cav – Prozesstechnik für die Chemieindustrie 07.2025
Die Fachzeitschrift cav - Prozesstechnik für die Chemieindustrie berichtet über Verfahren, Anlagen, Apparate und Komponenten für die chemische und pharmazeutische Industrie. Weitere Themen sind IT-Technologien, Industrie 4.0, digitale Produktion, MSR- und Automatisierungstechnik und Prozessanalysentechnik. Abgerundet wird das inhaltliche Spektrum durch Ex-Schutz, Anlagensicherheit, Arbeitsschutz, Instandhaltung, Standortmanagement und Energiemanagement.
Die Fachzeitschrift cav - Prozesstechnik für die Chemieindustrie berichtet über Verfahren, Anlagen, Apparate und Komponenten für die chemische und pharmazeutische Industrie. Weitere Themen sind IT-Technologien, Industrie 4.0, digitale Produktion, MSR- und Automatisierungstechnik und Prozessanalysentechnik. Abgerundet wird das inhaltliche Spektrum durch Ex-Schutz, Anlagensicherheit, Arbeitsschutz, Instandhaltung, Standortmanagement und Energiemanagement.
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07-2025
14 TITEL
EXAKTE DRUCKMESSUNG
BEI WASSERSTOFF
10 BROWNFIELD-ANLAGEN
SMARTE STRATEGIE FÜR
ERFOLGREICHE RETROFITS
36 MAINTENANCE
ANLAGEN IN ECHTZEIT
ÜBERWACHEN
52 ABSTIMMEN
TOP-PRODUKT
DES JAHRES 2025
8 TREND
ETHERNET & CO.
PROZESSTECHNIK FÜR DIE CHEMIEINDUSTRIE
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cav
EDITORIAL
Prima Klima
Wer mit dem Auto auf der A6 an Sinsheim vorbeifährt, sieht auf der
einen Seite das Technikmuseum mit seinen beiden ausgemusterten
Überschallfliegern und auf der anderen Seite die Spielstätte des
Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim. Aber ist Ihnen bei der
Durchreise schon einmal die Klima Arena neben dem Stadion aufgefallen?
Nein? Dann geht es Ihnen wie mir.
Betreiberin der Klima Arena ist die Klimastiftung für Bürger. Sie ist
eine Ausgründung der Dietmar-Hopp-Stiftung und engagiert sich
für ein besseres Verständnis von Klima, Umwelt, erneuerbaren Energien
und dem Schutz der Ressourcen. Insbesondere unseren Kindern
eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen, ist das übergeordnete
Ziel der Stiftung.
Bei den Bürkert-Fachpressetagen hatte ich Gelegenheit, die Klima
Arena zu besuchen und an einer Führung durch die Ausstellung
teilzunehmen. Ich kann einen Besuch nur jedem empfehlen. Jeder,
der meint, alles über das Klima zu wissen, wird schnell feststellen,
dass dem nicht so ist. Oder wussten Sie, dass der Meeresspiegel
nach dem Abschmelzen unserer Eisflächen um ganze 72 Meter
steigt? Da reichen an Küstenorten auch keine Gummistiefel mehr.
In der Klima Arena wird sich jeder Besucher über vieles schnell bewusst,
und immer wieder drängt sich folgende Frage auf: „Was
treiben wir da eigentlich?“ Und als Antwort: „Jetzt ist womöglich
die Zeit zu handeln.“
Das hat wohl auch die Verantwortlichen um CEO Georg Stawowy
von Bürkert Fluid Control Systems beeindruckt. Als Hochwasser-Betroffene
wollen sie das Unternehmen zu einem Vorreiter der regenerativen
Wirtschaft machen. Was das bedeutet und wie es funktionieren
soll, erfahren Sie auf Seite 44.
Unseren Kindern eine Zukunft geben – das möchten die Klima Arena
und jetzt auch Bürkert. Das wird aber nicht reichen: Wir alle
müssen für dieses Ziel erheblich mehr tun.
Normelemente.
Einfach.
Unverzichtbar.
Ganter.
Überzeugen Sie sich:
SPS in Nürnberg
25. - 27. November 2025
Halle 4A, Stand 510
Dr. Bernd Rademacher, Redakteur
ganternorm.com
cav 07-2025 3
cav INHALT 07-2025
14 Titel Ohne zuverlässige
Drucksensoren ist
ein sicherer Betrieb in
der Wasserstoffindustrie
undenkbar. Entsprechend
hoch sind die Anforderungen
an deren Genauigkeit
und Langzeitstabilität,
wie das Beispiel des
spanischen Unternehmens
Hiperbaric zeigt.
8 Die Funktionalität von
Profinet over APL für den
Einsatz in Ex-Bereichen
der Prozessautomatisierung
steht nun in vollem
Umfang zur Verfügung.
36 Infraserv Höchst
zeigt, wie digitale Instandhaltung
in der Praxis
funktioniert.
TREND ETHERNET & CO.
8 Profinet over APL in der Praxis
Zertifizierte Geräte im Feldtest bei Anwendern
der Prozessindustrie
FOKUS: PROZESSAUTOMATION
10 Die vier Säulen einer smarten Retrofit-Strategie
Wertschöpfung bei Brownfield-Anlagen sichern
14 TITEL Keine Fehler unter Hochdruck
Drucksensoren sorgen für Sicherheit und mehr
Effizienz in der Wasserstoffindustrie
18 Remote Service für Verpackungsmaschinen
Robopack spart Zeit und Kosten
20 MESSEVORSCHAU SPS
24 Mit Partnern lässt sich der Mittelstand digitalisieren
Kompetenzen in neue Geschäftsmodelle übersetzen
26 Schutzschirm für Schwabe
Cybersecurity mit Managed Detection Response (MDR)
in der Pharmaindustrie
28 Prozesssicherheit dank intelligenter Feldgeräte
Unterstützung für die Sicherheitssteuerung
BETRIEBSMANAGEMENT
34 Grüne Wärme spart Geld
Umweltfreundliche Fernwärmeversorgung ersetzt Gas
36 Wartungsmanagement auf Basis von 700 Sensoren
Digitalisierung und Betriebspraxis gehen bei Infraserv
Höchst Hand in Hand
38 Kosten im Griff bei Großprojekten
Sorgfältige Vorbereitung, frühzeitiges Claimmanagement
40 Ausfallzeiten ade
Serviceverträge garantieren eine hohe Verfügbarkeit
HYGIENISCHE ANLAGENTECHNIK
42 Bodenständig und beweglich zugleich
Stellfüße, Räder und Rollen: Stabile Basis für jede
Maschine
ENERGIEEFFIZIENTE LÖSUNGEN
44 Öko-Spinner oder Visionär?
Bürkert will regenerativ statt nur nachhaltig wirtschaften
46 Herausforderung Hitze
Wie sich Kälteanlagen auf den Klimawandel einstellen
müssen
48 Präzise Kälte für höchste Prozessanforderungen
Temperaturkontrolle als Schlüssel zur Effizienz
TOP-PRODUKT DES JAHRES 2025
52 Abstimmen & Gewinnen
Die Monatsgewinner im Überblick
4 cav 07-2025
GEMÜ 12A0 und GEMÜ 44A0
Intelligente Automatisierungsmodule
38 Katharina Weber,
CEO der Verhandlungsberatung
Negotiation Advisory
Group, hilft, wenn
Großprojekte aus dem
Ruder laufen.
44 Bürkert will in Zukunft
regenerativ wirtschaften
– das ist etwas
für Visionäre und nicht
für Öko-Spinner.
GEMÜ 12A0
GEMÜ 44A0
RUBRIKEN
3 Editorial
4 Inhalt
6 Nachrichten
30 MESSENACHLESE POWTECH-TECHNOPHARM
33 Exklusiv auf prozesstechnik-online.de
33 Gewinner Top-Produkt des Monats September
50 PRODUKTE
56 Partner für die chemische Industrie
57 Literatur, Broschüren, E-Medien
58 So erreichen Sie die Redaktion
58 Vorschau
58 Impressum
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cav 07-2025 5
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cav
NACHRICHTEN
Rund 10 000 Besucher kamen nach Shanghai
ACHEMASIA FEIERT ERFOLGREICHES COMBACK
Studie untersucht CO 2 -Infrastruktur
WOHIN MIT DEM CO 2 ?
Rund 10 000 Besucher kamen zur Achemasia
Nach sechs Jahren Pause ist die Achemasia
mit neuem Schwung zurückgekehrt: Vom
14. bis 16. Oktober 2025 versammelte die
internationale Fachmesse und das Innovationsforum
für nachhaltige chemische Produktion
rund 10 000 Besucher aus 61 Ländern
im National Exhibition and Convention
Center in Shanghai. Insgesamt 267 Aussteller
aus 14 Ländern präsentierten Lösungen, die
den Wandel der Prozessindustrie hin zu mehr
Nachhaltigkeit und Effizienz vorantreiben.
Mit 218 chinesischen Ausstellern zeigte sich
die dynamische Entwicklung der lokalen Industrie,
während vor allem deutsche und
europäische Unternehmen mit einem Anteil
von 15 % die internationale Bedeutung der
Veranstaltung unterstrichen. Im Mittelpunkt
der zwölften Achemasia standen Themen
wie energieeffizientes Prozessdesign, grüne
Chemie, digitale Transformation und zirkuläre
Produktionssysteme.
„Die Achemasia fungiert als Brücke zwischen
internationalem Know-how und lokaler
Innovation und hilft, Chinas Klimaziele
in konkrete Maßnahmen umzusetzen“, betonte
Dr. Björn Mathes, CEO der Dechema
Ausstellungs-GmbH.
Mit dem Blick nach vorn richtet sich der
Fokus nun auf die Achema Middle East 2026
in Riad und die Achema 2027 in Frankfurt
am Main, die den globalen Dialog der Prozessindustrie
fortsetzen werden.
Bild: Kai Hartmann SpektrumAsia
Ideengeber, Challengegeber und Challengenehmer
der jüngst gestartete Studie, die sich
mit den Möglichkeiten einer CO 2 -Infrastruktur
von Köln bis an den Deich befasst
Eine neue Machbarkeitsstudie untersucht,
wie CO 2 aus der Industrie im Rheinland
künftig gesammelt, transportiert und gespeichert
werden kann. Geprüft wird eine
Transportverbindung von Köln bis zum Hafen
Antwerpen-Brügge. Initiator ist Yncoris
gemeinsam mit einem Industriekonsortium;
die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH
führt die siebenmonatige Studie seit September
2025 durch. Beteiligte Unternehmen
sind u. a. EEW, Evonik, Fluxys, LyondellBasell,
Nippon Gases, OGE, SEFE, Shell
und der Hafen Antwerpen-Brügge.
Zentral ist, ob bestehende Trassen und Pipelines,
etwa zwischen Chemiepark Knapsack
und Wesseling, als CO 2 -Sammelschienen genutzt
werden können. Ziel ist es, CO 2
sicher in Offshore-Speicherstätten einzulagern
oder langfristig als Rohstoff für Methan,
Harnstoff oder Kunststoffe zu nutzen.
Bild: Yncoris
cav NACHRICHTEN TICKER
Igus investiert in die
Zukunft seiner Fachkräfte
Viele Unternehmen beklagen
Fachkräftemangel. Die Lösung für
Igus: den Nachwuchs verstärkt
selbst ausbilden. Dabei wird eine
neue Ausbildungsfabrik am Firmensitz
in Köln-Porz unterstützen,
die die Ausbildungskapazität
für Berufe wie Mechatroniker,
Bild: Igus
Elektroniker und Werkzeugmechaniker
verdoppelt. Schon 2027
will Igus nicht mehr auf externe
Fachkräfte angewiesen sein.
Wilo gewinnt Deutschen
Nachhaltigkeitspreis
Die Wilo Group hat erneut den
Deutschen Nachhaltigkeitspreis
Bild: Wilo
(DNP) gewonnen. Die Jury kürte
den Wassertechnologiekonzern
zum Sieger in der Branche „Hydraulik,
Pumpen, Kompressoren“
und würdigte so unter anderem
Wilos ganzheitliche Ausrichtung
auf nachhaltige Innovation. Die
Auszeichnung folgt für Wilo damit
unmittelbar auf die Bewertung
durch Ecovadis: Erst vor wenigen
Wochen verlieh die Ratingagentur
dem Konzern zum vierten
Mal infolge die Platin-Medaille
und stufte sein Nachhaltigkeitsengagement
als „herausragend“
ein. Bereits 2021 wurde Wilo mit
dem DNP im Transformationsfeld
„Klima“ geehrt.
SEW-Eurodrive eröffnet
Ausbildungszentrum
Heranführen, ausbilden, spezialisieren:
Dieser Dreiklang bildet die
Grundlage für das neue Ausbildungszentrum
von SEW-Eurodrive.
Mit namhaften Gästen aus Bildung,
Politik, Verbänden und natürlich
zahlreichen Mitarbeitenden
wurde Drive Education nun
feierlich eröffnet.
Bild: Immanuel Reimold
6 cav 07-2025
Prozessautomation: ZVEI erwartet Wachstum auf niedrigem Niveau
AUFTRAGSEINGÄNGE WACHSEN 2025 LEICHT
Die globale Prozessautomatisierungsbranche
zeigt sich 2025 leicht im Plus: Die Auftragseingänge
für Messtechnik und Prozessautomatisierung
wuchsen zwischen Januar und
September 2025 im niedrigen einstelligen
Bereich, meldet der ZVEI-Fachverband Automation.
Besonders dynamisch entwickelten
sich die Branchen Öl und Gas (hohes einstelliges
Wachstum), Wasser/Abwasser und
Pharma (mittleres Wachstum). Beim Umsatz
blieb die Entwicklung bislang seitwärts.
Regional zeigten vor allem der Mittlere Osten
und Indien deutliches Wachstum, während
Deutschland und China leicht rückläufig
waren – vor allem wegen schwacher
Nachfrage in der Chemie und den energieintensiven
Industrien.
Auf 2026 blickt Axel Lorenz, Vorsitzender
des Fachbereichs, vorsichtig optimistisch:
„Wachstum in Öl und Gas, Wasser/Abwasser
und Pharma wird die Auftragseingänge
voraussichtlich weiter treiben. Risiken bestehen
durch Zölle, EU-Regularien und
Fachkräftemangel.“ Trends wie Energieeffizienz,
Digitalisierung und Nachhaltigkeit
sollen zusätzlich Impulse liefern.
Im September wählten die Mitglieder des
Fachbereichs ihre neuen Vorstände für die
Amtszeit 2025 bis 2028: Axel Lorenz (Siemens,
Vorsitzender), Dr. Attila Bilgic (Krohne)
Prozessmesstechnik und Prozessautomation
wachsen in 2025 leicht
und Dr. Mirko Lehmann (Endress+Hauser)
als stellvertretende Vorsitzende sowie Stefan
Basenach, Ralf Beckmann, Jessica Bethune,
Jörg de la Motte, Johannes Kalhoff, Ralf Küper-Rampp,
Ulrich Pichler und Christoph
Siegel.
Bild: Sergey Ryzhov – stock.adobe.com
Wissenschaft und Industrie diskutieren über IEC 61499
HERSTELLERUNABHÄNGIGE AUTOMATISIERUNG
v. l. n. r.: Valeriy Vyatkin (LTU und Aalto-
Universität Finnland), Alois Zoitl (Johannes
Kepler Universität Linz), Inna Arkhipova
(UAO) und Franco Cavadini (Gr3n) organisierten
einen Workshop
Bild: Universal Automation Org
Auf der IEEE ETFA 2025 in Porto stand die Automatisierung nach IEC 61499 im
Mittelpunkt. UniversalAutomation.Org (UAO) organisierte Workshops und Panels,
in denen Expertinnen und Experten zeigten, wie sich offene, flexible Automatisierungssysteme
umsetzen lassen. Themen waren Plug & Produce, Low
Code Engineering und das Open-Source-Framework Eclipse 4diac; Kongsberg
Maritime demonstrierte den Einsatz in sicherheitskritischen Offshore-Anlagen.
Im Industrieforum berichteten Unternehmen wie Yokogawa, Stratus und
Novo Nordisk über Praxiserfahrungen und IT/OT-Integration nach offenen
Standards. Die von UAO bereitgestellte lizenzkostenfreie Runtime Execution
Engine entkoppelt Hardware und Software und ermöglicht herstellerübergreifende
Wiederverwendung.
„Die nächste Ingenieurgeneration soll Automatisierung offen und IT-orientiert
denken“, betont Inna Arkhipova, um flexible, nachhaltige und ressourceneffiziente
Anlagen zu fördern.
Vorausschauende
Wartungweitergedacht.
DigitalTwinStarter Kitvon
BoschBusinessInnovations
undPepperl+Fuchs
pepperl-fuchs.com/pr-digital-twin
Sofort einsetzbar undflexibel
skalierbar:Die Plug-and-Play-Lösung
fürKI-gestütztes AssetMonitoring.
cav 07-2025 7
cav TREND ETHERNET & CO.
Bild: panuwat – stock.adobe.com
Zertifizierte Geräte im Feldtest bei Anwendern der Prozessindustrie
PROFINET OVER
APL IN DER PRAXIS
Die Funktionalität von Profinet over APL für den Einsatz in explosionsgeschützten
Bereichen der Prozessautomatisierung steht nun in vollem Umfang
zur Verfügung. In mehreren Pilotanlagen der chemischen Industrie
bewerten derzeit Endanwender gemeinsam mit Experten von Profibus &
Profinet International (PI) den praktischen Einsatz und die Interoperabilität
zertifizierter Geräte unterschiedlicher Hersteller.
8 cav 07-2025
Ein zentrales Ziel der laufenden Feldtests ist die Überprüfung der
Interoperabilität von Profinet over APL-Produkten – also der reibungslosen
Zusammenarbeit von Geräten verschiedener Anbieter
im industriellen Umfeld. Grundlage dafür bildet ein umfangreicher
Zertifizierungstest, der für alle relevanten Produkttypen – darunter
Controller, Sensoren, Aktuatoren und Switches – verbindlich ist.
In der jüngsten Version des Profinet Test Bundles wurden Testszenarien
für Aktuatoren ergänzt. Erste Hersteller haben den Zertifizierungsprozess
bereits erfolgreich abgeschlossen: So erhielt Samson
als einer der ersten Anbieter die offiziellen Zertifikate für seine
Stellungsregler.
Zusammenarbeit mit Anwendern als Erfolgsfaktor
„Neben der Entwicklung einer anwendungsfreundlichen Technologie
und der Qualitätssicherung von Produkten ist die enge Zusammenarbeit
mit Anwendern entscheidend, um Akzeptanz und Praxistauglichkeit
sicherzustellen“, erklärt Xaver Schmidt, Vorstandsvorsitzender
von PI.
Man arbeite seit Jahren mit Endanwendern entlang des gesamten
Technologiezyklus zusammen – von der Erarbeitung der Anforderungen
über die Validierung prototypischer Geräte bis hin zu Tests
unter realen Anlagenbedingungen. „Die dabei gewonnenen Erfahrungen
fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung und Pflege
unserer Technologien ein“, so Schmidt weiter.
Umfassende Testabdeckung für Profinet over APL
Zum Umfang der Zertifizierungstests für Profinet over APL-Produkte
gehören neben den klassischen Physical Layer Tests für eigensichere
Anwendungen auch spezifische Prüfungen der Profinet-Kommunikation.
Ergänzt werden diese durch:
• APL-spezifische Test Cases zur Verifikation der
Kommunikationsfunktionen
• Interoperabilitätstests im Rahmen eines praxisnahen
APL-Test-Setups
• Prüfungen des Profils für PA-Geräte
Mit der Verfügbarkeit der Zertifizierung für Aktuatoren hat PI einen
weiteren wichtigen Schritt in Richtung vollständiger Profinet over
APL-Einsatzfähigkeit in der Prozessindustrie erreicht.
Positive Rückmeldungen aus den ersten Feldtests
In mehreren Laborinstallationen haben Endanwender die Eignung
von Profinet over APL mit zertifizierten Produkten bereits positiv
bewertet. Um die Technologie unter realen Bedingungen weiter zu
validieren, hat PI zusätzliche Feldtestaktivitäten gestartet.
Diese erfolgen in enger Zusammenarbeit mit Anwendern aus der Prozessindustrie
und werden künftig auch auf das Thema Security ausgeweitet
– insbesondere unter Berücksichtigung der non-Ethernet-basierten
Kommunikationssysteme in der Automatisierungs pyramide.
Parallel zur Arbeit an der Interoperabilität stehen bereits weitere
Themen auf der Agenda: So treiben PI-Experten die Integration
funktionaler Sicherheit mit Profisafe sowie die Zertifizierung von
Switches voran. Beide Aktivitäten erfolgen ebenfalls in enger Abstimmung
mit Anwendern und sollen die Zuverlässigkeit und Sicherheit
von Profinet over APL-Systemen langfristig stärken.
Fazit
Mit den erfolgreichen Zertifizierungstests und ersten Praxiserfahrungen
in Pilotanlagen hat Profinet over APL einen entscheidenden
Reifegrad erreicht. Die enge Kooperation zwischen Herstellern, Anwendern
und PI sorgt dafür, dass die Technologie zunehmend be-
PROFINET OVER APL:
KURZÜBERSICHT
Für alle Gerätetypen mit
Profinet over APL steht
jetzt die Zertifizierung
zur Verfügung
Profinet over APL (Advanced Physical Layer) erweitert
die etablierte Profinet-Kommunikation auf explosionsgeschützte
Prozessbereiche (z. B. Zone 1/21) und ermöglicht
die Integration von Feldgeräten in der Prozessautomatisierung
über eine durchgängige Ethernet-
Infrastruktur.
Ziele:
• Stabile, schnelle und deterministische Kommunikation
für Sensoren, Aktuatoren und Controller
• Interoperabilität verschiedener Herstellergeräte
• Vereinfachte Inbetriebnahme und Wartung
• Integration in bestehende Profinet-Netzwerke
Technische Highlights:
• APL Physical Layer: Zwei-Draht-Technologie für intrinsische
Sicherheit (Ex-Bereich)
• Datenrate: Bis zu 10 Mbit/s
• Topologien: Linien-, Baum- oder Ringstruktur
• Kompatibilität: Vollständig in Profinet-Protokoll eingebettet,
unterstützt Profisafe und PA Devices
Zertifizierung & Feldtests:
• Zertifizierungstest für Controller, Sensoren, Aktuatoren
und Switches
• Test auf Interoperabilität, Kommunikationsfähigkeit
und Profilkonformität
• Erste erfolgreiche Feldtests in Pilotanlagen der chemischen
Industrie
Vorteile für die Prozessindustrie:
• Durchgängige Ethernet-Kommunikation bis in den Ex-
Bereich
• Reduzierter Verkabelungsaufwand und vereinfachte Topologien
• Höhere Anlagenverfügbarkeit und Prozesssicherheit
• Grundlage für Industrie-4.0-Anwendungen in explosionsgefährdeten
Bereichen
Ausblick:
Mit fortlaufenden Feldtests, Zertifizierungen und Sicherheitsintegrationen
(z. B. Profisafe) ebnet Profinet over
APL den Weg für eine vollständige Digitalisierung und
Standardisierung in der Prozessautomatisierung.
triebsreif, interoperabel und sicher wird – und damit den Weg für
ihren breiten Einsatz in der Prozessautomatisierung ebnet. (br)
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Profinet
Bild: PI
cav 07-2025 9
cav FOKUS PROZESSAUTOMATION
Bilder: Copa-Data
Jürgen Schrödel ist Geschäftsführer von Copa-Data Deutschland
Wertschöpfung bei Brownfield-Anlagen sichern
Die vier Säulen einer
smarten Retrofit-Strategie
Betreiber von Brownfield-Anlagen stehen vor der Herausforderung, ebenso effizient
zu fertigen wie der Wettbewerb, der dasselbe Produkt auf hochmodernen Anlagen
herstellt. Zudem gilt es, die Werke fit zu machen für die steigenden Anforderungen
an die Cybersicherheit und die Nachhaltigkeit. Jürgen Schrödel, Geschäftsführer von
Copa-Data Deutschland, erklärt, wie sich vorhandene Wertschöpfungspotenziale
auch im Brownfield-Bereich erschließen lassen.
Herr Schrödel, seit gut einem Jahrzehnt verstärkt sich der Trend,
dass produzierende Unternehmen Direktinvestitionen vermehrt
im Ausland tätigen als in ihre Standorte im Inland. Welche Folgen
hat das für die Industrie?
Jürgen Schrödel: Die Folge solcher Nettoabflüsse an Direktinvestitionen
ist, dass Anlagen immer längere Laufzeiten haben. Das führt
zwangsläufig zu einem Wettbewerbsnachteil gegenüber Unternehmen
mit hochmodernen Produktionsanlagen. Betreiber von Brownfield-
Anlagen stehen also vor der Herausforderung, bestehende Werke auf
den neuesten Stand zu bringen, um moderne Herstellungsverfahren
zu ermöglichen. Der demografische Wandel, die steigenden Anforderungen
an die Cybersicherheit sowie steigende Nachhaltigkeitsauflagen
verschärfen die Situation für die Unternehmen zusätzlich.
Wie können Unternehmen trotz dieser schwierigen Ausgangslage
ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern?
Schrödel: Wer mit Brownfield-Anlagen auch künftig erfolgreich
sein möchte, braucht eine durchdachte Retrofit-Strategie. Diese
stützt sich auf vier zentrale Säulen: Erstens geht es darum, durch
Konnektivität und ergänzende Services zusätzliche Wertschöpfung
zu schaffen. Zweitens lassen sich Ausfallrisiken mit vorausschauender
Wartung gezielt minimieren. Drittens gilt es, die Sicherheit bestehender
Anlagen mit modernen Technologien zu erhöhen. Und
viertens führt erst die enge Verzahnung unterschiedlicher Disziplinen
zu einer nachhaltigen Dekarbonisierung – einem entscheidenden
Wettbewerbsfaktor der Zukunft.
Was bedeutet für Sie „mehr Wertschöpfung durch Konnektivität“?
Schrödel: Früher lag der Fokus klar auf der Produktion. Heute
reicht dieser Blickwinkel nicht mehr aus – die Anlage muss in ihrer
Gesamtheit betrachtet und so effizient sowie wirtschaftlich wie
möglich betrieben werden. Zur Steigerung der ökonomischen
10 cav 07-2025
Effektivität und Effizienz ist es wichtig, alle Möglichkeiten der
nachträglichen oder ergänzenden Digitalisierung in den Bestandsanlagen
zu nutzen. Dabei geht es nicht unbedingt nur darum, alte
Maschinen und Komponenten durch neue zu ersetzen, sondern
durch deren Vernetzung und Modularisierung die vorhandenen
Wertschöpfungspotenziale zu erschließen und vorhandene
Ressourcen optimal zu nutzen.
Und wie sieht es mit dem Thema Wartung aus?
Schrödel: Neue Anlagen benötigen in den ersten Jahren in der
Regel kaum Wartung. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch der
Aufwand – und genau hier entstehen Risiken. Erfolgt die Wartung
zu spät, kann das zu kostspieligen Produktionsausfällen führen.
Wird hingegen zu früh ausgetauscht, entstehen unnötige Kosten.
Die Lösung heißt Predictive Maintenance, also vorausschauende
Wartung auf Basis verlässlicher Daten und Advanced Analytics.
Mithilfe von Big-Data-Technologien lassen sich historische Betriebsdaten
auswerten und mit speziellen Vorhersagemodellen zukünftige
Entwicklungen präzise prognostizieren. Der große Vorteil: Selbst
komplexe Zusammenhänge können so schnell erkannt und in konkrete
Handlungsempfehlungen übersetzt werden.
Welche technischen Tools können Anlagenbetreiber bei der Gewinnung
und Auswertung von Daten für die Digitalisierung und
das Predictive Maintenance unterstützen?
Schrödel: Copa-Data unterstützt mit seiner Softwareplattform
Zenon Anlagenbetreiber bei der Digitalisierung und Predictive
Maintenance, indem Daten aus unterschiedlichsten Quellen erfasst,
historisiert und in Echtzeit visualisiert werden. Über Scada-
Funktionen lassen sich Prozesse überwachen, Kennzahlen berechnen
und Trends darstellen, die wiederum eine fundierte Basis für
Optimierungen und vorausschauende Wartung schaffen. Durch die
Anbindung an externe Analytics- und Machine-Learning-Systeme
können historische und aktuelle Sensordaten ausgewertet und
Vorhersagemodelle entwickelt werden, die Zenon in die Prozesssteuerung
integriert. So lassen sich Wartungszeitpunkte dynamisch
„Wer mit Brownfield-Anlagen auch künftigerfolgreich
sein möchte, braucht eine durchdachte
Retrofit-Strategie.“
Besser, wenn‘s
da trocken bleibt!
Bei Produktion und Lagerung ist
das Einhalten einer adäquaten
Luftfeuchte und hygienischer
Produktionsbedingungen
qualitätsentscheidend.
Mit professionellen Lösungen
für Be- oder Entfeuchtung der
Luft können wir Sie dabei
unterstützen.
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und bedarfsgerecht planen, was ungeplante Stillstände reduziert
und unnötige Kosten vermeidet. Auf diese Weise verknüpft Zenon
Digitalisierung, Datenanalyse und Advanced Analytics zu einem
System, das den gesamten Lebenszyklus einer Anlage effizienter und
sicherer macht.
Ein weiteres Thema ist die Sicherheit. Welche Rolle spielt Cyber -
security für Brownfield-Anlagen?
Schrödel: Eine enorm wichtige. Lange Zeit galten industrielle
Systeme aufgrund ihrer abgeschotteten Strukturen als vergleichsweise
sicher. Doch durch die zunehmende Vernetzung zwischen Industriesystemen
und Internet entstehen neue Angriffsflächen – insbesondere
bei älteren Anlagen, die häufig längst außerhalb ihres
Software- Updatezeitraums liegen. Viele Unternehmen zögern die
Migration hinaus, um Aufwand und Kosten zu sparen. Das ist allerdings
zu kurz gedacht. Wer veraltete Anlagen nicht auf die neuesten
Sicherheitsstandards bringt, geht ein hohes Risiko ein, Ziel eines
cav 07-2025 11
cav FOKUS PROZESSAUTOMATION
Die Software-Plattform Zenon unterstützt Anlagenbetreiber bei der Digitalisierung ihrer Prozesse und beim Predictive Maintenance
Cyberangriffs zu werden. Die EU hat auf diese Bedrohung reagiert
und die Anforderungen an die Cybersecurity mit neuen Richtlinien
verschärft.
Wie hat Copa-Data das Thema Cybersecurity in die Software -
plattform Zenon integriert?
Schrödel: Copa-Data begegnet dem Thema Cybersecurity mit
Zenon durch einen Security-by-Design-Ansatz, bei dem Sicherheit
bereits in der Softwareentwicklung berücksichtigt wird. So sind
unter anderem rollenbasierte Nutzerverwaltung mit Active-
Directory-Integration, verschlüsselte Kommunikation sowie digital
signierte Programmdateien Standard und ermöglichen eine manipulationssichere
Nutzung. Zudem ist Zenon nach industriellen
Standards wie IEC 62443-4-1 entwickelt und zertifiziert. Neuere
Versionen (z. B. Zenon 15) unterstützen zudem IEC 62443-4-2 und
bieten Funktionen wie SIEM-Integration, Patch-Management sowie
Backup-Handling, um den gestiegenen EU-Richtlinien wie NIS2
gerecht zu werden. Damit unterstützt Zenon Brownfield-Betreiber
effektiv dabei, ältere Anlagen sicherer zu machen, indem es moderne
Sicherheitsmechanismen etabliert, ohne in vollständig neue
Systeme investieren zu müssen.
Bleibt noch die vierte Säule: Nachhaltigkeit. Wo kann hier bei
Brownfield-Anlagen der Hebel angesetzt werden?
Schrödel: Nachhaltige Produktion ist heute ein klarer Wettbewerbsfaktor
– nicht nur aufgrund regulatorischer Vorgaben auf nationaler
und EU-Ebene, sondern auch, weil das Verbrauchervertrauen und
Geschäftsbeziehungen beeinflusst. Ältere Anlagen sind im Betrieb
weniger energieeffizient als moderne Systeme. Gleichzeitig verringert
eine längere Laufzeit den CO 2 -Fußabdruck des Unternehmens.
Ein wesentlicher Hebel zur Emissionssenkung liegt demnach in der
Optimierung des Energieverbrauchs. Dafür ist eine lückenlose Datenerfassung
unerlässlich. Erst wenn sämtliche Energieströme und Verbräuche
in Echtzeit verfügbar sind, lassen sie sich gezielt analysieren,
effizient steuern und flexibel anpassen. Kurz gesagt: Digitalisierung
und Automatisierung sind die Schlüssel zur Dekarbonisierung.
Wie kann ein solches systematisches Energiemanagements mithilfe
von Zenon umgesetzt werden?
Schrödel: Gerade in Brownfield-Anlagen spielt Energiemanagement
eine Schlüsselrolle, um Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung voranzutreiben.
Zenon von Copa-Data unterstützt Betreiber dabei mit
einer durchgängigen Datenerfassung und Analyse sämtlicher Energie-
und Verbrauchsströme in Echtzeit. Auf dieser Basis lassen sich
Energiespitzen identifizieren, Lasten verschieben und Prozesse so
steuern, dass Effizienzpotenziale ausgeschöpft werden, ohne die
Produktion zu gefährden. Zusätzlich ist Zenon als Energiemanagementsoftware
nach ISO-50001-zertifiziert und stellt damit sicher,
dass Unternehmen regulatorische Anforderungen erfüllen und
gleichzeitig ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen können. Durch diese
Kombination aus Transparenz, Steuerung und Standardkonformität
ermöglicht Zenon es, auch ältere Anlagen deutlich energieeffizienter
zu betreiben und ihren CO 2 -Fußabdruck messbar zu senken.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Copa-Data
Halle 7, Stand 590
DAS INTERVIEW FÜHRTE FÜR SIE
DANIELA HELD
Redakteurin
12 cav 07-2025
WIE EFFEKTIV
NUTZEN SIE
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ZUM MEHRWERT
Neue Wachstumschancen mit IIoT-Lösungen von WIKA
Die ganzheitlichen IIoT-Lösungen von WIKA schöpfen das volle
Potenzial Ihrer Daten aus und unterstützen Ihr Unternehmen dabei,
entlang der gesamten Wertschöpfungskette effektiver, sicherer,
nachhaltiger zu werden. Das ist „Smart in sensing“.
IIOT-LÖSUNGEN VON
WIKA LIVE ERLEBEN:
SPS, Nürnberg
Halle 4A, Stand 135
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cav 07-2025 13
cav FOKUS PROZESSAUTOMATION
Bild: Vega
Drucksensoren sorgen für Sicherheit und mehr Effizienz in der Wasserstoffindustrie
KEINE FEHLER
UNTER HOCHDRUCK
Ohne zuverlässige Drucksensoren ist ein sicherer Betrieb in der Wasserstoffindustrie
undenkbar. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an
deren Genauigkeit und Langzeitstabilität. Drucksensoren spielen aber
auch eine große Rolle bei den Faktoren Effizienz und Wirtschaftlichkeit,
wie das Beispiel des spanischen Unternehmens Hiperbaric zeigt.
14 cav 07-2025
Bild: Hiperbaric
Plug-and-Play-Lösung im Container: Die Wasserstoffkompressionstechnologie von Hiperbaric schaltet Kompressoreinheiten in Reihe.
Die zuverlässige Druckmessung ist beim Verdichtungsprozess von entscheidender Bedeutung.
Wenn es um Anlagen geht, in denen Medien – ob Flüssigkeiten
oder Gase – unter hohem Druck zum Einsatz kommen, führt am
spanischen Unternehmen Hiperbaric kaum ein Weg vorbei. Seit
mehr als 25 Jahren liefert der Weltmarktführer in Hochdrucktechnik
aus Burgos, im Norden der Region Kastilien-León, Hochdruckanlagen
(High Pressure Processing) bis zu 6000 bar für verschiedenste
Industriezweige. Ein weiteres Standbein des Unternehmens
sind Wasserstoffanlagen, die mit erneuerbaren Energien betrieben
werden. Die von Hiperbaric entwickelte Kompressionstechnologie
ermöglicht eine Verdichtung auf bis zu 1000 bar und eignet sich
damit für die Verdichtung des grünen Wasserstoffs zur Speicherung
oder für den Einsatz in Wasserstofftankstellen – sei es bei 350 bar
für Lkw und Busse oder bei 700 bar für Fahrzeuge mit Brennstoffzellen
der neuesten Generation. Inzwischen hat der spanische Wasserstoffpionier
rund 35 Wasserstoffanlagen für verschiedene europäische
Kunden in Betrieb genommen.
Verlustfreie Wasserstoff-Prozesse
Obwohl Wasserstoff als elementar für die Energiewende und eine
nachhaltige Weltwirtschaft gilt, sind die damit verbundenen Kosten
noch sehr hoch. Umso wichtiger ist es, dass die Prozesse rund um
den Wasserstoff effizient, sicher und verlustfrei ablaufen. Und hier
kommt Vega ins Spiel: Die Druckmesstechnik des international tätigen
Herstellers von Sensoren für die Messung von Füllstand, Grenzstand
und Druck sorgt dafür, dass in jedem Wasserstoff-Prozessschritt
mit den richtigen Mengen und Drücken gearbeitet wird, sei
es nun im Elektrolyseur, im Lagertank oder in der Rohrleitung.
In den Hiperbaric-Anlagen messen beispielsweise Prozessdruck-
Sensoren der Vegabar-Serie den Wasserstoffdruck sowohl am Ein- als
auch am Ausgang der Verdichter. Besondere Herausforderung für
die Sensoren im Wasserstoffprozess ist das Risiko für Diffusion und
Versprödung. Die Vega-Experten lösen dies mit Sensoren aus bestän-
digen Edelstählen, trockenen Keramikmesszellen, diffusionsdichten
Hochdruckanschlüssen und Beschichtungen aus reinem Gold oder
einem Gold-Rhodium-Mix.
Maximale Verdichtung bis 1000 bar
Die Wasserstoffkompressionstechnologie von Hiperbaric besteht aus
einer Reihe von Kompressoreinheiten, die eine komplette Plug-and-
Play-Lösung für die sichere, effiziente und zuverlässige Lieferung
von komprimiertem Wasserstoff unter hohem Druck bieten. „Unsere
Wasserstoffkompressionstechnologie ist eine Containerlösung“,
beschreibt Luis Angel Ramos, Leiter der Elektrotechnik bei Hiperbaric,
die Anlagen. Die Kompression funktioniert dabei in zwei ausgeklügelten,
hintereinandergeschalteten identischen Stufen nach dem
Prinzip des Kolbenverdichters.
In der ersten Stufe gelangt der Wasserstoff mit einem Eingangsdruck
zwischen 20 und 200 bar in den Verdichterraum, wo er – je nach
Eingangsdruck – auf einen Zwischendruck zwischen 200 bar und
dem maximalen Ausgangsdruck vorkomprimiert wird. Dabei erhitzt
sich der Wasserstoff. Über einen Wärmetauscher, der die Temperatur
auf unter 40 °C senkt, gelangt das Gas in die zweite Kompressionsstufe,
die den Wasserstoff auf bis zu 1000 bar verdichtet. Durch einen
weiteren Wärmetauscher geführt, wird der hoch komprimierte
Wasserstoff schließlich in einem Tank gespeichert und lässt sich später
vielseitig einsetzen.
Zuverlässige Sensoren und maximale Betriebssicherheit
Die Betriebsbedingungen des Kompressors müssen exakt an Einund
Ausgangsdruck angepasst werden, weswegen die zuverlässige
Druckmessung eine entscheidende Bedeutung hat. Außerdem ist die
Drucküberwachung aus Sicherheitsgründen wichtig.
Die Bedingungen für die Drucksensoren in diesem Verdichtungsprozess
sind dabei knallhart, schließlich befinden sie sich mitten im
cav 07-2025 15
cav FOKUS PROZESSAUTOMATION
Bild: Hiperbaric
Bild: Hiperbaric
Die Prozessdrucksensoren der Vegabar-Serie messen den
Wasserstoffdruck sowohl am Ein- als auch am Ausgang der
Verdichter
Für maximale Betriebssicherheit: Der Vegabar 83 überzeugt mit seiner trockenen DMS-
Messzelle bei hohen Prozessdrücken bis 1000 bar
Geschehen. „Der Umgang mit Wasserstoff erfordert ein Höchstmaß
an Zuverlässigkeit und Präzision“, fasst es Ramos zusammen. Die
Temperaturen liegen zwischen -10 und +40 °C, der Druck zwischen
1 und 1000 bar. Vega bietet für die gesamte Bandbreite der
Wasserstoffanwendungen zuverlässige Lösungen in der Füllstandund
Druckmesstechnik, unabhängig davon, ob es sich um aggressive
Medien, Sauerstoff- und Wasserstoffüberlagerung oder Medien
mit niedriger Dielektrizitätszahl handelt. Die eingesetzten Drucksensoren
Vegabar 82 und 83 erfüllen höchste Sicherheitsanforderungen
(Atex und SIL) und sind langzeitstabil. Für Hiperbaric waren
dies die wichtigsten Gründe, in den Wasserstoffanlagen auf die
bewährte Sensorreihe zu setzen. „Wir benötigen Sensoren, die hundertprozentig
zuverlässig und sicher arbeiten. Deshalb haben wir
uns für Vega entschieden“, erklärt Ramos.
Der Vegabar 83 überzeugt mit seiner trockenen DMS-Messzelle bei
hohen Prozessdrücken bis 1000 bar für langzeitstabile Messungen.
Der Vegabar 82 wiederum hält mit seiner ölfreien keramischen Certec-Messzelle
selbst aggressiven Medien wie Kalilauge stand und hat
sich durch seine hohe Überlastfähigkeit um den Faktor 200 schon in
vielen Prozessen bewährt. Darüber hinaus ist die keramische Messzelle
temperaturschockfest und verträgt Temperaturen bis 150 °C.
Der Einbau der Sensoren ist dank kleinster Prozessanschlüsse komfortabel
und einfach. „Die Geräte wurden von unserem eigenen
Hiperbaric-Team und mit technischer Unterstützung von Vega installiert“,
sagt Ramos, den besonders das Engagement von Vega
während der Inbetriebnahme beeindruckte. Mittlerweile sind die
Sensoren seit einem Jahr im Einsatz und haben sich einen festen
Platz erobert. So sind sie inzwischen an jeder Verdichtergruppe am
Wasserstoffein- und -austritt zu finden.
Fazit
Die enorme Dynamik des Wasserstoffmarktes spiegelt sich auch im
Alltag von Hiperbaric wider. Inzwischen hat das Unternehmen sein
Geschäft mit Wasserstoffkompressoren in Europa verdoppelt und
will bis 2025 in den USA durchstarten, wo es bereits eine starke
Marktposition in der Hochdrucktechnik für den Lebensmittelsektor
hat. Bei aller Dynamik werden Sicherheit und Wirtschaftlichkeit
nicht aus den Augen verloren. Vega unterstützt den Anlagenbauer
dabei und sorgt dafür, dass die Prozesse effizient, sicher und vor allem
verlustfrei ablaufen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Vega
Halle 7A, Stand 102
AUTOR:
MARIO GRIMMEIßEN
Business Development Manager Energies &
Decarbonization,
Vega Grieshaber
16 cav 07-2025
cav
ADVERTORIAL
Ihr Prozessleitsystem auf dem Prüfstand
Sicher. Smart. Zukunftsfähig.
Veraltete Prozessleitsysteme (PLS) sind in vielen Anlagen ein unterschätztes Risiko.
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Der 3-Stufen-Fitness-Check
Viele Produktionsanlagen laufen noch mit
Prozessleitsystemen aus den 1990er- oder
frühen 2000er-Jahren. Die Systeme funktionieren,
sind aber strategisch ein Risiko:
Hersteller kündigen Produkte, Updates entfallen,
Know-how geht verloren. Der
SPIEGLTEC Fitness-Check hilft, rechtzeitig
Transparenz zu schaffen, bevor Ausfälle oder
ungeplante Stillstände auftreten.
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Prozess zur unabhängigen Bewertung Ihres
PLS – herstellerübergreifend, transparent
und praxisorientiert.
1. Bestandsaufnahme
Erhebung aller relevanten Daten und Systeme.
Workshops und Dokumentenanalysen
schaffen ein vollständiges Bild über die aktuelle
Infrastruktur, Abläufe und Risiken.
2. Analyse und Bewertung
Technische Bewertung des PLS, Risiko- und
Wirtschaftlichkeitsanalyse. Dabei werden
Schwachstellen, Modernisierungspotenziale
und der ROI möglicher Maßnahmen ermittelt.
3. Abschlussbericht und Maßnahmenplan
Ein detaillierter Bericht zeigt Probleme, Ursachen
und Auswirkungen auf. Dazu gibt es
konkrete Handlungsempfehlungen – priorisiert
nach Dringlichkeit und Nutzen.
Das Automatisierungsteam von SPIEGLTEC
bringt umfassende, langjährige Projekterfahrung
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bis zur GMP-konformen Validierung
– von der Erweiterung bestehender
Systeme bis zum vollständigen Retrofit im
laufenden Betrieb ohne oder mit nur minimalen
Shutdowns.
Gerade in regulierten Bereichen wie der
Pharmaindustrie ist Retrofit mehr als ein
technisches Update: Es sichert Betrieb, Qualität
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Bild: SPIEGLTEC / Christian Vorhofer
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cav 07-2025 17
cav FOKUS PROZESSAUTOMATION
Robopack spart Zeit und Kosten
Remote Service für
Verpackungsmaschinen
Angesichts einer umfangreichen installierten Basis in ganz Lateinamerika ist für
Robopac Brasil der Service für die Maschinen des Unternehmens ein wichtiger
Geschäftsbereich. Dank einer neuen Lösung für den Fernzugriff bieten die Serviceteams
jetzt einen besseren Service und sparen zugleich Reiseaufwand, Implementierungszeit
und Kosten.
Was tun, wenn eine Maschine plötzlich
ausfällt? In einem Land wie Brasilien, das einem
manchmal so groß wie ein Kontinent
vorkommen kann, bedeutet dies für einen
Servicetechniker unter Umständen eine
dreitägige Reise inklusive Kosten für Flugtickets,
Autofahrten und Unterkunft. Nicht
unbedingt bei Robopac. Dessen Serviceteam
kann jetzt seine Kunden einfach um Fernzugriff
auf die Maschine bitten und dann versuchen,
deren Diagnosedaten auszulesen
und das Problem aus der Ferne zu lösen.
„Oft lässt sich die Ursache eines Maschinenausfalls
in weniger als zwei Stunden beheben“,
berichtet Uiliam Machado, Automatisierungsanalyst
bei Robopac. Robopac Brasil
ist spezialisiert auf die Entwicklung und Vermarktung
von Maschinen für die Positionierung,
Abfüllung, Kartonierung, Palettierung
und Stretchverpackung verschiedener Produkte
wie Haushaltsreiniger. Derzeit betreut
das Unternehmen mehr als 4000 Maschinen,
die bei rund 800 Kunden in Brasilien
und im Ausland im Einsatz sind. Der Service
für diese Maschinen gehört für das Unternehmen
zum Tagesgeschäft.
Remote Service spart Zeit
Durch die Möglichkeit, eine Maschine innerhalb
weniger Stunden statt erst in Tagen
wieder betriebsbereit zu bekommen, ist ein
Remote Service Tool für das Geschäft bei
Bilder: Siemens
Robopac unentbehrlich, erklärt Eduardo
Guzman, Vertriebsleiter bei Robopac: „Ohne
das Remote Service Tool brauchen wir je
nach Standort bis zu 48 h, um zum Kunden
zu gelangen, ein Problem in weniger als 2 h
zu lösen und uns dann auf den Rückweg zu
machen.“ Die Suche nach einer zuverlässigen
und sicheren Lösung für den Remote
Service erwies sich jedoch als eine Reise für
sich, so Guzman weiter: „Bei der ersten Lösung,
für die wir uns entschieden hatten,
stellte sich heraus, dass die Lebenszykluskosten
nicht transparent genug waren. Außerdem
hatten wir Bedenken hinsichtlich
der langfristigen Cybersicherheit. Als führender
Spezialist in Lateinamerika für Endof-Line-Verpackungslösungen
setzen wir alles
daran, mit unseren Lösungen exzellenten
Service und Produktivität zu bieten. Deshalb
brauchten wir eine Alternative.“
Mittlerweile nutzt Robopac Brasil für die
Fernwartung seiner Maschinen Sinema
Remote Connect von Siemens mit robusten,
industrietauglichen Komponenten, einer
einfachen, servicefreundlichen Installation
und integrierter Cybersicherheit. „Darüber
hinaus können wir die Software auf unseren
eigenen Servern installieren und haben so
zusätzliche Kontrolle über die Lösung“, ergänzt
Machado. Alle diese Vorteile zusammen
mit einem transparenten Preis- und Lizenzmodell
haben Robopac davon überzeugt,
dass Sinema Remote Connect für seine
Zwecke die optimale Lösung sei, bestätigt
Guzman.
Robopac Brasil bietet vom Hauptsitz in Vinosul (Südbrasilien) aus Serviceleistungen für mehr als
4000 Maschinen an
Für Neu- und Bestandsmaschinen
Da Robopac auf Qualität setzt, bestand der
erste Schritt bei der Einführung darin, einen
18 cav 07-2025
Mithilfe der Fernzugriffslösung profitieren die Kunden optimal von innovativen
Robopac-Lösungen
Die Scalance S Industrial Security Appliance ermöglicht
eine sichere, verschlüsselte Kommunikation
Proof of Concept zu erstellen. Damit wollte
man sichergehen, dass Sinema Remote
Connect sowohl mit den Maschinen als
auch mit der lokalen Serverinfrastruktur
funktioniert. In dieser Phase nahm Robopac
die Unterstützung von Siemens in Anspruch,
als es darum ging, Server zu installieren
und die virtuelle Maschine und die
Infrastruktur einzurichten. Aber die Konfiguration
war eigentlich so einfach, dass
man Siemens möglicherweise nicht gebraucht
hätte. Die neue Lösung war in wenigen
Tagen einsatzbereit.
Auf der Maschinenseite nutzt Robopac eine
Scalance S Industrial Security Appliance für
die sichere Verbindung zum Fernzugriff.
„Jedes Mal, wenn wir eine neue Maschine
zusammen mit Remote Service verkaufen,
installieren und konfigurieren wir einfach
den Scalance S während der Montage, und
die Maschine ist für den Fernzugriff eingerichtet.
Beim Kunden vor Ort brauchen wir
nur eine Internetverbindung und schon sind
wir fertig“, fährt Machado fort. Auf die gleiche
Weise kann Robopac auch Bestandsmaschinen
zu Sinema Remote Connect migrieren:
Den Scalance S installieren, ein paar Kabel
anschließen, den neuen Client auf dem
Server konfigurieren – „es dauert wirklich
nur wenige Minuten und geht sehr einfach
und leicht im Vergleich zu anderen Systemen“,
lobt Machado.
Kostengünstig und trotzdem sicher
Guzman sieht neben der Kosten- und Zeitersparnis
bei der Installation und Einrichtung
noch weitere Vorteile: „Brasilien ist ein sehr
wettbewerbsintensiver Markt. Deshalb müssen
wir immer darauf achten, dass wir für
den Preis, den wir verlangen, die optimale
Leistung bieten. Bei anderen Systemen mit
Fernzugriff muss mit der Maschine ein dedizierter
PC geliefert werden. Hier können wir
mit einem Scalance S den gleichen oder sogar
besseren Service anbieten.“ Die Kommunikation
ist vollständig verschlüsselt und mit
Zertifikaten und Firewalls an beiden Enden
gesichert, so dass für den Fernzugriff ein
Höchstmaß an Cybersicherheit gewährleistet
werden kann. Hinzu kommt, dass die Kunden
über einen Schlüsselschalter auch die
physische Kontrolle über die Fernverbindung
haben. Ohne Erlaubnis des Kunden ist
also kein Zugriff auf die Maschine möglich.“
Die Summe dieser Vorteile trägt dazu bei,
dass Robopac einen wachsenden Kundenstamm
überzeugen kann: Weit über 30 neue
Maschinen wurden bereits mit Sinema Remote
Connect ausgeliefert „und die Kunden
sind begeistert“, berichtet Machado. Der
Grund liegt auf der Hand: Je schneller Robopac
ein Problem mit einer Maschine lösen
kann, desto schneller ist sie wieder online.
Da somit Tage an unnötiger Ausfallzeit
eingespart werden, profitiert der Kunde
schnell von höherer Produktivität und höherem
Umsatz. Darüber hinaus reduziert
der Remote Service die bei Reise anfallenden
Emissionen und lässt die Techniker und
Ingenieure produktiver arbeiten: Statt im
Flugzeug oder im Auto zu sitzen, können
unsere Mitarbeiter sich tatsächlich der Lösung
des Problems widmen.
Mehr als nur besserer Service
Nach Ansicht von Machado und Guzman
gibt es für Sinema Remote Connect aber
noch mehr Potenzial. Die sichere und einfach
wartbare Lösung mit Sinema Remote
Connect ermöglicht nicht nur einen schnelleren
und besseren Service für den Kunden.
Sondern sie lässt sich, so Guzman, auch zur
Verbesserung der Maschinenleistung im Betrieb
einsetzen: „Im Moment liegt der Fokus
in Brasilien sehr stark auf der Geschwindigkeit
und Qualität der Fehlerbehebung. Wenn
wir uns aber weitere Bereiche anschauen,
dann ist es ziemlich offensichtlich, dass wir
mit Sinema Remote Connect auch zur effizienteren
und effektiveren Maschinennutzung
beitragen können – so dass unsere
Kunden produktiver arbeiten, ihre Kosten
senken und die Nachhaltigkeit der Produktion
erhöhen können. Es gibt viele Möglichkeiten
– Sinema Remote Connect bietet uns
dafür die Ausgangsbasis.“
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Siemens
Halle 11, Stand 100
AUTORIN:
JAQUELINE FREITAS
JARDIM
Sales Specialist,
Siemens
AUTOR:
JEFERSON LUAN
BRAUN
Sales Professional,
Siemens
cav 07-2025 19
Automatisierungslösung um KI erweitert
Bild: Mesago Messe Frankfurt GmbH / Arturo Rivas Gonzalez
Vom 25. bis 27. November 2025 öffnet die
Fachmesse SPS – Smart Production Solutions
in Nürnberg erneut ihre Tore. Rund 1150
Aussteller präsentieren in 15 Messehallen
aktuelle Technologien und Lösungen für die
industrielle Automatisierung. Das Spektrum
reicht von Sensorik, Steuerungstechnik und
Software bis zu kompletten Systemlösungen
für die smarte Produktion. Ein Schwerpunkt
der diesjährigen Veranstaltung liegt auf dem
Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der
Fertigung. Die Messe zeigt praxisnahe Anwendungen
– von KI-gestütztem Engineering
über intelligente Steuerungsgeräte bis
zu Predictive-Maintenance-Tools und adaptiver
Produktionssteuerung. Damit wird deutlich,
wie tiefgreifend Industrial AI Prozesseffizienz
und Ressourcennutzung verändert.
Begleitend bieten die SPS Stages in mehreren
Hallen Fachvorträge und Diskussionen
zu Digitalisierung, Cybersecurity, nachhaltiger
Produktion und industrieller Transformation.
Die Technology Stage von VDMA
und ZVEI rückt Industrial AI besonders in
den Fokus. Nachwuchsinitiativen wie der
Makeathon, die Start-up Area und der Stand
Young Innovators fördern den Austausch
zwischen Industrie und neuen Talenten.
Bosch Rexroth treibt die softwarezentrierte,
vernetzte und
KI-basierte industrielle Automatisierung
mit der Plattform ctrlX
Automation konsequent voran.
Die Neuerungen umfassen erweiterte
Hardware, KI-Funktionalitäten
auf allen Leistungsebenen,
die softwarebasierte Safety
PLC, neue Apps im ctrlX OS Store
und vorkonfigurierte Solution
Sets. Die modulare Steuerung
ctrlX Coreplus integriert KI direkt
am Edge, bietet gesteigerte
Rechenleistung für Vision- und
KI-Anwendungen und mehr
Speicher für lokale Datenverarbeitung.
Skalierbare IPCs mit
Nvidia-GPU und leistungsstarke
HMIs ergänzen das System. Die
Copilot für PAT
Safety PLC-App ermöglicht
funktionale Sicherheit ohne zusätzliche
Hardware und reduziert
Platz- und Kostenaufwand.
23 neue I/O-Module, erweiterte
Motion-Systeme der ctrlX Flow-
Familie sowie das kompakte,
energieeffiziente Antriebsportfolio
sorgen für Flexibilität und
Effizienz. Solution Sets und der
ctrlX OS Store mit 86 Apps vereinfachen
Integration, Projektlaufzeiten
und Sicherheitsmanagement
– ein konsequenter
Schritt in Richtung digitalisierte,
intelligente Fertigung.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Bosch Rexroth
Halle 7, Stand 450
Der Industrial Copilot von Siemens für Prozessanalysentechnik
(PAT) ist ein intelligenter, offlinefähiger Assistent,
der bei der Fehlersuche und Wartung von Analysegeräten
unterstützt. Er liefert sofortige, kontextbezogene Anleitungen
auf Basis von Handbüchern, Serviceberichten und
Nutzerdokumenten – ganz ohne Cloud oder Internet. Entwickelt
für sensible Umgebungen, sorgt er für Compliance
und bringt KI-gestützte Effizienz in die industrielle Instandhaltung.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Siemens
Halle 11, Stand 100
Bild: Siemens
Bild: Bosch Rexroth
20 cav 07-2025
Energieführung für alle Fälle
Industrial AI direkt in die Fertigung
Ein Schwerpunkt der diesjährigen
SPS liegt bei ABB auf Industrial
AI, die Prozesse im Maschinenbau
effizienter, flexibler und
fehlerresistenter machen soll.
Eine aktuelle VDMA-Studie
zeigt, dass KI-Technologien
Stillstandzeiten reduzieren, Produktionsprozesse
schneller anpassen
und Ressourcen effizienter
nutzen können. ABB greift
diese Erkenntnisse auf und präsentiert
praxisnahe Lösungen
für Unternehmen. Der neue AIbasierte
Crealizer Assistent unterstützt
insbesondere weniger
erfahrene Ingenieure bei der
Bild: ABB
Softwareentwicklung auf der
Plattform ABB Crealizer, indem
er in Echtzeit auf hochauflösende
Messdaten zugreift und interaktive
Hilfestellungen bietet. Ergänzend
ermöglicht der Leistungsschalter
Emax3 Betreibern
kritischer Infrastrukturen, ihre
Prozesse durch intelligente Algorithmen
für vorausschauende
Wartung zu optimieren – inklusive
integrierter Sensorik und
Cybersicherheitszertifizierung
nach Security Level 2.
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Mit dem Heluchain System präsentiert Helukabel eine
modulare Systemlösung für lineare Bewegungsanwendungen
im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der
industriellen Automation. Der Baukasten kombiniert
Energieführungsketten, hochflexible Leitungen, individuelle
Konfektionen und Zubehör zu perfekt abgestimmten
Komplettsystemen. Ein Highlight ist die Heluchain
Plastic Link 4-45, die mit stabiler Konstruktion,
Laufruhe und einfacher Montage überzeugt. Neues Zubehör
– etwa ein Gleitschuh zur Lebensdauerverlängerung,
eine kostengünstige Zugentlastung und nachrüstbare
Seitenelemente – erhöht die Flexibilität zusätzlich.
Ergänzend zeigt Helukabel neue, besonders robuste Leitungen
für Profibus- und Profinet-Systeme mit abriebfestem
TPE-Mantel. Anwender erhalten komplette, konfektionierte
Energieführungsketten aus einer Hand – inklusive
Steckverbinder.
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Bild: Helukabel
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Zukunft der Industriekommunikation und gestalten
die Sensorvernetzung und Prozessdatenübertragung
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für Sensor- und Automatisierungstechnik.
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cav 07-2025 21
cav
MESSEVORSCHAU
End-to-End-Lösung für digitale Zwillinge
Industrielles Ladekabel M12 auf USB
Auf der SPS 2025 demonstrieren
Conplement und R. Stahl, wie
digitale Zwillinge entlang der
gesamten Wertschöpfungskette
genutzt werden können – von
der Erstellung über den Betrieb
bis zur produktiven Anwendung.
Mit Twinstudio lassen sich Verwaltungsschalen
(AAS) und Teilmodelle
standardkonform modellieren,
während der Semantic
Connector Daten aus ETL-Strecken
oder Quellsystemen in Teilmodelle
überführt. Für den Betrieb
bietet die skalierbare Plattform
Twinsphere Funktionen
wie Product-Change-Notifications,
Daten-Push und eine Technical-Data-Suche.
In der Nutzung
sorgt das Digital Twin Portal
von R. Stahl als White-Label-
Lösung für interaktive Zugriffsmöglichkeiten
auf Typ- und Instanz-Schalen,
integriert Backend-Prozesse
wie SAP-Workflows
und ermöglicht Bulk-
Handling sowie Service-Orders.
Die Lösung erfüllt regulatorische
Anforderungen, ist EUkonform
und unterstützt offene,
interoperable Metamodelle inklusive
Digital Product Pass. So
entsteht ein durchgängiger, zukunftssicherer
Digitaler Zwilling,
der Prozesse automatisiert,
Integrationskosten reduziert und
Unternehmen eine skalierbare
Plattform für innovative Produktportfolios
bietet.
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Suchwort: Conplement
Halle 5, Stand 160
Bild: Conplement
Turck präsentiert ein robustes, industrietaugliches Ladekabel,
das 24 V(DC) intern wandelt und bis zu 3 A bei 5 V
oder 1,66 A bei 9 V liefert. Das Kabel ist mit einem robusten
M12-Steckverbinder in Schutzart IP 67 ausgestattet und
ermöglicht die zuverlässige Spannungsversorgung von Tablets,
Laptops und anderen mobilen Geräten in rauen Produktionsumgebungen
– ohne zusätzliche 230-V-Schuko-
Steckdosen und AC-Infrastruktur. Damit sparen Unternehmen
AC-Netzteile und Adapter und integrieren mobile IT-
Geräte einfach in bestehende OT-Umgebungen.
Die industrielle Ladelösung reduziert nicht nur den Installationsaufwand,
sondern erhöht auch die Flexibilität in
Produktions- und Logistikanlagen. Anwender können vorhandene
24-V-Versorgungspunkte nutzen, um mobile Geräte
direkt im Feld zu laden oder zu betreiben. Das Kabel
lässt sich mit Standard-Sensorleitungen ohne Spannungsverlust
verlängern. Der M12-Steckverbinder nach IEC
61076-2-101 sorgt für einen sicheren und fehlerfreien Betrieb.
Die Standardvariante mit M12-Stecker und USB-
C-Stecker ist ab Lager verfügbar.
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Suchwort: Turck
Halle 7, Stand 250
Bild; Turck
Ethernet-APL – nahtlose
Konnektivität für
maximale Performance
Die Zukunft der Prozessautomatisierung
beginnt mit Ethernet-APL! Der aplSwitch
von Softing Industrial ermöglicht Ihnen
eine nahtlose Integration von Feldgeräten,
schnelle Übertragungsgeschwindigkeiten
und effiziente Automatisierungsnetze.
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ermöglicht die nahtlose Integration von
PROFIBUS PA-Geräten mit Ethernet-APL für
einen reibungslosen digitalen Übergang.
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22 cav 07-2025
Halle 5, Stand 258
Mehr Leistung auf halbem Platz
Bild: B&R
B&R, die Machine Automation
Division von ABB, stellt mit dem
Acopos P3 einen der bislang
leistungsstärksten Servoantriebe
auf dem Markt vor. Mit bis zu
60 % höherer Leistungsdichte,
achtfacher Rechenleistung bei
gleicher Baugröße und optimiertem
Energieverbrauch reduziert
der Antrieb den Platzbedarf
im Schaltschrank um die
Hälfte. Der Acopos P3 erlaubt
kompakte Hochleistungsmaschinen
mit höherer Produktionsge-
schwindigkeit und verbesserter
Endproduktqualität. Sieben neue
Geräte, darunter Ein- und Zweiachsvarianten
von 32 bis 80 kW,
bieten maximale Skalierbarkeit.
Die hohe Rechenleistung erlaubt
Zykluszeiten von 50 µs für Positions-
und Geschwindigkeitsregelkreise,
während intelligente
Funktionen direkt im Antrieb
ausgeführt werden. Ein neues
Luftstromsystem, beschichtete
Leiterplatten und 17 integrierte
Temperatursensoren sorgen für
Robustheit, sicheren Betrieb an
den Leistungsgrenzen und reduzieren
die Notwendigkeit teurer
Überdimensionierungen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: B&R
Halle 7, Stand 206
Schrittweise zur intelligenten Wartung
ENDLESS COMBINATIONS
Bachmann electronic präsentiert
auf der SPS 2025 eine flexible
Smart Maintenance-Lösung für
Condition Monitoring in der Industrie
4.0. Die skalierbare
Plattform ermöglicht Unternehmen,
die Zustandsüberwachung
ihrer Maschinen und Anlagen
schrittweise einzuführen – von
der Nutzung vorhandener Prozessdaten
über die Integration
spezieller Vibrations- und Netzsensorik
bis hin zu einer vollumfänglichen
vorausschauenden
Wartung. Durch die direkte
Einbindung in die Steuerungsumgebung
können Daten in
Echtzeit analysiert und schnelle
Reaktionen umgesetzt werden.
Im fortgeschrittenen Einsatz
kombiniert das System Sensordaten
mit kinematischen Modellen,
um Schäden an Lagern oder
Getrieben frühzeitig zu erkennen.
Grundlage bilden zertifizierte
Hardwaremodule wie
AIC206 und AIC214 sowie die
Softwareplattform CMSPLC, er-
gänzt durch die Weblog Suite
für umfassendes Datenmanagement
und Analyse. Mit Fokus auf
Redundanz, Security und nahtlose
Integration in Automatisierungsumgebungen
unterstützt
die Lösung Unternehmen, Wartungsprozesse
effizient zu gestalten,
Ausfallzeiten zu minimieren
und die Anlagenverfügbarkeit
nachhaltig zu erhöhen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Bachmann
Halle 7, Stand 281
EIN SCHALTNETZTEIL –
UNZÄHLIGE KOMBINATIONEN
Mit der neuen PFA10-T-Familie
denkt E-T-A den Systemgedanken
konsequent weiter. Diese
neuartigen Schaltnetzteile
sind die Basis für unzählige
Lösungen: Ein überzeugendes
Systemkonzept aus Stromversorgung,
Stromverteilung und
Absicherung. Auch für Ihre Anwendung.
Mehr erfahren:
e-t-a.de/
onepowersupply
Bild: Bachmann
cav 07-2025 23
cav FOKUS PROZESSAUTOMATION
Bilder: Eirich
Digitale Lösungen sind in Zukunft unverzichtbar, um die Produktion zu optimieren
Kompetenzen in neue Geschäftsmodelle übersetzen
Mit Partnern lässt sich der
Mittelstand digitalisieren
Wie gelingt die Digitalisierung im Mittelstand? Die Maschinenfabrik Gustav Eirich
zeigt, wie Unternehmen durch Partnerschaften und praxisnahe Ansätze eigene
digitale Geschäftsmodelle entwickeln können. Mit dem Joint Venture Prosio vision
überführt Eirich seine verfahrenstechnische Expertise in intelligente, datengetriebene
Lösungen – und beweist, dass Digitalisierung auch im Mittelstand wirtschaftlich,
skalierbar und kundennah funktionieren kann.
Digitalisierung gilt oft als Spielfeld großer
Konzerne. Sie haben die Budgets, die Strukturen,
die Teams für eigene IT-Lösungen. Doch
gerade im Mittelstand entscheidet sie über
Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen müssen
das Thema forcieren und können sogar Vorteile
aus ihrer Situation ziehen. Sie sind näher
am Kunden, schneller in Entscheidungen und
verfügen über gewachsenes Prozesswissen.
Die Maschinenfabrik Gustav Eirich hat genau
diese Stärken genutzt und daraus ein neues
Geschäftsmodell entwickelt. Mit dem Joint
Venture Prosio vision zeigt das Unternehmen,
wie digitale Produkte und Lösungen erfolgreich
auf den Markt gebracht werden
können – praxisnah, wirtschaftlich und ohne
Umwege über große Pilotprogramme.
Aus Technik wird Geschäftsmodell
Eirich ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher
Partner für Verfahrenstechnik in der Mischund
Aufbereitungstechnik. Doch die Anforderungen
haben sich verändert. Prozesse
sind komplexer, Kunden verlangen mehr
Transparenz, Energie- und Rohstoffkosten
steigen. Für viele Unternehmen bedeutet
das: digitale Lösungen werden unverzichtbar.
Die Frage ist, wie man sie entwickelt.
Eirich hat sich entschieden, diesen Schritt
nicht allein zu gehen. Gemeinsam mit Prosio
engineering entstand das Joint Venture
Prosio vision: ein Unternehmen, das optische
Systeme, Sensorik und digitale Auswertung
so einsetzt, dass Produktionsleiter ihre
Anlagen besser steuern können. Die Basis
bleibt das Verfahren, ergänzt durch Daten.
Das Ergebnis sind Empfehlungen, die nicht
abstrakt bleiben, sondern den Anlagenfahrern
im Alltag helfen.
Geschwindigkeit durch Partnerschaft
Große Konzerne können eigene Abteilungen
aufbauen, Mittelständler brauchen andere
Wege. Eirich wählte die Partnerschaft. Das
Joint Venture ermöglichte es, Kompetenzen
zu bündeln und schnell Ergebnisse zu liefern.
Statt langjähriger Entwicklungsprojekte
konnte ein kleines Team in Lauf an der Pegnitz
in kurzer Zeit marktfähige Systeme entwickeln.
Kurze Entscheidungswege, enge
Verbindung zum Kunden und ein klarer Fokus
auf Nutzen machten das möglich.
24 cav 07-2025
Mit den richtigen Messwerten aus der
Schüttguttechnik lassen sich Dashboards
erzeugen, die einen Überblick über die
aktuelle Produktion geben
Prosio vision setzt optische Systeme, Sensorik und digitale Auswertung so
ein, dass Produktionsleiter ihre Anlagen besser steuern können
Digitalisierung mit Bodenhaftung
Prosio vision verfolgt ein klares Ziel: mehr
wirtschaftlicher Nutzen, als das System kostet.
Das geschieht über drei Schritte: vorhandene
Daten erfassen, zusätzliche Messwerte
ergänzen, daraus konkrete Handlungsanweisungen
ableiten.
Die Effekte sind messbar: weniger Ausschuss,
geringerer Energieverbrauch, weniger
Stillstand. Dazu mehr Transparenz in
Echtzeit durch optische Inline-Messsysteme.
Kunden erhalten Kennzahlen wie Partikelgrößenverteilung
oder Prozessstabilität direkt
aus der laufenden Produktion. Digitalisierung
wird so nicht zum Selbstzweck,
sondern zum Werkzeug für Effizienz.
Was bedeutet das im regulären Alltag einer
Produktion?
• Frühwarnsystem statt Feuerwehr: Intelligente
Sensorik und Kamerasysteme entdecken
Instabilitäten, Verlustquellen und
Qualitätsabweichungen früh – bevor sie
zum Problem werden.
• Prozessbegleitung statt Einzelmaßnahme:
Der Produktionsprozess wird kontinuierlich
analysiert, nicht nur punktuell geprüft.
Die Kombination aus Datenanalyse
und verfahrenstechnischem Fachwissen
liefert dabei die Basis für Verbesserungen.
• Klarheit statt Rätselraten: Mit optischen
Inline-Messsystemen wie VC1/VC2 stehen
dem Kunden in Echtzeit Kennzahlen wie
Partikelgrößenverteilung, Formfaktoren
oder Prozessstabilität zur Verfügung.
Die Intention liegt nicht darin, das Knowhow
des Anlagenfahrers zu ersetzen, sondern
es zu unterstützen.
Einstieg mit überschaubarem Risiko
Mittelständische Industrieunternehmen
scheuen oft die hohen Investitionen für die
umfassende Digitalisierung der Produktion.
Es ist deshalb entscheidend, dass der Einstieg
in das Thema kalkulierbar bleibt. Prosio
vision verfolgt daher einen modularen
Ansatz. Betriebe können mit einer Kamera
oder einem Dashboard beginnen, erste Erfahrungen
sammeln und den Umfang bei
Bedarf erweitern. So entstehen Lösungen,
die mit den Anforderungen wachsen, ohne
hohe Einstiegshürden zu schaffen.
Der Ansatz des Unternehmens und der Kundenansprache:
Nicht Produkte verkaufen,
sondern Probleme lösen. Jeder Kunde erhält
eine spezifische Lösung, die zu seinem Prozess
passt, entwickelt nach Machbarkeitsstudien,
nicht nach Katalog.
Partnerschaft statt Projektgeschäft
Digitalisierung verlangt Kontinuität und endet
nicht mit der Inbetriebnahme. Prosio
vision versteht sich als Begleiter, nicht als
Lieferant. Regelmäßige Analysen, Schulungen
und Prozessentwicklung sichern, dass
Verbesserungen dauerhaft greifen. Das Modell:
der externe Prozessingenieur, der neben
der Linie steht, nicht nur bis zur Abnahme,
sondern auch danach. So wurde das
Thema Digitalisierung für Eirich nicht nur
zum Produkt, sondern zur partnerschaftlichen
Dienstleistung.
Chancen nutzen
Das Vorgehen zeigt, dass Mittelständler Digitalisierung
nicht outsourcen oder auf Pilotprojekte
beschränken müssen. Sie können
eigene Kompetenzen nutzen, sie mit Partnern
erweitern und daraus neue Geschäftsmodelle
entwickeln. Prosio vision ist dafür
ein Beispiel: schnell gegründet, schlank aufgestellt,
klar am Nutzen orientiert. Das Unternehmen
konnte so eine Lücke schließen.
Viele Produktionsleiter wissen, dass ihre Anlagen
mehr könnten, ihnen fehlen aber Daten,
Transparenz und konkrete Empfehlungen,
um die Produktion zu optimieren.
Der Weg ist übertragbar: Wer seine Kompetenzen
kennt, passende Partner findet und
mutig investiert, kann auch ohne Konzernstrukturen
digitale Produkte schaffen. Für
den Mittelstand liegt darin eine zentrale
Botschaft: Digitalisierung ist nicht nur
Pflicht, sondern Chance – vorausgesetzt, sie
wird als Teil des Geschäfts verstanden.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Eirich
AUTOR:
PHILIPP PAHL
Produktmanager digitale
Lösungen,
Eirich
cav 07-2025 25
cav FOKUS PROZESSAUTOMATION
Cybersecurity mit Managed Detection Response (MDR) in der Pharmaindustrie
Schutzschirm für Schwabe
Mit der fortschreitenden digitalen Transformation und internationalen Expansion
geraten die IT- und OT-Landschaften von Pharmaunternehmen zunehmend ins Visier
von Cyberkriminellen. Klassischer Perimeterschutz reicht längst nicht mehr aus. Wie
Managed Detection and Response (MDR) als Schutzschirm wirkt, zeigt das Beispiel
des Pharmaherstellers Schwabe.
des Cybersecurity-Experten Obrela: Rund
29 % aller Vorfälle entfallen auf verdächtige
interne Aktivitäten – darunter missbrauchte
Benutzerkonten oder unautorisierte Zugriffe.
Weitere 24 % betreffen branchenspezifische
Risiken wie Eingriffe in Lieferketten
oder Manipulation von Maschinenkonfigurationen.
Hinzu kommen 17 % Malware-
Angriffe, die vor allem auf alte Infrastrukturen
zielen, sowie Bedrohungen durch unsichere
Schnittstellen, Reconnaissance und
externe Infiltration.
Pharmaindustrie im Visier: Cyberangriffe bedrohen Forschung und Produktion
Produktionssysteme in der Pharmaindustrie
sind längst nicht mehr abgeschottet. Operational
Technology (OT) – also Steuerungssysteme
wie Scada oder ICS, die Maschinen, Anlagen
und Fertigungsprozesse regeln – ist
eng mit klassischer IT verknüpft. Diese Konvergenz
bringt Effizienz, schafft aber zugleich
neue Risiken: Angreifer können heute
nicht nur in Büro- oder Cloud-Systeme eindringen,
sondern auch Produktionsanlagen
stören, manipulieren oder stilllegen. Damit
steht die Geschäftskontinuität ebenso auf
dem Spiel wie die Sicherheit sensibler Daten.
Die Angriffe sind vielseitig: Hochspezialisierte
Gruppen wie Lazarus oder APT33 setzen
auf Malware, Phishing-Kampagnen oder
das Ausnutzen von Remote-Zugängen, um
in hybride IT-/OT-Umgebungen vorzudringen.
Ein typisches Muster: Eine gefälschte
Lieferanten-E-Mail mit infiziertem Anhang
öffnet das Tor ins Firmennetz. Von dort aus
bewegen sich die Angreifer lateral, spähen
Zugänge aus und nehmen Produktionsprozesse
ins Visier. Schon kleine Manipulationen
können große Folgen haben – von der
Unterbrechung von Lieferketten über Ausfälle
in der Fertigung bis hin zu gezielter Industriesabotage.
Branche unter Druck
Wie stark die Branche unter Druck steht,
zeigt der Digital Universe Report (H1/2025)
Bild: laddawan – stock.adobe.com
Neue Sicherheitsansätze erforderlich
Diese Bedrohungen prallen auf hybride IT-/
OT-Umgebungen, in denen Produktionsanlagen,
Cloud-Dienste und Legacy-Systeme
eng miteinander verflochten sind. Besonders
die Brücken zwischen IT und OT – von Scada-Steuerungen
bis zu Remote-Maintenance-Zugängen
– sind kritische Einfallstore.
Gleichzeitig wächst der regulatorische
Druck: Vorgaben wie NIS2, die Kritis-Verordnung
oder branchenspezifische Standards
wie GxP verlangen von Unternehmen, dass
sie ihre Sicherheitsmaßnahmen jederzeit
nachweisen und Audits bestehen können.
Operative Herausforderungen stellen eine
weitere Herausforderung dar. Cyberangriffe
passieren nicht im 9-to-5-Rhythmus, sondern
rund um die Uhr. Effektives Monitoring
und schnelle Reaktionen sind deshalb
unverzichtbar – stoßen aber angesichts von
Fachkräftemangel und knappen Ressourcen
an Grenzen. Zugleich gilt es, Security Operations
über internationale Standorte hinweg
einheitlich zu skalieren und zu steuern.
Fragmentierte Einzellösungen reichen dafür
nicht mehr aus. Gefragt ist eine konsolidierte
Sichtweise auf die gesamte Bedrohungslage
– von der IT über die Produktionsumgebungen
hinweg.
26 cav 07-2025
Bild: Obrela
Bild: Obrela
Cybervorfälle in der Industrie laut Obrela Digital Universe Report
H1/2025
Kernbausteine von Managed Detection and Response (MDR)
Managed Detection Response (MDR)
Genau hier setzen Managed Detection and
Response (MDR) Ansätze an. Sie vereinen
drei Kernaufgaben: Bedrohungen erkennen,
Vorfälle eindämmen und kontinuierlich
nach Angreifern suchen. Im Unterschied zu
klassischen Tools geht es nicht nur darum,
Alarme auszugeben, sondern Angriffe in
Echtzeit einzuordnen und zu stoppen. Das
Herzstück ist ein Security Operations Center
(SOC), das rund um die Uhr Daten sammelt,
auswertet und gezielt eingreift.
Ein weiterer Vorteil: MDR betrachtet IT- und
OT-Umgebungen gemeinsam. So lassen sich
Angriffe nicht nur in Büro- und Cloud-Systemen,
sondern auch in Produktionsanlagen
aufspüren. Transparente Berichte und KPIs
schaffen Nachvollziehbarkeit gegenüber
Management und Regulatoren. Ergänzend
können Unternehmen Dienste wie
Schwachstellenscans, Penetrationstests oder
standardisierte Playbooks einbinden. Das
entlastet interne Teams und ermöglicht, Security
Operations auch über internationale
Standorte hinweg konsistent zu steuern.
Worauf kommt es bei der Wahl eines MDR-
Ansatzes an? Unternehmen sollten prüfen,
ob ein Anbieter echte 24/7-SOC-Abdeckung
mit erfahrenen Analysten sicherstellt,
IT- und OT-Umgebungen gleichermaßen
abdeckt und neben der reinen Erkennung
auch Incident Response bietet. Ebenso
wichtig sind Transparenz und Nachvollziehbarkeit
durch KPIs und Berichte – gerade im
Hinblick auf regulatorische Anforderungen.
Nur im Zusammenspiel dieser Faktoren
wird MDR zu einem wirksamen Schutzschirm
für die gesamte Organisation.
Beispiel Schwabe-Gruppe
Wie sich diese Anforderungen konkret umsetzen
lassen, zeigt das Beispiel der Schwabe-Gruppe.
Der Unternehmensverbund gehört
mit über 150 Jahren Marktpräsenz zu
den ältesten pharmazeutischen Herstellern
Europas. Zum Konzern zählen mehrere Unternehmen
der Pharma- und Gesundheitsindustrie,
die auf pflanzliche Wirkstoffe setzen.
Mit der internationalen Expansion und
der wachsenden Digitalisierung nahmen jedoch
auch die Cyberrisiken deutlich zu. Besonders
die komplexen IT- und OT-Umgebungen
mussten gezielt abgesichert werden.
Das IT-Team formulierte deshalb klare Anforderungen
an einen künftigen Sicherheitspartner:
konsolidiertes Monitoring, Entlastung
der eigenen Teams, skalierbare Services
sowie zusätzliche Leistungen wie Penetrationstests
und Schwachstellenscans.
Nach einer umfassenden Ausschreibung entschied
sich Schwabe für den Cybersecurity-
Experten Obrela. Ausschlaggebend war, dass
die Lösung Swordfish alle definierten Kriterien
abdeckte: moderne MDR-Technologie
in der Cloud (auf Basis von Microsoft Sentinel
und Lighthouse) ebenso wie die Integration
in bestehende Systeme. Die zentrale
Plattform ermöglicht einheitliches Sicherheitsmonitoring,
Verwaltung von Serviceanfragen
und KPI-Tracking. Ein Pluspunkt war
zudem das schnelle Onboarding: Der Service
war kurzfristig einsatzbereit und ließ
sich Schritt für Schritt auf weitere Log-
Quellen und Standorte ausweiten.
Mit dem MDR von Obrela gewann Schwabe
Transparenz über die gesamte Bedrohungslage
und konnte die internen IT-Teams spürbar
entlasten. Monatliche Schwachstellenscans,
abgestimmte Playbooks, regelmäßige
Service-Calls und strategische Business Reviews
ergänzen den Betrieb und stärken die
Sicherheitsorganisation. Dadurch konzentriert
sich die interne IT stärker auf Architektur
und Weiterentwicklung, während die
Security Operations zuverlässig rund um die
Uhr laufen. Die Skalierbarkeit der Lösung
macht es außerdem möglich, den Schutz
auch international auszurollen und die
Grundlage für ein zukünftiges OT-Monitoring
zu legen. Insgesamt konnte Schwabe so
die eigenen Sicherheitskennzahlen deutlich
verbessern, das Unternehmen nachhaltig
schützen und ein hohes Maß an Wachsamkeit
und Fachwissen bewahren.
Mit MDR etabliert sich ein Ansatz, der als
Service funktioniert: Unternehmen können
auf spezialisierte Expertise und rund um die
Uhr verfügbare Security Operations zurückgreifen,
ohne eigene Ressourcen im gleichen
Maß aufbauen zu müssen. Für IT-Entscheider
bedeutet das: Der Schutzschirm gegen
Angriffe wird nicht einfach implementiert,
sondern kontinuierlich weiterentwickelt
– ein pragmatischer Weg, um wachsenden
Risiken in Pharma und Industrie zu
begegnen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Obrela
AUTOR:
STEFAN BANGE
Managing Director Germany,
Obrela
cav 07-2025 27
cav FOKUS PROZESSAUTOMATION
Unterstützung für die Sicherheitssteuerung
Prozesssicherheit dank
intelligenter Feldgeräte
Die Aufrechterhaltung der Prozesssicherheit in einer Chemieanlage ist aufgrund der
großen Anzahl der bestehenden Gefahren komplex. Die wichtigsten Systeme in einer
Chemieanlage sind die Prozessleitsysteme (DCS) in Verbindung mit einer geeigneten
Sicherheitssteuerung (SIS). Moderne Instrumentierung hilft Risiken in Chemieanlagen
zu reduzieren und gleichzeitig die Prozesseffizienz aufrechtzuerhalten.
Mit moderner Instrumentierung lassen sich Risiken in Chemieanlagen reduzieren
Bilder: Emerson
Sicherheitsgerichtete Systeme (SIS) sollen
Anlagen und Prozesse in vorher festgelegten
Gefahrenszenarien in einen sicheren Zustand
bringen. SIS bestehen aus mindestens
einer sicherheitsgerichteten Funktion (SIF).
Dabei handelt es sich um eine Reihe von
Maßnahmen, die ein Gerät ergreift, um das
Risiko zu mindern oder zu reduzieren. Im
Alltag einer Chemieanlage müssen Dutzende
oder sogar Hunderte von SIFs koordiniert
werden, um die erforderlichen Schutzebenen
zu gewährleisten. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten,
kann ein schlecht geregelter
Prozess instabil werden, denn das Sicherheitssystem
ist mit den mehreren, gleichzeitigen
Anforderungen überlasten. Notabschaltungen
und eine geringere Anlageneffizienz
sind die Folgen. Wird das SIS mit den
richtigen Überwachungs- und Kontrollsystemen
unterstützt, kann der Prozess in den
meisten Fällen stabil gehalten werden. Auch
das Anlagenpersonal spielt in deisem Fall eine
entscheidende Rolle. Hat es tiefe Einblicken
in den Prozesszustand und wird von
präzise verwalteten Alarmen unterstützt,
kann es handeln, bevor es zu einem Vorfall
kommt. Moderne Messgeräte im Bereich der
funktionalen Sicherheit, erzeugen umfassende
Daten, die dem Anlagenpersonal Einblicke
in mögliche Probleme geben. Diese Geräte
können eine Vielzahl von Anlagen- und
Prozessunregelmäßigkeiten frühzeitig erkennen.
Feldgeräte mit Diagnosefunktion
Ein Beispiel sind Druckmessumformer, die
mit erweiterter Diagnose ungewöhnliche
Zustände erkennen. Emerson bietet hierzu
beispielsweise den sicherheitszertifizierten
Druckmessumformer Rosemount 3051S
mit erweiterter Diagnose. Er kann Änderungen
in der Signatur des Prozessrauschens
feststellen, die auf ein Problem im
Prozess wie eine instabile Ofenflamme
oder Pumpenkavitation hindeuten. Der
Messumformer ist auch in der Lage, im Falle
verstopfter Impulsleitungen, die zur
Übertragung von Drucksignalen vom Prozess
zum Messumformer verwendet werden,
bzw. anderer Probleme mit dem Prozessanschluss
zu warnen.
Überwachung der Gerätefunktion
Zur Unterstützung der Störungsbeseitigung
hilft die Gerätediagnose dabei, den Gesamtzustand
eines Geräts oder eines Gerätebauteils
zu ermitteln. Probleme wie Wasser im
Anschlussgehäuse, beschädigte Kabel oder
korrodierte Klemmen, instabile Spannungsversorgung
oder unsachgemäße Erdung
können erkannt werden. Viele Probleme im
28 cav 07-2025
Bilder: ‚Emerson
Ein effektives, integriertes Leit- und Sicherheitssystem kombiniert mit modernen
Messgeräten und Feldgeräten gewährleistet einen stabileren, sichereren Prozess.
Sicherheitszertifizierter Messumformer mit moderner
Diagnose
Zusammenhang mit der Performance von
Messgeräten sind auf eine fehlerhafte Installation
zurückzuführen. Um dem entgegenzuwirken,
ist eine Installationsdiagnose verfügbar,
die sicherstellt, dass die Geräte korrekt
eingerichtet sind und ordnungsgemäß
funktionieren. Sind diese Diagnosefunktionen
komplett aktiviert, kann das Wartungsund
Instandsetzungspersonal diese Funktion
zur Problembeseitigung nutzen, bevor es zu
einer fehlerhaften Systemauslösung (False
Trip) kommt.
Magnetisch-induktive Rosemount-Durchflussmessgeräte
und Micro-Motion-Coriolis
Durchflussmessgeräte von Emerson sind mit
Smart Meter Verification erhältlich. Hierbei
handelt es sich um eine spezielle Auswahl
von Diagnosefunktionen, die die Leistung
und Integrität des gesamten Durchflussmessgeräts
während des Prozesses kontinuierlich
überwachen. Dieses Diagnose-Tool
liefert Informationen in Echtzeit, um die
Genauigkeit der Durchflussmessung sicherzustellen
und zu überprüfen, ob die Kalibrierung
des Durchflussmessgeräts innerhalb
der Spezifikation liegt. In Verbindung
mit einem digitalen Kontrollnetzwerk kann
diese Diagnosesoftware geplante Routengänge
überflüssig machen und die Prüfintervalle
verlängern. Dies erlaubt es dem Instandhaltungspersonal,
den Aufenthalt im
gefährlichen Anlagenbereich auf ein Minimum
zu reduzieren. Die Smart-Meter-Verification-Funktion
ist auch in den neuesten
berührungslosen Radar-Füllstandsmessumformern
von Emerson verfügbar.
Diese Diagnosefunktion zeigt an, wenn mit
dem Prozess oder der SIF etwas nicht
stimmt. Wenn diese Probleme nicht erkannt
und behoben werden, kann es zu einer fehlerhaften
Systemauslösung kommen. Moderne
Diagnosefunktionen bieten daher einen
doppelten Nutzen: Sie geben Aufschluss
über den Zustand der Anlagen und über Änderungen
im Prozess. Zudem verbessern sie
gleichzeitig die Verfügbarkeit, indem sie das
Risiko für Fehlauslösungen reduzieren.
Wiederkehrende Prüfung vereinfacht
Bei Überfüllsicherungen bieten sicherheitszertifizierte
Füllstandsmessgeräte wie berührungslose
Radar-Füllstandsmessumformer
eine sehr zuverlässige und genaue kontinuierliche
Überwachung der Füllstände in
Behältern, Reaktoren und Tanks. Sie unterstützen
SIFs, die dazu dienen, Füllvorgänge
abzuschalten, bevor sie den Füllstandsgrenzwert
erreichen, und Änderungen der Füllstände
aufgrund von Leckagen zu erkennen.
Wiederkehrende Prüfungen sind obligatorisch,
um sicherzustellen, dass die einzelnen
in einem Überfüllsicherungssystem verwendeten
Geräte keine internen Probleme aufweisen.
Moderne Geräte wie der SIS-zertifizierte
Füllstandsmessumformer Rosemount
3408 verfügen über Funktionen, die es ermöglichen,
wiederkehrende Prüfungen aus
einer sicheren Umgebung heraus durchzuführen,
so dass das Wartungspersonal während
der Prüfungen nicht auf Tanks steigen
und den normalen Betrieb unterbrechen
müssen. Somit wird das Verfahren nicht nur
schneller und effizienter, sondern zudem
die Sicherheit des Personals erhöht.
Kontinuierliche Überwachung
Eine wirksame Automatisierung kann auch
manuelle Prozesse minimieren, z. B. Routengänge
des Anlagenpersonals zur Erfassung
von Daten über den Anlagenzustand oder
zur Durchführung von Prüfungen. Ein gutes
Beispiel ist die kontinuierliche Überwachung
von Sicherheitsventilen (PRV) und
Kondensatableitern mit Wireless-Akustikmessumformern.
PRVs sind wichtige Sicherheitseinrichtungen,
die jedoch nach
dem Ansprechen oft zum Teil undicht sind.
Dadurch kann das Prozessmedium langsam
austreten, was wiederum die Fähigkeit des
Ventils beeinträchtigt, sich bei einem erneuten
Vorfall korrekt zu öffnen. Gleichzeitig
werden Energie und Einsatzstoffe verschwendet,
und die Emissionen nehmen
zu. Auch bei Kondensatableitern kommt es
häufig zu Fehlfunktionen, die zu Dampfund
Energieverschwendung führen. Außerdem
können sicherheitsrelevante Vorfälle
auftreten, wenn sich Kondensat in den
Dampfleitungen zurückstaut, was zu Rohrleitungsbrüchen
und anderen Anlagenschäden
aufgrund von Druckstößen führt. Die
Verfügbarkeit von Wireless-Akustikmessumformern
hat eine einfache Möglichkeit
für die Zustandsüberwachung von Kondensatableitern
geschaffen. Durch die kontinuierliche
Überwachung kann das Anlagenpersonal
sofort erkennen, ob ein Abscheider
fehlerbehaftet ist, so dass Probleme
schnell behoben werden können. Durch
die Abschaffung manueller Routengänge ist
das Personal keinen potenziellen Gefahren
ausgesetzt und kann wichtigere Aufgaben
vornehmen, die zur Verbesserung der Anlageneffizienz
beitragen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Emerson
AUTOR:
DAVID WESTERMANN
Product Manager
Rosemount Pressure DACH,
Emerson
cav 07-2025 29
Dezentrale Antriebselektronik
Bild: Nürnbergmesse
Bild: Nord Drivesystems
Drei Tage voller Inspirationen, Innovationen
und Austausch über Verfahrenstechnik und
Prozesse sowie Verpackungstechnik und Verpackungsmaterialien.
Die Powtech-Technopharm
und Fachpack brachten im Messezentrum
Nürnberg rund 72 000 Menschen,
zusammen. Zahlreiche Aussteller präsentierten
Lösungen, die beide Welten verbinden.
An den Messeständen und im Rahmenprogramm
der Fachpack tauschte sich die Community
über Trends und Innovationen aus
und diskutierte wichtige Fragen rund um
Kreislaufwirtschaft, Regularien, Automatisierung,
Digitalisierung und KI. Der internationale
Anteil der Gäste lag bei 37 %. Für
Praxiswissen aus erster Hand für die Pulverund
Schüttgut-Community sorgte die
Powtech-Technopharm mit ihrem vielseitigen
Rahmenprogramm. In diesem Jahr erneut
ein besonderes Highlight: der Wissenschaftskongress
Partec mit rund 500 Teilnehmern
und hochkarätigen Lectures zur
Partikeltechnologie.
Die nächste Powtech-Technopharm findet
vom 29.09. bis 01.10.2026 im Messezentrum
Nürnberg statt, die nächste Fachpack
vom 21. bis 23. September 2027.
Bild: Schütz
Im End-of-Line-Packaging bieten die dezentralen Antriebslösungen
von Nord Drivesystems mit Asynchronmotoren
eine schlanke Alternative, da sie die Installationszeit
verkürzen, Platz im Schaltschrank sparen und
die Gesamtkosten senken. Im Bereich der Zuführung
und des Handlings von Verpackungsmaschinen überzeugen
zum Beispiel die dezentralen Frequenzumrichter
Nordac On/On+ durch kompakte Bauweise und besondere
Zuverlässigkeit. Sie zeichnen sich durch eine SPS-
Funktionalität für antriebsnahe Funktionen (PLC onboard)
sowie ein integriertes Ethernet-Interface aus. Profinet,
Ethernet IP und Ethercat sind per Parameter umstellbar.
Mit ihrer Plug-and-Play-Funktionalität reduzieren
die smarten Umrichter den Verkabelungsaufwand
erheblich und bieten eine kompakte und wirtschaftliche
Lösung für moderne Produktionsumgebungen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Nord Drivesystems
Kanister um Hygiene-Varianten erweitert
Mit den neuen SC1-Kanistern in
den Varianten Foodcert und
Cleancert präsentierte Schütz auf
der Fachpack sichere Verpackungslösungen
für empfindliche
Füllgüter. Beide Ausführungen
erfüllen die Anforderungen
der FSSC-22000-Zertifizierung
und garantieren damit maximale
Produktsicherheit entlang der
gesamten Lieferkette.
Die Foodcert-Kanister wurden
speziell für die Lebensmittelindustrie
entwickelt. Sie basieren
auf geprüften Materialien und
einer streng überwachten Produktion,
die höchste Hygieneund
Qualitätsstandards gewährleistet.
Damit bieten sie Herstellern
von Lebensmitteln und anderen
sensiblen Produkten eine
zuverlässige und zugleich wirtschaftliche
Verpackungslösung.
Die Cleancert-Variante richtet
sich an Anwendungen mit besonders
hohen Reinheitsanforderungen.
Durch präventive
Maßnahmen werden Kontaminationsrisiken
effektiv minimiert.
Die SC1-Kanister sind in
drei Farben und sechs Größen
erhältlich, verfügen über eine
UN-Zulassung und bieten vielseitige
Einsatzmöglichkeiten.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Schütz
30 cav 07-2025
Schaltgeräte für die Anlagenüberwachung
Prozesse und CO 2 -Bilanz optimieren
Bild: Steute
Der Steute-Geschäftsbereich
Controltec zeigte auf der
Powtech-Technopharm neue
und bewährte Schaltgeräte für
das Schüttgut-Handling. Im Fokus
standen Maschinensicherheit
in Staub- und Gas-Ex-Bereichen
sowie die Überwachung
von Förderanlagen.
Zur sicheren Schutztürüberwachung
präsentiert Steute verschiedene
Lösungen – von elektromechanischen
Sicherheitsschaltern
bis zu berührungslos
wirkenden Sensoren in explosionsgeschützter
Ausführung. Neu
im Programm ist die Ex-Sicherheitszuhaltung
STM 515, die
auch als besonders widerstandsfähige
Extreme-Version erhältlich
ist.
Für die Fördertechnik stellte
Steute robuste Heavy-Duty-
Schaltgeräte vor, darunter Seilzug-Notschalter
für Seillängen
bis 2 × 100 Meter sowie den
Bandschieflaufschalter ZS 92 SR,
der nun optional mit Funkmodul
RF I/O ausgestattet ist. Diese
Variante ermöglicht eine kabellose
Signalübertragung, reduziert
Installationsaufwand
und minimiert Ausfallrisiken.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Steute
Bild: Glatt
Mit energieoptimierten Konzepten
für Pulversynthese, Wirbelschicht-
und Strahlschichttechnologie
lassen sich Betriebskosten
und Umweltbelastung deutlich
reduzieren. Dazu zählen unter
anderem Wärmerückgewinnung
aus Prozessabluft, HVAC-
Anlagen, Düsenlufterzeugung,
Produktströmen oder Reaktionswärme.
Ein Beispiel ist der Einsatz
von überhitztem Dampf für
Sprüh- und Trocknungsprozesse
in der Wirbelschicht.
Darüber hinaus bietet Glatt zusammen
mit der IPC Process-
Center umfassende Lohnfertigungskapazitäten.
Vom Scale-up
über Markteinführung bis hin
zur eigenen Produktion können
Kunden maßgeschneiderte Granulate
und Pellets für Fine Chemicals
und pharmazeutische
Darreichungsformen realisieren.
IPC verfügt über großvolumige
Fertigungskapazitäten, die von
Glatt als Anlagenbauer konzipiert
und installiert wurden.
Die Kombination aus energieeffizienten
Technologien, kompetenter
Anlagenplanung und flexibler
Lohnfertigung ermöglicht
Kunden eine schnelle Umsetzung
neuer Produktideen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Glatt
Packaging-as-a-Service-Modell erweitert
Leistungsfähiger Vakuum-Schaufeltrockner
Die Vakuum-Schaufeltrockner
VT von Lödige Maschinenbau
ermöglichen durch niedrige
Trocknungstemperaturen und
hohe Verdampfungsraten produktschonendes
Trocknen bei
verkürzten Prozesszeiten. Die
horizontal angeordneten Schaufelmischer
kombinieren die
Vorteile der Vakuumtrocknung
mit präzisem Mischen, sorgen
für kontinuierlichen Wärmeaustausch
und gewährleisten damit
einen effizienten Wärmetransfer
in das Produkt.
Die größere Wärmeaustauschfläche
gegenüber vertikalen
Systemen verkürzt die Trocknungszeiten
zusätzlich. Der VT-
Trockner bietet vielfältige Optionen
für Flüssigkeitszugabe,
Granulation sowie Befüllung
und Entleerung, inklusive integrierter
Siebmühle für Materialvorbehandlung
und Größenkalibrierung.
Die druckfeste Bauweise erlaubt
chemische Reaktionen unter
Überdruckbetrieb. Mit seiner
Flexibilität eignet sich der Vakuum-Schaufeltrockner
VT optimal
für Trocknungs- und Granulierprozesse,
die präzise Temperatur-
und Mischkontrolle erfordern,
und deckt eine breite
Palette industrieller Anwendungen
zuverlässig ab.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Lödige
Mit dem erweiterten „Packaging as a Service“ (PaaS) bietet
Greif-Velox Unternehmen der Verpackungsindustrie eine
risikoarme Möglichkeit, modernste Abfülltechnologie zu
nutzen – ganz ohne hohe Anfangsinvestitionen. Das Modell,
bislang auf die Velovac-Technologie zur staubfreien
Pulverabfüllung beschränkt, umfasst nun das gesamte Maschinenportfolio
– von Pulver- und Flüssigabfüllanlagen
bis hin zu kompletten Full-Line-Systemen.
PaaS bündelt Anlagenbereitstellung, Wartung, Ersatzteile,
Verbrauchsmaterialien und Finanzierung in einer monatlichen
Fixrate. So lassen sich Kosten exakt kalkulieren, während
Capex-Ausgaben entfallen. Grundlage des Modells ist
unter anderem die Velovac-Vakuumtechnologie, die durch
höhere Kompaktierung bis zu 75 % geringere Lagerkosten
und eine 2,5-fach schnellere Befüllung ermöglicht.
Über das digitale VeloXpert-Serviceportal und ein automatisiertes
Ersatzteillager ist maximale Anlagenverfügbarkeit
gewährleistet. Das modulare Konzept wird mit Partnern
wie Siemens Financial Services und dy-pack Verpackungen
umgesetzt.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Greif-Velox
Bild: Lödige
Bild: Greif-Velox
cav 07-2025 31
cav
MESSENACHLESE
Labormischer mit Heiz- und Kühloption
Modulares Brandschutzsystem
Der Labormischer Mixomat A
von Fuchs steht ab sofort optional
mit Behälterheizung und Innenraumkühlung
zur Verfügung.
Damit lassen sich nun auch
temperaturkritische Mischprozesse
präzise realisieren – ideal
für Anwendungen in Chemie,
Pharma und Lebensmittelindustrie.
Der kompakte Fassmischer
ist für Mengen von 3 bis 26 l
ausgelegt und eignet sich auch
für Pulver und Granulate mit
eingeschränkter Rieselfähigkeit.
Durch die dreidimensionale
Bild: Fuchs
Mischbewegung entsteht ein besonders
schonender und effizienter
Mischeffekt.
Der Mixomat A ist vollständig
aus Edelstahl 1.4301 gefertigt,
mobil einsetzbar und wahlweise
in der comfortseries- oder ecoline-Version
erhältlich. Die comfortseries
verfügt über eine SPS-
Steuerung mit Touchdisplay und
variabler Drehzahlregelung,
während die ecoline auf die wesentlichen
Funktionen reduziert
ist. Sicherheit bietet eine Acrylglashaube
mit Endschalter, die
den Betrieb nur bei geschlossener
Abdeckung erlaubt. Auf
Wunsch sind zudem Atex-Ausführungen
für Zonen 1/21 und
2/22 sowie mobile Varianten
mit Rollen oder Nivellierfüßen
erhältlich.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Fuchs
Der Protector von Fagus-Grecon
ist ein intelligentes, modulares
Brandschutzsystem, das Zündquellen
erkennt und eliminiert,
bevor Brände entstehen. Auf der
Powtech-TechnoPharm konnten
Besucher live erleben, wie das
System Funken, Glimmnester
und Übertemperaturen zuverlässig
detektiert. Die dezentrale Architektur
erlaubt flexible Erweiterungen,
vorkonfektionierte Kabel
vereinfachen die Installation,
und zentrale Diagnosefunktionen
inklusive automatischer Updates
sorgen für eine intuitive
Systemüberwachung. Segmentierte
Wartung ohne Betriebsunterbrechung
sowie die einfache
Integration über Profinet & Profisafe
runden das Konzept ab.
Das System vereint vier Funktionsbereiche:
Scout für die präzise
Detektion, Hunter für gezielte
Automatisierung, Ranger für
schnelle dezentrale Signalverarbeitung
und Mission Control als
zentrale Steuereinheit. So lässt
sich der Protector passgenau in
unterschiedliche Prozesse integrieren
– von Zerkleinerung
und Förderung über Trocknung
und Lagerung bis hin zur Entstaubung.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Fagus-Grecon
Bild: Fagus-Grecon
Schraubenverdichter-Baureihe erweitert
Effizienz und Verfügbarkeit steigern
Mit Guardian stellt Beumer eine neue digitale Lösung für Prozessoptimierung,
Zustandsüberwachung und Instandhaltung vor.
Das System unterstützt Betreiber von Fördertechnik, Becherwerken
und Endverpackungslinien dabei, die betriebliche Effizienz
zu erhöhen und Wartungsprozesse planbar zu gestalten.
Kunden wählen zwischen Guardian Advanced für eine aktive, eigenverantwortliche
Anlagenüberwachung und Guardian Performance,
bei der die Überwachung durch das Global Monitoring
Center von Beumer erfolgt. Beide Varianten ermöglichen Live-
Einblicke, proaktive Problemerkennung, zustandsbasierte Wartung
sowie automatisierte Berichte und Dokumentationen.
Eingebettet in ein Lifetime Partnerprogramm sind flexible Preismodelle
wie Pay-per-Use oder Rent-to-Own verfügbar.
Mit Guardian profitieren Kunden von optimierten Prozessen, erhöhter
Anlagenverfügbarkeit und reduzierten Betriebsrisiken.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Beumer
Bild: Beumer
Aerzen baut seine erfolgreiche
Delta Screw-Baureihe weiter
aus: Mit dem neuen Modell
VM 200 erweitert der Hersteller
das Portfolio auf zwölf Baugrößen
und erschließt damit den
oberen Volumenstrombereich
von 3500 bis 12 200 m 3 /h bei
Differenzdrücken bis 3,5 bar.
Der VM 200 überzeugt durch
hohe Energieeffizienz, kompakte
Bauweise und nachhaltige Technologie
– vollständig öl- und
PFAS-frei nach ISO 8573-1,
Klasse 0. Die horizontale Anordnung
des Druckschalldämpfers
spart Platz, während der Verzicht
Bild: Aerzen
auf beschichtete Rotoren zusätzliche
Prozesssicherheit bietet.
Verschiedene Konfigurationsoptionen
und umfangreiches Zubehör
ermöglichen eine flexible
Anpassung an individuelle Anwendungen.
Für Überwachung
und Steuerung sorgt die integrierte
AERtronic-Software, die
Betriebsdaten wie Druck und
Temperatur in Echtzeit erfasst.
Dank optimierter Effizienz und
geringem Wartungsaufwand sinken
Energie- und Betriebskosten
deutlich.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Aerzen
32 cav 07-2025
PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE
Quergerätselt November 2025
Lautloser unter Lauten
Die lauten Stimmen des Jahrhunderts lärmen
um ihn her, doch er selbst schweigt –
und alle hören zu. Seine Sprache ist das
Stolpern, sein Wort das Lächeln, sein Schrei
ein Augenzwinkern. Er trägt das Schwarz
des Ernstes und das Weiß der Hoffnung,
doch sein Reich ist Grau – wie das Flimmern
zwischen Licht und Schatten. Wissen
Sie schon, welche Person wir suchen? Gewinnen
können Sie im November u. a. ein
Jahresabonnement der Zeitschrift „bild der
wissenschaft“.
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EXKLUSIV
Bild: Gerald Zaffuts – stock.adobe.com
Onlinekiosk
Hefte als E-Paper lesen
Die aktuelle Ausgabe können Sie auch bequem
digital lesen. Wir haben dafür ein
E-Paper auf dem Onlinekiosk Yumpu bereitgestellt.
Öffnen Sie einfach die Yumpu-Webseite
mit Ihrem mobilen Endgerät und genießen
Sie die vielen Vorteile des E-Papers.
Um eine bestimmte Ausgabe zu finden, geben
Sie in die Suche z. B. „cav 06.2025“ ein
– schon gelangen Sie direkt zur Ausgabe.
Dasselbe funktioniert natürlich auch mit dei
und phpro. Suchen Sie keine konkrete Ausgabe,
reicht der Name des Hefts.
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SIEGER
TOP-PRODUKT SEPTEMBER 2025
Modularer Fingergreifer
für den Einsatz an Cobots
Fleisch und andere Lebensmittel lassen
sich mit dem Fingergreifer mGrip von
Schmalz prozesssicher bewegen. Die
Fingermodule nehmen auch empfind -
liche Produkte vorsichtig auf – selbst
bei variierenden Formen und Konsistenzen.
Ihre pneumatische Steuerung ermöglicht
ein sanftes, aber dennoch sicheres
Greifen, die leichte Bauweise
prädestiniert den mGrip für den Einsatz
an Cobots.
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DES MONATS NOVEMBER 2025
ABSTIMMEN UND GEWINNEN!
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Kompakter
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Tablet für Ex-gefährdete
Umgebungen
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PET-Preforms
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handlichen Gebläsefiltergerät
X-plore 8300 von Dräger steht
eine effiziente Lösung für den
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wiegt inklusive Batterie nur rund
635 g und bietet in seiner Geräteklasse
ein besonders geringes
Gewicht. Dies erleichtert längere
und körperliche Einsätze.
Getac erweitert sein Portfolio im
Bereich Atex-zertifizierter Tablets
um das UX10-EX. Das speziell
für explosionsgefährdete
Umgebungen der Zonen 2/22
entwickelte 10,1“-Tablet ergänzt
das umfangreiche Angebot
an robusten Ex-zertifizierten
Geräten mit Windows- und Android-Betriebssystemen.
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Sidel eine laserbasierte Heiztechnologie
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Infrarottechnik und eröffnet
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erlauben eine exakte Steuerung
der Materialverteilung.
Continental hat den Blaudieck-
Schlauch mit einer Seele aus Polyethylen
mit ultralangen Molekülketten
(UPE) ausgestattet. Die
geringe Permeabilität der weißen,
poren- und weichmacherfreien
UPE-Seele schützt das Medium
vor Kontamination. Gleichzeitig
macht sie die Schläuche
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cav 07-2025 33
cav
BETRIEBSMANAGEMENT
Bilder: Baelz
Die Heizungsverteilung mit geregelten Strahlpumpen von Baelz überzeugt durch niedrigen Energieverbrauch und minimalen Wartungsaufwand
Umweltfreundliche Fernwärmeversorgung ersetzt Gas
Grüne Wärme spart Geld
Die Voestalpine Böhler Edelstahl in Kapfenberg bekennt sich zu den globalen Klimazielen
und setzt ein klares Zeichen für eine umweltbewusste Zukunft: Im Ausbildungszentrum
für etwa 270 Lehrlinge in 14 Lehrberufen am Standort kam bisher
eine konventionelle, in die Jahre gekommene Heizungsanlage – versorgt mit drei
großdimensionierten Gaskesseln von jeweils 1 MW Leistung – zum Einsatz. Nun
ersetzt eine moderne und umweltfreundliche Fernwärmeversorgung das Gas.
Voestalpine Böhler Edelstahl verfolgt mit
dem Umstieg von Gas auf Fernwärme konsequent
seine Strategie, bestehende Infrastruktur
zu modernisieren und dabei ökologische
wie wirtschaftliche Potenziale optimal
auszuschöpfen. Ein zentrales Element
der Modernisierung war der vollständige
Austausch der veralteten Heizungsverteilung
mit Umwälzpumpentechnik. Anstelle von
bisher zwölf elektrischen Umwälzpumpen
mit einem elektrischen Anschlusswert von
rund 16 kW kommt nun eine einzige, hocheffiziente
Hauptpumpe mit lediglich
2,2 kW zum Einsatz. Besonders innovativ ist
dabei der Einsatz des neuen Heizungsverteilers
mit geregelten Strahlpumpen (Jetomat).
Sie ersetzen konventionelle Heizkreispumpen
und -mischer zusammen mit auf das
System abgestimmten Wärmemengenzählern.
Die Technologie basiert auf der Nutzung
der Druckdifferenz der Hauptpumpe
zur Wasserverteilung – ganz ohne zusätzliche
elektrische Antriebe. Die Heizungsverteilung
mit geregelten Strahlpumpen überzeugt
durch niedrigen Energieverbrauch,
minimalen Wartungsaufwand, hohe Betriebssicherheit
und die Möglichkeit des Anlagenmonitorings
nach Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes.
Diese Lösung ist nicht
nur nahezu wartungsfrei und verschleißarm,
sondern auch höchst betriebssicher und einfach
in bestehende Systeme integrierbar.
In Kombination mit einer modernen Heizungsregelung
konnte somit der Stromverbrauch
um über 85 % gesenkt werden. Auch
der Gesamtenergieverbrauch reduzierte sich
um rund 34 % bezogen auf die Heizgradtage.
Die verschleißarme Wärmeübergabestation
ist ebenfalls auf einen energieoptimierten
Dauerbetrieb ausgelegt und erfüllt
höchste betriebliche Standards.
Abwärme aus der Produktion nutzen
Ein weiterer bedeutender Schritt war die
vollständige Umstellung auf Fernwärme, gespeist
zu einem großen Teil aus Abwärme
der eigenen Betriebe. Damit ersetzt Voestalpine
Böhler Edelstahl die bisher genutzte
34 cav 07-2025
IM DETAIL:
STRAHLPUMPENTECHNIK
• Mehr Effizienz: Nur eine
Hauptpumpe versorgt die gesamte
Anlage – zusätzliche
Pumpen und Mischer entfallen
komplett. Das spart Platz, Material
und Wartungskosten.
• Geringere Betriebskosten:
Deutlich reduzierter Stromverbrauch
durch den Wegfall
elektrischer Heizkreispumpen.
Die Anlage arbeitet energiesparend
und wirtschaftlich.
• Kosteneinsparung bei Investition
und Betrieb: Durch den
Wegfall zahlreicher Komponenten
sinken sowohl Anschaffungskosten
als auch Instandhaltungsaufwand
erheblich.
• Bessere Energienutzung: Die
Restwärme im Rücklauf wird
effektiv weiterverwendet. Das
sorgt für eine niedrigere Rücklauftemperatur
und eine nahezu
vollständige Ausnutzung
der eingesetzten Heizenergie.
• Präzise Regelung: Jeder Heizkreis
wird individuell und bedarfsgenau
geregelt – ganz ohne
komplexe Steuerungskomponenten.
• Nachhaltigkeit & Zukunftssicherheit:
Weniger Bauteile bedeuten
weniger Ressourcenverbrauch
und höhere Zuverlässigkeit
– ein Plus für Umwelt
und Betriebssicherheit.
Plug &
Produce
mit der Softwareplattform
zenon
fossile Energiequelle Erdgas durch einen
CO 2 -ärmeren Energieträger. Seit der Heizsaison
2024/25 erfolgt die Wärmeversorgung
ausschließlich über Fernwärme – effizienter,
sicherer und deutlich umweltfreundlicher
als bisher.
Neben den ökologischen Vorteilen überzeugt
die neue Lösung auch wirtschaftlich:
Der Wegfall gesetzlich vorgeschriebener
Wartungen, Überprüfungen und Kehrgebühren
bringt jährlich substanzielle Einsparungen.
Zusätzlich liegen die Kosten für die
elektrische Installation der Anlage sowie die
Aufwendungen bei Einsatz von geregelten
Strahlpumpen von Baelz rund 15 % unter
denen herkömmlicher Heizsysteme.
Verantwortung zeigen
Die Heizungsmodernisierung steht exemplarisch
für das Zusammenspiel von technischem
Know-how, wirtschaftlicher
Weitsicht und ökologischer Verantwortung.
Das Energiemanagement der Voestalpine
Böhler Edelstahl beweist mit diesem Projekt
eindrucksvoll, wie nachhaltige Infrastrukturprojekte
aus eigener Kraft realisiert
werden können und leisten damit einen
wichtigen Beitrag zu einer zukunftsfähigen
Industrie. Die Zielsetzung: Maximale Energieeffizienz
bei gleichzeitig minimalem
Ressourceneinsatz.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Baelz
AUTOREN:
Die verschleißarme Wärmeübergabestation
Moduline von Baelz: Der Wegfall gesetzlich
vorgeschriebener Wartungen, Überprüfungen
und Kehrgebühren bringt jährlich substanzielle
Einsparungen
ANDREAS FEIGELE
Leitung Energiebetriebe,
Voestalpine Böhler Edelstahl
RENATE KILPPER
Marketingmitarbeiterin,
W. Baelz & Sohn
` Produktionsprozesse
orchestrieren
` MTP Standard VDI/VDE/
NAMUR
` Abläufe nach ISA88
` Datenintegrität nach FDA/GMP
` Qualitätssicherung und
Analyse optimieren
25.–27. November 2025 | Nürnberg
halle 7 | stand 590
cav 07-2025 35
cav
BETRIEBSMANAGEMENT
Digitalisierung und Betriebspraxis gehen bei Infraserv Höchst Hand in Hand
Wartungsmanagement auf
Basis von 700 Sensoren
Infraserv Höchst zeigt, wie digitale Instandhaltung in der Praxis funktioniert. Mit
einem herstellerübergreifenden LoRaWAN-Funknetz und rund 700 Sensoren überwacht
der Standortbetreiber des Industrieparks Höchst Maschinen und Anlagen
in Echtzeit. Das sensorbasierte Wartungsmanagement erkennt Abweichungen früh,
vermeidet Stillstände und macht Wartungsprozesse effizienter – ein praxisnaher
Schritt zur vorausschauenden Instandhaltung.
Die digitale Instandhaltung entwickelt
sich zunehmend zu einem Schlüsselfaktor
für die Effizienz und Zukunftsfähigkeit industrieller
Anlagen. Durch die kontinuierliche
Erfassung und intelligente Auswertung
von Betriebs- und Zustandsdaten lassen sich
Trends frühzeitig erkennen, ungeplante Ausfälle
vermeiden und Wartungsprozesse gezielt
optimieren. Infraserv Höchst zeigt, wie
sich diese Potenziale durch den Einsatz von
IoT-Technologien (Internet of Things) und
datenbasierter Analyse in der Praxis realisieren
lassen. Mit einem sensorbasierten Wartungsmanagement
gelingt es dem Industriedienstleister
und Standortbetreiber des Industrieparks
Höchst, Wartungsprozesse dynamisch,
zustandsorientiert und hochgradig
effizient zu steuern. Die Kombination aus
smarter Sensorik, intelligenter Datenanalyse
und langjähriger Betriebserfahrung macht
sensorbasiertes Wartungsmanagement in der
Praxis erfolgreich.
24/7-Monitoring
Herzstück der digitalen Instandhaltung ist
ein flächendeckendes herstellerübergreifendes
LoRaWAN-Funknetz (Long Range
Wide Area Network), das rund 700 Sensoren
– vor allem Vibrations- und Temperatursensoren
– miteinander verbindet. Infraserv
Höchst Prozesstechnik (IPT), eine
Tochterfirma des Standortbetreibers, hat
Dirk-Harald Bestehorn ist bei Infraserv Höchst Prozesstechnik Experte für Sensorik und das LoRaWAN-Netz
Bilder: Infraserv Höchst
mit diesem Funknetz im Industriepark
Höchst die ideale Grundlage für eine zustandsorientierte
Instandhaltung geschaffen.
Die autarken, batteriebetriebenen Sensoren
erfassen kontinuierlich Betriebs- und
Zustandsdaten von Maschinen und Anlagen
und senden sie über eine sternförmige
Netzarchitektur an einen zentralen Server.
Die eingehenden Daten werden dort mit
verbundenen IoT-Plattformen und -Anwendungen
verknüpft und stehen für die Analyse
bereit. Der Einsatz der Sensoren ist
auch in Atex-Bereichen einfach und unproblematisch.
„Mit unseren autarken, herstellerunabhängigen
Sensoren können wir Daten zum Zustand
eines Gerätes generieren, um Trends
zu erkennen. Eine Verschlechterung des
Laufverhaltens macht sich beispielsweise
schon früh in verändertem Schwingungsverhalten
bemerkbar“, erklärt Dirk-Harald
Bestehorn, Leiter Serviceline Assetmanagement
& Engineering, IPT.
Ein entscheidender Vorteil: Die Sensorik ermöglicht
eine lückenlose 24/7-Überwachung.
Das kontinuierliche Monitoring liefert
Daten, die Rückschlüsse auf Verschleiß
und bevorstehende Ausfälle von Komponenten
zulassen – Trends können frühzeitig
identifiziert und drohende Ausfälle vermieden
werden. Auch sporadisch auftretende
Unregelmäßigkeiten – etwa kurzzeitige Vibrationserhöhungen
oder Temperaturspitzen
– werden zuverlässig erkannt. Gerade diese
seltenen, aber kritischen Ereignisse bleiben
bei klassischen Wartungsansätzen oft unentdeckt.
Um veränderten Schwingungen auf
den Grund zu gehen, übernehmen die Ex-
36 cav 07-2025
perten der IPT auch Detailmessungen und
Fehleranalysen an den Anlagen vor Ort.
Datenintelligenz für die Praxis
Im Bereich Kälte, Kühlung, Wasser (KKW)
von Infraserv Höchst wird das Konzept der
„Predictive Maintenance“, also der vorausschauenden
Wartung, bereits konsequent
umgesetzt. Die Fachleute dort sind für die
Kälteversorgung, Wasseraufbereitung und
Wassergewinnung des 460 Hektar großen
Industrieparks verantwortlich.
Ein zentrales Werkzeug für die Analyse ist
die eigens entwickelte App „IoT-PLS-Miner“.
Sie verknüpft die gewonnenen Sensordaten
aus dem Internet of Things mit den
Informationen des Prozessleitsystems (PLS),
bringt sie in logische Zusammenhänge und
bietet ausgeklügelte Visualisierungen. Die
App verbindet die verschiedenen Daten in
Echtzeit und zeigt auf, wo Probleme entstehen
und wann eingegriffen werden muss.
Mit wenigen Klicks lässt sich auf diese Weise
der Gesamtzustand einer Maschine oder
auch der Zustand einzelner Komponenten
und Anlagenteile gezielt analysieren. In der
14-tägig stattfindenden Schwingungsroutine
des Bereichs KKW hat das Tool inzwischen
einen festen Platz.
Besonders hilfreich ist die Fähigkeit des
Tools, Daten über mehrere Geräte(-teile)
hinweg zu verbinden. Dadurch lassen sich
auch komplexe Abhängigkeiten zwischen
Anlagenteilen erkennen – zum Beispiel,
wenn eine Vibrationserhöhung an einer
Pumpe mit einem Temperaturanstieg an einem
nachgelagerten Wärmetauscher korreliert.
Diese systemübergreifende Transparenz
ist ein entscheidender Schritt hin zu einer
ganzheitlichen Instandhaltungsstrategie.
Zustandsorientierte Wartung
Seit fast sechs Jahren werden im Bereich
KKW die Schwingungen der Anlagenteile
gemessen und analysiert. Die kontinuierliche
Überwachung hat nicht nur das Vertrauen
der Mitarbeiter in die Daten gestärkt,
sondern auch wertvolle Erfahrungswerte geliefert.
„Wir mussten zunächst lernen, was
die Daten aussagen und wie wir sie interpretieren
können“, berichtet Frank Mollard,
Leiter Business Intelligence & Data Science
bei Infraserv Höchst. „Jetzt ist das Vertrauen
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die
Daten und unsere Analysemöglichkeiten
sehr groß.” Die datenbasierte Wartung ist
fest im Betriebsalltag verankert.
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt
in die Weiterentwicklung der Wartungsstrategien
ein. So wurde bei KKW das sensorbasierte
Wartungsmanagement für Pumpen
Bereits seit einigen Jahren werden Wartungsarbeiten erfolgreich anhand der gewonnenen
Sensordaten durchgeführt
Betriebsingenieur Philipp Schmidt, Data Science-Leiter Frank Mollard und Betriebsleiterin
Sarah Teizel treiben sensorbasiertes Wartungsmanagement im Infraserv-Bereich Kälte,
Kühlung, Wasser voran
eingeführt – ein weiterer Schritt in Richtung
maximaler Effizienz und Anlagenverfügbarkeit.
Die Sensorwerte dienen dabei als
Grundlage für die Priorisierung und zeitliche
Planung von Maßnahmen. Statt nach
festen Zeitintervallen oder Betriebsstunden
erfolgt die Wartung nun dynamisch: Basierend
auf den tatsächlichen Betriebsbedingungen
und Sensorwerten werden Maßnahmen
gezielt eingeleitet. „Bisher haben wir
schon viele gute Erfahrungen mit dem Analysetool
gemacht. So konnten wir an kritischen
Anlagen mithilfe der kontinuierlichen
Schwingungsmessung die klassischen Revisionsintervalle
mit gutem Gewissen verschieben
und frühzeitig Lagerschäden, unzureichende
Schmierung sowie ungünstige
Betriebszustände erkennen“, sagt Philipp
Schmidt, Betriebsingenieur KKW. Bei ruhigem
Maschinenverhalten können Wartungen
geschoben werden, während bei auffälligen
Schwingungsmustern frühzeitig eingegriffen
wird – etwa durch Nachschmieren oder
den Austausch von Lagern.
Als Versorgungsbetrieb ist KKW sehr von den
abnehmenden Kundenbetrieben abhängig
und muss stets eine hohe Verfügbarkeit gewährleisten.
Vor allem in den saisonal stark
ausgelasteten Sommermonaten müssen die
Kühlungs- und Kälteanlagen fast durchgängig
laufen. „Aufgrund der hohen Auslastung der
Aggregate im Sommer können viele aufwändigere
Wartungsarbeiten und Prüfungen nur
in den Wintermonaten durchgeführt werden“,
sagt Sarah Teizel, Betriebsleiterin der
Kälteversorgung. Durch das Analysetool können
die fälligen Maßnahmen allerdings frühzeitig
priorisiert und geplant werden. Das
sensorbasierte Wartungsmanagement verlängert
Wartungszyklen sowie die Lebensdauer
von Anlagen und zeigt, wie Digitalisierung
und Betriebspraxis erfolgreich zusammenspielen.
Ein weiterer Pluspunkt des Konzepts:
Das System kann gut auf andere Bereiche mit
Rotating Equipment übertragen werden.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Infraserv Höchst
AUTORIN:
JASMIN GRAF-SAUER
Kommunikation und Marketing,
Infraserv Höchst
cav 07-2025 37
cav
BETRIEBSMANAGEMENT
Bild: Anne Kaiser
Katharina Weber ist CEO der Verhandlungsberatung Negotiation Advisory Group GmbH
Sorgfältige Vorbereitung, frühzeitiges Claimmanagement
Kosten im Griff bei
Großprojekten
Laufen Großprojekte aus dem Ruder, kann es zu erheblichen Mehrkosten kommen,
die der Generalunternehmer (GU) dem Auftraggeber in Rechnung stellt. Wie
Unternehmen unberechtigte Mehrpreisforderungen des GU abwehren und
berechtigte Claims durchsetzen können, darüber spricht Katharina Weber, CEO der
Verhandlungsberatung Negotiation Advisory Group GmbH.
Frau Weber, was würden Sie als Verhandlungsexpertin einem
Chemieunternehmen raten, wenn der vereinbarte Kostenrahmen für
den Bau einer Fabrik durch einen Generalunternehmer in erheblichem
Maße überschritten wird? In Zukunft auf den GU verzichten?
Katharina Weber: Nein, das wäre die falsche Konsequenz. Der Bau
einer Fabrikhalle samt Produktionsanlagen ist ein komplexerer
Vorgang als der Einkauf von Vorprodukten oder Rohstoffen und ist
mit einem höheren Kostenrisiko verbunden. Die Idee, damit einen
Generalunternehmer zu beauftragen, ist ja gerade, von der Erfahrung
mit solchen Großprojekten zu profitieren. Das beauftragende Unternehmen
darf aber bei der Vertragsgestaltung keine Fehler machen.
Welche Fehler meinen Sie?
Weber: Unter Termindruck kommt es häufig zu Fehlern schon bei
der Ausschreibung der Vorhaben: Um schnell einen GU für das Projekt
zu finden, werden erst spät im Vergabeverfahren oder sogar erst
nach der Nominierung des GU die Vertragsdetails verhandelt. Ist der
Auftrag dann vergeben, büßen die Unternehmen Verhandlungsmacht
ein. Der GU ist nun in der stärkeren Position und kann Forderungen
leichter durchsetzen.
Wie sollte das Management des Unternehmens dann vorgehen?
Weber: Schon allein aufgrund der finanziellen Dimension und dem
damit verbundenen Kostenrisiko ist der Vorstand, insbesondere der
CFO, gefordert. Denn bei Investitionsvorhaben im dreistelligen Millionenbereich
kommen durch falsche Entscheidungen leicht erhebliche
Mehrkosten zustande. Der CFO muss deshalb für ein kontinuierliches
Monitoring des gesamten Projektes sorgen und den Vergabeprozess
sorgfältig vorbereiten. Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche
Verhandlung ist nach unserer Erfahrung nicht die Verhandlungsführung
selbst, sondern ihre systematische Vorbereitung.
Was heißt das konkret?
Weber: Nun, man sollte nicht nur mit einem Generalunternehmer
verhandeln, sondern sich Angebote mehrerer GU einholen, um den
Wettbewerb zu nutzen. Bei der Ausschreibung ist darauf zu achten,
38 cav 07-2025
dass die GU das Angebot mit einem verbindlichen Preis-Commitment
versehen. Da zwischen Ausschreibung und Auftragsvergabe
manchmal Monate vergehen, können sich die Preise für einzelne
Komponenten in der Zwischenzeit so verteuern, dass das Budget
nicht mehr einzuhalten ist. Und die Ausschreibung muss so formuliert
sein, dass die Angebote der befragten GU technisch vergleichbar
sind und entsprechend monetär bewertet werden können.
Aber nicht alle Generalunternehmer bauen nach demselben
Konzept.
Weber: Richtig. Wenn es unterschiedliche Konzepte in den Angeboten
gibt, muss die mit der Vertragsgestaltung befasste Abteilung des
Unternehmens sie durch eine Bonus-/Malus- Bewertung vergleichbar
machen. So können bessere technische Konzepte oder Servicegarantien
einen Bonus erhalten, schlechtere Konzepte einen Malus. Auf
diese Weise lassen sich die unterschiedlichen Angebote der GU auf
Euro und Cent vergleichbar machen. Auf dieser Basis lassen sich rationale
Entscheidungen fällen. Wichtig ist zudem, vertraglich Anreize
für Kosteneffizienz zu setzen und definierte Meilensteine für die Projektrealisierung
zu vereinbaren und bereits in dieser frühen Phase das
Management von Nachforderungen und Claims im Auge zu haben.
„Die wichtigste Voraussetzung für eine
erfolgreiche Verhandlung ist eine syste -
matische Vorbereitung“
Sie raten, das Nachtragsmanagement schon bei der Auftrags -
vergabe mit zu verhandeln?
Weber: Ganz genau. Die Ursache ungeplanter Kostensteigerungen
liegt häufig in der Vernachlässigung des Nachtragsmanagements. In
der Regel kalkulieren die GU ihr Preisangebot sehr knapp, um den
Auftrag zu bekommen. Da aber nachträgliche Veränderungen technischer
Details im Verlauf eines solchen Großprojekts geradezu
zwangsläufig sind, wird es richtig kostspielig, wenn die Kosten solcher
Änderungen nicht schon bei der Vertragsverhandlung geregelt
wurden. Hier liegt meist der eigentliche Gewinn des Generalunternehmers.
Alle möglichen vorhersehbaren technischen Optionen
sollten deshalb durch einen Change-Management-Katalog erfasst
und die Preise dafür festgelegt sein, sodass der GU hier keinen zusätzlichen
Spielraum für Preiserhöhungen hat. Je genauer die Gewerke
im Vertrag spezifiziert sind, umso geringer ist der Hebel des
GU für Mehrpreisforderungen nach der Vergabe.
Sie sagten auch, dass es wichtig sei, Anreize für Kosteneffizienz in
den Vertrag aufzunehmen. Wie soll das geschehen?
Weber: Etwa indem Sie eine verbindliche Zeitschiene für den Bau
der Anlage vereinbaren und den Start- und Endtermin festlegen.
Sollte es zu Verzögerungen kommen, sollten Pönalen wirksam werden,
um einen Anreiz zu geben, den Rückstand aufzuholen. Umgekehrt
kann der GU durch Abschlagszahlungen belohnt werden,
wenn er bei wichtigen Meilensteinen in der Realisierung der Großinvestition
im Zeitplan liegt. Angesichts von Inflation und Lohnerhöhungen
empfehlen wir eine anreizorientierte Vertragsgestaltung.
Von einer Fixpreisklausel mit der Absicht, dass allein der GU das Risiko
höherer Preise trägt, raten wir ab. Das klingt nur auf den ersten
Blick verlockend. Denn der GU würde dieses Risiko durch einen
Aufschlag auf den Gesamtpreis abdecken. Geht dann die Inflation
Bild: Kingdola
Bei Großprojekte kann es schnell zu erheblichen Mehrkosten kommen
zurück oder die Löhne steigen weniger stark, würde der GU ungerechtfertigte
Gewinne realisieren.
Sie raten also zu einer Preis- und Lohngleitklausel?
Weber: Nein, das ist noch nicht die optimale Lösung. Denn dann
hätte der GU keinen Anreiz, im Fall steigender Preise und Löhne
nach kostengünstigeren Lösungen zu suchen. Wir empfehlen die
Kombination von Preis- und Lohngleitklauseln mit einem Open-
Book-Verfahren: Wenn der GU berechtigte Mehrpreisforderungen
durch geringeren Materialverbrauch oder andere Maßnahmen kompensieren
kann, erhält er einen Bonus.
Was sollten Unternehmen darüber hinaus beachten?
Weber: Es ist auch wichtig, berechtigte Claims bei der Projektrealisierung
zu erkennen. Ein erfolgversprechender Claim wäre es, wenn
aufgrund technischer Änderungen weniger Material verbraucht
oder weniger Arbeitszeit benötigt wird. Dass der GU die Kostenersparnis
dem Auftraggeber nicht aus eigenem Antrieb vergüten wird,
ist nachvollziehbar. Es liegt am Unternehmen, solche Claims zu erkennen
und einzufordern. Nach unserer Erfahrung übersehen Unternehmen
zwei von drei berechtigten Claims.
Wie können Unternehmen in diesem Punkt besser werden?
Weber: Dass so viele Claims nicht verfolgt werden, liegt meist daran,
dass sich niemand auf der Baustelle dafür verantwortlich fühlt. Der
Architekt kümmert sich um die technische Realisierung, der Bauleiter
um den Zeitplan, der Projektleiter um das Budget. Und dem Einkauf
des Unternehmens fehlt es an technischer Kompetenz, um diese
Claims zu erkennen, und er ist nicht vor Ort auf der Baustelle. Deshalb
sollten Unternehmen an der Schnittstelle zwischen Baustelle,
Fachabteilung und Einkauf einen Verantwortlichen einsetzen, der Informationen
über die technischen Veränderungen vom Bauleiter erhält,
sie monetär bewertet und die Claims dem Einkauf übermittelt.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Negotiation Advisory Group
DAS INTERVIEW FÜHRTE FÜR SIE
DANIELA HELD
Redakteurin
cav 07-2025 39
cav
BETRIEBSMANAGEMENT
Bilder: Aerzen
Die Servicetechniker von Aerzen haben weltweit gültige Sicherheitsschulungen absolviert und sind dementsprechend für unzählige Einsatzbereiche zertifiziert
Serviceverträge garantieren eine hohe Verfügbarkeit
Ausfallzeiten ade
Der beste Service ist jener, den man nicht benötigt. Doch auch die stärkste Technik
hat ihren natürlichen Verschleiß. Aerzen bietet daher ein breites Portfolio an Serviceleistungen
für jede Lebensphase seiner Aggregate – von Wartungsarbeiten über
Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen bis hin zur Instandsetzung. Die
Services erhöhen die Verfügbarkeit und sichern Investitionen, Produktivität sowie
den entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb – und das weltweit vor Ort.
Kein Bedarf. Zu teuer. Wird hausintern erledigt.
Aussagen wie diese hören die Service-Kollegen
bei Aerzen häufig, wenn es
um den Abschluss eines Wartungsvertrags
geht. Das mag eine Weile gut gehen, rächt
sich aber spätestens im Ernstfall. Denn dann
geht es meist richtig ins Geld. Fehlende oder
nicht fachgerecht ausgeführte Wartungen
können zu einem frühzeitigen Verschleiß,
einer Beeinträchtigung der Funktionalität
und längeren Ausfällen führen. „Wir empfehlen
daher immer, einen Servicevertrag
abzuschließen. Unsere exzellent ausgebildeten
Techniker haben das nötige Fachwissen
sowie jahrelange Erfahrung und sind darauf
spezialisiert, die Maschinen für das harte Tagesgeschäft
fit zu halten“, betont Andreas
Kleine, Kundenberater bei Aerzen Deutschland,
und ergänzt: „Wer einmal unsere
Dienste in Anspruch genommen hat, bleibt
in der Regel auch dabei. Ein Servicevertrag
bietet Planungssicherheit, schafft Kostenkontrolle
und -transparenz, erhöht die Betriebssicherheit
und maximiert die Anlagenverfügbarkeit.
Von unseren Kunden wissen
wir: Die Ausfallzeiten gehen gegen Null.“
Auch beste Technik zeigt Verschleiß
Doch warum brauchen Kunden eigentlich
überhaupt einen Wartungsvertrag? „Auch
die beste Technik hat ihren natürlichen Verschleiß.
Komponenten wie Kolbenringe, Lager,
Abdichtungen, Keilriemen, Luftfilter,
Kompressionshülsen, Ölfilter und Öl müssen
turnusmäßig überprüft und erneuert
werden. Passiert dies nicht, können die Rotoren
und Zahnräder in Mitleidenschaft gezogen
werden, was hohe Kosten zur Folge
hat“, so Kleine.
Keine Frage: Der Service macht den Unterschied.
Und zwar auf allen Ebenen – sei es
Funktionalität, Leistungsfähigkeit, Lebensdauer,
Betriebssicherheit, Energieverbrauch
oder Kostenaufwand. Oft kommen die Gebläse
und Verdichter in kritischen Infrastrukturen
zur Anwendung und sind ein unverzichtbarer
Bestandteil eines Gesamtsystems.
Oberstes Ziel: die Vermeidung von un-
40 cav 07-2025
Nur Originalteile verfügen über die optimale Kompatibilität und ermöglichen
die volle Funktionalität für einen reibungslosen Betrieb und eine
lange Maschinenlebensdauer
Dezentrale Teilelager rund um den Globus sichern eine hohe Verfügbarkeit
mit schnellen Reaktionszeiten
geplanten Stillständen. Der Auswahl des Servicepartners
gilt daher ein besonderes Augenmerk.
„Wer sich für eine Fremdfirma
entscheidet, muss wissen, dass diese unsere
Maschinen nicht ansatzweise so gut kennt
wie wir. Das kann zu Performance- und Effizienzverlusten
führen“, sagt Kleine.
Exzellent in Service und Leistung
Was den Aerzen-Service so besonders
macht? Mehr als 160 Jahre Erfahrung, 200
exzellent ausgebildete Servicetechniker, echte
OEM-Kompetenz, ein dichtes Netz aus
Servicestützpunkten sowie dezentralen Teilelagern
rund um den Globus und ein breiter
Serviceumfang, der neben Öl- und Filterwechsel
auch Maschinendiagnosen, Lagerkontrolle,
Spielmessung, Schwingungsüberwachung
und schalltechnische Optimierungen
beinhaltet. Selbstverständlich erfolgt eine
automatische Erinnerung an die Wartungs-
und Revisionstermine. Der Kunde
kann sich voll und ganz auf seine Kernaufgaben
konzentrieren.
Ein weiteres Plus: Aerzen ist zudem in der
Lage, seine Maschinen direkt vor Ort beim
Kunden zu reparieren. So weiß der Kunde
immer genau, welche Teile getauscht wurden
und aus welchem Grund. Außerdem
sind die Aggregate schneller wieder einsatzbereit.
Perfekte Maschinenverfügbarkeit
Nicht zu vergessen: Nur die Teile des „Original
Equipment Manufacturer“ (OEM) garantieren
höchste Qualität und zuverlässigen
Einsatz. Denn trotz Vereinheitlichung der
Bezeichnungen gibt es konstruktive Unterschiede,
die im Extremfall die Lebensdauer
drastisch reduzieren können. Die Original-
Ersatzteile von Aerzen sind speziell für die
Kompressoren und Gebläse des Herstellers
konstruiert. Sie verfügen über die optimale
Kompatibilität und ermöglichen die volle
Funktionalität für einen reibungslosen Betrieb
und eine lange Maschinenlebensdauer.
Die dezentrale Ersatzteillagerung bzw. -versorgung
und die zuverlässige Logistik stellen
eine rasche Verfügbarkeit sicher. Maßgeschneiderte
Service-Kits mit genau den Teilen,
die für die Wartung und Reparatur benötigt
werden, bieten dabei eine optimale
Unterstützung im Ersatzteilmanagement.
Wenn es eilt, liefert Aerzen lagerhaltige Ware
binnen 24 Stunden, auch für Maschinenmodelle
älteren Jahrgangs.
Datengestützte Konzepte
Das breite Portfolio der Aerzen Serviceleistungen
wird ergänzt durch cloudbasierte
Lösungen, die eine zustandsbasierte Wartung
und Instandhaltung ermöglichen. Die
IIoT-Plattform AERprogress nutzt bereits
vorhandene Maschinen- und Sensordaten
der Anlage und analysiert so die unterschiedlichsten
Parameter wie Ausfallwahrscheinlichkeiten,
Betriebszustände, Trends
und Optimierungsmöglichkeiten. Auf kostspielige
Sensorik an den Prozessluftaggregaten
kann verzichtet werden. AERprogress ist
skalierbar und für unterschiedliche Einsatzszenarien
wie Energieeffizienzoptimierung,
Live-Monitoring oder Predictive Maintenance
verfügbar.
Zuverlässige Mietlösungen
Eine Wartung oder Reparatur steht an? Oder
es wird eine Übergangslösung im Notfall
gebraucht? Dann ist Aerzen Rental zur Stelle.
Das Unternehmen bietet Komplettlösungen
für die kurz- und mittelfristige Vermietung.
Alle Maschinen sind dank Plug-and-Play-
Konzept sofort einsatzbereit, zusätzlich steht
ein umfangreiches Zubehörportfolio bestehend
aus Stromverteilern, Kabeln, Verrohrungen,
Kühlern, Trocknern, Kondensatabscheidern
und vieles mehr zur Verfügung.
Auf Wunsch kann die komplette Mietanlage
somit auch schlüsselfertig übergeben werden
– 24 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche,
365 Tage im Jahr.
Rundum-sorglos-Service
Seit 2006 hat sich die Anzahl der Serviceverträge
bei Aerzen verzehnfacht. Faktoren wie
Zufriedenheit und Vertrauen spielen dabei
natürlich eine zentrale Rolle. Hinzu kommen
bei den Kunden Themen wie Personalmangel
und -abbau, die Konzentration von
Aufgabenbereichen sowie ein veränderter
Servicebedarf, die zu einer wachsenden
Nachfrage führen. Ob Teilwartung oder Vollwartung:
Alle Servicepakete bieten flexible
Vertragslaufzeiten und lassen Gestaltungsspielraum
für individuelle Vereinbarungen.
„Unsere Serviceteams arbeiten da, wo unsere
Maschinen sind. Überall auf der Welt –
onshore und offshore. Dabei versteht sich
von selbst, dass sie die Maschinen auch hinsichtlich
des technischen Fortschritts und
der Wirtschaftlichkeit beurteilen“, hebt
Kleine hervor. (br)
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Aerzen
cav 07-2025 41
cav
HYGIENISCHE ANLAGENTECHNIK
Stellfüße, Räder und Rollen: Stabile Basis für jede Maschine
Bodenständig und
beweglich zugleich
Jede Maschine braucht eine solide Basis – das gilt für komplexe Anlagen ebenso wie
für kompakte Laborgeräte. Ganter zeigt mit seinem umfangreichen Sortiment an
Stellfüßen, Rädern und Rollen, dass Stabilität, Funktionalität und Flexibilität kein
Widerspruch sein müssen.
Ob Prüfanlage, Abfüllstation oder
Hightech-3D-Drucker – kein Gerät steht „in
der Luft“. Stellfüße bilden die direkte
Schnittstelle zwischen Maschine und Boden.
Sie tragen statische und dynamische Lasten,
gleichen Unebenheiten aus und müssen dabei
häufig zusätzlichen Anforderungen genügen
– etwa an Korrosionsbeständigkeit,
Hygiene oder Reinigbarkeit.
Ein Stellfuß, so unscheinbar er auch wirkt,
ist also ein hochfunktionales Bauteil. Ganter
bietet hierfür eine große Vielfalt: von hochbelastbaren
Varianten aus Edelstahl über
Stellfüße mit und ohne Fixierungsbohrung
bis zu Modellen mit Neigungsausgleich. Besonders
robuste Schwerlast-Kombinationen
aus separater Fußplatte und Spindel runden
das Portfolio ab.
Ein falsch gewählter Stellfuß kann gravierende
Folgen haben – von Produktionsstillstand
bis zu kostspieligen Reparaturen. Um
das zu vermeiden, bietet Ganter normierte
und praxisgerecht ausgelegte Lösungen für
nahezu jede Anwendung.
Räder und Rollen für mehr Mobilität
Das Normelemente-Sortiment von Ganter
wächst weiter. Neu hinzugekommen ist die
Hauptgruppe 3.10 „Räder und Rollen“ – ein
umfassendes Sortiment an Mobilitätselementen,
das die bewährten Stellfüße ideal ergänzt.
Die Einteilung der Rollen folgt den gängigen
ISO-Prüfverfahren und ermöglicht eine
eindeutige Zuordnung nach den wichtigsten
Konfigurationsparametern. Ganter unterscheidet
zwischen Apparaterollen mit geringer
Traglast, Transportrollen für den industriellen
Einsatz und Schwerlastrollen, die
hohe dynamische Lasten und schnelle Bewegungen
bewältigen.
Mal braucht es stabile Stellfüße, mal schlanke Rollen, mal hygiene-freundliche Niveauausgleiche. Ganter
hat sie alle im Programm.
Bilder: Otto Ganter
Technische Vielfalt und Ergonomie
Rollen bestehen aus Rad und Gehäuse, das
als Montage- und Führungselement dient. Je
nach Einsatzgebiet stehen Lenkgehäuse für
maximale Beweglichkeit oder Bockrollen für
hohe Fahrstabilität zur Verfügung.
In beengten Produktionsumgebungen punkten
kugelgelagerte Lenkgehäuse mit
360°-Rotation, während Feststeller für sicheren
Halt sorgen. Varianten mit ausfahrbaren
Stellfüßen kombinieren Standfestigkeit
und Beweglichkeit in einem Bauteil.
Weil nicht immer ganze Rollen benötigt
42 cav 07-2025
werden, sind bei Ganter auch alle Räder
einzeln erhältlich – insgesamt 13 verschiedene
Typen, differenziert nach Werkstoff,
Laufbelag, Durchmesser und Lastaufnahme.
Ein besonderes Augenmerk legt Ganter auf
die ergonomische Höchstlast. Sie definiert
die maximale Last, die sich noch mit einer
Handkraft von unter 200 Newton bewegen
lässt – ein entscheidender Faktor für die
manuelle Handhabung in der Fertigung.
Auch die Wahl des Laufbelags beeinflusst
die Ergonomie: Weiche Beläge dämpfen besser,
erhöhen aber den Rollwiderstand.
Hybride Lösungen
Mit der GN 22882 hat Ganter ein hybrides
Element entwickelt, das Polyamid-Rolle und
Stellfuß in einem Bauteil vereint. So lassen
sich Anlagen flexibel verschieben und
gleichzeitig sicher fixieren – ideal für modulare
Fertigungskonzepte und flexible Produktionsumgebungen.
Alle Produkte sind übersichtlich in der neuen
Highlight-Broschüre „Räder und Rollen“ zusammengefasst.
Dort finden Anwender die
Ganter ergänzt sein Portfolio um eine komplett neue Produktfamilie, einem wohlgeordneten
und durchdachten Sortiment unterschiedlicher Rollen und Räder
wichtigsten technischen Parameter auf einen
Blick. Zudem steht das gesamte Sortiment online
mit umfangreichen Filterfunktionen bereit
– für eine einfache Auswahl nach Traglast,
Material, Durchmesser oder Einsatzbereich.
Fazit
Mit seinen normierten, anwendungsorientierten
Lösungen sorgt Ganter für sicheren
Stand und reibungslose Beweglichkeit in
der Prozess- und Fertigungstechnik. Die
neuen Rollen und Räder ergänzen das bewährte
Stellfuß-Sortiment perfekt – und
zeigen, dass auch am Boden Hightech
steckt. (br)
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ENERGIEEFFIZIENTE LÖSUNGEN
Bürkert will regenerativ statt nur nachhaltig wirtschaften
Öko-Spinner oder Visionär?
Bis 2050 wollen die meisten Unternehmen ihr komplettes wirtschaftliches Handeln
klimaneutral gestalten. Doch das ist dem Fluidexperten Bürkert nicht genug. Er will
mehr: regenerativ wirtschaften. Was das bedeutet und wie es funktionieren soll, erläuterten
die Experten im Rahmen eines Fachpressetages in der Klima Arena Sinsheim
und am Standort Criesbach. Allen anwesenden Journalisten wurde schnell klar:
Regeneratives Wirtschaften ist etwas für Visionäre – und nicht für Öko-Spinner.
Bürkert hat nah am Wasser gebaut – am Kocher.
Die meiste Zeit des Jahres ist das kleine
Flüsschen friedlich und schlängelt sich ruhig
durch sein Tal. Nach Starkregenereignissen
kommt es jedoch immer wieder vor, dass
sich der Kocher in einen reißenden Strom
verwandelt und das Wasser auch schon mal
bis an – und in – die Gebäude des Unternehmens
reicht. Ein Vorgang, der infolge des Klimawandels
zunehmend häufiger auftritt und
bei Bürkert den Stein des regenerativen Wirtschaftens
als Leitbild ins Rollen brachte.
Was ist regeneratives Wirtschaften?
Diese Frage beantwortete Prof. Dr. Stephan
Hankammer, Co-Gründer und wissenschaftlicher
Geschäftsführer des REGWI Instituts
für Regeneratives Wirtschaften: „Nachhaltiges
Wirtschaften zielt darauf ab, Schäden zu
vermeiden und Ressourcen so zu nutzen,
dass sie auch künftigen Generationen erhalten
bleiben. Regeneratives Wirtschaften geht
einen Schritt weiter: Es will ökologische, soziale
und ökonomische Systeme aktiv erneuern
und verbessern. Während Nachhaltigkeit
vor allem auf Erhaltung und Effizienz
fokussiert, strebt die regenerative Wirtschaft
Wiederaufbau, Kreislauffähigkeit und positiven
Nettoeinfluss an – sie will mehr zurückgeben,
als sie entnimmt.“
Utopie oder Realität?
Was sich einfach anhört, scheint auf den
ersten Blick utopisch zu sein. Wie sollen
Unternehmen regenerativ wirtschaften,
wenn sie sich doch schon mit der Nachhaltigkeit
schwertun? Wie soll man Prozesse
klimapositiv gestalten, bei denen Gesellschaft
und Umwelt profitieren?
„Ein Projekt, das man am besten in kleinen
Schritten angeht“, sagt Bürkert-CEO Georg
Stawowy. Der erste und wichtigste Schritt:
einfach mal anfangen. Auf diese Weise wird
aus Utopie eine Realutopie – und schließlich
Realität. Das Leitbild, das sich Bürkert nun
gegeben hat, ist ein mutiger Schritt – aus
Sicht zukünftiger Generationen vielleicht ein
notwendiger, dem andere folgen sollten.
Prof. Dr. Stephan Hankammer, Co-Gründer und wissenschaftlicher Geschäftsführer des REGWI Instituts für
Regeneratives Wirtschaften, erläutert in seiner Keynote die Grundprinzipien des regenerativen Wirtschaftens
Bilder: Bürkert
Ziele definieren, Schritte realisieren
Bürkert betrachtet künftig alle Maßnahmen
unter dem Begriff „regenerative Wirtschaft“,
der dem Unternehmen als „Nordstern“
dient. Das Handeln soll konsequent
an diesem langfristigen Ziel ausgerichtet
werden. Derzeit befindet sich der Fluidexperte
– wie viele andere Unternehmen auch
– auf dem Weg zur Klimaneutralität. Es gilt
zunächst, den schädlichen Fußabdruck zu
minimieren und ihn dauerhaft in einen positiven
Handabdruck zu verwandeln.
Dazu hat ein interdisziplinäres Team aus den
17 Sustainable Development Goals (SDGs)
der Vereinten Nationen mit ihren 169 zugehörigen
Unterzielen neun Handlungsfelder
abgeleitet. Andrea Häußermann, Program
Manager Sustainability bei Bürkert: „Einer
der Ansatzpunkte ist beispielsweise der Product
Carbon Footprint. Wir wollen daran arbeiten,
Materialkreisläufe zu schließen und
die Produkte so zu gestalten, dass sie eine
möglichst lange Lebensdauer haben, reparierbar
und optimal recyclebar sind.“
Gemeinsam in die gleiche Richtung
Für ein Unternehmen allein ist der Weg des
regenerativen Wirtschaftens kaum möglich.
44 cav 07-2025
Bürkert-CEO Georg Stawowy erläutert, warum sich Bürkert
auf den Pfad des regenerativen Wirtschaftens begibt
Ansätze für regeneratives Wirtschaften finden sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen:
auf der Komponenten-, Applikations- und Kundenprozess-Ebene genauso wie auf der
Industrie-Ebene
Es braucht Partnerschaften – und ein gewisses
Verständnis bei den Kunden. Das wird
nicht immer gelingen: Wenn eine Anlage,
auf der Produkte für mehrere Millionen Euro
pro Tag hergestellt werden, für eine Woche
stillsteht, weil ein Teil CO 2 -sparend per Schiff
statt per Flugzeug geliefert wird, wird der
Kunde kaum Verständnis dafür haben.
Trotzdem kann man seine Lieferketten analysieren
und so gestalten, dass insgesamt
weniger CO 2 freigesetzt wird – etwa durch
lokale Partner. Braucht es Zulieferer aus
Übersee, oder kann ein lokaler Hersteller
das Produkt unter CO 2 -Gesichtspunkten
günstiger herstellen?
REGENERATIVE WIRTSCHAFT:
Nachhaltiges Wirtschaften zielt
darauf ab, Schäden zu vermeiden
und Ressourcen zu erhalten. Regenerative
Wirtschaft geht noch
weiter: Sie will natürliche, soziale
und wirtschaftliche Systeme
aktiv erneuern und verbessern.
Zentrale Prinzipien sind:
• Kreislauffähigkeit: Materialien
und Energie bleiben im
Kreislauf – Abfall wird zur
Ressource.
• Regeneration natürlicher
Systeme: Böden, Wasser und
Biodiversität werden gezielt
aufgebaut statt nur geschont.
• Systemisches Denken: Unternehmen
verstehen sich als Teil
WAS IST DAS?
Neue Geschäftsmodelle etablieren
Erfolg lässt sich in Unternehmen auf ganz
unterschiedliche Weise bewerten. Bei Bürkert
hat man sich dazu entschieden, sich
nicht nur an reinen Wirtschaftszahlen zu
orientieren, sondern auch an den Auswirkungen
auf Mensch und Natur. Dies kann
auf mehreren Ebenen erfolgen: Komponente,
Applikation, Kundenprozess oder ganze
Industrie.
Ein Beispiel: New Food. Bürkert hat zusammen
mit dem indischen Unternehmen DDE
eine Bioreaktor-Lösung für kultiviertes
Fleisch im 10 000-Liter-Maßstab entwickelt.
Durch den Einsatz dieser Technologie werden
große Mengen an klimaschädlichem
Methan aus der Viehzucht eingespart.
Manche Geschäftsmodelle eignen sich per
se besser als andere für das regenerative
Wirtschaften – zum Beispiel Pay-per-use.
Hierbei bezahlt der Kunde für die Nutzung
einer Komponente oder eines Systems. Am
vernetzter Ökosysteme.
• Resilienz: Neben Effizienz
zählt die Fähigkeit, sich an Veränderungen
anzupassen.
• Soziale Verantwortung: Faire,
gemeinwohlorientierte Wertschöpfung
ist integraler Bestandteil.
Beispiele aus der Praxis sind:
• Regenerative Landwirtschaft:
Aufbau gesunder Böden durch
Humuswirtschaft.
• Cradle-to-Cradle-Produkte:
Vollständig rückführbare Materialien.
• Chemisches Recycling: Rückführung
von Kunststoffen in
den Stoffkreislauf.
Ende des Lebenszyklus erhält der Hersteller
das Gerät zur weiteren Verwendung zurück.
So können enthaltene Materialien optimal
recycelt und wiederverwendet werden. Aus
Metallkomponenten wie Aluminium oder
Edelstahl entstehen neue Teile, Kunststoffkomponenten
können recycelt und seltene
Erden im Kreislauf geführt werden.
Fazit
Bürkert sieht es als seine unternehmerische
Verpflichtung an, gesellschaftlichen Wohlstand
zu fördern und die Natur positiv zu
beeinflussen. Dabei ist den Verantwortlichen
klar, dass der Prozess des regenerativen
Wirtschaftens und das Nachhaltigkeitsdenken
behutsam umgesetzt werden müssen,
damit das Unternehmen nicht auf der Strecke
bleibt. Doch Bürkert ist fest entschlossen,
seine Vision umzusetzen. CEO Georg
Stawowy: „Es ist ein langer Weg, auf dem
wir unseren eigenen Beitrag stets realistisch
einschätzen müssen. Und wir brauchen ein
klares Leitbild, an dem wir uns auf dem
Weg der kleinen Schritte orientieren können.
Dabei wollen wir – in aller Bescheidenheit
– versuchen, nicht nur unseren Beitrag
zu leisten, sondern auch als Wegweiser
für andere zu dienen.“ Oder, wie Andrea
Häußermann es auf den Punkt brachte:
„Wir wollen – wer will noch?“
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Bürkert
DR. BERND RADEMACHER
Redakteur
cav 07-2025 45
cav
ENERGIEEFFIZIENTE LÖSUNGEN
Wie sich Kälteanlagen auf den Klimawandel einstellen müssen
Herausforderung Hitze
Steigende Umgebungstemperaturen verändern die Rahmenbedingungen für industrielle
Kälteanlagen. Was bisher als sicherer Auslegungspunkt galt, reicht künftig
nicht mehr aus. Betreiber und Planer müssen sich auf neue Temperaturspitzen vorbereiten
– mit angepassten Auslegungen, energieeffizienten Konzepten und zukunftssicheren
Kältemitteln.
Der Klimawandel wirkt sich schon
heute konkret auf die industrielle Kälte -
technik aus. Für Hersteller und Betreiber
bedeutet das: Die maximale Umgebungstemperatur,
auf die eine Anlage ausgelegt
ist, steigt – und mit ihr die Anforderungen
an Technik, Energieeffizienz und Betriebs -
sicherheit.
Ein Blick auf die Klimaprognosen zeigt die
Dimension: Im Südwesten Deutschlands
wird es im Jahr 2050 an rund 80 Tagen
über 25 °C warm sein, gegenüber durchschnittlich
30 Tagen im Zeitraum 1971 bis
2000. In Städten wie Stuttgart sind 70 Tage
über 30 °C zu erwarten, Spitzenwerte könnten
bis zu 45 °C erreichen.
Für Kälteanlagen bedeutet das eine wachsende
Temperaturdifferenz zwischen Umgebung
und gewünschtem Sollwert – und damit
eine steigende Leistungsanforderung.
Auslegungstemperatur anpassen
Die Zieltemperatur der Kälte, etwa für
Spritzgießprozesse oder pharmazeutische
Anwendungen, bleibt gleich. Damit die Anlage
auch bei Hitzewellen zuverlässig arbeitet,
muss geprüft werden, ob sie für die
künftig höheren Außentemperaturen ausgelegt
ist. Ist das nicht der Fall, kann die Auslegung
durch vergrößerte Wärmetauscher
oder zusätzliche Kühlregister angepasst werden.
Ob und mit welchem Aufwand das
möglich ist, hängt von der bestehenden Anlagentechnik
ab.
Selbst wenn eine Anlage technisch in der
Lage ist, bei 45 °C Außentemperatur die gewünschte
Kälteleistung zu liefern, steigt die
Belastung. Das führt zu höherem Energieverbrauch,
mehr CO 2 -Emissionen und steigenden
Betriebskosten. Bei Neubauten sollte
dies bereits in der Projektierung berücksichtigt
werden – insbesondere im Hinblick
Propan-Kältemaschinen
weisen ein geringen Global-
Warming-Potenzial auf
Bilder: L&R Kältetechnik
46 cav 07-2025
PROFOX X STELLANTRIEBE
auf die Auswahl energieeffizienter Komponenten
und Regelungstechniken.
Ziel: Höchste Effizienz
Eine zukunftssichere Kälteanlage muss sowohl
für extreme Hitzeperioden als auch
für milde Betriebsbedingungen optimiert
sein. Entscheidend ist eine gute Regelbarkeit,
die den Energieeinsatz an die jeweilige
Außentemperatur anpasst.
Bewährte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung
sind unter anderem:
• Freikühler (Winterentlastung): Nutzen bei
moderaten Temperaturen die natürliche
Kälte der Umgebung – ganz ohne Energieeinsatz.
• Gleitende Kondensationstemperaturregelung
(z. B. VariKon von L&R): Senkt bei
mittleren Außentemperaturen den Energiebedarf
deutlich.
• Drehzahlgeregelte Pumpen und Kompressoren:
Passen die Leistung bedarfsgerecht
an und amortisieren sich meist innerhalb
kurzer Zeit.
Diese Energiespartechniken von L&R Kältetechnik
ermöglichen im Vergleich zu konventionellen
Anlagen Einsparungen von bis
zu 80 % der Antriebsenergie. Zudem sind
L&R-Kühlanlagen mit dieser Ausstattung bis
zu 45 % BAFA-förderfähig.
Betriebssicherheit erhöhen
Neben bewährten Maßnahmen tragen auch
neue Technologien dazu bei, die Effizienz
unter veränderten Klimabedingungen zu sichern:
• Adiabatische PAD-Freikühler gewährleisten
selbst bei hohen Außentemperaturen eine
Kühlung mit Umgebungsluft.
• Wärmepumpen im Rückkühlkreis ermöglichen
die Rückgewinnung und Nutzung
der im Prozess entstandenen Abwärme.
L&R hat mit beiden Technologien umfassende
Praxiserfahrung gesammelt – mit durchweg
positiven Ergebnissen hinsichtlich
Energieeffizienz und Betriebssicherheit.
Die Empfehlung lautet daher klar: Betreiber
sollten ihre Kälteanlagen frühzeitig auf die
prognostizierten Temperaturentwicklungen
anpassen. L&R berücksichtigt die langfristigen
Klimavorhersagen des Deutschen Wetterdienstes
bereits heute in der Auslegung
neuer Anlagen.
Ein Freikühler erzeugt die für die Rückkühlung
des Kühlwassers benötigte Kälte bei
mittleren und niedrigen Umgebungstemperaturen
zum Nulltarif
Natürliche Kältemittel nutzen
Neben der technischen Auslegung spielt
auch die Wahl des Kältemittels eine zentrale
Rolle. Mit der überarbeiteten F-Gase-Verordnung
wird der schrittweise Ausstieg aus
HFKW-basierten Kältemitteln vorangetrieben.
Anlagen, die mit diesen Stoffen betrieben
werden, dürfen künftig nur noch eingeschränkt
gewartet oder nachgefüllt werden
– ihre Lebensdauer ist somit begrenzt.
Die Alternative sind natürliche Kältemittel
wie Propan (R290). Sie besitzen ein extrem
geringes Treibhauspotenzial (GWP) und ermöglichen
zugleich eine sehr energieeffiziente
Anlagenkonzeption. Solche Systeme
sind nicht nur klimafreundlich und rechtssicher,
sondern auch BAFA-förderfähig.
Fazit
Der Klimawandel verändert die Randbedingungen
für die industrielle Kälteversorgung
grundlegend. Betreiber und Planer müssen
auf höhere Umgebungstemperaturen, strengere
Effizienzanforderungen und regulatorische
Vorgaben reagieren.
Mit angepasster Auslegung, moderner Regelungstechnik
und natürlichen Kältemitteln
lässt sich die Kälteversorgung langfristig sichern
– wirtschaftlich, energieeffizient und
gesetzeskonform.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: L&R Kältetechnik
AUTOR:
THOMAS
IMENKÄMPER
Geschäftsführer Vertrieb,
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ENERGIEEFFIZIENTE LÖSUNGEN
Temperaturkontrolle als Schlüssel zur Effizienz
Präzise Kälte für höchste
Prozessanforderungen
In der chemischen und pharmazeutischen Produktion entscheidet die exakte Temperaturführung
über Produktqualität, Prozessstabilität und Effizienz. Mit dem industriellen
Kühlsystem Alaska bietet Air Liquide eine Lösung für kryogene Anwendungen,
die weit unter -40 °C arbeitet. Das System nutzt flüssigen Stickstoff zur präzisen
Temperaturregelung und lässt sich flexibel in bestehende Prozessumgebungen
integrieren – eine Alternative zu klassischen mechanischen Kühlsystemen.
Die präzise Temperaturregelung gewinnt
in Zeiten steigender Energiepreise, zunehmender
Umweltregulierungen und immer
komplexerer Produktionsprozesse in der
chemischen und pharmazeutischen Industrie
massiv an Bedeutung. Besonders bei
hochsensiblen Reaktionen, wie sie etwa in
der Herstellung von Feinchemikalien oder
Wirkstoffen stattfinden, ist eine exakte Kontrolle
von Temperaturen oft entscheidend für
die Stabilität des Prozesses und die Einhaltung
verfahrensspezifischer Anforderungen.
Die Lösung: Kryogene Verfahren, die mit extrem
tiefen Temperaturen arbeiten. Das industrielle
Kühlsystem Alaska von Air Liquide
bietet genau das. Eine flexible und umweltfreundliche
Möglichkeit, temperaturkritische
Reaktionen effizient zu steuern. Entwickelt
speziell für Anwendungen in der Chemie-
und Pharmabranche, basiert das Alaska-System
auf dem Einsatz von flüssigem
Stickstoff (LN2) zur Kühlung und Temperaturregelung,
ergänzt durch modulare Technologien
für Heizen und Inertisieren.
Während mechanische Kühlsysteme im Bereich
unterhalb von -40 °C häufig an technische
und wirtschaftliche Grenzen stoßen,
stellt der Einsatz kryogener Medien wie
flüssigem Stickstoff (LN2) eine alternative
Lösung dar. Systeme wie Alaska, die auf dieser
Technologie basieren, entfalten genau
hier ihre Stärke: zuverlässig, leise, wartungsarm
und mit hoher Präzision.
Mit dem industriellen Kühlsystem Alaska bietet Air Liquide eine Lösung für kryogene Anwendungen
weit unter -40 °C
Bilder: Air Liquide
Wenn Chemie kühle Köpfe braucht
In der chemischen und pharmazeutischen
Produktion ist Temperatur weit mehr als nur
ein Parameter. Sie ist ein entscheidender Hebel
zur Steuerung von Reaktionsverläufen,
Prozessstabilität und Produktqualität. Besonders
bei exothermen Reaktionen oder Synthesen,
die in einem tiefkalten Umfeld ablaufen
müssen, stößt klassische Verfahrenstechnik
schnell an ihre Grenzen. Das Alaska-
System erlaubt eine präzise Temperaturregelung
weit unter dem Gefrierpunkt und wird
typischerweise dort eingesetzt, wo Reaktionen
nicht nur kühl, sondern kryogen geführt
werden müssen.
Typische Beispiele sind hochselektive organische
Reaktionen, bei denen bereits geringe
Temperaturschwankungen zu uner-
48 cav 07-2025
Das Alaska-System basiert auf einem geschlossenen Kühlkreislauf, bei
dem ein zirkulierendes Wärmeträgerfluid über Wärmetauscher durch
flüssigen Stickstoff heruntergekühlt wird
Das Alaska-System von Air Liquide trägt gezielt
zur Effizienzsteigerung und Prozesssicherheit
in der chemischen und pharmazeutischen
Industrie bei
wünschten Nebenprodukten führen können.
Dazu zählen etwa die Birch-Reduktion,
Reaktionen mit n-Butyllithium oder
Grignard-Reaktionen. Es sind allesamt Verfahren,
die empfindlich auf thermische Instabilität
reagieren. Ebenso profitieren Prozesse,
die in flüssigem Ammoniak durchgeführt
werden, oder Syntheseschritte, die eine
anschließende Rekristallisation erfordern,
von einer durchgängig kontrollierten
Kühlkette.
Die Einbindung des Alaska-Systems in doppelwandige,
temperierbare Reaktoren ermöglicht
es, diese anspruchsvollen Reaktionen
mit hoher Sicherheit und Wiederholbarkeit
durchzuführen. Damit wird nicht
nur der chemische Prozess stabilisiert, sondern
auch die Skalierbarkeit in der Produktion
verbessert, was signifikante Vorteile für
industrielle Anwendungen bietet.
Regelung mit Wärmeträgerfluid
Das Alaska-System basiert auf einem geschlossenen
Kühlkreislauf, bei dem ein zirkulierendes
Wärmeträgerfluid über Wärmetauscher
durch flüssigen Stickstoff heruntergekühlt
wird. Dieses Konzept erlaubt eine
gleichmäßige, kontrollierbare Temperaturführung
des Reaktorinhalts auch bei sehr
tiefen Sollwerten unter -40 °C. Die kryogene
Auslegung des Systems gewährleistet eine
hohe Kühlleistung, insbesondere bei exothermen
Reaktionen, die rasch und zuverlässig
unter Kontrolle gehalten werden müssen.
Ein zentrales Merkmal ist die breite Temperaturspanne.
Das System ist in der Lage,
Solltemperaturen im Bereich von –110 bis
+120 °C zu realisieren und dabei schnelle
Temperaturwechsel mit einer Regelgenauigkeit
von ±1 K einzuhalten. Diese Präzision
ermöglicht die Durchführung anspruchsvoller
thermischer Prozesse mit hoher Wiederholbarkeit
auch bei schwankenden Prozessbedingungen.
Integration in die Prozesskette
Das Potenzial von Alaska entfaltet sich nicht
allein durch die Erzeugung niedriger Temperaturen,
sondern vor allem durch seine
flexible Einbindung in bestehende Prozessumgebungen.
Die Kombination aus präziser
Temperatursteuerung, modularem Aufbau
und schneller Einsatzbereitschaft schafft
neue Möglichkeiten für die Feinabstimmung
thermosensitiver Produktionsschritte.
Insbesondere bei Verfahren mit wechselnden
Reaktionsbedingungen oder in Kampagnenproduktionen
erlaubt das System eine dynamische
Anpassung der Kühlleistung. Dadurch
lassen sich temperatursensitive Synthesen
und kristallisationsnahe Prozessschritte
effizienter und robuster steuern.
Auch begleitende Aufgaben wie die Inertisierung
von Reaktoratmosphären oder die
Rückgewinnung von Lösemitteln durch
kryogene Kondensation können in die Systemarchitektur
integriert werden, ohne dass
separate Technikstränge notwendig sind. Im
Vergleich zu mechanischen Kühlsystemen
bietet Alaska dabei eine Reihe struktureller
Vorteile. Es kommt ohne Kühltürme aus, ist
nahezu geräuschlos, benötigt wenig Platz
und verzichtet vollständig auf fluorierte Kältemittel
wie FCKW und HFCKW. Diese Eigenschaften
machen das System nicht nur
umweltfreundlich und gesetzeskonform,
sondern auch wartungsarm und wirtschaftlich
in der Anwendung. Dank einfacher Bedienbarkeit
und hoher Temperaturstabilität
ist Alaska besonders geeignet für Anwendungen,
bei denen thermische Kontrolle,
Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit
im Vordergrund stehen.
Kryotechnik als Schlüssel
Das Alaska-System von Air Liquide zeigt,
wie moderne Kryotechnologie gezielt zur
Effizienzsteigerung und Prozesssicherheit in
der chemischen und pharmazeutischen Industrie
beitragen kann. Durch den modularen
Aufbau und die hohe Temperaturpräzision
lässt sich das System flexibel an unterschiedliche
Prozessanforderungen anpassen.
Die einfache Integration in bestehende Anlagen
ermöglicht den Einsatz insbesondere
dort, wo klassische Kühltechnik an technische
oder wirtschaftliche Grenzen stößt. In
einer Zeit, in der Produktionsflexibilität,
Energieeffizienz und regulatorische Anforderungen
zunehmend in den Vordergrund
rücken, liefert Alaska eine praxistaugliche
Antwort auf die Herausforderung kryogener
Prozessführung.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Air Liquide
AUTOR:
AMINE BEN SOUISSI
Market Manager Pharma Central Europe,
Air Liquide Deutschland
cav 07-2025 49
cav
PRODUKTE
Emissionsüberwachung per Infrarot
Mit der QAL1-Zertifizierung nach DIN EN 15267 hat die
Heitronics Infrarot Messtechnik einen wichtigen Schritt für
den Einsatz ihrer Messsysteme in der Emissions- und Immissionsüberwachung
vollzogen. Die Geräteserien KT19.67
II, KT19.69 II, KT15.67 IIP und KT15.69 IIP erfüllen damit
alle Anforderungen für den behördlich überwachten Betrieb
in Feuerungsanlagen gemäß DIN EN 14181.
Die berührungslos arbeitenden Infrarot-Strahlungsthermometer
erfassen selbst unter extremen Bedingungen zuverlässig
die Kerntemperatur heißer CO 2 -Schichten und ermöglichen
so eine präzise Überwachung der Verbrennungstemperaturen.
Eine Luftspüleinrichtung und ein
Shock-Blower halten die Messöffnung sauber und sichern
stabile Langzeitmessungen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Heitronics
Bild: Heitronics
Einfaches Retrofit mit IO-Link
Mit dem digitalen elektropneumatischen
Stellungsregler Sidecontrol
bietet Bürkert eine flexible
Lösung für präzise Ventilsteuerung
in der Prozessindustrie.
Das System ist nun auch für
Fremdventile mit Direkt- oder
Namur-Anbau geeignet. Es
überzeugt durch hohe Regelgenauigkeit,
integrierte Diagnosefunktionen
sowie IO-Link-Kommunikation
für einfache Nachrüstung.
Varianten mit Profinet,
EtherNet/IP, Modbus TCP, Profibus
DP oder büS ermöglichen
eine nahtlose Integration in bestehende
Leitsysteme. Die Remote-Version
mit abgesetztem
Wegsensor eignet sich für enge
Einbausituationen oder hohe
Umgebungstemperaturen. Im
ausgeregelten Zustand arbeitet
der Regler druckluftfrei – ein
Plus für Energieeffizienz und
Kostenreduktion. Die automatische
Selbstkonfiguration (X.Tune)
erleichtert die Inbetriebnahme.
Dank robuster Bauweise
und Herstellerunabhängigkeit
ist der Regler mit nahezu allen
gängigen Schwenk- und Schubantrieben
nach Namur-Standard
kompatibel.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Bürkert
Präzise Trübungsmessung in Echtzeit
Bild: Bürkert
Gasanalysegerät für SF 6 und Isoliergase
Bild: Wika
Mit der neuen Generation des
Gasanalysegeräts GA11 bietet
Wika eine leistungsstarke Lösung
für die präzise Qualitätskontrolle
von Isoliergasen in
Hochspannungsanlagen. Das
mobile Messgerät liefert exakte
Werte zu Feuchte, Reinheit und
Abbauprodukten von SF 6 sowie
alternativen Gasgemischen.
Temperaturkompensierte Sensoren
und intelligente Algorithmen
auf Basis definierter Stabilitätskriterien
sorgen für eine
nochmals verbesserte Genauigkeit
gegenüber Vorgängerversionen.
Optional integrierbare
Sensoren für SO 2 , HF, H 2 S oder
CO ermöglichen eine umfassende
Analyse mit hoher Langzeitstabilität.
Für den Einsatz vor Ort wurde
das GA11 nochmals deutlich
optimiert: Ein robuster Hartschalenkoffer
(IP 65) schützt die
Technik, das Gewicht liegt bei
nur 22 kg. Der verbaute NiMH-
Akku ermöglicht den problemlosen
Transport auch per Flugzeug,
da er nicht unter IATA-Beschränkungen
fällt. Die intuitive
Bedienoberfläche erleichtert die
Handhabung im Feld. Ein geschlossenes
Messsystem verhindert
Emissionen – das Gas wird
entweder rückgeführt oder gesammelt.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Wika
Für die Wasseraufbereitung steht
mit einem neuen Inline-Trübungssensor
eine Lösung bereit,
die präzise Messungen mit hoher
Betriebssicherheit kombiniert.
Der Typ 4170 von GF
wurde speziell für Prozessanwendungen
entwickelt und ergänzt
in Verbindung mit dem
Transmitter Typ 8640 das Portfolio
um eine moderne, wartungsarme
Lösung. Im Gegensatz
zu herkömmlichen Bypass-
Sensoren ermöglicht die Inline-
Konstruktion Echtzeitmessungen
ohne Verzögerungen durch
Probenahme oder Ablagerungen.
Der angewinkelte Messkopf
mit NIR-Sensor und PPSU-
Lichtabsorber gewährleistet
konstante Messergebnisse unabhängig
von saisonalen Schwankungen.
Durch den Verzicht auf
wartungsintensive Komponenten
wie Durchflusszellen oder
Lampen sinken Instandhaltungsaufwand
und Gesamtkosten
deutlich. Der kompakte Aufbau
erlaubt zudem eine flexible Installation
auch in beengten Umgebungen.
In Kombination mit
dem 8640 Transmitter mit Farb-
Touchscreen und gängigen
Kommunikationsschnittstellen
entsteht eine Komplettlösung
für die zuverlässige Überwachung
von Wasserqualität und
Prozessen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Georg Fischer
Bild: Georg Fischer
50 cav 07-2025
Sekundärverpackungen für Pens und Kits
REDcert²-zertifizierte Schmierstoffe
Bild: Faller Packaging
Autoinjektoren und Pens ermöglichen
Patienten die sichere Verabreichung
von Medikamenten
zu Hause. Hersteller müssen dabei
nicht nur den Inhalt, sondern
auch die Verpackung neu
denken: Bruchsicherheit, intuitive
Handhabung, platzsparende
Formate und nachhaltige Materialien
rücken stärker in den Fokus.
Faller Packaging bietet modulare
Systeme für Pens, Spritzen
oder komplexe Kits an. Die
Verpackungen lassen sich problemlos
in bestehende Produktionslinien
integrieren. Mit zwei
Verpackungstechnologien –
SLTO (Side-Loading Top-Opening)
und TLTO (Top-Loading
Top-Opening) – deckt Faller unterschiedliche
Anwendungsszenarien
ab. Die individuell anpassbaren
Inlays bestehen wahlweise
aus plastikfreiem, faserbasiertem
Monomaterial oder aus
Fibre Moulding, einer stabilen
Zellstoff-Alternative zum Kunststoff.
Je nach Anforderung lassen
sich mit beiden Varianten recyclingfähige
Einzelverpackungen
oder Multipacks realisieren. Mit
dem Prepackaging Service können
die Verpackungen frühzeitig
im Entwicklungsprozess getestet
werden. Das Konzept beinhaltet
vorkonfektionierte Verpackungssysteme,
die sich in kleinen
Mengen manuell bestücken und
später ohne Designänderung automatisiert
verarbeiten lassen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Faller
Mit den REDcert²-zertifizierten Schmierstoffen bringt Klüber
Lubrication eine umweltfreundliche Produktgeneration
auf den Markt, die volle Leistung bei reduzierten Emissionen
bietet. Grundlage ist der Einsatz massenbilanziert hergestellter,
biobasierter Rohstoffe, die fossile Ausgangsstoffe
bereits zu Beginn des Produktionsprozesses teilweise ersetzen.
Dadurch verbessert sich die CO 2 -Bilanz deutlich.
Den Auftakt bildet die Getriebeölreihe Klübersynth GH 6
MB, die chemisch und technisch dem bisherigen Klübersynth
GH 6 entspricht und bereits zahlreiche Freigaben
namhafter Hersteller besitzt. Der Zusatz „MB“ kennzeichnet
dabei die mass balanced-Variante.
Mit der vollständigen Implementierung des REDcert²-Systems
am belgischen Produktionsstandort und einem transparenten
Buchungssystem zur Nachverfolgung biobasierter
Rohstoffe geht Klüber Lubrication neue Wege in Sachen
nachhaltige Schmierstoffproduktion.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Klüber
Bild: Dee Karen – Shutterstock
Robustes Tablet für den Industrieeinsatz
Intuitive Software für Messtechnik
Mit dem ICO 14“ Indu TAB erweitert
ICO sein Portfolio um
ein besonders robustes Rugged
Tablet für den professionellen
Einsatz in Industrie, Wartung
und Außendienst. Das Gerät
kombiniert ein 14-Zoll-Full-
HD-Display mit Intel Core
i5-Prozessorleistung der 12. Generation
und überzeugt durch
hohe Rechenleistung sowie ein
widerstandsfähiges Design.
Das kapazitive Multitouch-Display
mit 500 Nits Helligkeit und
Optical Bonding sorgt auch bei
Sonnenlicht für hervorragende
Bild: ICO
Ablesbarkeit. Dank IP 65-Zertifizierung
und MIL-STD-810G ist
das Tablet bestens gegen Staub,
Wasser und Stöße geschützt.
Mit vier USB 3.2 Gen 2, zwei
USB-C, RJ45-LAN, Wi-Fi 6,
Bluetooth 5.3 und integriertem
LTE-Modul bietet das Indu TAB
umfassende Konnektivität. Ein
6700 mAh Akku, 16 GB RAM,
256 GB SSD sowie die Stiftbedienung
mit Halterung machen
es zum idealen Begleiter für
mobile Einsätze.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: ICO
Mit der neuen Almemo Connect
Software präsentiert Ahlborn eine
kostenlose Lösung zur Konfiguration
und Vernetzung der
branchenübergreifenden Almemo-Messtechnik.
Die intuitive
Benutzeroberfläche erlaubt es,
Geräteeinstellungen, Sensor-Parameter
und Messwerte schnell
und präzise zu verwalten. Mehrere
Schnittstellen können
gleichzeitig konfiguriert werden,
sodass zahlreiche Geräte
parallel eingestellt werden können
– auch ohne direkte Vernetzung
untereinander.
Messwerte lassen sich online
überwachen, analysieren und im
csv-Format exportieren, um sie
in anderen Softwareanwendungen
weiterzuverarbeiten.
Ein integrierter Serverdienst
sammelt kontinuierlich Messdaten
und stellt diese über TCP-
Schnittstellen für weitere Anwendungen
bereit. Die Software wird
vollständig über den Webbrowser
bedient, auch remote, und bietet
die Möglichkeit, automatisch
Support-E-Mails zu generieren.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Ahlborn
Bild: Ahlborn
cav 07-2025 51
TOP
PRODUKT
DES JAHRES 2025
ABSTIMMEN & GEWINNEN
WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/TOP2025
Welches ist Ihr Top- Produkt des Jahres 2025?
In den vergangenen zwölf Monaten haben wir Ihnen,
liebe Leserinnen und Leser, jeden Monat vier unserer
Ansicht nach besonders innovative Produkte vorgeschlagen.
Aus dieser Auswahl haben Sie jeweils ein Produkt
zum „Top-Produkt des Monats“ bestimmt. Jetzt haben
Sie die Möglichkeit, aus diesen zwölf Monatssiegern das
„Top-Produkt des Jahres 2025“ zu wählen.
Auf den nachfolgenden Seiten haben wir für Sie deshalb
nochmals alle Kandidaten in der Reihenfolge ihrer Wahl
nach Monaten zusammengestellt. Für die Abstimmung
ist auf www.prozesstechnik-online.de eine Sonderseite
frei geschaltet. Machen Sie mit und wählen Sie Ihren
Favoriten! Unter allen Teilnehmern verlosen wir
attraktive Preise:
1. PREIS
Lautsprecher JBL Clip 4
2. PREIS
Bottle Bottle Magic Cube
3. PREIS
Schweizer Taschenmesser
TOP-PRODUKT
OKTOBER 2024
Direktdruck auf Kartonagen
REA JET UP ist ein Direktdrucksystem auf Piezo-Basis. UP
steht für „Universal Print“ – und ist eine Alternative zum
geklebten Etikett. Während die meisten Systeme hochaufgelöste
Inhalte lediglich auf saugfähige Oberflächen wie
Papier, Kartonage und Holz drucken können, gelingt das
dem Drucksystem auch auf glatten und veredelten Oberflächen
mit hoher Trocknungsgeschwindigkeit.
Bild: REA Elektronik
52 cav 07-2025
Simulationssoftware für die
Produktentwicklung
TOP-PRODUKT
NOVEMBER 2024
Die von Cadfem vertriebenen Simulationsplattform Ansys
Granta Material Intelligence bietet Referenzdaten für die
Entwicklung neuer Produkte unter Berücksichtigung des
ökologischen Fußabdrucks. Bereits im Standardumfang
sind in dem Programm mehr als 4000 Materialien mit jeweiligen
physikalischen Eigenschaften, Verarbeitung und
ökologischer Bewertung hinterlegt. Um für jedes Material
die einwandfreie Funktion sicherzustellen, werden die
Modelle in virtuellen Tests mittels Simulation überprüft.
Bild: Cadfem
TOP-PRODUKT
DEZEMBER 2024
Automatische Schaltplanerstellung
Bild: Eplan
Wer die Schaltplanerstellung automatisiert, kommt schneller zu
Ergebnissen und macht weniger Fehler. Dafür hat Eplan unterschiedliche
technologische Ansätze entwickelt. Einer davon: Die
Cloud-basierte Software eBuild, mit der User ihre Projekte per
Knopfdruck generieren. Die Version 2025 bietet Vorteilen in der
Bedienung, beim Konfigurieren und Generieren von Schaltplänen.
Die Bedienoberfläche wurde optimiert, sodass Anwender einfach
mehr und schneller Übersicht über das Projekt bekommen.
Hybridmotor übertrifft IE4 und IE5
TOP-PRODUKT
JANUAR 2025
Der WEG-Hybridmotor W23 Sync+Ultra kombiniert die Effizienz von
Synchronreluktanzmotoren mit der Leistung von Permanentmagnetmotoren
und übertrifft damit die Effizienzklassen IE4 und IE5 und bietet Energieein -
sparungen von bis zu 30 %. Der W23 Sync+Ultra ist in zwei Varianten erhältlich,
basierend auf ferritunterstützten Reluktanzsynchronmotoren oder
Permanentmagnettechnologie mit seltenen Erden.
Bild: WEG
TOP-PRODUKT
FEBRUAR 2025
Schokoladentropfen am laufenden Band
Bild: Ipco
Ipco bietet Schokoladenformungsanlagen für die Produktion von
industriellen Zutaten – Chips, Brocken, Tropfen und Blöcke – und
dekorativen Produkten wie Spänen, Rollen, Stiften und Blüten. Der
Rotoform HP besteht aus einem beheizten Stator – der mit flüssiger
Schokolade versorgt wird – und einem perforierten, rotierenden
Mantel, der sich konzentrisch um den Stator dreht, um die Schokoladentropfen
auf ein kontinuierlich laufendes Stahlband abzusetzen.
cav 07-2025 53
Konnektivität dank Ethernet-APL-Switch
TOP-PRODUKT
MÄRZ 2025
Der aplSwitch Field von Softing bietet nahtlose Ethernet-
Konnektivität von der Anwendung bis in die Feldebene. Der
16-Port-Switch in IP 30-Ausführung ist speziell für den Einsatz
in Ex-Zone 2 konzipiert. Er ermöglicht die direkte Anbindung
von industriellen Ethernet-Netzwerken an eigensichere
Ethernet-APL-Feldgeräte über eine 2-Draht-eigensichere
Ethernet-Verbindung (2-WISE). Gleichzeitig sorgt er für eine
sichere Energieversorgung der Feldgeräte. Mit der erweiterten
Variante aplSwitch Field PA können auch Profibus-PA-Geräte
integriert werden.
Bild: Softing
TOP-PRODUKT
APRIL 2025
Heizen mit dem Kompressor
Bild: Kaeser
Wenn es darum geht, Energiebedarf und -kosten zu
senken, können Kompressorenbetreiber einen Großteil der
Kompressorantriebsenergie durch Wärmerückgewinnung
(WRG) in ihrem Betrieb nutzen. Kaeser Kompressoren
bietet Druckluftstationen als komplexe Systeme, in denen
Kompressor, Druckluftaufbereitung, Abwärmenutzung und
Effizienzüberwachung zusammenwirken. Die WRG-Systeme
verbinden Effizienz mit Nachhaltigkeit und liefern
flexible, maßgeschneiderte Lösungen für Heizung, Warmwasser
und industrielle Prozesse.
CO 2 -emissionsfreier Verdampfer
Der GEA Dairy Evaporator eZero arbeitet komplett CO 2 -emissionsfrei.
Das System senkt den Energieverbrauch je nach Betriebsbe -
dingungen und verfügbaren Ressourcen bis zu 60 %. Die eZero-
Technologie eignet sich für MVR-Verdampfer (mechanische Brüdenverdichtung)
oder – nach Umrüstung auf MVR – für TVR-
Verdampfer (thermische Brüdenverdichtung) und kann sowohl in
Neuanlagen als auch in bestehende Anlagen integriert werden.
TOP-PRODUKT
MAI 2025
Bild: GEA
TOP-PRODUKT
JUNI 2025
Kippvorrichtung für IBC
Bild: Bauer
Wenn IBCs fast leer sind, muss man improvisiert Ankippen oder die
Restfüllmenge ungenutzt lassen. Für dieses Problem hat Bauer den
IBC-Restentleerer IR entwickelt. Mit einer Tragfähigkeit von 1500 kg
gewährleistet er eine maximale Entleerung. Basis sind eine Stahlkonstruktion
und ein Federmechanismus. Dieser kippt den IBC automatisch
leicht nach vorne. Je niedriger der Füllstand, desto höher die
Neigung, bei einem maximalen Hub von 95 mm. Den Restentleerer
gibt es auch als Kipprahmen mit Sicherungsecken und Stützfüßen
für die Verschraubung auf einer 1000-l- Auffangwanne, um wassergefährdende
Gefahrstoffe abzufüllen.
54 cav 07-2025
TOP-PRODUKT
JULI 2025
Filter für den CO 2 -Abscheideprozess
Cleanova.C-Clean von Cleanova ist ein spezielles Filterportfolio
für die CO 2 -Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung
(CCUS). Es gibt Filtertechnik für jede Phase des
CO 2 -Abscheidungsprozesses – vom Eintreffen des Ausgangs-/Speisegases
über die chemische Absorption bis hin
zur endgültigen Lagerung und zum Transport. Jede Filterlösung
wird auf die spezifischen Bedingungen wie die
Konzentration, die Art der Emissionsquelle, das Vorhandensein
anderer Verunreinigungen, die Temperatur und den
Druck zugeschnitten.
Bild: Cleanova
TOP-PRODUKT
AUGUST 2025
Verwaltungsschalen einfach erstellen
Bild: Conplement
Twinstudio ist ein Add-on zu Twinsphere, einer skalierbaren SaaS-
Plattform für digitale Zwillinge von Conplement. Das Tool dient der
Erstellung von Verwaltungsschalen und Teilmodellen auch ohne tiefgehende
Kenntnisse des AAS-Metamodells. Besonders interessant ist
dies für Unternehmen mit Brownfield-Umgebungen oder Bestandsanlagen.
Twinstudio bietet zwei zentrale Werkzeuge: Der Instance
Builder ermöglicht eine intuitive, geführte Erstellung von Verwaltungsschalen
und Teilmodellen. Der Template Designer erlaubt es,
bestehende Teilmodell-Templates individuell anzupassen.
TOP-PRODUKT
SEPTEMBER 2025
Modularer Fingergreifer
Mit dem Fingergreifer mGrip von Schmalz lassen sich
empfindliche Produkte prozesssicher und automatisiert bewegen.
Die Fingermodule nehmen diese besonders vorsichtig auf
– selbst bei variierenden Formen und Konsistenzen. Ihre
pneumatische Steuerung ermöglicht ein sanftes Greifen, die
leichte Bauweise prädestiniert den mGrip für den Einsatz an
Cobots. Der Anwender kann den Endeffektor von außen
reinigen, der Fingergreifer erfüllt die Vorgaben von CIP und
COP (Cleaning out of Place). Dank des Hygienic Designs ist
das Risiko einer Kontamination minimal.
Bild: Schmalz
cav 07-2025 55
ARMATUREN + FITTINGS
DAS
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passende Produkte/Lösungen oder
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in der jeweiligen Branche zu finden.
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mit einer viele Bereiche umfassenden Produktvielfalt
und einem hohen technischen Beratungsservice.
Das Angebot von Reichelt Chemietechnik umfasst
ca. 80 000 Artikel, die aus den Bereichen Schlauchtechnik,
Verbindungselemente, Durchflusstechnik,
Labor technik, Halbzeuge, Befestigungselemente,
Filtration und Antriebstechnik stammen.
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Alino Industrieservice GmbH
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• Feinsttröpfchenabscheider / Nebelabscheider
• Koaleszenzabscheider / Flüssig-Flüssig-Trennung
mail@alino-is.de
Tel.: +49 (0) 2157 / 8 95 79 91
Fax: +49 (0) 2157 / 8 95 79 93
Alino Industrieservice GmbH ist Anbieter vielfältiger
Technologien zur Tropfenabscheidung aus Prozessgasströmen,
der Flüssig-Flüssig-Trennung und der
damit verbundenen Filtertechnik.
Optimierte Lösungen bei der Tröpfchenabscheidung
aus Prozessgasen sowie bei der Trennung von
Öl-Wasser-Gemischen.
müller co-ax gmbh
www.co-ax.com
müller co-ax gmbh ist international führender
Hersteller von coaxial Ventilen.
Am Firmensitz in Forchtenberg entstehen innovative
Lösungen für unterschiedlichste Medien und
Anwendungen.
Besonders bei anspruchsvollen Einsatzbereichen setzt
coax Maßstäbe in den Branchen Maschinenbau,
Marine, Chemie, Energie, Öl und Gas, Luft- und
Raumfahrt sowie der Bauindustrie.
Das Produktspektrum umfasst verschiedenste
Ventilausführungen, die kundenspezifisch ausgelegt
werden:
Druck: 0 bis 1000 bar
Kv-Wert: 0,048 m³/h – 650 m³/h
56 cav 07-2025
cav
LITERATUR, BROSCHÜREN, E-MEDIEN
IO-Link in puncto Sicherheit bewerten
Markenprodukte für jeden Arbeitsplatz
Die IO-Link Community hat eine
neue Security Deployment
Guideline veröffentlicht. Diese
soll Anwendern dabei helfen, Sicherheitsmaßnahmen
für die
Nutzung der IO-Link-Technologie
zu bewerten und umzusetzen.
Dieser Leitfaden ist ein unverzichtbares
Werkzeug für all
diejenigen, die die Sicherheit
ihrer IO-Link-Systeme verbessern
möchten. Das Hauptziel der
IO-Link Secure Deployment
Guideline besteht darin, Endanwendern
das nötige Wissen und
die Werkzeuge an die Hand zu
geben, um Sicherheitsmaßnahmen
für die Nutzung der IO-
Link-Technologie effektiv zu beurteilen
und zu implementieren.
Der Leitfaden bietet detaillierte
Anleitungen und Best Practices
für den Einsatz von sicheren IO-
Link-Systemen. Wenn Benutzer
diesen Leitfaden befolgen, können
sie sicherstellen, dass ihre
IO-Link-Systeme sicher und widerstandsfähig
gegen potenzielle
Bedrohungen sind.
Die Secure Deployment Guideline
steht im Downloadbereich
auf der IO-Link Webseite zum
kostenlosen Download bereit
www.io-link.com/downloads.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: IO-Link
Bild: Dude Design Studio – stock.adobe.com
Bild: Mewa
Im Katalog für Arbeitsschutz von
Mewa findet sich, übersichtlich
zusammengestellt, ein breites
Angebot an Produkten aus den
Bereichen Sicherheitsschuhe, Arbeitshandschuhe,
Bekleidung,
Atem-, Augen-, Gehör- und
Kopfschutz sowie Hautschutz
und Hygiene. Mit dabei sind
Brands wie Elten, Puma Safety,
Ansell, Hakro, Honeywell sowie
die Mewa-Eigenmarke Korsar.
Die Produktauswahl ist komfortabel.
Um zum Beispiel den optimal
passenden Arbeitsschuh zu
finden, liefert der Katalog präzise
Angaben zu Material, Funktion
und Sicherheitsklassen. Neben
der großen Auswahl überzeugen
der Service und die
schnelle Lieferung der Bestellungen.
Im Onlineshop profitieren
Mewa-Kunden zusätzlich
von der einfachen Produktsuche
und den detaillierten Informationen
wie zu Preisen, Produktbeschreibungen,
Funktionalitäten,
Normen und Eigenschaften.
Die Produkte sind direkt über
den Onlineshop mewa-shop.de
verfügbar.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Mewa
Erfinden: Lesestoff aus dem DPMA
Maschinen- und Funktionale Sicherheit
Die neue AK-Praxis „Integration
von Maschinensicherheitsfunktionen
in die funktionale Sicherheit
der Prozessindustrie“ greift
ein Thema auf, das die Branche
seit Jahren beschäftigt: Wie lassen
sich Sicherheitskonzepte aus
der Maschinenrichtlinie mit denen
der Prozessindustrie sinnvoll
verbinden?
Während die Prozessindustrie ihre
Sicherheitsfunktionen traditionell
auf die IEC 61511
(„Funktionale Sicherheit – Sicherheitstechnische
Systeme für
die Prozessindustrie“) stützt,
gelten für Maschinen andere
Normen – etwa IEC 62061 oder
ISO 13849. Zwischen diesen
Welten bestehen Unterschiede,
die in der Praxis immer wieder
zu Unsicherheiten führen. Genau
hier setzt das Praxispapier an.
Die Publikation basiert auf dem
Artikel „Integrating Machinery
Safety Functions into Functional
Safety for Process Industry“
(Chemical Engineering Transactions,
Vol. 116, 2025), der
von Mitgliedern der entsprechenden
Namur-Arbeitskreise
erarbeitet wurde. Das deutschsprachige
Praxispapier vertieft
die Thematik und ergänzt sie
um konkrete Beispiele aus der
betrieblichen Anwendung. Zahlreiche
Abbildungen und Fallstudien
verdeutlichen, wie sich
Maschinensicherheitsfunktionen
in prozesssicherheitsgerichtete
Systeme integrieren lassen.
Dabei versteht sich das Papier
ausdrücklich nicht als offizielle
Namur-Empfehlung oder -Arbeitsblatt,
sondern als fachlicher
Impuls: Es soll aktuelle Erkenntnisse
zeitnah zugänglich machen
und den Dialog innerhalb
der Branche fördern.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Namur
Nach extraterrestrischem Leben
forschen. Den Einsatz seltener
Erden in Magneten für die Energiewende
reduzieren. Autonome
Shuttles für die Innenstädte entwickeln.
Die neu erschienene
Publikation „erfinden“ des
Deutschen Patent- und Markenamts
(DPMA) gibt einen Einblick
in die aktuelle Forschung
und Entwicklung – und bietet
damit Lesestoff zu Lösungen
von morgen.
Basis für die Beiträge sind Patentanmeldungen
aus aller Welt. Die
darin offenbarten Erfindungen
begegnen den Patentprüferinnen
und Patentprüfern des DPMA in
ihrer täglichen Arbeit – und einige
davon dürften die technische
Entwicklung in Zukunft prägen.
Vorschläge für die Themen der
Publikation kommen aus den
Reihen der rund 1000 Prüferinnen
und Prüfer beim DPMA,
denn diese verfügen über große
Expertise in einer Vielzahl naturwissenschaftlicher
und technischer
Disziplinen.
Das Heft gibt einen Einblick in
die technische Entwicklung und
zeigt die Dynamik, die der
Schutz von Innovationen auslösen
kann. Attraktives Layout, Infografiken
und Erklärtexte machen
die technologisch anspruchsvollen
Themen zugänglich.
Unter www.dpma.de/
erfinden gibt es die Publikation
direkt zum Download.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: DPMA
Bild: DPMA
cav 07-2025 57
cav
VORSCHAU
01-2026
WASSERSTOFF, METHANOL UND CO.
Power-to-X gilt als eine Schlüsseltechnologie der Energiewende:
Überschüssiger Strom aus erneuerbaren
Quellen wird in Wasserstoff, Methan
oder flüssige Kraftstoffe umgewandelt – flexibel,
speicherbar, klimaneutral. Unser Trendbeitrag
in der nächsten Ausgabe klärt auf.
Bild: fotografiedk – stock.adobe.com
MESSEDUO VEREINT PROZESSTECHNIK
Am 25. und 26. Februar 2026 trifft sich die Branche in
Dortmund: Pumps & Valves und Maintenance
zeigen neueste Trends rund um Effizienz, Digitalisierung
und Nachhaltigkeit in der Prozessindustrie.
Lesen Sie in der nächsten Ausgabe
mehr über Pumpen, Armaturen und zum besonders
wichtigen Thema Instandhaltung.
Bild: Ravi Sejk
cav
SO ERREICHEN SIE DIE REDAKTION
DANIELA HELD
Redakteurin
Tel. 0711 7594-284
daniela.held@konradin.de
DR. BERND RADEMACHER
Redakteur
Tel. 0711 7594-263
bernd.rademacher@konradin.de
BARBARA DIVIGGIANO
Redaktionsassistentin
Tel. 0711 7594-415
barbara.diviggiano@konradin.de
ISSN 0009–2800
58. Jahrgang
Herausgeberin
Katja Kohlhammer
Verlag
Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH
Ernst-Mey-Straße 8,
70771 Leinfelden-Echterdingen
Germany
Geschäftsführer
Peter Dilger
Verlagsleiter
Peter Dilger
Redakteure V.i.S.d.P.
Dipl.-Ing. Daniela Held (dh),
Phone +49 711 7594-284
E-Mail: daniela.held@konradin.de
Dr. Bernd Rademacher (br),
Phone +49 711 7594-263
E-Mail: bernd.rademacher@konradin.de
Redaktionsassistenz
Barbara Diviggiano,
Phone +49 711 7594-415, Fax -1415
E-Mail: barbara.diviggiano@konradin.de
Layout
Jennifer Martins, Phone +49 711 7594-262
Ana Turina, Phone +49 711 7594-273
Gesamtanzeigenleiter
(Verantwortlich für den Anzeigenteil):
Andreas Hugel, Phone +49 711 7594-472
E-Mail: cav.anzeigen@konradin.de
Auftragsmanagement
Andrea Haab, Phone +49 711 7594-320
E-Mail: andrea.haab@konradin.de
Leserservice cav: Postfach 810580
70522 Stuttgart
Telefon: 0711/82651 254
Fax: 0711/82651 399
E-Mail: leserservice@konradin.de
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Großbritannien: Jens Smith Partnership, The Court,
Long Sutton, GB-Hook, Hampshire RG29 1TA,
Phone 01256 862589, Fax 01256 862182, E-Mail:
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Sales, Inc., Detlef Fox, 5 Penn Plaza, 19th
Floor, New York, NY 10001, Phone 212 8963881,
Fax 212 6293988, E-Mail: detleffox@comcast.net
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die
gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich,
weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche
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Georg-Westermann-Allee 66,
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58 cav 07-2025
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