18.11.2025 Aufrufe

B2B-Fachmagazin zur productronica 2025

Liebe Leserinnen und Leser, willkommen zur neuen Ausgabe unseres B2B-Fachmagazins zur productronica 2025! Vom 18. bis 21. November 2025 öffnet die weltweit führende Messe für Elektronikentwicklung und -fertigung in München ihre Tore – und wir begleiten Sie mit exklusiven Einblicken, aktuellen Trends und praxisnahen Tipps für Ihr Business. Unser Magazin liefert fundierte Berichte über die neuesten Entwicklungen der Branche, Best-Practice-Beispiele erfolgreicher Unternehmen und spannende Produktneuheiten. Profitieren Sie von einem breiten Themenspektrum und wertvollen Impulsen für Ihre Geschäftsentwicklung. Entdecken Sie praxisnahe Lösungsansätze, wegweisende Innovationen und Expertenwissen, das Ihnen entscheidende Wettbewerbsvorteile verschafft. Lassen Sie sich inspirieren und nutzen Sie die Chancen der productronica 2025! Viel Freude beim Lesen! Herzliche Grüße, Ihr Wirtschaft Kompakt-Team

Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zur neuen Ausgabe unseres B2B-Fachmagazins zur productronica 2025!
Vom 18. bis 21. November 2025 öffnet die weltweit führende Messe für Elektronikentwicklung und -fertigung in München ihre Tore – und wir begleiten Sie mit exklusiven Einblicken, aktuellen Trends und praxisnahen Tipps für Ihr Business.

Unser Magazin liefert fundierte Berichte über die neuesten Entwicklungen der Branche, Best-Practice-Beispiele erfolgreicher Unternehmen und spannende Produktneuheiten. Profitieren Sie von einem breiten Themenspektrum und wertvollen Impulsen für Ihre Geschäftsentwicklung.

Entdecken Sie praxisnahe Lösungsansätze, wegweisende Innovationen und Expertenwissen, das Ihnen entscheidende Wettbewerbsvorteile verschafft. Lassen Sie sich inspirieren und nutzen Sie die Chancen der productronica 2025!

Viel Freude beim Lesen!

Herzliche Grüße,
Ihr Wirtschaft Kompakt-Team

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Ausgabe 11-2025

kostenfrei

Wirtschaft Kompakt

Das B2B-Fachmagazin

productronica

München

2025

&

SEMICON

Europa

Seite 4:

Highlights der Elektronikfertigung

auf der productronica 2025

Aussteller zeigen neue Trends zu

Leistungselektronik, Advanced Packaging

und vertrauenswürdiger Mikroelektronik

© istockphoto.com / SweetBunFactory

Seite 12:

GaN und SiC auf dem Vormarsch:

Neue Halbleiterlösungen im Fokus

Entdecken Sie, wie moderne Lösungen

Elektromobilität, Dekarbonisierung

und digitale Prozesse voranbringen

Seite 16:

50 Jahre productronica:

Weltleitmesse feiert Jubiläum

Die Veranstaltung prägt die Branche,

zeigt Trends der Leistungselektronik

und öffnet Einblicke in Innovationen

Seite 20:

Next-Generation Edge AI:

Zukunftstechnologie für Europa

Pilotlinie stärkt Sicherheit und

Geschwindigkeit von KI-Systemen und

ermöglicht Echtzeit-Entscheidungen


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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

14 Chiplets & Co. definieren

Mikroelektronik neu

16 50 Jahre productronica:

Weltleitmesse feiert Jubiläum

18 Mikroelektronik jetzt weiter fördern

04 Highlights der productronica 2025

19 Impressum

08 Nachfrage nach manipulationsfreier

Elektronik steigt

10 DPV Elektronik-Service GmbH – EPApro®

ESD-Manager

EPApro® ESD-Manager – Ihr digitales

ESD-Kontrollprogramm

20 Next-Generation Edge AI für Europa

Das PREVAIL-Konsortium macht Zukunftstechnologie

zugänglich

www.wirtschaft-kompakt.de

12 Leitthema Leistungselektronik:

GaN und SiC weiter auf dem Vormarsch

• Top-Aktualität, Trends und Innovationen

• Neue Produkte und Technologien für die Branche

• Relevante Messethemen und Expertenmeinungen

• Praxisnahe Tipps und Lösungen für Unternehmen

Bilder oben: © Messe München GmbH, © Fraunhofer IZM-ASSID

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productronica 2025

Bild: © Messe München GmbH

Highlights der productronica 2025

Die Weltleitmesse für Entwicklung und Fertigung

von Elektronik feiert ihr 50-jähriges Bestehen.

Zwischen dem 18. und 21. November

wird München wieder zum Treffpunkt der internationalen

Elektronikindustrie. Im Mittelpunkt der

productronica 2025 stehen die Themen Advanced

Packaging, Leistungselektronik sowie vertrauenswürdige

Mikroelektronik. Als Co-Location findet

wie bereits in den vergangenen Jahren die SEMI-

CON Europa auf dem Gelände der Messe München

statt. Ideeller Träger der productronica ist der

Branchenverband VDMA Productronic.

Zum 50. Geburtstag darf sich die productronica über

gut gebuchte Messehallen freuen. Über 1.600 Unternehmen

aus mehr als 50 Ländern präsentieren Lösungen

und Produkte für die Zukunft der Elektronikfertigung.

Neben der productronica, die sieben Hallen und

eine Gesamtfläche von 80.000 m² belegt, stellt die parallel

stattfindende SEMICON Europa auf 25.000 m² und

drei Hallen Innovationen und Trends aus dem Bereich

Semiconductors in den Mittelpunkt.

Messe München Geschäftsführer Dr. Reinhard Pfeiffer

zeigt sich kurz vor Messebeginn sehr zufrieden: „Es

freut uns sehr, dass wir einen deutlichen Zuwachs auf

Ausstellerseite verzeichnen können. Im Vergleich zur

vergangenen Veranstaltung ist die Ausstelleranzahl

um 16 Prozent gewachsen. Damit unterstreichen productronica

und SEMICON Europa erneut den Stellenwert

Münchens als internationaler Top Standort der

Elektronikfertigung.“

Sonderschauen mit Fokus auf

productronica Leitthemen

Neben dem Ausstellungsbereich mit seinen sechs Themengebieten

PCB & EMS, SMT, Cables, Coils & Hybrids,

Semiconductor sowie Future Production und Overall

Production Support stellt auch das Rahmenprogramm

der productronica die drei Leitthemen in den Mittelpunkt.

Die VDMA Productronic Sonderschau (Halle B2, Stand

461) zeigt gemeinsam mit acht Ausstellern Exponate,

4 Wirtschaft Kompakt


productronica 2025

Live-Demonstrationen zur Chip-Entwicklung, Advanced

Packaging, Leistungselektronik für das Antriebskonzept

der Elektromobilität sowie der elektrischen

Luftfahrt. Zu den Highlights auf der Sonderfläche wird

unter anderem ein Flugzeug mit Elektroantrieb zählen.

Darüber hinaus stellt die Hochschule Kaiserslautern

das Projekt „skills4chips“ und die daraus gegründete

nationale Bildungsakademie „Microtec Academy“.

Ebenso beteiligt sich das Exzellenz-Cluster PhoenixD

für optische Technologien an der Sonderfläche.

Schweizer Electronic präsentiert im Rahmen der Sonderschau

die Leiterplatte der Zukunft.

Ein weiterer Aspekt der VDMA-Sonderschau wird

außerdem Autonomes Fahren sein. Das Volkswagen

Testfahrzeug ID Buzz, im Rahmen des Fraunhofer

IDMT Verbundprojektes „KI4BoardNet“, gibt Einblicke

in multisensorische Lösungen, die das Erlebnis und

die Sicherheit im Fahrzeug verbessern. Hierzu zählen

unter anderem sprachliche Interaktionen zwischen

Mensch und Fahrzeug sowie KI-basierte Verfahren

zur akustischen Überwachung des Fahrzeugstands.

Bei der Future Packaging Live-Produktionslinie des

Fraunhofer IZM (Halle B2, Stand 261) demonstrieren

21 Unternehmen auf einer Fläche von 360 m² alle

Schritte einer Leiterplattenfertigung, um die aktuellen

Möglichkeiten moderner Technologien und Prozesse

in diesem Bereich sichtbar zu machen. Diese umfassen

Aspekte wie Board-Beschriftung oder Lasernutzentrennung

vs. Nutzenfräsen. Das Reallabor erfasst

zusätzlich die realen Verbrauchswerte der Produktionslinie.

So können Besucherinnen und Besucher

den CO2-Fußabdruck der Baugruppenfertigung live

verfolgen.

Weitere Live-Demonstrationen bieten die etablierten

Rahmenprogrammelemente Eventbühne Reinraum

sowie die IPC Hand Soldering Competition. Die Eventbühne

Reinraum (Halle B2, Stand 358), organisiert von

mycleanroom, zeigt Fachbesucherinnen und Fachbesuchern,

wie der Reinraum von morgen aussieht und

wie Hightech, Ergonomie und Flexibilität zukünftig in

kontrollierten Umgebungen bei der Mikroelektronikfertigung

zusammenspielen.

Bild: © Messe München GmbH

Wirtschaft Kompakt

5


productronica 2025

In Zusammenarbeit mit der Global Electronic Association

ermittelt die productronica auch in diesem Jahr den

Weltmeister im Hand Soldering. Die Qualifikationen

finden an den ersten beiden Messetagen in Halle A1,

Stand 321, statt. Die finale Entscheidung um den WM-

Titel fällt am Freitag, 21. November. Alle Teilnehmer

haben 60 Minuten Zeit, um eine komplexe Leiterplatte

nach Kriterien der IPC-A-610 Klasse 3 zu bestücken.

Begleitendes Forenprogramm diskutiert

Elektronikfertigung der Zukunft

Mehr als 70 Vorträge, Roundtables und Diskussionsrunden

zu aktuellen und künftigen Branchenthemen

bietet die productronica auf ihren drei Bühnen: productronica

Forum, Innovation Forum und PCB & EMS

Marketplace. Unter der Vielzahl an Sessions befinden

sich zwei Highlights:

Am Mittwoch, 19. November, um 13:15 Uhr beschäftigt

sich die Podiumsdiskussion im Innovation Forum (Halle

B2, Stand 441) mit der Frage „Mikroelektronik in sicherheitsrelevanten

Anwendungen – welche Maßnahmen

für Sicherheit entlang der Lieferketten sind notwendig?“

Die Teilnehmer erörtern anhand konkreter Beispiele

und Erfahrungen unter anderem, was sichere Elektronik

grundsätzlich bedeutet und welchen Stellenwert sie

für den Maschinenbau in Europa besitzt.

Einen Tag später (Donnerstag, 20. November, 10:15

Uhr) diskutiert ebenfalls im Innovation Forum eine Expertenrunde

zum Thema „Welche Chancen gibt es für

den Maschinenbau durch innovative Anwendungen in

der Elektromobilität?“. Im Fokus stehen verschiedene

Perspektiven hinsichtlich möglicher Anforderungen

durch neue Leistungselektronik-Komponenten sowie

der erfolgreiche Transfer neuer Technologien und Forschungsergebnisse

in die industrielle Praxis.

79 Einreichungen für productronica

Innovation Award 2025

Zum sechsten Mal findet die Verleihung des productronica

Innovation Award im Rahmen der Weltleitmesse

für Entwicklung und Fertigung von Elektronik statt.

In den sechs Kategorien PCB & EMS, SMT, Inspection

& Quality, Semiconductors sowie Cables, Coils & Hybrids

und Future Markets zeichnet der Award innovative

Produktneuheiten und Fertigungsverfahren aus.

Die Gewinner aus den insgesamt 79 Einreichungen

werden im Rahmen des Ausstellerabends am ersten

Messetag ausgezeichnet.

Text: © Messe München GmbH

Bild: © Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

6 Wirtschaft Kompakt


D I G I T A L E R B Ü R O S E R V I C E

M I C H E L L E S C H U P P

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Vorteile

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productronica 2025

Bild: © Messe München GmbH

Nachfrage nach manipulationsfreier

Elektronik steigt

Von 18. bis 21. November 2025 trifft sich die

Elektronik-Branche auf der productronica in

München. Eines der drei Leitthemen wird in

diesem Jahr sichere und vertrauenswürdige Mikroelektronik

sein. Weil die weltweite Bedrohungslage

steigt, müssen sensible Informationen immer

besser geschützt werden. Genau das kommt der

Branche zugute, die mit ihrem Innovationsgeist

neue Mikroelektronik-Produkte für die Technik

von morgen entwickelt. Ideeller und fachlicher

Träger der Messe ist die Fachabteilung VDMA Productronic.

Elektronische Bauteile und Systeme müssen so entwickelt,

hergestellt und betrieben werden, dass sie verlässlich,

sicher und manipulationsfrei arbeiten und ihre

Spezifikation über den kompletten Lebenszyklus hinweg

sichergestellt bleibt. In kritischen Infrastrukturen

wie Medizintechnik, Transportwesen, Energieversorgung

oder Telekommunikation sind sichere und manipulationsfreie

Bauteile ebenso essenziell wie für den

Maschinenbauer als Anwender. Sogenannte vertrauenswürdige

Mikroelektronik reicht dabei von sicheren

Microcontrollern (MCUs) über transparente Lieferketten

bis hin zu „Security by Design“. Neueste Anforderungen

kommen dabei aus Gesetzen wie dem Cyber Resilience

Act oder dem Trusted Foundry Program.

Sichere Elektronikbauteile und transparente

Lieferketten wichtiger denn je

Wie eine Studie von Custom Market Insights zeigt,

wächst der Markt an sicheren Microcontrollern von

27,6 Mrd. US-Dollar im Jahr 2025 auf geschätzte 80,7

Mrd. US-Dollar im Jahr 2034, bei einer jährlichen Wachstumsrate

von 12,5 Prozent. Ein wichtiger Wachstumstreiber

ist dabei der Verteidigungssektor. Hier steigt

der Bedarf an vertrauenswürdiger Mikroelektronik

8 Wirtschaft Kompakt


productronica 2025

aufgrund zunehmender globaler Konflikte stark an,

wie das Portal Research and Markets berichtet.

Sogenannte Military-Grade-Komponenten müssen extremen

Umgebungsbedingungen wie hohen Temperaturen

oder Strahlung standhalten und beinhalten viele

Bauteile, die unter Sicherheitsaspekten entwickelt

werden.

Wie wichtig den Regierungsverantwortlichen vertrauenswürdige

Elektronikbauteile sind, zeigt das Beispiel

USA: Die Regierung vergab laut dem Nachrichtenportal

Reuters 2024 Fördermittel von bis zu 3 Mrd. US-Dollar

an Intel für das Entwickeln eines „Secure Enclave“, um

eine vertrauenswürdige Fertigung für Chips in sicherheitskritischer

Anwendungen zu etablieren.

IP bereits beim Designprozess schützen

Hardware ist im Gegensatz zu Software nur schwer vor

unerlaubten Zugriffen zu schützen: Einmal gefertigt,

sind Re-Designs nicht mehr möglich oder teuer. Aus

diesem Grund kommen vermehrt offene Architekturen

wie RISC-V zum Tragen. So entwickelt beispielsweise

das Fraunhofer IZM mit seiner „AIRISC“-Familie eine

effiziente Hardware für Sensorik-Applikationen und

Embedded-KI mit besonderem Augenmerk auf den

Schutz der enthaltenen IP.

Mit „Security-by-Design“ setzen Entwicklungsingenieure

dagegen bereits beim Entwickeln der IP an. So bieten

modernste „SAFE-SiP“-Prozessoren (Secure Authentication

Framework for System-in-Package) eine

Mischung von Bausteinen verschiedener Hersteller,

was die Angriffsfläche durch eine größere Komplexität

deutlich reduziert. Auch das Entwickeln der sogenannten

„Secure Enclave“ zielt auf diesen Ansatz ab: Ingenieure

schützen besonders volatile Bereiche innerhalb

eines Prozessors, in denen sensible Daten und Berechnungen

isoliert von der restlichen Hard- und Software

verarbeitet werden.

Hinsichtlich der Supply-Chain-Sicherheit besteht die

größte Herausforderung darin, Vertrauen über verschiedene

Hersteller und Produktionsschritte hinweg

zu gewährleisten, insbesondere bei Logistik- oder

Testprozessen, berichtet die Forschungsfabrik Mikroelektronik.

Eine sichere Supply Chain voranzutreiben,

ist Inhalt unter anderem des EU Chips Acts und des

IPCEI-Programms (Important Project of Common European

Interest) in Europa sowie des Trusted Foundry

Programs der USA. [...]

WEITERLESEN »

Text und Bild: © Messe München GmbH

Wirtschaft Kompakt

9


productronica 2025

Anzeige

• Vorlagenverwaltung: Definition

und Pflege von physikalischen

Größen, Einheiten, Messparametern,

Messpunkten, ESD-Kontrollelementen

sowie Tags (z. B. für

Messgeräte und Zubehör).

• Stammdatenverwaltung: Übersichtliche

Ablage von Zuständigproductronica

2025

Halle A2 / Stand 105

Bild: © DPV Elektronik-Service GmbH

DPV Elektronik-Service GmbH – EPApro® ESD-Manager

EPApro® ESD-Manager – Ihr digitales ESD-Kontrollprogramm

Pünktlich zur productronica

2025 in München stellt

die DPV Elektronik-Service

GmbH am Stand 105 in Halle A2

den EPApro ® ESD-Manager vor

– die integrierte ESD-Management-Software

für den EPApro ®

Control Server. Mit dieser Neuentwicklung

bündelt DPV erstmals

alle wesentlichen Aufgaben

und Prozesse des ESD-Kontrollprogramms

in einem zentralen

digitalen Tool. Ein bisher oft papier-

oder tabellenbasierter Prozess

wird in eine strukturierte,

benutzerfreundliche und revisionssichere

Softwarelösung überführt.

Hintergrund: ESD-

Management in der Praxis

Ein wirksames ESD-Kontrollprogramm

ist für viele unverzichtbar.

Dabei gilt: Standards wie IEC

61340-5-1 geben zwar Richtlinien,

jedoch keine zwingenden Vorgaben

für die konkrete Umsetzung.

Der ESD-Kontrollprogrammplan

ist daher stets individuell und

legt firmenspezifisch fest, welche

Schutzmaßnahmen verpflichtend

einzuhalten sind. Gerade diese

Individualität macht es schwierig,

eine universell passende Softwarelösung

anzubieten. Viele am Markt

verfügbare Tools sind komplex

in der Bedienung, arbeiten ausschließlich

mit bestimmten Messgeräten

zusammen oder lassen

sich nur eingeschränkt an die betrieblichen

Anforderungen anpassen.

Der EPApro ® ESD-Manager begegnet

genau diesen Herausforderungen:

Er ist flexibel aufgebaut, modular

erweiterbar und unabhängig

von spezifischen Messgeräten nutzbar.

So können Unternehmen ihre

bestehenden Strukturen und Geräte

weiterverwenden und gleichzeitig

die Vorteile einer zentralen,

digitalen Plattform nutzen.

Umfassende Funktionen

für maximale Kontrolle

Mit dem EPApro ® ESD-Manager

lassen sich alle relevanten Daten,

Prozesse und Verantwortlichkeiten

effizient verwalten. Die Software

unterstützt sowohl den ESD-Koordinator

als auch die beteiligten

Mitarbeitenden in ihren täglichen

Aufgaben:

10 Wirtschaft Kompakt


productronica 2025

keiten, Ansprechpartnern, ESD-

Koordinatoren und Kontaktdaten.

• Gerätemanagement: Verwaltung

aller Messgeräte mit Wartungsund

Serviceintervallen sowie Kalibrierstatus.

• Standortverwaltung: Abbildung

komplexer Unternehmensstrukturen

in hierarchischer Form –

von der Fertigungsebene bis zum

einzelnen Arbeitsplatz.

• Aufgabenplanung und Zuweisung:

Strukturierte Organisation

von ESD-Messungen, Wartungen

oder Kalibrierungen mit klarer

Mitarbeiterzuordnung.

• Durchführung von Messungen:

Erfassung der Messwerte direkt

anhand der geplanten Aufgaben.

• Auswertungen und Berichte: Erstellung

von Reports für interne

Auswertungen oder externe Audits

– revisionssicher und nachvollziehbar.

Vorteile gegenüber

bestehenden Lösungen

Die Stärken des EPApro ®

ESD-Managers liegen in seiner Flexibilität

und Benutzerfreundlichkeit:

• Modularer Aufbau mit individuell

konfigurierbaren Bausteinen

• Kompatibel mit allen Messgeräten,

unabhängig vom Hersteller

• Zentrale Verwaltung auf einem

Server, in die bestehende Backup-Routinen

integriert

• Flexible Benutzerrollen und Berechtigungen

für unterschiedliche

Aufgabenbereiche

• Plattformunabhängiger Zugriff

per Desktop oder Tablet im Unternehmensnetzwerk

• Audit-sichere Dokumentation

und Berichterstellung

Ein neuer Standard

im digitalen ESD-

Management

Mit der Einführung des EPApro ®

ESD-Managers verfolgt die DPV

Elektronik-Service GmbH das Ziel,

Unternehmen eine zukunftssichere

Plattform für ihr ESD-Management

bereitzustellen. Durch die

zentrale Bündelung aller relevanten

Daten und Aufgaben werden

Transparenz und Nachvollziehbarkeit

erhöht, gleichzeitig reduziert

sich der organisatorische Aufwand

erheblich.

Premiere auf der

productronica 2025

Die offizielle Vorstellung des

EPApro ® ESD-Managers erfolgt auf

der productronica 2025 in München.

Dort haben Besucher die Möglichkeit,

sich am Messestand der DPV

Elektronik-Service GmbH in Halle

A2, Stand 105, ein umfassendes Bild

von den Funktionen und Vorteilen

der neuen Software zu machen und

sich im persönlichen Gespräch mit

den Experten auszutauschen.

Fazit

Mit dem EPApro ® ESD-Manager

schafft die DPV Elektronik-Service

GmbH eine leistungsstarke, flexible

und praxisnahe Lösung für die digitale

Umsetzung des ESD-Kontrollprogramms.

Die Kombination aus

universeller Einsetzbarkeit, einfacher

Bedienung und umfassender

Dokumentation macht das Tool zu

einem echten Meilenstein im Bereich

des ESD-Managements.

Informieren Sie sich über die Neuheit

des EPApro ESD-Manager im

Detail unter diesem Link.

Anzeige

Text: DPV Elektronik-Service GmbH

Wirtschaft Kompakt

11


productronica 2025

Bild: © Messe München GmbH

Leitthema Leistungselektronik:

GaN und SiC weiter auf dem Vormarsch

Ein Fokus-Thema wird in diesem Jahr die Leistungselektronik

sein, da sie von zentraler Bedeutung

für die Elektromobilität oder die Dekarbonisierung

und Digitalisierung der Wirtschaft

ist. Auf der Messe erhalten Besucher einen umfassenden

Einblick in die Welt von GaN, SiC und Co.

Ideeller und fachlicher Träger der Messe ist die

Fachabteilung VDMA Productronic.

Die Leistungselektronik ist ein zentraler Baustein moderner

Technologien und findet sich in Netzteilen,

Stromversorgungen oder Motorantrieben. Leistungshalbleiter

sind zum Beispiel essenziell für das Wandeln

von Gleich- in Wechselstrom und umgekehrt. Hiermit

kommt der modernen Leistungselektronik eine wesentliche

Rolle in der Energie- und Mobilitätswende,

der Dekarbonisierung sowie der Digitalisierung zu –

allesamt Themen, die auf der productronica 2025 im

Fokus stehen werden.

Neue Fertigungsstätten in Europa

Dass Leistungselektronik Bestandteil aller wichtigen

Zukunftstechnologien ist, lässt sich gut am Markttrend

ablesen. So schätzen Analysten von Markets and Markets

die jährliche Wachstumsrate der Leistungselektronik

bis 2028 auf 5,7 Prozent, mit einem steigenden

Marktvolumen von 46,2 Mrd. US-Dollar im Jahr 2023

auf 61 Mrd. USD im Jahr 2028.

War bisher Nordamerika mit über 30 Prozent der

Marktanteile führend als Produzent der weltweiten

Leistungselektronik, soll vor allem der APAC-Raum

(Asien-Pazifik) in Zukunft mit etwa 54 Prozent Marktvolumen

zum Vorreiter des globalen Marktes aufsteigen,

mit den größten Beiträgen aus China, Japan, Südkorea

und Indien. Aber auch Europa geht mit breiter Brust

voran: So investieren derzeit namhafte Halbleiterhersteller

wie Infineon Technologies oder Vishay in neue

12 Wirtschaft Kompakt


productronica 2025

Fertigungsstätten, beispielsweise in Deutschland, Italien

und der Tschechischen Republik.

GaN und SiC steigern Marktanteile

sukzessive

Wichtigste Wachstumstreiber im Bereich der Leistungselektronik

sind dabei die sogenannten Wide-

Bandgap-Halbleiter Galliumnitrid (GaN) sowie Siliziumkarbid

(SiC). Diese sind zwar derzeit noch teurer als

klassische Leistungshalbleiter wie Silizium-IGBTs oder

MOSFETs, können aber wesentlich höhere Spannungen

und Frequenzen schalten.

Größter Vorteil von GaN und SiC ist die große Bandlücke

von 3,4 eV bei GaN und 3,2 eV bei SiC im Vergleich

zu 1,1 eV bei Si-IGBTs. Dies bringt Vorteile wie eine effiziente

Wärmeableitung, hohe Schaltfrequenzen, eine

hohe Durchbruchfestigkeit sowie eine geringe Leistungsaufnahme

und damit eine hohe Energieeffizienz

mit sich. Im Vergleich zu SiC ist GaN für hohe Frequenzen

prädestiniert und wird deshalb oft für Server- und

Low-Power-Anwendungen eingesetzt, während SiC

Vorteile bei hohen Leistungen gegenüber GaN mitbringt

und deshalb in Anwendungen wie Energieversorgung,

Transportwesen oder Motorsteuerungen bevorzugt

zum Einsatz kommt.

Si-IGBTs sind derzeit noch kostengünstiger als Wide-

Bandgap-Technologien und überzeugen durch schnelle

Schaltgeschwindigkeiten und eine hohe Strombelastbarkeit.

Jedoch sind sie thermisch wesentlich

instabiler, weshalb sie in Zukunft deutlich weniger Einsatz

finden werden als die neuen Technologien.

Exponate und Aussteller auf der

productronica

Hersteller von Leistungshalbleitern stehen vor der Herausforderung,

die neuen Materialien technisch beherrschbar

und wirtschaftlich einsetzbar zu machen,

während sie gleichzeitig steigende Anforderungen an

Effizienz, Zuverlässigkeit und Miniaturisierung erfüllen

müssen. Zusätzlich erschweren hohe Investitionskosten,

das weltweite Ringen um Rohstoffe sowie der

Fachkräftemangel eine schnelle Skalierung der Produktion.

Auf der productronica 2025 zeigen Aussteller aus dem

Halbleiter Ecosystem wie sie mit einem guten Gespür

für die richtigen Technologien und Innovationsfreude

diese Herausforderungen lösen. Beispielsweise zeigt

F&S Bondtec wie das Unternehmen mit der richtigen

Verbindungstechnik hochwertige Maschinen für die

Chiplets Produktion herstellt, die den Anforderungen

an die Miniaturisierung nachkommen. Auch Panasonic

bietet mit seinen überzeugenden SiC-Packaging-

Lösungen immer die richtige Verbindung. Führende

Hochvolumen-Packaging-Technologien für SiC und

GaN zeigt beispielsweise ASMPT und Yamaha Robotics

stellt passende Roboter für das Packaging von Halbleiterbausteinen

vor.

VDMA-Productronic Sonderschau

„Special Exhibit“

Daneben bietet der VDMA – ideeller Träger der productronica

– Besuchern an seinem „Special Exhibit“

Stand B2 in Halle 461 Einblick in verschiedene Kooperationen

für Forschung und Entwicklung im Bereich

der Leistungselektronik. So demonstriert beispielsweise

das Unternehmen Schweizer Elektronik wie ein

Si-MOSFET den Leistungsteil eines Inverters für einen

Startgenerator verbessert.

[...]

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Text und Bild: © Messe München GmbH

Wirtschaft Kompakt

13


productronica 2025

Bild: © Messe München GmbH

Chiplets & Co. definieren

Mikroelektronik neu

Die Leistungsfähigkeit moderner KI- und High-

Performance-Computing-Applikationen

lässt sich lediglich mit hochperformanter

Halbleitertechnik erreichen. Advanced Packaging

ermöglicht, mehrere Verarbeitungseinheiten auf

einem einzigen Chip unterzubringen, was die Leistungsdichte

stark erhöht. Auf der productronica –

Weltleitmesse für Entwicklung und Fertigung von

Elektronik – trifft sich vom 18. bis 21. November

2025 die Branche in München, um sich über aktuelle

Trends auszutauschen. Ideeller und fachlicher

Träger der Messe ist die Fachabteilung VDMA Productronic.

In den letzten Jahren war die Skalierung von Silizium

der Weg zu einer verbesserten technologischen Leistung,

aber heute kann dieser Effekt nicht mehr die

Anforderungen der Industrie an z.B. höhere Datengeschwindigkeiten

erfüllen: Da die Kosten für die Herstellung

eines IC‘s stetig steigen, kann sich die Industrie

nicht mehr auf die Entwicklung kleinerer Transistoren

verlassen.

Eine Lösung zur Überwindung dieses Problems ist die

Einführung des Advanced Packaging auf Basis von

Chiplet-basiertem Design, heterogener Integration,

Multi-Chip-Modulen oder System in Package. Diese

Techniken erfordern eine effiziente Produktion in

Bezug auf Prozessfähigkeiten, Kapazitäten und Wirtschaftlichkeit.

Laut eines Berichts der Yole Group erreichte der Advanced-Packaging-Markt

im Jahr 2023 einen Wert von

37,8 Mrd. US-Dollar. Mehr als 70 Prozent des Gesamtumsatzes

entfielen dabei auf den Sektor „Mobile &

Consumer“. Laut den Experten sollen allerdings die

Bereiche „Automotive“ sowie „Telekommunikation &

Infrastruktur“ in den nächsten Jahren deutlich zulegen.

14 Wirtschaft Kompakt


productronica 2025

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Die Analysten von Yole erwarten außerdem, dass der

Markt für Advanced Packaging bis zum Jahr 2029 einen

Wert von 69,5 Mrd. USD erreicht.

2.5D, 3D, System in Package (SiP)

sind die meistgenutzten Verfahren

Dominierende Technologien beim Advanced Packaging

sind derzeit 2.5/3D, Flip Chip, (SiP) sowie Chiplets.

Andere Produktionsverfahren wie Fan out, Embedded

Die oder WLCSP erreichen dagegen geringe Marktanteile.

Die Zukunft von Advanced Packaging stellen vor

allem Weiterentwicklungen der 2.5D-, 3D- sowie der

Chiplet- und SiP-Technologie dar, bei der die Hersteller

verschiedene Funktionseinheiten über ein gemeinsames

Package auf einem Die verbinden.

Die Chiplet-Technologie basiert darauf, komplexe Prozessoren

in mehrere spezialisierte, kleinere Chips,

sogenannte Chiplets, aufzuteilen, die jeweils unterschiedliche

Funktionen wie CPU, GPU, I/Os oder Caches

übernehmen. Anschließend werden die Chiplets

über schnelle Interconnects in einem gemeinsamen

Package verbunden und arbeiten dort zusammen wie

ein einzelner großer Chip.

Bei der 2.5D- und 3D-Technologie versuchen die Hersteller

zwei oder mehrere Chips möglichst platzsparend

und effizient miteinander zu verbinden. Bei 2.5D

platziert man die Chips hierzu auf einem Interposer

nebeneinander, was eine hohe Dichte sowie Kommunikation

zwischen den Einheiten ermöglicht. Eine noch

höhere Integration und Leistungsdichte lässt sich mit

der 3D-Technologie erreichen, bei der die Hersteller

mehrere Chips übereinanderstapeln.

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Lieferketten werden komplexer

Ein wichtiges Thema sind die sich mit Advanced Packaging

verlängerten Lieferketten. Die Digitalisierung und

Datenvernetzung gehören in diesem Zusammenhang

zu den technischen Herausforderungen im Bereich

Halbleiter. So braucht es für die Produktion beispielsweise

spezielle Substrate/Interposer, die teuer sind

und nur von wenigen Lieferanten zur Verfügung gestellt

werden. [...]

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Text: © Messe München GmbH

Wirtschaft Kompakt

15

Bild: © istockphoto.com / Tonktiti


productronica 2025

Bild: © Messe München GmbH

50 Jahre productronica:

Weltleitmesse feiert Jubiläum

Es steht ein runder Geburtstag

auf dem Programm. Die

Weltleitmesse für Entwicklung

und Fertigung von Elektronik

feiert ihr 50-jähriges Bestehen.

Ursprünglich als Ausstellungsbereich

der electronica gestartet,

hat sich die productronica seit

einem halben Jahrhundert zum

führenden internationalen Treffpunkt

der Elektronikfertigung

entwickelt. Ideeller Träger der

productronica ist der Branchenverband

VDMA Productronic.

Zum Jubiläum der Veranstaltung

gratuliert Messe München Geschäftsführer

Dr. Reinhard Pfeiffer:

„Seit nun 50 Jahren zeigt die productronica

Innovationen entlang

der gesamten Wertschöpfungskette

der Elektronikfertigung. Das

macht sie zum unverzichtbaren

Taktgeber der gesamten Branche.

Darüber hinaus stärkt sie gemeinsam

mit der electronica die Position

Münchens als international führender

Elektronik Standort.“

Key Player haben

Teilnahme bestätigt

Im kommenden Herbst werden

über 1.400 Unternehmen aus den

Bereichen PCB & EMS, SMT, Semiconductor,

Inspection & Quality,

Future Production & Smart Factory

sowie Cables, Coils & Hybrids neueste

Produktionstechnologien auf

der productronica präsentieren. Key

Player wie ASMPT, Ersa, Fuji, Komax,

LPKF, Rohde & Schwarz oder Viscom

haben ihre Teilnahme an der Veranstaltung

bereits bestätigt.

Leitthemen productronica

2025

Im Fokus der diesjährigen productronica

stehen drei Leitthemen:

Advanced Packaging, Leistungselektronik

sowie Absicherung der

Wertschöpfungskette durch vertrauenswürdige

Mikroelektronik.

16 Wirtschaft Kompakt


productronica 2025

Advanced Packaging – Schlüsselrolle

in der Mikroelektronik

Im Vergleich zur traditionellen Chip-Verkapselung nutzt

Advanced Packaging innovative Ansätze wie 2.5D- und

3D-Integration, Chiplet-Technologien und Wafer-Level

Packaging, um die Leistungsfähigkeit moderner Elektroniksysteme

zu maximieren. Diese Technologien sind

entscheidend für Anwendungen in Hochleistungsrechnern,

KI-Beschleunigern, 5G- und IoT-Geräten sowie

in der Automobil- und Medizintechnik. Durch kürzere

Signalwege, verbesserte Wärmeableitung und höhere

Bandbreiten steigert Advanced Packaging nicht nur die

Effizienz von Halbleitersystemen, sondern trägt auch

zur Reduzierung von Produktionskosten und Materialverbrauch

bei. Damit spielt es eine Schlüsselrolle

in der Weiterentwicklung der Mikroelektronik und ermöglicht

Innovationen in einer zunehmend vernetzten

Welt.

Leistungselektronik – Garant

für Nachhaltigkeit und

Ressourcenschonung

Leistungselektronik ist essenziell für Anwendungen

in der Elektromobilität, Photovoltaik, Windkraft oder

Energiespeichersystemen. Jede Wandlung von elektrischer

Energie – von der Erzeugung bis zum Verbrauch

benötigt Leistungshalbleiter. Durch den Einsatz moderner

Halbleitermaterialien wie Siliziumkarbid (SiC)

und Galliumnitrid (GaN) können Leistungsverluste

reduziert, Baugrößen verkleinert und die Betriebssicherheit

verbessert werden. Leistungselektronik

trägt somit maßgeblich zu einer nachhaltigeren und

ressourcenschonenden Energieversorgung sowie zur

Weiterentwicklung innovativer Technologien in verschiedenen

Industrien bei.

Vertrauenswürdige Mikroelektronik bezeichnet die

Entwicklung und Produktion sicherer, zuverlässiger

und manipulationssicherer Halbleitertechnologien

entlang einer transparenten und kontrollierten Wertschöpfungskette.

Ziel ist es, die Integrität, Authentizität

und Cybersicherheit von Mikroelektronikkomponenten

zu gewährleisten – insbesondere in sicherheitskritischen

Anwendungen. Diese Technologie ist von

zentraler Bedeutung für Branchen wie Automobil, Industrieautomatisierung,

Medizintechnik und Verteidigung,

in denen der Schutz sensibler Daten sowie die

Abwehrfähigkeit gegenüber Angriffen essenziell sind.

In einer global vernetzten Welt ist vertrauenswürdige

Kommunikation unabdingbar. Während aktuelle Netzwerke

klassische Verschlüsselungen verwenden, ist

deren Sicherheit durch neue technologische Entwicklungen

– nicht zuletzt im Bereich Quantencomputer –

gefährdet. Durch den Einsatz sicherheitszertifizierter

Fertigungsprozesse, rückverfolgbare Lieferketten und

hardwarebasierter Sicherheitsmechanismen trägt vertrauenswürdige

Mikroelektronik maßgeblich zur Absicherung

digitaler Infrastrukturen und zur technologischen

Souveränität bei.

Verleihung productronica

innovation award

Bereits zum sechsten Mal verleiht die Messe München

den productronica innovation award. Aussteller haben

die Möglichkeit, ihre Produkte und Lösungen in den

Kategorien Cables, Coils & Hybrids, Future Markets, Inspection

& Quality, PCB & EMS, Semiconductor sowie

SMT einzureichen. Eine unabhängige Jury bewertet die

Innovationen. Der productronica innovation award ist

der erste unabhängige Preis der Elektronikfertigungsbranche

und wird in enger Kooperation mit der Fachzeitschrift

productronic verliehen.

Text und Bild: © Messe München GmbH

Vertrauenswürdige Mikroelektronik

sichert digitale Infrastrukturen

Wirtschaft Kompakt

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productronica 2025

Bild: Wolfgang Weber Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI e. V. (Bild: © ZVEI - Melanie Bauer)

Mikroelektronik jetzt weiter fördern

Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung,

spricht sich auch nach

dem Intel-Aus für eine Förderung der Mikroelektronik

aus.

„Dass Intel das Projekt in Magdeburg nun endgültig

einstellt, ist äußerst bedauerlich. Diese Unternehmensentscheidung

ist jedoch kein Beleg für fehlgeleitete

Fördermaßnahmen. Denn die Bedarfe an Halbleitern

und Mikroelektronik sind nach wie vor groß und

sie werden weiter wachsen. Diese Schlüsseltechnologie

spielt in fast allen Bereichen des modernen Lebens

eine zentrale Rolle: vom Auto bis zur Chipkarte der

Bank. Wenn wir das nicht lokal adressieren können,

wird unsere technologische Abhängigkeit zunehmen.

Stattdessen brauchen wir mehr Resilienz: durch regionale

Fertigungskapazitäten, robuste Lieferketten und

ein starkes Mikroelektronik-Ökosystem vor Ort.

Gerade deshalb ist es richtig, dass sich die neue Bundesregierung

im Koalitionsvertrag zur weiteren Förderung

der Mikroelektronik bekannt hat. Auch der Entwurf

der Hightech Agenda kündigt an, Deutschland

zum führenden Chip-Produktionsstandort in Europa

zu machen. Dieses Ziel ist jedoch nur erreichbar, wenn

die Förderpolitik ambitioniert bleibt. Die durch das Intel-Aus

freiwerdenden Haushaltsmittel sollten daher

weiterhin für den Ausbau des Mikroelektronik-Ökosystems

in Deutschland genutzt werden.

Dass sich diese Investitionen lohnen, zeigt unsere

Studie „Von Chips zu Chancen: Die Bedeutung und

Wirtschaftlichkeit der Mikroelektronikförderung“.

Die Rendite der bisher geplanten Investition liegt bei

30 bis 40 Prozent, wobei sie sich innerhalb von neun

bis zwölf Jahren amortisiert. Durch die Förderung

der Mikroelektronik steigt außerdem die jährliche

18 Wirtschaft Kompakt


productronica 2025

Bruttowertschöpfung in Europa um 33 Milliarden Euro.

Gleichzeitig erhöhen sich die jährlichen Steuereinnahmen

um 7,9 Milliarden Euro. Darüber hinaus entstehen

65.000 neue, qualifizierte Arbeitsplätze in Europa

– davon 49.000 allein in Deutschland.

Wichtig ist es außerdem, bei der Förderung über die

Halbleitertechnik hinauszudenken. Neben der reinen

Halbleiterfertigung sind auch vor- und nachgelagerte

Wertschöpfungsstufen wie Advanced Packaging, Leiterplatten

(PCB) und EMS wesentlich für ein resilientes

Ökosystem. Hier sollte der European Chips Act gezielt

erweitert und die bestehenden Fördermaßnahmen

entsprechend angepasst werden.“

Text: © ZVEI e. V.

Bild: © Ranjat M / Pixabay.com

Verlag:

Wirtschaft Kompakt

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Nollendorfstr. 11

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Wirtschaft Kompakt

19


SEMICON Europa 2025

Bild: © Fraunhofer IZM-ASSID

Next-Generation Edge AI für Europa

Das PREVAIL-Konsortium macht Zukunftstechnologie zugänglich

Viele innovative Unternehmen aus Europa,

die an Edge-AI-Technologien arbeiten, sind

bislang auf internationale Lieferketten angewiesen.

Um diese Abhängigkeit zu verringern,

errichten Forschungsorganisationen aus vier EU-

Ländern – darunter Fraunhofer – eine europäische

Pilotlinie für Next- Generation Edge-AI-Technologien.

Edge-AI-Anwendungen verarbeiten Daten, wo sie entstehen.

Das bietet Vorteile für die Sicherheit und Geschwindigkeit

von KI-Systemen und findet vor allem in

Bereichen wie Robotik, autonomes Fahren und Medizintechnik

immer mehr Verwendung. Edge-AI ermöglicht

Echt-Zeit Entscheidung bei sehr geringer Latenz.

Für innovative europäische Unternehmen kann die

Zugänglichkeit zu diesen fortschrittlichen Halbleiter-

Technologien eine Herausforderung sein, da sie mangels

eigener Fertigungskapazitäten häufig auf Zulieferer

aus Asien und den USA angewiesen sind.

Um zukünftig Forschungseinrichtungen, Universitäten,

Start-Ups und KMUs die Entwicklung von Next-Generation

Edge-AI-Systemen zu ermöglichen, hat das

PREVAIL- Konsortium in den vergangenen zwei Jahren

eine Pilotlinie für die Fertigung dieser Technologie in

Europa aufgebaut. Ziel der vier beteiligten Forschungseinrichtungen

ist es, den Zugang zu diesen Zukunftstechnologien

zu erleichtern und die technologische

Souveränität Europas sicherzustellen.

Europäische Zusammenarbeit

Die am PREVAIL-Projekt beteiligten Forschungs- und

Technologieorganisationen (RTOs) – CEA-Leti (Frankreich),

Fraunhofer-Gesellschaft (Deutschland), imec

(Belgien) und VTT (Finnland) – ergänzen sich komplementär

in ihren Arbeitsschwerpunkten. Dadurch stärkt

das Projekt die wissenschaftliche Zusammenarbeit

auf europäischer Ebene und kann die gesamte Breite

der für Edge-AI relevante Technologien abbilden. Sie

20 Wirtschaft Kompakt


SEMICON Europa 2025

umfassen die Bereiche »Embedded Non-Volatile Memories«,

»3DIntegration« sowie »Silicon Photonics and

Connectivity«. Im Rahmen des PREVAIL-Projekts wird

für jedes dieser Themenfelder ein Early-Stage Technologie-Demonstrator

entwickelt. Dabei bringen die

Projektpartner kollaborativ ihre Expertise ein. Jeder

Demonstrator wird von mindestens zwei RTOs gemeinsam

bearbeitet. Exemplarisch für das Themenfeld

»3D-Integration« soll gezeigt werden, wie sich

verschiedene Mix-Pitch Verbindungstechnologien auf

einem gemeinsamen Silizium-Interposer Substrat

realisieren lassen. An diesem Demonstrator arbeiten

neben CEA-Leti und imec auch Fraunhofer IZM-ASSID

und Fraunhofer EMFT. Vier Fraunhofer-Institute aus

dem Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik sowie der

Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD)

sind am PREVAIL-Projekt beteiligt:

• Das Fraunhofer IZM-ASSID – „Center All Silicon

System Integration Dresden“ führend bei 300mm

Technologien im Bereich Advanced-Packaging und

3D-Wafer-Level-Systemintegration trägt im Bereich

3D-Integration bei.

Zur praktischen Umsetzung der hochmodernen Technologien

wurden allein am Fraunhofer IZM-ASSID

sechs neue Anlagen beschafft, die nun in die bestehende

200/300mm Prozesslinie für die 2,5D/3D-Systemintegration

eingebunden werden. Für die Etablierung

der „Multi-hub Test and Experimentation Facility (TEF)

for edge AI hardware“ stellten die beteiligten Länder

und die Europäische Kommission insgesamt Fördermittel

in Höhe von 155,99 Millionen Euro bereit. Davon

wurden über 80 Prozent in neue Geräte investiert.

Diese Infrastruktur steht damit insbesondere externen

Partnern und Unternehmen, die Interesse an Edge-

AI-Technologien haben, zur Verfügung. Dabei ist das

breit aufgestellte PREVAIL-Konsortium in der Lage,

eine Vielzahl an möglichen Entwicklungsaufträgen zu

bearbeiten. Das Spektrum der Pilotlinie reicht von der

Designentwicklung, über Prototyping und Hardware-

Fertigung in Kleinserien bis hin zu Validierungen und

Analysen. Interessenten können sich auf der SEMI-

CON Europa vom 18. bis 21. November in München

direkt bei den beteiligten RTOs bzw. auf der Website

prevail-project.eu informieren. Das Fraunhofer IZM-

ASSID wird am Stand von Silicon Saxony in Halle B1,

Stand B1221-2 vertreten sein.

Text: © Fraunhofer IZM

Bild: © Fraunhofer IZM-ASSID

• Das Center Nanoelectronic Technologies (CNT) des

Fraunhofer IPMS bringt seine 300mm CMOS-kompatiblen

nanoelektronischen Technologien auf Basis

ferroelektrischer Materialien u. a. für Embedded

non-volatile Memory ein.

• Das Fraunhofer EMFT wird die Chip-zu-Folie-Integration

und die physikalische Analyse für Trust beisteuern.

• Das Fraunhofer IIS trägt mit dem Design, der Messung

und dem Test von integrierten CMOS-Schaltungen

bei – gestützt auf seine langjährige Erfahrung mit

fortschrittlichen Halbleitertechnologien bis hinunter

zu Strukturgrößen von 22 nm.

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Wirtschaft Kompakt

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