Möbel & Einrichtung, Uhren, Skulpturen & Kunsthandwerk
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ONE OF THE LEADING
AUCTION HOUSES
IN EUROPE
CATALOGUE I
FURNITURE & INTERIOR, CLOCKS
SCULPTURE & WORKS OF ART
Auctions: Thursday, 4 December 2025
Exhibition: Saturday, 29 November – Tuesday, 2 December 2025
FURNITURE
& INTERIOR
C L O C K S
1
BEDEUTENDER UND SELTENER SCHRANK
AUS DER FRÜHRENAISSANCE
Höhe: 178 cm.
Breite: 154 cm.
Tiefe: 74 cm.
Flandern oder Frankreich, um 1510.
Die frühe französische Renaissance (ca. 1490 – 1530)
ist durch große Veränderungen und eine rasche Entwicklung
in allen künstlerischen Bereichen geprägt.
Zwar begann der italienische Einfluss bereits in der
zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts spürbar zu werden,
doch erst unter der Herrschaft Ludwigs XII wurde
er im französischen Kunstschaffen wirklich prägend.
Ab 1515 förderte Franz I diese Begeisterung für den
Italianismus durch aktives Mäzenatentum maßgeblich.
Auch die Möbel blieben von dieser Entwicklung nicht
unberührt und durchliefen eine bedeutende Wandlung.
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts blieb die
Grundstruktur der Möbel noch gotisch, Serviettefalten,
Fialen und Strebepfeiler zierten weiterhin die Möbel.
Dennoch bereicherte sich das ornamentale Repertoire
um Arabesken, Grotesken sowie florale Kompositionen
und Rankenvoluten, in denen die Bedeutung der
Symmetrie deutlich wird.
Die raffiniertesten Möbel wurden mit Medaillons verziert,
die Profile von Männern und Frauen zeigten. Dabei
handelte es sich oft um Hochzeitsmöbel, die die
jungen Eheleute – manchmal begleitet von ihren Vorfahren
– darstellten. In Anlehnung an antike Münzen,
Medaillen und Kameen zählen diese Figuren in Medaillons
zu den charakteristischsten Verzierungen der
Frührenaissance. Prachtvolle Schränke zählen zu den
schönsten Schöpfungen der Regierungszeit Ludwigs
XII. Ihre sehr kurze Entstehungszeit – 1490 bis 1515 –
macht sie zu noch selteneren Möbeln als die gotischen
Schränke.
Der hier vorgestellte Schrank ist zwar noch von mittelalterlicher
Konzeption, doch seine strenge Architektur
bietet einen stabilen Korpus, der mit Zapfen
und Zinken verbunden ist und dessen Rahmen durch
ein profiliertes Gesims betont wird. Er steht auf geraden
Füßen, die – wie damals üblich – die seitlichen
Pfosten des Korpus verlängern. Der Rahmen ist mit
einer Säule verziert, die ein typisch gotisches Dekor
trägt: Der untere Teil zeigt Ranken mit Blättern und
Blüten, während der obere Teil an die Krabbenspitzen
erinnert, die gotische Kathedralen schmückten. Die
Säule ruht auf einer grinsenden Maske, und in ihrer
Mitte ist ein überraschendes Detail eingearbeitet –
ein fein geschnitztes Männerprofil, eingerahmt von
zwei Profilen derselben Frau. Der Schrank öffnet sich
mit zwei Flügeltüren, die jeweils mit sechs, in die Pfosten
des Korpus eingelassen Feldern verziert sind.
Das Dekor dieses Schranks besteht aus zwölf Feldern,
die mit Halbfiguren im Profil verziert sind. Acht
dieser Medaillons sind von einem Lorbeerkranz umgeben,
die anderen vier von einer gerillten Profilierung.
Jedes Medaillon wird von einem pflanzlichen
Arabeskendekor gekrönt, dessen Muster von Feld zu
Feld variiert. Die fein geschnitzte leichte Flora steht
im Kontrast zu den zackigen Blättern, die auf gotischen
Möbeln oft strenger wirken. Sie wird bereichert
durch hybride Tiere, Früchte, Blüten, Masken,
geflügelte Engelköpfe und Kartuschen. Die Medaillons
sind paarweise horizontal angeordnet und bilden
so sechs einander gegenüberstehende Paare. Jedes
Gesicht ist individuell gestaltet. Man bewundert die
Vielfalt der Kostüme und Frisuren, die alle unterschiedlich
sind. Die Figuren tragen mal Hofkleidung,
mal alltäglichere Gewänder. Die Modellierung der Gesichter
ist weich, die Wiedergabe der Kleidung und
Stoffe präzise.
Provenienz:
Sammlung Toulouse-Lautrec.
Literatur:
Vgl. Jacques Thirion, Le Mobilier du Moyen-Âge
et de la Renaissance en France, Dijon 1998.
Jacqueline Boccador, Le Mobilier français du Moyenâge
à la Renaissance, Saint-Just-en-Chaussée 1988.
(1461224) (1) (13)
IMPORTANT AND RARE EARLY
RENAISSANCE CABINET
Height: 178 cm.
Width: 154 cm.
Depth: 74 cm.
Flanders or France, ca. 1510.
Provenance:
Toulouse-Lautrec collection.
Literature:
cf. Jacques Thirion, Le Mobilier du Moyen Âge
et de la Renaissance en France, Dijon 1998.
Jacqueline Boccador, Le Mobilier français du Moyen
Âge à la Renaissance, Edition d’art Monelle Hayot,
1988.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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15
2
GESCHNITZTE HOLZTRUHE
MIT ZWEI ZINNENTÜRMEN
Höhe: 64,5 cm.
Breite: 124 cm.
Tiefe: 53 cm.
Südwestfrankreich, 16. Jahrhundert.
Die Truhe war im Mittelalter ein unverzichtbares Möbelstück.
Mit Griffen ausgestattet war sie dafür konzipiert
leicht von einem Wohnsitz zum anderen transportiert zu
werden. Sie konnte Haushaltswäsche, Geschirr oder sogar
Silberwaren beinhalten. Diese seltene Truhe aus
dem 16. Jahrhundert besteht aus Edelkastanienholz.
Sie weist eine in den massiven Holzblock geschnitzte
Front mit leichtem Relief auf. Das Dekor erstreckt sich
über die gesamte Vorderseite der Truhe. Dort entdeckt
man, umgeben von einer gerillten Friesverzierung, zwei
typisch mittelalterliche architektonische Szenen: Die
steinernen Mauern und Zinnentürme einer Burg dieser
Zeit. In der Mitte, unter einem Vorhängeschloss mit
Riegeln, befindet sich ein Feld mit kreuzweise geschnitztem
Muster. Die Pfosten und Querbalken der
Truhe, die durch ihre har monischen Proportionen bestachen,
sind mit einer Rundschwanzverbindung verbunden.
Die glatten Seiten tragen in ihrer Mitte handgeschmiedete
Eisengriffe. Die Truhe ruht auf einer
profilierten Sockelleiste an ihrer Unterseite. Vollständig
aus der Entstehungszeit erhalten, besitzt sie noch ihren
Originaldeckel und die ursprünglichen Beschläge.
(1461226) (1) (13)
€ 7.000 – € 10.000
Sistrix
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3
SELTENE GESCHNITZTE UND
PYROGRAPHIERTE ZEDERNHOLZTRUHE
Höhe: 65 cm.
Breite: 178 cm.
Tiefe: 62 cm.
Norditalien, Friaul, 16. Jahrhundert.
Diese seltene Truhe mit schöner Patina besteht aus
einem Korpus aus Zedernholz, das geschnitzt und pyrographiert
ist. Besonders starker Scharnierdeckel. Die
Innenseite zeigt ein Dekor mit mythologischen Szenen:
Konturgeschnittene und reliefartig aufgebrachte
Motive auf einem Amati-Hintergrund, die zwei Szenen
aus der Geschichte von Diana und Actaeon darstellen,
umgeben von Tierkreiszeichen. In der Mitte wird eine
Kartusche von geflügelten Kindern getragen und von
Rankenwerk eingerahmt. Die Frontseite präsentiert
Szenen militärischer und maritimer Eroberungen mit
Figuren in spanischen und indianischen Gewändern.
Die Seiten, ausgestattet mit handgeschmiedeten Eisengriffen,
sind mit Chimären verziert. Tito Miotti, Autor
des Referenzwerks Nobilta del mobile friulano, verzeichnet
zwölf ähnliche Truhen wie diese und ordnet
diese kleine Serie von Möbeln mit ihrem sehr besonderen
Dekor mit Nachdruck der Region Friaul im Nordosten
Italiens zu. Diese überzeugende These stützt
sich vor allem auf die Fund- und Aufbewahrungsorte
der bisher bekannten Truhen.
Literatur:
Vgl. Tito Miotti, Nobilta del mobile friulano, Udine,
S. 66 – 81. (1461225) (1) (13)
€ 6.000 – € 9.000
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17
4
SCHRANK AUS DER FRÜHRENAISSANCE
Höhe: 152 cm.
Breite: 93 cm.
Tiefe: 44 cm.
Nordfrankreich, erste Hälfte 16. Jahrhunderts,
im Henri II-Stil.
EARLY RENAISSANCE CABINET
Height: 152 cm.
Width: 93 cm.
Depth: 44 cm.
Northern France, first half of the 16th century,
in the style of Henry II.
Während der Renaissance unter Heinrich II setzte die
Strenge der Komposition eine Grenze für die Üppigkeit
des Dekors. Diese Vorliebe für Klarheit und Strenge ist
charakteristisch für diesen Stil. In dieser Zeit wurden
die Schreiner regelrecht zu Architekten; es stand die
architektonische Harmonie des Möbels im Mittelpunkt
ihrer Überlegungen und so war das Studium antiker
Module damals eine Notwendigkeit. Aus diesem Sinn
für Proportionen entstanden raffinierte Möbel mit reinen
Linien. Dieses in honigfarbener Eiche gefertigte
Möbelstück ist ein gutes Beispiel dieser Epoche. Über
rechteckiger Basis mit vorgesetzten kannelierten Balusterbeinen
der zweitürige Aufbau mit Scheinpilastern
mit korinthischen Kapitellen und Flügeltüren.
Provenienz:
Sammlung Chabrières-Arlès.
Durch Vererbung an Vorbesitzer.
(1461223) (1) (13)
Provenance:
Chabrières-Arlès collection.
By inheritance to previous owner.
€ 10.000 – € 12.000
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19
5
ITALIENISCHE FRÜHBAROCKE KOMMODE
Höhe: 89 cm.
Breite: 70,5 cm.
Tiefe: 35 cm.
Italien, 17. Jahrhundert.
In Weichholz gearbeiteter und ebonisierter, über Profilbasis
liegender vierschübiger Korpus. Die Schübe mit
Maskerons als Griff und flankiert von geschnitzten figürlichen
Wangen, Hermenfiguren darstellend. Der
obere Schub mit seitlichen Kopfreliefs. Überkragende,
den Zügen des Möbels folgende profilierte Deckplatte.
(1460973) (13)
€ 4.000 – € 6.000
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6
SCHÖNE GOTISCHE EISENBESCHLAGENE
EICHENHOLZTRUHE
Höhe: 24 cm.
Breite: 76 cm.
Tiefe: 42 cm.
Flandern, 15. Jahrhundert.
Diese seltene rechteckige Truhe verfügt über einen
oberen Traggriff und ein kunstvoll geschmiedetes Vorhängeschloss
mit Riegel. Die gesamte vordere Kante
des Deckels ist mit einer Blumenfries-Verzierung geschmückt.
Ein Dekor aus kreisförmigen beblätterten
und blumigen Ranken ziert die Truhe, ergänzt durch
lilienverzierte Bänder und Rosetten.
(1461228) (1) (13)
€ 4.500 – € 6.000
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7
SELTENES GOTISCHES SCHMUCKKÄSTCHEN
Höhe: 8 cm.
Breite: 18 cm.
Tiefe: 11 cm.
Frankreich, um 1500.
Buchenholz. Mit geradem Deckel, allseitig im Relief beschnitzt
mit gotischer Fischblasenornamentik, in den
Tiefen ist Muschelgoldbemalung erhalten. Frontale
Schlempe zur Öse in Messing. Schöne Alterspatina.
Einige der Maßwerkstege ausgebrochen, jedoch kaum
auffällig.
(1461382) (11)
€ 4.000 – € 6.000
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8
SELTENE HOCHZEITSSCHATULLE
DER SPÄTRENAISSANCE
Höhe: 14 cm.
Breite: 24 cm.
Tiefe: 16,5 cm.
Franko-flämisch, Ende 16. Jahrhundert.
Rechteckkästchen in Nussholz mit geradem vortretendem
Deckel, darauf vertieft geschnitztes Kassettenfeld
mit Raute und eisernem Tragehenkel. Alle Seiten
mit entsprechenden vertieften Kassetten, an der
Front zwei Felder mit Halbbildnissen eines jungen
Bräutigams sowie der Braut in zeitentsprechender
Gewandung mit Halskrausen. An den Seiten Rollwerkdekor,
darauf Tragehenkel. An der Rückseite im Hochovalfeld
ein Herz mit Pfeil. Frontschlempe zum Schlüsselbeschlag
in Eisenschnitt (Innenschloss fehlt).
Innenauskleidung in smaragdgrünem Samt. Solche
Schatullen wurden anlässlich einer Hochzeit der Braut
als Schmuckkästchen gefertigt. Die Reliefschnitzereien
in hoher Qualität.
(1461385) (11)
€ 3.000 – € 5.000
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21
9
BAROCKSCHRANK MIT INTARSIENDEKOR
Höhe: 194 cm.
Breite: 180 cm.
Tiefe: 77 cm.
Österreich, Mitte 18. Jahrhundert.
Beigegeben in Kopie ein Schätzungsgutachten, Wien,
4. November 1992 über einen Verkehrswert von Schilling
600.000.
Weichholzkorpus, nussfurniert, zweitüriger Kasten.
Ornamentaler und figürlicher Dekor mit Bandelwerk
teilweise in Eiche, Ahorn und Edelhölzern in Form von
Feldern marketiert. Die Türen in drei Felder geteilt mit
Darstellungen von Rittern, Wappen, sowie Engelsköpfen.
Das Kranzgesims abhebbar, vorkragend und
verkröpft. Schrank mittels Keilverbindung zerlegbar.
Provenienz:
Gemäß Gutachten und Einlieferertradition ehemals
Schloss Orth.
Geschenk der Großmutter des Einlieferers, Kammersängerin
Christa Ludwig (1928 – 2021), welche ab
1962 Kammersängerin an der Wiener Staatsoper war.
(1440241) (13)
BAROQUE CABINET WITH INLAID WORK
Height: 194 cm.
Width: 180 cm.
Depth: 77 cm.
Austria, mid-18th century.
Accompanied by a valuation, Vienna, 4 November 1992
with market value of ATS 600,000, in copy.
Two-door chest with softwood structure and walnut
veneer. Ornamental and figurative decoration in marquetry
panels with strapwork, partly in oak, maple, and
precious woods.
Provenance:
According to the report and tradition of the owners
formerly Orth Castle. Gift by the grandmother of the
consignor, opera singer Christa Ludwig (1928 – 2021),
active at the Vienna State Opera from 1962.
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
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23
10
BAROCKSCHRANK
Höhe: ca. 208 cm.
Breite: 186 cm.
Tiefe: 68,5 cm.
Süddeutschland, 18. Jahrhundert.
Kastenkorpus auseinanderbaubar, über fünf gequetschten
Kugelfüßen stehend. Mit abgeschrägten
Kanten, auskragendem Gesims und kassettierten
Intarsieneinlagen. Drei Regalböden und mit Bandelwerk
verzierte Türen, diese mit Originalbeschlägen
und Schloss. Schlüssel nicht vorhanden. Alters- und
Gebrauchssp., besch.
(1461231) (13)
€ 4.000 – € 6.000
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25
11
KASSETTENSCHRANK
Höhe: 230 cm.
Breite: 198 cm.
Tiefe: 68 cm.
Mitteldeutschland, erste Hälfte 18. Jahrhundert.
Auf gedrückten wie profilierten Kugelfüßen der zweitürige
Korpus mit zweischübiger Zarge und überbordendem
Gesims. Die Türen mit schönem Spiegelfurnier
und Vauban-Kassettierung.
(1451651) (13)
€ 5.000 – € 6.000
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27
12
NEUWIEDER BAROCK-KOMMODE
Höhe: 91 cm.
Breite: 137 cm.
Tiefe: 67 cm.
Abraham Roentgen, 1711 – 1793, Umkreis des.
Neuwied, um 1760.
Beigegeben eine Restaurierungsdokumentation von
Valentin José Kammel, Berlin, August – Dezember
2017. Ebenfalls beigegeben eine Dokumentation von
Dr. Thomas Schmitz-Avila, Bad Breisig, jeweils in
Kopie.
In à jour gearbeiteten, ziselierten Bronzesabots stehende
geschweifte und gekantete Wangen, welche in
Rankenformen darstellende, à jour gearbeitete Knielösungen
in Bronze enden. Der dreischübige Korpus
mit bombierter Front und schönen alten ziselierten und
vergoldeten Beschlägen, Rocaillen und Blattformen
darstellend. Die Schübe mit Nussholzfurnier und einer
Lambrequin-Schabrake in durchbrochen gearbeiteter
Bronze. Überkragende, den Zügen des Möbels folgende,
profilierte Deckplatte mit passigen Ecklösungen
und zentralen Intarsien, mit teils gefärbten Schleifenund
Blütenformen in symmetrischer Anordnung. Ein
Schlüssel vorhanden. Die aufwändig gearbeiteten
Schlösser mögen für den konzeptionellen Anspruch
stehen, welcher von Möbeln des Abraham Roentgen
und seines Sohnes David Roentgen (1743 – 1807) bekannt
ist.
NEUWIED BAROQUE CHEST OF DRAWERS
Height: 91 cm.
Width: 137 cm.
Depth: 67 cm.
Abraham Roentgen, 1711 – 1793, circle of.
Neuwied, ca. 1760.
Accompanied by a restoration report by Valentin José
Kammel, Berlin, August – December 2017 and a report
by Dr Thomas Schmitz-Avila, Bad Breisig, each in copy.
The elaborately crafted locks may suggest the high design
standards associated with furniture by Abraham
Roentgen and his son David Roentgen (1743 – 1807).
Provenance:
Private collection, Zeuthen.
€ 40.000 – € 60.000
Sistrix
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Provenienz:
Zeuthener Privatsammlung. (1450551) (13)
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29
13
PAAR SELTENE PORZELLANOBJEKTE
Höhe inkl. Stand: 70,5 cm.
Höhe ohne Stand: 61 cm.
Ohne für uns erkennbare Marken.
Meißen, 18. Jahrhundert.
Porzellan, gegossen, montiert und glasiert. Sekundärer
vielleicht in Paris entstandener in vergoldeter und
ziselierter Bronze gefertigter Stand. Dieser jeweils im
Louis XV-Stil mit Feuervergoldung und feiner Ziselierung,
à jour gearbeiteten Rocaillen und aufmontierten
Akanthuszungen, von denen die aufmontierten Porzellankörper
gehalten werden. Diese mit zentralem Stamm
und umhermontierten Figuren und Blüten, sowie Rocaillen.
Innen mit Haltevorrichtung für drei Leuchterarme.
Besch.
Literatur:
Ein vergleichbares Objekt mit den entsprechenden
Figuren und Delfinstand im Ostankino Palace Museum
in Moskau; dieses abgebildet in: K.A. Solovyov,
Russian Luminaires (18th – 19th Century), Moskau,
1950, Abb. 153. (1450031) (13)
A PAIR OF RARE PORCELAIN OBJECTS
Height incl. stand: 70.5 cm.
Height excl. stand: 61 cm.
No visible hallmarks.
Meissen, 18th century.
Porcelain; cast, mounted, and glazed. Gilt and chased
bronze stand of a later date, possibly made in Paris.
Literature:
A comparable object with the corresponding figures
and dolphin is held in the Ostankino Palace Museum
in Moscow, and is illustrated in: K.A. Solovyov,
Russian Luminaires (18th – 19th Century), Moscow
1950, ill. 153.
€ 15.000 – € 25.000
Sistrix
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31
14
LOUIS XV-KONSOLE
Höhe: 82 cm.
Breite: 127 cm.
Tiefe: 75 cm.
Süddeutschland, um 1730.
In Weichholz gearbeitet, weiß gefasst und goldgehöht.
Über zwei als Voluten gebildeten Beinen, die mittig in
einer Zarge zusammengeführt werden, die teils à jour
gearbeitete teilvergoldete und mit Blüten und Blattwerk
reliefierte Zarge. Profilierte, den Zügen des
Möbels folgende Marmordeckplatte. Rest.
(1450062) (13)
€ 3.000 – € 5.000
Sistrix
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15
KLEINER NÜRNBERGER ANANASPOKAL
Höhe: 27 cm.
Gewicht: 268 g.
Fußring undeutlich gepunzt, am Kupparand Stadtmarke
„N“ für Nürnberg, Meistermarke verschlagen.
17./18. Jahrhundert.
Silber, vergoldet, mit Innenvergoldung. Die Teile verschraubt.
Runder, leicht gewölbter Standfuß, darüber
gerolltes Blattwerk sowie ein aufstrebender, vollplastisch
gegossener Baumstamm, umwunden von einer
Schlange, die ein Männchen mit Axt zu töten sucht.
Kuppa und Deckel in Traubenform ineinandergreifend;
darüber wiederholte Blattformen und eine bekrönende
hochstehende Blüte. Rest.
(14511113) (11)
€ 3.000 – € 5.000
Sistrix
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16
BAROCK-KONSOLE
Höhe: ca. 87 cm.
Breite: 106 cm.
Tiefe: 54 cm.
Zweite Hälfte 18. Jahrhundert
Aus Holz geschnitzt und goldgefasst. Auf hohen, S-
bogig geschweiften Beinen, die Zarge durchbrochen
geschnitzt mit Rocaillen, C- und S-Bögen. Das Möbel
sich wandseitig weitend. Die in feinem Profil beschnitzten
Beine in Volutenfüße auslaufend, durch einen
mit Blattformen, Rocaillen, Blüten und einem Adler
mit großen Flügeln besetzten Steg verbunden,
dieser teils durchbrochen geschnitzt. Die Abdeckplatte
den Schweifungen des Möbels folgend, mit feiner
Randprofilierung und in grau-weiß geädertem Marmor.
Besch., Absplitterungen.
(1460819) (18)
€ 1.500 – € 3.000
Sistrix
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17
TAPISSERIEPORTRAIT DES EUGENIO DI SAVOIA
(PARIS 1663 – WIEN 1736) ALS FELDHERR
146 x 103 cm.
In floral und vegetabil reliefiertem Rahmen.
Dreiviertelportrait eines in glänzendem Harnisch vor
uns stehenden Mannes mit Marschallstab; auf seinem
Brustharnisch der Orden des Goldenen Vlies. Rechts am
Bildrand angeschnitten ein Zelt, das zusätzlich auf seine
Funktion als Feldherr verweist. Gut vergleichbar ist ein
Gemälde von Johann Gottfried Auerbach (1697 – 1753),
das im Belvedere in Wien verwahrt wird und Prinz Eugen
ebenfalls vor einem Zelt als Feldherrn darstellt (Inv.Nr.
11515), jedoch erscheint unser Harnisch bereits eher
dazu geeignet, als der auf dem Portrait in Wien.
Prinz Eugen von Savoyen (1663 – 1736) zählt zu den bedeutendsten
Militärführern Europas in der frühen Neuzeit.
In den Diensten der Habsburger Monarchie führte
er seine Truppen in zahlreichen entscheidenden Schlachten
gegen das Osmanische Reich und Frankreich. Besonders
berühmt wurde er durch seinen Sieg bei der
Schlacht von Zenta (1697) und seine Rolle im Spanischen
Erbfolgekrieg. Mit strategischem Geschick, diplomatischem
Feingefühl und unerschütterlicher Loyalität
trug Eugen wesentlich zur Sicherung und Ausweitung
der habsburgischen Macht bei. Als Förderer von Kunst
und Architektur hinterließ er darüber hinaus bleibende
Spuren – nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch
im kulturellen Erbe Europas. Rest.
Provenienz:
Auktion Asta Bolaffi, 25. September 2013.
Sammlung Amedeo di Savoia, Duca d’Aosta.
(1450243) (13)
€ 7.000 – € 9.000
Sistrix
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18
ELEGANTE UND BEDEUTENDE RÉGENCE-
KOMMODE
Höhe: 83,6 cm.
Breite: 132 cm.
Tiefe: 63 cm.
Paris, 18. Jahrhundert.
Korpus in Weichholz, furniert in Palisander. Die dreischübig
gestaltete, vertikal geschweifte Schübefront
zeigt sich in einer eleganten Bewegung. Die Mittelzone
ist mit Rechteckfeldern gestaltet, während die Schübe
seitlich S-bogig nach hinten geschweift sind und die
Ecken leicht vorgezogen wirken. Diese Elemente münden
in geschweifte Stollenfüße, die mit reichhaltigem,
feuervergoldetem Beschlagwerk verziert sind. Die feuervergoldeten
Bronzebeschläge um die Schlüssellöcher
sind in Form von Kartuschen über einem Schweifwerk
angeordnet, das zwei gegenständige Büsten zeigt. An
den Ecken befinden sich plastische Frauenköpfe, und
die Traversen sind mit Messingkanneluren verziert. Entsprechend
aufwendig auch die beweglichen Henkelzüge,
mit sternförmigen Blattwerk. Furnier einheitlich in
Palisander, die Bandeinlagen mit unterschiedlichen Schattierungen.
Innenfelder dreifach gespiegelt, das Furnier an
den Ecken diagonal verlegt, an den Seiten rautenförmig.
Marmorplatte weiß, rot gesprenkelt.
Literatur:
Vgl. Pierre Kjellberg, Le mobilier francais du XVIIIe
siècle, Paris 1989. S. 71, S. 551, S. 584, S. 592, S. 783.
(1410751) (19)
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 4.200 – € 6.500
Sistrix
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33
19
LOUIS XV-KOMMODE
Höhe: 89 cm.
Breite: 142 cm.
Tiefe: 61 cm.
Signiert „Dautriche“.
In vergoldeten und ziselierten Blattwerk-Bronzesabots
stehender, zweischübiger Korpus sans traverse mit in
Bronze gegossenen und vergoldeten Knielösungen in
Blattform. Der Korpus leicht trapezförmig gestaltet
mit schwarzem Lackfond und polychromer goldener
Lackarbeit, figürliche Szenen in chinoisen Landschaften
darstellend. Ringhandhaben in Perlstabmanier sowie
Schleifen- und Feston-Schlüsselschilder. Ein Schlüssel
vorhanden. Überkragende profilierte und gekehlte, den
Zügen des Möbels folgende, restaurierte Breche d’alep
Marmordeckplatte. Rest., erg.
LOUIS XV COMMODE
Height: 89 cm.
Width: 142 cm.
Depth: 61 cm.
Signed “Dautriche”.
Literature:
Pierre Kjellberg, Le Mobilier Français Du XVIII Siècle:
Dictionnaire des Ébénistes Et Des Menuisiers, Paris
1989, p. 224, ill. b.
€ 25.000 – € 35.000
Sistrix
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Literatur:
Pierre Kjellberg, Le Mobilier Francais Du XVIII Siecle.
Dictionnaire Des Ebenistes Et Des Menuisiers, Paris
1989, S. 224, Abb. b. (1460251) (13)
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35
20
NAPOLEON III-SALONTISCH
Höhe: 74,5 cm.
Breite: 54,5 cm.
Tiefe: 38,5 cm.
Auf der Schlossplatte signiert „P. Sormani“
(Paul Sormani, 1817 – 1877).
Paris, 19. Jahrhundert.
Auf aus Voluten geformten vergoldeten Bronzesabots
vier leicht geschweifte und gekantete Beine mit weiblichen
Büsten als Knielösungen. Einschübige Zarge mit
leicht überkragender, den Zügen des Möbels folgender
Deckplatte. À jour gearbeitete Blattwerkgalerie an drei
Seiten. Zarge und Deckplatte mit kontrastreich eingelegten
Kartuschen und Blütenmarketerie. Ein Schlüssel
vorhanden. Inneneinrichtung mit fünf Fächern, Deckplatte
an Scharnieren aufklappbar und einen Spiegel
bergend.
Anmerkung:
Der Ebenist Sormani, in Italien 1817 geboren und
1877 verstorben, war bekannt für die Herstellung von
überwiegend kleinen Möbeln in fantasievollem Aufbau
und originellen Formen. Er unterhielt sein Atelier
in der Rue de Temple 14, Paris, mit großem Erfolg.
Sein Werk zeigt vor allem Möbel im Stil des Louis XVI.
1867 nahm er an der Weltausstellung in Paris teil.
(1451654) (13)
€ 7.000 – € 9.000
Sistrix
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21
LOUIS XV-KOMMODE
Höhe: 60 cm.
Breite: 115 cm.
Breite: 83 cm.
Frankreich, 18. Jahrhundert.
In à jour gearbeiteten vergoldeten und ziselierten
Bronze sabots der vierschübige Korpus mit schabrackenähnlicher
Zarge. Die Schübe und Scheinschübe mit
Mäanderintarsien-Kartusche. Die Schlüsselschilder
und Scheinschlüsselschilder sowie die Beschläge
gebildet aus gegossener und vergoldeter Bronze
vegetabile Ornamente darstellend. Den Zügen des
Möbels folgende grau weiß geäderte Marmordeckplatte
mit Kehlung. Min. besch.
(1460553) (13)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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22
PAAR HÖFISCHE LOUIS XVI-LEUCHTERVASEN
Höhe: je 26 cm.
Frankreich, Paris, um 1760/70.
In höchst qualitätvoller Ausführung aus Marmor und
vergoldeter Bronze, nach einem Entwurf eines Künstlers
von Rang. Die Vasenkörper ovoid, aus seltenem,
wolkig gesprenkeltem Marmor, im Unterteil godroniert
und von seitlichen Spangen eingefasst, die aus den
geschweiften Tatzenbeinen des Rundfußes hochziehen.
Oben jeweils besetzt mit einer Frauenbüste, die mit
vollen Wangen symbolisch die Flamme zu löschen
scheint. Der Vasenhals durchbrochen gearbeitet. Seitlich
Blumenfestons, an den Sockeln Amormotive im
Relief. Die Deckel mit bekrönenden Pinienzapfen fungieren
umgekehrt als Kerzentüllen.
(14610810) (1) (11)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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37
23
RÉGENCE-KOMMODE
Höhe: 84 cm.
Breite: 119 cm.
Tiefe: 58 cm.
Frankreich, Anfang 18. Jahrhundert.
In vergoldeten Bronzesabots in Blattform stehende geschweifte
Wangen, den fünfschübigen Korpus tragend.
Diese mit vergoldeten und ziselierten Bronzen beschlagen.
Die Deckplatte den Zügen des Möbels folgend
und mit vergoldetem Profil sowie symmetrisch gesetzten
Einlagen. Die Wangen mit applizierten vergoldeten
Bronzeblüten. Ein Schlüssel vorhanden.
(1461873) (1) (13)
FRENCH REGENCY COMMODE
Height: 84 cm.
Width: 119 cm.
Depth: 58 cm.
France, early 18th century.
€ 20.000 – € 30.000
Sistrix
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24
LOUIS XVI-KAMINSCHIRM
Höhe: 104 cm.
Breite: 67 cm.
Tiefe: 25,2 cm.
Frankreich, um 1780.
In Holz gefertigt und vergoldet. Auf zwei aus Voluten
gebildeten und ornamental reliefierten Wangenfüßen
ruhender, hochrechteckiger Rahmen mit bekrönender
Louis XVI-Schleife und eingelegter Gros point- und Petit
point-Stickerei, florale Ornamente in symmetrischer
Anordnung darstellend. Besch.
(1460974) (13)
€ 1.800 – € 2.500
Sistrix
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25
TRANSITIONS-BEISTELLTISCH
Höhe: 71 cm.
Durchmesser: 32 cm.
André Louis Gilbert (1746 – 1809), zug.
Frankreich, zweite Hälfte 18. Jahrhundert.
In fein ziselierten und vergoldeten Bronzesabots stehend
die drei gekanteten, wie geschweiften Beine mit
eingelegtem messingumrandetem Tableau mit Architekturintarsie.
Eintüriger trommelförmiger Korpus mit
teils gefärbten und intarsierten Architekturdarstellungen
in Landschaft. Diese kartuschiert und alternierend
mit Louis XVI-Applikationen. Den Zügen des Möbels
folgende, leicht überstehende Deckplatte mit à jour
gearbeiteter Galerie und goldpunzierter Lederschreibplatte.
Ein Schlüssel vorhanden. Besch.
(1461875) (1) (13)
TRANSITION PERIOD SIDE TABLE
Height: 71 cm.
Diameter: 32 cm.
André-Louis Gilbert (1746 – 1809), attributed.
France, second half of the 18th century.
€ 12.000 – € 15.000
Sistrix
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39
26
PAAR VASEN
Höhe: 47,5 cm.
19. Jahrhundert.
Paar große Vasen aus Porzellan, beige glasiert und
craqueliert, die Henkel in Akanthusvoluten gestaltet,
ruhend auf Basis mit Blätterfries.
(1461455) (1) (17)
A PAIR OF VASES
Height: 47.5 cm.
19th century.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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27
PAAR EMPIRE-ZIERVASEN
Höhe: 28,5 cm.
Frankreich, um 1810.
Bronze; vergoldet, mit schöner Alterspatina. Antike
Amphorenform; die Henkel ziehen sich von Palmetten
ausgehend hoch und enden in einem floralen Abschluss.
Jeweils eingezogener Fuß auf würfelförmigem
Sockel mit Antreppung und Palmettenfries.
(1461089) (1) (11)
€ 3.000 – € 5.000
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28
SEKRETÄR À ABBATANT
Höhe: 143 cm.
Breite: 90 cm.
Tiefe: 37 cm.
Gestempelt „L. BOUDIN und J.M.E.“ (Léonard Boudin,
1735 – 1807, Meister ab 4. März 1761).
Paris, zweite Hälfte 18. Jahrhundert.
Hochrechteckiger Korpus, furniert in Rosenholz und
Amaranth. Auf kurzen, vorne zu Säbelbeinen ausgeformenten
Beinen, der zweitürige Unterbau, mit darüberliegender
Klappschreibplatte sans traverse. Darüber
ein Schub sowie eine den Zügen des Möbels folgende,
rot-weiß geäderte Marmordeckplatte. Die Inneneinrichtung
vierschübig und mit symmetrisch angeordneten
Fächern versehen. Ein Schlüssel vorhanden.
(1461874) (1) (13)
SECRETARY DESK
Height: 143 cm.
Width: 90 cm.
Depth: 37 cm.
Stamped “L. BOUDIN und J.M.E.” (Léonard Boudin
(1735 – 1807), Master since 4 March 1761).
Paris, second half of the 18th century.
Tall rectangular body with rosewood and amaranth
veneer.
€ 10.000 – € 15.000
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41
28A
BEDEUTENDER DRESDNER SCHREIBSEKRETÄR
Höhe: 224 cm.
Breite: 129 cm.
Tiefe: 75 cm.
Meister: wohl Christian Bernhard Böhringer (eventuell
sein Meisterstück), gefertigt zusammen mit Johann
Martin Brandt im Jahr 1804 laut Etikett.
Dresden, 1804.
Beigegeben ein Gutachten von Wolfgang L. Eller,
Übersee. Ebenso ein Gutachten von Dr. Gisela
Haase, Dresden, 28. Mai 2001.
Mehrere im Schrank aufgefundene Etiketten geben Auskunft
über die Herkunft des Schrankes. Einer weist auf
den Meister Christian Bernhard Böhringer hin, der das
Möbel 1804 mit Hilfe von Johann Martin Brandt gefertigt
hat: „Dieses Mstr Stück ist on Mstr Böhringer verfertigt
und ausgespähnt von Brandt d. 12ten Decbr: 1804 bei
Herr Schäfer“. Schäfer ist der Dresdner Tischlermeister
Andreas Wilhelm Schäfer, der 1805 als einer der vier Ältesten
der Innung verzeichnet ist und 1813 stirbt. Brandt
hat am 30.11.1805 ein Meisterstück abgeliefert mit der
Beschreibung: „...innen und außen fournieret mit gebrochenen
Ecken und vorliegenden Pilastern...“. Diesem
Hinweis kommt insofern Bedeutung zu, dass die verschiedenen
Meister zwar oft archivalisch genannt werden,
jedoch selten konkreten Möbeln zugeordnet werden
können. Ein weiteres Etikett gibt Auskunft über eine
Reparatur, die 1827 („Dieses Stück ist den 16ten April
1827 von Meister Carl August Krulle Reparirth und aufbolliert
worden vom Gustav Kron aus Berlin MDCCCXX-
VII“) und dann 1899 erfolgte. Ein weiteres Etikett nennt
den damaligen Besitzer, nämlich Dr. Rudolf Müller aus
Blasewitz, seit 1921 ein privilegierter Stadtteil von Dresden.
1977 wurden von dem Stuttgarter Schreinermeister
Kandler mehr als 700 Polierstunden aufgewandt, um
den Schreibschrank wieder aufzufrischen. Von Dresden
aus kam das Möbel wohl noch vor dem Krieg in eine in
Tübingen wohnhafte Verlegerfamilie, dann Stuttgarter
Sammlung für klassizistische Möbel und Kunst, Danach
Sammlung der Einlieferin. Seltener klassizistischer Secretaire
à Trois-Corps. Auf Eichenholzkorpus verschiedene
Furnierhölzer, darunter Kirsche und Birke, blau-weißes
Biskuit-Porzellan, facettiertes Spiegelglas. Originale
Schlösser aus Messing und Eisen, Schlüssel vorhanden.
Schrägklappen-Sekretär über dreischübigem Kommodenunterteil.
Darüber zweitüriger Aufsatz mit verkröpft
umlaufendem Gesims. Der Schreibkasten mit sechs
Schüben in drei Reihen um ein zentrales Mittelfach mit
bogenförmigem Abschluss; im Boden elegante Würfel-
Marketerie mit Rollladenverschluss, gerahmt durch jeweils
vier seitliche Schübe über einem großen Schub,
mit dessen Pilaster-Ausformung die klassizistische Säulenarchitektur
fortgesetzt wird. Einzelne Furniere ergänzt.
Der hier angebotene Schreibschrank entspricht
dem Typus des englischen Schreibschranks, der schon
am Ende des 17. Jahrhunderts möglicherweise unter
dem Einfluss der Könige George I–III aus dem Hause
Hannover entstand. Über die Niederlande, Brandenburg
und Hannover gelangte dieser Möbeltypus auch nach
Sachsen und fand dort seine eigene Ausformung, wie an
diesem hochqualitativen Möbel ersichtlich ist. Ab 1733
forderte die Dresdner Tischlerinnung ein solches Möbel
als Meisterstück. Schlichte Formen, dem klassizistischen
Ideal entsprechend sowie Zweckmäßigkeit und
manchmal auch eine Vorliebe für schöne, auch lebhaft
gemaserte Furniere, können solche Möbel auszeichnen.
Später entwickeln sich Formen mit gesprengten Giebeln
und bewegten, gebauchten Oberflächen, beispielsweise
wie bei einem prachtvollen Dresdner Schreibschrank
um 1750 (Sotheby’s, Bedeutende Möbel, Zürich,
19.11.1999, Lot 433, 180.000 – 250.000 sfr). Im ausgehenden
18. Jahrhundert verdrängte die klassizistische
Formensprache die geschweiften Aufrisse und geschwungenen
Giebel, die Linien wurden wieder gerade
bei weiter bestehendem Schmuck der Kapitelle und
Säulenbasen. Um 1804 hatten die Pariser Meisterwerkstätten
und ihr entstehender Empire-Stil noch keinen
Einfluss auf die Formsprache der Dresdner Kunsthandwerker:
Gerade erst 1801 hatten Percier und Fontaine im
Receuil de Décorations Intérieures ihre Möbelentwürfe
veröffentlicht, die dann 1803 – 1813 unter anderem von
Georges Jacob und F.H.G. Jacob ausgeführt wurden und
ab 1803 auch für das Grand Trianon in Versailles ausgeliefert
wurden. Das war alles in Dresden noch unbekannt.
Nur gegenüber den Neuwieder Meistern setzte
man einen Kontrapunkt. Gisela Haase listet einen sehr
ähnlichen Schreibschrank von Christian Zacharias
Schmidt aus dem Jahr 1790 mit Kommodenunterteil,
Schreibfach unter schräger Klappe und zweitürigem Aufsatz
auf, aber mit weniger aufwändiger Inneneinrichtung
als bei dem hier angebotenen Möbel. Minimal besch.
(1361551)
IMPORTANT DRESDEN WRITING CABINET
Height: 224 cm.
Width: 129 cm.
Depth: 75 cm.
Master: probably Christian Bernhard Böhringer
(possibly produced as a masterpiece). According
to label manufactured jointly with Johann Martin
Brandt in 1804.
Dresden, 1804.
Accompanied by an expert's report by Wolfgang
L. Eller, Übersee and by Dr Gisela Haase, Dresden,
dated 28 May 2001.
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Several labels on the inside provide information regarding
its origin: One refers to the master Christian Bernhard
Böhringer, who created this piece of furniture in
1804 with the help of Johann Martin Brandt: “Dieses
Mstr Stück ist on Mstr Böhringer verfertigt und ausgespähnt
von Brandt d. 12ten Decbr: 1804 bei Herr
Schäfer” [This masterpiece is made by Master
Böhringer and planed by Brandt on 12 December 1804
at Mr Schäfer]. Schäfer can be identified as the Dresden
master carpenter Andreas Wilhelm Schäfer, who
is listed in 1805 as one of the four oldest members of
the guild and who dies in 1813. Brandt delivered a
masterpiece on 30 November 1805 with the description
“... inside and outside veneered with open-work
corners and applied pilasters ...”. This note provides important
information as the various masters are often
referred to in archives but can rarely be assigned to
specific pieces of furniture. Another label provides information
about a repair that took place in 1827
(“Dieses Stück ist den 16ten April 1827 von Meister
Carl August Krulle Reparirth und aufbolliert wordnen
vom Gustav Kron aus Berlin MDCCCXXVII” [This piece
was repaired on 16 April 1827 by master Carl August
Krulle and bolted up by Gustav Kron from Berlin
MDCCCXXVII]) and then in 1899. Another label names
the owner at the time, Dr Rudolf Müller from Blasewitz,
a distinguished borough of Dresden since 1921.
In 1977, the Stuttgart master carpenter Kandler spent
more than 700 polishing hours to freshen up the writing
cupboard. Before the war the piece of furniture
was delivered from Dresden to a publishing family living
in Tübingen. It then went on to the Stuttgart collection
for classicist furniture and art and following this to
the collection of the consignor.
€ 14.000 – € 20.000
Sistrix
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43
29
PAAR FRANZÖSISCHE KERZENLEUCHTER
Höhe: 42 cm.
Bronze; im Sockel teilbrüniert, die Figuren mit Schwarzpatina.
Jeweils eine Figur, die auf rundem Sockel über
geweitetem Grundfuß steht und in beiden Händen je
einen Schaft mit Tülle hält. Die Augen in Emailglas
eingesetzt, Perlenketten und Rock vergoldet. An den
Ohren Ringe mit Flussperlen. Entwurf und Ausführung
entsprechend den im Directoire aufkommenden Beispielen
der Afrika-Allegorien.
(1461095) (1) (11)
€ 7.000 – € 10.000
Sistrix
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30
PAAR ATTRAKTIVE GROSSE KLASSIZISTISCHE
KERZENLEUCHTER
Höhe: je 56 cm.
Entwurf: André Antoine Ravrio (1759 – 1814), zug.
Frankreich, um 1800.
Bronze, feuervergoldet und schwarz patiniert. Gedacht
für ein Schlafgemach, da das figürliche Thema dem
Schlaf gilt, verbildlicht durch den Kopf des antiken Gottes
Hypnos als Pfeilerabschluss zwischen den jeweils
vier füllhornförmigen Kerzenarmen. Der Rundsockel
auf zweistufiger Basis zeigt Reliefdarstellungen von
geflügelten Gestalten, mit Ruhe gebietenden Palmzweigen,
durch Festons verbunden. Am Schaft vergoldete
Applikationen: Lyra, Kranz und ein Schlafmohn-
Säckchen. Seitlich Widderköpfe. Ausführung in hoher
Qualität, in tadellosem Zustand.
(1461098) (1) (11)
€ 5.000 – € 7.000
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31
PAAR EMPIRE KANDELABER
Höhe: 62 cm.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Auf passigem weiß geädertem schwarzen Marmorsockel
die vergoldete und reich ziselierte Bronzebasis
einen zentralen Säulenstumpf mit flankierenden
Sphingen und Blütenfestons. Darauf als Schaft
eine brünierte Frauengestalt in klassischer Gewandung
die zwei Brennstellen in Gestalt von Rankenwerk
tragend. Überfangen von Blattwerk-Vogel-Motiv.
(1461082) (1)
€ 8.000 – € 12.000
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45
32
PAAR EMPIRE-KANDELABER
Gesamthöhe: je 46,5 cm.
Sockel: je 6,5 x 9 x 11,7 cm.
Claude Galle (1759 – 1815), zug.
Um 1805.
Bronze, vergoldet und patiniert. Die Kandelaber jeweils
mit einer knienden ägyptischen Priesterin, die ein Nemes-Kopftuch
und den Shendyt (königlichen Faltenrock)
trägt. Sie hält über ihrem Kopf zwei als Füllhörner
gestaltete Kerzenarme und kniet auf einem sich nach
oben verjüngenden, rechteckigen, vergoldeten Sockel,
der auf drei Seiten (ohne Rückseite) pseudo-hieroglyphische
Zeichen trägt.
Provenienz:
Christie’s, 2. – 16. November 2021, Lot 554.
Anmerkung:
Nach Napoleons Feldzügen in Ägypten 1798 und einer
anschließenden Veröffentlichung eines Buches über
die Reise durch Ägypten im Jahr 1802 wurde dieses
ägyptische Thema populär. Ein Paar vergleichbare
ägyptische Kandelaber, die Claude Galle zugeschrieben
werden, sind in dem nachfolgenden Buch abgebildet.
Literatur:
Vgl. Hans Ottomeyer, Peter Pröschel u. a.,
Vergoldete Bronzen, München 1986, S. 338,
Abb. 5.3.6. (1461451) (1) (18)
A PAIR OF EMPIRE CANDELABRA
Total height: 46.5 cm each.
Base: 6.5 x 9 x 11.7 each.
Claude Galle (1759 – 1815), attributed.
Ca. 1805.
Bronze; gilt and patinated.
Provenance:
Christie’s, 2 – 16 November 2021, lot 554
Literature:
cf. Hans Ottomeyer, Peter Pröschel et. al.,
Vergoldete Bronzen, Munich 1986, p. 338, ill. 5.3.6
€ 20.000 – € 30.000
Sistrix
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47
33
GESCHENK DES KAISERS WILHELM II AN DEN
GESANDTEN FRANKREICHS JULES CAMBON
Höhe: 55 cm.
Breite: 33,5 cm.
Tiefe: 18 cm.
Berlin, 1910.
Höchst seltenes historisches Dokument der deutschfranzösischen
Geschichte. Als Schreibtischaufsatz
opulent gestaltet, mit einem großen goldgerahmten
Reliefbildnis des Kaisers in Bronze, mit Umschrift
„WILHELM II IMPR REX“, getragen von den Flügeln
eines Bronzeadlers auf vergoldetem Sockel. Darauf
„L’EMPEREUR A EMBASSADEUR DE FRANCE / MR
JULES CAMBON 25. JANR 1910“. Der Sockel mit
halbrunden Vortritten, mit Profilen und Gravuren in
Säulenformen. Freistellbar. An der Rückseite in Gravur,
bekrönt „W II“. Rahmen mit Perlstab, darüber die
Deutsche Kaiserkrone.
(1461452) (1) (11)
GIFT FROM EMPEROR WILHELM II
TO THE FRENCH ENVOY JULES CAMBON
Height: 55 cm.
Width: 33.5 cm.
Depth: 18 cm.
Berlin, 1910.
This work is an exceptionally rare historical document
of German-French history. Designed as an opulent
desk ornament, it features a large, gold-framed bronze
relief portrait of the Emperor, inscribed “WILHELM II
IMPR REX”, supported by the wings of a bronze eagle
on a gilt base. Further inscribed “L’EMPEREUR À L’AM-
BASSADEUR DE FRANCE / MR JULES CAMBON 25
JANR 1910”. The base has semicircular projections
with profiles and engravings in the shape of columns
and the piece is freestanding. On the reverse, engraved
and surmounted by a crown, appears “W II”.
The frame is decorated with a bead-and-reel border
and surmounted by the German imperial crown.
€ 20.000 – € 30.000
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49
34
SELTENES NÄHKÄSTCHEN VON
JOHANN GOTTLIEB FIEDLER,
1735 LIEGNITZ – NACH 1818
Höhe: 19 cm.
Länge: 25 cm.
Tiefe: 22 cm.
An der Unterseite der Frontzarge in Tusche signiert
„J. G. Fiedler“.
Berlin, um 1780.
Frühklassizistisches Kästchen, leicht quadratisch, mit
oben liegendem Nadelpolster, mit Edelholzfurnier und
-marketerie. Feine Kantenrahmungen in vergoldeter
Bronze im Kordeldekor, Füße und Schlüsselschild ebenfalls
vergoldet. Ecken abgeschrägt und, wie die Längsseiten,
mit vertieften Kasetten besetzt, Marketerie in Form
von Festons. Deckelunterseite verspiegelt, drei Innenfächer.
Schlüssel vorhanden.
Fiedler spielte als Kunsttischler am Berliner Hof eine
mit Röntgen in Neuwied vergleichbare Rolle, von König
Friedrich Wilhelm II zum Hofebenisten erhoben. Er
spezilisierte sich auf höfisches Mobiliar, wie Aufsatzsekretäre,
Kommoden und Standuhren, von denen
sich etliche in bedeutenden Museen und Sammlungen
befinden (z. B. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
Berlin-Brandenburg).
Provenienz laut Vorbesitz:
Ehemals im Besitz Baron Stein-Kochberg (Charlotte
Albertine Ernestine von Stein-Kochberg), Schloss
Großkochberg (von Goethe regelmäßig besucht).
In den 1970er-Jahren von den Erben erworben.
Literatur:
Vgl. Georg Himmelheber, Die Kunst des deutschen
Möbels, München 1973, Bd. 3.
La Gazette Drouot, 2024 (dort noch ohne Kenntnis
der Bedeutung der Charlotte von Stein).
Vgl. Jochen Klauß, Charlotte von Stein. Die Frau in
Goethes Nähe. Artemis und Winkler, Zürich 1995.
A.R. (1460852) (11)
€ 6.000 – € 8.000
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35
BUREAU MAZARIN
Höhe: 82 cm.
Breite: 135 cm.
Tiefe: 78 cm.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Die Form des Bureau Mazarin tauchte erstmal Ende
des 17. Jahrhunderts auf und war zunächst mit floralen
Holzeinlegearbeiten dekoriert, etwa von Pierre Gole
(1620– 1684). Darauf folgend wurden sie mit wundervollen
Intarsien aus Schildpatt, Kupfer und Zinn dekoriert,
etwa von André Charles Boulle (1642 – 1732),
ganz so wie es exemplarisch an dem hier angebotenen
späteren Möbel nachgewiesen werden kann. Diese
Möbel wurden meist allansichtig gearbeitet, sodass
sie auch in offiziellen Empfangsräumen Verwendung
fanden. Auch im 19. Jahrhundert wurde das Bureau
Mazarin, wie hier zu sehen, im historischen Rückgriff
geschätzt und von Ebenisten wie Mathieu Befort
(1813 – um 1885), Joseph Cremer (1811 – 1878) und
Georges Alphonse Monbro (1807 – 1884) gefertigt.
Über konisch auslaufenden Füßen die acht gekanteten,
über Eck stehenden Beine, welche in Viererpaaren
durch geschweifte, sich kreuzende Stege zusammenlaufen.
Darüber der mehrschübige Korpus mit zurückspringendem
Mittelteil, verso mit Scheinschüben gestaltet.
Die Schübe, Wangen und die überkragende,
den Zügen des Möbels folgende Deckplatte mit Messing-
und Zinnintarsien, mythologische Figuren inmitten
von Bandelwerkstruktur darstellend.
(1461081) (1) (13)
BUREAU MAZARIN
Height: 82 cm.
Width: 135 cm.
Depth: 78 cm.
France, 19th century.
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 17.000 – € 22.000
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51
36
CLAUDE GALLE,
1758 VILLEPREUX – 1815, ZUG.
PAAR KLASSIZISTISCHE KERZENSTÄNDER
Höhe: 28,5 cm.
Fußdurchmesser: 14 cm.
Um 1800.
Messingbronze, feuervergoldet. Nachezu flacher,
leicht gewölbter weiter Rundfuß, darauf zylindrischer
Schaft, siebenfach durch Bänder gegliedert, mit Kanneluren
bzw. Schuppenrelief, entsprechend dem Fuß.
Tülle umzogen von stilisierten Palmblättern.
(1441524) (1) (11)
€ 1.600 – € 2.000
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37
SELTENER ROENTGEN-TAFELAUFSATZ
Höhe: 5,8 cm.
Durchmesser: 54 cm.
Neuwied oder Paris, um 1780 – 1785.
In Mahagoni gefertigtes Präsentationsmöbel mit feuervergoldeten
Messing-/Bronzebeschlägen. Auf sechs
zierlichen profilierten Eichelfüßen das ovale Tableau
mit umlaufender Wandung. Diese mit plastischem
Perlbanddekor und Profilringen gefasst.
Im Frühjahr 1779 wurde David Roentgen vom französischen
König Ludwig XVI mit dem Titel „Mécanicien
privilégié du Roi et de la Reine“ ausgezeichnet. Kurz
darauf richtete er in Paris eine eigene Niederlassung
ein und stellte Johann Gottlieb Frost (1751 – 1814) als
Geschäftsführer ein. Im Mai 1780 erwarb Roentgen
das Meisterrecht der Pariser Ebenistenzunft, was ihm
erlaubte, auf dem Pariser Markt eigene Möbelstücke anzubieten
– diese trugen vermutlich alle seinen Namensstempel.
Den offiziellen JME-Stempel der Zunft, der
seit 1741 verpflichtend neben dem Namen anzubringen
war, durfte er jedoch nicht verwenden. Sein Pariser
Geschäft in der Rue de Grenelle firmierte unter dem
Namen „À la ville de Neuwied“. In einer von Pierre
Kjellberg veröffentlichten Anzeige vom 8. Januar 1781
bewarb Roentgen eine breite Produktpalette: Schreibtische,
Bürostühle, Toilettentische, mechanische Schatullen,
Pianoforte und Spieltische – allesamt mit vielfältigen
Marketerien ausgestattet. Im Dezember 1785
übernahm der mittlerweile in Paris etablierte Jean
Gottlieb Frost das Geschäft. Doch nur wenige Jahre
später, nach der Revolution von 1789, musste er Konkurs
anmelden.
Literatur:
Vgl. Josef Maria Greber, Abraham und David Roentgen.
Möbel für Europa, Bd. 1, Starnberg 1980,
S. 270.
Vgl. Pierre Kjellberg, Le Mobilier Français du XVIIIe
Siècle. Dictionnaire des Ébénistes et des Menuisiers,
Paris 2008 (Erstausgabe Paris 1989), S. 757 ff.
(1451151) (13)
€ 7.000 – € 9.000
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38
PAAR ANTIKISIERENDE AMPHOREN
Höhe: 61,5 cm.
Ferdinand Barbedienne, zug.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Auf marmornem Rundfuß der schlanke phiolenförmige
Korpus mit Bandhenkeln und ausgestellter Mündung.
Umlaufender, reizvoll patinierter, antikisierender figürlicher
Fries. Seitlich ansetzende Handhaben.
Literatur:
Vgl. Florence Rionnet, Barbedienne et la naissance
de l’art industriel, in: Connaissance des arts, Nr. 613,
Februar 2004, S.84 – 89.
Anmerkung:
Barbedienne gründete 1839 Frankreichs berühmteste
und produktivste Gießerei 1839. Er erfand ein neuartiges
Verfahren zur Reduktion von Skulpturen und
fertigte Metallmöbel sowie kunstgewerbliche Objekte.
(14610811) (1) (13)
€ 6.000 – € 8.000
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53
39
PAAR RUBINGLAS-PILGERFLASCHEN MIT
REICHER SILBERMONTIERUNG
Höhe: je 38 cm.
Silberstempel, 13-lötig, mit Stadt- und Meistermarken.
Um 1880.
Die Flaschen in Keulenform, Wandung senkrecht leicht
gewellt. Jeweils ovaler Fuß, von dem seitlich Ornamentspangen
zum Verschluss hochziehen, besetzt mit gegossenen
Fantasiemasken und kleinen Büsten, sowie
Büsten im Relief mit bärtigen Männern mit Halskrause.
Die Schraubverschlüsse mit einer stehenden Figur eines
Winzers mit geschulterter Kiepe und Stock. An Vorder-
und Rückseite je ovale Reliefkartusche mit Darstellung
von Mars und Venus. Gestaltung nach Vorbildern
des Hochbarock.
(14621011) (11)
€ 8.000 – € 12.000
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40
SCAGLIOLA PLATTE
Durchmesser: 105 cm.
Italien, 19. Jahrhundert.
Oktogonaler Grund mit polychromem ornamentalem
Dekor in Scagliola Technik. Zentrales bekröntes Fürstenwappen
mit Jerusalemskreuz, eventuell für einen
georgischen Auftraggeber.
(1461871) (1) (13)
€ 9.500 – € 12.000
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41
HISTORISTISCHER EMAIL-POKAL
Höhe: 23 cm.
Wien, zweite Hälfte 19. Jahrhundert.
Balusterförmiger Schaft auf zweifach in Wölbung getrepptem
Rundfuß, die Kuppa mit angesetzter Lippe,
innen vergoldet. Darauf zwei Bildszenen in Emailmalerei:
einmal Paris und die drei Grazien im Beisein eines
Pans, sowie die Jagdgöttin Diana in Begleitung zweier
Mädchen und Amoretten. Am Schaft zwei ovale Bildfelder:
weibliche Allegorien für Musik und Malerei. Am
Fuß Groteskendekor.
(1462105) (11)
€ 3.000 – € 5.000
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55
42
ENGLISCHER TAFELAUFSATZ
DES 19. JAHRHUNDERTS
Höhe mit Kristalleinsatz: 35 cm.
Breite mit Armen: 65 cm.
Silber, vergoldet und mit Kristalleinsätzen. Der Tafelaufsatz
mit vier leicht nach außen geschwungenen
Beinen mit Tatzenfüßen, im unteren Bereich verbunden
mit einer Platte, in deren Mitte ein aufsteigendes
Pflanzendekor mit Blättern. Zudem mit zweifachem
graviertem Adelswappen versehen. Am oberen Einsatzrand
fünffach gestempelt, dabei die Stadtmarke
London, eine Meistermarke und die Jahresmarke mit
einem Anker. In der oberen Mitte ein tiefer Kristalleinsatz,
zudem vier geschwungene Arme, jeweils mit
Kristalleinsatz.
(14621012)
€ 5.000 – € 7.000
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43
PAAR KLASSIZISTISCHE SILBERLEUCHTER
IM ÄGYPTISIERENDEN STIL
Höhe: je 32 cm.
Gesamtgewicht: 1928 g.
Am Fußrand gepunzt.
Neapel, 1805 – 1810.
Auf runder Basis mit umziehendem Palmettenfries
erhebt sich ein quadratischer Sockel, darauf eine
Frauengestalt in antik-ägyptischer Kleidung mit typischer
Kopfbedeckung, darüber vasenförmige Kerzentülle.
Qualitätvolle Beispiele der Ägyptenmode der
Zeit Napoleons, nach dessen Eroberung Ägyptens.
(1462007) (11)
€ 7.000 – € 9.000
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44
PAAR ROKOKO-KERZENLEUCHTER
Höhe: je 30 cm.
Im Stil von Juste-Aurèle Meissonier (1675/93 – 1750).
Bronze, vergoldet. In Rocailleformen auf weitem Fuß.
(1461457) (1) (11)
€ 2.000 – € 3.000
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57
45
FRANZÖSISCHE SCHULE DES 19. JAHRHUNDERTS
ALLEGORIE MIT MEDAILLON,
EINEM ENGEL UND BLUMENGIRLANDEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Ca. 210 x 99 cm.
Gerahmt.
Wandvertäfelung im Rokoko-Stil, die typisch war für
die Innenausstattung von Schlössern und Residenzen,
erkennbar an den geschwungenen asymmetrischen
Formen und Motiven, wie Girlanden und Festons. Der
vergoldete Rahmen seitlich mit aufsteigenden Blumenranken,
im oberen Bereich übergehend in Voluten.
Die Darstellung zeigt in der Mitte einen stilisierten
Brunnen mit einem Delfin, umgeben von einem Korb
mit Blumen und Blättern, einem Strohhut und einer
Spindel. Das hochovale Medaillon darunter mit einem
Putto, der eine Triangel schlägt. Rest., Rahmen besch.
Provenienz:
Privatsammlung London.
(1461244) (18)
€ 3.000 – € 5.000 (†)
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46
PAAR PODESTE IM EMPIRE-STIL
Höhe: 120,5 cm.
Breite: 36 cm.
Tiefe: 36 cm.
Italien, 19./ 20. Jahrhundert.
Auf Löwentatzenfüßen ruhende quadratische, grünweiß
geäderte Marmorbasis, mit einem bronzenen
Blattfries in den konisch zulaufenden Korpus mit applizierten
Empire-Reliefs überleitend. Von Blattwerk getragene
quadratische Marmordeckplatte.
(1462201) (13)
€ 3.000 – € 6.000
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47
CARL BROSE,
1880 OSNABRÜCK – 1959 WUPPERTAL, ZUG.
BACCHANTENGRUPPE
Gesamthöhe: 40 cm.
Sockelbreite: 52 cm.
Tiefe: 25,5 cm.
Bronze, vergoldet. Mehrfigurige Gruppe auf einer abgeschrägten
Naturplinthe. Zentral steht ein Silen mit
einer Lyra, gestützt von einer Bacchantin, die ein Tambourin
in die Höhe reckt. Vor der zentralen Gruppe
schreitet ein musizierender Satyr, begleitet von einer
springenden Ziege. Den Abschluss der Gruppe bilden
zwei Bacchusjungen, die einen Traubenkorb mit sich
führen.
(1462107) (10)
€ 8.000 – € 12.000
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59
48
PAAR FRÜHKLASSIZISTISCHE KERZENLEUCHTER
Höhe: 28,5 cm.
Frankreich, um 1800.
Bronze; vergoldet und brüniert. Nahezu vasenförmiger
Schaft über Palmettenrosette und Rundfuß mit Palmettenfries.
Am Schaft je drei lorbeerbekränzte Maskarons,
verbunden durch Tuchfestons. Darüber ein weiterer
schlanker vergoldeter Schaft mit Weinblatt dekor und
hochgestellter Tülle mit Mäanderfries.
(1461092) (1) (11)
€ 3.000 – € 5.000
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49
PAAR KERZENSTÖCKE IM LOUIS XVI-STIL
Höhe: 20,5 cm.
Frankreich, 18./19. Jahrhundert.
Bronze; gegossen, ziseliert und vergoldet. Über mehrfach
gekehltem und profiliertem Stand die zylindrische
Basis, von zwei gerippten Profilringen akzentuiert. Darauf
ein Dreibein mit Widderköpfen und Hufen, eine
zentrale Brennstelle in Blütenform tragend. Gefüllt und
mit Filzgleiter ausgestattet.
(1460851) (13)
€ 1.500 – € 2.500
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50
PAAR ZIERKANNEN
Höhe: je 45 cm.
Wohl Frankreich, 19. Jahrhundert.
Bronze; dunkelbraun patiniert. Nach Vorbildern der italienischen
Hochrenaissance. Am Korpus umlaufende Putto-
Hochreliefszenen mit Motiven der Wasser-Thematik.
Fuß, Henkel und Hals entsprechend figürlich besetzt:
Ein Putto reitet auf einem Hippokamp, ein weiterer mit
Kanne schüttet Wasser auf einen Faun, usw.
(14610814) (1) (11)
€ 3.000 – € 5.000
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51
PAAR KLASSIZISTISCHE KRATERVASEN
Höhe: 39,5 cm.
Randdurchmesser: 27 cm.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Bronze; dunkel patiniert. Im Stil der römischen Antike.
Kanneliert gedrehter Rundfuß auf quadratischer Plinthe,
die Wandung umlaufend mit Reliefszenen besetzt:
Putten-Bacchantenzug mit Faunkindern. Blecheinsätze
zur Cachepot-Nutzung.
(14610813) (1) (11)
€ 5.000 – € 7.000
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61
52
GROSSE OVALE ELFENBEIN-PRUNKPLATTE
MIT BACCHUS-THEMATIK
Länge: 52 cm.
Breite: 70 cm.
Tiefe: ca. 5 cm.
Deutschland (Nürnberg oder Augsburg),
19. Jahrhundert.
Beigegeben ein CITES-Dokument, Bari, 24. Mai 2024,
gültig für kommerzielle Zwecke in der EU.
Elfenbein auf Holzkern, Unterseite mit Stoff bezogen.
Die breite Fahne ist mit Zungenblatt-Relief eingefasst
und zeigt ein Reliefband, dicht gedrängt mit antik-mythologischen
Szenen und Figuren, sowie Puttendarstellungen,
dem dionysischen Thema gewidmet und
achtfach gegliedert. Dieser ovale Fries eingesäumt
von schmalem Blattdekor. An der Verbindung der Abschnitte
jeweils Putten-Hermen. Die Szenen symbo-
lisch für die vier Elemente wie die vier Jahreszeiten,
die kürzeren Abschnitte den vier Elementen zuzuordnen:
zuoberst ein Flussgott mit Nymphen, gefolgt von
„Luft“ in Gestalt einer jungen Frau zwischen Putten in
Wolken, Erde als thronende Göttin Juno, ferner Zeus
mit Feuerkeil und Kanonensymbol. In den längeren
Partien die Jahreszeitendarstellungen: Blumen tragende
Mädchen, Ähren bindende Putten, Dionysos mit
Trauben und Mänaden, sowie sitzende Gestalten am
Feuer-Dreifuß. Die zum Spiegel hinziehende Muldung
mehrfach gegliedert. Das Ovalrelief zeigt Venus, Zeus
und Bacchus in einer von Löwen gezogenen Biga, umgeben
von tanzenden Mänaden, Mädchen mit Fruchtkorb
und Blumenkranz. Die Darstellungen gehen auf
Vorbilder und dekorative Stichvorlagen des 17. Jahrhunderts
zurück. A.R.
(1461683) (11)
LARGE OVAL IVORY PLATTER
WITH BACCHUS THEME
Length: 52 cm.
Width: 70 cm.
Depth: ca. 5 cm.
Germany (Nuremberg or Augsburg), 19th century.
Ivory on a wooden core; underside lined with fabric.
Accompanied by a CITES Document, Bari, 24 May
2024, valid for commercial purposes within the EU.
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 30.000 – € 40.000
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63
53
GROSSER DECKELPOKAL MIT RAPTUSGRUPPE
Höhe: 57 cm.
Deutschland, drittes Viertel 19. Jahrhundert.
Beigegeben ein CITES-Dokument, Bamberg, 23. April
2024, gültig für kommerzielle Zwecke in der EU.
Elfenbein, geschnitzt. Über ornamental verziertem
Rundfuß mit figürlichen Basreliefs der schlanke zylindrische
Korpus mit dichten figürlichen Bacchanalszenen
mit vegetabilem Schnitzwerk inmitten einer hügeligen
Landschaft. Hoher Stülpdeckel mit Raptusgruppe
den Raub der Sabinerinnen zeigend. Minimal rest.
(1461812) (1) (13)
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 5.000 – € 7.000
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54
DECKELHUMPEN AUF DIE STADT ERBACH
Höhe: 23 cm.
Erbach, zweite Hälfte 19. Jahrhundert.
Beigegeben ein CITES-Dokument, Bamberg, 23. April
2024, gültig für kommerzielle Zwecke in der EU.
Elfenbein, geschnitzt, partiell patiniert. Umlaufendes
Schlachtenrelief, figürliche Handhabe und Stülpscharnierdeckel
mit Schnitzerei das Wappen der Stadt Erbach
zeigend. Rest.
(1461813) (1) (13)
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 5.000 – € 7.000
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65
55
PAAR MARMORVASEN IM LOUIS XV-STIL MIT
VERGOLDETER BRONZEMONTIERUNG
Höhe: 45 cm.
Ovoide Vasenkörper aus wolkig rosafarbenem Marmor.
Die vergoldeten Sockel in bewegten Rocaille-Blattformen,
die hochziehenden, floral gestalteten Henkel vereinigen
sich an der Vasenmündung. Sehr qualitätvolle
Ausführung.
(14609313) (11)
€ 4.000 – € 6.000
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56
PAAR CASSOLETTE VASEN
Höhe: 41,2 cm.
19. Jahrhundert.
Über quadratischer, grün-schwarz geäderter Marmorbasis
der gefußte ovoide Korpus mit fruktalem Festonund
Maskarondekor. Hals in Spulenform mit Perlband
abgesetzt und aufsitzendem hohem Haubendeckel mit
Pyr-Knauf.
(1451503) (13)
€ 2.000 – € 3.000
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57
PAAR LOUIS XVI-KONSOLEN
Höhe: 93 cm.
Breite: 125 cm.
Tiefe: 55 cm.
Piemont, zweite Hälfte 18. Jahrhundert.
In Holz geschnitzt, gefasst und vergoldet: Über trapezförmigem
Grund die in Blattwerksabots stehenden kannelierten,
konisch auslaufenden Beine mit Blattwerkkapitellen.
À jour gearbeitete Zarge mit Lorbeerblattfestons
und Kannelurzarge. Den Zügen des Möbels folgende
Deckplatte in Marmo Broccatello Giallo di Siena.
(1460911) (2) (13)
A PAIR OF LOUIS XVI CONSOLES
Height: 93 cm.
Width: 125 cm.
Depth: 55 cm.
Piedmont, second half of the 18th century.
Wood; carved and gilt.
€ 25.000 – € 30.000
Sistrix
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58
LOUIS XVI-DEMI LUNE-KONSOLTISCH
MIT PIETRA DURA-PLATTE
Höhe: 85 cm.
Breite: 125 cm.
Tiefe: 57 cm.
Ende 18. Jahrhundert und später.
Geschnitzt, hellgrau und gold gefasst. Die Beine kanneliert
und mit hängenden Blättern sowie Kapitellnodus
dekoriert; an den Zargen Festons im Hochrelief.
Graue Marmorplatte mit geometrischen Pietra dura-
Intarsien. Minimal besch.
(1461494) (11)
€ 600 – € 1.000
Sistrix
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67
59
CLAUDE GALLE
(1758 – 1815), ZUG.
PAAR ELEGANTE EMPIRE-KERZENLEUCHTER
Höhe: 32 cm.
Durchmesser Fuß: 15 cm.
Um 1800.
Bronze; feuervergoldet. Rundfuß und Tülle mit Palmettendekor
im Relief, glatter Schaft mit Tatzenfüßen auf
Kugeln sowie Kapitellen mit Frauenmasken.
Anmerkung:
Claude Galle arbeitete mit Pierre-Philippe Thomire
(1751 – 1843) zusammen, wurde 1806 ausgezeichnet,
stattete zahlreiche Palais aus und exportierte auch
nach Russland. (1461091) (1) (11)
€ 3.000 – € 5.000
Sistrix
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60
PAAR EMPIRE-KERZENLEUCHTER
Höhe: je 53 cm.
Frankreich, um 1810.
Bronze, vergoldet, 5-flammig. Hoher Sockel, besetzt
mit Lyramotiv, kannelierter Balusterschaft zieht aus
Akanthusblättern hoch, die Arme Füllhorn-förmig. Zentrale
Tülle höhergestellt.
(1461088) (1) (11)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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61
SALON TISCH MIT CHINOISERIEN
(ABB. RECHTS)
Höhe: 72 bzw. 112 cm.
Durchmesser: 76 cm.
England, 19. Jahrhundert.
Auf zierlichen Rollenfüßen lagernd drei, à jour gearbeitete,
oranemental gestaltete, in Voluten endende Beine,
die zentral in einem balustrierten und mit Perlmutt verzierten
Schaft zusammengeführt werden. Aufklappbare,
passig ausgeschnittene Deckplattte (Tilt-Top) mit
überreicher Intarsienarbeit auf schwarzem Fond, mit
figürlich staffierter Palastszene.
(1460992) (13)
€ 2.000 – € 3.000
Sistrix
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69
62
REPRÄSENTATIVER KAMIN
Höhe: 140 cm.
Breite: 193 cm.
Tiefe: 46 cm.
Italien, zweite Hälfte 19. Jahrhundert.
In Marmo Bianco gestaltete, symmetrisch aufgebaute
Kaminarchitektur mit rechteckiger Innenöffnung und
intaglioartigen Einlagen in Breccia-Marmor. Auf gekanteter
und getreppter Basis die Hermenwangen auf
Volutenzier an Pilastervorsätzen. Zentrales Wappenmedaillon
unter rechteckigem Gesims.
(14616718) (13)
REPRESENTATIVE FIREPLACE
Height: 140 cm.
Width: 193 cm.
Depth: 46 cm.
Italy, second half of the 19th century.
Symmetrically designed fireplace surround in Marmo
Bianco.
€ 30.000 – € 40.000
Sistrix
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63
TABERNAKELARCHITEKTUR
Höhe: 116 cm.
Breite: 107,5 cm.
Tiefe: 55 cm.
Sizilien, 18. Jahrhundert.
In Jaspis und verschiedenen Marmorsorten gefertigte
saktrale Architektur mit bewegter Schauseite und
korinthischen Säulen, mit entsprechenden Kapitellen
und einem der Basis entsprechenden Architrav. Minimal
besch.
(1461588) (13)
TABERNACLE ARCHITECTURE
Height: 116 cm.
Width: 107.5 cm.
Depth: 55 cm.
Sicily, 18th century.
In jasper and various other types of marble.
€ 17.000 – € 20.000
Sistrix
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71
63A
TORSO EINES MANNES
Höhe mit Sockel: 87 cm.
Höhe ohne Sockel: 64 cm.
Breite: 37 cm.
Tiefe: 30 cm.
Italien.
In Marmor gefertigter Torso nach der Antike mit rudimentär
erhaltenen Gliedmaßen. Gesockelt auf einer
Basis in Gestalt eines Kapitells.
(1460391) (13)
TORSO OF A MAN
Height with base: 87 cm.
Height without base: 64 cm.
Width: 37 cm.
Depth: 30 cm.
Italy.
Torso made of marble in the style of antiquity.
€ 15.000 – € 25.000
Sistrix
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73
64
BÜSTEN DES MARC AUREL UND DES NERO
Höhe: 60 cm.
Italien, 18./ 19. Jahrhundert.
Kombinationsbüsten. Auf weiß geäderten schwarzen
Marmorsockeln die in beigem Marmor gestaltete Toga
mit darunterliegendem Harnisch. Der Kopf jeweils in
rötlichem Marmor, teilweise mit fein geschnittener
Haar- und Barttracht.
(1461583) (13)
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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75
65
GROSSE PARISER PENDULE
Höhe: 140 cm.
Zifferblatt und Rückplatine signiert „Belin a Paris“
(Julien Blin, Meister ab 1755/ 57).
Paris, 18. Jahrhundert.
Gehäuse:
Dreiteilig, jeweils in Boulletechnik gestaltet mit reich
vergoldeten und ziselierten Bronzen. Bestehend aus
einer konisch auslaufenden Konsole, dem Uhrenkasten
und einer Bekrönung. Der Uhrenkasten verglast
und balusterförmig gestaltet mit reicher à jour gestalteter
Rocaillenrahmung.
Zifferblatt:
Weiß emaillierte Segmentfelder mit schwarzen römischen
Stunden, arabischen Minuten und Stabindizes.
Aufzugslöchlein über der IIII und der VIII.
Funktion:
Gehwerk mit Schlag auf Glocke, à jour gearbeitete,
vergoldete Zeiger für Stunden und Minuten, geschwärzter
Zeiger für springende Sekunde, ein Pendel
und ein Schlüssel vorhanden. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 61. (1461114) (13)
LARGE PARIS PENDULUM CLOCK
Height: 140 cm.
Dial and backplate signed “Belin a Paris” (Julien Blin,
master since 1755 / 1757).
Paris, 18th century.
Case: Three-part, each piece designed in the Boulle
technique with richly gilt and chased bronze mounts.
Dial: White enamel segment fields with black Roman
numerals for the hours, Arabic numerals for the minutes,
and baton indices. Winding holes above the IIII
and the VIII.
Functions: Movement with striking mechanism on a
bell, openwork gilt hands for hours and minutes, blackened
hand for the jumping second, a pendulum and a
key are included. Working order not tested.
Literature:
Tardy (ed.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, p. 61.
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 12.000 – € 15.000
Sistrix
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77
66
LOUIS XV-KONSOLUHR
Höhe mit Konsole und Aufsatz: 125 cm.
Das Zifferblatt signiert „J Baptiste Dutertre A Paris“
(d. J. 1715 – vor 1772).
Paris, zweites Viertel 18. Jahrhundert.
Gehäuse:
Dreiteilig, jeweils mit blau gefärbtem Schildpatt und
ziselierten sowie vergoldeten Bronzen. Die Konsole
entspringt aus à jour gearbeiteten Rocaillen mit Blattwerkzier.
Werkskorpus verglast, balustriert und mit reicher
vergoldeter Bronzezier. Aufsatz mit stark plastischer
Rocaille und Blütendekor.
Zifferblatt:
Weiß emaillierte passige Kartuschen für schwarze römische
Stunden und arabische Minuten. Umlaufender
vergoldeter Relieffond. Aufzugslöchlein über der V und
der VII.
Funktion:
Gehwerk für Stunden und Minuten mit Schlag auf
Glocke; vegetabil ausgeformte Zeiger für Stunden und
Minuten. Ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden,
nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 211. (1461118) (13)
LOUIS XV CONSOLE CLOCK
Height of console and top part: 125 cm.
Dial signed “J Baptiste Dutertre A Paris”
(the Younger, 1715 – before 1772).
Paris, second quarter of the 18th century.
Case:
three-part case, each section with blue-dyed motherof-pearl
and chased and gilt bronze decoration.
Dial:
White enamel dial with cartouches with black Roman
numerals for the hours and Arabic numerals for the
minutes. Surrounded by gilt relief background. Winding
holes above V and VII.
Functions:
Movement for hours and minutes with striking mechanism
on a bell; organically shaped hands for hours
and minutes. Pendulum and key enclosed. Working order
untested.
Literature:
cf. Tardy (ed.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, p. 211.
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 10.000 – € 14.000
Sistrix
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67
PARISER CARTELUHR
Höhe: 67 cm.
Zifferblatt signiert „Charles Le Roy a Paris“
(Meister ab 1733).
Paris, Mitte 18. Jahrhundert.
Gehäuse:
In Bronze gegossen, ziseliert, geschnitten und vergoldet.
Unter dem gesprengtem Giebel das Uhrwerk sowie
der Pendelkasten mit à jour gearbeitetem Trellismuster.
Vorgesetzte Figurengruppe als Allegorie der
Nacht; über dem Giebel Helios im Sonnenwagen als
Allegorie des Tages.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit blauen römischen Stunden und
schwarzen arabischen Minuten sowie Stabindizes.
Aufzugslöchlein über der V und der VII.
Funktion:
Halbstunden- und Stundenschlagwerk mit Schlag auf
Glocke, à jour gearbeiteter und vergoldeter Zeiger für
Stunden und Minuten. Ein Pendel und ein Schlüssel
vorhanden. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 404 f. (1461112) (13)
€ 7.000 – € 10.000
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79
68
PENDULE IM STIL DES CHARLES BOULLE
Höhe: 34 cm.
Rückplatine mit Händlersignet „W Johnson London“.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Im Stil Boulle gefertigt, mit ziselierten und vergoldeten
Bronzen sowie gravierte Messingeinlagen auf Schildpattfond.
À jour gearbeitete Schallöffnungen mit Trellismuster
und roter Textilverkleidung. Geschweifter
Giebel und aufliegenden Rocaille- und Blattformen.
Minimal besch.
Zifferblatt:
Verglastes Zifferblatt mit königsblauen römischen
Stunden auf weiß emaillierten Kartuschenfeldern. Vergoldeter
Bronzegrund mit zentralem Portrait nach
rechts und umlaufendem Zifferring mit 60 Minuten.
Funktion:
Schlag auf Feder zur halben und zur vollen Stunde. Geschwärzte,
à jour gearbeitete Zeiger für Stunden und
Minuten. Ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(14611118) (13)
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 1.200 – € 1.600
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69
PENDULE IM STIL LOUIS XV
Höhe: 47 cm.
Rückplatine mit Pariser Bronzeherstellermarke.
Paris, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Bronze, gegossen, ziseliert und vergoldet. Aus Rocailleformen
gebildeter, teilverglaster Korpus mit reicher vegetabiler
Zier.
Zifferblatt:
Weiß emailliert, aus Feldern zusammengesetzt, mit
schwarzen römischen Stunden, arabischen Minuten und
Stabindizes. Aufzugslöchlein über der IIII und der VIII.
Funktion:
Schlag auf Glocke zur halben und zur vollen Stunde.
Geschwärzte Lilienzeiger für Stunden und Minuten.
Ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden. Nicht auf
Funktionsfähigkeit geprüft.
(14611113) (13)
€ 1.000 – € 1.500
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70
PARISER KONSOLUHR
Höhe inkl. Konsole und Bekrönung: 71,5 cm.
Zifferblatt signiert „André Furet“ (ab 1691).
Rückplatine signiert „André Furet AParis“.
Paris, 18. Jahrhundert.
Gehäuse:
Dreiteilig, bestehend aus Konsole, Uhrenkasten und
Aufsatz. Konsole konisch auslaufend, mit furniertem
Holz mit vegetabilen und figürlichen, vergoldeten
Bronzen. Verglaster Korpus in bombierter Form, mit
vergoldeten wie ziselierten Rocaillen mit Drachen auf
Rocaille sitzend. Aufsatz konisch zulaufend, mit vegetabilen
Formen und Rocaillen in vergoldeten Bronzen.
Zifferblatt:
Weiß emaillierte Kartuschen für die blauen römischen
Stunden; zentrales Emailfeld und umlaufender vergoldeter
Ring mit arabischen Minuten und Punktindizes.
Funktion:
Blattförmige Zeiger; Gehwerk für Stunden und Minuten.
Ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden. Nicht auf
Funktionsfähigkeit geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 240. (14611124) (13)
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 1.400 – € 1.800
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81
71
PENDULE IM LOUIS XV-STIL
Höhe: 43 cm.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
In Bronze; gegossen, ziseliert und vergoldet. Über à
jour gearbeitetem Sockel die Tanzfigur eines Fidlers,
darüber, von Rocaillen und vollplastischen Blüten gerahmt,
das Werksgehäuse. Die Blüten gefasst und
emailliert.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit dunkelblauen römischen Stunden
sowie Punkt- und Stabindizes. Verglasung mit Perlstabrahmung.
Funktion:
Halb- und Stundenschlosscheibenschlagwerk auf
Glocke, à jour gearbeitete, geschwärzte Dreipasszeiger
für Stunden und Minuten. Ein Pendel vorhanden.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(14611123) (13)
€ 800 – € 1.200
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72
CARTELUHR MIT KINDERN
Höhe: 78 cm.
Zifferblatt signiert „RICHOND“.
Paris, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
In Bronze, gegossen, geschnitzt, ziseliert und vergoldet.
Aus stark plastischen Schilf- und Blattformen gebildeter
Korpus mit zwei Kindsfiguren auf Voluten sitzend,
einmal ein Etui mit der Gravur „PARUNE“
haltend, einmal als Honigschlecker ausgebildet. Seitliche,
textil hinterlegte Schallöffnungen mit Trellismuster.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen römischen Stunden,
arabischen Minuten und Stabindizes. Aufzugslöchlein
über der IIII und der VIII. Verglasung mit vergoldetem
Profilring.
Funktion:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk mit
Schlag auf Glocke, à jour gearbeitete und vergoldete
Zeiger für Stunden und Minuten, ein wohl sekun däres
Pendel vorhanden. Nicht auf Funktions fähigkeit geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 554. (1461111) (13)
€ 3.000 – € 4.000
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73
CARTELUHR MIT HELIOS
Höhe: 45 cm.
Rückplatine mit Modellnummer 3183.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Bronze; gegossen, ziseliert und vergoldet. Auf Wolkenbank
mit Helios als Kind im Sonnenwagen. Gehäuse
aus Rocaillen gebildet, bekrönt von Sonne oder Stern.
Zifferblatt:
Weiß emaillierte Kartuschen für die blauen römischen
Stunden; vergoldeter reliefierter Fond mit Stabindizes
für die Minuten. Aufzugslöchlein über der IIII und der
VIII. Verglasung mit Rocaillerelief.
Funktion:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk auf
Glocke. Lilienzeiger für Stunden und Minuten; ein
Pendel und ein Schlüssel vorhanden. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(14611136) (13)
€ 1.200 – € 1.600
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74
KAMINUHR MIT AMORZIER
Höhe: 26,5 cm.
Rückplatine mit Herstellersignet „Roblin à Paris“.
Paris, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Bronze; gegossen, vergoldet. À jour gearbeitetes, aus
Rocaillen gebildetes Gehäuse mit aufliegender tonnenförmiger
Werksummantelung und daran gelehnter
Amorfigur, mit zwei Köchern auf einer ziselierten Wolkenbank
sitzend.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit dunkelblauen römischen Stunden,
schwarzen arabischen Minuten sowie Stabindizes.
Aufzugslöchlein über der IIII und der VIII. Verglast mit
Perlbandrand.
Funktion:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk auf
Glocke, à jour gearbeitete Zeiger für Stunden und Minuten.
Ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden. Nicht
auf Funktionsfähigkeit geprüft .
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 566. (14611117) (13)
€ 800 – € 1.200
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83
75
KONSOLUHR IN VERNIS MARTIN
Höhe inkl. der separaten Konsole: 67,5 cm.
Zifferblatt signiert „E Le Noir Paris“.
Paris, 18. Jahrhundert.
Gehäuse:
Zweiteilig. Konsole konisch auslaufend in Holz mit Vernis
Martin und reizvollem polychromem Blumendekor.
Gehäuse auf Blattwerkfüßen, den Dekor der Konsole
aufnehmend, mit verglastem Korpus sowie vergoldeten
Vögeln und Rocaillen. Aufsitzende Ziervase.
Zifferblatt:
Weiß emaillierte, passige Kartuschen für die blauen
römischen Stunden; umlaufender reliefierter, vergoldeter
Ring mit arabischen Minuten und Stabindizes. Aufzugslöchlein
über der IIII und der VIII.
Funktion:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk mit
Schlag auf Glocke; geschwärzte Zeiger für Stunden
und Minuten. Ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 376. (14611121) (13)
€ 1.400 – € 2.000
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76
CARTELUHR IM LOUIS XV-STIL
Höhe: 40 cm.
Zifferblatt signiert „Lionel Ciseleur a Paris“. Rückplatine
mit Modellnummer und DG.
Paris, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Bronze, gegossen, ziseliert und vergoldet. Aus Rocaillen
gebildet mit fein ziselierten Blüten- und Blattformen;
eingelegte, textil hinterlegte Schallöffnungen in
Trellismuster.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit blauen römischen Stunden,
schwarzen arabischen Minuten und Stabindizes. Aufzugslöchlein
über der IIII und der VIII, verglast mit vergoldetem
Blattwerk.
Funktion:
Halb- und Stundenschlosscheibenschlagwerk mit
Schlag auf Glocke; à jour gearbeitete und vergoldete
Zeiger für Stunden und Minuten, ein Pendel vorhanden.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(14611132) (13)
€ 1.000 – € 1.400
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77
CARTELUHR IM LOUIS XV-STIL
Höhe: 34,5 cm.
Rückplatine mit Modellnummer.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Bronze; gegossen, geschnitten, ziseliert und vergoldet.
Korpus aus Rocaille-, Voluten- und Blattformen,
mit zentralem Zifferblatt und darunterliegendem Pendelauge
mit vorgeblendetem Trellismuster.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen römischen Stunden,
arabischen Minuten und Stabindizes. Aufzugslöchlein
über der IIII und der VIII; Verglasung mit vergoldetem
Profilrand.
Funktion:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk mit
Schlag auf Glocke, à jour gearbeitete und vergoldete
Zeiger für Stunden und Minuten, ein Pendel vorhanden.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(14611139) (13)
€ 600 – € 800
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85
78
CARTELUHR UND BAROMETER IM LOUIS XVI-STIL
Höhe jeweils: 57 cm.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Jeweils in Bronze gegossen, gestanzt, ziseliert und
vergoldet. Symmetrischer Aufbau mit teils verglastem
Korpus. Seitliche Wandung mit Rundöffnungen bei der
Uhr als Schallöffnung. Rundgiebel bekrönt von einer
Louis XVI-Vase mit Lorbeerblattfestons.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen römischen Stunden
und arabischen Minuten sowie Stabindizes. Aufzugslöchlein
über der IIII und der VIII. Verglasung mit vergoldetem
Profilrand.
Funktion:
Halb- und Stundenschlagwerk auf Glocke; à jour gearbeitete
und vergoldete Zeiger für Stunden und Minuten.
Ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden. Nicht auf
Funktionsfähigkeit geprüft.
Dazu ein Barometer mit baugleichem Gehäuse, die Anzeigetafel
ebenfalls weiß emailliert mit schwarzen
Schriftzügen und à jour gearbeitetem Zeiger sowie
Schriftzug „Barometre Metallique“.
(14611114) (13)
€ 2.500 – € 4.000
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79
PENDULE IM LOUIS XVI-STIL
Höhe: 33,5 cm.
Auf Rückplatine Modellnummer.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
À jour gearbeitet, ziseliert und vergoldet. Gebildet aus
Rocaillen und Blattformen, flankiert von Widderköpfen
und überhöht von einer zweihenkligen klassizistischen
Vase.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen römischen Stunden und
arabischen Minuten sowie Stabindizes. Verglast mit
Perlstabrand.
Funktion:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk auf
Glocke. À jour gearbeitete, vergoldete Zeiger für Stunden
und Minuten; ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(14611137) (13)
€ 800 – € 1.200
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80
LOUIS XIV RELIGIEUSE-PENDULE
Höhe: 46 cm.
Breite: 31 cm.
Tiefe: 13 cm.
Unterhalb des Zifferblattes bezeichnet
„Claude Raillard / AParis“.
Um 1660/70.
Gehäuse:
Gehäusekasten in ebonisiertem Holz mit seitlichen
Zinn-Fadeneinlagen, Fronttüre und Aufsatzdekor in gegossenem
vergoldetem Bronzerelief.
Zifferblatt:
Ziffernring und Eckdekor auf schwarzem Samt; geschwärzte
römische Stunden und gravierte arabische
Minuten, filigrane Zeiger vergoldet. Unterhalb der VI
ein Messingschild mit der Uhrmacherbezeichnung
„Claude Raillard / AParis“.
Funktionen:
Regulier-Pendel an Fadenaufhängung, Schlossscheibe
für Halb- und Stundenschlag auf der oben liegenden
Glocke. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Claude Raillard war Meister-Uhrmacher in Paris (Rue
de la Pelleterie, Saint-Jacques-de-la-Boucherie). In
Archiven wurde er von 1648 bis 1718 erwähnt, er
starb etwa um 1720. Ein Werk seiner Hand befindet
sich im Planetarium Zuylenburgh in Utrecht.
Literatur:
Paris 1981, S. 130 ff. (1461099) (1) (11)
€ 3.000 – € 5.000
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87
81
LOUIS XVI-KAMINUHR
Höhe: 39 cm.
Breite: 27 cm.
Tiefe: 12 cm.
Auf dem Zifferblatt aufgelötete Uhrmacherbezeichnung
„Le Roy / A Paris“.
18./ 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Figürlich dekorierter Aufbau in vergoldeter Bronze auf
ebonisiertem Holzsockel. Darauf weiterer Bronzesockel
mit figürlichen Amor-Motiven, Turteltauben und
Blattwerk.
Zifferblatt:
Das Werkgehäuse mit Emailzifferblatt, römischen
Stunden und arabischen Minuten. Zeiger vergoldet.
Funktionen:
Pendel an Fadenaufhängung, über der XII am Zifferblatt
regulierbar. Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlagwerk
auf Glocke. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(14611119) (11)
€ 1.800 – € 2.500
Sistrix
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82
BEDEUTENDE LOUIS XVI-KAMINUHR
Höhe: 36 cm.
Länge: 28 cm.
Tiefe: 13 cm.
Auf dem Zifferblatt bezeichnet „Roque / A Paris“.
Werkplatine ebenfalls signiert und nummeriert
„Roque- A Paris / No. 517“.
Um 1770.
Gehäuse:
Frühklassizistischer Aufbau in vergoldeter Bronze; seitlich
gerundeter Sockel auf Spindelfüßen mit Frontrelief,
darauf rechteckiger Aufbau mit bekrönender
Deckelvase mit seitlich herabziehenden Lorbeer-Blattfestons.
Zifferblatt:
Verglastes Emailziffernblatt mit römischen Stunden
und arabischen Minuten.
Funktionen:
Pendel an Fadenaufhängung, regulierbar über der XII
am Ziffernblatt. Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlagwerk
auf Glocke. Werk verso konvex verglast.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Joseph-Léonard Roque (gest. nach 1789) lernte bei
Claude-Siméon Passemant, wurde 1770 Meister und
war als „Horologer du Roi“ einer der bedeutendsten
Pariser Uhrmacher der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Er arbeitete regelmäßig mit namhaften
Bronziers zusammen und belieferte den französischen
Hof unter Louis XV, Louis XVI und Marie Antoinette.
A.R. (14610815) (1) (11)
€ 3.500 – € 5.000
Sistrix
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83
GROSSE LOUIS XVI-KAMINUHR
Höhe: 53 cm.
Breite: 38 cm.
Tiefe: 17 cm.
Das Zifferblatt bezeichnet
„LEPAUTE / H.GR DU ROY“ (1720 Thonne-la-Long –
1789 St.Cloud). Rückplatine unsigniert.
Gehäuse:
Aufbau in weißem Marmor und vergoldeter Bronze,
figürlich dekoriert. Sockel über Lanzett-Blattfüßen und
mit frontaler Blattwerkapplikation. Darauf das von Volutenspangen
getragene Werk, bekrönt mit einem
Amorputto auf Wolken. Seitlich ein Amorknabe mit
Pfeil, gegenüber eine Herrscherbüste.
Zifferblatt:
Emailzifferblatt mit römischen Stunden und arabischen
Minuten. Zeiger vergoldet.
Funktionen:
Pendel an Seidenfaden, Regulierung oberhalb der XII.
Pendelauge in Form eines Apollokopfes mit Strahlen
(erg.?). Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlagwerk
auf Glocke. Mit original Schlüssel. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(14611126) (11)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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89
84
PRUNKPENDULE
Höhe: 51 cm.
Auf der Rückplatine (für das Werk) signiert
„Jean Fol A Paris“ (ab 1735 in Paris tätig).
Gehäuse rückseitig signiert „OSMOND“.
Paris, um 1770.
Gehäuse:
Bronze, gegossen, ziseliert und vergoldet, montiert.
Über vier gedrückten Kugelfüßen der symmetrische,
architektonisch aufgefasste Aufbau mit zentraler kannelierter
Säule, die das Uhrwerk birgt. Flankiert von
zwei vollplastisch wiedergegebenen Genien. Zwischen
ihnen mehrere Musikinstrumente. Das Uhrwerk
umrahmt durch Blattwerk und Festons sowie bekrönt
durch eine zweihenklige Deckelvase. Das Gehäuse
entspricht im Aufbau den bekannten Schöpfungen der
Uhrenkünstler Ferdinand Berthoud (1727 – 1807) sowie
Robert (1711 – 1789) und Jean-Baptist Osmond (1742 –
um 1790), Paris. Robert und sein Neffe Jean Baptist
Osmond schufen im „Goût Grec“ Pendulen in vergoldeter
Bronze, die ab den 1760er- und 70er-Jahren in
Frankreich gefragt waren. Die „Säulenuhren“, wie wir
auch hier einen Säulenstumpf sehen, gehörten zu den
beliebtesten Motiven der Osmonder Werkstatt, jeweils
unterschiedlich weiter dekoriert. Robert Osmond
kam 1735 in die Werkstatt des Bronzebildners und Gießers
Louis Regnard (Meister 1733, gest. 1779), wurde
1746 Meister und holte 1753 seinen Neffen Jean-Baptist
in die Werkstatt, die mit den verschiedenen Uhrmachern
zusammenwirkte.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen römischen Stunden,
arabischen Minuten und Stabindizes. Aufzugslöchlein
über der III und der VII.
Funktionen:
À jour gearbeitete Zeiger für Stunden und Minuten,
Schlossscheibenschlagwerk mit Schlag auf Glocke zur
vollen und halben Stunde, ein Pendel vorhanden. Nicht
auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Das Modell basiert auf einer Zeichnung, die in der
Jacques Doucet Library (VI E 15 Rès) verwahrt wird
und François Vion oder Robert Osmond zugeschrieben
wird. Eine ähnliche Uhr wurde bei Christie’s Paris
am 7. Dezember 2005 unter Lot 185 verkauft.
MAGNIFICENT PENDULUM CLOCK
Height: 51 cm.
Signed on backplate (for the clockwork)
“Jean Fol à Paris” (active in Paris since 1735).
Case signed “OSMOND” on the back.
Paris, ca. 1770.
Case:
Bronze; cast, chased, and gilt, mounted. The case design
corresponds to the famous creations of the Parisian
clock makers Ferdinand Berthoud (1727 – 1807) and
Robert (1711 – 1789) and Jean-Baptist Osmond (1742 –
ca. 1790). Robert and his nephew Jean Baptist Osmond
created pendulum clocks in gilt bronze in the
Greek taste or “goût grec”, which were in demand in
France from the 1760s and 1770s onwards. The “column
clocks”, as the base of a column here, were
among the most popular motifs of the Osmond workshop,
each with its own unique decoration.
Dial:
White enamel with black Roman numerals, Arabic
numerals, and baton indices. Winding holes above
3 and 7 o’clock.
Functions:
Open-work hands for hours and minutes, countwheel
striking mechanism with strike on bell on the full and
half hour; pendulum enclosed. Working order untested.
Literature:
The present pendulum clock is illustrated in Hans
Ottomeyer and Peter Pröschel, Vergoldete Bronzen.
Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus,
volume 1, Munich 1986, p. 195.
Notes:
The model is based on a drawing held at the Jacques
Doucet Library (VI E 15 Rès) and attributed to François
Vion or Robert Osmond. A similar clock was sold at
Christie’s in Paris on 7 December 2005, lot 185.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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Literatur:
Die hier angebotene Pendule ist abgebildet in: Hans
Ottomeyer und Peter Pröschel, Vergoldete Bronzen.
Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus,
Band 1, München 1986, S. 195. (1460252) (13)
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91
85
SELTENE PARISER KAMINUHR DES DIRECTOIRE
„ALLEGORIE AFRIKA“
Höhe: 46 cm.
Länge: 37 cm.
Tiefe: 16 cm.
Auf dem Zifferblatt ortsbezeichnet „à Paris“.
Gehäuse:
Gehäuseaufbau in brünierter Bronze mit Feuervergoldung.
Der ovale Sockel auf Spindelfüßen verjüngt sich
nach oben und trägt das Uhrwerk, auf dem eine junge
Afrikanerin mit Bogen und Pfeilköcher sitzend dargestellt
ist. Augen in Glasemail eingesetzt, Ohrring mit
ovaler Perle. Federrock, Perlenketten und Bogen vergoldet;
ebenso die kleine Schildkröte rechts sowie
eine sitzende Raubkatze, die links zu ihr hochblickt. An
der Sockelfront vergoldete exotische Kinderszenen im
Relief, seitlich Fruchtfestons.
Zifferblatt:
Emailzifferblatt mit arabischen Stunden und Viertelstunden.
Zeiger vergoldet.
Funktionen:
Acht-Tage-Gehwerk, Pendel an Seidenfaden, verso
Feinregulierung. Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlagwerk
auf Glocke. Werk nicht geprüft, Pendelfaden
lose.
Anmerkung:
Den Originalentwurf für diese Allegorie-Pendule
schuf Jean-Simon Deverberie (1764 – 1824), Pariser
Fondeur und Ciseleur, der Entwurf wird in der
Bibliotheque Nationale aufbewahrt.
Uhren mit afrikanischen Figuren entstanden vorwiegend
in der Epoche des Directoire, als den europäischen
Gesellschaften ein Idealbild der Zivilisation der
„unverdorbenen Naturvölker“ vermittelt wurde. In
Frankreich war es vor allem Jean-Jacques Rousseau
(1712 – 1778), der die Idee des „Edlen Wilden“ in der
Kolonialzeit mit der Natürlichkeit des Lebens ursprünglicher
Kulturen als Idealvorstellung publik machte.
Gleichzeitig jedoch galt die Präsentation solcher Uhren
in den Gesellschaftsräumen Wohlhabender als Ausdruck
nobler Gesinnung.
RARE PARIS DIRECTOIRE MANTLE CLOCK
“ALLEGORY OF AFRICA”
Height: 46 cm.
Length: 37 cm.
Depth: 16 cm.
Place name “à Paris” on dial.
Case:
Design in burnished and fire-gilt bronze.
Dial:
Enamel dial with Arabic numerals for hours and quarter
hours. Gilt hands.
Functions:
Eight-day movement, silk suspension pendulum, fine
adjustment on the reverse. Countwheel striking mechanism
on a bell for the half hour and hour. Movement
not tested, pendulum thread loose.
Notes:
The original design for this allegorical pendulum clock
was created by Jean-Simon Deverberie (1764 – 1824),
a Parisian founder and engraver, and is held at the
Bibliothèque nationale.
Literature:
cf. Pierre Kjellberg, Encyclopédie de la pendule
Française, Paris 1997, p. 347 ff.
€ 18.000 – € 22.000
Sistrix
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Literatur:
Vgl. Pierre Kjellberg, Encyclopédie de la pendule
Française, Paris 1997, S. 347 ff.
A.R. (1461087) (1) (11)
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86
AUSSERGEWÖHNLICHE GROSSE SALONUHR
MIT KALENDER-KOMPLIKATION
Höhe: 73 cm.
Breite: 31 cm.
Zifferblatt bezeichnet „Julien Leroy / A PARIS“.
Paris, Epoche Napoleon III.
Gehäuse:
Gefertigt in vergoldeter Bronze und Marmor, gedacht
für die zentrale Aufstellung in einem Salon, etwa auf
einem Podest, dementsprechend zu allseitiger Ansicht
gestaltet. Der hohe schlanke Aufbau in feuervergoldeter
Bronze setzt mit einem Marmorsockel über großen
Spindelfüßen an, worauf sich ein weiterer vergoldeter
Sockel befindet, getragen von Voluten, besetzt mit Rosetten.
Zifferblatt:
Über diesem erhebt sich ein achtkantiger antiker Altarsockel
mit kräftigen seitlichen Festons, in den ein rundes
Kalenderzifferblatt eingefügt ist. Die Bekrönung in
Form einer Amphoren-Deckelvase fungiert als Zeitangabe
für Stunden und Minuten: Zwei umlaufende Ringe,
besetzt mit weißen Emailkartuschen, werden
durch das Werk bedient, mit römischen Stunden und
arabischen Minuten. Die Anzeige erfolgt mittels einer
Figur eines Salamanders, dessen Schwanz auf die Ziffernkartuschen
weist. Das Kalenderzifferblatt im Mittelteil
des Aufbaus, in weißem Email, mit blauem Außenring,
der ein Sternenmuster aufweist und die
arabischen Angaben für die Monatstage umzieht. In
roten Buchstaben die Tagesangaben. Demgemäß vier
Zeiger, gebläut und vergoldet.
Funktionen:
Pendel an Stahlfederaufhängung, Schlossscheibe für
Halb- und Stundenschlagwerk auf Glocke. Einblick ins
Werk mittels abschraubbarer Abdeckung verso. Nicht
auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(1461086) (1) (11)
EXCEPTIONALLY LARGE SALON CLOCK
WITH CALENDAR COMPLICATION
Height: 73 cm.
Width: 31 cm.
Dial inscribed “Julien Leroy / A PARIS”.
Paris, Napoleon III period.
Case: Gilt bronze and marble.
Dial: The finial, an amphora-shaped lidded vase, serves
as a time indicator for hours and minutes: two rotating
rings, set with white enamel cartouches, are driven by
the movement, displaying Roman numerals for the
hours and Arabic numerals for the minutes. The time is
indicated by a salamander figure, whose tail points to
the numeral cartouches. The calendar dial is at the centre
of the structure, in white enamel with a blue outer
ring featuring a star pattern and surrounding the Arabic
numerals for the days of the month. The days of the
week are indicated in red letters. Accordingly, there
are four blued and gilt hands.
Functions: Pendulum on a steel spring suspension,
countwheel striking mechanism on a bell for the half
hour and hour. View of the movement through a removable
cover on the back. Working order untested.
€ 18.000 – € 22.000
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95
87
FRANZÖSISCHE KAMINUHR –
ALLEGORIE DES WASSERS
Höhe: 53 cm.
Breite: 37,5 cm.
Tiefe: 16 cm.
Zifferblatt bezeichnet „Gaston Jolly á Paris“.
Gehäuse:
Der Gehäuseaufbau in matt- und glanzvergoldeter ziselierter
Bronze. Ein Rechtecksockel trägt einen weiteren
Aufbau, der von vier Delfinen gestützt wird. Darauf als
Bekrönung die Sitzfigur des Meeresgottes Neptun mit
Dreizack und Ruder, gestützt auf einen Krug, aus dem
sich Wasser in ein Becken ergießt – Symbol für einen
Flussgott. Entsprechende Motive der Applikationen,
wie Füllhörner und Schilfblätter. Der untere Sockel als
ein Becken gestaltet, in den eine Kaskade fließt – symbolisch
für die den Lauf der Zeit. Dreizack erg.
Zifferblatt:
Emailziffernblatt mit römischen Stunden, arabischen
Minuten und gebläuten Zeigern sowie Datumsanzeige
mit 31-Monatstagen und separatem Zeiger.
FRENCH MANTLE CLOCK –
ALLEGORY OF WATER
Height: 53 cm.
Width: 37.5 cm.
Depth: 16 cm.
Dial inscribed “Gaston Jolly à Paris”.
Case:
Design in matte and polished gilt bronze; chased.
Dial:
Enamel dial with Roman numerals for the hours, Arabic
numerals for the minutes, blued hands, and 31 days of
the month with a separate hand.
Functions:
14-day movement, silk suspension pendulum, countwheel
striking mechanism on a bell for the half hour
and hour. Regulation wheel on the back. Pendulum
and key are missing. Working order untested.
€ 10.000 – € 14.000
Sistrix
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Funktionen:
14-Tage-Gehwerk, Pendel an Fadenaufhängung, Schlossscheibe
für Halb- und Stundenschlag auf Glocke. Verso
Regulier-Rändelrad. Pendel und Schlüssel fehlen. Nicht
auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Gaston Jolly wurde 1784 als Meister aufgenommen
und war in der Rue des Arcis, Paris, ansässig. Er verwendete
u. a. Gehäuse von Robert und Jean-Baptist
Osmond.
Im Jahr 1820 wurde Gaston Jolly (Vater) im Boulevard
Poissonnière 22 gelistet, Gaston Jolly (Sohn) in der
Rue du Pavé-Saint Saveur 16. Zu den Kunden zählten
Charles Philibert Marie Gaston de Lévis-Mirepoix und
Bernard Charles Louis Victor, Marquis de Lostanges,
Kammerherr von Napoleons. (1461084) (1) (11)
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97
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88
FRANZÖSISCHE KAMINUHR UM 1800
(ABB. LINKS)
Höhe: 45 cm.
Breite: 30 cm.
Tiefe: 10,5 cm.
Zwischen den Stunden Signatur
„La croix – Paris“.
Gehäuse:
Der Sockel über Adlerfüßen mit einer breiten Reliefdarstellung:
Putten, Rüstung und Fahnen. Darauf eine Kanone,
deren Lafettenrad den Ziffernring bildet. Bekrönung
durch eine vollplastische Figur des Kiegsgottes
Mars im Schuppenpanzer mit Helm, Schwert und
Schild. Ein identisches Gehäuse von Jean-Simon Deverberie
(1764 – 1824) ist dokumentiert.
Zifferblatt:
Weißer Email-Ziffernring mit römischen Stunden.
Funktionen:
Ankerwerk, Pendel an Faden, Schlossscheibe für Halbund
Stundenschlag auf Glocke. Läuft an, Schlüssel beigegeben,
Pendel fehlt. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(1461083) (1) (11)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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89
GROSSE EMPIRE-PENDULE
Höhe: 50 cm.
Breite: 47 cm.
Tiefe: 20 cm.
Zifferblatt signiert „Thomire & Cie a Paris“ (Pierre
Philippe Thomire (1751 – 1843)) sowie bezeichnet
„Moinet“.
Frankreich, um 1800.
Gehäuse:
Über vier vergoldeten gedrückten Kugelfüßen blockhafte
brunierte Basis. Darauf das Werksgehäuse in Gestalt
einer architektonischen Basis mit Thronlehne. Darauf
der brunierte Apoll die Lyra von Minerva empfangend.
Zwischen ihnen ein gefußtes Weihrauchbecken.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen römischen Stunden,
arabischen Minuten sowie Stabindizes.
Funktionen:
Aufzugslöchlein über 4 und 8, vergoldete Breguetzeiger
für Stunden und Minuten, Schlossscheibenschlagwerk
mit Schlag auf Glocke zur vollen und zur halben
Stunde. Ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden. Nicht
auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(1430701) (1) (13)
LARGE EMPIRE PENDULE
Height: 50 cm.
Width: 47 cm.
Depth: 20 cm.
Dial signed “Thomire & Cie à Paris”
(Pierre Philippe Thomire (1751 – 1843)) and Moinet.
France, ca. 1800.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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99
90
LOUIS XIV-BOULLE-PENDULE
Höhe: 60 cm.
Breite: 25,5 cm.
Tiefe: 12 cm.
Werkplatine signiert „Margotin A Paris“.
Paris, 1625 – nach 1711.
Gehäuse:
Aufwändig in Boulle-Technik mit Schildpatt gearbeitetes
Gehäuse, dekoriert mit vergoldeten Bronzeeinlagen
und Rahmungen bildenden Appliken. Der abnehmbare
Aufsatz mit einer Fackel tragenden Amorfigur
bekrönt. Der verglaste Frontrahmen mit Reliefdekor
besetzt, darin geflügelter Putto mit Lyra. Seiten verglast.
Zifferblatt:
Ziffern auf Emailkartuschen, mit blauen römischen
Stunden um zentrales vergoldetes Relieffeld.
Funktionen:
14-Tage-Spindelwerk mit Halb- und Stundenschlag auf
zwei Glocken. Repetierzug. Fadenaufhängung. Schlüssel
beigegeben. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Der Uhrmacher Pierre Margotin, geb. 1625 in Paris,
wurde 1646 Gildemeister. Seine Arbeiten datieren
zwischen 1680 bis 1710.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 433.
A.R. (1461119) (11)
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 2.000 – € 3.000
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91
CARTELUHR MIT FLAMMVASE
Höhe: 60 cm.
Verso mit Modellnummer und „A.I.“
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Bronze gegossen, geschnitten, ziseliert und vergoldet.
Symmetrischer Aufbau mit verglastem Pendelkasten,
dieser mit textilhinterlegten Schallöffnungen im Trellismuster.
Seitlich ansetzende Espagnoletten und bekrönender
Louis XVI-Vase mit Lorbeerblattfestons.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit blauen römischen Stunden,
schwarzen arabischen Minuten und Stabindizes. Aufzugslöchlein
über der IIII und VIII. Verglasung mit vergoldetem
Profil.
Funktionen:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk mit
Schlag auf (nicht vorhandener) Glocke; ein Pendel und
ein Schlüssel vorhanden, à jour gearbeitete und vergoldete
Zeiger für Stunden und Minuten. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(1461113) (13)
€ 1.000 – € 1.500
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101
92
PENDULE MIT ALLEGORIE DES FRÜHLINGS
Höhe: 31,5 cm.
Zifferblatt signiert in Purpur „Valle Hger de Monsieur“.
Paris, Ende 18. Jahrhundert.
Gehäuse:
In vergoldeter und ziselierter Bronze mit gefasster und
goldgehöhter Porzellanapplikation. Über in Voluten
übergehenden Bocksfüßen der rechteckige passige
Basenkorpus mit aufstehendem kastenförmigem
Uhrengehäuse. Dieses flankiert von Flora und einer
Amorette.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen römischen Stunden und
arabischen Minuten sowie Stabindizes. Minimal
besch.
Funktionen:
Schlossscheibenschlagwerk mit Schlag auf Glocke zur
vollen und zur halben Stunde. Aufgzuslöchlein über 4
und 8, á jour gearbeitete Lyrazeiger für Stunden und
Minuten. Ein Pendel vorhanden. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
Anmerkung:
In Bezug auf die Signatur: Le Monsieur war der Titel
des ältesten Bruders des Königs. (1430704) (1) (13)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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93
LOUIS XVI-LYRAPENDULE
Höhe: 58 cm.
Breite: 24,5 cm.
Zifferblatt bezeichnet „Herbin à Paris“.
Gehäuse:
Aufbau in weißem Marmor und vergoldeter Bronze.
Der Ovalsockel auf Spindelfüßen trägt einen lyraförmigen
Aufsatz mit bekrönendem, von Strahlen umzogenen
Apollokopf, darunter Blütenfeston.
Zifferblatt:
Emailziffernblatt mit arabischen Stunden und Minuten
in Schwarz sowie 31-Tage-Datumsanzeige in Rot. Zeiger
vergoldet.
Funktionen:
Das Werk im Pendel mit Temperatur-Ausgleichstäben;
Sekundenpendel an Messeraufhängung; Schlossscheibe
für Halb- und Stundenschlag auf Glocke. Werk läuft.
Schlüssel vorhanden. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Jean-Pierre Herbin war Meister-Uhrmacher in Paris
und Versailles, Rue des Trois-Pistolets 14, erwähnt am
08. Januar 1788, 07. und 10. August 1796. (1461097)
(1) (11)
€ 8.000 – € 10.000
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103
94
SELTENE PARISER „TEMPELUHR“ MIT
AMOR- UND STERNZEICHENMOTIVEN
Höhe: 44 cm.
Durchmesser Sockel: 24 cm.
Zifferblatt bezeichnet „à Paris“.
Um 1800.
Gehäuse:
Der originelle Aufbau aus vergoldeter Bronze in Form
eines Monopteros. Der Bodensockel auf drei Krallenfüßen,
der Architrav getragen von sechs kannelierten
Pfeilköchern, die als Säulen fungieren. Im Inneren Sitzfigürchen
eines geflügelten Amors mit Bogen und Köcher.
Der Gebälkkranz besetzt mit umlaufenden freistehenden
vergoldeten Relieffiguren in Landschaften,
die die freien Künste symbolisieren: Musik, Astronomie,
Malerei, Bildhauerei, Land- und Forstwirtschaft,
Schifffahrt und Architektur. Bekrönung durch das runde
Werkgehäuse, dekoriert mit Perlstab und Tierkreissymbolen
auf blaugrünem Lackgrund. Das Pendelauge
mit vergoldeter Reliefdarstellung von Venus und Amor
in Wolken.
Zifferblatt:
Emailziffernblatt mit römischen Stunden und arabischen
Minuten. Gebläute Breguet-Zeiger.
Funktionen:
Pendel an Fadenaufhängung, Schlossscheibe für Halbund
Stundenschlagwerk auf Glocke. Verso Regulier-
Rändelrad. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Eine gleichgestaltete Uhr „Temple de l’Amour“ wurde
Jean-Simon Deverberie (1764 – 1824) zugeschrieben.
(14610812) (1) (11)
€ 6.000 – € 8.000
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95
FRANZÖSISCHE CHINOISERIE-KAMINUHR
Höhe: 44 cm.
Breite: 35 cm.
Tiefe: 17 cm.
Auf dem Zifferblatt Signatur in Rot
„Cronier A PARIS“.
Paris, um 1760.
Gehäuse:
Figürlicher Aufbau in vergoldeter Bronze. Auf einem
Rasensockel mit C-bogigen Füßen ein dunkel bronzierter
Wasserbüffel, der das Werk trägt. Bekrönung durch
eine Sitzfigur eines bärtigen chinesischen Philosophen,
wohl Konfuzius. Das Thema dokumentiert den
im 18. Jahrhundert aufgekommenen Stil der Chinoiserie,
die Hinwendung zur Kultur Asiens.
Zifferblatt:
Konvex verglastes Zifferblatt mit römischen Stunden,
arabischen Minuten und vergoldeten, durchbrochen
gearbeiteten Zeigern.
Funktionen:
Pendel an Seidenfaden, Schlossscheibe für Halb- und
Stundenschlag auf Glocke. Läuft an.
Anmerkung:
Antoine Cronier (1732 – nach 1806) wurde 1763 als
Pariser Meister aufgeführt. Er unterhielt sein Atelier
in der Rue d’Orléans-St. Honoré und arbeitete mit
bekannten Gehäusezulieferern wie Osmond, Roy,
Morlay und Vion zusammen. Seine Arbeiten wurden
von Kunden des Hochadels erworben und befinden
sich heute in renommierten Museen, darunter das
Waddesdon Manor (England), das Residenzmuseum
München, das Kunstmuseum Brüssel und das Musée
Nissim de Camondo in Paris.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 268. A.R. (1461093) (1) (11)
FRENCH CHINOISERIE MANTLE CLOCK
Height: 44 cm.
Width: 35 cm.
Depth: 17 cm.
Signed “Cronier A PARIS” on dial in red.
Paris, ca. 1760.
Case:
Figural design in gilt bronze.
Dial:
The dial is covered with convex glass, and features Roman
numerals for the hours, Arabic numerals for the
minutes, and gilt, openwork hands.
Functions:
Pendulum on a silk suspension, countwheel striking
mechanism on a bell for the half hour and hour. In
working order.
Literature:
cf. Tardy (ed.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, p. 268.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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105
96
SELTENE PORTALUHR IN KRISTALL
Höhe: 46 cm.
Breite: 26 cm.
Tiefe: 14 cm.
Paris, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Gehäuseaufbau in Rautenschliff-Kristall mit vergoldeter
Bronze an Basis und den rahmenden Elementen.
Vier Säulen tragen einen abnehmbaren runden Dachaufsatz.
Zifferblatt:
Goldgerahmtes Silberziffernblatt im Gebälk, römische
Stunden, gebläute Zeiger, Breguet-Stundenzeiger.
Anmerkung:
Das Modell entspricht den Produkten des Pariser
Luxuswarengeschäftes „L’Escalier de Cristal“, gegründet
1804 von Marie Desarnaud, geb. Charpentier,
und deren Bruder Philippe-Auguste Charpentier.
Das Unternehmen befand sich im Pariser Palais-Royal,
Nr. 162 – 163, wurde 1828 von Laroche und Boin übernommen
und bis 1923 weitergeführt. Ab 1819 mehrfach
ausgezeichnet, u. a. mit der Goldmedaille der
Herzogin von Berry. Ein ähnliches Exemplar befindet
sich im Museum Toulouse. (1460832) (11)
€ 1.500 – € 2.500
Sistrix
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Funktionen:
Werk mit breitem Ausgleichspendel an Messeraufhängung.
Pendelstäbe in Glas, großes Pendelauge mit Kristallscheibe
im Prismenschliff. Feinregulierung mit
zwei Rändelräder. Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlag
auf Glocke. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
An den Schlüsseleinführungen kaum merkliche
Chips. Schlüssel fehlt.
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97
PARISER KAMINUHR
Höhe: 55 cm.
Breite: 41 cm.
Tiefe: 18 cm.
Zifferblatt signiert „Le Sieur á Paris“.
Werkplatine wiederholt signiert „Lesieur“.
Paris, erstes Viertel des 19. Jahrhunderts.
Gehäuse:
Figürlich gestalteter Aufbau in vergoldeter Bronze mit
allegorischen Gestalten: der Amorknabe empfängt die
Allegorie der Nacht. Die Figuren auf schwarzem geädertem
Marmorsockel, der an der Front mit einem
Nachtsymbol – einer Eule – appliziert ist, seitlich Medaillon
mit Kopf der Mondgöttin Silene. Die Standfigur
ist im Heranschreiten gezeigt, während Amor Einhalt
zu gebieten sucht. Das Werk in einem zylindrischen
Gehäuse, auf den Schultern der in den Mantel der
Nacht gehüllten Gestalt ruht. Besonderheit: Das Pendel
verso vollkommen unter einer Abdeckung verborgen
– durch den rückwärtigen Teil des Nachtmantels.
Zifferblatt:
Emailziffernblatt mit römischen Stunden.
Funktionen:
14-Tage-Gehwerk, Pendel an Fadenaufhängung,
Schloss scheiben-Schlagwerk für Halb- und Stundenschlag
auf Glocke. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Der angesehene Uhrmacher Lesieur war ab 1806 in
Paris in der Rue Vieille-du-Temple, und ab 1812 in der
Rue de la Verrierie ansässig. Er ist wohl identisch mit
Francois-Eugène Lesieur, erwähnt im Testament in
seinem Todesjahr 1848. Nahezu sämtliche seiner
Tischuhren zeigen einen allegorischen oder historisch
thematisierten Aufbau. A.R. (1441523) (1) (11)
PARIS MANTLE CLOCK
Height: 55 cm.
Width: 41 cm.
Depth: 18 cm.
Dial signed”Le Sieur á Paris”.
Factory board signed”
Lesieur” multiple times.
Paris, first quarter of the 19th century.
Functions:
14-day movement, pendulum with silk suspension,
countwheel striking mechanism for half and full hours
on bell. Working order untested
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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107
98
PARISER KAMINUHR UM 1800
MIT MOTIVEN DES SEEHANDELS
Höhe: 43 cm.
Länge: 34 cm.
Tiefe: 11 cm.
Das Zifferblatt ortsbezeichnet „à Paris“.
Um 1800.
Gehäuse:
Bronze; feuervergoldet und brüniert. Gehäuseaufbau
in Gestalt eines Segelschiffes mit einem Warenballen,
in den das Werk eingebaut ist. Als Steuermann ein junger
Afrikaner, der die Taue hält. Am Längssockel Symbole
des Schiffshandels im Relief, wie Weinfass, Ruder
und Anker.
Zifferblatt:
Emailzifferblatt mit römischen Stunden und arabischen
Viertelstunden.
Funktionen:
14-Tage-Gehwerk, Pendel an Seidenfaden, Regulierrändelrad
verso, Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlagwerk
auf Glocke. Schlüssel fehlt, Werk läuft.
Anmerkung:
Uhren mit afrikanischen Figuren entstanden vorwiegend
in der Epoche des Directoire, als den europäischen
Gesellschaften ein Idealbild der Zivilisation der
„unverdorbenen Naturvölker“ vermittelt wurde. In
Frankreich war es vor allem Jean-Jacques Rousseau
(1712 – 1778), der die Idee des „Edlen Wilden“ in der
Kolonialzeit mit der Natürlichkeit des Lebens ursprünglicher
Kulturen als Idealvorstellung publik machte.
Gleichzeitig jedoch galt die Präsentation solcher Uhren
in den Gesellschaftsräumen Wohlhabender als Ausdruck
nobler Gesinnung. (1461094) (1) (11)
€ 7.000 – € 10.000
Sistrix
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99
FRANZÖSISCHE KOMMODENUHR
Höhe: 45 cm.
Breite: 37,5 cm.
Tiefe: 14 cm.
Wohl Paris, um 1830/40.
Figürlich thematisiert: „Blattnymphe reicht einem
Schwan eine Ambrosia-Tazza“.
Gehäuse:
Gesockelter, figürlicher Aufbau in Bronze, vergoldet
und brüniert, in Form eines großen S-förmig geschlungenen
Akanthus-Stängels, aus dessen Ansatz die vergoldete
Halbfigur einer Nymphe emporzieht. Figürliche
Ausführung in beachtlicher bildhauerischer Qualität.
Verso entsprechend der Vorderseite gestaltet, daher
als Tischuhr freistellbar. Werk in der oberen Volute eingebaut.
Zifferblatt:
Mit Blattmotiven reliefiertes, vergoldetes Ziffernblatt
mit arabischen Stunden. Gebläute Breguet-Zeiger.
Funktionen:
Pendel an Fadenaufhängung, Schlossscheibe für Halbund
Stundenschlagwerk auf Glocke. Verso Regulier-
Rändelrad. Gangfähigkeit nicht geprüft; läuft an. A.R.
(14610816) (1) (11)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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100
FRANZÖSISCHE KAMINUHR
MIT BRONZEFIGUR EINER ANTIKEN
DICHTERGESTALT
Höhe: 53 cm.
Breite: 39 cm.
Tiefe: 13 cm.
Das Zifferblatt ortsbezeichnet „Paris“.
Um 1830.
Gehäuse:
Längssockel mit Tatzenfüßen und Aufbau in vergoldeter
Bronze. Dem Thema entsprechende Attribute wie
Lorbeerkranz, Fackeldreifuß und Kanne. Bekrönung in
Gestalt eines antiken Gelehrten (Vergilius?) in brünierter
Bronze, an einen Säulenstumpf gelehnt, mit Lorbeerkranz
und Schriftrollen.
Zifferblatt:
Emailzifferblatt mit römischen Stunden und arabischen
Viertelstunden. Zeiger vergoldet.
Funktionen:
Pendel (lose) an Fadenaufhängung, 14-Tage-Werk,
Schloss scheibe für Halb- und Stundenschlagwerk
auf Glocke. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(14611128) (11)
€ 2.000 – € 3.000
Sistrix
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109
101
FRANZÖSISCHE KAMINUHR
VON CLAUDE GALLE (1758 – 1815)
Höhe: 51,5 cm.
Breite: 29,5 cm.
Tiefe: 18,5 cm.
Auf dem Zifferblatt Uhrmacherbezeichnung
„Claude Galle / Rue Vivienne 9“.
Gehäuse:
Elegant-schlichter Aufbau in hochpoliertem feingesprenkeltem
Orlok-Porphyr, mit vortretendem vergoldetem
Bronzesockel über Tatzenfüßen mit Palmettendekor.
Zifferblatt:
Vergoldetes Ziffernblatt im gerundeten Oberteil mit
römischen Stunden. Breguetzeiger gebläut.
Funktionen:
Pendel an Fandenaufhängung, Schlossscheiben für
Schlag auf Halb- und Stundenschlag auf Glocke. Werk
nicht geprüft. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Claude Galle zählt zu den bedeutendsten Bronziers
und arbeitete u. a. mit Thomire zusammen. Arbeiten
seines Ateliers gelangten in die französischen Königsschlösser;
von Napoleon erhielt er Aufträge für das
Schloss Saint-Claude. (1461085) (1) (11)
€ 7.000 – € 10.000
Sistrix
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102
SELTENE FRANZÖSISCHE KOMMODENUHR
MIT PENDEL-UHRWERK
Höhe: 57 cm.
Breite: 31 cm.
Tiefe: 18 cm.
Frankreich, um 1820.
Gehäuse:
Portaluhr-Gehäuse aus poliertem Mahagoni; der Sockel
trägt vier Rundsäulen, auf denen das Gebälk ruht. Sowohl
im Gebälk und im Sockel befinden sich vergoldete
Reliefapplikationen in Blüten- und Blätterformen.
Zwischen den Kapitellen ist ein vergoldeter Lambrequin
angebracht. Das Werk ist mit großem Pendel und
Regulierstange ausgestattet, dekoriert mit vergoldeter
Rahmung und zwei Delfinen.
Zifferblatt:
poliertes Stahlzifferblatt mit römischen Stunden und
gebläuten Breguetzeigern.
Funktionen:
Acht-Tage-Werk, Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlagwerk
auf Glocke. Rückseite entsprechend
dekoriert, sodass das Werk freistellbar ist und Einblick
in die die mechanischen Konstruktionen erlaubt. Nicht
auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(1461191) (1) (11)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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111
103
PENDULE AU TAMBOUR
Höhe: 27 cm.
Länge: 20 cm.
Paris, um 1800.
Gehäuse:
Bronze, vergoldet. Figürlicher Aufbau in Gestalt eines
geflügelten Amorknaben, der eine Trommel schlägt, in
die das Werk eingebaut ist. Getragen von einem Pfeile-
Gestell. Ovaler Sockel auf vier herzförmigen Füßen,
auf der Sockelkalotte weitere Herzsymbole. Die Augen
Amors in Glas (Email?) eingesetzt.
Zifferblatt:
Weißes Emailzifferblatt mit römischen Stunden und
arabischen Minuten, gebläute Breguetzeiger.
Funktionen:
Pendel an Fadenaufhängung, Schlossscheibe für Halbund
Stundenschlagwerk auf Glocke. Verso Regulier-
Rändelrad. Mit original Schlüssel. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(1461096) (1) (11)
€ 2.500 – € 4.000
Sistrix
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104
VERGOLDETE KAMINUHR
Höhe: 35 cm.
Breite: 31 cm.
Auf dem Zifferblatt Signatur „Julien Leroy – A Paris“.
Paris, 18./ 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Getreppter Sockel, eine Stufe in leicht geädertem weißem
Marmor auf Löwentatzen, darauf Figurengruppe:
Antik gekleidetes Mädchen und Amorknabe, dazwischen
Podest mit Tauben.
Zifferblatt:
Emailzifferblatt mit römischen Stunden und arabischen
Minuten.
Funktionen:
Fadenaufhängung, Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlagwerk
auf Glocke. Front und Rückabdeckung
verglast. Mit Schlüssel, läuft an.
(14611131) (11)
€ 1.000 – € 1.400
Sistrix
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105
PENDULE MIT ALLEGORIE DER LIEBE
Höhe: 50 cm.
Auf der Rückplatine gravierte Plakette mit
Gravur „GENTIL“.
Paris, erstes Viertel 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Auf vier gedrückten und vergoldeten Kugelfüßen der
ebonisierte Fuß in passiger Trapezform. À jour gearbeiteter
Korpus, mit das Zifferblatt rahmenden weiblichen
allegorischen Figuren in klassizistischem Habit. Dazwischen
Szene mit Venus und Amor, deren Hände im Begriff
sind, Rosenblüten zu pflücken. Oberhalb des zentralen
Zifferblattes ein stabhaltender Amorknabe auf
einem Köcher sitzend.
Zifferblatt:
Weiß emailliert, mit schwarzen römischen Stunden,
arabischen Minuten und Stabindizes. Aufzugslöchlein
über der IIII und der VIII.
Funktionen:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk mit
Schlag auf Glocke. Vergoldete, à jour gearbeitete Lilienzeiger
für Stunden und Minuten. Pendel und ein
Schlüssel vorhanden. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers
Français, Paris 1972, S. 253. (1461116) (13)
€ 2.500 – € 4.000
Sistrix
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106
FRANZÖSISCHE KAMINUHR IN MARMOR
Höhe: 42 cm.
Länge: 40 cm.
Tiefe: 16 cm.
Zifferblatt bezeichnet „Robin à Paris“.
Um 1800.
Gehäuse:
Werk eingebaut in eine Marmorskulptur – nachdenklich
kauerndes Mädchen auf einem Felsen. Sockel besetzt
mit vergoldetem Relief.
Zifferblatt:
Emailziffernblatt mit arabischen Stunden und Minuten
sowie Datumsanzeige.
Funktionen:
Pendel an Fadenaufhängung, Schlossscheibe für Halbund
Stundenschlag auf Glocke. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
Anmerkung:
Robert Robin (1742 – 1799), bekannt durch seine technischen
Erfindungen, war Hofuhrmacher. Seine Söhne
Nicolas-Robert und Jean-Joseph führten die Werkstatt
weiter. (1461117) (11)
€ 2.000 – € 3.000
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113
107
PARISER LYRAUHR
Höhe: 45,5 cm.
Auf dem Zifferblatt in schwarz signiert
„RICHOND PARIS, Montmatre 11“.
Paris, 1850 – 1870.
Gehäuse:
Über gestelzten Scheibenfüßen, der mehrfach gekehlte
und profilierte Fuß in weißem Marmor mit vergoldeter
ornamentaler Zier und aufgelegtem Perlband. Das
Uhrwerk, gerahmt von symmetrischer Lyraform mit
applizierten Reliefornamenten und bekrönender Sonne.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit arabischen Stunden und Minuten,
Punktindizes, polychrome Blütengirlanden. Aufzugslöchlein
über der 4 und der 8.
Funktionen:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk mit
Schlag auf Glocke; ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden.
À jour gearbeitete und vergoldete Zeiger für
Stunden und Minuten. Nicht auf Funktionsfähigkeit
g eprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 554. (14611116) (13)
€ 1.200 – € 1.600
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108
ELEGANTE KAMINUHR IM LOUIS XVI-STIL
Höhe: 43 cm.
Breite: 33 cm.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Aufbau in reinweißem Marmor, besetzt mit seitlich stehenden
Putten, die ein Gesims halten, dem das Werk
aufliegt. Bekrönung durch einen Fruchtkorb, zu dem
zwei Widder hochsteigen. Vergoldeter Girlanden- und
Perlstabdekor. Aufbaugleich ein Exemplar von Jean-
François Debelle, Maître Horloger ab 1781, um 1785.
Zifferblatt:
Zifferblatt mit arabischen Stunden und Minuten.
Funktionen:
Regulierpendel an Stahlfederaufhängung, Schlossscheibenschlagwerk
für Halb- und Stundenschlag auf
Glocke. Schlüssel beigegeben. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(14611112) (11)
€ 800 – € 1.200
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109
FRANZÖSISCHE NAPOLEON III-KAMINUHR
VON GRANIER
Höhe: 40 cm.
Auf dem Zifferblatt bezeichnet
„GRANIER – IVRY CENTRE“.
Gehäuse:
In reinweißem Marmor und vergoldeter Bronze. Gestufter
Sockelaufbau, darauf vollplastische Gestalten,Venus
und Amor, die das Gebälk mit dem zylindrischen Werkkasten
tragen. Bekrönung durch eine Schleife, dem Stil
Louis XVI entsprechend.
Zifferblatt:
Eimailzifferblatt mit römischen Stunden und arabischen
Minuten.
Funktionen:
Werkplatine Nr. 5562. Pendel an Stahlfeder, Schlossscheibe
für Halb- und Stundenschlag auf Glocke. Mit
Schlüssel. Läuft an.
(14611120) (11)
€ 1.000 – € 1.400
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110
AUSSERGEWÖHNLICHE GLOBUS-KOMMODEN-
ODER KAMINUHR
Höhe: 40 cm.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Sockel mit Säulentrommel in grünem Marmor, besetzt
mit vergoldeten Festons. Darauf drei vergoldete Amorettenfiguren,
die einen mit Sternen besetzten Himmelsglobus
tragen. Rückseite abgedeckelt.
Zifferblatt:
Auf den Himmelsglobus aufgelötete römische Stunden.
Vergoldete Zeiger in Form von Amorpfeilen.
Funktionen:
Unruhwerk mit Rubin. Halb- und Stundenschlag auf
Glocke. Werk läuft an. Mit Schlüssel.
(14611110) (11)
€ 1.000 – € 1.500
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115
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111
GROSSE STOCKUHR MIT CARILLON
Höhe: 65 cm.
Breite: 36 cm.
Tiefe: 27 cm.
Auf dem Zifferblatt bezeichnet „Barraud London“.
London um 1900.
Gehäuse:
Ebonisiertes Holzgehäuse, besetzt mit vergoldeten
Bronzeapplikationen, Ziervasen auf dem Gesims und
Tragering auf der Dacherhebung, seitlich Schallöffnungen
und Tragehenkel.
Zifferblatt:
Unter der verglasen Fronttüre silberner Ziffernring mit
römischen Stunden und arabischen Minuten, darüber
zwei weitere Regulieranzeigen für Carillon und Ruhigstellung.
Funktionen:
Werk mit Pendel an Stahlfeder, Schlagwerk für Viertel-,
Halb- und Stundenschlag auf Tonfeder bzw. auf acht
Carillon-Glocken. Drei Schlüssel. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(14611129) (11)
€ 3.000 – € 5.000
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112
REPRÄSENTATIVE NAPOLEON III-PENDULE
Höhe: 47 cm.
Breite: 25 cm.
Höhe des samtbezogenen Stellsockels: 3 cm.
19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Bronze, feuervergoldet. Das Gehäuse in Form einer
Blumenvase mit Drachenhenkeln auf zweistufigem
achtseitigem Längssockel. Das figürliche Thema widmet
sich der Musik: auf den Sockelvoluten zwei musizierende
Putten, im Sockel Instrumente im Relief. Das
Instrument eines Puttos fehlt.
Zifferblatt:
Von Perlstab umzogenes Zifferblatt mit römischen
Stunden auf eingelegten Emailkartuschen. Zeiger gebläut.
Schlüsseleinführung verdeckt durch ein schubladenartig
herausziehbares unteres Segment des Zifferblattes.
Funktionen:
14-Tage-Gehwerk, Pendel an Seidenfaden, verso Regulier-Rändelrad.
Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlagwerk
auf Glocke. Läuft an; mit Schlüssel.
(1461115) (11)
€ 3.000 – € 4.000
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117
113
CLOISONNÉ KAMINUHR
Höhe: 31,5 cm.
Auf der Rückplatine Verweis auf eine Medaille
d’Or sowie Modellnummer 8385 5 5.
Paris, um 1900.
Gehäuse:
Auf gestelzten und ziselierten Scheibenfüßen der in
Alabaster gefertigte Fuß mit portikusartigem, allseits
verglastem Gehäuseaufbau. Dessen Rahmung mit türkisgrundigem
Cloisonnéaufbau und korinthischen Kapitellen.
Überkragende, den Zügen der Sockelplatte
folgende, vergoldete Deckplatte.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen arabischen Stunden
und Minuten, Punktindizes, polychrome Blütenfestons.
Aufzugslöchlein über der 4 und der 8.
Funktionen :
Schlagwerk auf Feder zur Viertel-, Halben- und vollen
Stunde; ein Schlüssel und ein Quecksilberkompensationspendel
vorhanden. À jour gearbeitete und vergoldete
Zeiger für Stunden und Minuten. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(14611115) (13)
€ 1.000 – € 1.400
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114
KAMINUHR MIT ALLEGORIE DER ZEIT
Höhe: 20 cm.
Auf der Rückplatine mit Herstellermarke Cousin.
Paris, um 1860.
Gehäuse:
Zinkguss bronziert. Über einer von Farn und Efeublattwerk
getragenen Basis sitzt die allegorische kindliche
Gestalt mit Federkrone, eine Schildkröte betrachtend.
Daneben ein von Blattwerk bekröntes Werksgehäuse
in Trommelform. Zwischen den Händen ein Beiwerk
verlustig.
115
PENDULE MIT AMOR UND FLORA
Höhe: 38,5 cm.
Zifferblatt in blau signiert „Robin Hger du Roy / A Paris“.
Paris, 18./ 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Über vergoldeten Füßen mit Perlbandzier der architektonisch
aufgefasste Sockel mit eingelegter Blatt- und
Schleifenfestonzier. Rundbogenumrandung für das
Uhrwerk mit vergoldeten flankierenden Figuren: Amor
mit einer Fackel und entflammtem Herz sowie Flora
mit Blüten darstellend.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen arabischen Stunden
und Minuten, Punktindizes. Blütenfestons. Aufzugslöchlein
über der 4 und der 8.
Funktionen:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk mit
Schlag auf Glocke, à jour gearbeitete vergoldete Zeiger
für Stunden und Minuten, ein Schlüssel und ein Pendel
vorhanden. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 146. (14611134) (13)
€ 1.000 – € 1.400
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen arabischen Stunden
und Minuten, Punktindizes und Festons mit Blütenzier.
Aufzugslöchlein über der 4 und der 8. Verglast mit Perlbandrand.
Funktionen:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk mit
Schlag auf Glocke, à jour gearbeitete Zeiger für Stunden
und Minuten, ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 562 f. (14611122) (13)
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Sistrix € 1.400 – € 1.800
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116
GROSSE VERGOLDETE KAMINUHR
Höhe: 72 cm.
Breite: 31 cm.
Tiefe: 18 cm.
Paris, 19. Jahrhundert
Zifferblatt bezeichnet „Raingo Frères / AParis“.
Gehäuse:
Hoher Aufbau im Louis XIV-Stil, mit Volutenfüßen über
Krallen. Front und Seiten verglast, Dachaufsatz bekrönt
mit einer Figur der Minerva im Harnisch, Göttin der
Wissenschaft und des Krieges. Satyrmaske an der
Fronttüre. Pendelauge in Form eines Apollokopfes.
Zifferblatt:
Verglastes Emailziffernblatt mit römischen Stunden.
Funktionen:
Pendel an Stahlfederaufhängung. Rechenschlagwerk
auf Glocke für Halb- und Stundenschlag. Mit Schlüssel.
Werk läuft an. Gute Erhaltung.
Anmerkung:
Joseph Raingo (geb. 1775 in Mons) gründete 1813
seine Firma in Paris, wurde 1823 Horologer-Mechanicien
und 1860 Hoflieferant. In sämtlichen Weltausstellungen
vertreten, mit Medaillen ausgezeichnet (u.
a. Gold 1898), gelangten seine Werke in bedeutende
Sammlungen. Die Firma war noch nach 1900 tätig.
(14611127) (11)
€ 1.400 – € 1.800
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117
LOUIS XVI-CARTELUHR
Höhe: 80 cm.
Das Zifferblatt signiert „Grignon A Paris“
(Pierre Grignon, Meister 1770).
Paris, zweite Hälfte 18. Jahrhundert.
Gehäuse:
In Bronze gegossen, gesägt, ziseliert und vergoldet.
Symmetrischer Aufbau mit Zapfen- und Fruchtzier,
Widderköpfen, Lorbeerblattfestons und Louis XVI-Vase.
Seitlich textil hinterlegte Schallöffnungen mit gesägtem
Blattwerk.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen römischen Stunden,
arabischen Minuten sowie Stab- und Punktindizes.
Aufzugslöchlein über der IIII und der VII.
Funktionen:
Gehwerk mit Halbstunden- und Stundenschlag auf
Glocke; ein Pendel und ein Schlüssel vorhanden. À jour
gearbeitete vergoldete Zeiger für Stunden und Minuten.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 277. (14611125) (13)
€ 2.500 – € 4.000
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119
118
EMPIRE-PENDULE AMOUR
Höhe: 38 cm.
Zifferblatt signiert „Le Maire / à Vitry la Francais“.
Frankreich, um 1800.
Gehäuse:
Auf gedrückten und ziselierten Kugelfüßen ruhende,
gestufte vergoldete Bronzebasis. Schauseitig mit symmetrischem
antikisierendem Relief. Darauf in architektonischer
Auffassung mit schauseitigem vegetabilem
Relief und Lanzettblattfries. Daneben eine junge Frau
in Tunika, gerichtet zu einem Amor mit Bogen, der ihr
eine Rose gereicht haben mag (diese verlustig).
Rechts mit Säulenstumpf mit Empirerelief und aufsitzenden
schnäbelnden Tauben.
Zifferblatt:
Weiß emailliert mit schwarzen römischen Stunden und
Stabindizes. Aufzugslöchlein über der IIII und VIII.
Funktionen:
Halb- und Stundenschlossscheibenschlagwerk auf
Glocke, geschwärzte Breguetzeiger für Stunden und
Minuten, ein Schlüssel vorhanden. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
(14611130) (13)
€ 1.200 – € 1.600
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119
PENDULE MIT PFEIL SCHLEIFENDEM AMOR
Höhe: 36,5 cm.
Zifferblatt undeutlich signiert.
Paris, 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Über gestelzten vergoldeten Beinen mit Perlbandzier
die oblonge Alabasterbasis mit eingelegten Louis XVI-
Reliefs. Darüber das Werksgehäuse in Gestalt einer
Schleifmaschine, die von einem daneben stehenden,
vergoldeten Amor betrieben wird, der im Begriff ist,
die Spitze seines Pfeils zu schleifen. Daneben ein von
einer Vase überhöhtes Pfeilerkonstrukt.
Zifferblatt:
Weiß emailliert, mit schwarzen arabischen Stunden
und Minuten sowie Punktindizes. Aufzugslöchlein über
der 4 und der 8, verglast mit Perlbandrand.
Funktionen:
Halbstunden- und Stundenschlossscheibenschlagwerk
mit Schlag auf Glocke, ein Pendel und ein Schlüssel
vorhanden. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(14611111) (13)
€ 1.000 – € 1.500
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120 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.
120
HÖFISCHE STANDUHR
Höhe: 207 cm.
Breite: 58 cm.
Tiefe: 28 cm.
Franz Xaver Fortner (1798 – 1877). Zifferblatt mit Marke
„Biergans“. Innenseite der Tür Cap. IX No 32, auf
Etikett „Privat-Eigentum sr. Königl. Hoheit des Herzogs
Carl Eduard“.
1830 – 1850.
Die Standuhr auf bogenförmigen Wangen ruhend, mit
aufwendiger Intarsienverzierung. Rosenholz mit reichhaltiger
Intarsienarbeit in verschiedenen Hölzern, Perlmutt
und Messing. Das profilierte Kopfteil mit volutenartigen
geschwungenen Streben an den Seiten,
sowie Intarsienverzierung mit Vasen und Ranken in
den Zwickeln. Zifferblatt mit schwarzen römischen
Stunden und Stabindizes. Die Intarsien zeigen Greifen,
Löwen und symmetrisch gesetzte Ranken. Nicht auf
Funktionsfähigkeit geprüft.
COURTLY LONGCASE CLOCK
Height: 207 cm.
Width: 58 cm.
Depth: 28 cm.
Franz Xaver Fortner (1798 – 1877). Dial marked: Biergans.
Inside of the door “Cap. IX No 32”, and label inscribed
“Privat-Eigentum Sr. Königl. Hoheit des Herzogs
Carl Eduard”.
1830 – 1850.
Tulipwood richly inlaid in various woods, mother-ofpearl
and brass. Working order untested.
Provenance:
The present longcase clock originates from the
personal estate of His Royal Highness Charles
Edward, Grand Duke of Saxe-Coburg and Gotha.
€ 10.000 – € 15.000
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Provenienz:
Die hier angebotene Standuhr stammt aus dem
persönlichen Besitz Seiner Königlichen Hoheit Karl
Eduards, Großherzogs von Sachsen-Coburg-Gotha
(1884 – 1954).
(1460993) (13)
121
KAMINUHR MIT MÄDCHEN
Gesamthöhe: 64 cm.
Auf dem Sockel rechts signiert „Eug ne Aizelin“
und bezeichnet „Mignon“.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Marmor/ Bronze. Der volutengezierte Marmorsockel
trägt eine Lautenspielerin von Eugene-Antoine Aizelin.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
(14611133) (10)
€ 1.200 – € 1.600
Sistrix
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121
122
PARISER MARMOR-KAMINUHR
MIT SKULPTUR UND WERK VON OUDIN
Höhe: 49 cm.
Breite: 49 cm.
Tiefe: 17 cm.
Signatur in Rot „Oudin à Paris“.
Ende 18./ Anfang 19. Jahrhundert.
Gehäuse:
Längsziehender Sockel in weißem Marmor, besetzt
mit vergoldeten Bronzeapplikationen, auf flachen Spindelfüßen.
Seitlich gerundet und kanneliert, mit vergoldeten
Pfeifen in Form von Fackeln. An der Front zwei
Bildfelder, auf Marmorgrund polychrom bemalt, mit
allegorischen Figuren für Malerei und Astronomie. Bekrönung
durch eine junge weibliche Figur auf einer
Wolkenbank, dämmernd, mit verschränkten Armen, in
hoher Bildhauerqualität.
Zifferblatt:
Das goldgerahmte Emailzifferblatt mit schwarzen römischen
Stunden und Datumsanzeige in Rot. Breguetzeiger
gebläut.
Funktionen:
Pendel an Fadenaufhängung, Feinregulierung frontal
am Ziffernblattring. Schlossscheibe für Halb- und Stundenschlag
auf Glocke. Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Der Uhrmacher Charles Oudin, 1768 Clermont – 1840
Paris, wurde als der beste Schüler des berühmten
Abraham Louis de Breguet (1747 – 1823) überliefert.
Um 1801 gründete er ein eigenes Geschäft, geschätzt
vor allem auch von Kunden des Hochadels. Seine
Werkstatt führte sein Sohn Charles-Raymond Oudin
weiter. (14611135) (11)
€ 7.000 – € 10.000
Sistrix
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122 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.
123
LONDONER BRACKET CLOCK
Höhe: 68 cm.
Zifferblatt signiert „Cabrier / London“
(Charles Cabrier, tätig in der Werkstatt
seines Vaters ab 1717).
London, 18. Jahrhundert.
Gehäuse:
Auf gedrückten Kugelfüßen der ebonisierte Korpus mit
allseitiger Verglasung, profiliertem Giebel und aufsitzenden
Balustervasen. Seitliche Handhaben.
Zifferblatt:
Auf zinnernem Ring schwarze römische Stunden, arabische
Minuten und Stabindizes.
Funktionen:
Für das Schlag- und Spielwerk zwei separate Stellscheiben.
Über dem Zifferblatt Mondphase und Auswahlfenster.
Zeiger für Stunden, Liedauswahl, separates
Fenster für das Datum. Ein Pendel vorhanden.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft, Türen von uns
nicht zu öffnen.
(1462023) (13)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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123
124
KLASSIZISTISCHE KAMINPENDULE
Höhe: 43 cm.
Breite: 24 cm.
Tiefe: 18 cm.
Sockelplatte: 6 x 33 x 26 cm.
Auf dem Zifferblatt signiert
„Antne Rauber / À ROME“.
Gehäuse:
In grünem Marmor, mit Vergoldungen und figürlicher
Bekrönung. In elegant-strengem hochrechteckigem
Aufbau, Sockel und Gesims vortretend, auf vergoldeten
Tellerfüßen, mit Perlstab-, Feston- und Balusterdekor.
Aufgestellt auf eine Sockelplatte mit vergoldeten
Füßen, Perlstab, und mit Ketten verbundenen Eckpollern.
Die Figurengruppe in vergoldetem Bronzeguss
zeigt ein Knäblein, das von einer Hirschkuh gesäugt
wird. Gemäß einer Variante der mythologischen Legende
(Schedel'sche Weltchronik) handelt es sich
hier um Paris, der den Trojanischen Krieg auslöste.
Die Darstellung ist besonders deshalb von historischem
Interesse, als der in Rom tätige Uhrmacher
auf die gleichnamige Stadt Paris verweist, in einer
Zeit, in der Italien seit Napoleon unter französischer
Herrschaft stand.
Zifferblatt:
Gewölbte Glasabdeckung des Zifferblattes, mit römischen
Stunden und arabischen Viertelstunden.
Funktionen:
Französisches Werk mit Pendel, ehemals an Fadenaufhängung
mit frontaler Feinregulierung oberhalb XII –
später ersetzt durch Stahlfederaufhängung. Schlossscheibe
für Halb- und Stundenschlag auf Glocke (fehlt).
Vergoldete Rückabdeckung, durchbrochen gearbeitet.
Nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
Anmerkung:
Über den französischstämmigen Uhrmacher ist kaum
etwas bekannt. Im 16. Jahrhundert war in Augsburg
ein Uhrmacher Caspar Rauber tätig, eine mögliche
Verwandtschaft ist nicht geklärt. A.R. (1462024) (11)
€ 3.000 – € 5.000
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125
125
KLEINE WIENER TISCHUHR VON
HERMANN BÖHM, MIT WERK VON BREGUET
Taschenuhrwerk signiert „Breguet / À PARIS“,
Werknr. 19156.
Um 1870/80.
Gehäuse:
In grünem Halbedelstein (wohl Aventurin), besetzt mit
vergoldetem Dekor in teilweise emailliertem Silber.
Mit bekrönender Figur eines jungen Jägers mit Saufeder-Lanze
neben erlegtem Eber. Das Gehäuse auf tierkopfförmigen
Füßen, seitlich applizierte Rundbögen
mit den Figuren der Apostel Petrus und Paulus, darüber
ein fackeltragender geflügelter Putto. An der
Rückseite Adler auf Felsennest mit Jungen, im Relief.
Oberseite und Standfläche der Figur mit reichem Arabeskendekor,
farbig emailliert.
Anmerkung:
Hermann Böhm gründete 1866 in Wien die Goldund
Silberwarenfabrik. Im späten 19. Jahrhundert
war er neben Hermann Ratzersdorfer einer der bekanntesten
Wiener Hersteller kostbarer Gold- und
Silber waren mit Halbedelsteinen und Emaille. Entsprechend
des hohen Qualitätsanspruchs wurden
auch Uhren von namhaften Herstellern verwendet,
wie hier von der Fa. Breguet, bereits 1775 von
Abraham Louis Breguet gegründet, einem der bedeutendsten
Uhrmacher seiner Zeit, dessen Nachfolgefirma
bis heute besteht. A.R. (1462106) (11)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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Zifferblatt:
Die Front mit einem Löwenkopf besetzt, darüber das
Zifferblatt mit Glasrahmen-Abdeckung. Weißer emaillierter
Ziffernring, römische Stunden, Zeiger gebläut,
mit Stunden-Breguetzeiger.
Funktionen:
Unruh-Taschenuhrwerk mit filigran abgedeckter Spiralfeder
und Regulierscheibe. Nicht auf Funktionsfähigkeit
geprüft.
126 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.
126
WIENER MINIATUR-TISCHUHR
Höhe: 13 cm.
Breite: 8,5 cm.
Tiefe: 6,5 cm.
Auf der Platine signiert „Meuron & Comp.“
Silberpunzen unterhalb der Frontszene.
Gehäuse:
Silber, vergoldet, mit Szenen in Emailmalerei. Der Stil
des Historismus hat für den Aufbau den Typus von
Tisch uhren des 17. Jahrhunderts aufgegriffen, hier jedoch
in Miniaturgröße umgesetzt. Ein gekehlter Sockel
trägt den hochrechteckigen Aufbau, der Dachabschluss
mit einer Puttofigur in Silberguss bekrönt. Allseitig antik-galante
Szenen in Emailmalerei mit Darstellungen
von Venus, Zeus, Neptun, Diana mit ihrem Gefolge,
Pygmalion sowie Allegorien der Künste.
Anmerkung:
Die Uhrenwerkstatt wurde von Guglielmo Meron im
ausgehenden 18. Jahrhundert in Paris gegründet, mit
Niederlassungen in Neuchàtel, La Chaux-de-Fonds
und Genf.
Literatur:
Vgl. Tardy (Hrsg.), Dictionnaire des Horlogers Français,
Paris 1972, S. 460. A.R. (1462104) (11)
€ 3.000 – € 5.000
Sistrix
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Zifferblatt:
Zifferblatt mit Glasabdeckung, römischen Stunden und
vergoldeten Zeigern.
Funktionen:
Unruh-Taschenuhrwerk von „Meuron & Compagnie“,
nicht auf Funktionsfähigkeit geprüft.
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127
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SCULPTURE &
WORKS OF ART
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129
127
ENGLISCHER KÜNSTLER DES 15. JAHRHUNDERTS
RELIEF DER KREUZIGUNG
Relief:
Höhe: 66 cm.
Breite: 31,5 cm.
Gesamthöhe mit Halterung: 83 cm.
ENGLISH SCHOOL, 15TH CENTURY
RELIEF OF CRUCIFIXION
Relief:
Height: 66 cm.
Width: 31.5 cm.
Total height with base: 83 cm.
Nottingham-Alabaster, geschnitzt. Die hochreliefierte
Tafel zeigt eine Szene aus dem Leben Christi. Meist
wurden solche Werke als Altarbilder oder von wohlhabenden
Familien als Andachtsgegenstand genutzt.
Christus im Zentrum des Bildes wird von zahlreichen
Figuren umringt. Die teils durchbrochen gearbeitete
Komposition ist kompakt angelegt. Christus wird von
einem Heiligenschein hinterfangen. Die ihn umgebenden
Figuren wenden sich trauernd ab. Einige Engelsgestalten,
wie auch Gestalten aus der Hölle.
(1461381) (10)
Nottingham alabaster; carved.
€ 30.000 – € 40.000
Sistrix
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131
128
ALPENLÄNDISCHER KÜNSTLER
DES 17. JAHRHUNDERTS
HEILIGER GEORG
Gesamthöhe: 110 cm.
Holz, farbig gefasst. Auf kleiner abgekanteter Plinthe
erhebt sich die kompakte Figurengruppe des Heiligen,
auf einem hellen Ross reitend. Mit ruhigem Gesichtsausdruck
stößt Georg die Lanze auf den unter ihm
liegenden Drachen, der sich unter dem Pferd windet.
(1461862) (1) (10)
ALPINE SCHOOL, 17TH CENTURY
SAINT GEORGE
Total height: 110 cm.
Wood, with polychromy.
€ 10.000 – € 12.000
Sistrix
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129
ALPENLÄNDISCHER KÜNSTLER
DES 18. JAHRHUNDERTS
HEILIGER JAKOBUS
Höhe der Figur: 174 cm.
Höhe mit Pilgerstab: 209 cm.
Holz, geschnitzt und gefasst. Dreiviertelrund geschnitzte
Figur des Heiligen Jakobus auf einem gekanteten
Sockel. Erkenntlich ist der Heilige an den Muscheln
auf seinem Umhang sowie dem Pilgerstab.
Rückwändig gehöhlt.
(1462026) (10)
€ 6.000 – € 9.000
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130
FRANZÖSISCHER BILDSCHNITZER
DES 14. JAHRHUNDERTS
KLEINE MADONNENFIGUR IN BUCHSBAUM
Höhe: 18 cm.
Gesamthöhe inkl. Acrylsockel: 26 cm.
Paris, 14. Jahrhundert.
Standfigur, rundplastisch geschnitzt, auf nahezu ovaler
Plinthe, die Körperhaltung leicht bogig gestaltet, gemäß
dem Typus der „Schönen Madonna“. Das Gewand zeigt
an der Vorderseite spitzbogige Kaskadenfalten; eine
Röhrenfalte zieht in leichtem Schwung zum Boden. Hier
treten die Fußspitzen Mariens hervor, die rechte abgebrochen;
die Bruchstelle weist altersbedingte Patina
auf. Das leicht geneigte Haupt mit einem Schleier bedeckt,
der unter der Krone hervortritt; darunter flankiert
welliges Haar das Gesicht, das mit zartem Lächeln wiedergegeben
ist. Das aufrecht sitzende Kind im Arm der
Mutter hält ein Buch, in dessen Seiten die Finger des
Kindes greifen. Beachtenswert sind die größeren Tuchfalten
im Kleid der Mutter gegenüber den weit feiner
geschnitzten Falten, die vom Kind herabziehen. An der
Rückseite entsprechende Faltenbildung des Mantels
sowie des Kopfschleiers. Insgesamt weist das Figürchen
eine hohe künstlerische wie handwerkliche
Schnitzqualität auf. Stilistisch ist die Verwandtschaft mit
der bekannten Steinstatue des 14. Jahrhunderts an der
Kathedrale Notre-Dame in Paris festzustellen. Ein
schmaler, kaum sichtbarer Riss unter dem linken Arm
weist auf das hohe Alter der Skulptur hin. Die Figur des
Kindes ehemals abgebrochen, vor langer Zeit geklebt.
Die rechte Hand der Mutter mit Lilienzepter wohl ergänzt.
Rest. erg. A.R.
(1461573) (11)
€ 4.000 – € 6.000
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131
GROSSE ELFENBEINGRUPPE
MARIA MIT DEM KINDE
Höhe inkl. Sockel: 75 cm.
Höhe ohne Sockel: 66 cm.
Verso signiert „L. W. Schulz“.
Erste Hälfte 19. Jahrhundert.
Beigegeben ein CITES-Dokument, Bamberg, 25. September
2023, gültig für kommerzielle Zwecke in der EU.
Elfenbein, geschnitzt, auf gekantetem Holzsockel. Große
Figurengruppe im neogotischen Stil mit profilierter
Basis, die ein Rautenprofil mit eingestelltem stehendem
Vierpass aufweist. Der S-Schwung Mariens dem
retardierenden Stil, aber auch dem natürlichen Wuchs
des Elefantenstoßzahns geschuldet. Das Christuskind
die Weltenkugel haltend. Wenig altersrissig.
Anmerkung:
Leberecht Wilhelm Schulz (1774 – 1864) aus Meiningen
war ein bekannter Elfenbeinschnitzer und Hofholzschnitzer.
Seine Werke existieren unter anderem
im Elfenbeinmuseum Erbach. (1461815) (1) (13)
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 8.000 – € 12.000
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135
132
BEDEUTENDE THRONENDE MADONNA
MIT KIND (SEDES SAPIENTIAE)
Höhe: 93 cm.
Breite: 42 cm.
Tiefe: 27 cm.
Nordspanien, Pyrenäen, 14. Jahrhundert.
Die in gefasstem Holz gefertigte thronende Madonna
verkörpert ihre Rolle als Himmelskönigin. Sie hält das
Christuskind, den Herrn der Welt, auf ihren Knien.
Dargestellt ist sie frontal mit einem Ausdruck strenger
Gelassenheit, tief versunken in feierliche religiöse
Gedanken. Die länglichen Züge und der geschwungene
Schleier Mariens ähneln einer Reihe von Werken
aus Nordspanien, insbesondere aus der Region Rioja.
Die leicht verwunderten sanften und ausdrucksstarken
eiförmigen Gesichter von Maria und Christus, sowie
der runde Halsausschnitt, finden sich ebenfalls in
anderen Werken der Region, die im Museo de Historia
de Barcelona aufbewahrt werden, sowie in Werken
aus Burgos und Zamora im Westen.
Provenienz:
Seit 1987 in Privatbesitz.
Literatur:
Vgl. Francesca Español und Joaquín Yarza, Catàleg
d’escultura i pintura medievals. Fons del Museu
Frederic Marès/1, Barcelona 1991, Abb. 280 und
382 – 383. (1461227) (1) (13)
IMPORTANT ENTHRONED MADONNA AND
CHILD (SEDES SAPIENTIAE)
Height: 93 cm.
Width: 42 cm.
Depth: 27 cm.
Northern Spain, Pyrenees, 14th century.
The enthroned Madonna, carved in wood, embodies
her role as Queen of Heaven. The slightly surprised,
gentle, and expressive oval faces of the Virgin and
Christ, and the round neckline, are also found in other
works from the region, which are preserved in the Museo
de Historia, Barcelona and works from Burgos and
Zamora in the west.
Provenance:
Private collection, since 1987.
Literature:
cf. Francesca Español and Joaquín Yarza, Catàleg
d’escultura i pintura medievals. Fons del Museu
Frederic Marès/1, Barcelona 1991, ill. 280 and
382 – 383.
€ 15.000 – € 25.000
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137
133
FRÜHGOTISCHE THRONENDE MADONNA
MIT KIND
Höhe: 93 cm.
Breite: 47 cm.
Tiefe: 27 cm.
Rheinland, vielleicht Köln, um 1300.
In Nussholz geschnitzt und patiniert. Auf einer separat
geschnitzten späteren gekanteten Basis die auf einem
Thron sitzende Madonna, auf ihrem linken Oberschenkel
das segnende Christuskind balancierend. Ihr Blick
streift interessanterweise sowohl ihr Kind, gilt aber
gleichzeitig auch dem Betrachter. Der Thron verso mit
Öffnung, vermutlich zur ehemaligen Aufbewahrung
von Reliquien. In der rechten Hand Mariae mehrere
Trauben, in der Hand des Christus eine Kugel. Reste
einer alten Fassung.
Provenienz:
Alte Prager Privatsammlung. (1451141) (13)
EARLY GOTHIC MADONNA AND CHILD
ENTHRONED
Height: 93 cm.
Width: 47 cm.
Depth: 27 cm.
Rhineland, perhaps Cologne, ca. 1300.
Walnut; carved and patinated. The throne has an opening
on the reverse, presumably for the former storage
of relics.
Provenance:
Old private collection, Prague.
€ 12.000 – € 18.000
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134
LIMBURGER MEISTER UM 1520
MADONNA MIT DEM JESUSKIND
Höhe: 76 cm.
Eichenholz, dunkel gebeizt, verso abgeflacht, im unteren
Bereich gehöhlt. Maria thronend; sie hält das Kind,
das sich stehend mit ausgestreckten Armen nach
rechts wendet. Die Schnitzfigur zeigt hohe Meisterqualität.
Ein vergleichbares Werk, „Anna Selbdritt“,
dem Typus völlig entsprechend, befand sich vor 1912
im Museum van Stolk, Haarlem, verauktioniert: Koller
Zürich 22.09.2022, Lot 1003.
Eine Einkerbung an der Unterseite weist auf einen
möglichen ehemaligen Anschluss an eine weitere Figur,
wohl die Heilige Anna hin. Dadurch wird die Hinwendung
des Kindes erklärbar, und die Gesamtgruppe
wäre ebenfalls als „Anna Selbdritt“ zu sehen.
Anmerkung:
Eine weitere vergleichbare Skulptur wurde am
3. Dezember 2014 bei Sotheby’s London unter
Lot 24 angeboten, als Master of the lecker
Schnutchen, um 1520.
Literatur:
Vgl. Max H. v. Freeden und Fred Leslie Kenett,
Gotische Plastik Kleine Werke großer Meister,
München 1962.
Vgl. Hubert Wilm, Die gotische Holzfigur. Ihr Wesen
und ihre Technik, Leipzig 1923.
Vgl. Carl Theodor Müller, Meister gotischer Plastik,
Stuttgart 1940. A.R. (14606411) (1) (11)
€ 6.000 – € 8.000
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135
MARIA MIT DEM KINDE
Höhe inkl. Basis: 49,5 cm.
Höhe ohne Basis: 46,5 cm.
Süddeutschland, 15./ 16. Jahrhundert.
Holz; geschnitzt und gefasst. Auf sekundärer, gekehlter,
der Form der Skulptur folgender, gefasster Basis:
Maria in reich gefaltetem Gewand, in ihrer rechten
Hand ein Zepter, in ihrer linken Hand das Christuskind
auf ihrem Schoß haltend. Ihr Haupt wird umspielt von
braun gefassten, tief geschnitzten, gewellten Haaren,
die Stirn wird umspielt von einer zinnenähnlichen Krone.
Verso die Haarsträhnen parallel den Rücken hinuntergeführt.
Vielleicht fragmentarische Darstellung oder
halbfigurig für den Hausgebrauch gestaltet. Wenige
Farbverluste.
(14602312) (13)
€ 1.500 – € 2.500
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139
136
GOTISCHE SCHNITZFIGUR „ANNA SELBDRITT“
Höhe: 51 cm.
Breite: 22 cm.
Tiefe: 15 cm.
Südfrankreich oder Portugal (?) um 1500.
In Nussholz geschnitzt. Anna auf einem Thron mit
rückwärts hochziehender Lehne, auf dem rechten
Knie die junge Maria mit dem Kind, das eine Birne hält
und gleichzeitig in das offene Buch greift, welches
Anna in den Händen hält. Der mitgeschnitzte Sockel
im Dreiachtelschluss mit Profilen. Von der ehemaligen
Fassung Kreidegrundreste in den Vertiefungen und
Falten. Verso flach, aus massivem Block, nicht gehöhlt.
(1461386) (11)
€ 4.000 – € 6.000
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138
MUSEALE BRONZEFIGUR EINES JÜNGLINGS
(ABB. RECHTS)
Höhe: 23 cm.
Plinthenseitenlänge: 6,5 cm.
Höhe des Sockels: 13,5 cm
Kleinbronze geschaffen zur Ehrung des berühmten
Gemmenschneiders Valerio Belli il Vicentino (1468 –
um 1546)
17. Jahrhundert.
Bronzefigur eines Jünglings mit bis zum Boden reichenden
Umhang. Die Standhaltung im Kontrapost in
höchst verfeinertem Manierismus. Betont zierlich gestaltete
Füße, elegante Handhaltung und bewusst
schlanker und leicht überlenkter Hals, der einen anmutigen
Kopf mit stolzem Blick trägt. Auch die Stirnlocke
extrem betont. Die linke Hand hält eine globusartige
Kugel an die Hüfte, die rechte Hand zeigt eine verfeinerte
Fingerhaltung. Der quadratische, mitgegossene
Sockel trägt die Umschrift in Majuskeln „VALERIO/ DI
BELLI/ DETTO IL/ VICENTINO“. Da der genannte Di
Belli als Gemmenschneider und nicht als Bildhauer gewirkt
hat, ist die kleine Statue wohl als posthume
denkmalartige Ehrung zu verstehen. Ausführung durch
einen noch nicht näher bestimmten hochrangigen
Künstler des 17. Jahrhunderts.
Bronzeguss, fein bearbeitet, ganz dem italienischen
Manierismus verpflichtet. Neuzeitlicher, braun und gold
gefasster Präsentationssockel.
(1461396) (11)
€ 1.500 – € 2.500
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137
FRANÇOIS LANDRY,
FRANZÖSISCHER SKULPTEUR DES
16. JAHRHUNGERTS, ZUG.
Paar Alabaster-Reliefs
ANBETUNG DER HIRTEN
sowie
ANBETUNG DER DREI KÖNIGE
Jeweils 16 x 13 cm.
In den zugehörigen reliefierten und
vergoldeten Eichenholz-Rahmungen.
Alabaster, schöne Alterspatina. Der Bildhauer wurde
vor allem für seine Alabasterwerke bekannt. 1540
schuf er ein Schmuck-Medaillon im Auftrag der Stadt
Salins für die Gattin des Kanzlers Perrenot de Granvelle,
anschließend beauftragt für 24 große Alabastermedaillons
mit Cäsarenbildnissen. Einige dieser Werke in
Museen in Besancon, Museum Dole, sowie eine Pietá
in Saint Maurice in Salins.
Literatur:
Vgl. Jean-Baptiste Béchet. Recherches historiques
sur la ville de Salins, Bd. II, Besançon 1830, S. 261–
263, 296.
Vgl. Ulrich Thieme, Felix Becker und Hans Vollmer,
Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler. Von der
Antike bis zur Gegenwart, Bd. 22: Krügner – Leitch,
Leipzig 1928, S. 302. (1461383) (11)
€ 5.000 – € 7.000
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141
139
MATTHIAS BERNHARD BRAUN,
1684 SAUTENS – 1738 PRAG
Braun stattete die Karlsbrücke in Prag mit vier Heiligenskulpturen
aus; auch mehrere Paläste und Gärten
der Stadt bewahren bis heute Werke aus seiner Hand.
KOPF EINER ALLEGORISCHEN FIGUR
Höhe: 55,5 cm.
Beigegeben ein Gutachten von Giuseppe Sava,
28. April 2025, in Kopie.
In Sandstein gearbeitet. Die hier dargestellte Frauengestalt
steht in engem Zusammenhang mit einer
Ganzkörperfigur des Künstlers die in Kuks, Tschechien,
aufbewahrt wird und zwischen 1718 und 1720 entstand.
Sie wird gemeinhin als Allegorie der Laszivität
interpretiert. Witterungssp.
140
KÜNSTLER DES 17. JAHRHUNDERTS
PRAXEDIS
Gesamthöhe: 98 cm.
Holz, vergoldet. Die weibliche Figur im Kontrapost hält
ein Gefäß und einen Schwamm in ihren Händen, diese
Attribute weisen sie als die Heilige Praxedis aus. Bekleidet
ist sie mit einem in aufwändige Faltenkaskaden
gelegten Gewand. Vermutlich gehörte die Figur in eine
größere Gruppe.
Provenienz:
Privatsammlung Europa.
(1462342) (10)
€ 5.000 – € 7.000
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Literatur:
Vgl. Emanuel Poche, Hans Jänger, Matthias Bernhard
Braun – Der Meister des Böhmischen Barock und
seine Werkstatt, Innsbruck, 2003.
Vgl. Majorie Trusted, Baroque Sculpture in Germany
and Central Europe 1600 – 1770, Turnhout 2022,
S. 209 – 225, 257.
Vgl. Oldrich J. Blazícek, Baroque Art in Bohemia,
Feltham 1968.
Vgl. Jaromir Neumann, Das Böhmische Barock,
Praga 1970. (1461662) (3) (13)
€ 5.000 – € 8.000
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141
DOMENICO GUIDI,
1625 – 1701, ZUG.
BOZETTO EINES WEINENDEN PUTTO
FÜR DAS GRABMAL DES FABIO GUINIGI
IN DER KIRCHE SANTI CROCE E BONAVENTURA
DE’LUCCHESI IN ROM
Höhe: 31 cm.
Breite: 30,5 cm.
Terrakotta, geformt und vergoldet. Vor abgeflachtem
Grund die halbfigurige Darstellung des Oberkörpers
eines Putto, mit einer Hand seine Tränen wischend.
Fragmentarischer Zustand des Bozettos für einen
Putto von der rechten Seite des Grabmals des Monsignor
Fabio Guinigi entstanden, welches in den Jahren
1692 – 1693 angefertigt wurde.
Provenienz:
Privatsammlung Italien.
Sotheby’s London, 6. Dezember 2011, Lot 50.
Privatsammlung Europa.
Literatur:
Vgl. Oreste Ferrari und Serenita Papaldo, Le sculture
del Seicento a Roma, Rom 1999, S. 76.
Vgl. Cristiano Giometti, Domenico Guidi 1625 – 1701.
Uno scultore barocco di fama europea, Rom 2010,
S. 274 f., Nr. 52. (1462341) (13)
DOMENICO GUIDI,
1625 – 1701, ATTRIBUTED
BOZZETTO OF A CRYING PUTTO FOR THE
FUNERARY MONUMENT OF FABIO GUINIGI
IN THE CHURCH OF SANTI CROCE E
BONAVENTURA DE’LUCCHESI IN ROME
Height: 31 cm.
Width: 30.5 cm.
Terracotta, shaped and gilt. Bozzetto in fragmentary
condition of a putto for the right side of the funerary
monument of Monsignor Fabio Guinigi, created in
1692 – 1693.
Literature:
cf. Oreste Ferrari and Serenita Papaldo, Le sculture
del Seicento a Roma, Rome 1999, p. 76.
cf. Cristiano Giometti, Domenico Guidi 1625 – 1701.
Uno scultore barocco di fama europea, Rome 2010,
p. 274f., no. 52.
€ 10.000 – € 20.000
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143
142
GROSSE MONDSICHEL-MADONNA
Höhe: 159 cm.
Österreich, um 1480/1500.
Als Standfigur in beachtlicher Qualität geschnitzt. Gehöhlt
und farbig gefasst, mit betont langen welligen,
über Schultern und Oberarme weit herabziehenden
Haarsträhnen. Sie hält mit beiden Händen das Kind, das
sich dem Betrachter zuwendet. Der nachdenkliche Blick
der jungen Mutter gilt dem Kind, dessen überkreuzte
Beinchen in der Entstehungszeit symbolisch als Hoheitszeichen
und Herrschaft Christi zu verstehen sind.
Ihr Haupt trägt eine betont große, vergoldete Krone. Zu
ihren Füßen am Kleidsaum, die Mondsichel mit deutlich
geschnitzten männlichen Gesichtszügen. Dieses Mondsichelsymbol
ist als Zeichen der Erlösung nach den Türkenkriegen
zu verstehen, wobei Maria als Himmelskönigin
sowie als „Apokalyptische Frau“ und Retterin aus
der Türkengefahr verehrt wurde. Die Fassung wohl im
19. Jahrhundert teilweise überarbeitet. A.R.
(14603313) (11)
€ 8.000 – € 12.000
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143
KREIS DES ANDREAS KÖLLE (1680 – 1755) ODER
JOSEPH DEUTSCHMANN (1717 – 1787)
GROSSE SCHNITZFIGUR DES
HEILIGEN JOHANNES BAPTIST
Höhe: 139 cm.
Mitte 18. Jahrhundert.
Geschnitzte Standfigur auf runder Rasenplinthe, bekleidet
mit einem Fellmantel, der über die linke Schulter
zieht, der Oberkörper nahezu völlig frei. Das Haupt
leicht geneigt, mit Blick auf die vergoldete Taufmuschel
in der rechten, ausgestreckt erhobenen Hand. In
der Linken ehemals ein Kreuzstab (fehlt). Das Gesicht
in hoher Qualität ausdrucksvoll gestaltet. Farbig gefasst
und teilvergoldet. Kölle und dessen Schüler
Deutschmann wirkten in Tirol und Vorarlberg, so etwa
im Stift Stams. Die starke Körperbewegung weist eher
auf den Schüler Deutschmann. A.R.
(14606410) (1) (11)
€ 5.000 – € 7.000
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145
144
ADAM FERDINAND TIETZ,
1708 – 1777, ZUG.
ALLEGORIE DER ARITHMETIK UND DER MUSIK
Höhe: 33 cm.
Breite: 19 cm.
Tiefe. 12 cm.
Holz; geschnitzt, gefasst und vergoldet. Auf einem mitgeschnitzten
Sockel, der architektonischen Charakter
besitzt, symmetrisch aufgebaut ist und an den Ecken
eingezogene Rundungen zeigt, jeweils zwei Figuren
sitzend und stehend. Die eine Gruppe zeigt eine Sitzfigur
mit einer Tafel, welche in Relief vergoldete römische
Zahlen trägt: 40, 65, 38, 11 und 76. Diese folgen
wahrscheinlich einem im Barock gut zu entschlüsselnden
Muster, das heute jedoch nicht mehr nachvollziehbar
ist. Über ihr eine junge Frau in Pelerine, ihren Rock
schürzend bzw. in der anderen Hand ein fragmentarisch
überkommendes Objekt – vielleicht einen Kelch
– haltend. Auf dem anderen Sockel zeigt die weibliche
Sitzfigur ein geöffnetes Notenheft, in dem neben den
Noten auch von einem „6. Teil“ die Rede ist. Die daneben
stehende weibliche Figur ehemals eine Flöte haltend
und ebenfalls in das Heft blickend. Beide Figuren
sind formal als Modelle für Teile der Steinskulpturen
der monumentalen Parnass-Gruppe der bischöflichen
Sommerresidenz in Veitshöchheim anzusehen, die
Tietz Werkstatt für den Würzburger Bischof Adam
Friedrich von Seinsheim schuf, wobei sich kleinere Details,
etwa die Kopfdrehungen, unterscheiden. Rest.
Provenienz:
Sotheby’s London, 6. Juli 1995 (Cover Illustration des
Kataloges).
Sotheby’s London, 8. Juli 2010, Lot 103, als Stil des
Tietz.
Zezula Auction, 18. April 2015, Lot 276, als Ferdinand
Tietz.
Anmerkung:
Tietz schuf Werke, die nicht nur in sakralen oder höfischen
Räumen sichtbar waren, sondern auch in Landschafts-
und Gartenanlagen, wo sie Teil einer umfassenden
Inszenierung aus Architektur, Gartenkunst
und Figurenschmuck bildeten. Mit seinem monumentalen
Schaffen trug er wesentlich zur Ausstattung bedeutender
barocker Gärten im süddeutschen Raum
bei. Heute gelten seine Gartenplastiken als herausragende
Zeugnisse des Kultur- und Kunstverständnisses
jener Zeit und bieten – nicht zuletzt durch Modelle
wie das hier angebotene – wertvolle Einblicke in
die Bildhauerpraxis des 18. Jahrhunderts.
Literatur:
Vgl. Wolfgang Brassat, Ein gewaltiges Werk, in:
Uni.vers: das Magazin der Otto-Friedrich-Universität
Bamberg, 8 (2008), S. 26 – 30.
Vgl. Katerina Adamcová, Jan Adam Dietz, Adam
Ferdinand Tietz, Jan Václav Grauer a socharská dílna
v Jezerí u Jirkova, Prag 2007, S. 22 – 23.
Vgl. B. Lindemann, Ferdinand Tietz (1708 – 1777),
Weissenhorn 1989, S. 253 – 254.
(1451211) (13)
ADAM FERDINAND TIETZ,
1708 – 1777, ATTRIBUTED
ALLEGORY OF ARITHMETIC AND MUSIC
Height: 33 cm.
Width: 19 cm.
Depth: 12 cm.
Wood; carved, polychromy and gilt.
Both figures are formal models for sections of the
stone sculptures belonging to the monumental Parnassus
group of the bishop’s summer residence in Veitshöchheim.
Tietz’s workshop created these for
Würzburg bishop Adam Friedrich von Seinsheim, although
minor details – such as the rotations of the
heads – differ. Restored.
Provenance:
Sotheby’s, London, 6 July 1995 (cover illustration of
the catalogue).
Sotheby’s, London, 8 July 2010, lot 103 (as in the
style of Tietz).
Zezula Auction, 18 April 2015, lot 276 (as Ferdinand
Tietz).
Literature:
cf. Sotheby’s, European Sculpture and Works of Art,
London, 6 July 1995, pp. 58 – 59.
cf. Wolfgang Brassat, Ein gewaltiges Werk, in: Uni.
vers: das Magazin der Otto-Friedrich-Universität
Bamberg, 8 (2008), pp. 26 – 30.
cf. Katerina Adamcová, Jan Adam Dietz, Adam
Ferdinand Tietz, FFUK, Prague, 2007, pp. 22 – 23.
cf.. B. Lindemann, Ferdinand Tietz (1708 – 1777),
Weissenhorn 1989, pp. 253 – 254.
€ 10.000 – € 15.000
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147
145
GEORG PETEL,
1601/02 WEILHEIM – 1634 AUGSBURG,
ZUG.
KRUZIFIX
Maße des Kreuzes: Höhe: 90 cm. Breite: 53,5 cm.
Maße der Skulptur: Höhe: 55 cm. Breite: 32,5 cm.
Frühes 17. Jahrhundert.
Beigegeben ein CITES-Dokument, Wien, 17. Februar
2025, gültig für kommerzielle Zwecke in der EU.
Elfenbein, vollrund geschnitzt, gefüllte Öffnung im Hinterkopf
zur Aufnahme eines Nimbus. Typus des „Crocifisso
vivo“ mit nach links erhobenem Haupt und geöffnetem
Mund, die Arme schräg nach oben
ausgestreckt, den Körper leicht nach links gekrümmt,
die beiden Beine leicht gekrümmt nebeneinander gesetzt
und endsprechend dem Viernageltypus mit langen
Nägeln jeweils am Kreuz verbunden. Montiert auf
einfachem ebonisiertem Kreuz mit INRI-Schild am oberen
Kreuzbalken.
Stilistisch ist das Kruzifix in die Nähe eines Elfenbein-
Kruzifixes zu setzen, welches sich in Genua befindet
(Feuchtmayr und Schädler 1973, Kat.Nr. 2), mit „GB“
(Georg Bethle) monogrammiert ist und einen spiegelverkehrten
Aufbau im Dreinageltypus aufweist. Bemerkenswert
ist in dieser Hinsicht auch die Tatsache, dass
sich Georg Petel zwischen 1620 und 1624 in Genua
aufhielt, wo seine Elfenbeinschnitzereien besonders
gerühmt wurden. So berichtet Raffaele Soprani (Soprani
1674), dass Petel um 1622 nach Genua gekommen
sei. Er hebt zwei besonders qualitätvolle Elfenbeinkruzifixe
hervor, die für Francesco Zoagli entstanden seien
und von unvergleichbarer Feinheit und Virtuosität seien.
Von dem oben genannten Vergleichsstück nimmt
Schädler an, dass es sich um eines dieser Kruzifixe
handelt (vgl. Soprani 1674, nach Schädler, S. 210).
Typisch für Petel sind auch die plastische Darstellung
der Tränen, die leicht verkrampften Finger, das durch
die Nägel hochgezogene Fleisch, sowie das Gewand,
welches sich der natürlichen Form des Elefantenzahnes
anpasst und somit teils eng am Körper anliegt, auf
der rechten Seite jedoch weit aufgebauscht erscheint.
Weit weniger ausgeprägt sind diese stilistischen Besonderheiten
bei einem Kruzifix zu sehen, welches bereits
1618/20 entstand, im Bayerischen Nationalmuseum
aufbewahrt wird und dessen Autorschaft durch
Petels Monogramm gesichert ist. Hier wird die gesamte
Form noch mit einer gewissen Befangenheit behandelt:
der Körper ist fast symmetrisch gestaltet, das
Lendentuch liegt dem Körper additiv auf, statt sich organisch
mit ihm zu verbinden, weder Adern noch Tränen,
noch das über den Nägeln plastisch hochgedrückte
Fleisch sind hier zu sehen. Folglich traten diese
Merkmale erst im Zuge seiner Wanderung in die Niederlande,
nach Paris und nach Italien zu Tage. Bildwerke
hingegen, welche dem hier offerierten Christus
chronologisch nachzuordnen sind, wie etwa das Kruzifix
in der Schatzkammer der Residenz von 1625 – 1627
zeigen einen bis ins Extrem übersteigerten, qualvollen
Ausdruck in Gesicht und Körper, sodass der angebotenen
Skulptur eine Art Mittlerfunktion zweier Werkepochen
zuzukommen scheint.
Das Objekt ist sicherlich nicht nur wegen seiner Größe,
sondern auch aufgrund der genauen Beobachtung
des Künstlers von musealer Qualität und kunsthistorisch
von bedeutendem Interesse.
Literatur:
Vgl. León Krempel, Georg Petel 1601/02 – 1634. Bildhauer
im Dreißigjährigen Krieg, Ausstellungskatalog,
Haus der Kunst, München 2007.
Vgl. Karl Feuchtmayr und Alfred Schädler, Georg Petel
1601/2 – 1634, Berlin 1973.
Vgl. Raffaele Soprani, Le Vite De’ Pittori Scultori, Ed
Architetti Genovesi. E de’ Forastieri, che in Genoua
operarono. Con alcuni Ritratti de gli stessi, Genua
1674. (1460111) (13)
GEORG PETEL,
1601/02 WEILHEIM – 1634 AUGSBURG,
ATTRIBUTED
CRUCIFIX
Cross dimensions: Height: 90 cm. Width: 53.5 cm.
Sculpture dimensions: Height: 55 cm. Width: 32.5 cm.
Early 17th century.
Accompanied by a CITES-Document, Vienna, 17 February
2025, valid for commercial purposes in the EU.
Ivory; carved three-dimensionally, with a filled opening
at the back of the head to accommodate a nimbus.
Mounted on a simple ebonized cross with INRI inscription
on the upper crossbeam. Stylistically, the crucifix
resembles an ivory crucifix in Genoa (Schädler, cat. no.
2), monogrammed “GB” (Georg Bethle), and featuring
a mirror-inverted three-nail type.
Literature:
cf. León Krempel, Georg Petel. 1601/02 – 1634.
Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, exhibition
catalogue, Haus der Kunst, Munich 2007.
cf. Alfred Schädler, Georg Petel 1601/2 – 1634,
Berlin 1973.
cf. Raffaele Soprani, Le Vite De Pittori Scultori, Et
Architetti Genovesi, E de’ Forastieri, che in Genoua
operarono Con alcuni Ritratti de gli stessi, Genoa 1674.
CITES export restrictions – sale in the EU only.
€ 18.000 – € 24.000
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146
FRA GUGLIELMO DELLA PORTA,
UM 1515 ITALIEN – 1577 EBENDA, ZUG.
Der Bildhauer wirkte auch als Architekt und arbeitete im
Stil des Manierismus. Anfangs in Genua tätig, ging er
1537 nach Rom und wurde Schüler von Michelangelo
(1475– 1564).
CORPUS CHRISTI
Höhe: 18,5 cm.
Breite: 16 cm.
Beigegeben Expertisen von Francesca Furni Cambi
Gado, mit ausführlicher Besprechung, Rom 2002, in
Kopie, das Werk in den Kreis des della Porta und in die
Zeit 1575 – 1600 einordnend.
Außerdem beigegeben Expertisen vom The Detroit
Institute of Arts, 2004/2007; vom IHS: (Kirchliches
Archiv) Breve Storia del Crozifisso della Porta; sowie
eine schriftliche Mitteilung zur Provenienz, jeweils in
Kopie.
Bronze, vergoldet. Fein gearbeiteter Korpus im Dreinageltypus,
die Arme nahezu waagrecht ausgebreitet,
das Haupt nach links geneigt. Das Lendentuch vorne
leicht spitzbogig gefaltet, an der rechten Körperseite
gebunden und halblang herabziehend, in Kaltarbeit fein
ziseliert, um die Stoffstruktur zur Wirkung zu bringen.
Daneben zieht der Strick dem Tuch entlang rückwärts
weit herab bis zum Oberschenkel, was die Absicht einer
allseitigen Ausführung zeigt. An den Füßen ein erhabener
Kreuznagel, die Handflächen durchbohrt. Der
Gesichtsausdruck mit leicht geschlossenen Augen
edel gestaltet. Die Vergoldung an der Vorderseite partiell
durch Nutzung mehr abgerieben, an der Rückseite
weitgehend gut erhalten.
Provenienz:
Sammlung Rodolfo und Annalena Torsellini (Die Familie
ist erstmals bei Dante erwähnt, und stellte Ende
1500 einen Kardinal). Der Torso war seit dem 16. Jahrhundert
im Besitz der Familie Torsellini. Orazio Torsellini
war Historiker und Literat. A.R. (1462031) (11)
FRA GUGLIELMO DELLA PORTA,
CA. 1515 ITALY – 1577 IBID., ATTRIBUTED
CORPUS CHRISTI
Height: 18.5 cm.
Width: 16 cm.
Bronze, gilt.
Accompanied by an expert’s report by Francesca Furni
Cambi Gado, with a detailed analysis, Rome 2002, in
copy. It attributes the work to the circle of della Porta
and dates it to the period 1575 – 1600.
Also included are expert’s reports from the Detroit Institute
of Arts, 2004/2007; from the IHS (Ecclesiastical
Archive), Breve Storia del Crocifisso della Porta; and a
description and documentation of the Torsellini family,
each in copy.
Provenance:
From the collection of Rodolfo and Annalena Torsellini.
The family, first mentioned by Dante, produced a
cardinal at the end of the 16th century. The torso had
been in the Torsellini collection since the 16th century.
Orazio Torsellini was a historian and writer.
€ 35.000 – € 50.000
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151
147
PAAR RELIEFPANEELE
HEILIGE MARIA MAGDALENA ALS BÜSSERIN,
BEKRÖNT VON EINEM ENGEL
sowie
HEILIGER FRANZISKUS EMPFÄNGT DIE STIGMATA
57 x 53 cm.
Um 1535 – 1540.
Eichenholz, dunkel gebeizt. Jeweils mit den entsprechenden
Attributen, wobei in beiden Darstellungen
die Anbetung des Kreuzes als Thema behandelt wird.
Die Darstellungen weitgehend im Hochrelief, oval umzogen
von einem kräftigen Lorbeerkranz. In den Ecken
Blattknospen mit Beeren.
Anmerkung:
Verso auf Aufklebern Literaturvermerk zum Vergleich:
„Kunst voor de belderstorm – tentoonstelling in het
Rijksmuseum“ 1986, S. 84 f. m. Abb.
(1461392) (11)
€ 5.000 – € 7.000
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148
BÜSTE EINES KLERIKERS IN MEMENTO
MORI-DARSTELLUNG
Durchmesser: 28. cm.
Monogrammiert.
Italien, 18. Jahrhundert.
Carrara-Marmor. Im Brustbild nach rechts. Die Kleidung
und die Kopfbedeckung weisen den Dargestellten, der
hier mit Totenschädel wiedergegeben ist, als Kleriker
aus. Möglicherweise für ein Epitaph geschaffen.
(1462012) (11)
€ 4.000 – € 6.000
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149
GEORG RAPHAEL DONNER,
1693 ESSLING (HEUTE WIEN) – 1741 EBENDA,
WERKSTATT DES
PIETÀ
Höhe: 60 cm.
Breite: 33 cm.
Monogramm „GRD“ am linken Rand.
Kupfer, getrieben und versilbert. Nahezu vollplastisches
Hochrelief, im Hintergrund in Flachrelief übergehend.
Oben mit halbrundem Einzug, seitlich mit Rücksteg.
Eine Werkstattversion des Originals in Blei, das Donner
1730/31 für den Johannes-Altar der St. Martinskirche
in Bratislava schuf, befindet sich heute im Kunstmuseum
Budapest. Das Monogramm findet sich öfter
auf Donners Werkstattausführungen.
Literatur:
Vgl. Péter Kovács, Donner, Budapest 1979.
Vgl. Michael Schwarz, Georg Raphael Donner.
Kategorien der Plastik, München 1968. (1462143) (11)
€ 5.000 – € 7.000
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153
150
WESTERWÄLDER REITERKRUG
Höhe inkl. Zinnmontierung: 42 cm.
Monogrammiert „IE“ für Jan Emens Mennicken (gest.
1593), ortsbezeichnet „Raeren“, sowie Datierung im
Model „1587“.
Westerwald, Anfang 17. Jahrhundert.
Graues salzglasiertes Steinzeug; gedreht, gemodelt,
kobaltblau staffiert und glasiert. Zinnmontierung. Über
unglasiertem Stand ein kanneliertes Kugelsegment,
mittels Profilen in zylindrischen Korpus übergehend.
Die Schulter geschnürt mit zylindrischem Hals. Allseitig
mit gemodeltem und kobaltblau akzentuiertem
Dekor, teils mit gemodelten Kornblütenstempeln, die
durch eine reliefierte Wülste vom figürlichen Dekor getrennt
sind. Die zylindrischen Wandungselemente mit
figürlichem Dekor. Der Hals mit allegorischen Figuren
in Rundbögen und gemodeltem Zeichen in Wappenschild.
Die Wandung mit berittenen Figuren und sie
spezifizierender Umschrift. Zinnmontierung mit Scharnierstülpdeckel.
Mündung minimal best.
Anmerkung:
Töpfer in Raeren entdeckten im 16. Jahrhundert, dass
der Scherben grau statt braun wird, wenn während des
Brandes kein Sauerstoff an ihn gelangt. Dies machten
sie sich zunutze und kontrastierten den grauen Scherben
mit kobaltblauer Malerei. Dieses Verfahren wurde
von auswandernden Töpfern in den Westerwald
tradiert, wo sie Objekte im Raerener Stil schufen
und teilweise die gleichen Modeln bis in das frühe
17. Jahrhundert nutzten.
Literatur:
Vgl. Gisela Reineking-von Bock, Steinzeug, Kunstgewerbemuseum
der Stadt Köln, Köln 1976, S. 273,
Nr. 432. (1460281) (13)
WESTERWALD REITERKRUG TANKARD
Height incl. pewter mounting: 42 cm.
Monogrammed “IE” for Jan Emens Mennicken
(died 1593), place name “Raeren”, and dated “1587”.
Westerwald, early 17th century.
Grey, salt-glazed stoneware; thrown, moulded, painted
cobalt blue, and glazed. Pewter mounting.
Literature:
cf. Gisela Reineking-von Bock, Steinzeug, Kunstgewerbemuseum
der Stadt Köln, Cologne 1976,
p. 273, no. 432.
€ 10.000 – € 12.000
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152
BÜSTE EINES HEILIGEN ODER WÜRDENTRÄGERS
(ABB. RECHTS.)
Höhe: 37 cm.
Breite: 35,5 cm.
Tiefe: 21 cm.
Italien, um 1460/80.
Vollplastisch geschnitzt, farbig gefasst, die Fassung
altersbedingt nachgedunkelt. Charaktervolle Ausarbeitung
der Gesichtszüge und fein geschnitzte Bartlocken.
Laut Vorbesitzertradition möglicherweise Büste des
Joseph von Arimathäa. Die Kopfbedeckung lässt allerdings
auch einen darunter befindlichen Helm ver muten.
Verso unten leicht abgeflacht.
(1451212) (11)
€ 8.000 – € 12.000
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GIOVANNI ANTONIO POLACINI,
TÄTIG IM 16. JAHRHUNDERTS, WERKSTATT DES
Anbetung der Hirten
19,7 x 14,8 cm.
Rechteckige Reliefplatte in schwerem Guss, Silber
und frontale Vergoldung, mit schmaler Randeinfassung.
Darstellung der Anbetung der Hirten in Bethlehem,
vor dem Hintergrund einer prächtigen Triumphbogen-Architektur
mit Säulen. Darin Durchblick auf einen
runden Kuppelbau, mit dem der Jerusalemer Tempel
gemeint ist. Rechts im Vordergrund Maria, über das
Kind gebeugt, dahinter Josef, der einen Esel hält, sowie
ein Ochse nahe der Krippe. Links sechs Hirtengestalten,
dicht gedrängt, mit Schäferstab, Dudelsack
und einem Lamm als Gabe. Darüber im Hintergrund
der Stern von Bethlehem.
Provenienz:
Sotheby´s, Januar 1991, Lot 67.
Anmerkung:
Die Tafel ist nahezu identisch mit einigen weiteren
Exemplaren. So etwa befindet sich im Walters Art
Museum in Baltimore/Maryland eine identische Ausführung
(Inv. Nr. 54.229), dort jedoch 1561 datiert.
Auch in den Kaltarbeit Ziselierungen sind einige dekorative
Abweichungen festzustellen, was auf unterschiedliche
Werkstatt-Bearbeitungen schließen lässt.
In der nachfolgend zitierten Literatur ist der Künstlername
Polacini genannt. Ein weiteres Relief des
Künstlers zeigt eine „Beweinung Christi“, ebenso
vergoldet (Detroit Institute of Arts, Inv. 24.77). Zudem
werden auch einige unterschiedliche Datierungen auf
den Reliefs genannt, die früheste 1561, dann 1580,
1586 und 1600.
Die Aufschrift „PARM INVENT“ hat Andrea Moschetti
dahingegen gedeutet, dass es sich bei der Darstellung
um ein Motiv eines Gemäldes von Parmigianino
handelt. Als ein weiterer Kandidat für das Werk wird
der Goldschmied aus Parma, Gian Federico Banzagna
genannt.
Literatur:
Vgl. Michael Riddick, Renaissance Bronze – An
Adoration and Lamentation of Iberian-Italian Origin.
(1461397) (11)
€ 6.000 – € 8.000
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153
BALTHASAR FERDINAND MOLL,
1717 INNSBRUCK – 1785 WIEN, ZUG.
(ABB. LINKS)
MARIA MIT DEM KINDE
Höhe: 60 cm.
Bronze, gegossen, patiniert. Vor unbestimmtem Fond
das Hoch- und Flachrelief der nach links gewandten
Maria, auf ihrem Schoß das Christuskind balancierend,
welches seine Mutter zu liebkosen im Begriff ist.
Anmerkung:
Balthasar Ferdinand Moll schuf unter anderem den
Doppelsarkophag für Kaiser Franz I und Maria Theresia
in der Kapuzinergruft in Wien. Hier, wie ebenso bei
der Triumphpforte in Innsbruck, werden hochovale
Reliefs emporgehalten. (1451219) (13)
€ 7.000 – € 10.000
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154
PAAR FIGÜRLICHE TORCHÈREN
Höhe: jeweils 143 cm.
Italien, 18. Jahrhundert.
Über gekanteter Basis der gekehlte eingezogene Fuß.
Darauf, offensichtlich als Gegenstücke komponierte
Skulpturen, jeweils einen Putto mit Muschelschale
bzw. mit Fackel zeigend. Dahinter reiches, à jour gearbeitetes
Schnitzwerk und eine durch Kymation relieffierte
Deckplatte. Die Skulpturen in Holz geschnitzt,
patiniert und partiell vergoldet. Die Attribute – Muschelschale
und Fackel – deuten auf eine ehemalige
dekorative Verwendung hin, welche einen allegorischen
Inhalt, wie etwa Allegorie des Feuers und des
Wassers wiedergegeben sollte. Auch das grottenartige
Schnitzwerk deutet auf eine ehemalige Aufstellung
inmitten einer entsprechenden Architektur hin. Minimal
besch.
(1460972) (13)
A PAIR OF FIGURAL TORCHÈRES
Height: 143 cm each.
Italy, 18th century.
The sculptures in carved wood, patinated and parcelgilt.
The grotto-like carving suggests a former placement
within a corresponding architectural setting.
€ 24.000 – € 28.000
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157
155
CHRISTIAN JORHAN D. Ä.,
1727 GRIESBACH/ NIEDERBAYERN –
1804 LANDSHUT, ART DES
PAAR ROKOKO-ENGELSKÖPFE
Höhe: jeweils ca. 23 cm.
Flügelweite: 32 cm.
Um 1760.
Weichholz, Inkarnat- und Goldfassung. Als Gegenstücke
mit seitlich ausschwingenden Flügeln geschaffen.
Jeweils mit zugewandtem Kopf und leicht geöffnetem
Mündchen.
(1451652) (11)
€ 6.500 – € 8.500
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156
FIGÜRCHEN DES ZEITGOTTES CHRONOS
Höhe inkl. Sockel: 15 cm.
Höhe ohne Sockel: 10 cm.
Deutschland, 17./ 18. Jahrhundert.
Gegossen und vergoldet, bildhauerisch qualitätvoll gestaltet,
mit großen Flügeln, in Sitzhaltung, beide Arme
vorgestreckt; hielt ehemals eine Sense (fehlend). Wohl
ehemalige Bekrönungsfigur einer Uhr. Auf modernem
schwarzem Holzsockel montiert.
(14609324) (11)
€ 4.000 – € 7.000
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157
SEGNENDES CHRISTUSKIND
Höhe: 85 cm.
Wohl Sevilla, um 1625.
Diese ausdrucksstarke, fein gearbeitete und polychrom
gefasste Holzskulptur des Jesuskindes orientiert
sich deutlich an den Modellen des sevillanischen
Bildhauers Juan Martínez Montañés (1568 – 1649) aus
dem frühen 17. Jahrhundert, der als „el dios de la madera“
(der Gott des Holzes) bekannt war. Montañés
prägte mit seiner Darstellung des Jesuskindes für die
Cofradía del Santísimo Sacramento in Sevilla von 1606
die kanonische Form des sevillanischen Christuskindes.
Die vorliegende Figur wurde, als sie sich bis 1999
in der Sammlung Granados in Madrid befand, dem berühmten
spanischen Barock-Bildhauer Alonso Cano
(1601 – 1667) zugeschrieben. Die leichte Kontrapost-
Haltung, die erhobenen Arme und die wellenförmige
S-Kurve des Körpers mit hervorstehendem Bauch erinnern
an eine Zeichnung eines stehenden Engels von
Cano, die sich ehemals in der spanischen Königlichen
Sammlung befand und heute im Museo del Prado aufbewahrt
wird (1630; Inv.Nr. D000065). Solche Skulpturen
wie die hier angebotene waren in Spanien sehr
beliebt, wurden und wurden häufig bekleidet und an
Festtagen bei Prozessionen mitgeführt.
Provenienz:
Sammlung Granados, Madrid, 1999.
Sammlung Carlos Alberto Cruz.
Sotheby’s London, 6. Juli 2021, Lot 52.
Literatur:
Vgl. Beatrice Gilman Proske, Juan Martínez Montañés.
Sevillian Sculptor, New York 1967, S. 51 – 52, Abb.
31 – 32, 159, 182.
Vgl. Jose Hernandez Díaz, Juan Martínez Montañés
(1568 – 1649), Madrid 1987.
Vgl. Harry N. Abrams, Spanish Sculpture. A Catalogue
of the Collection in the Victoria and Albert Museum,
London 1998.
Vgl. Patrick Lenaghan, Artists and Markets in Seventeenth-Century
Seville: Francisco de Ribas Blessing
Christ Child at The Hispanic Society, Sculpture Journal,
Bd. 4, Nr. 1, S. 46 – 54.
Vgl. Juan José Martínez González und Joaquim Garriga
Riera, Fons del Museu Frederic Marès, Bd. 3: Catàleg
d’escultura i pintura dels segles XVI, XVII, i XVIII, Barcelona
1996.
Vgl. Patrick Matthiesen, Suzanne L. Stratton-Pruitt und
Jose Luis Romero Torres, The Mystery of Faith. An Eye
on Spanish Sculpture 1550 – 1750, , London 2009.
Ausstellungen:
Museum of Fine Arts, Houston, 2017 – 2019.
(1451504) (13)
€ 8.000 – € 10.000
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159
160 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.
158
MARIA MIT DEM KINDE
(ABB. LINKS)
Höhe: 110 cm.
Breite: 81 cm.
Tiefe: 27 cm.
Italien, 19. Jahrhundert.
In Marmo Bianco gestaltetes Hoch- und Flachrelief mit
zentraler Darstellung der Mutter Gottes mit Kind auf
dem Schoß. Während die Häupter von Scheibennimben
geziert sind, sind die Körper von Cherubim umspielt.
Teilweise gefasst; Gestaltung in Rückbezug auf
die Florentiner Renaissance.
(14616719) (13)
MADONNA AND CHILD
Height: 110 cm.
Width: 81 cm.
Depth: 27 cm.
Italy, 19th century.
High- and bas-relief in Marmo Bianco.
€ 20.000 – € 30.000
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159
FRANZÖSISCHER KÜNSTLER
DES 19. JAHRHUNDERTS
PAAR TERRAKOTTA-SKULPTUREN
IN VOLKSTÜMLICHEM CHARAKTER
Höhe: 80 cm.
Breite: 24 cm.
Tiefe: 27 cm.
Dargestellt mit leichtem Körperschwung und einem
verspielten Miteinander. Die Frau hält Blüten in ihrer
Schürze, der Mann eine einzelne Blüte in der Hand; ihre
zarte Neigung zueinander verleiht der Szene eine
lebendige, zugleich unbestimmte Bewegung zwischen
Annäherung und Rückzug.
(1461881) (17)
€ 8.000 – € 10.000
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161
160
ITALIENISCHER KÜNSTLER
DES 19. JAHRHUNDERTS
BÜSTE EINES JUNGEN MÄDCHENS
Gesamthöhe: 65 cm.
In weißem Marmor gestaltete Büste eines nach vorne
blickenden Mädchens. Die glatte Oberflächenbehandlung
des Gesichtes kontrastiert mit der fein ausgearbeiteten,
in zahlreichen Falten gelegte und spitzenbesetzte
Kleidung wie auch der lockigen Haarpracht, die
von einer Schleife gehalten wird.
(1461882) (10)
ITALIAN SCHOOL, 19TH CENTURY
BUST OF A YOUNG GIRL
Total height: 65 cm.
White marble.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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161
FRANZÖSISCHER KÜNSTLER UM 1880
DIANE DE POITIERS
Gesamthöhe: 80 cm.
Diane de Poitiers, Mätresse des Königs Heinrich II,
wurde hier nach dem Vorbild der Göttin Diana in antiker
Gewandung dargestellt. Vorbild war hier der Brunnen
des Château d’Anet von Jean Goujon.
(1461861) (1) (10)
€ 9.000 – € 10.000
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163
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162
ANDREA DEL VERROCCHIO,
EIGENTLICH „ANDREA DI MICHELE DI
FRANCESCO DI CIONE“,
AUCH GENANNT „IL VERROCCHIO“,
1435 FLORENZ – 1488 VENEDIG, NACH
(ABB. LINKS)
BILDNIS DER OLYMPIA ODER KLEOPATRA
Höhe: 49 cm.
Breite: 35 cm.
In Carrara-Marmor gearbeitetes, nach rechts gerichtetes
Brustbildnis einer jungen barbusigen Dame mit
rundbogigem profiliertem Abschluss nach dem Original
von Andrea del Verrocchio im Castello Sforzesco in
Mailand. Eine weitere Verrocchio zugeschriebene
Version des Reliefs wird im Victoria and Albert Museum
in London verwahrt.
Provenienz:
Privatsammlung Europa.
(1451214) (13)
€ 4.000 – € 6.000
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163
EDWIN ROSCOE MULLINS,
1848 LONDON – 1907 SUFFOLK
MÄDCHEN MIT KATZE UND VOGEL
Gesamthöhe: 47 cm.
Am Sockel signiert „E. Roscoe Mullins.“
Marmor. Ein sitzendes Mädchen drückt liebevoll und
vorsichtig ein kleines Vögelchen an ihre Brust, während
sie mit der anderen Hand eine Katze streichelt, die den
Vogel interessiert fokussiert. Roscoe Mullins ist ein
britischer Bildhauer neoklassizistischer Figuren.
(1460945) (10)
€ 4.000 – € 6.000
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165
164
GUILLAUME COUSTOU D. Ä.,
1677 – 1746, NACH
CHEVAUX RETENUS PAR DES PALEFRENIER
Höhe: 65 cm.
Breite: 54 cm.
Tiefe: 25 cm.
Frankreich, 19. Jahrhundert.
Bronze, gegossen, dunkelbraun patiniert. Auf rechteckigem
grünem Marmorsockel jeweils die reduzierte
Darstellung des Rossbändigers von Marly, nach der
großen Skulptur im Cour de Marly im Louvre (Inv.Nr.
MR 1802) von 1745.
Literatur:
Zum Vorbild siehe: Valérie Carpentier-Vanhaverbeke,
Les Chevaux du Roi. Les chevaux de Marly. Chefs
d’oeuvre de l’art équestre, Mailand 2024.
Vgl. Geneviève Bresc-Bautier, La sculpture des jardins
de Marly, Paris 2019, S. 158 – 174, Nr. 30. (1460914)
(2) (13)
GUILLAUME COUSTOU THE ELDER,
1677 – 1746, AFTER
CHEVAUX RETENUS PAR DES PALEFRENIER
Height: 65 cm.
Width: 54 cm.
Depth: 25 cm.
France, 19th century
Bronze; cast with dark brown patina. On a rectangular
green marble base, the reduced depiction of a horse
tamer by Marly in bronze, based on the large sculpture
in the Cour de Marly at the Louvre (inv. no. MR 1802)
from 1745.
Literature:
Regarding the model, see: Valérie Carpentier-
Vanhaverbeke, Les Chevaux du Roi, les chevaux de
Marly, chefs d’oeuvre de l’art équestre, Milan 2024.
cf. Geneviève Bresc-Bautier, La sculpture des jardins
de Marly, Paris 2019, pp. 158 – 174, no. 30.
€ 18.000 – € 22.000
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167
KATALOG II
GEMÄLDE ALTE MEISTER – TEIL 1
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