mein.killesberg-Magazin | 55. Ausgabe | Winter 2025
Die neue Winterausgabe 2025 des mein.killesberg-Magazins.
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55. AUSGABE / WINTER 2025
STORY
Hilfe auf vier Rädern –
der Kältebus in Stuttgart.
Zu sehen auf Seite 6
PARTNERPORTRÄT
Raum für Ruhe, Balance
und Begegnung.
Zu sehen auf Seite 20
KÖPFE AM KILLESBERG
Ein Rückblick auf fast drei
Jahrzehnte im Theodor-Heuss-Haus.
Zu sehen auf Seite 32
Editorial
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
brrr, ist das kalt draußen! Gibt
es da etwas Schöneres, als sich
mit einem heißen Drink in die
Kuscheldecke gehüllt aufs Sofa
zu legen? Wohl kaum! Diesen
Luxus hat aber nicht jeder,
weiß Frau Götz. Sie und das
Team vom DRK ziehen in eisigen
Nächten im Kältebus los,
um sich um die zu kümmern,
die auf der Straße leben –
mehr dazu auf Seite 6 und 7.
Sozial engagiert sind auch die
Mitglieder der Celebrate Life
Church. Wie, erfahren Sie auf
den Seiten 30 und 31. Unser
Kopf am Killesberg ist diesmal
Thomas Hertfelder, der 28
Jahre lang Geschäftsführer des
Theodor-Heuss-Hauses war,
zu lesen auf Seite 32 und 33.
Tipps muss er dem neuen Geschäftsführer
keine mehr geben,
sagt er – und auf Seite 26
und 27 erfahren wir vom neuen
Leiter, Thorsten Holzhauser,
auch warum. Entspannt geht’s
weiter auf den Seiten 20 und
21, wo uns Alina Neumann erklärt,
warum ihr Yogastudio
„Klein A“ etwas ganz Besonderes
ist. Und apropos „besonders“
– kennen Sie schon
„byJu“? Der Store von Julia
Kaestle vertreibt nachhaltigen
Schmuck. Was das bedeutet,
lesen Sie auf Seite 28 und 29.
Des Weiteren sprechen Silke
Siegel-Kirschenmann und Dr.
Moritz Kraemer von der BW-
Bank auf den Seiten 40 und
41 über Vermögen im Wandel.
Übrigens: Auch der Temperaturwechsel
beschäftigt
uns in dieser Ausgabe, besser
gesagt: Unsere Haut. Pflegetipps
dafür gibt’s deshalb auf
den Seiten 38 und 39. Damit
auch der Geist fit bleibt, gibt’s
obendrein ein paar Impulse für
mentale Frische – zu finden auf
Seite 42 und 43. Viel Freude
beim Lesen!
Ihr mein.killesberg-Team
3
Inhalt
DESIGN | 28
Wie Julia Kaestle
Schmuck neu denkt
4
Story
STORY | 6
Wärme, die bleibt –
auch nach dem Winter
Partner
NACHGEFRAGT | 8
Judith Lorch über
den Killesberg
PARTNEREINTRÄGE | 9
Geschäfte und Dienstleister rund
um den Killesberg
PARTNERPORTRÄT | 20
Wo der Alltag leiser wird
Killesberg entdecken
GESCHICHTE | 22
Ein Stolperstein für
Berta Sichel und
Ada Gabriella Rothschild
NEWS | 24
Neues aus der Nachbarschaft
VERANSTALTUNGSKALENDER | 25
Wissen, was am Killesberg
und in Stuttgart läuft
Unterhaltung
GEWINNSPIEL | 34
Mitmachen und tolle
Preise gewinnen
CARTOON | 36
Äffle und Pferdle
RÄTSELSPASS | 37
Sport fürs Gehirn
Service
GESUNDHEIT | 38
Trockene Haut im Winter?
Nein, danke!
FINANZEN | 40 (ANZEIGE)
Generationen gestalten
Zukunft – Verantwortung
und Vermögen im Wandel
GEHIRNJOGGING | 42
Die besten Tricks für
geistige Frische
REZEPT | 44
Perfekt für die
gemütlichen Feiertage
DEMOKRATIE | 26
Generationswechsel im
Theodor-Heuss-Haus
DESIGN | 28
Wie Julia Kaestle
Schmuck neu denkt
GLAUBE | 30
„Wir wollen ein Licht für
den Killesberg sein“
KÖPFE AM KILLESBERG | 32
28 Jahre für die Demokratie
5
Story
Wärme, die bleibt –
auch nach dem Winter
Immer dann, wenn die Temperaturen
in Stuttgart unter Null
fallen, macht sich der Kältebus
des Deutschen Roten Kreuzes
auf den Weg. Seit 2013 fährt das
Fahrzeug durch die Stadt, um
Menschen zu helfen, die auf der
Straße leben – mit heißem Tee,
einer warmen Suppe, Schlafsäcken,
Isomatten und vor allem:
menschlicher Nähe. Denn wer
draußen übernachtet, braucht
nicht nur Wärme, sondern auch
ein offenes Ohr und das Gefühl,
gesehen zu werden. Eine, die
diese Aufgabe mit viel Herzblut
erfüllt, ist Carolin Götz. Sie ist
Projektleiterin im Fachbereich
„Jugend und Soziales“ beim
DRK Stuttgart und hat uns einen
Einblick in die soziale Arbeit auf
Stuttgarts Straßen gegeben.
STORY
„Ich war schon immer sozial engagiert“,
sagt sie. „Mir ist es sehr
wichtig, anderen Menschen zu
helfen – ganz besonders denen,
die sich in schwierigen Lebenslagen
befinden.“ Und das sind
einige. Gerade in den kalten
Monaten ist der Bedarf an Unterstützung
besonders hoch. Deshalb
sind pro Nacht mindestens
zwei, meist drei Ehrenamtliche
im Einsatz. Sie fahren feste Routen
durch Stuttgart, kennen die
Schlafplätze vieler Obdachloser
längst persönlich und wissen, wo
sie Halt machen müssen. Dabei
geht es nicht nur um das Verteilen
von warmem Tee oder Decken,
sondern auch darum, den
Kontakt zu halten und Vertrauen
aufzubauen. Reagiert wird zudem
auf Hinweise, die über die
Hotline (0711 / 219 54 776) eingehen.
„Wir bekommen Anrufe
von Passanten, Streetworkern
oder von anderen sozialen Trägern“,
erzählt uns Frau Götz. „Sie
melden hilfsbedürftige Personen,
dann passen wir unsere Route
an.“ Im Bus herrscht konzentrierte
Routine: Schlafsäcke, Isomatten,
heiße Suppe, Tee, Erste-
Hilfe-Material – alles hat seinen
festen Platz und ist mit wenigen
Handgriffen erreichbar. Jeder
Handgriff sitzt, jede Bewegung
ist eingespielt. Die Ehrenamtlichen
wissen genau, worauf es
ankommt: aufmerksam zuhören,
ruhig bleiben, helfen, wenn Hilfe
gebraucht wird – und im Notfall
den Rettungsdienst rufen. „Aber
oft geht es gar nicht um medizinische
Notfälle, sondern um
etwas, das im Alltag leicht vergessen
wird: um Aufmerksamkeit
und Menschlichkeit“, erzählt Frau
Götz. Das Team arbeitet dabei
eng mit anderen Hilfsorganisationen
zusammen. Wenn Menschen
weitergehende Unterstützung
benötigen, vermittelt der Kältebus
an die städtische Wohnungsnotfallhilfe
oder an Notunter-
6
künfte. Auch mit dem MedMobil,
das medizinische Versorgung für
Wohnungslose anbietet, besteht
ein regelmäßiger Austausch. So
wird sichergestellt, dass niemand
durch das Raster fällt und jede
Person die Hilfe bekommt, die
sie braucht. Neue Helferinnen
und Helfer werden dabei behutsam
an ihre Aufgaben herangeführt.
Sie begleiten zunächst erfahrene
Teammitglieder, lernen
die Abläufe kennen und bekommen
ein Gespür dafür, wie man
in unterschiedlichen Situationen
angemessen reagiert – mit Respekt,
Einfühlungsvermögen
und der richtigen Mischung aus
Nähe und Professionalität. Denn
wer im Kältebus mitfährt, braucht
nicht nur praktische Kenntnisse,
sondern vor allem eines: Herz.
„Niemand geht beim ersten Einsatz
allein raus“, sagt Frau Götz.
„Die Helferinnen und Helfer werden
begleitet, bekommen Schulungen
und haben erfahrene Kolleginnen
und Kollegen an ihrer
Seite.“ Dazu gehören auch Kurse
wie zum Beispiel „Erste Hilfe bei
extremer Kälte“. Alle im Team
verfügen über einen aktuellen
Erste-Hilfe-Kurs, der regelmäßig
aufgefrischt wird. Doch die Zahl
der Hilfesuchenden steigt seit
Jahren spürbar. „Wir merken,
dass mehr Menschen auf der
Straße leben und unsere Unterstützung
brauchen“, sagt Frau
Götz. Die Gründe sind vielfältig:
Wohnungsmangel, Arbeitslosigkeit,
psychische Erkrankungen,
Schicksalsschläge. „Viele denken,
Obdachlosigkeit betrifft nur
Menschen mit einer bestimmten
Biografie oder ist ‚selbstverschuldet‘.
Das stimmt allerdings nicht.
Die Ursachen sind hierbei sehr
viel komplexer.“ Dabei stehen
die Ehrenamtlichen selbst vor
Herausforderungen – körperlich
wie emotional. „Natürlich begegnen
wir auch Menschen, die
unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
stehen oder die psychisch
erkrankt sind. Das kann schon
schwierig sein. Aber in der Regel
erleben wir sehr viel Dankbarkeit
und Respekt“, erzählt uns Carolin
Götz. Auch die seelische Belastung
der Helferinnen und Helfer
wird ernst genommen. „Es gibt
Abende, die gehen einem besonders
nahe. Deshalb schaffen
wir Raum für Austausch, Reflexion
und Gespräche im Team“,
erklärt sie. „Und wenn jemand
merkt, dass ihn etwas stärker
beschäftigt, kann er die psychosoziale
Notfallversorgung für Einsatzkräfte
beim DRK in Anspruch
nehmen.“ Das ist eine sehr gute
Sache! Denn nur wer gut für sich
selbst sorgt, kann auch anderen
langfristig helfen. Viele Bürgerinnen
und Bürger, Unternehmen
oder Vereine unterstützen den
Kältebus regelmäßig – mit Geld,
Sachspenden oder durch ehrenamtliches
Engagement. „Wir
brauchen Mittel für Schlafsäcke,
Isomatten, warme Kleidung, für
den Sprit, die Versicherung und
die Instandhaltung des Fahrzeugs.
Außerdem gibt es eine
hauptamtliche Koordination“,
sagt Frau Götz. Ein kleiner Zuschuss
kommt von der Stadt
Stuttgart. Langfristig wünscht
sich Carolin Götz, dass der Kältebus
noch besser im Hilfesystem
verankert wird und mehr Sichtbarkeit
bekommt. „Viele kennen
uns inzwischen zwar, aber immer
wieder treffe ich Menschen, die
noch nie vom Kältebus oder vom
Hitzebus gehört haben. Deshalb
ist es besonders wichtig, darüber
zu sprechen.“ Denn der Kältebus
erinnert daran, dass Würde kein
Dach braucht, um zu existieren,
und dass Mitgefühl nicht saisonal
sein darf. Daher ziehen die Helferinnen
und Helfer des DRK in den
kalten Monaten, wenn die Nächte
auf null Grad und tiefer fallen,
durch die Straßen Stuttgarts – um
jene zu erreichen, die sonst kaum
jemand sieht. Was auf den ersten
Blick wie eine einfache Hilfsfahrt
wirkt, ist in Wahrheit weit mehr:
ein Zeichen von Menschlichkeit
und Aufmerksamkeit in einer
Gesellschaft, die oft zu schnell
vorbeigeht. Die Helferinnen und
Helfer bringen nicht nur Wärme,
sondern das Gefühl, dass jemand
hinsieht – und dass niemand vergessen
ist in dieser Stadt. Für viele
Obdachlose ist der Kältebus
ein Hoffnungsschimmer in dunklen
Nächten, ein Stück Sicherheit
in einer unsicheren Welt. Denn
eines steht fest: Kälte kennt keine
Pause – und jeder, der mithilft,
sorgt ein Stück weit dafür, dass
Stuttgart in den kältesten Nächten
ein wärmerer Ort wird. Wer
möchte, kann gerne an den Kältebus
spenden, hier finden Sie
die Kontaktdaten und noch mehr
Informationen finden Sie auf der
Homepage des DRK Stuttgarts.
Mehr Informationen auf
www.drk-stuttgart.de
Kontoinhaber:in: DRK-Kreisverband
Stuttgart e.V.
IBAN: DE05 6005 0101 0001 1301 13
BIC: SOLADEST600
Verwendungszweck: Kältebus
7
Partner
Judith Lorch
über den Killesberg
NACHGEFRAGT
Jeder unserer Partner verbindet
mit dem Killesberg seine
ganz persönliche Geschichte.
Diesmal erzählt uns Judith
Lorch von „The Balance – Heilpraxis
am Killesberg“, was der
Killesberg für sie bedeutet.
MEIN.KILLESBERG: Was verbinden
Sie mit dem Killesberg?
JUDITH LORCH: Am Killesberg
hatte ich meine erste Wohnung,
als ich vor über 15 Jahren nach
Stuttgart kam. Hier fing meine
Stuttgarter Zeit an und hier
wuchsen auch meine Kinder
auf. Wir sind zwar mit den Kindern
später in einen anderen
Stadtteil gezogen, allerdings
lebe ich seit etwa drei Jahren
mit meinem Sohn wieder hier.
Mit dem Killesberg verbinde ich
mittlerweile also zwei sehr schöne
Lebensabschnitte.
MEIN.KILLESBERG: Was schätzen
Sie an Ihren Kunden – den
Killesbergern?
LORCH: Ich schätze an meinen
Kunden, dass sie offen sind für
alternative Möglichkeiten, wenn
es um ihre Gesundheit und um
ihr Wohlbefinden geht. Den Killesberger
nehme ich als interessierten
und aufgeschlossenen
Kunden wahr, der weiß, was er
möchte und auch weiß, was ihm
guttut. Und als Wahlstuttgarterin
und gebürtige Hessin habe ich
mich bei den Killesbergern noch
nie als ‚Reigschmeckte‘ gefühlt.
MEIN.KILLESBERG: Was ist Ihr
persönlicher Lieblingsplatz am
Killesberg?
LORCH: Seit Beginn und auch
jetzt noch ist es für mich eine
ganz große Güte, dass man am
Killesberg trotz Stadtnähe so
viel Grün hat. Im Kräherwald
haben meine Kinder laufen und
Fahrrad fahren gelernt und dort
habe ich für meine ersten Wettläufe
trainiert. In diesem Wald
gibt es ein paar meiner persönlichen
Lieblingsplätze. Bei
Schnee mag ich den Bismarckturm
und die Feuerbacher Heide
besonders gerne.
MEIN.KILLESBERG: Wenn Sie
einen Wunsch frei hätten, was
würden Sie sich wünschen?
LORCH: Das ist wirklich keine
einfache Frage. Man findet auf
sie auch gar nicht so leicht Antworten.
Mir würden zwar auf
Anhieb zahlreiche materiellen
Dinge einfallen, aber das würde
die Frage nicht vollständig beantworten.
Wenn ich allerdings
richtig darüber nachdenke, lassen
sich alle meine Wünsche
eigentlich zu einem einzelnen
Wunsch zusammenfassen:
Frieden.
MEIN.KILLESBERG: Vielen Dank
für das nette Gespräch, Frau
Lorch!
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19
Wo der Alltag leiser wird
PARTNERPORTRÄT
Manchmal braucht es kein Mantra,
kein großes Ritual – manchmal
reicht ein einziger Schritt
über die Türschwelle, um zu spüren:
Hier darf ich einfach sein.
Genau dieses Gefühl erleben
die Menschen, die das Studio
„Klein A“ betreten. Kein Trubel,
kein Leistungsdruck, kein
„höher, schneller, weiter“. Stattdessen
finden sie einen warmen
Raum vor, entspannende Ruhe
– und immer ein Lächeln, das
von Herzen kommt. Für Inhaberin
Alina Neumann ist genau
das der Kern ihres Studios: das
Gefühl, bei sich angekommen
zu sein.
„Ich liebe es, dass ich so viele
verschiedene Menschen treffe
– und die meisten kommen
schon mit einem Lächeln, aber
auf jeden Fall gehen sie mit
einem“, sagt Alina. Dieses Gefühl
zieht sich durch alles, was
Klein A ausmacht – vom persönlichen
Kontakt über den
Tee nach der Stunde bis hin
zu den Retreats, die sie regelmäßig
anbietet. Mit „Klein A“
hat sie nicht nur ein Yogastudio
geschaffen, sondern einen
Ort, an dem man ankommt
– und gerne bleibt. Vielleicht
liegt das auch daran, dass Alina
Neumann ihr Business nicht
einfach nur gegründet, sondern
mit ihrem Leben verwoben
hat. „Mein Studio ist so alt
wie das älteste meiner drei Kinder
– nächstes Jahr feiern wir
also das 10-jährige Jubiläum,
wahrscheinlich mit einem Tag
der offenen Tür!“, erzählt sie
lächelnd. Familie und Selbstständigkeit
gehen bei ihr Hand
in Hand. Sie wählt Formate
und Uhrzeiten so, dass sie zum
jeweiligen Lebensabschnitt
passen, und bleibt dabei flexibel:
„Das einzig Stetige ist der
Wandel – mit dieser Einstellung
klappt’s eigentlich ganz
gut.“ Das spürt man im ganzen
Studio. Hier wird Yoga nicht
als Wettbewerb verstanden,
sondern als Einladung – für jedes
Alter, jedes Level und jede
Lebenssituation. Es gibt Kurse
für Kinder, Erwachsene, Fortgeschrittene
und Seniorinnen
und Senioren. „Bei Klein A hat
20
jeder seinen Platz“, sagt Alina
Neumann. Viele Teilnehmende
kommen direkt aus der Nachbarschaft
– kein Zufall, denn sie
findet: „Es ist kontraproduktiv,
für Yoga quer durch die Stadt
zu fahren, sich über den Verkehr
oder die Parkplatzsuche
zu ärgern und dann gestresst
auf der Matte anzukommen.
Bei uns kann man einfach entspannt
reinlaufen.“ Der persönliche
Kontakt ist ihr dabei
besonders wichtig. Sie kennt
jede Teilnehmerin und jeden
Teilnehmer beim Namen, die
Gruppen sind bewusst klein
gehalten, und die Atmosphäre
ist familiär. „Bei mir liegen die
Matten nicht eng an eng – das
ist etwas, was viele besonders
schätzen“, erzählt sie. Auch
der Austausch gehört dazu:
„Vor und nach den Stunden
sitzen wir oft noch bei einer
Tasse Tee und ein paar Nüsschen
zusammen.“ Wer mag,
trifft sich außerdem bei Workshops,
Sommerfesten oder
Events wieder – so entsteht ein
ganz natürliches Miteinander.
Auch das Team aus Lehrenden
vor Ort wählt Alina mit Bedacht
aus. Ihr Motto: „Gleich und
gleich gesellt sich gern.“ Wenn
die Chemie stimmt und die
fachlichen Grundlagen vorhanden
sind, lässt sie gerne freie
Hand. „Der oder die Unterrichtende
muss fühlen, was er oder
sie lehrt – dann kommt es auch
gut an.“ Auch persönlich entwickelt
sie sich ständig weiter.
„Alles ist bisher organisch entstanden
– jemand oder etwas
kam in mein Leben, und ich
habe es einfach angepackt.“
Momentan beschäftigt sie sich
intensiv mit Themen wie (Peri-)
Menopause und Teenager-Yoga
– inspiriert durch ihre eigene
Lebensphase und Familie.
Passend dazu gibt es bereits
neue Angebote im Studio. Und
ab Januar 2026 geht sie einen
weiteren Schritt: Dann bietet
Klein A zertifizierte Präventionskurse
an, die von den Krankenkassen
bezuschusst werden.
„Je nach Kasse werden
75 Euro bis zu 100 Prozent der
Kursgebühr zurückerstattet –
das kann man zweimal im Jahr
in Anspruch nehmen“, erklärt
sie. Eine weitere Herzensangelegenheit
sind die Retreats, die
regelmäßig stattfinden – kleine
Auszeiten vom Alltag. „‚Retreat‘
heißt wörtlich ‚Rückzug‘.
Man reist mit wenig Gepäck
an und fährt mit noch weniger
Last nach Hause“, sagt Alina,
die als Kind übrigens von
ihrer Mutter liebevoll ‚Klein A‘
genannt wurde – und so auch
zum Namen ihres Studios kam.
Neben Yoga gehören Atemübungen,
gesundes Essen und
Spaziergänge zum Programm.
„Aber niemand muss die ganze
Zeit in der Gruppe sein – jede
und jeder hat auch Rückzugsinseln.“
Wer keine Koffer packen
möchte, kann sich schon jetzt
auf das Tages-Retreat am 21.
Juni 2026 freuen. Und wenn
man Alina Neumann so erzählen
hört, merkt man: Ihr Studio
ist viel mehr als ein Ort für Körperübungen
– es ist ein Raum
für Menschen, die auftanken
wollen. Für solche, die Ruhe
suchen, oder Bewegung, oder
einfach sich selbst. Vielleicht
liegt das Geheimnis von Klein
A genau darin: dass hier Yoga
nicht auf den Körper reduziert
wird, sondern den ganzen
Menschen meint – mit allem,
was dazugehört.
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21
Killesberg
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Ein Stolperstein für
Berta Sichel und
Ada Gabriella Rothschild
1916 war das wenige Jahre zuvor
erbaute Haus Lenzhalde 84
von dem Fabrikanten Moritz
Sichel erworben worden. Er betrieb
in der Tübinger Straße die
Firma Badenia Separator, einen
Molkereimaschinenhandel. Seine
Frau Berta Sichel (geb. am 1.
Juni 1872) kümmerte sich um die
drei Kinder und den Haushalt.
Sie führte hier in der Lenzhalde
ein „vornehmes Haus”. Nach
dem Tod ihres Mannes 1926
übernahm sie die Leitung der
Firma.
GESCHICHTE
Seit Mitte der 1930er-Jahre,
nachdem ihre Situation als Jüdin
zunehmend schwieriger geworden
war, vermietete Frau Sichel
Teile des Hauses. Zwei ihrer
Kinder hatten Deutschland noch
rechtzeitig verlassen können und
waren ausgewandert. Ende 1938
sah sich Frau Sichel gezwungen,
das Haus (für 50.000 RM) zu verkaufen,
nachdem Juden ihren
Grundbesitz „abstoßen” mussten.
Wenigstens konnte Frau
Sichel zunächst noch im Haus
wohnen bleiben, allerdings wurden
ab Anfang 1939 zahlreiche
jüdische Familien und Einzelpersonen
in die Lenzhalde 84
eingewiesen. Diese wurden hier
zusammengepfercht bis sie – zumeist
Anfang der 1940er-Jahre
– in ein Vernichtungslager deportiert
wurden.
Unter ihnen war im Frühjahr 1940
auch die junge Ada Gabriella
Rothschild – geb. am 22.1.1921
in München. Sie arbeitete von
1939 bis 1941 als Sekretärin in
der Jüdischen Auswandererstelle
für Württemberg und Hohenzollern
in der (damaligen) Gartenstraße
(heutige Fritz-Elsas-Straße).
Eine der wenigen Erinnerungen
an das Leben dieser jungen Frau
ist eine Szene in dem von den
Nationalsozialisten gedrehten
Propagandafilm über den „Judenladen”
in der Seestraße 39.
Ada Rothschild ist zu sehen, wie
sie den Laden betritt und dann
an der Theke neben der Waage
steht.
Am 26. April 1942 wurde die
20-Jährige zusammen mit Hunderten
anderer jüdischer Bürger
aus der Region in das jüdische
Ghetto Izbica südöstlich von
Lublin/Polen deportiert. Von dort
schrieb sie noch einige Briefe,
dann gibt es kein Lebenszeichen
mehr von ihr.
Das Lager Izbica war ab 1942
Durchgangsstation deportierter
Juden in die Vernichtungslager
des Holocaust, insbesondere
nach Belzec und Sobibor. Hier
dürfte auch der Leidensweg der
jungen Ada Rothschild sein Ende
gefunden haben.
Berta Sichel wohnte auf immer
enger werdendem Raum noch
bis ins Frühjahr 1942 in der Lenzhalde
84. Seit dem 19. September
1941 musste sie, wie alle
Bewohner des Hauses, den so
genannten Judenstern tragen.
Am 24. März 1942 wurde sie im
Rahmen der „Landaussiedlung”
der Juden zwangsweise in das
„Jüdische Wohnheim” nach Tigerfeld
bei Münsingen umgesiedelt,
wobei sie nur das „Allernot-
22
wendigste” mitnehmen durfte.
Einige Monate später, am 23.
August 1942, wurde die knapp
70-Jährige „von Gestapo Württemberg-Hohenzollern-Baden
mit Transport XIII/1 nach Lager
Theresienstadt deportiert”. Dort
ist sie nach Auskunft des Internationalen
Suchdienstes des Roten
Kreuzes am 21. April 1943 unter
nicht bekannten Umständen verstorben.
Unmittelbar nach der Deportation
war die Wohnungseinrichtung
samt aller Wertsachen von
der Gestapo beschlagnahmt
worden. Das „ziemlich erhebliche
Vermögen verfiel an das
Deutsche Reich”. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass bereits
vorher ein großer Teil des Barvermögens
„abgeschöpft” worden
war, zum einen durch Zahlung
der sog. „Judenvermögensabgabe”
die nach dem Attentat auf
den deutschen Legationssekretär
vom Rath (7. November 1938 in
Paris) und den Novemberpogromen
1938 („Reichskristallnacht”)
den deutschen Juden auferlegt
wurde. Als „Sühneleistung” für
die „feindliche Haltung des Judentums
gegenüber dem deutschen
Volk” mussten alle Juden
mit einem Vermögen von über
5.000 RM zwanzig Prozent ihres
Vermögens abführen. Bis Ende
November 1939 wurden auf diese
Weise knapp 1,2 Milliarden
RM „abgeschöpft”; zum anderen
durch die Zahlung der Reichsfluchtsteuer.
Diese war bereits in der Weimarer
Republik eingeführt worden,
um die Kapitalflucht ins Ausland
zu erschweren. Bei Aufgabe des
inländischen Wohnsitzes wurde
das Vermögen besteuert,
sofern dieses 200.000 RM (ab
1934: 50.000 RM) überstieg.
Der Steuersatz betrug immerhin
25 Prozent des Gesamtvermögens!
Im ‚Dritten Reich’ traf die
Reichsfluchtsteuer insbesondere
auswandernde Juden.
Hinzu kam noch der obligatorische
Heimeinkaufsvertrag. Danach
mussten deutsche Juden,
die ab 1942 nach den Plänen der
sog. Wannsee-Konferenz in ein
„Altersghetto” deportiert werden
sollten, auf Veranlassung der
Gestapo mit der Reichsvereinigung
der Juden in Deutschland
sogenannte Heimeinkaufsverträge
abschließen. Darin wurde den
älteren Juden die lebenslange
kostenfreie Unterbringung, Verpflegung
und Krankenversorgung
zugesagt. Die vermögenderen
jüdischen Bürger haben
damit ihre Zwangsumsiedlung,
Deportation und den Aufenthalt
in Ghetto und Vernichtungslager
noch selbst finanzieren müssen.
So ist am Ende nichts geblieben:
Berta Sichel wurde zunächst
um Hab und Gut gebracht und
schließlich, wie auch Ada Rothschild,
umgebracht. Nichts erinnert
mehr an das, was einmal
war. Die Stolpersteine sollen den
fast Vergessenen wieder einen
Namen geben und uns Lebende
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Text & Recherche:
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Neues aus
der Nachbarschaft
NEWS
SEIT dem 2. September hat
das Restaurant „Dodici“ den
gastronomischen Bereich im
TC Doggenburg übernommen.
„Dodici“ steht für den zwölften
Platz im Tennisclub. Anders
formuliert: Das Restaurant will
der neue kulinarische Treffpunkt
für alle sein, die gerne
Italienisch essen und Tennis
lieben. Geführt wird es von
einem erfahrenen Team, das
mediterrane Küche mit modernem
Flair verbindet – von
frischer Pasta bis zu raffinierten
Fleisch- und Fischgerichten.
Von wöchentlich wechselnden
Mittagsgerichten bis zur saisonalen
Abendkarte bietet das
„Dodici“ eine mediterran geprägte
Auswahl, die abwechslungsreich
und frisch zubereitet
ist. Auch für Clubgäste und
Spaziergänger ist das „Dodici“
offen und bietet eine stilvolle
Atmosphäre mit Blick auf die
Tennisplätze.
BEIM Stuttgarter Reit- und
Fahrverein e. V. gibt es jetzt
ein neues Reitlehrerteam. Die
Leitung übernimmt nun Pferdewirtschaftsmeisterin
Kristin
Gilles, die zusätzlich als Sport-
Mental-Coach und Lerntherapeutin
tätig ist. Ihre Stellvertreterin
Susanne Mersch ist
ebenfalls erfahrene Pferdewirtin
und unterstützt sie im Trainingsund
Unterrichtsbetrieb. Komplettiert
wird das Team durch
Madlen Tukara, auch sie ist
Pferdewirtin mit Schwerpunkt
auf Ausbildung, Service und
Haltung. Vorgestellt wurde das
neue Team am 4. September
im großen Reithaus der Vereinsanlage
im Stuttgarter Norden
– mit anschließendem Empfang
und der feierlichen Übergabe
von German-Masters-Tickets an
die zahlreichen ehrenamtlichen
Helferinnen und Helfer des Vereins.
IM Advent wird es wieder
ganz besonders weihnachtlich
auf der Killesberghöhe. Überall
funkeln Lichter, milder Tannenduft
liegt in der Luft und
auf dem Marktplatz glänzen
festlich geschmückte Bäume.
Vor der Streuobstwiese entsteht
ein liebevolles Weihnachts-Ensemble,
das zum Verweilen
einlädt. Auch Familie
Siller aus Spiegelberg-Vorderbüchelberg
ist wieder vor Ort
und bietet ihre regional gewachsenen
Christbäume zum
Verkauf an.
24
Wissen, was am Killesberg
und in Stuttgart läuft
VERANSTALTUNGSKALENDER
30.11.2025 BIS 21.12.2025
Das
Adventstürchen
Märchenratespiel ab 4 Jahren:
Der König und sein Diener Anton
präsentieren Märchen-Szenen,
das Publikum rät die Titel.
SAMSTAG, 06.12.2025
Killesbergbahn
Die jährlichen Nikolausfahrten
der Killesbergbahn. Die Teilnehmerzahl
ist begrenzt, Anmeldungen
über ssb-ag.de.
SONNTAG, 07.12.2025
Adventskonzert des
Stadtteilchors
Das nächste Adventskonzert
des Stadtteilchors Nord. Die
Veranstaltung findet in der Erlöserkirche
Stuttgart statt.
Stresemannstraße 39 D
70191 Stuttgart
www.theater-in-der-badewanne.de
Höhenpark Killesberg
70192 Stuttgart
www.ssb-ag.de
Birkenwaldstraße 24
70191 Stuttgart
www.stadtteilchor.de
20.12.2025 BIS 21.12.2025
WAGENHALLEN
Kunstkaufhaus 2025
Zum fünfzehnten Mal veranstalten
die Wagenhallen eine Verkaufsplattform
für gefertigte
Produkte.
MITTWOCH, 21.01.2026
Holiday on Ice –
„Cinema of Dreams“
Mit der neuen Produktion
„Cinema of Dreams“. Premiere
in Stuttgart mit den Gaststars
„Oli P.“ und „Pauline Petzokat“.
23.01.2026 BIS 24.01.2026
Freie Waldorfschule
am Kräherwald
Infotage 2026 – die Schule lädt
herzlich alle interessierten Eltern
mit ihren Kindern zum Kennenlern-Wochenende
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P
Über 40 Jahre
zufriedene Kunden
Generationswechsel im
Theodor-Heuss-Haus
DEMOKRATIE
Seit Anfang des Jahres steht
Dr. Thorsten Holzhauser an der
Spitze der „Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus“.
Der promovierte Historiker folgt
auf Thomas Hertfelder, der das
Haus fast drei Jahrzehnte lang
leitete. Für Dr. Holzhauser ist
die neue Aufgabe ein vertrautes
Terrain: Bereits vier Jahre lang
war er zuvor als wissenschaftlicher
Mitarbeiter in der Stiftung
tätig. Nun möchte er den Ort,
an dem der erste Bundespräsident
lebte und wirkte, als lebendiges
Forum der Demokratie
weiterentwickeln. In seiner
neuen Rolle sieht er vor allem
eine Verantwortung – gegenüber
der Geschichte, aber auch
gegenüber der Gegenwart.
„Das Theodor-Heuss-Haus ist
ein intellektuell anregender,
politisch unabhängiger Ort,
an dem wichtige Arbeit für
unsere Demokratie geleistet
wird – jenseits parteipolitischer
Grenzen“, sagt Dr. Thorsten
Holzhauser. „Diese Arbeit nun
verantwortlich gestalten zu
dürfen, war und ist sehr attraktiv.“
Er schätzt besonders die
Vermittlerrolle zwischen Wissenschaft
und Öffentlichkeit,
die das Haus einnimmt. „Eine
demokratische Gesellschaft
braucht diesen rationalen Diskurs,
den wir hier fördern“,
erklärt er. Die Übergabe von
seinem Vorgänger verlief, wie
Holzhauser berichtet, ausgesprochen
vertrauensvoll. Fast
drei Monate lagen zwischen
der Entscheidung und der offiziellen
Amtsübergabe – genug
Zeit, um sich einzuarbeiten und
wertvolle Hinweise zu erhalten.
„Thomas Hertfelder hat
in seiner langen Amtszeit fast
alles erlebt“, sagt Holzhauser.
„Davon profitiert man natürlich.“
Grundlegende Veränderungen
plane er nicht, wohl
aber neue Akzente – etwa in
der Zielgruppenansprache und
thematischen Ausrichtung. Aus
seinen bisherigen beruflichen
Stationen bringt er vielfältige
Erfahrungen mit: Als Wissenschaftler,
Publizist und Ausstellungsmacher
hat Holzhauser
gelernt, historische und politische
Themen zu verbinden und
wissenschaftliche Erkenntnisse
einer breiten Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Dieses
Verständnis prägt auch seine
Pläne für das Haus. Er möchte
das Theodor-Heuss-Haus
noch stärker als bisher als ein
Forum der Demokratie etablieren,
„als ein Ort, an dem Menschen
über politische und weltanschauliche
Grenzen hinweg
zusammenkommen, um über
gegenwärtige Herausforderungen
zu diskutieren“. Inhaltlich
setzt Dr. Thorsten Holzhauser
gemeinsam mit seinem Team
bereits deutliche Schwerpunkte.
So widmet sich das Haus
in diesem Jahr dem Thema
„Rechtsaußen“ und beleuchtet
26
die Rolle des Rechtsextremismus
in Deutschland mit Vorträgen,
Diskussionen und Workshops.
Für das kommende Jahr
ist eine Veranstaltungsreihe
zum Thema „Antisemitismus“
geplant. Auch über Stuttgart
hinaus engagiert sich die Stiftung
für politische Bildung und
gesellschaftliches Miteinander.
Mit dem Programm „Neulandsucher
Ost/West“ fördert sie
zivilgesellschaftliche Projekte
in ländlichen Regionen – etwa
mobile Bibliotheken, Mitmachlabore
oder Diskussionsabende
auf Bauernhöfen. „Was wir
hier im Theodor-Heuss-Haus
haben – einen Raum, an dem
Menschen über Demokratie
nachdenken –, das muss auch
außerhalb der Großstädte
möglich sein“, sagt Thorsten
Holzhauser. Zudem will der
neue Geschäftsführer jüngere
Zielgruppen stärker ansprechen.
Neben einem treuen
Stammpublikum soll das Haus
künftig verstärkt Studierende,
Berufstätige und Familien erreichen.
Dafür werden Themen
neu gedacht und Bildungsangebote
für Schulen ausgebaut.
Das Besondere am Haus sieht
Holzhauser in seiner Atmosphäre:
„Als früheres Wohnhaus
unterscheidet es sich von
anderen Museen oder Gedenkstätten.
In den Räumen
spürt man die Weltoffenheit
von Theodor Heuss und sein
Interesse an der Welt.“ Diese
Haltung prägt auch die Werte,
die Holzhauser in seiner Arbeit
wichtig sind – Offenheit, Liberalität
und gesellschaftliche
Verantwortung. „Besonders
wichtig ist uns auch immer
der Einsatz für unsere Demokratie,
die aktuell wieder ähnlich
bedroht ist wie zu Heuss‘
Lebzeiten“, sagt er. Es freut
ihn, dass die regelmäßigen
Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen
des „Häusles“
gut besucht sind. Am meisten
Freude bereitet ihm allerdings
die Zusammenarbeit im Team
und der Austausch mit dem
Publikum. „Genau darin liegt
der Kern unserer Arbeit: im gemeinsamen
Nachdenken und
im Gespräch miteinander.“
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Wie Julia Kaestle
Schmuck neu denkt
DESIGN
Wenn Julia Kaestle von ihrer
Arbeit erzählt, spürt man sofort,
dass Schmuck für sie weit über
ein Accessoire hinausgeht. Die
Gründerin des Labels „byJU“
verbindet Gestaltung, Handwerk
und ein präzises Gespür
für Form zu einer klaren, persönlichen
Designsprache. Mit
dem Killesberg ist sie seit ihrem
Studium eng verbunden – umso
naheliegender, dass sie ihren
ersten eigenen Store genau hier
eröffnet hat: im Erdgeschoss
ihres Wohnhauses in der Hauptmannsreute.
Die Idee, ihr eigenes Label zu
gründen, entstand eher zufällig.
„Ich wurde immer wieder
auf meinen Schmuck angesprochen
– und gefragt, ob ich
ihn denn nicht auch verkaufe“,
erinnert sie sich. Damals hatte
sie gerade ihr Studium der
Architektur und des Designs
an der Akademie der Bildenden
Künste in Stuttgart abgeschlossen.
Der Gedanke, das
eigene kreative Gespür weiterzugeben,
ließ sie seither nicht
mehr los. 2016 gründete sie
deshalb ihr eigenes Schmucklabel
„byJU“. Während der
Corona-Zeit kam der Online-
Shop hinzu, und seit sie sich
ganz auf ihr Unternehmen konzentrieren
kann, hat sie ihren
Store eröffnet – direkt im Erdgeschoss
ihres Wohnhauses, in
dem früher ihr Büro war. „Zur
Gründungszeit konnte ich mich
wegen unserer Kinder noch
nicht in Vollzeit meinem Business
widmen“, sagt sie heute.
„Seit einiger Zeit kann ich mich
allerdings hundertprozentig
darauf konzentrieren und habe
deshalb auch den Store eröffnet.“
Heute empfängt sie dort
interessierte Kundinnen und
Kunden und berät diese mittwochs
bis freitags von 14 Uhr
bis 18 Uhr oder nach persönlicher
Vereinbarung direkt vor
Ort. Wenn aus einem Besuch
ein persönliches Gespräch
über Form, Material und Stil
wird, freut sich die Designerin.
Am meisten schätzt sie an ihrer
Arbeit die Mischung aus Gestaltung,
handwerklicher Präzision
und Begegnung. „Das
Entwerfen, die Herstellung
und der Kontakt mit meinen
Kundinnen und Kunden“, sagt
sie, „das ist das, was mich antreibt.“
Ihre Prototypen entstehen
nach wie vor in Handarbeit.
Julia Kaestles Entwürfe folgen
dabei einer puristischen, architektonisch
geprägten Formensprache,
die sie selbst als „new
elegance“ bezeichnet. Dabei
steht weniger der Schmuck als
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Statussymbol im Vordergrund,
sondern die Idee eines tragbaren
Designs mit Struktur und
Ausdruck. Besonders charakteristisch
für ihre Entwürfe ist die
Wandelbarkeit. Viele Stücke
lassen sich auf verschiedene
Weisen tragen – etwa der D-
Shape-Ohrring, der sowohl als
Stecker als auch als Hänger
funktioniert. Diese Flexibilität
ist für Kaestle Teil des Gestaltungskonzepts:
Schmuck soll
mitgehen, sich anpassen, statt
festgelegt zu sein. Auch bei
der Herstellung legt sie Wert
auf klare Prinzipien. Das Label
arbeitet ausschließlich mit recyceltem
und konfliktfreiem Gold
und Silber aus Europa. „Es hat
Zeit gebraucht, die richtigen
Partner zu finden, denen Nachhaltigkeit
und Fairness ebenso
wichtig sind wie mir“, sagt sie.
Produziert wird in Kleinserie
in der Region – was höhere
Kosten bedeutet, aber auch
mehr Transparenz schafft. Der
Arbeitsalltag der Schmuck-Designerin
ist vielfältig – von Entwurf
und Materialbeschaffung
über Produktionskoordination
und Verkauf bis hin zum Betreiben
des Online-Shops und das
Vorbereiten und Ausführen von
passenden Veranstaltungen in
ihrem Store ist alles dabei, was
organisatorisch sowie kreativ
ist. „Darüber hinaus investiere
ich einiges an Zeit in die Online-Vermarktung,
das ist heute
einfach wichtig“, weiß Julia.
Und wer Schmuck trägt, weiß,
dass das in vielen Fällen auch
mit Emotionen verbunden ist.
Was Julia Kaestle mit ihrem
Schmuck vermitteln möchte,
beschreibt sie so: „Ich wünsche
mir, dass sich Menschen
mit meinen Stücken wohlfühlen
– stark, klar und in ihrer Persönlichkeit
unterstützt.“ Schönheit
sei für sie kein Stil oder Ideal,
sondern etwas Individuelles.
„Beim Schmuck bedeutet
Schönheit für mich: simple but
significant.“ Mit dem Killesberg
verbindet Julia Kaestle
viele Erinnerungen. Hier hat
sie studiert, hier spaziert sie
durch den Park, trinkt Kaffee
in der Helfferichstraße und genießt
den Blick vom Bismarckturm.
„Der Killesberg war für
mich immer ein inspirierender
Ort – und ist es bis heute geblieben.
Es ist meine Heimat“,
sagt sie – und inzwischen auch
ihr Arbeitsplatz.
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„Wir wollen ein Licht für
den Killesberg sein“
GLAUBE
Wenn man die Türen der Celebrate
Life Church in Stuttgart
öffnet, spürt man sofort: Der
Name ist Programm – im Haus
in der Birkenwaldstraße wird
das Leben in all seinen Facetten
gefeiert. Doch „Celebrate Life“
ist weit mehr als ein Slogan. Es
ist für viele, die sonntags zum
Gottesdienst kommen, längst
ein Stück Zuhause geworden.
Die Gemeinde glaubt fest daran,
dass Gott jedem Menschen
– mit all seinen Höhen und
Tiefen – ein gutes Leben geschenkt
hat. Dieses Geschenk
soll geteilt, gefeiert und gelebt
werden. Und das tut die Kirche
mit spürbarer Freude: Nach den
Gottesdiensten trifft man sich
zu sogenannten „Hangouts“
im Milaneo, etwa bei „Hans im
Glück“ oder in der „L’Osteria“,
um den Glauben weiterzutragen
– in Gesprächen, im Miteinander.
Auch das jährliche
Church Weekend außerhalb
Stuttgarts ist längst Tradition:
ein Wochenende voller Gemeinschaft,
Musik, Gebet und
Lebensfreude. „Darüber hinaus
soll der Slogan ‚Celebrate Life‘
nicht nur horizontal Beziehungen
schaffen, sondern hinsichtlich
der biblischen Ewigkeitsperspektive
auch eine vertikale
Vorfreude auf den Himmel und
damit ein Leben nach dem Tod
schenken“, erklärt Jonathan
Schmid, der bei organisatorischen
Aufgaben in der Kirche
mitwirkt. Rund 100 Menschen
besuchen regelmäßig die Gottesdienste,
der internationale
Gottesdienst ist dabei etwas
größer als der deutsche. Besonders
beliebt ist die jährlich
stattfindende Frauenkonferenz
in Wernau, zu der etwa
350 Besucherinnen aus ganz
Deutschland kommen. Dass es
der Kirche gelingt, Menschen
unterschiedlichster Herkunft
und Generationen zu verbinden,
ist kein Zufall. Schon
2012 – also ein Jahr nach der
Gründung – startete die internationale
Arbeit. Heute werden
fast alle Online-Meetings
zweisprachig abgehalten, und
die Gottesdienste werden auf
Englisch übersetzt. Natürlich
gibt es auch Herausforderungen:
Amerikanische, asiatische
oder afrikanische Christinnen
und Christen bringen unterschiedliche
Vorstellungen von
Gottesdienst und Gemeinde
mit. „Alle müssen lernen, Kompromisse
zu schließen“, heißt
es ehrlich. Der deutsche Gottesdienst
um 10.30 Uhr richtet
sich stärker an Familien und ältere
Besucher, wenngleich diese
Gruppe – etwa wegen der
Parkplatzsituation und der internationalen
Prägung – noch
30
nicht so stark vertreten ist, wie
man es sich wünscht. Im Zentrum
aller Aktivitäten steht die
Bibel. Jedes Meeting beginnt
mit einem Gebet, und gerade
in schwierigen Zeiten ist das
gemeinsame Lesen der Schrift
für viele eine Quelle von Halt
und Zuversicht. Die Kirche versteht
sich als Werkzeug Gottes
für Stuttgart: Menschen sollen
durch den Glauben an Jesus
Christus wieder Sinn und Kraft
finden. Jedes Engagement ist
dabei freiwillig, genauso wie
Spenden. „An dieser Stelle ist
zu erwähnen, dass auch unsere
Leitungspastorin Karin Schmid
bei Celebrate Life Church im
Ehrenamt tätig ist – hauptberuflich
arbeitet sie als Pfarrverweserin
in einer anderen
evangelischen Kirchengemeinde“,
ergänzt Jonathan. Neue
Mitglieder finden schnell Anschluss.
In einer sogenannten
„Newcomer Small Group“ lernen
Interessierte die Vision der
Kirche kennen und können sich
anschließend entscheiden, ob
sie Teil einer Kleingruppe werden
möchten oder einfach nur
reinschnuppern wollen – ohne
Verpflichtung. Neben Gemeinschaft
und Glauben spielt auch
soziales Engagement eine
wichtige Rolle. Vor der Pandemie
startete die Kirche das
„Love-People-Outreach-Programm“:
Ehrenamtliche besuchen
regelmäßig Obdachlose,
schenken kleine Aufmerksamkeiten
oder verbringen Zeit im
Seniorenzentrum am Birkenwald.
Über das Netzwerk „Gemeinsam
für Stuttgart“ ist die
Kirche außerdem mit anderen
Gemeinden verbunden und
unterstützt Projekte wie den
Ostergarten mit Spenden. Für
die Zukunft wünscht sich die
Kirche, dass immer mehr Menschen
in ihrem Glauben aufblühen
und Jesus zum Mittelpunkt
ihres Lebens machen. „Unsere
Gottesdienste sind öffentlich“,
sagt Jonathan. „Man darf uns
jederzeit gerne besuchen. Es
gibt die Definition eines Puritaners:
‚Ein Puritaner in England
liebte Gott von ganzer Seele,
aber hasste seinen Nachbarn
von ganzem Herzen.‘ Wir wollen
dies als Kirche besser machen
und damit ein Licht für
den Killesberg sein. Ein Kraftort
der Begegnung, voller Begeisterung
für den Glauben an
Jesus Christus.“
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28 Jahre für
die Demokratie
Fast drei Jahrzehnte lang leitete
Thomas Hertfelder das
Theodor-Heuss-Haus im Feuerbacher
Weg – als Geschäftsführer,
Historiker, Bauleiter wider
Willen und leidenschaftlicher
Botschafter der historischen
Grundlagen unserer Demokratie.
Im Januar übergab der
gebürtige Bayer an die nächste
Generation und genießt nun
seinen Ruhestand. Im Gespräch
blickt er zurück auf knappe
Budgets und Corona-Hürden
und verrät, was er jetzt plant
und sich für das „Häusle“ des
ersten Bundespräsidenten
wünscht.
MEIN.KILLESBERG: Wie kamen
Sie als gebürtiger Bayer an den
Job?
THOMAS HERTFELDER: Ich habe
1996 noch an der Uni München
gearbeitet und entnahm
einer Stellenanzeige, dass man
in Stuttgart einen Gründungsgeschäftsführer
suchte für die
‚Stiftung Bundespräsident-
Theodor-Heuss-Haus‘. Die Anforderungen
gefielen mir und
KÖPFE AM KILLESBERG
ich habe mich beworben.
MEIN.KILLESBERG: Was haben
Sie sich von dem Job versprochen?
HERTFELDER: Ich wusste nicht,
was mich in Stuttgart erwartet.
Angesichts der vielen Bewerber
hatte ich auch nicht erwartet,
dass ich den Job kriege. Auf
jeden Fall habe ich mit einer
spannenden und vielseitigen
Aufgabe gerechnet – und genauso
war es auch. Ich konnte
meine wissenschaftliche Qualifikation
als Historiker nun auch
praktisch anwenden, indem ich
Veranstaltungen organisiere,
Ausstellungen mitkuratiere und
mit den Bürgerinnen und Bürgern
nicht nur auf dem Killesberg
ins Gespräch komme. Das
stellt man sich nicht unbedingt
unter einer Geschäftsführung
vor. Aber meine Aufgaben waren
sehr vielfältig. Zugleich gab
es aber auch all die Aufgaben,
die mit einer Geschäftsführung
verbunden sind: Personalführung,
Finanzierungsfragen, Liegenschaftsmanagement,
Gremienarbeit
usw.
MEIN.KILLESBERG: Hätten Sie
gedacht, dass Sie dort 28 Jahre
lang sind?
HERTFELDER: Nein! Als ich das
meinen Münchner Freunden
erzählt habe, waren sie überrascht,
man möchte fast sagen:
fassungslos. Der Ruf von Stuttgart
war bei den Münchnern
nicht so gut, das hat mich aber
nicht abgehalten. Ich wollte
mich ja im historisch-kulturellen
Bereich bewegen und da war
die Stelle genau das Richtige.
Deshalb bin ich auch nicht nach
München zurück oder anderswo
hin.
MEIN.KILLESBERG: Haben Sie
Stuttgart lieben gelernt?
HERTFELDER: Ja. Zu meiner eigenen
Überraschung habe ich
mich rasch eingelebt, Freunde
gefunden und viel Unterstützung
seitens der Stadt und ihrer
Behörden erfahren.
MEIN.KILLESBERG: Was hat Ihnen
am meisten Spaß gemacht?
HERTFELDER: Die Programmarbeit:
Mir zusammen mit dem
Team immer wieder zu überlegen,
mit welchen Themen und
Expertisen wir Denkanstöße geben
können. Daher haben mir
die Veranstaltungen viel Freude
bereitet. Und das Museum,
das Theodor-Heuss-Haus, das
damals wie ein Dornröschenschloss
schon seit Jahren leer
stand. Wir mussten erst mal die
Spinnweben beseitigen.
MEIN.KILLESBERG: Gab es Herausforderungen?
HERTFELDER: Der zweimalige
Umbau des Hauses. Das erste
Mal war von 1998 bis 2002, da
wurde es von einem verlassenen
Wohnhaus zu einem komplett
neuen Haus umgebaut
und zwar so, dass man es als
Museum betreiben kann. Das
32
war eine Herausforderung, weil
ich keine Erfahrung in dem Bereich
hatte, ich war ja noch nie
Bauherr zuvor. Ich war reiner
Akademiker aus München und
sollte jetzt Baumaßnahmen des
Bundes anleiten – das war für
mich neu! Aber zum Glück hat,
auch dank vielfacher Unterstützung,
alles geklappt. Zur Eröffnung
am 8. März 2002 kam der
damalige Bundespräsident Johannes
Rau. Es war eine Freude,
ihn begrüßen zu dürfen.
MEIN.KILLESBERG: Und der
zweite Umbau?
HERTFELDER: Der fand zwischen
2021 und 2023 statt. Da
sollte man ja meinen, dass beim
zweiten Mal alles leicht von
der Hand geht – aber plötzlich
gab es neue Probleme beim
Umbau. Durch die Corona-Krise
explodierten die Preise der
Rohstoffe, und auch die Bauvorschriften
waren restriktiver
als 20 Jahre zuvor. Und da der
Träger des Theodor-Heuss-
Hauses der Bund ist, sind wir
finanziell an die öffentlichen
Mittel gebunden – heißt: Wir
arbeiten mit definierten Budgets,
tragen Verantwortung für
den effizienten Einsatz der Gelder.
Aber nicht nur das Geld,
auch die Zeit wurde knapp. Der
Eröffnungstermin mit dem Bundespräsidenten,
Frank-Walter
Steinmeier, stand zwar schon
seit fast einem Jahr fest – doch
die Zeit wurde gegen Ende sehr
knapp.
MEIN.KILLESBERG: Hatten Sie
keine Handwerker vor Ort?
HERTFELDER: Doch – allerdings
war wegen Corona alles kompliziert.
Als ich versucht habe,
den Handwerksbetrieben klarzumachen,
dass der Bundespräsident
kommt, da musste
ich mit Erschrecken feststellen,
dass einige gar nicht wussten,
wer das ist. Manche sind auch
abgesprungen, was die Sache
weiter erschwert hat.
MEIN.KILLESBERG: Wurde alles
rechtzeitig fertig?
HERTFELDER: Gerade so! Wir
haben bis spät in den Abend
zuvor noch gearbeitet, Exponate
angebracht und Medienstationen
getestet. Es war wie
im Film: Als der Bundespräsident
das Museum betrat, sind
die letzten Handwerker gerade
rausgegangen, die haben sich
quasi die Klinke in die Hand
gegeben. Aber es hat alles hingehauen,
zum Glück! Ich will an
der Stelle noch erwähnen, dass
ich immer froh war, dass wir
durch Spenden schwäbischer
Unternehmen nicht unerhebliche
Summen wieder reinholen
konnten, wenn die Bundesmittel
nicht ausgereicht haben. Die
Stuttgarter sind der Kultur gewogen,
was mich erfreut.
MEIN.KILLESBERG: Wie fühlt es
sich an, nach so langer Zeit zu
gehen?
HERTFELDER: Zunächst ist es
schmerzhaft. Ich habe meinen
Beruf geliebt. Aber ich spürte,
dass es an der Zeit war, dass jemand
Jüngeres das Ruder übernimmt
– mit neuen Ideen und
Impulsen. Ich habe nicht das
Gefühl, dass ich noch zwingend
vor Ort sein muss. Ich muss
auch niemanden noch Ratschläge
geben oder Ähnliches.
MEIN.KILLESBERG: Gut, dann
erübrigt sich meine nächste
Frage – ich wollte wissen, was
Sie dem neuen Geschäftsführer,
Herrn Holzhauser, mit auf den
Weg geben würden.
HERTFELDER: Tatsächlich wüsste
ich nicht, was ich ihm noch
sagen könnte – die Übergabe
hat bereits stattgefunden und
wir haben uns lange darauf vorbereitet.
Es hat alles reibungslos
funktioniert!
MEIN.KILLESBERG: Welche Pläne
haben Sie für den Ruhestand?
HERTFELDER: Ich möchte noch
mehr Musik machen als bisher.
Außerdem bin ich viel in
der Landesbibliothek und lese
historische Fachliteratur. Ich
will auch gerne weiter das eine
oder andere veröffentlichen
und mich ansonsten auf meine
Familie konzentrieren. Meine
Tochter ist noch nicht ganz flügge.
MEIN.KILLESBERG: Hat sie auch
Interesse am Häusle?
HERTFELDER: Ja! Für eine ehrenamtliche
Tätigkeit im Haus
ist sie noch zu jung. Aber sie
war schon öfter dort, sowohl
mit mir als auch mit ihrer Schulklasse.
Bei der Eröffnung im
Mai 2023 durfte sie dem Bundespräsidenten
die Hand schütteln.
Und sie fand es toll, wenn
wir zusammen dort waren und
ich alle gekannt habe.
MEIN.KILLESBERG: Was wünschen
Sie sich für die Zukunft
des Hauses?
HERTFELDER: Möglichst viele
Gäste, vor allem jüngere,
denen unser Angebot Impulse
zum Verständnis unserer komplizierten
Gegenwart gibt.
MEIN.KILLESBERG: Danke für
das Gespräch!
33
Unterhaltung
Die Preise
1. Preis
1 Gutschein für ein „Paarfloat“
von float stuttgart im Wert von
139 EUR.
2. – 4. Preis
Jeweils 2 Eintrittskarten für die
Premiere von Holiday on Ice –
„Cinema of Dreams“ im Wert
von je 136 EUR.
5. – 7. Preis
Jeweils 1 Sixpack Bio-Bier von
Birkenwäldle im Wert von je
21 EUR.
Mitmachen und tolle
Preise gewinnen
GEWINNSPIEL
1
2
3
4
5
6
7
8
9
4
7
2
5
9
6
1.) Wärmt im Bett in kalten Nächten.
2.) Kälteste der vier Jahreszeiten.
3.) Für ihn stellen Kinder am 6. Dezember ihre Schuhe raus..
4.) Gewürz, typisch für Wintergebäck.
5.) Schneemassen, die einen Hang hinabstürzen.
6.) Flüssige Mahlzeit, die wärmt.
7.) Dichte Körperbedeckung vieler Tiere.
8.) Typisches Winter-Wurfgeschoss.
9.) Heißes Wintergetränk, ähnlich wie Glühwein.
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Gewinnern. Wir wünschen
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wie „Ö“ werden zu „OE“, „ß“ wird
zu „SS“, Leerzeichen zwischen
Wörtern fallen weg.
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PLZ, ORT
TELEFONNUMMER
Teilnahmebedingungen: Einsendeschluss ist der
17.12.2025. Es gilt das Datum des Poststempels.
Mitarbeiter von mein.killesberg-Partnern und
deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen. Eine
Barauszahlung des Gewinnes ist nicht möglich.
Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Ein geometrisches Tastmodell für den
Unterricht, eine sprechende Uhr für das
Klassenzimmer oder ein taktiler Stadtplan
zur Orientierung: blinde, sehbehinderte
und mehrfachbehinderte Menschen
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nikolauspflege.de
Sport fürs Gehirn
RÄTSELSPASS
8 2 5
6 9 3 5 4
1 8
2 8 7
9 7 1 2 3 8 5 4
8 1 7 2 6
3 5 6 4 7
6 2 8 7 5
1 9 5 4 6 8 2
5 2 4
5 1 9
9 4 1 3
9 1 7 5 4
5 7
4 3 8 9
6 8 9 3 7 5
6 7 3 2 9 8
3 5 4 7 1 2
5 1 3 7
3 6 5
5 6
4 5 1 6
2 5 3 1
8 1 6 9
4 2
3 9 5
9 6 7 4 3
5
5
9 6
1 2 4
7 5 4 3 8
4 1 7
7 9 8 3
9 4 8
3 7 2 4
LÖSUNGEN
7 5 2 6 1 4 8 3 9
9 6 8 2 4 5 1 3 7
1 2 6 9 3 5 4 8 7
7 9 8 2 5 1 4 3 6
9 6 3 8 2 7 1 4 5
1 2 4 7 3 6 9 5 8
8 3 5 2 7 4 6 1 9
6 5 3 4 7 9 1 2 8
8 1 4 3 5 9 2 6 7
3 7 5 9 1 8 4 6 2
9 7 4 8 6 1 5 2 3
1 2 4 8 3 6 5 7 9
3 8 1 2 7 5 4 9 6
4 3 9 8 5 1 7 2 6
6 9 1 7 2 3 8 5 4
9 7 6 1 2 3 8 5 4
2 7 5 4 9 6 3 1 8
2 5 7 4 6 9 3 8 1
2 5 8 4 9 6 7 3 1
8 4 1 7 9 5 2 6 3
4 9 6 1 3 8 5 7 2
8 1 6 3 2 7 5 9 4
7 4 3 1 5 8 2 9 6
2 3 5 6 8 4 9 1 7
1 4 7 9 8 2 6 5 3
6 4 1 5 8 3 2 7 9
4 1 2 6 8 9 3 7 5
4 6 2 3 1 8 7 9 5
6 2 9 5 4 3 7 8 1
7 8 3 1 9 2 6 4 5
5 6 7 3 1 2 9 4 8
3 1 9 5 4 7 6 8 2
5 3 8 7 6 1 9 2 4
5 9 2 6 7 4 8 1 3
3 8 9 5 4 7 1 6 2
5 8 7 9 6 2 3 4 1
OBEN LINKS
OBEN RECHTS
UNTEN LINKS
UNTEN RECHTS
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Service
Trockene Haut im Winter?
Nein, danke!
GESUNDHEIT
Kennen Sie das auch? Kaum
sinken draußen die Temperaturen,
spielt bei vielen von uns
die Haut verrückt. Plötzlich
spannt sie, juckt, wirkt fahl oder
schuppt sich an Stellen, die im
Sommer noch glatt und geschmeidig
waren. Ist ja auch logisch:
Draußen beißende Kälte,
drinnen trockene Heizungsluft
– die perfekte Kombi also, um
selbst die robusteste Haut aus
dem Gleichgewicht zu bringen.
Aber keine Sorge: Wenn man
weiß, wie’s geht, lässt sich eine
gestresste Haut ganz einfach
umgehen!
Woher die typische „Winterhaut“
kommt? Das lässt sich leicht erklären:
Wenn die Luft draußen
kalt und trocken ist, verlangsamt
die Haut ihre Talgproduktion. Dadurch
fehlt ihr der natürliche Fettfilm,
der Feuchtigkeit speichert
und sie vor Umwelteinflüssen
schützt. In unseren Häusern und
Wohnungen hingegen läuft die
Heizung auf Hochtouren, was die
Luftfeuchtigkeit zusätzlich senkt.
Das Ergebnis: Die Haut verliert
Wasser, die oberste Hornschicht
wird spröde, winzige Risse entstehen
– und genau das verursacht
das unangenehme Spannungsgefühl.
Und auch wenn uns
eine richtig schöne heiße Dusche
vor allem im Winter richtig den
Tag versüßen kann, ist sie für unsere
Haut nicht gerade das Beste
– sie wird dabei sehr strapaziert.
Aber was können wir jetzt tun,
um gut und geschmeidig durch
die kalte Jahreszeit zu kommen?
Der wichtigste Grundsatz lautet:
Feuchtigkeit bewahren und Lipide
zuführen. Auch das beginnt
schon unter der Dusche. Wer
statt heiß lieber lauwarm oder
maximal warm duscht, erspart
der Haut puren Stress. Auch milde,
pH-neutrale Waschlotionen
sind besser als klassische Seifen,
weil sie den Säureschutzmantel
der Haut weniger angreifen.
Nach dem Duschen gilt: Nicht
trockenrubbeln, sondern lieber
sanft abtupfen und sofort eine
reichhaltige Creme auftragen.
Am besten auf noch leicht feuchter
Haut – so wird die Feuchtigkeit
eingeschlossen. Bei der
Wahl der Pflegeprodukte lohnt
sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe.
Besonders bewährt haben sich
Feuchtigkeitsspender wie Glycerin,
Hyaluronsäure oder Urea.
Sie ziehen Wasser in die Haut
und sorgen dafür, dass sie praller
wirkt. Lipidreiche Komponenten
wie Ceramide, Shea-Butter oder
pflanzliche Öle stärken zusätzlich
die Hautbarriere. Duftstoffe
und Alkohol sollten im Winter
38
eher gemieden werden, da sie
empfindliche Haut schnell reizen
können. Für sehr trockene Haut
eignen sich fettreiche Salben
oder balancierende Cremes, die
einen leichten Film hinterlassen
– auch wenn das im ersten Moment
weniger angenehm wirkt,
ist es langfristig effektiver. Wer
seiner Haut etwas Gutes tun will,
sorgt auch für das richtige Raumklima.
Ein Luftbefeuchter kann
wahre Wunder wirken – schon
40 bis 50 Prozent Luftfeuchtigkeit
reichen aus, um die Haut
weniger austrocknen zu lassen.
Außerdem: regelmäßig lüften,
um verbrauchte Heizungsluft
gegen frische auszutauschen.
Und natürlich gilt auch im Winter
Sonnenschutzpflicht. UV-Strahlen
sind zwar schwächer, werden
aber durch Schnee und Eis
reflektiert, wodurch sie der Haut
trotzdem schaden können. Eine
Tagescreme mit Lichtschutzfaktor
15 bis 30 schützt zuverlässig. So
viel zu den äußeren Einflüssen!
Denn neben äußerer Pflege spielt
auch die innere Versorgung eine
Rolle. Viel trinken hilft zum Beispiel,
auch wenn es allein keine
Wunder wirkt. Wer zusätzlich auf
eine ausgewogene Ernährung
mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren
achtet – etwa aus Nüssen,
Leinöl oder Lachs –, unterstützt
die Hautbarriere von innen.
Kleidung aus atmungsaktiven,
weichen Stoffen ist besser als
Wolle oder Synthetik, die scheuern
oder reizen können. Und
wer häufig Hände wäscht, sollte
nach jedem Waschgang cremen
– sonst droht rissige Haut an den
Händen, und das brauchen wir ja
nun wirklich nicht! Zusammengefasst
lässt sich sagen: Wer seine
Pflegeroutine an die kalte Jahreszeit
anpasst – also lauwarm
duscht, regelmäßig eincremt,
auf die Inhaltsstoffe achtet und
darüber hinaus auch noch regelmäßig
lüftet –, bringt seine Haut
sicher durch den Winter. Und das
hat sie auch verdient! Schließlich
ist die Haut unser größtes Organ,
unser Schutzschild und der Spiegel
unseres Wohlbefindens. Außerdem
sieht eine gesunde Haut
nicht nur schön aus, sondern
fühlt sich auch so an.
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Generationen gestalten Zukunft –
Verantwortung und Vermögen im Wandel
FINANZEN
85 Billionen Dollar weltweit,
rund 400 Milliarden Euro pro
Jahr in Deutschland – so groß
ist das Vermögen, das in den
kommenden Jahren die Generationen
wechseln wird.
Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt
der LBBW, und Silke Siegel-Kirschenmann,
Abteilungsleiterin
Wealth Management
Stuttgart, sprechen über Verantwortung,
Werte und die
Chancen dieses Wandels – für
Unternehmerfamilien, die ihre
Erfolgsgeschichte fortschreiben.
SILKE SIEGEL-KIRSCHENMANN:
Welche Chancen ergeben sich
aus der größten Vermögensübertragung
aller Zeiten für
Wirtschaft und Gesellschaft?
DR. MORITZ KRAEMER:
Seit der Jahrtausendwende hat
sich das vererbte Vermögen
vervielfacht – die Summen pro
Erbfall steigen deutlich. Dieser
Vermögenstransfer ist ein bedeutender
Wirtschaftsfaktor.
Dabei geht es nicht nur um Kapital,
sondern auch um Verantwortung:
Werte zu bewahren,
Neues zu schaffen und Zukunft
aktiv zu gestalten.
SILKE SIEGEL-KIRSCHENMANN:
Gleichzeitig verdienen auch
jene große Anerkennung, die
dieses Vermögen aufgebaut
haben. Sie haben mit Ideen,
Mut und Ausdauer Unternehmen
geschaffen, Innovationen
hervorgebracht und Arbeitsplätze
gesichert. Dieses Fundament
ermöglicht es nun der
nächsten Generation, die Erfolgsgeschichte
fortzuführen
– mit Verantwortung, neuen
Ideen und eigener Handschrift.
Was stimmt Sie optimistisch,
dass dieser Übergang gelingt?
DR. MORITZ KRAEMER:
Ich sehe in vielen Familien einen
starken Zusammenhalt und
das Bewusstsein, gemeinsam
etwas zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Die Nachfolgegeneration
ist hervorragend
ausgebildet, international vernetzt
und möchte aktiv gestalten.
Dieses Zusammenspiel
von Erfahrung und frischer Perspektive
ist ein großer Gewinn
– für Unternehmen wie für Gesellschaft.
40
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um, gemeinsam den nächsten
Schritt zu gehen.
Wie im Sport kann auch hier
ein „Trainerwechsel“ neuen
Schwung bringen: frische Energie,
neue Perspektiven, aber
das gleiche Ziel – Erfolg im
Team. Genau diese Dynamik
entsteht, wenn Erfahrung und
Erneuerung zusammenwirken.
SILKE SIEGEL-KIRSCHENMANN:
Welche Fähigkeiten sind entscheidend,
um in einer global
vernetzten und digitalen Welt
erfolgreich zu bleiben?
DR. MORITZ KRAEMER:
Unternehmerisches Denken,
Offenheit für Technologie, Entscheidungsstärke
und Empathie
sind entscheidend. Wer
bereit ist, Neues zuzulassen,
wird die Zukunft gestalten.
SILKE SIEGEL-KIRSCHENMANN:
Gerade dieses Zusammenspiel
aus Erfahrung, Innovationskraft
und Verantwortungsbewusstsein
ist die Stärke vieler Unternehmerfamilien.
Tradition
und Fortschritt gehen Hand in
Hand – das ist es, was nachhaltigen
Erfolg ausmacht.
Welche Rolle spielen Technologien
wie KI oder Robotik in
diesem Wandel?
DR. MORITZ KRAEMER:
Technologische Entwicklungen
verändern Wirtschaft und Vermögensanlage
tiefgreifend.
Regulierung ist wichtig, darf
Innovation aber nicht bremsen.
Künstliche Intelligenz eröffnet
neue Chancen – entscheidend
ist, sie verantwortungsvoll zu
nutzen. Hier können erfahrene
Unternehmer und junge Innovatoren
gemeinsam Maßstäbe
setzen.
SILKE SIEGEL-KIRSCHENMANN:
Deutschland gilt oft als vorsichtig,
wenn es um Neues geht.
Was braucht es, um Vertrauen
in Veränderung zu stärken?
DR. MORITZ KRAEMER:
Jedem Anfang wohnt ein Zauber
inne – das gilt auch wirtschaftlich.
Wir brauchen Vertrauen
in unsere Stärken und
den Mut, Neues auszuprobieren.
Jede Generation hat in
ihrer Zeit Außergewöhnliches
geleistet – vom Aufbau über
die Erneuerung bis zur Digitalisierung.
Jetzt geht es dar-
Silke Siegel-Kirschenmann
Abteilungsleiterin
Wealth Management der
BW-Bank in Stuttgart
Tel: +49 711 12478724
Mobil: +49 151 50479760
silke.siegel-kirschenmann@lbbw.de
www.bw-bank.de/wealth-management
41
Die besten Tricks
für geistige Frische
GEHIRNJOGGING
„Hier, die Tochter von, ach, wie
heißt er, der, na, du weißt schon
…“ Kommt Ihnen das bekannt
vor? Namen liegen uns auf der
Zunge, Schlüssel verschwinden
spurlos und manchmal stehen
wir an einem Regal im Supermarkt
und fragen uns ernsthaft,
warum wir eigentlich hier sind.
Keine Frage: Unser Gehirn ist
zwar ein wahres Wunderwerk –
aber auch ein Organ, das gerne
gefordert werden will. Wer seinen
Kopf regelmäßig trainiert,
bleibt länger fit im Denken. Und
das Beste daran: Mentales Training
kann richtig Spaß machen!
Das Gehirn funktioniert im
Prinzip wie ein Muskel: Wird es
nicht beansprucht, baut es ab.
Wird es hingegen regelmäßig
trainiert, bleibt es flexibel und
leistungsfähig – egal, ob man
30, 50 oder 80 ist. Mentale
Beweglichkeit bedeutet dabei
nicht nur, sich Zahlenreihen
oder Vokabeln zu merken. Es
geht um die Fähigkeit, Neues
zu lernen, umzudenken, Zusammenhänge
zu erkennen
und sich an Veränderungen anzupassen.
Also genau das, was
wir im Alltag ständig brauchen
– von der neuen Software im
Job bis zur spontanen Planänderung
im Familienleben. Eine
gute Nachricht vorweg: Gedächtnistraining
muss weder
kompliziert noch langweilig
sein. Schon kleine Veränderungen
im Alltag können große
Wirkung zeigen. Zum Beispiel,
indem man einfach mal den
gewohnten Weg zur Arbeit ändert,
mit der linken Hand die
Zähne putzt oder im Kopf rechnet
statt zum Handy zu greifen.
Solche kleinen „Mikro-Übungen“
bringen das Gehirn aus
seiner Routine und fördern die
Bildung neuer neuronaler Verbindungen
– also quasi neue
Trampelpfade im Kopf. Auch
Bewegung spielt eine entschei-
42
dende Rolle. Studien zeigen:
Körperliche Aktivität steigert
die Durchblutung des Gehirns,
verbessert die Sauerstoffversorgung
und unterstützt die
Neubildung von Nervenzellen.
Ein Spaziergang an der frischen
Luft, Tanzen, Yoga oder
Schwimmen – Hauptsache,
man kommt regelmäßig in Bewegung.
Wer dazu noch Musik
hört, hat doppelten Effekt:
Rhythmen aktivieren beide Gehirnhälften
und fördern Koordination
und Konzentration. Und
ja – auch ausgelassenes Tanzen
im Wohnzimmer zählt!
Was ebenfalls hilft: Neues lernen.
Egal ob eine Sprache,
ein Musikinstrument oder ein
Handwerk – jedes neue Lernfeld
bringt frischen Wind ins
Gehirn. Denn Lernen stimuliert
die Synapsenbildung und
hält die grauen Zellen aktiv.
Wichtig ist, dass es Freude
macht. Wer sich durch ein Thema
quält, trainiert eher seine
Frustrationstoleranz als sein
Gedächtnis. Also lieber mit Begeisterung
Italienisch pauken,
als sich mit Sudoku zu quälen,
wenn man Zahlen ohnehin nie
mochte. Ein weiterer Tipp:
Schlafen! Im Schlaf verarbeitet
das Gehirn Informationen,
speichert Erlebtes und sortiert
Wichtiges von Unwichtigem.
Zu wenig Schlaf kann daher
die Gedächtnisleistung erheblich
beeinträchtigen. Ebenso
wichtig ist eine ausgewogene
Ernährung. Omega-3-Fettsäuren,
Antioxidantien und Vitamine
aus Obst, Gemüse, Nüssen
und Fisch gelten als echtes
Brainfood. Und ausreichend
trinken – das klingt banal, ist
aber entscheidend: Schon
leichter Flüssigkeitsmangel
kann die Konzentrationsfähigkeit
deutlich senken.
Auch soziale Kontakte sind
pures Gehirnfutter. Gespräche,
gemeinsames Lachen und
emotionale Nähe fordern das
Denkorgan auf eine ganz eigene
Weise. Denn wer kommuniziert,
reagiert, erinnert und
empfindet gleichzeitig – ein
komplexes Ganzkörpertraining
für die grauen Zellen. Deshalb:
öfter mal Freunde treffen, diskutieren,
lachen, Karten spielen
– all das hält den Kopf jung.
Und noch etwas: Humor! Wer
lacht, aktiviert mehrere Areale
im Gehirn gleichzeitig, baut
Stress ab und fördert die Ausschüttung
von Glückshormonen.
Das entspannt nicht nur,
sondern steigert nachweislich
die geistige Leistungsfähigkeit.
Vielleicht liegt darin ja das Geheimnis
derer, die bis ins hohe
Alter witzig, wach und wunderbar
schlagfertig bleiben.
Zusammengefasst lässt sich
sagen: Das Gehirn liebt Abwechslung.
Wer seinen Alltag
immer wieder ein bisschen
aufmischt, Neues ausprobiert,
lacht, sich bewegt und mit
anderen in Kontakt bleibt, tut
nicht nur etwas für seine mentale
Fitness – sondern auch
für seine Lebensfreude. Denn
jung bleiben heißt, das Staunen
nicht zu verlernen. Wer jeden
Tag ein bisschen neugierig
bleibt, trägt die beste Verjüngungskur
schon in sich.
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Perfekt für die
gemütlichen Feiertage
REZEPT
WEIHNACHTLICHER STOLLEN
WEIHNACHTLICHER STOLLEN
ZUTATEN FÜR 12 PORTIONEN
— 100 g Rosinen
— 75 ml Rum (oder Wasser)
— 370 g Weizenmehl Type 405
— 80 ml Milch (warm)
— 0,75 Würfel Hefe
— 250 g Butter
— 120 g Zucker
— 1 Ei (Zimmertemperatur)
— 0,5 TL Salz
— 2 TL Christstollen-Gewürz
— 2 Pck. Vanillezucker
SCHRITT 1 Rosinen in Rum oder
Wasser einlegen (am besten
über Nacht).
SCHRITT 2 Für den Vorteig 120 g
Mehl, Milch und Hefe verkneten
und abgedeckt mindestens 60
Minuten gehen lassen.
SCHRITT 3 Für den Teig den Vorteig
mit dem restlichen Mehl,
150 g weicher Butter, 40 g
Zucker, Ei, Salz und Stollen-Gewürz
zu einer Masse verkneten.
SCHRITT 4 Den Rum von den
Rosinen abschütten. Vorsichtig
in den Teig unterkneten und
abgedeckt mindestens
60 Minuten gehen lassen.
SCHRITT 5 Den Teig auf eine
bemehlte Arbeitsplatte geben
und zu einem Stollen formen.
Entweder eine Stollenhaube
oder eine aus Backpapier geformte
Manschette um den
Stollen legen. Den Stollen ca.
30 Minuten gehen lassen.
SCHRITT 6 Backofen auf 190 °C
Umluft (200 °C Ober-/Unterhitze)
vorheizen und den Stollen
45-50 Minuten backen. Währenddessen
die restliche Butter
schmelzen und den restlichen
Zucker mit Vanillezucker
vermischen. Nach dem Backen
die Manschette entfernen und
den Stollen im heißen Zustand
mit der flüssigen Butter bestreichen.
Den Zucker darauf
streuen, andrücken und
auskühlen lassen.
44
ALLE GUTEN
DINGE SIND FREI.
freibier.info
IMPRESSUM
mein.killesberg-Magazin, 55. Ausgabe/Winter 2025
Verlag: APODIO GmbH, Kernerplatz 2, 70182 Stuttgart, Telefon: 0711 995 282 01,
Geschäftsführer: Daniel Keßler und Benjamin Martin
Verleger/Herausgeber: Daniel Keßler und Benjamin Martin (Anschrift wie oben)
Verlagsleitung: Benjamin Martin (v. i. S. d. P.) (Anschrift wie oben) | Anzeigenleitung: Benjamin Martin (Anschrift wie oben)
Redaktionsleitung/Autorin: Julia Braun (Anschrift wie oben) | Fotografie: Kilian Bishop (www.kilianbishop.com)
Druckerei: WIRmachenDRUCK GmbH, Mühlbachstraße 7, 71522 Backnang
Konzeption/Gestaltung: APODIO GmbH, Kernerplatz 2, 70182 Stuttgart,
Telefon: 0711 995 282 01, hallo@apodio.de, www.apodio.de
Druckauflage: 10.000 Exemplare
Verteilung: An Haushalte im Stuttgarter Stadtbezirk Nord – vorwiegend in den Stadtteilen Killesberg, Relenberg, Weißenhof,
Mönchhalde, Am Bismarckturm, Lenzhalde.
Bildnachweise: © Kilian Bishop (Seite 1, 46); © YRABOTA / Shutterstock.com (Seite 3); © byJU. Accessiores (Seite 4, 28, 29);
© Laura Holzmann (Seite 6); © Franzi Molina Fotografie (Seite 8); © Annette Kuhls (Seite 20, 21); © MdV-works / Shutterstock.com
(Seite 22); © dodici Stuttgart (Seite 24); © Stuttgarter Reit- und Fahrverein e.V. (Seite 24); © Interessen- und Werbegemeinschaft
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30); © Franziska Kraufmann / SBTH (Seite 32); © Holiday on Ice (Seite 34) © LANG-FILM Medienporduktion (Seite 36); © Dragana
Gordic / Shutterstock.com (Seite 38); © Fotografie Ebinger (Seite 40, 41); © Uuganbayar / Shutterstock.com (Seite 42); © Racamani
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Das mein.killesberg-Magazin erscheint viermal pro Jahr. Die nächste Ausgabe erscheint voraussichtlich im März 2026.
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