFANGEN IM NETZ

Fallensteller online

COBURG IST BUNT

Gesichter aus aller Welt

SONDERTHEMA SICHERHEIT

Positionen und Geschichten

40 PFLEGENOTSTAND

Hilfe aus der weißen Stadt

44 MACHER

Dieses Mal Auwi Stübbe

48

62

SPIELPLATZ NATUR

Offroadabenteuer

HIER WOHNTE...

…ein selbstbewusster Amtsbote

78 GALERIE

Bilder eines Ebersdorfer „Schotten“

4 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


Hier wohnte …

ein selbstbewusster Amtsbote

Seite 62

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 5


EDITORIAL

EDITORIAL

WOLFRAM HEGEN

Ja, ich weiß. Kein Tag ist wie der andere. Wenn eine Türe zugeht, geht eine andere

auf. Leben ist Veränderung. Nichts ist für die Ewigkeit. Blablablabla. Es grunzt die

Phrasensau vor Vergnügen und suhlt sich in 5-Euro-Stücken, wenn es sie denn gäbe.

Aus Worten gepresste Beruhigungspillen, weiter nichts. Veränderung, permanent

unbemerkt um uns herumschleichend, oft uns aber auch wie ein Raubtier aus

dem Hinterhalt an der Gurgel packend, neben dem Tod die einzige Konstante in

unser aller Leben, ein Naturgesetz also, ist manchmal - unter uns, erzählen Sie es

nicht weiter, aber ich denke, wir sind uns einig, und entschuldigen Sie die profane

Ausdrucksweise – einfach nur „total anstrengend“ oder wie meine (bezaubernden)

Töchter mit dieser so ganz eigenen Satzmelodie der Generation Z (wobei ich mir

immer die Frage stelle, welche Generation kommt nach Z? Etwa Ü, Ä oder Ö?)

sagen würden: „ALTER“ oder „Meine Fresse“.

Veränderung hat nun einmal immer zwei Seiten: Das Neue, das Kommende, das Spannende auf der einen

geht nicht ohne Abschied, Verlust, Ende auf der anderen. Je mehr wir davon aber ertragen müssen oder auch

ertragen zu müssen glauben, desto mehr verlieren wir den durch Vorfreude endorphingeweiteten Blick nach

vorne aus den Augen, sehnen wir uns nach Beständigkeit, Ruhe, irgendjemanden, der auf den Tisch haut und

sagt: „So, Ruhe jetzt mal in diesem Irrenhaus“. Wir sehnen uns ganz einfach nach Sicherheit. So wie jetzt, 2018,

am Anfang des 3. Jahrtausends, einer Zeit, in der alles ins Wanken zu geraten scheint, was uns vermeintlich Halt

gab und immer noch gibt. Eine Zeit, in der wir Veränderungen spüren wie lange nicht: Religion, Demokratie,

Fakten, Beziehungen, Weltordnung, Arbeitswelt.

Aber es ist halt ganz einfach so wie es ist (Phrase, sorry). Und damit ist es für uns höchste Zeit für das

Sonderthema „Sicherheit“, das wir unter die Überschrift gestellt haben: „Habt keine Angst“, mit der wir uns

trotzig dem Zeitgeist entgegenstellen, dass alles „immer schlimmer“ wird. Wird es nicht, nur anders. Leicht

aber werden solchem Zeitgeist Opfer gebracht. Das Polizeiaufgabengesetz Bayerns zum Beispiel opfert

Freiheitsrechte. Und eine ganz Bevölkerung opfert ihre persönlichen Daten. Warum das alles? Wozu? Wie

kann man sich wehren? Darüber schreiben wir.

Und natürlichen werfen wir auch in dieser Ausgabe viele Blicke auf die schönen Dinge des Coburger

Lebens. Auf die 30. Coburger Designtage zum Beispiel, auf deren „Macher“ Auwi Stübbe, auf den (Achtung

Töchtersprache) „krassen Scheiß“ Offroad-Fahren, auf Fernwehbilder eines Ebersdorfer „Schotten“, auf

Coburger Unternehmen und ihre Erfolgsgeschichten, und – weil im Juli wieder Internationale Woche ist -

auf acht Menschen aus aller Herren Länder, die gerade in Coburg ihr neues Zuhause finden. Was für eine

Veränderung!

So, jetzt sind Sie dran.

Wolfram Hegen

P.S. Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten (Thomas von Aquin)

P.P.S. „Eigentlich hat mir ja nix gefehlt, aber trotzdem bin ich ab und zu zum Arzt und hab mir ein Rezept

verschreiben lassen, weil, der will ja auch von was leben, mit dem Rezept bin ich zum Apotheker und habe

mir das Medikament gekauft, weil, der will ja auch von was leben, dann bin ich nach Hause und hab das Zeug

weggeschmissen, weil – ich will ja auch leben.“ (Zitat eines über 100jährigen aus der Region)

6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


INHALT

30

HABT KEINE ANGST

Sonderthema Sicherheit

18

GEFANGEN IM NETZ

Cyberkriminalität

WIR SAGEN

DANKE!

Sie wählten das

VitaDROM zum

Branchensieger!

Zum dritten Mal in Folge

hat das VitaDROM in

einer neutralen Marktuntersuchung

den 1.

Platz belegt.

40

NEUE KOLLEGEN

Pflege aus der weißen Stadt

4. C O B U R G E R

K U N D E N S P I E G E L

Platz 1

BRANCHENSIEGER

5. C O B U R G E R

K U N D E N S P I E G E L

Platz 1

Untersucht: 5 FITNESSCENTER

82,5% Durchschnittlicher Zufriedenheitsgrad

Freundlichkeit: 89,2% (Platz 1)

BRANCHENSIEGER

Betreuungsqualität: 80,0% (Platz 1)

Preis/Leistungsverhältnis: 78,3% (Platz 1)

Kundenbefragung: 03/2012

Untersucht: Befragte (Fitness)= 6 FITNESSCENTER

329 von N (Gesamt) = 910

82,2% Durchschnittlicher Zufriedenheitsgrad

Freundlichkeit: MF Consulting 92,7% Dipl.-Kfm. (Platz Dieter 1)

Grett

Betreuungsqualität: www.kundenspiegel.de 83,9% (Platz Tel: 09901/948601 1)

Preis-Leistungs-Verhältnis: 70,1% (Platz 2)

Kundenbefragung: 03/2015

Befragte (Fitness)= 376 von N (Gesamt) = 901

MF Consulting Dipl.-Kfm. Dieter Grett

www.kundenspiegel.de Tel: 09901/948601

48

SPIELPLATZ NATUR

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Zukunft Vorreiter in Coburg

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und exzellente

Betreuung zu sein.

Individuell.

Innovativ.

Effizient.

22

FOTOSTRECKE

Coburg ist bunt

46

CIDERHOF

Alan Colbourn und seine Leidenschaft

vitadrom.de

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 7


DREIGESTIRN

DREIGESTIRN

Sommer in der Stadt. Luftschlieren verschmelzen den Blick,

niedrigfrequente rhythmische Waberungen vibrieren den Hammer

über den Amboss bis hin zum Steigbügel, Ethanol variiert

sich durch schöne Namen in gekillerte Kehlen, alles so schön

bunt hier. Und laut. Und lustig. Und die Frauen so schön. Und

die Männer. Und das Leben überhaupt. Im Sommer, in Coburg.

Draußen, beim Fidelklang im Rosenduft, Sambistas in der Bratwursthölle,

Ringelpietz rund ums fesche Rondell oder beim Fest

des Volkes auf dem Großparkplatz. All das im Eventguide CO-

BURGER SOMMER in der letzten Aprilausgabe dieses kleinen

Magazins. Pflichtevents quasi für den Coburger und seine Gäste.

Doch gibt es ein Leben daneben? Neben Klassik-Open-Air, Sambafest,

Schlossplatzfest, Vogelschießen? Eine weitere Dimension?

Natürlich. Hier unser Dreigestirn, drei Tipps für Mitte Juni

bis Ende Juli. Hingehen, anschauen, Freude haben, aber auf eigenes

Risiko, ok?

ROYALER DOPPELPACK MAL ANDERS

VON PRINZ ALBERT ZUM

KING OF ROCK`N ROLL

Zum Auftakt des Dreigestirns ein Blick nach Rödental. Die

sich neuerdings als Prinz-Albert-Stadt neupositionierende

Gemeinde im Landkreis Coburg nämlich lädt Mitte Juni zu

einem sozusagen adligen Duett unter dem Titel „Von Prinz

Albert zum King of Rock`n Roll“, dargeboten von den Saint-

Gobain-Singers auf Rödental gemeinsam mit dem Kammerchor

Cantabile aus Gotha. Ein Freundschaftskonzert der Extra-Klasse

ist angekündigt der Chöre, die beide im ehemaligen Herzogtum

Coburg-Sachsen-Gotha ansässig sind, des Herzogtums, in dem

Mitte des 19. Jahrhunderts Prinz Albert wirkte. Wie sich Musik

aus seiner Zeit mischt mit dem King ein Jahrhundert später -

man darf gespannt sein auf diese ganz besondere Premiere, auf

neue musikalische Genüsse, auf einige Überraschungen. Wer

sich in aller Ruhe darauf vorbereiten möchte: Einlass ist schon

um 18:30 Uhr, Zeit für ein Gläschen zum Aufwärmen.

WELTSTAR DES JAZZ

MARIA BAPTIST TRIO „PLUS ONE“ FEAT. JOHN BETSCH

Maria Baptist ist eine Ausnahme-Künstlerin: die in Berlin und New York lebende Pianistin

und Komponistin inspiriert ihre Zuhörer mit der positiven Kraft ihrer Musik. Maria Baptists

Facettenvielfalt und ihr solistisches Können haben sie an die Spitze der aktuellen Jazz-Szene

geführt. Sie wurde für Top-Preise wie den ECHO Jazz oder den Preis der dt. Schallplattenkritik

nominiert und hat Spitzenorchester wie die NDR-, HR- und RIAS Big Band geleitet. Weltweit

gab Maria Baptist als Solistin, mit ihrem Trio und ihrem Orchester mehr als 1.000 Konzerte. Für

Michael Jackson spielte sie ein Privatkonzert. Mit ihrem Trio plus One hat Maria Baptist eine der

„spannendsten zeitgenössischen Jazzformationen Europas“ (artistic director 12on14 Jazzclub)

geschaffen: Schlagzeuger John Betsch aus Paris ist eine lebende Legende. Der Afro-Amerikaner

ist vor allem durch seine Zusammenarbeit mit wichtigen Vertretern des sogenannten Free Jazz und

der Avantgarde-Szene der Siebziger bis heute bekannt. Als Frontmann leitet er heute auch eigene

Projekte wie das John Betsch Trio und die John Betsch Society. Ihr Bassist Fabian Timm gehört

zu den „jungen Wilden“ der Berliner Jazz-Szene. Maria Baptists Saxophonist Jan von Klewitz ist

ein wahrhaft magischer Innovator auf seinem Instrument und eine der tragenden Säulen des Maria

Baptist Orchestras. Auf ihrem neuen Album „Poems without Words“ erschaffen die vier Musiker

„tiefe Klangwelten, die wohl so aktuell selten aus Europa zu hören sind“.

Wann Wo Wie:

Samstag, 16. Juni 2018 um 19 Uhr im Rathaussaal in

Rödental, Eintritt 10 Euro

www.saint-gobain-singers-roedental.de

Wann Wo Wie:

Karten für 20 Euro an der Abendkasse oder Kartenreservierung unter

www.leise-am-markt.de/kartenreservierung

oder unter 09561/90856.

8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


DREIGESTIRN

ZWISCHEN MUSIKALISCHEN WELTEN

DAS DRITTE FESTIVAL KLANGGRENZEN

Es ist gerade mal die dritte Auflage der Klanggrenzen, des

interdisziplinären Kammermusikfestivals, und schon mag

man es sich nicht mehr wegdenken aus dem alljährlichen

Kulturkalender der Vestestadt. KLANGGRENZEN beleuchtet

die Schnittstellen zwischen den Künsten, die Grenzen, an denen

sich Kreativität entfacht. Los geht es am Montag, den 25. Juni um

18 Uhr in der Alten Pakethalle auf dem Güterbahnhofgelände.

Gemeinsam mit dem Kammerorchester M18 und seinen 45

Musikern stehen bis zu 15 Kinder und Jugendliche des Weimarer

Vereins WE-DANCE auf der Bühne. Sie vertanzen die Musik

von Prokofievs „Symphonie Classique“, bevor das Orchester

Beethovens 6. Sinfonie „Pastorale“ konzertant zu Gehör bringt.

Weiter geht es beim Festival Klanggrenzen mit einer „Ladies

Night“ am Montag, den 2. Juli um 19:30 Uhr bei Leise am

Markt. Dann sind „Die Brassessoires“ zurück. Bereits 2016

begeisterten die 5 Musikerinnern beim KLANGGRENZEN-

Festival vor ausverkauftem Haus. Im Programm „Ladies’

Night“ wird der musikalische Bogen von zeitgenössischen

Originalkompositionen für diese Besetzung über (Eigen-)

Arrangements aus den Genres Pop, Jazz, Chanson und

Volksmusik gespannt. Gespickt mit Geschichten, Märchen und

Anekdoten aus der weiblichen Sicht der Blasmusik darf man

sich auf einen unterhaltsamen Abend freuen.

Zwei Tage später steigt die „Tango Nacht“ im Pfarrzentrum

St. Augustin. Der griechische Bandoneonist Kostas Raptis

hat eigens für die Zusammenarbeit mit dem Flex Ensemble

Tangostücke neu arrangiert. Die Spannbreite der Musik reicht

von virtuosen und verrückten Miniaturen über Hochzeitswalzer

bis hin zu intimen Liedern. Mit subtilen Videoprojektionen

zur Erweiterung der musikalischen Dimension wird dieses

Programm lebendig.

Und zum Ausklang serviert das Festival Klanggrenzen 2018 am

Sonntag, den 8. Juli, „Forellengeschnetzeltes vom Feinsten“

beim „Musik Slam“ im Haus Contakt. Warum? Weil das

„Forellenquintett“ von Franz Schubert gegeben wird. Aber

eben nicht wie immer, sondern als Rahmen für improvisierte

Slams moderner Wort-Akrobaten. Spannend.

Wann Wo Wie:

25. Juni, 2. Juli, 4. Juli, 8. Juli

verschiedene Locations

Infos und Tickets unter www.klanggrenzen.de

Weitere Ideen, Anregungen und Termine für Sommernachtsanbeter, Badegäste, Bettflüchtige,

Nichtsmitsichalleineanfangenkönner, Menschen auf der Suche, Verliebte mit Fortgehdrang,

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dann halt heimlaufen, heimfahren lassen … oder einfach gleich liegenbleiben.

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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 9


STADTGESPRÄCH

STADTGESPRÄCH...

RÄDCHEN

Coburg ist mit dem Radl da: Zum einen sorgen die Coburger Teilnehmer der

weltweiten Aktion „Critical Mass“ immer am letzten Freitag des Monats um 18 Uhr

in Coburg mit ihrer anarchischen Aktion für mehr und mehr Verkehrschaos, wenn

sie im Pulk fahrend den Verkehr behindern, um auf diese Weise auf die für ihrer

Meinung nach gefährliche Situation für Fahrradfahrer aufmerksam zu machen

(Das nächste Mal am Freitag, den 29. Juni um 18 Uhr), auf der anderen Seite laden

ganz legal verschiedene Organisationen und Unternehmen seit 1. Juni zur „Biketo-work-challenge“

ein. Einfach ein Foto von sich auf dem Fahrrad machen vor

dem Logo des Arbeitgebers oder auf dem Weg dorthin, auf die entsprechende

Facebook-Seite hochladen und mit vielen Likes ein E-Bike mit Brose-Motor

gewinnen. Die Aktion läuft noch bis zum 22. Juli.

PÄRCHEN 1

Der Seßlacher Bürgermeister und Landtagskandidat Martin hat seine Julia Bach

geheiratet und aus ihr damit eine Julia Mittag gemacht. Soweit ist das noch nichts

Neues. Hinter der Verbindung des CSU-Mannes aber steckt ein SPD-Mitglied, die

freie Journalistin Gabi Arnold nämlich. Sie hatte die Beiden verkuppelt. Arnold

kannte die beiden schon länger und gut, wusste von deren Singledasein und nutzte

eine IHK-Absolventenverabschiedung, bei der beide in ihren Funktionen zu Gast

waren, zu einem Tipp: Mittag und Bach sollten doch mal einen Kaffee trinken

gehen. Einige Monate später zogen die beiden zusammen.

PÄRCHEN 2

Jahrelang hat der Bayerische Rundfunk nur

aus oder über Coburg berichtet, wenn es

Brände, Morde, Skandale oder das größte

Sambafestival Europas gab, jetzt sollen

ab September gleich zwei Reporter für

die Vestestadt und die Region zuständig

sein, trimedial, das heißt für Fernsehen,

Hörfunk und Online. Ein entsprechendes

Büro soll dann eröffnen, heißt es aus

gutunterrichteten Kreisen. Einer der

beiden, Martin Klingele, ist ja schon in der

Vestestadt vor Ort, ein anderer soll ihn ab

Herbst verstärken. Dabei soll es sich um

einen waschechten Coburger handeln, den

es zurück in seine Heimatstadt zieht …

10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


STADTGESPRÄCH

RUMPELSTILZCHEN

Einen öffentlichen Wutanfall bekam Stadtrat Gerhard Amend beim Lesen eines

Interviews der Neuen Presse mit dem ehemaligen Koordinator Stadtmarketing

Michael Böhm, der zum Juni von Coburg nach Bad Staffelstein gewechselt

war. Böhm rechnete in dem Interview mit der zur Situation im Stadtmarketing

der Stadt Coburg ab. Darin fiel auch der Name Amend. Der war gerade beim

Kaffeetrinken vor der Markthalle, als er die Zeilen las, ihm der Kragen platzte und

er zum Handy griff. Bis quer über den Albertsplatz war er zu hören.

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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 11


STADTGESPRÄCH

JUBILÄUMCHEN

Landrat Michael Busch hat zehn Jahre Amtszeit öffentlichkeitswirksam inszeniert:

So lud er zum Pressegespräch ein, um seine (natürlich erfolgreiche) Zeit an der

Spitze des Landkreises Revue passieren zu lassen, und eine Publikation drucken,

die selbiges tat …

BAUKLÖTZCHEN

Zu einem Zwischenfall kam es am Rande der Coburger Designtage in der

Pakethalle. Das dort aufgestellte Modell des Coburger Designforums mit Visionen

zur Zukunft des Güterbahnhofgeländes kam nämlich nicht bei jedermann gut

an. So rückte eine Delegation von vier Architekturprofessoren an, bewaffnet

mit hölzernen Parkettstäbchen. Mit diesen bauten sie das Modell nach ihren

Vorstellungen um. Es kam zu einem Wortgefecht mit den Veranstaltern, an

dessen Ende ein Waffenstillstand vereinbart wurde. Die Bauklötzchen wurden

abgeräumt.

12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 13


DER HOFBERICHT

HOFBERICHT

Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg

sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist

sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen

Prinzen und einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne

kleine und große Partys. Wir vom COBURGER natürlich auch. Wenn wir

eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen

wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal von der Eröffnung der

Coburger Designtage am alten Güterbahnhof.

Delegation vom Landestheater Coburg

Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser

Prof. Michael Heinrich und Dr. Andreas Engel

Kurt Knoch, Steffi und Marco Cestone

14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


DER HOFBERICHT

Christiane Behringer und Matthias Kapp

Nach 10 Stunden fühlst du

den Unterschied,

nach 20 Stunden siehst du

den Unterschied und

nach 30 Stunden hast du

einen neuen Körper.

Joseph Pilates

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DER HOFBERICHT

Thomas Bittorf mit Tochter und Dr. Birgit Weber

Prof. Auwi Stübbe und Prof. Gerhard Kampe

Michael Böhm, Katja Herrmann, Arndt Schmidt

Bernd Albrecht

Sabine Berger und Ahmet Özer

Kikii Rose und Detlef Beil

16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


DER HOFBERICHT

Jutta Ihlein und Horst Mitzel

3. INTERDISZIPLINÄRES

KAMMERMUSIKFESTIVAL COBURG

25. JUNI – 08. JULI 2018

MONTAG, 25. JUNI 2018 - 18 UHR, Alte Pakethalle am Güterbahnhof

MUSIK IN BEWEGUNG MUSIK & TANZ

Großes Benefizkonzert mit Tanz und Orchester

MONTAG, 02. JULI 2018 - 19:30 UHR, LEISE am Markt

LADIES‘ NIGHT CROSSOVER

fünf BlechbläserINNEN lassen die Ohren rauschen

MITTWOCH, 04. JULI 2018 - 19:30 UHR, Pfarrzentrum St. Augustin

TANGO NIGHT – TANGO TRIFFT VIDEO

MUSIK UND VIDEO

Dieter Ertl und Aaron Rösner

Klavierquartett mit Bandoneon und Video Art

SONNTAG, 08. JULI 2018 - 19:30 UHR, Haus Contakt

MUSIC SLAM – FORELLENGESCHNETZELTES

VOM FEINSTEN MUSIK UND SPRACHE

Werke für Klavierquintett im Zusammenklang mit Poetry Slam

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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 17


18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


VON CHRIS WINTER

Die unzweideutigen Angebote kamen unvermittelt auf den Account der jungen Frau in

dem sozialen Netzwerk. Etwa zwei Jahre ist es her, dass eine Coburgerin via Facebook

zu Dates eingeladen wurde – und zu anderem mehr. Der Überraschung folgte bald der

Ärger, denn das Facebook-Profil, Bilder und andere Daten der Frau waren gestohlen

worden. „Mit einem so gefälschten Profil hat dann eine Frau aus einem anderen

Bundesland Männerbekanntschaften angebahnt“, erinnert sich Tino Wetzig von der

Polizeiinspektion Coburg. Seit März vergangenen Jahres leitet der Hauptkommissar das

eigens geschaffene Kommissariat für Internet- oder Cyberkriminalität.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 19


GEFANGEN IM NETZ

Digitale Fallensteller

Ein zunächst wenig spektakulär anmutender Fall,

aber so wie Computer, Smartphones und damit das

Internet allgegenwärtig sind, genauso werden im

World Wide Web und mit Computern Straftaten

begangen. „Dabei kommen nahezu alle Deliktarten

vor“, weiß Wetzig. Ob Betrug, Erpressung,

Datenklau, Sabotage von EDV-Anlagen oder

Kinderpornografie – das gesamte Strafgesetzbuch

findet sich im Arbeitsgebiet der Cybercops.

Die Fallen in der digitalen Welt sind vielfältig. Der

Klassiker sind die sogenannten Phishing-Mails, mit

denen Betrüger die Nutzer von Bezahldiensten und

Internet-Dienstleistern auffordern, Kontodaten

zu bestätigen oder eine neue Registrierung

durchzuführen. Diese Mails sind gefälscht, den

Betrügern geht es darum, an fremde Konto- und

Accountdaten zu gelangen. Über einen Link wird

versucht, den Nutzer auf täuschend ähnliche

Webseiten umzuleiten, um Passwörter oder

Kreditkarten-Informationen abzugreifen.

Liebe und andere Infektionen

Dazu werden auch gern gefälschte Mahnungen

benutzt. Per E-Mail fordern eine Anwaltskanzlei

oder ein Inkassounternehmen, eine noch offene

Rechnung zu begleichen. „Viele Empfänger

bekommen einen Schreck, sie vergessen sämtliche

Vorsichtsmaßnahmen und öffnen den Anhang

der E-Mail. Damit ist der Rechner infiziert.“

Bestätigungen für Anmeldungen oder Bestellungen

als Anhang einer E-Mail, das wiederholt der

Hauptkommissar gebetsmühlenartig, sollten nur von

bekannten Absendern geöffnet werden.

Seit langem bekannt, aber immer noch und wieder

erfolgreich und sehr variabel sind die digitalen

Angriffe der sogenannten Nigeria-Connection. In

Chat-Rooms und in Partnerbörsen werden Kontakte

mit den überwiegend männlichen Gesprächspartnern

aufgebaut. Die angeblich große Liebe veranlasst

das Opfer, sich freizügig vor dem Rechner zu

präsentieren, die integrierte Kamera zeichnet

heimlich das Geschehen vor dem Monitor auf. Werde

kein Geld überwiesen, sollen das Schmuddelfilmchen

und weitere gefälschte Informationen im Umfeld des

Opfers veröffentlicht werden. Ende Mai hatten fünf

Coburger genau diesen Erpressungsversuch bei der

Polizei angezeigt.

Geld ist weg

Der Betrug mit Vorausgebühren ist nach den Worten

von Tino Wetzig trotz aller Warnungen immer noch

erfolgreich. Millionen von US-Dollar sollen angeblich

ins Ausland geschafft werden. Dafür versprechen die

meist als afrikanische Geschäftsleute auftretenden

Betrüger eine erkleckliche Entschädigung.

Erbschaften in Millionenhöhe sollen die Opfer

verleiten, „Gebühren“ für Anwälte, Steuern oder

Überweisungen im Voraus zu überweisen. Sicher

ist: Dieses Geld ist im Fall der Fälle verloren, eine

Erbschaft oder Aufwandsentschädigung gibt es

nicht. In unregelmäßigen Abständen melden sich

auch angebliche Windows-Mitarbeiter telefonisch

und wollen sich unter dem Deckmantel wichtiger

Updates unbeschränkten Zugriff auf den heimischen

Rechner verschaffen. „Da geht es natürlich auch nur

um anschließende illegale Abbuchungen“, stellt Tino

Wetzig fest. „Diese Täter rufen aus Callcentern in

Indien an, regelmäßig kommen Geschädigte zu uns.“

Auch auf dem dienstlichen Apparat eines Kollegen

hätten sich schon diese angeblichen Microsoft-

Mitarbeiter gemeldet.

Teure Telefonrechnungen

Facebook-Nutzer haben Cyber-Kriminelle mit der

„Zong“-Masche im Visier: Mit einer „Zong-SMS“

stimmt der Empfänger einem Geldtransfer zu. Unter

dem Namen eines befreundeten Facebook-Mitglieds

kontaktieren die Betrüger über das soziale Netzwerk

das spätere Opfer. Zuvor haben sie sich in das

Profil des Nutzers „gehackt“, um an die Namen der

Facebook-Freunde zu gelangen. Diese schrieben die

Kriminellen an und baten unter einem Vorwand, ihre

Handynummer zu übermitteln.

Um mit den erhaltenen Telefonnummern Kasse

zu machen, wenden sich die Betrüger in der Regel

an mobile Zahlungsanbieter, wie eben das SMS-

Bezahlsystem Zong oder aktuell auch Boku. Der

Anbieter übermittelte per SMS Zahlencodes, die zur

Bestätigung der Bezahlvorgänge dienen. Diese sollten

die Geschädigten ebenfalls an ihren vermeintlichen

Facebook-Bekannten weiterleiten. In dem Glauben,

einem Freund einen Gefallen zu tun, kamen sie der

Bitte nach. „Die nächste Telefonrechnung beschert

mit hohen Beträgen ein böses Erwachsen“, weiß

Kriminalhauptkommissar Wetzig. „Bevor man eine

PIN eingibt, sollte man genau lesen, warum diese

Eingabe nötig sein soll, und dass man damit etwas

bezahlt. Es steht dort!“

Betrügereien als Kick

300 bis 400 Fälle von Computerkriminalität im

Jahr registriert die Polizeiinspektion Coburg, so

Hauptkommissar Wetzig. Bei vielen Straftaten

führen die Spuren ins Ausland. Dann sind die

Ermittlungen langwierig und kompliziert. Bis ein

internationales Rechtshilfeersuchen bearbeitet ist,

können viele Wochen ins Land gehen. 2017 wurden

in Bayern 25.832 Fälle registriert, bei denen das

Internet als Tatmittel eingesetzt wurde. Das bedeutet

eine Steigerung um 3,9 Prozent gegenüber 2016.

Ein klassischer Online-Betrüger beschäftigte die

Coburger Polizei vor einigen Jahren. Der Mann,

beheimatet in der Region, besorgte sich persönliche

Daten anderer Menschen aus dem Internet. „Einen

fertigen Datensatz bekommen Sie schon für 1,50

Euro, mitunter werden Daten auch verschenkt“, so

der Hauptkommissar.

Mit den Informationen bestellte der Betrüger jede Art

von Waren. „Das ging von der Tube Zahncreme bis

hin zu Computern. Auf Kosten fremder Leute bestritt

der Mann so seinen Lebensunterhalt.“ Die Pakete

und Päckchen ließ sich der Täter an Packstationen

schicken. Dort kann man völlig anonym die Sachen

abholen. „In ganzen Franken benutzte der Mann

Packstationen. Um einen solchen für Straftäter

sicheren und nur in Deutschland möglichen

„Vertriebsweg“ beneiden uns Kriminelle in der

ganzen Welt“, ereifert sich Tino Wetzig. Schließlich

fälschte der Gauner auch Ausweise, um für seinen

Betrug auch Paketshops nutzen zu können. „Der

Mann arbeitete übrigens in der IT-Branche und hatte

einen guten Job. Für ihn war der Kick das Motiv, ob

die Betrügereien funktionieren.“

In der Welt der Internet- und Computerkriminalität

sind „Cybercops“ wie Tino Wetzig mit immer neuen

Phänomenen, mit neuen Betrugsmaschen und

Gaunereien konfrontiert. „Aber leider auch immer

wieder mit viel zu gutgläubigen und unkritischen

Opfern.“

„Viele Empfänger bekommen einen

Schreck, sie vergessen sämtliche

Vorsichtsmaßnahmen und öffnen den

Anhang der E-Mail.“

20 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


DAS INTERNET UND DAS RECHT

Gesponserter Beitrag

Wie

im

normalen

Leben

Einkaufen, sich verabreden, Filme schauen, Bücher lesen, telefonieren: Das Internet

ist wie das normale Leben, nur schneller, digitaler, weltweit und virtuell. Im Internet

lauern dieselben Gefahren wie im normalen Leben, Betrug, Diebstahl, Erpressung,

Bedrohung, Beleidigung, Gewalt, wenn auch nicht körperlich. Und so gilt im Internet

auch kein wirklich besonderes Recht. Dem Grunde nach gilt das, was im normalen

Leben auch gilt. Informationen dazu von Jürgen Hopf, Rechtsanwalt in der Coburger

Kanzlei Hörnlein & Feyler.

„Das Internet hat zur Beschleunigung des

normalen Lebens geführt. Ein besonderes, eigenes

Internetgesetzbuch existiert aber nicht, so findet sich

das Recht des elektronischen Geschäftsverkehrs auch

im Bürgerlichen Gesetzbuch“, erklärt Jürgen Hopf,

und noch ein wenig plakativer fügt er an: „Sagen wir

es mal so: Die Postkusche ist eben einfach schneller

geworden.“

So gelten beim Surfen im Netz, beim Kaufen und

Verkaufen, beim Chatten, Kommentieren und

Kommunizieren, beim Hören, Lesen und Sehen

grundsätzlich dieselben allgemeinen Gesetze wie

für das „normale“ gesellschaftliche, wirtschaftliche

und zwischenmenschliche Leben auch, zivil- wie

strafrechtlich. „Es gibt für das richtige Verhalten im

Netz keine spezielle besondere Gebrauchsanweisung.

Man sollte sich so verhalten wie im normalen Leben

eben auch.“

Um also keine Probleme zu bekommen, sollte man

sich zunächst einmal redlich verhalten, niemanden

beleidigen oder verleumden, nicht Persönliches

von anderen veröffentlichen, ohne vorher zu

fragen, das betrifft vor allem Fotos und Filme, aber

eben auch Informationen dazu, Aufenthaltsorte,

Vorlieben, Namen. „Solche Verletzungen der

Persönlichkeitsrechte oder Urheberrechte können

sehr teuer werden, weil das Netz natürlich eine

viel größere Zielgruppe erschließt als wenn ich im

normalen Leben ein Foto von jemandem herumzeige

oder vielleicht in der Lokalzeitung veröffentliche,

ohne gefragt zu haben.“

Das gilt auch für das Herunterladen von Daten, Fotos,

Filmen und Texten aus im Internet verfügbaren

Quellen. Hier muss wie im normalen Leben auch

das Urheberrecht beachtet werden. Sonst können

Entschädigungen fällig werden. Wesentlich ist

zunächst die Legalität des Ursprungs. „Wenn man

davon ausgehen kann, dass die Quelle legal ist, also

z.B. Youtube, weil es allgemein bekannt ist, dass

Youtube rechtsgültige Verträge hat, dann kann

man auch herunterladen, natürlich nur solange

das technisch auch überhaupt möglich ist und

die Nutzung zum privaten und eigenen Gebrauch

erfolgt.“ Wenn man dagegen ein Fußballspiel über

eine ausländische Seite in Deutschland im Netz

kostenfrei anschaut, obwohl man weiß, dass es

normalerweise kostenpflichtig ist, dann kann man

davon ausgehen, dass man sich rechtswidrig verhält.

Auch, wenn man im Netz ein- oder verkauft, gelten

im Grundsatz dieselben Regeln wie im normalen

Geschäft. Ein wesentlicher Unterschied: Im

Internet gibt es spezielle Widerrufsregeln, die dem

Verbraucher mehr Rechte einräumen als bei einem

Einkauf vor Ort.

Und natürlich sollte man es auch wie im normalen

Leben Dieben nicht zu einfach machen. „Wenn ich

die Haustüre offenlasse, brauche ich mich nicht zu

wundern, wenn ich bestohlen werde“, sagt Jürgen

Hopf. Und die Menge an potentiellen Einbrechern

ist im Internet natürlich viel größer als beim Wohnen

in der eigenen Stadt. Das ist dann doch ein wenig

anders als im normalen Leben. Also: Anspruchsvolle

Kennwörter wählen und die auch öfter mal wechseln.

Keine Vorauskasse leisten, sondern sicherere

Zahlmethoden wie z.B. Paypal wählen.

Jürgen Hopf ist in der Kanzlei Hörnlein &

Feyler unter anderem auf Handels- und

Gesellschaftsrecht und gewerblichen

Rechtsschutz spezialisiert.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 21


COBURG INTERNATIONAL

Anfang Juli findet die internationale Woche in Coburg statt. Menschen aus

über einhundert Nationen leben in der Vestestadt. Einige von ihnen haben wir

portraitiert.

Eine Bilderstrecke mit Statements. Idee: Toni Milicevic`. Fotos: Sebastian Buff.

Danke für die Unterstützung an das Institut Rommel in Coburg.

Rinat Khisamutdinov aus Russland. Er hat schon als Kind in der Schule Deutsch

gelernt und wollte immer nach Deutschland, liebt die Kultur und die Landschaft.

Vor einem Jahr ist er dann nach Coburg gezogen. „Meine Heimat ist da,

wo meine Kinder leben“, sagt er. Für die möchte er das Beste. Die Menschen

seien sehr offen, „sie begrüßen sich immer, auch wenn man sie nicht kennt,

das war für mich eine Überraschung“, lacht er.

22 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


Regine Sonia Kembe Maloba aus dem Kongo. Sie hat letztes Jahr geheiratet

und ist mit ihrem Kind von Frankreich nach Coburg zu ihrem Mann gezogen.

Anfangs sei es schon schwierig gewesen, weil alles sehr ungewohnt war, jetzt

sei sie glücklich. In Zukunft möchte die gelernte Pflegerin gerne als Krankenschwester

arbeiten.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 23


Loay Zamel aus Israel. Er möchte nach dem Inegrationskurs Betriebswirtschaft

studieren, schätzt die Professionalität der Deutschen und auch die

deutsche Kultur. Man könne viel voneinander lernen, findet er, und so lebt er

auch: Er hat viele Freunde in Coburg, tauscht sich mit ihnen aus, man lernt,

arbeitet und feiert zusammen.

24 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


Jeremia Oktaviano Nugroho aus Indonesien. Der 19jährige möchte studieren.

Dabei hilft ihm, dass er Verwandtschaft in Deutschland hat. So kann er bei

seiner Cousine wohnen und mit seiner Familie auch viel Deutsch üben. „Das

ist ganz anders als meine Muttersprache Indonesisch.“ Auch an das andere

Leben hier habe er sich erst gewöhnen müssen.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 25


Miranda Fama aus Italien. Nach Coburg ist sie gekommen, weil hier ihre

Cousine lebt und sie sich für ihre Kinder eine gute Zukunft wünscht. „Coburg

ist eine schöne kleine Stadt, aber nicht zu groß, so hat man mehr Möglichkeiten,

andere Leute kennenzulernen.“

26 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


Leonardo Andres Camacho Campo aus Kolumbien. Der 21jährige arbeitet seit

acht Monaten als Aupair in Coburg. „Alles ist so schön hier, sogar mehr als

schön“, schwärmt er. Später möchte er studieren, davor aber richtig Deutsch

lernen, das ist sein größter Wunsch. Dabei hilft ihm seine Gastfamilie, und

„viele Leute hier, die immer versuchen, uns Ausländern zu helfen.“

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 27


Abdulsalam Meirkhan aus Syrien. Er lebt seit zwei Jahren in Deutschland und

möchte hier gerne studieren. Vorher aber lernt er die deutsche Sprache so

gut wie möglich. „Je mehr ich Deutsch kann, desto leichter bekomme ich auch

Kontakt zu den Menschen.“

28 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


Mahaiela Chistol aus Moldawien. Die 20jährige lebt seit acht Monaten in

Coburg. Sie möchte eine Ausbildung machen und später hier arbeiten. Coburg

sei eine kleine Stadt, „wie sagt man in Deutschland, klein, aber fein“. So kann

sie viele Einheimische kennenlernen, „in einer großen Stadt wären mir dafür

zu viele Ausländer, auch wenn ich selbst ja einer bin“, lacht sie.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 29


SONDERTHEMA SICHERHEIT

30 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


EINLEITUNG

VON WOLFRAM HEGEN

HABT KEINE ANGST

SONDERTHEMA

SICHERHEIT

Angst ist sinnvoll. Sie schützt uns vor Gefahren. Sie

mobilisiert unsere Kräfte. Sie lässt uns kämpfen oder

weglaufen. Sie bewahrt uns vor unnötigem Risiko.

Sie steigert die Konzentration. Sie fördert Leistung.

Blutdruck und Puls gehen hoch, wir atmen schneller,

die Muskeln spannen sich an, der Körper ist im

Alarmzustand. Verdauung, Kopfarbeit, Sexualtrieb

werden heruntergefahren. Es geht darum, sich selbst

zu erhalten.

Es geht um eine konkrete Bedrohung.

Angst ist nicht sinnvoll, wenn sie zu stark wird. Dann

lähmt sie, schlägt um in Panik, macht kaputt, was sie

beschützen soll, zerfrisst unser Ich, indem sie sich

verselbständigt. Dann braucht es keine konkrete

Bedrohung mehr, dann haben wir Angst – ganz einfach

so. Viele Menschen kennen solche Angststörungen.

Einzelschicksale.

Wenn aber eine ganze Gesellschaft an

Angststörungen leidet, wird es richtig

gefährlich. Wenn eine ganze Gesellschaft

permanent nur noch Angst hat, vor

Globalisierung, Digitalisierung, Zuwanderung,

Umweltzerstörung, sozialem Abstieg, lässt sie

sich nur noch von einem Gefühl leiten.

Dem Gefühl der Bedrohung.

Dann aber zerfrisst diese Angst die Gesellschaft,

unser Zusammenleben, unsere Werte, Ideale,

unser geschriebenes oder stilles Einverständnis,

wie wir miteinander leben möchten. Dann schlägt

die Gesellschaft - wie ein angsterfüllter Mensch

auch - wild um sich. Sie ruft nach mehr Gesetzen, mehr

Polizei, mehr starken Männern, mehr Überwachung,

mehr Grenzen, mehr Zäunen, mehr Kontrolle. Sie ruft

nach mehr Sicherheit.

Absolute Sicherheit aber gibt es nicht.

Nur eine: Es war noch nie so sicher wie heute.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 31


HABT KEINE ANGST

VON WOLFRAM HEGEN

Der Geist ist aus der Flasche

Im Namen der Sicherheit

„Deutschland ist schön, seine Landschaften typisch, die

Bauwerke weltberühmt. Man legt Wert auf gepflegte

Gastlichkeit, und ist stolz auf seine Spezialitäten“, lobt ein

Werbespot aus den 1980er Jahren heimische Gefilde. Wohl

kaum ein Spot gibt die Gefühlslage der bürgerlichen Mitte

dieser Zeit besser wieder als die damalige Werbung für ein

bayerisches Weißbier. Heimelig war es, gemütlich, geborgen,

sicher. Zumindest fühlte es sich so an. Dabei war doch seit

Mitte der 1970er die polizeilich registrierte Kriminalität

stark angestiegen. Und in Bayern auch – bis zum Höhepunkt

1991.

Doch Gefühl ist das eine, Fakten sind das andere. So

hatten laut Institut Allensbach 2016 über zwei Drittel

der Menschen den Eindruck, dass die Kriminalität

zunimmt, vier von fünf befürchteten zudem eine weitere

Zunahme durch Flücht-linge. Fakten aber sprechen

eine andere Sprache: Die Ergebnisse der Bayerischen

Kriminalitätsstatistik des Bayerischen Innenministeriums

2017 sind eindeutig: Niedrigste Fallzahlen seit 1991,

niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 30 Jahren, Steigerung

der Aufklärungsquote auf 64,4%. „Insgesamt lässt sich die

erheblich gewachsene Beunruhigung mit der faktischen

Entwicklung der Kriminalität nur teilweise erklären“,

schreibt dazu das Institut Allensbach.

Es ist wohl eher so, dass das gefühlte heimelige Postkartenidyll

der 1980er innerhalb von nur einer Generation einer

globalen temporeichen digitalisierten Welt weichen musste,

die kaum mehr Halt zu bieten scheint. Nichts ist mehr

wie es war. Ein Teil der Bevölkerung muss sich fühlen

wie in einem Mehrfrontenkrieg gegen Digitalisierung,

Globalisierung, Umweltverschmutzung, Flüchtlingsströme,

Werteverfall. Die Wut richtet sich gegen „den Staat“, der

einem das eingebrockt habe, der Deutschland verscherble,

die Kultur verrate. Es ist vor allem die Wut einer tendenziell

älteren und ländlichen Bevölkerung, die sich abgehängt

fühlt von einer durch junge urbane gutausgebildete Eliten

vorwärtsgetriebene Veränderung. Diese Wut gilt es ernst zu

nehmen.

„Die wachsende Besorgnis verändert das Verhalten und

die Erwartungen an die Politik“ beschreibt das Institut

Allensbach den aktuellen Zustand. Wie also reagiert „der

32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


SONDERTHEMA SICHERHEIT

Staat“, wie reagieren handelnde und sich in verantwortlichen

Positionen befindliche Personen? Sie sagen „Wir haben

verstanden“. Nein, sie haben nicht verstanden. Sie haben nicht

verstanden, wie man kulturelle Veränderung gestaltet. Sie

wollen nicht zwischen den vermeintlich Zurückgelassenen

und den Vorwärtsgewandten moderieren, alle mitnehmen,

Komplexität erklären, auch oder gerade weil es mühsam

ist, sehr mühsam, und auch oft unpopulär. Ja, sie haben

verstanden. Sie haben verstanden, wie man sich selbst in

Sicherheit bringt. Sie präsentieren einfache Lösungen für

Probleme, die es de facto nicht gibt, gehen so – vermeintlich –

auf Stimmenfang, lenken von den wahren Zukunftsthemen

ab, deren für viele aber furchteinflößende Dynamik es ja

aber eben zu steuern gilt. Das ist schäbig, rückwärtsgewandt,

reaktionär.

Die neue Fassung des „PAG“, des Polizeiaufgabengesetzes

in Bayern, das zum 25. Mai 2018 (vorerst mal) in Kraft

getreten ist, ist so ein Beispiel. Warum enthält es

erweiterte Befugnisse für die Polizei, obwohl wir doch

nach deren eigenen Auskunft statistisch die niedrigste

Kriminalitätsbelastung seit 30 Jahren haben? Warum ein

neues PAG, wenn der bayerische Innenminister selbst schon

vor dem 25. Mai angesichts des schon bis dahin „effektivsten

Polizeirechts in ganz Deutschland“ ins Schwärmen geriet?

Warum wurde es noch vor dem Sommer mit aller Härte und

kaum Kompromissbereitschaft durchgepeitscht? Warum

wurde ein Dialog über das Gesetz angeboten, wenn es, weil

beschlossen - außer vor Gericht - eh nicht mehr zu ändern ist?

Warum also das unbestritten weitest gehende Polizeigesetz

seit 1945, wo wir doch wirklich wichtigere Themen haben?

Nur um ein Gefühl zu bedienen: die „diffuse Angst der

Deutschen“, wie sie Soziologen und Leitartikler gerne

nennen. Wenn da eine Regierung Stärke zeigt, sich nicht

beirren lässt, ein Gesetz im Namen ihrer Bürger durchsetzt,

weil sie das in Bayern kraft ihrer absoluten Mehrheit kann,

dann möchte sie damit das Gefühl der Geborgenheit, der

Sicherheit vermitteln, das vielen allen Statistiken zum Trotz

abhandengekommen ist. Dann möchte sie damit Vertrauen

zurückgewinnen, das verloren scheint. Dann möchte sie

damit Angriffe von rechts abwehren und Wahlen gewinnen.

Deswegen „Wir haben verstanden“. Nein, so billig geht’s

nicht.

Der Preis nämlich ist hoch: Freiheitsrechte des Bürgers,

Grundrechte in ihrer Funktion als Abwehrrechte

gegen den Staat werden – offiziell im Namen der

Terrorismusbekämpfung – seit Jahren in kleinen fast

unmerklichen Schritten geopfert. Die Gerichte werden

zwar zu entscheiden haben, ob der bayerische Schritt dieses

Mal zu groß war, der Geist aber ist schon seit einiger Zeit

aus der Flasche. Er treibt munter sein Unwesen, redet mehr

von Sicherheit als von Freiheit, schafft Gesetze, wo es keine

braucht, baut Zäune, errichtet Mauern, stellt Kameras auf

und verbreitet schon mit der bloßen Anwesenheit von

angeblich im Namen der Sicherheit notwendigen Anlagen

und Einrichtungen das Gefühl der Bedrohung, das ihn

überhaupt erst aus der Flasche gelassen hat. Dabei war es

doch selten sicherer als heute. Aber es fühlt sich halt anders

an. Ganz anders eben als noch vor einer Generation. Weil die

Welt sich schnell verändert hat, vielleicht zu schnell. Mehr

aber ist nicht passiert, aber eben auch nicht weniger. Also

gibt es viel nachzuholen: Diese Veränderung gestalten, sie in

positive Energie verwandeln, Lust machen auf Zukunft. Und

nicht Angst verbreiten. Hört auf damit.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 33


HABT KEINE ANGST

VON WOLFRAM PORR

Big Brother?

Personalisierte Werbung im Internet, weiterführende Links zu Themen,

die einen wirklich interessieren, kleine Sprachcomputer, die einem

innerhalb von Sekunden die Welt erklären – toll, oder? Im Prinzip

ja. Wären da nicht ein paar Nebengeräusche, die einem schon Angst

machen können: Werden die Daten, die wir Social-Media-Giganten wie

Facebook oder Google mehr oder weniger freiwillig überlassen, wirklich

nur zu unserem Nutzen verwendet oder geht es um etwas ganz anderes?

Hören uns Facebook & Co. vielleicht sogar ab? Die Antwort auf diese

Fragen ist so kurz wie unbefriedigend: Wir wissen es nicht genau.

34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


SONDERTHEMA SICHERHEIT

Das Phänomen kennt fast jeder: Sie surfen zu einem bestimmten Thema auf diversen

Internetseiten oder geben entsprechende Begriffe in ihre Suchmaschine ein, und schon

kurz danach poppt dazu passende Werbung auf. So weit so gut. Ist ja vielleicht in dem

Moment sogar nützlich. Deutlich kitzliger wird es, wenn es im Internet gar keinen

Suchvorgang gab, Ihnen aber trotzdem plötzlich Werbung angezeigt wird, die zu dem

passen, was sie kürzlich am Mittagstisch mit der Familie oder im Büro mit den Kollegen

besprochen haben. Nicht wenige Nutzer haben daher das beklemmende Gefühl,

über diverse Apps (Facebook, WhatsApp) belauscht zu werden. Entsprechende

Verschwörungstheorien kursieren zuhauf. Doch ist da wirklich was dran?

Das Katzenfutter-Experiment

„Neville“, ein YouTuber aus den USA, ist sich sicher, dass uns Facebook abhört. Vor

etwa zwei Jahren startete er deshalb folgendes Experiment: Ohne vorher jemals zu dem

Thema im Internet recherchiert zu haben, begann er sich am Smartphone mit seiner

Frau über Katzen und Katzenfutter zu unterhalten. Nichts Schriftliches. Keine Suche

im Internet. Nur diese Unterhaltung und das immer wiederkehrende Schlüsselwort

„cat food“. Nach zwei Tagen wurde Neville, der noch nie eine Katze hatte oder sonst

mit dem Thema in Berührung gekommen war, von Facebook Katzenfutterwerbung

angezeigt.

Es gibt noch mehr solcher Experimente, und viele Menschen können ganz ähnliche

Geschichten erzählen. Habe ich mich nicht neulich mit einer Freundin über Neuseeland

unterhalten – einer Urlaubsregion, die für mich schon wegen meiner Flugangst nie

ernsthaft in Frage kommen und nach der ich deshalb im Internet auch nie suchen

würde? Wenige Tage danach bekam ich Angebote für Flüge nach Auckland

und die Werbung einer australischen Airline angezeigt. Und dann gab es

beim Musiker-Stammtisch neulich die Diskussion über diesen USamerikanischen

Songwriter, von dem ich noch nie zuvor gehört

hatte. Prompt wurden mir anschließend seine Alben in einer

Amazon Werbung feilgeboten.

Facebook beteuert: Wir hören nicht mit

Alles nur Zufall? Oder wie lassen sich solche

Phänomene dann erklären, wenn uns

wirklich niemand abhört? Diesbezügliche

Gerüchte gibt es schon, so lange es Handys

gibt. Der amerikanische Schriftsteller Dave

Eggers hat sie in seinem Roman „Der Circle“,

in dem er deutlich auf Facebook anspielt, auf die

Spitze getrieben. Und spätestens seit die elektronischen

„Sprachassistenten“ Siri, Alexa und Cortana in immer mehr Haushalten

zum Einsatz kommen, häufen sich die Vermutungen, dass nicht jedes Wort, das

man zu Hause spricht, auch in den eigenen vier Wänden bleibt.

Grundsätzlich gilt: Wo es ein Mikrofon gibt, da gibt es theoretisch auch eine

Abhörmöglichkeit. Ein Beispiel, das jeder kennt: das Babyphone. Nach einem ganz

ähnlichen Prinzip könnten auch Apps Anrufe und Sprachnachrichten mithören. Bisher

beteuern Facebook & Co. allerdings, dass sie das nicht tun: „Weder Facebook noch

WhatsApp hören mit. Beide Apps greifen nur dann auf das Mikrofon zu, wenn ein

Nutzer dies den Apps vorher ausdrücklich erlaubt hat und eine bestimmte Funktion

aktiv nutzt, die Audiosignale erfordert (…) „, lässt Facebook verlauten.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 35


HABT KEINE ANGST

Offline-Einkaufsverhalten gibt Hinweise

Auf keinen Fall würden Handymikros dazu genutzt, um

passende Werbung zu schalten. Nach langwierigen Recherchen

kam auch eine Journalistin des Wall Street Journal zu dem

Ergebnis, dass die Konzerne uns nicht abhören. Dafür, dass

wir trotzdem personalisierte, oft genug erstaunlich passgenaue

Werbung eingeblendet bekommen, hat sie eine andere

Erklärung: So geben Datenhändler Informationen über unser

Offline-Einkaufsverhalten an Facebook weiter. Entsprechende

Datenabdrücke hinterlassen wir, wenn wir zum Beispiel an der

Supermarktkasse mit der Deutschland- oder der Payback-Card

zahlen. Außerdem überwacht Facebook unser Surfverhalten

via „Web-Tracking“. Manchmal reiche es auch aus, unseren

Standort zu kennen, um passende Werbung zu platzieren.

Netzexperte Michael Seemann, der sich in einem eigenen

Blog („crtl+verlust“) mit dem Kontrollverlust im Internet

beschäftigt, glaubt ebenfalls nicht an „Big Brother Facebook“

und den großen Lauschangriff, schon aus technischen Gründen.

„Zum einen wäre das sehr aufwändig. Es müssten große

Rechenzentren aufgebaut werden, die diese Spracherkennung

durchführen“ sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Und weiter:

„Das ist von der Nutzen-Kosten-Kalkulation völliger Irrsinn.

Der andere Grund ist, dass diese Datenübertragung natürlich

von den Betriebssystemen und den Sicherheitsforschern (…)

bemerkt worden wäre.“

Der Vertrauensverlust wäre riesig

Hinzu kommt: Facebook machte sich strafbar, würden der

Konzern heimlich die Daten seiner App-Nutzer sammeln

und auswerten. Und käme es heraus, wäre der

Vertrauensverlust wohl unumkehrbar. Würde

Facebook das riskieren? Ohnehin hat der

Konzern viel an Vertrauen eingebüßt,

seit bekannt wurde, dass Daten von 50

Millionen Nutzern an den Datenanalysten

Cambridge Analytica verkauft wurden,

welcher diese dann für den Wahlkampf von

Donald Trump instrumentalisierte.

Andererseits: Seit Jahrzehnten schert sich der Konzern nicht

wirklich um Gesetze. Immer wieder bewegt er sich rechtlich

an der Grenze oder überschreitet diese bisweilen sogar, zuletzt

als er die WhatsApp-Daten deutscher Nutzer ungefragt beim

Mutterkonzern in den USA speicherte. Datenschutzbeauftragte

und Justizbehörden reagieren nicht selten hilflos, wenn es

darum geht, Firmen wie Facebook zu kontrollieren. Auf Seiten

der Länder fehlt es an Personal und Knowhow, auf Seiten von

Facebook schlichtweg an Transparenz. „Genau genommen

weiß nicht einmal Facebook selbst wie Facebook wirkt“, sagt

der bekannte Internet-Blogger Sascha Lobo und trifft damit

wohl den Nagel auf den Kopf.

Was kann der Einzelne tun?

Facebook ist deshalb schwer zu kontrollieren, weil unklar bleibt,

wie es genau funktioniert. Um das zu ergründen, müssten die

übertragenen Informationen entschlüsselt werden dürfen.

Doch so weit sind wir noch nicht. Was heißt das nun für uns

User? Skepsis gegenüber dem Datenriesen ist sicher angebracht,

auch wenn es für die Behauptung, Facebook würde Gespräche

mithören, allenfalls nicht bewiesene Indizien gibt. Facebook

weiß auch so verdammt viel über uns. Manchmal raten die

Algorithmen auch einfach, was uns interessieren könnte. Jeder

Zufallstreffer fällt uns dann umso mehr auf. Studien belegen,

dass Menschen dazu neigen, gegenüber Apps umso unkritischer

zu sein, je „cooler“ sie sind und je mehr sie ihnen nutzen.

Wer das weiß, kann seine Verhaltensweisen anpassen,

gegebenenfalls seine Privat-

Einstellungen überprüfen oder

den Zugriff aufs Handymikro

verweigern. Letztlich muss jeder

einzelne selbst entscheiden,

was ihm wichtiger ist: der

Nutzen einer App wie

Facebook oder die Kosten, in

diesem Falle die Preisgabe

seiner persönlichen Daten.

36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


Externe Rechenzentren schaffen Sicherheit

SÜC und süc // dacor sind Partner der Wirtschaft

Immer mehr Unternehmen nutzen das externe Rechenzentrum der SÜC, des Coburger

Energieversorgers. Zentrale Serverstrukturen samt Infrastruktur stehen für höchste

Sicherheit, geringere IT-Investitionskosten als bei inhouse-Lösungen, planbare monatliche

Ausgaben, größtmögliche Leistung und hohe Flexibilität.

Die Vorteile für Geschäftskunden liegen auf der Hand:

▪ Höchste Sicherheit

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▪ Hohe Flexibilität

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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 37


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HABT KEINE ANGST

Mit Sicherheit sparen

Expertentipp von Thomas Bittorf

Alarmanlagen, Gitter an den Fenster und sichere Schlösser:

Wer das Eigenheim oder die Gewerbeimmobilie einbruchsicher

machen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Aber immerhin

kann man sich in manchen Fällen einen Teil der Kosten vom Fiskus

zurückholen. Der COBURGER hat nachgefragt:

Welche Sicherheitsmaßnahmen rund um Haus und Hof und

Firma sind steuerlich ansetzbar?

Man muss hier differenzieren. Sicherungsmaßnahmen für

das eigene Unternehmen, Büro oder die Praxis sind nahezu

unbeschränkt steuerlich abzugsfähig. Die Sicherungsmaßnahmen

dienen hier dem Erhalt des Betriebs.

Gleiches gilt, wenn man eine vermietete Wohnung oder ein

vermietetes Haus nachrüsten will. In beiden Fällen muss man

die Einkünfte aus den Objekten versteuern, so dass auch die

entsprechenden Aufwendungen zum Erhalt und der Sicherung

abzugsfähig sind.

Und wie sieht es mit der privaten, selbstgenutzten

Immobilie aus?

Im Koalitionsvertrag war angekündigt, entsprechende

Sicherungsmaßnahmen aufgrund der gestiegenen Einbruchszahlen

in Deutschland zu fördern. Eine konkrete Förderung

der steuerlichen Absetzbarkeit ist bislang allerdings noch nicht

umgesetzt worden.

Investiert man in den Einbruchschutz für sein Eigenheim, kann

man die Kosten der Handwerker von der Steuer zumindest teilweise

absetzen. 20 Prozent der Kosten für Arbeitslohn, Fahrtkosten

und Maschinenkosten einschließlich der Umsatzsteuer kann

man pro Jahr in der Steuererklärung eintragen, maximal aber

1.200 Euro. Die Materialkosten wie für die einbruchshemmenden

Fenster, die Alarmanlage oder ein Mehrfachverriegelungssystem

sind nicht absetzbar.

Es handelt sich aber nicht um eine spezielle Förderung des

Einbruchsschutzes, sondern die seit Jahren bestehende

Förderung von allen Handwerkerleistungen im privaten Bereich

nach § 35a Einkommensteuergesetz zur Verringerung der

Schwarzarbeit. Erforderlich ist wie immer eine ordnungsgemäße

Rechnungsstellung durch den Handwerker, in der der Lohnanteil

gesondert ausgewiesen wird.

Also sieht die steuerliche Förderung derzeit eher mau aus …

Ja, das muss man leider so sagen. Möglich ist aber eine finanzielle

Förderung durch die KfW, sei es durch Zuschuss oder einen

zinsgünstigen Kredit. Wer Maßnahmen zum Einbruchschutz an

einem bestehenden Wohngebäude oder einer Eigentumswohnung

durchführen lässt, erhält je nach Höhe der Investitionskosten

Zuschüsse von mind. 100 Euro bis max. 1.600 Euro.

Der Antragstellung muss aber vor Beginn des Umbauvorhabens

gestellt werden und die Maßnahmen sind durch ein

Fachunternehmen auszuführen.

Sind die Folgen eines Einbruchs, also der Verlust von

Vermögen, steuerlich absetzbar?

Bei Einbruch in Betrieben wird der Vermögensverlust in der

Regel absetzbar sein, sofern man nachweisen kann, dass z.B. das

gestohlene Bargeld tatsächlich aus der Firma und nicht aus dem

privaten Bereich stammt. Im Privatbereich ist der Verlust nicht

absetzbar.

Dafür gibt aber es bei Privatpersonen die Möglichkeit, den Schaden

bei der Hausratversicherung geltend zu machen, die in der

Regel jeder abgeschlossen hat. Dafür muss man versicherungsrechtlich

aber beachten, dass eine umgehende polizeiliche Meldung

stattfindet.

Löwenstraße 27

96450 Coburg

Telefon: 09561 79 42 400

Fax: 09561 79 42 402

E-Mail: info@tb.legal

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38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


SICHERHEIT IN ZAHELN

Wie sicher fühlen Sie sich auf öffentlichen

Plätzen, Straßen oder Parks?

Frauen 20%

sehr unsicher

52% 18% 9%

SICHERHEIT IN ZAHLEN

Männer

28% 50% 15% 5%

sehr sicher eher sicher eher unsicher

Das sind die 20 sichersten Länder der Welt

gemäß Global Peace Index 2017:

1 Island

2 Neuseeland

3 Portugal

4 Österreich

5 Dänemark

6 Tschechien

7 Slowenien

8 Kanada

9 Schweiz

10 Irland

11 Japan

12 Australien

13 Bhutan

14 Norwegen

15 Ungarn

16 Deutschland

17 Finnland

18 Schweden

19 Belgien

20 Niederlande

Verhütungsmethoden – von sicher bis unsicher:

Sterilisation Pille Verhütungsring

Kondom Coitus interruptus

Ergebnisse der Bayerischen Kriminalitätsstatistik

des Bayerischen Innenministeriums 2017

Niedrigste Fallzahlen seit 1991

Niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 30 Jahren

Weitere Steigerung der Aufklärungsquote auf 64,4%

Autoingenieure

Lehrer

Ärzte

Acht zukunftssichere Jobs

Juristen

Marketingexperten

Naturwissenschaftler

Logistiker

Techniker

In 172 Wörtern – Wie Statistik lügen kann

Walter Krämer vom Institut für Wirtschafts- und Sozialstatistik der Technischen Universität

Dortmundhat sich in seinem Buch „So lügt man mit Statistik“ auf den Vergleich von Flugzeug

und Bahn konzentriert. „Je nachdem, welches Bezugssystem man wählt, kann man Flieger oder

Zug schlecht aussehen lassen“, erklärt er. „Rechnet man zum Beispiel mit Personenkilometern,

fällt die Rechnung für das Flugzeug sehr günstig aus.“ Die Personenkilometer errechnen sich

folgendermaßen: Ein Jumbo, der von Frankfurt nach Sydney fliegt, kommt bei 300 Passagieren und

12 000 Kilometern Strecke auf 3 600 000 Personenkilometer. Für diese Strecke ergeben sich dann

mit den Zahlen, die Krämer bei seinen Berechnungen verwendet hat, dreimal mehr Verkehrstote

für die Bahn als für das Flugzeug. Anders stellt sich die Sache dar, wenn die Sicherheit anhand der

Stunden berechnet wird, die der Reisende insgesamt in dem Verkehrsmittel unterwegs ist. Auf

dieser Berechnungsgrundlage gibt es in der Bahn dreimal weniger Verkehrstote pro 100 Millionen

Passagierstunden als beim Flugzeug. Die Wahrscheinlichkeit, in der nächsten Stunde zu sterben, ist

dann im Flugzeug dreimal so hoch wie im Zug

Verkehrsmittel – von sicher bis unsicher:

Schiff Bahn Flugzeug Bus Auto zu Fuss Fahrrad Motorrad Quad

AUSGABE 27 / JUNI 2018 Quelle: www.statista.de

COBURGER | DAS MAGAZIN 39


40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


VON CHRIS WINTER

aus der weißen Stadt

Hilfe für die Pflege

In Belgrad sucht der Arbeiter-Samariter-Bund Coburg

Mitarbeiter für die stationäre und ambulante Pflege –

und findet in Serbien die dringend benötigten Fachkräfte.

Die Nachfrage nach examinierten Pflegerinnen und Pflegern

wird in den nächsten Jahren rasant ansteigen.

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wird in zwei Jahren auf

annähernd drei Millionen angewachsen sein. Eine Prognos-Studie aus dem Jahr

2012 hat die Anzahl der Menschen, die auf eine ambulante oder stationäre Pflege

angewiesen sind, auf damals 2,4 Millionen beziffert. In acht Jahren waren es etwa

eine halbe Million Menschen mehr, die von Angehörigen, von Pflegediensten oder

in Pflegeheimen betreut werden. Die Studie geht davon aus, dass im Jahr 2030 rund

3,4 Millionen Menschen im Land Pflege von verschiedener Intensität benötigen.

Aktuell fehlen rund 35.000 Mitarbeiter in den Pflegediensten und -heimen. Dieser

Fehlbestand wird sich in den nächsten Jahren explosionsartig ausweiten: 2020

werden nach den Berechnungen rund 140.000 Pflegekräfte im Land zu wenig

vorhanden sein. Nach Erkenntnissen der Bundesanstalt für Arbeit hat sich vor

fünf Jahren die Zahl der in der Pflege arbeitenden Menschen aus einem EU-

Mitgliedsland um fast ein Fünftel erhöht, aus Drittstaaten betrug die Steigerung

13,5 Prozent. Bei der Beschäftigung von deutschen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern tun sich die verschiedenen Träger und Organisationen schwer,

ausreichend Personal zu finden: Ein Plus von gerade 5,1 Prozent machte die

Bundesanstalt für Arbeit hier aus.

Dieser Entwicklung versucht der Regionalverband Coburg des Arbeiter-

Samariter-Bundes (ASB) mit ungewöhnlichen Anstrengungen entgegen zu

wirken. ASB-Geschäftsführer Thomas Schwesinger war Anfang Mai auf einer

längeren Dienstreise, um Pflegepersonal in der serbischen Hauptstadt Belgrad

für die Arbeit beim ASB Coburg zu gewinnen. Zuerst fuhr er nach München, von

dort dauerte der Flug etwas mehr als eine Stunde in die 1,1-Millionen-Metropole

Belgrad. In etwa einem halben Jahr wird Thomas Schwesinger sechs Frauen und

Männer aus dem südosteuropäischen Land auf der Balkanhalbinsel einstellen.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 41


NEUE KOLLEGEN

Herr Schwesinger, Sie waren im vergangenen Mai zum

zweiten Mal in Serbien, um dort Mitarbeiter für die

ambulante Pflege und Pflegeheime des Arbeiter-Samariter-

Bundes Coburg anzuwerben. Dafür 1000 Kilometer weit zu

fliegen ist alltäglich nicht.

Sehen Sie, allein

in der ambulanten

Pflege betreut der

ASB Coburg derzeit

450 Menschen. In den

nächsten zwölf Jahren

wird diese Zahl um ein

Viertel anwachsen. Das

sind etwas mehr als

100 Personen. Ebenso

steigt die Zahl der

Menschen in unseren

Thomas Schwesinger Pflegeheimen und im

Betreuten Wohnen

an, wo wir die Kapazitäten zurzeit ausbauen. Dafür

brauchen wir genug Fachpersonal. In der stationären

Pflege muss die Hälfte der Mitarbeiter examiniert

sein. Den gesetzlich vorgegebenen Personalschlüssel,

also das Verhältnis von Pflegekräften und Bewohnern,

erfüllen wir. Darüber hinaus haben wir zwei Mitarbeiter

mehr als es verlangt ist.

Und diese Stellen konnten und können Sie nicht

aus dem Angebot der Arbeitskräfte hier besetzen?

Leider schaffen wir das nicht. Der ASB Coburg bildet

seit vielen Jahren Pflegepersonal aus. In der stationären

Pflege ist die Refinanzierung gesichert, in der

ambulanten nicht. In der ambulanten Pflege können wir

ausbilden, weil dort auch Beiträge unserer Mitglieder

investieren können. Zurzeit sind beim Regionalverband

Coburg 23 Ausbildungsstellen besetzt, in der Regel gibt

es für diese Mitarbeiter anschließend eine Jobgarantie.

Es wird immer schwieriger Menschen für diesen Beruf

zu begeistern. Es gibt bei uns Schicht- und Wochenenddienste

ebenso wie Nachtdienste. Auch die Entlohnung

spielt natürlich eine Rolle. Vor allem in der ambulanten

Pflege bedarf es einer besseren Bezahlung. Die

Konkurrenz um neues Personal ist auch groß. Wobei

ich nicht die anderen Träger von Pflegeheimen und

-diensten meine. Der Fachkräftemangel ist in nahezu

jeder Branche ein brandaktuelles Thema.

In Serbien haben Sie Erfolg mit der Personalsuche?

Ja, sogar großen Erfolg. Sechs Stellen wollen und

können wir in den nächsten Wochen mit Fachkräften

besetzen. Die künftigen Kolleginnen und Kollegen sind

sehr gut ausgebildet, alles fertige Krankenpfleger, die

auch über Berufserfahrung verfügen.

Aber diese Arbeitskräfte fehlen doch dann in Serbien.

Das war zunächst auch bei uns ein Gedanke. Aber

das Land blutet sozusagen nicht aus. Einerseits gibt

es in Serbien einen Überschuss an Arbeitskräften,

zum anderen bildet die Schule in Belgrad speziell

für den deutschen Arbeitsmarkt aus. Wer diese

Ausbildung macht, der möchte sich in Deutschland

eine Existenz aufbauen. Wir reden bei uns darüber,

dass der Pflegeberuf attraktiver gemacht werden muss,

dass die Bezahlung steigen muss. In Serbien ist die

Wertschätzung des Pflegeberufs fast nicht vorhanden.

Dort sind Monatseinkommen von 300 Euro für einen

Vollzeitjob die Regel. Nahezu jeder hat dort einen

Nebenjob, um finanziell einigermaßen über die Runden

zu kommen. Im Schnitt gehen in Belgrad noch 150 Euro

für die Miete ’drauf – da bleibt nicht mehr viel übrig

zum Leben. Dazu sind Arbeitszeiten dort von mehr als

zwölf Stunden keine Seltenheit. Tarif- und Arbeitsrecht

sind fast Fremdworte.

Welche Hürden müssen Sie für die Anstellung

von Pflegekräften aus Serbien überwinden?

Serbien ist nicht Mitglied in der Europäischen Union.

Deshalb ist zum einen nachzuweisen, dass in der

Pflege ein akuter Arbeitskräftemangel besteht – das ist

gegeben; zum anderen müssen wir als ASB Coburg bei

der Arbeitsagentur darlegen, dass wir uns vergeblich

auf dem deutschen Arbeitsmarkt umgetan haben. Das

ist auch kein Problem. Um weiter eine Arbeitserlaubnis

zu bekommen, muss der Sprachkurs B2 erfolgreich

abgelegt worden sein. Schließlich ist noch das in Serbien

erworbene berufliche Examen anzuerkennen. Das ist

in der Regel fast eine Formsache, denn die Ausbildung

dauert dort vier Jahre. Im Vergleich: In Deutschland

sind es drei Jahre. Also fachlich gibt es da kaum etwas

zu bemängeln. Die Zusatzprüfung für die Anerkennung

des Examens dauert etwa eine Woche. Hauptproblem ist

die Sprache, davon hängt natürlich auch die Integration

der neuen Mitarbeiter wesentlich ab.

42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


AUS DER WEISSEN STADT

Was unternehmen Sie, was unternimmt der Arbeiter-

Samariter-Bund, damit die Integration und damit die Arbeit

mit den zu betreuenden Menschen möglichst schnell und

reibungslos funktionieren?

Speziell beim ASB Coburg haben wir den Vorteil, dass

wir schon seit einem Jahr drei Mitarbeiter aus Serbien

beschäftigen. Damit verkleinern sich sprachliche und

soziale Barrieren schon gewaltig, die Einarbeitung geht

zügig vonstatten. Dann sorgen wir natürlich für eine

entsprechende Wohnung, denn die meisten wollen

verständlicherweise die Familie nachholen. Behilflich

sind wir bei Behördengängen und unterstützen auch bei

der Wohnungseinrichtung. Die Leute kommen mit zwei

Koffern an.

gut informiert. Coburg wird als lebenswerte Stadt

angesehen. Das liegt am kulturellen Leben aber auch an

den Arbeitsmöglichkeiten hier für Familienangehörige.

Darüber hinaus versuchen wir natürlich attraktive

Arbeitsbedingungen zu schaffen. So gibt es beim

ASB keine sogenannten Doppelschichten, das heißt,

nach einer Frühschicht folgt eine Spätschicht. Auch

achten wir beim Dienstplan darauf, dass jedes zweite

Wochenende frei ist und versuchen, auf die Arbeits- und

Schichtzeiten des Partners oder der Partnerin Rücksicht

zu nehmen. Man darf nicht vergessen, Pflege kann nicht

jeder und es ist ein anstrengender Beruf.

Auch andere Träger suchen und finden in Serbien

Fachkräfte. Warum ist Deutschland bei den Pflegeberufen

für die Menschen vom Balkan so nach gefragt?

Das hat mehrere Gründe. Selbstverständlich ist es der

zu Serbien deutlich höhere Verdienst. Aber man darf

auch die geografische Nähe nicht vergessen: Ein Flug

von München nach Belgrad dauert etwas über eine

Stunde, mit dem Auto sind die rund 1300 Kilometer

in etwa zwölf Stunden zurückgelegt. Deshalb ist für

die Serben Süddeutschland die erste Wahl. Alle zwölf

Bewerber, mit denen ich mich unterhalten konnte,

hatten sich auch über Coburg und die Region sehr

Dokumente: Vom serbischen Examen (oben) gibt

es eine deutsche Übersetzung (rechts) und die

deutsche Anerkennung der Ausbildung (links).

In der Mitte der zweisprachige Arbeitsvertrag mit

dem ASB-Regionalverband Coburg.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 43



KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der

großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe

einer oder eine – Männer und Frauen.

MACHER

Dieses Mal: Prof. Auwi Stübbe. Der Westfale hat Coburg zum Designstandort gemacht. Er war jahrelang an

der Hochschule als Dekan tätig, hat die Designtage mitbegründet, das Hofbrauhausgelände zum Designcampus

entwickelt und ist einer der Treiber für die Entwicklung des Güterbahnhofgeländes.

Sind Sie ein Macher?

Ich bin ja eigentlich Schreinermeister. Da ist man

ohnehin immerzu am Machen. Also im Prinzip ja,

ich bin ein Macher.

Warum Sind Sie ein Macher?

Weil Theorie ist ja schön, aber wir leben nun

einmal in einer realen Welt, und die muss gemacht

werden. Für mich heißt das zuerst Situationen

kritisch einschätzen, eine Vision entwickeln und

dann nicht lange zögern, den Plan durchziehen

und sich dabei nicht beirren lassen.

Wie ging es los mit dem Machen?

Ich wollte schon immer mein eigenes Ding

machen. Das war also Schreinermeister natürlich

ohnehin so. Nach dem Studium habe ich mich

selbständig gemacht und mit Kollegen die

Magazin GmbH in Stuttgart gegründet, die heute

noch existiert, das war so etwas wie ein früher

Vorläufer von Ikea. Die spätere Mitarbeit Projekt

Olympia München war für mich prägend in

meiner Tätigkeit als Architekt. Jeder hat gesagt,

das mit dem Olympiadach kann man so doch

nicht machen. Es steht heute noch. Und hier in

Coburg habe ich in den letzten über 30 Jahren

an der Seite genialer Kollegen wie Professor

Werner Kintzinger Design etabliert, wir haben

den Studiengang nach vorne gebracht, wobei

ich auch da die Studenten immer zum Machen

animiert habe, zum Umsetzen, nicht nur zum

Rumtheoretisieren, wir haben das Coburger

Designforum Oberfranken gegründet, die

Designtage entwickelt, oder auch den Marktplatz

in Coburg so ins Licht gesetzt, wie er sich heute

noch präsentiert.

Was treibt Sie an?

Es ist eigentlich ganz einfach: Mir liegt gute

Gestaltung sehr am Herzen. Gute Gestaltung

vermittelt Erlebnisqualität. Das ist mir so ein

großes Anliegen, dass ich dafür alle meine Kräfte

einsetze. Ich habe quasi meine Leidenschaft,

mein Hobby zum Beruf gemacht, was kann es

Schöneres geben.

Ist die Region Coburg ein guter

Standort zum Machen?

Die Region Coburg hat alle Voraussetzungen, ein

erfolgreicher Macherstandort zu werden. Dazu

wird in Zukunft vor allen Dingen das Projekt

der Hochschule Creapolis am Schlachthof einen

wichtigen Beitrag leisten.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.


Eine Reise nach England

Alan Colbourn und seine

Leidenschaft für Cider

Es ist ohnehin so, dass ein Besuch der Ernstfarm

im Kürengrund in Coburg einer Reise nach

England schon sehr nahe kommt. Immerhin ist

sie von Herzog Ernst II. im 19. Jahrhundert als

Musterfarm nach englischem Vorbild gebaut

worden. Wenn dann aber auch noch im zum urigen

Ladengeschäft umfunktionierten ehemaligen

Schweinestall der Deutsch-Engländer Alan

Colbourn in seiner charmanten Art und mit

seinem von einem leichten Londoner Zungenschlag

geprägten Deutsch über Cider spricht,

verortet sich der Gast endgültig in Südengland

und eben nicht am Rande von Coburg.

Hier aber hat Alan Colbourn aus einer Leidenschaft

ein Geschäft gemacht, den Ciderhof, in dem er über

40 Sorten Cider, Perry (Birnenwein), Likör oder Cider

Brandy selbst importiert und verkauft, direkt vor Ort

oder auch im Internet. Seit 15 Jahren macht er das.

Damals suchte der ausgebildete Grafik-Designer, der

noch heute für die Kunstsammlungen der Veste coburg,

das Europäisches Museum für modernes Glas, die Stadt

Neustadt oder einige Firmen in der Region arbeitet,

nach einer zusätzlichen neuen Aufgabe.

Und weil ihn, obwohl er schon seit den 1970er Jahren

in Coburg heimisch ist, seine britischen Wurzeln

bis heute prägen, war die Idee schnell geboren: In

ganz Deutschland gab es damals keinen Anbieter von

traditioneller Cider, niemanden der, die in manchmal

fünften Generation geführten kleinen traditionellen

Herstellern dieses leicht perlenden erfrischenden

Apfelweins, in seiner neuen Heimat ein Plattform bot.

Jetzt gibt es einen: den Ciderhof von Alan Colbourn,

der seinen ersten Cider selbst vor 35 Jahren getrunken

hat, als das Getränke noch ein Dasein im Schatten von

Wein und Bier fristete.

Das ist heute anders, Cider ist seit 20 Jahren im Trend,

England produziert viermal so viel wie alle anderen

Länder auf der Welt zusammen. Alan Colbourn hat sich

in diesen Jahren ein umfassendes Wissen über dieses

uralte und doch ganz moderne Getränk angeeignet.

Ein berühmter Ciderfan war Heinrich VIII. im 15.

Jahrhundert und heute Prominente wie Starkoch Jamie

Oliver, der übrigens den Ciderhof als Bezugsquelle für

Sheppy‘s Dabinett Cider nennt.

Wenn Alan Colbourn über Cider erzählt, gerät er

ins Schwärmen. Über die stolze Anzahl von rund 600

verschiedenen Apfelsorten, aus denen Cider hergestellt

wird, die Vielfalt an Geschmacksrichtungen von

trocken bis süß, die zahlreichen gesunden Inhaltsstoffe,

den gutverträglichen nicht zu starken Alkoholgehalt

von um 0,5 bis 8,2 Prozent, und die oft mehr als

sechsmonatige Reifung im Eichenfass. „Es ist schon

mehr als ein Geheimtipp, Cider zu trinken.“ Viele

Stammgäste wissen seine Auswahl und sein Know-How

zu schätzen, sie kommen aus ganz Deutschland, um bei

ihm vor Ort oder in seinem Onlineshop einzukaufen.

Regelmäßig mindestens einmal im Monat gewinnt er

für seine Leidenschaft neue Freunde, bei seinen kleinen

Tastings mit ein paar Häppchen, ein paar Fläschchen,

vielen Informationen und der einen oder anderen

Anekdote von seiner Zeit in Deutschland, hier auf er

Ernstfarm, die so very british ist, dass man sich fühlt

wie auf der Insel.

Ciderhof

Inh. Alan Colbourn

Kürengrund 80

96450 Coburg

» Regelmäßige Cidertastings

» Anmeldung erforderlich

Öffnungszeiten:

Dienstag, Donnerstag & Freitag

Samstag

Telefon: 0 95 61/ 83 27 34

info@ciderhof.de

www.ciderhof.de

15 00 – 18 00 Uhr

14 00 – 18 00 Uhr

46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


Gesponserter Beitrag

Foto: Sebastian Buff

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 47


GELÄNDEFAHREN ÜBER STOCK UND STEIN

48 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


ÜBER STOCK UND STEIN

Aufgebockt, vierradgetrieben, mit chromblitzenden

Stoßfängern: Immer mehr Geländewagen oder deren

urbane Verwandte SUVs fahren auf den Straßen,

ohne dass es auf glattgebügelten Teerstraßen deren

technische Ausstattung oder Erscheinungsbild

bedurfte, um gefahrlos vorwärtszukommen. Die

dicken Brummer sind heute eher Statussymbol, wenn

man nicht gerade Jäger ist und beruflich über Stock

und Stein kurven muss. Dabei könnte man ihnen auch

mal mehr freien Lauf lassen, dort, wo ihr eigentliches

Zuhause ist: im freien Gelände. Das macht richtig

Spaß, wenn man sich an die Regeln und Tipps hält.

Ist das Fahrzeug überhaupt geeignet? Welche technischen

Features hat es zu bieten? Nicht jeder angebliche

Geländewagen rumpelt problemlos über die erstbeste

Schotterpiste. Und ein SUV mag gut ausgestattet, schick

und bequem sein, gegen einen echten Geländewagen ist er

chancenlos.

Traut man sich als Fahrer das Fahren durchs Gelände zu?

Es geht mal steil nach oben, dann kopfüber nach unten,

es rüttelt und schüttelt sich. Das muss man körperlich und

psychisch aushalten, und vor allem muss man das Fahrzeug

beherrschen lernen. Langsam anfangen, sich helfen lassen

oder am besten erst einmal einen Kurs machen.

Kennt man die Sicherheitsvorschriften? Dass man auch oder

gerade im Gelände angeschnallt sein muss, wenn man doch

einmal kippt, rutscht, plötzlich stoppt. Wie der Sitz, die

Reifen, das Lenkrad eingestellt sein sollen? Wie man sich im

Gelände verhält? Wie man sich in der Natur richtig verhält?

Kennt man fahrerische Feinheiten? Schrägfahren, durch

Wasser, über Hügel, steile An- und Abfahrten?

„Ihre Sportbrille muss Ihnen

all das ermöglichen, was Ihr

Sport für Sie bedeutet –

Spaß, Motivation und

Erfolge! Jede Sportart

verlangt ihre spezifische

Ausrüstung.“

„Meine Empfehlung für Ihre

Sicherheit: Polarisierende

Gläser. Der beste Schutz

gegen Blendung bei tiefstehender

Sonne, auch in

Ihrer Sehstärke.“

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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 49


OFFROADPARKS

SPIELPLATZ NATUR: TIPPS ZUM AUSPROBIEREN

Durchs Gelände, Wälder, Bäche,

über Stock und Stein, Schotter,

Schlamm und Geröll? Gerne, aber

wenn es nur zum Spaß sein soll

natürlich nicht in freier Wildbahn,

sondern in einem der Offroadparks

in Deutschland. Dort stehen

genug Flächen zur Verfügung,

um sich mit gutem Gewissen

austoben zu können. Außerdem

herrschen dort kontrollierte

Bedingungen und entsprechende

Sicherheitsmaßnahmen. Hier ein

paar Tipps, es gibt aber noch weit

mehr Offroadparks:

Der Outdoor & Offroad Center am Nürburgring,

ein naturbelassenes Gelände in Nähe der Müllenbach-

Schleife, im südlichen Teil der Grand-Prix-Strecke.

Der Offroadpark in Großmehring bei Ingolstadt ist

zentral gelegen und schnell über die Autobahn A9 zu

erreichen. Er wird viel genutzt: Als Versuchsgebiet

für Automobil- und Zulieferindustrie, Eventgelände,

Teststrecke und eben als Freizeitpark. Mit steilen

Auffahrten, Verschränkungspassagen, Buckel- und

Hügellandschaft, Schrägfahrten, Wasserlöchern

und schlammigen Gräben bietet der Park alle

Schwierigkeitsgrade.

Der Offroadpark Langenaltheim bei Weissenburg:

Besonders beliebt sind hier eintägige Kurse, bei den

Fahrzeugtechnik in Theorie und Fahrtechnik in der

Praxis vermittelt werden. Guter Einstiegsparkt, um

am Ende das eigene Fahrzeug sicher und mit viel

Spaß durchs Gelände bewegen zu können.

Der Fursten Forest in Fürstenau bei Osnabrück.

Das größte offizielle Offroad-Gelände in Europa

bietet über 400 Hektar in drei verschiedenen

Schwierigkeitsstufen – von welligem, sandigem

Terrain bis hin zu Auffahrten, die so steil sind, dass

man sie ohne Seilwinde kaum bewältigen kann.

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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 51


52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


VOM MITTELALTER BIS IN DIE NEUZEIT

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Neue

Erlebnisführung

von Tourismus und Stadtmarketing

Ehrenburg, Veste, Schloß Callenberg, Morizkirche oder

St. Augustin: Coburgs Sehenswürdigkeiten sind prächtige Kulissen

für Weltgeschichte, Hochadel, Glanz und Glamour, Klatsch und

Tratsch, in Coburgs Geschichte und Bauwerken spiegeln sich

die Epochen. Herzöge, Kurfürsten, Prinzen, Könige, Kaiser,

Religionsführer, Künstler, Gelehrte trafen sich in der kleinen

Residenzstadt. Doch es gab auch die ganz einfachen Menschen.

Es gab auch einen Alltag außerhalb des herzoglichen Parketts.

Eine neue Erlebnisführung von Tourismus und Stadtmarketing/

Citymanagement Coburg (TMC) widmet sich diesem ganz

normalen Leben in Coburg vom Mittelalter bis in die Neuzeit.

Wie lebte man bis ins ausgehende 19. Jahrhundert als Metzger,

Ehefrau, Zofe oder Bader? Was erlebten Handwerker, Kaufleute,

Hausfrauen oder Angestellte des Hofes? Fragen, die man am besten

hautnah, vor Ort, mit echten Kostümen, echten Geschichten

beantwortet. Eine neue Kostümführung vom TMC für Gruppen

tut genau das. Sie entführt ihre Teilnehmer an Orte in Coburg,

die sonst in keiner anderen Tour vorgestellt werden. Nicht an die

Schauplätze der Weltgeschichte, sondern in die kleinen Gassen der

Coburger Altstadt, nicht in prächtigen Kleidern, sondern im eher

schlichten schmucklosen praktischen Gewand früherer Zeiten. Das

sorgt für spannende Einblicke in den Alltag der Coburger von der

Renaissance bis ins 19. Jahrhundert. „Mit unserer neuen Idee wollen

wir entdeckungsfreudige Besucher ansprechen. Viele Leute wollen

gerne wissen, wie das Leben von ganz normalen Leuten im Laufe

der Jahrhunderte ablief. Das zeigen wir an verschiedenen

Stationen der Altstadt“, so Katrin Bratner, Betriebsleiterin

Tourismus und Stadtmarketing/Citymanagement Coburg

über die Idee.

So erwartet die Teilnehmer auf ihrem Rundgang durch die

Innenstadt ein Metzgermeister aus dem 16. Jahrhundert,

der über die schwierigen Bedingungen seiner Zunft erzählt.

Er klagt über ständig neue Verordnungen, die seine Arbeit

erschweren. Auch gegen das Verbot des Zutrunks lehnt sich der

Metzger auf. Der Zutrunk war ein weit verbreiteter Brauch, bei

dem man auf gegenseitiges Wohl trank. Das führte nicht selten zu

exzessiven Zechereien mit den entsprechenden Folgen, denn ein

Zutrunk durfte nicht abgelehnt werden.

Doch nicht nur die Trinkgewohnheiten der vergangenen

Jahrhunderte werden thematisiert, auch das Miteinander der Bürger,

ihre Berufe oder das Zusammenleben von Männern und Frauen

werden mit Hilfe kurzer Schauspielszenen an historischen Plätzen

dargestellt: Von den ersten Coburger „Wutbürgern“ zur Zeit der

Hexenverbrennungen bis zur Zofe, die Details aus dem Liebesleben

ihrer Herzogin verrät.

Erlebnisführung für Gruppen

Aus dem Nähkästchen geplaudert - ein Blick ins Leben von Coburger

Bürgerinnen und Bürgern vom Mittelalter bis in die Neuzeit.

Dauer etwa 1,5 Stunden, Preis pro Gruppe 250 Euro, Montag bis

Freitag ab 18 Uhr möglich, samstags und sonntags ganztags

Maximalteilnehmerzahl 25 Personen.

Anmeldung:

Tourist-Information, Herrngasse 4, 96450 Coburg

Telefon 0 95 61/ 89 80 00 oder E-Mail info@tourist.coburg.de

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 53


Der Oscar des Lebensmittel-Einzelhandels – das ist der nationale Wettbewerb

„Supermarkt des Jahres“. Das führende Fachmagazin „Lebensmittel Praxis“

und Europas größtes Food-Magazin „Meine Familie & Ich“ vergeben ihn seit 20

Jahren. Und in den letzten Jahren spielte Coburg dort eine große Rolle …

54 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


FRISCHECENTER WAGNER

Gesponserter Beitrag

… Dreimal nämlich, zuletzt wieder im April 2018, gehörte der

Frischecenter Wagner auf der Lauterer Höhe zu den Nominierten,

zu den drei besten Supermärken Deutschlands. Und noch besser ist

die Bilanz des Frischecenter Wagner beim „Deutschen Fruchtpreis“,

die höchste Auszeichnung für die beste Obst- und Gemüseabteilung

des Landes. Sechs Mal in Folge, von 2013 bis zuletzt wieder im Mai

2018, steht Wagner bundes- und bayernweit auf Platz 1. Dieser Erfolg

ist keine Selbstverständlichkeit, sondern jedes Mal wieder der Lohn

für harte Arbeit der alteingesessenen Coburger Kaufmannsfamilie

Wagner und ihrer weit über 100 Mitarbeiter.

Mitte April. Mitten in Bonn. Jörg Wagner ist an der

Reihe. Der Chef des Frischecenter Wagner muss

vor einer Jury auftreten. Es sind nicht irgendwelche

Personen, nicht nur irgendwelche Fachleute,

sondern 20 führende Vertreter der deutschen

Lebensmittelindustrie. Zwei Minuten hat Wagner

noch einmal Zeit, sein Unternehmen vorstellen,

Werbung zu machen. 120 Sekunden, in denen er im

Mittelpunkt und Rede und Antwort steht, in denen die

Großen der Branche seinen Worten lauschen, jedes auf

die Waagschale legen, „die prüfen einen auf Herz und

Nieren, da war ich schon sehr aufgeregt“, gibt er zu,

dabei sind er und sein Team zu diesem Moment schon

so wahnsinnig weit gekommen. Einen Auftritt vor der

Jury – den bekommen nur die drei Nominierten für

den Preis „Supermarkt des Jahres“ in der Kategorie

„Selbständige über 2000 Quadratmeter.“

DEUTSCHER FRUCHT PREIS

DEUTSCHLANDS

BESTE

OBST&GEMÜSE

ABTEILUNG

2018

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 55


DER LANGE WEG ZUM TITEL

Am Anfang steht die Bewerbung

Davor stehen Wochen und Monate fleißiger Arbeit für die

ganze Mannschaft von der Lauterer Höhe. Nicht nur der

normale tägliche Job muss professionell, mit Einsatz und

Kreativität Tag für Tag erledigt werden, auch die Bewerbung

um einen so angesehenen Preis wie den „Supermarkt des

Jahres“ erfordert viel Zeit und Geduld. Am Anfang steht

noch ein einfach Formblatt für ein paar Kennzahlen wie

Größe, Mitarbeiterzahl oder Umsatz. In einem zweiten

Schritt erstellt das Team dann eine Bewerbungsmappe mit

vielen Fotos, mit besonderen Geschichten über besondere

Ideen und natürlich mit der Antwort auf die Frage aller

Fragen: Warum soll man Supermarkt des Jahres werden?

Was macht den Frischecenter Wagner aus?

Die Jury kommt incognito

Immerhin nämlich gibt es etwa 40 000 Märkte in

Deutschland, die sich auch bewerben können, einige

hundert davon tun das dann auch, und man muss schon

sehr gute Argumente haben, um in die engere Auswahl

zu geraten, aus der dann die Nominierten hervorgehen

- immerhin sitzen schon in der Vorabjury die höchsten

Vertreter der großen Handelsketten Deutschlands. Und

die waren, schon das ist eine Riesenanerkennung, auch in

diesem Jahr wieder von der Coburger Bewerbung angetan.

Das aber merkt man als Bewerber erst Wochen später,

wenn die Nominierung ins Haus flattert. „Davor kommt

nämlich eine Jury unangekündigt und incognito in den

Laden, kauft testweise ein, überprüft die eingereichten

Bewerbungsunterlagen, fragt Kunden.“

Top 2 in Deutschland

Es ist also wirklich ein langer Weg, bevor man dann nach

Bonn eingeladen wird, zum Tag der Entscheidung, zum

Auftritt vor der Jury und zu einem festlichen Galaabend.

Man wird noch einmal auf die Bühne gebeten, die

„Spannung ist fast unerträglich“, so Wagner, dann kommt

der Moment, der Umschlag wird geöffnet, der Sieger

bekanntgegeben. Ein Unternehmen aus Süddeutschland

macht das Rennen, Wagner und sein Team landen auf

Platz 2. Von Enttäuschung aber kaum eine Spur. „Wir

sind wahnsinnig stolz drauf, dass wir als relativ kleiner

Markt überhaupt so weit kommen und uns dann nur

einem geschlagen geben müssen.“ Wagner freut sich vor

allem für seine Mitarbeiter. „Das ist ihr Preis, wir werden

das auch nochmal so richtig zusammenfeiern bei einem

Sommerfest“.

Bei Frische ganz vorne

Es wird wohl ein rauschendes Fest werden, denn nur

wenige Wochen später, dieses Mal in Baden-Baden, holt

das Team vom Frischecenter Wagner zum sechsten Mal

– ein einsamer Rekord – den Deutschen Fruchtpreis auf

deutscher und auf bayerischer Ebene, die Auszeichnung

für Deutschlands beste Obst- und Gemüseabteilungen.

Auch hier ging eine mehrmonatige Bewerbungsphase

voraus, auch hier gibt es Testkäufe, auch hier sitzen in der

Jury die hochkarätigsten Vertreter der Branche, auch hier

gibt es verschiedene Kategorien, hier aber siegt Wagner in

der Kategorie „Supermarkt groß“.

Vorreiter in Sachen Vitamine

Die Freude beim Team und ihrem Chef ist riesengroß,

größer vielleicht noch als in den letzten Jahren, weil es so

viele Bewerbungen gab wie nie, und vor allem weil man

beim Frischecenter Wagner sich um Ideen und Frische

rund um Obst und Gemüse eben besonders bemüht. Ein

großes Bio-Sortiment, viele Produkte aus der Region,

aber auch besondere Exoten, frisch zubereitete Snacks,

eine Smoothiebar, Salat an der Theke, all das ist auch

von der Jury honoriert worden. Und natürlich auch

viele Ideen rund um Nachhaltigkeit, so gibt es mit dem

Barcode gelaserte Produkte, um dadurch Verpackungen zu

vermeiden, es gibt vor Ort Rezepte unter dem Motto „Zu

gut für die Tonne“, es gibt eine Box für Grünabfälle zum

Mitnehmen für die Kleintiere zuhause und vieles mehr.

„Wir sind bei aller Bescheidenheit in Deutschland bei

vielen Ideen schon Vorreiter“. Übrigens auch in Sachen

Vielfalt: 500 verschiedene Obst- und Gemüsesorten führt

der Frischecenter Wagner übers Jahr.

56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


FRISCHECENTER WAGNER

„Eine Jury kommt unangekündigt und incognito

in den Laden und kauft testweise ein.“

500 verschiedene Obst- und Gemüsesorten führt der Frischecenter Wagner übers Jahr

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 57


Gesponserter Beitrag

ORIENTIERUNG SIEGEL

Gütesiegel im Trend

Informationen vom

Frischecenter Wagner

Es muss schmecken und der Preis muss passen.

Früher, ja früher, da war es einfach, Fleisch, Wurst,

Käse, Milchprodukte, Obst, Gemüse, Reis, Nudeln oder andere

Nahrungsmittel einzukaufen. Die Auswahl war übersichtlich,

die Entscheidungskriterien waren der familiär

geprägte Appetit und der eigenen Geldbeutel.

Doch die Ernährungswelt ist komplexer

geworden. Weil Umwelt und Gesundheit

beim Werte-Index-Ranking Jahr für

Jahr nach oben klettern, suchen Käufer

auch immer mehr nach Orientierungshilfen in Sachen

Bio. Und die gibt es mittlerweile, und zwar reichlich: Um

die 60 verschiedene Biosiegel oder Ökozertifikate zählt der

Naturschutzbund.

Zu altbekannten Siegeln wie demeter oder Bioland nämlich

gesellen sich immer neue: europäische, deutsche, regionale,

Tierwohl- oder Gentechniklabels. Und die Nachfrage nach

derartig zertifizierten Produkten steigt: Sie werden von Kunden

bevorzugt gekauft, ergab eine Studie von Splendid Research. Über

70 Prozent der Konsumenten achten 2018 beim Einkauf auf

Gütesiegel - acht Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren.

Fast die Hälfte aller Konsumenten sagt, dass ein Produkt mit Siegel

besser sei als eines ohne. Und 2/3tel der Menschen vertrauen den

Zertifikaten von Umweltinstituten oder staatlichen Organisationen.

Umso wichtiger ist für Kunden eine Orientierung, um was für Siegel

es sich handelt. Beim Frischecenter Wagner setzt man daher vor allem

auf anerkannte allgemeine und auf geprüfte Edeka-eigene Zertifikate. Die

Mitarbeiter werden entsprechend geschult, um bei Fragen der Kunden kompetent

Rede und Antwort stehen zu können. Außerdem baut der Frischecenter Wagner

schon lange auf regionale Produkte: Im Vergleich zu anderen EDEKA-Märkten

führt man Lebensmittel von fast 50 heimischen Lieferanten. Damit hebt man

sich deutlich vom Wettbewerb ab.

Wer sich darüber hinaus über die Qualität der aktuellen

Siegel und Zerfitikate informieren möchte, kann das beim

Naturschutzbund online tun unter siegelcheck.nabu.de

58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


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von international führenden Herstellern auf

verketteten Aggregaten von LASCO zunächst

gewalzt und dann ausgeschmiedet.

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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 59


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OTTO HAUCH

ERFOLGSGESCHICHTEN Nachwuchsarbeit bei der Otto Hauch Bauunternehmung

Eine gute Ausbildung, Disziplin, Fleiß: Das sind

Voraussetzungen, um im Berufsleben bestehen

zu können, sein Geld zu verdienen, eine Familie

zu ernähren, sich etwas aufzubauen. Erfolgreiche

Unternehmen aber brauchen mehr, um erfolgreich

zu bleiben, um ihren Mitarbeitern auch in

Zukunft eine Perspektive bieten zu können:

Führungskräfte, Menschen, die mutig nach vorne

schauen, anpacken, Verantwortung übernehmen.

Max Beyersdorf, Geschäftsführer der Otto Hauch

Bauunternehmung, geht daher immer wieder neue

Wege. Einer davon führte jetzt nach Salzburg.

Zehn junge Mitarbeiter unter 25 Jahren begleiteten

ihn dabei. Um sie nämlich ging es bei der gemeinsamen

Fahrt ins Kongresszentrum Salzburg zu einem

ganz besonderen Tag: „Der Weg zur High-Perfomance“,

eine Veranstaltung des international renommierten

Coaches und Buchautors Prof. Manfred Winterheller.

„Wir wollten damit unsere junge Kollegen

infizieren, aus ihrem Leben etwas zu machen“, so

Max Beyersdorf über die Intention. Und was kann

dazu mehr beitragen als die Geschichten von Menschen,

die erstaunliches geleistet haben. Sie waren an

diesem Tag vor 2000 Zuhörern im Kongresszentrum

Salzburg auf der Bühne live zu erleben.

So wie der Eigentümer einer weltweit agierenden

Industrie-Gruppe, der nur im Nebenberuf im Musikbusiness

tätig war. Doch dann bekam er Post von einem

gewissen Herrn Andreas Gabalier. Er übernahm

das Management dieses damals unbekannten Österreichers.

Die Zuschauerzahlen von Gabalier explodierten

von 27 auf 72.000 Zuhörer.

Oder wie eine junge Frau, die unbedingt Stewardess

werden wollte. Ihr Englisch aber war so schlecht, dass

sie ihren Lebenstraum aufgab. Dann traf sie Winterheller,

löste sich von Teilen ihres Umfelds, von Neinsagern

und Energieräubern, und startete durch: Ein

Jahr lernte sie Englisch, lebte in Großbritannien und

San Francisco. Heute hat sie ihren Traum verwirklicht,

fliegt seit einem Jahr bei der Austrian Airlines.

Und die Geschichte einer Dame, die einen guten Job

in einem mittelständischen Unternehmen aufgab,

zwei Jahre lang auf vieles verzichtete, von Hartz IV

lebte, keine Sicherheit mehr hatte, sich aber in dieser

Zeit selbständig machte und ein internationales

Vertriebsteam für Kosmetikprodukte eines österreichischen

Unternehmens aufbaute. Außerdem Flo

Sitzmann, der „halbe Mann“, wie er sich selber nennt,

weil er bei einem Motorradunfall beide Beine verloren

hatte. Anstatt aufzugeben aber wurde er zu einem

erfolgreichen Redner, Autor, Motivator, strahlt eine

Lebensfreude aus, die ansteckend ist.

Und um genau das ging es Max Beyersdorf: Beispiele

zeigen, wie man aus seinem Leben etwas macht, wie

man Verantwortung für sich und andere übernimmt.

„Unser Ziel muss es doch sein, junge Menschen weiterzuentwickeln

und zu fördern, um für die Zukunft

Führungskräfte heranzuziehen.“

So wird man bei der Bauunternehmung Otto Hauch

auf diesem Weg weitergehen. Schon in diesem Jahr

wird in einem Planspiel mit dem Brandcoach Dirk

Belling, den man auf der Fahrt nach Salzburg schon

besucht hat, der Ernstfall geprobt: Vier Wochen ohne

Chef – dann heißt es Verantwortung zu übernehmen.

Die Bauunternehmung Otto Hauch: Ein

Familienbetrieb in vierter Generation

mit Bauprojekten in ganz Deutschland,

spezialisiert auf die Sanierung von bestehenden

Bauwerken und Gebäuden

und die behutsame Modernisierung von

historischer Bausubstanz.

Mehr Informationen unter

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60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 61


62 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


HIER WOHNTE …

HIER WOHNTE…

VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT

FOTOS: SEBASTIAN BUFF

… EIN SELBSTBEWUSSTER AMTSBOTE

Die Wände der Werkstatt sind grau bis unter die Decke. Sie sind Zeugen der mühevollen Arbeit eines Drechslermeisters

im ausgehenden 19.Jahrhundert. Der rostige Werkstattofen mag ein bisschen Wärme in den Raum im Hinterhof des Hauses

Hinterm Marstall 3 gebracht haben, hier an einen Ort, an dem Treppengeländer und Stuhlbeine entstanden sind.

Heute ist die alte Werkstatt der ganz besondere Partyraum der

Familie Gottfried. Die Wände sind nicht vom Schmutz befreit, sie

durften ihre Patina behalten und wurden konserviert. Zusammen

mit dem riesigen Tisch in der Mitte des Raumes und den vielen

kleinen Accessoires darum herum wirkt der Raum wie aus der Zeit

gefallen. Hinten in einer Ecke steht sogar noch der Arbeitstisch von

Otto Amberg (Siehe Bild Seite 5). Einen besonderen Blick hatte

man früher wie heute. Denn die Werkstatt steht im Innenhof des

Anwesens. Die Aussicht auf den grünen Rasen, die auf Sandstein

angelegte Sitzecke und die geschwungenen Strauchbeete hatte

der Handwerker freilich nicht. Im 19.Jahrhundert wurden in den

Innenhöfen der Stadt Salat und Kartoffeln angepflanzt und die

Hasen- oder Hühnerställe ausgemistet. Zeit zum Müßiggang und

Ausruhen im gemütlichen Garten? Eher nicht.

Viele Male wechselte das Haus, dessen Anfänge bis ins

16.Jahrhundert zurückgehen, den Besitzer. Immer wieder wurde

es den jeweiligen Bedürfnissen angepasst. Stockwerke wurden

aufgesetzt, Laubengänge errichtet, Innenausbauten vorgenommen.

Um das Jahr 1838 ließ der Amtsbote Christian Moritz ein neues

Portal mit aufgesetztem Relief und Inschrift anbringen. Schließlich

möchte der Bürger mit der neu gestalteten Fassade zeigen, dass nun

der Wohlstand eingekehrt ist in dieses ehemalige Handwerkerhaus.

„Quaenam sors est sine invidia“. Übersetzt frei: „Mitleid bekommt

man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten“. Die bemerkenswert

selbstbewusste Aussage eines städtischen Angestellten. Aber

vielleicht musste auch Christian Moritz schon damals einiges Geld

aufbringen, um das immer wieder in Schieflage geratende Haus zu

stabilisieren.

Die ganze Straße Hinterm Marstall befindet sich auf einem

mittlerweile verrohrten Bachlauf aus Richtung Leopoldstraße

kommend. Aus diesem im Volksmund genannten „Stetzebach“

wurde im Laufe der Zeit „Stetsambach“ und die Straße der

Stetzebachweg. Erst später bekam dieser zu Ehren des Coburger

Prinzen Leopold einen neuen Namen. In den Talgassen Pilgramsroth,

Probstgrund und Lange Gasse befanden sich mehrere Quellen,

welche die Brunnen in der Innenstadt speisten. Diese Quellbächlein

vereinigten sich in der Leopoldstraße zu einem Bach, der stets

Wasser führte. Die Handwerker des Viertels kamen ungehindert

an das notwendige Wasser für ihre Arbeit und die Pflege ihrer

Kleingärten in den Hinterhöfen. Von großen Überschwemmungen

und vollen Kellern ist schon im 17.Jahhrundert in der Stadtchronik

zu lesen. Eine Verrohrung wurde notwendig, auch wenn man den

Anwohnern damit den direkten Zugang zum Wasser verbaute. Im

eigentlichen Sinne sind die Häuser hier auf Sumpfland gebaut.

Deswegen sind die Wände im Inneren auch wirklich teilweise

abenteuerlich schief.

So musste die Vorder- und Hinterseite des Hauses mit der Nummer

3 bei der Sanierung mit Stahlträgern gegeneinander abgestützt

werden. Das Gefälle bemerkt man bereits beim Eintreten in den

Hausflur, ab hier geht’s nämlich bergab in Richtung Innenhof. Achim

Gottfried stört dies dennoch nicht. Als er zusammen mit seiner

Frau 2010 das Haus kaufte, war die Aussicht von der Eingangstür

durch den Flur in den Innenhof mit Garten Liebe auf den ersten

Blick. Innenstadtnah und grün, genauso sollte das neue Zuhause

für das Paar sein. Die zweijährige Sanierungszeit hat sich gelohnt.

Auf sage und schreibe mittlerweile 6 Stockwerken entfaltet sich mit

ebendiesen schiefen Fachwerkwänden und viel Licht und Holz eine

moderne, gemütliche Wohnatmosphäre. Die bunten spanischen

Patchworkfliesen im Eingangsbereich hätten sicher auch dem

Amtsboten Moritz gefallen. Denn mitleidige Blicke erzielt man mit

diesem prachtvollen Blick hinein in ein ungewöhnliches Haus ganz

sicher nicht. Eher bewundernde.

Häuser, die mit Unterstützung der

Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.

saniert worden sind – der COBURGER

stellt sie vor: 2018 in jeder Ausgabe des

COBURGER eines in unserer Reihe

„Hier wohnte“.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 63


HIER WOHNTE …

64 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


… EIN SELBSTBEWUSSTER AMTSBOTE

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 65


SEIT EINEM JAHR IN COBURG

ANGEKO MMEN

Engel & Völkers – seit einem Jahr in Coburg

„Willkommen in Coburg: Das traditionsreiche und angesehene

Immobilienunternehmen Engel & Völkers eröffnet in diesen Tagen ein

neues Büro in Coburg. Und die beiden Menschen dahinter freuen sich

auf die neue Aufgabe.“ So schrieb der COBURGER in der Ausgabe vom

Juni 2017. Es war also vor genau einem Jahr, als Sonja & Dieter Haimann

ihr Engel & Völkers Immobilienbüro in Coburg in der Ketschengasse 41

eröffnet haben. Gelegenheit für eine erste Zwischenbilanz.

66 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


ENGEL & VÖLKERS

Gesponserter Beitrag

Wenn Sie auf das erste Jahr zurückblicken –

wie ist es gelaufen?

Dieter Haimann: Es war ein im positiven Sinne

bewegtes und bewegendes Jahr in Coburg. Wir sind

wirklich hervorragend gestartet. So konnten wir

unseren Kunden bereits bei der Eröffnung etwa 20

verschiedene Immobilien anbieten. Und nicht nur

an unserem neuen Standort in Coburg, auch drüber

hinaus in ganz Oberfranken profitieren wir vom

guten Ruf und der Bekanntheit der Marke Engel &

Völkers. Ein kleine Anekdote am Rande: Der erste

Kunde betrat unser Büro mit der Begrüßung „ich

kenn Sie von Mallorca“.

Engel & Völkers ist ja auch weltweit vertreten, wie fällt

denn der Rückblick für die gesamte Gruppe aus?

Dieter Haimann: Die Engel & Völkers Unternehmensgruppe

hat 2017 ihren Markencourtageumsatz um

31,9 Prozent auf 667,8 Mio. Euro (2016: 506,3 Mio.

Euro) gesteigert. Damit verzeichnet das weltweit

tätige Immobilienunternehmen im zurückliegenden

Geschäftsjahr erneut einen Umsatzrekord.

Engel & Völkers – der Name verbreitet Luxus,

Wertigkeit, das Besondere. Wie sehen Sie das?

Dieter Haimann: Ja, zunächst einmal stimmt das.

Die Marke Engel & Völkers steht ja in erster Linie für

Burgen, Schlösser, Herrenhäuser und Villen. Uns ist

es aber ganz wichtig hervorzuheben, dass wir in unser

regionales Portfolio gerne alle Immobilientypen in

allen Preisklassen aufnehmen. Vom Appartement

am Stadtrand bis zur herrschaftlichen Villa

am Festungsberg, Baugrundstücke in Stadt

und Landkreis, Mehrfamilienhäuser und

Gewerbeimmobilien und viele andere Objekte.

Gibt es aktuelle Trends hier in der Region

auf dem Immobilienmarkt?

Sonja Haimann: Große Nachfrage verspüren wir

im Bereich Sanierungsobjekte in der Innenstadt.

Das trifft nicht nur auf Coburg zu, unser Büro

betreut auch die Städte und Landkreise Kulmbach,

Lichtenfels und Sonneberg. Das benachbarte

Kronach und angrenzende thüringische Städte

klammern wir selbstverständlich nicht aus. Und

insgesamt kommt auch ein spezieller Service von

uns besonders zum Tragen: die für den Eigentümer

kostenlose marktorientierte Immobilienbewertung

nämlich. Dieses Angebot wird zwischenzeitlich

gerne angenommen.

Dazu benötigen Sie natürlich kompetente Mitarbeiter.

Wie sieht Ihr aktueller Personalstamm aus?

Sonja Haimann: Wir arbeiten aktuell mit drei

Immobilienberatern. Insgesamt sind wir zu sechst

und wir planen weiter zu wachsen. Aktuell werben

wir intensiv um qualifizierte bzw. potenzielle

Immobilienberater, Quereinsteiger herzlich

willkommen! Die gute Arbeitsmarktbilanz in der

Region macht uns das nicht leicht, aber wir bleiben

dran.

Und wie sieht Ihre ganz persönliche Bilanz aus?

Sonja Haimann: Persönlich wurden wir sehr

freundlich und schnell in Coburg aufgenommen. Auch

privat haben wir uns in der Region niedergelassen

und sind „angekommen“. Wir genießen die Region

und freuen uns hier zu arbeiten und zu leben.

Erfahrung seit über 40 Jahren

Engel & Völkers steht für Tradition und hohe

Dienstleistungsqualität in Sachen Immobilien. Seit

über 40 Jahren ist das Unternehmen in der Vermittlung

hochwertiger und besonderer Immobilien tätig. Engel

& Völkers ist mittlerweile an über 800 Standorten in

34 Ländern auf vier Kontinenten mit mehr als 10.000

Mitarbeitern vertreten – damit ist Engel & Völkers

ein weltweit führendes Dienstleistungsunternehmen

für private und institutionelle Kunden. Die

Dienstleistungspalette umfasst die Beratung, die

Vermietung, den Verkauf oder auch Bewertungen

rund um Immobilien. Dieses Know-How ist seit einem

Jahr auch für die Region rund um Coburg verfügbar.

Engel & Völkers Coburg

Ketschengasse 41 • 96450 Coburg

Tel.: +49 (0)9561 795 2400 • coburg@engelvoelkers.com

www.engelvoelkers.com/coburg • Immobilienmakler

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 67


ALLEE 5

Schmuckstück

„Allee 5“

68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


EIN HISTORISCHES SCHMUCKSTÜCK

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Zu einem historischen Schmuckstück

entwickelt sich seit März diesen Jahres das

Gebäudeensemble „Allee 5“. Hier entstehen

17 Eigentumswohnungen mit einem bis drei

Zimmern von 43 m² bis 101 m².

Das Objekt:

Erstmals wurde das Grundstück 1516 als Weingarten im Altenberg

erwähnt, in Aufzeichnungen wurde 1536 ein Stadel aufgeführt,

welcher um 1700 in ein Wirtshaus umgebaut wurde. Bis ins Jahre

1850 bewirteten unterschiedliche Pächter ihre Gäste im Gasthof „Zur

Rosenau“ oder “Zur goldenen Rose“. Für einige Jahre war eine eigene

Brauerei mit Bierkellern untergebracht, zeitweise zusammen mit der

1738 gegründeten ersten Coburger Fayencefabrik. 1877 wurden die

drei Häuser zu einer Internatsschule für Knaben von Georg Konrad

Rothbart umgewandelt, nach weiteren Umbauten entstanden im Jahre

1937 Wohnungen in dem Anwesen.

Die Lage:

Mitten in der Stadt und doch ruhig, in unmittelbarer Nähe zum

Hofgarten, Schlossplatz, Landestheater, Fußgängerzone und Kino.

Engel & Völkers Coburg

Ketschengasse 41 • 96450 Coburg

Tel.: +49 (0)9561 795 2400 • coburg@engelvoelkers.com

www.engelvoelkers.com/coburg • Immobilienmakler

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 69


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ILDEFONSO FALCONES – „DIE ERBEN DER ERDE“

Buchempfehlung

Regina Schönheit, Buchhandlung RIEMANN:

Mit „Die Erben der Erde“ ist Erfolgsautor Ildefonso Falcones ein herrlicher Roman über Loyalität, Rache,

Liebe und große Träume gelungen, der auch ohne Kenntnis des Vorgängerbuches großartig unterhält und

fesselt.

Falcones skizziert eine Zeit, in der das Leben durch zwei einfache Gesetze geregelt wurde: das des

Schwertes und das der Kirche. Ich war so gebannt von der Lebensgeschichte des Protagonisten

Hugo Llor, dass ich den Roman kaum zur Seite legen konnte. Das Buch vereint alles, was ein großes

Historienepos braucht: Liebe und Hass, Glück und Unglück, Intrigen und Ränkespiele, mutige und feige

Menschen.

Hugo wächst als Sohn eines Seemanns behütet und in wohlhabenden Verhältnissen auf. Doch sein Glück

findet ein jähes Ende, als sein Vater stirbt und die Familie alles verliert. Seine Mutter muss sich als Magd

verdingen, seine Schwester geht ins Kloster.

Zunächst scheint es das Schicksal gut mit dem Zwölfjährigen zu meinen, als er im Werftbesitzer Estanyol

einen Unterstützer findet, der sich großzügig um ihn kümmert. Doch Hugos Traum Bootsbauer zu werden

platzt jäh, als sein Mentor Opfer einer Intrige einer verfeindeten Familie wird.

Gebundenes Buch mit

Schutzumschlag, 928 Seiten:

ISBN: 978-3-570-10360-9

25,00 Euro

eBook:

ISBN: 978-3-641-23004-3

19,99 Euro

Hörbuch:

ISBN: 978-3-8445-3006-3

25,00 Euro

Wieder auf sich allein gestellt, verlässt er Barcelona und kommt auf dem Land beim jüdischen Winzer Mahir

unter, der seine Leidenschaft für den Weinbau entfacht. Hugo lernt nicht nur das Landleben schätzen,

sondern verliebt sich auch in Mahirs schöne Nichte Dolca. Eine Liebe, erschwert durch Bräuche und

Religion, die ihm die süßesten und bittersten Momente seines jungen Lebens beschert.

Fasziniert von der wunderschönen und bildhaften Sprache Falcones folgte ich Hugos von Höhen und

Tiefen geprägten weiteren Lebensweg bis zum furiosen Finale. „Die Erben der Erde“ ist ein Buch, das ich

bereits in dem Moment vermisste, als ich es zu Ende gelesen hatte.

Inhaltsangabe

Die lange erwartete Fortsetzung des Weltbestsellers

„Die Kathedrale des Meeres“

Millionen von Lesern waren fasziniert von Arnau

Estanyols Geschichte, der beim Bau der Kirche

Santa Maria mithalf. Nun erzählt Ildefonso Falcones

in seinem neuen aufregenden Sittengemälde

wieder von Loyalität und von Rache, aber auch von

der Liebe und den Träumen der Menschen.

Ildefonso Falcones

Ildefonso Falcones de Sierra, verheiratet und Vater

von vier Kindern, arbeitet als Anwalt in Barcelona.

Sein Debütroman „Die Kathedrale des Meeres“

war ein überwältigender internationaler Erfolg.

Mit weltweit mehr als sieben Millionen verkauften

Büchern hat sich Falcones als der bestverkaufte

spanische Autor historischer Romane verewigt.

Zuletzt erschien sein Bestseller „Das Lied der

Freiheit“.

Wir schreiben das Jahr 1387. In Barcelona begegnen

wir dem zwölfjährigen Hugo Llor, dem Sohn eines

verstorbenen Seemanns. Aber wir begegnen auch

Arnau Estanyol wieder, dem Werftbesitzer, der sich

um den Jungen kümmert. Hugos Jugendträume

werden mit der unbarmherzigen Realität

konfrontiert. Und er wird sich in den Weinbergen

neue Arbeit suchen - und so die schöne Nichte des

jüdischen Weinbergsbesitzers kennen und lieben

lernen. Doch er muss miterleben, wie unerbittlich

der Hass auf Volksgruppen sein kann.

Ildefonso Falcones breitet wieder ein großes

historisches Panorama aus, das auch eine

Liebeserklärung an die Stadt Barcelona ist.

© C. Bertelsmann Verlag

70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


THEATERVORSCHAU

THEATERVORSCHAU PRÄSENTIERTVON DER

DEMNÄCHST IM

LANDESTHEATER

EINES DER GRÖSSTEN SKANDALSTÜCKE

DER WEIMARER REPUBLIK

AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY

Schauspiel von Ayad Akhtar

PREMIEREN IM JUNI

AUFSTIEG UND FALL DER

STADT MAHAGONNY

Oper von Kurt Weill

A DARUM GEHT ES

Der Mond von Alabama weist den Weg in die nächste Whiskey-Bar. Doch

der Sehnsuchtsort aller liegt noch ein wenig weiter am Rande der Wüste.

Dort haben gestrandete Goldsucher Mahagonny gegründet – eine Stadt,

in der es um vier Dinge geht: Saufen, Sex, Sport und Glücksspiel. Das

einzige Gesetz der Stadt: Man darf alles, wenn man genug Geld hat. Das

moderne Sodom und Gomorrha ist natürlich die Erfindung des Künstler-

Duos Bertolt Brecht und Kurt Weill. Und ihre Oper „Aufstieg und Fall der

Stadt Mahagonny“ löste bei der Uraufführung 1930 in Leipzig nicht ganz

überraschend einen riesigen Skandal aus. Dazu hätten die Texte und so

manche Parodie auf die Opernmusik der Romantik schon ausgereicht,

doch die Nazis schickten auch noch Provokateure auf die „billigen Plätze“,

sodass die Uraufführung beinahe im Tumult unterging. Die meisterhafte

Verhöhnung bürgerlicher Moralwerte ist aber alles andere als ein Zeitstück.

Nur dauerte es, bis diese Oper wieder auf die Spielpläne rückte – selbst

im Nachkriegsdeutschland mussten fast 30 Jahre und Schmähungen des

Komponisten durch Granden wie Theodor W. Adorno ins Land gehen.

B WO UND WANN SPIELT ES

PREMIERE

Fr., 22.06.2018, 19:30 Uhr, im Großen Haus

WEITERE VORFÜHRUNGEN

Fr., 29.06.2018, 19:30 Uhr | So., 01.07.2018, 18:00 Uhr

Di., 03.07.2018, 19:30 Uhr | Do., 05.07.2018, 19:30 Uhr

Mi., 11.07.2018, 19:30 Uhr

FIRST STEPS –

TOGETHER

Choreografische Miniaturen von und

mit dem Ballett Coburg

Die Handlung spielt in Mahagonny, einer fiktiven Stadt in Nordamerika der

Gegenwart. Bei der Uraufführung im Neuen Theater Leipzig am 9. März

1930 kam es zu einem Tumult im Zuschauerraum. Anhänger der NSDAP, die

eine geplante Störaktion durchführten, animierten einen Teil des Publikums

zu Protesten gegen das Werk, weswegen man die Oper nur mit Mühe zu

Ende spielen konnte.

C WAS ERWARTET MICH

Mittlerweile aber ist der geniale Wurf der „Dreigroschenoper“-Macher

wieder da angekommen, wo er hingehört: in den besten Opernhäusern.

Schließlich gelang Kurt Weill, was vielen Neutönern versagt blieb: er

erneuerte die Oper im 20. Jahrhundert, ohne dabei das Publikum zu

überfordern oder gar bewusst musikalisch vor den Kopf zu stoßen. Erst

langsam wird seine Meisterschaft wieder entdeckt und geschätzt. Doch der

Mond von Alabama scheint stolz auf sie. Darauf einen Whiskey!

D WANN

Die Martinee findet am 10. Juni statt. Es folgt die Premiere am 22. Juni und

eine weitere Vorstellungen am 29. Juni. Vier weitere Vorstellungen finden im

Juli statt (1., 3., 5. und 11.).

PREMIERE

So., 17.06.2018, 20:00 Uhr, in der Reithalle

WEITERE VORFÜHRUNGEN

Fr., 22.06.2018, 20:00 Uhr | Sa., 23.06.2018, 20:00 Uhr

So., 24.06.2018, 20:00 Uhr | Fr., 29.06.2018, 20:00 Uhr

Sa., 30.06.2018, 20:00 Uhr

LANDESTHEATERCOBURG

Schlossplatz 6, 96450 Coburg

Theaterkasse Di. bis Fr. 10:00–17:00 Uhr, Sa. 10:00–12:00 Uhr

Telefon 09561 · 89 89 89

www.landestheater-coburg.de

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 71


UNTERM

STERNENHIMMEL

Er wird jedes Jahr mit großer Spannung erwartet: Der neue Spielplan des

Landestheaters Coburg. In diesem Jahr vielleicht noch ein bisschen mehr als

sonst, denn nach der Ära Bodo Busse hat das Landestheater ab der neuen

Spielzeit einen neuen Intendanten: Bernhard F. Loges. Und mit ihm kommen

mehr als zwanzig neue Produktionen.

72 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


Gesponserter Beitrag

Der Spielplan 2018 / 2019

des Landestheaters ist da!

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 73


SPIELPLAN 2018/2019

Vieles aber auch bleibt beim Alten: Zum Beispiel die

Spielorte Großes Haus und Reithalle und auch die

Eintrittspreise. Die nämlich werden nicht erhöht.

Neu hinzu kommt ein echtes Highlight: Ab Mitte Mai

2019 die Open Air Sommerfestspiele im Innenhof der

Ehrenburg. Das Motto der ersten Sommerfestspiele

ist „very british“: Loges widmet die Neukreation

Queen Victoria und ihrem Coburger Gemahl Prinz

Albert, die ihren 200. Geburtstag feiern.

Sommerfestspiele in Coburg

Coburg fiebert schon jetzt einem großen Jubiläum entgegen: Das Jahr 2019

steht ganz im Zeichen des 200. Geburtstags von Queen Victoria und ihrem

Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Anlässlich des royalen

Jubiläums verwandelt sich der Innenhof der Ehrenburg im Juni und Juli 2019

in eine Theaterbühne, auf der getanzt, gespielt, gesungen und musiziert wird.

Das Landestheater bietet ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm

an. „Hier setze ich den Schwerpunkt ganz auf unsere Nachbarn am anderen

Ende des Ärmelkanals. Im Innenhof der Ehrenburg wird Freilichttheater

geboten mit dem Familienstück „Robin Hood“, „Shakespeare in Love“, Daphne

du Mauriers von Hitchcock verfilmtem Roman „Rebecca“ im Tanztheater und

einem Serenadenkonzert ebenfalls mit einem britischen Thema“, so der neue

Intendant Loges.

Klassiker und Modernes

Abwechslungsreich geht es „indoor“ zu - wo Klassik auf Moderne trifft. Mozarts

„Zauberflöte“, Bizets „Carmen“ oder auch Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“,

da schlagen die Herzen der Theaterfans höher. Es gibt aber auch moderne

Darbietungen auf der Bühne wie etwa Hindemiths Lustige Oper „Neues vom

Tage“. Als Musicals stehen „Marry me a little“ und „Into the woods“ von

Stephen Sondheim auf dem Plan. Es ist also wirklich für jeden etwas dabei im

Spielplan 2018/2019.

Kammermusik im Coburger Rathaus

Eine weitere Neuheit ist die fünfteilige kammermusikalische Konzertreihe

im Coburger Rathaussaal. Diese wird in Zusammenarbeit mit dem in den

letzten zwei Jahren bereits aktiven Verein Klanggrenzen durchgeführt. In

einem intimen und publikumsnahen Rahmen präsentieren sich die Musiker

des Philharmonischen Orchesters in fünf Konzerten, die jeweils an einem

Sonntagmorgen stattfinden werden.

Neues im Abo-System

Das beliebte Abo-System des Landestheaters wird erhalten. Es wird ab der

neuen Spielzeit jedoch Erweiterungen geben. Die 50-prozentige Ermäßigung

für Schüler und Studenten wird ab der neuen Spielzeit auch auf die Abos

gewährt. Neu sind das Tanz-Abo, das Rathaus-Abo und vier der sieben

Sinfoniekonzerte werden wiederholt, wofür es ein zusätzliches Abo gibt.

Der neue Intendant

Das neue Oberhaupt des Landestheaters heißt Dr. Bernhard F. Loges und

wurde 1980 in der Nähe von Aachen geboren. Vor seinem Engagement in

Coburg war Loges Musiktheaterdramaturg an der Deutschen Oper am Rhein

in Düsseldorf und Duisburg. Er studierte Theaterwissenschaft, Alte Geschichte

und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum.

74 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


THEATER UNTERM STERNENHIMMEL

PREMIEREN 2018/2019

Großes Haus

Wolfgang Amadeus Mozart: „Die Zauberflöte“ 29. September

Horace McCoy: „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“

Schauspiel mit dem Chor „Unerhört“ 20. Oktober

Yipp, König und McClain: „Drei Farben“, Ballettabend 10. November

Uli Jäckle: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ 24. November

Stephen Sondheim: Musical „Into the Woods“ 8. Dezember

Stephan Kaluza: „Masse Mensch Macht“ 2. Januar

Benjamin Britten: „Peter Grimes“ 26. Januar

McClain und Chaix: Ballettabend „Very British“ 9. Februar

Anton Tschechow: „Drei Schwestern“ 2. März

Paul Hindemith: „Neues vom Tage“, Lustige Oper 30. März

Eduard Künneke: „Der Vetter aus Dingsda“ 5. Mai

Bizet: „Carmen“ 2. Juni

Shakespeares „Macbeth“ und „Spider Murphy Story“ als Wiederaufnahmen

Reithalle

Stephen Sondheim: Musical „Marry Me a Little“ 30. September

Sarah Kane: „4.48 Psychose“ 30. November

Ballett Coburg: First Steps 14. Dezember

3. Coburger Forum für junge Autoren 18. Januar: Uraufführung

Anno Schreier: „Wunderland“. Songzyklus für drei Sänger und vier Instrumente 1. März

Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor 20. April

Konzerte

Sieben Sinfoniekonzerte unter anderem zu Felix Mendelssohn,

Wagner und Ralph Vaughan Williams

Neujahrskonzert im Kongresshaus 6. Januar

Klassik Open Air im Rosengarten 22. Juni

Kammermusik im Rathaus fünf Konzerte

Sommerfestspiele Ehrenburg

„Robin Hood“, Familienstück 18. Mai

Lee Hall: „Shakespeare in Love“ 8. Juni

Daphne du Maurier/Alfred Hitchcock: „Rebecca“, Ballettabend 15. Juni

Serenadenkonzert des Philharmonisches Orchesters 30. Juni

KARTEN FÜRS

LANDESTHEATER

Theaterkasse

Dienstag – Freitag 10.00 – 17.00 Uhr

Samstag 10.00 – 12.00 Uhr

Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn der

Vorstellung können ausschließlich Karten für die bevorstehende Aufführung gekauft werden.

Telefonische Bestellung

+49 • (0)9561 • 89 89 89

(Di bis Fr 10.00 - 17.00, Sa 10.00 - 12.00)

Abo-Sprechstunde

Montag 10.00 - 13.00

Donnerstag 14.00 - 16.00

Schriftliche Bestellung

Landestheater Coburg

Schlossplatz 6

96450 Coburg

Bitte geben Sie bei einer schriftlichen

Bestellung stets Ihre vollständige Anschrift

sowie Ihre Telefonnummer für Rückfragen an.

Geschenk-Gutscheine

Auf jeden beliebigen Betrag ausstellbar und ohne „Verfallsdatum“ können Geschenk-Gutscheine

jederzeit beim Kartenkauf eingelöst werden. Geschenk-Gutscheine sind an der Theaterkasse und

über telefonische Bestellung erhältlich.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 75


Advertorial

KOMMENDE VERANSTALTUNGEN

UNVERGESSLICHE MOMENTE | HUK-COBURG OPEN-AIR-SOMMER 2018

Open-Air-Sommer auf dem Coburger Schlossplatz, das bedeutet: tolle Musik, leckeres Essen, erfrischende Getränke und unvergessliche Momente.

Wer noch nie da war, für den heißt es jetzt: Tickets sichern, Freunde und Verwandte einpacken und samt Kind und Kegel ein einzigartiges Erlebnis

genießen. Inmitten einer Umgebung, die auch der beste Bühnenbildner nicht eindrucksvoller hätte gestalten können.

REVOLVERHELD

19. AUGUST | 19.30 UHR

Es war ein besonderer Tag im November 2016 für die Jungs von Revolverheld,

vielleicht sogar der bisherige emotionale Höhepunkt der Karriere. Das letzte

Konzert und feierliche Finale der „MTV Unplugged Tour“ ging in ihrer

Heimatstadt Hamburg über die Bühne der ausverkauften Barclaycard Arena und

die vier sympathischen Nordlichter verabschiedeten sich in eine Pause. Die erste

wirkliche Pause nach über einem Jahrzehnt Bandgeschichte, unzähligen Gold und

Platinauszeichnungen, Echo, MTV Awards, Charthits und alleine auf der letzten

Tour beinahe 250.000 Fans, die jeden Abend genauso glücklich und verschwitzt

nach Hause gingen wie die Band. Doch ein Jahr Pause geht schneller vorbei, als

man denkt. Und pünktlich melden sich Revolverheld mit der Nachricht zurück,

dass Johannes nächstes Jahr Teil der 5.Staffel der höchst erfolgreichen VOX

Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ wird! Offensichtlich rührt

sich also wieder etwas im Hause Revolverheld und man munkelt, dass die Jungs

wohl wieder an einem neuen Album feilen und 2018 nach >>PAUSE<< wieder

auf >>PLAY<< drücken.

SANTIANO

A-HA

21. AUGUST | 20.00 UHR 22. AUGUST | 20.00 UHR

Mit zusammengerechnet 450 Wochen sind SANTIANO die am längsten in den

deutschen Charts platzierte Band der vergangenen fünf Jahre. Jetzt nehmen die

Giganten des Shanty-Rock weiter an Fahrt auf und kommen im August nach

Coburg. Im Herbst 2017 erst wurden Santiano mit 7-fachem Gold und 3-fachem

Platin für ihr Vorgängeralbum „Von Liebe Tod und Freiheit (2015)“ geehrt. Für

die Männer aus dem Norden aber noch lange kein Grund sich auszuruhen –

ganz im Gegenteil, denn sie arbeiten schon voller Kraft an Ihrer Bühnenshow.

Wenn SANTIANO auf Tour ist, dann machen sie keine halben Sachen, das kann

jeder in ihrem „Logbuch“ nachlesen, das die Band schon seit 2013 für ihre Fans

führt. Dort zeigt sich oft genug per Videobotschaft, was vor und hinter der Bühne

auf einem Konzert von SANTIANO passiert. Dass sich am Spaß der Mannschaft

rein gar nichts geändert hat, dass sie noch immer scherzen, improvisieren, mit

dem Publikum auf Tuchfühlung gehen und unterwegs manche Panne verfluchen.

a-ha sind weltweit eine der kultigsten Pop-Bands der 80er Jahre. Das mehrfach

mit Platin ausgezeichnete norwegische Trio gilt noch heute als wahrer Pionier

in Sachen Musik- und Videotechnologie und nur wenige Bands können es

mit dem Vermächtnis und der Langlebigkeit dieser Band aufnehmen. Auch

bei der Electric Summer Tour 2018 werden a-ha wieder das tun, was sie

am besten können: Von Herzen für ihre Fans performen. Im Gegensatz zur

MTV Unplugged-Tour werden sie im kommenden Sommer mit Band und

Streichersektion ein volles Elektro-Set spielen und sowohl altbekannte Hits als

auch neues Material in sorgfältig ausgewählten, deutschen Städten präsentieren.

Über die anstehende Tour sagt Morten Harket: „Wir haben eine enge Beziehung

zu Deutschland und unseren Fans dort und haben auch Fans gesehen, die

zu all unseren Shows reisen und die wir herzlich willkommen heißen. Es

ist aufregend, draußen zu spielen und unsere Musik zu Orten zu bringen,

die keine traditionellen Arena-Tour-Orte sind. Wie immer wollen wir die

Dinge immer auf eine neue Art und Weise tun, damit die Dinge für unsere

Fans aufregend bleiben. Wir freuen uns sehr auf diesen Electric Summer!“

Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in allen gängigen Vorverkaufssystemen,

telefonisch unter der Hotline 0951-23837, oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de.

76 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


Sie möchten Ihre Immobilie verkaufen oder neu vermieten und benötigen einen Energieausweis?

Die SÜC ist Ihr kompetenter Ansprechpartner, wenn es um die Ausstellung eines Energieausweises

für Ihr Objekt geht – sprechen Sie uns gerne darauf an.

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Wohnungseigentumsrecht

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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 77


78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


WUNDERBARES SCHOTTLAND

G A L E R I E

F R A N K H E U M A N N

Schottland, speziell die Isle of Skye ist seit 1981 das

Ziel von Frank Heumann. Der Aufenthalt dort ist keine

klassische Sonnenentspannung. Doch wer nachhaltig

und verantwortlich loszieht, um auch mit zwei bis

drei Wochen Kälte und Regen sowie mit den Midges

auszukommen, den dort typischen Mücken, kann ein

Ressort für Sinn und Verstand finden. Frank Heumann

nämlich fotografiert, um mit seinen Aufnahmen auf

die Verwundbarkeit der Landschaften aufmerksam

zu machen. Seine Forderung an jeden Besucher ist,

sich daran zu beteiligen, die Welt ein wenig besser

zu machen, und er nimmt sich da nicht heraus. Seine

Überzeugung: Wir alle haben etwas zu vererben. Der

Fotograf aus Ebersdorf im Landkreis Coburg stellt

seine Aufnahmen in Facebook aus. Aber auch auf

der Seite www.myskye.de kann man die Aufnahmen

bewundern und sogar als Einzelaufnahmen sowie

Kalender bestellen.

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 79


WUNDERBARES SCHOTTLAND

80 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


GALERIE

UNSERE KREATIVITÄT ENTSTEHT

AUS DER LIEBE ZUM HAAR UND

UNSEREM SINN VON ÄSTHETIK.

Unser Anspruch ist die stetige

Entwicklung in unserem Handwerk.

Studio Freese, seit 10 Jahren in Coburg

Judengasse 54 | 96450 Coburg | 09561 35 32 922

www.studio-freese.de

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 81


WUNDERBARES SCHOTTLAND

82 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


GALERIE

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 83


SCHATZSUCHE 2018

Das Rätsel Für die Region präsentiert von

AB 23. JUNI WIEDER

1000,- EURO

ZU GEWINNEN!

DIE SCHATZSUCHE 2018 – DAS RÄTSEL DER REGION

Neue Runde – neues Rätsel: Mit Unterstützung der Sparkasse Coburg –

Lichtenfels in Zusammenarbeit mit iTVCoburg winken wieder Gutscheine und

Bargeld in Höhe von 1000 Euro. Die ersten Hinweise zu den Fragen sind gleich ein

paar Zeilen weiter rechts zu finden – außerdem habt Ihr zur Lösung ausreichend

Zeit. Vergesst nicht, die kostenlose iTVCoburgApp herunterzuladen. Dort findet

Ihr nämlich immer den letzten Hinweis.

Und so geht’s 2018 – ganz einfach:

Die Schatzsuche findet jetzt noch viermal statt. Jedes Mal neu, jedes Mal geht es

um Preise im Wert von 1000 Euro.

Es gibt jeweils Hinweise zu den Fragen der Schatzsuche in jedem neuen

COBURGER gedruckt oder auch online unter www.coburger-magazin.de: Also

in diesem COBURGER, dann Ende Juli, im Oktober und im Dezember.

Dann folgt die eigentliche Schatzsuche: 7 Tage lang 7 Fragen lösen - jeweils

ab 17 Uhr unter www.coburger-magazin.de oder auf den Facebook-Seiten des

COBURGER und von iTVCoburg an allen Tagen in folgenden Schatzsuche-

Wochen: 23. bis 29. Juni, 18. bis 25. August, 20. bis 26. Oktober, 08. bis 14.

Dezember. Dann habt Ihr sieben Antworten – und mit dem abschließenden

Hinweis auf der iTVCoburgApp kommt Ihr dann auf die Lösung, den Schlüssel

zum Schatz. Eine Woche habt Ihr dafür Zeit. Die Lösung dann einfach per Mail an

hegen@coburger-magazin.de schicken.

Aus allen richtigen Mails losen wir einen Gewinner. Der Rechtsweg ist

ausgeschlossen, Mitspielen könnt Ihr ab 16 Jahre. Der Veröffentlichung von

Namen und Bild, solltet Ihr gewinnen, stimmt Ihr mit der Teilnahme zu.

84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


DAS RÄTSEL FÜR DIE REGION

Sieben Hinweise für die sieben Fragen

der dritten Schatzsuche 2018 vom

23. bis 29. Juni. Dann könnt Ihr Euch

schon mal vorbereiten:

1 Schwingt regelmäßig das Tanzbein.

2 Hat Anfang des Jahres für „Wirbel“ gesorgt.

3 Nach dem Baum geht er … Richtung Süden.

4 War in keinem Testament vermerkt.

5 Laut einer Sage wurden hier Edelmetalle

geschöpft.

6 Ein Stück Münchner Tradition in Coburg.

7 Nach einer Person benannt, fürs Feiern

bekannt auch unter neuem Namen.

Jetzt seid Ihr schon gut gerüstet für die erste Frage

unserer zweiten Schatzsuche am Samstag, den 22.

Juni um 17 Uhr auf www.coburger-magazin.de oder

auf den Facebook-Seiten des COBURGER und von

iTVCoburg.

Und hier noch die Auflösung vom

letzten mal:

Also wir hatten ja schon am Anfang der letzten

Schatzsuche angekündigt, dass es sich um einen

schönen Ort handelt. Der war aber eben nicht

in Coburg … sondern in Belgien. Die richtige

Antwort und damit der Schlüssel zum Schatz war

nämlich „Oudenaarde“, die Partnerstadt Coburgs.

Gewinnerin war dieses Mal Eva Diem aus Coburg,

der wir die Gutscheine im Wert von 750 Euro und

250 Euro Bargeld übergeben haben. Alle Fragen,

alle Antworten von der letzten Schatzsuche auf

www.coburger-magazin.de.

Ihr benötigt also

zum Miträtseln nur:

English Crafted

Cider,

Perry, *

Cider-

Brandy

& Likör

*Birnenwein,

Jeweils den neuen COBURGER gedruckt

oder online unter www.coburger-magazin.de

alternativ einen Facebook-Zugang COBURGER oder

iTVCoburg und die kostenlose iTVCoburg App

Dann noch Freude am Rätseln und Glück.

Unsere Sponsoren 2018 u.a.:

Das war es – viel Spaß.

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Tel. 09561-832734 . Mobil 0171 9234203

Öffnungszeiten:

Di.,Do.,Fr.:15-18 Uhr, Sa:14-18 Uhr

www.ciderhof.de

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 85


IN EIGENER SACHE

IMPRESSUM

COBURGER – Das Magazin

Ausgabe 27 / Juni 2018

Sechster Jahrgang

Auflage 3500 Stück

www.coburger-magazin.de

Verlag:

markatus | markantes marketing

Mohrenstr. 31

96450 Coburg

Telefon 0 95 61 / 973 45 00

www.markatus.de

Herausgeber und Chefredakteur:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 / 690 52 84

hegen@coburger-magazin.de

Gründungsherausgeber:

Peter Einheuser

Wolfram Hegen

Autoren dieser Ausgabe:

Benedikt Dellert

Rene Hähnlein

Wolfram Hegen

Wolfram Porr

Heidi Schulz-Scheidt

Chris Winter

Fotografen dieser Ausgabe:

Yves Alloinde

Sebastian Buff

Frank Heumann

Layout/ Illustrationen:

Axel Straubinger

Titel-Illustration:

„Abendstimmung am Zollinger“

Grundlayout:

Peter Einheuser

Anzeigengestaltung:

markatus | markantes marketing

Anzeigenvertrieb:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 / 690 52 84

hegen@coburger-magazin.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2018

Druck:

DCT GmbH

www.dct.de

Preis:

kostenlos

Vertrieb:

über 200 Verteilstellen

in Coburg Stadt und Land

Bestellung:

Online über www.coburger-magazin.de

Preis inkl. Verpackung und Versand

innerhalb Deutschlands

5 Euro inkl. MwSt.

IN EIGENER SACHE

COBURGER PREMIUM-PARTNER 2018

TREUE SEELEN UND DANKE

Das dritte Magazin im Jahr 2018. Und unsere

Premium-Partner sind wieder mit an Bord. Danke

ihnen und allen Werbekunden für Ihr Vertrauen in

den COBURGER als die Premium-Marke in Sachen

Kommunikation in der Region..

Was es im Fußball nicht geben kann, das streben

wir an: win-win-win, für Kunden, Leser, und damit

natürlich auch für uns. Wir setzen auf höchste

inhaltliche Qualität in Sachen Geschichten, Fotos,

Illustrationen, auf Haptik, auf Ästhetik, unsere Leser

haben - denken wir - Freude daran, die Werbekunden

erreichen damit eine interessierte hochwertige

Leserschaft mit ihren Botschaften, und wir wiederum

finanzieren dank ihnen unser Magazin.

COBURGER IM WWW

ONLINE LESEN

Die gedruckte Auflage des COBURGER

ist zunehmend schnell vergriffen, zum

Glück aber gibt es ja – das Internet. Alle

Geschichten der aktuellen Ausgabe nämlich

finden sich unter www.coburger-magazin.

de übersichtlich und attraktiv aufbereitet.

Alle Geschichten, alle Fotos, und das

kostenlos, werden auf der Homepage des

COBURGER veröffentlicht. Außerdem

besteht dort auch die Möglichkeit, alte

Ausgaben nachzubestellen – soweit noch

verfügbar – oder für sich, Freunde oder

Bekannte ein Abo zu bestellen.

Und das sind bisher unsere

PREMIUM-KUNDEN 2018:

Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler

Autohaus Willy Ernst

Baugesellschaft Otto Hauch

Bätzoldt oHG

Bodystreet Coburg Heiligkreuz

Broadway Body GmbH

Buchhandlung Riemann

Ciderhof

Citroen Grosch

Coburg Stadt und Land aktiv

Engel & Völkers

Frische-Center Wagner

IHK zu Coburg

iTVCoburg

Kongresshaus Rosengarten

Landestheater Coburg

Lasco Umformtechnik

Optik Müller

ROB – Roberto Bauer Herrenmoden

Schumacher Packaging

Sparkasse Coburg – Lichtenfels

Sportland

Studio Freese

SÜC

süc//dacor

Thomas Bittorf tb.legal

Tourismus & Stadtmarketing

Citymanagement Coburg

Veranstaltungsservice Bamberg

Vitadrom

Von Poll Immobilien

VR-Bank Coburg

Haben Sie auch Interesse?

Dann schreiben Sie uns

an hegen@coburger-magazin.de

86 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


IN EIGENER SACHE

DAS COBURGER-TEAM

UNSERE AUFSTELLUNG

Fussball-WM? Höchste Zeit, das aktuelle Team des

COBURGER vorzustellen. Mit dieser Aufstellung

gehen wir ins zweite Halbjahr 2018. Kein Hurra-

Fussball, eher weiter mit kontrollierter Offensive

und gelegentlichen Vorstößen durch die Mitte. Unser

Motto: Lieber hoch gewinnen als nur mit 1:0.

Ines Hein

Oliver Pietz

Co-Trainer

Co-Trainer

Sebastian Buff

Daniel Zucker

Sturm

Sturm

Erik Bätzoldt und Natalie Riedel

Björn Hieber

Wolfram Hegen

Mittelfeld

Carolin Oswald

Abwehr

Axel Straubinger

Mittelfeld

Aryna Stark

Abwehr

Heidi Schulz-Scheidt

Mittelfeld

Benedikt Dellert

Abwehr

Wolfram Porr

Mittelfeld

Lisa Obermüller

Abwehr

Für uns bietet das Training bei

Bodystreet Coburg Heiligkreuz den

perfekten Ausgleich zu einem harten

Arbeitstag. In nur 20 Minuten den

Körper auspowern und den Kopf frei

bekommen. Durch den persönlichen

Trainer wird man bestens betreut und

kann gezielt auf die eigenen Belange

eingehen und die Intensität des

Trainings nach Tagesform abstimmen.

Hier herrscht familiäres Klima, man

wird bestens von Frank und Tanja und

Ihren Trainern betreut. In kurzer Zeit

haben sich unsere Muskulatur und

Körperhaltung verbessert. Vielen Dank

an das gesamte Team von Bodystreet

Coburg Heiligkreuz.

Trainer

Theresa Heeb

Torwart

Peter Einheuser

Bodystreet Coburg Heiligkreuz

Bahnhofstrasse 14

96450 Coburg

Tel.: 09561 / 973 44 66

www.bodystreet.com

Alt-Präsident

AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 87


MONACO FRANKE

Ganz gleich, wo man lebt: Es sind die besonderen kleinen Momente, die einem

den Alltag versüßen. Ein Lächeln, ein freundliches Wort, eine kleine Geste der

Herzlichkeit oder einfach nur eine menschliche Begebenheit, wie sie der Monaco

jüngst in einem oberfränkischen Supermarkt erlebt hat. Eine Verkäuferin

telefonierte da mit ihrem Handy - am anderen Ende der Leitung ganz offensichtlich

eine Kollegin. Und dann dieser Satz, wie man ihn sich nicht schöner ausdenken

kann: „Soch amoll, is der Mohammed scho bei Euch aufg’schlong?“ Herrlich! Das

nennt man wohl gelebte Integration. Vorbildlich! Soll nuch amoll aaner sagen, die

Franken seien Muffköpf ‘!

Ja, das mit der Integration is so a Sach`! Wo sie uns nützt und wir von ihr profitieren,

sehen wir sie gerne positiv und verteidigen sie als echte deutsche Errungenschaft.

Wo es aber Probleme gibt oder man Nachteile für sich selbst befürchtet, ist es

plötzlich nicht mehr so weit damit her. Wir Franken haben natürlich den Vorteil,

dass wir es schon gewohnt sind, Menschen mit „Migrationshintergrund“ bei uns

aufzunehmen und ihnen unsere Lebensart, unsere Heimat und unsere Kultur

näherzubringen. Als 1989 die Thüringer und Sachsen bei uns einfielen, hat es

ihnen doch recht gut bei uns gefallen, oder? Und auch so manch „strafversetzter“

Beamter aus Oberbayern geht längst viel lieber auf Samba, zum Annafest oder auf

den „Berch“ als nach München auf die Wiesn.

Annerschrum haben auch wir uns auch an die „Einwanderer“ gewöhnt. Wenn

halt bloß der Dialekt ned wär, gell …! Zugegeben: Nicht ganz so einfach wie die

Thüringer gelingt es uns, Migranten aus der Türkei, Syrien, Afghanistan oder

den afrikanischen Staaten zu integrieren. Deshalb ist es gut, dass die Fußball-

Weltmeisterschaft ansteht. Kultur und vor allem eben der Sport sind doch immer

noch die besten Integrationsbeschleuniger. Oder wer hätte Jérôme Boateng nicht

gerne als Nachbarn?

DER MONACO FRANKE

Selbst unsere Bundeskanzlerin hat das schließlich schon so ähnlich gemacht (nur

ohne Trikots), um den Flüchtlingsdeal mit der Türkei nicht zu gefährden … Also

Schwamm drüber und alle z‘sammhalten! Speziell bei dieser Weltmeisterschaft

ist die Chance besonders groß, dass es mit unseren ausländischen Mitbürgern

zu Verbrüderungen und gemeinsamen Siegesfeiern kommt. Gut möglich, dass

besonders unsere türkischen und italienischen Mitbürger (lediglich bei den

Niederländern fehlt einem der Glaube) diesmal zu einhundert Prozent Jogis

Jungs anfeuern. Die Nationalmannschaften beider Länder haben sich ja eine lange

fußballfreie Sommerpause gegönnt und sich nicht qualifiziert. Warum sich also

nicht mit der DFB-Elf identifizieren, mit der Nationalmannschaft des Landes, in

dem sie leben und arbeiten?

Der Monaco freut sich deshalb schon auf „Pizza Khedira“, die Penne Antonio

oder den „Mesut-Döner“! Und auch seine Nachbarn haben sich in diesem Jahr

schon wieder voll ausgestattet: Schwarz-rot-goldene Stumpen für die Auto-

Außenspiegel und die Kopflehnen, Fähnla für den Garten! Blöd wäre jetzt nur,

die deutsche Mannschaft würde früh ausscheiden. Dann ist die nächste Krise

vorprogrammiert. Vermutlich würden einige wieder sticheln, es habe nur daran

gelegen, dass die Jungs nicht voll bei der Sache waren und die Nationalhymne

(dritte Strophe, Herr Gauland!) nicht voll inbrünstig mitgeschmettert hätten. Mei

Meinung dazu? A Vogelschiss!

Schätzla, schau wie iech schau!

Für den COBURGER von Wolfram Porr

So alles normal läuft und die deutsche Mannschaft in Russland weit kommt,

werden wir die türkischstämmigen Mesut und Ilkay, und auch Jérôme, Antonio,

Sami und Leroy wie ganz selbstverständlich anfeuern, hoch leben lassen und

vielleicht sogar als „Fußballgötter“ feiern - allerspätestens dann, wenn sie Spanier

oder Franzosen kurz vor dem eigenen Sechzehner abgrätschen („hau na um!“),

wenn sie den genialen Pass in die Schnittstelle der brasilianischen Abwehr spielen

oder sogar das eine oder andere entscheidende schöne Tor schießen („Weddernei,

genau in die Gambel!“). Is doch kloar wie Kloßbrüh‘! Die Jungs g‘hören zu uns,

wenn sie mit dem Adler auf der Brust für uns auflaufen. Und dabei is es völlig

worschd, ob die nun in Gelsenkirchen, Stuttgart, Berlin oder Istanbul geboren

wurden!

Dass sich die Sportskameraden Özil und Gündogan kurz vor der WM (und den

Wahlen in der Türkei) mit Recep Erdogan ablichten ließen und ihn hofierten,

wird dann auch schnell wieder vergessen sein. Solche Hornochsen, horch! Na ja,

aber die Jungs haben es ja auch gar nicht so gemeint, gell! Haben sie jedenfalls

später ihrem anderen Präsidenten, Frank-Walter Steinmeier, im Berliner Schloss

Bellevue gesagt. Und das alles natürlich ganz freiwillig und aus eigenem Antrieb.

Logisch! Na ja - vielleicht ist es ja zu viel von einem Fußballprofi verlangt, sich

öffentlich für Demokratie und Meinungsfreiheit stark zu machen, anstatt dem

„verehrten Präsidenten“ kamerawirksam Trikots ihrer Klubs zu überreichen.

markus-grolik/toonpool.com

88 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018


AUF EIN WORT

In jedem

COBURGER laden wir

an dieser Stelle Coburger

oder Nicht-Coburger

ein, ihre Meinung

zu sagen.

Paukenschlag … mit Ansage

von Renè Hähnlein, Coburger Stadtrat

Michael Böhm, langjähriger Leiter des Stadtmarketing verlässt Coburg, für viele überraschend. Nach dem

Weggang von Citymanager Jörg Hormann und Tourismuschef Michael Amthor bereits der dritte prominente

Verlust in kurzer Zeit.

Böhm war wichtige Nahtstelle und Ansprechpartner für die regionale Wirtschaft, den Einzelhandel,

Kulturschaffende, aber auch für Sponsoren. Er holte Filmproduktionen nach Coburg, organisierte die

Coburger Geschenkekiste, plante die Weihnachtsbaumaktion für die Queen, war führend bei der Vermarktung

der erfolgreichen Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ tätig, initiierte das Patenschafts-Programm

für ausländische Studenten und vieles mehr. An seiner Arbeit liegt es also nicht, dass er Coburg verlässt. Diese

war über die Stadtgrenzen hinaus erfolgreich und bei einem großen Teil des Stadtrates anerkannt und geschätzt.

Mitentscheidend war dagegen die ständige Befristung seines Arbeitsvertrages. Coburg nämlich möchte zwar

auf Augenhöhe mit Wirtschaft, Bildung und Kultur um die kreativsten Köpfe werben, bietet dann aber nur Ein-

Jahres-Verträge oder Befristungen an.

So aber kann man langfristig keine erfolgreichen Strukturen aufbauen. Das sollte jedem klar sein. Coburg muss

vielmehr als gutes Beispiel vorangehen und Befristungen grundsätzlich ablehnen. Das schafft Sicherheit für die

Angestellten und ihre Lebensplanung und steigert die Attraktivität als Arbeitgeber.

Ein weiterer Punkt ist der Antrag zweier Stadtratskollegen zur Umgestaltung des Stadtmarketings. Grundsätzlich

bin ich ein Fan solcher Anträge. Kommunalpolitik muss und darf gestalten, dafür haben die Coburgern uns

gewählt. Inhaltlich halte ich den Antrag allerdings für falsch. Er zerstört sehr gut funktionierende Strukturen

im Stadtmarketing und der Verwaltung, ohne dafür qualitative Verbesserungen anzubieten.

„Wir verlieren damit Kreativität“ – das war mein Statement dazu im Stadtrat im April. Vier Wochen später

kündigte Mick Böhm.

Ein Paukenschlag mit Ansage zum Nachteil der Stadt.

AUSGABE 24 / DEZEMBER 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 89


Coburger | Das Magazin

erscheint wieder am 3. August 2018

Anzeigenschluss ist

der 20. Juli 2018.

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Neueintragungen im Bayerischen Wörterbuch

sind dieses mal DAS LETZTE

AFD

DG

Bezeichnung für abgestandene Bratensoße

Abkürzung für „Drohende Gefahr“, ein anderes Wort für

„dauerhaft ausbleibende absolute Mehrheit“

ICE

KREUZ

Abkürzung für „Inzwischen Coburg erreicht“, Kurzform für

alles, was ein bisschen länger dauert

Bezeichnung für den unteren Rücken, kurz überm Po

FCB

FW

GLUBB

HIT

das „F“ steht für Frankfurt, der Rest ist historisch

nicht mehr überliefert

Abkürzung für „Freie Wähler“ (Eintragung nachgeholt,

wurde bisher immer vergessen)

anderes Wort für „Fahrstuhl“

Abkürzung für „Holland, Italien, Türkei“, ein anderes

Wort für „Wir machen Urlaub im Juni“

PAGIDA Abkürzung für Bayerische Version der „Pegida“

Und noch zwei Löschungen gegenüber der letzten Auflage:

JUPP

SPD

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92 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018

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