COBURGER – Das Magazin #27
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Nr. 27 | Juni 2018
Magazin für Gesellschaft. Lifestyle. Politik.
Zum Mitnehmen
„Wunderbares Schottland “ Ab Seite
78
Fotos von Frank Heumann
in unserer Galerie
2 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 3
INHALT
AUSGABE 27 JUNI 2018
8 DREIGESTIRN
10 STADTGESPRÄCH
14 DER HOFBERICHT
70 BUCHEMPFEHLUNG
71 THEATERVORSCHAU
84 SCHATZSUCHE
86 IN EIGENER SACHE
88 MONACO FRANKE
89 AUF EIN WORT
90 DAS LETZTE
SEBASTIAN BUFF
CHRIS WINTER
SEBASTIAN BUFF
WOLFRAM HEGEN
WOLFRAM PORR
CHRIS WINTER
WOLFRAM HEGEN
SEBASTIAN BUFF
WOLFRAM HEGEN
HEIDI SCHULZ-SCHEIDT
SEBASTIAN BUFF
FRANK HEUMANN
14 HOFBERICHT
Kreatives Stelldichein: Promis und Design
18
22
30
GEFANGEN IM NETZ
Fallensteller online
COBURG IST BUNT
Gesichter aus aller Welt
SONDERTHEMA SICHERHEIT
Positionen und Geschichten
40 PFLEGENOTSTAND
Hilfe aus der weißen Stadt
44 MACHER
Dieses Mal Auwi Stübbe
48
62
SPIELPLATZ NATUR
Offroadabenteuer
HIER WOHNTE...
…ein selbstbewusster Amtsbote
78 GALERIE
Bilder eines Ebersdorfer „Schotten“
4 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
Hier wohnte …
ein selbstbewusster Amtsbote
Seite 62
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 5
EDITORIAL
EDITORIAL
WOLFRAM HEGEN
Ja, ich weiß. Kein Tag ist wie der andere. Wenn eine Türe zugeht, geht eine andere
auf. Leben ist Veränderung. Nichts ist für die Ewigkeit. Blablablabla. Es grunzt die
Phrasensau vor Vergnügen und suhlt sich in 5-Euro-Stücken, wenn es sie denn gäbe.
Aus Worten gepresste Beruhigungspillen, weiter nichts. Veränderung, permanent
unbemerkt um uns herumschleichend, oft uns aber auch wie ein Raubtier aus
dem Hinterhalt an der Gurgel packend, neben dem Tod die einzige Konstante in
unser aller Leben, ein Naturgesetz also, ist manchmal - unter uns, erzählen Sie es
nicht weiter, aber ich denke, wir sind uns einig, und entschuldigen Sie die profane
Ausdrucksweise – einfach nur „total anstrengend“ oder wie meine (bezaubernden)
Töchter mit dieser so ganz eigenen Satzmelodie der Generation Z (wobei ich mir
immer die Frage stelle, welche Generation kommt nach Z? Etwa Ü, Ä oder Ö?)
sagen würden: „ALTER“ oder „Meine Fresse“.
Veränderung hat nun einmal immer zwei Seiten: Das Neue, das Kommende, das Spannende auf der einen
geht nicht ohne Abschied, Verlust, Ende auf der anderen. Je mehr wir davon aber ertragen müssen oder auch
ertragen zu müssen glauben, desto mehr verlieren wir den durch Vorfreude endorphingeweiteten Blick nach
vorne aus den Augen, sehnen wir uns nach Beständigkeit, Ruhe, irgendjemanden, der auf den Tisch haut und
sagt: „So, Ruhe jetzt mal in diesem Irrenhaus“. Wir sehnen uns ganz einfach nach Sicherheit. So wie jetzt, 2018,
am Anfang des 3. Jahrtausends, einer Zeit, in der alles ins Wanken zu geraten scheint, was uns vermeintlich Halt
gab und immer noch gibt. Eine Zeit, in der wir Veränderungen spüren wie lange nicht: Religion, Demokratie,
Fakten, Beziehungen, Weltordnung, Arbeitswelt.
Aber es ist halt ganz einfach so wie es ist (Phrase, sorry). Und damit ist es für uns höchste Zeit für das
Sonderthema „Sicherheit“, das wir unter die Überschrift gestellt haben: „Habt keine Angst“, mit der wir uns
trotzig dem Zeitgeist entgegenstellen, dass alles „immer schlimmer“ wird. Wird es nicht, nur anders. Leicht
aber werden solchem Zeitgeist Opfer gebracht. Das Polizeiaufgabengesetz Bayerns zum Beispiel opfert
Freiheitsrechte. Und eine ganz Bevölkerung opfert ihre persönlichen Daten. Warum das alles? Wozu? Wie
kann man sich wehren? Darüber schreiben wir.
Und natürlichen werfen wir auch in dieser Ausgabe viele Blicke auf die schönen Dinge des Coburger
Lebens. Auf die 30. Coburger Designtage zum Beispiel, auf deren „Macher“ Auwi Stübbe, auf den (Achtung
Töchtersprache) „krassen Scheiß“ Offroad-Fahren, auf Fernwehbilder eines Ebersdorfer „Schotten“, auf
Coburger Unternehmen und ihre Erfolgsgeschichten, und – weil im Juli wieder Internationale Woche ist -
auf acht Menschen aus aller Herren Länder, die gerade in Coburg ihr neues Zuhause finden. Was für eine
Veränderung!
So, jetzt sind Sie dran.
Wolfram Hegen
P.S. Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten (Thomas von Aquin)
P.P.S. „Eigentlich hat mir ja nix gefehlt, aber trotzdem bin ich ab und zu zum Arzt und hab mir ein Rezept
verschreiben lassen, weil, der will ja auch von was leben, mit dem Rezept bin ich zum Apotheker und habe
mir das Medikament gekauft, weil, der will ja auch von was leben, dann bin ich nach Hause und hab das Zeug
weggeschmissen, weil – ich will ja auch leben.“ (Zitat eines über 100jährigen aus der Region)
6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
INHALT
30
HABT KEINE ANGST
Sonderthema Sicherheit
18
GEFANGEN IM NETZ
Cyberkriminalität
WIR SAGEN
DANKE!
Sie wählten das
VitaDROM zum
Branchensieger!
Zum dritten Mal in Folge
hat das VitaDROM in
einer neutralen Marktuntersuchung
den 1.
Platz belegt.
40
NEUE KOLLEGEN
Pflege aus der weißen Stadt
4. C O B U R G E R
K U N D E N S P I E G E L
Platz 1
BRANCHENSIEGER
5. C O B U R G E R
K U N D E N S P I E G E L
Platz 1
Untersucht: 5 FITNESSCENTER
82,5% Durchschnittlicher Zufriedenheitsgrad
Freundlichkeit: 89,2% (Platz 1)
BRANCHENSIEGER
Betreuungsqualität: 80,0% (Platz 1)
Preis/Leistungsverhältnis: 78,3% (Platz 1)
Kundenbefragung: 03/2012
Untersucht: Befragte (Fitness)= 6 FITNESSCENTER
329 von N (Gesamt) = 910
82,2% Durchschnittlicher Zufriedenheitsgrad
Freundlichkeit: MF Consulting 92,7% Dipl.-Kfm. (Platz Dieter 1)
Grett
Betreuungsqualität: www.kundenspiegel.de 83,9% (Platz Tel: 09901/948601 1)
Preis-Leistungs-Verhältnis: 70,1% (Platz 2)
Kundenbefragung: 03/2015
Befragte (Fitness)= 376 von N (Gesamt) = 901
MF Consulting Dipl.-Kfm. Dieter Grett
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22
FOTOSTRECKE
Coburg ist bunt
46
CIDERHOF
Alan Colbourn und seine Leidenschaft
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 7
DREIGESTIRN
DREIGESTIRN
Sommer in der Stadt. Luftschlieren verschmelzen den Blick,
niedrigfrequente rhythmische Waberungen vibrieren den Hammer
über den Amboss bis hin zum Steigbügel, Ethanol variiert
sich durch schöne Namen in gekillerte Kehlen, alles so schön
bunt hier. Und laut. Und lustig. Und die Frauen so schön. Und
die Männer. Und das Leben überhaupt. Im Sommer, in Coburg.
Draußen, beim Fidelklang im Rosenduft, Sambistas in der Bratwursthölle,
Ringelpietz rund ums fesche Rondell oder beim Fest
des Volkes auf dem Großparkplatz. All das im Eventguide CO-
BURGER SOMMER in der letzten Aprilausgabe dieses kleinen
Magazins. Pflichtevents quasi für den Coburger und seine Gäste.
Doch gibt es ein Leben daneben? Neben Klassik-Open-Air, Sambafest,
Schlossplatzfest, Vogelschießen? Eine weitere Dimension?
Natürlich. Hier unser Dreigestirn, drei Tipps für Mitte Juni
bis Ende Juli. Hingehen, anschauen, Freude haben, aber auf eigenes
Risiko, ok?
ROYALER DOPPELPACK MAL ANDERS
VON PRINZ ALBERT ZUM
KING OF ROCK`N ROLL
Zum Auftakt des Dreigestirns ein Blick nach Rödental. Die
sich neuerdings als Prinz-Albert-Stadt neupositionierende
Gemeinde im Landkreis Coburg nämlich lädt Mitte Juni zu
einem sozusagen adligen Duett unter dem Titel „Von Prinz
Albert zum King of Rock`n Roll“, dargeboten von den Saint-
Gobain-Singers auf Rödental gemeinsam mit dem Kammerchor
Cantabile aus Gotha. Ein Freundschaftskonzert der Extra-Klasse
ist angekündigt der Chöre, die beide im ehemaligen Herzogtum
Coburg-Sachsen-Gotha ansässig sind, des Herzogtums, in dem
Mitte des 19. Jahrhunderts Prinz Albert wirkte. Wie sich Musik
aus seiner Zeit mischt mit dem King ein Jahrhundert später -
man darf gespannt sein auf diese ganz besondere Premiere, auf
neue musikalische Genüsse, auf einige Überraschungen. Wer
sich in aller Ruhe darauf vorbereiten möchte: Einlass ist schon
um 18:30 Uhr, Zeit für ein Gläschen zum Aufwärmen.
WELTSTAR DES JAZZ
MARIA BAPTIST TRIO „PLUS ONE“ FEAT. JOHN BETSCH
Maria Baptist ist eine Ausnahme-Künstlerin: die in Berlin und New York lebende Pianistin
und Komponistin inspiriert ihre Zuhörer mit der positiven Kraft ihrer Musik. Maria Baptists
Facettenvielfalt und ihr solistisches Können haben sie an die Spitze der aktuellen Jazz-Szene
geführt. Sie wurde für Top-Preise wie den ECHO Jazz oder den Preis der dt. Schallplattenkritik
nominiert und hat Spitzenorchester wie die NDR-, HR- und RIAS Big Band geleitet. Weltweit
gab Maria Baptist als Solistin, mit ihrem Trio und ihrem Orchester mehr als 1.000 Konzerte. Für
Michael Jackson spielte sie ein Privatkonzert. Mit ihrem Trio plus One hat Maria Baptist eine der
„spannendsten zeitgenössischen Jazzformationen Europas“ (artistic director 12on14 Jazzclub)
geschaffen: Schlagzeuger John Betsch aus Paris ist eine lebende Legende. Der Afro-Amerikaner
ist vor allem durch seine Zusammenarbeit mit wichtigen Vertretern des sogenannten Free Jazz und
der Avantgarde-Szene der Siebziger bis heute bekannt. Als Frontmann leitet er heute auch eigene
Projekte wie das John Betsch Trio und die John Betsch Society. Ihr Bassist Fabian Timm gehört
zu den „jungen Wilden“ der Berliner Jazz-Szene. Maria Baptists Saxophonist Jan von Klewitz ist
ein wahrhaft magischer Innovator auf seinem Instrument und eine der tragenden Säulen des Maria
Baptist Orchestras. Auf ihrem neuen Album „Poems without Words“ erschaffen die vier Musiker
„tiefe Klangwelten, die wohl so aktuell selten aus Europa zu hören sind“.
Wann Wo Wie:
Samstag, 16. Juni 2018 um 19 Uhr im Rathaussaal in
Rödental, Eintritt 10 Euro
www.saint-gobain-singers-roedental.de
Wann Wo Wie:
Karten für 20 Euro an der Abendkasse oder Kartenreservierung unter
www.leise-am-markt.de/kartenreservierung
oder unter 09561/90856.
8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
DREIGESTIRN
ZWISCHEN MUSIKALISCHEN WELTEN
DAS DRITTE FESTIVAL KLANGGRENZEN
Es ist gerade mal die dritte Auflage der Klanggrenzen, des
interdisziplinären Kammermusikfestivals, und schon mag
man es sich nicht mehr wegdenken aus dem alljährlichen
Kulturkalender der Vestestadt. KLANGGRENZEN beleuchtet
die Schnittstellen zwischen den Künsten, die Grenzen, an denen
sich Kreativität entfacht. Los geht es am Montag, den 25. Juni um
18 Uhr in der Alten Pakethalle auf dem Güterbahnhofgelände.
Gemeinsam mit dem Kammerorchester M18 und seinen 45
Musikern stehen bis zu 15 Kinder und Jugendliche des Weimarer
Vereins WE-DANCE auf der Bühne. Sie vertanzen die Musik
von Prokofievs „Symphonie Classique“, bevor das Orchester
Beethovens 6. Sinfonie „Pastorale“ konzertant zu Gehör bringt.
Weiter geht es beim Festival Klanggrenzen mit einer „Ladies
Night“ am Montag, den 2. Juli um 19:30 Uhr bei Leise am
Markt. Dann sind „Die Brassessoires“ zurück. Bereits 2016
begeisterten die 5 Musikerinnern beim KLANGGRENZEN-
Festival vor ausverkauftem Haus. Im Programm „Ladies’
Night“ wird der musikalische Bogen von zeitgenössischen
Originalkompositionen für diese Besetzung über (Eigen-)
Arrangements aus den Genres Pop, Jazz, Chanson und
Volksmusik gespannt. Gespickt mit Geschichten, Märchen und
Anekdoten aus der weiblichen Sicht der Blasmusik darf man
sich auf einen unterhaltsamen Abend freuen.
Zwei Tage später steigt die „Tango Nacht“ im Pfarrzentrum
St. Augustin. Der griechische Bandoneonist Kostas Raptis
hat eigens für die Zusammenarbeit mit dem Flex Ensemble
Tangostücke neu arrangiert. Die Spannbreite der Musik reicht
von virtuosen und verrückten Miniaturen über Hochzeitswalzer
bis hin zu intimen Liedern. Mit subtilen Videoprojektionen
zur Erweiterung der musikalischen Dimension wird dieses
Programm lebendig.
Und zum Ausklang serviert das Festival Klanggrenzen 2018 am
Sonntag, den 8. Juli, „Forellengeschnetzeltes vom Feinsten“
beim „Musik Slam“ im Haus Contakt. Warum? Weil das
„Forellenquintett“ von Franz Schubert gegeben wird. Aber
eben nicht wie immer, sondern als Rahmen für improvisierte
Slams moderner Wort-Akrobaten. Spannend.
Wann Wo Wie:
25. Juni, 2. Juli, 4. Juli, 8. Juli
verschiedene Locations
Infos und Tickets unter www.klanggrenzen.de
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Nichtsmitsichalleineanfangenkönner, Menschen auf der Suche, Verliebte mit Fortgehdrang,
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dann halt heimlaufen, heimfahren lassen … oder einfach gleich liegenbleiben.
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 9
STADTGESPRÄCH
STADTGESPRÄCH...
RÄDCHEN
Coburg ist mit dem Radl da: Zum einen sorgen die Coburger Teilnehmer der
weltweiten Aktion „Critical Mass“ immer am letzten Freitag des Monats um 18 Uhr
in Coburg mit ihrer anarchischen Aktion für mehr und mehr Verkehrschaos, wenn
sie im Pulk fahrend den Verkehr behindern, um auf diese Weise auf die für ihrer
Meinung nach gefährliche Situation für Fahrradfahrer aufmerksam zu machen
(Das nächste Mal am Freitag, den 29. Juni um 18 Uhr), auf der anderen Seite laden
ganz legal verschiedene Organisationen und Unternehmen seit 1. Juni zur „Biketo-work-challenge“
ein. Einfach ein Foto von sich auf dem Fahrrad machen vor
dem Logo des Arbeitgebers oder auf dem Weg dorthin, auf die entsprechende
Facebook-Seite hochladen und mit vielen Likes ein E-Bike mit Brose-Motor
gewinnen. Die Aktion läuft noch bis zum 22. Juli.
PÄRCHEN 1
Der Seßlacher Bürgermeister und Landtagskandidat Martin hat seine Julia Bach
geheiratet und aus ihr damit eine Julia Mittag gemacht. Soweit ist das noch nichts
Neues. Hinter der Verbindung des CSU-Mannes aber steckt ein SPD-Mitglied, die
freie Journalistin Gabi Arnold nämlich. Sie hatte die Beiden verkuppelt. Arnold
kannte die beiden schon länger und gut, wusste von deren Singledasein und nutzte
eine IHK-Absolventenverabschiedung, bei der beide in ihren Funktionen zu Gast
waren, zu einem Tipp: Mittag und Bach sollten doch mal einen Kaffee trinken
gehen. Einige Monate später zogen die beiden zusammen.
PÄRCHEN 2
Jahrelang hat der Bayerische Rundfunk nur
aus oder über Coburg berichtet, wenn es
Brände, Morde, Skandale oder das größte
Sambafestival Europas gab, jetzt sollen
ab September gleich zwei Reporter für
die Vestestadt und die Region zuständig
sein, trimedial, das heißt für Fernsehen,
Hörfunk und Online. Ein entsprechendes
Büro soll dann eröffnen, heißt es aus
gutunterrichteten Kreisen. Einer der
beiden, Martin Klingele, ist ja schon in der
Vestestadt vor Ort, ein anderer soll ihn ab
Herbst verstärken. Dabei soll es sich um
einen waschechten Coburger handeln, den
es zurück in seine Heimatstadt zieht …
10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
STADTGESPRÄCH
RUMPELSTILZCHEN
Einen öffentlichen Wutanfall bekam Stadtrat Gerhard Amend beim Lesen eines
Interviews der Neuen Presse mit dem ehemaligen Koordinator Stadtmarketing
Michael Böhm, der zum Juni von Coburg nach Bad Staffelstein gewechselt
war. Böhm rechnete in dem Interview mit der zur Situation im Stadtmarketing
der Stadt Coburg ab. Darin fiel auch der Name Amend. Der war gerade beim
Kaffeetrinken vor der Markthalle, als er die Zeilen las, ihm der Kragen platzte und
er zum Handy griff. Bis quer über den Albertsplatz war er zu hören.
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 11
STADTGESPRÄCH
JUBILÄUMCHEN
Landrat Michael Busch hat zehn Jahre Amtszeit öffentlichkeitswirksam inszeniert:
So lud er zum Pressegespräch ein, um seine (natürlich erfolgreiche) Zeit an der
Spitze des Landkreises Revue passieren zu lassen, und eine Publikation drucken,
die selbiges tat …
BAUKLÖTZCHEN
Zu einem Zwischenfall kam es am Rande der Coburger Designtage in der
Pakethalle. Das dort aufgestellte Modell des Coburger Designforums mit Visionen
zur Zukunft des Güterbahnhofgeländes kam nämlich nicht bei jedermann gut
an. So rückte eine Delegation von vier Architekturprofessoren an, bewaffnet
mit hölzernen Parkettstäbchen. Mit diesen bauten sie das Modell nach ihren
Vorstellungen um. Es kam zu einem Wortgefecht mit den Veranstaltern, an
dessen Ende ein Waffenstillstand vereinbart wurde. Die Bauklötzchen wurden
abgeräumt.
12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
Täglich Interviews und die schönsten
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 13
DER HOFBERICHT
HOFBERICHT
Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg
sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist
sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen
Prinzen und einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne
kleine und große Partys. Wir vom COBURGER natürlich auch. Wenn wir
eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen
wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal von der Eröffnung der
Coburger Designtage am alten Güterbahnhof.
Delegation vom Landestheater Coburg
Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser
Prof. Michael Heinrich und Dr. Andreas Engel
Kurt Knoch, Steffi und Marco Cestone
14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
DER HOFBERICHT
Christiane Behringer und Matthias Kapp
Nach 10 Stunden fühlst du
den Unterschied,
nach 20 Stunden siehst du
den Unterschied und
nach 30 Stunden hast du
einen neuen Körper.
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DER HOFBERICHT
Thomas Bittorf mit Tochter und Dr. Birgit Weber
Prof. Auwi Stübbe und Prof. Gerhard Kampe
Michael Böhm, Katja Herrmann, Arndt Schmidt
Bernd Albrecht
Sabine Berger und Ahmet Özer
Kikii Rose und Detlef Beil
16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
DER HOFBERICHT
Jutta Ihlein und Horst Mitzel
3. INTERDISZIPLINÄRES
KAMMERMUSIKFESTIVAL COBURG
25. JUNI – 08. JULI 2018
MONTAG, 25. JUNI 2018 - 18 UHR, Alte Pakethalle am Güterbahnhof
MUSIK IN BEWEGUNG MUSIK & TANZ
Großes Benefizkonzert mit Tanz und Orchester
MONTAG, 02. JULI 2018 - 19:30 UHR, LEISE am Markt
LADIES‘ NIGHT CROSSOVER
fünf BlechbläserINNEN lassen die Ohren rauschen
MITTWOCH, 04. JULI 2018 - 19:30 UHR, Pfarrzentrum St. Augustin
TANGO NIGHT – TANGO TRIFFT VIDEO
MUSIK UND VIDEO
Dieter Ertl und Aaron Rösner
Klavierquartett mit Bandoneon und Video Art
SONNTAG, 08. JULI 2018 - 19:30 UHR, Haus Contakt
MUSIC SLAM – FORELLENGESCHNETZELTES
VOM FEINSTEN MUSIK UND SPRACHE
Werke für Klavierquintett im Zusammenklang mit Poetry Slam
Tickets unter tickets.infranken.de, über die Geschäftsstelle Coburger Tageblatt
oder die Buchhandlung Riemann und im Coburger Puppenmuseum
WWW.KLANGGRENZEN.DE
freundlich unterstützt von
mit freundlicher
Unterstützung der
Kulturabteilung
der Stadt Coburg
Andreas Kücker
LEISE am Markt, Herrngasse 2, 96450 Coburg
Herr Martin Emmerich
Lucas-Cranach-Weg 25
96450 Coburg
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 17
18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
VON CHRIS WINTER
Die unzweideutigen Angebote kamen unvermittelt auf den Account der jungen Frau in
dem sozialen Netzwerk. Etwa zwei Jahre ist es her, dass eine Coburgerin via Facebook
zu Dates eingeladen wurde – und zu anderem mehr. Der Überraschung folgte bald der
Ärger, denn das Facebook-Profil, Bilder und andere Daten der Frau waren gestohlen
worden. „Mit einem so gefälschten Profil hat dann eine Frau aus einem anderen
Bundesland Männerbekanntschaften angebahnt“, erinnert sich Tino Wetzig von der
Polizeiinspektion Coburg. Seit März vergangenen Jahres leitet der Hauptkommissar das
eigens geschaffene Kommissariat für Internet- oder Cyberkriminalität.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 19
GEFANGEN IM NETZ
Digitale Fallensteller
Ein zunächst wenig spektakulär anmutender Fall,
aber so wie Computer, Smartphones und damit das
Internet allgegenwärtig sind, genauso werden im
World Wide Web und mit Computern Straftaten
begangen. „Dabei kommen nahezu alle Deliktarten
vor“, weiß Wetzig. Ob Betrug, Erpressung,
Datenklau, Sabotage von EDV-Anlagen oder
Kinderpornografie – das gesamte Strafgesetzbuch
findet sich im Arbeitsgebiet der Cybercops.
Die Fallen in der digitalen Welt sind vielfältig. Der
Klassiker sind die sogenannten Phishing-Mails, mit
denen Betrüger die Nutzer von Bezahldiensten und
Internet-Dienstleistern auffordern, Kontodaten
zu bestätigen oder eine neue Registrierung
durchzuführen. Diese Mails sind gefälscht, den
Betrügern geht es darum, an fremde Konto- und
Accountdaten zu gelangen. Über einen Link wird
versucht, den Nutzer auf täuschend ähnliche
Webseiten umzuleiten, um Passwörter oder
Kreditkarten-Informationen abzugreifen.
Liebe und andere Infektionen
Dazu werden auch gern gefälschte Mahnungen
benutzt. Per E-Mail fordern eine Anwaltskanzlei
oder ein Inkassounternehmen, eine noch offene
Rechnung zu begleichen. „Viele Empfänger
bekommen einen Schreck, sie vergessen sämtliche
Vorsichtsmaßnahmen und öffnen den Anhang
der E-Mail. Damit ist der Rechner infiziert.“
Bestätigungen für Anmeldungen oder Bestellungen
als Anhang einer E-Mail, das wiederholt der
Hauptkommissar gebetsmühlenartig, sollten nur von
bekannten Absendern geöffnet werden.
Seit langem bekannt, aber immer noch und wieder
erfolgreich und sehr variabel sind die digitalen
Angriffe der sogenannten Nigeria-Connection. In
Chat-Rooms und in Partnerbörsen werden Kontakte
mit den überwiegend männlichen Gesprächspartnern
aufgebaut. Die angeblich große Liebe veranlasst
das Opfer, sich freizügig vor dem Rechner zu
präsentieren, die integrierte Kamera zeichnet
heimlich das Geschehen vor dem Monitor auf. Werde
kein Geld überwiesen, sollen das Schmuddelfilmchen
und weitere gefälschte Informationen im Umfeld des
Opfers veröffentlicht werden. Ende Mai hatten fünf
Coburger genau diesen Erpressungsversuch bei der
Polizei angezeigt.
Geld ist weg
Der Betrug mit Vorausgebühren ist nach den Worten
von Tino Wetzig trotz aller Warnungen immer noch
erfolgreich. Millionen von US-Dollar sollen angeblich
ins Ausland geschafft werden. Dafür versprechen die
meist als afrikanische Geschäftsleute auftretenden
Betrüger eine erkleckliche Entschädigung.
Erbschaften in Millionenhöhe sollen die Opfer
verleiten, „Gebühren“ für Anwälte, Steuern oder
Überweisungen im Voraus zu überweisen. Sicher
ist: Dieses Geld ist im Fall der Fälle verloren, eine
Erbschaft oder Aufwandsentschädigung gibt es
nicht. In unregelmäßigen Abständen melden sich
auch angebliche Windows-Mitarbeiter telefonisch
und wollen sich unter dem Deckmantel wichtiger
Updates unbeschränkten Zugriff auf den heimischen
Rechner verschaffen. „Da geht es natürlich auch nur
um anschließende illegale Abbuchungen“, stellt Tino
Wetzig fest. „Diese Täter rufen aus Callcentern in
Indien an, regelmäßig kommen Geschädigte zu uns.“
Auch auf dem dienstlichen Apparat eines Kollegen
hätten sich schon diese angeblichen Microsoft-
Mitarbeiter gemeldet.
Teure Telefonrechnungen
Facebook-Nutzer haben Cyber-Kriminelle mit der
„Zong“-Masche im Visier: Mit einer „Zong-SMS“
stimmt der Empfänger einem Geldtransfer zu. Unter
dem Namen eines befreundeten Facebook-Mitglieds
kontaktieren die Betrüger über das soziale Netzwerk
das spätere Opfer. Zuvor haben sie sich in das
Profil des Nutzers „gehackt“, um an die Namen der
Facebook-Freunde zu gelangen. Diese schrieben die
Kriminellen an und baten unter einem Vorwand, ihre
Handynummer zu übermitteln.
Um mit den erhaltenen Telefonnummern Kasse
zu machen, wenden sich die Betrüger in der Regel
an mobile Zahlungsanbieter, wie eben das SMS-
Bezahlsystem Zong oder aktuell auch Boku. Der
Anbieter übermittelte per SMS Zahlencodes, die zur
Bestätigung der Bezahlvorgänge dienen. Diese sollten
die Geschädigten ebenfalls an ihren vermeintlichen
Facebook-Bekannten weiterleiten. In dem Glauben,
einem Freund einen Gefallen zu tun, kamen sie der
Bitte nach. „Die nächste Telefonrechnung beschert
mit hohen Beträgen ein böses Erwachsen“, weiß
Kriminalhauptkommissar Wetzig. „Bevor man eine
PIN eingibt, sollte man genau lesen, warum diese
Eingabe nötig sein soll, und dass man damit etwas
bezahlt. Es steht dort!“
Betrügereien als Kick
300 bis 400 Fälle von Computerkriminalität im
Jahr registriert die Polizeiinspektion Coburg, so
Hauptkommissar Wetzig. Bei vielen Straftaten
führen die Spuren ins Ausland. Dann sind die
Ermittlungen langwierig und kompliziert. Bis ein
internationales Rechtshilfeersuchen bearbeitet ist,
können viele Wochen ins Land gehen. 2017 wurden
in Bayern 25.832 Fälle registriert, bei denen das
Internet als Tatmittel eingesetzt wurde. Das bedeutet
eine Steigerung um 3,9 Prozent gegenüber 2016.
Ein klassischer Online-Betrüger beschäftigte die
Coburger Polizei vor einigen Jahren. Der Mann,
beheimatet in der Region, besorgte sich persönliche
Daten anderer Menschen aus dem Internet. „Einen
fertigen Datensatz bekommen Sie schon für 1,50
Euro, mitunter werden Daten auch verschenkt“, so
der Hauptkommissar.
Mit den Informationen bestellte der Betrüger jede Art
von Waren. „Das ging von der Tube Zahncreme bis
hin zu Computern. Auf Kosten fremder Leute bestritt
der Mann so seinen Lebensunterhalt.“ Die Pakete
und Päckchen ließ sich der Täter an Packstationen
schicken. Dort kann man völlig anonym die Sachen
abholen. „In ganzen Franken benutzte der Mann
Packstationen. Um einen solchen für Straftäter
sicheren und nur in Deutschland möglichen
„Vertriebsweg“ beneiden uns Kriminelle in der
ganzen Welt“, ereifert sich Tino Wetzig. Schließlich
fälschte der Gauner auch Ausweise, um für seinen
Betrug auch Paketshops nutzen zu können. „Der
Mann arbeitete übrigens in der IT-Branche und hatte
einen guten Job. Für ihn war der Kick das Motiv, ob
die Betrügereien funktionieren.“
In der Welt der Internet- und Computerkriminalität
sind „Cybercops“ wie Tino Wetzig mit immer neuen
Phänomenen, mit neuen Betrugsmaschen und
Gaunereien konfrontiert. „Aber leider auch immer
wieder mit viel zu gutgläubigen und unkritischen
Opfern.“
„Viele Empfänger bekommen einen
Schreck, sie vergessen sämtliche
Vorsichtsmaßnahmen und öffnen den
Anhang der E-Mail.“
20 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
DAS INTERNET UND DAS RECHT
Gesponserter Beitrag
Wie
im
normalen
Leben
Einkaufen, sich verabreden, Filme schauen, Bücher lesen, telefonieren: Das Internet
ist wie das normale Leben, nur schneller, digitaler, weltweit und virtuell. Im Internet
lauern dieselben Gefahren wie im normalen Leben, Betrug, Diebstahl, Erpressung,
Bedrohung, Beleidigung, Gewalt, wenn auch nicht körperlich. Und so gilt im Internet
auch kein wirklich besonderes Recht. Dem Grunde nach gilt das, was im normalen
Leben auch gilt. Informationen dazu von Jürgen Hopf, Rechtsanwalt in der Coburger
Kanzlei Hörnlein & Feyler.
„Das Internet hat zur Beschleunigung des
normalen Lebens geführt. Ein besonderes, eigenes
Internetgesetzbuch existiert aber nicht, so findet sich
das Recht des elektronischen Geschäftsverkehrs auch
im Bürgerlichen Gesetzbuch“, erklärt Jürgen Hopf,
und noch ein wenig plakativer fügt er an: „Sagen wir
es mal so: Die Postkusche ist eben einfach schneller
geworden.“
So gelten beim Surfen im Netz, beim Kaufen und
Verkaufen, beim Chatten, Kommentieren und
Kommunizieren, beim Hören, Lesen und Sehen
grundsätzlich dieselben allgemeinen Gesetze wie
für das „normale“ gesellschaftliche, wirtschaftliche
und zwischenmenschliche Leben auch, zivil- wie
strafrechtlich. „Es gibt für das richtige Verhalten im
Netz keine spezielle besondere Gebrauchsanweisung.
Man sollte sich so verhalten wie im normalen Leben
eben auch.“
Um also keine Probleme zu bekommen, sollte man
sich zunächst einmal redlich verhalten, niemanden
beleidigen oder verleumden, nicht Persönliches
von anderen veröffentlichen, ohne vorher zu
fragen, das betrifft vor allem Fotos und Filme, aber
eben auch Informationen dazu, Aufenthaltsorte,
Vorlieben, Namen. „Solche Verletzungen der
Persönlichkeitsrechte oder Urheberrechte können
sehr teuer werden, weil das Netz natürlich eine
viel größere Zielgruppe erschließt als wenn ich im
normalen Leben ein Foto von jemandem herumzeige
oder vielleicht in der Lokalzeitung veröffentliche,
ohne gefragt zu haben.“
Das gilt auch für das Herunterladen von Daten, Fotos,
Filmen und Texten aus im Internet verfügbaren
Quellen. Hier muss wie im normalen Leben auch
das Urheberrecht beachtet werden. Sonst können
Entschädigungen fällig werden. Wesentlich ist
zunächst die Legalität des Ursprungs. „Wenn man
davon ausgehen kann, dass die Quelle legal ist, also
z.B. Youtube, weil es allgemein bekannt ist, dass
Youtube rechtsgültige Verträge hat, dann kann
man auch herunterladen, natürlich nur solange
das technisch auch überhaupt möglich ist und
die Nutzung zum privaten und eigenen Gebrauch
erfolgt.“ Wenn man dagegen ein Fußballspiel über
eine ausländische Seite in Deutschland im Netz
kostenfrei anschaut, obwohl man weiß, dass es
normalerweise kostenpflichtig ist, dann kann man
davon ausgehen, dass man sich rechtswidrig verhält.
Auch, wenn man im Netz ein- oder verkauft, gelten
im Grundsatz dieselben Regeln wie im normalen
Geschäft. Ein wesentlicher Unterschied: Im
Internet gibt es spezielle Widerrufsregeln, die dem
Verbraucher mehr Rechte einräumen als bei einem
Einkauf vor Ort.
Und natürlich sollte man es auch wie im normalen
Leben Dieben nicht zu einfach machen. „Wenn ich
die Haustüre offenlasse, brauche ich mich nicht zu
wundern, wenn ich bestohlen werde“, sagt Jürgen
Hopf. Und die Menge an potentiellen Einbrechern
ist im Internet natürlich viel größer als beim Wohnen
in der eigenen Stadt. Das ist dann doch ein wenig
anders als im normalen Leben. Also: Anspruchsvolle
Kennwörter wählen und die auch öfter mal wechseln.
Keine Vorauskasse leisten, sondern sicherere
Zahlmethoden wie z.B. Paypal wählen.
Jürgen Hopf ist in der Kanzlei Hörnlein &
Feyler unter anderem auf Handels- und
Gesellschaftsrecht und gewerblichen
Rechtsschutz spezialisiert.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 21
COBURG INTERNATIONAL
Anfang Juli findet die internationale Woche in Coburg statt. Menschen aus
über einhundert Nationen leben in der Vestestadt. Einige von ihnen haben wir
portraitiert.
Eine Bilderstrecke mit Statements. Idee: Toni Milicevic`. Fotos: Sebastian Buff.
Danke für die Unterstützung an das Institut Rommel in Coburg.
Rinat Khisamutdinov aus Russland. Er hat schon als Kind in der Schule Deutsch
gelernt und wollte immer nach Deutschland, liebt die Kultur und die Landschaft.
Vor einem Jahr ist er dann nach Coburg gezogen. „Meine Heimat ist da,
wo meine Kinder leben“, sagt er. Für die möchte er das Beste. Die Menschen
seien sehr offen, „sie begrüßen sich immer, auch wenn man sie nicht kennt,
das war für mich eine Überraschung“, lacht er.
22 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
Regine Sonia Kembe Maloba aus dem Kongo. Sie hat letztes Jahr geheiratet
und ist mit ihrem Kind von Frankreich nach Coburg zu ihrem Mann gezogen.
Anfangs sei es schon schwierig gewesen, weil alles sehr ungewohnt war, jetzt
sei sie glücklich. In Zukunft möchte die gelernte Pflegerin gerne als Krankenschwester
arbeiten.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 23
Loay Zamel aus Israel. Er möchte nach dem Inegrationskurs Betriebswirtschaft
studieren, schätzt die Professionalität der Deutschen und auch die
deutsche Kultur. Man könne viel voneinander lernen, findet er, und so lebt er
auch: Er hat viele Freunde in Coburg, tauscht sich mit ihnen aus, man lernt,
arbeitet und feiert zusammen.
24 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
Jeremia Oktaviano Nugroho aus Indonesien. Der 19jährige möchte studieren.
Dabei hilft ihm, dass er Verwandtschaft in Deutschland hat. So kann er bei
seiner Cousine wohnen und mit seiner Familie auch viel Deutsch üben. „Das
ist ganz anders als meine Muttersprache Indonesisch.“ Auch an das andere
Leben hier habe er sich erst gewöhnen müssen.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 25
Miranda Fama aus Italien. Nach Coburg ist sie gekommen, weil hier ihre
Cousine lebt und sie sich für ihre Kinder eine gute Zukunft wünscht. „Coburg
ist eine schöne kleine Stadt, aber nicht zu groß, so hat man mehr Möglichkeiten,
andere Leute kennenzulernen.“
26 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
Leonardo Andres Camacho Campo aus Kolumbien. Der 21jährige arbeitet seit
acht Monaten als Aupair in Coburg. „Alles ist so schön hier, sogar mehr als
schön“, schwärmt er. Später möchte er studieren, davor aber richtig Deutsch
lernen, das ist sein größter Wunsch. Dabei hilft ihm seine Gastfamilie, und
„viele Leute hier, die immer versuchen, uns Ausländern zu helfen.“
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 27
Abdulsalam Meirkhan aus Syrien. Er lebt seit zwei Jahren in Deutschland und
möchte hier gerne studieren. Vorher aber lernt er die deutsche Sprache so
gut wie möglich. „Je mehr ich Deutsch kann, desto leichter bekomme ich auch
Kontakt zu den Menschen.“
28 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
Mahaiela Chistol aus Moldawien. Die 20jährige lebt seit acht Monaten in
Coburg. Sie möchte eine Ausbildung machen und später hier arbeiten. Coburg
sei eine kleine Stadt, „wie sagt man in Deutschland, klein, aber fein“. So kann
sie viele Einheimische kennenlernen, „in einer großen Stadt wären mir dafür
zu viele Ausländer, auch wenn ich selbst ja einer bin“, lacht sie.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 29
SONDERTHEMA SICHERHEIT
30 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
EINLEITUNG
VON WOLFRAM HEGEN
HABT KEINE ANGST
SONDERTHEMA
SICHERHEIT
Angst ist sinnvoll. Sie schützt uns vor Gefahren. Sie
mobilisiert unsere Kräfte. Sie lässt uns kämpfen oder
weglaufen. Sie bewahrt uns vor unnötigem Risiko.
Sie steigert die Konzentration. Sie fördert Leistung.
Blutdruck und Puls gehen hoch, wir atmen schneller,
die Muskeln spannen sich an, der Körper ist im
Alarmzustand. Verdauung, Kopfarbeit, Sexualtrieb
werden heruntergefahren. Es geht darum, sich selbst
zu erhalten.
Es geht um eine konkrete Bedrohung.
Angst ist nicht sinnvoll, wenn sie zu stark wird. Dann
lähmt sie, schlägt um in Panik, macht kaputt, was sie
beschützen soll, zerfrisst unser Ich, indem sie sich
verselbständigt. Dann braucht es keine konkrete
Bedrohung mehr, dann haben wir Angst – ganz einfach
so. Viele Menschen kennen solche Angststörungen.
Einzelschicksale.
Wenn aber eine ganze Gesellschaft an
Angststörungen leidet, wird es richtig
gefährlich. Wenn eine ganze Gesellschaft
permanent nur noch Angst hat, vor
Globalisierung, Digitalisierung, Zuwanderung,
Umweltzerstörung, sozialem Abstieg, lässt sie
sich nur noch von einem Gefühl leiten.
Dem Gefühl der Bedrohung.
Dann aber zerfrisst diese Angst die Gesellschaft,
unser Zusammenleben, unsere Werte, Ideale,
unser geschriebenes oder stilles Einverständnis,
wie wir miteinander leben möchten. Dann schlägt
die Gesellschaft - wie ein angsterfüllter Mensch
auch - wild um sich. Sie ruft nach mehr Gesetzen, mehr
Polizei, mehr starken Männern, mehr Überwachung,
mehr Grenzen, mehr Zäunen, mehr Kontrolle. Sie ruft
nach mehr Sicherheit.
Absolute Sicherheit aber gibt es nicht.
Nur eine: Es war noch nie so sicher wie heute.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 31
HABT KEINE ANGST
VON WOLFRAM HEGEN
Der Geist ist aus der Flasche
Im Namen der Sicherheit
„Deutschland ist schön, seine Landschaften typisch, die
Bauwerke weltberühmt. Man legt Wert auf gepflegte
Gastlichkeit, und ist stolz auf seine Spezialitäten“, lobt ein
Werbespot aus den 1980er Jahren heimische Gefilde. Wohl
kaum ein Spot gibt die Gefühlslage der bürgerlichen Mitte
dieser Zeit besser wieder als die damalige Werbung für ein
bayerisches Weißbier. Heimelig war es, gemütlich, geborgen,
sicher. Zumindest fühlte es sich so an. Dabei war doch seit
Mitte der 1970er die polizeilich registrierte Kriminalität
stark angestiegen. Und in Bayern auch – bis zum Höhepunkt
1991.
Doch Gefühl ist das eine, Fakten sind das andere. So
hatten laut Institut Allensbach 2016 über zwei Drittel
der Menschen den Eindruck, dass die Kriminalität
zunimmt, vier von fünf befürchteten zudem eine weitere
Zunahme durch Flücht-linge. Fakten aber sprechen
eine andere Sprache: Die Ergebnisse der Bayerischen
Kriminalitätsstatistik des Bayerischen Innenministeriums
2017 sind eindeutig: Niedrigste Fallzahlen seit 1991,
niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 30 Jahren, Steigerung
der Aufklärungsquote auf 64,4%. „Insgesamt lässt sich die
erheblich gewachsene Beunruhigung mit der faktischen
Entwicklung der Kriminalität nur teilweise erklären“,
schreibt dazu das Institut Allensbach.
Es ist wohl eher so, dass das gefühlte heimelige Postkartenidyll
der 1980er innerhalb von nur einer Generation einer
globalen temporeichen digitalisierten Welt weichen musste,
die kaum mehr Halt zu bieten scheint. Nichts ist mehr
wie es war. Ein Teil der Bevölkerung muss sich fühlen
wie in einem Mehrfrontenkrieg gegen Digitalisierung,
Globalisierung, Umweltverschmutzung, Flüchtlingsströme,
Werteverfall. Die Wut richtet sich gegen „den Staat“, der
einem das eingebrockt habe, der Deutschland verscherble,
die Kultur verrate. Es ist vor allem die Wut einer tendenziell
älteren und ländlichen Bevölkerung, die sich abgehängt
fühlt von einer durch junge urbane gutausgebildete Eliten
vorwärtsgetriebene Veränderung. Diese Wut gilt es ernst zu
nehmen.
„Die wachsende Besorgnis verändert das Verhalten und
die Erwartungen an die Politik“ beschreibt das Institut
Allensbach den aktuellen Zustand. Wie also reagiert „der
32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
SONDERTHEMA SICHERHEIT
Staat“, wie reagieren handelnde und sich in verantwortlichen
Positionen befindliche Personen? Sie sagen „Wir haben
verstanden“. Nein, sie haben nicht verstanden. Sie haben nicht
verstanden, wie man kulturelle Veränderung gestaltet. Sie
wollen nicht zwischen den vermeintlich Zurückgelassenen
und den Vorwärtsgewandten moderieren, alle mitnehmen,
Komplexität erklären, auch oder gerade weil es mühsam
ist, sehr mühsam, und auch oft unpopulär. Ja, sie haben
verstanden. Sie haben verstanden, wie man sich selbst in
Sicherheit bringt. Sie präsentieren einfache Lösungen für
Probleme, die es de facto nicht gibt, gehen so – vermeintlich –
auf Stimmenfang, lenken von den wahren Zukunftsthemen
ab, deren für viele aber furchteinflößende Dynamik es ja
aber eben zu steuern gilt. Das ist schäbig, rückwärtsgewandt,
reaktionär.
Die neue Fassung des „PAG“, des Polizeiaufgabengesetzes
in Bayern, das zum 25. Mai 2018 (vorerst mal) in Kraft
getreten ist, ist so ein Beispiel. Warum enthält es
erweiterte Befugnisse für die Polizei, obwohl wir doch
nach deren eigenen Auskunft statistisch die niedrigste
Kriminalitätsbelastung seit 30 Jahren haben? Warum ein
neues PAG, wenn der bayerische Innenminister selbst schon
vor dem 25. Mai angesichts des schon bis dahin „effektivsten
Polizeirechts in ganz Deutschland“ ins Schwärmen geriet?
Warum wurde es noch vor dem Sommer mit aller Härte und
kaum Kompromissbereitschaft durchgepeitscht? Warum
wurde ein Dialog über das Gesetz angeboten, wenn es, weil
beschlossen - außer vor Gericht - eh nicht mehr zu ändern ist?
Warum also das unbestritten weitest gehende Polizeigesetz
seit 1945, wo wir doch wirklich wichtigere Themen haben?
Nur um ein Gefühl zu bedienen: die „diffuse Angst der
Deutschen“, wie sie Soziologen und Leitartikler gerne
nennen. Wenn da eine Regierung Stärke zeigt, sich nicht
beirren lässt, ein Gesetz im Namen ihrer Bürger durchsetzt,
weil sie das in Bayern kraft ihrer absoluten Mehrheit kann,
dann möchte sie damit das Gefühl der Geborgenheit, der
Sicherheit vermitteln, das vielen allen Statistiken zum Trotz
abhandengekommen ist. Dann möchte sie damit Vertrauen
zurückgewinnen, das verloren scheint. Dann möchte sie
damit Angriffe von rechts abwehren und Wahlen gewinnen.
Deswegen „Wir haben verstanden“. Nein, so billig geht’s
nicht.
Der Preis nämlich ist hoch: Freiheitsrechte des Bürgers,
Grundrechte in ihrer Funktion als Abwehrrechte
gegen den Staat werden – offiziell im Namen der
Terrorismusbekämpfung – seit Jahren in kleinen fast
unmerklichen Schritten geopfert. Die Gerichte werden
zwar zu entscheiden haben, ob der bayerische Schritt dieses
Mal zu groß war, der Geist aber ist schon seit einiger Zeit
aus der Flasche. Er treibt munter sein Unwesen, redet mehr
von Sicherheit als von Freiheit, schafft Gesetze, wo es keine
braucht, baut Zäune, errichtet Mauern, stellt Kameras auf
und verbreitet schon mit der bloßen Anwesenheit von
angeblich im Namen der Sicherheit notwendigen Anlagen
und Einrichtungen das Gefühl der Bedrohung, das ihn
überhaupt erst aus der Flasche gelassen hat. Dabei war es
doch selten sicherer als heute. Aber es fühlt sich halt anders
an. Ganz anders eben als noch vor einer Generation. Weil die
Welt sich schnell verändert hat, vielleicht zu schnell. Mehr
aber ist nicht passiert, aber eben auch nicht weniger. Also
gibt es viel nachzuholen: Diese Veränderung gestalten, sie in
positive Energie verwandeln, Lust machen auf Zukunft. Und
nicht Angst verbreiten. Hört auf damit.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 33
HABT KEINE ANGST
VON WOLFRAM PORR
Big Brother?
Personalisierte Werbung im Internet, weiterführende Links zu Themen,
die einen wirklich interessieren, kleine Sprachcomputer, die einem
innerhalb von Sekunden die Welt erklären – toll, oder? Im Prinzip
ja. Wären da nicht ein paar Nebengeräusche, die einem schon Angst
machen können: Werden die Daten, die wir Social-Media-Giganten wie
Facebook oder Google mehr oder weniger freiwillig überlassen, wirklich
nur zu unserem Nutzen verwendet oder geht es um etwas ganz anderes?
Hören uns Facebook & Co. vielleicht sogar ab? Die Antwort auf diese
Fragen ist so kurz wie unbefriedigend: Wir wissen es nicht genau.
34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
SONDERTHEMA SICHERHEIT
Das Phänomen kennt fast jeder: Sie surfen zu einem bestimmten Thema auf diversen
Internetseiten oder geben entsprechende Begriffe in ihre Suchmaschine ein, und schon
kurz danach poppt dazu passende Werbung auf. So weit so gut. Ist ja vielleicht in dem
Moment sogar nützlich. Deutlich kitzliger wird es, wenn es im Internet gar keinen
Suchvorgang gab, Ihnen aber trotzdem plötzlich Werbung angezeigt wird, die zu dem
passen, was sie kürzlich am Mittagstisch mit der Familie oder im Büro mit den Kollegen
besprochen haben. Nicht wenige Nutzer haben daher das beklemmende Gefühl,
über diverse Apps (Facebook, WhatsApp) belauscht zu werden. Entsprechende
Verschwörungstheorien kursieren zuhauf. Doch ist da wirklich was dran?
Das Katzenfutter-Experiment
„Neville“, ein YouTuber aus den USA, ist sich sicher, dass uns Facebook abhört. Vor
etwa zwei Jahren startete er deshalb folgendes Experiment: Ohne vorher jemals zu dem
Thema im Internet recherchiert zu haben, begann er sich am Smartphone mit seiner
Frau über Katzen und Katzenfutter zu unterhalten. Nichts Schriftliches. Keine Suche
im Internet. Nur diese Unterhaltung und das immer wiederkehrende Schlüsselwort
„cat food“. Nach zwei Tagen wurde Neville, der noch nie eine Katze hatte oder sonst
mit dem Thema in Berührung gekommen war, von Facebook Katzenfutterwerbung
angezeigt.
Es gibt noch mehr solcher Experimente, und viele Menschen können ganz ähnliche
Geschichten erzählen. Habe ich mich nicht neulich mit einer Freundin über Neuseeland
unterhalten – einer Urlaubsregion, die für mich schon wegen meiner Flugangst nie
ernsthaft in Frage kommen und nach der ich deshalb im Internet auch nie suchen
würde? Wenige Tage danach bekam ich Angebote für Flüge nach Auckland
und die Werbung einer australischen Airline angezeigt. Und dann gab es
beim Musiker-Stammtisch neulich die Diskussion über diesen USamerikanischen
Songwriter, von dem ich noch nie zuvor gehört
hatte. Prompt wurden mir anschließend seine Alben in einer
Amazon Werbung feilgeboten.
Facebook beteuert: Wir hören nicht mit
Alles nur Zufall? Oder wie lassen sich solche
Phänomene dann erklären, wenn uns
wirklich niemand abhört? Diesbezügliche
Gerüchte gibt es schon, so lange es Handys
gibt. Der amerikanische Schriftsteller Dave
Eggers hat sie in seinem Roman „Der Circle“,
in dem er deutlich auf Facebook anspielt, auf die
Spitze getrieben. Und spätestens seit die elektronischen
„Sprachassistenten“ Siri, Alexa und Cortana in immer mehr Haushalten
zum Einsatz kommen, häufen sich die Vermutungen, dass nicht jedes Wort, das
man zu Hause spricht, auch in den eigenen vier Wänden bleibt.
Grundsätzlich gilt: Wo es ein Mikrofon gibt, da gibt es theoretisch auch eine
Abhörmöglichkeit. Ein Beispiel, das jeder kennt: das Babyphone. Nach einem ganz
ähnlichen Prinzip könnten auch Apps Anrufe und Sprachnachrichten mithören. Bisher
beteuern Facebook & Co. allerdings, dass sie das nicht tun: „Weder Facebook noch
WhatsApp hören mit. Beide Apps greifen nur dann auf das Mikrofon zu, wenn ein
Nutzer dies den Apps vorher ausdrücklich erlaubt hat und eine bestimmte Funktion
aktiv nutzt, die Audiosignale erfordert (…) „, lässt Facebook verlauten.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 35
HABT KEINE ANGST
Offline-Einkaufsverhalten gibt Hinweise
Auf keinen Fall würden Handymikros dazu genutzt, um
passende Werbung zu schalten. Nach langwierigen Recherchen
kam auch eine Journalistin des Wall Street Journal zu dem
Ergebnis, dass die Konzerne uns nicht abhören. Dafür, dass
wir trotzdem personalisierte, oft genug erstaunlich passgenaue
Werbung eingeblendet bekommen, hat sie eine andere
Erklärung: So geben Datenhändler Informationen über unser
Offline-Einkaufsverhalten an Facebook weiter. Entsprechende
Datenabdrücke hinterlassen wir, wenn wir zum Beispiel an der
Supermarktkasse mit der Deutschland- oder der Payback-Card
zahlen. Außerdem überwacht Facebook unser Surfverhalten
via „Web-Tracking“. Manchmal reiche es auch aus, unseren
Standort zu kennen, um passende Werbung zu platzieren.
Netzexperte Michael Seemann, der sich in einem eigenen
Blog („crtl+verlust“) mit dem Kontrollverlust im Internet
beschäftigt, glaubt ebenfalls nicht an „Big Brother Facebook“
und den großen Lauschangriff, schon aus technischen Gründen.
„Zum einen wäre das sehr aufwändig. Es müssten große
Rechenzentren aufgebaut werden, die diese Spracherkennung
durchführen“ sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Und weiter:
„Das ist von der Nutzen-Kosten-Kalkulation völliger Irrsinn.
Der andere Grund ist, dass diese Datenübertragung natürlich
von den Betriebssystemen und den Sicherheitsforschern (…)
bemerkt worden wäre.“
Der Vertrauensverlust wäre riesig
Hinzu kommt: Facebook machte sich strafbar, würden der
Konzern heimlich die Daten seiner App-Nutzer sammeln
und auswerten. Und käme es heraus, wäre der
Vertrauensverlust wohl unumkehrbar. Würde
Facebook das riskieren? Ohnehin hat der
Konzern viel an Vertrauen eingebüßt,
seit bekannt wurde, dass Daten von 50
Millionen Nutzern an den Datenanalysten
Cambridge Analytica verkauft wurden,
welcher diese dann für den Wahlkampf von
Donald Trump instrumentalisierte.
Andererseits: Seit Jahrzehnten schert sich der Konzern nicht
wirklich um Gesetze. Immer wieder bewegt er sich rechtlich
an der Grenze oder überschreitet diese bisweilen sogar, zuletzt
als er die WhatsApp-Daten deutscher Nutzer ungefragt beim
Mutterkonzern in den USA speicherte. Datenschutzbeauftragte
und Justizbehörden reagieren nicht selten hilflos, wenn es
darum geht, Firmen wie Facebook zu kontrollieren. Auf Seiten
der Länder fehlt es an Personal und Knowhow, auf Seiten von
Facebook schlichtweg an Transparenz. „Genau genommen
weiß nicht einmal Facebook selbst wie Facebook wirkt“, sagt
der bekannte Internet-Blogger Sascha Lobo und trifft damit
wohl den Nagel auf den Kopf.
Was kann der Einzelne tun?
Facebook ist deshalb schwer zu kontrollieren, weil unklar bleibt,
wie es genau funktioniert. Um das zu ergründen, müssten die
übertragenen Informationen entschlüsselt werden dürfen.
Doch so weit sind wir noch nicht. Was heißt das nun für uns
User? Skepsis gegenüber dem Datenriesen ist sicher angebracht,
auch wenn es für die Behauptung, Facebook würde Gespräche
mithören, allenfalls nicht bewiesene Indizien gibt. Facebook
weiß auch so verdammt viel über uns. Manchmal raten die
Algorithmen auch einfach, was uns interessieren könnte. Jeder
Zufallstreffer fällt uns dann umso mehr auf. Studien belegen,
dass Menschen dazu neigen, gegenüber Apps umso unkritischer
zu sein, je „cooler“ sie sind und je mehr sie ihnen nutzen.
Wer das weiß, kann seine Verhaltensweisen anpassen,
gegebenenfalls seine Privat-
Einstellungen überprüfen oder
den Zugriff aufs Handymikro
verweigern. Letztlich muss jeder
einzelne selbst entscheiden,
was ihm wichtiger ist: der
Nutzen einer App wie
Facebook oder die Kosten, in
diesem Falle die Preisgabe
seiner persönlichen Daten.
36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
Externe Rechenzentren schaffen Sicherheit
SÜC und süc // dacor sind Partner der Wirtschaft
Immer mehr Unternehmen nutzen das externe Rechenzentrum der SÜC, des Coburger
Energieversorgers. Zentrale Serverstrukturen samt Infrastruktur stehen für höchste
Sicherheit, geringere IT-Investitionskosten als bei inhouse-Lösungen, planbare monatliche
Ausgaben, größtmögliche Leistung und hohe Flexibilität.
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 37
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HABT KEINE ANGST
Mit Sicherheit sparen
Expertentipp von Thomas Bittorf
Alarmanlagen, Gitter an den Fenster und sichere Schlösser:
Wer das Eigenheim oder die Gewerbeimmobilie einbruchsicher
machen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Aber immerhin
kann man sich in manchen Fällen einen Teil der Kosten vom Fiskus
zurückholen. Der COBURGER hat nachgefragt:
Welche Sicherheitsmaßnahmen rund um Haus und Hof und
Firma sind steuerlich ansetzbar?
Man muss hier differenzieren. Sicherungsmaßnahmen für
das eigene Unternehmen, Büro oder die Praxis sind nahezu
unbeschränkt steuerlich abzugsfähig. Die Sicherungsmaßnahmen
dienen hier dem Erhalt des Betriebs.
Gleiches gilt, wenn man eine vermietete Wohnung oder ein
vermietetes Haus nachrüsten will. In beiden Fällen muss man
die Einkünfte aus den Objekten versteuern, so dass auch die
entsprechenden Aufwendungen zum Erhalt und der Sicherung
abzugsfähig sind.
Und wie sieht es mit der privaten, selbstgenutzten
Immobilie aus?
Im Koalitionsvertrag war angekündigt, entsprechende
Sicherungsmaßnahmen aufgrund der gestiegenen Einbruchszahlen
in Deutschland zu fördern. Eine konkrete Förderung
der steuerlichen Absetzbarkeit ist bislang allerdings noch nicht
umgesetzt worden.
Investiert man in den Einbruchschutz für sein Eigenheim, kann
man die Kosten der Handwerker von der Steuer zumindest teilweise
absetzen. 20 Prozent der Kosten für Arbeitslohn, Fahrtkosten
und Maschinenkosten einschließlich der Umsatzsteuer kann
man pro Jahr in der Steuererklärung eintragen, maximal aber
1.200 Euro. Die Materialkosten wie für die einbruchshemmenden
Fenster, die Alarmanlage oder ein Mehrfachverriegelungssystem
sind nicht absetzbar.
Es handelt sich aber nicht um eine spezielle Förderung des
Einbruchsschutzes, sondern die seit Jahren bestehende
Förderung von allen Handwerkerleistungen im privaten Bereich
nach § 35a Einkommensteuergesetz zur Verringerung der
Schwarzarbeit. Erforderlich ist wie immer eine ordnungsgemäße
Rechnungsstellung durch den Handwerker, in der der Lohnanteil
gesondert ausgewiesen wird.
Also sieht die steuerliche Förderung derzeit eher mau aus …
Ja, das muss man leider so sagen. Möglich ist aber eine finanzielle
Förderung durch die KfW, sei es durch Zuschuss oder einen
zinsgünstigen Kredit. Wer Maßnahmen zum Einbruchschutz an
einem bestehenden Wohngebäude oder einer Eigentumswohnung
durchführen lässt, erhält je nach Höhe der Investitionskosten
Zuschüsse von mind. 100 Euro bis max. 1.600 Euro.
Der Antragstellung muss aber vor Beginn des Umbauvorhabens
gestellt werden und die Maßnahmen sind durch ein
Fachunternehmen auszuführen.
Sind die Folgen eines Einbruchs, also der Verlust von
Vermögen, steuerlich absetzbar?
Bei Einbruch in Betrieben wird der Vermögensverlust in der
Regel absetzbar sein, sofern man nachweisen kann, dass z.B. das
gestohlene Bargeld tatsächlich aus der Firma und nicht aus dem
privaten Bereich stammt. Im Privatbereich ist der Verlust nicht
absetzbar.
Dafür gibt aber es bei Privatpersonen die Möglichkeit, den Schaden
bei der Hausratversicherung geltend zu machen, die in der
Regel jeder abgeschlossen hat. Dafür muss man versicherungsrechtlich
aber beachten, dass eine umgehende polizeiliche Meldung
stattfindet.
Löwenstraße 27
96450 Coburg
Telefon: 09561 79 42 400
Fax: 09561 79 42 402
E-Mail: info@tb.legal
Internet: www.tb.legal
38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
SICHERHEIT IN ZAHELN
Wie sicher fühlen Sie sich auf öffentlichen
Plätzen, Straßen oder Parks?
Frauen 20%
sehr unsicher
52% 18% 9%
SICHERHEIT IN ZAHLEN
Männer
28% 50% 15% 5%
sehr sicher eher sicher eher unsicher
Das sind die 20 sichersten Länder der Welt
gemäß Global Peace Index 2017:
1 Island
2 Neuseeland
3 Portugal
4 Österreich
5 Dänemark
6 Tschechien
7 Slowenien
8 Kanada
9 Schweiz
10 Irland
11 Japan
12 Australien
13 Bhutan
14 Norwegen
15 Ungarn
16 Deutschland
17 Finnland
18 Schweden
19 Belgien
20 Niederlande
Verhütungsmethoden – von sicher bis unsicher:
Sterilisation Pille Verhütungsring
Kondom Coitus interruptus
Ergebnisse der Bayerischen Kriminalitätsstatistik
des Bayerischen Innenministeriums 2017
Niedrigste Fallzahlen seit 1991
Niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 30 Jahren
Weitere Steigerung der Aufklärungsquote auf 64,4%
Autoingenieure
Lehrer
Ärzte
Acht zukunftssichere Jobs
Juristen
Marketingexperten
Naturwissenschaftler
Logistiker
Techniker
In 172 Wörtern – Wie Statistik lügen kann
Walter Krämer vom Institut für Wirtschafts- und Sozialstatistik der Technischen Universität
Dortmundhat sich in seinem Buch „So lügt man mit Statistik“ auf den Vergleich von Flugzeug
und Bahn konzentriert. „Je nachdem, welches Bezugssystem man wählt, kann man Flieger oder
Zug schlecht aussehen lassen“, erklärt er. „Rechnet man zum Beispiel mit Personenkilometern,
fällt die Rechnung für das Flugzeug sehr günstig aus.“ Die Personenkilometer errechnen sich
folgendermaßen: Ein Jumbo, der von Frankfurt nach Sydney fliegt, kommt bei 300 Passagieren und
12 000 Kilometern Strecke auf 3 600 000 Personenkilometer. Für diese Strecke ergeben sich dann
mit den Zahlen, die Krämer bei seinen Berechnungen verwendet hat, dreimal mehr Verkehrstote
für die Bahn als für das Flugzeug. Anders stellt sich die Sache dar, wenn die Sicherheit anhand der
Stunden berechnet wird, die der Reisende insgesamt in dem Verkehrsmittel unterwegs ist. Auf
dieser Berechnungsgrundlage gibt es in der Bahn dreimal weniger Verkehrstote pro 100 Millionen
Passagierstunden als beim Flugzeug. Die Wahrscheinlichkeit, in der nächsten Stunde zu sterben, ist
dann im Flugzeug dreimal so hoch wie im Zug
Verkehrsmittel – von sicher bis unsicher:
Schiff Bahn Flugzeug Bus Auto zu Fuss Fahrrad Motorrad Quad
AUSGABE 27 / JUNI 2018 Quelle: www.statista.de
COBURGER | DAS MAGAZIN 39
40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
VON CHRIS WINTER
aus der weißen Stadt
Hilfe für die Pflege
In Belgrad sucht der Arbeiter-Samariter-Bund Coburg
Mitarbeiter für die stationäre und ambulante Pflege –
und findet in Serbien die dringend benötigten Fachkräfte.
Die Nachfrage nach examinierten Pflegerinnen und Pflegern
wird in den nächsten Jahren rasant ansteigen.
Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wird in zwei Jahren auf
annähernd drei Millionen angewachsen sein. Eine Prognos-Studie aus dem Jahr
2012 hat die Anzahl der Menschen, die auf eine ambulante oder stationäre Pflege
angewiesen sind, auf damals 2,4 Millionen beziffert. In acht Jahren waren es etwa
eine halbe Million Menschen mehr, die von Angehörigen, von Pflegediensten oder
in Pflegeheimen betreut werden. Die Studie geht davon aus, dass im Jahr 2030 rund
3,4 Millionen Menschen im Land Pflege von verschiedener Intensität benötigen.
Aktuell fehlen rund 35.000 Mitarbeiter in den Pflegediensten und -heimen. Dieser
Fehlbestand wird sich in den nächsten Jahren explosionsartig ausweiten: 2020
werden nach den Berechnungen rund 140.000 Pflegekräfte im Land zu wenig
vorhanden sein. Nach Erkenntnissen der Bundesanstalt für Arbeit hat sich vor
fünf Jahren die Zahl der in der Pflege arbeitenden Menschen aus einem EU-
Mitgliedsland um fast ein Fünftel erhöht, aus Drittstaaten betrug die Steigerung
13,5 Prozent. Bei der Beschäftigung von deutschen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern tun sich die verschiedenen Träger und Organisationen schwer,
ausreichend Personal zu finden: Ein Plus von gerade 5,1 Prozent machte die
Bundesanstalt für Arbeit hier aus.
Dieser Entwicklung versucht der Regionalverband Coburg des Arbeiter-
Samariter-Bundes (ASB) mit ungewöhnlichen Anstrengungen entgegen zu
wirken. ASB-Geschäftsführer Thomas Schwesinger war Anfang Mai auf einer
längeren Dienstreise, um Pflegepersonal in der serbischen Hauptstadt Belgrad
für die Arbeit beim ASB Coburg zu gewinnen. Zuerst fuhr er nach München, von
dort dauerte der Flug etwas mehr als eine Stunde in die 1,1-Millionen-Metropole
Belgrad. In etwa einem halben Jahr wird Thomas Schwesinger sechs Frauen und
Männer aus dem südosteuropäischen Land auf der Balkanhalbinsel einstellen.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 41
NEUE KOLLEGEN
Herr Schwesinger, Sie waren im vergangenen Mai zum
zweiten Mal in Serbien, um dort Mitarbeiter für die
ambulante Pflege und Pflegeheime des Arbeiter-Samariter-
Bundes Coburg anzuwerben. Dafür 1000 Kilometer weit zu
fliegen ist alltäglich nicht.
Sehen Sie, allein
in der ambulanten
Pflege betreut der
ASB Coburg derzeit
450 Menschen. In den
nächsten zwölf Jahren
wird diese Zahl um ein
Viertel anwachsen. Das
sind etwas mehr als
100 Personen. Ebenso
steigt die Zahl der
Menschen in unseren
Thomas Schwesinger Pflegeheimen und im
Betreuten Wohnen
an, wo wir die Kapazitäten zurzeit ausbauen. Dafür
brauchen wir genug Fachpersonal. In der stationären
Pflege muss die Hälfte der Mitarbeiter examiniert
sein. Den gesetzlich vorgegebenen Personalschlüssel,
also das Verhältnis von Pflegekräften und Bewohnern,
erfüllen wir. Darüber hinaus haben wir zwei Mitarbeiter
mehr als es verlangt ist.
Und diese Stellen konnten und können Sie nicht
aus dem Angebot der Arbeitskräfte hier besetzen?
Leider schaffen wir das nicht. Der ASB Coburg bildet
seit vielen Jahren Pflegepersonal aus. In der stationären
Pflege ist die Refinanzierung gesichert, in der
ambulanten nicht. In der ambulanten Pflege können wir
ausbilden, weil dort auch Beiträge unserer Mitglieder
investieren können. Zurzeit sind beim Regionalverband
Coburg 23 Ausbildungsstellen besetzt, in der Regel gibt
es für diese Mitarbeiter anschließend eine Jobgarantie.
Es wird immer schwieriger Menschen für diesen Beruf
zu begeistern. Es gibt bei uns Schicht- und Wochenenddienste
ebenso wie Nachtdienste. Auch die Entlohnung
spielt natürlich eine Rolle. Vor allem in der ambulanten
Pflege bedarf es einer besseren Bezahlung. Die
Konkurrenz um neues Personal ist auch groß. Wobei
ich nicht die anderen Träger von Pflegeheimen und
-diensten meine. Der Fachkräftemangel ist in nahezu
jeder Branche ein brandaktuelles Thema.
In Serbien haben Sie Erfolg mit der Personalsuche?
Ja, sogar großen Erfolg. Sechs Stellen wollen und
können wir in den nächsten Wochen mit Fachkräften
besetzen. Die künftigen Kolleginnen und Kollegen sind
sehr gut ausgebildet, alles fertige Krankenpfleger, die
auch über Berufserfahrung verfügen.
Aber diese Arbeitskräfte fehlen doch dann in Serbien.
Das war zunächst auch bei uns ein Gedanke. Aber
das Land blutet sozusagen nicht aus. Einerseits gibt
es in Serbien einen Überschuss an Arbeitskräften,
zum anderen bildet die Schule in Belgrad speziell
für den deutschen Arbeitsmarkt aus. Wer diese
Ausbildung macht, der möchte sich in Deutschland
eine Existenz aufbauen. Wir reden bei uns darüber,
dass der Pflegeberuf attraktiver gemacht werden muss,
dass die Bezahlung steigen muss. In Serbien ist die
Wertschätzung des Pflegeberufs fast nicht vorhanden.
Dort sind Monatseinkommen von 300 Euro für einen
Vollzeitjob die Regel. Nahezu jeder hat dort einen
Nebenjob, um finanziell einigermaßen über die Runden
zu kommen. Im Schnitt gehen in Belgrad noch 150 Euro
für die Miete ’drauf – da bleibt nicht mehr viel übrig
zum Leben. Dazu sind Arbeitszeiten dort von mehr als
zwölf Stunden keine Seltenheit. Tarif- und Arbeitsrecht
sind fast Fremdworte.
Welche Hürden müssen Sie für die Anstellung
von Pflegekräften aus Serbien überwinden?
Serbien ist nicht Mitglied in der Europäischen Union.
Deshalb ist zum einen nachzuweisen, dass in der
Pflege ein akuter Arbeitskräftemangel besteht – das ist
gegeben; zum anderen müssen wir als ASB Coburg bei
der Arbeitsagentur darlegen, dass wir uns vergeblich
auf dem deutschen Arbeitsmarkt umgetan haben. Das
ist auch kein Problem. Um weiter eine Arbeitserlaubnis
zu bekommen, muss der Sprachkurs B2 erfolgreich
abgelegt worden sein. Schließlich ist noch das in Serbien
erworbene berufliche Examen anzuerkennen. Das ist
in der Regel fast eine Formsache, denn die Ausbildung
dauert dort vier Jahre. Im Vergleich: In Deutschland
sind es drei Jahre. Also fachlich gibt es da kaum etwas
zu bemängeln. Die Zusatzprüfung für die Anerkennung
des Examens dauert etwa eine Woche. Hauptproblem ist
die Sprache, davon hängt natürlich auch die Integration
der neuen Mitarbeiter wesentlich ab.
42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
AUS DER WEISSEN STADT
Was unternehmen Sie, was unternimmt der Arbeiter-
Samariter-Bund, damit die Integration und damit die Arbeit
mit den zu betreuenden Menschen möglichst schnell und
reibungslos funktionieren?
Speziell beim ASB Coburg haben wir den Vorteil, dass
wir schon seit einem Jahr drei Mitarbeiter aus Serbien
beschäftigen. Damit verkleinern sich sprachliche und
soziale Barrieren schon gewaltig, die Einarbeitung geht
zügig vonstatten. Dann sorgen wir natürlich für eine
entsprechende Wohnung, denn die meisten wollen
verständlicherweise die Familie nachholen. Behilflich
sind wir bei Behördengängen und unterstützen auch bei
der Wohnungseinrichtung. Die Leute kommen mit zwei
Koffern an.
gut informiert. Coburg wird als lebenswerte Stadt
angesehen. Das liegt am kulturellen Leben aber auch an
den Arbeitsmöglichkeiten hier für Familienangehörige.
Darüber hinaus versuchen wir natürlich attraktive
Arbeitsbedingungen zu schaffen. So gibt es beim
ASB keine sogenannten Doppelschichten, das heißt,
nach einer Frühschicht folgt eine Spätschicht. Auch
achten wir beim Dienstplan darauf, dass jedes zweite
Wochenende frei ist und versuchen, auf die Arbeits- und
Schichtzeiten des Partners oder der Partnerin Rücksicht
zu nehmen. Man darf nicht vergessen, Pflege kann nicht
jeder und es ist ein anstrengender Beruf.
Auch andere Träger suchen und finden in Serbien
Fachkräfte. Warum ist Deutschland bei den Pflegeberufen
für die Menschen vom Balkan so nach gefragt?
Das hat mehrere Gründe. Selbstverständlich ist es der
zu Serbien deutlich höhere Verdienst. Aber man darf
auch die geografische Nähe nicht vergessen: Ein Flug
von München nach Belgrad dauert etwas über eine
Stunde, mit dem Auto sind die rund 1300 Kilometer
in etwa zwölf Stunden zurückgelegt. Deshalb ist für
die Serben Süddeutschland die erste Wahl. Alle zwölf
Bewerber, mit denen ich mich unterhalten konnte,
hatten sich auch über Coburg und die Region sehr
Dokumente: Vom serbischen Examen (oben) gibt
es eine deutsche Übersetzung (rechts) und die
deutsche Anerkennung der Ausbildung (links).
In der Mitte der zweisprachige Arbeitsvertrag mit
dem ASB-Regionalverband Coburg.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 43
KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF
Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der
großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe
einer oder eine – Männer und Frauen.
MACHER
Dieses Mal: Prof. Auwi Stübbe. Der Westfale hat Coburg zum Designstandort gemacht. Er war jahrelang an
der Hochschule als Dekan tätig, hat die Designtage mitbegründet, das Hofbrauhausgelände zum Designcampus
entwickelt und ist einer der Treiber für die Entwicklung des Güterbahnhofgeländes.
Sind Sie ein Macher?
Ich bin ja eigentlich Schreinermeister. Da ist man
ohnehin immerzu am Machen. Also im Prinzip ja,
ich bin ein Macher.
Warum Sind Sie ein Macher?
Weil Theorie ist ja schön, aber wir leben nun
einmal in einer realen Welt, und die muss gemacht
werden. Für mich heißt das zuerst Situationen
kritisch einschätzen, eine Vision entwickeln und
dann nicht lange zögern, den Plan durchziehen
und sich dabei nicht beirren lassen.
Wie ging es los mit dem Machen?
Ich wollte schon immer mein eigenes Ding
machen. Das war also Schreinermeister natürlich
ohnehin so. Nach dem Studium habe ich mich
selbständig gemacht und mit Kollegen die
Magazin GmbH in Stuttgart gegründet, die heute
noch existiert, das war so etwas wie ein früher
Vorläufer von Ikea. Die spätere Mitarbeit Projekt
Olympia München war für mich prägend in
meiner Tätigkeit als Architekt. Jeder hat gesagt,
das mit dem Olympiadach kann man so doch
nicht machen. Es steht heute noch. Und hier in
Coburg habe ich in den letzten über 30 Jahren
an der Seite genialer Kollegen wie Professor
Werner Kintzinger Design etabliert, wir haben
den Studiengang nach vorne gebracht, wobei
ich auch da die Studenten immer zum Machen
animiert habe, zum Umsetzen, nicht nur zum
Rumtheoretisieren, wir haben das Coburger
Designforum Oberfranken gegründet, die
Designtage entwickelt, oder auch den Marktplatz
in Coburg so ins Licht gesetzt, wie er sich heute
noch präsentiert.
Was treibt Sie an?
Es ist eigentlich ganz einfach: Mir liegt gute
Gestaltung sehr am Herzen. Gute Gestaltung
vermittelt Erlebnisqualität. Das ist mir so ein
großes Anliegen, dass ich dafür alle meine Kräfte
einsetze. Ich habe quasi meine Leidenschaft,
mein Hobby zum Beruf gemacht, was kann es
Schöneres geben.
Ist die Region Coburg ein guter
Standort zum Machen?
Die Region Coburg hat alle Voraussetzungen, ein
erfolgreicher Macherstandort zu werden. Dazu
wird in Zukunft vor allen Dingen das Projekt
der Hochschule Creapolis am Schlachthof einen
wichtigen Beitrag leisten.
Die Fragen stellte Wolfram Hegen.
Eine Reise nach England
Alan Colbourn und seine
Leidenschaft für Cider
Es ist ohnehin so, dass ein Besuch der Ernstfarm
im Kürengrund in Coburg einer Reise nach
England schon sehr nahe kommt. Immerhin ist
sie von Herzog Ernst II. im 19. Jahrhundert als
Musterfarm nach englischem Vorbild gebaut
worden. Wenn dann aber auch noch im zum urigen
Ladengeschäft umfunktionierten ehemaligen
Schweinestall der Deutsch-Engländer Alan
Colbourn in seiner charmanten Art und mit
seinem von einem leichten Londoner Zungenschlag
geprägten Deutsch über Cider spricht,
verortet sich der Gast endgültig in Südengland
und eben nicht am Rande von Coburg.
Hier aber hat Alan Colbourn aus einer Leidenschaft
ein Geschäft gemacht, den Ciderhof, in dem er über
40 Sorten Cider, Perry (Birnenwein), Likör oder Cider
Brandy selbst importiert und verkauft, direkt vor Ort
oder auch im Internet. Seit 15 Jahren macht er das.
Damals suchte der ausgebildete Grafik-Designer, der
noch heute für die Kunstsammlungen der Veste coburg,
das Europäisches Museum für modernes Glas, die Stadt
Neustadt oder einige Firmen in der Region arbeitet,
nach einer zusätzlichen neuen Aufgabe.
Und weil ihn, obwohl er schon seit den 1970er Jahren
in Coburg heimisch ist, seine britischen Wurzeln
bis heute prägen, war die Idee schnell geboren: In
ganz Deutschland gab es damals keinen Anbieter von
traditioneller Cider, niemanden der, die in manchmal
fünften Generation geführten kleinen traditionellen
Herstellern dieses leicht perlenden erfrischenden
Apfelweins, in seiner neuen Heimat ein Plattform bot.
Jetzt gibt es einen: den Ciderhof von Alan Colbourn,
der seinen ersten Cider selbst vor 35 Jahren getrunken
hat, als das Getränke noch ein Dasein im Schatten von
Wein und Bier fristete.
Das ist heute anders, Cider ist seit 20 Jahren im Trend,
England produziert viermal so viel wie alle anderen
Länder auf der Welt zusammen. Alan Colbourn hat sich
in diesen Jahren ein umfassendes Wissen über dieses
uralte und doch ganz moderne Getränk angeeignet.
Ein berühmter Ciderfan war Heinrich VIII. im 15.
Jahrhundert und heute Prominente wie Starkoch Jamie
Oliver, der übrigens den Ciderhof als Bezugsquelle für
Sheppy‘s Dabinett Cider nennt.
Wenn Alan Colbourn über Cider erzählt, gerät er
ins Schwärmen. Über die stolze Anzahl von rund 600
verschiedenen Apfelsorten, aus denen Cider hergestellt
wird, die Vielfalt an Geschmacksrichtungen von
trocken bis süß, die zahlreichen gesunden Inhaltsstoffe,
den gutverträglichen nicht zu starken Alkoholgehalt
von um 0,5 bis 8,2 Prozent, und die oft mehr als
sechsmonatige Reifung im Eichenfass. „Es ist schon
mehr als ein Geheimtipp, Cider zu trinken.“ Viele
Stammgäste wissen seine Auswahl und sein Know-How
zu schätzen, sie kommen aus ganz Deutschland, um bei
ihm vor Ort oder in seinem Onlineshop einzukaufen.
Regelmäßig mindestens einmal im Monat gewinnt er
für seine Leidenschaft neue Freunde, bei seinen kleinen
Tastings mit ein paar Häppchen, ein paar Fläschchen,
vielen Informationen und der einen oder anderen
Anekdote von seiner Zeit in Deutschland, hier auf er
Ernstfarm, die so very british ist, dass man sich fühlt
wie auf der Insel.
Ciderhof
Inh. Alan Colbourn
Kürengrund 80
96450 Coburg
» Regelmäßige Cidertastings
» Anmeldung erforderlich
Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag & Freitag
Samstag
Telefon: 0 95 61/ 83 27 34
info@ciderhof.de
www.ciderhof.de
15 00 – 18 00 Uhr
14 00 – 18 00 Uhr
46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
Gesponserter Beitrag
Foto: Sebastian Buff
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 47
GELÄNDEFAHREN ÜBER STOCK UND STEIN
48 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
ÜBER STOCK UND STEIN
Aufgebockt, vierradgetrieben, mit chromblitzenden
Stoßfängern: Immer mehr Geländewagen oder deren
urbane Verwandte SUVs fahren auf den Straßen,
ohne dass es auf glattgebügelten Teerstraßen deren
technische Ausstattung oder Erscheinungsbild
bedurfte, um gefahrlos vorwärtszukommen. Die
dicken Brummer sind heute eher Statussymbol, wenn
man nicht gerade Jäger ist und beruflich über Stock
und Stein kurven muss. Dabei könnte man ihnen auch
mal mehr freien Lauf lassen, dort, wo ihr eigentliches
Zuhause ist: im freien Gelände. Das macht richtig
Spaß, wenn man sich an die Regeln und Tipps hält.
Ist das Fahrzeug überhaupt geeignet? Welche technischen
Features hat es zu bieten? Nicht jeder angebliche
Geländewagen rumpelt problemlos über die erstbeste
Schotterpiste. Und ein SUV mag gut ausgestattet, schick
und bequem sein, gegen einen echten Geländewagen ist er
chancenlos.
Traut man sich als Fahrer das Fahren durchs Gelände zu?
Es geht mal steil nach oben, dann kopfüber nach unten,
es rüttelt und schüttelt sich. Das muss man körperlich und
psychisch aushalten, und vor allem muss man das Fahrzeug
beherrschen lernen. Langsam anfangen, sich helfen lassen
oder am besten erst einmal einen Kurs machen.
Kennt man die Sicherheitsvorschriften? Dass man auch oder
gerade im Gelände angeschnallt sein muss, wenn man doch
einmal kippt, rutscht, plötzlich stoppt. Wie der Sitz, die
Reifen, das Lenkrad eingestellt sein sollen? Wie man sich im
Gelände verhält? Wie man sich in der Natur richtig verhält?
Kennt man fahrerische Feinheiten? Schrägfahren, durch
Wasser, über Hügel, steile An- und Abfahrten?
„Ihre Sportbrille muss Ihnen
all das ermöglichen, was Ihr
Sport für Sie bedeutet –
Spaß, Motivation und
Erfolge! Jede Sportart
verlangt ihre spezifische
Ausrüstung.“
„Meine Empfehlung für Ihre
Sicherheit: Polarisierende
Gläser. Der beste Schutz
gegen Blendung bei tiefstehender
Sonne, auch in
Ihrer Sehstärke.“
Carolin Wild
Sportbrillen-Expertin
in Coburg
Achim Meyer
Sportbrillen-Experte
in Rödental
Coburg · Mohrenstr. 31 · 0 95 61 / 98 49
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Kundenbefragung: 03/2018
Befragte (Optiker) =604 von N(Gesamt) =913
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MF Consulting Dipl.-Kfm. Dieter Grett
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 49
OFFROADPARKS
SPIELPLATZ NATUR: TIPPS ZUM AUSPROBIEREN
Durchs Gelände, Wälder, Bäche,
über Stock und Stein, Schotter,
Schlamm und Geröll? Gerne, aber
wenn es nur zum Spaß sein soll
natürlich nicht in freier Wildbahn,
sondern in einem der Offroadparks
in Deutschland. Dort stehen
genug Flächen zur Verfügung,
um sich mit gutem Gewissen
austoben zu können. Außerdem
herrschen dort kontrollierte
Bedingungen und entsprechende
Sicherheitsmaßnahmen. Hier ein
paar Tipps, es gibt aber noch weit
mehr Offroadparks:
Der Outdoor & Offroad Center am Nürburgring,
ein naturbelassenes Gelände in Nähe der Müllenbach-
Schleife, im südlichen Teil der Grand-Prix-Strecke.
Der Offroadpark in Großmehring bei Ingolstadt ist
zentral gelegen und schnell über die Autobahn A9 zu
erreichen. Er wird viel genutzt: Als Versuchsgebiet
für Automobil- und Zulieferindustrie, Eventgelände,
Teststrecke und eben als Freizeitpark. Mit steilen
Auffahrten, Verschränkungspassagen, Buckel- und
Hügellandschaft, Schrägfahrten, Wasserlöchern
und schlammigen Gräben bietet der Park alle
Schwierigkeitsgrade.
Der Offroadpark Langenaltheim bei Weissenburg:
Besonders beliebt sind hier eintägige Kurse, bei den
Fahrzeugtechnik in Theorie und Fahrtechnik in der
Praxis vermittelt werden. Guter Einstiegsparkt, um
am Ende das eigene Fahrzeug sicher und mit viel
Spaß durchs Gelände bewegen zu können.
Der Fursten Forest in Fürstenau bei Osnabrück.
Das größte offizielle Offroad-Gelände in Europa
bietet über 400 Hektar in drei verschiedenen
Schwierigkeitsstufen – von welligem, sandigem
Terrain bis hin zu Auffahrten, die so steil sind, dass
man sie ohne Seilwinde kaum bewältigen kann.
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 51
52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
VOM MITTELALTER BIS IN DIE NEUZEIT
Gesponserter Beitrag
Neue
Erlebnisführung
von Tourismus und Stadtmarketing
Ehrenburg, Veste, Schloß Callenberg, Morizkirche oder
St. Augustin: Coburgs Sehenswürdigkeiten sind prächtige Kulissen
für Weltgeschichte, Hochadel, Glanz und Glamour, Klatsch und
Tratsch, in Coburgs Geschichte und Bauwerken spiegeln sich
die Epochen. Herzöge, Kurfürsten, Prinzen, Könige, Kaiser,
Religionsführer, Künstler, Gelehrte trafen sich in der kleinen
Residenzstadt. Doch es gab auch die ganz einfachen Menschen.
Es gab auch einen Alltag außerhalb des herzoglichen Parketts.
Eine neue Erlebnisführung von Tourismus und Stadtmarketing/
Citymanagement Coburg (TMC) widmet sich diesem ganz
normalen Leben in Coburg vom Mittelalter bis in die Neuzeit.
Wie lebte man bis ins ausgehende 19. Jahrhundert als Metzger,
Ehefrau, Zofe oder Bader? Was erlebten Handwerker, Kaufleute,
Hausfrauen oder Angestellte des Hofes? Fragen, die man am besten
hautnah, vor Ort, mit echten Kostümen, echten Geschichten
beantwortet. Eine neue Kostümführung vom TMC für Gruppen
tut genau das. Sie entführt ihre Teilnehmer an Orte in Coburg,
die sonst in keiner anderen Tour vorgestellt werden. Nicht an die
Schauplätze der Weltgeschichte, sondern in die kleinen Gassen der
Coburger Altstadt, nicht in prächtigen Kleidern, sondern im eher
schlichten schmucklosen praktischen Gewand früherer Zeiten. Das
sorgt für spannende Einblicke in den Alltag der Coburger von der
Renaissance bis ins 19. Jahrhundert. „Mit unserer neuen Idee wollen
wir entdeckungsfreudige Besucher ansprechen. Viele Leute wollen
gerne wissen, wie das Leben von ganz normalen Leuten im Laufe
der Jahrhunderte ablief. Das zeigen wir an verschiedenen
Stationen der Altstadt“, so Katrin Bratner, Betriebsleiterin
Tourismus und Stadtmarketing/Citymanagement Coburg
über die Idee.
So erwartet die Teilnehmer auf ihrem Rundgang durch die
Innenstadt ein Metzgermeister aus dem 16. Jahrhundert,
der über die schwierigen Bedingungen seiner Zunft erzählt.
Er klagt über ständig neue Verordnungen, die seine Arbeit
erschweren. Auch gegen das Verbot des Zutrunks lehnt sich der
Metzger auf. Der Zutrunk war ein weit verbreiteter Brauch, bei
dem man auf gegenseitiges Wohl trank. Das führte nicht selten zu
exzessiven Zechereien mit den entsprechenden Folgen, denn ein
Zutrunk durfte nicht abgelehnt werden.
Doch nicht nur die Trinkgewohnheiten der vergangenen
Jahrhunderte werden thematisiert, auch das Miteinander der Bürger,
ihre Berufe oder das Zusammenleben von Männern und Frauen
werden mit Hilfe kurzer Schauspielszenen an historischen Plätzen
dargestellt: Von den ersten Coburger „Wutbürgern“ zur Zeit der
Hexenverbrennungen bis zur Zofe, die Details aus dem Liebesleben
ihrer Herzogin verrät.
Erlebnisführung für Gruppen
Aus dem Nähkästchen geplaudert - ein Blick ins Leben von Coburger
Bürgerinnen und Bürgern vom Mittelalter bis in die Neuzeit.
Dauer etwa 1,5 Stunden, Preis pro Gruppe 250 Euro, Montag bis
Freitag ab 18 Uhr möglich, samstags und sonntags ganztags
Maximalteilnehmerzahl 25 Personen.
Anmeldung:
Tourist-Information, Herrngasse 4, 96450 Coburg
Telefon 0 95 61/ 89 80 00 oder E-Mail info@tourist.coburg.de
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 53
Der Oscar des Lebensmittel-Einzelhandels – das ist der nationale Wettbewerb
„Supermarkt des Jahres“. Das führende Fachmagazin „Lebensmittel Praxis“
und Europas größtes Food-Magazin „Meine Familie & Ich“ vergeben ihn seit 20
Jahren. Und in den letzten Jahren spielte Coburg dort eine große Rolle …
54 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
FRISCHECENTER WAGNER
Gesponserter Beitrag
… Dreimal nämlich, zuletzt wieder im April 2018, gehörte der
Frischecenter Wagner auf der Lauterer Höhe zu den Nominierten,
zu den drei besten Supermärken Deutschlands. Und noch besser ist
die Bilanz des Frischecenter Wagner beim „Deutschen Fruchtpreis“,
die höchste Auszeichnung für die beste Obst- und Gemüseabteilung
des Landes. Sechs Mal in Folge, von 2013 bis zuletzt wieder im Mai
2018, steht Wagner bundes- und bayernweit auf Platz 1. Dieser Erfolg
ist keine Selbstverständlichkeit, sondern jedes Mal wieder der Lohn
für harte Arbeit der alteingesessenen Coburger Kaufmannsfamilie
Wagner und ihrer weit über 100 Mitarbeiter.
Mitte April. Mitten in Bonn. Jörg Wagner ist an der
Reihe. Der Chef des Frischecenter Wagner muss
vor einer Jury auftreten. Es sind nicht irgendwelche
Personen, nicht nur irgendwelche Fachleute,
sondern 20 führende Vertreter der deutschen
Lebensmittelindustrie. Zwei Minuten hat Wagner
noch einmal Zeit, sein Unternehmen vorstellen,
Werbung zu machen. 120 Sekunden, in denen er im
Mittelpunkt und Rede und Antwort steht, in denen die
Großen der Branche seinen Worten lauschen, jedes auf
die Waagschale legen, „die prüfen einen auf Herz und
Nieren, da war ich schon sehr aufgeregt“, gibt er zu,
dabei sind er und sein Team zu diesem Moment schon
so wahnsinnig weit gekommen. Einen Auftritt vor der
Jury – den bekommen nur die drei Nominierten für
den Preis „Supermarkt des Jahres“ in der Kategorie
„Selbständige über 2000 Quadratmeter.“
DEUTSCHER FRUCHT PREIS
DEUTSCHLANDS
BESTE
OBST&GEMÜSE
ABTEILUNG
2018
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 55
DER LANGE WEG ZUM TITEL
Am Anfang steht die Bewerbung
Davor stehen Wochen und Monate fleißiger Arbeit für die
ganze Mannschaft von der Lauterer Höhe. Nicht nur der
normale tägliche Job muss professionell, mit Einsatz und
Kreativität Tag für Tag erledigt werden, auch die Bewerbung
um einen so angesehenen Preis wie den „Supermarkt des
Jahres“ erfordert viel Zeit und Geduld. Am Anfang steht
noch ein einfach Formblatt für ein paar Kennzahlen wie
Größe, Mitarbeiterzahl oder Umsatz. In einem zweiten
Schritt erstellt das Team dann eine Bewerbungsmappe mit
vielen Fotos, mit besonderen Geschichten über besondere
Ideen und natürlich mit der Antwort auf die Frage aller
Fragen: Warum soll man Supermarkt des Jahres werden?
Was macht den Frischecenter Wagner aus?
Die Jury kommt incognito
Immerhin nämlich gibt es etwa 40 000 Märkte in
Deutschland, die sich auch bewerben können, einige
hundert davon tun das dann auch, und man muss schon
sehr gute Argumente haben, um in die engere Auswahl
zu geraten, aus der dann die Nominierten hervorgehen
- immerhin sitzen schon in der Vorabjury die höchsten
Vertreter der großen Handelsketten Deutschlands. Und
die waren, schon das ist eine Riesenanerkennung, auch in
diesem Jahr wieder von der Coburger Bewerbung angetan.
Das aber merkt man als Bewerber erst Wochen später,
wenn die Nominierung ins Haus flattert. „Davor kommt
nämlich eine Jury unangekündigt und incognito in den
Laden, kauft testweise ein, überprüft die eingereichten
Bewerbungsunterlagen, fragt Kunden.“
Top 2 in Deutschland
Es ist also wirklich ein langer Weg, bevor man dann nach
Bonn eingeladen wird, zum Tag der Entscheidung, zum
Auftritt vor der Jury und zu einem festlichen Galaabend.
Man wird noch einmal auf die Bühne gebeten, die
„Spannung ist fast unerträglich“, so Wagner, dann kommt
der Moment, der Umschlag wird geöffnet, der Sieger
bekanntgegeben. Ein Unternehmen aus Süddeutschland
macht das Rennen, Wagner und sein Team landen auf
Platz 2. Von Enttäuschung aber kaum eine Spur. „Wir
sind wahnsinnig stolz drauf, dass wir als relativ kleiner
Markt überhaupt so weit kommen und uns dann nur
einem geschlagen geben müssen.“ Wagner freut sich vor
allem für seine Mitarbeiter. „Das ist ihr Preis, wir werden
das auch nochmal so richtig zusammenfeiern bei einem
Sommerfest“.
Bei Frische ganz vorne
Es wird wohl ein rauschendes Fest werden, denn nur
wenige Wochen später, dieses Mal in Baden-Baden, holt
das Team vom Frischecenter Wagner zum sechsten Mal
– ein einsamer Rekord – den Deutschen Fruchtpreis auf
deutscher und auf bayerischer Ebene, die Auszeichnung
für Deutschlands beste Obst- und Gemüseabteilungen.
Auch hier ging eine mehrmonatige Bewerbungsphase
voraus, auch hier gibt es Testkäufe, auch hier sitzen in der
Jury die hochkarätigsten Vertreter der Branche, auch hier
gibt es verschiedene Kategorien, hier aber siegt Wagner in
der Kategorie „Supermarkt groß“.
Vorreiter in Sachen Vitamine
Die Freude beim Team und ihrem Chef ist riesengroß,
größer vielleicht noch als in den letzten Jahren, weil es so
viele Bewerbungen gab wie nie, und vor allem weil man
beim Frischecenter Wagner sich um Ideen und Frische
rund um Obst und Gemüse eben besonders bemüht. Ein
großes Bio-Sortiment, viele Produkte aus der Region,
aber auch besondere Exoten, frisch zubereitete Snacks,
eine Smoothiebar, Salat an der Theke, all das ist auch
von der Jury honoriert worden. Und natürlich auch
viele Ideen rund um Nachhaltigkeit, so gibt es mit dem
Barcode gelaserte Produkte, um dadurch Verpackungen zu
vermeiden, es gibt vor Ort Rezepte unter dem Motto „Zu
gut für die Tonne“, es gibt eine Box für Grünabfälle zum
Mitnehmen für die Kleintiere zuhause und vieles mehr.
„Wir sind bei aller Bescheidenheit in Deutschland bei
vielen Ideen schon Vorreiter“. Übrigens auch in Sachen
Vielfalt: 500 verschiedene Obst- und Gemüsesorten führt
der Frischecenter Wagner übers Jahr.
56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
FRISCHECENTER WAGNER
„Eine Jury kommt unangekündigt und incognito
in den Laden und kauft testweise ein.“
500 verschiedene Obst- und Gemüsesorten führt der Frischecenter Wagner übers Jahr
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 57
Gesponserter Beitrag
ORIENTIERUNG SIEGEL
Gütesiegel im Trend
Informationen vom
Frischecenter Wagner
Es muss schmecken und der Preis muss passen.
Früher, ja früher, da war es einfach, Fleisch, Wurst,
Käse, Milchprodukte, Obst, Gemüse, Reis, Nudeln oder andere
Nahrungsmittel einzukaufen. Die Auswahl war übersichtlich,
die Entscheidungskriterien waren der familiär
geprägte Appetit und der eigenen Geldbeutel.
Doch die Ernährungswelt ist komplexer
geworden. Weil Umwelt und Gesundheit
beim Werte-Index-Ranking Jahr für
Jahr nach oben klettern, suchen Käufer
auch immer mehr nach Orientierungshilfen in Sachen
Bio. Und die gibt es mittlerweile, und zwar reichlich: Um
die 60 verschiedene Biosiegel oder Ökozertifikate zählt der
Naturschutzbund.
Zu altbekannten Siegeln wie demeter oder Bioland nämlich
gesellen sich immer neue: europäische, deutsche, regionale,
Tierwohl- oder Gentechniklabels. Und die Nachfrage nach
derartig zertifizierten Produkten steigt: Sie werden von Kunden
bevorzugt gekauft, ergab eine Studie von Splendid Research. Über
70 Prozent der Konsumenten achten 2018 beim Einkauf auf
Gütesiegel - acht Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren.
Fast die Hälfte aller Konsumenten sagt, dass ein Produkt mit Siegel
besser sei als eines ohne. Und 2/3tel der Menschen vertrauen den
Zertifikaten von Umweltinstituten oder staatlichen Organisationen.
Umso wichtiger ist für Kunden eine Orientierung, um was für Siegel
es sich handelt. Beim Frischecenter Wagner setzt man daher vor allem
auf anerkannte allgemeine und auf geprüfte Edeka-eigene Zertifikate. Die
Mitarbeiter werden entsprechend geschult, um bei Fragen der Kunden kompetent
Rede und Antwort stehen zu können. Außerdem baut der Frischecenter Wagner
schon lange auf regionale Produkte: Im Vergleich zu anderen EDEKA-Märkten
führt man Lebensmittel von fast 50 heimischen Lieferanten. Damit hebt man
sich deutlich vom Wettbewerb ab.
Wer sich darüber hinaus über die Qualität der aktuellen
Siegel und Zerfitikate informieren möchte, kann das beim
Naturschutzbund online tun unter siegelcheck.nabu.de
58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 59
Gesponserter Beitrag
OTTO HAUCH
ERFOLGSGESCHICHTEN Nachwuchsarbeit bei der Otto Hauch Bauunternehmung
Eine gute Ausbildung, Disziplin, Fleiß: Das sind
Voraussetzungen, um im Berufsleben bestehen
zu können, sein Geld zu verdienen, eine Familie
zu ernähren, sich etwas aufzubauen. Erfolgreiche
Unternehmen aber brauchen mehr, um erfolgreich
zu bleiben, um ihren Mitarbeitern auch in
Zukunft eine Perspektive bieten zu können:
Führungskräfte, Menschen, die mutig nach vorne
schauen, anpacken, Verantwortung übernehmen.
Max Beyersdorf, Geschäftsführer der Otto Hauch
Bauunternehmung, geht daher immer wieder neue
Wege. Einer davon führte jetzt nach Salzburg.
Zehn junge Mitarbeiter unter 25 Jahren begleiteten
ihn dabei. Um sie nämlich ging es bei der gemeinsamen
Fahrt ins Kongresszentrum Salzburg zu einem
ganz besonderen Tag: „Der Weg zur High-Perfomance“,
eine Veranstaltung des international renommierten
Coaches und Buchautors Prof. Manfred Winterheller.
„Wir wollten damit unsere junge Kollegen
infizieren, aus ihrem Leben etwas zu machen“, so
Max Beyersdorf über die Intention. Und was kann
dazu mehr beitragen als die Geschichten von Menschen,
die erstaunliches geleistet haben. Sie waren an
diesem Tag vor 2000 Zuhörern im Kongresszentrum
Salzburg auf der Bühne live zu erleben.
So wie der Eigentümer einer weltweit agierenden
Industrie-Gruppe, der nur im Nebenberuf im Musikbusiness
tätig war. Doch dann bekam er Post von einem
gewissen Herrn Andreas Gabalier. Er übernahm
das Management dieses damals unbekannten Österreichers.
Die Zuschauerzahlen von Gabalier explodierten
von 27 auf 72.000 Zuhörer.
Oder wie eine junge Frau, die unbedingt Stewardess
werden wollte. Ihr Englisch aber war so schlecht, dass
sie ihren Lebenstraum aufgab. Dann traf sie Winterheller,
löste sich von Teilen ihres Umfelds, von Neinsagern
und Energieräubern, und startete durch: Ein
Jahr lernte sie Englisch, lebte in Großbritannien und
San Francisco. Heute hat sie ihren Traum verwirklicht,
fliegt seit einem Jahr bei der Austrian Airlines.
Und die Geschichte einer Dame, die einen guten Job
in einem mittelständischen Unternehmen aufgab,
zwei Jahre lang auf vieles verzichtete, von Hartz IV
lebte, keine Sicherheit mehr hatte, sich aber in dieser
Zeit selbständig machte und ein internationales
Vertriebsteam für Kosmetikprodukte eines österreichischen
Unternehmens aufbaute. Außerdem Flo
Sitzmann, der „halbe Mann“, wie er sich selber nennt,
weil er bei einem Motorradunfall beide Beine verloren
hatte. Anstatt aufzugeben aber wurde er zu einem
erfolgreichen Redner, Autor, Motivator, strahlt eine
Lebensfreude aus, die ansteckend ist.
Und um genau das ging es Max Beyersdorf: Beispiele
zeigen, wie man aus seinem Leben etwas macht, wie
man Verantwortung für sich und andere übernimmt.
„Unser Ziel muss es doch sein, junge Menschen weiterzuentwickeln
und zu fördern, um für die Zukunft
Führungskräfte heranzuziehen.“
So wird man bei der Bauunternehmung Otto Hauch
auf diesem Weg weitergehen. Schon in diesem Jahr
wird in einem Planspiel mit dem Brandcoach Dirk
Belling, den man auf der Fahrt nach Salzburg schon
besucht hat, der Ernstfall geprobt: Vier Wochen ohne
Chef – dann heißt es Verantwortung zu übernehmen.
Die Bauunternehmung Otto Hauch: Ein
Familienbetrieb in vierter Generation
mit Bauprojekten in ganz Deutschland,
spezialisiert auf die Sanierung von bestehenden
Bauwerken und Gebäuden
und die behutsame Modernisierung von
historischer Bausubstanz.
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60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 61
62 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
HIER WOHNTE …
HIER WOHNTE…
VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT
FOTOS: SEBASTIAN BUFF
… EIN SELBSTBEWUSSTER AMTSBOTE
Die Wände der Werkstatt sind grau bis unter die Decke. Sie sind Zeugen der mühevollen Arbeit eines Drechslermeisters
im ausgehenden 19.Jahrhundert. Der rostige Werkstattofen mag ein bisschen Wärme in den Raum im Hinterhof des Hauses
Hinterm Marstall 3 gebracht haben, hier an einen Ort, an dem Treppengeländer und Stuhlbeine entstanden sind.
Heute ist die alte Werkstatt der ganz besondere Partyraum der
Familie Gottfried. Die Wände sind nicht vom Schmutz befreit, sie
durften ihre Patina behalten und wurden konserviert. Zusammen
mit dem riesigen Tisch in der Mitte des Raumes und den vielen
kleinen Accessoires darum herum wirkt der Raum wie aus der Zeit
gefallen. Hinten in einer Ecke steht sogar noch der Arbeitstisch von
Otto Amberg (Siehe Bild Seite 5). Einen besonderen Blick hatte
man früher wie heute. Denn die Werkstatt steht im Innenhof des
Anwesens. Die Aussicht auf den grünen Rasen, die auf Sandstein
angelegte Sitzecke und die geschwungenen Strauchbeete hatte
der Handwerker freilich nicht. Im 19.Jahrhundert wurden in den
Innenhöfen der Stadt Salat und Kartoffeln angepflanzt und die
Hasen- oder Hühnerställe ausgemistet. Zeit zum Müßiggang und
Ausruhen im gemütlichen Garten? Eher nicht.
Viele Male wechselte das Haus, dessen Anfänge bis ins
16.Jahrhundert zurückgehen, den Besitzer. Immer wieder wurde
es den jeweiligen Bedürfnissen angepasst. Stockwerke wurden
aufgesetzt, Laubengänge errichtet, Innenausbauten vorgenommen.
Um das Jahr 1838 ließ der Amtsbote Christian Moritz ein neues
Portal mit aufgesetztem Relief und Inschrift anbringen. Schließlich
möchte der Bürger mit der neu gestalteten Fassade zeigen, dass nun
der Wohlstand eingekehrt ist in dieses ehemalige Handwerkerhaus.
„Quaenam sors est sine invidia“. Übersetzt frei: „Mitleid bekommt
man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten“. Die bemerkenswert
selbstbewusste Aussage eines städtischen Angestellten. Aber
vielleicht musste auch Christian Moritz schon damals einiges Geld
aufbringen, um das immer wieder in Schieflage geratende Haus zu
stabilisieren.
Die ganze Straße Hinterm Marstall befindet sich auf einem
mittlerweile verrohrten Bachlauf aus Richtung Leopoldstraße
kommend. Aus diesem im Volksmund genannten „Stetzebach“
wurde im Laufe der Zeit „Stetsambach“ und die Straße der
Stetzebachweg. Erst später bekam dieser zu Ehren des Coburger
Prinzen Leopold einen neuen Namen. In den Talgassen Pilgramsroth,
Probstgrund und Lange Gasse befanden sich mehrere Quellen,
welche die Brunnen in der Innenstadt speisten. Diese Quellbächlein
vereinigten sich in der Leopoldstraße zu einem Bach, der stets
Wasser führte. Die Handwerker des Viertels kamen ungehindert
an das notwendige Wasser für ihre Arbeit und die Pflege ihrer
Kleingärten in den Hinterhöfen. Von großen Überschwemmungen
und vollen Kellern ist schon im 17.Jahhrundert in der Stadtchronik
zu lesen. Eine Verrohrung wurde notwendig, auch wenn man den
Anwohnern damit den direkten Zugang zum Wasser verbaute. Im
eigentlichen Sinne sind die Häuser hier auf Sumpfland gebaut.
Deswegen sind die Wände im Inneren auch wirklich teilweise
abenteuerlich schief.
So musste die Vorder- und Hinterseite des Hauses mit der Nummer
3 bei der Sanierung mit Stahlträgern gegeneinander abgestützt
werden. Das Gefälle bemerkt man bereits beim Eintreten in den
Hausflur, ab hier geht’s nämlich bergab in Richtung Innenhof. Achim
Gottfried stört dies dennoch nicht. Als er zusammen mit seiner
Frau 2010 das Haus kaufte, war die Aussicht von der Eingangstür
durch den Flur in den Innenhof mit Garten Liebe auf den ersten
Blick. Innenstadtnah und grün, genauso sollte das neue Zuhause
für das Paar sein. Die zweijährige Sanierungszeit hat sich gelohnt.
Auf sage und schreibe mittlerweile 6 Stockwerken entfaltet sich mit
ebendiesen schiefen Fachwerkwänden und viel Licht und Holz eine
moderne, gemütliche Wohnatmosphäre. Die bunten spanischen
Patchworkfliesen im Eingangsbereich hätten sicher auch dem
Amtsboten Moritz gefallen. Denn mitleidige Blicke erzielt man mit
diesem prachtvollen Blick hinein in ein ungewöhnliches Haus ganz
sicher nicht. Eher bewundernde.
Häuser, die mit Unterstützung der
Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.
saniert worden sind – der COBURGER
stellt sie vor: 2018 in jeder Ausgabe des
COBURGER eines in unserer Reihe
„Hier wohnte“.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 63
HIER WOHNTE …
64 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
… EIN SELBSTBEWUSSTER AMTSBOTE
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 65
SEIT EINEM JAHR IN COBURG
ANGEKO MMEN
Engel & Völkers – seit einem Jahr in Coburg
„Willkommen in Coburg: Das traditionsreiche und angesehene
Immobilienunternehmen Engel & Völkers eröffnet in diesen Tagen ein
neues Büro in Coburg. Und die beiden Menschen dahinter freuen sich
auf die neue Aufgabe.“ So schrieb der COBURGER in der Ausgabe vom
Juni 2017. Es war also vor genau einem Jahr, als Sonja & Dieter Haimann
ihr Engel & Völkers Immobilienbüro in Coburg in der Ketschengasse 41
eröffnet haben. Gelegenheit für eine erste Zwischenbilanz.
66 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
ENGEL & VÖLKERS
Gesponserter Beitrag
Wenn Sie auf das erste Jahr zurückblicken –
wie ist es gelaufen?
Dieter Haimann: Es war ein im positiven Sinne
bewegtes und bewegendes Jahr in Coburg. Wir sind
wirklich hervorragend gestartet. So konnten wir
unseren Kunden bereits bei der Eröffnung etwa 20
verschiedene Immobilien anbieten. Und nicht nur
an unserem neuen Standort in Coburg, auch drüber
hinaus in ganz Oberfranken profitieren wir vom
guten Ruf und der Bekanntheit der Marke Engel &
Völkers. Ein kleine Anekdote am Rande: Der erste
Kunde betrat unser Büro mit der Begrüßung „ich
kenn Sie von Mallorca“.
Engel & Völkers ist ja auch weltweit vertreten, wie fällt
denn der Rückblick für die gesamte Gruppe aus?
Dieter Haimann: Die Engel & Völkers Unternehmensgruppe
hat 2017 ihren Markencourtageumsatz um
31,9 Prozent auf 667,8 Mio. Euro (2016: 506,3 Mio.
Euro) gesteigert. Damit verzeichnet das weltweit
tätige Immobilienunternehmen im zurückliegenden
Geschäftsjahr erneut einen Umsatzrekord.
Engel & Völkers – der Name verbreitet Luxus,
Wertigkeit, das Besondere. Wie sehen Sie das?
Dieter Haimann: Ja, zunächst einmal stimmt das.
Die Marke Engel & Völkers steht ja in erster Linie für
Burgen, Schlösser, Herrenhäuser und Villen. Uns ist
es aber ganz wichtig hervorzuheben, dass wir in unser
regionales Portfolio gerne alle Immobilientypen in
allen Preisklassen aufnehmen. Vom Appartement
am Stadtrand bis zur herrschaftlichen Villa
am Festungsberg, Baugrundstücke in Stadt
und Landkreis, Mehrfamilienhäuser und
Gewerbeimmobilien und viele andere Objekte.
Gibt es aktuelle Trends hier in der Region
auf dem Immobilienmarkt?
Sonja Haimann: Große Nachfrage verspüren wir
im Bereich Sanierungsobjekte in der Innenstadt.
Das trifft nicht nur auf Coburg zu, unser Büro
betreut auch die Städte und Landkreise Kulmbach,
Lichtenfels und Sonneberg. Das benachbarte
Kronach und angrenzende thüringische Städte
klammern wir selbstverständlich nicht aus. Und
insgesamt kommt auch ein spezieller Service von
uns besonders zum Tragen: die für den Eigentümer
kostenlose marktorientierte Immobilienbewertung
nämlich. Dieses Angebot wird zwischenzeitlich
gerne angenommen.
Dazu benötigen Sie natürlich kompetente Mitarbeiter.
Wie sieht Ihr aktueller Personalstamm aus?
Sonja Haimann: Wir arbeiten aktuell mit drei
Immobilienberatern. Insgesamt sind wir zu sechst
und wir planen weiter zu wachsen. Aktuell werben
wir intensiv um qualifizierte bzw. potenzielle
Immobilienberater, Quereinsteiger herzlich
willkommen! Die gute Arbeitsmarktbilanz in der
Region macht uns das nicht leicht, aber wir bleiben
dran.
Und wie sieht Ihre ganz persönliche Bilanz aus?
Sonja Haimann: Persönlich wurden wir sehr
freundlich und schnell in Coburg aufgenommen. Auch
privat haben wir uns in der Region niedergelassen
und sind „angekommen“. Wir genießen die Region
und freuen uns hier zu arbeiten und zu leben.
Erfahrung seit über 40 Jahren
Engel & Völkers steht für Tradition und hohe
Dienstleistungsqualität in Sachen Immobilien. Seit
über 40 Jahren ist das Unternehmen in der Vermittlung
hochwertiger und besonderer Immobilien tätig. Engel
& Völkers ist mittlerweile an über 800 Standorten in
34 Ländern auf vier Kontinenten mit mehr als 10.000
Mitarbeitern vertreten – damit ist Engel & Völkers
ein weltweit führendes Dienstleistungsunternehmen
für private und institutionelle Kunden. Die
Dienstleistungspalette umfasst die Beratung, die
Vermietung, den Verkauf oder auch Bewertungen
rund um Immobilien. Dieses Know-How ist seit einem
Jahr auch für die Region rund um Coburg verfügbar.
Engel & Völkers Coburg
Ketschengasse 41 • 96450 Coburg
Tel.: +49 (0)9561 795 2400 • coburg@engelvoelkers.com
www.engelvoelkers.com/coburg • Immobilienmakler
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 67
ALLEE 5
Schmuckstück
„Allee 5“
68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
EIN HISTORISCHES SCHMUCKSTÜCK
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Zu einem historischen Schmuckstück
entwickelt sich seit März diesen Jahres das
Gebäudeensemble „Allee 5“. Hier entstehen
17 Eigentumswohnungen mit einem bis drei
Zimmern von 43 m² bis 101 m².
Das Objekt:
Erstmals wurde das Grundstück 1516 als Weingarten im Altenberg
erwähnt, in Aufzeichnungen wurde 1536 ein Stadel aufgeführt,
welcher um 1700 in ein Wirtshaus umgebaut wurde. Bis ins Jahre
1850 bewirteten unterschiedliche Pächter ihre Gäste im Gasthof „Zur
Rosenau“ oder “Zur goldenen Rose“. Für einige Jahre war eine eigene
Brauerei mit Bierkellern untergebracht, zeitweise zusammen mit der
1738 gegründeten ersten Coburger Fayencefabrik. 1877 wurden die
drei Häuser zu einer Internatsschule für Knaben von Georg Konrad
Rothbart umgewandelt, nach weiteren Umbauten entstanden im Jahre
1937 Wohnungen in dem Anwesen.
Die Lage:
Mitten in der Stadt und doch ruhig, in unmittelbarer Nähe zum
Hofgarten, Schlossplatz, Landestheater, Fußgängerzone und Kino.
Engel & Völkers Coburg
Ketschengasse 41 • 96450 Coburg
Tel.: +49 (0)9561 795 2400 • coburg@engelvoelkers.com
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 69
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ILDEFONSO FALCONES – „DIE ERBEN DER ERDE“
Buchempfehlung
Regina Schönheit, Buchhandlung RIEMANN:
Mit „Die Erben der Erde“ ist Erfolgsautor Ildefonso Falcones ein herrlicher Roman über Loyalität, Rache,
Liebe und große Träume gelungen, der auch ohne Kenntnis des Vorgängerbuches großartig unterhält und
fesselt.
Falcones skizziert eine Zeit, in der das Leben durch zwei einfache Gesetze geregelt wurde: das des
Schwertes und das der Kirche. Ich war so gebannt von der Lebensgeschichte des Protagonisten
Hugo Llor, dass ich den Roman kaum zur Seite legen konnte. Das Buch vereint alles, was ein großes
Historienepos braucht: Liebe und Hass, Glück und Unglück, Intrigen und Ränkespiele, mutige und feige
Menschen.
Hugo wächst als Sohn eines Seemanns behütet und in wohlhabenden Verhältnissen auf. Doch sein Glück
findet ein jähes Ende, als sein Vater stirbt und die Familie alles verliert. Seine Mutter muss sich als Magd
verdingen, seine Schwester geht ins Kloster.
Zunächst scheint es das Schicksal gut mit dem Zwölfjährigen zu meinen, als er im Werftbesitzer Estanyol
einen Unterstützer findet, der sich großzügig um ihn kümmert. Doch Hugos Traum Bootsbauer zu werden
platzt jäh, als sein Mentor Opfer einer Intrige einer verfeindeten Familie wird.
Gebundenes Buch mit
Schutzumschlag, 928 Seiten:
ISBN: 978-3-570-10360-9
25,00 Euro
eBook:
ISBN: 978-3-641-23004-3
19,99 Euro
Hörbuch:
ISBN: 978-3-8445-3006-3
25,00 Euro
Wieder auf sich allein gestellt, verlässt er Barcelona und kommt auf dem Land beim jüdischen Winzer Mahir
unter, der seine Leidenschaft für den Weinbau entfacht. Hugo lernt nicht nur das Landleben schätzen,
sondern verliebt sich auch in Mahirs schöne Nichte Dolca. Eine Liebe, erschwert durch Bräuche und
Religion, die ihm die süßesten und bittersten Momente seines jungen Lebens beschert.
Fasziniert von der wunderschönen und bildhaften Sprache Falcones folgte ich Hugos von Höhen und
Tiefen geprägten weiteren Lebensweg bis zum furiosen Finale. „Die Erben der Erde“ ist ein Buch, das ich
bereits in dem Moment vermisste, als ich es zu Ende gelesen hatte.
Inhaltsangabe
Die lange erwartete Fortsetzung des Weltbestsellers
„Die Kathedrale des Meeres“
Millionen von Lesern waren fasziniert von Arnau
Estanyols Geschichte, der beim Bau der Kirche
Santa Maria mithalf. Nun erzählt Ildefonso Falcones
in seinem neuen aufregenden Sittengemälde
wieder von Loyalität und von Rache, aber auch von
der Liebe und den Träumen der Menschen.
Ildefonso Falcones
Ildefonso Falcones de Sierra, verheiratet und Vater
von vier Kindern, arbeitet als Anwalt in Barcelona.
Sein Debütroman „Die Kathedrale des Meeres“
war ein überwältigender internationaler Erfolg.
Mit weltweit mehr als sieben Millionen verkauften
Büchern hat sich Falcones als der bestverkaufte
spanische Autor historischer Romane verewigt.
Zuletzt erschien sein Bestseller „Das Lied der
Freiheit“.
Wir schreiben das Jahr 1387. In Barcelona begegnen
wir dem zwölfjährigen Hugo Llor, dem Sohn eines
verstorbenen Seemanns. Aber wir begegnen auch
Arnau Estanyol wieder, dem Werftbesitzer, der sich
um den Jungen kümmert. Hugos Jugendträume
werden mit der unbarmherzigen Realität
konfrontiert. Und er wird sich in den Weinbergen
neue Arbeit suchen - und so die schöne Nichte des
jüdischen Weinbergsbesitzers kennen und lieben
lernen. Doch er muss miterleben, wie unerbittlich
der Hass auf Volksgruppen sein kann.
Ildefonso Falcones breitet wieder ein großes
historisches Panorama aus, das auch eine
Liebeserklärung an die Stadt Barcelona ist.
© C. Bertelsmann Verlag
70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
THEATERVORSCHAU
THEATERVORSCHAU PRÄSENTIERTVON DER
DEMNÄCHST IM
LANDESTHEATER
EINES DER GRÖSSTEN SKANDALSTÜCKE
DER WEIMARER REPUBLIK
AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY
Schauspiel von Ayad Akhtar
PREMIEREN IM JUNI
AUFSTIEG UND FALL DER
STADT MAHAGONNY
Oper von Kurt Weill
A DARUM GEHT ES
Der Mond von Alabama weist den Weg in die nächste Whiskey-Bar. Doch
der Sehnsuchtsort aller liegt noch ein wenig weiter am Rande der Wüste.
Dort haben gestrandete Goldsucher Mahagonny gegründet – eine Stadt,
in der es um vier Dinge geht: Saufen, Sex, Sport und Glücksspiel. Das
einzige Gesetz der Stadt: Man darf alles, wenn man genug Geld hat. Das
moderne Sodom und Gomorrha ist natürlich die Erfindung des Künstler-
Duos Bertolt Brecht und Kurt Weill. Und ihre Oper „Aufstieg und Fall der
Stadt Mahagonny“ löste bei der Uraufführung 1930 in Leipzig nicht ganz
überraschend einen riesigen Skandal aus. Dazu hätten die Texte und so
manche Parodie auf die Opernmusik der Romantik schon ausgereicht,
doch die Nazis schickten auch noch Provokateure auf die „billigen Plätze“,
sodass die Uraufführung beinahe im Tumult unterging. Die meisterhafte
Verhöhnung bürgerlicher Moralwerte ist aber alles andere als ein Zeitstück.
Nur dauerte es, bis diese Oper wieder auf die Spielpläne rückte – selbst
im Nachkriegsdeutschland mussten fast 30 Jahre und Schmähungen des
Komponisten durch Granden wie Theodor W. Adorno ins Land gehen.
B WO UND WANN SPIELT ES
PREMIERE
Fr., 22.06.2018, 19:30 Uhr, im Großen Haus
WEITERE VORFÜHRUNGEN
Fr., 29.06.2018, 19:30 Uhr | So., 01.07.2018, 18:00 Uhr
Di., 03.07.2018, 19:30 Uhr | Do., 05.07.2018, 19:30 Uhr
Mi., 11.07.2018, 19:30 Uhr
FIRST STEPS –
TOGETHER
Choreografische Miniaturen von und
mit dem Ballett Coburg
Die Handlung spielt in Mahagonny, einer fiktiven Stadt in Nordamerika der
Gegenwart. Bei der Uraufführung im Neuen Theater Leipzig am 9. März
1930 kam es zu einem Tumult im Zuschauerraum. Anhänger der NSDAP, die
eine geplante Störaktion durchführten, animierten einen Teil des Publikums
zu Protesten gegen das Werk, weswegen man die Oper nur mit Mühe zu
Ende spielen konnte.
C WAS ERWARTET MICH
Mittlerweile aber ist der geniale Wurf der „Dreigroschenoper“-Macher
wieder da angekommen, wo er hingehört: in den besten Opernhäusern.
Schließlich gelang Kurt Weill, was vielen Neutönern versagt blieb: er
erneuerte die Oper im 20. Jahrhundert, ohne dabei das Publikum zu
überfordern oder gar bewusst musikalisch vor den Kopf zu stoßen. Erst
langsam wird seine Meisterschaft wieder entdeckt und geschätzt. Doch der
Mond von Alabama scheint stolz auf sie. Darauf einen Whiskey!
D WANN
Die Martinee findet am 10. Juni statt. Es folgt die Premiere am 22. Juni und
eine weitere Vorstellungen am 29. Juni. Vier weitere Vorstellungen finden im
Juli statt (1., 3., 5. und 11.).
PREMIERE
So., 17.06.2018, 20:00 Uhr, in der Reithalle
WEITERE VORFÜHRUNGEN
Fr., 22.06.2018, 20:00 Uhr | Sa., 23.06.2018, 20:00 Uhr
So., 24.06.2018, 20:00 Uhr | Fr., 29.06.2018, 20:00 Uhr
Sa., 30.06.2018, 20:00 Uhr
LANDESTHEATERCOBURG
Schlossplatz 6, 96450 Coburg
Theaterkasse Di. bis Fr. 10:00–17:00 Uhr, Sa. 10:00–12:00 Uhr
Telefon 09561 · 89 89 89
www.landestheater-coburg.de
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 71
UNTERM
STERNENHIMMEL
Er wird jedes Jahr mit großer Spannung erwartet: Der neue Spielplan des
Landestheaters Coburg. In diesem Jahr vielleicht noch ein bisschen mehr als
sonst, denn nach der Ära Bodo Busse hat das Landestheater ab der neuen
Spielzeit einen neuen Intendanten: Bernhard F. Loges. Und mit ihm kommen
mehr als zwanzig neue Produktionen.
72 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
Gesponserter Beitrag
Der Spielplan 2018 / 2019
des Landestheaters ist da!
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 73
SPIELPLAN 2018/2019
Vieles aber auch bleibt beim Alten: Zum Beispiel die
Spielorte Großes Haus und Reithalle und auch die
Eintrittspreise. Die nämlich werden nicht erhöht.
Neu hinzu kommt ein echtes Highlight: Ab Mitte Mai
2019 die Open Air Sommerfestspiele im Innenhof der
Ehrenburg. Das Motto der ersten Sommerfestspiele
ist „very british“: Loges widmet die Neukreation
Queen Victoria und ihrem Coburger Gemahl Prinz
Albert, die ihren 200. Geburtstag feiern.
Sommerfestspiele in Coburg
Coburg fiebert schon jetzt einem großen Jubiläum entgegen: Das Jahr 2019
steht ganz im Zeichen des 200. Geburtstags von Queen Victoria und ihrem
Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Anlässlich des royalen
Jubiläums verwandelt sich der Innenhof der Ehrenburg im Juni und Juli 2019
in eine Theaterbühne, auf der getanzt, gespielt, gesungen und musiziert wird.
Das Landestheater bietet ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm
an. „Hier setze ich den Schwerpunkt ganz auf unsere Nachbarn am anderen
Ende des Ärmelkanals. Im Innenhof der Ehrenburg wird Freilichttheater
geboten mit dem Familienstück „Robin Hood“, „Shakespeare in Love“, Daphne
du Mauriers von Hitchcock verfilmtem Roman „Rebecca“ im Tanztheater und
einem Serenadenkonzert ebenfalls mit einem britischen Thema“, so der neue
Intendant Loges.
Klassiker und Modernes
Abwechslungsreich geht es „indoor“ zu - wo Klassik auf Moderne trifft. Mozarts
„Zauberflöte“, Bizets „Carmen“ oder auch Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“,
da schlagen die Herzen der Theaterfans höher. Es gibt aber auch moderne
Darbietungen auf der Bühne wie etwa Hindemiths Lustige Oper „Neues vom
Tage“. Als Musicals stehen „Marry me a little“ und „Into the woods“ von
Stephen Sondheim auf dem Plan. Es ist also wirklich für jeden etwas dabei im
Spielplan 2018/2019.
Kammermusik im Coburger Rathaus
Eine weitere Neuheit ist die fünfteilige kammermusikalische Konzertreihe
im Coburger Rathaussaal. Diese wird in Zusammenarbeit mit dem in den
letzten zwei Jahren bereits aktiven Verein Klanggrenzen durchgeführt. In
einem intimen und publikumsnahen Rahmen präsentieren sich die Musiker
des Philharmonischen Orchesters in fünf Konzerten, die jeweils an einem
Sonntagmorgen stattfinden werden.
Neues im Abo-System
Das beliebte Abo-System des Landestheaters wird erhalten. Es wird ab der
neuen Spielzeit jedoch Erweiterungen geben. Die 50-prozentige Ermäßigung
für Schüler und Studenten wird ab der neuen Spielzeit auch auf die Abos
gewährt. Neu sind das Tanz-Abo, das Rathaus-Abo und vier der sieben
Sinfoniekonzerte werden wiederholt, wofür es ein zusätzliches Abo gibt.
Der neue Intendant
Das neue Oberhaupt des Landestheaters heißt Dr. Bernhard F. Loges und
wurde 1980 in der Nähe von Aachen geboren. Vor seinem Engagement in
Coburg war Loges Musiktheaterdramaturg an der Deutschen Oper am Rhein
in Düsseldorf und Duisburg. Er studierte Theaterwissenschaft, Alte Geschichte
und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum.
74 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
THEATER UNTERM STERNENHIMMEL
PREMIEREN 2018/2019
Großes Haus
Wolfgang Amadeus Mozart: „Die Zauberflöte“ 29. September
Horace McCoy: „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“
Schauspiel mit dem Chor „Unerhört“ 20. Oktober
Yipp, König und McClain: „Drei Farben“, Ballettabend 10. November
Uli Jäckle: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ 24. November
Stephen Sondheim: Musical „Into the Woods“ 8. Dezember
Stephan Kaluza: „Masse Mensch Macht“ 2. Januar
Benjamin Britten: „Peter Grimes“ 26. Januar
McClain und Chaix: Ballettabend „Very British“ 9. Februar
Anton Tschechow: „Drei Schwestern“ 2. März
Paul Hindemith: „Neues vom Tage“, Lustige Oper 30. März
Eduard Künneke: „Der Vetter aus Dingsda“ 5. Mai
Bizet: „Carmen“ 2. Juni
Shakespeares „Macbeth“ und „Spider Murphy Story“ als Wiederaufnahmen
Reithalle
Stephen Sondheim: Musical „Marry Me a Little“ 30. September
Sarah Kane: „4.48 Psychose“ 30. November
Ballett Coburg: First Steps 14. Dezember
3. Coburger Forum für junge Autoren 18. Januar: Uraufführung
Anno Schreier: „Wunderland“. Songzyklus für drei Sänger und vier Instrumente 1. März
Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor 20. April
Konzerte
Sieben Sinfoniekonzerte unter anderem zu Felix Mendelssohn,
Wagner und Ralph Vaughan Williams
Neujahrskonzert im Kongresshaus 6. Januar
Klassik Open Air im Rosengarten 22. Juni
Kammermusik im Rathaus fünf Konzerte
Sommerfestspiele Ehrenburg
„Robin Hood“, Familienstück 18. Mai
Lee Hall: „Shakespeare in Love“ 8. Juni
Daphne du Maurier/Alfred Hitchcock: „Rebecca“, Ballettabend 15. Juni
Serenadenkonzert des Philharmonisches Orchesters 30. Juni
KARTEN FÜRS
LANDESTHEATER
Theaterkasse
Dienstag – Freitag 10.00 – 17.00 Uhr
Samstag 10.00 – 12.00 Uhr
Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn der
Vorstellung können ausschließlich Karten für die bevorstehende Aufführung gekauft werden.
Telefonische Bestellung
+49 • (0)9561 • 89 89 89
(Di bis Fr 10.00 - 17.00, Sa 10.00 - 12.00)
Abo-Sprechstunde
Montag 10.00 - 13.00
Donnerstag 14.00 - 16.00
Schriftliche Bestellung
Landestheater Coburg
Schlossplatz 6
96450 Coburg
Bitte geben Sie bei einer schriftlichen
Bestellung stets Ihre vollständige Anschrift
sowie Ihre Telefonnummer für Rückfragen an.
Geschenk-Gutscheine
Auf jeden beliebigen Betrag ausstellbar und ohne „Verfallsdatum“ können Geschenk-Gutscheine
jederzeit beim Kartenkauf eingelöst werden. Geschenk-Gutscheine sind an der Theaterkasse und
über telefonische Bestellung erhältlich.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 75
Advertorial
KOMMENDE VERANSTALTUNGEN
UNVERGESSLICHE MOMENTE | HUK-COBURG OPEN-AIR-SOMMER 2018
Open-Air-Sommer auf dem Coburger Schlossplatz, das bedeutet: tolle Musik, leckeres Essen, erfrischende Getränke und unvergessliche Momente.
Wer noch nie da war, für den heißt es jetzt: Tickets sichern, Freunde und Verwandte einpacken und samt Kind und Kegel ein einzigartiges Erlebnis
genießen. Inmitten einer Umgebung, die auch der beste Bühnenbildner nicht eindrucksvoller hätte gestalten können.
REVOLVERHELD
19. AUGUST | 19.30 UHR
Es war ein besonderer Tag im November 2016 für die Jungs von Revolverheld,
vielleicht sogar der bisherige emotionale Höhepunkt der Karriere. Das letzte
Konzert und feierliche Finale der „MTV Unplugged Tour“ ging in ihrer
Heimatstadt Hamburg über die Bühne der ausverkauften Barclaycard Arena und
die vier sympathischen Nordlichter verabschiedeten sich in eine Pause. Die erste
wirkliche Pause nach über einem Jahrzehnt Bandgeschichte, unzähligen Gold und
Platinauszeichnungen, Echo, MTV Awards, Charthits und alleine auf der letzten
Tour beinahe 250.000 Fans, die jeden Abend genauso glücklich und verschwitzt
nach Hause gingen wie die Band. Doch ein Jahr Pause geht schneller vorbei, als
man denkt. Und pünktlich melden sich Revolverheld mit der Nachricht zurück,
dass Johannes nächstes Jahr Teil der 5.Staffel der höchst erfolgreichen VOX
Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ wird! Offensichtlich rührt
sich also wieder etwas im Hause Revolverheld und man munkelt, dass die Jungs
wohl wieder an einem neuen Album feilen und 2018 nach >>PAUSE<< wieder
auf >>PLAY<< drücken.
SANTIANO
A-HA
21. AUGUST | 20.00 UHR 22. AUGUST | 20.00 UHR
Mit zusammengerechnet 450 Wochen sind SANTIANO die am längsten in den
deutschen Charts platzierte Band der vergangenen fünf Jahre. Jetzt nehmen die
Giganten des Shanty-Rock weiter an Fahrt auf und kommen im August nach
Coburg. Im Herbst 2017 erst wurden Santiano mit 7-fachem Gold und 3-fachem
Platin für ihr Vorgängeralbum „Von Liebe Tod und Freiheit (2015)“ geehrt. Für
die Männer aus dem Norden aber noch lange kein Grund sich auszuruhen –
ganz im Gegenteil, denn sie arbeiten schon voller Kraft an Ihrer Bühnenshow.
Wenn SANTIANO auf Tour ist, dann machen sie keine halben Sachen, das kann
jeder in ihrem „Logbuch“ nachlesen, das die Band schon seit 2013 für ihre Fans
führt. Dort zeigt sich oft genug per Videobotschaft, was vor und hinter der Bühne
auf einem Konzert von SANTIANO passiert. Dass sich am Spaß der Mannschaft
rein gar nichts geändert hat, dass sie noch immer scherzen, improvisieren, mit
dem Publikum auf Tuchfühlung gehen und unterwegs manche Panne verfluchen.
a-ha sind weltweit eine der kultigsten Pop-Bands der 80er Jahre. Das mehrfach
mit Platin ausgezeichnete norwegische Trio gilt noch heute als wahrer Pionier
in Sachen Musik- und Videotechnologie und nur wenige Bands können es
mit dem Vermächtnis und der Langlebigkeit dieser Band aufnehmen. Auch
bei der Electric Summer Tour 2018 werden a-ha wieder das tun, was sie
am besten können: Von Herzen für ihre Fans performen. Im Gegensatz zur
MTV Unplugged-Tour werden sie im kommenden Sommer mit Band und
Streichersektion ein volles Elektro-Set spielen und sowohl altbekannte Hits als
auch neues Material in sorgfältig ausgewählten, deutschen Städten präsentieren.
Über die anstehende Tour sagt Morten Harket: „Wir haben eine enge Beziehung
zu Deutschland und unseren Fans dort und haben auch Fans gesehen, die
zu all unseren Shows reisen und die wir herzlich willkommen heißen. Es
ist aufregend, draußen zu spielen und unsere Musik zu Orten zu bringen,
die keine traditionellen Arena-Tour-Orte sind. Wie immer wollen wir die
Dinge immer auf eine neue Art und Weise tun, damit die Dinge für unsere
Fans aufregend bleiben. Wir freuen uns sehr auf diesen Electric Summer!“
Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in allen gängigen Vorverkaufssystemen,
telefonisch unter der Hotline 0951-23837, oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de.
76 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 77
78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
WUNDERBARES SCHOTTLAND
G A L E R I E
F R A N K H E U M A N N
Schottland, speziell die Isle of Skye ist seit 1981 das
Ziel von Frank Heumann. Der Aufenthalt dort ist keine
klassische Sonnenentspannung. Doch wer nachhaltig
und verantwortlich loszieht, um auch mit zwei bis
drei Wochen Kälte und Regen sowie mit den Midges
auszukommen, den dort typischen Mücken, kann ein
Ressort für Sinn und Verstand finden. Frank Heumann
nämlich fotografiert, um mit seinen Aufnahmen auf
die Verwundbarkeit der Landschaften aufmerksam
zu machen. Seine Forderung an jeden Besucher ist,
sich daran zu beteiligen, die Welt ein wenig besser
zu machen, und er nimmt sich da nicht heraus. Seine
Überzeugung: Wir alle haben etwas zu vererben. Der
Fotograf aus Ebersdorf im Landkreis Coburg stellt
seine Aufnahmen in Facebook aus. Aber auch auf
der Seite www.myskye.de kann man die Aufnahmen
bewundern und sogar als Einzelaufnahmen sowie
Kalender bestellen.
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 79
WUNDERBARES SCHOTTLAND
80 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 81
WUNDERBARES SCHOTTLAND
82 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
GALERIE
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 83
SCHATZSUCHE 2018
Das Rätsel Für die Region präsentiert von
AB 23. JUNI WIEDER
1000,- EURO
ZU GEWINNEN!
DIE SCHATZSUCHE 2018 – DAS RÄTSEL DER REGION
Neue Runde – neues Rätsel: Mit Unterstützung der Sparkasse Coburg –
Lichtenfels in Zusammenarbeit mit iTVCoburg winken wieder Gutscheine und
Bargeld in Höhe von 1000 Euro. Die ersten Hinweise zu den Fragen sind gleich ein
paar Zeilen weiter rechts zu finden – außerdem habt Ihr zur Lösung ausreichend
Zeit. Vergesst nicht, die kostenlose iTVCoburgApp herunterzuladen. Dort findet
Ihr nämlich immer den letzten Hinweis.
Und so geht’s 2018 – ganz einfach:
Die Schatzsuche findet jetzt noch viermal statt. Jedes Mal neu, jedes Mal geht es
um Preise im Wert von 1000 Euro.
Es gibt jeweils Hinweise zu den Fragen der Schatzsuche in jedem neuen
COBURGER gedruckt oder auch online unter www.coburger-magazin.de: Also
in diesem COBURGER, dann Ende Juli, im Oktober und im Dezember.
Dann folgt die eigentliche Schatzsuche: 7 Tage lang 7 Fragen lösen - jeweils
ab 17 Uhr unter www.coburger-magazin.de oder auf den Facebook-Seiten des
COBURGER und von iTVCoburg an allen Tagen in folgenden Schatzsuche-
Wochen: 23. bis 29. Juni, 18. bis 25. August, 20. bis 26. Oktober, 08. bis 14.
Dezember. Dann habt Ihr sieben Antworten – und mit dem abschließenden
Hinweis auf der iTVCoburgApp kommt Ihr dann auf die Lösung, den Schlüssel
zum Schatz. Eine Woche habt Ihr dafür Zeit. Die Lösung dann einfach per Mail an
hegen@coburger-magazin.de schicken.
Aus allen richtigen Mails losen wir einen Gewinner. Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen, Mitspielen könnt Ihr ab 16 Jahre. Der Veröffentlichung von
Namen und Bild, solltet Ihr gewinnen, stimmt Ihr mit der Teilnahme zu.
84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
DAS RÄTSEL FÜR DIE REGION
Sieben Hinweise für die sieben Fragen
der dritten Schatzsuche 2018 vom
23. bis 29. Juni. Dann könnt Ihr Euch
schon mal vorbereiten:
1 Schwingt regelmäßig das Tanzbein.
2 Hat Anfang des Jahres für „Wirbel“ gesorgt.
3 Nach dem Baum geht er … Richtung Süden.
4 War in keinem Testament vermerkt.
5 Laut einer Sage wurden hier Edelmetalle
geschöpft.
6 Ein Stück Münchner Tradition in Coburg.
7 Nach einer Person benannt, fürs Feiern
bekannt auch unter neuem Namen.
Jetzt seid Ihr schon gut gerüstet für die erste Frage
unserer zweiten Schatzsuche am Samstag, den 22.
Juni um 17 Uhr auf www.coburger-magazin.de oder
auf den Facebook-Seiten des COBURGER und von
iTVCoburg.
Und hier noch die Auflösung vom
letzten mal:
Also wir hatten ja schon am Anfang der letzten
Schatzsuche angekündigt, dass es sich um einen
schönen Ort handelt. Der war aber eben nicht
in Coburg … sondern in Belgien. Die richtige
Antwort und damit der Schlüssel zum Schatz war
nämlich „Oudenaarde“, die Partnerstadt Coburgs.
Gewinnerin war dieses Mal Eva Diem aus Coburg,
der wir die Gutscheine im Wert von 750 Euro und
250 Euro Bargeld übergeben haben. Alle Fragen,
alle Antworten von der letzten Schatzsuche auf
www.coburger-magazin.de.
Ihr benötigt also
zum Miträtseln nur:
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Cider,
Perry, *
Cider-
Brandy
& Likör
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oder online unter www.coburger-magazin.de
alternativ einen Facebook-Zugang COBURGER oder
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Dann noch Freude am Rätseln und Glück.
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AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 85
IN EIGENER SACHE
IMPRESSUM
COBURGER – Das Magazin
Ausgabe 27 / Juni 2018
Sechster Jahrgang
Auflage 3500 Stück
www.coburger-magazin.de
Verlag:
markatus | markantes marketing
Mohrenstr. 31
96450 Coburg
Telefon 0 95 61 / 973 45 00
www.markatus.de
Herausgeber und Chefredakteur:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 / 690 52 84
hegen@coburger-magazin.de
Gründungsherausgeber:
Peter Einheuser
Wolfram Hegen
Autoren dieser Ausgabe:
Benedikt Dellert
Rene Hähnlein
Wolfram Hegen
Wolfram Porr
Heidi Schulz-Scheidt
Chris Winter
Fotografen dieser Ausgabe:
Yves Alloinde
Sebastian Buff
Frank Heumann
Layout/ Illustrationen:
Axel Straubinger
Titel-Illustration:
„Abendstimmung am Zollinger“
Grundlayout:
Peter Einheuser
Anzeigengestaltung:
markatus | markantes marketing
Anzeigenvertrieb:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 / 690 52 84
hegen@coburger-magazin.de
Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2018
Druck:
DCT GmbH
www.dct.de
Preis:
kostenlos
Vertrieb:
über 200 Verteilstellen
in Coburg Stadt und Land
Bestellung:
Online über www.coburger-magazin.de
Preis inkl. Verpackung und Versand
innerhalb Deutschlands
5 Euro inkl. MwSt.
IN EIGENER SACHE
COBURGER PREMIUM-PARTNER 2018
TREUE SEELEN UND DANKE
Das dritte Magazin im Jahr 2018. Und unsere
Premium-Partner sind wieder mit an Bord. Danke
ihnen und allen Werbekunden für Ihr Vertrauen in
den COBURGER als die Premium-Marke in Sachen
Kommunikation in der Region..
Was es im Fußball nicht geben kann, das streben
wir an: win-win-win, für Kunden, Leser, und damit
natürlich auch für uns. Wir setzen auf höchste
inhaltliche Qualität in Sachen Geschichten, Fotos,
Illustrationen, auf Haptik, auf Ästhetik, unsere Leser
haben - denken wir - Freude daran, die Werbekunden
erreichen damit eine interessierte hochwertige
Leserschaft mit ihren Botschaften, und wir wiederum
finanzieren dank ihnen unser Magazin.
COBURGER IM WWW
ONLINE LESEN
Die gedruckte Auflage des COBURGER
ist zunehmend schnell vergriffen, zum
Glück aber gibt es ja – das Internet. Alle
Geschichten der aktuellen Ausgabe nämlich
finden sich unter www.coburger-magazin.
de übersichtlich und attraktiv aufbereitet.
Alle Geschichten, alle Fotos, und das
kostenlos, werden auf der Homepage des
COBURGER veröffentlicht. Außerdem
besteht dort auch die Möglichkeit, alte
Ausgaben nachzubestellen – soweit noch
verfügbar – oder für sich, Freunde oder
Bekannte ein Abo zu bestellen.
Und das sind bisher unsere
PREMIUM-KUNDEN 2018:
Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler
Autohaus Willy Ernst
Baugesellschaft Otto Hauch
Bätzoldt oHG
Bodystreet Coburg Heiligkreuz
Broadway Body GmbH
Buchhandlung Riemann
Ciderhof
Citroen Grosch
Coburg Stadt und Land aktiv
Engel & Völkers
Frische-Center Wagner
IHK zu Coburg
iTVCoburg
Kongresshaus Rosengarten
Landestheater Coburg
Lasco Umformtechnik
Optik Müller
ROB – Roberto Bauer Herrenmoden
Schumacher Packaging
Sparkasse Coburg – Lichtenfels
Sportland
Studio Freese
SÜC
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Thomas Bittorf tb.legal
Tourismus & Stadtmarketing
Citymanagement Coburg
Veranstaltungsservice Bamberg
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Von Poll Immobilien
VR-Bank Coburg
Haben Sie auch Interesse?
Dann schreiben Sie uns
an hegen@coburger-magazin.de
86 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
IN EIGENER SACHE
DAS COBURGER-TEAM
UNSERE AUFSTELLUNG
Fussball-WM? Höchste Zeit, das aktuelle Team des
COBURGER vorzustellen. Mit dieser Aufstellung
gehen wir ins zweite Halbjahr 2018. Kein Hurra-
Fussball, eher weiter mit kontrollierter Offensive
und gelegentlichen Vorstößen durch die Mitte. Unser
Motto: Lieber hoch gewinnen als nur mit 1:0.
Ines Hein
Oliver Pietz
Co-Trainer
Co-Trainer
Sebastian Buff
Daniel Zucker
Sturm
Sturm
Erik Bätzoldt und Natalie Riedel
Björn Hieber
Wolfram Hegen
Mittelfeld
Carolin Oswald
Abwehr
Axel Straubinger
Mittelfeld
Aryna Stark
Abwehr
Heidi Schulz-Scheidt
Mittelfeld
Benedikt Dellert
Abwehr
Wolfram Porr
Mittelfeld
Lisa Obermüller
Abwehr
Für uns bietet das Training bei
Bodystreet Coburg Heiligkreuz den
perfekten Ausgleich zu einem harten
Arbeitstag. In nur 20 Minuten den
Körper auspowern und den Kopf frei
bekommen. Durch den persönlichen
Trainer wird man bestens betreut und
kann gezielt auf die eigenen Belange
eingehen und die Intensität des
Trainings nach Tagesform abstimmen.
Hier herrscht familiäres Klima, man
wird bestens von Frank und Tanja und
Ihren Trainern betreut. In kurzer Zeit
haben sich unsere Muskulatur und
Körperhaltung verbessert. Vielen Dank
an das gesamte Team von Bodystreet
Coburg Heiligkreuz.
Trainer
Theresa Heeb
Torwart
Peter Einheuser
Bodystreet Coburg Heiligkreuz
Bahnhofstrasse 14
96450 Coburg
Tel.: 09561 / 973 44 66
www.bodystreet.com
Alt-Präsident
AUSGABE 27 / JUNI 2018 COBURGER | DAS MAGAZIN 87
MONACO FRANKE
Ganz gleich, wo man lebt: Es sind die besonderen kleinen Momente, die einem
den Alltag versüßen. Ein Lächeln, ein freundliches Wort, eine kleine Geste der
Herzlichkeit oder einfach nur eine menschliche Begebenheit, wie sie der Monaco
jüngst in einem oberfränkischen Supermarkt erlebt hat. Eine Verkäuferin
telefonierte da mit ihrem Handy - am anderen Ende der Leitung ganz offensichtlich
eine Kollegin. Und dann dieser Satz, wie man ihn sich nicht schöner ausdenken
kann: „Soch amoll, is der Mohammed scho bei Euch aufg’schlong?“ Herrlich! Das
nennt man wohl gelebte Integration. Vorbildlich! Soll nuch amoll aaner sagen, die
Franken seien Muffköpf ‘!
Ja, das mit der Integration is so a Sach`! Wo sie uns nützt und wir von ihr profitieren,
sehen wir sie gerne positiv und verteidigen sie als echte deutsche Errungenschaft.
Wo es aber Probleme gibt oder man Nachteile für sich selbst befürchtet, ist es
plötzlich nicht mehr so weit damit her. Wir Franken haben natürlich den Vorteil,
dass wir es schon gewohnt sind, Menschen mit „Migrationshintergrund“ bei uns
aufzunehmen und ihnen unsere Lebensart, unsere Heimat und unsere Kultur
näherzubringen. Als 1989 die Thüringer und Sachsen bei uns einfielen, hat es
ihnen doch recht gut bei uns gefallen, oder? Und auch so manch „strafversetzter“
Beamter aus Oberbayern geht längst viel lieber auf Samba, zum Annafest oder auf
den „Berch“ als nach München auf die Wiesn.
Annerschrum haben auch wir uns auch an die „Einwanderer“ gewöhnt. Wenn
halt bloß der Dialekt ned wär, gell …! Zugegeben: Nicht ganz so einfach wie die
Thüringer gelingt es uns, Migranten aus der Türkei, Syrien, Afghanistan oder
den afrikanischen Staaten zu integrieren. Deshalb ist es gut, dass die Fußball-
Weltmeisterschaft ansteht. Kultur und vor allem eben der Sport sind doch immer
noch die besten Integrationsbeschleuniger. Oder wer hätte Jérôme Boateng nicht
gerne als Nachbarn?
DER MONACO FRANKE
Selbst unsere Bundeskanzlerin hat das schließlich schon so ähnlich gemacht (nur
ohne Trikots), um den Flüchtlingsdeal mit der Türkei nicht zu gefährden … Also
Schwamm drüber und alle z‘sammhalten! Speziell bei dieser Weltmeisterschaft
ist die Chance besonders groß, dass es mit unseren ausländischen Mitbürgern
zu Verbrüderungen und gemeinsamen Siegesfeiern kommt. Gut möglich, dass
besonders unsere türkischen und italienischen Mitbürger (lediglich bei den
Niederländern fehlt einem der Glaube) diesmal zu einhundert Prozent Jogis
Jungs anfeuern. Die Nationalmannschaften beider Länder haben sich ja eine lange
fußballfreie Sommerpause gegönnt und sich nicht qualifiziert. Warum sich also
nicht mit der DFB-Elf identifizieren, mit der Nationalmannschaft des Landes, in
dem sie leben und arbeiten?
Der Monaco freut sich deshalb schon auf „Pizza Khedira“, die Penne Antonio
oder den „Mesut-Döner“! Und auch seine Nachbarn haben sich in diesem Jahr
schon wieder voll ausgestattet: Schwarz-rot-goldene Stumpen für die Auto-
Außenspiegel und die Kopflehnen, Fähnla für den Garten! Blöd wäre jetzt nur,
die deutsche Mannschaft würde früh ausscheiden. Dann ist die nächste Krise
vorprogrammiert. Vermutlich würden einige wieder sticheln, es habe nur daran
gelegen, dass die Jungs nicht voll bei der Sache waren und die Nationalhymne
(dritte Strophe, Herr Gauland!) nicht voll inbrünstig mitgeschmettert hätten. Mei
Meinung dazu? A Vogelschiss!
Schätzla, schau wie iech schau!
Für den COBURGER von Wolfram Porr
So alles normal läuft und die deutsche Mannschaft in Russland weit kommt,
werden wir die türkischstämmigen Mesut und Ilkay, und auch Jérôme, Antonio,
Sami und Leroy wie ganz selbstverständlich anfeuern, hoch leben lassen und
vielleicht sogar als „Fußballgötter“ feiern - allerspätestens dann, wenn sie Spanier
oder Franzosen kurz vor dem eigenen Sechzehner abgrätschen („hau na um!“),
wenn sie den genialen Pass in die Schnittstelle der brasilianischen Abwehr spielen
oder sogar das eine oder andere entscheidende schöne Tor schießen („Weddernei,
genau in die Gambel!“). Is doch kloar wie Kloßbrüh‘! Die Jungs g‘hören zu uns,
wenn sie mit dem Adler auf der Brust für uns auflaufen. Und dabei is es völlig
worschd, ob die nun in Gelsenkirchen, Stuttgart, Berlin oder Istanbul geboren
wurden!
Dass sich die Sportskameraden Özil und Gündogan kurz vor der WM (und den
Wahlen in der Türkei) mit Recep Erdogan ablichten ließen und ihn hofierten,
wird dann auch schnell wieder vergessen sein. Solche Hornochsen, horch! Na ja,
aber die Jungs haben es ja auch gar nicht so gemeint, gell! Haben sie jedenfalls
später ihrem anderen Präsidenten, Frank-Walter Steinmeier, im Berliner Schloss
Bellevue gesagt. Und das alles natürlich ganz freiwillig und aus eigenem Antrieb.
Logisch! Na ja - vielleicht ist es ja zu viel von einem Fußballprofi verlangt, sich
öffentlich für Demokratie und Meinungsfreiheit stark zu machen, anstatt dem
„verehrten Präsidenten“ kamerawirksam Trikots ihrer Klubs zu überreichen.
markus-grolik/toonpool.com
88 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018
AUF EIN WORT
In jedem
COBURGER laden wir
an dieser Stelle Coburger
oder Nicht-Coburger
ein, ihre Meinung
zu sagen.
Paukenschlag … mit Ansage
von Renè Hähnlein, Coburger Stadtrat
Michael Böhm, langjähriger Leiter des Stadtmarketing verlässt Coburg, für viele überraschend. Nach dem
Weggang von Citymanager Jörg Hormann und Tourismuschef Michael Amthor bereits der dritte prominente
Verlust in kurzer Zeit.
Böhm war wichtige Nahtstelle und Ansprechpartner für die regionale Wirtschaft, den Einzelhandel,
Kulturschaffende, aber auch für Sponsoren. Er holte Filmproduktionen nach Coburg, organisierte die
Coburger Geschenkekiste, plante die Weihnachtsbaumaktion für die Queen, war führend bei der Vermarktung
der erfolgreichen Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ tätig, initiierte das Patenschafts-Programm
für ausländische Studenten und vieles mehr. An seiner Arbeit liegt es also nicht, dass er Coburg verlässt. Diese
war über die Stadtgrenzen hinaus erfolgreich und bei einem großen Teil des Stadtrates anerkannt und geschätzt.
Mitentscheidend war dagegen die ständige Befristung seines Arbeitsvertrages. Coburg nämlich möchte zwar
auf Augenhöhe mit Wirtschaft, Bildung und Kultur um die kreativsten Köpfe werben, bietet dann aber nur Ein-
Jahres-Verträge oder Befristungen an.
So aber kann man langfristig keine erfolgreichen Strukturen aufbauen. Das sollte jedem klar sein. Coburg muss
vielmehr als gutes Beispiel vorangehen und Befristungen grundsätzlich ablehnen. Das schafft Sicherheit für die
Angestellten und ihre Lebensplanung und steigert die Attraktivität als Arbeitgeber.
Ein weiterer Punkt ist der Antrag zweier Stadtratskollegen zur Umgestaltung des Stadtmarketings. Grundsätzlich
bin ich ein Fan solcher Anträge. Kommunalpolitik muss und darf gestalten, dafür haben die Coburgern uns
gewählt. Inhaltlich halte ich den Antrag allerdings für falsch. Er zerstört sehr gut funktionierende Strukturen
im Stadtmarketing und der Verwaltung, ohne dafür qualitative Verbesserungen anzubieten.
„Wir verlieren damit Kreativität“ – das war mein Statement dazu im Stadtrat im April. Vier Wochen später
kündigte Mick Böhm.
Ein Paukenschlag mit Ansage zum Nachteil der Stadt.
AUSGABE 24 / DEZEMBER 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 89
Coburger | Das Magazin
erscheint wieder am 3. August 2018
Anzeigenschluss ist
der 20. Juli 2018.
Calleri/toonpool.com
Neueintragungen im Bayerischen Wörterbuch
sind dieses mal DAS LETZTE
AFD
DG
Bezeichnung für abgestandene Bratensoße
Abkürzung für „Drohende Gefahr“, ein anderes Wort für
„dauerhaft ausbleibende absolute Mehrheit“
ICE
KREUZ
Abkürzung für „Inzwischen Coburg erreicht“, Kurzform für
alles, was ein bisschen länger dauert
Bezeichnung für den unteren Rücken, kurz überm Po
FCB
FW
GLUBB
HIT
das „F“ steht für Frankfurt, der Rest ist historisch
nicht mehr überliefert
Abkürzung für „Freie Wähler“ (Eintragung nachgeholt,
wurde bisher immer vergessen)
anderes Wort für „Fahrstuhl“
Abkürzung für „Holland, Italien, Türkei“, ein anderes
Wort für „Wir machen Urlaub im Juni“
PAGIDA Abkürzung für Bayerische Version der „Pegida“
Und noch zwei Löschungen gegenüber der letzten Auflage:
JUPP
SPD
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92 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 27 / JUNI 2018