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Future Council Publikation_Final_Nov2025

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THE

NEW

Zukunft

EXPO

erlebbar,

machbar,

teilbar.

Impulse aus dem

Future Council zur

EXPO 2035 Berlin.


Neue Impulse für eine

Weltausstellung im Jahr 2035

Vorwort

Seit über 170 Jahren sind Weltausstellungen ein

Schaufenster für Fortschritt – von den ersten Maschinenhallen

des 19. Jahrhunderts bis zu Bau-Ikonen

wie dem Eiffelturm, der 1889 eigens für die Pariser

Expo errichtet wurde. Die Grundidee der EXPO bleibt

aktuell: Zukunft sichtbar, zugänglich und erfahrbar für

alle zu machen.

Im Jahr 2025 leben wir jedoch in einer grundlegend

anderen Welt als zu Beginn der industriellen Revolution:

global vernetzt, herausgefordert von Krisen und

mit dem notwendigen Anspruch, wirtschaftlichen

Fortschritt mit ökologischer Nachhaltigkeit zu verbinden.

2035 werden wir in einer Welt leben, in der technologische

Möglichkeiten, gesellschaftliche Anforderungen

und ökologische Notwendigkeiten untrennbar

miteinander verwoben sein werden. Gleichzeitig

werden Technologien, deren Entwicklung wir heute

sehen – allen voran KI, moderne Sensorik und Biotechnologie

– unseren Alltag grundlegend verändert

haben.

Zukunft ist Teamarbeit

Um diese Veränderungen zum Wohle aller zu gestalten,

müssen wir schon heute die Weichen stellen. Die

Zukunft ist nicht nur eine Frage von Technologie und

Fortschritt. Sie passiert auch nicht einfach so, sondern

wird kontinuierlich verhandelt und gestaltet. Gemeinsam

müssen wir uns den großen Fragen stellen: Was

für eine Welt wollen wir für die nächsten Generationen

hinterlassen? Wie schaffen wir es, wirklich langfristig

in die Zukunft zu planen? Und wie können wir

Räume schaffen, die uns in Zeiten großer Unsicherheit,

Motivation, Mut und Tatendrang vermitteln?

Um diese Fragen als Gesellschaft zu erörtern, brauchen

wir Orte, die den Wandel greifbar machen, aktive

Mitgestaltung ermöglichen und uns zusammenbringen.

Die EXPO 2035 Berlin soll genau ein solcher

Ort sein: keine bloße Ausstellungsfläche, sondern

ein globaler, interaktiver Begegnungsraum, in dem

Ideen geteilt, getestet und weiterentwickelt werden.

Ein Ort, der zeigt, was in der Zukunft möglich sein

wird und alle aktiv dazu einlädt, diese gemeinsam zu

gestalten.

Die EXPO 2035 Berlin versteht sich zudem nicht als

abgeschlossene Veranstaltung, sondern als lebendiger,

lernender Prozess: Mit den ersten Projekten

fängt sie schon heute an, wächst, entwickelt sich

und integriert laufend neue Erkenntnisse aus Wissenschaft,

Stadtgesellschaft und globalen Partnern.

Vergangenheit anerkennen, Zukunft besser

machen

Weltausstellungen standen immer wieder in der

Kritik. Die EXPO 2035 Berlin zieht daraus Konsequenzen:

keine Monumentalbauten, sondern intelligente

Wieder- und Weiternutzung; ein Netzwerk multizentraler

Kiez Hubs; eine globale, digitale Strategie, die

Menschen über Grenzen hinweg verbindet – und

eine Wirkung, die weit über 2035 hinausreicht.

Die EXPO soll weder ein singuläres Ereignis noch ein

einmaliger Showroom sein, sondern ein lebendiger

Prozess, der heute beginnt und 2035 in

einem großen Festival der Zukunft für Alle gipfelt.

Prof. Dr. Laura Bechthold

Chair Future Council

1 | Future Council - The New EXPO


Das Future

Council

Das Innovationsgremium

der EXPO 2035 Berlin

Ein Vorhaben wie die EXPO 2035 Berlin gelingt nur

gemeinsam: mit Tatkraft, Engagement und aus unterschiedlichen

Blickwinkeln. Einen Beitrag leistet dabei

auch das Future Council, das Innovationsgremium

der Berliner EXPO-Bewerbung.

Die Mitglieder im Gremium arbeiten an Fragestellungen

für die Zukunft, die uns alle etwas angehen. Im

Rahmen der EXPO 2035 Berlin fokussiert das Future

Council auf die Entwicklung des Konzepts der “NEW

EXPO". Dabei soll die Weltausstellung als Format auf

mehreren Ebenen neu und immer mit der Zukunft

des 21. Jahrhundert im Blick neu gedacht werden.

Das Neu in NEW EXPO zeigt sich unter anderem

darin, dass die EXPO 2035 Berlin von Menschen für

Menschen gemacht ist und sich weder auf einen Ort

noch auf 2035 als einen Zeitpunkt begrenzt. Teilhabe

steht im Vordergrund wie das Zugänglichmachen

von nachhaltigen Lösungen, um gemeinsam die großen

Herausforderungen der Zeit anzugehen.

Mitglieder

Prof. Dr. Laura Bechthold

Chair Future Council

Bavarian Foresight-Institute, TH Ingolstadt

Nicola Bramkamp

SAVE THE WORLD

Maximilian Fischer

opta data Finance GmbH

Prof. Dr. Beate Gleitsmann

Rheinische Hochschule Köln

Prof. Dr. Caroline Heil

opta data Zukunfts-Stiftung

Sandor Horvath

EIFG – European Institute for Future

Generations e. V.

Christina Moser

Bavarian Foresight-Institute, TH Ingolstadt

Dr. Annika von Mutius

Empion GmbH

Harald Neidhardt

Futur/io Institute

Prof. Dr. Tom Rüsen

WIFU-Stiftung

Marie-Eve Schröder

Meta

Prof. Dr. Stefan Tewes

Future Business Group GmbH

Dr. Leon Tsvasman

Institut für Zukunftspsychologie

André Weber

Bankhaus Bauer

Prof. Dr. Jochen Werner

10xD GmbH


Eine Weltausstellung für Berlin

Ein großes Ziel, das sich lohnt

Wir leben in einer Zeit, in der viele Entwicklungen

gleichzeitig passieren. Digitale Umbrüche, Klimawandel

oder soziale Spannungen. Oft hören wir vor

allem von Problemen. Was fehlt, sind Orte, an denen

wir als Gesellschaft gemeinsam nach vorne denken.

Eine EXPO kann so ein Ort sein: Nicht nur zum Staunen,

sondern zum Ausprobieren, Diskutieren und

Lernen. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen

und gemeinsam überlegen: “So könnte eine

wünschenswerte Zukunft aussehen – und so könnten

wir dahin kommen!”

Ein Event von Allen für Alle

Die Idee der EXPO 2035 Berlin stammt aus einer zivilgesellschaftlichen

Initiative und dieser Gedanke soll

weitergetragen werden. Viele Debatten über die Zukunft

finden bislang hinter verschlossenen Türen statt:

schwer zugänglich und oft sehr teuer.

Die EXPO 2035 Berlin soll anders sein: öffentlich, zugänglich

und vielfältig. Ein großes Festival der Zukunft

– von allen für alle. Berlin als eines der kreativen und

kulturellen Zentren der Welt bringt die nötige Offenheit

und Diversität. Neue Technologien werden uns

helfen, dieses Potenzial auf ein neues Level zu heben,

um Ideen sichtbar zu machen, Wissen zu teilen und

Menschen weltweit miteinander zu verbinden.

Weg und Ziel zugleich

Die EXPO 2035 Berlin erfüllt zwei Ziele: Zum einen

schafft sie ein gemeinsames Zielbild, auf das wir

hinarbeiten, zum anderen ist sie ein Werkzeug, das

schon heute Bewegung auslöst. Als Vision bündelt sie

Energie, als Prozess beginnt sie jetzt: Schritt für Schritt,

mit Pilotprojekten in Kindergärten, Schulen, Hochschulen,

Universitäten, Wissenschaftseinrichtungen,

„Zukunft geschieht nicht von selbst – sie wird fortlaufend verhandelt. Die

Weltausstellung eröffnet einen kollektiven Raum, in dem viele Menschen zusammenkommen,

um Zukunft aktiv, kritisch und kreativ mitzugestalten. Was

wir heute brauchen, sind neue positive Narrative, die Mut machen, und Orte,

an denen diese Geschichten lebendig werden können. Berlin – mit seinem

Innovationsgeist, seiner kulturellen Vielfalt und seiner bewegten Geschichte –

ist der ideale Ort, um zu zeigen, wie eine gemeinsame Zukunft aussehen kann,

wenn wir sie wirklich gemeinsam angehen.“

Prof. Dr. Laura Bechthold

3 | Future Council - The New EXPO


Unternehmen und Nachbarschaften. Die EXPO 2035

Berlin versteht sich als lernendes System: Erkenntnisse

aus diesen Pilotprojekten fließen kontinuierlich in die

Konzeption ein. Durch die Rückkopplung zwischen

Forschung, Stadtgesellschaft und Praxis entwickelt

sich die EXPO in Echtzeit weiter. In offenen Formaten

können viele mitwirken – koordiniert und getragen

vom Verein Global Goals für Berlin e. V., der als zivilgesellschaftlicher

Motor die Bewerbung vorantreibt

und Projekte in der Stadt sichtbar macht. Die EXPO

2035 Berlin soll ein Anstoß für eine große Bewegung

in Berlin und darüber hinaus sein, die Menschen verbindet.

Neue Symbole für eine neue Zeit

Der Eiffelturm war 1889 ein großes Wagnis, heute

steht er als Symbol für Erfindergeist und den Mut

seiner Zeit. Wie könnte ein Eiffelturm für das 21.

Jahrhundert aussehen? Die „neuen Eiffeltürme“ sind

wahrscheinlich keine Bauwerke aus Stahl. In unseren

Zeiten geht es auch nicht darum, das “eine große

Ding” zu finden. Vielmehr bilden sich die Lösungen

für die wirklich großen Herausforderungen unserer

Zeit wie ein Mosaik aus vielen kleinen Ideen und

Ansätzen. Diese kollektive Kraft ermöglicht die große

Transformation, die wir für eine gemeinsame und

nachhaltige Zukunft brauchen. Auch hier kann die

EXPO 2035 Berlin mit der Idee des Global Solution

Hubs einen Beitrag leisten.

Resilienz 2.0 - Raus aus dem Krisenmodus!

Die Idee der EXPO 2035 Berlin knüpft an die großen

Zukunftsaufgaben unserer Zeit an. Die Europäische

Kommission fordert in ihrem Strategic

Foresight Report 2025 zu „Resilienz 2.0“ auf: weg

vom reinen Krisenmodus, hin zu vorausschauendem

Handeln, das Wettbewerbsfähigkeit, werteorientierte

Technologieentwicklung und Schutz

künftiger Generationen zusammenbringt.

Auch die Vereinten Nationen haben 2024 mit

dem Pact for the Future den Auftrag bekräftigt,

globale Zusammenarbeit zu erneuern – mit

klaren Zusagen zu Zukunftsgerechtigkeit und

digitaler Zusammenarbeit: „Ziel ist es, die Idee,

Politik und Gesellschaft so auszurichten, dass

Gegenwart und Zukunft ins Gleichgewicht

kommen und Kultur, Bildung sowie Teilhabe als

verbindende Kräfte wirken.

Diese Beispiele zeigen: Wir brauchen neue

Fähigkeiten und neue Narrative, die Orientierung

geben und Menschen mitnehmen. Eine Weltausstellung

kann hier als entscheindender Ankerpunkt

dienen, der viele Menschen hinter einem

gemeinsamen Ziel vereint, um gemeinsam gesellschaftlichen

Wandel zu ermöglichen.

Für Berlin, für Deutschland, für die Welt

Für Berlin: Die Stadt wächst und mit ihr die Vielfalt.

Das ist Stärke und Herausforderung zugleich. Eine

EXPO kann zeigen, wie Kiez und Weltstadt, Kreativität

und Unternehmergeist, Geschichte und Innovation

zusammenfinden.

Für Deutschland: Bis 2045 will Deutschland klimaneutral

sein. Dafür braucht es mehr Tempo in der Transformation.

Eine EXPO kann Innovation und überregionale

Zusammenarbeit beschleunigen.

Für die Welt: Komplexe Probleme enden nicht an

Grenzen. Städte in Europa und weltweit stehen vor

ähnlichen Herausforderungen. Eine EXPO kann zum

Vehikel werden, funktionierende Lösungen global zu

teilen – statt überall das Rad neu zu erfinden.

Zukunft erlebbar. Machbar. Teilbar. | 4


Stimmen aus dem Future Council

Warum wir uns für die Bewerbung zur EXPO 2035 Berlin einsetzen

„Die europäische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit ist wichtiger denn

je. Entscheidend ist, dass wir uns nun auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren.

Die EXPO 2035 in Berlin ist für mich der Inbegriff von Souveränität

und technologischem Fortschritt. Sie dient als Plattform für kulturelle Begegnungen

und den Austausch zwischen Nationen. Um Wissen zu fördern und

gemeinsame Lösungen für die Zukunft zu erarbeiten. Ich freue mich auf ein

Berlin der Zukunft, das herzlich-umarmend die Welt empfängt“.

Dr. Annika von Mutius

„Mit der einzigartigen und auf Enkelfähigkeit ausgerichteten

Wirtschaftsstruktur, die durch Familienunternehmertum

geprägt wird, ist Deutschland prädestiniert, die EXPO

2035 Berlin auszurichten.“

Prof. Dr. Tom Rüsen

„Europa bedeutet: In Vielfalt geeint. Die EXPO in Berlin bedeutet, diese

Vielfalt der Kulturen im Digitalzeitalter zu zelebrieren. Es soll gezeigt werden,

wie dynamische, dezentral strukturierte Ökosysteme in friedlichem

Miteinander nicht nur existieren können, sondern sich gegenseitig bereichern.

Lasst uns also zeigen, dass persönliche Begegnungen und gelebte

Menschlichkeit auch in der Epoche der Künstlichen Intelligenz und Virtualität

das Fundament unserer Zivilisation sind.“

Sandor Horvath

Prof. Dr. Beate Gleitsmann

„Berlin ist die Stadt, die Wandel lebt. Sie hat in den letzten Jahrzehnten bewiesen,

dass Orte der Teilung zu Orten der Verbindung werden können.

Diese Erfahrung verleiht Berlin eine besondere Symbolkraft, wenn es darum

geht, globale Zusammenarbeit über Grenzen hinweg zu fördern. Die Stadt

steht für Vielfalt, Kreativität und Aufbruch – und ist damit der ideale Ort, um

mit der EXPO 2035 als erster hybrider Weltausstellung eine neue Ära globaler

Kooperation einzuleiten. Die EXPO 2035 Berlin markiert einen Wendepunkt:

Sie verwandelt eine Ausstellung in eine weltweite Bewegung. Sie zeigt, dass

echter Fortschritt nicht in nationalen Silos entsteht, sondern im Miteinander –

interkulturell, interdisziplinär und intergenerational.“

5 | Future Council - The New EXPO


Wer steckt hinter der Berliner EXPO Bewerbung?

Hinter der EXPO 2035 Berlin steht schon heute ein

starkes Team aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und

Wissenschaft:

Harald Neidhardt

„Die Möglichkeiten, wünschenswerte Zukünfte für die

EXPO 2035 Berlin gemeinsam zu schaffen, sind herausfordernd

und haben gleichzeitig ein enormes Potenzial.

Mit viel Leidenschaft freue ich mich darauf, Besucher im

Jahr 2035 zu inspirieren, sich auf eine kollaborative und

nachhaltige Zukunft für 2045 und darüber hinaus zu freuen.

Der Future Council ist gut aufgestellt, um die Zeitreise

zu machen, die notwendig ist, um über den Rand einer

erwarteten Technologie-Roadmap zu gehen und dorthin

zu gehen, wo Pioniere gedeihen: das riesige unbekannte

Universum unserer höchsten menschlichen Potenziale.“

Der gemeinnützige Verein Global Goals für Berlin

e. V. ist der zivilgesellschaftliche Motor der Bewerbung.

Die EXPO 2035 Berlin GmbH

verantwortet die operative Bewerbung und

bündelt Strategie, Partnerschaften und Kommunikation.

Im Konzeptteam erarbeiten Expert*innen

aus Architektur und Stadtentwicklung eine überzeugende

Vision für die Weltausstellung.

Zusätzlich wurde 2025 das Future Council gegründet.

Als Innovationsgremium der Berliner

EXPO-Bewerbung bündelt es Vordenker:innen

aus Wissenschaft, Technologie, Kunst, Wirtschaft,

Stadtentwicklung und sozialer Innovation. Unter

der Leitung von Prof. Dr. Laura Bechthold (Bayerisches

Foresight-Institut) entwickelt das Gremium

das Konzept der EXPO 2035 Berlin weiter und

öffnet den Prozess für die breite Öffentlichkeit.

Maximilian Fischer

„Nicht das Ereignis steht im Vordergrund, sondern die

Wirkung: Eine Expo, die Spaltung durch Austausch

überwindet und Innovation in gemeinsamer Gestaltung

hervorbringt, ist elementar für eine nachhaltige, geeinte

und von Innovation geprägte Zukunft“.

Prof. Dr. Jochen Werner

„Berlin verbindet Vergangenheit und Zukunft. Die

Expo 2035 wird zeigen, wie wir gemeinsam eine

neue Ära beginnen.“

„Mit der Expo 2035 haben wir die einzigartige Gelegenheit, die

Heimat der Welt für den Zeitgeist zu gestalten. Dabei sollten wir

Technologien und Finanzwirtschaft ebenso in den Fokus rücken

wie kulturelle Verständigung und gegenseitigen Respekt. Diese

Chance, Brücken zwischen Innovation und Menschlichkeit zu

bauen, dürfen wir nicht ungenutzt lassen.“

André Weber

„In einer durch KI und Technologie geprägten Zukunft muss die

globale Menschlichkeit aktiv gelebt werden. In Zeiten wachsender

sozialer und gesellschaftlicher Herausforderungen sollten der

Mensch und seine individuellen Herausforderungen stets im Fokus

bleiben. Die EXPO 2035 kann kulturellen Austausch ermöglichen und

dort Brücken bauen, wo ein solches Miteinander schwierig ist.“

Prof. Dr. Caroline Heil

Zukunft erlebbar. Machbar. Teilbar. | 6


Wie arbeitet das Future Council?

Wie wir über die ferne Zukunft nachdenken

Wie plant man eigentlich ein Event, das noch über

10 Jahre in der Zukunft liegt? Eine Expo im Jahr

2035 muss ja eine Vision zeigen, die nicht 2025

sondern eher die Welt von 2045 abbildet – eine

Herausforderung, die präzises Denken und methodisches

Vorgehen erfordert.

Zwischen Gewissheit und Ungewissheit

Bei unserer Arbeit unterscheiden wir klar: Was wissen

wir bereits? Was wissen wir noch nicht? Und

womit werden wir überrascht werden?

Einige Entwicklungen lassen sich heute schon gut

absehen. Der Klimawandel etwa folgt wissenschaftlich

fundierten Szenarien – wir kennen die

Temperaturkurven, verstehen die Kipppunkte und

können abschätzen, welche Anpassungen notwendig

sein werden. Auch der demographische

Wandel ist vorhersehbar: Die Menschen, die 2045

im erwerbsfähigen Alter sein werden, sind heute

bereits geboren. Wir wissen um alternde Gesellschaften,

um Wanderungsbewegungen und ihre

Folgen für unsere Städte und Arbeitswelten.

Andere Entwicklungen sind hingegen unsicher.

Viele beschäftigt heute die Frage, wie es mit globalen

Spannungen weitergeht oder welche Rolle

Europa in einer multipolaren Welt spielen wird.

Hier arbeiten wir mit verschiedenen Szenarien,

weil die Zukunft mehrere mögliche Pfade nehmen

kann.

Und dann gibt es das, was uns überraschen wird.

Gerade technologisch passiert momentan so

viel in der Welt – von künstlicher Intelligenz über

Was ist Zukunftsforschung?

Zukunftsforschung ist kein Kristallkugel-Lesen,

sondern eine eigene wissenschaftliche Disziplin,

um mögliche, wahrscheinliche und wünschenswerte

Zukünfte systematisch zu erkunden. Sie

prognostiziert nicht, was kommen wird, sondern

analysiert, was kommen könnte.

Dabei arbeitet die Zukunftsforschung mit verschiedenen

Werkzeugen: Sie identifiziert langfristige

Trends, entwickelt alternative Szenarien

für unterschiedliche Entwicklungspfade und

untersucht schwache Signale, die auf kommende

Veränderungen hindeuten. Besonders wichtig

ist die Unterscheidung zwischen dem, was

bereits absehbar ist, was noch unsicher bleibt

und womit wir überrascht werden könnten.

Das Ziel ist nicht, die eine richtige Zukunft vorherzusagen,

sondern Orientierung in komplexen

Zeiten zu schaffen und Gestaltungsspielräume

sichtbar zu machen. Denn Zukunft entsteht

durch die Entscheidungen, die wir heute treffen.

Quantencomputing bis zu biotechnologischen

Durchbrüchen. Welche dieser Entwicklungen sich

durchsetzen und wie sie unseren Alltag verändern

werden, lässt sich heute nur in Ansätzen erahnen.

Leitplanken und Gestaltungsräume

Dabei fassen wir die gut belegten und großen Entwicklungen

und Megatrends eher wie Leitplanken

auf, die den Rahmen des Möglichen abstecken.

Innerhalb dieser Leitplanken aber ergibt sich ein

7 | Future Council - The New EXPO


Unsere Zukunft als

Verhandlungsraum

großer Gestaltungsspielraum, in dem wir die entscheidende

Frage stellen können: Wie wollen wir

eigentlich leben?

Das ist natürlich immer Verhandlungssache – zwischen

Generationen, Kulturen, unterschiedlichen

Werten und Prioritäten. Genau hier kann eine Weltaustellung

einen enormen Mehrwert bieten: als

Plattform, auf der diese Zukunftsvisionen sichtbar,

erlebbar und verhandelbar werden.

Unsere Methode

Als Future Council arbeiten wir nach den bewährten

Prinzipien der Zukunftsforschung. Wir analysieren

systematisch Trends, entwickeln verschiedene

Szenarien und leiten daraus Handlungsoptionen

ab. Unter diesen Gesichtspunkten erarbeiten wir

Ideen und Visionen für eine zukunftsfähige Expo.

Das Ziel des Future Councils ist es also nicht, die

Zukunft vorherzusagen, sondern verschiedene

Szenarien zu antizipieren, wie eine Expo aussehen

könnte – und zu überlegen, wie wir diese als Verhandlungsraum

der Zukunft gestalten können. Ein

Ort, an dem unterschiedliche Vorstellungen vom

guten Leben aufeinandertreffen, diskutiert und

weiterentwickelt werden.

Dabei ist uns bewusst: Zukunft ist kein starres Ziel,

sondern ein dynamischer Prozess. Deshalb passen

wir unsere Szenarien und Empfehlungen kontinuierlich

an neue Erkenntnisse und Entwicklungen

an. So entsteht über die Jahre ein lebendiges Bild

dessen, was die EXPO 2035 Berlin zur bedeutendsten

Zukunftsplattform ihrer Zeit machen kann.

NEUE HORIZONTE 2045:

Missionen für Deutschland

Zukunftsszenarien bieten Orientierung und eine Ausgangsbasis

für die Diskussion möglicher Wege in die

Zukunft: Die Studie „Neue Horizonte 2045 – Missionen

für Deutschland“ der Initiative D2030 e.V., die das

Vorhaben der EXPO 2035 Berlin ebenfalls unterstützt,

hat sieben unterschiedliche Szenarien für Deutschland

erarbeitet.

Die Bandbreite der Zukunftsbilder ist groß: Deutschland

könnte sich bis 2045 radikal wandeln – oder bewusst

auf Stabilität setzen. In manchen Szenarien steht ein

mutiger ökologischer Umbruch im Fokus, bei dem Politik

und Gesellschaft gemeinsam grüne Industrie, neue

Lebensstile oder sogar ein bedingungsloses Grundeinkommen

vorantreiben. Andere Zukunftsbilder vertrauen

auf Technologie und Innovation, um Klimaschutz

und Wirtschaft durch digitale Lösungen oder DeepTech

zu verbinden. In wieder anderen Szenarien wird Sicherheit

und Bewährtes priorisiert, sodass Wohlstand und

sozialer Ausgleich über schnellem Wandel stehen.

Klar ist, der Weg ist nicht festgeschrieben. Die EXPO

2035 Berlin kann ein Meilenstein sein, um auszuhandeln,

auf welche Entwicklungen wir hinarbeiten wollen und

wie wir diese fortschreiben können.

Zukunft erlebbar. Machbar. Teilbar. | 8


Unsere Welt 2045

Die EXPO als Schaufenster in die Zukunft

Die Zeiten sind unsicher: Manche Entwicklungen

gehen schneller, als wir denken, andere langsamer,

als wir es uns wünschen. Manche wiederum kommen

eher überraschend. Der Blick in die Vergangenheit

zeigt: Was heute kaum vorstellbar scheint, kann morgen

Realität sein. Vor 20 Jahren war ein Alltag ohne

Smartphones, Social Media oder Streaming selbstverständlich

– heute undenkbar. Die Frage ist also nicht,

ob sich die Welt bis 2035 und darüber hinaus verändern

wird – sondern inwiefern. Gerade deshalb ist es

wichtig, bewusst nach vorne zu schauen. Doch wie

können wir uns heute schon vorstellen, was für uns

in 2035 relevant sein und wie 2045 aussehen könnte?

Durch Zukunftsbilder. Sie zeigen uns, was möglich

ist – und helfen zu diskutieren, welche Zukunft wir

eigentlich wollen.

Denn wie die Zukunft aussieht, hängt auch von uns

ab: Wollen wir nur zusehen oder aktiv mitgestalten?

Genau hier setzt die EXPO 2035 Berlin an. Sie soll physische

und virtuelle Räume der Begegnung schaffen,

um die drängenden Fragen der Zeit aufzugreifen und

so ermöglichen, Zukunft gemeinsam auszuhandeln.

Die nachfolgenden Beispiele zeigen, wie konkrete

Entwicklungen aussehen und welche Fragestellungen

sich daraus ergeben können.

Alltag & Wohlergehen

Unser Alltag sowie Aspekte zur Stärkung und Sicherung

von Wohlergehen könnten sich deutlich von

heute unterscheiden. Eine KI-Assistenz könnte unseren

kompletten Alltag organisieren, weil sie unsere

Gewohnheiten so gut kennt. Die Notwendigkeit in

ein Krankenhaus zu fahren könnte verringert werden,

weil das eigene Zuhause zum Gesundheitszentrum

wird: durch Sensoren die Vitalwerte überwachen, KI

die Daten in Echtzeit analysiert und einem 3D-Drucker

der maßgeschneiderte Medikamente herstellt. Wie

können wir dabei einen guten Umgang mit Mensch

und Daten sicherstellen? Wie nutzen wir technologische

Möglichkeiten, um das Wohlergehen für jede

Person und für die Gesellschaft als Ganzes zu verbessern?

Kommunikation & Vernetzung

Unser Miteinander könnte sich radikal verändern, beispielsweise

durch Sensorik, die es ermöglicht, Emotionen

oder einfache Signale direkt zu teilen oder

durch KI-gestützte, humanoide Roboter, die unsere

Gefühle erkennen und empathisch reagieren, eingesetzt

etwa in Therapie oder Pflege. Wie werden wir

mit Mensch und Maschine interagieren, wenn Technologie

uns nicht nur verbindet, sondern Gedanken

und Gefühle teilbar macht? Und wie verändert sich

unsere Kommunikation und unser Verständnis von

Verortung, wenn beispielsweise durch Echtzeit-Übersetzung

jegliche Sprachbarrieren wegfallen?

Reisen & Mobilität

Auch Mobilität könnte neu gedacht werden. Was,

wenn wir nicht mehr reisen müssen, weil die Welt

zu uns kommt? So könnten beispielsweise Städte 1:1

über digitale Zwillinge im Metaverse nachgebildet

„Nicht das Spektakel zählt, sondern die Struktur: Eine EXPO, die

Orientierung ermöglicht, sinnstiftende Autonomie stärkt und

Potenzial in Ko-Kreation freisetzt, wird zur Ermöglichungsinfrastruktur

– nicht bloß medial inszeniert, sondern real viabel für

ethisch getragene Zukünfte, weit über 2035 hinaus.“

Dr. Leon Tsvasmann

9 | Future Council - The New EXPO


„Gerade weil Zukunft nicht festgeschrieben ist, können wir uns entscheiden, sie

mitzugestalten. Eine Weltausstellung, deren Vision Mut macht, die bereits heute

beginnt und in 2035 gipfelt lebt auch davon, Mitgestaltung zu ermöglichen und

Menschen zusammenzubringen. So kann die EXPO 2035 Berlin einen wichtigen

und mutigen Beitrag leisten, um die großen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen

- gemeinsam, innovativ und unter Berücksichtigung verschiedenster

Perspektiven aus aller Welt.“

Christina Moser

werden oder VR-Kapseln ein so realistisches Erlebnis

inklusive haptischem Feedback simulieren, dass das

Gehirn denkt, man sei vor Ort. Wie verändert sich

dann unser Verständnis von Begegnung? Und wie

lässt sich der Zugang für alle sicherstellen?

Die Verknüpfung von Zukunftsbildern mit der EXPO

2035 Berlin

Diese beispielhaften Entwicklungen könnten sich

auch auf der EXPO 2035 Berlin finden: durch die Ausstellung

innovativer Lösungen, wie dem Prototypen

eines Heimkrankenhauses; durch Einbettung in das

EXPO Erlebnis, wie einer persönlichen KI-Assistenz

als EXPO Orientierungshilfe; und durch das Aufwerfen

von Fragestellungen, beispielsweise inwiefern

wir uns auf neue Arten der Kommunikation und des

Reisens einlassen können oder müssen. Die dazu

auf der EXPO 2035 Berlin geführten Dialoge zahlen

wiederum auf die weitere Entwicklung der Lösungen,

Technologien und Wege in die Zukunft ein.

Die Beispiele zeigen: Gesellschaft, Technologie,

Umwelt und Co. werden sich weiterentwickeln. Wie

genau und wie schnell, bleibt offen. Welche Entwicklungen

wir gutheißen, welche weniger bleibt uns

überlassen. Welche Veränderungen wir gemeinsam

voranbringen wollen und welche Fragen am drängendsten

sind, kann jedoch nur im Dialog ausgehandelt

werden. Am besten an Orten der Begegnung,

wie der EXPO 2035 Berlin.

Zukunft erlebbar. Machbar. Teilbar. | 10


The NEW EXPO

Ein Besuch im Jahr 2035

Die EXPO 2035 Berlin denkt Weltausstellung neu: als

lernendes, vernetztes und inklusives Zukunftsfestival.

Sie verbindet ganz Berlin mit einer globalen, digitalen

Bühne – offen für Menschen, Ideen und Lösungen

aus aller Welt. An dieser Stelle laden wir zu einem

kleinen Besuch ein:

Berlin, Sommer 2035. Schon beim Betreten der

Stadt wird klar: Die EXPO hat das klassische Konzept

einer Weltausstellung hinter sich gelassen. Hier

präsentiert sich kein abgegrenztes Ausstellungsgelände,

sondern ein Erlebnis in der ganzen Stadt.

Virtuell – mehr als ein Livestream

Die auf uns individuell zugeschnittene Erlebnisroute

führt uns zunächst zu einem Pavillon auf dem EXPO-

Gelände. Der Future Dome ist physische und virtuelle

Erlebniswelt zugleich. Als wir ankommen, präsentieren

dort gerade Künstler:innen aus der ganzen Welt

ihre Ideen zur Zukunft des Zusammenlebens. Wir

begegnen Teilnehmenden, die aus Nairobi, Dortmund

und Seoul zugeschaltet sind und erleben, was

KI-gestützte Co-Präsenz wirklich bedeutet: VR-Stationen

mit haptischem Feedback und automatische

Übersetzungen machen Verständigung selbstverständlich.

Die EXPO 2035 Berlin verbindet die Stärken

der digitalen und analogen Welt zu einem gemeinsamen

Raum.

Multizentral – viele Orte, ein Netzwerk

Beim Spaziergang durch Berlin merken wir: Die ganze

Stadt ist EXPO. In den letzten Jahren hat sich viel getan

und überall - in Museen, Bibliotheken, Werkstätten

und Parks - finden wir die Kiez Labs, die zeigen, wie

Berlin in den letzten 10 Jahren zu einer echten Modellstadt

der Zukunft wurde. Jeder Ort ist gleichzeitig

Teil eines weltweiten Netzwerks aus Partner-Knoten,

von Universitätsstädten bis zu ländlichen Regionen.

Die EXPO ist nicht ein Ort, sondern viele.

Partizipativ – von allen, für alle

Die Atmosphäre ist alles andere als passiv. Besucher:innen

sind nicht nur Konsument:innen, sondern

gestalten aktiv mit. Die durch Künstliche Intelligenz

personalisierten Routen über die EXPO machen es

leicht, für jeden den passenden Zugang zu finden

– ob als Familie, Lernende oder Unternehmer:in.

In einem Reallabor stoßen wir auf Studierende, die

mit Senior:innen gemeinsam Ideen für generationenübergreifendes

Zusammenleben testen. Durch

Partnerschaften mit Städten und Organisationen im

Globalen Süden wird zudem sichergestellt, dass nicht

nur westliche Perspektiven dominieren. Besonders

eindrucksvoll sind auch die Virtual-Heritage-Erfahrungen,

wo Repräsentant:innen indigener Völker zeigen,

wie sich Tradition und Innovation miteinander verbinden

lassen.

„Wenn wir 2035 Zukunft ausstellen, dann nicht als Technikschau,

sondern als Gefühl: so könnte unsere Welt aussehen, wenn wir

sie gemeinsam gestalten. Denn die Zukunft wird nicht in Statistiken

entschieden, sondern in der Frage, ob wir Menschen für

Veränderung gewinnen. From Empathy to Action!“

Nicola Bramkamp

11 | Future Council - The New EXPO


Die EXPO 2035 Berlin zeigt, wie Fortschritt, Nachhaltigkeit, Kreativität und Zusammenhalt eine bessere Zukunft für alle ermöglichen.

Echt nachhaltig – Wirkung, die bleibt

Überall wird deutlich: Die 17 Nachhaltigkeitsziele

der Vereinten Nationen waren der Kompass für die

EXPO, aber das Ereignis geht weit darüber hinaus.

Hier werden neue Standards gezeigt und alle Initiativen

sind so angelegt, dass sie weit über die EXPO

hinaus Bestand haben – mit Blick auf kommende

Generationen, auf Resilienz und auf eine gerechtere

Welt.

Der Global Solutions Hub

Das sichtbarste Vermächtnis der EXPO 2035 Berlin

ist unsichtbar: kein Monument aus Stahl wie der

Eiffelturm, sondern ein lebendiges Netzwerk von

Lösungen. Im Global Solutions Hub, einer digitalen

Plattform, entdecken wir eine wachsende Sammlung

von Projekten aus aller Welt – leicht auffindbar, nachbaubar

und vernetzt. Städte, Schulen, Krankenhäuser,

Vereine und Unternehmen greifen hier auf funktionierende

Ideen zurück, passen sie an und spiegeln

ihre Erfahrungen zurück. Es ist beeindruckend zu

sehen, wie Millionen kleine Schritte zu großen Fort-

schritten zusammenfinden.

Die EXPO 2035 Berlin zeigt: Zukunft entsteht nicht

durch ein einzelnes großes Ding, sondern durch das

Teilen und Verbinden vieler guter Ideen. Und genau

hier – in Berlin und online – wird dieser Prozess sichtbar.

„Die EXPO 2035 zeigt,

dass Zukunft nicht

planbar ist, sondern

entsteht – dort, wo

die Handlungsfähigkeit

von

Menschen und

Organisationen mit

globalen Möglichkeitsräumen

in Resonanz

kommt.“

Prof. Dr. Stefan Tewes

Zukunft erlebbar. Machbar. Teilbar. | 12


Der Global Solutions Hub

Von der Ausstellung zur Ermöglichungsstruktur

Jeden Tag entstehen auf der Welt kleine und große

Ideen – innovative Ansätze, mutige Pilotprojekte und

bewährte Lösungen für globale Herausforderungen.

Viele davon bergen enormes Potenzial, bleiben

jedoch oft isoliert, schwer auffindbar oder lokal begrenzt.

Wenn wir es jedoch schaffen, diese Ideen

systematisch sichtbar und zugänglich zu machen,

entsteht ein riesiger Hebel für nachhaltige Innovation,

weltweite Kooperation und konkrete Wirkung

vor Ort.

Der Global Solutions Hub ist eine offene, digitale

Plattform, die im Rahmen der EXPO 2035 Berlin

entstehen soll. Ziel ist es, erprobte Lösungen weltweit

sichtbar, zugänglich und nutzbar zu machen.

Der Global Solutions Hub fungiert damit als Über-

setzungsraum zwischen Ideen und Umsetzung: Hier

wird Wissen in Praxis überführt – von der Forschung

in die Anwendung, von Pilotprojekten in reale, skalierbare

Veränderung. Städte, Schulen, Krankenhäuser,

Vereine und Organisationen aller Art finden hier

Projekte, die anderswo bereits erfolgreich umgesetzt

wurden, inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitungen,

Kontakten und Erfahrungswerten. So wird vermieden,

dass überall das Rad neu erfunden wird. Durch Teilen,

Weiterentwickeln und Rückspiegeln guter Ansätze

können viele kleine Schritte zu großen Fortschritten

führen. Statt ein einzelnes Monument zu schaffen,

entsteht mit der EXPO 2035 Berlin eine wachsende

Sammlung funktionierender Ideen, die einfach zugänglich,

anpassbar und intelligent verknüpft sind.

Der Global

Solutions Hub

Ein globales Netzwerk zur Verbreitung

funktionierender Ansätze zur Lösung

lokaler Herausforderungen. Die Projekte im

Global Solutions Hub orientieren sich an

den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten

13 | Future Council - The New EXPO


Erlebnisse im Jahr 2035

So könnte ein Tag auf und mit der EXPO 2035 aussehen

Mein Kiez wird zum Labor

Aylin, 10, Schülerin aus Neukölln

Gemeinsam lernen, besser pflegen

Mert, 34, Pflegefachkraft aus Potsdam

Morgens gehe ich mit meiner

Klasse in den Kiez-

Hub in der Bibliothek.

Auf einem großen

Stadtmodell sehe

ich Echtzeit-Daten

zu Hitzeinseln und

sicheren Schulwegen.

Wir bekommen

eine Challenge: „Entwirf

eine kühlere Schulroute für

den Som-

mer.“ Mit einer AR-Brille markiere

ich Schattenzonen und Trinkstellen. Eine Klasse

aus Sevilla ist zugeschaltet; automatische Übersetzung

läuft als Untertitel. Wir vergleichen unsere Routen – sie

haben bessere Ideen für Wassernebel am Spielplatz,

wir für Baumschatten. Mittags laden wir unsere Lösung

in den Global Solutions Hub. Ein Mentor zeigt, wie man

daraus einen „Quick-Start-Plan“ für unseren Kiez macht.

Ich sehe sofort, wie das meiner Schule helfen wird.

Heute gehen wir im Team

auf die EXPO. Wir starten

im Global Health

Dome, der von verschiedenen

Nationen

gemeinsam gestaltet

wurde. Eine Station

zeigt uns Innovationen

zur Sturzprävention

mit Sensorboden;

nebenan läuft eine Simulation

aus Osaka – Pflegeteam, Pa-

tient,

Angehörige, alles in 3D. Wir sind ein internationales

Team. Dank unserer EXPO App können alle den Dialogen

in ihrer Muttersprache folgen. Mittags spreche

ich mit einem Start-up aus Tallinn, das Trink-Reminder

für Patient:innen baut. Über unseren Global Solutions

Hub kann ich direkt klinische Studien und einen Leitfaden

zur direkten Implementierung einsehen. Das

werden wir auf jeden Fall gleich bei uns im Krankenhaus

umsetzen.

Virtuell vor Ort, lokal wirksam

Amara, 47, Stadtplanerin aus Accra (Ghana)

Ich logge mich aus Ghana in den Global Solutions Hub ein. Mein Ziel: Ideenvorlagen

für einen klimaresilienten Stadtpark erkunden. Vormittags besuche ich virtuell den

Pavillon der Niederlande. Ich navigiere durch einen Testabschnitt – Regenrinnen,

Schwammstadt-Beete, kühle Sitzplätze. Innerhalb des Global Solutions Hubs rufe

ich die Datenansicht auf: Niederschläge, Bodenarten, Kosten. Ein KI-gestütztes

Tool zeigt direkt, wie das niederländische Modell an unser Klima angepasst werden

kann. Am Mittag nehme ich an einem Innovations-Sprint teil. In einer internationalen

Gruppe besprechen wir, wie man die Konzepte auf extrem trockene

Klimazonen übertragen kann. Ich schließe den Laptop und weiß: Ich war heute

nicht nur auf einer Messe. Ich habe einen echten Start gemacht.

Zukunft erlebbar. Machbar. Teilbar. | 14


Mitmachen, damit die EXPO

2035 Berlin Realität wird!

Zum ersten Mal in der Geschichte entsteht eine

Bewerbung für eine Weltausstellung aus der Zivilgesellschaft.

Warum? Weil wir an die Zukunft Berlins,

Deutschlands und Europas glauben. Wir möchten

ein Zeichen setzen für eine offene und nachhaltige

Zukunft. Und wir möchten zeigen, dass wir als Gesellschaft

etwas bewegen und gemeinsam eine große

Transformation voranbringen können. Damit aus der

Idee Realität wird, brauchen wir viele Mitmacher:innen

– mit Zeit, Projekten, Netzwerken oder einfach

mit einer Unterschrift.

Wie kann man unterstützen?

Der einfachste Weg: Deine Unterschrift

Stärke die Bewerbung der EXPO 2035 Berlin mit deiner

Stimme. Sichtbarkeit zeigt Entscheidungsträger:innen,

dass eine EXPO von allen für alle gewünscht ist.

Mehr Informationen hierzu findest Du auf der EXPO

2035 Berlin Webseite: www.expo2035-berlin.com

Unternehmen & Organisationen – Partner:in oder

Sponsor:in werden

Bringt euch als Projekt-, Netzwerk- oder Förderpartner:in

ein: inhaltlich (Projekte, Expertise, Flächen), pro

bono(Services) oder finanziell (Sponsoring, Fonds

für Reallabore). Gemeinsam schaffen wir skalierbare

Lösungen mit klarer Nachnutzung.

Innovator:innen & Forschung – mit dem Future Council

andocken

Du arbeitest an einer bahnbrechenden Idee oder

Technologie, die zu unserer Vision der EXPO 2035

Berlin passt?

Werde Teil der Bewegung

Du willst mehr als unterschreiben? Werde Teil der Bewegung:

Hilf bei Kiez-Formaten, begleite Workshops

und unterstütze Kommunikation. Getragen wird die

Bewerbung von Global Goals für Berlin e.V., dem

zivilgesellschaftlichen Motor hinter der EXPO 2035

Berlin. Werde Mitglied im Verein, spende Zeit oder

Expertise oder starte gemeinsam mit uns Projektaufrufe

für deine Nachbarschaft. So wächst ein starkes

Netzwerk, das die 17 Nachhaltigkeitsziele in Berlin

und ganz Deutschland sichtbar macht.

Trete mit dem Future Council in Kontakt.

15 | Future Council - The New EXPO


Impressum

Herausgeberin

EXPO 2035 BERLIN GMBH

Fasanenstraße 85

10623 Berlin

https://expo2035-berlin.com

Geschäftsführung: Henning Wehmeyer

Verantwortlich für den Inhalt:

Prof. Dr. Laura Bechthold

Bayerisches Foresight-Institut, Technische Hochschule Ingolstadt

Gestaltung / Redaktion:

Bayerisches Foresight-Institut

Global Goals Berlin e. V.

Bildnachweise:

Alle in dieser Publikation verwendeten Bilder wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert.:

© 2025 EXPO 2035 Berlin GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Die Bilder dürfen nicht ohne Zustimmung weiterverwendet werden.

Die Porträtfotos wurden von den Mitgliedern des Future Councils zur Verfügung gestellt.

Urheberrecht:

© 2025 EXPO 2035 Berlin GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Diese Publikation (auch auszugsweise) darf ohne Genehmigung der Herausgeberin nicht vervielfältigt oder

verbreitet werden.

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