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Stein 12/2025

Fliesen & Platten

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S12 | 2025

MINERALISCHE WERKSTOFFE FÜR ARCHITEKTUR UND HANDWERK

DIE NEUE

BILDSPRACHE

TRENDS BEI FLIESEN

Neue Fliesen und Platten aus

Deutschland und Europa mit

erfrischenden Designs von Künstlern

DESIGN MIT ANSPRUCH

Ein Strandhaus in Australien versucht

den Spagat zwischen Neubau

und Naturschutz zu schaffen

MASCHINEN FÜR KERAMIK

Innovationen für die sichere und einfache

Bearbeitung von dünnen,

großformatigen Keramikplatten


EDITORIAL

LIEBE LESERINNEN

UND LESER,

wer in diesem Jahr auf der Suche nach Innovationen

war, konnte sich sowohl bei der Marmomac in Verona

als auch bei der Cersaie in Bologna jede Menge Inspiration

holen. Die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit

sind allgegenwärtig und inzwischen auch aus der

Keramikbranche nicht mehr wegzudenken. Es gibt also

viel zu entdecken und zu besprechen in der Branche.

Gleichzeitig war aber auch das spürbar: Die Messen

waren 2025 nicht ganz so gut besucht, wie im Jahr

zuvor. Das kam Besuchern und Ausstellern entgegen

– es war alles ein bisschen entspannter.

In unserem großen Messenachbericht der Marmomac

ab Seite 44 erfahren Sie, was die wichtigsten Neuerungen

in den Maschinenhallen waren. Und wir zeigen

einen bunten Ausschnitt von dem, was es sonst vor Ort

noch zu sehen und zu erleben gab.

Unsere Autorin Alexandra Nyseth nimmt Sie ab Seite 6

mit auf einen Rundgang durch eine Villa in Wien. Auffallend:

wie der verlegte Kalkstein mit dem Parkett harmoniert.

Die besondere Kunst besteht dabei darin, das

Bodenniveau in den aneinander angrenzenden Räumen

anzugleichen.

Was es Neues im Bereich Fliesen und Platten gibt, erfahren

Sie ab Seite 12. Eines schon vorweg: Es wird

bunt, es gibt bahnbrechende technische Neuerungen

und es kommen Rentiere, Kamele, Elefanten und Rhinos

ins Spiel. Die Iris Ceramica Group zeigt, was die Zukunft

bringt und präsentiert keramische Flächen, die

lebendig werden. Möglich wird dies über eine intelligente

Steuerung in einem Smart-Home-System.

Titelbild: Mirage

Im Jahr 2025 kehrt bei dem italienischen Fliesenhersteller

Mirage der Maximalismus in einer neuen Interpretation

zurück, der über reine dekorative Übertreibung

hinausgeht und sich auf die Feier der Individualität

des Designers konzentriert. So bietet

Mirage eine Kollektionen mit Tiermotiven an. Im

Programm sind:. Rentier, Kamel, Elefant, Antilope,

Rhino. Mit der Fliesen-Kollektion „Indomita“,

entworfen von Künstlerin Letizia Ballotti, kommen

Tiere und kontrastreiche Farben in den Raum. Zu

jedem Tier gehört eine passende, farbenfrohe Dekorfliese.

Die Rückkehr des „More is More“-Stils ist laut

Hersteller eine fast natürliche Reaktion auf die minimalistische

Ordnung, die jahrzehntelang dominierte –

ein Wunsch, Farbe, Materialität und die Intimität

bedeutungsvoller Räume neu zu entdecken. Die

Auswahl der Elemente wird zu einer raffinierten Suche,

bei der jedes Detail eine Geschichte erzählt, jede

Textur zum Berühren einlädt und jede Farbkombination

eine Emotion hervorruft.

Dann laden wir Sie ein nach Down under. Dort entstand

über zehn Jahre ein besonders nachhaltiges Haus auf

einer Klippe am Avalon Beach. Wir haben nachgefragt,

welche Rolle nachhaltige Fliesen dabei gespielt haben.

Lesen Sie die ganze Story ab Seite 24.

Dem Trend zu immer großformatigeren Fliesen und

Platten zu entsprechen, heißt auch, entsprechende

Maschinen anzuschaffen. Wie heute ein Steinmetzbetrieb,

der auch XXL-Formate bearbeiten will, ausgestattet

sein muss, erfahren Sie ab Seite 40.

Eine anregende Lektüre von STEIN wünscht Ihnen

Ihre Steinredaktion

Redaktion@stein-magazin.de

S12| 2025 3


INHALT

SCHÖNE WELT DER

STEINE

06 Kalkstein trifft Parkett

In einer Villa in Wien

sorgt die Kombination

aus Kalkstein und Parkett

für klassiche Eleganz

12 Bunte Reliefs,

wilde Tiere und

verborgene Töne

Aktuelle Trends aus der

Welt der Fliesen und

neue Verlegeideen

18 Die Fliese wird digital

Ein Büro in Bozen ist

mit blauen „Fliesen-Bits“

ausgestattet

20 Buntes Fassadenkleid

Speziell angefertigte

Klinker für das

Heizkraftwerk in Leipzig

22 Wiederentdeckte

Kunstkeramik

In der Messe Köln sind

verschollen geglaubte

Keramikkacheln wieder

aufgetaucht

24 Natur trifft Design

Feinsteinzeug sorgt in

einem Strandhaus in

Australien für edles

Design und Nachhaltigkeit

STEINE BEARBEITEN

30 Sicher verarbeiten,

gut verkaufen

Mit dem passenden

Maschienenpark dünne,

großformatige Keramik

einfach schneiden

41 Impala Medium

Die STEINKUNDE stellt

einen Naturstein aus

Südafrika vor

44 Zwischen Tradition

und Innovation

Neues von der

Marmomac 2025

in Verona

48 Maschinen-Meeting

Die neuesten Trends

aus den Maschinenhallen

von der Messe

PANORAMA

58 Termine, Produkte

und mehr

RUBRIKEN

59 Vorschau

60 Impressum

4 S12| 2025


BODENGESTALTUNG

KALKSTEIN TRIFFT

PARKETT

Kalksteinplatten mit nur zehn Millimetern Stärke in Kombination mit Eichenparkett

sorgen in einer Wiener Villa für ein einheitliches Bodenniveau und für elegante

Wohnlichkeit.

Von Dr. Alexandra Nyseth

Am westlichen Stadtrand Wiens liegt eine in einen

privaten Park eingebettete Villa aus dem 19. Jahrhundert.

Bei der umfassenden Sanierung dieses historischen

Gebäudes entschied sich der Bauherr für

Naturstein und Parkett für die Böden. Die Umsetzung

des Bodenkonzepts begleitete Schubert Stone. Das

1973 gegründete Wiener Familienunternehmen wird

bereits in zweiter Generation geführt, ist auf die

ganzheitliche Ausstattung exklusiver Wohn- und Geschäftsprojekte

spezialisiert und verbindet dabei

Design, Beständigkeit und handwerkliche Präzision.

BAUHERRENWÜNSCHE

„Der Boden sollte wirken, als hätte man ihn nach

Jahren der Überlagerung wieder freigelegt“, beschreibt

Thomas Schubert, Geschäftsführer von

Schubert Stone, den Wunsch des Bauherrn.

Eine weitere zentrale Vorgabe betraf die Farbgebung

der Bodenbeläge. „Die Bauherrschaft wünschte sich

einen hellen, warmen Ton, der die Räume freundlich

erscheinen lässt und harmonisch mit dem ebenfalls

gelieferten Tafelparkett aus Eiche korrespondiert“,

so Schubert. Gleichzeitig sollte der Boden einen

deutlichen Kontrast zur hochmodernen Designküche

setzen. Dieser Gegensatz zwischen klassisch anmutendem

Naturstein und zeitgemäßer Ausstattung

macht den besonderen Reiz aus. Über die Optik hinaus

spielten auch praktische Überlegungen eine

Rolle: Der Stein sollte widerstandsfähig sein und eine

Oberflächenbearbeitung aufweisen, die Benutzungsspuren

kaschiert.

EIGENSCHAFTEN DES KALKSTEINS

Die Wahl fiel auf einen fossilen Kalkstein, den Schubert

Stone unter der Bezeichnung „Kalkstein K 820“

führt und der aus der Türkei stammt. „Der Bauherr

entschied sich für Kalkstein, da er in vielen Sorten

seit Jahrhunderten in der Wiener Baukultur verankert

ist“, erläutert Schubert. Die gebürstete und getrommelte

Oberfläche verleiht dem Stein einen unregelmäßigen,

leicht antiken Charakter. Dies war

ganz im Sinne des Bauherrn, der sich einen „benutzt“

wirkenden Boden gewünscht hatte. Gleichzeitig

trägt der Stein mit seinem hellen, warmen Farbton

zur freundlichen Raumatmosphäre bei.

Der ausgewählte Naturstein überzeugt jedoch nicht

nur optisch, sondern auch durch seine technischen

Eigenschaften. „Dieser Kalkstein ist ein sehr guter

Wärmeleiter“, erklärt Thomas Schubert. Für den Einsatz

im Wohnbereich ist das ein entscheidender Vorteil,

da die Wärme der Fußbodenheizung so effizient

an die Oberfläche gelangt. Das Material wurde in

Form von Bahnen mit 35 Zentimetern Breite und

freien Längen geliefert, jeweils in einer Stärke von

nur zehn Millimetern und mit Rutschhemmungsklasse

A. Insgesamt kamen in der Villa 87 Quadratmeter

dieses Kalksteins im Eingangsbereich, im Entree

sowie in der großzügigen Küche zum Einsatz.

Foto: Schubert Stone

6 S12| 2025


SCHÖNE WELT DER STEINE

Die warmen Töne des Holzes kontrastieren mit dem hellen Kalkstein

und verleihen den Räumen eine einladende, wohnliche Atmosphäre

S12| 2025 7


NEUES AUS DER WELT DER FLIESEN

BUNTE RELIEFS,

WILDE TIERE,

VERBORGENE TÖNE

STEIN stellt ausgewählte Neuheiten vor und blickt dabei neben den einheimischen

Herstellern auch nach Tschechien, Spanien und Italien, wo neben aktuellen Kollektionen

auch neue Technologien und Verlege-Ideen entwickelt werden.

Von Anne Fischer

Villeroy & Boch Fliesen bietet die neue Fliesenserie

„Montagne“ an: Das Feinsteinzeug mit fein reliefierter

Oberfläche und glitzernden Pyrit-Effekten nimmt

die Optik von Quarzitgestein auf, inklusive Einschlüssen

und Unregelmäßigkeiten. Die Serie kommt in

fünf warmen Farben für Wand- und Bodenflächen,

mit vier Formaten, passenden Sockeln und Mosaik

für die bodenebene Dusche. Passend dazu: zwei Vilbogarden-Formate

für Außenbereiche wie Terrassen,

Balkone und Wege mit R11/B.

villeroy-boch-tiles.com/de/kollektion/montagne

Der deutsche Hersteller KeraTeam ahmt mit seiner

Kollektion „Aurum“ Marmor in vier Optiken keramisch

nach: Zur Wahl stehen die Varianten Travertin,

Carrara, Statuario oder Calacatta Gold in den Formaten

45x120, 35x100 sowie 35x75 Zentimeter mit mattem

oder glänzendem Finish.

kerateam.de/de/produkte/aurum

Foto:

12 S12| 2025


SCHÖNE WELT DER STEINE

Dezente Farben: Badgestaltung mit „Solid Ground“ von Agrob Buchtal

in der Farbe Red clay

Foto:

Fotos:Agrob Buchtal

S12| 2025 13


NEUES AUS DER WELT DER FLIESEN

Intelligente Oberfläche: Audio-Video-System von Iris Ceramica

Agrob Buchtal hat die neue Serie „Solid Ground“ im

Angebot, entwickelt mit dem Architektenbüro Hadi

Teherani Design. Zwölf Farben stehen zur Wahl,

neben warmen Graustufen auch intensive Farbtöne

wie Red clay und Mud green. Die Formate: 30 x 60 als

Grundfliese, sowie ein Mosaik-, ein Riegel-, und ein

Großformat 120 x 120 Zentimeter. Die Bodenfliesen

sind kombinierbar mit Relief-Wandfliesen.

agrob-buchtal.de/de/architekt-planer/serie/solidground

Engers Keramik setzt bei der neuen Kollektion „Ironlux“

auf eine Kombination von passend aufeinander

abgestimmten, metallischen Farbtönen für Wand

und Boden. Die Optik des Korrosionsprozesses gibt

es in den Formaten 60x120 sowie 5x25 Zentimeter.

engerskeramik.de/kollektionen/ironlux

Via hat Recyclingterrazzo entwickelt und wurde dafür

mit dem „German Design Award 2025“ ausgezeichnet:

Die Mischung besteht aus rund 40 Prozent Binde- und

rund 60 Prozent recyceltem Material, das zu Splitt verarbeitet

wurde. Auch die Transportwege werden minimiert,

da der Splitt vor Ort vorbereitet wird und deshalb

nur das Bindematerial angeliefert werden muss.

Als Zuschlag werden unter anderem Recyclingglas

oder Materialien wie Keramikbruchstücke oder Dachziegel

verwendet. Eine Sonderform dieses Recyclingterrazzo

für Motorsportfans: der Nürburgring-Terrazzo.

Dafür stellt Via aus Streckenabschnitten des Nürburgrings

limitierte Recyclingterrazzo-Mischungen

her. Der Asphaltbruch, der bei Sanierungen anfällt,

wird mit schwarzem Marmormehl veredelt, als

Bodenbelag für Garagen, Fuhrparks oder Autohäuser.

www.viamaterial.de/recyclingterrazzo

NEUHEITEN AUS TSCHECHIEN, SPANIEN UND

ITALIEN

Aus Tschechien von Rako kommt die Kollektion

„Core“ mit strukturierten Bodenfliesen in den Formaten

60x120, 60x60, 30x60, 10x10 und 5x5 Zentimeter,

die an Schiefer erinnert. Es gibt sie mit Rutschhemmung

in R11/B (Outdoor) und R10B-Oberfläche

(Indoor).

https://www.rako.cz/de/serie/core

Der spanische Fliesenhersteller Baldocer setzt mit

der Kollektion „Diamonds“ auf Feinsteinzeug in Marmoroptik

im Großformat 280x120. Die Wandfliesen

gibt es in zwei Farben: „amber champagne glitter“

und das dunkle „golden eye glitter“.

https://baldocer.com/en/product/diamonds

Der spanische Hersteller Cifre Ceramica widmet zwei

neue Kollektionen den Reliefs:

Bei „Lexa“ im Format 7,5x30 Zentimeter werden glatte

und reliefartige Fliesen kombiniert, die glänzende

Oberfläche verstärkt den bewegten Effekt.

Die Wandfliesenserie „Gala“ mit organischen Formen

im Format 8 x 21,5 Zentimeter hat eine glasierte

Textur und kommt in fünf Farben.

cifreceramica.com/de/kollektionen/gala

cifreceramica.com/de/kollektionen/lexa/

Fotos: Agorb Buchtal/Mirage/Cifreceramica/Iris Ceramica

14 S12| 2025


SCHÖNE WELT DER STEINE

Motiv Rhino, kombiniert mit einer passenden Dekorfliese

Wandgestaltung des italienischen Herstellers Mirage: Serie „Indomita“, Motiv Deer

Neue Kollektion aus Spanien von Cifre Ceramica: „Lexa“

S12| 2025 15


HEIZKRAFTWERK IN LEIPZIG

BUNTES

FASSADENKLEID

Speziell angefertigte Klinker von Gima und Keramik von Moeding prägen die Gebäude,

die baulich an den denkmalgeschützten Bestand angepasst sind.

Von Anne Fischer

Das Heizkraftwerk im Süden von Leipzig ist das Vorzeigeprojekt

der sächsischen Großstadt. Zwei Gasturbinen

sorgen in Kombination mit moderner Brennertechnologie

und Heißwassererzeugern sowie

speziellen Katalysatoren für Wärmeenergie. Im 60

Meter hohen Turm wird das Warmwasser gespeichert

und bei Bedarf in das Fernwärmenetz gespeist. Die

Besonderheit des HKW Leipzig Süd liegt auch im Gesamtkonzept:

Künftig soll die Anlage vollständig auf

Wasserstoff umgestellt werden, eine bauliche Erweiterung

für eine Solarthermieanlage ist geplant.

DENKMALSCHUTZ UND GRÜNDERZEIT

Baulich übertrugen die Architekten des Leipziger

Büros Atelier ST Merkmale historischer Fabrikarchitektur

auf die Gebäudehüllen des Kraftwerksgebäudes,

der Pumpenhalle sowie des Gasanlagengebäudes.

Diese reichen von der teils denkmalgeschützten

Industriearchitektur auf dem Areal mit Sichtmauerwerk

in den Farben Rot, Braun und Gelb bis hin zur

gründerzeitlichen Wohnbebauung im unmittelbaren

städtischen Umfeld.

Unterschiedliche Höhenstaffelungen in der Fassadengestaltung

sorgen dafür, dass die nahezu durchgängig

geschlossenen Außenwänden nicht zu massiv

wirken. Die Sockel sind mit Klinkersteinen im wilden

Verband bekleidet. Darüber schließen die Wandflächen

jeweils mit einer vorgehängten, leicht vorspringenden

Fassadenbekleidung aus vertikalen, unterschiedlich

langen Keramikplatten ab. Der Übergang

zwischen Klinkersockel und Terrakottafassade ist

nicht herkömmlich waagerecht, sondern verläuft

diagonal und zeichnet die Konturen der umgebenden

Dachlandschaften nach.

EIGENE LABORENTWICKLUNG

Am Sockel wurde ein Klinker-Sonderformat von

Gima in den Maßen 252 x 122 x 69 Millimeter eingesetzt,

das dem vorhandenen Steinformat der Bestandsbebauung

nachempfunden ist. Die Klinker mit

den drei neu geschaffenen Farbtypen Lamone bunt,

Econi und Umbra wurden im hauseigenen Labor entwickelt.

Sie wurden größtenteils unglasiert verbaut,

einzelne Binder aus grün glasierten Klinkern lehnen

sich an den Altbestand an. Oberhalb der Sockel entschieden

sich die Architekten für dreidimensional

strukturierte Keramikplatten von Moeding, extra angefertigt

für das Bauprojekt. Zum Einsatz kamen 70

mm starke, doppelschalige Platten mit einer unregelmäßig

aufgefalteten Struktur und unterschiedlich

angewinkelten Flächen in drei miteinander harmonierenden,

semiglänzenden Glasurfarben.

20 S12| 2025


SCHÖNE WELT DER STEINE

Klinker von Gima und Keramik von Moeding prägen die Gebäude

Der Übergang zwischen Klinkersockel und Terrakottafassade zeichnet

die Konturen der umgebenden Dachlandschaften nach

Foto: Moeding

Die Sockel sind mit Klinkersteinen im wilden Verband bekleidet,

darüber folgen vertikale, unterschiedlich lange Keramikplatten

S12| 2025 21


GROWING HOME AVALON BEACH

NATUR TRIFFT

DESIGN

Auf einer Klippe am Avalon Beach, New South Wales, wurde nach ökologischen

Prinzipien des Designers Jamie Durie ein Wohnhaus entworfen. Zehn Jahre dauerte

die Umsetzung der komplexen Planung. Über das aufsehenerregende Projekt berichtete

sogar das australische Fernsehen. Im Innen- und Außenbereich kamen

großformatige Feinsteinzeugplatten zum Einsatz.

Von Martina Noltemeier

230 Pflanzen im Innen- und Außenbereich sorgen für angenehme und

saubere Luft

Foto: Florim

24 S12| 2025


SCHÖNE WELT DER STEINE

Die Fliesen von Florim in natürlichen Farbtönen passen zum Konzept

eines nachhaltigen Designs

Foto: Florim

Jamie Duries Vision war es, an einem der spektakulärsten

Küstenabschnitte Sydneys eine Privatresidenz

zu schaffen, die Architektur, nachhaltiges Design

und Natur in Einklang bringt. Die Lage der privaten

Villa ist beeindruckend: Sie thront auf einer Klippe

über dem Avalon Beach und öffnet sich mit weitem

Blick auf den Ozean.

NACHHALTIGKEIT UND ÄSTHETIK

Ein zentrales Thema war nachhaltiges Bauen. Zeitgemäßes

Wohnen sollte mit der natürlichen Umgebung

verbunden und ökologische Verantwortung

konsequent in die Architektur integriert werden. Das

auf den Klippen gelegene Gebäude nutzt natürliche

Belüftung und Lichtverhältnisse, reduziert Energieverbrauch

und Abfallaufkommen. Außerdem wurden

netzunabhängige Technologien zur autonomen

Energieerzeugung (Off-Grid-Energiesysteme) sowie

Lösungen zur Regenwassernutzung in das Gesamtkonzept

aufgenommen. 230 Pflanzen sind in das

Haus integriert und reinigen die Luft.

Ein weiteres Augenmerk lag auf der sorgfältigen Materialauswahl.

Jamie Durie wählte Fliesen, die Eleganz,

Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit vereinen.

Nachhaltige Architektur versteht das Projekt

nicht als Label, sondern als Zusammenspiel von

Design, Technik und verantwortungsbewusstem

Materialeinsatz. „Es ging im Grunde darum, ein

Haus ohne Kompromisse zu bauen“, sagt der australische

Garten- und Landschaftsarchitekt, Fernsehmoderator

und Autor. Jedes Element sollte anspruchsvolles

Design mit einem energieeffizienten

System verbinden, das einen weitgehend autarken

Betrieb ermöglicht.

ZEITLOS, ROBUST UND BESTÄNDIG

Florim wurde als Partner ausgewählt, um Keramikmaterialien

zu liefern, die den ästhetischen und

technischen Anforderungen entsprechen. Die Feinsteinzeugfliesen

kamen im gesamten Objekt sowohl

im Innen- als auch im Außenbereich als Bodenbelag

und Wandverkleidung zum Einsatz. Das

Unternehmen hatte die Aufgabe, Keramikoberflächen

zu liefern, die den rauen Witterungsbedingungen

(Wind, Meersalz, Temperaturschwankungen)

standhalten, haltbar sind und zugleich in ästhetischer

Hinsicht überzeugen. Die Materialien sollten

der Designsprache des Architekturbüros Silvester

Fuller entsprechen – besonders in Bezug auf seine

Vorstellungen von Texturen und Farbgebung in neutralen

und natürlichen Tönen. Ein weiteres Ziel war

die Schaffung einer gestalterischen Einheit von

Innen- und Außenbereichen.

S12| 2025 25

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