19.11.2025 Aufrufe

cav – Prozesstechnik für die Chemieindustrie 07.2025

Die Fachzeitschrift cav - Prozesstechnik für die Chemieindustrie berichtet über Verfahren, Anlagen, Apparate und Komponenten für die chemische und pharmazeutische Industrie. Weitere Themen sind IT-Technologien, Industrie 4.0, digitale Produktion, MSR- und Automatisierungstechnik und Prozessanalysentechnik. Abgerundet wird das inhaltliche Spektrum durch Ex-Schutz, Anlagensicherheit, Arbeitsschutz, Instandhaltung, Standortmanagement und Energiemanagement.

Die Fachzeitschrift cav - Prozesstechnik für die Chemieindustrie berichtet über Verfahren, Anlagen, Apparate und Komponenten für die chemische und pharmazeutische Industrie. Weitere Themen sind IT-Technologien, Industrie 4.0, digitale Produktion, MSR- und Automatisierungstechnik und Prozessanalysentechnik. Abgerundet wird das inhaltliche Spektrum durch Ex-Schutz, Anlagensicherheit, Arbeitsschutz, Instandhaltung, Standortmanagement und Energiemanagement.

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07-2025

14 TITEL

EXAKTE DRUCKMESSUNG

BEI WASSERSTOFF

10 BROWNFIELD-ANLAGEN

SMARTE STRATEGIE FÜR

ERFOLGREICHE RETROFITS

36 MAINTENANCE

ANLAGEN IN ECHTZEIT

ÜBERWACHEN

52 ABSTIMMEN

TOP-PRODUKT

DES JAHRES 2025

8 TREND

ETHERNET & CO.

PROZESSTECHNIK FÜR DIE CHEMIEINDUSTRIE

WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/CHEMIE


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cav

EDITORIAL

Prima Klima

Wer mit dem Auto auf der A6 an Sinsheim vorbeifährt, sieht auf der

einen Seite das Technikmuseum mit seinen beiden ausgemusterten

Überschallfliegern und auf der anderen Seite die Spielstätte des

Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim. Aber ist Ihnen bei der

Durchreise schon einmal die Klima Arena neben dem Stadion aufgefallen?

Nein? Dann geht es Ihnen wie mir.

Betreiberin der Klima Arena ist die Klimastiftung für Bürger. Sie ist

eine Ausgründung der Dietmar-Hopp-Stiftung und engagiert sich

für ein besseres Verständnis von Klima, Umwelt, erneuerbaren Energien

und dem Schutz der Ressourcen. Insbesondere unseren Kindern

eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen, ist das übergeordnete

Ziel der Stiftung.

Bei den Bürkert-Fachpressetagen hatte ich Gelegenheit, die Klima

Arena zu besuchen und an einer Führung durch die Ausstellung

teilzunehmen. Ich kann einen Besuch nur jedem empfehlen. Jeder,

der meint, alles über das Klima zu wissen, wird schnell feststellen,

dass dem nicht so ist. Oder wussten Sie, dass der Meeresspiegel

nach dem Abschmelzen unserer Eisflächen um ganze 72 Meter

steigt? Da reichen an Küstenorten auch keine Gummistiefel mehr.

In der Klima Arena wird sich jeder Besucher über vieles schnell bewusst,

und immer wieder drängt sich folgende Frage auf: „Was

treiben wir da eigentlich?“ Und als Antwort: „Jetzt ist womöglich

die Zeit zu handeln.“

Das hat wohl auch die Verantwortlichen um CEO Georg Stawowy

von Bürkert Fluid Control Systems beeindruckt. Als Hochwasser-Betroffene

wollen sie das Unternehmen zu einem Vorreiter der regenerativen

Wirtschaft machen. Was das bedeutet und wie es funktionieren

soll, erfahren Sie auf Seite 44.

Unseren Kindern eine Zukunft geben – das möchten die Klima Arena

und jetzt auch Bürkert. Das wird aber nicht reichen: Wir alle

müssen für dieses Ziel erheblich mehr tun.

Normelemente.

Einfach.

Unverzichtbar.

Ganter.

Überzeugen Sie sich:

SPS in Nürnberg

25. - 27. November 2025

Halle 4A, Stand 510

Dr. Bernd Rademacher, Redakteur

ganternorm.com

cav 07-2025 3


cav INHALT 07-2025

14 Titel Ohne zuverlässige

Drucksensoren ist

ein sicherer Betrieb in

der Wasserstoffindustrie

undenkbar. Entsprechend

hoch sind die Anforderungen

an deren Genauigkeit

und Langzeitstabilität,

wie das Beispiel des

spanischen Unternehmens

Hiperbaric zeigt.

8 Die Funktionalität von

Profinet over APL für den

Einsatz in Ex-Bereichen

der Prozessautomatisierung

steht nun in vollem

Umfang zur Verfügung.

36 Infraserv Höchst

zeigt, wie digitale Instandhaltung

in der Praxis

funktioniert.

TREND ETHERNET & CO.

8 Profinet over APL in der Praxis

Zertifizierte Geräte im Feldtest bei Anwendern

der Prozessindustrie

FOKUS: PROZESSAUTOMATION

10 Die vier Säulen einer smarten Retrofit-Strategie

Wertschöpfung bei Brownfield-Anlagen sichern

14 TITEL Keine Fehler unter Hochdruck

Drucksensoren sorgen für Sicherheit und mehr

Effizienz in der Wasserstoffindustrie

18 Remote Service für Verpackungsmaschinen

Robopack spart Zeit und Kosten

20 MESSEVORSCHAU SPS

24 Mit Partnern lässt sich der Mittelstand digitalisieren

Kompetenzen in neue Geschäftsmodelle übersetzen

26 Schutzschirm für Schwabe

Cybersecurity mit Managed Detection Response (MDR)

in der Pharmaindustrie

28 Prozesssicherheit dank intelligenter Feldgeräte

Unterstützung für die Sicherheitssteuerung

BETRIEBSMANAGEMENT

34 Grüne Wärme spart Geld

Umweltfreundliche Fernwärmeversorgung ersetzt Gas

36 Wartungsmanagement auf Basis von 700 Sensoren

Digitalisierung und Betriebspraxis gehen bei Infraserv

Höchst Hand in Hand

38 Kosten im Griff bei Großprojekten

Sorgfältige Vorbereitung, frühzeitiges Claimmanagement

40 Ausfallzeiten ade

Serviceverträge garantieren eine hohe Verfügbarkeit

HYGIENISCHE ANLAGENTECHNIK

42 Bodenständig und beweglich zugleich

Stellfüße, Räder und Rollen: Stabile Basis für jede

Maschine

ENERGIEEFFIZIENTE LÖSUNGEN

44 Öko-Spinner oder Visionär?

Bürkert will regenerativ statt nur nachhaltig wirtschaften

46 Herausforderung Hitze

Wie sich Kälteanlagen auf den Klimawandel einstellen

müssen

48 Präzise Kälte für höchste Prozessanforderungen

Temperaturkontrolle als Schlüssel zur Effizienz

TOP-PRODUKT DES JAHRES 2025

52 Abstimmen & Gewinnen

Die Monatsgewinner im Überblick

4 cav 07-2025


GEMÜ 12A0 und GEMÜ 44A0

Intelligente Automatisierungsmodule

38 Katharina Weber,

CEO der Verhandlungsberatung

Negotiation Advisory

Group, hilft, wenn

Großprojekte aus dem

Ruder laufen.

44 Bürkert will in Zukunft

regenerativ wirtschaften

– das ist etwas

für Visionäre und nicht

für Öko-Spinner.

GEMÜ 12A0

GEMÜ 44A0

RUBRIKEN

3 Editorial

4 Inhalt

6 Nachrichten

30 MESSENACHLESE POWTECH-TECHNOPHARM

33 Exklusiv auf prozesstechnik-online.de

33 Gewinner Top-Produkt des Monats September

50 PRODUKTE

56 Partner für die chemische Industrie

57 Literatur, Broschüren, E-Medien

58 So erreichen Sie die Redaktion

58 Vorschau

58 Impressum

WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/CHEMIE

Mehr Nachrichten, Fakten, Produkte,

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in der chemischen Industrie finden Sie

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Multifunktionale Ventilansteuerung als Ventilanschaltung

oder Stellungsregler erhältlich

cav 07-2025 5

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cav

NACHRICHTEN

Rund 10 000 Besucher kamen nach Shanghai

ACHEMASIA FEIERT ERFOLGREICHES COMBACK

Studie untersucht CO 2 -Infrastruktur

WOHIN MIT DEM CO 2 ?

Rund 10 000 Besucher kamen zur Achemasia

Nach sechs Jahren Pause ist die Achemasia

mit neuem Schwung zurückgekehrt: Vom

14. bis 16. Oktober 2025 versammelte die

internationale Fachmesse und das Innovationsforum

für nachhaltige chemische Produktion

rund 10 000 Besucher aus 61 Ländern

im National Exhibition and Convention

Center in Shanghai. Insgesamt 267 Aussteller

aus 14 Ländern präsentierten Lösungen, die

den Wandel der Prozessindustrie hin zu mehr

Nachhaltigkeit und Effizienz vorantreiben.

Mit 218 chinesischen Ausstellern zeigte sich

die dynamische Entwicklung der lokalen Industrie,

während vor allem deutsche und

europäische Unternehmen mit einem Anteil

von 15 % die internationale Bedeutung der

Veranstaltung unterstrichen. Im Mittelpunkt

der zwölften Achemasia standen Themen

wie energieeffizientes Prozessdesign, grüne

Chemie, digitale Transformation und zirkuläre

Produktionssysteme.

„Die Achemasia fungiert als Brücke zwischen

internationalem Know-how und lokaler

Innovation und hilft, Chinas Klimaziele

in konkrete Maßnahmen umzusetzen“, betonte

Dr. Björn Mathes, CEO der Dechema

Ausstellungs-GmbH.

Mit dem Blick nach vorn richtet sich der

Fokus nun auf die Achema Middle East 2026

in Riad und die Achema 2027 in Frankfurt

am Main, die den globalen Dialog der Prozessindustrie

fortsetzen werden.

Bild: Kai Hartmann SpektrumAsia

Ideengeber, Challengegeber und Challengenehmer

der jüngst gestartete Studie, die sich

mit den Möglichkeiten einer CO 2 -Infrastruktur

von Köln bis an den Deich befasst

Eine neue Machbarkeitsstudie untersucht,

wie CO 2 aus der Industrie im Rheinland

künftig gesammelt, transportiert und gespeichert

werden kann. Geprüft wird eine

Transportverbindung von Köln bis zum Hafen

Antwerpen-Brügge. Initiator ist Yncoris

gemeinsam mit einem Industriekonsortium;

die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH

führt die siebenmonatige Studie seit September

2025 durch. Beteiligte Unternehmen

sind u. a. EEW, Evonik, Fluxys, LyondellBasell,

Nippon Gases, OGE, SEFE, Shell

und der Hafen Antwerpen-Brügge.

Zentral ist, ob bestehende Trassen und Pipelines,

etwa zwischen Chemiepark Knapsack

und Wesseling, als CO 2 -Sammelschienen genutzt

werden können. Ziel ist es, CO 2

sicher in Offshore-Speicherstätten einzulagern

oder langfristig als Rohstoff für Methan,

Harnstoff oder Kunststoffe zu nutzen.

Bild: Yncoris

cav NACHRICHTEN TICKER

Igus investiert in die

Zukunft seiner Fachkräfte

Viele Unternehmen beklagen

Fachkräftemangel. Die Lösung für

Igus: den Nachwuchs verstärkt

selbst ausbilden. Dabei wird eine

neue Ausbildungsfabrik am Firmensitz

in Köln-Porz unterstützen,

die die Ausbildungskapazität

für Berufe wie Mechatroniker,

Bild: Igus

Elektroniker und Werkzeugmechaniker

verdoppelt. Schon 2027

will Igus nicht mehr auf externe

Fachkräfte angewiesen sein.

Wilo gewinnt Deutschen

Nachhaltigkeitspreis

Die Wilo Group hat erneut den

Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Bild: Wilo

(DNP) gewonnen. Die Jury kürte

den Wassertechnologiekonzern

zum Sieger in der Branche „Hydraulik,

Pumpen, Kompressoren“

und würdigte so unter anderem

Wilos ganzheitliche Ausrichtung

auf nachhaltige Innovation. Die

Auszeichnung folgt für Wilo damit

unmittelbar auf die Bewertung

durch Ecovadis: Erst vor wenigen

Wochen verlieh die Ratingagentur

dem Konzern zum vierten

Mal infolge die Platin-Medaille

und stufte sein Nachhaltigkeitsengagement

als „herausragend“

ein. Bereits 2021 wurde Wilo mit

dem DNP im Transformationsfeld

„Klima“ geehrt.

SEW-Eurodrive eröffnet

Ausbildungszentrum

Heranführen, ausbilden, spezialisieren:

Dieser Dreiklang bildet die

Grundlage für das neue Ausbildungszentrum

von SEW-Eurodrive.

Mit namhaften Gästen aus Bildung,

Politik, Verbänden und natürlich

zahlreichen Mitarbeitenden

wurde Drive Education nun

feierlich eröffnet.

Bild: Immanuel Reimold

6 cav 07-2025


Prozessautomation: ZVEI erwartet Wachstum auf niedrigem Niveau

AUFTRAGSEINGÄNGE WACHSEN 2025 LEICHT

Die globale Prozessautomatisierungsbranche

zeigt sich 2025 leicht im Plus: Die Auftragseingänge

für Messtechnik und Prozessautomatisierung

wuchsen zwischen Januar und

September 2025 im niedrigen einstelligen

Bereich, meldet der ZVEI-Fachverband Automation.

Besonders dynamisch entwickelten

sich die Branchen Öl und Gas (hohes einstelliges

Wachstum), Wasser/Abwasser und

Pharma (mittleres Wachstum). Beim Umsatz

blieb die Entwicklung bislang seitwärts.

Regional zeigten vor allem der Mittlere Osten

und Indien deutliches Wachstum, während

Deutschland und China leicht rückläufig

waren – vor allem wegen schwacher

Nachfrage in der Chemie und den energieintensiven

Industrien.

Auf 2026 blickt Axel Lorenz, Vorsitzender

des Fachbereichs, vorsichtig optimistisch:

„Wachstum in Öl und Gas, Wasser/Abwasser

und Pharma wird die Auftragseingänge

voraussichtlich weiter treiben. Risiken bestehen

durch Zölle, EU-Regularien und

Fachkräftemangel.“ Trends wie Energieeffizienz,

Digitalisierung und Nachhaltigkeit

sollen zusätzlich Impulse liefern.

Im September wählten die Mitglieder des

Fachbereichs ihre neuen Vorstände für die

Amtszeit 2025 bis 2028: Axel Lorenz (Siemens,

Vorsitzender), Dr. Attila Bilgic (Krohne)

Prozessmesstechnik und Prozessautomation

wachsen in 2025 leicht

und Dr. Mirko Lehmann (Endress+Hauser)

als stellvertretende Vorsitzende sowie Stefan

Basenach, Ralf Beckmann, Jessica Bethune,

Jörg de la Motte, Johannes Kalhoff, Ralf Küper-Rampp,

Ulrich Pichler und Christoph

Siegel.

Bild: Sergey Ryzhov – stock.adobe.com

Wissenschaft und Industrie diskutieren über IEC 61499

HERSTELLERUNABHÄNGIGE AUTOMATISIERUNG

v. l. n. r.: Valeriy Vyatkin (LTU und Aalto-

Universität Finnland), Alois Zoitl (Johannes

Kepler Universität Linz), Inna Arkhipova

(UAO) und Franco Cavadini (Gr3n) organisierten

einen Workshop

Bild: Universal Automation Org

Auf der IEEE ETFA 2025 in Porto stand die Automatisierung nach IEC 61499 im

Mittelpunkt. UniversalAutomation.Org (UAO) organisierte Workshops und Panels,

in denen Expertinnen und Experten zeigten, wie sich offene, flexible Automatisierungssysteme

umsetzen lassen. Themen waren Plug & Produce, Low

Code Engineering und das Open-Source-Framework Eclipse 4diac; Kongsberg

Maritime demonstrierte den Einsatz in sicherheitskritischen Offshore-Anlagen.

Im Industrieforum berichteten Unternehmen wie Yokogawa, Stratus und

Novo Nordisk über Praxiserfahrungen und IT/OT-Integration nach offenen

Standards. Die von UAO bereitgestellte lizenzkostenfreie Runtime Execution

Engine entkoppelt Hardware und Software und ermöglicht herstellerübergreifende

Wiederverwendung.

„Die nächste Ingenieurgeneration soll Automatisierung offen und IT-orientiert

denken“, betont Inna Arkhipova, um flexible, nachhaltige und ressourceneffiziente

Anlagen zu fördern.

Vorausschauende

Wartungweitergedacht.

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cav 07-2025 7


cav TREND ETHERNET & CO.

Bild: panuwat – stock.adobe.com

Zertifizierte Geräte im Feldtest bei Anwendern der Prozessindustrie

PROFINET OVER

APL IN DER PRAXIS

Die Funktionalität von Profinet over APL für den Einsatz in explosionsgeschützten

Bereichen der Prozessautomatisierung steht nun in vollem Umfang

zur Verfügung. In mehreren Pilotanlagen der chemischen Industrie

bewerten derzeit Endanwender gemeinsam mit Experten von Profibus &

Profinet International (PI) den praktischen Einsatz und die Interoperabilität

zertifizierter Geräte unterschiedlicher Hersteller.

8 cav 07-2025


Ein zentrales Ziel der laufenden Feldtests ist die Überprüfung der

Interoperabilität von Profinet over APL-Produkten – also der reibungslosen

Zusammenarbeit von Geräten verschiedener Anbieter

im industriellen Umfeld. Grundlage dafür bildet ein umfangreicher

Zertifizierungstest, der für alle relevanten Produkttypen – darunter

Controller, Sensoren, Aktuatoren und Switches – verbindlich ist.

In der jüngsten Version des Profinet Test Bundles wurden Testszenarien

für Aktuatoren ergänzt. Erste Hersteller haben den Zertifizierungsprozess

bereits erfolgreich abgeschlossen: So erhielt Samson

als einer der ersten Anbieter die offiziellen Zertifikate für seine

Stellungsregler.

Zusammenarbeit mit Anwendern als Erfolgsfaktor

„Neben der Entwicklung einer anwendungsfreundlichen Technologie

und der Qualitätssicherung von Produkten ist die enge Zusammenarbeit

mit Anwendern entscheidend, um Akzeptanz und Praxistauglichkeit

sicherzustellen“, erklärt Xaver Schmidt, Vorstandsvorsitzender

von PI.

Man arbeite seit Jahren mit Endanwendern entlang des gesamten

Technologiezyklus zusammen – von der Erarbeitung der Anforderungen

über die Validierung prototypischer Geräte bis hin zu Tests

unter realen Anlagenbedingungen. „Die dabei gewonnenen Erfahrungen

fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung und Pflege

unserer Technologien ein“, so Schmidt weiter.

Umfassende Testabdeckung für Profinet over APL

Zum Umfang der Zertifizierungstests für Profinet over APL-Produkte

gehören neben den klassischen Physical Layer Tests für eigensichere

Anwendungen auch spezifische Prüfungen der Profinet-Kommunikation.

Ergänzt werden diese durch:

• APL-spezifische Test Cases zur Verifikation der

Kommunikationsfunktionen

• Interoperabilitätstests im Rahmen eines praxisnahen

APL-Test-Setups

• Prüfungen des Profils für PA-Geräte

Mit der Verfügbarkeit der Zertifizierung für Aktuatoren hat PI einen

weiteren wichtigen Schritt in Richtung vollständiger Profinet over

APL-Einsatzfähigkeit in der Prozessindustrie erreicht.

Positive Rückmeldungen aus den ersten Feldtests

In mehreren Laborinstallationen haben Endanwender die Eignung

von Profinet over APL mit zertifizierten Produkten bereits positiv

bewertet. Um die Technologie unter realen Bedingungen weiter zu

validieren, hat PI zusätzliche Feldtestaktivitäten gestartet.

Diese erfolgen in enger Zusammenarbeit mit Anwendern aus der Prozessindustrie

und werden künftig auch auf das Thema Security ausgeweitet

– insbesondere unter Berücksichtigung der non-Ethernet-basierten

Kommunikationssysteme in der Automatisierungs pyramide.

Parallel zur Arbeit an der Interoperabilität stehen bereits weitere

Themen auf der Agenda: So treiben PI-Experten die Integration

funktionaler Sicherheit mit Profisafe sowie die Zertifizierung von

Switches voran. Beide Aktivitäten erfolgen ebenfalls in enger Abstimmung

mit Anwendern und sollen die Zuverlässigkeit und Sicherheit

von Profinet over APL-Systemen langfristig stärken.

Fazit

Mit den erfolgreichen Zertifizierungstests und ersten Praxiserfahrungen

in Pilotanlagen hat Profinet over APL einen entscheidenden

Reifegrad erreicht. Die enge Kooperation zwischen Herstellern, Anwendern

und PI sorgt dafür, dass die Technologie zunehmend be-

PROFINET OVER APL:

KURZÜBERSICHT

Für alle Gerätetypen mit

Profinet over APL steht

jetzt die Zertifizierung

zur Verfügung

Profinet over APL (Advanced Physical Layer) erweitert

die etablierte Profinet-Kommunikation auf explosionsgeschützte

Prozessbereiche (z. B. Zone 1/21) und ermöglicht

die Integration von Feldgeräten in der Prozessautomatisierung

über eine durchgängige Ethernet-

Infrastruktur.

Ziele:

• Stabile, schnelle und deterministische Kommunikation

für Sensoren, Aktuatoren und Controller

• Interoperabilität verschiedener Herstellergeräte

• Vereinfachte Inbetriebnahme und Wartung

• Integration in bestehende Profinet-Netzwerke

Technische Highlights:

• APL Physical Layer: Zwei-Draht-Technologie für intrinsische

Sicherheit (Ex-Bereich)

• Datenrate: Bis zu 10 Mbit/s

• Topologien: Linien-, Baum- oder Ringstruktur

• Kompatibilität: Vollständig in Profinet-Protokoll eingebettet,

unterstützt Profisafe und PA Devices

Zertifizierung & Feldtests:

• Zertifizierungstest für Controller, Sensoren, Aktuatoren

und Switches

• Test auf Interoperabilität, Kommunikationsfähigkeit

und Profilkonformität

• Erste erfolgreiche Feldtests in Pilotanlagen der chemischen

Industrie

Vorteile für die Prozessindustrie:

• Durchgängige Ethernet-Kommunikation bis in den Ex-

Bereich

• Reduzierter Verkabelungsaufwand und vereinfachte Topologien

• Höhere Anlagenverfügbarkeit und Prozesssicherheit

• Grundlage für Industrie-4.0-Anwendungen in explosionsgefährdeten

Bereichen

Ausblick:

Mit fortlaufenden Feldtests, Zertifizierungen und Sicherheitsintegrationen

(z. B. Profisafe) ebnet Profinet over

APL den Weg für eine vollständige Digitalisierung und

Standardisierung in der Prozessautomatisierung.

triebsreif, interoperabel und sicher wird – und damit den Weg für

ihren breiten Einsatz in der Prozessautomatisierung ebnet. (br)

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Profinet

Bild: PI

cav 07-2025 9


cav FOKUS PROZESSAUTOMATION

Bilder: Copa-Data

Jürgen Schrödel ist Geschäftsführer von Copa-Data Deutschland

Wertschöpfung bei Brownfield-Anlagen sichern

Die vier Säulen einer

smarten Retrofit-Strategie

Betreiber von Brownfield-Anlagen stehen vor der Herausforderung, ebenso effizient

zu fertigen wie der Wettbewerb, der dasselbe Produkt auf hochmodernen Anlagen

herstellt. Zudem gilt es, die Werke fit zu machen für die steigenden Anforderungen

an die Cybersicherheit und die Nachhaltigkeit. Jürgen Schrödel, Geschäftsführer von

Copa-Data Deutschland, erklärt, wie sich vorhandene Wertschöpfungspotenziale

auch im Brownfield-Bereich erschließen lassen.

Herr Schrödel, seit gut einem Jahrzehnt verstärkt sich der Trend,

dass produzierende Unternehmen Direktinvestitionen vermehrt

im Ausland tätigen als in ihre Standorte im Inland. Welche Folgen

hat das für die Industrie?

Jürgen Schrödel: Die Folge solcher Nettoabflüsse an Direktinvestitionen

ist, dass Anlagen immer längere Laufzeiten haben. Das führt

zwangsläufig zu einem Wettbewerbsnachteil gegenüber Unternehmen

mit hochmodernen Produktionsanlagen. Betreiber von Brownfield-

Anlagen stehen also vor der Herausforderung, bestehende Werke auf

den neuesten Stand zu bringen, um moderne Herstellungsverfahren

zu ermöglichen. Der demografische Wandel, die steigenden Anforderungen

an die Cybersicherheit sowie steigende Nachhaltigkeitsauflagen

verschärfen die Situation für die Unternehmen zusätzlich.

Wie können Unternehmen trotz dieser schwierigen Ausgangslage

ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern?

Schrödel: Wer mit Brownfield-Anlagen auch künftig erfolgreich

sein möchte, braucht eine durchdachte Retrofit-Strategie. Diese

stützt sich auf vier zentrale Säulen: Erstens geht es darum, durch

Konnektivität und ergänzende Services zusätzliche Wertschöpfung

zu schaffen. Zweitens lassen sich Ausfallrisiken mit vorausschauender

Wartung gezielt minimieren. Drittens gilt es, die Sicherheit bestehender

Anlagen mit modernen Technologien zu erhöhen. Und

viertens führt erst die enge Verzahnung unterschiedlicher Disziplinen

zu einer nachhaltigen Dekarbonisierung – einem entscheidenden

Wettbewerbsfaktor der Zukunft.

Was bedeutet für Sie „mehr Wertschöpfung durch Konnektivität“?

Schrödel: Früher lag der Fokus klar auf der Produktion. Heute

reicht dieser Blickwinkel nicht mehr aus – die Anlage muss in ihrer

Gesamtheit betrachtet und so effizient sowie wirtschaftlich wie

möglich betrieben werden. Zur Steigerung der ökonomischen

10 cav 07-2025


Effektivität und Effizienz ist es wichtig, alle Möglichkeiten der

nachträglichen oder ergänzenden Digitalisierung in den Bestandsanlagen

zu nutzen. Dabei geht es nicht unbedingt nur darum, alte

Maschinen und Komponenten durch neue zu ersetzen, sondern

durch deren Vernetzung und Modularisierung die vorhandenen

Wertschöpfungspotenziale zu erschließen und vorhandene

Ressourcen optimal zu nutzen.

Und wie sieht es mit dem Thema Wartung aus?

Schrödel: Neue Anlagen benötigen in den ersten Jahren in der

Regel kaum Wartung. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch der

Aufwand – und genau hier entstehen Risiken. Erfolgt die Wartung

zu spät, kann das zu kostspieligen Produktionsausfällen führen.

Wird hingegen zu früh ausgetauscht, entstehen unnötige Kosten.

Die Lösung heißt Predictive Maintenance, also vorausschauende

Wartung auf Basis verlässlicher Daten und Advanced Analytics.

Mithilfe von Big-Data-Technologien lassen sich historische Betriebsdaten

auswerten und mit speziellen Vorhersagemodellen zukünftige

Entwicklungen präzise prognostizieren. Der große Vorteil: Selbst

komplexe Zusammenhänge können so schnell erkannt und in konkrete

Handlungsempfehlungen übersetzt werden.

Welche technischen Tools können Anlagenbetreiber bei der Gewinnung

und Auswertung von Daten für die Digitalisierung und

das Predictive Maintenance unterstützen?

Schrödel: Copa-Data unterstützt mit seiner Softwareplattform

Zenon Anlagenbetreiber bei der Digitalisierung und Predictive

Maintenance, indem Daten aus unterschiedlichsten Quellen erfasst,

historisiert und in Echtzeit visualisiert werden. Über Scada-

Funktionen lassen sich Prozesse überwachen, Kennzahlen berechnen

und Trends darstellen, die wiederum eine fundierte Basis für

Optimierungen und vorausschauende Wartung schaffen. Durch die

Anbindung an externe Analytics- und Machine-Learning-Systeme

können historische und aktuelle Sensordaten ausgewertet und

Vorhersagemodelle entwickelt werden, die Zenon in die Prozesssteuerung

integriert. So lassen sich Wartungszeitpunkte dynamisch

„Wer mit Brownfield-Anlagen auch künftigerfolgreich

sein möchte, braucht eine durchdachte

Retrofit-Strategie.“

Besser, wenn‘s

da trocken bleibt!

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das Einhalten einer adäquaten

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Produktionsbedingungen

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und bedarfsgerecht planen, was ungeplante Stillstände reduziert

und unnötige Kosten vermeidet. Auf diese Weise verknüpft Zenon

Digitalisierung, Datenanalyse und Advanced Analytics zu einem

System, das den gesamten Lebenszyklus einer Anlage effizienter und

sicherer macht.

Ein weiteres Thema ist die Sicherheit. Welche Rolle spielt Cyber -

security für Brownfield-Anlagen?

Schrödel: Eine enorm wichtige. Lange Zeit galten industrielle

Systeme aufgrund ihrer abgeschotteten Strukturen als vergleichsweise

sicher. Doch durch die zunehmende Vernetzung zwischen Industriesystemen

und Internet entstehen neue Angriffsflächen – insbesondere

bei älteren Anlagen, die häufig längst außerhalb ihres

Software- Updatezeitraums liegen. Viele Unternehmen zögern die

Migration hinaus, um Aufwand und Kosten zu sparen. Das ist allerdings

zu kurz gedacht. Wer veraltete Anlagen nicht auf die neuesten

Sicherheitsstandards bringt, geht ein hohes Risiko ein, Ziel eines

cav 07-2025 11


cav FOKUS PROZESSAUTOMATION

Die Software-Plattform Zenon unterstützt Anlagenbetreiber bei der Digitalisierung ihrer Prozesse und beim Predictive Maintenance

Cyberangriffs zu werden. Die EU hat auf diese Bedrohung reagiert

und die Anforderungen an die Cybersecurity mit neuen Richtlinien

verschärft.

Wie hat Copa-Data das Thema Cybersecurity in die Software -

plattform Zenon integriert?

Schrödel: Copa-Data begegnet dem Thema Cybersecurity mit

Zenon durch einen Security-by-Design-Ansatz, bei dem Sicherheit

bereits in der Softwareentwicklung berücksichtigt wird. So sind

unter anderem rollenbasierte Nutzerverwaltung mit Active-

Directory-Integration, verschlüsselte Kommunikation sowie digital

signierte Programmdateien Standard und ermöglichen eine manipulationssichere

Nutzung. Zudem ist Zenon nach industriellen

Standards wie IEC 62443-4-1 entwickelt und zertifiziert. Neuere

Versionen (z. B. Zenon 15) unterstützen zudem IEC 62443-4-2 und

bieten Funktionen wie SIEM-Integration, Patch-Management sowie

Backup-Handling, um den gestiegenen EU-Richtlinien wie NIS2

gerecht zu werden. Damit unterstützt Zenon Brownfield-Betreiber

effektiv dabei, ältere Anlagen sicherer zu machen, indem es moderne

Sicherheitsmechanismen etabliert, ohne in vollständig neue

Systeme investieren zu müssen.

Bleibt noch die vierte Säule: Nachhaltigkeit. Wo kann hier bei

Brownfield-Anlagen der Hebel angesetzt werden?

Schrödel: Nachhaltige Produktion ist heute ein klarer Wettbewerbsfaktor

– nicht nur aufgrund regulatorischer Vorgaben auf nationaler

und EU-Ebene, sondern auch, weil das Verbrauchervertrauen und

Geschäftsbeziehungen beeinflusst. Ältere Anlagen sind im Betrieb

weniger energieeffizient als moderne Systeme. Gleichzeitig verringert

eine längere Laufzeit den CO 2 -Fußabdruck des Unternehmens.

Ein wesentlicher Hebel zur Emissionssenkung liegt demnach in der

Optimierung des Energieverbrauchs. Dafür ist eine lückenlose Datenerfassung

unerlässlich. Erst wenn sämtliche Energieströme und Verbräuche

in Echtzeit verfügbar sind, lassen sie sich gezielt analysieren,

effizient steuern und flexibel anpassen. Kurz gesagt: Digitalisierung

und Automatisierung sind die Schlüssel zur Dekarbonisierung.

Wie kann ein solches systematisches Energiemanagements mithilfe

von Zenon umgesetzt werden?

Schrödel: Gerade in Brownfield-Anlagen spielt Energiemanagement

eine Schlüsselrolle, um Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung voranzutreiben.

Zenon von Copa-Data unterstützt Betreiber dabei mit

einer durchgängigen Datenerfassung und Analyse sämtlicher Energie-

und Verbrauchsströme in Echtzeit. Auf dieser Basis lassen sich

Energiespitzen identifizieren, Lasten verschieben und Prozesse so

steuern, dass Effizienzpotenziale ausgeschöpft werden, ohne die

Produktion zu gefährden. Zusätzlich ist Zenon als Energiemanagementsoftware

nach ISO-50001-zertifiziert und stellt damit sicher,

dass Unternehmen regulatorische Anforderungen erfüllen und

gleichzeitig ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen können. Durch diese

Kombination aus Transparenz, Steuerung und Standardkonformität

ermöglicht Zenon es, auch ältere Anlagen deutlich energieeffizienter

zu betreiben und ihren CO 2 -Fußabdruck messbar zu senken.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Copa-Data

Halle 7, Stand 590

DAS INTERVIEW FÜHRTE FÜR SIE

DANIELA HELD

Redakteurin

12 cav 07-2025


WIE EFFEKTIV

NUTZEN SIE

IHRE DATEN?

VOM MESSWERT

ZUM MEHRWERT

Neue Wachstumschancen mit IIoT-Lösungen von WIKA

Die ganzheitlichen IIoT-Lösungen von WIKA schöpfen das volle

Potenzial Ihrer Daten aus und unterstützen Ihr Unternehmen dabei,

entlang der gesamten Wertschöpfungskette effektiver, sicherer,

nachhaltiger zu werden. Das ist „Smart in sensing“.

IIOT-LÖSUNGEN VON

WIKA LIVE ERLEBEN:

SPS, Nürnberg

Halle 4A, Stand 135

Weitere Informationen unter:

iiot.wika.com

cav 07-2025 13


cav FOKUS PROZESSAUTOMATION

Bild: Vega

Drucksensoren sorgen für Sicherheit und mehr Effizienz in der Wasserstoffindustrie

KEINE FEHLER

UNTER HOCHDRUCK

Ohne zuverlässige Drucksensoren ist ein sicherer Betrieb in der Wasserstoffindustrie

undenkbar. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an

deren Genauigkeit und Langzeitstabilität. Drucksensoren spielen aber

auch eine große Rolle bei den Faktoren Effizienz und Wirtschaftlichkeit,

wie das Beispiel des spanischen Unternehmens Hiperbaric zeigt.

14 cav 07-2025


Bild: Hiperbaric

Plug-and-Play-Lösung im Container: Die Wasserstoffkompressionstechnologie von Hiperbaric schaltet Kompressoreinheiten in Reihe.

Die zuverlässige Druckmessung ist beim Verdichtungsprozess von entscheidender Bedeutung.

Wenn es um Anlagen geht, in denen Medien – ob Flüssigkeiten

oder Gase – unter hohem Druck zum Einsatz kommen, führt am

spanischen Unternehmen Hiperbaric kaum ein Weg vorbei. Seit

mehr als 25 Jahren liefert der Weltmarktführer in Hochdrucktechnik

aus Burgos, im Norden der Region Kastilien-León, Hochdruckanlagen

(High Pressure Processing) bis zu 6000 bar für verschiedenste

Industriezweige. Ein weiteres Standbein des Unternehmens

sind Wasserstoffanlagen, die mit erneuerbaren Energien betrieben

werden. Die von Hiperbaric entwickelte Kompressionstechnologie

ermöglicht eine Verdichtung auf bis zu 1000 bar und eignet sich

damit für die Verdichtung des grünen Wasserstoffs zur Speicherung

oder für den Einsatz in Wasserstofftankstellen – sei es bei 350 bar

für Lkw und Busse oder bei 700 bar für Fahrzeuge mit Brennstoffzellen

der neuesten Generation. Inzwischen hat der spanische Wasserstoffpionier

rund 35 Wasserstoffanlagen für verschiedene europäische

Kunden in Betrieb genommen.

Verlustfreie Wasserstoff-Prozesse

Obwohl Wasserstoff als elementar für die Energiewende und eine

nachhaltige Weltwirtschaft gilt, sind die damit verbundenen Kosten

noch sehr hoch. Umso wichtiger ist es, dass die Prozesse rund um

den Wasserstoff effizient, sicher und verlustfrei ablaufen. Und hier

kommt Vega ins Spiel: Die Druckmesstechnik des international tätigen

Herstellers von Sensoren für die Messung von Füllstand, Grenzstand

und Druck sorgt dafür, dass in jedem Wasserstoff-Prozessschritt

mit den richtigen Mengen und Drücken gearbeitet wird, sei

es nun im Elektrolyseur, im Lagertank oder in der Rohrleitung.

In den Hiperbaric-Anlagen messen beispielsweise Prozessdruck-

Sensoren der Vegabar-Serie den Wasserstoffdruck sowohl am Ein- als

auch am Ausgang der Verdichter. Besondere Herausforderung für

die Sensoren im Wasserstoffprozess ist das Risiko für Diffusion und

Versprödung. Die Vega-Experten lösen dies mit Sensoren aus bestän-

digen Edelstählen, trockenen Keramikmesszellen, diffusionsdichten

Hochdruckanschlüssen und Beschichtungen aus reinem Gold oder

einem Gold-Rhodium-Mix.

Maximale Verdichtung bis 1000 bar

Die Wasserstoffkompressionstechnologie von Hiperbaric besteht aus

einer Reihe von Kompressoreinheiten, die eine komplette Plug-and-

Play-Lösung für die sichere, effiziente und zuverlässige Lieferung

von komprimiertem Wasserstoff unter hohem Druck bieten. „Unsere

Wasserstoffkompressionstechnologie ist eine Containerlösung“,

beschreibt Luis Angel Ramos, Leiter der Elektrotechnik bei Hiperbaric,

die Anlagen. Die Kompression funktioniert dabei in zwei ausgeklügelten,

hintereinandergeschalteten identischen Stufen nach dem

Prinzip des Kolbenverdichters.

In der ersten Stufe gelangt der Wasserstoff mit einem Eingangsdruck

zwischen 20 und 200 bar in den Verdichterraum, wo er – je nach

Eingangsdruck – auf einen Zwischendruck zwischen 200 bar und

dem maximalen Ausgangsdruck vorkomprimiert wird. Dabei erhitzt

sich der Wasserstoff. Über einen Wärmetauscher, der die Temperatur

auf unter 40 °C senkt, gelangt das Gas in die zweite Kompressionsstufe,

die den Wasserstoff auf bis zu 1000 bar verdichtet. Durch einen

weiteren Wärmetauscher geführt, wird der hoch komprimierte

Wasserstoff schließlich in einem Tank gespeichert und lässt sich später

vielseitig einsetzen.

Zuverlässige Sensoren und maximale Betriebssicherheit

Die Betriebsbedingungen des Kompressors müssen exakt an Einund

Ausgangsdruck angepasst werden, weswegen die zuverlässige

Druckmessung eine entscheidende Bedeutung hat. Außerdem ist die

Drucküberwachung aus Sicherheitsgründen wichtig.

Die Bedingungen für die Drucksensoren in diesem Verdichtungsprozess

sind dabei knallhart, schließlich befinden sie sich mitten im

cav 07-2025 15


cav FOKUS PROZESSAUTOMATION

Bild: Hiperbaric

Bild: Hiperbaric

Die Prozessdrucksensoren der Vegabar-Serie messen den

Wasserstoffdruck sowohl am Ein- als auch am Ausgang der

Verdichter

Für maximale Betriebssicherheit: Der Vegabar 83 überzeugt mit seiner trockenen DMS-

Messzelle bei hohen Prozessdrücken bis 1000 bar

Geschehen. „Der Umgang mit Wasserstoff erfordert ein Höchstmaß

an Zuverlässigkeit und Präzision“, fasst es Ramos zusammen. Die

Temperaturen liegen zwischen -10 und +40 °C, der Druck zwischen

1 und 1000 bar. Vega bietet für die gesamte Bandbreite der

Wasserstoffanwendungen zuverlässige Lösungen in der Füllstandund

Druckmesstechnik, unabhängig davon, ob es sich um aggressive

Medien, Sauerstoff- und Wasserstoffüberlagerung oder Medien

mit niedriger Dielektrizitätszahl handelt. Die eingesetzten Drucksensoren

Vegabar 82 und 83 erfüllen höchste Sicherheitsanforderungen

(Atex und SIL) und sind langzeitstabil. Für Hiperbaric waren

dies die wichtigsten Gründe, in den Wasserstoffanlagen auf die

bewährte Sensorreihe zu setzen. „Wir benötigen Sensoren, die hundertprozentig

zuverlässig und sicher arbeiten. Deshalb haben wir

uns für Vega entschieden“, erklärt Ramos.

Der Vegabar 83 überzeugt mit seiner trockenen DMS-Messzelle bei

hohen Prozessdrücken bis 1000 bar für langzeitstabile Messungen.

Der Vegabar 82 wiederum hält mit seiner ölfreien keramischen Certec-Messzelle

selbst aggressiven Medien wie Kalilauge stand und hat

sich durch seine hohe Überlastfähigkeit um den Faktor 200 schon in

vielen Prozessen bewährt. Darüber hinaus ist die keramische Messzelle

temperaturschockfest und verträgt Temperaturen bis 150 °C.

Der Einbau der Sensoren ist dank kleinster Prozessanschlüsse komfortabel

und einfach. „Die Geräte wurden von unserem eigenen

Hiperbaric-Team und mit technischer Unterstützung von Vega installiert“,

sagt Ramos, den besonders das Engagement von Vega

während der Inbetriebnahme beeindruckte. Mittlerweile sind die

Sensoren seit einem Jahr im Einsatz und haben sich einen festen

Platz erobert. So sind sie inzwischen an jeder Verdichtergruppe am

Wasserstoffein- und -austritt zu finden.

Fazit

Die enorme Dynamik des Wasserstoffmarktes spiegelt sich auch im

Alltag von Hiperbaric wider. Inzwischen hat das Unternehmen sein

Geschäft mit Wasserstoffkompressoren in Europa verdoppelt und

will bis 2025 in den USA durchstarten, wo es bereits eine starke

Marktposition in der Hochdrucktechnik für den Lebensmittelsektor

hat. Bei aller Dynamik werden Sicherheit und Wirtschaftlichkeit

nicht aus den Augen verloren. Vega unterstützt den Anlagenbauer

dabei und sorgt dafür, dass die Prozesse effizient, sicher und vor allem

verlustfrei ablaufen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Vega

Halle 7A, Stand 102

AUTOR:

MARIO GRIMMEIßEN

Business Development Manager Energies &

Decarbonization,

Vega Grieshaber

16 cav 07-2025


cav

ADVERTORIAL

Ihr Prozessleitsystem auf dem Prüfstand

Sicher. Smart. Zukunftsfähig.

Veraltete Prozessleitsysteme (PLS) sind in vielen Anlagen ein unterschätztes Risiko.

Fehlende Ersatzteile, veraltete Software und steigende regulatorische Anforderungen

gefährden Effizienz und Betriebssicherheit. Der SPIEGLTEC Fitness-Check schafft

Transparenz über den Zustand Ihrer Anlage – unabhängig, strukturiert und

herstellerneutral.

Der 3-Stufen-Fitness-Check

Viele Produktionsanlagen laufen noch mit

Prozessleitsystemen aus den 1990er- oder

frühen 2000er-Jahren. Die Systeme funktionieren,

sind aber strategisch ein Risiko:

Hersteller kündigen Produkte, Updates entfallen,

Know-how geht verloren. Der

SPIEGLTEC Fitness-Check hilft, rechtzeitig

Transparenz zu schaffen, bevor Ausfälle oder

ungeplante Stillstände auftreten.

Der Check ist ein strukturierter, dreistufiger

Prozess zur unabhängigen Bewertung Ihres

PLS – herstellerübergreifend, transparent

und praxisorientiert.

1. Bestandsaufnahme

Erhebung aller relevanten Daten und Systeme.

Workshops und Dokumentenanalysen

schaffen ein vollständiges Bild über die aktuelle

Infrastruktur, Abläufe und Risiken.

2. Analyse und Bewertung

Technische Bewertung des PLS, Risiko- und

Wirtschaftlichkeitsanalyse. Dabei werden

Schwachstellen, Modernisierungspotenziale

und der ROI möglicher Maßnahmen ermittelt.

3. Abschlussbericht und Maßnahmenplan

Ein detaillierter Bericht zeigt Probleme, Ursachen

und Auswirkungen auf. Dazu gibt es

konkrete Handlungsempfehlungen – priorisiert

nach Dringlichkeit und Nutzen.

Das Automatisierungsteam von SPIEGLTEC

bringt umfassende, langjährige Projekterfahrung

mit und arbeitet systemunabhängig.

Das Know-how reicht von Planung und Programmierung

bis zur GMP-konformen Validierung

– von der Erweiterung bestehender

Systeme bis zum vollständigen Retrofit im

laufenden Betrieb ohne oder mit nur minimalen

Shutdowns.

Gerade in regulierten Bereichen wie der

Pharmaindustrie ist Retrofit mehr als ein

technisches Update: Es sichert Betrieb, Qualität

und Compliance. Wer frühzeitig handelt,

gewinnt Planungssicherheit – und

bleibt Herr über Zeitpunkt, Budget und

Umfang einer Modernisierung.

Bild: SPIEGLTEC / Christian Vorhofer

Mehr Infos dazu unter:

www.spiegltec.com/pls-fitnesscheck

Die Experten von SPIEGLTEC prüfen Ihr PLS herstellerunabhängig.

cav 07-2025 17


cav FOKUS PROZESSAUTOMATION

Robopack spart Zeit und Kosten

Remote Service für

Verpackungsmaschinen

Angesichts einer umfangreichen installierten Basis in ganz Lateinamerika ist für

Robopac Brasil der Service für die Maschinen des Unternehmens ein wichtiger

Geschäftsbereich. Dank einer neuen Lösung für den Fernzugriff bieten die Serviceteams

jetzt einen besseren Service und sparen zugleich Reiseaufwand, Implementierungszeit

und Kosten.

Was tun, wenn eine Maschine plötzlich

ausfällt? In einem Land wie Brasilien, das einem

manchmal so groß wie ein Kontinent

vorkommen kann, bedeutet dies für einen

Servicetechniker unter Umständen eine

dreitägige Reise inklusive Kosten für Flugtickets,

Autofahrten und Unterkunft. Nicht

unbedingt bei Robopac. Dessen Serviceteam

kann jetzt seine Kunden einfach um Fernzugriff

auf die Maschine bitten und dann versuchen,

deren Diagnosedaten auszulesen

und das Problem aus der Ferne zu lösen.

„Oft lässt sich die Ursache eines Maschinenausfalls

in weniger als zwei Stunden beheben“,

berichtet Uiliam Machado, Automatisierungsanalyst

bei Robopac. Robopac Brasil

ist spezialisiert auf die Entwicklung und Vermarktung

von Maschinen für die Positionierung,

Abfüllung, Kartonierung, Palettierung

und Stretchverpackung verschiedener Produkte

wie Haushaltsreiniger. Derzeit betreut

das Unternehmen mehr als 4000 Maschinen,

die bei rund 800 Kunden in Brasilien

und im Ausland im Einsatz sind. Der Service

für diese Maschinen gehört für das Unternehmen

zum Tagesgeschäft.

Remote Service spart Zeit

Durch die Möglichkeit, eine Maschine innerhalb

weniger Stunden statt erst in Tagen

wieder betriebsbereit zu bekommen, ist ein

Remote Service Tool für das Geschäft bei

Bilder: Siemens

Robopac unentbehrlich, erklärt Eduardo

Guzman, Vertriebsleiter bei Robopac: „Ohne

das Remote Service Tool brauchen wir je

nach Standort bis zu 48 h, um zum Kunden

zu gelangen, ein Problem in weniger als 2 h

zu lösen und uns dann auf den Rückweg zu

machen.“ Die Suche nach einer zuverlässigen

und sicheren Lösung für den Remote

Service erwies sich jedoch als eine Reise für

sich, so Guzman weiter: „Bei der ersten Lösung,

für die wir uns entschieden hatten,

stellte sich heraus, dass die Lebenszykluskosten

nicht transparent genug waren. Außerdem

hatten wir Bedenken hinsichtlich

der langfristigen Cybersicherheit. Als führender

Spezialist in Lateinamerika für Endof-Line-Verpackungslösungen

setzen wir alles

daran, mit unseren Lösungen exzellenten

Service und Produktivität zu bieten. Deshalb

brauchten wir eine Alternative.“

Mittlerweile nutzt Robopac Brasil für die

Fernwartung seiner Maschinen Sinema

Remote Connect von Siemens mit robusten,

industrietauglichen Komponenten, einer

einfachen, servicefreundlichen Installation

und integrierter Cybersicherheit. „Darüber

hinaus können wir die Software auf unseren

eigenen Servern installieren und haben so

zusätzliche Kontrolle über die Lösung“, ergänzt

Machado. Alle diese Vorteile zusammen

mit einem transparenten Preis- und Lizenzmodell

haben Robopac davon überzeugt,

dass Sinema Remote Connect für seine

Zwecke die optimale Lösung sei, bestätigt

Guzman.

Robopac Brasil bietet vom Hauptsitz in Vinosul (Südbrasilien) aus Serviceleistungen für mehr als

4000 Maschinen an

Für Neu- und Bestandsmaschinen

Da Robopac auf Qualität setzt, bestand der

erste Schritt bei der Einführung darin, einen

18 cav 07-2025


Mithilfe der Fernzugriffslösung profitieren die Kunden optimal von innovativen

Robopac-Lösungen

Die Scalance S Industrial Security Appliance ermöglicht

eine sichere, verschlüsselte Kommunikation

Proof of Concept zu erstellen. Damit wollte

man sichergehen, dass Sinema Remote

Connect sowohl mit den Maschinen als

auch mit der lokalen Serverinfrastruktur

funktioniert. In dieser Phase nahm Robopac

die Unterstützung von Siemens in Anspruch,

als es darum ging, Server zu installieren

und die virtuelle Maschine und die

Infrastruktur einzurichten. Aber die Konfiguration

war eigentlich so einfach, dass

man Siemens möglicherweise nicht gebraucht

hätte. Die neue Lösung war in wenigen

Tagen einsatzbereit.

Auf der Maschinenseite nutzt Robopac eine

Scalance S Industrial Security Appliance für

die sichere Verbindung zum Fernzugriff.

„Jedes Mal, wenn wir eine neue Maschine

zusammen mit Remote Service verkaufen,

installieren und konfigurieren wir einfach

den Scalance S während der Montage, und

die Maschine ist für den Fernzugriff eingerichtet.

Beim Kunden vor Ort brauchen wir

nur eine Internetverbindung und schon sind

wir fertig“, fährt Machado fort. Auf die gleiche

Weise kann Robopac auch Bestandsmaschinen

zu Sinema Remote Connect migrieren:

Den Scalance S installieren, ein paar Kabel

anschließen, den neuen Client auf dem

Server konfigurieren – „es dauert wirklich

nur wenige Minuten und geht sehr einfach

und leicht im Vergleich zu anderen Systemen“,

lobt Machado.

Kostengünstig und trotzdem sicher

Guzman sieht neben der Kosten- und Zeitersparnis

bei der Installation und Einrichtung

noch weitere Vorteile: „Brasilien ist ein sehr

wettbewerbsintensiver Markt. Deshalb müssen

wir immer darauf achten, dass wir für

den Preis, den wir verlangen, die optimale

Leistung bieten. Bei anderen Systemen mit

Fernzugriff muss mit der Maschine ein dedizierter

PC geliefert werden. Hier können wir

mit einem Scalance S den gleichen oder sogar

besseren Service anbieten.“ Die Kommunikation

ist vollständig verschlüsselt und mit

Zertifikaten und Firewalls an beiden Enden

gesichert, so dass für den Fernzugriff ein

Höchstmaß an Cybersicherheit gewährleistet

werden kann. Hinzu kommt, dass die Kunden

über einen Schlüsselschalter auch die

physische Kontrolle über die Fernverbindung

haben. Ohne Erlaubnis des Kunden ist

also kein Zugriff auf die Maschine möglich.“

Die Summe dieser Vorteile trägt dazu bei,

dass Robopac einen wachsenden Kundenstamm

überzeugen kann: Weit über 30 neue

Maschinen wurden bereits mit Sinema Remote

Connect ausgeliefert „und die Kunden

sind begeistert“, berichtet Machado. Der

Grund liegt auf der Hand: Je schneller Robopac

ein Problem mit einer Maschine lösen

kann, desto schneller ist sie wieder online.

Da somit Tage an unnötiger Ausfallzeit

eingespart werden, profitiert der Kunde

schnell von höherer Produktivität und höherem

Umsatz. Darüber hinaus reduziert

der Remote Service die bei Reise anfallenden

Emissionen und lässt die Techniker und

Ingenieure produktiver arbeiten: Statt im

Flugzeug oder im Auto zu sitzen, können

unsere Mitarbeiter sich tatsächlich der Lösung

des Problems widmen.

Mehr als nur besserer Service

Nach Ansicht von Machado und Guzman

gibt es für Sinema Remote Connect aber

noch mehr Potenzial. Die sichere und einfach

wartbare Lösung mit Sinema Remote

Connect ermöglicht nicht nur einen schnelleren

und besseren Service für den Kunden.

Sondern sie lässt sich, so Guzman, auch zur

Verbesserung der Maschinenleistung im Betrieb

einsetzen: „Im Moment liegt der Fokus

in Brasilien sehr stark auf der Geschwindigkeit

und Qualität der Fehlerbehebung. Wenn

wir uns aber weitere Bereiche anschauen,

dann ist es ziemlich offensichtlich, dass wir

mit Sinema Remote Connect auch zur effizienteren

und effektiveren Maschinennutzung

beitragen können – so dass unsere

Kunden produktiver arbeiten, ihre Kosten

senken und die Nachhaltigkeit der Produktion

erhöhen können. Es gibt viele Möglichkeiten

– Sinema Remote Connect bietet uns

dafür die Ausgangsbasis.“

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Siemens

Halle 11, Stand 100

AUTORIN:

JAQUELINE FREITAS

JARDIM

Sales Specialist,

Siemens

AUTOR:

JEFERSON LUAN

BRAUN

Sales Professional,

Siemens

cav 07-2025 19


Automatisierungslösung um KI erweitert

Bild: Mesago Messe Frankfurt GmbH / Arturo Rivas Gonzalez

Vom 25. bis 27. November 2025 öffnet die

Fachmesse SPS – Smart Production Solutions

in Nürnberg erneut ihre Tore. Rund 1150

Aussteller präsentieren in 15 Messehallen

aktuelle Technologien und Lösungen für die

industrielle Automatisierung. Das Spektrum

reicht von Sensorik, Steuerungstechnik und

Software bis zu kompletten Systemlösungen

für die smarte Produktion. Ein Schwerpunkt

der diesjährigen Veranstaltung liegt auf dem

Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der

Fertigung. Die Messe zeigt praxisnahe Anwendungen

– von KI-gestütztem Engineering

über intelligente Steuerungsgeräte bis

zu Predictive-Maintenance-Tools und adaptiver

Produktionssteuerung. Damit wird deutlich,

wie tiefgreifend Industrial AI Prozesseffizienz

und Ressourcennutzung verändert.

Begleitend bieten die SPS Stages in mehreren

Hallen Fachvorträge und Diskussionen

zu Digitalisierung, Cybersecurity, nachhaltiger

Produktion und industrieller Transformation.

Die Technology Stage von VDMA

und ZVEI rückt Industrial AI besonders in

den Fokus. Nachwuchsinitiativen wie der

Makeathon, die Start-up Area und der Stand

Young Innovators fördern den Austausch

zwischen Industrie und neuen Talenten.

Bosch Rexroth treibt die softwarezentrierte,

vernetzte und

KI-basierte industrielle Automatisierung

mit der Plattform ctrlX

Automation konsequent voran.

Die Neuerungen umfassen erweiterte

Hardware, KI-Funktionalitäten

auf allen Leistungsebenen,

die softwarebasierte Safety

PLC, neue Apps im ctrlX OS Store

und vorkonfigurierte Solution

Sets. Die modulare Steuerung

ctrlX Coreplus integriert KI direkt

am Edge, bietet gesteigerte

Rechenleistung für Vision- und

KI-Anwendungen und mehr

Speicher für lokale Datenverarbeitung.

Skalierbare IPCs mit

Nvidia-GPU und leistungsstarke

HMIs ergänzen das System. Die

Copilot für PAT

Safety PLC-App ermöglicht

funktionale Sicherheit ohne zusätzliche

Hardware und reduziert

Platz- und Kostenaufwand.

23 neue I/O-Module, erweiterte

Motion-Systeme der ctrlX Flow-

Familie sowie das kompakte,

energieeffiziente Antriebsportfolio

sorgen für Flexibilität und

Effizienz. Solution Sets und der

ctrlX OS Store mit 86 Apps vereinfachen

Integration, Projektlaufzeiten

und Sicherheitsmanagement

– ein konsequenter

Schritt in Richtung digitalisierte,

intelligente Fertigung.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Bosch Rexroth

Halle 7, Stand 450

Der Industrial Copilot von Siemens für Prozessanalysentechnik

(PAT) ist ein intelligenter, offlinefähiger Assistent,

der bei der Fehlersuche und Wartung von Analysegeräten

unterstützt. Er liefert sofortige, kontextbezogene Anleitungen

auf Basis von Handbüchern, Serviceberichten und

Nutzerdokumenten – ganz ohne Cloud oder Internet. Entwickelt

für sensible Umgebungen, sorgt er für Compliance

und bringt KI-gestützte Effizienz in die industrielle Instandhaltung.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Siemens

Halle 11, Stand 100

Bild: Siemens

Bild: Bosch Rexroth

20 cav 07-2025


Energieführung für alle Fälle

Industrial AI direkt in die Fertigung

Ein Schwerpunkt der diesjährigen

SPS liegt bei ABB auf Industrial

AI, die Prozesse im Maschinenbau

effizienter, flexibler und

fehlerresistenter machen soll.

Eine aktuelle VDMA-Studie

zeigt, dass KI-Technologien

Stillstandzeiten reduzieren, Produktionsprozesse

schneller anpassen

und Ressourcen effizienter

nutzen können. ABB greift

diese Erkenntnisse auf und präsentiert

praxisnahe Lösungen

für Unternehmen. Der neue AIbasierte

Crealizer Assistent unterstützt

insbesondere weniger

erfahrene Ingenieure bei der

Bild: ABB

Softwareentwicklung auf der

Plattform ABB Crealizer, indem

er in Echtzeit auf hochauflösende

Messdaten zugreift und interaktive

Hilfestellungen bietet. Ergänzend

ermöglicht der Leistungsschalter

Emax3 Betreibern

kritischer Infrastrukturen, ihre

Prozesse durch intelligente Algorithmen

für vorausschauende

Wartung zu optimieren – inklusive

integrierter Sensorik und

Cybersicherheitszertifizierung

nach Security Level 2.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: ABB

Halle 4, Stand 420

Mit dem Heluchain System präsentiert Helukabel eine

modulare Systemlösung für lineare Bewegungsanwendungen

im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der

industriellen Automation. Der Baukasten kombiniert

Energieführungsketten, hochflexible Leitungen, individuelle

Konfektionen und Zubehör zu perfekt abgestimmten

Komplettsystemen. Ein Highlight ist die Heluchain

Plastic Link 4-45, die mit stabiler Konstruktion,

Laufruhe und einfacher Montage überzeugt. Neues Zubehör

– etwa ein Gleitschuh zur Lebensdauerverlängerung,

eine kostengünstige Zugentlastung und nachrüstbare

Seitenelemente – erhöht die Flexibilität zusätzlich.

Ergänzend zeigt Helukabel neue, besonders robuste Leitungen

für Profibus- und Profinet-Systeme mit abriebfestem

TPE-Mantel. Anwender erhalten komplette, konfektionierte

Energieführungsketten aus einer Hand – inklusive

Steckverbinder.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Helukabel

Halle 2, Stand 230

Bild: Helukabel

SENSORKOMMUNIKATION

MIT IO-LINK UND SPE

13. – 17. Mai 2024 in München,

Halle B2, Stand 227/326

Die nächste Generation

der Industrieautomation

IO-Link und Single Pair Ethernet stehen für die

Zukunft der Industriekommunikation und gestalten

die Sensorvernetzung und Prozessdatenübertragung

auf innovative Weise völlig neu. Erleben Sie

eine noch nie dagewesene Leichtigkeit des Alltags

mit JUMO – Ihrem führenden System- und Lösungsanbieter

für Sensor- und Automatisierungstechnik.

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Besuchen Sie uns:

Halle 7, Stand 490

Member of

cav 07-2025 21


cav

MESSEVORSCHAU

End-to-End-Lösung für digitale Zwillinge

Industrielles Ladekabel M12 auf USB

Auf der SPS 2025 demonstrieren

Conplement und R. Stahl, wie

digitale Zwillinge entlang der

gesamten Wertschöpfungskette

genutzt werden können – von

der Erstellung über den Betrieb

bis zur produktiven Anwendung.

Mit Twinstudio lassen sich Verwaltungsschalen

(AAS) und Teilmodelle

standardkonform modellieren,

während der Semantic

Connector Daten aus ETL-Strecken

oder Quellsystemen in Teilmodelle

überführt. Für den Betrieb

bietet die skalierbare Plattform

Twinsphere Funktionen

wie Product-Change-Notifications,

Daten-Push und eine Technical-Data-Suche.

In der Nutzung

sorgt das Digital Twin Portal

von R. Stahl als White-Label-

Lösung für interaktive Zugriffsmöglichkeiten

auf Typ- und Instanz-Schalen,

integriert Backend-Prozesse

wie SAP-Workflows

und ermöglicht Bulk-

Handling sowie Service-Orders.

Die Lösung erfüllt regulatorische

Anforderungen, ist EUkonform

und unterstützt offene,

interoperable Metamodelle inklusive

Digital Product Pass. So

entsteht ein durchgängiger, zukunftssicherer

Digitaler Zwilling,

der Prozesse automatisiert,

Integrationskosten reduziert und

Unternehmen eine skalierbare

Plattform für innovative Produktportfolios

bietet.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Conplement

Halle 5, Stand 160

Bild: Conplement

Turck präsentiert ein robustes, industrietaugliches Ladekabel,

das 24 V(DC) intern wandelt und bis zu 3 A bei 5 V

oder 1,66 A bei 9 V liefert. Das Kabel ist mit einem robusten

M12-Steckverbinder in Schutzart IP 67 ausgestattet und

ermöglicht die zuverlässige Spannungsversorgung von Tablets,

Laptops und anderen mobilen Geräten in rauen Produktionsumgebungen

– ohne zusätzliche 230-V-Schuko-

Steckdosen und AC-Infrastruktur. Damit sparen Unternehmen

AC-Netzteile und Adapter und integrieren mobile IT-

Geräte einfach in bestehende OT-Umgebungen.

Die industrielle Ladelösung reduziert nicht nur den Installationsaufwand,

sondern erhöht auch die Flexibilität in

Produktions- und Logistikanlagen. Anwender können vorhandene

24-V-Versorgungspunkte nutzen, um mobile Geräte

direkt im Feld zu laden oder zu betreiben. Das Kabel

lässt sich mit Standard-Sensorleitungen ohne Spannungsverlust

verlängern. Der M12-Steckverbinder nach IEC

61076-2-101 sorgt für einen sicheren und fehlerfreien Betrieb.

Die Standardvariante mit M12-Stecker und USB-

C-Stecker ist ab Lager verfügbar.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Turck

Halle 7, Stand 250

Bild; Turck

Ethernet-APL – nahtlose

Konnektivität für

maximale Performance

Die Zukunft der Prozessautomatisierung

beginnt mit Ethernet-APL! Der aplSwitch

von Softing Industrial ermöglicht Ihnen

eine nahtlose Integration von Feldgeräten,

schnelle Übertragungsgeschwindigkeiten

und effiziente Automatisierungsnetze.

Entdecken Sie unsere hybride Lösung. Sie

ermöglicht die nahtlose Integration von

PROFIBUS PA-Geräten mit Ethernet-APL für

einen reibungslosen digitalen Übergang.

https://industrial.softing.com

22 cav 07-2025

Halle 5, Stand 258


Mehr Leistung auf halbem Platz

Bild: B&R

B&R, die Machine Automation

Division von ABB, stellt mit dem

Acopos P3 einen der bislang

leistungsstärksten Servoantriebe

auf dem Markt vor. Mit bis zu

60 % höherer Leistungsdichte,

achtfacher Rechenleistung bei

gleicher Baugröße und optimiertem

Energieverbrauch reduziert

der Antrieb den Platzbedarf

im Schaltschrank um die

Hälfte. Der Acopos P3 erlaubt

kompakte Hochleistungsmaschinen

mit höherer Produktionsge-

schwindigkeit und verbesserter

Endproduktqualität. Sieben neue

Geräte, darunter Ein- und Zweiachsvarianten

von 32 bis 80 kW,

bieten maximale Skalierbarkeit.

Die hohe Rechenleistung erlaubt

Zykluszeiten von 50 µs für Positions-

und Geschwindigkeitsregelkreise,

während intelligente

Funktionen direkt im Antrieb

ausgeführt werden. Ein neues

Luftstromsystem, beschichtete

Leiterplatten und 17 integrierte

Temperatursensoren sorgen für

Robustheit, sicheren Betrieb an

den Leistungsgrenzen und reduzieren

die Notwendigkeit teurer

Überdimensionierungen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: B&R

Halle 7, Stand 206

Schrittweise zur intelligenten Wartung

ENDLESS COMBINATIONS

Bachmann electronic präsentiert

auf der SPS 2025 eine flexible

Smart Maintenance-Lösung für

Condition Monitoring in der Industrie

4.0. Die skalierbare

Plattform ermöglicht Unternehmen,

die Zustandsüberwachung

ihrer Maschinen und Anlagen

schrittweise einzuführen – von

der Nutzung vorhandener Prozessdaten

über die Integration

spezieller Vibrations- und Netzsensorik

bis hin zu einer vollumfänglichen

vorausschauenden

Wartung. Durch die direkte

Einbindung in die Steuerungsumgebung

können Daten in

Echtzeit analysiert und schnelle

Reaktionen umgesetzt werden.

Im fortgeschrittenen Einsatz

kombiniert das System Sensordaten

mit kinematischen Modellen,

um Schäden an Lagern oder

Getrieben frühzeitig zu erkennen.

Grundlage bilden zertifizierte

Hardwaremodule wie

AIC206 und AIC214 sowie die

Softwareplattform CMSPLC, er-

gänzt durch die Weblog Suite

für umfassendes Datenmanagement

und Analyse. Mit Fokus auf

Redundanz, Security und nahtlose

Integration in Automatisierungsumgebungen

unterstützt

die Lösung Unternehmen, Wartungsprozesse

effizient zu gestalten,

Ausfallzeiten zu minimieren

und die Anlagenverfügbarkeit

nachhaltig zu erhöhen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Bachmann

Halle 7, Stand 281

EIN SCHALTNETZTEIL –

UNZÄHLIGE KOMBINATIONEN

Mit der neuen PFA10-T-Familie

denkt E-T-A den Systemgedanken

konsequent weiter. Diese

neuartigen Schaltnetzteile

sind die Basis für unzählige

Lösungen: Ein überzeugendes

Systemkonzept aus Stromversorgung,

Stromverteilung und

Absicherung. Auch für Ihre Anwendung.

Mehr erfahren:

e-t-a.de/

onepowersupply

Bild: Bachmann

cav 07-2025 23


cav FOKUS PROZESSAUTOMATION

Bilder: Eirich

Digitale Lösungen sind in Zukunft unverzichtbar, um die Produktion zu optimieren

Kompetenzen in neue Geschäftsmodelle übersetzen

Mit Partnern lässt sich der

Mittelstand digitalisieren

Wie gelingt die Digitalisierung im Mittelstand? Die Maschinenfabrik Gustav Eirich

zeigt, wie Unternehmen durch Partnerschaften und praxisnahe Ansätze eigene

digitale Geschäftsmodelle entwickeln können. Mit dem Joint Venture Prosio vision

überführt Eirich seine verfahrenstechnische Expertise in intelligente, datengetriebene

Lösungen – und beweist, dass Digitalisierung auch im Mittelstand wirtschaftlich,

skalierbar und kundennah funktionieren kann.

Digitalisierung gilt oft als Spielfeld großer

Konzerne. Sie haben die Budgets, die Strukturen,

die Teams für eigene IT-Lösungen. Doch

gerade im Mittelstand entscheidet sie über

Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen müssen

das Thema forcieren und können sogar Vorteile

aus ihrer Situation ziehen. Sie sind näher

am Kunden, schneller in Entscheidungen und

verfügen über gewachsenes Prozesswissen.

Die Maschinenfabrik Gustav Eirich hat genau

diese Stärken genutzt und daraus ein neues

Geschäftsmodell entwickelt. Mit dem Joint

Venture Prosio vision zeigt das Unternehmen,

wie digitale Produkte und Lösungen erfolgreich

auf den Markt gebracht werden

können – praxisnah, wirtschaftlich und ohne

Umwege über große Pilotprogramme.

Aus Technik wird Geschäftsmodell

Eirich ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher

Partner für Verfahrenstechnik in der Mischund

Aufbereitungstechnik. Doch die Anforderungen

haben sich verändert. Prozesse

sind komplexer, Kunden verlangen mehr

Transparenz, Energie- und Rohstoffkosten

steigen. Für viele Unternehmen bedeutet

das: digitale Lösungen werden unverzichtbar.

Die Frage ist, wie man sie entwickelt.

Eirich hat sich entschieden, diesen Schritt

nicht allein zu gehen. Gemeinsam mit Prosio

engineering entstand das Joint Venture

Prosio vision: ein Unternehmen, das optische

Systeme, Sensorik und digitale Auswertung

so einsetzt, dass Produktionsleiter ihre

Anlagen besser steuern können. Die Basis

bleibt das Verfahren, ergänzt durch Daten.

Das Ergebnis sind Empfehlungen, die nicht

abstrakt bleiben, sondern den Anlagenfahrern

im Alltag helfen.

Geschwindigkeit durch Partnerschaft

Große Konzerne können eigene Abteilungen

aufbauen, Mittelständler brauchen andere

Wege. Eirich wählte die Partnerschaft. Das

Joint Venture ermöglichte es, Kompetenzen

zu bündeln und schnell Ergebnisse zu liefern.

Statt langjähriger Entwicklungsprojekte

konnte ein kleines Team in Lauf an der Pegnitz

in kurzer Zeit marktfähige Systeme entwickeln.

Kurze Entscheidungswege, enge

Verbindung zum Kunden und ein klarer Fokus

auf Nutzen machten das möglich.

24 cav 07-2025


Mit den richtigen Messwerten aus der

Schüttguttechnik lassen sich Dashboards

erzeugen, die einen Überblick über die

aktuelle Produktion geben

Prosio vision setzt optische Systeme, Sensorik und digitale Auswertung so

ein, dass Produktionsleiter ihre Anlagen besser steuern können

Digitalisierung mit Bodenhaftung

Prosio vision verfolgt ein klares Ziel: mehr

wirtschaftlicher Nutzen, als das System kostet.

Das geschieht über drei Schritte: vorhandene

Daten erfassen, zusätzliche Messwerte

ergänzen, daraus konkrete Handlungsanweisungen

ableiten.

Die Effekte sind messbar: weniger Ausschuss,

geringerer Energieverbrauch, weniger

Stillstand. Dazu mehr Transparenz in

Echtzeit durch optische Inline-Messsysteme.

Kunden erhalten Kennzahlen wie Partikelgrößenverteilung

oder Prozessstabilität direkt

aus der laufenden Produktion. Digitalisierung

wird so nicht zum Selbstzweck,

sondern zum Werkzeug für Effizienz.

Was bedeutet das im regulären Alltag einer

Produktion?

• Frühwarnsystem statt Feuerwehr: Intelligente

Sensorik und Kamerasysteme entdecken

Instabilitäten, Verlustquellen und

Qualitätsabweichungen früh – bevor sie

zum Problem werden.

• Prozessbegleitung statt Einzelmaßnahme:

Der Produktionsprozess wird kontinuierlich

analysiert, nicht nur punktuell geprüft.

Die Kombination aus Datenanalyse

und verfahrenstechnischem Fachwissen

liefert dabei die Basis für Verbesserungen.

• Klarheit statt Rätselraten: Mit optischen

Inline-Messsystemen wie VC1/VC2 stehen

dem Kunden in Echtzeit Kennzahlen wie

Partikelgrößenverteilung, Formfaktoren

oder Prozessstabilität zur Verfügung.

Die Intention liegt nicht darin, das Knowhow

des Anlagenfahrers zu ersetzen, sondern

es zu unterstützen.

Einstieg mit überschaubarem Risiko

Mittelständische Industrieunternehmen

scheuen oft die hohen Investitionen für die

umfassende Digitalisierung der Produktion.

Es ist deshalb entscheidend, dass der Einstieg

in das Thema kalkulierbar bleibt. Prosio

vision verfolgt daher einen modularen

Ansatz. Betriebe können mit einer Kamera

oder einem Dashboard beginnen, erste Erfahrungen

sammeln und den Umfang bei

Bedarf erweitern. So entstehen Lösungen,

die mit den Anforderungen wachsen, ohne

hohe Einstiegshürden zu schaffen.

Der Ansatz des Unternehmens und der Kundenansprache:

Nicht Produkte verkaufen,

sondern Probleme lösen. Jeder Kunde erhält

eine spezifische Lösung, die zu seinem Prozess

passt, entwickelt nach Machbarkeitsstudien,

nicht nach Katalog.

Partnerschaft statt Projektgeschäft

Digitalisierung verlangt Kontinuität und endet

nicht mit der Inbetriebnahme. Prosio

vision versteht sich als Begleiter, nicht als

Lieferant. Regelmäßige Analysen, Schulungen

und Prozessentwicklung sichern, dass

Verbesserungen dauerhaft greifen. Das Modell:

der externe Prozessingenieur, der neben

der Linie steht, nicht nur bis zur Abnahme,

sondern auch danach. So wurde das

Thema Digitalisierung für Eirich nicht nur

zum Produkt, sondern zur partnerschaftlichen

Dienstleistung.

Chancen nutzen

Das Vorgehen zeigt, dass Mittelständler Digitalisierung

nicht outsourcen oder auf Pilotprojekte

beschränken müssen. Sie können

eigene Kompetenzen nutzen, sie mit Partnern

erweitern und daraus neue Geschäftsmodelle

entwickeln. Prosio vision ist dafür

ein Beispiel: schnell gegründet, schlank aufgestellt,

klar am Nutzen orientiert. Das Unternehmen

konnte so eine Lücke schließen.

Viele Produktionsleiter wissen, dass ihre Anlagen

mehr könnten, ihnen fehlen aber Daten,

Transparenz und konkrete Empfehlungen,

um die Produktion zu optimieren.

Der Weg ist übertragbar: Wer seine Kompetenzen

kennt, passende Partner findet und

mutig investiert, kann auch ohne Konzernstrukturen

digitale Produkte schaffen. Für

den Mittelstand liegt darin eine zentrale

Botschaft: Digitalisierung ist nicht nur

Pflicht, sondern Chance – vorausgesetzt, sie

wird als Teil des Geschäfts verstanden.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Eirich

AUTOR:

PHILIPP PAHL

Produktmanager digitale

Lösungen,

Eirich

cav 07-2025 25


cav FOKUS PROZESSAUTOMATION

Cybersecurity mit Managed Detection Response (MDR) in der Pharmaindustrie

Schutzschirm für Schwabe

Mit der fortschreitenden digitalen Transformation und internationalen Expansion

geraten die IT- und OT-Landschaften von Pharmaunternehmen zunehmend ins Visier

von Cyberkriminellen. Klassischer Perimeterschutz reicht längst nicht mehr aus. Wie

Managed Detection and Response (MDR) als Schutzschirm wirkt, zeigt das Beispiel

des Pharmaherstellers Schwabe.

des Cybersecurity-Experten Obrela: Rund

29 % aller Vorfälle entfallen auf verdächtige

interne Aktivitäten – darunter missbrauchte

Benutzerkonten oder unautorisierte Zugriffe.

Weitere 24 % betreffen branchenspezifische

Risiken wie Eingriffe in Lieferketten

oder Manipulation von Maschinenkonfigurationen.

Hinzu kommen 17 % Malware-

Angriffe, die vor allem auf alte Infrastrukturen

zielen, sowie Bedrohungen durch unsichere

Schnittstellen, Reconnaissance und

externe Infiltration.

Pharmaindustrie im Visier: Cyberangriffe bedrohen Forschung und Produktion

Produktionssysteme in der Pharmaindustrie

sind längst nicht mehr abgeschottet. Operational

Technology (OT) – also Steuerungssysteme

wie Scada oder ICS, die Maschinen, Anlagen

und Fertigungsprozesse regeln – ist

eng mit klassischer IT verknüpft. Diese Konvergenz

bringt Effizienz, schafft aber zugleich

neue Risiken: Angreifer können heute

nicht nur in Büro- oder Cloud-Systeme eindringen,

sondern auch Produktionsanlagen

stören, manipulieren oder stilllegen. Damit

steht die Geschäftskontinuität ebenso auf

dem Spiel wie die Sicherheit sensibler Daten.

Die Angriffe sind vielseitig: Hochspezialisierte

Gruppen wie Lazarus oder APT33 setzen

auf Malware, Phishing-Kampagnen oder

das Ausnutzen von Remote-Zugängen, um

in hybride IT-/OT-Umgebungen vorzudringen.

Ein typisches Muster: Eine gefälschte

Lieferanten-E-Mail mit infiziertem Anhang

öffnet das Tor ins Firmennetz. Von dort aus

bewegen sich die Angreifer lateral, spähen

Zugänge aus und nehmen Produktionsprozesse

ins Visier. Schon kleine Manipulationen

können große Folgen haben – von der

Unterbrechung von Lieferketten über Ausfälle

in der Fertigung bis hin zu gezielter Industriesabotage.

Branche unter Druck

Wie stark die Branche unter Druck steht,

zeigt der Digital Universe Report (H1/2025)

Bild: laddawan – stock.adobe.com

Neue Sicherheitsansätze erforderlich

Diese Bedrohungen prallen auf hybride IT-/

OT-Umgebungen, in denen Produktionsanlagen,

Cloud-Dienste und Legacy-Systeme

eng miteinander verflochten sind. Besonders

die Brücken zwischen IT und OT – von Scada-Steuerungen

bis zu Remote-Maintenance-Zugängen

– sind kritische Einfallstore.

Gleichzeitig wächst der regulatorische

Druck: Vorgaben wie NIS2, die Kritis-Verordnung

oder branchenspezifische Standards

wie GxP verlangen von Unternehmen, dass

sie ihre Sicherheitsmaßnahmen jederzeit

nachweisen und Audits bestehen können.

Operative Herausforderungen stellen eine

weitere Herausforderung dar. Cyberangriffe

passieren nicht im 9-to-5-Rhythmus, sondern

rund um die Uhr. Effektives Monitoring

und schnelle Reaktionen sind deshalb

unverzichtbar – stoßen aber angesichts von

Fachkräftemangel und knappen Ressourcen

an Grenzen. Zugleich gilt es, Security Operations

über internationale Standorte hinweg

einheitlich zu skalieren und zu steuern.

Fragmentierte Einzellösungen reichen dafür

nicht mehr aus. Gefragt ist eine konsolidierte

Sichtweise auf die gesamte Bedrohungslage

– von der IT über die Produktionsumgebungen

hinweg.

26 cav 07-2025


Bild: Obrela

Bild: Obrela

Cybervorfälle in der Industrie laut Obrela Digital Universe Report

H1/2025

Kernbausteine von Managed Detection and Response (MDR)

Managed Detection Response (MDR)

Genau hier setzen Managed Detection and

Response (MDR) Ansätze an. Sie vereinen

drei Kernaufgaben: Bedrohungen erkennen,

Vorfälle eindämmen und kontinuierlich

nach Angreifern suchen. Im Unterschied zu

klassischen Tools geht es nicht nur darum,

Alarme auszugeben, sondern Angriffe in

Echtzeit einzuordnen und zu stoppen. Das

Herzstück ist ein Security Operations Center

(SOC), das rund um die Uhr Daten sammelt,

auswertet und gezielt eingreift.

Ein weiterer Vorteil: MDR betrachtet IT- und

OT-Umgebungen gemeinsam. So lassen sich

Angriffe nicht nur in Büro- und Cloud-Systemen,

sondern auch in Produktionsanlagen

aufspüren. Transparente Berichte und KPIs

schaffen Nachvollziehbarkeit gegenüber

Management und Regulatoren. Ergänzend

können Unternehmen Dienste wie

Schwachstellenscans, Penetrationstests oder

standardisierte Playbooks einbinden. Das

entlastet interne Teams und ermöglicht, Security

Operations auch über internationale

Standorte hinweg konsistent zu steuern.

Worauf kommt es bei der Wahl eines MDR-

Ansatzes an? Unternehmen sollten prüfen,

ob ein Anbieter echte 24/7-SOC-Abdeckung

mit erfahrenen Analysten sicherstellt,

IT- und OT-Umgebungen gleichermaßen

abdeckt und neben der reinen Erkennung

auch Incident Response bietet. Ebenso

wichtig sind Transparenz und Nachvollziehbarkeit

durch KPIs und Berichte – gerade im

Hinblick auf regulatorische Anforderungen.

Nur im Zusammenspiel dieser Faktoren

wird MDR zu einem wirksamen Schutzschirm

für die gesamte Organisation.

Beispiel Schwabe-Gruppe

Wie sich diese Anforderungen konkret umsetzen

lassen, zeigt das Beispiel der Schwabe-Gruppe.

Der Unternehmensverbund gehört

mit über 150 Jahren Marktpräsenz zu

den ältesten pharmazeutischen Herstellern

Europas. Zum Konzern zählen mehrere Unternehmen

der Pharma- und Gesundheitsindustrie,

die auf pflanzliche Wirkstoffe setzen.

Mit der internationalen Expansion und

der wachsenden Digitalisierung nahmen jedoch

auch die Cyberrisiken deutlich zu. Besonders

die komplexen IT- und OT-Umgebungen

mussten gezielt abgesichert werden.

Das IT-Team formulierte deshalb klare Anforderungen

an einen künftigen Sicherheitspartner:

konsolidiertes Monitoring, Entlastung

der eigenen Teams, skalierbare Services

sowie zusätzliche Leistungen wie Penetrationstests

und Schwachstellenscans.

Nach einer umfassenden Ausschreibung entschied

sich Schwabe für den Cybersecurity-

Experten Obrela. Ausschlaggebend war, dass

die Lösung Swordfish alle definierten Kriterien

abdeckte: moderne MDR-Technologie

in der Cloud (auf Basis von Microsoft Sentinel

und Lighthouse) ebenso wie die Integration

in bestehende Systeme. Die zentrale

Plattform ermöglicht einheitliches Sicherheitsmonitoring,

Verwaltung von Serviceanfragen

und KPI-Tracking. Ein Pluspunkt war

zudem das schnelle Onboarding: Der Service

war kurzfristig einsatzbereit und ließ

sich Schritt für Schritt auf weitere Log-

Quellen und Standorte ausweiten.

Mit dem MDR von Obrela gewann Schwabe

Transparenz über die gesamte Bedrohungslage

und konnte die internen IT-Teams spürbar

entlasten. Monatliche Schwachstellenscans,

abgestimmte Playbooks, regelmäßige

Service-Calls und strategische Business Reviews

ergänzen den Betrieb und stärken die

Sicherheitsorganisation. Dadurch konzentriert

sich die interne IT stärker auf Architektur

und Weiterentwicklung, während die

Security Operations zuverlässig rund um die

Uhr laufen. Die Skalierbarkeit der Lösung

macht es außerdem möglich, den Schutz

auch international auszurollen und die

Grundlage für ein zukünftiges OT-Monitoring

zu legen. Insgesamt konnte Schwabe so

die eigenen Sicherheitskennzahlen deutlich

verbessern, das Unternehmen nachhaltig

schützen und ein hohes Maß an Wachsamkeit

und Fachwissen bewahren.

Mit MDR etabliert sich ein Ansatz, der als

Service funktioniert: Unternehmen können

auf spezialisierte Expertise und rund um die

Uhr verfügbare Security Operations zurückgreifen,

ohne eigene Ressourcen im gleichen

Maß aufbauen zu müssen. Für IT-Entscheider

bedeutet das: Der Schutzschirm gegen

Angriffe wird nicht einfach implementiert,

sondern kontinuierlich weiterentwickelt

– ein pragmatischer Weg, um wachsenden

Risiken in Pharma und Industrie zu

begegnen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Obrela

AUTOR:

STEFAN BANGE

Managing Director Germany,

Obrela

cav 07-2025 27


cav FOKUS PROZESSAUTOMATION

Unterstützung für die Sicherheitssteuerung

Prozesssicherheit dank

intelligenter Feldgeräte

Die Aufrechterhaltung der Prozesssicherheit in einer Chemieanlage ist aufgrund der

großen Anzahl der bestehenden Gefahren komplex. Die wichtigsten Systeme in einer

Chemieanlage sind die Prozessleitsysteme (DCS) in Verbindung mit einer geeigneten

Sicherheitssteuerung (SIS). Moderne Instrumentierung hilft Risiken in Chemieanlagen

zu reduzieren und gleichzeitig die Prozesseffizienz aufrechtzuerhalten.

Mit moderner Instrumentierung lassen sich Risiken in Chemieanlagen reduzieren

Bilder: Emerson

Sicherheitsgerichtete Systeme (SIS) sollen

Anlagen und Prozesse in vorher festgelegten

Gefahrenszenarien in einen sicheren Zustand

bringen. SIS bestehen aus mindestens

einer sicherheitsgerichteten Funktion (SIF).

Dabei handelt es sich um eine Reihe von

Maßnahmen, die ein Gerät ergreift, um das

Risiko zu mindern oder zu reduzieren. Im

Alltag einer Chemieanlage müssen Dutzende

oder sogar Hunderte von SIFs koordiniert

werden, um die erforderlichen Schutzebenen

zu gewährleisten. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten,

kann ein schlecht geregelter

Prozess instabil werden, denn das Sicherheitssystem

ist mit den mehreren, gleichzeitigen

Anforderungen überlasten. Notabschaltungen

und eine geringere Anlageneffizienz

sind die Folgen. Wird das SIS mit den

richtigen Überwachungs- und Kontrollsystemen

unterstützt, kann der Prozess in den

meisten Fällen stabil gehalten werden. Auch

das Anlagenpersonal spielt in deisem Fall eine

entscheidende Rolle. Hat es tiefe Einblicken

in den Prozesszustand und wird von

präzise verwalteten Alarmen unterstützt,

kann es handeln, bevor es zu einem Vorfall

kommt. Moderne Messgeräte im Bereich der

funktionalen Sicherheit, erzeugen umfassende

Daten, die dem Anlagenpersonal Einblicke

in mögliche Probleme geben. Diese Geräte

können eine Vielzahl von Anlagen- und

Prozessunregelmäßigkeiten frühzeitig erkennen.

Feldgeräte mit Diagnosefunktion

Ein Beispiel sind Druckmessumformer, die

mit erweiterter Diagnose ungewöhnliche

Zustände erkennen. Emerson bietet hierzu

beispielsweise den sicherheitszertifizierten

Druckmessumformer Rosemount 3051S

mit erweiterter Diagnose. Er kann Änderungen

in der Signatur des Prozessrauschens

feststellen, die auf ein Problem im

Prozess wie eine instabile Ofenflamme

oder Pumpenkavitation hindeuten. Der

Messumformer ist auch in der Lage, im Falle

verstopfter Impulsleitungen, die zur

Übertragung von Drucksignalen vom Prozess

zum Messumformer verwendet werden,

bzw. anderer Probleme mit dem Prozessanschluss

zu warnen.

Überwachung der Gerätefunktion

Zur Unterstützung der Störungsbeseitigung

hilft die Gerätediagnose dabei, den Gesamtzustand

eines Geräts oder eines Gerätebauteils

zu ermitteln. Probleme wie Wasser im

Anschlussgehäuse, beschädigte Kabel oder

korrodierte Klemmen, instabile Spannungsversorgung

oder unsachgemäße Erdung

können erkannt werden. Viele Probleme im

28 cav 07-2025


Bilder: ‚Emerson

Ein effektives, integriertes Leit- und Sicherheitssystem kombiniert mit modernen

Messgeräten und Feldgeräten gewährleistet einen stabileren, sichereren Prozess.

Sicherheitszertifizierter Messumformer mit moderner

Diagnose

Zusammenhang mit der Performance von

Messgeräten sind auf eine fehlerhafte Installation

zurückzuführen. Um dem entgegenzuwirken,

ist eine Installationsdiagnose verfügbar,

die sicherstellt, dass die Geräte korrekt

eingerichtet sind und ordnungsgemäß

funktionieren. Sind diese Diagnosefunktionen

komplett aktiviert, kann das Wartungsund

Instandsetzungspersonal diese Funktion

zur Problembeseitigung nutzen, bevor es zu

einer fehlerhaften Systemauslösung (False

Trip) kommt.

Magnetisch-induktive Rosemount-Durchflussmessgeräte

und Micro-Motion-Coriolis

Durchflussmessgeräte von Emerson sind mit

Smart Meter Verification erhältlich. Hierbei

handelt es sich um eine spezielle Auswahl

von Diagnosefunktionen, die die Leistung

und Integrität des gesamten Durchflussmessgeräts

während des Prozesses kontinuierlich

überwachen. Dieses Diagnose-Tool

liefert Informationen in Echtzeit, um die

Genauigkeit der Durchflussmessung sicherzustellen

und zu überprüfen, ob die Kalibrierung

des Durchflussmessgeräts innerhalb

der Spezifikation liegt. In Verbindung

mit einem digitalen Kontrollnetzwerk kann

diese Diagnosesoftware geplante Routengänge

überflüssig machen und die Prüfintervalle

verlängern. Dies erlaubt es dem Instandhaltungspersonal,

den Aufenthalt im

gefährlichen Anlagenbereich auf ein Minimum

zu reduzieren. Die Smart-Meter-Verification-Funktion

ist auch in den neuesten

berührungslosen Radar-Füllstandsmessumformern

von Emerson verfügbar.

Diese Diagnosefunktion zeigt an, wenn mit

dem Prozess oder der SIF etwas nicht

stimmt. Wenn diese Probleme nicht erkannt

und behoben werden, kann es zu einer fehlerhaften

Systemauslösung kommen. Moderne

Diagnosefunktionen bieten daher einen

doppelten Nutzen: Sie geben Aufschluss

über den Zustand der Anlagen und über Änderungen

im Prozess. Zudem verbessern sie

gleichzeitig die Verfügbarkeit, indem sie das

Risiko für Fehlauslösungen reduzieren.

Wiederkehrende Prüfung vereinfacht

Bei Überfüllsicherungen bieten sicherheitszertifizierte

Füllstandsmessgeräte wie berührungslose

Radar-Füllstandsmessumformer

eine sehr zuverlässige und genaue kontinuierliche

Überwachung der Füllstände in

Behältern, Reaktoren und Tanks. Sie unterstützen

SIFs, die dazu dienen, Füllvorgänge

abzuschalten, bevor sie den Füllstandsgrenzwert

erreichen, und Änderungen der Füllstände

aufgrund von Leckagen zu erkennen.

Wiederkehrende Prüfungen sind obligatorisch,

um sicherzustellen, dass die einzelnen

in einem Überfüllsicherungssystem verwendeten

Geräte keine internen Probleme aufweisen.

Moderne Geräte wie der SIS-zertifizierte

Füllstandsmessumformer Rosemount

3408 verfügen über Funktionen, die es ermöglichen,

wiederkehrende Prüfungen aus

einer sicheren Umgebung heraus durchzuführen,

so dass das Wartungspersonal während

der Prüfungen nicht auf Tanks steigen

und den normalen Betrieb unterbrechen

müssen. Somit wird das Verfahren nicht nur

schneller und effizienter, sondern zudem

die Sicherheit des Personals erhöht.

Kontinuierliche Überwachung

Eine wirksame Automatisierung kann auch

manuelle Prozesse minimieren, z. B. Routengänge

des Anlagenpersonals zur Erfassung

von Daten über den Anlagenzustand oder

zur Durchführung von Prüfungen. Ein gutes

Beispiel ist die kontinuierliche Überwachung

von Sicherheitsventilen (PRV) und

Kondensatableitern mit Wireless-Akustikmessumformern.

PRVs sind wichtige Sicherheitseinrichtungen,

die jedoch nach

dem Ansprechen oft zum Teil undicht sind.

Dadurch kann das Prozessmedium langsam

austreten, was wiederum die Fähigkeit des

Ventils beeinträchtigt, sich bei einem erneuten

Vorfall korrekt zu öffnen. Gleichzeitig

werden Energie und Einsatzstoffe verschwendet,

und die Emissionen nehmen

zu. Auch bei Kondensatableitern kommt es

häufig zu Fehlfunktionen, die zu Dampfund

Energieverschwendung führen. Außerdem

können sicherheitsrelevante Vorfälle

auftreten, wenn sich Kondensat in den

Dampfleitungen zurückstaut, was zu Rohrleitungsbrüchen

und anderen Anlagenschäden

aufgrund von Druckstößen führt. Die

Verfügbarkeit von Wireless-Akustikmessumformern

hat eine einfache Möglichkeit

für die Zustandsüberwachung von Kondensatableitern

geschaffen. Durch die kontinuierliche

Überwachung kann das Anlagenpersonal

sofort erkennen, ob ein Abscheider

fehlerbehaftet ist, so dass Probleme

schnell behoben werden können. Durch

die Abschaffung manueller Routengänge ist

das Personal keinen potenziellen Gefahren

ausgesetzt und kann wichtigere Aufgaben

vornehmen, die zur Verbesserung der Anlageneffizienz

beitragen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Emerson

AUTOR:

DAVID WESTERMANN

Product Manager

Rosemount Pressure DACH,

Emerson

cav 07-2025 29


Dezentrale Antriebselektronik

Bild: Nürnbergmesse

Bild: Nord Drivesystems

Drei Tage voller Inspirationen, Innovationen

und Austausch über Verfahrenstechnik und

Prozesse sowie Verpackungstechnik und Verpackungsmaterialien.

Die Powtech-Technopharm

und Fachpack brachten im Messezentrum

Nürnberg rund 72 000 Menschen,

zusammen. Zahlreiche Aussteller präsentierten

Lösungen, die beide Welten verbinden.

An den Messeständen und im Rahmenprogramm

der Fachpack tauschte sich die Community

über Trends und Innovationen aus

und diskutierte wichtige Fragen rund um

Kreislaufwirtschaft, Regularien, Automatisierung,

Digitalisierung und KI. Der internationale

Anteil der Gäste lag bei 37 %. Für

Praxiswissen aus erster Hand für die Pulverund

Schüttgut-Community sorgte die

Powtech-Technopharm mit ihrem vielseitigen

Rahmenprogramm. In diesem Jahr erneut

ein besonderes Highlight: der Wissenschaftskongress

Partec mit rund 500 Teilnehmern

und hochkarätigen Lectures zur

Partikeltechnologie.

Die nächste Powtech-Technopharm findet

vom 29.09. bis 01.10.2026 im Messezentrum

Nürnberg statt, die nächste Fachpack

vom 21. bis 23. September 2027.

Bild: Schütz

Im End-of-Line-Packaging bieten die dezentralen Antriebslösungen

von Nord Drivesystems mit Asynchronmotoren

eine schlanke Alternative, da sie die Installationszeit

verkürzen, Platz im Schaltschrank sparen und

die Gesamtkosten senken. Im Bereich der Zuführung

und des Handlings von Verpackungsmaschinen überzeugen

zum Beispiel die dezentralen Frequenzumrichter

Nordac On/On+ durch kompakte Bauweise und besondere

Zuverlässigkeit. Sie zeichnen sich durch eine SPS-

Funktionalität für antriebsnahe Funktionen (PLC onboard)

sowie ein integriertes Ethernet-Interface aus. Profinet,

Ethernet IP und Ethercat sind per Parameter umstellbar.

Mit ihrer Plug-and-Play-Funktionalität reduzieren

die smarten Umrichter den Verkabelungsaufwand

erheblich und bieten eine kompakte und wirtschaftliche

Lösung für moderne Produktionsumgebungen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Nord Drivesystems

Kanister um Hygiene-Varianten erweitert

Mit den neuen SC1-Kanistern in

den Varianten Foodcert und

Cleancert präsentierte Schütz auf

der Fachpack sichere Verpackungslösungen

für empfindliche

Füllgüter. Beide Ausführungen

erfüllen die Anforderungen

der FSSC-22000-Zertifizierung

und garantieren damit maximale

Produktsicherheit entlang der

gesamten Lieferkette.

Die Foodcert-Kanister wurden

speziell für die Lebensmittelindustrie

entwickelt. Sie basieren

auf geprüften Materialien und

einer streng überwachten Produktion,

die höchste Hygieneund

Qualitätsstandards gewährleistet.

Damit bieten sie Herstellern

von Lebensmitteln und anderen

sensiblen Produkten eine

zuverlässige und zugleich wirtschaftliche

Verpackungslösung.

Die Cleancert-Variante richtet

sich an Anwendungen mit besonders

hohen Reinheitsanforderungen.

Durch präventive

Maßnahmen werden Kontaminationsrisiken

effektiv minimiert.

Die SC1-Kanister sind in

drei Farben und sechs Größen

erhältlich, verfügen über eine

UN-Zulassung und bieten vielseitige

Einsatzmöglichkeiten.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Schütz

30 cav 07-2025


Schaltgeräte für die Anlagenüberwachung

Prozesse und CO 2 -Bilanz optimieren

Bild: Steute

Der Steute-Geschäftsbereich

Controltec zeigte auf der

Powtech-Technopharm neue

und bewährte Schaltgeräte für

das Schüttgut-Handling. Im Fokus

standen Maschinensicherheit

in Staub- und Gas-Ex-Bereichen

sowie die Überwachung

von Förderanlagen.

Zur sicheren Schutztürüberwachung

präsentiert Steute verschiedene

Lösungen – von elektromechanischen

Sicherheitsschaltern

bis zu berührungslos

wirkenden Sensoren in explosionsgeschützter

Ausführung. Neu

im Programm ist die Ex-Sicherheitszuhaltung

STM 515, die

auch als besonders widerstandsfähige

Extreme-Version erhältlich

ist.

Für die Fördertechnik stellte

Steute robuste Heavy-Duty-

Schaltgeräte vor, darunter Seilzug-Notschalter

für Seillängen

bis 2 × 100 Meter sowie den

Bandschieflaufschalter ZS 92 SR,

der nun optional mit Funkmodul

RF I/O ausgestattet ist. Diese

Variante ermöglicht eine kabellose

Signalübertragung, reduziert

Installationsaufwand

und minimiert Ausfallrisiken.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Steute

Bild: Glatt

Mit energieoptimierten Konzepten

für Pulversynthese, Wirbelschicht-

und Strahlschichttechnologie

lassen sich Betriebskosten

und Umweltbelastung deutlich

reduzieren. Dazu zählen unter

anderem Wärmerückgewinnung

aus Prozessabluft, HVAC-

Anlagen, Düsenlufterzeugung,

Produktströmen oder Reaktionswärme.

Ein Beispiel ist der Einsatz

von überhitztem Dampf für

Sprüh- und Trocknungsprozesse

in der Wirbelschicht.

Darüber hinaus bietet Glatt zusammen

mit der IPC Process-

Center umfassende Lohnfertigungskapazitäten.

Vom Scale-up

über Markteinführung bis hin

zur eigenen Produktion können

Kunden maßgeschneiderte Granulate

und Pellets für Fine Chemicals

und pharmazeutische

Darreichungsformen realisieren.

IPC verfügt über großvolumige

Fertigungskapazitäten, die von

Glatt als Anlagenbauer konzipiert

und installiert wurden.

Die Kombination aus energieeffizienten

Technologien, kompetenter

Anlagenplanung und flexibler

Lohnfertigung ermöglicht

Kunden eine schnelle Umsetzung

neuer Produktideen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Glatt

Packaging-as-a-Service-Modell erweitert

Leistungsfähiger Vakuum-Schaufeltrockner

Die Vakuum-Schaufeltrockner

VT von Lödige Maschinenbau

ermöglichen durch niedrige

Trocknungstemperaturen und

hohe Verdampfungsraten produktschonendes

Trocknen bei

verkürzten Prozesszeiten. Die

horizontal angeordneten Schaufelmischer

kombinieren die

Vorteile der Vakuumtrocknung

mit präzisem Mischen, sorgen

für kontinuierlichen Wärmeaustausch

und gewährleisten damit

einen effizienten Wärmetransfer

in das Produkt.

Die größere Wärmeaustauschfläche

gegenüber vertikalen

Systemen verkürzt die Trocknungszeiten

zusätzlich. Der VT-

Trockner bietet vielfältige Optionen

für Flüssigkeitszugabe,

Granulation sowie Befüllung

und Entleerung, inklusive integrierter

Siebmühle für Materialvorbehandlung

und Größenkalibrierung.

Die druckfeste Bauweise erlaubt

chemische Reaktionen unter

Überdruckbetrieb. Mit seiner

Flexibilität eignet sich der Vakuum-Schaufeltrockner

VT optimal

für Trocknungs- und Granulierprozesse,

die präzise Temperatur-

und Mischkontrolle erfordern,

und deckt eine breite

Palette industrieller Anwendungen

zuverlässig ab.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Lödige

Mit dem erweiterten „Packaging as a Service“ (PaaS) bietet

Greif-Velox Unternehmen der Verpackungsindustrie eine

risikoarme Möglichkeit, modernste Abfülltechnologie zu

nutzen – ganz ohne hohe Anfangsinvestitionen. Das Modell,

bislang auf die Velovac-Technologie zur staubfreien

Pulverabfüllung beschränkt, umfasst nun das gesamte Maschinenportfolio

– von Pulver- und Flüssigabfüllanlagen

bis hin zu kompletten Full-Line-Systemen.

PaaS bündelt Anlagenbereitstellung, Wartung, Ersatzteile,

Verbrauchsmaterialien und Finanzierung in einer monatlichen

Fixrate. So lassen sich Kosten exakt kalkulieren, während

Capex-Ausgaben entfallen. Grundlage des Modells ist

unter anderem die Velovac-Vakuumtechnologie, die durch

höhere Kompaktierung bis zu 75 % geringere Lagerkosten

und eine 2,5-fach schnellere Befüllung ermöglicht.

Über das digitale VeloXpert-Serviceportal und ein automatisiertes

Ersatzteillager ist maximale Anlagenverfügbarkeit

gewährleistet. Das modulare Konzept wird mit Partnern

wie Siemens Financial Services und dy-pack Verpackungen

umgesetzt.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Greif-Velox

Bild: Lödige

Bild: Greif-Velox

cav 07-2025 31


cav

MESSENACHLESE

Labormischer mit Heiz- und Kühloption

Modulares Brandschutzsystem

Der Labormischer Mixomat A

von Fuchs steht ab sofort optional

mit Behälterheizung und Innenraumkühlung

zur Verfügung.

Damit lassen sich nun auch

temperaturkritische Mischprozesse

präzise realisieren – ideal

für Anwendungen in Chemie,

Pharma und Lebensmittelindustrie.

Der kompakte Fassmischer

ist für Mengen von 3 bis 26 l

ausgelegt und eignet sich auch

für Pulver und Granulate mit

eingeschränkter Rieselfähigkeit.

Durch die dreidimensionale

Bild: Fuchs

Mischbewegung entsteht ein besonders

schonender und effizienter

Mischeffekt.

Der Mixomat A ist vollständig

aus Edelstahl 1.4301 gefertigt,

mobil einsetzbar und wahlweise

in der comfortseries- oder ecoline-Version

erhältlich. Die comfortseries

verfügt über eine SPS-

Steuerung mit Touchdisplay und

variabler Drehzahlregelung,

während die ecoline auf die wesentlichen

Funktionen reduziert

ist. Sicherheit bietet eine Acrylglashaube

mit Endschalter, die

den Betrieb nur bei geschlossener

Abdeckung erlaubt. Auf

Wunsch sind zudem Atex-Ausführungen

für Zonen 1/21 und

2/22 sowie mobile Varianten

mit Rollen oder Nivellierfüßen

erhältlich.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Fuchs

Der Protector von Fagus-Grecon

ist ein intelligentes, modulares

Brandschutzsystem, das Zündquellen

erkennt und eliminiert,

bevor Brände entstehen. Auf der

Powtech-TechnoPharm konnten

Besucher live erleben, wie das

System Funken, Glimmnester

und Übertemperaturen zuverlässig

detektiert. Die dezentrale Architektur

erlaubt flexible Erweiterungen,

vorkonfektionierte Kabel

vereinfachen die Installation,

und zentrale Diagnosefunktionen

inklusive automatischer Updates

sorgen für eine intuitive

Systemüberwachung. Segmentierte

Wartung ohne Betriebsunterbrechung

sowie die einfache

Integration über Profinet & Profisafe

runden das Konzept ab.

Das System vereint vier Funktionsbereiche:

Scout für die präzise

Detektion, Hunter für gezielte

Automatisierung, Ranger für

schnelle dezentrale Signalverarbeitung

und Mission Control als

zentrale Steuereinheit. So lässt

sich der Protector passgenau in

unterschiedliche Prozesse integrieren

– von Zerkleinerung

und Förderung über Trocknung

und Lagerung bis hin zur Entstaubung.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Fagus-Grecon

Bild: Fagus-Grecon

Schraubenverdichter-Baureihe erweitert

Effizienz und Verfügbarkeit steigern

Mit Guardian stellt Beumer eine neue digitale Lösung für Prozessoptimierung,

Zustandsüberwachung und Instandhaltung vor.

Das System unterstützt Betreiber von Fördertechnik, Becherwerken

und Endverpackungslinien dabei, die betriebliche Effizienz

zu erhöhen und Wartungsprozesse planbar zu gestalten.

Kunden wählen zwischen Guardian Advanced für eine aktive, eigenverantwortliche

Anlagenüberwachung und Guardian Performance,

bei der die Überwachung durch das Global Monitoring

Center von Beumer erfolgt. Beide Varianten ermöglichen Live-

Einblicke, proaktive Problemerkennung, zustandsbasierte Wartung

sowie automatisierte Berichte und Dokumentationen.

Eingebettet in ein Lifetime Partnerprogramm sind flexible Preismodelle

wie Pay-per-Use oder Rent-to-Own verfügbar.

Mit Guardian profitieren Kunden von optimierten Prozessen, erhöhter

Anlagenverfügbarkeit und reduzierten Betriebsrisiken.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Beumer

Bild: Beumer

Aerzen baut seine erfolgreiche

Delta Screw-Baureihe weiter

aus: Mit dem neuen Modell

VM 200 erweitert der Hersteller

das Portfolio auf zwölf Baugrößen

und erschließt damit den

oberen Volumenstrombereich

von 3500 bis 12 200 m 3 /h bei

Differenzdrücken bis 3,5 bar.

Der VM 200 überzeugt durch

hohe Energieeffizienz, kompakte

Bauweise und nachhaltige Technologie

– vollständig öl- und

PFAS-frei nach ISO 8573-1,

Klasse 0. Die horizontale Anordnung

des Druckschalldämpfers

spart Platz, während der Verzicht

Bild: Aerzen

auf beschichtete Rotoren zusätzliche

Prozesssicherheit bietet.

Verschiedene Konfigurationsoptionen

und umfangreiches Zubehör

ermöglichen eine flexible

Anpassung an individuelle Anwendungen.

Für Überwachung

und Steuerung sorgt die integrierte

AERtronic-Software, die

Betriebsdaten wie Druck und

Temperatur in Echtzeit erfasst.

Dank optimierter Effizienz und

geringem Wartungsaufwand sinken

Energie- und Betriebskosten

deutlich.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Aerzen

32 cav 07-2025


PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE

Quergerätselt November 2025

Lautloser unter Lauten

Die lauten Stimmen des Jahrhunderts lärmen

um ihn her, doch er selbst schweigt –

und alle hören zu. Seine Sprache ist das

Stolpern, sein Wort das Lächeln, sein Schrei

ein Augenzwinkern. Er trägt das Schwarz

des Ernstes und das Weiß der Hoffnung,

doch sein Reich ist Grau – wie das Flimmern

zwischen Licht und Schatten. Wissen

Sie schon, welche Person wir suchen? Gewinnen

können Sie im November u. a. ein

Jahresabonnement der Zeitschrift „bild der

wissenschaft“.

www.prozesstechnik-online.de/raetsel

EXKLUSIV

Bild: Gerald Zaffuts – stock.adobe.com

Onlinekiosk

Hefte als E-Paper lesen

Die aktuelle Ausgabe können Sie auch bequem

digital lesen. Wir haben dafür ein

E-Paper auf dem Onlinekiosk Yumpu bereitgestellt.

Öffnen Sie einfach die Yumpu-Webseite

mit Ihrem mobilen Endgerät und genießen

Sie die vielen Vorteile des E-Papers.

Um eine bestimmte Ausgabe zu finden, geben

Sie in die Suche z. B. „cav 06.2025“ ein

– schon gelangen Sie direkt zur Ausgabe.

Dasselbe funktioniert natürlich auch mit dei

und phpro. Suchen Sie keine konkrete Ausgabe,

reicht der Name des Hefts.

www.yumpu.com

SIEGER

TOP-PRODUKT SEPTEMBER 2025

Modularer Fingergreifer

für den Einsatz an Cobots

Fleisch und andere Lebensmittel lassen

sich mit dem Fingergreifer mGrip von

Schmalz prozesssicher bewegen. Die

Fingermodule nehmen auch empfind -

liche Produkte vorsichtig auf – selbst

bei variierenden Formen und Konsistenzen.

Ihre pneumatische Steuerung ermöglicht

ein sanftes, aber dennoch sicheres

Greifen, die leichte Bauweise

prädestiniert den mGrip für den Einsatz

an Cobots.

Bild: Schmalz

TOP-PRODUKT

DES MONATS NOVEMBER 2025

ABSTIMMEN UND GEWINNEN!

Bild: Dräger

Bild: Getac

Bild: Sidel

Bild: Contitech

Kompakter

Atemschutz

Tablet für Ex-gefährdete

Umgebungen

Laserheizung für

PET-Preforms

Schlauch mit UPE-

Schlauchseele

Mit dem besonders leichten und

handlichen Gebläsefiltergerät

X-plore 8300 von Dräger steht

eine effiziente Lösung für den

Atemschutz zur Verfügung. Es

wiegt inklusive Batterie nur rund

635 g und bietet in seiner Geräteklasse

ein besonders geringes

Gewicht. Dies erleichtert längere

und körperliche Einsätze.

Getac erweitert sein Portfolio im

Bereich Atex-zertifizierter Tablets

um das UX10-EX. Das speziell

für explosionsgefährdete

Umgebungen der Zonen 2/22

entwickelte 10,1“-Tablet ergänzt

das umfangreiche Angebot

an robusten Ex-zertifizierten

Geräten mit Windows- und Android-Betriebssystemen.

Mit der Evoblow Laser stellt

Sidel eine laserbasierte Heiztechnologie

für Preforms vor. Sie ersetzt

die bislang dominierende

Infrarottechnik und eröffnet

neue Möglichkeiten beim Lightweighting

sowie im Einsatz von

rPET. Bis zu 36 präzise Laserlinien

erlauben eine exakte Steuerung

der Materialverteilung.

Continental hat den Blaudieck-

Schlauch mit einer Seele aus Polyethylen

mit ultralangen Molekülketten

(UPE) ausgestattet. Die

geringe Permeabilität der weißen,

poren- und weichmacherfreien

UPE-Seele schützt das Medium

vor Kontamination. Gleichzeitig

macht sie die Schläuche

noch widerstandsfähiger.

WÄHLEN SIE IHR TOP-PRODUKT UNTER WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/TOP-PRODUKT

cav 07-2025 33


cav

BETRIEBSMANAGEMENT

Bilder: Baelz

Die Heizungsverteilung mit geregelten Strahlpumpen von Baelz überzeugt durch niedrigen Energieverbrauch und minimalen Wartungsaufwand

Umweltfreundliche Fernwärmeversorgung ersetzt Gas

Grüne Wärme spart Geld

Die Voestalpine Böhler Edelstahl in Kapfenberg bekennt sich zu den globalen Klimazielen

und setzt ein klares Zeichen für eine umweltbewusste Zukunft: Im Ausbildungszentrum

für etwa 270 Lehrlinge in 14 Lehrberufen am Standort kam bisher

eine konventionelle, in die Jahre gekommene Heizungsanlage – versorgt mit drei

großdimensionierten Gaskesseln von jeweils 1 MW Leistung – zum Einsatz. Nun

ersetzt eine moderne und umweltfreundliche Fernwärmeversorgung das Gas.

Voestalpine Böhler Edelstahl verfolgt mit

dem Umstieg von Gas auf Fernwärme konsequent

seine Strategie, bestehende Infrastruktur

zu modernisieren und dabei ökologische

wie wirtschaftliche Potenziale optimal

auszuschöpfen. Ein zentrales Element

der Modernisierung war der vollständige

Austausch der veralteten Heizungsverteilung

mit Umwälzpumpentechnik. Anstelle von

bisher zwölf elektrischen Umwälzpumpen

mit einem elektrischen Anschlusswert von

rund 16 kW kommt nun eine einzige, hocheffiziente

Hauptpumpe mit lediglich

2,2 kW zum Einsatz. Besonders innovativ ist

dabei der Einsatz des neuen Heizungsverteilers

mit geregelten Strahlpumpen (Jetomat).

Sie ersetzen konventionelle Heizkreispumpen

und -mischer zusammen mit auf das

System abgestimmten Wärmemengenzählern.

Die Technologie basiert auf der Nutzung

der Druckdifferenz der Hauptpumpe

zur Wasserverteilung – ganz ohne zusätzliche

elektrische Antriebe. Die Heizungsverteilung

mit geregelten Strahlpumpen überzeugt

durch niedrigen Energieverbrauch,

minimalen Wartungsaufwand, hohe Betriebssicherheit

und die Möglichkeit des Anlagenmonitorings

nach Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes.

Diese Lösung ist nicht

nur nahezu wartungsfrei und verschleißarm,

sondern auch höchst betriebssicher und einfach

in bestehende Systeme integrierbar.

In Kombination mit einer modernen Heizungsregelung

konnte somit der Stromverbrauch

um über 85 % gesenkt werden. Auch

der Gesamtenergieverbrauch reduzierte sich

um rund 34 % bezogen auf die Heizgradtage.

Die verschleißarme Wärmeübergabestation

ist ebenfalls auf einen energieoptimierten

Dauerbetrieb ausgelegt und erfüllt

höchste betriebliche Standards.

Abwärme aus der Produktion nutzen

Ein weiterer bedeutender Schritt war die

vollständige Umstellung auf Fernwärme, gespeist

zu einem großen Teil aus Abwärme

der eigenen Betriebe. Damit ersetzt Voestalpine

Böhler Edelstahl die bisher genutzte

34 cav 07-2025


IM DETAIL:

STRAHLPUMPENTECHNIK

• Mehr Effizienz: Nur eine

Hauptpumpe versorgt die gesamte

Anlage – zusätzliche

Pumpen und Mischer entfallen

komplett. Das spart Platz, Material

und Wartungskosten.

• Geringere Betriebskosten:

Deutlich reduzierter Stromverbrauch

durch den Wegfall

elektrischer Heizkreispumpen.

Die Anlage arbeitet energiesparend

und wirtschaftlich.

• Kosteneinsparung bei Investition

und Betrieb: Durch den

Wegfall zahlreicher Komponenten

sinken sowohl Anschaffungskosten

als auch Instandhaltungsaufwand

erheblich.

• Bessere Energienutzung: Die

Restwärme im Rücklauf wird

effektiv weiterverwendet. Das

sorgt für eine niedrigere Rücklauftemperatur

und eine nahezu

vollständige Ausnutzung

der eingesetzten Heizenergie.

• Präzise Regelung: Jeder Heizkreis

wird individuell und bedarfsgenau

geregelt – ganz ohne

komplexe Steuerungskomponenten.

• Nachhaltigkeit & Zukunftssicherheit:

Weniger Bauteile bedeuten

weniger Ressourcenverbrauch

und höhere Zuverlässigkeit

– ein Plus für Umwelt

und Betriebssicherheit.

Plug &

Produce

mit der Softwareplattform

zenon

fossile Energiequelle Erdgas durch einen

CO 2 -ärmeren Energieträger. Seit der Heizsaison

2024/25 erfolgt die Wärmeversorgung

ausschließlich über Fernwärme – effizienter,

sicherer und deutlich umweltfreundlicher

als bisher.

Neben den ökologischen Vorteilen überzeugt

die neue Lösung auch wirtschaftlich:

Der Wegfall gesetzlich vorgeschriebener

Wartungen, Überprüfungen und Kehrgebühren

bringt jährlich substanzielle Einsparungen.

Zusätzlich liegen die Kosten für die

elektrische Installation der Anlage sowie die

Aufwendungen bei Einsatz von geregelten

Strahlpumpen von Baelz rund 15 % unter

denen herkömmlicher Heizsysteme.

Verantwortung zeigen

Die Heizungsmodernisierung steht exemplarisch

für das Zusammenspiel von technischem

Know-how, wirtschaftlicher

Weitsicht und ökologischer Verantwortung.

Das Energiemanagement der Voestalpine

Böhler Edelstahl beweist mit diesem Projekt

eindrucksvoll, wie nachhaltige Infrastrukturprojekte

aus eigener Kraft realisiert

werden können und leisten damit einen

wichtigen Beitrag zu einer zukunftsfähigen

Industrie. Die Zielsetzung: Maximale Energieeffizienz

bei gleichzeitig minimalem

Ressourceneinsatz.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Baelz

AUTOREN:

Die verschleißarme Wärmeübergabestation

Moduline von Baelz: Der Wegfall gesetzlich

vorgeschriebener Wartungen, Überprüfungen

und Kehrgebühren bringt jährlich substanzielle

Einsparungen

ANDREAS FEIGELE

Leitung Energiebetriebe,

Voestalpine Böhler Edelstahl

RENATE KILPPER

Marketingmitarbeiterin,

W. Baelz & Sohn

` Produktionsprozesse

orchestrieren

` MTP Standard VDI/VDE/

NAMUR

` Abläufe nach ISA88

` Datenintegrität nach FDA/GMP

` Qualitätssicherung und

Analyse optimieren

25.–27. November 2025 | Nürnberg

halle 7 | stand 590

cav 07-2025 35


cav

BETRIEBSMANAGEMENT

Digitalisierung und Betriebspraxis gehen bei Infraserv Höchst Hand in Hand

Wartungsmanagement auf

Basis von 700 Sensoren

Infraserv Höchst zeigt, wie digitale Instandhaltung in der Praxis funktioniert. Mit

einem herstellerübergreifenden LoRaWAN-Funknetz und rund 700 Sensoren überwacht

der Standortbetreiber des Industrieparks Höchst Maschinen und Anlagen

in Echtzeit. Das sensorbasierte Wartungsmanagement erkennt Abweichungen früh,

vermeidet Stillstände und macht Wartungsprozesse effizienter – ein praxisnaher

Schritt zur vorausschauenden Instandhaltung.

Die digitale Instandhaltung entwickelt

sich zunehmend zu einem Schlüsselfaktor

für die Effizienz und Zukunftsfähigkeit industrieller

Anlagen. Durch die kontinuierliche

Erfassung und intelligente Auswertung

von Betriebs- und Zustandsdaten lassen sich

Trends frühzeitig erkennen, ungeplante Ausfälle

vermeiden und Wartungsprozesse gezielt

optimieren. Infraserv Höchst zeigt, wie

sich diese Potenziale durch den Einsatz von

IoT-Technologien (Internet of Things) und

datenbasierter Analyse in der Praxis realisieren

lassen. Mit einem sensorbasierten Wartungsmanagement

gelingt es dem Industriedienstleister

und Standortbetreiber des Industrieparks

Höchst, Wartungsprozesse dynamisch,

zustandsorientiert und hochgradig

effizient zu steuern. Die Kombination aus

smarter Sensorik, intelligenter Datenanalyse

und langjähriger Betriebserfahrung macht

sensorbasiertes Wartungsmanagement in der

Praxis erfolgreich.

24/7-Monitoring

Herzstück der digitalen Instandhaltung ist

ein flächendeckendes herstellerübergreifendes

LoRaWAN-Funknetz (Long Range

Wide Area Network), das rund 700 Sensoren

– vor allem Vibrations- und Temperatursensoren

– miteinander verbindet. Infraserv

Höchst Prozesstechnik (IPT), eine

Tochterfirma des Standortbetreibers, hat

Dirk-Harald Bestehorn ist bei Infraserv Höchst Prozesstechnik Experte für Sensorik und das LoRaWAN-Netz

Bilder: Infraserv Höchst

mit diesem Funknetz im Industriepark

Höchst die ideale Grundlage für eine zustandsorientierte

Instandhaltung geschaffen.

Die autarken, batteriebetriebenen Sensoren

erfassen kontinuierlich Betriebs- und

Zustandsdaten von Maschinen und Anlagen

und senden sie über eine sternförmige

Netzarchitektur an einen zentralen Server.

Die eingehenden Daten werden dort mit

verbundenen IoT-Plattformen und -Anwendungen

verknüpft und stehen für die Analyse

bereit. Der Einsatz der Sensoren ist

auch in Atex-Bereichen einfach und unproblematisch.

„Mit unseren autarken, herstellerunabhängigen

Sensoren können wir Daten zum Zustand

eines Gerätes generieren, um Trends

zu erkennen. Eine Verschlechterung des

Laufverhaltens macht sich beispielsweise

schon früh in verändertem Schwingungsverhalten

bemerkbar“, erklärt Dirk-Harald

Bestehorn, Leiter Serviceline Assetmanagement

& Engineering, IPT.

Ein entscheidender Vorteil: Die Sensorik ermöglicht

eine lückenlose 24/7-Überwachung.

Das kontinuierliche Monitoring liefert

Daten, die Rückschlüsse auf Verschleiß

und bevorstehende Ausfälle von Komponenten

zulassen – Trends können frühzeitig

identifiziert und drohende Ausfälle vermieden

werden. Auch sporadisch auftretende

Unregelmäßigkeiten – etwa kurzzeitige Vibrationserhöhungen

oder Temperaturspitzen

– werden zuverlässig erkannt. Gerade diese

seltenen, aber kritischen Ereignisse bleiben

bei klassischen Wartungsansätzen oft unentdeckt.

Um veränderten Schwingungen auf

den Grund zu gehen, übernehmen die Ex-

36 cav 07-2025


perten der IPT auch Detailmessungen und

Fehleranalysen an den Anlagen vor Ort.

Datenintelligenz für die Praxis

Im Bereich Kälte, Kühlung, Wasser (KKW)

von Infraserv Höchst wird das Konzept der

„Predictive Maintenance“, also der vorausschauenden

Wartung, bereits konsequent

umgesetzt. Die Fachleute dort sind für die

Kälteversorgung, Wasseraufbereitung und

Wassergewinnung des 460 Hektar großen

Industrieparks verantwortlich.

Ein zentrales Werkzeug für die Analyse ist

die eigens entwickelte App „IoT-PLS-Miner“.

Sie verknüpft die gewonnenen Sensordaten

aus dem Internet of Things mit den

Informationen des Prozessleitsystems (PLS),

bringt sie in logische Zusammenhänge und

bietet ausgeklügelte Visualisierungen. Die

App verbindet die verschiedenen Daten in

Echtzeit und zeigt auf, wo Probleme entstehen

und wann eingegriffen werden muss.

Mit wenigen Klicks lässt sich auf diese Weise

der Gesamtzustand einer Maschine oder

auch der Zustand einzelner Komponenten

und Anlagenteile gezielt analysieren. In der

14-tägig stattfindenden Schwingungsroutine

des Bereichs KKW hat das Tool inzwischen

einen festen Platz.

Besonders hilfreich ist die Fähigkeit des

Tools, Daten über mehrere Geräte(-teile)

hinweg zu verbinden. Dadurch lassen sich

auch komplexe Abhängigkeiten zwischen

Anlagenteilen erkennen – zum Beispiel,

wenn eine Vibrationserhöhung an einer

Pumpe mit einem Temperaturanstieg an einem

nachgelagerten Wärmetauscher korreliert.

Diese systemübergreifende Transparenz

ist ein entscheidender Schritt hin zu einer

ganzheitlichen Instandhaltungsstrategie.

Zustandsorientierte Wartung

Seit fast sechs Jahren werden im Bereich

KKW die Schwingungen der Anlagenteile

gemessen und analysiert. Die kontinuierliche

Überwachung hat nicht nur das Vertrauen

der Mitarbeiter in die Daten gestärkt,

sondern auch wertvolle Erfahrungswerte geliefert.

„Wir mussten zunächst lernen, was

die Daten aussagen und wie wir sie interpretieren

können“, berichtet Frank Mollard,

Leiter Business Intelligence & Data Science

bei Infraserv Höchst. „Jetzt ist das Vertrauen

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die

Daten und unsere Analysemöglichkeiten

sehr groß.” Die datenbasierte Wartung ist

fest im Betriebsalltag verankert.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt

in die Weiterentwicklung der Wartungsstrategien

ein. So wurde bei KKW das sensorbasierte

Wartungsmanagement für Pumpen

Bereits seit einigen Jahren werden Wartungsarbeiten erfolgreich anhand der gewonnenen

Sensordaten durchgeführt

Betriebsingenieur Philipp Schmidt, Data Science-Leiter Frank Mollard und Betriebsleiterin

Sarah Teizel treiben sensorbasiertes Wartungsmanagement im Infraserv-Bereich Kälte,

Kühlung, Wasser voran

eingeführt – ein weiterer Schritt in Richtung

maximaler Effizienz und Anlagenverfügbarkeit.

Die Sensorwerte dienen dabei als

Grundlage für die Priorisierung und zeitliche

Planung von Maßnahmen. Statt nach

festen Zeitintervallen oder Betriebsstunden

erfolgt die Wartung nun dynamisch: Basierend

auf den tatsächlichen Betriebsbedingungen

und Sensorwerten werden Maßnahmen

gezielt eingeleitet. „Bisher haben wir

schon viele gute Erfahrungen mit dem Analysetool

gemacht. So konnten wir an kritischen

Anlagen mithilfe der kontinuierlichen

Schwingungsmessung die klassischen Revisionsintervalle

mit gutem Gewissen verschieben

und frühzeitig Lagerschäden, unzureichende

Schmierung sowie ungünstige

Betriebszustände erkennen“, sagt Philipp

Schmidt, Betriebsingenieur KKW. Bei ruhigem

Maschinenverhalten können Wartungen

geschoben werden, während bei auffälligen

Schwingungsmustern frühzeitig eingegriffen

wird – etwa durch Nachschmieren oder

den Austausch von Lagern.

Als Versorgungsbetrieb ist KKW sehr von den

abnehmenden Kundenbetrieben abhängig

und muss stets eine hohe Verfügbarkeit gewährleisten.

Vor allem in den saisonal stark

ausgelasteten Sommermonaten müssen die

Kühlungs- und Kälteanlagen fast durchgängig

laufen. „Aufgrund der hohen Auslastung der

Aggregate im Sommer können viele aufwändigere

Wartungsarbeiten und Prüfungen nur

in den Wintermonaten durchgeführt werden“,

sagt Sarah Teizel, Betriebsleiterin der

Kälteversorgung. Durch das Analysetool können

die fälligen Maßnahmen allerdings frühzeitig

priorisiert und geplant werden. Das

sensorbasierte Wartungsmanagement verlängert

Wartungszyklen sowie die Lebensdauer

von Anlagen und zeigt, wie Digitalisierung

und Betriebspraxis erfolgreich zusammenspielen.

Ein weiterer Pluspunkt des Konzepts:

Das System kann gut auf andere Bereiche mit

Rotating Equipment übertragen werden.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Infraserv Höchst

AUTORIN:

JASMIN GRAF-SAUER

Kommunikation und Marketing,

Infraserv Höchst

cav 07-2025 37


cav

BETRIEBSMANAGEMENT

Bild: Anne Kaiser

Katharina Weber ist CEO der Verhandlungsberatung Negotiation Advisory Group GmbH

Sorgfältige Vorbereitung, frühzeitiges Claimmanagement

Kosten im Griff bei

Großprojekten

Laufen Großprojekte aus dem Ruder, kann es zu erheblichen Mehrkosten kommen,

die der Generalunternehmer (GU) dem Auftraggeber in Rechnung stellt. Wie

Unternehmen unberechtigte Mehrpreisforderungen des GU abwehren und

berechtigte Claims durchsetzen können, darüber spricht Katharina Weber, CEO der

Verhandlungsberatung Negotiation Advisory Group GmbH.

Frau Weber, was würden Sie als Verhandlungsexpertin einem

Chemieunternehmen raten, wenn der vereinbarte Kostenrahmen für

den Bau einer Fabrik durch einen Generalunternehmer in erheblichem

Maße überschritten wird? In Zukunft auf den GU verzichten?

Katharina Weber: Nein, das wäre die falsche Konsequenz. Der Bau

einer Fabrikhalle samt Produktionsanlagen ist ein komplexerer

Vorgang als der Einkauf von Vorprodukten oder Rohstoffen und ist

mit einem höheren Kostenrisiko verbunden. Die Idee, damit einen

Generalunternehmer zu beauftragen, ist ja gerade, von der Erfahrung

mit solchen Großprojekten zu profitieren. Das beauftragende Unternehmen

darf aber bei der Vertragsgestaltung keine Fehler machen.

Welche Fehler meinen Sie?

Weber: Unter Termindruck kommt es häufig zu Fehlern schon bei

der Ausschreibung der Vorhaben: Um schnell einen GU für das Projekt

zu finden, werden erst spät im Vergabeverfahren oder sogar erst

nach der Nominierung des GU die Vertragsdetails verhandelt. Ist der

Auftrag dann vergeben, büßen die Unternehmen Verhandlungsmacht

ein. Der GU ist nun in der stärkeren Position und kann Forderungen

leichter durchsetzen.

Wie sollte das Management des Unternehmens dann vorgehen?

Weber: Schon allein aufgrund der finanziellen Dimension und dem

damit verbundenen Kostenrisiko ist der Vorstand, insbesondere der

CFO, gefordert. Denn bei Investitionsvorhaben im dreistelligen Millionenbereich

kommen durch falsche Entscheidungen leicht erhebliche

Mehrkosten zustande. Der CFO muss deshalb für ein kontinuierliches

Monitoring des gesamten Projektes sorgen und den Vergabeprozess

sorgfältig vorbereiten. Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche

Verhandlung ist nach unserer Erfahrung nicht die Verhandlungsführung

selbst, sondern ihre systematische Vorbereitung.

Was heißt das konkret?

Weber: Nun, man sollte nicht nur mit einem Generalunternehmer

verhandeln, sondern sich Angebote mehrerer GU einholen, um den

Wettbewerb zu nutzen. Bei der Ausschreibung ist darauf zu achten,

38 cav 07-2025


dass die GU das Angebot mit einem verbindlichen Preis-Commitment

versehen. Da zwischen Ausschreibung und Auftragsvergabe

manchmal Monate vergehen, können sich die Preise für einzelne

Komponenten in der Zwischenzeit so verteuern, dass das Budget

nicht mehr einzuhalten ist. Und die Ausschreibung muss so formuliert

sein, dass die Angebote der befragten GU technisch vergleichbar

sind und entsprechend monetär bewertet werden können.

Aber nicht alle Generalunternehmer bauen nach demselben

Konzept.

Weber: Richtig. Wenn es unterschiedliche Konzepte in den Angeboten

gibt, muss die mit der Vertragsgestaltung befasste Abteilung des

Unternehmens sie durch eine Bonus-/Malus- Bewertung vergleichbar

machen. So können bessere technische Konzepte oder Servicegarantien

einen Bonus erhalten, schlechtere Konzepte einen Malus. Auf

diese Weise lassen sich die unterschiedlichen Angebote der GU auf

Euro und Cent vergleichbar machen. Auf dieser Basis lassen sich rationale

Entscheidungen fällen. Wichtig ist zudem, vertraglich Anreize

für Kosteneffizienz zu setzen und definierte Meilensteine für die Projektrealisierung

zu vereinbaren und bereits in dieser frühen Phase das

Management von Nachforderungen und Claims im Auge zu haben.

„Die wichtigste Voraussetzung für eine

erfolgreiche Verhandlung ist eine syste -

matische Vorbereitung“

Sie raten, das Nachtragsmanagement schon bei der Auftrags -

vergabe mit zu verhandeln?

Weber: Ganz genau. Die Ursache ungeplanter Kostensteigerungen

liegt häufig in der Vernachlässigung des Nachtragsmanagements. In

der Regel kalkulieren die GU ihr Preisangebot sehr knapp, um den

Auftrag zu bekommen. Da aber nachträgliche Veränderungen technischer

Details im Verlauf eines solchen Großprojekts geradezu

zwangsläufig sind, wird es richtig kostspielig, wenn die Kosten solcher

Änderungen nicht schon bei der Vertragsverhandlung geregelt

wurden. Hier liegt meist der eigentliche Gewinn des Generalunternehmers.

Alle möglichen vorhersehbaren technischen Optionen

sollten deshalb durch einen Change-Management-Katalog erfasst

und die Preise dafür festgelegt sein, sodass der GU hier keinen zusätzlichen

Spielraum für Preiserhöhungen hat. Je genauer die Gewerke

im Vertrag spezifiziert sind, umso geringer ist der Hebel des

GU für Mehrpreisforderungen nach der Vergabe.

Sie sagten auch, dass es wichtig sei, Anreize für Kosteneffizienz in

den Vertrag aufzunehmen. Wie soll das geschehen?

Weber: Etwa indem Sie eine verbindliche Zeitschiene für den Bau

der Anlage vereinbaren und den Start- und Endtermin festlegen.

Sollte es zu Verzögerungen kommen, sollten Pönalen wirksam werden,

um einen Anreiz zu geben, den Rückstand aufzuholen. Umgekehrt

kann der GU durch Abschlagszahlungen belohnt werden,

wenn er bei wichtigen Meilensteinen in der Realisierung der Großinvestition

im Zeitplan liegt. Angesichts von Inflation und Lohnerhöhungen

empfehlen wir eine anreizorientierte Vertragsgestaltung.

Von einer Fixpreisklausel mit der Absicht, dass allein der GU das Risiko

höherer Preise trägt, raten wir ab. Das klingt nur auf den ersten

Blick verlockend. Denn der GU würde dieses Risiko durch einen

Aufschlag auf den Gesamtpreis abdecken. Geht dann die Inflation

Bild: Kingdola

Bei Großprojekte kann es schnell zu erheblichen Mehrkosten kommen

zurück oder die Löhne steigen weniger stark, würde der GU ungerechtfertigte

Gewinne realisieren.

Sie raten also zu einer Preis- und Lohngleitklausel?

Weber: Nein, das ist noch nicht die optimale Lösung. Denn dann

hätte der GU keinen Anreiz, im Fall steigender Preise und Löhne

nach kostengünstigeren Lösungen zu suchen. Wir empfehlen die

Kombination von Preis- und Lohngleitklauseln mit einem Open-

Book-Verfahren: Wenn der GU berechtigte Mehrpreisforderungen

durch geringeren Materialverbrauch oder andere Maßnahmen kompensieren

kann, erhält er einen Bonus.

Was sollten Unternehmen darüber hinaus beachten?

Weber: Es ist auch wichtig, berechtigte Claims bei der Projektrealisierung

zu erkennen. Ein erfolgversprechender Claim wäre es, wenn

aufgrund technischer Änderungen weniger Material verbraucht

oder weniger Arbeitszeit benötigt wird. Dass der GU die Kostenersparnis

dem Auftraggeber nicht aus eigenem Antrieb vergüten wird,

ist nachvollziehbar. Es liegt am Unternehmen, solche Claims zu erkennen

und einzufordern. Nach unserer Erfahrung übersehen Unternehmen

zwei von drei berechtigten Claims.

Wie können Unternehmen in diesem Punkt besser werden?

Weber: Dass so viele Claims nicht verfolgt werden, liegt meist daran,

dass sich niemand auf der Baustelle dafür verantwortlich fühlt. Der

Architekt kümmert sich um die technische Realisierung, der Bauleiter

um den Zeitplan, der Projektleiter um das Budget. Und dem Einkauf

des Unternehmens fehlt es an technischer Kompetenz, um diese

Claims zu erkennen, und er ist nicht vor Ort auf der Baustelle. Deshalb

sollten Unternehmen an der Schnittstelle zwischen Baustelle,

Fachabteilung und Einkauf einen Verantwortlichen einsetzen, der Informationen

über die technischen Veränderungen vom Bauleiter erhält,

sie monetär bewertet und die Claims dem Einkauf übermittelt.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Negotiation Advisory Group

DAS INTERVIEW FÜHRTE FÜR SIE

DANIELA HELD

Redakteurin

cav 07-2025 39


cav

BETRIEBSMANAGEMENT

Bilder: Aerzen

Die Servicetechniker von Aerzen haben weltweit gültige Sicherheitsschulungen absolviert und sind dementsprechend für unzählige Einsatzbereiche zertifiziert

Serviceverträge garantieren eine hohe Verfügbarkeit

Ausfallzeiten ade

Der beste Service ist jener, den man nicht benötigt. Doch auch die stärkste Technik

hat ihren natürlichen Verschleiß. Aerzen bietet daher ein breites Portfolio an Serviceleistungen

für jede Lebensphase seiner Aggregate – von Wartungsarbeiten über

Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen bis hin zur Instandsetzung. Die

Services erhöhen die Verfügbarkeit und sichern Investitionen, Produktivität sowie

den entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb – und das weltweit vor Ort.

Kein Bedarf. Zu teuer. Wird hausintern erledigt.

Aussagen wie diese hören die Service-Kollegen

bei Aerzen häufig, wenn es

um den Abschluss eines Wartungsvertrags

geht. Das mag eine Weile gut gehen, rächt

sich aber spätestens im Ernstfall. Denn dann

geht es meist richtig ins Geld. Fehlende oder

nicht fachgerecht ausgeführte Wartungen

können zu einem frühzeitigen Verschleiß,

einer Beeinträchtigung der Funktionalität

und längeren Ausfällen führen. „Wir empfehlen

daher immer, einen Servicevertrag

abzuschließen. Unsere exzellent ausgebildeten

Techniker haben das nötige Fachwissen

sowie jahrelange Erfahrung und sind darauf

spezialisiert, die Maschinen für das harte Tagesgeschäft

fit zu halten“, betont Andreas

Kleine, Kundenberater bei Aerzen Deutschland,

und ergänzt: „Wer einmal unsere

Dienste in Anspruch genommen hat, bleibt

in der Regel auch dabei. Ein Servicevertrag

bietet Planungssicherheit, schafft Kostenkontrolle

und -transparenz, erhöht die Betriebssicherheit

und maximiert die Anlagenverfügbarkeit.

Von unseren Kunden wissen

wir: Die Ausfallzeiten gehen gegen Null.“

Auch beste Technik zeigt Verschleiß

Doch warum brauchen Kunden eigentlich

überhaupt einen Wartungsvertrag? „Auch

die beste Technik hat ihren natürlichen Verschleiß.

Komponenten wie Kolbenringe, Lager,

Abdichtungen, Keilriemen, Luftfilter,

Kompressionshülsen, Ölfilter und Öl müssen

turnusmäßig überprüft und erneuert

werden. Passiert dies nicht, können die Rotoren

und Zahnräder in Mitleidenschaft gezogen

werden, was hohe Kosten zur Folge

hat“, so Kleine.

Keine Frage: Der Service macht den Unterschied.

Und zwar auf allen Ebenen – sei es

Funktionalität, Leistungsfähigkeit, Lebensdauer,

Betriebssicherheit, Energieverbrauch

oder Kostenaufwand. Oft kommen die Gebläse

und Verdichter in kritischen Infrastrukturen

zur Anwendung und sind ein unverzichtbarer

Bestandteil eines Gesamtsystems.

Oberstes Ziel: die Vermeidung von un-

40 cav 07-2025


Nur Originalteile verfügen über die optimale Kompatibilität und ermöglichen

die volle Funktionalität für einen reibungslosen Betrieb und eine

lange Maschinenlebensdauer

Dezentrale Teilelager rund um den Globus sichern eine hohe Verfügbarkeit

mit schnellen Reaktionszeiten

geplanten Stillständen. Der Auswahl des Servicepartners

gilt daher ein besonderes Augenmerk.

„Wer sich für eine Fremdfirma

entscheidet, muss wissen, dass diese unsere

Maschinen nicht ansatzweise so gut kennt

wie wir. Das kann zu Performance- und Effizienzverlusten

führen“, sagt Kleine.

Exzellent in Service und Leistung

Was den Aerzen-Service so besonders

macht? Mehr als 160 Jahre Erfahrung, 200

exzellent ausgebildete Servicetechniker, echte

OEM-Kompetenz, ein dichtes Netz aus

Servicestützpunkten sowie dezentralen Teilelagern

rund um den Globus und ein breiter

Serviceumfang, der neben Öl- und Filterwechsel

auch Maschinendiagnosen, Lagerkontrolle,

Spielmessung, Schwingungsüberwachung

und schalltechnische Optimierungen

beinhaltet. Selbstverständlich erfolgt eine

automatische Erinnerung an die Wartungs-

und Revisionstermine. Der Kunde

kann sich voll und ganz auf seine Kernaufgaben

konzentrieren.

Ein weiteres Plus: Aerzen ist zudem in der

Lage, seine Maschinen direkt vor Ort beim

Kunden zu reparieren. So weiß der Kunde

immer genau, welche Teile getauscht wurden

und aus welchem Grund. Außerdem

sind die Aggregate schneller wieder einsatzbereit.

Perfekte Maschinenverfügbarkeit

Nicht zu vergessen: Nur die Teile des „Original

Equipment Manufacturer“ (OEM) garantieren

höchste Qualität und zuverlässigen

Einsatz. Denn trotz Vereinheitlichung der

Bezeichnungen gibt es konstruktive Unterschiede,

die im Extremfall die Lebensdauer

drastisch reduzieren können. Die Original-

Ersatzteile von Aerzen sind speziell für die

Kompressoren und Gebläse des Herstellers

konstruiert. Sie verfügen über die optimale

Kompatibilität und ermöglichen die volle

Funktionalität für einen reibungslosen Betrieb

und eine lange Maschinenlebensdauer.

Die dezentrale Ersatzteillagerung bzw. -versorgung

und die zuverlässige Logistik stellen

eine rasche Verfügbarkeit sicher. Maßgeschneiderte

Service-Kits mit genau den Teilen,

die für die Wartung und Reparatur benötigt

werden, bieten dabei eine optimale

Unterstützung im Ersatzteilmanagement.

Wenn es eilt, liefert Aerzen lagerhaltige Ware

binnen 24 Stunden, auch für Maschinenmodelle

älteren Jahrgangs.

Datengestützte Konzepte

Das breite Portfolio der Aerzen Serviceleistungen

wird ergänzt durch cloudbasierte

Lösungen, die eine zustandsbasierte Wartung

und Instandhaltung ermöglichen. Die

IIoT-Plattform AERprogress nutzt bereits

vorhandene Maschinen- und Sensordaten

der Anlage und analysiert so die unterschiedlichsten

Parameter wie Ausfallwahrscheinlichkeiten,

Betriebszustände, Trends

und Optimierungsmöglichkeiten. Auf kostspielige

Sensorik an den Prozessluftaggregaten

kann verzichtet werden. AERprogress ist

skalierbar und für unterschiedliche Einsatzszenarien

wie Energieeffizienzoptimierung,

Live-Monitoring oder Predictive Maintenance

verfügbar.

Zuverlässige Mietlösungen

Eine Wartung oder Reparatur steht an? Oder

es wird eine Übergangslösung im Notfall

gebraucht? Dann ist Aerzen Rental zur Stelle.

Das Unternehmen bietet Komplettlösungen

für die kurz- und mittelfristige Vermietung.

Alle Maschinen sind dank Plug-and-Play-

Konzept sofort einsatzbereit, zusätzlich steht

ein umfangreiches Zubehörportfolio bestehend

aus Stromverteilern, Kabeln, Verrohrungen,

Kühlern, Trocknern, Kondensatabscheidern

und vieles mehr zur Verfügung.

Auf Wunsch kann die komplette Mietanlage

somit auch schlüsselfertig übergeben werden

– 24 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche,

365 Tage im Jahr.

Rundum-sorglos-Service

Seit 2006 hat sich die Anzahl der Serviceverträge

bei Aerzen verzehnfacht. Faktoren wie

Zufriedenheit und Vertrauen spielen dabei

natürlich eine zentrale Rolle. Hinzu kommen

bei den Kunden Themen wie Personalmangel

und -abbau, die Konzentration von

Aufgabenbereichen sowie ein veränderter

Servicebedarf, die zu einer wachsenden

Nachfrage führen. Ob Teilwartung oder Vollwartung:

Alle Servicepakete bieten flexible

Vertragslaufzeiten und lassen Gestaltungsspielraum

für individuelle Vereinbarungen.

„Unsere Serviceteams arbeiten da, wo unsere

Maschinen sind. Überall auf der Welt –

onshore und offshore. Dabei versteht sich

von selbst, dass sie die Maschinen auch hinsichtlich

des technischen Fortschritts und

der Wirtschaftlichkeit beurteilen“, hebt

Kleine hervor. (br)

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Aerzen

cav 07-2025 41


cav

HYGIENISCHE ANLAGENTECHNIK

Stellfüße, Räder und Rollen: Stabile Basis für jede Maschine

Bodenständig und

beweglich zugleich

Jede Maschine braucht eine solide Basis – das gilt für komplexe Anlagen ebenso wie

für kompakte Laborgeräte. Ganter zeigt mit seinem umfangreichen Sortiment an

Stellfüßen, Rädern und Rollen, dass Stabilität, Funktionalität und Flexibilität kein

Widerspruch sein müssen.

Ob Prüfanlage, Abfüllstation oder

Hightech-3D-Drucker – kein Gerät steht „in

der Luft“. Stellfüße bilden die direkte

Schnittstelle zwischen Maschine und Boden.

Sie tragen statische und dynamische Lasten,

gleichen Unebenheiten aus und müssen dabei

häufig zusätzlichen Anforderungen genügen

– etwa an Korrosionsbeständigkeit,

Hygiene oder Reinigbarkeit.

Ein Stellfuß, so unscheinbar er auch wirkt,

ist also ein hochfunktionales Bauteil. Ganter

bietet hierfür eine große Vielfalt: von hochbelastbaren

Varianten aus Edelstahl über

Stellfüße mit und ohne Fixierungsbohrung

bis zu Modellen mit Neigungsausgleich. Besonders

robuste Schwerlast-Kombinationen

aus separater Fußplatte und Spindel runden

das Portfolio ab.

Ein falsch gewählter Stellfuß kann gravierende

Folgen haben – von Produktionsstillstand

bis zu kostspieligen Reparaturen. Um

das zu vermeiden, bietet Ganter normierte

und praxisgerecht ausgelegte Lösungen für

nahezu jede Anwendung.

Räder und Rollen für mehr Mobilität

Das Normelemente-Sortiment von Ganter

wächst weiter. Neu hinzugekommen ist die

Hauptgruppe 3.10 „Räder und Rollen“ – ein

umfassendes Sortiment an Mobilitätselementen,

das die bewährten Stellfüße ideal ergänzt.

Die Einteilung der Rollen folgt den gängigen

ISO-Prüfverfahren und ermöglicht eine

eindeutige Zuordnung nach den wichtigsten

Konfigurationsparametern. Ganter unterscheidet

zwischen Apparaterollen mit geringer

Traglast, Transportrollen für den industriellen

Einsatz und Schwerlastrollen, die

hohe dynamische Lasten und schnelle Bewegungen

bewältigen.

Mal braucht es stabile Stellfüße, mal schlanke Rollen, mal hygiene-freundliche Niveauausgleiche. Ganter

hat sie alle im Programm.

Bilder: Otto Ganter

Technische Vielfalt und Ergonomie

Rollen bestehen aus Rad und Gehäuse, das

als Montage- und Führungselement dient. Je

nach Einsatzgebiet stehen Lenkgehäuse für

maximale Beweglichkeit oder Bockrollen für

hohe Fahrstabilität zur Verfügung.

In beengten Produktionsumgebungen punkten

kugelgelagerte Lenkgehäuse mit

360°-Rotation, während Feststeller für sicheren

Halt sorgen. Varianten mit ausfahrbaren

Stellfüßen kombinieren Standfestigkeit

und Beweglichkeit in einem Bauteil.

Weil nicht immer ganze Rollen benötigt

42 cav 07-2025


werden, sind bei Ganter auch alle Räder

einzeln erhältlich – insgesamt 13 verschiedene

Typen, differenziert nach Werkstoff,

Laufbelag, Durchmesser und Lastaufnahme.

Ein besonderes Augenmerk legt Ganter auf

die ergonomische Höchstlast. Sie definiert

die maximale Last, die sich noch mit einer

Handkraft von unter 200 Newton bewegen

lässt – ein entscheidender Faktor für die

manuelle Handhabung in der Fertigung.

Auch die Wahl des Laufbelags beeinflusst

die Ergonomie: Weiche Beläge dämpfen besser,

erhöhen aber den Rollwiderstand.

Hybride Lösungen

Mit der GN 22882 hat Ganter ein hybrides

Element entwickelt, das Polyamid-Rolle und

Stellfuß in einem Bauteil vereint. So lassen

sich Anlagen flexibel verschieben und

gleichzeitig sicher fixieren – ideal für modulare

Fertigungskonzepte und flexible Produktionsumgebungen.

Alle Produkte sind übersichtlich in der neuen

Highlight-Broschüre „Räder und Rollen“ zusammengefasst.

Dort finden Anwender die

Ganter ergänzt sein Portfolio um eine komplett neue Produktfamilie, einem wohlgeordneten

und durchdachten Sortiment unterschiedlicher Rollen und Räder

wichtigsten technischen Parameter auf einen

Blick. Zudem steht das gesamte Sortiment online

mit umfangreichen Filterfunktionen bereit

– für eine einfache Auswahl nach Traglast,

Material, Durchmesser oder Einsatzbereich.

Fazit

Mit seinen normierten, anwendungsorientierten

Lösungen sorgt Ganter für sicheren

Stand und reibungslose Beweglichkeit in

der Prozess- und Fertigungstechnik. Die

neuen Rollen und Räder ergänzen das bewährte

Stellfuß-Sortiment perfekt – und

zeigen, dass auch am Boden Hightech

steckt. (br)

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Ganter

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cav 07-2025 43


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ENERGIEEFFIZIENTE LÖSUNGEN

Bürkert will regenerativ statt nur nachhaltig wirtschaften

Öko-Spinner oder Visionär?

Bis 2050 wollen die meisten Unternehmen ihr komplettes wirtschaftliches Handeln

klimaneutral gestalten. Doch das ist dem Fluidexperten Bürkert nicht genug. Er will

mehr: regenerativ wirtschaften. Was das bedeutet und wie es funktionieren soll, erläuterten

die Experten im Rahmen eines Fachpressetages in der Klima Arena Sinsheim

und am Standort Criesbach. Allen anwesenden Journalisten wurde schnell klar:

Regeneratives Wirtschaften ist etwas für Visionäre – und nicht für Öko-Spinner.

Bürkert hat nah am Wasser gebaut – am Kocher.

Die meiste Zeit des Jahres ist das kleine

Flüsschen friedlich und schlängelt sich ruhig

durch sein Tal. Nach Starkregenereignissen

kommt es jedoch immer wieder vor, dass

sich der Kocher in einen reißenden Strom

verwandelt und das Wasser auch schon mal

bis an – und in – die Gebäude des Unternehmens

reicht. Ein Vorgang, der infolge des Klimawandels

zunehmend häufiger auftritt und

bei Bürkert den Stein des regenerativen Wirtschaftens

als Leitbild ins Rollen brachte.

Was ist regeneratives Wirtschaften?

Diese Frage beantwortete Prof. Dr. Stephan

Hankammer, Co-Gründer und wissenschaftlicher

Geschäftsführer des REGWI Instituts

für Regeneratives Wirtschaften: „Nachhaltiges

Wirtschaften zielt darauf ab, Schäden zu

vermeiden und Ressourcen so zu nutzen,

dass sie auch künftigen Generationen erhalten

bleiben. Regeneratives Wirtschaften geht

einen Schritt weiter: Es will ökologische, soziale

und ökonomische Systeme aktiv erneuern

und verbessern. Während Nachhaltigkeit

vor allem auf Erhaltung und Effizienz

fokussiert, strebt die regenerative Wirtschaft

Wiederaufbau, Kreislauffähigkeit und positiven

Nettoeinfluss an – sie will mehr zurückgeben,

als sie entnimmt.“

Utopie oder Realität?

Was sich einfach anhört, scheint auf den

ersten Blick utopisch zu sein. Wie sollen

Unternehmen regenerativ wirtschaften,

wenn sie sich doch schon mit der Nachhaltigkeit

schwertun? Wie soll man Prozesse

klimapositiv gestalten, bei denen Gesellschaft

und Umwelt profitieren?

„Ein Projekt, das man am besten in kleinen

Schritten angeht“, sagt Bürkert-CEO Georg

Stawowy. Der erste und wichtigste Schritt:

einfach mal anfangen. Auf diese Weise wird

aus Utopie eine Realutopie – und schließlich

Realität. Das Leitbild, das sich Bürkert nun

gegeben hat, ist ein mutiger Schritt – aus

Sicht zukünftiger Generationen vielleicht ein

notwendiger, dem andere folgen sollten.

Prof. Dr. Stephan Hankammer, Co-Gründer und wissenschaftlicher Geschäftsführer des REGWI Instituts für

Regeneratives Wirtschaften, erläutert in seiner Keynote die Grundprinzipien des regenerativen Wirtschaftens

Bilder: Bürkert

Ziele definieren, Schritte realisieren

Bürkert betrachtet künftig alle Maßnahmen

unter dem Begriff „regenerative Wirtschaft“,

der dem Unternehmen als „Nordstern“

dient. Das Handeln soll konsequent

an diesem langfristigen Ziel ausgerichtet

werden. Derzeit befindet sich der Fluidexperte

– wie viele andere Unternehmen auch

– auf dem Weg zur Klimaneutralität. Es gilt

zunächst, den schädlichen Fußabdruck zu

minimieren und ihn dauerhaft in einen positiven

Handabdruck zu verwandeln.

Dazu hat ein interdisziplinäres Team aus den

17 Sustainable Development Goals (SDGs)

der Vereinten Nationen mit ihren 169 zugehörigen

Unterzielen neun Handlungsfelder

abgeleitet. Andrea Häußermann, Program

Manager Sustainability bei Bürkert: „Einer

der Ansatzpunkte ist beispielsweise der Product

Carbon Footprint. Wir wollen daran arbeiten,

Materialkreisläufe zu schließen und

die Produkte so zu gestalten, dass sie eine

möglichst lange Lebensdauer haben, reparierbar

und optimal recyclebar sind.“

Gemeinsam in die gleiche Richtung

Für ein Unternehmen allein ist der Weg des

regenerativen Wirtschaftens kaum möglich.

44 cav 07-2025


Bürkert-CEO Georg Stawowy erläutert, warum sich Bürkert

auf den Pfad des regenerativen Wirtschaftens begibt

Ansätze für regeneratives Wirtschaften finden sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen:

auf der Komponenten-, Applikations- und Kundenprozess-Ebene genauso wie auf der

Industrie-Ebene

Es braucht Partnerschaften – und ein gewisses

Verständnis bei den Kunden. Das wird

nicht immer gelingen: Wenn eine Anlage,

auf der Produkte für mehrere Millionen Euro

pro Tag hergestellt werden, für eine Woche

stillsteht, weil ein Teil CO 2 -sparend per Schiff

statt per Flugzeug geliefert wird, wird der

Kunde kaum Verständnis dafür haben.

Trotzdem kann man seine Lieferketten analysieren

und so gestalten, dass insgesamt

weniger CO 2 freigesetzt wird – etwa durch

lokale Partner. Braucht es Zulieferer aus

Übersee, oder kann ein lokaler Hersteller

das Produkt unter CO 2 -Gesichtspunkten

günstiger herstellen?

REGENERATIVE WIRTSCHAFT:

Nachhaltiges Wirtschaften zielt

darauf ab, Schäden zu vermeiden

und Ressourcen zu erhalten. Regenerative

Wirtschaft geht noch

weiter: Sie will natürliche, soziale

und wirtschaftliche Systeme

aktiv erneuern und verbessern.

Zentrale Prinzipien sind:

• Kreislauffähigkeit: Materialien

und Energie bleiben im

Kreislauf – Abfall wird zur

Ressource.

• Regeneration natürlicher

Systeme: Böden, Wasser und

Biodiversität werden gezielt

aufgebaut statt nur geschont.

• Systemisches Denken: Unternehmen

verstehen sich als Teil

WAS IST DAS?

Neue Geschäftsmodelle etablieren

Erfolg lässt sich in Unternehmen auf ganz

unterschiedliche Weise bewerten. Bei Bürkert

hat man sich dazu entschieden, sich

nicht nur an reinen Wirtschaftszahlen zu

orientieren, sondern auch an den Auswirkungen

auf Mensch und Natur. Dies kann

auf mehreren Ebenen erfolgen: Komponente,

Applikation, Kundenprozess oder ganze

Industrie.

Ein Beispiel: New Food. Bürkert hat zusammen

mit dem indischen Unternehmen DDE

eine Bioreaktor-Lösung für kultiviertes

Fleisch im 10 000-Liter-Maßstab entwickelt.

Durch den Einsatz dieser Technologie werden

große Mengen an klimaschädlichem

Methan aus der Viehzucht eingespart.

Manche Geschäftsmodelle eignen sich per

se besser als andere für das regenerative

Wirtschaften – zum Beispiel Pay-per-use.

Hierbei bezahlt der Kunde für die Nutzung

einer Komponente oder eines Systems. Am

vernetzter Ökosysteme.

• Resilienz: Neben Effizienz

zählt die Fähigkeit, sich an Veränderungen

anzupassen.

• Soziale Verantwortung: Faire,

gemeinwohlorientierte Wertschöpfung

ist integraler Bestandteil.

Beispiele aus der Praxis sind:

• Regenerative Landwirtschaft:

Aufbau gesunder Böden durch

Humuswirtschaft.

• Cradle-to-Cradle-Produkte:

Vollständig rückführbare Materialien.

• Chemisches Recycling: Rückführung

von Kunststoffen in

den Stoffkreislauf.

Ende des Lebenszyklus erhält der Hersteller

das Gerät zur weiteren Verwendung zurück.

So können enthaltene Materialien optimal

recycelt und wiederverwendet werden. Aus

Metallkomponenten wie Aluminium oder

Edelstahl entstehen neue Teile, Kunststoffkomponenten

können recycelt und seltene

Erden im Kreislauf geführt werden.

Fazit

Bürkert sieht es als seine unternehmerische

Verpflichtung an, gesellschaftlichen Wohlstand

zu fördern und die Natur positiv zu

beeinflussen. Dabei ist den Verantwortlichen

klar, dass der Prozess des regenerativen

Wirtschaftens und das Nachhaltigkeitsdenken

behutsam umgesetzt werden müssen,

damit das Unternehmen nicht auf der Strecke

bleibt. Doch Bürkert ist fest entschlossen,

seine Vision umzusetzen. CEO Georg

Stawowy: „Es ist ein langer Weg, auf dem

wir unseren eigenen Beitrag stets realistisch

einschätzen müssen. Und wir brauchen ein

klares Leitbild, an dem wir uns auf dem

Weg der kleinen Schritte orientieren können.

Dabei wollen wir – in aller Bescheidenheit

– versuchen, nicht nur unseren Beitrag

zu leisten, sondern auch als Wegweiser

für andere zu dienen.“ Oder, wie Andrea

Häußermann es auf den Punkt brachte:

„Wir wollen – wer will noch?“

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Bürkert

DR. BERND RADEMACHER

Redakteur

cav 07-2025 45


cav

ENERGIEEFFIZIENTE LÖSUNGEN

Wie sich Kälteanlagen auf den Klimawandel einstellen müssen

Herausforderung Hitze

Steigende Umgebungstemperaturen verändern die Rahmenbedingungen für industrielle

Kälteanlagen. Was bisher als sicherer Auslegungspunkt galt, reicht künftig

nicht mehr aus. Betreiber und Planer müssen sich auf neue Temperaturspitzen vorbereiten

– mit angepassten Auslegungen, energieeffizienten Konzepten und zukunftssicheren

Kältemitteln.

Der Klimawandel wirkt sich schon

heute konkret auf die industrielle Kälte -

technik aus. Für Hersteller und Betreiber

bedeutet das: Die maximale Umgebungstemperatur,

auf die eine Anlage ausgelegt

ist, steigt – und mit ihr die Anforderungen

an Technik, Energieeffizienz und Betriebs -

sicherheit.

Ein Blick auf die Klimaprognosen zeigt die

Dimension: Im Südwesten Deutschlands

wird es im Jahr 2050 an rund 80 Tagen

über 25 °C warm sein, gegenüber durchschnittlich

30 Tagen im Zeitraum 1971 bis

2000. In Städten wie Stuttgart sind 70 Tage

über 30 °C zu erwarten, Spitzenwerte könnten

bis zu 45 °C erreichen.

Für Kälteanlagen bedeutet das eine wachsende

Temperaturdifferenz zwischen Umgebung

und gewünschtem Sollwert – und damit

eine steigende Leistungsanforderung.

Auslegungstemperatur anpassen

Die Zieltemperatur der Kälte, etwa für

Spritzgießprozesse oder pharmazeutische

Anwendungen, bleibt gleich. Damit die Anlage

auch bei Hitzewellen zuverlässig arbeitet,

muss geprüft werden, ob sie für die

künftig höheren Außentemperaturen ausgelegt

ist. Ist das nicht der Fall, kann die Auslegung

durch vergrößerte Wärmetauscher

oder zusätzliche Kühlregister angepasst werden.

Ob und mit welchem Aufwand das

möglich ist, hängt von der bestehenden Anlagentechnik

ab.

Selbst wenn eine Anlage technisch in der

Lage ist, bei 45 °C Außentemperatur die gewünschte

Kälteleistung zu liefern, steigt die

Belastung. Das führt zu höherem Energieverbrauch,

mehr CO 2 -Emissionen und steigenden

Betriebskosten. Bei Neubauten sollte

dies bereits in der Projektierung berücksichtigt

werden – insbesondere im Hinblick

Propan-Kältemaschinen

weisen ein geringen Global-

Warming-Potenzial auf

Bilder: L&R Kältetechnik

46 cav 07-2025


PROFOX X STELLANTRIEBE

auf die Auswahl energieeffizienter Komponenten

und Regelungstechniken.

Ziel: Höchste Effizienz

Eine zukunftssichere Kälteanlage muss sowohl

für extreme Hitzeperioden als auch

für milde Betriebsbedingungen optimiert

sein. Entscheidend ist eine gute Regelbarkeit,

die den Energieeinsatz an die jeweilige

Außentemperatur anpasst.

Bewährte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung

sind unter anderem:

• Freikühler (Winterentlastung): Nutzen bei

moderaten Temperaturen die natürliche

Kälte der Umgebung – ganz ohne Energieeinsatz.

• Gleitende Kondensationstemperaturregelung

(z. B. VariKon von L&R): Senkt bei

mittleren Außentemperaturen den Energiebedarf

deutlich.

• Drehzahlgeregelte Pumpen und Kompressoren:

Passen die Leistung bedarfsgerecht

an und amortisieren sich meist innerhalb

kurzer Zeit.

Diese Energiespartechniken von L&R Kältetechnik

ermöglichen im Vergleich zu konventionellen

Anlagen Einsparungen von bis

zu 80 % der Antriebsenergie. Zudem sind

L&R-Kühlanlagen mit dieser Ausstattung bis

zu 45 % BAFA-förderfähig.

Betriebssicherheit erhöhen

Neben bewährten Maßnahmen tragen auch

neue Technologien dazu bei, die Effizienz

unter veränderten Klimabedingungen zu sichern:

• Adiabatische PAD-Freikühler gewährleisten

selbst bei hohen Außentemperaturen eine

Kühlung mit Umgebungsluft.

• Wärmepumpen im Rückkühlkreis ermöglichen

die Rückgewinnung und Nutzung

der im Prozess entstandenen Abwärme.

L&R hat mit beiden Technologien umfassende

Praxiserfahrung gesammelt – mit durchweg

positiven Ergebnissen hinsichtlich

Energieeffizienz und Betriebssicherheit.

Die Empfehlung lautet daher klar: Betreiber

sollten ihre Kälteanlagen frühzeitig auf die

prognostizierten Temperaturentwicklungen

anpassen. L&R berücksichtigt die langfristigen

Klimavorhersagen des Deutschen Wetterdienstes

bereits heute in der Auslegung

neuer Anlagen.

Ein Freikühler erzeugt die für die Rückkühlung

des Kühlwassers benötigte Kälte bei

mittleren und niedrigen Umgebungstemperaturen

zum Nulltarif

Natürliche Kältemittel nutzen

Neben der technischen Auslegung spielt

auch die Wahl des Kältemittels eine zentrale

Rolle. Mit der überarbeiteten F-Gase-Verordnung

wird der schrittweise Ausstieg aus

HFKW-basierten Kältemitteln vorangetrieben.

Anlagen, die mit diesen Stoffen betrieben

werden, dürfen künftig nur noch eingeschränkt

gewartet oder nachgefüllt werden

– ihre Lebensdauer ist somit begrenzt.

Die Alternative sind natürliche Kältemittel

wie Propan (R290). Sie besitzen ein extrem

geringes Treibhauspotenzial (GWP) und ermöglichen

zugleich eine sehr energieeffiziente

Anlagenkonzeption. Solche Systeme

sind nicht nur klimafreundlich und rechtssicher,

sondern auch BAFA-förderfähig.

Fazit

Der Klimawandel verändert die Randbedingungen

für die industrielle Kälteversorgung

grundlegend. Betreiber und Planer müssen

auf höhere Umgebungstemperaturen, strengere

Effizienzanforderungen und regulatorische

Vorgaben reagieren.

Mit angepasster Auslegung, moderner Regelungstechnik

und natürlichen Kältemitteln

lässt sich die Kälteversorgung langfristig sichern

– wirtschaftlich, energieeffizient und

gesetzeskonform.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: L&R Kältetechnik

AUTOR:

THOMAS

IMENKÄMPER

Geschäftsführer Vertrieb,

L&R Kältetechnik

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cav 07-2025 47


cav

ENERGIEEFFIZIENTE LÖSUNGEN

Temperaturkontrolle als Schlüssel zur Effizienz

Präzise Kälte für höchste

Prozessanforderungen

In der chemischen und pharmazeutischen Produktion entscheidet die exakte Temperaturführung

über Produktqualität, Prozessstabilität und Effizienz. Mit dem industriellen

Kühlsystem Alaska bietet Air Liquide eine Lösung für kryogene Anwendungen,

die weit unter -40 °C arbeitet. Das System nutzt flüssigen Stickstoff zur präzisen

Temperaturregelung und lässt sich flexibel in bestehende Prozessumgebungen

integrieren – eine Alternative zu klassischen mechanischen Kühlsystemen.

Die präzise Temperaturregelung gewinnt

in Zeiten steigender Energiepreise, zunehmender

Umweltregulierungen und immer

komplexerer Produktionsprozesse in der

chemischen und pharmazeutischen Industrie

massiv an Bedeutung. Besonders bei

hochsensiblen Reaktionen, wie sie etwa in

der Herstellung von Feinchemikalien oder

Wirkstoffen stattfinden, ist eine exakte Kontrolle

von Temperaturen oft entscheidend für

die Stabilität des Prozesses und die Einhaltung

verfahrensspezifischer Anforderungen.

Die Lösung: Kryogene Verfahren, die mit extrem

tiefen Temperaturen arbeiten. Das industrielle

Kühlsystem Alaska von Air Liquide

bietet genau das. Eine flexible und umweltfreundliche

Möglichkeit, temperaturkritische

Reaktionen effizient zu steuern. Entwickelt

speziell für Anwendungen in der Chemie-

und Pharmabranche, basiert das Alaska-System

auf dem Einsatz von flüssigem

Stickstoff (LN2) zur Kühlung und Temperaturregelung,

ergänzt durch modulare Technologien

für Heizen und Inertisieren.

Während mechanische Kühlsysteme im Bereich

unterhalb von -40 °C häufig an technische

und wirtschaftliche Grenzen stoßen,

stellt der Einsatz kryogener Medien wie

flüssigem Stickstoff (LN2) eine alternative

Lösung dar. Systeme wie Alaska, die auf dieser

Technologie basieren, entfalten genau

hier ihre Stärke: zuverlässig, leise, wartungsarm

und mit hoher Präzision.

Mit dem industriellen Kühlsystem Alaska bietet Air Liquide eine Lösung für kryogene Anwendungen

weit unter -40 °C

Bilder: Air Liquide

Wenn Chemie kühle Köpfe braucht

In der chemischen und pharmazeutischen

Produktion ist Temperatur weit mehr als nur

ein Parameter. Sie ist ein entscheidender Hebel

zur Steuerung von Reaktionsverläufen,

Prozessstabilität und Produktqualität. Besonders

bei exothermen Reaktionen oder Synthesen,

die in einem tiefkalten Umfeld ablaufen

müssen, stößt klassische Verfahrenstechnik

schnell an ihre Grenzen. Das Alaska-

System erlaubt eine präzise Temperaturregelung

weit unter dem Gefrierpunkt und wird

typischerweise dort eingesetzt, wo Reaktionen

nicht nur kühl, sondern kryogen geführt

werden müssen.

Typische Beispiele sind hochselektive organische

Reaktionen, bei denen bereits geringe

Temperaturschwankungen zu uner-

48 cav 07-2025


Das Alaska-System basiert auf einem geschlossenen Kühlkreislauf, bei

dem ein zirkulierendes Wärmeträgerfluid über Wärmetauscher durch

flüssigen Stickstoff heruntergekühlt wird

Das Alaska-System von Air Liquide trägt gezielt

zur Effizienzsteigerung und Prozesssicherheit

in der chemischen und pharmazeutischen

Industrie bei

wünschten Nebenprodukten führen können.

Dazu zählen etwa die Birch-Reduktion,

Reaktionen mit n-Butyllithium oder

Grignard-Reaktionen. Es sind allesamt Verfahren,

die empfindlich auf thermische Instabilität

reagieren. Ebenso profitieren Prozesse,

die in flüssigem Ammoniak durchgeführt

werden, oder Syntheseschritte, die eine

anschließende Rekristallisation erfordern,

von einer durchgängig kontrollierten

Kühlkette.

Die Einbindung des Alaska-Systems in doppelwandige,

temperierbare Reaktoren ermöglicht

es, diese anspruchsvollen Reaktionen

mit hoher Sicherheit und Wiederholbarkeit

durchzuführen. Damit wird nicht

nur der chemische Prozess stabilisiert, sondern

auch die Skalierbarkeit in der Produktion

verbessert, was signifikante Vorteile für

industrielle Anwendungen bietet.

Regelung mit Wärmeträgerfluid

Das Alaska-System basiert auf einem geschlossenen

Kühlkreislauf, bei dem ein zirkulierendes

Wärmeträgerfluid über Wärmetauscher

durch flüssigen Stickstoff heruntergekühlt

wird. Dieses Konzept erlaubt eine

gleichmäßige, kontrollierbare Temperaturführung

des Reaktorinhalts auch bei sehr

tiefen Sollwerten unter -40 °C. Die kryogene

Auslegung des Systems gewährleistet eine

hohe Kühlleistung, insbesondere bei exothermen

Reaktionen, die rasch und zuverlässig

unter Kontrolle gehalten werden müssen.

Ein zentrales Merkmal ist die breite Temperaturspanne.

Das System ist in der Lage,

Solltemperaturen im Bereich von –110 bis

+120 °C zu realisieren und dabei schnelle

Temperaturwechsel mit einer Regelgenauigkeit

von ±1 K einzuhalten. Diese Präzision

ermöglicht die Durchführung anspruchsvoller

thermischer Prozesse mit hoher Wiederholbarkeit

auch bei schwankenden Prozessbedingungen.

Integration in die Prozesskette

Das Potenzial von Alaska entfaltet sich nicht

allein durch die Erzeugung niedriger Temperaturen,

sondern vor allem durch seine

flexible Einbindung in bestehende Prozessumgebungen.

Die Kombination aus präziser

Temperatursteuerung, modularem Aufbau

und schneller Einsatzbereitschaft schafft

neue Möglichkeiten für die Feinabstimmung

thermosensitiver Produktionsschritte.

Insbesondere bei Verfahren mit wechselnden

Reaktionsbedingungen oder in Kampagnenproduktionen

erlaubt das System eine dynamische

Anpassung der Kühlleistung. Dadurch

lassen sich temperatursensitive Synthesen

und kristallisationsnahe Prozessschritte

effizienter und robuster steuern.

Auch begleitende Aufgaben wie die Inertisierung

von Reaktoratmosphären oder die

Rückgewinnung von Lösemitteln durch

kryogene Kondensation können in die Systemarchitektur

integriert werden, ohne dass

separate Technikstränge notwendig sind. Im

Vergleich zu mechanischen Kühlsystemen

bietet Alaska dabei eine Reihe struktureller

Vorteile. Es kommt ohne Kühltürme aus, ist

nahezu geräuschlos, benötigt wenig Platz

und verzichtet vollständig auf fluorierte Kältemittel

wie FCKW und HFCKW. Diese Eigenschaften

machen das System nicht nur

umweltfreundlich und gesetzeskonform,

sondern auch wartungsarm und wirtschaftlich

in der Anwendung. Dank einfacher Bedienbarkeit

und hoher Temperaturstabilität

ist Alaska besonders geeignet für Anwendungen,

bei denen thermische Kontrolle,

Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit

im Vordergrund stehen.

Kryotechnik als Schlüssel

Das Alaska-System von Air Liquide zeigt,

wie moderne Kryotechnologie gezielt zur

Effizienzsteigerung und Prozesssicherheit in

der chemischen und pharmazeutischen Industrie

beitragen kann. Durch den modularen

Aufbau und die hohe Temperaturpräzision

lässt sich das System flexibel an unterschiedliche

Prozessanforderungen anpassen.

Die einfache Integration in bestehende Anlagen

ermöglicht den Einsatz insbesondere

dort, wo klassische Kühltechnik an technische

oder wirtschaftliche Grenzen stößt. In

einer Zeit, in der Produktionsflexibilität,

Energieeffizienz und regulatorische Anforderungen

zunehmend in den Vordergrund

rücken, liefert Alaska eine praxistaugliche

Antwort auf die Herausforderung kryogener

Prozessführung.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Air Liquide

AUTOR:

AMINE BEN SOUISSI

Market Manager Pharma Central Europe,

Air Liquide Deutschland

cav 07-2025 49


cav

PRODUKTE

Emissionsüberwachung per Infrarot

Mit der QAL1-Zertifizierung nach DIN EN 15267 hat die

Heitronics Infrarot Messtechnik einen wichtigen Schritt für

den Einsatz ihrer Messsysteme in der Emissions- und Immissionsüberwachung

vollzogen. Die Geräteserien KT19.67

II, KT19.69 II, KT15.67 IIP und KT15.69 IIP erfüllen damit

alle Anforderungen für den behördlich überwachten Betrieb

in Feuerungsanlagen gemäß DIN EN 14181.

Die berührungslos arbeitenden Infrarot-Strahlungsthermometer

erfassen selbst unter extremen Bedingungen zuverlässig

die Kerntemperatur heißer CO 2 -Schichten und ermöglichen

so eine präzise Überwachung der Verbrennungstemperaturen.

Eine Luftspüleinrichtung und ein

Shock-Blower halten die Messöffnung sauber und sichern

stabile Langzeitmessungen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Heitronics

Bild: Heitronics

Einfaches Retrofit mit IO-Link

Mit dem digitalen elektropneumatischen

Stellungsregler Sidecontrol

bietet Bürkert eine flexible

Lösung für präzise Ventilsteuerung

in der Prozessindustrie.

Das System ist nun auch für

Fremdventile mit Direkt- oder

Namur-Anbau geeignet. Es

überzeugt durch hohe Regelgenauigkeit,

integrierte Diagnosefunktionen

sowie IO-Link-Kommunikation

für einfache Nachrüstung.

Varianten mit Profinet,

EtherNet/IP, Modbus TCP, Profibus

DP oder büS ermöglichen

eine nahtlose Integration in bestehende

Leitsysteme. Die Remote-Version

mit abgesetztem

Wegsensor eignet sich für enge

Einbausituationen oder hohe

Umgebungstemperaturen. Im

ausgeregelten Zustand arbeitet

der Regler druckluftfrei – ein

Plus für Energieeffizienz und

Kostenreduktion. Die automatische

Selbstkonfiguration (X.Tune)

erleichtert die Inbetriebnahme.

Dank robuster Bauweise

und Herstellerunabhängigkeit

ist der Regler mit nahezu allen

gängigen Schwenk- und Schubantrieben

nach Namur-Standard

kompatibel.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Bürkert

Präzise Trübungsmessung in Echtzeit

Bild: Bürkert

Gasanalysegerät für SF 6 und Isoliergase

Bild: Wika

Mit der neuen Generation des

Gasanalysegeräts GA11 bietet

Wika eine leistungsstarke Lösung

für die präzise Qualitätskontrolle

von Isoliergasen in

Hochspannungsanlagen. Das

mobile Messgerät liefert exakte

Werte zu Feuchte, Reinheit und

Abbauprodukten von SF 6 sowie

alternativen Gasgemischen.

Temperaturkompensierte Sensoren

und intelligente Algorithmen

auf Basis definierter Stabilitätskriterien

sorgen für eine

nochmals verbesserte Genauigkeit

gegenüber Vorgängerversionen.

Optional integrierbare

Sensoren für SO 2 , HF, H 2 S oder

CO ermöglichen eine umfassende

Analyse mit hoher Langzeitstabilität.

Für den Einsatz vor Ort wurde

das GA11 nochmals deutlich

optimiert: Ein robuster Hartschalenkoffer

(IP 65) schützt die

Technik, das Gewicht liegt bei

nur 22 kg. Der verbaute NiMH-

Akku ermöglicht den problemlosen

Transport auch per Flugzeug,

da er nicht unter IATA-Beschränkungen

fällt. Die intuitive

Bedienoberfläche erleichtert die

Handhabung im Feld. Ein geschlossenes

Messsystem verhindert

Emissionen – das Gas wird

entweder rückgeführt oder gesammelt.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Wika

Für die Wasseraufbereitung steht

mit einem neuen Inline-Trübungssensor

eine Lösung bereit,

die präzise Messungen mit hoher

Betriebssicherheit kombiniert.

Der Typ 4170 von GF

wurde speziell für Prozessanwendungen

entwickelt und ergänzt

in Verbindung mit dem

Transmitter Typ 8640 das Portfolio

um eine moderne, wartungsarme

Lösung. Im Gegensatz

zu herkömmlichen Bypass-

Sensoren ermöglicht die Inline-

Konstruktion Echtzeitmessungen

ohne Verzögerungen durch

Probenahme oder Ablagerungen.

Der angewinkelte Messkopf

mit NIR-Sensor und PPSU-

Lichtabsorber gewährleistet

konstante Messergebnisse unabhängig

von saisonalen Schwankungen.

Durch den Verzicht auf

wartungsintensive Komponenten

wie Durchflusszellen oder

Lampen sinken Instandhaltungsaufwand

und Gesamtkosten

deutlich. Der kompakte Aufbau

erlaubt zudem eine flexible Installation

auch in beengten Umgebungen.

In Kombination mit

dem 8640 Transmitter mit Farb-

Touchscreen und gängigen

Kommunikationsschnittstellen

entsteht eine Komplettlösung

für die zuverlässige Überwachung

von Wasserqualität und

Prozessen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Georg Fischer

Bild: Georg Fischer

50 cav 07-2025


Sekundärverpackungen für Pens und Kits

REDcert²-zertifizierte Schmierstoffe

Bild: Faller Packaging

Autoinjektoren und Pens ermöglichen

Patienten die sichere Verabreichung

von Medikamenten

zu Hause. Hersteller müssen dabei

nicht nur den Inhalt, sondern

auch die Verpackung neu

denken: Bruchsicherheit, intuitive

Handhabung, platzsparende

Formate und nachhaltige Materialien

rücken stärker in den Fokus.

Faller Packaging bietet modulare

Systeme für Pens, Spritzen

oder komplexe Kits an. Die

Verpackungen lassen sich problemlos

in bestehende Produktionslinien

integrieren. Mit zwei

Verpackungstechnologien –

SLTO (Side-Loading Top-Opening)

und TLTO (Top-Loading

Top-Opening) – deckt Faller unterschiedliche

Anwendungsszenarien

ab. Die individuell anpassbaren

Inlays bestehen wahlweise

aus plastikfreiem, faserbasiertem

Monomaterial oder aus

Fibre Moulding, einer stabilen

Zellstoff-Alternative zum Kunststoff.

Je nach Anforderung lassen

sich mit beiden Varianten recyclingfähige

Einzelverpackungen

oder Multipacks realisieren. Mit

dem Prepackaging Service können

die Verpackungen frühzeitig

im Entwicklungsprozess getestet

werden. Das Konzept beinhaltet

vorkonfektionierte Verpackungssysteme,

die sich in kleinen

Mengen manuell bestücken und

später ohne Designänderung automatisiert

verarbeiten lassen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Faller

Mit den REDcert²-zertifizierten Schmierstoffen bringt Klüber

Lubrication eine umweltfreundliche Produktgeneration

auf den Markt, die volle Leistung bei reduzierten Emissionen

bietet. Grundlage ist der Einsatz massenbilanziert hergestellter,

biobasierter Rohstoffe, die fossile Ausgangsstoffe

bereits zu Beginn des Produktionsprozesses teilweise ersetzen.

Dadurch verbessert sich die CO 2 -Bilanz deutlich.

Den Auftakt bildet die Getriebeölreihe Klübersynth GH 6

MB, die chemisch und technisch dem bisherigen Klübersynth

GH 6 entspricht und bereits zahlreiche Freigaben

namhafter Hersteller besitzt. Der Zusatz „MB“ kennzeichnet

dabei die mass balanced-Variante.

Mit der vollständigen Implementierung des REDcert²-Systems

am belgischen Produktionsstandort und einem transparenten

Buchungssystem zur Nachverfolgung biobasierter

Rohstoffe geht Klüber Lubrication neue Wege in Sachen

nachhaltige Schmierstoffproduktion.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Klüber

Bild: Dee Karen – Shutterstock

Robustes Tablet für den Industrieeinsatz

Intuitive Software für Messtechnik

Mit dem ICO 14“ Indu TAB erweitert

ICO sein Portfolio um

ein besonders robustes Rugged

Tablet für den professionellen

Einsatz in Industrie, Wartung

und Außendienst. Das Gerät

kombiniert ein 14-Zoll-Full-

HD-Display mit Intel Core

i5-Prozessorleistung der 12. Generation

und überzeugt durch

hohe Rechenleistung sowie ein

widerstandsfähiges Design.

Das kapazitive Multitouch-Display

mit 500 Nits Helligkeit und

Optical Bonding sorgt auch bei

Sonnenlicht für hervorragende

Bild: ICO

Ablesbarkeit. Dank IP 65-Zertifizierung

und MIL-STD-810G ist

das Tablet bestens gegen Staub,

Wasser und Stöße geschützt.

Mit vier USB 3.2 Gen 2, zwei

USB-C, RJ45-LAN, Wi-Fi 6,

Bluetooth 5.3 und integriertem

LTE-Modul bietet das Indu TAB

umfassende Konnektivität. Ein

6700 mAh Akku, 16 GB RAM,

256 GB SSD sowie die Stiftbedienung

mit Halterung machen

es zum idealen Begleiter für

mobile Einsätze.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: ICO

Mit der neuen Almemo Connect

Software präsentiert Ahlborn eine

kostenlose Lösung zur Konfiguration

und Vernetzung der

branchenübergreifenden Almemo-Messtechnik.

Die intuitive

Benutzeroberfläche erlaubt es,

Geräteeinstellungen, Sensor-Parameter

und Messwerte schnell

und präzise zu verwalten. Mehrere

Schnittstellen können

gleichzeitig konfiguriert werden,

sodass zahlreiche Geräte

parallel eingestellt werden können

– auch ohne direkte Vernetzung

untereinander.

Messwerte lassen sich online

überwachen, analysieren und im

csv-Format exportieren, um sie

in anderen Softwareanwendungen

weiterzuverarbeiten.

Ein integrierter Serverdienst

sammelt kontinuierlich Messdaten

und stellt diese über TCP-

Schnittstellen für weitere Anwendungen

bereit. Die Software wird

vollständig über den Webbrowser

bedient, auch remote, und bietet

die Möglichkeit, automatisch

Support-E-Mails zu generieren.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Ahlborn

Bild: Ahlborn

cav 07-2025 51


TOP

PRODUKT

DES JAHRES 2025

ABSTIMMEN & GEWINNEN

WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/TOP2025

Welches ist Ihr Top- Produkt des Jahres 2025?

In den vergangenen zwölf Monaten haben wir Ihnen,

liebe Leserinnen und Leser, jeden Monat vier unserer

Ansicht nach besonders innovative Produkte vorgeschlagen.

Aus dieser Auswahl haben Sie jeweils ein Produkt

zum „Top-Produkt des Monats“ bestimmt. Jetzt haben

Sie die Möglichkeit, aus diesen zwölf Monatssiegern das

„Top-Produkt des Jahres 2025“ zu wählen.

Auf den nachfolgenden Seiten haben wir für Sie deshalb

nochmals alle Kandidaten in der Reihenfolge ihrer Wahl

nach Monaten zusammengestellt. Für die Abstimmung

ist auf www.prozesstechnik-online.de eine Sonderseite

frei geschaltet. Machen Sie mit und wählen Sie Ihren

Favoriten! Unter allen Teilnehmern verlosen wir

attraktive Preise:

1. PREIS

Lautsprecher JBL Clip 4

2. PREIS

Bottle Bottle Magic Cube

3. PREIS

Schweizer Taschenmesser

TOP-PRODUKT

OKTOBER 2024

Direktdruck auf Kartonagen

REA JET UP ist ein Direktdrucksystem auf Piezo-Basis. UP

steht für „Universal Print“ – und ist eine Alternative zum

geklebten Etikett. Während die meisten Systeme hochaufgelöste

Inhalte lediglich auf saugfähige Oberflächen wie

Papier, Kartonage und Holz drucken können, gelingt das

dem Drucksystem auch auf glatten und veredelten Oberflächen

mit hoher Trocknungsgeschwindigkeit.

Bild: REA Elektronik

52 cav 07-2025


Simulationssoftware für die

Produktentwicklung

TOP-PRODUKT

NOVEMBER 2024

Die von Cadfem vertriebenen Simulationsplattform Ansys

Granta Material Intelligence bietet Referenzdaten für die

Entwicklung neuer Produkte unter Berücksichtigung des

ökologischen Fußabdrucks. Bereits im Standardumfang

sind in dem Programm mehr als 4000 Materialien mit jeweiligen

physikalischen Eigenschaften, Verarbeitung und

ökologischer Bewertung hinterlegt. Um für jedes Material

die einwandfreie Funktion sicherzustellen, werden die

Modelle in virtuellen Tests mittels Simulation überprüft.

Bild: Cadfem

TOP-PRODUKT

DEZEMBER 2024

Automatische Schaltplanerstellung

Bild: Eplan

Wer die Schaltplanerstellung automatisiert, kommt schneller zu

Ergebnissen und macht weniger Fehler. Dafür hat Eplan unterschiedliche

technologische Ansätze entwickelt. Einer davon: Die

Cloud-basierte Software eBuild, mit der User ihre Projekte per

Knopfdruck generieren. Die Version 2025 bietet Vorteilen in der

Bedienung, beim Konfigurieren und Generieren von Schaltplänen.

Die Bedienoberfläche wurde optimiert, sodass Anwender einfach

mehr und schneller Übersicht über das Projekt bekommen.

Hybridmotor übertrifft IE4 und IE5

TOP-PRODUKT

JANUAR 2025

Der WEG-Hybridmotor W23 Sync+Ultra kombiniert die Effizienz von

Synchronreluktanzmotoren mit der Leistung von Permanentmagnetmotoren

und übertrifft damit die Effizienzklassen IE4 und IE5 und bietet Energieein -

sparungen von bis zu 30 %. Der W23 Sync+Ultra ist in zwei Varianten erhältlich,

basierend auf ferritunterstützten Reluktanzsynchronmotoren oder

Permanentmagnettechnologie mit seltenen Erden.

Bild: WEG

TOP-PRODUKT

FEBRUAR 2025

Schokoladentropfen am laufenden Band

Bild: Ipco

Ipco bietet Schokoladenformungsanlagen für die Produktion von

industriellen Zutaten – Chips, Brocken, Tropfen und Blöcke – und

dekorativen Produkten wie Spänen, Rollen, Stiften und Blüten. Der

Rotoform HP besteht aus einem beheizten Stator – der mit flüssiger

Schokolade versorgt wird – und einem perforierten, rotierenden

Mantel, der sich konzentrisch um den Stator dreht, um die Schokoladentropfen

auf ein kontinuierlich laufendes Stahlband abzusetzen.

cav 07-2025 53


Konnektivität dank Ethernet-APL-Switch

TOP-PRODUKT

MÄRZ 2025

Der aplSwitch Field von Softing bietet nahtlose Ethernet-

Konnektivität von der Anwendung bis in die Feldebene. Der

16-Port-Switch in IP 30-Ausführung ist speziell für den Einsatz

in Ex-Zone 2 konzipiert. Er ermöglicht die direkte Anbindung

von industriellen Ethernet-Netzwerken an eigensichere

Ethernet-APL-Feldgeräte über eine 2-Draht-eigensichere

Ethernet-Verbindung (2-WISE). Gleichzeitig sorgt er für eine

sichere Energieversorgung der Feldgeräte. Mit der erweiterten

Variante aplSwitch Field PA können auch Profibus-PA-Geräte

integriert werden.

Bild: Softing

TOP-PRODUKT

APRIL 2025

Heizen mit dem Kompressor

Bild: Kaeser

Wenn es darum geht, Energiebedarf und -kosten zu

senken, können Kompressorenbetreiber einen Großteil der

Kompressorantriebsenergie durch Wärmerückgewinnung

(WRG) in ihrem Betrieb nutzen. Kaeser Kompressoren

bietet Druckluftstationen als komplexe Systeme, in denen

Kompressor, Druckluftaufbereitung, Abwärmenutzung und

Effizienzüberwachung zusammenwirken. Die WRG-Systeme

verbinden Effizienz mit Nachhaltigkeit und liefern

flexible, maßgeschneiderte Lösungen für Heizung, Warmwasser

und industrielle Prozesse.

CO 2 -emissionsfreier Verdampfer

Der GEA Dairy Evaporator eZero arbeitet komplett CO 2 -emissionsfrei.

Das System senkt den Energieverbrauch je nach Betriebsbe -

dingungen und verfügbaren Ressourcen bis zu 60 %. Die eZero-

Technologie eignet sich für MVR-Verdampfer (mechanische Brüdenverdichtung)

oder – nach Umrüstung auf MVR – für TVR-

Verdampfer (thermische Brüdenverdichtung) und kann sowohl in

Neuanlagen als auch in bestehende Anlagen integriert werden.

TOP-PRODUKT

MAI 2025

Bild: GEA

TOP-PRODUKT

JUNI 2025

Kippvorrichtung für IBC

Bild: Bauer

Wenn IBCs fast leer sind, muss man improvisiert Ankippen oder die

Restfüllmenge ungenutzt lassen. Für dieses Problem hat Bauer den

IBC-Restentleerer IR entwickelt. Mit einer Tragfähigkeit von 1500 kg

gewährleistet er eine maximale Entleerung. Basis sind eine Stahlkonstruktion

und ein Federmechanismus. Dieser kippt den IBC automatisch

leicht nach vorne. Je niedriger der Füllstand, desto höher die

Neigung, bei einem maximalen Hub von 95 mm. Den Restentleerer

gibt es auch als Kipprahmen mit Sicherungsecken und Stützfüßen

für die Verschraubung auf einer 1000-l- Auffangwanne, um wassergefährdende

Gefahrstoffe abzufüllen.

54 cav 07-2025


TOP-PRODUKT

JULI 2025

Filter für den CO 2 -Abscheideprozess

Cleanova.C-Clean von Cleanova ist ein spezielles Filterportfolio

für die CO 2 -Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung

(CCUS). Es gibt Filtertechnik für jede Phase des

CO 2 -Abscheidungsprozesses – vom Eintreffen des Ausgangs-/Speisegases

über die chemische Absorption bis hin

zur endgültigen Lagerung und zum Transport. Jede Filterlösung

wird auf die spezifischen Bedingungen wie die

Konzentration, die Art der Emissionsquelle, das Vorhandensein

anderer Verunreinigungen, die Temperatur und den

Druck zugeschnitten.

Bild: Cleanova

TOP-PRODUKT

AUGUST 2025

Verwaltungsschalen einfach erstellen

Bild: Conplement

Twinstudio ist ein Add-on zu Twinsphere, einer skalierbaren SaaS-

Plattform für digitale Zwillinge von Conplement. Das Tool dient der

Erstellung von Verwaltungsschalen und Teilmodellen auch ohne tiefgehende

Kenntnisse des AAS-Metamodells. Besonders interessant ist

dies für Unternehmen mit Brownfield-Umgebungen oder Bestandsanlagen.

Twinstudio bietet zwei zentrale Werkzeuge: Der Instance

Builder ermöglicht eine intuitive, geführte Erstellung von Verwaltungsschalen

und Teilmodellen. Der Template Designer erlaubt es,

bestehende Teilmodell-Templates individuell anzupassen.

TOP-PRODUKT

SEPTEMBER 2025

Modularer Fingergreifer

Mit dem Fingergreifer mGrip von Schmalz lassen sich

empfindliche Produkte prozesssicher und automatisiert bewegen.

Die Fingermodule nehmen diese besonders vorsichtig auf

– selbst bei variierenden Formen und Konsistenzen. Ihre

pneumatische Steuerung ermöglicht ein sanftes Greifen, die

leichte Bauweise prädestiniert den mGrip für den Einsatz an

Cobots. Der Anwender kann den Endeffektor von außen

reinigen, der Fingergreifer erfüllt die Vorgaben von CIP und

COP (Cleaning out of Place). Dank des Hygienic Designs ist

das Risiko einer Kontamination minimal.

Bild: Schmalz

cav 07-2025 55


ARMATUREN + FITTINGS

DAS

FIRMENVERZEICHNIS

industrie.de/firmenverzeichnis

Visitenkarten helfen schnell,

passende Produkte/Lösungen oder

Informationen zu Unternehmen

in der jeweiligen Branche zu finden.

Wir

präsentieren

Ihnen

PARTNER der

Industrie

RCT® Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.

www.rct-online.de

Reichelt Chemietechnik steht für das Prinzip

„Angebot und Vertrieb der kleinen Quantität“ gepaart

mit einer viele Bereiche umfassenden Produktvielfalt

und einem hohen technischen Beratungsservice.

Das Angebot von Reichelt Chemietechnik umfasst

ca. 80 000 Artikel, die aus den Bereichen Schlauchtechnik,

Verbindungselemente, Durchflusstechnik,

Labor technik, Halbzeuge, Befestigungselemente,

Filtration und Antriebstechnik stammen.

Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.

Englerstraße 18, 69126 Heidelberg

Tel. 0 62 21/3 12 50, info@rct-online.de

KÄLTE- + WÄRMETECHNIK

MESS- + ANALYSETECHNIK

L&R Kältetechnik GmbH & Co. KG

www.lr-kaelte.de

Wir sind ein inhabergeführtes Unternehmen mit herausragender

Expertise in der Kältetechnik. L&R Kälteanlagen

sind auf einen umweltschonenden Betrieb bei

gleichzeitig höchstmöglicher Energieeffizienz ausgelegt.

Wir arbeiten für Kunden in den Disziplinen:

Kunststoff- und Kautschukindustrie

Oberflächen- und Galvanotechnik

Lebensmittelindustrie

Chemie- und Pharmaindustrie

Medizintechnik

Metallverarbeitung

Spezialtiefbau/Bergbau

RCT® Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.

www.rct-online.de

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PUMPEN + KOMPRESSOREN

TRENNTECHNIK

VENTILE

RCT® Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.

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ca. 80 000 Artikel, die aus den Bereichen Schlauchtechnik,

Verbindungselemente, Durchflusstechnik,

Labor technik, Halbzeuge, Befestigungselemente,

Filtration und Antriebstechnik stammen.

Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.

Englerstraße 18, 69126 Heidelberg

Tel. 0 62 21/3 12 50, info@rct-online.de

Alino Industrieservice GmbH

www.alino-is.de

• Feinsttröpfchenabscheider / Nebelabscheider

• Koaleszenzabscheider / Flüssig-Flüssig-Trennung

mail@alino-is.de

Tel.: +49 (0) 2157 / 8 95 79 91

Fax: +49 (0) 2157 / 8 95 79 93

Alino Industrieservice GmbH ist Anbieter vielfältiger

Technologien zur Tropfenabscheidung aus Prozessgasströmen,

der Flüssig-Flüssig-Trennung und der

damit verbundenen Filtertechnik.

Optimierte Lösungen bei der Tröpfchenabscheidung

aus Prozessgasen sowie bei der Trennung von

Öl-Wasser-Gemischen.

müller co-ax gmbh

www.co-ax.com

müller co-ax gmbh ist international führender

Hersteller von coaxial Ventilen.

Am Firmensitz in Forchtenberg entstehen innovative

Lösungen für unterschiedlichste Medien und

Anwendungen.

Besonders bei anspruchsvollen Einsatzbereichen setzt

coax Maßstäbe in den Branchen Maschinenbau,

Marine, Chemie, Energie, Öl und Gas, Luft- und

Raumfahrt sowie der Bauindustrie.

Das Produktspektrum umfasst verschiedenste

Ventilausführungen, die kundenspezifisch ausgelegt

werden:

Druck: 0 bis 1000 bar

Kv-Wert: 0,048 m³/h – 650 m³/h

56 cav 07-2025


cav

LITERATUR, BROSCHÜREN, E-MEDIEN

IO-Link in puncto Sicherheit bewerten

Markenprodukte für jeden Arbeitsplatz

Die IO-Link Community hat eine

neue Security Deployment

Guideline veröffentlicht. Diese

soll Anwendern dabei helfen, Sicherheitsmaßnahmen

für die

Nutzung der IO-Link-Technologie

zu bewerten und umzusetzen.

Dieser Leitfaden ist ein unverzichtbares

Werkzeug für all

diejenigen, die die Sicherheit

ihrer IO-Link-Systeme verbessern

möchten. Das Hauptziel der

IO-Link Secure Deployment

Guideline besteht darin, Endanwendern

das nötige Wissen und

die Werkzeuge an die Hand zu

geben, um Sicherheitsmaßnahmen

für die Nutzung der IO-

Link-Technologie effektiv zu beurteilen

und zu implementieren.

Der Leitfaden bietet detaillierte

Anleitungen und Best Practices

für den Einsatz von sicheren IO-

Link-Systemen. Wenn Benutzer

diesen Leitfaden befolgen, können

sie sicherstellen, dass ihre

IO-Link-Systeme sicher und widerstandsfähig

gegen potenzielle

Bedrohungen sind.

Die Secure Deployment Guideline

steht im Downloadbereich

auf der IO-Link Webseite zum

kostenlosen Download bereit

www.io-link.com/downloads.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: IO-Link

Bild: Dude Design Studio – stock.adobe.com

Bild: Mewa

Im Katalog für Arbeitsschutz von

Mewa findet sich, übersichtlich

zusammengestellt, ein breites

Angebot an Produkten aus den

Bereichen Sicherheitsschuhe, Arbeitshandschuhe,

Bekleidung,

Atem-, Augen-, Gehör- und

Kopfschutz sowie Hautschutz

und Hygiene. Mit dabei sind

Brands wie Elten, Puma Safety,

Ansell, Hakro, Honeywell sowie

die Mewa-Eigenmarke Korsar.

Die Produktauswahl ist komfortabel.

Um zum Beispiel den optimal

passenden Arbeitsschuh zu

finden, liefert der Katalog präzise

Angaben zu Material, Funktion

und Sicherheitsklassen. Neben

der großen Auswahl überzeugen

der Service und die

schnelle Lieferung der Bestellungen.

Im Onlineshop profitieren

Mewa-Kunden zusätzlich

von der einfachen Produktsuche

und den detaillierten Informationen

wie zu Preisen, Produktbeschreibungen,

Funktionalitäten,

Normen und Eigenschaften.

Die Produkte sind direkt über

den Onlineshop mewa-shop.de

verfügbar.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Mewa

Erfinden: Lesestoff aus dem DPMA

Maschinen- und Funktionale Sicherheit

Die neue AK-Praxis „Integration

von Maschinensicherheitsfunktionen

in die funktionale Sicherheit

der Prozessindustrie“ greift

ein Thema auf, das die Branche

seit Jahren beschäftigt: Wie lassen

sich Sicherheitskonzepte aus

der Maschinenrichtlinie mit denen

der Prozessindustrie sinnvoll

verbinden?

Während die Prozessindustrie ihre

Sicherheitsfunktionen traditionell

auf die IEC 61511

(„Funktionale Sicherheit – Sicherheitstechnische

Systeme für

die Prozessindustrie“) stützt,

gelten für Maschinen andere

Normen – etwa IEC 62061 oder

ISO 13849. Zwischen diesen

Welten bestehen Unterschiede,

die in der Praxis immer wieder

zu Unsicherheiten führen. Genau

hier setzt das Praxispapier an.

Die Publikation basiert auf dem

Artikel „Integrating Machinery

Safety Functions into Functional

Safety for Process Industry“

(Chemical Engineering Transactions,

Vol. 116, 2025), der

von Mitgliedern der entsprechenden

Namur-Arbeitskreise

erarbeitet wurde. Das deutschsprachige

Praxispapier vertieft

die Thematik und ergänzt sie

um konkrete Beispiele aus der

betrieblichen Anwendung. Zahlreiche

Abbildungen und Fallstudien

verdeutlichen, wie sich

Maschinensicherheitsfunktionen

in prozesssicherheitsgerichtete

Systeme integrieren lassen.

Dabei versteht sich das Papier

ausdrücklich nicht als offizielle

Namur-Empfehlung oder -Arbeitsblatt,

sondern als fachlicher

Impuls: Es soll aktuelle Erkenntnisse

zeitnah zugänglich machen

und den Dialog innerhalb

der Branche fördern.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Namur

Nach extraterrestrischem Leben

forschen. Den Einsatz seltener

Erden in Magneten für die Energiewende

reduzieren. Autonome

Shuttles für die Innenstädte entwickeln.

Die neu erschienene

Publikation „erfinden“ des

Deutschen Patent- und Markenamts

(DPMA) gibt einen Einblick

in die aktuelle Forschung

und Entwicklung – und bietet

damit Lesestoff zu Lösungen

von morgen.

Basis für die Beiträge sind Patentanmeldungen

aus aller Welt. Die

darin offenbarten Erfindungen

begegnen den Patentprüferinnen

und Patentprüfern des DPMA in

ihrer täglichen Arbeit – und einige

davon dürften die technische

Entwicklung in Zukunft prägen.

Vorschläge für die Themen der

Publikation kommen aus den

Reihen der rund 1000 Prüferinnen

und Prüfer beim DPMA,

denn diese verfügen über große

Expertise in einer Vielzahl naturwissenschaftlicher

und technischer

Disziplinen.

Das Heft gibt einen Einblick in

die technische Entwicklung und

zeigt die Dynamik, die der

Schutz von Innovationen auslösen

kann. Attraktives Layout, Infografiken

und Erklärtexte machen

die technologisch anspruchsvollen

Themen zugänglich.

Unter www.dpma.de/

erfinden gibt es die Publikation

direkt zum Download.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: DPMA

Bild: DPMA

cav 07-2025 57


cav

VORSCHAU

01-2026

WASSERSTOFF, METHANOL UND CO.

Power-to-X gilt als eine Schlüsseltechnologie der Energiewende:

Überschüssiger Strom aus erneuerbaren

Quellen wird in Wasserstoff, Methan

oder flüssige Kraftstoffe umgewandelt – flexibel,

speicherbar, klimaneutral. Unser Trendbeitrag

in der nächsten Ausgabe klärt auf.

Bild: fotografiedk – stock.adobe.com

MESSEDUO VEREINT PROZESSTECHNIK

Am 25. und 26. Februar 2026 trifft sich die Branche in

Dortmund: Pumps & Valves und Maintenance

zeigen neueste Trends rund um Effizienz, Digitalisierung

und Nachhaltigkeit in der Prozessindustrie.

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe

mehr über Pumpen, Armaturen und zum besonders

wichtigen Thema Instandhaltung.

Bild: Ravi Sejk

cav

SO ERREICHEN SIE DIE REDAKTION

DANIELA HELD

Redakteurin

Tel. 0711 7594-284

daniela.held@konradin.de

DR. BERND RADEMACHER

Redakteur

Tel. 0711 7594-263

bernd.rademacher@konradin.de

BARBARA DIVIGGIANO

Redaktionsassistentin

Tel. 0711 7594-415

barbara.diviggiano@konradin.de

ISSN 0009–2800

58. Jahrgang

Herausgeberin

Katja Kohlhammer

Verlag

Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH

Ernst-Mey-Straße 8,

70771 Leinfelden-Echterdingen

Germany

Geschäftsführer

Peter Dilger

Verlagsleiter

Peter Dilger

Redakteure V.i.S.d.P.

Dipl.-Ing. Daniela Held (dh),

Phone +49 711 7594-284

E-Mail: daniela.held@konradin.de

Dr. Bernd Rademacher (br),

Phone +49 711 7594-263

E-Mail: bernd.rademacher@konradin.de

Redaktionsassistenz

Barbara Diviggiano,

Phone +49 711 7594-415, Fax -1415

E-Mail: barbara.diviggiano@konradin.de

Layout

Jennifer Martins, Phone +49 711 7594-262

Ana Turina, Phone +49 711 7594-273

Gesamtanzeigenleiter

(Verantwortlich für den Anzeigenteil):

Andreas Hugel, Phone +49 711 7594-472

E-Mail: cav.anzeigen@konradin.de

Auftragsmanagement

Andrea Haab, Phone +49 711 7594-320

E-Mail: andrea.haab@konradin.de

Leserservice cav: Postfach 810580

70522 Stuttgart

Telefon: 0711/82651 254

Fax: 0711/82651 399

E-Mail: leserservice@konradin.de

cav erscheint mit 7 Ausgaben jährlich und

wird kostenlos nur an qualifizierte Empfänger

geliefert.

Bezugspreise

Inland 83,00 € inkl. Versandkosten und MwSt.;

Ausland 83,00 € inkl. Versandkosten,

Einzelverkaufspreis 8,40 € inkl. MwSt.,

zzgl. Versandkosten.

Auslandsvertretungen

Großbritannien: Jens Smith Partnership, The Court,

Long Sutton, GB-Hook, Hampshire RG29 1TA,

Phone 01256 862589, Fax 01256 862182, E-Mail:

jsp@trademedia.info; USA, Kanada: D.A. Fox Advertising

Sales, Inc., Detlef Fox, 5 Penn Plaza, 19th

Floor, New York, NY 10001, Phone 212 8963881,

Fax 212 6293988, E-Mail: detleffox@comcast.net

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die

gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich,

weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen

für alle Geschlechter.

Druck

westermann DRUCK | pva,

Georg-Westermann-Allee 66,

38104 Braunschweig,

Printed in Germany

© 2025 by Konradin-Verlag Robert Kohlhammer

58 cav 07-2025


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Digitalisierung für die

Prozessindustrie

Wir bieten zukunftsfähige Automatisierungslösungen für die Prozessindustrie:

durchgängige Steuerungsplattform: von Zone 0 bis in die Cloud

Edge Device zur vollständigen Datenerfassung mit der NAMUR Open Architecture

flexible Integration von Ethernet-APL mit der kompakten ELX6233

TwinCAT MTP für die Modularisierung von Anlagen mit dem Module Type Package

Halle 7, Stand 406

60 cav 07-2025

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