dei – Prozesstechnik für die Lebensmittelindustrie 06.2025
Die Fachzeitschrift dei - Prozesstechnik für die Lebensmittelindustrie berichtet über Verfahren, Anlagen, Apparate und Komponenten für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Weitere Themen sind Hygienic Design, Industrie 4.0, digitale Produktion, MSR- und Automatisierungstechnik und die Verpackungstechnik. Abgerundet wird das inhaltliche Spektrum durch Nahrungs- und Genussmittelmaschinen, roboterbasierte Verpackungslösungen sowie Food Design und Getränkekonzepte.
Die Fachzeitschrift dei - Prozesstechnik für die Lebensmittelindustrie berichtet über Verfahren, Anlagen, Apparate und Komponenten für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Weitere Themen sind Hygienic Design, Industrie 4.0, digitale Produktion, MSR- und Automatisierungstechnik und die Verpackungstechnik. Abgerundet wird das inhaltliche Spektrum durch Nahrungs- und Genussmittelmaschinen, roboterbasierte Verpackungslösungen sowie Food Design und Getränkekonzepte.
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06-2025
24 TITEL
MESSTECHNIK IN DER
MILCHVERARBEITUNG
8 VERPACKUNG
RECYCLINGFÄHIGKEIT IST
KEIN ZUFALLSPRODUKT
22 DIGITALES TYPENSCHILD
ALLE INFORMATIONEN
MIT EINEM SCAN
44 WÄRMEPUMPENTECHNIK
RETROFIT FÜR DIE
KRÄUTERTROCKNUNG
34 TREND
FOOD DESIGN
PROZESSTECHNIK FÜR DIE LEBENSMITTELINDUSTRIE
WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/FOOD
dei 06-2025 1
Industrie
Das Kompetenznetzwerk der Industrie
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dei
EDITORIAL
„Da mischen
wir uns
gerne ein.“
Regenerativ
statt nur dabei
Das Technikmuseum mit seinen imposanten Flugzeugen und die
Arena der TSG Hoffenheim sind die markanten Merkmale von Sinsheim.
Kaum jemand aber nimmt die unscheinbare Klima Arena
wahr, die direkt daneben liegt – dabei lohnt sich ein Besuch unbedingt,
wie ich bei den Fachpressetagen von Bürkert erfahren durfte.
Die Ausstellung zeigt auf beeindruckende Weise, wie eng unser tägliches
Leben mit Themen wie Klima, Energieverbrauch und Ressourcenschonung
verwoben ist. Selbst wer meint, das Thema Klimawandel
bereits gut zu kennen, wird hier überrascht: Wussten Sie, dass
ein vollständiges Abschmelzen des Eises weltweit den Meeresspiegel
um rund 72 m ansteigen ließe? Spätestens an diesem Punkt wird
klar, dass Handeln keine Option, sondern eine Notwendigkeit ist.
Das hat auch Bürkert Fluid Control Systems erkannt. Nach eigenen
Hochwassererfahrungen will CEO Georg Stawowy das Unternehmen
zu einem Vorreiter der regenerativen Wirtschaft machen. Wie
dieser Wandel konkret aussehen soll, lesen Sie auf Seite 32.
Was war sonst noch los? In Nürnberg fand die Fachpack zusammen
mit der Powtech-Technopharm statt. Das Messeduo füllte das Nünberger
Messegelände fast zur Gänze. Und auch die Stimmung war
gut – schließlich war ganz Europa zu Gast. Auch wir haben uns drei
Tage auf der Messe für Sie umgeschaut. Unsere Messenachlese finden
Sie ab Seite 11. Davor finden Sie noch ein Interview mit
Philippe Blank, Head of Circular Economy bei Henkel, zum Thema
„Recyclingfähigkeit faserbasierter Verpackungsmaterialien“.
Ans Herz legen möchte ich Ihnen noch den Titelbeitrag dieser Ausgabe
auf Seite 24: Mithilfe von intelligenter Messtechnik meistert
die Meierei Barmstedt die vielfältigen Herausforderungen in der
Milchverarbeitung. Viel Spaß beim Lesen.
Ausgewogene Milchdrinks liegen
im Trend: Mit den Stabiprime
Funktionssystemen von Hydrosol
gelingen Ihnen zucker- und fettreduzierte
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Dr. Bernd Rademacher, Redakteur
www.hydrosol.de dei 06-2025 3
dei INHALT 06-2025
24 Titel Genauigkeit,
Hygiene und Prozesssicherheit
zählen in der
Milch verarbeitung zu den
entscheidenden Faktoren.
Die Meierei Barmstedt
meistert diese Anforderungen
mit der kompakten
und intuitiv bedienbaren
Messtechnik
Compact Line.
8 „Recyclingfähigkeit ist
kein Zufallsprodukt“, sagt
Philippe Blank, Head of
Circular Economy bei
Henkel, im dei-Interview.
18 Effizient nachhaltig?
Geht das bei Verpackungsprozessen?
„Ja“, sagt Alexander
Hauschke, Executive
Vice President Corporate
Strategy bei Multivac.
VERPACKEN, KENNZEICHNEN
8 Recyclingfähigkeit ist kein Zufallsprodukt
Faserbasierte Verpackungsmaterialien auf dem Prüfstand
TREND FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE
34 Die Zukunft auf dem Teller?
Kultiviertes Fleisch demnächst auch in Europa
11 MESSENACHLESE FACHPACK
16 Flexibles Bestücken von Displayschachteln
Flossen raus
18 Lebe lange und nachhaltig
Nachhaltigkeit und Effizienz sind kein Widerspruch
MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG
20 Mehr Transparenz in der Molkerei
Supply-Chain-Lösungen für Gropper und
Moers Frischeprodukte
22 Alle Informationen mit einem Scan
Digitales Typenschild auf Trennverstärkern und
Messumformern
24 TITEL Messtechnik für die Meierei Barmstedt
Kompakt, intuitiv bedienbar und nahtlos in
bestehende Prozesse integrierbar
FOKUS: FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE
38 Isomaltulose unterstützt gesunden Stoffwechsel
Neue Studie zeigt: Ausschüttung der Darmhormone
GLP-1 und PYY erhöht
40 Aminosäureanalyse zeigt Qualität von Proteinen
Damit die Grille auf dem Teller hält, was sie verspricht
42 MESSEVORSCHAU FI EUROPE
NAHRUNGSMITTELMASCHINEN
44 Retrofit revolutioniert die Kräutertrocknung
Nachrüstung bestehender Trockner mit Wärmepumpentechnik
46 Effizienz in der Fleischtrocknung
Von der individuellen Trocknung bis zur Abluftbehandlung
27 MESSEVORSCHAU SPS
30 Inline-Monitoring komplexer Flüssigkeiten
Incipientus-CTO Reinhardt Kotzé im Interview
32 Öko-Spinner oder Visionär?
Bürkert will regenerativ statt nur nachhaltig wirtschaften
4 dei 06-2025
34 Fleisch aus Zellkulturen
nimmt in Europa
konkrete Gestalt an. Erste
Zulassungsanträge wurden
in Frankreich und
den Niederlanden gestellt.
44 Bei Gäubodenkräuter
in Straubing wurde eine
bestehende Trocknungsanlage
mit Erfolg auf Wärmepumpentechnik
umgerüstet.
RUBRIKEN
3 Editorial
4 Inhalt
37 Exklusiv auf prozesstechnik-online.de
37 Gewinner Top-Produkt des Monats September
49 Literatur, Broschüren, E-Medien
49 So erreichen Sie die Redaktion
50 Vorschau
50 Impressum
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dei 06-2025 5
dei
NACHRICHTEN
Energiewende gefährdet die Zukunft der Ernährungsindustrie
STUDIE ZEIGT: ENERGIEWENDE DROHT ZU SCHEITERN
Bild: Ovid
Übergabe der Studie im Bundestag –
v.l.n.r.: Jaana Kleinschmit von Lengefeld
(Ovid), Michael Haendel (Fraunhofer ISI),
Julia Laudenbach (VGMS), Fabian Gramling
(MdB)
Die Transformation der energieintensiven
Ernährungsindustrie droht zu scheitern. Zu
diesem Ergebnis kommt die neue Studie
FlexErnährungsindustrie des Fraunhofer-Instituts
für System- und Innovationsforschung
ISI. Demnach bremsen hohe Stromkosten,
schleppender Netzausbau und unsichere
politische Rahmenbedingungen die
Dekarbonisierung der Branche massiv aus.
Mit rund zehn Prozent Anteil am industriellen
Energieverbrauch ist die Ernährungsindustrie
ein zentraler Hebel der
Energiewende. Doch elektrische Prozesswärme
ist derzeit bis zu 80 % teurer als
Erdgas aus Kraft-Wärme-Kopplung, was Investitionen
in Wärmepumpen oder andere
grüne Technologien unattraktiv macht. Zudem
warten Unternehmen laut Studie teils
bis zu 15 Jahre auf neue Netzanschlüsse –
bei gleichzeitig steigendem Leistungsbedarf
durch Elektrifizierung.
„Unsere Analyse zeigt eine deutliche Lücke
zwischen politischen Zielen und wirtschaftlicher
Realität“, warnt Studienleiter Michael
Haendel vom Fraunhofer ISI. Ohne Reformen
bei Strompreis, Netzausbau und Fördermechanismen
würden dringend nötige
Investitionen ausbleiben.
Die im Auftrag der Verbände Ovid und
VGMS erarbeitete Untersuchung fordert politische
Kurskorrekturen. Ovid-Präsidentin
Jaana Kleinschmit von Lengefeld mahnt:
„Energiekosten, Bürokratie und fehlende
Netzkapazitäten bedrohen unsere Wettbewerbsfähigkeit.
Wir brauchen sofort Planungssicherheit.“
Auch VGMS-Vorständin
Julia Laudenbach betont: „Die Ernährungsindustrie
muss bei der Energiewende mitgedacht
werden – sie sichert die Lebensmittelversorgung
in Deutschland.“
Die Allianz hinter der Studie ist ein Zusammenschluss
von zwölf Verbänden der deutschen
Ernährungsindustrie, die besonders
energieintensive Produktionsprozesse aufweisen
und für die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln
stehen.
Deutscher Markt für alternative Proteine
STUDIE SAGT WEITERES
WACHSTUM VORAUS
Nahrungsmittel aus pflanzlichen Alternativen
sind in Deutschland einer Studie zufolge
weiter im Vormarsch
Pflanzliche und hybride Proteinprodukte
haben sich im deutschen Lebensmittelmarkt
fest etabliert. Laut einer neuen Studie der
AFC Consulting Group und der niederländischen
Initiative Die neuen Protein NL Partner
für Deutschland erzielten pflanzliche Alternativen
2024 im Einzelhandel 1,7 Mrd.
Euro Umsatz – Tendenz steigend. Zwischen
2022 und 2024 wuchs der Markt durchschnittlich
um 3,3 % pro Jahr.
Treiber des Wachstums sind laut Studie
strengere Nachhaltigkeitsvorgaben, regulatorische
Anforderungen und ambitionierte
ESG-Ziele führender Händler. Beispielhaft
steht hierfür das Hybrid-Burger-Patty von
Aldi Nord, das zu 70 % aus Fleisch und zu
30 % aus pflanzlichen Zutaten besteht. Die
neue Studie wurde auf der Anuga 2025
vorgestellt.
Bild: bit24 – stock.adobe.com
dei NACHRICHTEN TICKER
Bild: WEG
Bild: Immanuel Reimold
Bild: Jumo
Bild: Contitech
WEG Germany feiert
Jubiläum
Die WEG Germany GmbH feiert
SEW-Eurodrive eröffnet
Ausbildungszentrum
Heranführen, ausbilden, speziali-
Jumo erhält Ecovadis-
Goldmedaille
Jumo wurde mit der Ecovadis-
Greimeier übernimmt
Contitech-Sparte
Der Continental-Unternehmens-
2025 ihr 30-jähriges Bestehen
sieren: Dieser Dreiklang bildet
Goldmedaille ausgezeichnet und
bereich Contitech hat die Leitung
und blickt auf drei Jahrzehnte
die Grundlage für das neue Aus-
zählt zu den besten 5 % der be-
seines Geschäftsfelds Industrial
voller Innovationen zurück. Als
bildungszentrum von SEW-Euro-
werteten Unternehmen. Matthias
Solutions Europe, Middle East,
Tochterunternehmen des WEG-
drive. Mit namhaften Gästen aus
Raab (Leiter Managementsyste-
Africa (EMEA) mit Manja Greimei-
Konzerns mit Hauptsitz im brasi-
Bildung, Politik, Verbänden und
me), Patricia Naujoks (Leitung Be-
er zum 1. September 2025 neu
lianischen Jaraguá do Sul ist
natürlich zahlreichen Mitarbeitern
triebliches Gesundheitsmanage-
besetzt. Sie folgt auf Song Qi,
WEG Germany heute ein zentra-
wurde das Ausbildungszentrum
ment) und Florian Belz (Umwelt-
der aus privaten Gründen aus
ler Akteur in Europa für Antriebs-
Drive Education vor Kurzem feier-
und Arbeitsschutzmanagement)
dem Unternehmen ausgeschie-
und Automatisierungstechnik.
lich eröffnet.
freuen sich über die Auszeichnung.
den ist.
6 dei 06-2025
Mehr Raum für die Entwicklung und Fertigung von Temperaturmesstechnik
ENDRESS+HAUSER ERÖFFNET NEUBAU IN NESSELWANG
Die Endress+Hauser Gruppe hat in Nesselwang
im Allgäu ein neues Produkt- und Entwicklungszentrum
für Temperaturmesstechnik
und Systemprodukte eröffnet. Mit der
Erweiterung bekennt sich das Familienunternehmen
zur Region und baut gleichzeitig
sein weltweites Netzwerk aus.
Endress+Hauser Temperature+System Products
investierte rund 17 Mio. Euro in den
Neubau. Dank eines klimafreundlichen Energiekonzepts,
das auf der Nutzung von Erdwärme
und Solarstrom basiert, ist das vierstöckige
Gebäude im Betrieb CO 2 -neutral.
Das Unternehmen trägt zu einem verantwortungsvollen
Umgang mit Ressourcen bei.
In den neugeschaffenen Büros finden rund
150 Mitarbeiter Platz. Die Flächen sind vielseitig
gestaltet, sodass sie Rückzugsmöglichkeiten
bieten, aber auch die Zusammenarbeit
erleichtern. Das Umfeld schafft ideale
Voraussetzungen, damit Mitarbeiter ihre
Ideen entfalten und Innovationen vorantreiben
können. Ein Ort der Begegnung ist auch
das neue Betriebsrestaurant im Erdgeschoss.
Insgesamt wuchs die Nutzfläche des Standorts
um 3500 m 2 .
Dr. Peter Selders, CEO der Endress+Hauser
Gruppe: „Als Familienunternehmen denken
und handeln wir mit langfristiger Perspektive.
Wir streben nach nachhaltigem Erfolg.
Bild: Endress+Hauser
Der Neubau von Endress+Hauser Temperature+System
Products in Nesselwang (vorne
rechts im Bild) bietet eine Nutzfläche von
3500 m 2
Deshalb investieren wir kontinuierlich in
unser weltweites Netzwerk für Produktion
und Vertrieb.“
Powerhouse im Bereich Spezialschmierstoffe
KLÜBER LUBRICATION UND OKS BÜNDELN IHRE KRÄFTE
Bild: Klüber Lubrication
Dr. Wolfgang Sammer, Executive Vice President
Sales/Marketing Klüber Lubrication
und Diana Stirner, CEO OKS
Klüber Lubrication und OKS Spezialschmierstoffe werden künftig enger zusammenarbeiten.
Unter dem Dach der Freudenberg Chemical Specialities (FCS), einer
Tochtergesellschaft der Freudenberg Gruppe, sollen beide Unternehmen ihre
Kompetenzen in Vertrieb, Produktion sowie Forschung und Entwicklung
bündeln. Die Integration von OKS in die Strukturen von Klüber Lubrication erfolgt
zum 1. Januar 2026. „Unser Ziel ist es, unseren Kunden alles aus einer
Hand zu bieten“, sagt Dr. Wolfgang Sammer, Executive Vice President Sales/
Marketing bei Klüber Lubrication. „So profitieren sie von einem einheitlichen
Angebot und einer kontinuierlichen Betreuung.“ OKS-CEO Diana Stirner ergänzt:
„Die Kombination aus der Expertise von OKS im Technischen Handel
und der globalen Stärke von Klüber schafft neue Wachstumschancen weltweit.“
Gemeinsam blicken Klüber und OKS auf fast 150 Jahre Schmierstofferfahrung
zurück. Zusammen beschäftigen sie mehr als 2600 Mitarbeiter, erwirtschaften
über eine Milliarde Euro Umsatz und sind in fast 100 Ländern aktiv.
Herstellung
von Getränken
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dei 06-2025 7
dei
VERPACKEN, KENNZEICHNEN
Bilder: Henkel
Faserbasierte Verpackungsmaterialien auf dem Prüfstand
Recyclingfähigkeit ist
kein Zufallsprodukt
Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung PPWR geraten Unternehmen zunehmend
unter Druck. Doch bei Verpackungsmaterialien gilt: „Nachhaltig“ heißt nicht automatisch
„recyclingfähig“. Philippe Blank, Head of Circular Economy bei Henkel, spricht
darüber, wie sich Recyclingfähigkeit in der Praxis sicherstellen lässt.
Herr Blank, die EU-Verpackungsverordnung PPWR sorgt aktuell
in der Branche für viel Bewegung. Was bedeutet sie konkret für
Unternehmen?
Philippe Blank: Recyclingfähigkeit ist längst kein reines Umweltargument
mehr – was früher ein freiwilliges Nachhaltigkeitsziel war,
wird jetzt zur Pflicht. Die PPWR der EU setzt klare Vorgaben: Verpackungen
werden in Recyclingfähigkeitsklassen (A, B, C) eingeteilt.
Ab 2030 dürfen nur noch solche Verpackungen in Verkehr gebracht
werden, die zu mindestens 70 % recyclingfähig sind. Bis 2038 steigt
diese Anforderung auf 80 %.
Noch ist allerdings nicht eindeutig definiert, wie diese Prozentsätze
genau ermittelt werden. Das sorgt verständlicherweise für Unsicherheit
in der Industrie. Aber eines ist klar: Wer sich frühzeitig mit diesen
Anforderungen auseinandersetzt, vermeidet nicht nur regulatorische
Risiken, sondern kann sich auch einen Marktvorteil sichern.
Neben den gesetzlichen Vorgaben wächst auch der Druck aus der
Wirtschaft selbst. Wie spüren Sie das?
Blank: Ganz deutlich. Große Handelsunternehmen wie DM, Aldi
oder Tesco haben eigene Anforderungen an die Recyclingfähigkeit
eingeführt. Gleichzeitig honoriert auch der Kapitalmarkt nachhaltige
Verpackungslösungen: Unternehmen mit hoher Recyclingfähigkeit
verbessern ihr ESG-Rating, erleichtern sich den Zugang zu Investitionen
und werden für Verbraucher attraktiver, die sich bewusst
für nachhaltige Produkte entscheiden.
Im Zuge dessen gewinnen vor allem faserbasierte Verpackungen an
Bedeutung. Halten diese ihr Versprechen?
Blank: Die Kreislaufwirtschaft ist zum Leitgedanken einer nachhaltigeren
Verpackungsindustrie geworden, in der vor allem faserbasierte
Verpackungen wie Papier, Karton und Pappe an Bedeutung
gewinnen. Sie sind biobasiert, weit verbreitet und weisen hohe
Recyclingquoten auf, sind aber nicht per se die optimale Lösung.
Fehlende Barriereeigenschaften, etwa gegen Feuchtigkeit, Fett
oder Sauerstoff, schränken ihre Einsatzmöglichkeiten ein, und Materialkombinationen
wie Kunststoff- oder Aluminiumbeschichtun-
8 dei 06-2025
Im Henkel Packaging Recyclab, dem hauseigenen Prüflabor für faserbasierte Packmittel in Düsseldorf, wird die Recyclingfähigkeit von Klebstoffen und Beschichtungen
unter Laborbedingungen getestet
gen, die für den Produktschutz notwendig sind, können die Recyclingfähigkeit
vermindern. Unternehmen stehen vor der Herausforderung,
Verpackungslösungen zu finden, die sowohl praktikabel
sind als auch den steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen
der EU entsprechen.
Trotzdem scheint es eine Lücke zwischen Theorie und Praxis zu
geben. Warum ist das so schwierig?
Blank: Weil Recyclingfähigkeit nicht nur auf dem Papier funktionieren
darf – sie muss den Realitätstest bestehen. Es nützt nichts, wenn
theoretisch recycelbare Verpackungen in der Praxis im falschen Recyclingpfad
landen oder vom Verbraucher falsch entsorgt werden.
Deshalb ist es unsere Aufgabe als Hersteller, Verpackungen so zu gestalten,
dass sie mit den bestehenden Recyclingverfahren kompatibel
sind. Und genau hier spielen Klebstoffe und Beschichtungen eine
entscheidende Rolle.
Inwiefern?
Blank: Klebstoffe und Beschichtungen sind unverzichtbare Bestandteile
moderner Verpackungen. Sie sorgen für Stabilität, reduzieren
das Materialgewicht und verleihen vor allem faserbasierten Verpackungen
wichtige Barriereeigenschaften gegen Feuchtigkeit, Fett
oder Sauerstoff. Doch was für den Produktschutz gut ist, kann im
Recyclingprozess zum Problem werden. Manche herkömmlichen
Klebstoffe und Beschichtungen lassen sich nur schwer von den Papierfasern
trennen. Eine Kunststofffolie oder Aluminiumschicht verbessert
zwar die funktionellen Eigenschaften einer Verpackung,
kann aber verhindern, dass sich die Papierfasern beim Recycling
vollständig auflösen. Recyclingfähigkeit ist also kein Zufallsprodukt
– sie muss von Anfang an gezielt mitgedacht und geprüft werden.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, arbeiten wir bei Henkel
Adhesive Technologies gezielt an recyclingfähigen Klebstoffen und
Beschichtungen, die Schutz und Stabilität bieten, ohne die Faserausbeute
im Recycling zu beeinträchtigen. Mit speziellen Formulierungen
können funktionale Schichten erzeugt werden, die sich in den
weiteren Prozessschritten des Papierrecyclings leichter entfernen
Ein wichtiger Verarbeitungsschritt bei der Bewertung der Recyclingfähigkeit
von faserbasierten Verpackungen ist die Auflösung des ofengetrockneten
Probenmaterials in Leitungswasser
lassen oder sich so unauffällig verhalten, dass sie die Produktqualität
des recycelten Papiers nicht negativ beeinflussen.
Wie stellen Sie sicher, dass diese Materialien tatsächlich recyclingfähig
sind?
Blank: Im Henkel Packaging Recyclab – unserem hauseigenen
Prüflabor in Düsseldorf – wird die Recyclingfähigkeit der Formulierungen
unter Laborbedingungen getestet. So können wir entwicklungsbegleitend
gezielt weiterentwickeln und sicherstellen,
dass unsere Materialien auch realistisch recycelt werden können.
Dabei arbeiten wir mit verschiedenen Prüfprotokollen. In Europa
hat sich zum Beispiel das Cepi/4evergreen-Prüfprotokoll etabliert,
das eine maximale Ausschussquote von 20 % vorgibt. Daneben
gibt es die CHI-Prüfmethode, die von dem unabhängigen Institut
dei 06-2025 9
dei
VERPACKEN, KENNZEICHNEN
Im ersten Schritt des Prüfverfahrens zur Recyclingfähigkeit werden drei mal drei Zentimeter große Quadrate aus dem faserbasierten Probenmaterial
ausgeschnitten
cyclos-HTP (CHI) entwickelt wurde. Diese geht einen Schritt weiter,
indem sie zusätzlich die Sortierfähigkeit der Verpackung prüft
und weitere Zerfaserungszeiten analysiert. Durch unsere Kooperation
mit CHI können wir Verpackungen bei uns im Labor nach
beiden Methoden prüfen lassen. Dazu wird von CHI ein unabhängiger,
vereidigter Sachverständiger eingesetzt, der dieser Zertifizierung
Rechtsgültigkeit verleiht.
„Bei faserbasierten Verpackungsmaterialien
heißt nachhaltig nicht automatisch auch
recyclingfähig.“
Wie wichtig ist die Prüfung der Recyclingfähigkeit schon in der
Entwicklungsphase?
Blank: Extrem wichtig. Schon in der frühen Entwicklungsphase entscheidet
sich, welche Materialien, Klebstoffe und Beschichtungen
verwendet werden – und ob diese später das Recycling behindern.
Deswegen setzen wir auf Schnelltests, die früh Hinweise geben, ob
eine Verpackung die regulatorischen Anforderungen erfüllen wird.
Nachhaltige Verpackungen entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis
einer durchdachten Strategie, die bereits beim Design beginnt
– Stichwort Design-for-Recycling.
Was bedeutet das für Verpackungshersteller konkret?
Blank: Nachhaltigkeit beginnt beim Design. Wenn schon in der Entwicklung
sichergestellt wird, dass eine Verpackung nach Gebrauch
wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden kann, steigt die
Wahrscheinlichkeit, dass sie gesetzliche und infrastrukturelle Anforderungen
erfüllt. Voraussetzung dafür ist ein enger Austausch zwischen
allen Akteuren – von Verpackungsherstellern über Markenartikler
bis zu Recyclingunternehmen. Nur gemeinsam können wir
Lösungen entwickeln, die praktikabel und wirklich nachhaltig sind.
Gleichzeitig treiben wir bei Henkel die Forschung und Entwicklung
neuer Materialien voran, um nachhaltige Verpackungslösungen weiter
zu optimieren. Barriereschichten, die Kunststofffolien ersetzen,
und Klebstoffe werden kontinuierlich weiterentwickelt, um sie im
Recyclingprozess leichter austragen zu können.
Ihr Fazit: Wie sieht die Zukunft der Verpackungsindustrie aus?
Blank: Der Druck zur Veränderung wächst – und die Zukunft der
Verpackungsindustrie ist untrennbar mit der Recyclingfähigkeit ihrer
Produkte verbunden. Verpackungen, die sich nicht recyceln lassen,
werden vom Markt verdrängt – durch Gesetze, durch den Handel
oder durch die steigenden Erwartungen der Verbraucher. Unternehmen,
die sich frühzeitig mit der PPWR und den Prinzipien des
Design-for-Recycling auseinandersetzen, sichern sich klare Wettbewerbsvorteile.
Gleichzeitig vermeiden sie langfristig Risiken wie
Strafzahlungen oder regulatorisch getriebene Marktverbote. Die Zusammenarbeit
mit spezialisierten Prüflaboren wie unserem Henkel
Packaging Recyclab oder mit cyclos-HTP (CHI) ist ein wichtiger
Schritt, um Verpackungen nach anerkannten Standards zu prüfen
und gezielt zu optimieren.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Henkel
DANIELA HELD
Redakteurin
10 dei 06-2025
Dezentrale Antriebselektronik
Bild: Nürnbergmesse/Thomas Geiger
Bild: Nord Drivesystems
Drei Tage voller Inspirationen, Innovationen
und Austausch über Verfahrenstechnik und
Prozesse sowie Verpackungstechnik und Verpackungsmaterialien.
Die Powtech-Technopharm
und Fachpack brachten im Messezentrum
Nürnberg rund 72 000 Menschen,
zusammen. Zahlreiche Aussteller präsentierten
Lösungen, die beide Welten verbinden.
An den Messeständen und im Rahmenprogramm
der Fachpack tauschte sich die Community
über Trends und Innovationen aus
und diskutierte wichtige Fragen rund um
Kreislaufwirtschaft, Regularien, Automatisierung,
Digitalisierung und KI. Der internationale
Anteil der Gäste lag bei 37 %. Für
Praxiswissen aus erster Hand für die Pulverund
Schüttgut-Community sorgte die
Powtech-Technopharm mit ihrem vielseitigen
Rahmenprogramm. In diesem Jahr erneut
ein besonderes Highlight: der Wissenschaftskongress
Partec mit rund 500 Teilnehmern
und hochkarätigen Lectures zur
Partikeltechnologie.
Die nächste Powtech-Technopharm findet
vom 29.09. bis 1.10.2026 im Messezentrum
Nürnberg statt, die nächste Fachpack
vom 21. bis 23. September 2027.
Im End-of-Line-Packaging bieten die dezentralen Antriebslösungen
von Nord Drivesystems mit Asynchronmotoren
eine schlanke Alternative, da sie die Installationszeit
verkürzen, Platz im Schaltschrank sparen und
die Gesamtkosten senken. Im Bereich der Zuführung
und des Handlings von Verpackungsmaschinen überzeugen
zum Beispiel die dezentralen Frequenzumrichter
Nordac On/On+ durch kompakte Bauweise und besondere
Zuverlässigkeit. Sie zeichnen sich durch eine SPS-
Funktionalität für antriebsnahe Funktionen (PLC onboard)
sowie ein integriertes Ethernet-Interface aus. Profinet,
Ethernet IP und Ethercat sind per Parameter umstellbar.
Mit ihrer Plug-and-Play-Funktionalität reduzieren
die smarten Umrichter den Verkabelungsaufwand
erheblich und bieten eine kompakte und wirtschaftliche
Lösung für moderne Produktionsumgebungen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Nord Drivesystems
High-End-Tunnelmetalldetektor
Die Intuity Nex von Sesotec
steht für ein Spulenkonzept der
Tunnelmetalldetektoren mit optimierter
Gehäusekonstruktion
für höchste Hygieneanforderungen
und der Einhaltung der
Schutzart IP 66/69K. In Kombination
mit dem neuen kapazitiven
Touchscreen und der intuitiven
Insight.HMI-Benutzeroberfläche
ergibt sich ein besonders
benutzerfreundliches, zukunftsorientiertes
System: Mit Gestensteuerung
und Remote-Visualisierung.
Die neue Multisimultan
Quattro Frequenz-Technologie
mit vier parallel arbeitenden
Suchfrequenzen sowie die weiterentwickelte
KI-basierte
Think-Technologie sorgen für
eine noch höhere Detektionsgenauigkeit.
Auch bezüglich der
Integration in bestehende Linien
verspricht die Intuity Nex maximale
Flexibilität – einfach und
schnell über Schnittstellen wie
OPC-UA, MQTT oder Rest-API.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Sesotec
Bild: Sesotec
dei 06-2025 11
dei
MESSENACHLESE
Riegelpacken auf kleinstem Raum
Greifsysteme für automatisierte Prozesse
Bild: Schmalz
Auf der Fachpack präsentierte
Schmalz verschiedene Greifsysteme
für die Lebensmittel- und
Verpackungsindustrie. Die Vakuum-Flächengreifsysteme
FA-X
und FA-M bewegen Kartons,
Beutel und Dosen flexibel – mit
integrierter oder externer Vakuumerzeugung.
Ein Düsensystem
spart bis zu 80 % Energie, der
Dichtschaum lässt sich schnell
wechseln, und smarte Varianten
liefern Prozessdaten direkt aufs
Display oder per App. Für empfindliche
Produkte bietet der
Fingergreifer mGrip ein hygienisches,
leicht konfigurierbares
System, das flache, runde oder
unförmige Lebensmittel zuverlässig
greift – vom Croissant bis
zum Hähnchenschenkel. Der Unterschubgreifer
sorgt für sicheres
Palettieren offener Boxen und
fragiler Verpackungen, sowohl
horizontal als auch vertikal, mit
Traglasten bis 25 kg. Alle Systeme
kombinieren Effizienz, Flexibilität
und Produktschutz, optimiert
für automatisierte Pick-and-Place-
und End-of-Line-Prozesse.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Schmalz
Der auf der Fachpack ausgestellte
Lightline-Kartonierer war am
Stand als Riegelpacker zu sehen.
Dank einbahnigem A3-Aufrichter
mit Vertikalmagazin spart die
Maschine deutlich an Fläche,
ohne Kompromisse bei der Leistung
einzugehen. Bis zu 4000
Zuschnitte passen in das von
Schubert neu entwickelte Vertikalmagazin
des Kartonierers, sodass
die Anlage 60 Minuten ununterbrochen
laufen kann. Das
einbahnige A3-Aufrichteaggregat
zeigte Schubert zusätzlich in
Form des tog.101 erstmals als
eigenständige Maschineneinheit:
Der zu 100 % standardisierte
Schachtelaufrichter
tog.101 kann in unterschiedlichen
Verpackungsanlagen dabei
Vielseitige Komplettlinien
Bild: Schubert
die hohe Leistung von bis zu 60
Schachteln pro Minute gewährleisten.
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Suchwort: Schubert
Lineartechnik für die Verpackungsindustrie
Auf der Fachpack präsentierte
Bosch Rexroth sein breites Lineartechnik-Portfolio
für die Verpackungsindustrie
– von kompakten
Miniaturführungen bis
zu Schwerlastachsen für die Palettierung.
Alle Systeme sind skalierbar,
wartungsarm und auf
Langlebigkeit ausgelegt. Im Mittelpunkt
standen die vielseitige
Linearführung BSCL (Ball Rail
System Compact Line), elektromechanische
Achsen sowie
Bild: Bosch Rexroth
energieeffiziente Alternativen zu
Pneumatikzylindern. Dank standardisierter
Bauformen und digitaler
eTools lassen sich die
Komponenten schnell auswählen,
auslegen und integrieren.
Für jede Umgebung – ob Reinraum,
Lebensmittelproduktion
oder staubige Kartonverpackung
– stehen passende Varianten in
Edelstahl, Food-Grade oder mit
speziellen Schmierungen bereit.
Mit langen Schmierintervallen
bis zur Lebensdauerschmierung
senken die Systeme die Gesamtbetriebskosten
deutlich. So unterstützt
Bosch Rexroth den Maschinen-
und Anlagenbau dabei,
lineare Bewegungen effizient,
präzise und wirtschaftlich umzusetzen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Bosch Rexroth
Weber präsentierte auf der Fachpack eine leistungsstarke
Komplettlinie, die Slicer, Thermoformer und Querbahn-Etikettierer
integriert und speziell auf Lebensmittelhersteller
mit breitem Produktsortiment zugeschnitten
ist. Die Linie verarbeitet sowohl Frischfleisch
wie marinierte Steaks als auch mehrspurige Kaliberware
wie Brüh- und Rohwurst – wirtschaftlich von kleinen
Chargen bis zu mittleren und hohen Leistungen.
Ein zentrales Merkmal ist die Skin-Verpackung, die für
attraktive Produktpräsentation sorgt. Dank der we-
Pack 4000 lassen sich Skin-Packungen ohne spezielle
Maschinenkonfiguration realisieren, während gleichzeitig
andere Verpackungsarten auf derselben Linie
möglich bleiben. Hersteller profitieren so von maximaler
Flexibilität, geringeren Investitionskosten und
reduziertem Wartungsaufwand, ohne Kompromisse bei
Produktqualität oder Produktionsleistung eingehen zu
müssen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Weber
Bild: Weber
12 dei 06-2025
Alternative Proteine effizient zerkleinern
Die Nachfrage nach alternativen
Proteinquellen steigt – und mit
ihr die Anforderungen an präzise
Verfahrenstechnik. Bauermeister
entwickelt Zerkleinerungslösungen,
die pflanzliche Rohstoffe
wie Soja, Ackerbohnen oder
Lupine effizient aufbereiten und
so die Grundlage für Fleischalternativen,
Proteinanreicherung
oder das Upcycling pflanzlicher
Nebenströme schaffen. Auf der
Powtech-Technopharm zeigte
das Unternehmen sein Knowhow
für Food Ingredients und
Präzisionsfermentation. Durch
systematische Prozessentwicklung
und umfangreiche Vorversuche
im hauseigenen Technology-Center
entstehen maßgeschneiderte
Mahlprozesse mit
optimaler Partikelgrößenverteilung,
Durchsatz und Energieeffizienz.
Flexible, zweistufige Anla-
Bild: Bauermeister
genkonzepte – etwa mit der
sieblosen Spaltmühle GM und
optionalem Windsichter – ermöglichen
fein abgestimmte Ergebnisse
bei geringem Verschleiß.
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Suchwort: Bauermeister
Aluminium-Stanzdeckel
mit Trinkfunktion
Mit integrierter Trinkfunktion
und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten
überzeugt Comforlid in
Sachen Komfort und Umweltverträglichkeit.
Die Aluminiumdeckel-Lösung
vereint Hygiene,
Recyclingfähigkeit und eine
deutlich reduzierte CO 2 -Bilanz.
Entwickelt mit Blick auf die Bedürfnisse
der Verbraucher ersetzt
Comforlid herkömmliche
Kunststoffdeckel – ohne Kompromisse
bei der Benutzerfreundlichkeit
zu machen und
mit verbessertem ökologischem
Fußabdruck. Die optimierte Materialzusammensetzung
ermöglicht
eine vollständige Recyclingfähigkeit
über bestehende
Sammel- und Verwertungssysteme.
In Kürze startet zudem die
Produktion mit Low Carbon
Aluminum, wodurch die Treibhausgasemissionen
um bis zu
43 % gesenkt werden können.
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Suchwort: Constantia
Bild: Constantia
Wie gut ist das denn!
Effizient verarbeitet. Nachhaltig verpackt.
Gehen Sie auf Nummer sicher, damit die Qualität und Wirtschaftlichkeit Ihrer Käseprodukte
stimmt. Mit ganzheitlichen Verarbeitungs- und Verpackungslösungen, die individuellen
Mehrwert bieten. Alles so individuell automatisiert und digital vernetzt, wie Sie es wünschen.
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· Kennzeichnen · Prüfen · Kartonieren
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dei 06-2025 13
dei
MESSENACHLESE
Schraubenverdichter-Baureihe erweitert
Aerzen baut seine erfolgreiche
Delta Screw-Baureihe weiter
aus: Mit dem neuen Modell
VM 200 erweitert der Hersteller
das Portfolio auf zwölf Baugrößen
und erschließt damit den
oberen Volumenstrombereich
von 3500 bis 12 200 m 3 /h bei
Differenzdrücken bis 3,5 bar.
Der VM 200 überzeugt durch
hohe Energieeffizienz, kompakte
Bauweise und nachhaltige Technologie
– vollständig öl- und
PFAS-frei nach ISO 8573-1,
Klasse 0. Die horizontale Anordnung
des Druckschalldämpfers
spart Platz, während der Verzicht
auf beschichtete Rotoren zusätzliche
Prozesssicherheit bietet.
Verschiedene Konfigurationsop-
tionen und umfangreiches Zubehör
ermöglichen eine flexible
Anpassung an individuelle Anwendungen.
Für Überwachung
und Steuerung sorgt die integrierte
AERtronic-Software, die
Betriebsdaten wie Druck und
Bild: Aerzen
Temperatur in Echtzeit erfasst.
Dank optimierter Effizienz und
geringem Wartungsaufwand sinken
Energie- und Betriebskosten
deutlich.
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Suchwort: Aerzen
TOP
PRODUKT
DES JAHRES 2025
ABSTIMMEN & GEWINNEN
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Welches ist Ihr Top- Produkt des Jahres 2025?
In den vergangenen zwölf Monaten haben wir Ihnen,
liebe Leserinnen und Leser, jeden Monat vier unserer
Ansicht nach besonders innovative Produkte vorgeschlagen.
Aus dieser Auswahl haben Sie jeweils ein Produkt
zum „Top-Produkt des Monats“ bestimmt. Jetzt haben
Sie die Möglichkeit, aus diesen zwölf Monatssiegern das
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Für die Abstimmung ist auf www.prozesstechnik-on
line.de eine Sonderseite frei geschaltet. Machen Sie mit
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Schweizer Taschenmesser
14 dei 06-2025
dei
ADVERTORIAL
Moderne Tiernahrung
Effizient dispergiert
Proteine, Vitamine, essenzielle Aminosäuren oder Gelbildner: Bei der Herstellung
von Tiernahrung müssen unterschiedlichste Pulverstoffe verarbeitet werden.
Mit Technologien von ystral lassen sich selbst anspruchsvollste Pulver homogen in
Flüssigkeiten dispergieren. Schaumfrei, agglomeratfrei und mit maximaler
Prozesssicherheit.
Um eine optimale Produktqualität zu erreichen,
müssen im Pulver vorhandene Agglomerate
sofort beim Eintrag in die Flüssigkeit
vollständig aufgebrochen und die Bildung
neuer Agglomerate von vorneherein vermieden
werden. Bei konventionellen Rührwerken
kommen die Partikel jedoch immer als
kompakte Schüttung mit der Flüssigkeit in
Kontakt. Das führt zu stabilen teilbenetzten
Agglomeraten, die nur noch schwer abgebaut
werden können.
Die Pulverbenetzungs- und Dispergier -
maschine Conti-TDS von ystral nutzt zur
Separierung der Pulverpartikel das Prinzip
der Vakuumexpansion: Hierbei wird die im
Pulver enthaltene Luft um ein Vielfaches
expandiert, wodurch sich die Abstände
zwischen den Partikeln enorm vergrößern.
Die Partikel werden ohne zusätzliche Luft
vereinzelt und fluidisiert. Pulver und
Flüssigkeit kommen erst in der Benetzungskammer
miteinander in Kontakt, unter
maximalem Vakuum und maximaler Turbulenz.
In der Dispergierzone haben die
Pulverpartikel den größtmöglichen Abstand
zueinander und können so vollständig einzeln
benetzt und dispergiert werden. Die
zuvor im Pulver enthaltene Luft wird durch
die Zentrifugalwirkung des schnell laufenden
Rotors von der wesentlich schwereren
Dispersion abgetrennt und koalesziert zu
großen Luftblasen, die im Prozessbehälter
leicht entweichen können. Auf diese Weise
wird der bei vielen Pulverstoffen normalerweise
auftretende Schaum nahezu vollständig
vermieden.
Anwendungsbeispiele
Eine herausfordernde Anwendung in der
Produktion von Tiernahrung ist die Ver -
arbeitung von sprühgetrockneten Hämoglobinzellen,
die als tierische Proteinquelle
in Katzen- oder Hundefutter verwendet
werden. Wird dieses Blutzellpulver mit
konventioneller Rührtechnik in Flüssigkeit
eingemischt, schäumt und klebt es sehr
stark, mit der Conti-TDS lässt sich dieser
Rezepturbestandteil hingegen problemlos
verarbeiten.
Carotinoide, die im Hühnerfutter für ein
intensiv goldenes Eigelb, im Lachsfutter für
einen satten Rotton des Fleisches sorgen,
sind stark agglomeriert. Zudem können
Carotinoide – ähnlich wie manche Vitamine
– leicht explosionsfähige Staubwolken
bilden. Mit TDS-Systemen von ystral werden
diese Pulver staubfrei und sicher in die
Flüssigkeit eingesaugt und agglomeratfrei
dispergiert. Sie sind unlöslich in Wasser,
werden deshalb in pflanzlichen Ölen gelöst
und in die Futtermischung emulgiert.
www.ystral.com
Bild:ystral
Die Pulverbenetzungs- und Dispergiermaschine YSTRAL Conti-TDS sorgt für
gleichbleibende Qualität, eine optimale Nährstoffverteilung und höchste Effizienz in der
Tiernahrungsproduktion.
dei 06-2025 15
dei
VERPACKEN, KENNZEICHNEN
Flossen raus
Flexibles Bestücken von
Displayschachteln
Schokolade können viele. Die wenigsten Hersteller haben sich aber wohl gefragt,
wie eine Tafel aussehen muss, die nicht nur schmeckt, sondern auch in freizeittauglichem
Format daherkommt. Gut für Ritter, gelang dem Unternehmen dank quadratischem
Produkt doch ab 1932 ein brillanter strategischer Coup. Fit für den Handel
macht die beliebte Schokolade eine Displayverpackung, die auf TLM-Maschinen von
Schubert entsteht.
Kreative Slogans begegnen Verbrauchern
auf Schritt und Tritt im öffentlichen Raum.
„Esst mehr Grünzeug“ oder „Gute Zutaten
sind ein Mousse“ – mit Wortwitz macht
Deutschlands wohl bekannteste Schokoladenmarke
Ritter Sport von sich reden. Und
das nicht erst seit heute: Mit „Quadratisch.
Praktisch. Gut“ entwickelte Ritter Sport bereits
1970 einen markanten Werbespruch,
der seitdem auf der Rückseite der Primärverpackung
steht.
Bis zu 13 Tafeln fasst eine
Displayverpackung, je nach
Tafeldicke
Vielseitige Displayschachteln
Beim Griff ins Regal nicht so auffällig, aber
dennoch verkaufsrelevant sind die Displayschachteln
für den Handel. Darin präsentiert
die quadratische Schokolade stehend ihre
schicke Vorderseite, die mal leuchtend rot,
mal tiefblau oder in Mintgrün auf sich aufmerksam
macht – je nachdem, welche Sorte
in ihr steckt. Aus rund 40 Geschmacksrichtungen
können Fans der Schokolade aus
Waldenbuch bei Stuttgart wählen. Doch
Bilder: Schubert
nicht nur das: Je nach Sorte stehen unterschiedlich
viele Produkte in den Verkaufsschachteln,
von denen es bei Ritter Sport
genau ein Format für die 100 g-Tafel gibt.
Eine Tafel „Voll-Nuss“ ist deutlich dicker als
beispielsweise „Marzipan“, sodass zwischen
zehn und 13 Tafeln in die Regalverpackung
passen. Die sogenannten Flossen – die beiden
gesiegelten Bereiche des Schlauchbeutels
– zeigen dabei nach außen. Ganz schön
viele Anforderungen für ein zentrales Packmittel,
weshalb Ritter dazu auf Spitzentechnologie
setzt. Wie die Schokolade kommt
diese aus Baden-Württemberg.
Die Rede ist vom Verpackungsmaschinenhersteller
Schubert, mit dem Ritter seit vielen
Jahren zusammenarbeitet. Vor 22 Jahren
lieferte das Unternehmen aus Crailsheim
zwei Pickerlinien nach Reichenbach an der
Fils, wo Ritter ausschließlich konfektioniert.
Nach fast einem Vierteljahrhundert musste
neue Technologie her. Zum einen aus Altersgründen,
zum anderen, weil geänderte Anforderungen
an die Verpackung neue Technologien
erforderten, um weiterhin flexibel,
effizient und ausfallsicher zu produzieren.
„Wir wollten uns breiter aufstellen, um
die Produktion am Laufen zu halten und
mehrere Sorten parallel in Displayschachteln
zu verpacken – ohne Werkzeugwechsel“, so
Marco Wleklinski, Projektleiter bei Ritter in
Reichenbach. Zwei Kartonierer für jeweils
330 Tafeln pro Minute sollten wieder aus
Crailsheim kommen. Denn nicht allein die
Reichenbacher Lösung hatte in nahezu einem
Vierteljahrhundert ganze Arbeit geleistet.
In Waldenbuch selbst verpackt Ritter
ebenfalls mit Maschinen von Schubert –
16 dei 06-2025
Ritter betreibt zwei identische TLM-Kartonierer zum Verpacken der
quadratischen Schokoladetafeln in Displayschachteln
Ein TLM-F2-Roboter nimmt jeweils zweimal die vollständige Anzahl an
Tafeln auf und dreht sie mit der Schrift nach vorne
und blieb mit der Entscheidung sich selbst
und dem Crailsheimer Unternehmen treu.
Durchblick dank Kamera
Für Schubert hieß es 2024 deshalb auf nach
Reichenbach. Mit dabei: TLM-Technologie,
die neben Robotertechnik und Transportsystemen
auch leistungsstarke Kameras umfasst.
Diese schauen sich die Tafeln am Einlauf genauer
an, und das aus gutem Grund. Die
erstverpackte Schokolade trifft in großen Versandschachteln
per E-Lkw aus Waldenbuch
ein und wird im Werk zu den Verpackungslinien
transportiert. Händisch aufgegeben, laufen
die Kartonsteigen in die Maschine ein,
damit Pick-and-Place-Roboter die darin befindlichen
Tafeln einzeln entnehmen. Doch
nicht immer kommt es direkt dazu: Transportbedingt
verrutschen Tafeln gelegentlich
oder fehlen; die betroffenen Schachteln werden
aussortiert, um die vorab programmierten
Prozesse nicht zu stören. Genau diese
Unregelmäßigkeiten erkennt die Kamera.
„Für uns bedeutet die kameragestützte Robotik
vor allem eins: effiziente, da störungsarme
Abläufe“, erläutert Wleklinski. Nur wenn
Anzahl und Lage der Tafeln in den Transportschachteln
stimmen, nehmen zwei Delta-Roboter
pro Linie ihre Arbeit auf: In hoher Geschwindigkeit
greifen sie jeweils fünf Tafeln
gleichzeitig aus den einbahnig einlaufenden
Kartonsteigen und legen sie auf ein Transportband
– mit den Flossen nach außen.
Gedrehte Tafeln
Über einen einbahnigen Zuführtransport
geht es weiter zur Gruppierkette, die jeweils
zwei Tafeln stehend zwischen zwei Mitnehmern
führt. Das Besondere daran: Prozessbedingt
stehen die Tafeln vorübergehend auf
einer Flosse – statt links und rechts der Verpackung
befinden sich die beiden Siegelnähte
oben und unten. Damit das nicht so
bleibt, dreht eine Kippeinheit sie um 90°.
So stehen sie wieder mit den Flossen nach
außen und mit der Schrift richtig orientiert,
bevor ein TLM-F2-gFüllroboter sie in aufgerichtete
Schachtelunterteile setzt. Zwischen
zehn und 13 Tafeln sollen in eine Schachtel.
Dazu programmiert Schubert die Anlage
entsprechend vor; Sensoren erfassen die
Produktzahlen laufend. Genau deshalb müssen
die Kartonsteigen am Einlauf korrekt
bestückt sein.
Wie bei Schubert üblich laufen die Faltprozesse
parallel ab: Entstapeln, Beleimen, Aufrichten
der Zuschnitte – alles Vorgänge, die
die beiden Linien fahren, während gleichzeitig
Tafeln inspizieret, gepickt und gruppiert
werden. Je nach Produkt schafft jede
Linie zwischen 25 und 33 Displayschachteln
pro Minute. So weit, so bekannt – wäre
da nicht eine weitere Anforderung, die sich
im Laufe des Projektes ergab.
Serialisierung sorgt für Sicherheit
Um Produktinformationen einzulesen und
verlässlich auf die Displayschachteln zu drucken,
fragte Ritter bei Schubert eine Serialisierungslösung
an – und erhielt umgehend
Unterstützung. Konkret ging es um zweierlei
Codes, mit denen Ritter jede 100-g-Tafel und
jede Schachtel identifizierbar macht – zum
Schutz vor Produktfälschungen. Zum einen
steht auf der Rückseite jeder verpackten Tafel
ein sogenannter 2D-Data-Matrix-Code. Die
an einen QR-Code erinnernde Kennzeichnung
bündelt beispielsweise Produktinformationen
wie Chargennummern, das Mindesthaltbarkeits-
und Herstellungsdatum.
Zum anderen kommt auf jede Schachtel eine
Serial Shipping Container-Nummer, kurz
SSCC, die sich aus allen Data-Matrix-Codes
der Einzeltafeln speist. So lässt sich verifizieren,
ob die Schachtel die Tafeln enthält, die sie
soll. Die SSCC-Nummer ist für die Lebensmittelsicherheit
unerlässlich, da sie im Falle von
Rückrufen eine präzise Identifikation der betroffenen
Chargen ermöglicht. „Dazu mussten
wir die 2D-Data-Matrix-Codes einlesen
und die SSCC-Nummern auf die Schachteln
drucken“, erläutert Wleklinski. Als Integrationspartner
stattete Schubert die beiden Linien
in Reichenbach mit der Technologie eines
Drittanbieters aus. „Das ging dank Anlagenkonzept
und Schuberts Expertise ganz flott.“
Spezielle Kameras und Drucker stellen nun sicher,
dass jede Tafel und jede Schachtel mit
Kennung auf den Markt kommt – und Verbraucherinnen
und Verbrauchern weit über
die Landesgrenzen hinaus erstklassigen Schokoladengenuss
beschert.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Schubert
AUTOR:
MARCUS
VOGELMANN,
Sales Account Manager,
Gerhard Schubert
dei 06-2025 17
dei
VERPACKEN, KENNZEICHNEN
Bilder: Multivac
Nachhaltigkeit und Effizienz bilden bei Verpackungsmaschinen keinen Widerspruch. Im
Gegenteil: Sie können sich sinnvoll ergänzen.
Alexander Hauschke arbeitet als Executive Vice President
Corporate Strategy bei Multivac
Nachhaltigkeit und Effizienz sind kein Widerspruch
Lebe lange und nachhaltig
Nachhaltig? Natürlich, aber bitte effizient! Geht das überhaupt bei Verpackungsprozessen?
„Ja“, sagt Alexander Hauschke, Executive Vice President Corporate Strategy
bei Multivac. Im dei-Interview erläutert er, wie sich Verpackungsprozesse ressourcenschonend
gestalten lassen und welche Rolle langlebige Maschinen dabei spielen.
Herr Hauschke, die EU-Verpackungsverordnung fordert, dass bis
2030 alle Verpackungen recycelbar sein müssen. Welche Bedeutung
hat dieses Ziel für die Branche?
Alexander Hauschke: Die Vorgaben der PPWR sind ein wichtiger
Treiber für den Wandel von einer linearen hin zu einer echten
Kreislaufwirtschaft. Verpackungen sollen künftig nicht nur schützen,
transportieren und informieren, sondern dabei auch möglichst
ressourcenschonend und vollständig recycelbar sein. Das betrifft alle
Akteure entlang der Wertschöpfungskette – von Rohstofflieferanten
über Maschinenbauer bis hin zu Lebensmittel- und Konsumgüterherstellern.
Für uns als Technologieanbieter bedeutet das, dass
wir unseren Kunden Lösungen an die Hand geben müssen, die sowohl
die Anforderungen an Produktschutz und Effizienz erfüllen als
auch die Nachhaltigkeit steigern.
Kritische Stimmen sagen, Effizienz und Nachhaltigkeit seien wie
Feuer und Wasser. Stimmen Sie dem zu?
Hauschke: Nein, überhaupt nicht. Es ist sogar eher das Gegenteil
der Fall. Sehen Sie, im Verpackungsprozess können geschickt eingesetzte
Technologien und Maschinenausstattungen, die auf Effizienz
ausgelegt sind, dazu beitragen, wertvolle Ressourcen zu schonen,
den Kunststoffanteil zu minimieren und die Recyclingfähigkeit der
Verpackung zu erhöhen. Wenn wir also weniger Material zur Verpackung
eines Lebensmittels einsetzen müssen, sparen wir nicht nur
Ressourcen, sondern vor allem Kosten. Wenn wir Energie effizienter
nutzen, entlasten wir die Umwelt und senken gleichzeitig die Betriebskosten.
Nachhaltige Verpackungstechnologien eröffnen somit
gerade auf der Kostenseite enorme Einsparpotenziale.
Gleichzeitig legen wir großen Wert auf die Langlebigkeit unserer
Maschinen: Verpackungsmaschinen sind Investitionsgüter, die oft
Jahrzehnte im Einsatz sind. Wenn sie flexibel und nachrüstbar sind,
lassen sich neue Anforderungen ohne Komplettaustausch erfüllen.
Und auch im eigenen Unternehmen schreiben wir Nachhaltigkeit
bei der Herstellung unserer Maschinen groß. Unser Kunde erhält
auf diese Weise in dreifacher Hinsicht Nachhaltigkeit.
Können Sie ein konkretes Beispiel für die von Ihnen angesprochenen
Technologien nennen, die Ressourcen einsparen?
Hauschke: Natürlich. Ein sehr gutes Beispiel sind unsere neuen Matrixheizsysteme
Pixelheat und Pixelseal, die wir in Kooperation mit
der Watttron GmbH anbieten. Die Heizsysteme können bei Tiefziehverpackungsmaschinen
aller Leistungsklassen zum Einsatz kommen
und ermöglichen eine Verpackungsherstellung mit bis zu 50 % weniger
Material. Erreicht wird dies bei Pixelheat durch individuell steuerbare
Heizpixel, die eine sehr gezielte Materialverteilung im Formprozess
der Tiefziehverpackungsmaschinen erlauben. Die präzise Temperaturregelung
sorgt dadurch für stabile Verpackungen aus dünneren
Folien. Gleichzeitig lassen sich bis zu 30 % Energie einsparen. Beim
Kontursiegelsystem Pixelseal sind es sogar bis zu 50 %. Das heißt: Mit
derselben Maschine können unsere Kunden ihre Verpackungen stabiler,
ressourcenschonender und energieeffizienter herstellen – und damit
einen doppelten Nachhaltigkeitseffekt erzielen.
18 dei 06-2025
Die neuen Matrixheizsysteme Pixelheat und Pixelseal sparen Material und Energie
Nachhaltige Verpackungslösungen sind auf dem Vormarsch.
Das zeigt auch die zurückliegende Fachpack ganz
deutlich.
Gibt es weitere Beispiele?
Hauschke: Ein anderes Beispiel ist unser Cooling@Packing-Verfahren.
Hiermit haben wir eine Lösung entwickelt, um Backwaren direkt
nach dem Ofen zu verpacken. Bislang mussten die Produkte
über Kühlspiralen oder -tunnel heruntergekühlt werden, weil sie
noch zu heiß waren. Jetzt können Baguettes, Kekse und vieles mehr
direkt in die Packungen der Tiefziehmaschine gelegt werden. Beim
Vakuumieren kühlen sie durch Verdunstung ihrer eigenen Feuchtigkeit
von etwa 95 auf 30 °C ab. Dadurch lässt sich nicht nur viel
Platz in der Produktion sparen, sondern auch der Energieverbrauch
sinkt deutlich.
Sie haben vorhin die Langlebigkeit der Maschinen erwähnt. Lassen
Sie uns diesen Punkt nochmal vertiefen. Wie wichtig ist sie im Zusammenhang
mit der Nachhaltigkeit?
Hauschke: Sie ist ein zentraler Aspekt der Nachhaltigkeit. Jede Maschine,
die länger betrieben werden kann, spart Ressourcen und Emissionen
ein, die ansonsten bei der Herstellung eines Neugeräts anfallen
würden. Wir setzen deshalb auf ein umfassendes Retrofit-Programm –
von einzelnen Komponenten bis zu kompletten Maschinenüberarbeitungen.
Neben standardisierten Modernisierungspaketen bieten wir
auch individuelle Nachrüstpakete, die gemeinsam mit Kunden entwickelt
werden. Zudem kaufen wir gebrauchte Anlagen von Kunden und
bringen sie wieder in den Markt. Nachrüstungen treffen bei unseren
„Maschinenausstattungen wie Pixelheat und
Pixelseal schonen wertvolle Ressourcen,
minimieren den Kunststoffanteil und erhöhen
die Recyclingfähigkeit der Verpackung.“
Kunden auf eine hohe Nachfrage: Die Zahl der Aufträge im Bereich
Retrofit ist drei- bis viermal höher als in der Auslieferung von Neumaschinen.
Das zeigt uns, dass Langlebigkeit und Nachrüstbarkeit in der
Industrie immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Individuelle Kundenlösungen erfordern intensive Beratung. Welche
Rolle spielt die Beratung bei nachhaltigen Verpackungslösungen?
Hauschke: Eine sehr große. Kunden stehen häufig vor der Frage:
Soll ich auf Monomaterial umstellen? Brauche ich ein neues Verpackungsdesign?
Wie wirkt sich das auf meine Prozesse aus? Hier verstehen
wir uns nicht nur als Maschinenbauer, sondern als Partner,
der gemeinsam mit den Kunden die beste Lösung entwickelt. Oft
geht es darum, den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung zu betrachten:
von der Materialwahl über den Energieverbrauch in der
Produktion bis hin zur Entsorgung und Wiederverwertung. Nur so
lassen sich die Nachhaltigkeitsziele auch wirklich erreichen.
Multivac lebt Nachhaltigkeit nicht nur in seinen Produkten, sondern
auch intern. Können Sie ein Beispiel nennen?
Hauschke: Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie.
Deshalb setzen wir in der Produktion zahlreiche
Maßnahmen um – zum Beispiel werden beim Fräsen entstehende
Aluminiumspäne brikettiert, Kühlschmierstoffe zurückgewonnen
und die Späne in einem geschlossenen Kreislauf wiederaufbereitet.
So reduzieren wir Materialverluste, Rohstoffbedarf und Umweltbelastung
– ein gutes Beispiel dafür, wie sich Effizienz und Ressourcenschonung
verbinden lassen.
Wie ist Ihr persönliches Fazit in Sachen Nachhaltigkeit?
Hauschke: Was wir in unserer täglichen Praxis erleben, ist, dass sich
Nachhaltigkeit und Effizienz nicht ausschließen, sondern sich sinnvoll
verbinden lassen. Ob durch technologische Innovationen, die
Ressourcen einsparen, oder durch die Optimierung ganzer Produktionsschritte
– moderne Verpackungstechnologien ermöglichen
neue Nachhaltigkeitspotenziale entlang der gesamten Prozesskette.
Und wir sehen auch, dass Nachhaltigkeit ein kontinuierlicher Prozess
ist. Für viele Betriebe sind langlebige Maschinen und umfassende
Retrofit-Angebote daher zentral für ein ressourcenschonendes
Wirtschaften. Diesen Weg wollen wir in Zukunft weiter aktiv mitgestalten.
Dabei sehen wir uns nicht nur als Maschinenbauer, sondern
auch als verantwortungsvoller Partner, dessen Expertise in den kommenden
Jahren gefragter denn je sein wird.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Multivac
DAS INTERVIEW FÜHRTE FÜR SIE:
DR. BERND RADEMACHER
Redakteur
dei 06-2025 19
dei
MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG
Supply-Chain-Lösungen für Gropper und Moers Frischeprodukte
Mehr Transparenz in der
Molkerei
Das Familienunternehmen Gropper und das in Nordrhein-Westfalen ansässige Joint
Venture Moers Frischeprodukte haben ihre IT zukunftssicher aufgestellt. Für effiziente
Produktionsprozesse, mehr Transparenz und als stabile Basis für dynamisches,
nachhaltiges Unternehmenswachstum kommen ifm-Supply-Chain-Lösungen zum
Einsatz.
Hochwertige Milchprodukte, aber auch
klassische Joghurts, Smoothies, Kaffeegetränke
und Direktsäfte, die bei fast allen Discountern
und Supermärkten im Regal stehen, haben
eine Gemeinsamkeit: Viele von ihnen
stammen aus dem Hause Gropper und dessen
Joint Venture Moers Frischeprodukte. Dieses
wurde 2018 gemeinsam von Dr. Oetker und
der Molkerei Gropper gegründet und hat
sich auf Frischeprodukte aus Milch und
Frucht wie Pudding, Fruchtgrütze oder Götterspeise
spezialisiert. Produziert wird für alle
Handelsmarken sowie für Markenhersteller,
darunter zum Beispiel Dr. Oetker. Gropper ist
bereits seit 1929 am Markt und bietet heute
zusammen mit Moers Frischeprodukte sämtliche
Dienstleistungen aus einer Hand: Von
der Produkt- und Verpackungsentwicklung
über die Produktion und Logistik bis hin
zum B2B. An den zwei Standorten Bissingen
und Moers werden jährlich etwa 580 Mio. kg
Milch verarbeitet, die knapp 1000 Milcherzeuger
zuliefern. Am Standort Stockach befindet
sich die Saftabfüllanlage.
Bilder: Gropper
Als Handelsmarkenspezialist produziert Gropper Milchprodukte, Direktsäfte und Smoothies für Handelsunternehmen in ganz Europa
20 dei 06-2025
Ventsislav Kerezov ist Supply Chain Manager
bei Gropper und Moers
Produktionsstandort Bissingen der Moers Frischegruppe
Herausforderungen mit IT meistern
Volatile Kundenbestellungen, Vorlaufzeiten
von maximal 24 h und leicht verderbliche
Produkte mit kurzen Haltbarkeiten bestimmen
den Alltag der Lebensmittelproduzenten.
Schwer prognostizierbare Abnahmemengen
sowie Engpässe bei Rohstoffen und
Verpackungsmaterialien erschweren zusätzlich
die Planung. Ventsislav Kerezov, Supply
Chain Manager bei Gropper und Moers, hat
noch weitere To-dos auf seiner Liste: „Unser
Portfolio und auch unser Volumen wachsen
kontinuierlich, entsprechend steigt die
Komplexität. Und genau das möchten wir
nicht mit mehr Manpower und ständigen
Lagererweiterungen auffangen, sondern
mithilfe von smarten Lösungen – sprich einer
verbesserten Systemunterstützung und
mehr Transparenz. Daher haben wir uns für
die SAP-basierte ifm-Supply-Chain-Software
entschieden.“
Die Softwarelösungen von ifm boten die
dringend notwendige Antwort auf zahlreiche
Herausforderungen, wie das Auskommen
mit derselben Lagerfläche bei wachsender
Produktionsmenge und den eigenen
Anspruch, sich stetig zu verbessern und
Marktführer zu sein. „Sowohl bei der Molkerei
Gropper als auch bei Moers Frischeprodukte
setzen wir die ifm-Supply-Chain-
Tools vollumfänglich ein. Damit decken wir
die gesamte Lieferkette von der Absatz- über
die Produktionsplanung bis hin zu Beschaffung
und Bestandsmanagement ab“, sagt
Kerezov. „Systemseitig sind wir momentan
noch unterschiedlich aufgestellt. Mit Supply
Chain Excellence und der GIB Suite bietet
ifm passende Lösungen für beide Systemlandschaften
an.“
Bestände um die Hälfte reduziert
Der erste Schritt war die Einführung der Beschaffungslösung.
Das Tool hat Gropper sofort
überzeugt, da die Anzahl der Artikel im
Einkauf und in der Disposition stetig wuchs.
Mittlerweile ist das komplette Bestellwesen
bei der Molkerei Gropper und Moers Frischeprodukte
darauf ausgelegt und wird in
Step 2 auch als Grundlage für die Produktionsplanung
genutzt, um alle relevanten Daten,
Vergangenheitswerte und zukünftigen
Bedarfe klar strukturiert und verlässlich parat
zu haben. Ein bereits erreichtes Ziel: In
der Materialwirtschaft bzw. im operativen
Einkauf wurden Bestände größen- und
wertmäßig in kürzester Zeit um die Hälfte
reduziert. „Insgesamt ist das ein tolles Ergebnis
mit vielen wichtigen Erfahrungswerten,
die uns helfen, unsere Prozesse weiter
zu optimieren und noch effizienter zu gestalten“,
fasst Kerezov zusammen.
Transparenz und Effizienz
Die Produktionsplanungslösung von ifm
wird erfolgreich im Live-Betrieb für die Fertigwarenplanung
verwendet und soll bald
auch in der Halbfertigproduktion Anwendung
finden. Der Mehrwert der Absatzplanungslösung
ist ebenfalls bereits klar erkennbar:
Wo früher mühsam mit Excel, Access
& Co. gearbeitet und Daten wöchentlich
oder sogar nur monatlich aktualisiert
wurden, stehen diese nun tagesaktuell und
live im System bereit. Die Bestandsmanagementlösung
befindet sich gerade im Rollout.
Ein Thema, das Ventsislav Kerezov und
sein Team täglich beschäftigt, ist das Verbessern
von Transparenz und Übersichtlichkeit.
„Hierfür liefert uns der Alert Monitor im
Beschaffungsumfeld tatkräftige Unterstützung“,
freut sich der Supply Chain Manager.
„Die Disponenten nutzen ihn jeden Tag und
finden so schnell heraus, wo Planänderungen
durch Unterdeckungen drohen und wo
wir rasch eingreifen müssen.“
Um die neuen Lösungen erfolgreich ein -
zuführen und schnellstmöglich Akzeptanz
bei den Endnutzern zu schaffen, setzte man
bei Gropper und Moers auf zwei Schulungsansätze:
Zum einen wurde das „Trainthe-Trainer-Prinzip“
angewandt, bei dem
eine kleine Gruppe gecoacht wird, die ihr
Know-how intern weitergibt. Zum anderen
fanden Schulungen für größere Mitarbeitergruppen
statt.
„Derzeit ziehen wir in Erwägung, zur Unterstützung
bei der Bestellabwicklung zukünftig
auch das Buying-Modul einzusetzen“,
berichtet Kerezov. Das Thema Künstliche
Intelligenz (KI) stünde ebenfalls auf der
Agenda – etwa in der Produktionsplanung.
Ein Stichwort ist hier die KI-basierte Lösung
Factory Optimization Excellence (FOX), die
eine Reihenfolgenplanung über alle Arbeitsplätze
und Aufträge hinweg ermöglicht.
Hier sei aber noch etwas Geduld gefragt.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: ifm
Halle 7A, Stand 302
AUTORIN:
SARAH MEIXNER
Fachjournalistin
dei 06-2025 21
dei
MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG
Digitales Typenschild auf Trennverstärkern und Messumformern
Alle Informationen
mit einem Scan
Wo lässt sich bei der Planung, Installation, im laufenden Betrieb oder bei Änderungen
und Audits die richtige und aktuelle Dokumentation für ein bestimmtes Gerät
finden? Durch das Scannen eines auf der Hardware als QR-Code aufgebrachten
digitalen Typenschilds werden alle relevanten Informationen schnell und einfach
bereitgestellt.
Das digitale Typenschild ist eng mit der Industrial
Digital Twin Association (IDTA) verbunden.
Phoenix Contact ist eines der Gründungsmitglieder
des eingetragenen Vereins.
Die IDTA hat das Ziel, die Asset Administration
Shell (AAS) – auch als Verwaltungsschale
bekannt – weltweit als Umsetzung des digitalen
Zwillings zu etablieren. Mit der internationalen
Standardisierung der AAS in der
IEC 63278 wurde bereits begonnen.
Darüber hinaus unterstützt Phoenix Contact
die Aktivitäten zur Norm IEC 61406, die
sich mit dem digitalen Typenschild beschäftigt,
das Informationen schnell und überall
in digitaler Form zur Verfügung stellt. Wie
genau sich das realisieren lässt, zeigt das
Beispiel der Trennverstärker und Messumformer
der Produktfamilien Mini Analog Pro
und MACX Analog von Phoenix Contact.
Stets auf dem aktuellen Stand
Auf den Geräten der beiden Baureihen befindet
sich ein QR-Code. Scannt der Anwender
den Code mit seinem Smart Device, werden
ihm sämtliche benötigten Informationen
zum jeweiligen Trennverstärker oder Messumformer
sofort angezeigt. Da die Geräte
meist eine Lebensdauer von über 20 Jahren
haben, ändern sich bestimmte Daten im Lauf
der Zeit. So werden beispielsweise Zulassungen
aktualisiert oder neu hinzugefügt sowie
technische Eigenschaften verbessert. Mithilfe
des digitalen Typenschilds erhält der Benutzer
Zugriff auf alle wichtigen Dokumente,
die für die Revision des Geräts gelten. Dazu
gehören das Datenblatt, die Packungsbeilage,
technische Zeichnungen, die Seriennummer
des Produkts sowie der gültige Stand von
dessen Hardware- und gegebenenfalls Firmware-Revision.
Der Anwender muss also
nicht mehr in Schränken, auf den Laufwerken
seines Computers oder auf der Homepage
des Herstellers nach den erforderlichen
Unterlagen fahnden. Aufgrund des deutlich
reduzierten Suchaufwands lassen sich Zeit,
Bilder: Phoenix Contact
Beim digitalen Typenschild wird der QR-Code mit einem Smartphone gescannt, um gerätespezifische Informationen abzurufen
22 dei 06-2025
Beim Temperaturmessumformer der Produktfamilie
MACX Analog ist der QR-Code
unten rechts auf der Geräteseite aufgebracht
Digitaler Zwilling eines Ventilsteuerbausteins der Produktfamilie Mini Analog Pro Ex
Geld und Ressourcen einsparen. Zudem wird
der Rohstoffverbrauch gesenkt und die Umwelt
geschont, weil die Dokumentation
nicht mehr ausgedruckt werden muss.
Auch Zusatzinformationen wie Anwenderhandbücher
oder Gerätezeichnungen sind
im digitalen Zwilling hinterlegt. Insbesondere
für Schaltschrankbauer erweist sich
dies als wichtig, denn die benötigten Daten
sind immer an dem Ort verfügbar, an dem
sich das entsprechende Gerät gerade befindet.
In Zukunft wird das digitale Typenschild
weitere Informationen, z. B. Zulassungen
für den Explosionsschutz, bereitstellen.
Ziel ist, sämtliche Dokumente und Informationen
zum Gerät dort zu deponieren.
Digitaler Produktpass wird Pflicht
Zukünftig wird der digitale Produktpass gesetzlich
verpflichtend sein. Daher zeigt sich
das digitale Typenschild als wertvolle Unterstützung,
das bereits verschiedene Inhalte
umfasst, die dort zum Tragen kommen. Ein
Anwendungsbeispiel visualisiert, wie Anwender
den QR-Code zur Erlangung von
Produktinformationen nutzen können. Wie
beschrieben, ist er auf dem Gerät lokalisiert
und muss lediglich mit einem Smart Device
eingescannt werden. Danach erfolgt eine
Verlinkung zum digitalen Zwilling des Temperaturmessumformers.
Dieser beinhaltet je
einen Link zur Asset ID und Asset Administration
Shell ID. Der Unterschied zwischen
beiden IDs liegt in ihrer Funktion und dem
Objekt, das sie identifizieren.
Die Asset ID wird verwendet, um das reale
Objekt – beispielsweise eine Maschine, einen
Sensor oder ein Softwaremodul – eindeutig
zu kennzeichnen. Dazu dient eine Seriennummer,
eine UUID oder ein URN. Die Asset
Administration Shell ID dient der Identifizierung
der AAS, die das Asset beschreibt. Sie
enthält strukturierte Informationen über das
Asset wie den Herstellernamen, die Produktbezeichnung,
Artikelnummer, Hardwareversion,
das Herstellungsdatum sowie die Seriennummer
und das Herkunftsland. Die Asset
Administration Shell ID ist zur unmissverständlichen
Adressierung der digitalen Repräsentation
notwendig – zum Beispiel in einem
Netzwerk, das aus Industrie-4.0-Komponenten
besteht. Die AAS umfasst also die
Asset ID als Referenz auf das reale Objekt,
während die Asset Administration Shell ID
zur Identifizierung der Verwaltungsschale
selbst fungiert. Auf diese Weise ergibt sich
eine klare Trennung zwischen dem Objekt
und seiner digitalen Beschreibung.
Informationen zum CO 2 -Fußabdruck
Im digitalen Zwilling stehen Dokumente
wie Datenblätter, Packungsbeilagen, Zeichnungen,
Pläne, Bescheinigungen oder Zertifikate
zum Gerät zur Verfügung. Der Anwender
kann sich die Informationen in verschiedenen
Sprachen als pdf herunterladen oder
am Bildschirm anzeigen lassen (Bild 6). Der
digitale Zwilling beinhaltet außerdem Links
auf die Homepage von Phoenix Contact –
und zwar zur AAS, dem digitale Typenschild,
der Dokumentation sowie den technischen
Daten (Bild 7). Darüber hinaus stehen Informationen
zum CO 2 -Fußabdruck bereit. Für
das Produkt Mini MCR-2-UI-UI-PT ist das
gemäß den Berechnungsmethoden aus der
ISO 14040 und ISO 14044 ein Wert von
8,202 kg. Dem Anwender liegen somit alle
Informationen zum Gerät vor.
Steuerung von Zugriffsrechten
Das digitale Typenschild steht noch am Anfang
seiner Entwicklung und wird fortlaufend
erweitert sowie optimiert. Phoenix
Contact unterstützt dies in den zuständigen
Organisationen. Der ZVEI hat beispielsweise
einen einheitlichen Standard für das digitale
Typenschild erarbeitet. Von der Industrial
Digital Twin Association (IDTA) wurden vor
Kurzem neue AAS Specifications veröffentlicht.
Dabei handelt es sich um den sogenannten
„Part 4: Security“, der die Implementierung
eines umfassenden, standardisierten
Access Control Model für die Verwaltungsschale
(AAS) ermöglicht. So können
die Zugriffsrechte auf die gesamten Inhalte
der AAS gesteuert werden. Zum Beispiel lassen
sich bestimmte sensible Daten lediglich
für ausgewählte Anwender freigeben. Im
Zuge der steigenden Anforderungen aus
dem Lieferkettengesetz, den RoHS-Richtlinien,
REACH oder dem Product Carbon Footprint
(PCF) erweist sich das digitale Typenschild
in Verbindung mit dem digitalen Produktpass
als deutliche Hilfestellung, um
Zeit, Geld und Ressourcen einzusparen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Phoenix Contact
Halle 9, Stand 310
AUTOR:
INGO GEEROMS
Produktmanager Interface
Signal Conditioning,
Industry Management and
Automation,
Phoenix Contact
dei 06-2025 23
dei
MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG
Bilder: Endress+Hauser
Kompakt, intuitiv bedienbar und nahtlos in bestehende Prozesse integrierbar
MESSTECHNIK FÜR DIE
MEIEREI BARMSTEDT
Genauigkeit, Hygiene und Prozesssicherheit zählen in der Milch verarbeitung
zu den entscheidenden Faktoren. Wie zudem Herausforderungen wie Platzmangel,
Schaumbildung, Kondensation oder wechselnde Reinigungsvorgänge
gemeistert werden können, zeigt die kompakte und intuitiv bedienbare
Messtechnik Compact Line in der Meierei Barmstedt.
24 dei 06-2025
Im Austausch über Kondensatbildung: Hinrich Köhncke (Meierei Barmstedt), Yannick Mangold und Jan Henrik Bernhardt
(Endress+Hauser) begutachten gemeinsam die Einbausituation vor Ort
Damit Produktionsprozesse zuverlässig und effizient ablaufen,
braucht es präzise Messtechnik. Sie steuert Füllstände in Lagertanks,
überwacht Drücke in Rohrleitungen, erkennt Grenzstände in
Zwischenbehältern und liefert zugleich die Grundlage für automatisierte
Reinigungsvorgänge. Darüber hinaus ist sie ein entscheidender
Faktor für Lebensmittelsicherheit, Energieeffizienz und die
Einhaltung gesetzlicher Vorgaben – von der Rückverfolgbarkeit bis
hin zu strengen Hygieneanforderungen. Um diese Anforderungen
bestmöglich zu erfüllen, hat Endress+Hauser mit der Compact
Line eine Gerätegeneration entwickelt, die speziell auf die Lebensmittel-
und Getränkeindustrie zugeschnitten ist. Kern der Lösung
sind drei kompakte Sensoren: der Micropilot FMR43 für die berührungslose
Füllstandmessung per Radar, der Liquiphant FTL43
für eine zuverlässige Grenzstanderkennung sowie der Cerabar
PMP43 zur präzisen Druck- und Füllstandserfassung. Alle Geräte
sind platzsparend konstruiert, hygienisch designt und für CIP- und
SIP-Reinigungen bei hohen Temperaturen ausgelegt. Mit EHEDGund
3-A-Zertifizierungen sowie der vollständigen Rückverfolgbarkeit
aller prozessberührenden Materialien erfüllen sie die hohen
Standards der Branche lückenlos.
Welchen Unterschied das in der Praxis macht, zeigt die Meierei
Barmstedt, das größte unabhängige Molkereiunternehmen
Schleswig-Holsteins. An ihren zwei Standorten in Barmstedt und
Neumünster verarbeitet sie täglich mehrere Millionen Liter
Rohmilch zu hochwertigen Produkten – von Schnittkäse und
Mozzarella über Butter bis hin zu Molkenpulver und Molkenerzeugnissen.
Doch die Bedingungen vor Ort sind anspruchsvoll: enge
Einbausituationen, hohe Luftfeuchtigkeit und starke Schaumbildung
erschwerten bislang nicht nur Installation und Inbetriebnahme,
sondern beeinträchtigten auch die Stabilität und Genauigkeit der
Messergebnisse. Der zusätzliche Aufwand für manuelle Kontrollen
sowie steigende Wartungskosten erhöhten zugleich das Risiko von
Prozessunterbrechungen. „Mit der Compact Line haben wir jetzt
eine Lösung, mit der wir zuverlässige Messwerte erreichen – selbst
bei Schaumbildung – und eine stabile Messung auch unter turbulenten
Bedingungen sicherstellen können“, sagt Hinrich Köhncke,
Projektmanagement Technik bei der Meierei Barmstedt.
Kompakte Sensoren, einheitliche Bedienung
In vielen Bereichen der Meierei Barmstedt sind die Platzverhältnisse
knapp: Rohrleitungen verlaufen dicht nebeneinander, Tanks stehen
in engen Reihen, Steuerungskomponenten müssen in bestehende
Schaltschränke passen. Genau hier spielt die Compact Line ihre Stärken
aus. Ihre Sensoren sind so kompakt gebaut, dass sie sich selbst
in kleinste Einbauräume integrieren lassen – oft ohne zusätzliche
Umbauten. Ihre Baugröße entspricht in etwa der eines Smartphones.
So ist der Micropilot FMR43 bereits seit mehreren Monaten in verschiedenen
Milchlagertanks im Einsatz. Mit seiner 180-GHz-Technologie
misst er den Füllstand mit einem besonders schmalen
Radarstrahl. Dadurch eignet er sich auch für enge Prozessanschlüsse.
Selbst in kleinen Tanks ab 10 cm bis hin zu Behältern mit 15 m
Höhe oder bei unruhigen oder turbulenten Oberflächen liefert das
Gerät stabile Messwerte.
Der Liquiphant FTL43 mit bewährter Vibroniktechnologie arbeitet
zuverlässig in allen pumpbaren Flüssigkeiten – ganz ohne Medienabgleich
– und überzeugt durch seine einfache Bedienung mit Plug
& Play-Funktionalität sowie vielfältige digitale Kommunikationsmöglichkeiten.
Er eignet sich ideal zur Grenzstanddetektion in Prozess-
und Lagertanks sowie in Rohrleitungen und deckt ein breites
Spektrum hygienischer Anwendungen ab, darunter die Füllstandserfassung
in schmalen Skids und Modulen, Trockenlaufschutz für
Pumpen, Überfüllsicherung in Prozesstanks sowie die Detektion
von Medien mit unterschiedlicher Dichte.
Der Cerabar PMP43 überwacht den Druck in Tanks, Rohrleitungen
und Pumpen. Er kontrolliert nicht nur die Prozesssicherheit im laufenden
Betrieb, sondern schützt mit präzisen Messwerten die Anlagenkomponenten
vor Überdruck. Eine zentrale Rolle spielt der
Cerabar in den CIP-Prozessen und gewährleistet eine gleichbleibende
Reinigungsqualität.
Ein spürbarer Vorteil für die Mitarbeiter in Barmstedt ist die einheitliche
Bedienung der Compact Line. Ganz gleich, ob es sich um Füllstand-,
Druck- oder Grenzstandmessung handelt – alle Geräte folgen
demselben Bedienkonzept. Das verringert Fehlerquellen erheblich,
insbesondere im Schichtbetrieb mit wechselnden Teams. Ob
direkt am Gerät über das Farbdisplay oder komfortabel per Blue-
dei 06-2025 25
dei
MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG
Platzsparende Sensortechnik
im hygienischen Design ermöglicht
eine präzise Überwachung
auch unter schwierigen
Einbaubedingungen
Schaumbildung und unruhige
Oberflächen erschweren
zuverlässige Messungen – die
Compact Line sorgt dennoch
für stabile Werte
tooth mit der Smartblue-App: Die Sensoren leiten Schritt für Schritt
durch die Inbetriebnahme – klar verständlich und ohne besondere
Vorkenntnisse.
Gewinn für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
Neben Prozesssicherheit und Hygiene spielt auch die Energieeffizienz
in der Meierei Barmstedt eine zentrale Rolle – sie ist fester
Bestandteil der Produktionsstrategie. Die präzisen Messdaten der
Compact Line schaffen die Grundlage, um Energieflüsse transparent
zu machen und gezielt zu optimieren. Damit leistet die Technologie
einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ausrichtung des Betriebs.
„Präzision ist bei der Messtechnik für uns wesentlicher Bestandteil,
deshalb ist für uns der Messwert bis auf die Zehntel Nachkommastelle
wichtig“, sagt Köhncke.
Nahtlose Integration und Selbstüberwachung im Fokus
Nicht zuletzt konnte die Compact Line ohne größere Eingriffe in die
bestehende Infrastruktur eingebunden werden. Die Sensoren unterstützen
sowohl 4...20 mA als auch digitale Protokolle wie Hart oder
IO-Link. In der Meierei Barmstedt wurden sie direkt an die vorhandene
Leittechnik angeschlossen – Umrüstungen oder Systemanpassungen
waren nicht notwendig. Das beschleunigte die Einführung
und minimierte den Aufwand bei Installation und Schulung.
Im laufenden Betrieb profitieren die Verantwortlichen außerdem
von der integrierten Heartbeat Technology. Damit lassen sich alle
Sensoren regelmäßig überprüfen – automatisiert, dokumentiert und
ohne Ausbau. In der Meierei Barmstedt dauert eine solche Verifikation
weniger als drei Minuten. Die erzeugten Protokolle sind direkt
nutzbar für interne Qualitätsnachweise oder externe Audits. Darüber
hinaus liefert die Heartbeat-Funktion Hinweise auf sich verändernde
Prozessbedingungen, etwa durch Schaumbildung oder Belagsentwicklung
– Informationen, die genutzt werden können, um Wartungsintervalle
und Reinigungsstrategien zu optimieren. Damit
zeigt die Meierei Barmstedt, dass kompakte und einheitlich bedienbare
Messtechnik ein wesentlicher Schlüssel für effizientere Produktionsabläufe
ist.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Endress+Hauser
Halle 7A, Stand 141
AUTOR:
YANNICK MANGOLD
Product Manager Sales Marketing,
Endress+Hauser
26 dei 06-2025
Schutztürsystem erweitert
Bild: Mesago Messe Frankfurt GmbH / Arturo Rivas Gonzalez
Bild: Pilz
Vom 25. bis 27. November 2025 öffnet die
Fachmesse SPS – Smart Production Solutions
in Nürnberg erneut ihre Tore. Rund 1150
Aussteller präsentieren in 15 Messehallen
aktuelle Technologien und Lösungen für die
industrielle Automatisierung. Das Spektrum
reicht von Sensorik, Steuerungstechnik und
Software bis zu kompletten Systemlösungen
für die smarte Produktion. Ein Schwerpunkt
der diesjährigen Veranstaltung liegt auf dem
Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der
Fertigung. Die Messe zeigt praxisnahe Anwendungen
– von KI-gestütztem Engineering
über intelligente Steuerungsgeräte bis
zu Predictive-Maintenance-Tools und adaptiver
Produktionssteuerung. Damit wird deutlich,
wie tiefgreifend Industrial AI Prozesseffizienz
und Ressourcennutzung verändert.
Begleitend bieten die SPS Stages in mehreren
Hallen Fachvorträge und Diskussionen
zu Digitalisierung, Cybersecurity, nachhaltiger
Produktion und industrieller Transformation.
Die Technology Stage von VDMA
und ZVEI rückt Industrial AI besonders in
den Fokus. Nachwuchsinitiativen wie der
Makeathon, die Start-up Area und der Stand
Young Innovators fördern den Austausch
zwischen Industrie und neuen Talenten.
Pilz hat das modulare Schutztürsystem PSENmgate um
mehrere Varianten ergänzt. Eine neue Ausführung mit
verlängertem Gehäuse bietet Platz für zusätzliche Bedienelemente
und eignet sich ideal für Anwendungen
mit umfangreichen Steuerfunktionen direkt an der
Schutztür. Zudem sind ein integrierter Not-Halt und optional
eine Fluchtentriegelung verfügbar.
Eine weitere Variante mit nach oben geführtem Kabelabgang
erleichtert die Integration in bestehende Anlagen,
optimiert die Kabelführung und verkürzt die Installationszeit.
Ergänzt wird das System durch einen
neuen Türgriff für Schwenktüren, der in zwei Größen
erhältlich ist und zusammen mit dem codierten Betätiger
einen hohen Manipulationsschutz gewährleistet. Damit
lässt sich PSENmgate noch passgenauer an individuelle
Sicherheitskonzepte anpassen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Pilz
Halle 9, Stand 370
Mehr Leistung auf halbem Platz
B&R stellt mit dem Acopos P3
einen leistungsstarken Servoantriebe
vor. Mit bis zu 60 % höherer
Leistungsdichte, achtfacher
Rechenleistung bei gleicher
Baugröße und optimiertem
Energieverbrauch reduziert der
Antrieb den Platzbedarf im
Schaltschrank um die Hälfte.
Der Acopos P3 erlaubt kompakte
Hochleistungsmaschinen mit
höherer Produktionsgeschwindigkeit
und verbesserter Endproduktqualität.
Sieben neue
Geräte, darunter Ein- und Zweiachsvarianten
von 32 bis 80 kW,
bieten maximale Skalierbarkeit.
Die hohe Rechenleistung erlaubt
Zykluszeiten von 50 µs für Positions-
und Geschwindigkeitsregelkreise,
während intelligente
Funktionen direkt im Antrieb
Bild: B&R
ausgeführt werden. Ein neues
Luftstromsystem, beschichtete
Leiterplatten und 17 integrierte
Temperatursensoren sorgen für
Robustheit, sicheren Betrieb an
den Leistungsgrenzen und reduzieren
die Notwendigkeit teurer
Überdimensionierungen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: B&R
Halle 7, Stand 206
dei 06-2025 27
dei
MESSEVORSCHAU
Schrittweise zur intelligenten Wartung
Bachmann electronic präsentiert
auf der SPS 2025 eine flexible
Smart Maintenance-Lösung für
Condition Monitoring in der Industrie
4.0. Die skalierbare
Plattform ermöglicht Unternehmen,
die Zustandsüberwachung
ihrer Maschinen und Anlagen
schrittweise einzuführen – von
der Nutzung vorhandener Prozessdaten
über die Integration
spezieller Vibrations- und Netzsensorik
bis hin zu einer vollumfänglichen
vorausschauenden
Wartung. Durch die direkte
Einbindung in die Steuerungsumgebung
können Daten in
Bild: Bachmann
Echtzeit analysiert und schnelle
Reaktionen umgesetzt werden.
Im fortgeschrittenen Einsatz
kombiniert das System Sensordaten
mit kinematischen Modellen,
um Schäden an Lagern oder
Getrieben frühzeitig zu erkennen.
Grundlage bilden zertifizierte
Hardwaremodule wie
AIC206 und AIC214 sowie die
Softwareplattform CMSPLC. Die
Lösung unterstützt Unternehmen,
Wartungsprozesse effizient
zu gestalten.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Bachmann
Halle 7, Stand 281
Copilot für PAT
Der Industrial Copilot von Siemens für Prozessanalysentechnik
(PAT) ist ein intelligenter, offlinefähiger Assistent,
der bei der Fehlersuche und Wartung von Analysegeräten
unterstützt. Er liefert sofortige, kontextbezogene
Anleitungen auf Basis von Handbüchern, Serviceberichten
und Nutzerdokumenten – ganz ohne Cloud oder Internet.
Entwickelt für sensible Umgebungen, sorgt er
für Compliance und bringt KI-gestützte Effizienz in die
industrielle Instandhaltung.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Siemens
Halle 11, Stand 100
Bild: Siemens
Industrielles Ladekabel M12 auf USB
Energieführung für alle Fälle
Bild: Helukabel
Mit dem Heluchain System präsentiert
Helukabel eine modulare
Systemlösung für lineare Bewegungsanwendungen
im Maschinen-
und Anlagenbau sowie
in der industriellen Automation.
Der Baukasten kombiniert Energieführungsketten,
hochflexible
Leitungen, individuelle Konfektionen
und Zubehör zu perfekt
abgestimmten Komplettsystemen.
Ein Highlight ist die Heluchain
Plastic Link 4-45, die mit
stabiler Konstruktion, Laufruhe
und einfacher Montage überzeugt.
Neues Zubehör – etwa
ein Gleitschuh zur Lebensdauerverlängerung,
eine kostengünstige
Zugentlastung und nachrüstbare
Seitenelemente – erhöht
die Flexibilität zusätzlich.
Ergänzend zeigt Helukabel neue,
besonders robuste Leitungen für
Profibus- und Profinet-Systeme
mit abriebfestem TPE-Mantel.
Anwender erhalten komplette,
konfektionierte Energieführungsketten
aus einer Hand –
inklusive Steckverbinder.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Helukabel
Halle 2, Stand 230
Bild; Turck
Turck präsentiert ein robustes,
industrietaugliches Ladekabel,
das 24 V(DC) intern wandelt
und bis zu 3 A bei 5 V oder
1,66 A bei 9 V liefert. Das Kabel
ist mit einem robusten
M12-Steckverbinder in Schutzart
IP 67 ausgestattet und ermöglicht
die zuverlässige Spannungsversorgung
von Tablets,
Laptops und anderen mobilen
Geräten in rauen Produktionsumgebungen
– ohne zusätzliche
230-V-Schuko-Steckdosen und
AC-Infrastruktur. Damit sparen
Unternehmen AC-Netzteile und
Adapter und integrieren mobile
IT-Geräte einfach in bestehende
OT-Umgebungen.
Die industrielle Ladelösung reduziert
nicht nur den Installationsaufwand,
sondern erhöht
auch die Flexibilität in Produktions-
und Logistikanlagen. Anwender
können vorhandene
24-V-Versorgungspunkte nutzen,
um mobile Geräte direkt
im Feld zu laden oder zu betreiben.
Das Kabel lässt sich mit
Standard-Sensorleitungen ohne
Spannungsverlust verlängern.
Der M12-Steckverbinder nach
IEC 61076-2-101 sorgt für einen
sicheren und fehlerfreien
Betrieb. Die Standardvariante
mit M12-Stecker und USB-
C-Stecker ist ab Lager verfügbar.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Turck
Halle 7, Stand 250
28 dei 06-2025
End-to-End-Lösung für digitale Zwillinge
Auf der SPS 2025 demonstrieren
Conplement und R. Stahl,
wie digitale Zwillinge entlang
der gesamten Wertschöpfungskette
genutzt werden können –
von der Erstellung über den Betrieb
bis zur produktiven Anwendung.
Mit Twinstudio lassen
sich Verwaltungsschalen (AAS)
und Teilmodelle standardkonform
modellieren, während der
Semantic Connector Daten aus
ETL-Strecken oder Quellsystemen
in Teilmodelle überführt.
Für den Betrieb bietet die skalierbare
Plattform Twinsphere
Funktionen wie Product-
Change-Notifications, Daten-
Push und eine Technical-Data-
Suche. In der Nutzung sorgt
das Digital Twin Portal von
R. Stahl als White-Label-Lösung
für interaktive Zugriffsmöglichkeiten
auf Typ- und Instanz-
Schalen, integriert Backend-
Prozesse wie SAP-Workflows
und ermöglicht Bulk-Handling
sowie Service-Orders. Die Lösung
erfüllt regulatorische Anforderungen,
ist EU-konform
und unterstützt offene, interoperable
Metamodelle inklusive
Digital Product Pass.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Conplement
Halle 5, Stand 160
Bild: Conplement
Gasanalysegerät für
SF 6 und Isoliergase
Mit der neuen Generation des
Gasanalysegeräts GA11 bietet
Wika eine leistungsstarke Lösung
für die präzise Qualitätskontrolle
von Isoliergasen in
Hochspannungsanlagen. Das
mobile Messgerät liefert exakte
Werte zu Feuchte, Reinheit und
Abbauprodukten von SF 6 sowie
alternativen Gasgemischen. Temperaturkompensierte
Sensoren
und intelligente Algorithmen
auf Basis definierter Stabilitätskriterien
sorgen für eine nochmals
verbesserte Genauigkeit
gegenüber Vorgängerversionen.
Für den Einsatz vor Ort wurde
das GA11 nochmals deutlich
optimiert: Ein robuster Hartschalenkoffer
(IP 65) schützt die
Technik, das Gewicht liegt bei
nur 22 kg. Ein geschlossenes
Messsystem verhindert Emissionen
– das Gas wird entweder
rückgeführt oder gesammelt.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Wika
Halle 4A, Stand 135
WO DIE GUTEN FARBEN
HERKOMMEN
Bild: Wika
Bright ideas in natural food colours
Since 1899
dei 06-2025 29
dei
MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG
Picture: Incipientus
Reinhardt Kotzé, CTO und Mitgründer von Incipientus, leitet die technologische Entwicklung des ultraschallbasierten Inline-Monitorings
Incipientus-CTO Reinhardt Kotzé im Interview
Inline-Monitoring
komplexer Flüssigkeiten
Als Reinhardt Kotzé, Michal Kotzé und Johan Wiklund 2017 Incipientus gründeten,
war ihr Ziel klar: eine der größten Herausforderungen in der Lebensmittelproduktion
zu lösen – das Echtzeit-Monitoring komplexer, nicht-newtonscher Flüssigkeiten wie
Tomatenmark oder Ketchup. Wie Ihnen das gelang und wie ihre Entwicklung Herstellern
hilft, Abfall zu vermeiden, Qualität zu steigern und globale Nachhaltigkeitsziele
zu erreichen, erläutert CTO Reinhardt Kotzé im Interview.
Was war der Auslöser für die Gründung von Incipientus – und
welches Problem wollten Sie lösen?
Reinhardt Kotzé: Wir haben erkannt, dass nicht-newtonsche Flüssigkeiten
in der Lebensmittelproduktion sehr komplex sind und ein
Echtzeit-Monitoring brauchen. Herkömmliche, laborbasierte Methoden
waren langsam, teuer und nicht kompatibel mit Industrie-
4.0-Anforderungen. Deshalb haben wir ein nicht-invasives Inline-
System entwickelt, das Viskosität und Fließeigenschaften direkt misst.
Aus dieser Vision entstand 2017 die Gründung von Incipientus.
Welche Bedeutung hat die Lebensmittelindustrie für Sie?
Kotzé: Die Lebensmittelindustrie ist für uns zentral, weil unsere
Technologie hier den unmittelbarsten Nutzen bringt. Produkte wie
Tomatenmark erfordern eine präzise Kontrolle von Textur, Fließverhalten
und Qualität – genau das liefert unser System in Echtzeit. Zudem
knüpfen wir hier an unsere Ursprünge in der Lebensmittel-
Forschung an und bieten signifikante Nachhaltigkeitsvorteile durch
weniger Abfall und geringeren Energieverbrauch.
Welche technischen Herausforderungen mussten Sie überwinden,
um ein berührungsloses Messsystem für komplexe Lebensmittel
zu entwickeln?
Kotzé: Die größte Herausforderung war, Ultraschall für hochviskose,
opake Produkte wie Ketchup oder Pasten nutzbar zu machen. Klassische
Methoden stoßen hier schnell an ihre Grenzen, weil Signale
verloren gehen und wichtige rheologische Daten schwer zu erfassen
sind. Unsere Lösung kombiniert Clamp-on-Sensoren mit patentierter
Technologie und speziellen Algorithmen, die die komplexen Signale
direkt in verwertbare Daten übersetzen. Dazu kommt eine Echtzeit-Software,
die auf Industrie-4.0-Anforderungen zugeschnitten
ist und sich ständig durch Kundenfeedback weiterentwickelt.
Worin unterscheidet sich Ihre Lösung von etablierten Messmethoden
wie Rotationsrheometern oder Vibrationsviskosimetern?
Kotzé: Rotationsrheometer sind laborbasiert, benötigen physische
Proben und sind stark von der Bedienung abhängig – dadurch sind
sie langsam und eingeschränkt. Vibrationsviskosimeter sind häufig
invasiv und können nur die Viskosität an einem einzigen Punkt messen.
Unser Clamp-on-Ultraschallsystem vermeidet all diese Nachteile.
Es misst vollständige Geschwindigkeitsprofile, Rheogramme und
Fließeigenschaften in Echtzeit direkt durch die Rohrleitung – ohne
Probenahme oder Kalibrierung. Zudem funktioniert es zuverlässig
mit opaken, komplexen Flüssigkeiten und liefert kontinuierlich
Mehrpunkt-Daten, während Ausfallzeiten und Kosten sinken.
30 dei 06-2025
Beispielhafte Installation des Pipe-Visco-Rheometers in
einer Produktionslinie
Der Sensor wird einfach von außen auf das Rohr
geklemmt
Welche zusätzlichen Parameter können Sie neben der Viskosität
erfassen?
Kotzé: Über die Viskosität hinaus misst unser System Geschwindigkeitsprofile,
Durchflussraten, Rheogramme, Doppler-Bilder, Energieprofile,
akustische Eigenschaften und sogar Luft im Prozess. Es
ermöglicht eine vollständige Charakterisierung von Flüssigkeiten,
einschließlich Korrelationen zur Dehnviskosität und Konsistenz. In
Zukunft wollen wir Parameter wie Luftgehalt, Dichte und Feuchtigkeitsgehalt
ergänzen.
Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wo Ihre Technologie
die Prozessqualität oder Effizienz deutlich verbessert hat?
Kotzé: In der Tomatenmark-Produktion konnte unser System die
Textur und den Fluss kontinuierlich in Echtzeit überwachen. Das
verbesserte die Konsistenz, reduzierte die Schwankungen und meldete
sofort Abweichungen – mit dem Ergebnis besserer Qualität
und weniger Abfall.
„Unsere Lösungen sind risikoarm, nichtinvasiv
und bringen ab Tag eins Vorteile –
der Umstieg ist einfach und lohnt sich.“
Wie schnell kann ein Lebensmittelhersteller Ihre Sensoren in bestehende
Produktionslinien integrieren?
Kotzé: Die Integration ist schnell und unkompliziert. Dank des
Clamp-on-Designs sind keine Rohrmodifikationen erforderlich, und
die Installation erfolgt nach dem Plug-and-Play-Prinzip. So lassen
sich Sensoren mit minimalen Stillstandszeiten nachrüsten. Änderungen
am Anlagenlayout sind nicht notwendig.
Wie genau trägt Ihre Technologie zur Abfall- und Energieeinsparung
in der Lebensmittelindustrie bei?
Kotzé: Indem wir Bedienern Live-Daten zum Prozess liefern, können
sofort Korrekturen vorgenommen werden. So lassen sich Produktverluste
durch Abweichungen vermeiden und Prozesse energieeffizienter
steuern. Das Ergebnis ist eine nachhaltigere und effizientere
Produktion.
Sie arbeiten eng mit RISE, der ETH Zürich und weiteren Institutionen
zusammen – wie wichtig sind diese Partnerschaften für Ihre
Innovationsarbeit?
Kotzé: Partnerschaften sind entscheidend für unsere Innovationsstrategie.
Während unsere Anfänge in Forschungskooperationen lagen,
konzentrieren wir uns heute auf führende europäische Partner oder
Schweizer Netzwerke. Diese Kooperationen verschaffen uns Zugang
zu Expertise, industriellen Testfällen und wertvollem Feedback, das
unsere Technologieentwicklung beschleunigt.
Welche technologischen und regulatorischen Trends werden das
Inline-Monitoring in den kommenden Jahren prägen?
Kotzé: Industrie 4.0 und Echtzeit-Smart-Manufacturing werden die
Entwicklung weiter vorantreiben. Gleichzeitig verschärfen sich die
regulatorischen Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieeffizienz
und Rückverfolgbarkeit – das erhöht den Bedarf an nicht-invasiven,
zuverlässigen Monitoring-Systemen. Parallel investieren Unternehmen
stark in KI. Damit diese Systeme reale Einsparungen bringen,
brauchen sie präzise und hochwertige Eingangsdaten – und genau
da spielt unsere Technologie ihre Stärken aus.
Welchen Rat würden Sie Lebensmittelherstellern geben, die noch
zögern, in digitale Inline-Messtechnik zu investieren?
Kotzé: Der beste Einstieg ist ein kleines Pilotprojekt direkt in der
Produktionslinie. Sobald die Hersteller die Verbesserungen bei Qualität,
Effizienz und Nachhaltigkeit erleben, wird der Nutzen sofort
deutlich. Industrie 4.0 ist keine Zukunftsmusik – sie passiert jetzt,
und wer früh investiert, bleibt wettbewerbsfähig.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Incipientus
DAS INTERVIEW WURDE GEFÜHRT VON:
DR. BERND RADEMACHER
Redakteur
dei 06-2025 31
dei
MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG
Bürkert will regenerativ statt nur nachhaltig wirtschaften
Öko-Spinner oder Visionär?
Bis 2050 wollen die meisten Unternehmen ihr komplettes wirtschaftliches Handeln
klimaneutral gestalten. Doch das ist dem Fluidexperten Bürkert nicht genug. Er will
mehr: regenerativ wirtschaften. Was das bedeutet und wie es funktionieren soll, erläuterten
die Experten im Rahmen eines Fachpressetages in der Klima Arena Sinsheim
und am Standort Criesbach. Allen anwesenden Journalisten wurde schnell klar:
Regeneratives Wirtschaften ist etwas für Visionäre – und nicht für Öko-Spinner.
Bürkert hat nah am Wasser gebaut – am Kocher.
Die meiste Zeit des Jahres ist das kleine
Flüsschen friedlich und schlängelt sich ruhig
durch sein Tal. Nach Starkregenereignissen
kommt es jedoch immer wieder vor, dass
sich der Kocher in einen reißenden Strom
verwandelt und das Wasser auch schon mal
bis an – und in – die Gebäude des Unternehmens
reicht. Ein Vorgang, der infolge des Klimawandels
zunehmend häufiger auftritt und
bei Bürkert den Stein des regenerativen Wirtschaftens
als Leitbild ins Rollen brachte.
Was ist regeneratives Wirtschaften?
Diese Frage beantwortete Prof. Dr. Stephan
Hankammer, Co-Gründer und wissenschaftlicher
Geschäftsführer des REGWI Instituts
für Regeneratives Wirtschaften: „Nachhaltiges
Wirtschaften zielt darauf ab, Schäden zu
vermeiden und Ressourcen so zu nutzen,
dass sie auch künftigen Generationen erhalten
bleiben. Regeneratives Wirtschaften geht
einen Schritt weiter: Es will ökologische, soziale
und ökonomische Systeme aktiv erneuern
und verbessern. Während Nachhaltigkeit
vor allem auf Erhaltung und Effizienz
fokussiert, strebt die regenerative Wirtschaft
Wiederaufbau, Kreislauffähigkeit und positiven
Nettoeinfluss an – sie will mehr zurückgeben,
als sie entnimmt.“
Utopie oder Realität?
Was sich einfach anhört, scheint auf den
ersten Blick utopisch zu sein. Wie sollen
Unternehmen regenerativ wirtschaften,
wenn sie sich doch schon mit der Nachhaltigkeit
schwertun? Wie soll man Prozesse
klimapositiv gestalten, bei denen Gesellschaft
und Umwelt profitieren?
„Ein Projekt, das man am besten in kleinen
Schritten angeht“, sagt Bürkert-CEO Georg
Stawowy. Der erste und wichtigste Schritt:
einfach mal anfangen. Auf diese Weise wird
aus Utopie eine Realutopie – und schließlich
Realität. Das Leitbild, das sich Bürkert nun
gegeben hat, ist ein mutiger Schritt – aus
Sicht zukünftiger Generationen vielleicht ein
notwendiger, dem andere folgen sollten.
Prof. Dr. Stephan Hankammer, Co-Gründer und wissenschaftlicher Geschäftsführer des REGWI Instituts für
Regeneratives Wirtschaften, erläutert in seiner Keynote die Grundprinzipien des regenerativen Wirtschaftens
Bilder: Bürkert
Ziele definieren, Schritte realisieren
Bürkert betrachtet künftig alle Maßnahmen
unter dem Begriff „regenerative Wirtschaft“,
der dem Unternehmen als „Nordstern“
dient. Das Handeln soll konsequent
an diesem langfristigen Ziel ausgerichtet
werden. Derzeit befindet sich der Fluidexperte
– wie viele andere Unternehmen auch
– auf dem Weg zur Klimaneutralität. Es gilt
zunächst, den schädlichen Fußabdruck zu
minimieren und ihn dauerhaft in einen positiven
Handabdruck zu verwandeln.
Dazu hat ein interdisziplinäres Team aus den
17 Sustainable Development Goals (SDGs)
der Vereinten Nationen mit ihren 169 zugehörigen
Unterzielen neun Handlungsfelder
abgeleitet. Andrea Häußermann, Program
Manager Sustainability bei Bürkert: „Einer
der Ansatzpunkte ist beispielsweise der Product
Carbon Footprint. Wir wollen daran arbeiten,
Materialkreisläufe zu schließen und
die Produkte so zu gestalten, dass sie eine
möglichst lange Lebensdauer haben, reparierbar
und optimal recyclebar sind.“
Gemeinsam in die gleiche Richtung
Für ein Unternehmen allein ist der Weg des
regenerativen Wirtschaftens kaum möglich.
32 dei 06-2025
Bürkert-CEO Georg Stawowy erläutert, warum sich Bürkert
auf den Pfad des regenerativen Wirtschaftens begibt
Ansätze für regeneratives Wirtschaften finden sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen:
auf der Komponenten-, Applikations- und Kundenprozess-Ebene genauso wie auf der
Industrie-Ebene
Es braucht Partnerschaften – und ein gewisses
Verständnis bei den Kunden. Das wird
nicht immer gelingen: Wenn eine Anlage,
auf der Produkte für mehrere Millionen Euro
pro Tag hergestellt werden, für eine Woche
stillsteht, weil ein Teil CO 2 -sparend per Schiff
statt per Flugzeug geliefert wird, wird der
Kunde kaum Verständnis dafür haben.
Trotzdem kann man seine Lieferketten analysieren
und so gestalten, dass insgesamt
weniger CO 2 freigesetzt wird – etwa durch
lokale Partner. Braucht es Zulieferer aus
Übersee, oder kann ein lokaler Hersteller
das Produkt unter CO 2 -Gesichtspunkten
günstiger herstellen?
REGENERATIVE WIRTSCHAFT:
Nachhaltiges Wirtschaften zielt
darauf ab, Schäden zu vermeiden
und Ressourcen zu erhalten. Regenerative
Wirtschaft geht noch
weiter: Sie will natürliche, soziale
und wirtschaftliche Systeme
aktiv erneuern und verbessern.
Zentrale Prinzipien sind:
• Kreislauffähigkeit: Materialien
und Energie bleiben im
Kreislauf – Abfall wird zur
Ressource.
• Regeneration natürlicher
Systeme: Böden, Wasser und
Biodiversität werden gezielt
aufgebaut statt nur geschont.
• Systemisches Denken: Unternehmen
verstehen sich als Teil
WAS IST DAS?
Neue Geschäftsmodelle etablieren
Erfolg lässt sich in Unternehmen auf ganz
unterschiedliche Weise bewerten. Bei Bürkert
hat man sich dazu entschieden, sich
nicht nur an reinen Wirtschaftszahlen zu
orientieren, sondern auch an den Auswirkungen
auf Mensch und Natur. Dies kann
auf mehreren Ebenen erfolgen: Komponente,
Applikation, Kundenprozess oder ganze
Industrie.
Ein Beispiel: New Food. Bürkert hat zusammen
mit dem indischen Unternehmen DDE
eine Bioreaktor-Lösung für kultiviertes
Fleisch im 10 000-Liter-Maßstab entwickelt.
Durch den Einsatz dieser Technologie werden
große Mengen an klimaschädlichem
Methan aus der Viehzucht eingespart.
Manche Geschäftsmodelle eignen sich per
se besser als andere für das regenerative
Wirtschaften – zum Beispiel Pay-per-use.
Hierbei bezahlt der Kunde für die Nutzung
einer Komponente oder eines Systems. Am
vernetzter Ökosysteme.
• Resilienz: Neben Effizienz
zählt die Fähigkeit, sich an Veränderungen
anzupassen.
• Soziale Verantwortung: Faire,
gemeinwohlorientierte Wertschöpfung
ist integraler Bestandteil.
Beispiele aus der Praxis sind:
• Regenerative Landwirtschaft:
Aufbau gesunder Böden durch
Humuswirtschaft.
• Cradle-to-Cradle-Produkte:
Vollständig rückführbare Materialien.
• Chemisches Recycling: Rückführung
von Kunststoffen in
den Stoffkreislauf.
Ende des Lebenszyklus erhält der Hersteller
das Gerät zur weiteren Verwendung zurück.
So können enthaltene Materialien optimal
recycelt und wiederverwendet werden. Aus
Metallkomponenten wie Aluminium oder
Edelstahl entstehen neue Teile, Kunststoffkomponenten
können recycelt und seltene
Erden im Kreislauf geführt werden.
Fazit
Bürkert sieht es als seine unternehmerische
Verpflichtung an, gesellschaftlichen Wohlstand
zu fördern und die Natur positiv zu
beeinflussen. Dabei ist den Verantwortlichen
klar, dass der Prozess des regenerativen
Wirtschaftens und das Nachhaltigkeitsdenken
behutsam umgesetzt werden müssen,
damit das Unternehmen nicht auf der Strecke
bleibt. Doch Bürkert ist fest entschlossen,
seine Vision umzusetzen. CEO Georg
Stawowy: „Es ist ein langer Weg, auf dem
wir unseren eigenen Beitrag stets realistisch
einschätzen müssen. Und wir brauchen ein
klares Leitbild, an dem wir uns auf dem
Weg der kleinen Schritte orientieren können.
Dabei wollen wir – in aller Bescheidenheit
– versuchen, nicht nur unseren Beitrag
zu leisten, sondern auch als Wegweiser
für andere zu dienen.“ Oder, wie Andrea
Häußermann es auf den Punkt brachte:
„Wir wollen – wer will noch?“
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Bürkert
DR. BERND RADEMACHER
Redakteur
dei 06-2025 33
dei TREND FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE
Bild: Firn – stock.adobe.com
Kultiviertes Fleisch demnächst auch in Europa
DIE ZUKUNFT AUF
DEM TELLER?
Die Idee klingt wie aus einem Zukunftsroman: Fleisch, das nicht mehr aus der
Mast und Schlachtung von Tieren stammt, sondern aus Zellkulturen gewonnen
wird. Was vor zehn Jahren noch als kuriose Vision galt, nimmt inzwischen
konkrete Gestalt an. In Ländern wie Singapur, Israel und den USA sind
erste Produkte zugelassen, dort haben Restaurants bereits kultiviertes
Fleisch serviert. Europa könnte in den kommenden Jahren folgen. Erste Zulassungsanträge
wurden bereits in Frankreich und den Niederlanden gestellt.
34 dei 06-2025
Bild: Hydrosol
Exemplarischer Herstellungsprozess von Hybridprodukten mit kultiviertem Fleisch
Die Vision reicht weit: Steaks aus kultivierten Muskelsträngen oder
Fischfilets ohne Überfischung. Realistisch ist jedoch zunächst ein
anderer Weg. In der ersten Markteinführungsphase werden sogenannte
Hybridprodukte dominieren – Kombinationen aus kultivierten
Zellen und pflanzlichen Proteinen. Sie verbinden die Nachhaltigkeitsvorteile
beider Ansätze und liefern eine Sensorik, die an konventionelles
Fleisch erinnert, ohne die hohen Produktionskosten
vollständig tragen zu müssen.
Von Zellen zum Lebensmittel
Die Herstellung von kultiviertem Fleisch beginnt mit der Entnahme
einer kleinen Gewebeprobe, aus der Stammzellen isoliert werden.
Diese Zellen werden in einem Nährmedium vermehrt und durchlaufen
im Bioreaktor verschiedene Phasen: Proliferation, Differenzierung
und Reifung. Am Ende stehen Muskelfasern oder Fettzellen,
die als Biomasse die Basis für ein Produkt liefern.
Damit daraus ein Burger-Patty, eine Bratwurst oder ein Nugget
wird, sind weitere Schritte nötig. Generell wird bei der weiteren
Verarbeitung auf ähnliche Technologien zurückgegriffen, wie bei
der Verarbeitung von konventionellem Fleisch oder pflanzlichen Alternativen:
Zerkleinerung, Mischen, Formen, Erhitzen oder Räuchern.
Anlagen, die für die Herstellung von Hackfleisch, Würstchen
oder Nuggets genutzt werden, lassen sich mit kultivierter Biomasse
vergleichbar betreiben.
Allerdings enthält Biomasse mit kultivierten Muskelfasern einen
sehr hohen Wasseranteil, was in der Verarbeitung zunächst eine Herausforderung
darstellt, aber zugleich Potenzial bietet. Stabilisierungssysteme
können dieses Wasser gezielt binden und nutzen, um
Saftigkeit und Textur zu optimieren. Gleichzeitig liefern die in der
Biomasse enthaltenen Proteine eine natürliche Bindung im Produkt,
sodass sich die Strukturen bei richtiger Prozessführung stabilisieren
und fleischtypische Eigenschaften entwickeln. In Kombination mit
kultiviertem Fett oder pflanzlichen Proteinen entstehen so Produkte,
die sensorisch nah an konventionelles Fleisch herankommen.
Hürde Up-Scaling
Die größte technische Hürde liegt weiterhin in der industriellen
Skalierung. Das australische Startup Vow betreibt derzeit den weltweit
größten lebensmitteltauglichen Bioreaktor mit etwa 20 000 l
Fassungsvermögen und verfügt insgesamt über rund 35 000 Liter
Kapazität. Zugleich planen andere Akteure wie Eat Just (Good Meat)
den Aufbau sehr großer Anlagen, etwa mehrere Reaktoren à
250 000 l, um die Massenproduktion zu realisieren. Generell lässt
sich sagen: Für die Herstellung von größeren Mengen sind Kapazitäten
jenseits von 50 000 l erforderlich.
Moderate Preise steigern Konsumentenakzeptanz: Nur 15,8 % der Befragten
wären bereit, gleich viel für Foie Gras mit kultivierten Zellen – ein
Produkt des französischen Startups Gourmey – zu bezahlen wie für das
tierische Pendant
Ein zentrales Thema bleibt zudem die Formulierung der Nährmedien.
Während fetales Kälberserum lange Zeit Standard war, ist die
Branche inzwischen auf dem Weg zur Umstellung auf serumfreie
Medien. Bis März 2025 erhielten bereits sechs Unternehmen in vier
Ländern regulatorische Freigaben für serumfreie Produktionsprozesse
– ein klarer Schritt in Richtung ethischer und ökonomischer
Skalierbarkeit. Zudem zeigt die Forschung: Kosteneffizientere Medienformulierungen
– etwa durch reduzierte Wachstumsfaktoren,
Einsatz pflanzlicher Komponenten oder neue Mischungen – sind
entscheidend für künftige Preisparität.
Akzeptanz als Schlüsselfrage
Auch wenn die Technik beherrschbar wird: Über Erfolg oder Misserfolg
entscheidet am Ende die Akzeptanz der Konsumenten. Studien
zeigen, dass Neugier und Skepsis oft nebeneinanderstehen. Während
jüngere, gebildete und eher männliche Konsumenten, die zugleich
klassische Fleischesser sind, eine höhere Bereitschaft zum
Probieren zeigen, bleiben viele Verbraucher zunächst zurückhaltend.
Für die Bewertung sind drei Grundpfeiler entscheidend: Persönliche
Faktoren wie Alter, Bildung, Geschlecht oder Ernährungsstil. Produktfaktoren
wie Geschmack, Textur, Aussehen und gesundheitliche
Aspekte sowie externe Faktoren, beispielsweise gesellschaftliche
Diskussionen über Tierwohl sowie Klima- und Umweltschutz. Ob
Verbraucher kultiviertes Fleisch als glaubwürdige Alternative oder
Bild: Hydrosol
dei 06-2025 35
dei TREND FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE
Konsumentenakzeptanz von kultiviertem Fleisch
Persönliche Faktoren
Demografisch
Alter
Geschlecht
Bildung
Politische Orientierung
Land
Wohnsitz
Sozioökonomischer Status
Haushaltsgröße
Beruf
Ernährungsform
Produktbezogene Faktoren
Wahrnehmungen
Natürlichkeit
Gesundheit
Nährwert
Sicherheit
Produktqualität
Sensorische Eigenschaften
Preis
Kennzeichnung
Verpackung
Produkttyp
Psychologisch
Einstellungen
Emotionen
- Ekel
Wohlbefinden
Persönlichkeitseigenschaften
- Lebensmittelneophobie
- Lebensmitteltechnologie- Neophobie
- Innovationsbereitschaft bei Lebensmitteln
- Generelle Innovationsbereitschaft
- Neugier auf Lebensmittel
- Werte
Externe Faktoren
Sozial und ethisch
Gesellschaftliche Auswirkungen
Tierwohl
Soziale Normen
Influencer
Vertrauen
Eingriff in die Natur
Bewusstsein und Wissen
Erster Eindruck
Vertrautheit
Wissen
Informationen und Rahmengebung
Vorteile
Konsum
Herausfordernd
Fleischbezogen
Verfügbarkeit von Alternativen
Knappheitsappelle
Technologisch
CSR-Priming
als künstliches Laborprodukt wahrnehmen, hängt stark von diesen
Rahmenbedingungen ab.
Die eigentliche Herausforderung liegt somit nicht darin, Konsumenten
zu einer einmaligen Verkostung zu bewegen, sondern kultiviertes
Fleisch in ihren Alltag zu integrieren. Dafür bedarf es überzeugende
Produkteigenschaften, transparente Kommunikation und
eine klare Positionierung, die Genuss, Vertrautheit und persönliche
Vorteile gleichermaßen betont. Nicht zu vergessen: der Preis. Wie
Studien zeigen, akzeptieren Konsumenten neue Produkte nur dann,
wenn sie preislich attraktiv sind und bestenfalls günstiger als das
konventionelle Pendant.
Fleisch als Teil einer neuen Vielfalt
Damit kultiviertes Fleisch seinen Platz auf unseren Tellern findet,
braucht es ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Politisch sind klare
regulatorische Rahmenbedingungen notwendig, die Zulassungen
vereinfachen und Investitionen in Pilotanlagen fördern. Wirtschaftlich
braucht es Kapital für den Bau großer Produktionsanlagen und
die Weiterentwicklung von Technologien. Wissenschaftlich gilt es,
sowohl die Prozesseffizienz als auch die sensorische Qualität weiter
zu steigern.
Werden diese Voraussetzungen umgesetzt, wird der Speiseplan der
Zukunft vielfältiger sein als je zuvor. In zehn Jahren könnten Hybridprodukte
mit kultivierten Komponenten längst im Supermarkt
stehen, in fünfzehn Jahren könnten erste kultivierte Steaks mit komplexerer
Struktur auf den Markt kommen. Langfristig erwarten Experten,
dass kultiviertes Fleisch ab etwa 2040 preislich und qualitativ
mit konventionellen Fleischprodukten gleichzieht. Bis 2050
könnte es dann rund 7 bis 8 % des weltweiten Fleischmarktes ausmachen
und einen Marktwert von bis zu mehreren hundert Milliarden
Euro erreichen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Kultiviertes Fleisch wird nicht
das Fleisch der Zukunft sein, wohl aber ein Fleisch der Zukunft. Zusammen
mit pflanzlichen und fermentationsbasierten Alternativen
wird es helfen, die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung
nachhaltiger zu gestalten – ohne Verzicht auf Genuss. Der Paradigmenwechsel
hat begonnen, und kultiviertes Fleisch ist dabei, eine
zentrale Rolle einzunehmen.
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Suchwort: Hydrosol
AUTORIN:
DR. KATHARINA BURDORF
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36 dei 06-2025
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dei 06-2025 37
dei FOKUS FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE
Bilder: Beneo
Isomaltulose ist ein langsam verdauliches Kohlenhydrat aus der Zuckerrübe
Neue Studie zeigt: Ausschüttung der Darmhormone GLP-1 und PYY erhöht
Isomaltulose unterstützt
gesunden Stoffwechsel
Eine neue Studie von Zhang J. et al. (2025) zeigt, dass der Verzehr von Palatinose
(Isomaltulose) die hormonelle und glykämische Reaktion auf eine Folgemahlzeit verbessert.
Durch eine erhöhte Ausschüttung von GLP-1 und PYY wird der sogenannte
Second-Meal-Effekt ausgelöst – also eine geringere Blutzuckerantwort auf die nächste
Mahlzeit. Dies hilft Erwachsenen mit metabolischem Syndrom, ihren Blutzuckerspiegel
besser zu regulieren. Laut den Studienergebnissen hat Palatinose damit großes
Potenzial zur Unterstützung bei Stoffwechselstörungen.
Das metabolische Syndrom bezeichnet eine
Kombination von Risikofaktoren – darunter
eine gestörte Blutzuckerregulation,
Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, niedriges
HDL-Cholesterin und abdominale Adipositas
– die zusammen die Wahrscheinlichkeit
erhöhen, Typ-2-Diabetes oder Herz-
Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Im
Rahmen der doppelblinden, randomisierten
und placebokontrollierten Cross-Over-Studie
konsumierten 15 Erwachsene mit metabolischem
Syndrom ein Getränk mit entweder
50 g Isomaltulose oder 50 g Saccharose.
Es gab zwei Versuchsprotokolle: Bei Protokoll
A erhielten alle Probanden morgens ein
Frühstück mit dem Testgetränk; nach drei
Stunden folgte ein standardisiertes Mittagessen.
Bei Protokoll B erhielten die Studienteilnehmer
ein Frühstück, das Testgetränk
wurde jedoch erst drei Stunden danach und
eine Stunde vor dem Mittagessen verabreicht.
Nach dem Frühstück wurden jeweils
über neun Stunden hinweg der Blutzuckerund
Insulinspiegel, sowie die Werte der
Darmhormone GLP-1 (Glucagon-like Peptid-1)
und PYY (Peptid Tyrosin Tyrosin) gemessen,
die das Sättigungsgefühl fördern
und die Blutzuckerkontrolle unterstützen.
Stabiler Stoffwechsel
Die Ergebnisse zeigen, dass Isomaltulose –
ein langsam verdauliches Kohlenhydrat aus
der Zuckerrübe – den Blutzuckerspiegel
deutlich weniger ansteigen lässt als Saccharose
und zu einem wesentlich geringeren
Höchstwert führt. Gleichzeitig war die Ausschüttung
der gesundheitsfördernden
Darmhormone GLP-1 und PYY erhöht. Dies
führte zu einer langsameren und niedrige-
38 dei 06-2025
ren Blutzuckerreaktion auf das darauf folgende
Mittagessen, auch bekannt als Second-Meal-Effekt.
Die Ergebnisse belegen, dass Isomaltulose
nicht nur postprandiale Blutzuckerspitzen
reduziert, sondern auch das hormonelle
Gleichgewicht über den Tag verbessert und
damit den Stoffwechsel über mehrere Mahlzeiten
hinweg stabilisiert. Besonders Erwachsene
mit metabolischem Syndrom profitieren
von dieser verlängerten Hormonantwort.
Denn sie führt zu stabileren Blutzuckerwerten
sowie einer besseren Insulinausschüttung,
was wiederum auf eine gesteigerte
Insulinsensitivität schließen lässt.
Schlussfolgerungen für die Praxis
Dass die Vorteile von Palatinose ausgeprägter
waren, wenn die Probanden das Testgetränk
drei Stunden vor der zweiten Mahlzeit einnahmen
(Protokoll A), statt nur eine Stunde
(Protokoll B), unterstreicht, wie wichtig der
richtige Zeitpunkt für die maximale Wirkung
ist. Daraus lassen sich hilfreiche Hinweise
für konkrete Produktkonzepte ableiten,
beispielsweise für funktionelle Snacks
mit Palatinose, die zwischen den Mahlzeiten
verzehrt werden können.
Die Verbreitung von Adipositas hat in den vergangenen
zehn Jahren erheblich zugenommen.
Heute leidet jeder vierte Erwachsene
(28,2 %) am metabolischen Syndrom. Umso
wichtiger sind praktische Strategien wie ein
gezielter Palatinose-Verzehr, um das postprandiale
Hormonprofil zu verbessern, die Blutzuckerregulation
bei der Folgemahlzeit zu unterstützen
und die Stoffwechselgesundheit einer
großen Risikogruppe zu stärken.
Wissenschaftliche Evidenz
Die Studie wurde von einem Team verschiedener
internationaler Forschungsinstitute
durchgeführt und von Prof. Andreas Pfeiffer,
einem führenden Wissenschaftler auf den
Gebieten Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin
sowie Seniorprofessor an
der Charité Berlin, betreut. Sie ergänzt eine
wachsende Zahl an Forschungsarbeiten zu
Palatinose und deren Einfluss auf die Modulation
von Darmhormonen. Dazu gehört
auch eine systematische Review mit Meta-
Analyse, die kürzlich auf dem IUNS International
Congress of Nutrition 2025 präsentiert
wurde und den konsistenten GLP-
1-Anstieg durch Palatinose sowie dessen
metabolische Vorteile bestätigte.
Isomaltulose lässt den Blutzuckerspiegel
deutlich weniger ansteigen als Saccharose
und führt zu einem wesentlich geringeren
Höchstwert
In der EU gibt es für Palatinose einen zugelassenen
Health Claim hinsichtlich der blutzuckersenkenden
Wirkung, während in den
USA Structure/Function Claims zu einem
geringeren Blutzuckeranstieg und zur
GLP-1-Ausschüttung möglich sind. (br)
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Beneo
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dei 06-2025 39
dei FOKUS FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE
Damit die Grille auf dem Teller hält, was sie verspricht
Aminosäureanalyse zeigt
Qualität von Proteinen
Mit der Aminosäureanalyse wird in der Lebensmittelindustrie die Qualität von Proteinen
bewertet. Sie trägt so zur Ernährungssicherheit und zur Entwicklung nach -
haltiger Proteinquellen aus Insekten oder pflanzlichen Ersatzprodukten bei. Mit der
Aminosäureanalyse kann auch untersucht werden, wie sich das Aminosäureprofil
während der Prozessierung entwickelt. Auf diese Weise lassen sich die optimalen
Produktionsschritte für ein qualitativ hochwertiges Produkt identifizieren.
Proteine sind ein essenzieller Bestandteil
der menschlichen Ernährung und finden
sich sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen
Lebensmitteln. Bei der Lebensmittelaufbereitung
müssen bestimmte Verfahren
eingehalten werden, um die Stabilität und
Verfügbarkeit der Aminosäuren, der Bausteine
dieser Proteine, zu gewährleisten. In
Deutschland werden Gehalt und Qualität
von Aminosäuren in Lebensmitteln unter
anderem durch die Lufa (Landwirtschaftliche
Untersuchungs- und Forschungsanstalten)
untersucht.
Prüfung der Zusammensetzung
Die Aminosäureanalyse erlaubt es, eine Authentizitätsprüfung
vorzunehmen, etwa bei
speziellen Ernährungsprodukten wie Säuglingsnahrung.
Die Aminosäure Tryptophan
ist zum Beispiel besonders wichtig für die
pränatale und frühe Ernährung von Säuglingen.
Bei Babys mit bestimmten Stoffwechselstörungen
müssen manche Aminosäuren
gezielt ergänzt werden, während andere
nicht zugeführt werden dürfen. Mit der
Aminosäureanalyse kann die korrekte Zusammensetzung
von Babymilchpulver sichergestellt
werden. Fälschungen und Verunreinigungen
lassen sich so erkennen. Es
zeigt sich zum Beispiel, ob wasserbindende
Proteine zugesetzt wurden, um das damit
schwerere und minderwertigere Produkt
teurer verkaufen zu können.
Auch im Bereich der Futtermittel wird die
Aminosäureanalyse eingesetzt: Aminosäuren
können zum Beispiel im Hühnerfutter aus
verschiedenen Quellen wie Pflanzen, Algen
oder Insekten zur Verfügung gestellt werden.
Sie sind in sogenannte Lebensmittelmatrizen
eingebunden und ihre Bioverfügbarkeit
hängt von der Menge und der Einbindung,
das heißt der Struktur der Matrix,
sowie den Prozessschritten der Verarbeitung
ab. Die Aminosäurespektren der einzelnen
Komponenten können mit der Analyse bewertet
und ihre Auswirkungen auf die Tiere
beurteilt werden. Das erlaubt es, die Quantitäten
der Produktgruppen anzupassen und
zu kombinieren, um ein Futter herzustellen,
das das Geflügel bestmöglich versorgt.
Der Aminosäureanlaysator Aracus ermöglicht eine präzise Bestimmung der Aminosäurezusammensetzung
Bilder: Membrapure
Aminosäureprofile für Novel Food
Verpflichtend ist eine Aminosäureanalyse in
der Regel nicht, da laut EU-Recht für die
Nährwertkennzeichnung nur der Proteingehalt
angegeben werden muss. Eine Ausnahme
bilden Produkte für besondere Ernährung
oder sogenanntes Novel Food, bei dem
Behörden wie die European Food Safety
Authority (EFSA) ein detailliertes Aminosäu-
40 dei 06-2025
reprofil zur Bewertung der Proteinqualität
fordern. Bei Fleischersatzprodukten und
Functional Food gewinnt die Aminosäureanalyse
an Bedeutung, da Unternehmen sowohl
für Zulassungsverfahren als auch für
Marketingzwecke verstärkt auf die Darstellung
von Aminosäureprofilen setzen.
Wird mit Insekten experimentiert, die unter
lebensmittelhygienischen Bedingungen produziert
werden müssen, ist es wichtig zu
wissen, welche Nährstoffe und Aminosäuren
sie enthalten und wie sich diese während
des Prozessierens verhalten. Genau das
untersucht das Projekt ProtinA am Beispiel
von Grillen (Acheta domesticus). Hierfür
arbeiten das Leibniz-Institut für Agrartechnik
und Bioökonomie e. V. (ATB), das Deutsche
Institut für Ernährungsforschung Potsdam
Rehbrücke (DIfE) und drei Unternehmen
zusammen. Für die Analysen wird der
Aminosäureanalysator von Membrapure
eingesetzt.
Veränderungen durch Verarbeitung
Anhand der Grillen wird untersucht, wie
sich die Aufbereitung und Verarbeitung auf
Proteinstruktur und -eigenschaften und damit
die Qualität des Endprodukts auswirken.
Verschiedene Technologien werden getestet,
um die resultierende ernährungsphysiologische
Qualität der hergestellten Lebensmittel
zu charakterisieren. Außerdem werden die
Verarbeitungsparameter so angepasst, dass
die Bioverfügbarkeit der Proteine erhalten
bleibt. Besteht Klarheit über die Auswirkungen
der Verarbeitungsschritte, kann beispielsweise
vermieden werden, dass das Produkt
überbehandelt wird. Damit reicht der
Erkenntnisgewinn von der Auswirkung der
Prozessierungsschritte bis zur Ernährungswirkung.
Er soll auch auf andere alternative
Proteinquellen übertragbar sein und dazu
beitragen, neue Eiweißquellen auf den
Markt zu bringen, die sowohl gesund als
auch nachhaltig sind. Das Projekt ProtinA
begann im Sommer 2024 und endet am 30.
Juni 2027. Für die Aufbereitung der Proben
und ihre standardisierte Quantifizierung
wurde ein Protokoll entwickelt. Die ersten
mit dem Aminosäureanalysator generierten
Daten werden gerade ausgewertet.
Technologie und Methodik
Aminosäuren sind empfindlich und werden
im Körper oder während der Verarbeitung
in andere Formen überführt, beispielsweise
durch Oxidation. Der Aminosäureanalysator
Aracus von Membrapure ermöglicht die
Nach der chromatographischen Trennung
wird ein Reagenz zugesetzt, das mit den
Aminosäuren reagiert und stabile, chromophore
Derivate bildet
Untersuchung sowohl freier als auch gebundener
Aminosäuren. Bei freien Aminosäuren
erfolgt die Bestimmung über eine
Nachsäulenderivatisierung: Nach der chromatographischen
Trennung wird ein Reagenz
zugesetzt, das mit den Aminosäuren
reagiert und stabile, chromophore Derivate
bildet. Primäre Aminosäuren bilden einen
violetten Farbstoff (Ruhemanns Purpur)
und sekundäre Aminosäuren einen gelben
Farbstoff. Diese werden im Detektor erfasst,
wobei die Peakfläche des Signals direkt mit
der Konzentration korreliert, was eine präzise
Quantifizierung erlaubt. Für gebundene
Aminosäuren, die in Proteinen oder Peptiden
vorliegen, ist eine vorherige Hydrolyse
erforderlich, um die einzelnen Bausteine
freizusetzen, ohne sie zu verändern oder abzubauen.
Die Methode liefert somit keine
Informationen über die Sequenz, erlaubt jedoch
eine genaue Bestimmung des quantitativen
Aminosäureprofils. Im Projekt
ProtinA wird dieses Verfahren eingesetzt,
um die Zusammensetzung und den Gehalt
an Aminosäuren in den untersuchten Proben
zuverlässig zu erfassen.
Die Vorbereitung der Proben hängt von der
Methode und dem Detektor ab. Liegt Protein
in hoher Konzentration vor, muss die
Probe in der Regel verdünnt werden, da
sonst zu starke Messsignale entstehen würden.
Die vorbereitete Probe wird anschließend
in den Autosampler überführt, wo die
relevanten Parameter wie Probenname,
Messmethode, Messgröße und verwendeter
Standard eingetragen werden. Nach der
Analyse werden die Signale der Probe mit
Im Projekt ProtinA wird anhand von Grillen
untersucht, wie sich die Aufbereitung und
Verarbeitung auf Proteinstruktur und -eigenschaften
und damit die Qualität des
Endprodukts auswirken
denen des Standards vom Nutzer ins Verhältnis
gesetzt und somit die Menge der
entsprechenden Aminosäuren bestimmt.
Die Trennung der Aminosäuren erfolgt
durch den Einsatz verschiedener Eluenten,
die sich in Salzkonzentration und pH-Wert
unterscheiden, bevor sie mit einem Reagenz
umgesetzt und so nachweisbar gemacht
werden. Die Ergebnisse werden in
Form einer Grafik dargestellt, aus der die
Mengen der Aminosäuren abgeleitet und
mit bekannten Referenzbereichen verglichen
werden können.
Die Art der Aminosäure kann ermittelt werden,
außerdem, ob es sich um eine Reinsubstanz
handelt: Grillen besitzen zum Beispiel
als Trockensubstanz einen Proteingehalt
von rund 60 %; die Produktgruppen
besitzen ein eigenes Aminosäureprofil. Tauchen
in der Analyse von Lebensmittelmatrizen
andere Werte auf, lässt das Rückschlüsse
zu, dass es sich nicht um reines Grillenprotein
handelt, sondern dass andere Zusätze
beigemischt wurden.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Membrapure
AUTOR:
DR. THORSTEN
HEINLEIN
Area Sales Manager EMEA,
Membrapure
dei 06-2025 41
Pflanzlicher Ei-Ersatz für Backwaren
Bild: Informa
Vom 2. bis 4. Dezember 2025 findet die
nächste Ausgabe der Fachmesse für Lebensmittel-
und Getränke-Inhaltsstoffe im Paris
Expo Porte de Versailles statt. Erwartet werden
rund 1550 Aussteller sowie etwa 24 500
Fachbesucher aus mehr als 135 Ländern.
Ein zentrales Merkmal der Messe 2025: die
vier spezialisierten Ausstellungszonen mit
neuem Zuschnitt. Neben den klassischen Bereichen
„Food Ingredients“ und „Health Ingredients“
rückt diesmal verstärkt die Pet-
Food-Branche in den Fokus – die eigene
„Petfood Suppliers Hub“ kehrt nach erfolgreicher
Premiere 2024 zurück und widmet
sich Ingredienzien, Technologien, Verpackungslösungen
sowie regulatorischen und
Konsumententrends.
Neu eingeführt wird eine „Ready-to-Market“
Zone, in der fertige, marktreife Produkte
sowie Private-Label-Lösungen präsentiert
werden. Damit schlägt die Messe die Brücke
von reinen Inhaltsstoffen zu konsumfertigen
Innovationen. Auch im Rahmenprogramm
gibt es frische Formate: So debütiert das
Event „Fetch the Future: Pet Food Edition“,
eine gezielt auf Pet-Nutrition ausgerichtete
Session für Entscheider aus diesem Marktsegment.
Loryma reagiert auf die steigenden Eierpreise und Lieferengpässe
mit Lory Stab, einem pflanzlichen Ei-Ersatz für
Backwaren. Die Mischung aus natürlichen, technisch behandelten
Rohstoffen bietet hervorragende Teigstabilität,
optimales Volumen und charakteristische Backoptik, etwa
pilzförmige Muffinkuppeln. Lory Stab eignet sich für
Muffins, Rührkuchen, Waffeln, Pancakes und europäische
Süßspeisen und lässt sich geschmacklich flexibel kombinieren.
Hersteller profitieren von gleichbleibender Qualität,
authentischem Geschmack, längerer Haltbarkeit und
reduziertem Fettgehalt. Die pflanzliche Alternative unterstützt
die Kostenkontrolle, senkt Abfälle und erfüllt den
wachsenden Wunsch nach gesunden, pflanzlichen Produkten,
ohne Leistung oder Geschmack einzubüßen. Loryma
bietet zudem umfassende Formulierungsberatung,
damit die Backwarenhersteller die Vorteile der innovativen
Lösung optimal nutzen können.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Loryma
Halle 71, Stand C34
Vitamine für die Tierernährung
BASF startet mit Lutavit A/D3
1000/200 NXT eine neue, mikroverkapselte
Vitaminformulierung
für die Tierernährung, die
Vitamin A und D3 in einem Produkt
vereint. Hergestellt in der
hochmodernen Anlage am Verbundstandort
Ludwigshafen,
bietet das Produkt höchste Qualität,
gleichbleibendes 5:1-Verhältnis
von A zu D3 und eine
Haltbarkeit von 18 Monaten unter
Standardlagerbedingungen.
Die Formulierung zeigt stabile
Leistung in Vormischungen und
Pellets sowie eine nachgewiesene
Bioverfügbarkeit in allen relevanten
Tierarten. Dank fortschrittlicher
Ressourceneffizienz
und optimierter Produktion unterstützt
Lutavit A/D3
1000/200 NXT zudem die
Bild: Loryma
Nachhaltigkeitsziele der Kunden.
Die Markteinführung reagiert
direkt auf die Anforderungen
von Tierernährungsherstellern
und vereint Komfort, Leistung
und Umweltbewusstsein in
einem Produkt, das zuverlässige
Versorgung und hohe Produktqualität
sicherstellt.
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Suchwort: BASF
Halle 71, Stand C19
Bild: BASF
42 dei 06-2025
Breites Spektrum an Produktlösungen
Neue Plattform für Getränkeinspiration
Bild: La Famiglia– Shutterstock
Unter dem Motto „Ingredient
Excellence by Raps: Unlocking
Functionality, Taste & Innovation“
stellt der Gewürz- und Ingredient-Spezialist
seine neuesten
Entwicklungen vor. Mit mehr
als 100 Jahren Erfahrung kombiniert
Raps traditionelle Gewürzexpertise
mit moderner Technologie.
Das Ergebnis sind maßgeschneiderte
Lösungen für vielfältige
Anwendungen – von Backwaren,
Snacks und Milchprodukten
über Fleisch- und Fleischalternativen
bis hin zu Saucen,
Dips und funktionellen Shots.
Zu den Highlights zählen herzhafte
Füllungen für Gebäck -
snacks, anwenderfreundliche
Marinaden, authentische Rauch -
aromen für BBQ-Saucen und
vielseitige Gewürzmischungen.
Auch Extrakte und Zubereitungen
für Frischkäse, Hummus
oder Fruchtgummis werden
vorgestellt. Die Technologien
von Raps sorgen für geschützte
Aromen, verbesserte Haltbarkeit
und konstant hohe Produktqualität
– für mehr Effizienz und
stärkere Kundenbindung.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Raps
Halle 72, Stand G68
Bild: oneinchpunch – stock.adobe.com
IFF hat mit SipScape eine neue
Plattform vorgestellt, die Getränkemarken
Inspiration für alkoholarme
und alkoholfreie
Produkte liefert. Die Plattform
bietet Einblicke in Produktdesign,
Geschmacksmodulation
und Süßereduzierung und zeigt,
wie Pflanzen, natürliche Farben
und funktionale Zutaten aktuelle
Verbrauchertrends unterstützen.
Angetrieben von der Trend- und
Foresight-Funktion Panoptic
analysiert SipScape kulturelle
und konsumbezogene Veränderungen,
etwa den bewussten
Konsum jüngerer Zielgruppen.
Fünf neue Consumer Personas
veranschaulichen unterschiedliche
Bedürfnisse und Vorlieben.
SipScape ermöglicht Marken,
Verbraucher besser zu verstehen,
innovative Produkte zu entwickeln
und Getränke zu schaffen,
die über den reinen Alkoholgehalt
hinaus Erlebnisse, Genuss
und Funktionalität vereinen
– abgestimmt auf die Werte
und Erwartungen moderner
Konsumenten.
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Suchwort: IFF
Halle 72, Stand Q80
Neues Konzept für Proteinriegel
Bild: Arla Foods Ingredients
Arla Foods Ingredients bringt mit Easy Bite einen mundgerechten Proteinriegel auf
den Markt, der bis zu 40 % hochwertiges Protein liefert, ballaststoffreich ist und
ohne Zucker, Fett oder Maltit auskommt. Hergestellt aus der maßgeschneiderten
Molkenproteinlösung Lacprodan EasyBar, bleibt die Textur über eine zweijährige
Haltbarkeit stabil, ohne zusätzliche fett- oder wasserbindende Zutaten. Das Konzept
reagiert auf den Trend zu gesunden, proteinreichen Snacks, die gleichzeitig
geschmacklich überzeugen. Zusätzlich stellt Arla Foods Ingredients zwei weitere
Konzepte vor: eine Protein-Limonade mit 10 g Protein pro Portion ohne Zucker
sowie „Refreshed in Seconds“, einen klaren Shake mit 20 g Protein, der schnellen
Schaumabbau und erfrischenden Geschmack bietet.
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Suchwort: Arla Foods Ingredients
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dei 06-2025 43
dei
NAHRUNGSMITTELMASCHINEN
Nachrüstung bestehender Trockner mit Wärmepumpentechnik
Retrofit revolutioniert die
Kräutertrocknung
Steigende Energiekosten und die CO 2 -Bepreisung machen nachhaltige Lösungen unverzichtbar.
Bei Gäubodenkräuter im niederbayerischen Straubing wurde eine bestehende
Trocknungsanlage auf Wärmepumpentechnik umgerüstet – mit großem Erfolg:
Der Energieverbrauch sank deutlich, während die Produktqualität spürbar stieg.
Gäubodenkräuter verarbeitet Kräuter und
verkauft diese an Lebensmittelhersteller
weiter. Petersilie, Schnittlauch und vieles
mehr erwirbt Gäuboden aus der regionalen
Landwirtschaft. In der Produktion werden
die wertvollen Kräuter geschnitten, getrocknet
und verpackt. Der bestehende Trockner
war zwar voll funktionstüchtig, die Energiequelle
jedoch – Gas – wurde immer teurer.
Richard Bachl, Geschäftsführer bei Gäubodenkräuter,
berichtet: „Wir hielten nach
energieeffizienten Möglichkeiten Ausschau
und wollten mit einer zeitgemäßen Trocknung
in die Zukunft gehen.“
Die Ringelblumen werden nach der Ernte mithilfe energieeffizienter Wärmepumpentechnologie
besonders schonend getrocknet
Bilder: Harter
Retrofit ist ein Konzept mit Zukunft
Auf der Anuga Foodtec entstand der Kontakt
zwischen Gäuboden und dem Trocknerhersteller
Harter aus Stiefenhofen im
Allgäu. Harter entwickelte bereits vor über
30 Jahren eine Kondensationstrocknung auf
Basis einer Wärmepumpe und optimierte
diese über die Jahrzehnte permanent. Seit
vielen Jahren wird diese effiziente Art der
Trocknung auch in der Lebensmittelindustrie
eingesetzt. Bisher handelte es sich jedoch
immer um Neuanlagen. Erstmalig realisierte
Harter nun einen Retrofit. Damit
sieht der innovative Trocknerhersteller ein
Konzept für die Zukunft, denn viele Hersteller
haben gute Trockner im Einsatz und
es gibt keinen Grund, daran zu rütteln. Unter
bestimmten Umständen ist es möglich,
die bestehende Energiequelle abzuschalten
und auf Wärmepumpentechnik umzurüsten.
Es ist immer eine Einzelfallbetrachtung.
Im hauseigenen Technikum führt Harter
Versuche für Interessenten durch. Zu dieser
Dienstleistung gehören auch Leihanlagen,
mit denen Trocknungstests vor Ort durchgeführt
werden. Auch der Bau ganz individueller
Testtrockner ist manchmal Teil der
Vorgehensweise.
So war auch das Prozedere bei Gäubodenkräuter.
Erste Tests liefen mit Kapuzinerkresse
in einem kleinen Kompakttrockner. Anschließend
führten Harter und Gäuboden
weitere Versuchsreihen vor Ort in Straubing
durch. Hier konnten nun die relevanten Parameter
realitätsnah ermittelt werden, denn
die Kräuter konnten direkt aus den Vorprozessen
entnommen werden. Temperatur und
Zeit sind primäre Faktoren bei der Trocknung.
Luftvolumenstrom, Luftgeschwindigkeit
und Luftführung sind ebenso wichtige
44 dei 06-2025
Einflussgrößen. Am Ende braucht es ein perfektes
Zusammenspiel aller, um eine erfolgreiche
Trocknung zu realisieren.
Geschlossener Luftkreislauf
Der bei Gäubodenkräuter vorhandene Trockner
war ein Sieben-Band-Trockner mit jeweils
12 m Bandlänge. Circa 1250 kg Petersilie
oder Schnittlauch, die Hauptprodukte,
werden pro Stunde durch den Trockner gefahren.
Die bisherige Temperatur lag durchschnittlich
bei 100 °C. Als Energiequelle
nutzte Gäubodenkräuter einen Gasbrenner.
Ungefähr 1900 kW Gas waren notwendig,
um den Trockner zu betreiben. So waren sowohl
der Verbrauch als auch die hohen Temperaturen
ein zu optimierendes Thema. Teil
des Trockners war zudem ein Filter, der regelmäßig
gewechselt werden musste. Ihn
auszutauschen war ein mühseliges Unterfangen,
denn der Kräuterproduzent musste
dazu den Bandtrockner für längere Zeit außer
Betrieb nehmen.
Bei der Prüfung des Prozesses stellte sich für
Harter heraus, dass es möglich war, die bestehende
Anlage umzurüsten. Dieses Konzept
fand natürlich auch bei Gäubodenkräuter
großen Anklang, denn der bestehende
Edelstahltrockner funktionierte als solches
einwandfrei. Die fünf Gasbrenner wurden
außer Betrieb genommen. Stattdessen installierte
Harter fünf Wärmepumpenmodule.
Die Wärmepumpenmodule sind durch isolierte
Rohrleitungen mit dem Bandtrockner
verbunden. Sie stellen die erforderliche Prozessluft
bereit und sind auch für den Kondensationsprozess
verantwortlich. Auf diese
Weise wurde aus einem Abluft-Gas-Trockner
ein abluftfreier Kondensationstrockner.
Die Wärmepumpentrocknung arbeitet in einem
geschlossenen Luftkreislauf. Dies erhöht
die Effizienz der Wärmepumpe um ein
weiteres. Das geschlossene System bedeutet
zudem eine völlige Unabhängigkeit von jahreszeitlichen
und klimatischen Schwankungen.
Der Prozess ist maximal sicher und
nachhaltig zudem.
74 % weniger Energiebedarf
Die Wärmepumpentrocknung arbeitet mit
extrem trockener und damit ungesättigter
Durch die Wärmepumpentrocknung steigert Gäubodenkräuter sowohl Energieeffizienz
als auch Produktqualität
Luft, die die Feuchte der Produkte aufnimmt
und sie dadurch trocknet. Dieser
physikalische Ansatz ermöglicht eine Entfeuchtung
bei niedrigen Temperaturen. Sie
bewegen sich grundsätzlich zwischen 20
und 75 °C. Bei Gäuboden werden beispielsweise
Schnittlauch und Petersilie heute bei
75 °C getrocknet. Die niedrigen Temperaturen
verbesserten die Produktqualität. Die
schonende Trocknung wirkt sich neben der
Optik natürlich auch positiv auf Aroma und
Inhaltsstoffe der Kräuter aus. So sind diese
Kräuter intensiver in ihrer Farbe und ihrem
Duft. Kräuter wie Kapuzinerkresse und andere
Arzneipflanzen benötigten noch niedrigere
Temperaturen von beispielsweise
40 °C. Hier liegt der Fokus auf dem Erhalt
der Inhaltsstoffe, denn die Kräuter werden
anschließend für Arzneimittel verwendet. An
dieser Stelle sei erwähnt, dass Harter mit
wenig Aufwand auch Temperier- und Kühlschritte
in die Wärmepumpentrocknung
einbauen kann, wenn dies prozessbedingt
gewünscht oder notwendig ist. Beides war
bei Gäuboden jedoch nicht der erforderlich.
Was den Energieverbrauch angeht, so benötigt
der Trockner mit Wärmepumpe heute
500 kW elektrisch statt zuvor 1900 kW
thermisch. Das bedeutet eine Reduzierung
um 74 %. Damit ist Gäubodenkräuter auch
hier gut für die Zukunft vorbereitet.
Ein weiteres Plus: Die Wärmepumpentrocknung
wurde als zukunftsfähige Technologie
eingestuft, sodass Kunden staatliche Zuschüsse
für diese Art der Trocknung erhalten
können. Das gilt sowohl für Neuanlagen als
auch für Umrüstungen auf die Harter-Wärmepumpentechnik.
Auch Gäuboden kam in
den Genuss der Förderung. Sogar die ungeliebte
Filterbox integrierte Harter so in den
Trockner, dass die Mitarbeitenden bei Gäubodenkräuter
sie heute im laufenden Betrieb
wechseln können.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Harter
AUTOR:
STEPHAN ORTMANN
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dei 06-2025 45
dei
NAHRUNGSMITTELMASCHINEN
Von der individuellen Trocknung bis zur Abluftbehandlung
Effizienz in der
Fleischtrocknung
Die Fleischindustrie steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits steigen
die Produktions- und Energiekosten kontinuierlich, andererseits verschärfen sich die
Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneinsatz. Bei der Trocknung von
Fleisch- und Wurstwaren machen Anlagensysteme mit präziser Luftführung und
ressourcenschonenden Technologien einen echten Effizienzunterschied.
Deutsche Verbraucher zahlten im Juli
2025 für Rindfleisch im Schnitt rund 19 %
mehr als ein Jahr zuvor. Im Langzeittrend
und auf EU-Ebene wird die Teuerungsrate
bei Fleisch- und Wurstwaren mit teils über
40 % seit 2015 noch deutlicher. Wie hoch
der Einkaufskostendruck entlang der gesamten
Fertigungs- und Lieferkette ist,
zeigt sich nicht nur an diesen Preisweitergaben.
Gleichzeitig pocht der Handel auf
moderate Preise und entfacht damit auf
Seiten der Hersteller erst recht einen
Kampf um Marktanteile. Effizienztechnologien
mit kurzer Amortisationsdauer zur
Senkung laufender Kosten werden somit
bedeutsamer denn je. Beim Engineering
passgenauer Luftsysteme für den so elementaren
Trocknungsprozess bei Fleischund
Wurstwaren setzt das niedersächsische
Traditionsunternehmen Vetec Anlagenbau
sowohl auf die Erfahrungen zahlreicher
Referenzprojekte als auch auf KI-gestützte
Strömungssimulationen. So entstehen effiziente
Systemdesigns wie der Aeromat
Cross Power für die Trocknung liegende
Produkte wie Bacon, Beef Jerky oder
Snacks für Hunde. Diese Universalanlage
zeichnet sich durch eine horizontale Luftführung
mit patentierter Düsengeometrie
aus. Die Luftgeschwindigkeit ist bis zu vier
Mal höher als bei herkömmlichen Anlagen.
Der Aeromat Cross Power eignet sich für die effiziente Trocknung liegender Produkte
Bilder: Vetec
Konstante Luftverteilung
Mit einer speziellen, alternierenden Einblastechnik
lässt sich die Einströmung der
Luft individuell steuern und damit an das
Produkt anpassen. Das Wechselklappensystem
im klassischen Aeromat sorgt für eine
dynamische Luftzirkulation an Produkten
wie Hot Dog, Wiener oder Mortadella, wodurch
eine noch höhere Gleichmäßigkeit
erzielt wird. Die dadurch gewährleistete
konstante Luftverteilung im Transportwagen
sorgt bei gleichbleibend hoher Qualität
für eine optimierte Ausbeute bei hängenden
sowie liegenden Produkten – unabhängig
von ihrer Position und auch bei dichter
Beladung. Diese vergleichbaren Bedingungen
minimieren punktuelle Hot- oder
Coldspots und sichern den Lebensmittelherstellern
einen stabilen, reproduzierbaren
46 dei 06-2025
Prozess und damit bares Geld. Denn mit
Übertrocknung beispielsweise gehen signifikante
Gewichtsverluste einher, die hinterher
für die Erreichung von Verpackungsvorgaben
mit teuren Fleischzugaben kompensiert
werden müssten.
ABLUFTREINIGUNG:
BIOFILTERSYSTEM
Die Steuerung minimiert punktuelle Hot- oder Coldspots und sichert den Lebensmittelherstellern
einen stabilen, reproduzierbaren Prozess ohne Übertrocknung
Weitere Energieeinsparpotenziale
Durch den Einsatz weiterer technischer Details
erzielen die Anlagensysteme von Vetec
zusätzliche Energieeinsparungen. So sind
beispielsweise IE4-Motoren mit Frequenzumrichtern
an speziell geformten Ventilatoren
mit der Energieeffizienzklasse 1 verbaut,
wodurch beim Antrieb für die Lufttrocknung
ein erhöhter Wirkungsgrad erreicht
wird. Zudem reduzieren optionale
Wärmerückgewinnungskonzepte bis zu
30 % des Energiebedarfs durch Vorheizen
der Frischluft mittels Abwärme. Strömungsoptimierte
Komponenten wie der Flachrohrwärmetauscher
mit spezieller Bauweise
halbieren den Druckwiderstand im Vergleich
zu herkömmlichen Technologien. Ein Vorkühlen
mit gefilterter und kostenloser Außenluft
bei Intensivkühlanlagen sorgt darüber
hinaus für eine optimale Ausnutzung
dank automatischer Berechnung der nutzbaren
Außenluftenergie. Und auch der Abtrocknungsvorgang
auf einen vom Kunden
definierten Feuchtigkeitsgehalt mittels dosierter
Frischluftklappe und reduziertem Abluftstrom
reduziert deutlich die Heizkosten
und führt zu weniger Gewichtsverlust. Da
allein Wärmeerzeugung und Kühlung bis zu
60 % des Gesamtenergieverbrauchs in der
Fleischverarbeitung ausmachen, wird das
enorme Einsparpotenzial hier besonders
deutlich.
Abluftreinigungssystem ECO Airclean F
Mit dem System ECO Airclean F
hat Vetec das Konzept des Biofilters
so weiterentwickelt, dass
sämtliche Gerüche und Rauchgase,
die bei der thermischen
Verarbeitung von Fleisch und
Wurst, Fisch, Käse sowie Pet
Food entstehen, mehrstufig, effizient
und kostengünstig behandelt
werden können. Die
Schadstoffe werden dabei
durch eine Berieselungsanlage
in eine wässrige Lösung über-
führt, die von Hackschnitzeln
wie ein Schwamm aufgesaugt
und durch Bakterien abgebaut
wird. ECO Airclean F ist auch
bei Außentemperaturen bis
50 °C ein höchst zuverlässiges
System. Es besticht durch minimalen
Wartungsaufwand sowie
niedrige laufende Kosten im
Vergleich zu technischen Alternativen.
Durch die lange Standzeit
der Hackschnitzel fallen
über einen Zeitraum von bis zu
zehn Jahren keine Verschleißteile
an, es gibt nahezu keine Abwässer,
auf Reinigungschemie
wird komplett verzichtet und
vor- und nachgeschaltete Systeme
wie Luftwäscher oder Aktivkohle
sind nicht erforderlich.
Die Biofilter gibt es in verschiedenen
Größen und unterschiedlicher
Bauweise, aus Beton
oder Edelstahl, als geschlossene
Variante oder als
Komplettpaket inklusive Rohrleitung.
Effiziente Abgasnachbehandlung
Auch in der Abgasnachbehandlung von
Heiß- und Kaltrauchanlagen schlummern
technologische Möglichkeiten, die wirtschaftliches
Handeln forcieren und sogar
mit Nachhaltigkeitsanforderungen kombinieren.
So hat Vetec Anlagenbau das Konzept
des Biofilters als Methode zur Reinigung
von Kohlenstoff- und geruchstoffhaltiger
Abluft mittels Berieselungsanlage und
Hackschnitzeln weiterentwickelt: Das System
ECO Airclean F verursacht minimalen
Wartungsaufwand und niedrige laufende
Kosten im Vergleich zu technischen Alternativen.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Vetec Anlagenbau
AUTOR:
STEPHAN GÜRLICH
Senior Projektmanager,
Vetec Anlagenbau
dei 06-2025 47
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48 dei 06-2025
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Whitepaper: UPFs im neuen Licht
Bild: Mewa
Das neue Sortiment 2025/2026
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für Arbeitsschutz findet sich ein
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Suchwort: Mewa
Das aktuelle Whitepaper von
Planteneers nimmt sich eines
kontrovers diskutierten Themas
an: der Einstufung pflanzenbasierter
Produkte als „Ultra Processed
Foods“ (UPF). Nach den
gängigen Klassifizierungssystemen
gelten viele pflanzliche Alternativen
als ultrahochverarbeitet
und damit pauschal als ungesund.
Genau hier setzt das Whitepaper
an und fordert eine differenziertere
Betrachtung.
Die Autoren um Produktmanagerin
Rebecca Bohlmann plädieren
für eine Neubewertung der Kriterien:
Künftig sollten Nährwert,
Zusammensetzung und wissenschaftlich
belegte Gesundheitseffekte
stärker gewichtet werden.
Zudem werden konkrete Wege
aufgezeigt, wie pflanzliche Produkte
durch Fermentation, Anreicherung
und den Einsatz vollwertiger
Zutaten ernährungsphysiologisch
optimiert werden
können. Das Whitepaper gibt es
unter www.planteneers.com.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: Planteneers
Bild: Planteneers
Erfinden: Lesestoff aus dem Deutschen Patent- und Markenamt
Bild: DPMA
Die neue Publikation „erfinden“ des Deutschen Patent- und Markenamts
(DPMA) gibt Einblicke in aktuelle Forschung und Entwicklung und zeigt Lösungen
von morgen. Basis sind weltweite Patentanmeldungen, die den Prüferinnen
und Prüfern des DPMA täglich begegnen. Das Spektrum reicht von verbesserter
Gewittervorhersage bis zur Reduktion optischer Irritationen auf Fahrzeugdisplays.
Die Themenvorschläge stammen von den rund 1000 Prüferinnen und Prüfern
des DPMA, die über breite naturwissenschaftliche und technische Expertise
verfügen. Das Heft zeigt die Dynamik des Innovationsschutzes und ersetzt die
bisherige Publikation „Erfinderaktivitäten“. Mit neuem Layout, Infografiken und
verständlichen Erklärtexten macht „erfinden“ komplexe Technologien zugänglich.
Die Publikation steht unter www.dpma.de/erfinden zum Download bereit.
www.prozesstechnik-online.de
Suchwort: DPMA
dei
SO ERREICHEN SIE DIE REDAKTION
DANIELA HELD
Redakteurin
Tel. 0711 7594-284
daniela.held@konradin.de
DR. BERND RADEMACHER
Redakteur
Tel. 0711 7594-263
bernd.rademacher@konradin.de
BARBARA DIVIGGIANO
Redaktionsassistentin
Tel. 0711 7594-415
barbara.diviggiano@konradin.de
dei 06-2025 49
dei
VORSCHAU
01-2026
INTELLIGENTE TRANSPORTROBOTIK
Bei Arla Foods im britischen Aylesbury steuern 90
maßgefertigte Transportroboter von ek robotics
den Materialfluss vollautomatisch. Das fahrerlose
Transportsystem sorgt in einer der größten
Frischmilchmolkereien Europas für präzise, sichere
und effiziente Abläufe rund um die Uhr.
LEISTUNGSREGELUNG IM BACKPROZESS
Für die Beheizung der Backplatten seiner Waffelbackanlagen
setzt Hebenstreit neben Erdgas oder Propan/Butan-Gas
zukünftig auch auf die elektrische
Wärmeerzeugung. Die Steuerung des elektrifizierten
Wärmebehandlungsprozesses erfolgt
durch die Leistungsregler der GPC-Serie.
VERLÄSSLICHE TRANSPORTPROZESSE
Gebläse und Verdichter bei der A+S BioTec
GENAU GESCHAUT
KI bei der Leerflascheninspektion
GETRÄNKE IN BEWEGUNG
Förderbänder für kleine und schmale Gebinde
Das Praxismagazin für die Lebensmittelproduktion
einschließlich der Entwicklung,
Verpackung, Lagerung und dem Transport
von Nahrungsmitteln und Getränken.
ISSN 0343–9704
Herausgeberin
Katja Kohlhammer
Verlag
Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH
Ernst-Mey-Straße 8,
70771 Leinfelden-Echterdingen,
Germany
Geschäftsführer
Peter Dilger
Verlagsleiter
Peter Dilger
Redakteure V.i.S.d.P.
Dipl.-Ing. Daniela Held (dh),
Phone +49 711 7594-284
E-Mail: daniela. held@konradin.de
Dr. Bernd Rademacher (br),
Phone +49 711 7594-263
E-Mail: bernd.rademacher@konradin.de
Redaktionsassistenz
Barbara Diviggiano,
Phone +49 711 7594-415, Fax -1415
E-Mail: barbara.diviggiano@konradin.de
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50 dei 06-2025
Industrie
Das Kompetenznetzwerk der Industrie
Websession
Aufzeichnung
Websession
von
12.11.2025
Herstellung und Verpackung
von Pet Food
Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel: In deutschen Haushalten leben rund
34 Millionen Tiere. Allein für Tiernahrung gaben die Deutschen 2024 4,3 Milliarden
Euro aus – Tendenz steigend.
In unserem Webcast erfahren Sie mehr über:
• Anlagen, Verfahren und Komponenten für die Herstellung von Heimtiernahrung
• Effiziente Lösungen für Verpackung und Logistik
• Aktuelle Trends rund um Pet Food
Jetzt Webcast anschauen – kostenlos und jederzeit verfügbar!
KEYNOTE
Herstellung und Verpackung von
Pet Food – Trends und
Herausforderungen
Dr. Katrin Langner
Industrieverband
Heimtierbedarf (IVH) e. V.
Rapskernkonzentrat aus dem EthaNa
Verfahren als proteinreiche und bitterstoffarme
Zutat in Futtermitteln
Dr. Robert Hartmann
Fraunhofer Zentrum für
Chemisch-Biotechnologische
Prozesse
REFERENTEN
Jetzt
Webcast
anschauen!
DIREKTLINK:
https://lmy.de/kDvub
Effizient dispergiert,
perfekt ernährt:
Prozesspower für
moderne Tiernahrung
Dr.-Ing. Hans-Joachim Jacob
ystral gmbh maschinenbau
+ processtechnik
Effizienz und Flexibilität in
der Pet Food Produktion
Waldemar Koch
VEMAG Maschinenbau
GmbH
Flexibel bleiben!
Timo Naser
Maschinenfabrik Seydelmann KG
Die Mischung macht’s –
Mit System zur perfekten
Mixpackung für Tiernahrung
Lukas Hug &
Dieter Mößner
Gerhard Schubert
GmbH
Unsere
Partner:
dei 06-2025 51
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Whitepaper
Food Defense
securiton.de/food-2511
Food Defense:
Schutz vor Terrorismus,
Sabotage und Diebstahl.
Videosicherheit ist intelligente
Videoüberwachung mit IPS-Faktor.
Besonders. Sicher.
securiton.de/food-2511
52 dei 06-2025