19.11.2025 Aufrufe

dei – Prozesstechnik für die Lebensmittelindustrie 06.2025

Die Fachzeitschrift dei - Prozesstechnik für die Lebensmittelindustrie berichtet über Verfahren, Anlagen, Apparate und Komponenten für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Weitere Themen sind Hygienic Design, Industrie 4.0, digitale Produktion, MSR- und Automatisierungstechnik und die Verpackungstechnik. Abgerundet wird das inhaltliche Spektrum durch Nahrungs- und Genussmittelmaschinen, roboterbasierte Verpackungslösungen sowie Food Design und Getränkekonzepte.

Die Fachzeitschrift dei - Prozesstechnik für die Lebensmittelindustrie berichtet über Verfahren, Anlagen, Apparate und Komponenten für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Weitere Themen sind Hygienic Design, Industrie 4.0, digitale Produktion, MSR- und Automatisierungstechnik und die Verpackungstechnik. Abgerundet wird das inhaltliche Spektrum durch Nahrungs- und Genussmittelmaschinen, roboterbasierte Verpackungslösungen sowie Food Design und Getränkekonzepte.

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06-2025

24 TITEL

MESSTECHNIK IN DER

MILCHVERARBEITUNG

8 VERPACKUNG

RECYCLINGFÄHIGKEIT IST

KEIN ZUFALLSPRODUKT

22 DIGITALES TYPENSCHILD

ALLE INFORMATIONEN

MIT EINEM SCAN

44 WÄRMEPUMPENTECHNIK

RETROFIT FÜR DIE

KRÄUTERTROCKNUNG

34 TREND

FOOD DESIGN

PROZESSTECHNIK FÜR DIE LEBENSMITTELINDUSTRIE

WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/FOOD

dei 06-2025 1


Industrie

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Anmeldeschluss: 27.02.2026

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Kühlmedium, Lösemittel, Reaktionspartner oder in der

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Zwischen strengeren Grenzwerten, zunehmendem

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dei

EDITORIAL

„Da mischen

wir uns

gerne ein.“

Regenerativ

statt nur dabei

Das Technikmuseum mit seinen imposanten Flugzeugen und die

Arena der TSG Hoffenheim sind die markanten Merkmale von Sinsheim.

Kaum jemand aber nimmt die unscheinbare Klima Arena

wahr, die direkt daneben liegt – dabei lohnt sich ein Besuch unbedingt,

wie ich bei den Fachpressetagen von Bürkert erfahren durfte.

Die Ausstellung zeigt auf beeindruckende Weise, wie eng unser tägliches

Leben mit Themen wie Klima, Energieverbrauch und Ressourcenschonung

verwoben ist. Selbst wer meint, das Thema Klimawandel

bereits gut zu kennen, wird hier überrascht: Wussten Sie, dass

ein vollständiges Abschmelzen des Eises weltweit den Meeresspiegel

um rund 72 m ansteigen ließe? Spätestens an diesem Punkt wird

klar, dass Handeln keine Option, sondern eine Notwendigkeit ist.

Das hat auch Bürkert Fluid Control Systems erkannt. Nach eigenen

Hochwassererfahrungen will CEO Georg Stawowy das Unternehmen

zu einem Vorreiter der regenerativen Wirtschaft machen. Wie

dieser Wandel konkret aussehen soll, lesen Sie auf Seite 32.

Was war sonst noch los? In Nürnberg fand die Fachpack zusammen

mit der Powtech-Technopharm statt. Das Messeduo füllte das Nünberger

Messegelände fast zur Gänze. Und auch die Stimmung war

gut – schließlich war ganz Europa zu Gast. Auch wir haben uns drei

Tage auf der Messe für Sie umgeschaut. Unsere Messenachlese finden

Sie ab Seite 11. Davor finden Sie noch ein Interview mit

Philippe Blank, Head of Circular Economy bei Henkel, zum Thema

„Recyclingfähigkeit faserbasierter Verpackungsmaterialien“.

Ans Herz legen möchte ich Ihnen noch den Titelbeitrag dieser Ausgabe

auf Seite 24: Mithilfe von intelligenter Messtechnik meistert

die Meierei Barmstedt die vielfältigen Herausforderungen in der

Milchverarbeitung. Viel Spaß beim Lesen.

Ausgewogene Milchdrinks liegen

im Trend: Mit den Stabiprime

Funktionssystemen von Hydrosol

gelingen Ihnen zucker- und fettreduzierte

Milchmischgetränke,

die garantiert den vollen Genuss

versprechen.

• angenehmes Mundgefühl bei

weniger Fett und Zucker

• stabile Formulierung

• carrageenfreie Lösungen

möglich

Dr. Bernd Rademacher, Redakteur

www.hydrosol.de dei 06-2025 3


dei INHALT 06-2025

24 Titel Genauigkeit,

Hygiene und Prozesssicherheit

zählen in der

Milch verarbeitung zu den

entscheidenden Faktoren.

Die Meierei Barmstedt

meistert diese Anforderungen

mit der kompakten

und intuitiv bedienbaren

Messtechnik

Compact Line.

8 „Recyclingfähigkeit ist

kein Zufallsprodukt“, sagt

Philippe Blank, Head of

Circular Economy bei

Henkel, im dei-Interview.

18 Effizient nachhaltig?

Geht das bei Verpackungsprozessen?

„Ja“, sagt Alexander

Hauschke, Executive

Vice President Corporate

Strategy bei Multivac.

VERPACKEN, KENNZEICHNEN

8 Recyclingfähigkeit ist kein Zufallsprodukt

Faserbasierte Verpackungsmaterialien auf dem Prüfstand

TREND FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE

34 Die Zukunft auf dem Teller?

Kultiviertes Fleisch demnächst auch in Europa

11 MESSENACHLESE FACHPACK

16 Flexibles Bestücken von Displayschachteln

Flossen raus

18 Lebe lange und nachhaltig

Nachhaltigkeit und Effizienz sind kein Widerspruch

MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG

20 Mehr Transparenz in der Molkerei

Supply-Chain-Lösungen für Gropper und

Moers Frischeprodukte

22 Alle Informationen mit einem Scan

Digitales Typenschild auf Trennverstärkern und

Messumformern

24 TITEL Messtechnik für die Meierei Barmstedt

Kompakt, intuitiv bedienbar und nahtlos in

bestehende Prozesse integrierbar

FOKUS: FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE

38 Isomaltulose unterstützt gesunden Stoffwechsel

Neue Studie zeigt: Ausschüttung der Darmhormone

GLP-1 und PYY erhöht

40 Aminosäureanalyse zeigt Qualität von Proteinen

Damit die Grille auf dem Teller hält, was sie verspricht

42 MESSEVORSCHAU FI EUROPE

NAHRUNGSMITTELMASCHINEN

44 Retrofit revolutioniert die Kräutertrocknung

Nachrüstung bestehender Trockner mit Wärmepumpentechnik

46 Effizienz in der Fleischtrocknung

Von der individuellen Trocknung bis zur Abluftbehandlung

27 MESSEVORSCHAU SPS

30 Inline-Monitoring komplexer Flüssigkeiten

Incipientus-CTO Reinhardt Kotzé im Interview

32 Öko-Spinner oder Visionär?

Bürkert will regenerativ statt nur nachhaltig wirtschaften

4 dei 06-2025


34 Fleisch aus Zellkulturen

nimmt in Europa

konkrete Gestalt an. Erste

Zulassungsanträge wurden

in Frankreich und

den Niederlanden gestellt.

44 Bei Gäubodenkräuter

in Straubing wurde eine

bestehende Trocknungsanlage

mit Erfolg auf Wärmepumpentechnik

umgerüstet.

RUBRIKEN

3 Editorial

4 Inhalt

37 Exklusiv auf prozesstechnik-online.de

37 Gewinner Top-Produkt des Monats September

49 Literatur, Broschüren, E-Medien

49 So erreichen Sie die Redaktion

50 Vorschau

50 Impressum

WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/FOOD

Mehr Nachrichten, Fakten, Produkte,

Lösungen rund um die Prozesstechnik

in der Lebensmittelindustrie finden Sie

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dei 06-2025 5


dei

NACHRICHTEN

Energiewende gefährdet die Zukunft der Ernährungsindustrie

STUDIE ZEIGT: ENERGIEWENDE DROHT ZU SCHEITERN

Bild: Ovid

Übergabe der Studie im Bundestag –

v.l.n.r.: Jaana Kleinschmit von Lengefeld

(Ovid), Michael Haendel (Fraunhofer ISI),

Julia Laudenbach (VGMS), Fabian Gramling

(MdB)

Die Transformation der energieintensiven

Ernährungsindustrie droht zu scheitern. Zu

diesem Ergebnis kommt die neue Studie

FlexErnährungsindustrie des Fraunhofer-Instituts

für System- und Innovationsforschung

ISI. Demnach bremsen hohe Stromkosten,

schleppender Netzausbau und unsichere

politische Rahmenbedingungen die

Dekarbonisierung der Branche massiv aus.

Mit rund zehn Prozent Anteil am industriellen

Energieverbrauch ist die Ernährungsindustrie

ein zentraler Hebel der

Energiewende. Doch elektrische Prozesswärme

ist derzeit bis zu 80 % teurer als

Erdgas aus Kraft-Wärme-Kopplung, was Investitionen

in Wärmepumpen oder andere

grüne Technologien unattraktiv macht. Zudem

warten Unternehmen laut Studie teils

bis zu 15 Jahre auf neue Netzanschlüsse –

bei gleichzeitig steigendem Leistungsbedarf

durch Elektrifizierung.

„Unsere Analyse zeigt eine deutliche Lücke

zwischen politischen Zielen und wirtschaftlicher

Realität“, warnt Studienleiter Michael

Haendel vom Fraunhofer ISI. Ohne Reformen

bei Strompreis, Netzausbau und Fördermechanismen

würden dringend nötige

Investitionen ausbleiben.

Die im Auftrag der Verbände Ovid und

VGMS erarbeitete Untersuchung fordert politische

Kurskorrekturen. Ovid-Präsidentin

Jaana Kleinschmit von Lengefeld mahnt:

„Energiekosten, Bürokratie und fehlende

Netzkapazitäten bedrohen unsere Wettbewerbsfähigkeit.

Wir brauchen sofort Planungssicherheit.“

Auch VGMS-Vorständin

Julia Laudenbach betont: „Die Ernährungsindustrie

muss bei der Energiewende mitgedacht

werden – sie sichert die Lebensmittelversorgung

in Deutschland.“

Die Allianz hinter der Studie ist ein Zusammenschluss

von zwölf Verbänden der deutschen

Ernährungsindustrie, die besonders

energieintensive Produktionsprozesse aufweisen

und für die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln

stehen.

Deutscher Markt für alternative Proteine

STUDIE SAGT WEITERES

WACHSTUM VORAUS

Nahrungsmittel aus pflanzlichen Alternativen

sind in Deutschland einer Studie zufolge

weiter im Vormarsch

Pflanzliche und hybride Proteinprodukte

haben sich im deutschen Lebensmittelmarkt

fest etabliert. Laut einer neuen Studie der

AFC Consulting Group und der niederländischen

Initiative Die neuen Protein NL Partner

für Deutschland erzielten pflanzliche Alternativen

2024 im Einzelhandel 1,7 Mrd.

Euro Umsatz – Tendenz steigend. Zwischen

2022 und 2024 wuchs der Markt durchschnittlich

um 3,3 % pro Jahr.

Treiber des Wachstums sind laut Studie

strengere Nachhaltigkeitsvorgaben, regulatorische

Anforderungen und ambitionierte

ESG-Ziele führender Händler. Beispielhaft

steht hierfür das Hybrid-Burger-Patty von

Aldi Nord, das zu 70 % aus Fleisch und zu

30 % aus pflanzlichen Zutaten besteht. Die

neue Studie wurde auf der Anuga 2025

vorgestellt.

Bild: bit24 – stock.adobe.com

dei NACHRICHTEN TICKER

Bild: WEG

Bild: Immanuel Reimold

Bild: Jumo

Bild: Contitech

WEG Germany feiert

Jubiläum

Die WEG Germany GmbH feiert

SEW-Eurodrive eröffnet

Ausbildungszentrum

Heranführen, ausbilden, speziali-

Jumo erhält Ecovadis-

Goldmedaille

Jumo wurde mit der Ecovadis-

Greimeier übernimmt

Contitech-Sparte

Der Continental-Unternehmens-

2025 ihr 30-jähriges Bestehen

sieren: Dieser Dreiklang bildet

Goldmedaille ausgezeichnet und

bereich Contitech hat die Leitung

und blickt auf drei Jahrzehnte

die Grundlage für das neue Aus-

zählt zu den besten 5 % der be-

seines Geschäftsfelds Industrial

voller Innovationen zurück. Als

bildungszentrum von SEW-Euro-

werteten Unternehmen. Matthias

Solutions Europe, Middle East,

Tochterunternehmen des WEG-

drive. Mit namhaften Gästen aus

Raab (Leiter Managementsyste-

Africa (EMEA) mit Manja Greimei-

Konzerns mit Hauptsitz im brasi-

Bildung, Politik, Verbänden und

me), Patricia Naujoks (Leitung Be-

er zum 1. September 2025 neu

lianischen Jaraguá do Sul ist

natürlich zahlreichen Mitarbeitern

triebliches Gesundheitsmanage-

besetzt. Sie folgt auf Song Qi,

WEG Germany heute ein zentra-

wurde das Ausbildungszentrum

ment) und Florian Belz (Umwelt-

der aus privaten Gründen aus

ler Akteur in Europa für Antriebs-

Drive Education vor Kurzem feier-

und Arbeitsschutzmanagement)

dem Unternehmen ausgeschie-

und Automatisierungstechnik.

lich eröffnet.

freuen sich über die Auszeichnung.

den ist.

6 dei 06-2025


Mehr Raum für die Entwicklung und Fertigung von Temperaturmesstechnik

ENDRESS+HAUSER ERÖFFNET NEUBAU IN NESSELWANG

Die Endress+Hauser Gruppe hat in Nesselwang

im Allgäu ein neues Produkt- und Entwicklungszentrum

für Temperaturmesstechnik

und Systemprodukte eröffnet. Mit der

Erweiterung bekennt sich das Familienunternehmen

zur Region und baut gleichzeitig

sein weltweites Netzwerk aus.

Endress+Hauser Temperature+System Products

investierte rund 17 Mio. Euro in den

Neubau. Dank eines klimafreundlichen Energiekonzepts,

das auf der Nutzung von Erdwärme

und Solarstrom basiert, ist das vierstöckige

Gebäude im Betrieb CO 2 -neutral.

Das Unternehmen trägt zu einem verantwortungsvollen

Umgang mit Ressourcen bei.

In den neugeschaffenen Büros finden rund

150 Mitarbeiter Platz. Die Flächen sind vielseitig

gestaltet, sodass sie Rückzugsmöglichkeiten

bieten, aber auch die Zusammenarbeit

erleichtern. Das Umfeld schafft ideale

Voraussetzungen, damit Mitarbeiter ihre

Ideen entfalten und Innovationen vorantreiben

können. Ein Ort der Begegnung ist auch

das neue Betriebsrestaurant im Erdgeschoss.

Insgesamt wuchs die Nutzfläche des Standorts

um 3500 m 2 .

Dr. Peter Selders, CEO der Endress+Hauser

Gruppe: „Als Familienunternehmen denken

und handeln wir mit langfristiger Perspektive.

Wir streben nach nachhaltigem Erfolg.

Bild: Endress+Hauser

Der Neubau von Endress+Hauser Temperature+System

Products in Nesselwang (vorne

rechts im Bild) bietet eine Nutzfläche von

3500 m 2

Deshalb investieren wir kontinuierlich in

unser weltweites Netzwerk für Produktion

und Vertrieb.“

Powerhouse im Bereich Spezialschmierstoffe

KLÜBER LUBRICATION UND OKS BÜNDELN IHRE KRÄFTE

Bild: Klüber Lubrication

Dr. Wolfgang Sammer, Executive Vice President

Sales/Marketing Klüber Lubrication

und Diana Stirner, CEO OKS

Klüber Lubrication und OKS Spezialschmierstoffe werden künftig enger zusammenarbeiten.

Unter dem Dach der Freudenberg Chemical Specialities (FCS), einer

Tochtergesellschaft der Freudenberg Gruppe, sollen beide Unternehmen ihre

Kompetenzen in Vertrieb, Produktion sowie Forschung und Entwicklung

bündeln. Die Integration von OKS in die Strukturen von Klüber Lubrication erfolgt

zum 1. Januar 2026. „Unser Ziel ist es, unseren Kunden alles aus einer

Hand zu bieten“, sagt Dr. Wolfgang Sammer, Executive Vice President Sales/

Marketing bei Klüber Lubrication. „So profitieren sie von einem einheitlichen

Angebot und einer kontinuierlichen Betreuung.“ OKS-CEO Diana Stirner ergänzt:

„Die Kombination aus der Expertise von OKS im Technischen Handel

und der globalen Stärke von Klüber schafft neue Wachstumschancen weltweit.“

Gemeinsam blicken Klüber und OKS auf fast 150 Jahre Schmierstofferfahrung

zurück. Zusammen beschäftigen sie mehr als 2600 Mitarbeiter, erwirtschaften

über eine Milliarde Euro Umsatz und sind in fast 100 Ländern aktiv.

Herstellung

von Getränken

Der Urschel Comitrol ® Processor bietet eine

kontrollierte Partikelgrößenzerkleinerung

bei einer kontinuierliche Leistung im Dauerbetrieb.

Zu den Anwendungen gehören unter anderem die Herstellung

von Nussmilch, Acai-Püree, Aloe Vera-Saft, Fruchtmark,

Kokosnuss- und Sojamilch, Kaffeegetränken und Gemüsepürees.

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dei 06-2025 7


dei

VERPACKEN, KENNZEICHNEN

Bilder: Henkel

Faserbasierte Verpackungsmaterialien auf dem Prüfstand

Recyclingfähigkeit ist

kein Zufallsprodukt

Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung PPWR geraten Unternehmen zunehmend

unter Druck. Doch bei Verpackungsmaterialien gilt: „Nachhaltig“ heißt nicht automatisch

„recyclingfähig“. Philippe Blank, Head of Circular Economy bei Henkel, spricht

darüber, wie sich Recyclingfähigkeit in der Praxis sicherstellen lässt.

Herr Blank, die EU-Verpackungsverordnung PPWR sorgt aktuell

in der Branche für viel Bewegung. Was bedeutet sie konkret für

Unternehmen?

Philippe Blank: Recyclingfähigkeit ist längst kein reines Umweltargument

mehr – was früher ein freiwilliges Nachhaltigkeitsziel war,

wird jetzt zur Pflicht. Die PPWR der EU setzt klare Vorgaben: Verpackungen

werden in Recyclingfähigkeitsklassen (A, B, C) eingeteilt.

Ab 2030 dürfen nur noch solche Verpackungen in Verkehr gebracht

werden, die zu mindestens 70 % recyclingfähig sind. Bis 2038 steigt

diese Anforderung auf 80 %.

Noch ist allerdings nicht eindeutig definiert, wie diese Prozentsätze

genau ermittelt werden. Das sorgt verständlicherweise für Unsicherheit

in der Industrie. Aber eines ist klar: Wer sich frühzeitig mit diesen

Anforderungen auseinandersetzt, vermeidet nicht nur regulatorische

Risiken, sondern kann sich auch einen Marktvorteil sichern.

Neben den gesetzlichen Vorgaben wächst auch der Druck aus der

Wirtschaft selbst. Wie spüren Sie das?

Blank: Ganz deutlich. Große Handelsunternehmen wie DM, Aldi

oder Tesco haben eigene Anforderungen an die Recyclingfähigkeit

eingeführt. Gleichzeitig honoriert auch der Kapitalmarkt nachhaltige

Verpackungslösungen: Unternehmen mit hoher Recyclingfähigkeit

verbessern ihr ESG-Rating, erleichtern sich den Zugang zu Investitionen

und werden für Verbraucher attraktiver, die sich bewusst

für nachhaltige Produkte entscheiden.

Im Zuge dessen gewinnen vor allem faserbasierte Verpackungen an

Bedeutung. Halten diese ihr Versprechen?

Blank: Die Kreislaufwirtschaft ist zum Leitgedanken einer nachhaltigeren

Verpackungsindustrie geworden, in der vor allem faserbasierte

Verpackungen wie Papier, Karton und Pappe an Bedeutung

gewinnen. Sie sind biobasiert, weit verbreitet und weisen hohe

Recyclingquoten auf, sind aber nicht per se die optimale Lösung.

Fehlende Barriereeigenschaften, etwa gegen Feuchtigkeit, Fett

oder Sauerstoff, schränken ihre Einsatzmöglichkeiten ein, und Materialkombinationen

wie Kunststoff- oder Aluminiumbeschichtun-

8 dei 06-2025


Im Henkel Packaging Recyclab, dem hauseigenen Prüflabor für faserbasierte Packmittel in Düsseldorf, wird die Recyclingfähigkeit von Klebstoffen und Beschichtungen

unter Laborbedingungen getestet

gen, die für den Produktschutz notwendig sind, können die Recyclingfähigkeit

vermindern. Unternehmen stehen vor der Herausforderung,

Verpackungslösungen zu finden, die sowohl praktikabel

sind als auch den steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen

der EU entsprechen.

Trotzdem scheint es eine Lücke zwischen Theorie und Praxis zu

geben. Warum ist das so schwierig?

Blank: Weil Recyclingfähigkeit nicht nur auf dem Papier funktionieren

darf – sie muss den Realitätstest bestehen. Es nützt nichts, wenn

theoretisch recycelbare Verpackungen in der Praxis im falschen Recyclingpfad

landen oder vom Verbraucher falsch entsorgt werden.

Deshalb ist es unsere Aufgabe als Hersteller, Verpackungen so zu gestalten,

dass sie mit den bestehenden Recyclingverfahren kompatibel

sind. Und genau hier spielen Klebstoffe und Beschichtungen eine

entscheidende Rolle.

Inwiefern?

Blank: Klebstoffe und Beschichtungen sind unverzichtbare Bestandteile

moderner Verpackungen. Sie sorgen für Stabilität, reduzieren

das Materialgewicht und verleihen vor allem faserbasierten Verpackungen

wichtige Barriereeigenschaften gegen Feuchtigkeit, Fett

oder Sauerstoff. Doch was für den Produktschutz gut ist, kann im

Recyclingprozess zum Problem werden. Manche herkömmlichen

Klebstoffe und Beschichtungen lassen sich nur schwer von den Papierfasern

trennen. Eine Kunststofffolie oder Aluminiumschicht verbessert

zwar die funktionellen Eigenschaften einer Verpackung,

kann aber verhindern, dass sich die Papierfasern beim Recycling

vollständig auflösen. Recyclingfähigkeit ist also kein Zufallsprodukt

– sie muss von Anfang an gezielt mitgedacht und geprüft werden.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, arbeiten wir bei Henkel

Adhesive Technologies gezielt an recyclingfähigen Klebstoffen und

Beschichtungen, die Schutz und Stabilität bieten, ohne die Faserausbeute

im Recycling zu beeinträchtigen. Mit speziellen Formulierungen

können funktionale Schichten erzeugt werden, die sich in den

weiteren Prozessschritten des Papierrecyclings leichter entfernen

Ein wichtiger Verarbeitungsschritt bei der Bewertung der Recyclingfähigkeit

von faserbasierten Verpackungen ist die Auflösung des ofengetrockneten

Probenmaterials in Leitungswasser

lassen oder sich so unauffällig verhalten, dass sie die Produktqualität

des recycelten Papiers nicht negativ beeinflussen.

Wie stellen Sie sicher, dass diese Materialien tatsächlich recyclingfähig

sind?

Blank: Im Henkel Packaging Recyclab – unserem hauseigenen

Prüflabor in Düsseldorf – wird die Recyclingfähigkeit der Formulierungen

unter Laborbedingungen getestet. So können wir entwicklungsbegleitend

gezielt weiterentwickeln und sicherstellen,

dass unsere Materialien auch realistisch recycelt werden können.

Dabei arbeiten wir mit verschiedenen Prüfprotokollen. In Europa

hat sich zum Beispiel das Cepi/4evergreen-Prüfprotokoll etabliert,

das eine maximale Ausschussquote von 20 % vorgibt. Daneben

gibt es die CHI-Prüfmethode, die von dem unabhängigen Institut

dei 06-2025 9


dei

VERPACKEN, KENNZEICHNEN

Im ersten Schritt des Prüfverfahrens zur Recyclingfähigkeit werden drei mal drei Zentimeter große Quadrate aus dem faserbasierten Probenmaterial

ausgeschnitten

cyclos-HTP (CHI) entwickelt wurde. Diese geht einen Schritt weiter,

indem sie zusätzlich die Sortierfähigkeit der Verpackung prüft

und weitere Zerfaserungszeiten analysiert. Durch unsere Kooperation

mit CHI können wir Verpackungen bei uns im Labor nach

beiden Methoden prüfen lassen. Dazu wird von CHI ein unabhängiger,

vereidigter Sachverständiger eingesetzt, der dieser Zertifizierung

Rechtsgültigkeit verleiht.

„Bei faserbasierten Verpackungsmaterialien

heißt nachhaltig nicht automatisch auch

recyclingfähig.“

Wie wichtig ist die Prüfung der Recyclingfähigkeit schon in der

Entwicklungsphase?

Blank: Extrem wichtig. Schon in der frühen Entwicklungsphase entscheidet

sich, welche Materialien, Klebstoffe und Beschichtungen

verwendet werden – und ob diese später das Recycling behindern.

Deswegen setzen wir auf Schnelltests, die früh Hinweise geben, ob

eine Verpackung die regulatorischen Anforderungen erfüllen wird.

Nachhaltige Verpackungen entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis

einer durchdachten Strategie, die bereits beim Design beginnt

– Stichwort Design-for-Recycling.

Was bedeutet das für Verpackungshersteller konkret?

Blank: Nachhaltigkeit beginnt beim Design. Wenn schon in der Entwicklung

sichergestellt wird, dass eine Verpackung nach Gebrauch

wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden kann, steigt die

Wahrscheinlichkeit, dass sie gesetzliche und infrastrukturelle Anforderungen

erfüllt. Voraussetzung dafür ist ein enger Austausch zwischen

allen Akteuren – von Verpackungsherstellern über Markenartikler

bis zu Recyclingunternehmen. Nur gemeinsam können wir

Lösungen entwickeln, die praktikabel und wirklich nachhaltig sind.

Gleichzeitig treiben wir bei Henkel die Forschung und Entwicklung

neuer Materialien voran, um nachhaltige Verpackungslösungen weiter

zu optimieren. Barriereschichten, die Kunststofffolien ersetzen,

und Klebstoffe werden kontinuierlich weiterentwickelt, um sie im

Recyclingprozess leichter austragen zu können.

Ihr Fazit: Wie sieht die Zukunft der Verpackungsindustrie aus?

Blank: Der Druck zur Veränderung wächst – und die Zukunft der

Verpackungsindustrie ist untrennbar mit der Recyclingfähigkeit ihrer

Produkte verbunden. Verpackungen, die sich nicht recyceln lassen,

werden vom Markt verdrängt – durch Gesetze, durch den Handel

oder durch die steigenden Erwartungen der Verbraucher. Unternehmen,

die sich frühzeitig mit der PPWR und den Prinzipien des

Design-for-Recycling auseinandersetzen, sichern sich klare Wettbewerbsvorteile.

Gleichzeitig vermeiden sie langfristig Risiken wie

Strafzahlungen oder regulatorisch getriebene Marktverbote. Die Zusammenarbeit

mit spezialisierten Prüflaboren wie unserem Henkel

Packaging Recyclab oder mit cyclos-HTP (CHI) ist ein wichtiger

Schritt, um Verpackungen nach anerkannten Standards zu prüfen

und gezielt zu optimieren.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Henkel

DANIELA HELD

Redakteurin

10 dei 06-2025


Dezentrale Antriebselektronik

Bild: Nürnbergmesse/Thomas Geiger

Bild: Nord Drivesystems

Drei Tage voller Inspirationen, Innovationen

und Austausch über Verfahrenstechnik und

Prozesse sowie Verpackungstechnik und Verpackungsmaterialien.

Die Powtech-Technopharm

und Fachpack brachten im Messezentrum

Nürnberg rund 72 000 Menschen,

zusammen. Zahlreiche Aussteller präsentierten

Lösungen, die beide Welten verbinden.

An den Messeständen und im Rahmenprogramm

der Fachpack tauschte sich die Community

über Trends und Innovationen aus

und diskutierte wichtige Fragen rund um

Kreislaufwirtschaft, Regularien, Automatisierung,

Digitalisierung und KI. Der internationale

Anteil der Gäste lag bei 37 %. Für

Praxiswissen aus erster Hand für die Pulverund

Schüttgut-Community sorgte die

Powtech-Technopharm mit ihrem vielseitigen

Rahmenprogramm. In diesem Jahr erneut

ein besonderes Highlight: der Wissenschaftskongress

Partec mit rund 500 Teilnehmern

und hochkarätigen Lectures zur

Partikeltechnologie.

Die nächste Powtech-Technopharm findet

vom 29.09. bis 1.10.2026 im Messezentrum

Nürnberg statt, die nächste Fachpack

vom 21. bis 23. September 2027.

Im End-of-Line-Packaging bieten die dezentralen Antriebslösungen

von Nord Drivesystems mit Asynchronmotoren

eine schlanke Alternative, da sie die Installationszeit

verkürzen, Platz im Schaltschrank sparen und

die Gesamtkosten senken. Im Bereich der Zuführung

und des Handlings von Verpackungsmaschinen überzeugen

zum Beispiel die dezentralen Frequenzumrichter

Nordac On/On+ durch kompakte Bauweise und besondere

Zuverlässigkeit. Sie zeichnen sich durch eine SPS-

Funktionalität für antriebsnahe Funktionen (PLC onboard)

sowie ein integriertes Ethernet-Interface aus. Profinet,

Ethernet IP und Ethercat sind per Parameter umstellbar.

Mit ihrer Plug-and-Play-Funktionalität reduzieren

die smarten Umrichter den Verkabelungsaufwand

erheblich und bieten eine kompakte und wirtschaftliche

Lösung für moderne Produktionsumgebungen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Nord Drivesystems

High-End-Tunnelmetalldetektor

Die Intuity Nex von Sesotec

steht für ein Spulenkonzept der

Tunnelmetalldetektoren mit optimierter

Gehäusekonstruktion

für höchste Hygieneanforderungen

und der Einhaltung der

Schutzart IP 66/69K. In Kombination

mit dem neuen kapazitiven

Touchscreen und der intuitiven

Insight.HMI-Benutzeroberfläche

ergibt sich ein besonders

benutzerfreundliches, zukunftsorientiertes

System: Mit Gestensteuerung

und Remote-Visualisierung.

Die neue Multisimultan

Quattro Frequenz-Technologie

mit vier parallel arbeitenden

Suchfrequenzen sowie die weiterentwickelte

KI-basierte

Think-Technologie sorgen für

eine noch höhere Detektionsgenauigkeit.

Auch bezüglich der

Integration in bestehende Linien

verspricht die Intuity Nex maximale

Flexibilität – einfach und

schnell über Schnittstellen wie

OPC-UA, MQTT oder Rest-API.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Sesotec

Bild: Sesotec

dei 06-2025 11


dei

MESSENACHLESE

Riegelpacken auf kleinstem Raum

Greifsysteme für automatisierte Prozesse

Bild: Schmalz

Auf der Fachpack präsentierte

Schmalz verschiedene Greifsysteme

für die Lebensmittel- und

Verpackungsindustrie. Die Vakuum-Flächengreifsysteme

FA-X

und FA-M bewegen Kartons,

Beutel und Dosen flexibel – mit

integrierter oder externer Vakuumerzeugung.

Ein Düsensystem

spart bis zu 80 % Energie, der

Dichtschaum lässt sich schnell

wechseln, und smarte Varianten

liefern Prozessdaten direkt aufs

Display oder per App. Für empfindliche

Produkte bietet der

Fingergreifer mGrip ein hygienisches,

leicht konfigurierbares

System, das flache, runde oder

unförmige Lebensmittel zuverlässig

greift – vom Croissant bis

zum Hähnchenschenkel. Der Unterschubgreifer

sorgt für sicheres

Palettieren offener Boxen und

fragiler Verpackungen, sowohl

horizontal als auch vertikal, mit

Traglasten bis 25 kg. Alle Systeme

kombinieren Effizienz, Flexibilität

und Produktschutz, optimiert

für automatisierte Pick-and-Place-

und End-of-Line-Prozesse.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Schmalz

Der auf der Fachpack ausgestellte

Lightline-Kartonierer war am

Stand als Riegelpacker zu sehen.

Dank einbahnigem A3-Aufrichter

mit Vertikalmagazin spart die

Maschine deutlich an Fläche,

ohne Kompromisse bei der Leistung

einzugehen. Bis zu 4000

Zuschnitte passen in das von

Schubert neu entwickelte Vertikalmagazin

des Kartonierers, sodass

die Anlage 60 Minuten ununterbrochen

laufen kann. Das

einbahnige A3-Aufrichteaggregat

zeigte Schubert zusätzlich in

Form des tog.101 erstmals als

eigenständige Maschineneinheit:

Der zu 100 % standardisierte

Schachtelaufrichter

tog.101 kann in unterschiedlichen

Verpackungsanlagen dabei

Vielseitige Komplettlinien

Bild: Schubert

die hohe Leistung von bis zu 60

Schachteln pro Minute gewährleisten.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Schubert

Lineartechnik für die Verpackungsindustrie

Auf der Fachpack präsentierte

Bosch Rexroth sein breites Lineartechnik-Portfolio

für die Verpackungsindustrie

– von kompakten

Miniaturführungen bis

zu Schwerlastachsen für die Palettierung.

Alle Systeme sind skalierbar,

wartungsarm und auf

Langlebigkeit ausgelegt. Im Mittelpunkt

standen die vielseitige

Linearführung BSCL (Ball Rail

System Compact Line), elektromechanische

Achsen sowie

Bild: Bosch Rexroth

energieeffiziente Alternativen zu

Pneumatikzylindern. Dank standardisierter

Bauformen und digitaler

eTools lassen sich die

Komponenten schnell auswählen,

auslegen und integrieren.

Für jede Umgebung – ob Reinraum,

Lebensmittelproduktion

oder staubige Kartonverpackung

– stehen passende Varianten in

Edelstahl, Food-Grade oder mit

speziellen Schmierungen bereit.

Mit langen Schmierintervallen

bis zur Lebensdauerschmierung

senken die Systeme die Gesamtbetriebskosten

deutlich. So unterstützt

Bosch Rexroth den Maschinen-

und Anlagenbau dabei,

lineare Bewegungen effizient,

präzise und wirtschaftlich umzusetzen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Bosch Rexroth

Weber präsentierte auf der Fachpack eine leistungsstarke

Komplettlinie, die Slicer, Thermoformer und Querbahn-Etikettierer

integriert und speziell auf Lebensmittelhersteller

mit breitem Produktsortiment zugeschnitten

ist. Die Linie verarbeitet sowohl Frischfleisch

wie marinierte Steaks als auch mehrspurige Kaliberware

wie Brüh- und Rohwurst – wirtschaftlich von kleinen

Chargen bis zu mittleren und hohen Leistungen.

Ein zentrales Merkmal ist die Skin-Verpackung, die für

attraktive Produktpräsentation sorgt. Dank der we-

Pack 4000 lassen sich Skin-Packungen ohne spezielle

Maschinenkonfiguration realisieren, während gleichzeitig

andere Verpackungsarten auf derselben Linie

möglich bleiben. Hersteller profitieren so von maximaler

Flexibilität, geringeren Investitionskosten und

reduziertem Wartungsaufwand, ohne Kompromisse bei

Produktqualität oder Produktionsleistung eingehen zu

müssen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Weber

Bild: Weber

12 dei 06-2025


Alternative Proteine effizient zerkleinern

Die Nachfrage nach alternativen

Proteinquellen steigt – und mit

ihr die Anforderungen an präzise

Verfahrenstechnik. Bauermeister

entwickelt Zerkleinerungslösungen,

die pflanzliche Rohstoffe

wie Soja, Ackerbohnen oder

Lupine effizient aufbereiten und

so die Grundlage für Fleischalternativen,

Proteinanreicherung

oder das Upcycling pflanzlicher

Nebenströme schaffen. Auf der

Powtech-Technopharm zeigte

das Unternehmen sein Knowhow

für Food Ingredients und

Präzisionsfermentation. Durch

systematische Prozessentwicklung

und umfangreiche Vorversuche

im hauseigenen Technology-Center

entstehen maßgeschneiderte

Mahlprozesse mit

optimaler Partikelgrößenverteilung,

Durchsatz und Energieeffizienz.

Flexible, zweistufige Anla-

Bild: Bauermeister

genkonzepte – etwa mit der

sieblosen Spaltmühle GM und

optionalem Windsichter – ermöglichen

fein abgestimmte Ergebnisse

bei geringem Verschleiß.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Bauermeister

Aluminium-Stanzdeckel

mit Trinkfunktion

Mit integrierter Trinkfunktion

und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten

überzeugt Comforlid in

Sachen Komfort und Umweltverträglichkeit.

Die Aluminiumdeckel-Lösung

vereint Hygiene,

Recyclingfähigkeit und eine

deutlich reduzierte CO 2 -Bilanz.

Entwickelt mit Blick auf die Bedürfnisse

der Verbraucher ersetzt

Comforlid herkömmliche

Kunststoffdeckel – ohne Kompromisse

bei der Benutzerfreundlichkeit

zu machen und

mit verbessertem ökologischem

Fußabdruck. Die optimierte Materialzusammensetzung

ermöglicht

eine vollständige Recyclingfähigkeit

über bestehende

Sammel- und Verwertungssysteme.

In Kürze startet zudem die

Produktion mit Low Carbon

Aluminum, wodurch die Treibhausgasemissionen

um bis zu

43 % gesenkt werden können.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Constantia

Bild: Constantia

Wie gut ist das denn!

Effizient verarbeitet. Nachhaltig verpackt.

Gehen Sie auf Nummer sicher, damit die Qualität und Wirtschaftlichkeit Ihrer Käseprodukte

stimmt. Mit ganzheitlichen Verarbeitungs- und Verpackungslösungen, die individuellen

Mehrwert bieten. Alles so individuell automatisiert und digital vernetzt, wie Sie es wünschen.

· Slicen · Beladen · Verpacken

· Kennzeichnen · Prüfen · Kartonieren

www.multivac.com

dei 06-2025 13


dei

MESSENACHLESE

Schraubenverdichter-Baureihe erweitert

Aerzen baut seine erfolgreiche

Delta Screw-Baureihe weiter

aus: Mit dem neuen Modell

VM 200 erweitert der Hersteller

das Portfolio auf zwölf Baugrößen

und erschließt damit den

oberen Volumenstrombereich

von 3500 bis 12 200 m 3 /h bei

Differenzdrücken bis 3,5 bar.

Der VM 200 überzeugt durch

hohe Energieeffizienz, kompakte

Bauweise und nachhaltige Technologie

– vollständig öl- und

PFAS-frei nach ISO 8573-1,

Klasse 0. Die horizontale Anordnung

des Druckschalldämpfers

spart Platz, während der Verzicht

auf beschichtete Rotoren zusätzliche

Prozesssicherheit bietet.

Verschiedene Konfigurationsop-

tionen und umfangreiches Zubehör

ermöglichen eine flexible

Anpassung an individuelle Anwendungen.

Für Überwachung

und Steuerung sorgt die integrierte

AERtronic-Software, die

Betriebsdaten wie Druck und

Bild: Aerzen

Temperatur in Echtzeit erfasst.

Dank optimierter Effizienz und

geringem Wartungsaufwand sinken

Energie- und Betriebskosten

deutlich.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Aerzen

TOP

PRODUKT

DES JAHRES 2025

ABSTIMMEN & GEWINNEN

WWW.PROZESSTECHNIK-ONLINE.DE/TOP2025

Welches ist Ihr Top- Produkt des Jahres 2025?

In den vergangenen zwölf Monaten haben wir Ihnen,

liebe Leserinnen und Leser, jeden Monat vier unserer

Ansicht nach besonders innovative Produkte vorgeschlagen.

Aus dieser Auswahl haben Sie jeweils ein Produkt

zum „Top-Produkt des Monats“ bestimmt. Jetzt haben

Sie die Möglichkeit, aus diesen zwölf Monatssiegern das

„Top-Produkt des Jahres 2025“ zu wählen.

Für die Abstimmung ist auf www.prozesstechnik-on

line.de eine Sonderseite frei geschaltet. Machen Sie mit

und wählen Sie Ihren Favoriten! Unter allen Teilnehmern

verlosen wir attraktive Preise:

1. PREIS

Lautsprecher JBL Clip 4

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Bottle Bottle Magic Cube

3. PREIS

Schweizer Taschenmesser

14 dei 06-2025


dei

ADVERTORIAL

Moderne Tiernahrung

Effizient dispergiert

Proteine, Vitamine, essenzielle Aminosäuren oder Gelbildner: Bei der Herstellung

von Tiernahrung müssen unterschiedlichste Pulverstoffe verarbeitet werden.

Mit Technologien von ystral lassen sich selbst anspruchsvollste Pulver homogen in

Flüssigkeiten dispergieren. Schaumfrei, agglomeratfrei und mit maximaler

Prozesssicherheit.

Um eine optimale Produktqualität zu erreichen,

müssen im Pulver vorhandene Agglomerate

sofort beim Eintrag in die Flüssigkeit

vollständig aufgebrochen und die Bildung

neuer Agglomerate von vorneherein vermieden

werden. Bei konventionellen Rührwerken

kommen die Partikel jedoch immer als

kompakte Schüttung mit der Flüssigkeit in

Kontakt. Das führt zu stabilen teilbenetzten

Agglomeraten, die nur noch schwer abgebaut

werden können.

Die Pulverbenetzungs- und Dispergier -

maschine Conti-TDS von ystral nutzt zur

Separierung der Pulverpartikel das Prinzip

der Vakuumexpansion: Hierbei wird die im

Pulver enthaltene Luft um ein Vielfaches

expandiert, wodurch sich die Abstände

zwischen den Partikeln enorm vergrößern.

Die Partikel werden ohne zusätzliche Luft

vereinzelt und fluidisiert. Pulver und

Flüssigkeit kommen erst in der Benetzungskammer

miteinander in Kontakt, unter

maximalem Vakuum und maximaler Turbulenz.

In der Dispergierzone haben die

Pulverpartikel den größtmöglichen Abstand

zueinander und können so vollständig einzeln

benetzt und dispergiert werden. Die

zuvor im Pulver enthaltene Luft wird durch

die Zentrifugalwirkung des schnell laufenden

Rotors von der wesentlich schwereren

Dispersion abgetrennt und koalesziert zu

großen Luftblasen, die im Prozessbehälter

leicht entweichen können. Auf diese Weise

wird der bei vielen Pulverstoffen normalerweise

auftretende Schaum nahezu vollständig

vermieden.

Anwendungsbeispiele

Eine herausfordernde Anwendung in der

Produktion von Tiernahrung ist die Ver -

arbeitung von sprühgetrockneten Hämoglobinzellen,

die als tierische Proteinquelle

in Katzen- oder Hundefutter verwendet

werden. Wird dieses Blutzellpulver mit

konventioneller Rührtechnik in Flüssigkeit

eingemischt, schäumt und klebt es sehr

stark, mit der Conti-TDS lässt sich dieser

Rezepturbestandteil hingegen problemlos

verarbeiten.

Carotinoide, die im Hühnerfutter für ein

intensiv goldenes Eigelb, im Lachsfutter für

einen satten Rotton des Fleisches sorgen,

sind stark agglomeriert. Zudem können

Carotinoide – ähnlich wie manche Vitamine

– leicht explosionsfähige Staubwolken

bilden. Mit TDS-Systemen von ystral werden

diese Pulver staubfrei und sicher in die

Flüssigkeit eingesaugt und agglomeratfrei

dispergiert. Sie sind unlöslich in Wasser,

werden deshalb in pflanzlichen Ölen gelöst

und in die Futtermischung emulgiert.

www.ystral.com

Bild:ystral

Die Pulverbenetzungs- und Dispergiermaschine YSTRAL Conti-TDS sorgt für

gleichbleibende Qualität, eine optimale Nährstoffverteilung und höchste Effizienz in der

Tiernahrungsproduktion.

dei 06-2025 15


dei

VERPACKEN, KENNZEICHNEN

Flossen raus

Flexibles Bestücken von

Displayschachteln

Schokolade können viele. Die wenigsten Hersteller haben sich aber wohl gefragt,

wie eine Tafel aussehen muss, die nicht nur schmeckt, sondern auch in freizeittauglichem

Format daherkommt. Gut für Ritter, gelang dem Unternehmen dank quadratischem

Produkt doch ab 1932 ein brillanter strategischer Coup. Fit für den Handel

macht die beliebte Schokolade eine Displayverpackung, die auf TLM-Maschinen von

Schubert entsteht.

Kreative Slogans begegnen Verbrauchern

auf Schritt und Tritt im öffentlichen Raum.

„Esst mehr Grünzeug“ oder „Gute Zutaten

sind ein Mousse“ – mit Wortwitz macht

Deutschlands wohl bekannteste Schokoladenmarke

Ritter Sport von sich reden. Und

das nicht erst seit heute: Mit „Quadratisch.

Praktisch. Gut“ entwickelte Ritter Sport bereits

1970 einen markanten Werbespruch,

der seitdem auf der Rückseite der Primärverpackung

steht.

Bis zu 13 Tafeln fasst eine

Displayverpackung, je nach

Tafeldicke

Vielseitige Displayschachteln

Beim Griff ins Regal nicht so auffällig, aber

dennoch verkaufsrelevant sind die Displayschachteln

für den Handel. Darin präsentiert

die quadratische Schokolade stehend ihre

schicke Vorderseite, die mal leuchtend rot,

mal tiefblau oder in Mintgrün auf sich aufmerksam

macht – je nachdem, welche Sorte

in ihr steckt. Aus rund 40 Geschmacksrichtungen

können Fans der Schokolade aus

Waldenbuch bei Stuttgart wählen. Doch

Bilder: Schubert

nicht nur das: Je nach Sorte stehen unterschiedlich

viele Produkte in den Verkaufsschachteln,

von denen es bei Ritter Sport

genau ein Format für die 100 g-Tafel gibt.

Eine Tafel „Voll-Nuss“ ist deutlich dicker als

beispielsweise „Marzipan“, sodass zwischen

zehn und 13 Tafeln in die Regalverpackung

passen. Die sogenannten Flossen – die beiden

gesiegelten Bereiche des Schlauchbeutels

– zeigen dabei nach außen. Ganz schön

viele Anforderungen für ein zentrales Packmittel,

weshalb Ritter dazu auf Spitzentechnologie

setzt. Wie die Schokolade kommt

diese aus Baden-Württemberg.

Die Rede ist vom Verpackungsmaschinenhersteller

Schubert, mit dem Ritter seit vielen

Jahren zusammenarbeitet. Vor 22 Jahren

lieferte das Unternehmen aus Crailsheim

zwei Pickerlinien nach Reichenbach an der

Fils, wo Ritter ausschließlich konfektioniert.

Nach fast einem Vierteljahrhundert musste

neue Technologie her. Zum einen aus Altersgründen,

zum anderen, weil geänderte Anforderungen

an die Verpackung neue Technologien

erforderten, um weiterhin flexibel,

effizient und ausfallsicher zu produzieren.

„Wir wollten uns breiter aufstellen, um

die Produktion am Laufen zu halten und

mehrere Sorten parallel in Displayschachteln

zu verpacken – ohne Werkzeugwechsel“, so

Marco Wleklinski, Projektleiter bei Ritter in

Reichenbach. Zwei Kartonierer für jeweils

330 Tafeln pro Minute sollten wieder aus

Crailsheim kommen. Denn nicht allein die

Reichenbacher Lösung hatte in nahezu einem

Vierteljahrhundert ganze Arbeit geleistet.

In Waldenbuch selbst verpackt Ritter

ebenfalls mit Maschinen von Schubert –

16 dei 06-2025


Ritter betreibt zwei identische TLM-Kartonierer zum Verpacken der

quadratischen Schokoladetafeln in Displayschachteln

Ein TLM-F2-Roboter nimmt jeweils zweimal die vollständige Anzahl an

Tafeln auf und dreht sie mit der Schrift nach vorne

und blieb mit der Entscheidung sich selbst

und dem Crailsheimer Unternehmen treu.

Durchblick dank Kamera

Für Schubert hieß es 2024 deshalb auf nach

Reichenbach. Mit dabei: TLM-Technologie,

die neben Robotertechnik und Transportsystemen

auch leistungsstarke Kameras umfasst.

Diese schauen sich die Tafeln am Einlauf genauer

an, und das aus gutem Grund. Die

erstverpackte Schokolade trifft in großen Versandschachteln

per E-Lkw aus Waldenbuch

ein und wird im Werk zu den Verpackungslinien

transportiert. Händisch aufgegeben, laufen

die Kartonsteigen in die Maschine ein,

damit Pick-and-Place-Roboter die darin befindlichen

Tafeln einzeln entnehmen. Doch

nicht immer kommt es direkt dazu: Transportbedingt

verrutschen Tafeln gelegentlich

oder fehlen; die betroffenen Schachteln werden

aussortiert, um die vorab programmierten

Prozesse nicht zu stören. Genau diese

Unregelmäßigkeiten erkennt die Kamera.

„Für uns bedeutet die kameragestützte Robotik

vor allem eins: effiziente, da störungsarme

Abläufe“, erläutert Wleklinski. Nur wenn

Anzahl und Lage der Tafeln in den Transportschachteln

stimmen, nehmen zwei Delta-Roboter

pro Linie ihre Arbeit auf: In hoher Geschwindigkeit

greifen sie jeweils fünf Tafeln

gleichzeitig aus den einbahnig einlaufenden

Kartonsteigen und legen sie auf ein Transportband

– mit den Flossen nach außen.

Gedrehte Tafeln

Über einen einbahnigen Zuführtransport

geht es weiter zur Gruppierkette, die jeweils

zwei Tafeln stehend zwischen zwei Mitnehmern

führt. Das Besondere daran: Prozessbedingt

stehen die Tafeln vorübergehend auf

einer Flosse – statt links und rechts der Verpackung

befinden sich die beiden Siegelnähte

oben und unten. Damit das nicht so

bleibt, dreht eine Kippeinheit sie um 90°.

So stehen sie wieder mit den Flossen nach

außen und mit der Schrift richtig orientiert,

bevor ein TLM-F2-gFüllroboter sie in aufgerichtete

Schachtelunterteile setzt. Zwischen

zehn und 13 Tafeln sollen in eine Schachtel.

Dazu programmiert Schubert die Anlage

entsprechend vor; Sensoren erfassen die

Produktzahlen laufend. Genau deshalb müssen

die Kartonsteigen am Einlauf korrekt

bestückt sein.

Wie bei Schubert üblich laufen die Faltprozesse

parallel ab: Entstapeln, Beleimen, Aufrichten

der Zuschnitte – alles Vorgänge, die

die beiden Linien fahren, während gleichzeitig

Tafeln inspizieret, gepickt und gruppiert

werden. Je nach Produkt schafft jede

Linie zwischen 25 und 33 Displayschachteln

pro Minute. So weit, so bekannt – wäre

da nicht eine weitere Anforderung, die sich

im Laufe des Projektes ergab.

Serialisierung sorgt für Sicherheit

Um Produktinformationen einzulesen und

verlässlich auf die Displayschachteln zu drucken,

fragte Ritter bei Schubert eine Serialisierungslösung

an – und erhielt umgehend

Unterstützung. Konkret ging es um zweierlei

Codes, mit denen Ritter jede 100-g-Tafel und

jede Schachtel identifizierbar macht – zum

Schutz vor Produktfälschungen. Zum einen

steht auf der Rückseite jeder verpackten Tafel

ein sogenannter 2D-Data-Matrix-Code. Die

an einen QR-Code erinnernde Kennzeichnung

bündelt beispielsweise Produktinformationen

wie Chargennummern, das Mindesthaltbarkeits-

und Herstellungsdatum.

Zum anderen kommt auf jede Schachtel eine

Serial Shipping Container-Nummer, kurz

SSCC, die sich aus allen Data-Matrix-Codes

der Einzeltafeln speist. So lässt sich verifizieren,

ob die Schachtel die Tafeln enthält, die sie

soll. Die SSCC-Nummer ist für die Lebensmittelsicherheit

unerlässlich, da sie im Falle von

Rückrufen eine präzise Identifikation der betroffenen

Chargen ermöglicht. „Dazu mussten

wir die 2D-Data-Matrix-Codes einlesen

und die SSCC-Nummern auf die Schachteln

drucken“, erläutert Wleklinski. Als Integrationspartner

stattete Schubert die beiden Linien

in Reichenbach mit der Technologie eines

Drittanbieters aus. „Das ging dank Anlagenkonzept

und Schuberts Expertise ganz flott.“

Spezielle Kameras und Drucker stellen nun sicher,

dass jede Tafel und jede Schachtel mit

Kennung auf den Markt kommt – und Verbraucherinnen

und Verbrauchern weit über

die Landesgrenzen hinaus erstklassigen Schokoladengenuss

beschert.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Schubert

AUTOR:

MARCUS

VOGELMANN,

Sales Account Manager,

Gerhard Schubert

dei 06-2025 17


dei

VERPACKEN, KENNZEICHNEN

Bilder: Multivac

Nachhaltigkeit und Effizienz bilden bei Verpackungsmaschinen keinen Widerspruch. Im

Gegenteil: Sie können sich sinnvoll ergänzen.

Alexander Hauschke arbeitet als Executive Vice President

Corporate Strategy bei Multivac

Nachhaltigkeit und Effizienz sind kein Widerspruch

Lebe lange und nachhaltig

Nachhaltig? Natürlich, aber bitte effizient! Geht das überhaupt bei Verpackungsprozessen?

„Ja“, sagt Alexander Hauschke, Executive Vice President Corporate Strategy

bei Multivac. Im dei-Interview erläutert er, wie sich Verpackungsprozesse ressourcenschonend

gestalten lassen und welche Rolle langlebige Maschinen dabei spielen.

Herr Hauschke, die EU-Verpackungsverordnung fordert, dass bis

2030 alle Verpackungen recycelbar sein müssen. Welche Bedeutung

hat dieses Ziel für die Branche?

Alexander Hauschke: Die Vorgaben der PPWR sind ein wichtiger

Treiber für den Wandel von einer linearen hin zu einer echten

Kreislaufwirtschaft. Verpackungen sollen künftig nicht nur schützen,

transportieren und informieren, sondern dabei auch möglichst

ressourcenschonend und vollständig recycelbar sein. Das betrifft alle

Akteure entlang der Wertschöpfungskette – von Rohstofflieferanten

über Maschinenbauer bis hin zu Lebensmittel- und Konsumgüterherstellern.

Für uns als Technologieanbieter bedeutet das, dass

wir unseren Kunden Lösungen an die Hand geben müssen, die sowohl

die Anforderungen an Produktschutz und Effizienz erfüllen als

auch die Nachhaltigkeit steigern.

Kritische Stimmen sagen, Effizienz und Nachhaltigkeit seien wie

Feuer und Wasser. Stimmen Sie dem zu?

Hauschke: Nein, überhaupt nicht. Es ist sogar eher das Gegenteil

der Fall. Sehen Sie, im Verpackungsprozess können geschickt eingesetzte

Technologien und Maschinenausstattungen, die auf Effizienz

ausgelegt sind, dazu beitragen, wertvolle Ressourcen zu schonen,

den Kunststoffanteil zu minimieren und die Recyclingfähigkeit der

Verpackung zu erhöhen. Wenn wir also weniger Material zur Verpackung

eines Lebensmittels einsetzen müssen, sparen wir nicht nur

Ressourcen, sondern vor allem Kosten. Wenn wir Energie effizienter

nutzen, entlasten wir die Umwelt und senken gleichzeitig die Betriebskosten.

Nachhaltige Verpackungstechnologien eröffnen somit

gerade auf der Kostenseite enorme Einsparpotenziale.

Gleichzeitig legen wir großen Wert auf die Langlebigkeit unserer

Maschinen: Verpackungsmaschinen sind Investitionsgüter, die oft

Jahrzehnte im Einsatz sind. Wenn sie flexibel und nachrüstbar sind,

lassen sich neue Anforderungen ohne Komplettaustausch erfüllen.

Und auch im eigenen Unternehmen schreiben wir Nachhaltigkeit

bei der Herstellung unserer Maschinen groß. Unser Kunde erhält

auf diese Weise in dreifacher Hinsicht Nachhaltigkeit.

Können Sie ein konkretes Beispiel für die von Ihnen angesprochenen

Technologien nennen, die Ressourcen einsparen?

Hauschke: Natürlich. Ein sehr gutes Beispiel sind unsere neuen Matrixheizsysteme

Pixelheat und Pixelseal, die wir in Kooperation mit

der Watttron GmbH anbieten. Die Heizsysteme können bei Tiefziehverpackungsmaschinen

aller Leistungsklassen zum Einsatz kommen

und ermöglichen eine Verpackungsherstellung mit bis zu 50 % weniger

Material. Erreicht wird dies bei Pixelheat durch individuell steuerbare

Heizpixel, die eine sehr gezielte Materialverteilung im Formprozess

der Tiefziehverpackungsmaschinen erlauben. Die präzise Temperaturregelung

sorgt dadurch für stabile Verpackungen aus dünneren

Folien. Gleichzeitig lassen sich bis zu 30 % Energie einsparen. Beim

Kontursiegelsystem Pixelseal sind es sogar bis zu 50 %. Das heißt: Mit

derselben Maschine können unsere Kunden ihre Verpackungen stabiler,

ressourcenschonender und energieeffizienter herstellen – und damit

einen doppelten Nachhaltigkeitseffekt erzielen.

18 dei 06-2025


Die neuen Matrixheizsysteme Pixelheat und Pixelseal sparen Material und Energie

Nachhaltige Verpackungslösungen sind auf dem Vormarsch.

Das zeigt auch die zurückliegende Fachpack ganz

deutlich.

Gibt es weitere Beispiele?

Hauschke: Ein anderes Beispiel ist unser Cooling@Packing-Verfahren.

Hiermit haben wir eine Lösung entwickelt, um Backwaren direkt

nach dem Ofen zu verpacken. Bislang mussten die Produkte

über Kühlspiralen oder -tunnel heruntergekühlt werden, weil sie

noch zu heiß waren. Jetzt können Baguettes, Kekse und vieles mehr

direkt in die Packungen der Tiefziehmaschine gelegt werden. Beim

Vakuumieren kühlen sie durch Verdunstung ihrer eigenen Feuchtigkeit

von etwa 95 auf 30 °C ab. Dadurch lässt sich nicht nur viel

Platz in der Produktion sparen, sondern auch der Energieverbrauch

sinkt deutlich.

Sie haben vorhin die Langlebigkeit der Maschinen erwähnt. Lassen

Sie uns diesen Punkt nochmal vertiefen. Wie wichtig ist sie im Zusammenhang

mit der Nachhaltigkeit?

Hauschke: Sie ist ein zentraler Aspekt der Nachhaltigkeit. Jede Maschine,

die länger betrieben werden kann, spart Ressourcen und Emissionen

ein, die ansonsten bei der Herstellung eines Neugeräts anfallen

würden. Wir setzen deshalb auf ein umfassendes Retrofit-Programm –

von einzelnen Komponenten bis zu kompletten Maschinenüberarbeitungen.

Neben standardisierten Modernisierungspaketen bieten wir

auch individuelle Nachrüstpakete, die gemeinsam mit Kunden entwickelt

werden. Zudem kaufen wir gebrauchte Anlagen von Kunden und

bringen sie wieder in den Markt. Nachrüstungen treffen bei unseren

„Maschinenausstattungen wie Pixelheat und

Pixelseal schonen wertvolle Ressourcen,

minimieren den Kunststoffanteil und erhöhen

die Recyclingfähigkeit der Verpackung.“

Kunden auf eine hohe Nachfrage: Die Zahl der Aufträge im Bereich

Retrofit ist drei- bis viermal höher als in der Auslieferung von Neumaschinen.

Das zeigt uns, dass Langlebigkeit und Nachrüstbarkeit in der

Industrie immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Individuelle Kundenlösungen erfordern intensive Beratung. Welche

Rolle spielt die Beratung bei nachhaltigen Verpackungslösungen?

Hauschke: Eine sehr große. Kunden stehen häufig vor der Frage:

Soll ich auf Monomaterial umstellen? Brauche ich ein neues Verpackungsdesign?

Wie wirkt sich das auf meine Prozesse aus? Hier verstehen

wir uns nicht nur als Maschinenbauer, sondern als Partner,

der gemeinsam mit den Kunden die beste Lösung entwickelt. Oft

geht es darum, den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung zu betrachten:

von der Materialwahl über den Energieverbrauch in der

Produktion bis hin zur Entsorgung und Wiederverwertung. Nur so

lassen sich die Nachhaltigkeitsziele auch wirklich erreichen.

Multivac lebt Nachhaltigkeit nicht nur in seinen Produkten, sondern

auch intern. Können Sie ein Beispiel nennen?

Hauschke: Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie.

Deshalb setzen wir in der Produktion zahlreiche

Maßnahmen um – zum Beispiel werden beim Fräsen entstehende

Aluminiumspäne brikettiert, Kühlschmierstoffe zurückgewonnen

und die Späne in einem geschlossenen Kreislauf wiederaufbereitet.

So reduzieren wir Materialverluste, Rohstoffbedarf und Umweltbelastung

– ein gutes Beispiel dafür, wie sich Effizienz und Ressourcenschonung

verbinden lassen.

Wie ist Ihr persönliches Fazit in Sachen Nachhaltigkeit?

Hauschke: Was wir in unserer täglichen Praxis erleben, ist, dass sich

Nachhaltigkeit und Effizienz nicht ausschließen, sondern sich sinnvoll

verbinden lassen. Ob durch technologische Innovationen, die

Ressourcen einsparen, oder durch die Optimierung ganzer Produktionsschritte

– moderne Verpackungstechnologien ermöglichen

neue Nachhaltigkeitspotenziale entlang der gesamten Prozesskette.

Und wir sehen auch, dass Nachhaltigkeit ein kontinuierlicher Prozess

ist. Für viele Betriebe sind langlebige Maschinen und umfassende

Retrofit-Angebote daher zentral für ein ressourcenschonendes

Wirtschaften. Diesen Weg wollen wir in Zukunft weiter aktiv mitgestalten.

Dabei sehen wir uns nicht nur als Maschinenbauer, sondern

auch als verantwortungsvoller Partner, dessen Expertise in den kommenden

Jahren gefragter denn je sein wird.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Multivac

DAS INTERVIEW FÜHRTE FÜR SIE:

DR. BERND RADEMACHER

Redakteur

dei 06-2025 19


dei

MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG

Supply-Chain-Lösungen für Gropper und Moers Frischeprodukte

Mehr Transparenz in der

Molkerei

Das Familienunternehmen Gropper und das in Nordrhein-Westfalen ansässige Joint

Venture Moers Frischeprodukte haben ihre IT zukunftssicher aufgestellt. Für effiziente

Produktionsprozesse, mehr Transparenz und als stabile Basis für dynamisches,

nachhaltiges Unternehmenswachstum kommen ifm-Supply-Chain-Lösungen zum

Einsatz.

Hochwertige Milchprodukte, aber auch

klassische Joghurts, Smoothies, Kaffeegetränke

und Direktsäfte, die bei fast allen Discountern

und Supermärkten im Regal stehen, haben

eine Gemeinsamkeit: Viele von ihnen

stammen aus dem Hause Gropper und dessen

Joint Venture Moers Frischeprodukte. Dieses

wurde 2018 gemeinsam von Dr. Oetker und

der Molkerei Gropper gegründet und hat

sich auf Frischeprodukte aus Milch und

Frucht wie Pudding, Fruchtgrütze oder Götterspeise

spezialisiert. Produziert wird für alle

Handelsmarken sowie für Markenhersteller,

darunter zum Beispiel Dr. Oetker. Gropper ist

bereits seit 1929 am Markt und bietet heute

zusammen mit Moers Frischeprodukte sämtliche

Dienstleistungen aus einer Hand: Von

der Produkt- und Verpackungsentwicklung

über die Produktion und Logistik bis hin

zum B2B. An den zwei Standorten Bissingen

und Moers werden jährlich etwa 580 Mio. kg

Milch verarbeitet, die knapp 1000 Milcherzeuger

zuliefern. Am Standort Stockach befindet

sich die Saftabfüllanlage.

Bilder: Gropper

Als Handelsmarkenspezialist produziert Gropper Milchprodukte, Direktsäfte und Smoothies für Handelsunternehmen in ganz Europa

20 dei 06-2025


Ventsislav Kerezov ist Supply Chain Manager

bei Gropper und Moers

Produktionsstandort Bissingen der Moers Frischegruppe

Herausforderungen mit IT meistern

Volatile Kundenbestellungen, Vorlaufzeiten

von maximal 24 h und leicht verderbliche

Produkte mit kurzen Haltbarkeiten bestimmen

den Alltag der Lebensmittelproduzenten.

Schwer prognostizierbare Abnahmemengen

sowie Engpässe bei Rohstoffen und

Verpackungsmaterialien erschweren zusätzlich

die Planung. Ventsislav Kerezov, Supply

Chain Manager bei Gropper und Moers, hat

noch weitere To-dos auf seiner Liste: „Unser

Portfolio und auch unser Volumen wachsen

kontinuierlich, entsprechend steigt die

Komplexität. Und genau das möchten wir

nicht mit mehr Manpower und ständigen

Lagererweiterungen auffangen, sondern

mithilfe von smarten Lösungen – sprich einer

verbesserten Systemunterstützung und

mehr Transparenz. Daher haben wir uns für

die SAP-basierte ifm-Supply-Chain-Software

entschieden.“

Die Softwarelösungen von ifm boten die

dringend notwendige Antwort auf zahlreiche

Herausforderungen, wie das Auskommen

mit derselben Lagerfläche bei wachsender

Produktionsmenge und den eigenen

Anspruch, sich stetig zu verbessern und

Marktführer zu sein. „Sowohl bei der Molkerei

Gropper als auch bei Moers Frischeprodukte

setzen wir die ifm-Supply-Chain-

Tools vollumfänglich ein. Damit decken wir

die gesamte Lieferkette von der Absatz- über

die Produktionsplanung bis hin zu Beschaffung

und Bestandsmanagement ab“, sagt

Kerezov. „Systemseitig sind wir momentan

noch unterschiedlich aufgestellt. Mit Supply

Chain Excellence und der GIB Suite bietet

ifm passende Lösungen für beide Systemlandschaften

an.“

Bestände um die Hälfte reduziert

Der erste Schritt war die Einführung der Beschaffungslösung.

Das Tool hat Gropper sofort

überzeugt, da die Anzahl der Artikel im

Einkauf und in der Disposition stetig wuchs.

Mittlerweile ist das komplette Bestellwesen

bei der Molkerei Gropper und Moers Frischeprodukte

darauf ausgelegt und wird in

Step 2 auch als Grundlage für die Produktionsplanung

genutzt, um alle relevanten Daten,

Vergangenheitswerte und zukünftigen

Bedarfe klar strukturiert und verlässlich parat

zu haben. Ein bereits erreichtes Ziel: In

der Materialwirtschaft bzw. im operativen

Einkauf wurden Bestände größen- und

wertmäßig in kürzester Zeit um die Hälfte

reduziert. „Insgesamt ist das ein tolles Ergebnis

mit vielen wichtigen Erfahrungswerten,

die uns helfen, unsere Prozesse weiter

zu optimieren und noch effizienter zu gestalten“,

fasst Kerezov zusammen.

Transparenz und Effizienz

Die Produktionsplanungslösung von ifm

wird erfolgreich im Live-Betrieb für die Fertigwarenplanung

verwendet und soll bald

auch in der Halbfertigproduktion Anwendung

finden. Der Mehrwert der Absatzplanungslösung

ist ebenfalls bereits klar erkennbar:

Wo früher mühsam mit Excel, Access

& Co. gearbeitet und Daten wöchentlich

oder sogar nur monatlich aktualisiert

wurden, stehen diese nun tagesaktuell und

live im System bereit. Die Bestandsmanagementlösung

befindet sich gerade im Rollout.

Ein Thema, das Ventsislav Kerezov und

sein Team täglich beschäftigt, ist das Verbessern

von Transparenz und Übersichtlichkeit.

„Hierfür liefert uns der Alert Monitor im

Beschaffungsumfeld tatkräftige Unterstützung“,

freut sich der Supply Chain Manager.

„Die Disponenten nutzen ihn jeden Tag und

finden so schnell heraus, wo Planänderungen

durch Unterdeckungen drohen und wo

wir rasch eingreifen müssen.“

Um die neuen Lösungen erfolgreich ein -

zuführen und schnellstmöglich Akzeptanz

bei den Endnutzern zu schaffen, setzte man

bei Gropper und Moers auf zwei Schulungsansätze:

Zum einen wurde das „Trainthe-Trainer-Prinzip“

angewandt, bei dem

eine kleine Gruppe gecoacht wird, die ihr

Know-how intern weitergibt. Zum anderen

fanden Schulungen für größere Mitarbeitergruppen

statt.

„Derzeit ziehen wir in Erwägung, zur Unterstützung

bei der Bestellabwicklung zukünftig

auch das Buying-Modul einzusetzen“,

berichtet Kerezov. Das Thema Künstliche

Intelligenz (KI) stünde ebenfalls auf der

Agenda – etwa in der Produktionsplanung.

Ein Stichwort ist hier die KI-basierte Lösung

Factory Optimization Excellence (FOX), die

eine Reihenfolgenplanung über alle Arbeitsplätze

und Aufträge hinweg ermöglicht.

Hier sei aber noch etwas Geduld gefragt.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: ifm

Halle 7A, Stand 302

AUTORIN:

SARAH MEIXNER

Fachjournalistin

dei 06-2025 21


dei

MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG

Digitales Typenschild auf Trennverstärkern und Messumformern

Alle Informationen

mit einem Scan

Wo lässt sich bei der Planung, Installation, im laufenden Betrieb oder bei Änderungen

und Audits die richtige und aktuelle Dokumentation für ein bestimmtes Gerät

finden? Durch das Scannen eines auf der Hardware als QR-Code aufgebrachten

digitalen Typenschilds werden alle relevanten Informationen schnell und einfach

bereitgestellt.

Das digitale Typenschild ist eng mit der Industrial

Digital Twin Association (IDTA) verbunden.

Phoenix Contact ist eines der Gründungsmitglieder

des eingetragenen Vereins.

Die IDTA hat das Ziel, die Asset Administration

Shell (AAS) – auch als Verwaltungsschale

bekannt – weltweit als Umsetzung des digitalen

Zwillings zu etablieren. Mit der internationalen

Standardisierung der AAS in der

IEC 63278 wurde bereits begonnen.

Darüber hinaus unterstützt Phoenix Contact

die Aktivitäten zur Norm IEC 61406, die

sich mit dem digitalen Typenschild beschäftigt,

das Informationen schnell und überall

in digitaler Form zur Verfügung stellt. Wie

genau sich das realisieren lässt, zeigt das

Beispiel der Trennverstärker und Messumformer

der Produktfamilien Mini Analog Pro

und MACX Analog von Phoenix Contact.

Stets auf dem aktuellen Stand

Auf den Geräten der beiden Baureihen befindet

sich ein QR-Code. Scannt der Anwender

den Code mit seinem Smart Device, werden

ihm sämtliche benötigten Informationen

zum jeweiligen Trennverstärker oder Messumformer

sofort angezeigt. Da die Geräte

meist eine Lebensdauer von über 20 Jahren

haben, ändern sich bestimmte Daten im Lauf

der Zeit. So werden beispielsweise Zulassungen

aktualisiert oder neu hinzugefügt sowie

technische Eigenschaften verbessert. Mithilfe

des digitalen Typenschilds erhält der Benutzer

Zugriff auf alle wichtigen Dokumente,

die für die Revision des Geräts gelten. Dazu

gehören das Datenblatt, die Packungsbeilage,

technische Zeichnungen, die Seriennummer

des Produkts sowie der gültige Stand von

dessen Hardware- und gegebenenfalls Firmware-Revision.

Der Anwender muss also

nicht mehr in Schränken, auf den Laufwerken

seines Computers oder auf der Homepage

des Herstellers nach den erforderlichen

Unterlagen fahnden. Aufgrund des deutlich

reduzierten Suchaufwands lassen sich Zeit,

Bilder: Phoenix Contact

Beim digitalen Typenschild wird der QR-Code mit einem Smartphone gescannt, um gerätespezifische Informationen abzurufen

22 dei 06-2025


Beim Temperaturmessumformer der Produktfamilie

MACX Analog ist der QR-Code

unten rechts auf der Geräteseite aufgebracht

Digitaler Zwilling eines Ventilsteuerbausteins der Produktfamilie Mini Analog Pro Ex

Geld und Ressourcen einsparen. Zudem wird

der Rohstoffverbrauch gesenkt und die Umwelt

geschont, weil die Dokumentation

nicht mehr ausgedruckt werden muss.

Auch Zusatzinformationen wie Anwenderhandbücher

oder Gerätezeichnungen sind

im digitalen Zwilling hinterlegt. Insbesondere

für Schaltschrankbauer erweist sich

dies als wichtig, denn die benötigten Daten

sind immer an dem Ort verfügbar, an dem

sich das entsprechende Gerät gerade befindet.

In Zukunft wird das digitale Typenschild

weitere Informationen, z. B. Zulassungen

für den Explosionsschutz, bereitstellen.

Ziel ist, sämtliche Dokumente und Informationen

zum Gerät dort zu deponieren.

Digitaler Produktpass wird Pflicht

Zukünftig wird der digitale Produktpass gesetzlich

verpflichtend sein. Daher zeigt sich

das digitale Typenschild als wertvolle Unterstützung,

das bereits verschiedene Inhalte

umfasst, die dort zum Tragen kommen. Ein

Anwendungsbeispiel visualisiert, wie Anwender

den QR-Code zur Erlangung von

Produktinformationen nutzen können. Wie

beschrieben, ist er auf dem Gerät lokalisiert

und muss lediglich mit einem Smart Device

eingescannt werden. Danach erfolgt eine

Verlinkung zum digitalen Zwilling des Temperaturmessumformers.

Dieser beinhaltet je

einen Link zur Asset ID und Asset Administration

Shell ID. Der Unterschied zwischen

beiden IDs liegt in ihrer Funktion und dem

Objekt, das sie identifizieren.

Die Asset ID wird verwendet, um das reale

Objekt – beispielsweise eine Maschine, einen

Sensor oder ein Softwaremodul – eindeutig

zu kennzeichnen. Dazu dient eine Seriennummer,

eine UUID oder ein URN. Die Asset

Administration Shell ID dient der Identifizierung

der AAS, die das Asset beschreibt. Sie

enthält strukturierte Informationen über das

Asset wie den Herstellernamen, die Produktbezeichnung,

Artikelnummer, Hardwareversion,

das Herstellungsdatum sowie die Seriennummer

und das Herkunftsland. Die Asset

Administration Shell ID ist zur unmissverständlichen

Adressierung der digitalen Repräsentation

notwendig – zum Beispiel in einem

Netzwerk, das aus Industrie-4.0-Komponenten

besteht. Die AAS umfasst also die

Asset ID als Referenz auf das reale Objekt,

während die Asset Administration Shell ID

zur Identifizierung der Verwaltungsschale

selbst fungiert. Auf diese Weise ergibt sich

eine klare Trennung zwischen dem Objekt

und seiner digitalen Beschreibung.

Informationen zum CO 2 -Fußabdruck

Im digitalen Zwilling stehen Dokumente

wie Datenblätter, Packungsbeilagen, Zeichnungen,

Pläne, Bescheinigungen oder Zertifikate

zum Gerät zur Verfügung. Der Anwender

kann sich die Informationen in verschiedenen

Sprachen als pdf herunterladen oder

am Bildschirm anzeigen lassen (Bild 6). Der

digitale Zwilling beinhaltet außerdem Links

auf die Homepage von Phoenix Contact –

und zwar zur AAS, dem digitale Typenschild,

der Dokumentation sowie den technischen

Daten (Bild 7). Darüber hinaus stehen Informationen

zum CO 2 -Fußabdruck bereit. Für

das Produkt Mini MCR-2-UI-UI-PT ist das

gemäß den Berechnungsmethoden aus der

ISO 14040 und ISO 14044 ein Wert von

8,202 kg. Dem Anwender liegen somit alle

Informationen zum Gerät vor.

Steuerung von Zugriffsrechten

Das digitale Typenschild steht noch am Anfang

seiner Entwicklung und wird fortlaufend

erweitert sowie optimiert. Phoenix

Contact unterstützt dies in den zuständigen

Organisationen. Der ZVEI hat beispielsweise

einen einheitlichen Standard für das digitale

Typenschild erarbeitet. Von der Industrial

Digital Twin Association (IDTA) wurden vor

Kurzem neue AAS Specifications veröffentlicht.

Dabei handelt es sich um den sogenannten

„Part 4: Security“, der die Implementierung

eines umfassenden, standardisierten

Access Control Model für die Verwaltungsschale

(AAS) ermöglicht. So können

die Zugriffsrechte auf die gesamten Inhalte

der AAS gesteuert werden. Zum Beispiel lassen

sich bestimmte sensible Daten lediglich

für ausgewählte Anwender freigeben. Im

Zuge der steigenden Anforderungen aus

dem Lieferkettengesetz, den RoHS-Richtlinien,

REACH oder dem Product Carbon Footprint

(PCF) erweist sich das digitale Typenschild

in Verbindung mit dem digitalen Produktpass

als deutliche Hilfestellung, um

Zeit, Geld und Ressourcen einzusparen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Phoenix Contact

Halle 9, Stand 310

AUTOR:

INGO GEEROMS

Produktmanager Interface

Signal Conditioning,

Industry Management and

Automation,

Phoenix Contact

dei 06-2025 23


dei

MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG

Bilder: Endress+Hauser

Kompakt, intuitiv bedienbar und nahtlos in bestehende Prozesse integrierbar

MESSTECHNIK FÜR DIE

MEIEREI BARMSTEDT

Genauigkeit, Hygiene und Prozesssicherheit zählen in der Milch verarbeitung

zu den entscheidenden Faktoren. Wie zudem Herausforderungen wie Platzmangel,

Schaumbildung, Kondensation oder wechselnde Reinigungsvorgänge

gemeistert werden können, zeigt die kompakte und intuitiv bedienbare

Messtechnik Compact Line in der Meierei Barmstedt.

24 dei 06-2025


Im Austausch über Kondensatbildung: Hinrich Köhncke (Meierei Barmstedt), Yannick Mangold und Jan Henrik Bernhardt

(Endress+Hauser) begutachten gemeinsam die Einbausituation vor Ort

Damit Produktionsprozesse zuverlässig und effizient ablaufen,

braucht es präzise Messtechnik. Sie steuert Füllstände in Lagertanks,

überwacht Drücke in Rohrleitungen, erkennt Grenzstände in

Zwischenbehältern und liefert zugleich die Grundlage für automatisierte

Reinigungsvorgänge. Darüber hinaus ist sie ein entscheidender

Faktor für Lebensmittelsicherheit, Energieeffizienz und die

Einhaltung gesetzlicher Vorgaben – von der Rückverfolgbarkeit bis

hin zu strengen Hygieneanforderungen. Um diese Anforderungen

bestmöglich zu erfüllen, hat Endress+Hauser mit der Compact

Line eine Gerätegeneration entwickelt, die speziell auf die Lebensmittel-

und Getränkeindustrie zugeschnitten ist. Kern der Lösung

sind drei kompakte Sensoren: der Micropilot FMR43 für die berührungslose

Füllstandmessung per Radar, der Liquiphant FTL43

für eine zuverlässige Grenzstanderkennung sowie der Cerabar

PMP43 zur präzisen Druck- und Füllstandserfassung. Alle Geräte

sind platzsparend konstruiert, hygienisch designt und für CIP- und

SIP-Reinigungen bei hohen Temperaturen ausgelegt. Mit EHEDGund

3-A-Zertifizierungen sowie der vollständigen Rückverfolgbarkeit

aller prozessberührenden Materialien erfüllen sie die hohen

Standards der Branche lückenlos.

Welchen Unterschied das in der Praxis macht, zeigt die Meierei

Barmstedt, das größte unabhängige Molkereiunternehmen

Schleswig-Holsteins. An ihren zwei Standorten in Barmstedt und

Neumünster verarbeitet sie täglich mehrere Millionen Liter

Rohmilch zu hochwertigen Produkten – von Schnittkäse und

Mozzarella über Butter bis hin zu Molkenpulver und Molkenerzeugnissen.

Doch die Bedingungen vor Ort sind anspruchsvoll: enge

Einbausituationen, hohe Luftfeuchtigkeit und starke Schaumbildung

erschwerten bislang nicht nur Installation und Inbetriebnahme,

sondern beeinträchtigten auch die Stabilität und Genauigkeit der

Messergebnisse. Der zusätzliche Aufwand für manuelle Kontrollen

sowie steigende Wartungskosten erhöhten zugleich das Risiko von

Prozessunterbrechungen. „Mit der Compact Line haben wir jetzt

eine Lösung, mit der wir zuverlässige Messwerte erreichen – selbst

bei Schaumbildung – und eine stabile Messung auch unter turbulenten

Bedingungen sicherstellen können“, sagt Hinrich Köhncke,

Projektmanagement Technik bei der Meierei Barmstedt.

Kompakte Sensoren, einheitliche Bedienung

In vielen Bereichen der Meierei Barmstedt sind die Platzverhältnisse

knapp: Rohrleitungen verlaufen dicht nebeneinander, Tanks stehen

in engen Reihen, Steuerungskomponenten müssen in bestehende

Schaltschränke passen. Genau hier spielt die Compact Line ihre Stärken

aus. Ihre Sensoren sind so kompakt gebaut, dass sie sich selbst

in kleinste Einbauräume integrieren lassen – oft ohne zusätzliche

Umbauten. Ihre Baugröße entspricht in etwa der eines Smartphones.

So ist der Micropilot FMR43 bereits seit mehreren Monaten in verschiedenen

Milchlagertanks im Einsatz. Mit seiner 180-GHz-Technologie

misst er den Füllstand mit einem besonders schmalen

Radarstrahl. Dadurch eignet er sich auch für enge Prozessanschlüsse.

Selbst in kleinen Tanks ab 10 cm bis hin zu Behältern mit 15 m

Höhe oder bei unruhigen oder turbulenten Oberflächen liefert das

Gerät stabile Messwerte.

Der Liquiphant FTL43 mit bewährter Vibroniktechnologie arbeitet

zuverlässig in allen pumpbaren Flüssigkeiten – ganz ohne Medienabgleich

– und überzeugt durch seine einfache Bedienung mit Plug

& Play-Funktionalität sowie vielfältige digitale Kommunikationsmöglichkeiten.

Er eignet sich ideal zur Grenzstanddetektion in Prozess-

und Lagertanks sowie in Rohrleitungen und deckt ein breites

Spektrum hygienischer Anwendungen ab, darunter die Füllstandserfassung

in schmalen Skids und Modulen, Trockenlaufschutz für

Pumpen, Überfüllsicherung in Prozesstanks sowie die Detektion

von Medien mit unterschiedlicher Dichte.

Der Cerabar PMP43 überwacht den Druck in Tanks, Rohrleitungen

und Pumpen. Er kontrolliert nicht nur die Prozesssicherheit im laufenden

Betrieb, sondern schützt mit präzisen Messwerten die Anlagenkomponenten

vor Überdruck. Eine zentrale Rolle spielt der

Cerabar in den CIP-Prozessen und gewährleistet eine gleichbleibende

Reinigungsqualität.

Ein spürbarer Vorteil für die Mitarbeiter in Barmstedt ist die einheitliche

Bedienung der Compact Line. Ganz gleich, ob es sich um Füllstand-,

Druck- oder Grenzstandmessung handelt – alle Geräte folgen

demselben Bedienkonzept. Das verringert Fehlerquellen erheblich,

insbesondere im Schichtbetrieb mit wechselnden Teams. Ob

direkt am Gerät über das Farbdisplay oder komfortabel per Blue-

dei 06-2025 25


dei

MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG

Platzsparende Sensortechnik

im hygienischen Design ermöglicht

eine präzise Überwachung

auch unter schwierigen

Einbaubedingungen

Schaumbildung und unruhige

Oberflächen erschweren

zuverlässige Messungen – die

Compact Line sorgt dennoch

für stabile Werte

tooth mit der Smartblue-App: Die Sensoren leiten Schritt für Schritt

durch die Inbetriebnahme – klar verständlich und ohne besondere

Vorkenntnisse.

Gewinn für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Neben Prozesssicherheit und Hygiene spielt auch die Energieeffizienz

in der Meierei Barmstedt eine zentrale Rolle – sie ist fester

Bestandteil der Produktionsstrategie. Die präzisen Messdaten der

Compact Line schaffen die Grundlage, um Energieflüsse transparent

zu machen und gezielt zu optimieren. Damit leistet die Technologie

einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ausrichtung des Betriebs.

„Präzision ist bei der Messtechnik für uns wesentlicher Bestandteil,

deshalb ist für uns der Messwert bis auf die Zehntel Nachkommastelle

wichtig“, sagt Köhncke.

Nahtlose Integration und Selbstüberwachung im Fokus

Nicht zuletzt konnte die Compact Line ohne größere Eingriffe in die

bestehende Infrastruktur eingebunden werden. Die Sensoren unterstützen

sowohl 4...20 mA als auch digitale Protokolle wie Hart oder

IO-Link. In der Meierei Barmstedt wurden sie direkt an die vorhandene

Leittechnik angeschlossen – Umrüstungen oder Systemanpassungen

waren nicht notwendig. Das beschleunigte die Einführung

und minimierte den Aufwand bei Installation und Schulung.

Im laufenden Betrieb profitieren die Verantwortlichen außerdem

von der integrierten Heartbeat Technology. Damit lassen sich alle

Sensoren regelmäßig überprüfen – automatisiert, dokumentiert und

ohne Ausbau. In der Meierei Barmstedt dauert eine solche Verifikation

weniger als drei Minuten. Die erzeugten Protokolle sind direkt

nutzbar für interne Qualitätsnachweise oder externe Audits. Darüber

hinaus liefert die Heartbeat-Funktion Hinweise auf sich verändernde

Prozessbedingungen, etwa durch Schaumbildung oder Belagsentwicklung

– Informationen, die genutzt werden können, um Wartungsintervalle

und Reinigungsstrategien zu optimieren. Damit

zeigt die Meierei Barmstedt, dass kompakte und einheitlich bedienbare

Messtechnik ein wesentlicher Schlüssel für effizientere Produktionsabläufe

ist.

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Suchwort: Endress+Hauser

Halle 7A, Stand 141

AUTOR:

YANNICK MANGOLD

Product Manager Sales Marketing,

Endress+Hauser

26 dei 06-2025


Schutztürsystem erweitert

Bild: Mesago Messe Frankfurt GmbH / Arturo Rivas Gonzalez

Bild: Pilz

Vom 25. bis 27. November 2025 öffnet die

Fachmesse SPS – Smart Production Solutions

in Nürnberg erneut ihre Tore. Rund 1150

Aussteller präsentieren in 15 Messehallen

aktuelle Technologien und Lösungen für die

industrielle Automatisierung. Das Spektrum

reicht von Sensorik, Steuerungstechnik und

Software bis zu kompletten Systemlösungen

für die smarte Produktion. Ein Schwerpunkt

der diesjährigen Veranstaltung liegt auf dem

Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der

Fertigung. Die Messe zeigt praxisnahe Anwendungen

– von KI-gestütztem Engineering

über intelligente Steuerungsgeräte bis

zu Predictive-Maintenance-Tools und adaptiver

Produktionssteuerung. Damit wird deutlich,

wie tiefgreifend Industrial AI Prozesseffizienz

und Ressourcennutzung verändert.

Begleitend bieten die SPS Stages in mehreren

Hallen Fachvorträge und Diskussionen

zu Digitalisierung, Cybersecurity, nachhaltiger

Produktion und industrieller Transformation.

Die Technology Stage von VDMA

und ZVEI rückt Industrial AI besonders in

den Fokus. Nachwuchsinitiativen wie der

Makeathon, die Start-up Area und der Stand

Young Innovators fördern den Austausch

zwischen Industrie und neuen Talenten.

Pilz hat das modulare Schutztürsystem PSENmgate um

mehrere Varianten ergänzt. Eine neue Ausführung mit

verlängertem Gehäuse bietet Platz für zusätzliche Bedienelemente

und eignet sich ideal für Anwendungen

mit umfangreichen Steuerfunktionen direkt an der

Schutztür. Zudem sind ein integrierter Not-Halt und optional

eine Fluchtentriegelung verfügbar.

Eine weitere Variante mit nach oben geführtem Kabelabgang

erleichtert die Integration in bestehende Anlagen,

optimiert die Kabelführung und verkürzt die Installationszeit.

Ergänzt wird das System durch einen

neuen Türgriff für Schwenktüren, der in zwei Größen

erhältlich ist und zusammen mit dem codierten Betätiger

einen hohen Manipulationsschutz gewährleistet. Damit

lässt sich PSENmgate noch passgenauer an individuelle

Sicherheitskonzepte anpassen.

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Suchwort: Pilz

Halle 9, Stand 370

Mehr Leistung auf halbem Platz

B&R stellt mit dem Acopos P3

einen leistungsstarken Servoantriebe

vor. Mit bis zu 60 % höherer

Leistungsdichte, achtfacher

Rechenleistung bei gleicher

Baugröße und optimiertem

Energieverbrauch reduziert der

Antrieb den Platzbedarf im

Schaltschrank um die Hälfte.

Der Acopos P3 erlaubt kompakte

Hochleistungsmaschinen mit

höherer Produktionsgeschwindigkeit

und verbesserter Endproduktqualität.

Sieben neue

Geräte, darunter Ein- und Zweiachsvarianten

von 32 bis 80 kW,

bieten maximale Skalierbarkeit.

Die hohe Rechenleistung erlaubt

Zykluszeiten von 50 µs für Positions-

und Geschwindigkeitsregelkreise,

während intelligente

Funktionen direkt im Antrieb

Bild: B&R

ausgeführt werden. Ein neues

Luftstromsystem, beschichtete

Leiterplatten und 17 integrierte

Temperatursensoren sorgen für

Robustheit, sicheren Betrieb an

den Leistungsgrenzen und reduzieren

die Notwendigkeit teurer

Überdimensionierungen.

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Suchwort: B&R

Halle 7, Stand 206

dei 06-2025 27


dei

MESSEVORSCHAU

Schrittweise zur intelligenten Wartung

Bachmann electronic präsentiert

auf der SPS 2025 eine flexible

Smart Maintenance-Lösung für

Condition Monitoring in der Industrie

4.0. Die skalierbare

Plattform ermöglicht Unternehmen,

die Zustandsüberwachung

ihrer Maschinen und Anlagen

schrittweise einzuführen – von

der Nutzung vorhandener Prozessdaten

über die Integration

spezieller Vibrations- und Netzsensorik

bis hin zu einer vollumfänglichen

vorausschauenden

Wartung. Durch die direkte

Einbindung in die Steuerungsumgebung

können Daten in

Bild: Bachmann

Echtzeit analysiert und schnelle

Reaktionen umgesetzt werden.

Im fortgeschrittenen Einsatz

kombiniert das System Sensordaten

mit kinematischen Modellen,

um Schäden an Lagern oder

Getrieben frühzeitig zu erkennen.

Grundlage bilden zertifizierte

Hardwaremodule wie

AIC206 und AIC214 sowie die

Softwareplattform CMSPLC. Die

Lösung unterstützt Unternehmen,

Wartungsprozesse effizient

zu gestalten.

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Suchwort: Bachmann

Halle 7, Stand 281

Copilot für PAT

Der Industrial Copilot von Siemens für Prozessanalysentechnik

(PAT) ist ein intelligenter, offlinefähiger Assistent,

der bei der Fehlersuche und Wartung von Analysegeräten

unterstützt. Er liefert sofortige, kontextbezogene

Anleitungen auf Basis von Handbüchern, Serviceberichten

und Nutzerdokumenten – ganz ohne Cloud oder Internet.

Entwickelt für sensible Umgebungen, sorgt er

für Compliance und bringt KI-gestützte Effizienz in die

industrielle Instandhaltung.

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Suchwort: Siemens

Halle 11, Stand 100

Bild: Siemens

Industrielles Ladekabel M12 auf USB

Energieführung für alle Fälle

Bild: Helukabel

Mit dem Heluchain System präsentiert

Helukabel eine modulare

Systemlösung für lineare Bewegungsanwendungen

im Maschinen-

und Anlagenbau sowie

in der industriellen Automation.

Der Baukasten kombiniert Energieführungsketten,

hochflexible

Leitungen, individuelle Konfektionen

und Zubehör zu perfekt

abgestimmten Komplettsystemen.

Ein Highlight ist die Heluchain

Plastic Link 4-45, die mit

stabiler Konstruktion, Laufruhe

und einfacher Montage überzeugt.

Neues Zubehör – etwa

ein Gleitschuh zur Lebensdauerverlängerung,

eine kostengünstige

Zugentlastung und nachrüstbare

Seitenelemente – erhöht

die Flexibilität zusätzlich.

Ergänzend zeigt Helukabel neue,

besonders robuste Leitungen für

Profibus- und Profinet-Systeme

mit abriebfestem TPE-Mantel.

Anwender erhalten komplette,

konfektionierte Energieführungsketten

aus einer Hand –

inklusive Steckverbinder.

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Suchwort: Helukabel

Halle 2, Stand 230

Bild; Turck

Turck präsentiert ein robustes,

industrietaugliches Ladekabel,

das 24 V(DC) intern wandelt

und bis zu 3 A bei 5 V oder

1,66 A bei 9 V liefert. Das Kabel

ist mit einem robusten

M12-Steckverbinder in Schutzart

IP 67 ausgestattet und ermöglicht

die zuverlässige Spannungsversorgung

von Tablets,

Laptops und anderen mobilen

Geräten in rauen Produktionsumgebungen

– ohne zusätzliche

230-V-Schuko-Steckdosen und

AC-Infrastruktur. Damit sparen

Unternehmen AC-Netzteile und

Adapter und integrieren mobile

IT-Geräte einfach in bestehende

OT-Umgebungen.

Die industrielle Ladelösung reduziert

nicht nur den Installationsaufwand,

sondern erhöht

auch die Flexibilität in Produktions-

und Logistikanlagen. Anwender

können vorhandene

24-V-Versorgungspunkte nutzen,

um mobile Geräte direkt

im Feld zu laden oder zu betreiben.

Das Kabel lässt sich mit

Standard-Sensorleitungen ohne

Spannungsverlust verlängern.

Der M12-Steckverbinder nach

IEC 61076-2-101 sorgt für einen

sicheren und fehlerfreien

Betrieb. Die Standardvariante

mit M12-Stecker und USB-

C-Stecker ist ab Lager verfügbar.

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Suchwort: Turck

Halle 7, Stand 250

28 dei 06-2025


End-to-End-Lösung für digitale Zwillinge

Auf der SPS 2025 demonstrieren

Conplement und R. Stahl,

wie digitale Zwillinge entlang

der gesamten Wertschöpfungskette

genutzt werden können –

von der Erstellung über den Betrieb

bis zur produktiven Anwendung.

Mit Twinstudio lassen

sich Verwaltungsschalen (AAS)

und Teilmodelle standardkonform

modellieren, während der

Semantic Connector Daten aus

ETL-Strecken oder Quellsystemen

in Teilmodelle überführt.

Für den Betrieb bietet die skalierbare

Plattform Twinsphere

Funktionen wie Product-

Change-Notifications, Daten-

Push und eine Technical-Data-

Suche. In der Nutzung sorgt

das Digital Twin Portal von

R. Stahl als White-Label-Lösung

für interaktive Zugriffsmöglichkeiten

auf Typ- und Instanz-

Schalen, integriert Backend-

Prozesse wie SAP-Workflows

und ermöglicht Bulk-Handling

sowie Service-Orders. Die Lösung

erfüllt regulatorische Anforderungen,

ist EU-konform

und unterstützt offene, interoperable

Metamodelle inklusive

Digital Product Pass.

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Suchwort: Conplement

Halle 5, Stand 160

Bild: Conplement

Gasanalysegerät für

SF 6 und Isoliergase

Mit der neuen Generation des

Gasanalysegeräts GA11 bietet

Wika eine leistungsstarke Lösung

für die präzise Qualitätskontrolle

von Isoliergasen in

Hochspannungsanlagen. Das

mobile Messgerät liefert exakte

Werte zu Feuchte, Reinheit und

Abbauprodukten von SF 6 sowie

alternativen Gasgemischen. Temperaturkompensierte

Sensoren

und intelligente Algorithmen

auf Basis definierter Stabilitätskriterien

sorgen für eine nochmals

verbesserte Genauigkeit

gegenüber Vorgängerversionen.

Für den Einsatz vor Ort wurde

das GA11 nochmals deutlich

optimiert: Ein robuster Hartschalenkoffer

(IP 65) schützt die

Technik, das Gewicht liegt bei

nur 22 kg. Ein geschlossenes

Messsystem verhindert Emissionen

– das Gas wird entweder

rückgeführt oder gesammelt.

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Suchwort: Wika

Halle 4A, Stand 135

WO DIE GUTEN FARBEN

HERKOMMEN

Bild: Wika

Bright ideas in natural food colours

Since 1899

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dei

MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG

Picture: Incipientus

Reinhardt Kotzé, CTO und Mitgründer von Incipientus, leitet die technologische Entwicklung des ultraschallbasierten Inline-Monitorings

Incipientus-CTO Reinhardt Kotzé im Interview

Inline-Monitoring

komplexer Flüssigkeiten

Als Reinhardt Kotzé, Michal Kotzé und Johan Wiklund 2017 Incipientus gründeten,

war ihr Ziel klar: eine der größten Herausforderungen in der Lebensmittelproduktion

zu lösen – das Echtzeit-Monitoring komplexer, nicht-newtonscher Flüssigkeiten wie

Tomatenmark oder Ketchup. Wie Ihnen das gelang und wie ihre Entwicklung Herstellern

hilft, Abfall zu vermeiden, Qualität zu steigern und globale Nachhaltigkeitsziele

zu erreichen, erläutert CTO Reinhardt Kotzé im Interview.

Was war der Auslöser für die Gründung von Incipientus – und

welches Problem wollten Sie lösen?

Reinhardt Kotzé: Wir haben erkannt, dass nicht-newtonsche Flüssigkeiten

in der Lebensmittelproduktion sehr komplex sind und ein

Echtzeit-Monitoring brauchen. Herkömmliche, laborbasierte Methoden

waren langsam, teuer und nicht kompatibel mit Industrie-

4.0-Anforderungen. Deshalb haben wir ein nicht-invasives Inline-

System entwickelt, das Viskosität und Fließeigenschaften direkt misst.

Aus dieser Vision entstand 2017 die Gründung von Incipientus.

Welche Bedeutung hat die Lebensmittelindustrie für Sie?

Kotzé: Die Lebensmittelindustrie ist für uns zentral, weil unsere

Technologie hier den unmittelbarsten Nutzen bringt. Produkte wie

Tomatenmark erfordern eine präzise Kontrolle von Textur, Fließverhalten

und Qualität – genau das liefert unser System in Echtzeit. Zudem

knüpfen wir hier an unsere Ursprünge in der Lebensmittel-

Forschung an und bieten signifikante Nachhaltigkeitsvorteile durch

weniger Abfall und geringeren Energieverbrauch.

Welche technischen Herausforderungen mussten Sie überwinden,

um ein berührungsloses Messsystem für komplexe Lebensmittel

zu entwickeln?

Kotzé: Die größte Herausforderung war, Ultraschall für hochviskose,

opake Produkte wie Ketchup oder Pasten nutzbar zu machen. Klassische

Methoden stoßen hier schnell an ihre Grenzen, weil Signale

verloren gehen und wichtige rheologische Daten schwer zu erfassen

sind. Unsere Lösung kombiniert Clamp-on-Sensoren mit patentierter

Technologie und speziellen Algorithmen, die die komplexen Signale

direkt in verwertbare Daten übersetzen. Dazu kommt eine Echtzeit-Software,

die auf Industrie-4.0-Anforderungen zugeschnitten

ist und sich ständig durch Kundenfeedback weiterentwickelt.

Worin unterscheidet sich Ihre Lösung von etablierten Messmethoden

wie Rotationsrheometern oder Vibrationsviskosimetern?

Kotzé: Rotationsrheometer sind laborbasiert, benötigen physische

Proben und sind stark von der Bedienung abhängig – dadurch sind

sie langsam und eingeschränkt. Vibrationsviskosimeter sind häufig

invasiv und können nur die Viskosität an einem einzigen Punkt messen.

Unser Clamp-on-Ultraschallsystem vermeidet all diese Nachteile.

Es misst vollständige Geschwindigkeitsprofile, Rheogramme und

Fließeigenschaften in Echtzeit direkt durch die Rohrleitung – ohne

Probenahme oder Kalibrierung. Zudem funktioniert es zuverlässig

mit opaken, komplexen Flüssigkeiten und liefert kontinuierlich

Mehrpunkt-Daten, während Ausfallzeiten und Kosten sinken.

30 dei 06-2025


Beispielhafte Installation des Pipe-Visco-Rheometers in

einer Produktionslinie

Der Sensor wird einfach von außen auf das Rohr

geklemmt

Welche zusätzlichen Parameter können Sie neben der Viskosität

erfassen?

Kotzé: Über die Viskosität hinaus misst unser System Geschwindigkeitsprofile,

Durchflussraten, Rheogramme, Doppler-Bilder, Energieprofile,

akustische Eigenschaften und sogar Luft im Prozess. Es

ermöglicht eine vollständige Charakterisierung von Flüssigkeiten,

einschließlich Korrelationen zur Dehnviskosität und Konsistenz. In

Zukunft wollen wir Parameter wie Luftgehalt, Dichte und Feuchtigkeitsgehalt

ergänzen.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wo Ihre Technologie

die Prozessqualität oder Effizienz deutlich verbessert hat?

Kotzé: In der Tomatenmark-Produktion konnte unser System die

Textur und den Fluss kontinuierlich in Echtzeit überwachen. Das

verbesserte die Konsistenz, reduzierte die Schwankungen und meldete

sofort Abweichungen – mit dem Ergebnis besserer Qualität

und weniger Abfall.

„Unsere Lösungen sind risikoarm, nichtinvasiv

und bringen ab Tag eins Vorteile –

der Umstieg ist einfach und lohnt sich.“

Wie schnell kann ein Lebensmittelhersteller Ihre Sensoren in bestehende

Produktionslinien integrieren?

Kotzé: Die Integration ist schnell und unkompliziert. Dank des

Clamp-on-Designs sind keine Rohrmodifikationen erforderlich, und

die Installation erfolgt nach dem Plug-and-Play-Prinzip. So lassen

sich Sensoren mit minimalen Stillstandszeiten nachrüsten. Änderungen

am Anlagenlayout sind nicht notwendig.

Wie genau trägt Ihre Technologie zur Abfall- und Energieeinsparung

in der Lebensmittelindustrie bei?

Kotzé: Indem wir Bedienern Live-Daten zum Prozess liefern, können

sofort Korrekturen vorgenommen werden. So lassen sich Produktverluste

durch Abweichungen vermeiden und Prozesse energieeffizienter

steuern. Das Ergebnis ist eine nachhaltigere und effizientere

Produktion.

Sie arbeiten eng mit RISE, der ETH Zürich und weiteren Institutionen

zusammen – wie wichtig sind diese Partnerschaften für Ihre

Innovationsarbeit?

Kotzé: Partnerschaften sind entscheidend für unsere Innovationsstrategie.

Während unsere Anfänge in Forschungskooperationen lagen,

konzentrieren wir uns heute auf führende europäische Partner oder

Schweizer Netzwerke. Diese Kooperationen verschaffen uns Zugang

zu Expertise, industriellen Testfällen und wertvollem Feedback, das

unsere Technologieentwicklung beschleunigt.

Welche technologischen und regulatorischen Trends werden das

Inline-Monitoring in den kommenden Jahren prägen?

Kotzé: Industrie 4.0 und Echtzeit-Smart-Manufacturing werden die

Entwicklung weiter vorantreiben. Gleichzeitig verschärfen sich die

regulatorischen Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieeffizienz

und Rückverfolgbarkeit – das erhöht den Bedarf an nicht-invasiven,

zuverlässigen Monitoring-Systemen. Parallel investieren Unternehmen

stark in KI. Damit diese Systeme reale Einsparungen bringen,

brauchen sie präzise und hochwertige Eingangsdaten – und genau

da spielt unsere Technologie ihre Stärken aus.

Welchen Rat würden Sie Lebensmittelherstellern geben, die noch

zögern, in digitale Inline-Messtechnik zu investieren?

Kotzé: Der beste Einstieg ist ein kleines Pilotprojekt direkt in der

Produktionslinie. Sobald die Hersteller die Verbesserungen bei Qualität,

Effizienz und Nachhaltigkeit erleben, wird der Nutzen sofort

deutlich. Industrie 4.0 ist keine Zukunftsmusik – sie passiert jetzt,

und wer früh investiert, bleibt wettbewerbsfähig.

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Suchwort: Incipientus

DAS INTERVIEW WURDE GEFÜHRT VON:

DR. BERND RADEMACHER

Redakteur

dei 06-2025 31


dei

MSR UND PROZESSAUTOMATISIERUNG

Bürkert will regenerativ statt nur nachhaltig wirtschaften

Öko-Spinner oder Visionär?

Bis 2050 wollen die meisten Unternehmen ihr komplettes wirtschaftliches Handeln

klimaneutral gestalten. Doch das ist dem Fluidexperten Bürkert nicht genug. Er will

mehr: regenerativ wirtschaften. Was das bedeutet und wie es funktionieren soll, erläuterten

die Experten im Rahmen eines Fachpressetages in der Klima Arena Sinsheim

und am Standort Criesbach. Allen anwesenden Journalisten wurde schnell klar:

Regeneratives Wirtschaften ist etwas für Visionäre – und nicht für Öko-Spinner.

Bürkert hat nah am Wasser gebaut – am Kocher.

Die meiste Zeit des Jahres ist das kleine

Flüsschen friedlich und schlängelt sich ruhig

durch sein Tal. Nach Starkregenereignissen

kommt es jedoch immer wieder vor, dass

sich der Kocher in einen reißenden Strom

verwandelt und das Wasser auch schon mal

bis an – und in – die Gebäude des Unternehmens

reicht. Ein Vorgang, der infolge des Klimawandels

zunehmend häufiger auftritt und

bei Bürkert den Stein des regenerativen Wirtschaftens

als Leitbild ins Rollen brachte.

Was ist regeneratives Wirtschaften?

Diese Frage beantwortete Prof. Dr. Stephan

Hankammer, Co-Gründer und wissenschaftlicher

Geschäftsführer des REGWI Instituts

für Regeneratives Wirtschaften: „Nachhaltiges

Wirtschaften zielt darauf ab, Schäden zu

vermeiden und Ressourcen so zu nutzen,

dass sie auch künftigen Generationen erhalten

bleiben. Regeneratives Wirtschaften geht

einen Schritt weiter: Es will ökologische, soziale

und ökonomische Systeme aktiv erneuern

und verbessern. Während Nachhaltigkeit

vor allem auf Erhaltung und Effizienz

fokussiert, strebt die regenerative Wirtschaft

Wiederaufbau, Kreislauffähigkeit und positiven

Nettoeinfluss an – sie will mehr zurückgeben,

als sie entnimmt.“

Utopie oder Realität?

Was sich einfach anhört, scheint auf den

ersten Blick utopisch zu sein. Wie sollen

Unternehmen regenerativ wirtschaften,

wenn sie sich doch schon mit der Nachhaltigkeit

schwertun? Wie soll man Prozesse

klimapositiv gestalten, bei denen Gesellschaft

und Umwelt profitieren?

„Ein Projekt, das man am besten in kleinen

Schritten angeht“, sagt Bürkert-CEO Georg

Stawowy. Der erste und wichtigste Schritt:

einfach mal anfangen. Auf diese Weise wird

aus Utopie eine Realutopie – und schließlich

Realität. Das Leitbild, das sich Bürkert nun

gegeben hat, ist ein mutiger Schritt – aus

Sicht zukünftiger Generationen vielleicht ein

notwendiger, dem andere folgen sollten.

Prof. Dr. Stephan Hankammer, Co-Gründer und wissenschaftlicher Geschäftsführer des REGWI Instituts für

Regeneratives Wirtschaften, erläutert in seiner Keynote die Grundprinzipien des regenerativen Wirtschaftens

Bilder: Bürkert

Ziele definieren, Schritte realisieren

Bürkert betrachtet künftig alle Maßnahmen

unter dem Begriff „regenerative Wirtschaft“,

der dem Unternehmen als „Nordstern“

dient. Das Handeln soll konsequent

an diesem langfristigen Ziel ausgerichtet

werden. Derzeit befindet sich der Fluidexperte

– wie viele andere Unternehmen auch

– auf dem Weg zur Klimaneutralität. Es gilt

zunächst, den schädlichen Fußabdruck zu

minimieren und ihn dauerhaft in einen positiven

Handabdruck zu verwandeln.

Dazu hat ein interdisziplinäres Team aus den

17 Sustainable Development Goals (SDGs)

der Vereinten Nationen mit ihren 169 zugehörigen

Unterzielen neun Handlungsfelder

abgeleitet. Andrea Häußermann, Program

Manager Sustainability bei Bürkert: „Einer

der Ansatzpunkte ist beispielsweise der Product

Carbon Footprint. Wir wollen daran arbeiten,

Materialkreisläufe zu schließen und

die Produkte so zu gestalten, dass sie eine

möglichst lange Lebensdauer haben, reparierbar

und optimal recyclebar sind.“

Gemeinsam in die gleiche Richtung

Für ein Unternehmen allein ist der Weg des

regenerativen Wirtschaftens kaum möglich.

32 dei 06-2025


Bürkert-CEO Georg Stawowy erläutert, warum sich Bürkert

auf den Pfad des regenerativen Wirtschaftens begibt

Ansätze für regeneratives Wirtschaften finden sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen:

auf der Komponenten-, Applikations- und Kundenprozess-Ebene genauso wie auf der

Industrie-Ebene

Es braucht Partnerschaften – und ein gewisses

Verständnis bei den Kunden. Das wird

nicht immer gelingen: Wenn eine Anlage,

auf der Produkte für mehrere Millionen Euro

pro Tag hergestellt werden, für eine Woche

stillsteht, weil ein Teil CO 2 -sparend per Schiff

statt per Flugzeug geliefert wird, wird der

Kunde kaum Verständnis dafür haben.

Trotzdem kann man seine Lieferketten analysieren

und so gestalten, dass insgesamt

weniger CO 2 freigesetzt wird – etwa durch

lokale Partner. Braucht es Zulieferer aus

Übersee, oder kann ein lokaler Hersteller

das Produkt unter CO 2 -Gesichtspunkten

günstiger herstellen?

REGENERATIVE WIRTSCHAFT:

Nachhaltiges Wirtschaften zielt

darauf ab, Schäden zu vermeiden

und Ressourcen zu erhalten. Regenerative

Wirtschaft geht noch

weiter: Sie will natürliche, soziale

und wirtschaftliche Systeme

aktiv erneuern und verbessern.

Zentrale Prinzipien sind:

• Kreislauffähigkeit: Materialien

und Energie bleiben im

Kreislauf – Abfall wird zur

Ressource.

• Regeneration natürlicher

Systeme: Böden, Wasser und

Biodiversität werden gezielt

aufgebaut statt nur geschont.

• Systemisches Denken: Unternehmen

verstehen sich als Teil

WAS IST DAS?

Neue Geschäftsmodelle etablieren

Erfolg lässt sich in Unternehmen auf ganz

unterschiedliche Weise bewerten. Bei Bürkert

hat man sich dazu entschieden, sich

nicht nur an reinen Wirtschaftszahlen zu

orientieren, sondern auch an den Auswirkungen

auf Mensch und Natur. Dies kann

auf mehreren Ebenen erfolgen: Komponente,

Applikation, Kundenprozess oder ganze

Industrie.

Ein Beispiel: New Food. Bürkert hat zusammen

mit dem indischen Unternehmen DDE

eine Bioreaktor-Lösung für kultiviertes

Fleisch im 10 000-Liter-Maßstab entwickelt.

Durch den Einsatz dieser Technologie werden

große Mengen an klimaschädlichem

Methan aus der Viehzucht eingespart.

Manche Geschäftsmodelle eignen sich per

se besser als andere für das regenerative

Wirtschaften – zum Beispiel Pay-per-use.

Hierbei bezahlt der Kunde für die Nutzung

einer Komponente oder eines Systems. Am

vernetzter Ökosysteme.

• Resilienz: Neben Effizienz

zählt die Fähigkeit, sich an Veränderungen

anzupassen.

• Soziale Verantwortung: Faire,

gemeinwohlorientierte Wertschöpfung

ist integraler Bestandteil.

Beispiele aus der Praxis sind:

• Regenerative Landwirtschaft:

Aufbau gesunder Böden durch

Humuswirtschaft.

• Cradle-to-Cradle-Produkte:

Vollständig rückführbare Materialien.

• Chemisches Recycling: Rückführung

von Kunststoffen in

den Stoffkreislauf.

Ende des Lebenszyklus erhält der Hersteller

das Gerät zur weiteren Verwendung zurück.

So können enthaltene Materialien optimal

recycelt und wiederverwendet werden. Aus

Metallkomponenten wie Aluminium oder

Edelstahl entstehen neue Teile, Kunststoffkomponenten

können recycelt und seltene

Erden im Kreislauf geführt werden.

Fazit

Bürkert sieht es als seine unternehmerische

Verpflichtung an, gesellschaftlichen Wohlstand

zu fördern und die Natur positiv zu

beeinflussen. Dabei ist den Verantwortlichen

klar, dass der Prozess des regenerativen

Wirtschaftens und das Nachhaltigkeitsdenken

behutsam umgesetzt werden müssen,

damit das Unternehmen nicht auf der Strecke

bleibt. Doch Bürkert ist fest entschlossen,

seine Vision umzusetzen. CEO Georg

Stawowy: „Es ist ein langer Weg, auf dem

wir unseren eigenen Beitrag stets realistisch

einschätzen müssen. Und wir brauchen ein

klares Leitbild, an dem wir uns auf dem

Weg der kleinen Schritte orientieren können.

Dabei wollen wir – in aller Bescheidenheit

– versuchen, nicht nur unseren Beitrag

zu leisten, sondern auch als Wegweiser

für andere zu dienen.“ Oder, wie Andrea

Häußermann es auf den Punkt brachte:

„Wir wollen – wer will noch?“

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Bürkert

DR. BERND RADEMACHER

Redakteur

dei 06-2025 33


dei TREND FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE

Bild: Firn – stock.adobe.com

Kultiviertes Fleisch demnächst auch in Europa

DIE ZUKUNFT AUF

DEM TELLER?

Die Idee klingt wie aus einem Zukunftsroman: Fleisch, das nicht mehr aus der

Mast und Schlachtung von Tieren stammt, sondern aus Zellkulturen gewonnen

wird. Was vor zehn Jahren noch als kuriose Vision galt, nimmt inzwischen

konkrete Gestalt an. In Ländern wie Singapur, Israel und den USA sind

erste Produkte zugelassen, dort haben Restaurants bereits kultiviertes

Fleisch serviert. Europa könnte in den kommenden Jahren folgen. Erste Zulassungsanträge

wurden bereits in Frankreich und den Niederlanden gestellt.

34 dei 06-2025


Bild: Hydrosol

Exemplarischer Herstellungsprozess von Hybridprodukten mit kultiviertem Fleisch

Die Vision reicht weit: Steaks aus kultivierten Muskelsträngen oder

Fischfilets ohne Überfischung. Realistisch ist jedoch zunächst ein

anderer Weg. In der ersten Markteinführungsphase werden sogenannte

Hybridprodukte dominieren – Kombinationen aus kultivierten

Zellen und pflanzlichen Proteinen. Sie verbinden die Nachhaltigkeitsvorteile

beider Ansätze und liefern eine Sensorik, die an konventionelles

Fleisch erinnert, ohne die hohen Produktionskosten

vollständig tragen zu müssen.

Von Zellen zum Lebensmittel

Die Herstellung von kultiviertem Fleisch beginnt mit der Entnahme

einer kleinen Gewebeprobe, aus der Stammzellen isoliert werden.

Diese Zellen werden in einem Nährmedium vermehrt und durchlaufen

im Bioreaktor verschiedene Phasen: Proliferation, Differenzierung

und Reifung. Am Ende stehen Muskelfasern oder Fettzellen,

die als Biomasse die Basis für ein Produkt liefern.

Damit daraus ein Burger-Patty, eine Bratwurst oder ein Nugget

wird, sind weitere Schritte nötig. Generell wird bei der weiteren

Verarbeitung auf ähnliche Technologien zurückgegriffen, wie bei

der Verarbeitung von konventionellem Fleisch oder pflanzlichen Alternativen:

Zerkleinerung, Mischen, Formen, Erhitzen oder Räuchern.

Anlagen, die für die Herstellung von Hackfleisch, Würstchen

oder Nuggets genutzt werden, lassen sich mit kultivierter Biomasse

vergleichbar betreiben.

Allerdings enthält Biomasse mit kultivierten Muskelfasern einen

sehr hohen Wasseranteil, was in der Verarbeitung zunächst eine Herausforderung

darstellt, aber zugleich Potenzial bietet. Stabilisierungssysteme

können dieses Wasser gezielt binden und nutzen, um

Saftigkeit und Textur zu optimieren. Gleichzeitig liefern die in der

Biomasse enthaltenen Proteine eine natürliche Bindung im Produkt,

sodass sich die Strukturen bei richtiger Prozessführung stabilisieren

und fleischtypische Eigenschaften entwickeln. In Kombination mit

kultiviertem Fett oder pflanzlichen Proteinen entstehen so Produkte,

die sensorisch nah an konventionelles Fleisch herankommen.

Hürde Up-Scaling

Die größte technische Hürde liegt weiterhin in der industriellen

Skalierung. Das australische Startup Vow betreibt derzeit den weltweit

größten lebensmitteltauglichen Bioreaktor mit etwa 20 000 l

Fassungsvermögen und verfügt insgesamt über rund 35 000 Liter

Kapazität. Zugleich planen andere Akteure wie Eat Just (Good Meat)

den Aufbau sehr großer Anlagen, etwa mehrere Reaktoren à

250 000 l, um die Massenproduktion zu realisieren. Generell lässt

sich sagen: Für die Herstellung von größeren Mengen sind Kapazitäten

jenseits von 50 000 l erforderlich.

Moderate Preise steigern Konsumentenakzeptanz: Nur 15,8 % der Befragten

wären bereit, gleich viel für Foie Gras mit kultivierten Zellen – ein

Produkt des französischen Startups Gourmey – zu bezahlen wie für das

tierische Pendant

Ein zentrales Thema bleibt zudem die Formulierung der Nährmedien.

Während fetales Kälberserum lange Zeit Standard war, ist die

Branche inzwischen auf dem Weg zur Umstellung auf serumfreie

Medien. Bis März 2025 erhielten bereits sechs Unternehmen in vier

Ländern regulatorische Freigaben für serumfreie Produktionsprozesse

– ein klarer Schritt in Richtung ethischer und ökonomischer

Skalierbarkeit. Zudem zeigt die Forschung: Kosteneffizientere Medienformulierungen

– etwa durch reduzierte Wachstumsfaktoren,

Einsatz pflanzlicher Komponenten oder neue Mischungen – sind

entscheidend für künftige Preisparität.

Akzeptanz als Schlüsselfrage

Auch wenn die Technik beherrschbar wird: Über Erfolg oder Misserfolg

entscheidet am Ende die Akzeptanz der Konsumenten. Studien

zeigen, dass Neugier und Skepsis oft nebeneinanderstehen. Während

jüngere, gebildete und eher männliche Konsumenten, die zugleich

klassische Fleischesser sind, eine höhere Bereitschaft zum

Probieren zeigen, bleiben viele Verbraucher zunächst zurückhaltend.

Für die Bewertung sind drei Grundpfeiler entscheidend: Persönliche

Faktoren wie Alter, Bildung, Geschlecht oder Ernährungsstil. Produktfaktoren

wie Geschmack, Textur, Aussehen und gesundheitliche

Aspekte sowie externe Faktoren, beispielsweise gesellschaftliche

Diskussionen über Tierwohl sowie Klima- und Umweltschutz. Ob

Verbraucher kultiviertes Fleisch als glaubwürdige Alternative oder

Bild: Hydrosol

dei 06-2025 35


dei TREND FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE

Konsumentenakzeptanz von kultiviertem Fleisch

Persönliche Faktoren

Demografisch

Alter

Geschlecht

Bildung

Politische Orientierung

Land

Wohnsitz

Sozioökonomischer Status

Haushaltsgröße

Beruf

Ernährungsform

Produktbezogene Faktoren

Wahrnehmungen

Natürlichkeit

Gesundheit

Nährwert

Sicherheit

Produktqualität

Sensorische Eigenschaften

Preis

Kennzeichnung

Verpackung

Produkttyp

Psychologisch

Einstellungen

Emotionen

- Ekel

Wohlbefinden

Persönlichkeitseigenschaften

- Lebensmittelneophobie

- Lebensmitteltechnologie- Neophobie

- Innovationsbereitschaft bei Lebensmitteln

- Generelle Innovationsbereitschaft

- Neugier auf Lebensmittel

- Werte

Externe Faktoren

Sozial und ethisch

Gesellschaftliche Auswirkungen

Tierwohl

Soziale Normen

Influencer

Vertrauen

Eingriff in die Natur

Bewusstsein und Wissen

Erster Eindruck

Vertrautheit

Wissen

Informationen und Rahmengebung

Vorteile

Konsum

Herausfordernd

Fleischbezogen

Verfügbarkeit von Alternativen

Knappheitsappelle

Technologisch

CSR-Priming

als künstliches Laborprodukt wahrnehmen, hängt stark von diesen

Rahmenbedingungen ab.

Die eigentliche Herausforderung liegt somit nicht darin, Konsumenten

zu einer einmaligen Verkostung zu bewegen, sondern kultiviertes

Fleisch in ihren Alltag zu integrieren. Dafür bedarf es überzeugende

Produkteigenschaften, transparente Kommunikation und

eine klare Positionierung, die Genuss, Vertrautheit und persönliche

Vorteile gleichermaßen betont. Nicht zu vergessen: der Preis. Wie

Studien zeigen, akzeptieren Konsumenten neue Produkte nur dann,

wenn sie preislich attraktiv sind und bestenfalls günstiger als das

konventionelle Pendant.

Fleisch als Teil einer neuen Vielfalt

Damit kultiviertes Fleisch seinen Platz auf unseren Tellern findet,

braucht es ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Politisch sind klare

regulatorische Rahmenbedingungen notwendig, die Zulassungen

vereinfachen und Investitionen in Pilotanlagen fördern. Wirtschaftlich

braucht es Kapital für den Bau großer Produktionsanlagen und

die Weiterentwicklung von Technologien. Wissenschaftlich gilt es,

sowohl die Prozesseffizienz als auch die sensorische Qualität weiter

zu steigern.

Werden diese Voraussetzungen umgesetzt, wird der Speiseplan der

Zukunft vielfältiger sein als je zuvor. In zehn Jahren könnten Hybridprodukte

mit kultivierten Komponenten längst im Supermarkt

stehen, in fünfzehn Jahren könnten erste kultivierte Steaks mit komplexerer

Struktur auf den Markt kommen. Langfristig erwarten Experten,

dass kultiviertes Fleisch ab etwa 2040 preislich und qualitativ

mit konventionellen Fleischprodukten gleichzieht. Bis 2050

könnte es dann rund 7 bis 8 % des weltweiten Fleischmarktes ausmachen

und einen Marktwert von bis zu mehreren hundert Milliarden

Euro erreichen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Kultiviertes Fleisch wird nicht

das Fleisch der Zukunft sein, wohl aber ein Fleisch der Zukunft. Zusammen

mit pflanzlichen und fermentationsbasierten Alternativen

wird es helfen, die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung

nachhaltiger zu gestalten – ohne Verzicht auf Genuss. Der Paradigmenwechsel

hat begonnen, und kultiviertes Fleisch ist dabei, eine

zentrale Rolle einzunehmen.

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Suchwort: Hydrosol

AUTORIN:

DR. KATHARINA BURDORF

Head of Product Management,

Hydrosol

36 dei 06-2025


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dei 06-2025 37


dei FOKUS FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE

Bilder: Beneo

Isomaltulose ist ein langsam verdauliches Kohlenhydrat aus der Zuckerrübe

Neue Studie zeigt: Ausschüttung der Darmhormone GLP-1 und PYY erhöht

Isomaltulose unterstützt

gesunden Stoffwechsel

Eine neue Studie von Zhang J. et al. (2025) zeigt, dass der Verzehr von Palatinose

(Isomaltulose) die hormonelle und glykämische Reaktion auf eine Folgemahlzeit verbessert.

Durch eine erhöhte Ausschüttung von GLP-1 und PYY wird der sogenannte

Second-Meal-Effekt ausgelöst – also eine geringere Blutzuckerantwort auf die nächste

Mahlzeit. Dies hilft Erwachsenen mit metabolischem Syndrom, ihren Blutzuckerspiegel

besser zu regulieren. Laut den Studienergebnissen hat Palatinose damit großes

Potenzial zur Unterstützung bei Stoffwechselstörungen.

Das metabolische Syndrom bezeichnet eine

Kombination von Risikofaktoren – darunter

eine gestörte Blutzuckerregulation,

Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, niedriges

HDL-Cholesterin und abdominale Adipositas

– die zusammen die Wahrscheinlichkeit

erhöhen, Typ-2-Diabetes oder Herz-

Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Im

Rahmen der doppelblinden, randomisierten

und placebokontrollierten Cross-Over-Studie

konsumierten 15 Erwachsene mit metabolischem

Syndrom ein Getränk mit entweder

50 g Isomaltulose oder 50 g Saccharose.

Es gab zwei Versuchsprotokolle: Bei Protokoll

A erhielten alle Probanden morgens ein

Frühstück mit dem Testgetränk; nach drei

Stunden folgte ein standardisiertes Mittagessen.

Bei Protokoll B erhielten die Studienteilnehmer

ein Frühstück, das Testgetränk

wurde jedoch erst drei Stunden danach und

eine Stunde vor dem Mittagessen verabreicht.

Nach dem Frühstück wurden jeweils

über neun Stunden hinweg der Blutzuckerund

Insulinspiegel, sowie die Werte der

Darmhormone GLP-1 (Glucagon-like Peptid-1)

und PYY (Peptid Tyrosin Tyrosin) gemessen,

die das Sättigungsgefühl fördern

und die Blutzuckerkontrolle unterstützen.

Stabiler Stoffwechsel

Die Ergebnisse zeigen, dass Isomaltulose –

ein langsam verdauliches Kohlenhydrat aus

der Zuckerrübe – den Blutzuckerspiegel

deutlich weniger ansteigen lässt als Saccharose

und zu einem wesentlich geringeren

Höchstwert führt. Gleichzeitig war die Ausschüttung

der gesundheitsfördernden

Darmhormone GLP-1 und PYY erhöht. Dies

führte zu einer langsameren und niedrige-

38 dei 06-2025


ren Blutzuckerreaktion auf das darauf folgende

Mittagessen, auch bekannt als Second-Meal-Effekt.

Die Ergebnisse belegen, dass Isomaltulose

nicht nur postprandiale Blutzuckerspitzen

reduziert, sondern auch das hormonelle

Gleichgewicht über den Tag verbessert und

damit den Stoffwechsel über mehrere Mahlzeiten

hinweg stabilisiert. Besonders Erwachsene

mit metabolischem Syndrom profitieren

von dieser verlängerten Hormonantwort.

Denn sie führt zu stabileren Blutzuckerwerten

sowie einer besseren Insulinausschüttung,

was wiederum auf eine gesteigerte

Insulinsensitivität schließen lässt.

Schlussfolgerungen für die Praxis

Dass die Vorteile von Palatinose ausgeprägter

waren, wenn die Probanden das Testgetränk

drei Stunden vor der zweiten Mahlzeit einnahmen

(Protokoll A), statt nur eine Stunde

(Protokoll B), unterstreicht, wie wichtig der

richtige Zeitpunkt für die maximale Wirkung

ist. Daraus lassen sich hilfreiche Hinweise

für konkrete Produktkonzepte ableiten,

beispielsweise für funktionelle Snacks

mit Palatinose, die zwischen den Mahlzeiten

verzehrt werden können.

Die Verbreitung von Adipositas hat in den vergangenen

zehn Jahren erheblich zugenommen.

Heute leidet jeder vierte Erwachsene

(28,2 %) am metabolischen Syndrom. Umso

wichtiger sind praktische Strategien wie ein

gezielter Palatinose-Verzehr, um das postprandiale

Hormonprofil zu verbessern, die Blutzuckerregulation

bei der Folgemahlzeit zu unterstützen

und die Stoffwechselgesundheit einer

großen Risikogruppe zu stärken.

Wissenschaftliche Evidenz

Die Studie wurde von einem Team verschiedener

internationaler Forschungsinstitute

durchgeführt und von Prof. Andreas Pfeiffer,

einem führenden Wissenschaftler auf den

Gebieten Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin

sowie Seniorprofessor an

der Charité Berlin, betreut. Sie ergänzt eine

wachsende Zahl an Forschungsarbeiten zu

Palatinose und deren Einfluss auf die Modulation

von Darmhormonen. Dazu gehört

auch eine systematische Review mit Meta-

Analyse, die kürzlich auf dem IUNS International

Congress of Nutrition 2025 präsentiert

wurde und den konsistenten GLP-

1-Anstieg durch Palatinose sowie dessen

metabolische Vorteile bestätigte.

Isomaltulose lässt den Blutzuckerspiegel

deutlich weniger ansteigen als Saccharose

und führt zu einem wesentlich geringeren

Höchstwert

In der EU gibt es für Palatinose einen zugelassenen

Health Claim hinsichtlich der blutzuckersenkenden

Wirkung, während in den

USA Structure/Function Claims zu einem

geringeren Blutzuckeranstieg und zur

GLP-1-Ausschüttung möglich sind. (br)

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Suchwort: Beneo

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dei 06-2025 39


dei FOKUS FOOD DESIGN UND GETRÄNKEKONZEPTE

Damit die Grille auf dem Teller hält, was sie verspricht

Aminosäureanalyse zeigt

Qualität von Proteinen

Mit der Aminosäureanalyse wird in der Lebensmittelindustrie die Qualität von Proteinen

bewertet. Sie trägt so zur Ernährungssicherheit und zur Entwicklung nach -

haltiger Proteinquellen aus Insekten oder pflanzlichen Ersatzprodukten bei. Mit der

Aminosäureanalyse kann auch untersucht werden, wie sich das Aminosäureprofil

während der Prozessierung entwickelt. Auf diese Weise lassen sich die optimalen

Produktionsschritte für ein qualitativ hochwertiges Produkt identifizieren.

Proteine sind ein essenzieller Bestandteil

der menschlichen Ernährung und finden

sich sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen

Lebensmitteln. Bei der Lebensmittelaufbereitung

müssen bestimmte Verfahren

eingehalten werden, um die Stabilität und

Verfügbarkeit der Aminosäuren, der Bausteine

dieser Proteine, zu gewährleisten. In

Deutschland werden Gehalt und Qualität

von Aminosäuren in Lebensmitteln unter

anderem durch die Lufa (Landwirtschaftliche

Untersuchungs- und Forschungsanstalten)

untersucht.

Prüfung der Zusammensetzung

Die Aminosäureanalyse erlaubt es, eine Authentizitätsprüfung

vorzunehmen, etwa bei

speziellen Ernährungsprodukten wie Säuglingsnahrung.

Die Aminosäure Tryptophan

ist zum Beispiel besonders wichtig für die

pränatale und frühe Ernährung von Säuglingen.

Bei Babys mit bestimmten Stoffwechselstörungen

müssen manche Aminosäuren

gezielt ergänzt werden, während andere

nicht zugeführt werden dürfen. Mit der

Aminosäureanalyse kann die korrekte Zusammensetzung

von Babymilchpulver sichergestellt

werden. Fälschungen und Verunreinigungen

lassen sich so erkennen. Es

zeigt sich zum Beispiel, ob wasserbindende

Proteine zugesetzt wurden, um das damit

schwerere und minderwertigere Produkt

teurer verkaufen zu können.

Auch im Bereich der Futtermittel wird die

Aminosäureanalyse eingesetzt: Aminosäuren

können zum Beispiel im Hühnerfutter aus

verschiedenen Quellen wie Pflanzen, Algen

oder Insekten zur Verfügung gestellt werden.

Sie sind in sogenannte Lebensmittelmatrizen

eingebunden und ihre Bioverfügbarkeit

hängt von der Menge und der Einbindung,

das heißt der Struktur der Matrix,

sowie den Prozessschritten der Verarbeitung

ab. Die Aminosäurespektren der einzelnen

Komponenten können mit der Analyse bewertet

und ihre Auswirkungen auf die Tiere

beurteilt werden. Das erlaubt es, die Quantitäten

der Produktgruppen anzupassen und

zu kombinieren, um ein Futter herzustellen,

das das Geflügel bestmöglich versorgt.

Der Aminosäureanlaysator Aracus ermöglicht eine präzise Bestimmung der Aminosäurezusammensetzung

Bilder: Membrapure

Aminosäureprofile für Novel Food

Verpflichtend ist eine Aminosäureanalyse in

der Regel nicht, da laut EU-Recht für die

Nährwertkennzeichnung nur der Proteingehalt

angegeben werden muss. Eine Ausnahme

bilden Produkte für besondere Ernährung

oder sogenanntes Novel Food, bei dem

Behörden wie die European Food Safety

Authority (EFSA) ein detailliertes Aminosäu-

40 dei 06-2025


reprofil zur Bewertung der Proteinqualität

fordern. Bei Fleischersatzprodukten und

Functional Food gewinnt die Aminosäureanalyse

an Bedeutung, da Unternehmen sowohl

für Zulassungsverfahren als auch für

Marketingzwecke verstärkt auf die Darstellung

von Aminosäureprofilen setzen.

Wird mit Insekten experimentiert, die unter

lebensmittelhygienischen Bedingungen produziert

werden müssen, ist es wichtig zu

wissen, welche Nährstoffe und Aminosäuren

sie enthalten und wie sich diese während

des Prozessierens verhalten. Genau das

untersucht das Projekt ProtinA am Beispiel

von Grillen (Acheta domesticus). Hierfür

arbeiten das Leibniz-Institut für Agrartechnik

und Bioökonomie e. V. (ATB), das Deutsche

Institut für Ernährungsforschung Potsdam

Rehbrücke (DIfE) und drei Unternehmen

zusammen. Für die Analysen wird der

Aminosäureanalysator von Membrapure

eingesetzt.

Veränderungen durch Verarbeitung

Anhand der Grillen wird untersucht, wie

sich die Aufbereitung und Verarbeitung auf

Proteinstruktur und -eigenschaften und damit

die Qualität des Endprodukts auswirken.

Verschiedene Technologien werden getestet,

um die resultierende ernährungsphysiologische

Qualität der hergestellten Lebensmittel

zu charakterisieren. Außerdem werden die

Verarbeitungsparameter so angepasst, dass

die Bioverfügbarkeit der Proteine erhalten

bleibt. Besteht Klarheit über die Auswirkungen

der Verarbeitungsschritte, kann beispielsweise

vermieden werden, dass das Produkt

überbehandelt wird. Damit reicht der

Erkenntnisgewinn von der Auswirkung der

Prozessierungsschritte bis zur Ernährungswirkung.

Er soll auch auf andere alternative

Proteinquellen übertragbar sein und dazu

beitragen, neue Eiweißquellen auf den

Markt zu bringen, die sowohl gesund als

auch nachhaltig sind. Das Projekt ProtinA

begann im Sommer 2024 und endet am 30.

Juni 2027. Für die Aufbereitung der Proben

und ihre standardisierte Quantifizierung

wurde ein Protokoll entwickelt. Die ersten

mit dem Aminosäureanalysator generierten

Daten werden gerade ausgewertet.

Technologie und Methodik

Aminosäuren sind empfindlich und werden

im Körper oder während der Verarbeitung

in andere Formen überführt, beispielsweise

durch Oxidation. Der Aminosäureanalysator

Aracus von Membrapure ermöglicht die

Nach der chromatographischen Trennung

wird ein Reagenz zugesetzt, das mit den

Aminosäuren reagiert und stabile, chromophore

Derivate bildet

Untersuchung sowohl freier als auch gebundener

Aminosäuren. Bei freien Aminosäuren

erfolgt die Bestimmung über eine

Nachsäulenderivatisierung: Nach der chromatographischen

Trennung wird ein Reagenz

zugesetzt, das mit den Aminosäuren

reagiert und stabile, chromophore Derivate

bildet. Primäre Aminosäuren bilden einen

violetten Farbstoff (Ruhemanns Purpur)

und sekundäre Aminosäuren einen gelben

Farbstoff. Diese werden im Detektor erfasst,

wobei die Peakfläche des Signals direkt mit

der Konzentration korreliert, was eine präzise

Quantifizierung erlaubt. Für gebundene

Aminosäuren, die in Proteinen oder Peptiden

vorliegen, ist eine vorherige Hydrolyse

erforderlich, um die einzelnen Bausteine

freizusetzen, ohne sie zu verändern oder abzubauen.

Die Methode liefert somit keine

Informationen über die Sequenz, erlaubt jedoch

eine genaue Bestimmung des quantitativen

Aminosäureprofils. Im Projekt

ProtinA wird dieses Verfahren eingesetzt,

um die Zusammensetzung und den Gehalt

an Aminosäuren in den untersuchten Proben

zuverlässig zu erfassen.

Die Vorbereitung der Proben hängt von der

Methode und dem Detektor ab. Liegt Protein

in hoher Konzentration vor, muss die

Probe in der Regel verdünnt werden, da

sonst zu starke Messsignale entstehen würden.

Die vorbereitete Probe wird anschließend

in den Autosampler überführt, wo die

relevanten Parameter wie Probenname,

Messmethode, Messgröße und verwendeter

Standard eingetragen werden. Nach der

Analyse werden die Signale der Probe mit

Im Projekt ProtinA wird anhand von Grillen

untersucht, wie sich die Aufbereitung und

Verarbeitung auf Proteinstruktur und -eigenschaften

und damit die Qualität des

Endprodukts auswirken

denen des Standards vom Nutzer ins Verhältnis

gesetzt und somit die Menge der

entsprechenden Aminosäuren bestimmt.

Die Trennung der Aminosäuren erfolgt

durch den Einsatz verschiedener Eluenten,

die sich in Salzkonzentration und pH-Wert

unterscheiden, bevor sie mit einem Reagenz

umgesetzt und so nachweisbar gemacht

werden. Die Ergebnisse werden in

Form einer Grafik dargestellt, aus der die

Mengen der Aminosäuren abgeleitet und

mit bekannten Referenzbereichen verglichen

werden können.

Die Art der Aminosäure kann ermittelt werden,

außerdem, ob es sich um eine Reinsubstanz

handelt: Grillen besitzen zum Beispiel

als Trockensubstanz einen Proteingehalt

von rund 60 %; die Produktgruppen

besitzen ein eigenes Aminosäureprofil. Tauchen

in der Analyse von Lebensmittelmatrizen

andere Werte auf, lässt das Rückschlüsse

zu, dass es sich nicht um reines Grillenprotein

handelt, sondern dass andere Zusätze

beigemischt wurden.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Membrapure

AUTOR:

DR. THORSTEN

HEINLEIN

Area Sales Manager EMEA,

Membrapure

dei 06-2025 41


Pflanzlicher Ei-Ersatz für Backwaren

Bild: Informa

Vom 2. bis 4. Dezember 2025 findet die

nächste Ausgabe der Fachmesse für Lebensmittel-

und Getränke-Inhaltsstoffe im Paris

Expo Porte de Versailles statt. Erwartet werden

rund 1550 Aussteller sowie etwa 24 500

Fachbesucher aus mehr als 135 Ländern.

Ein zentrales Merkmal der Messe 2025: die

vier spezialisierten Ausstellungszonen mit

neuem Zuschnitt. Neben den klassischen Bereichen

„Food Ingredients“ und „Health Ingredients“

rückt diesmal verstärkt die Pet-

Food-Branche in den Fokus – die eigene

„Petfood Suppliers Hub“ kehrt nach erfolgreicher

Premiere 2024 zurück und widmet

sich Ingredienzien, Technologien, Verpackungslösungen

sowie regulatorischen und

Konsumententrends.

Neu eingeführt wird eine „Ready-to-Market“

Zone, in der fertige, marktreife Produkte

sowie Private-Label-Lösungen präsentiert

werden. Damit schlägt die Messe die Brücke

von reinen Inhaltsstoffen zu konsumfertigen

Innovationen. Auch im Rahmenprogramm

gibt es frische Formate: So debütiert das

Event „Fetch the Future: Pet Food Edition“,

eine gezielt auf Pet-Nutrition ausgerichtete

Session für Entscheider aus diesem Marktsegment.

Loryma reagiert auf die steigenden Eierpreise und Lieferengpässe

mit Lory Stab, einem pflanzlichen Ei-Ersatz für

Backwaren. Die Mischung aus natürlichen, technisch behandelten

Rohstoffen bietet hervorragende Teigstabilität,

optimales Volumen und charakteristische Backoptik, etwa

pilzförmige Muffinkuppeln. Lory Stab eignet sich für

Muffins, Rührkuchen, Waffeln, Pancakes und europäische

Süßspeisen und lässt sich geschmacklich flexibel kombinieren.

Hersteller profitieren von gleichbleibender Qualität,

authentischem Geschmack, längerer Haltbarkeit und

reduziertem Fettgehalt. Die pflanzliche Alternative unterstützt

die Kostenkontrolle, senkt Abfälle und erfüllt den

wachsenden Wunsch nach gesunden, pflanzlichen Produkten,

ohne Leistung oder Geschmack einzubüßen. Loryma

bietet zudem umfassende Formulierungsberatung,

damit die Backwarenhersteller die Vorteile der innovativen

Lösung optimal nutzen können.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Loryma

Halle 71, Stand C34

Vitamine für die Tierernährung

BASF startet mit Lutavit A/D3

1000/200 NXT eine neue, mikroverkapselte

Vitaminformulierung

für die Tierernährung, die

Vitamin A und D3 in einem Produkt

vereint. Hergestellt in der

hochmodernen Anlage am Verbundstandort

Ludwigshafen,

bietet das Produkt höchste Qualität,

gleichbleibendes 5:1-Verhältnis

von A zu D3 und eine

Haltbarkeit von 18 Monaten unter

Standardlagerbedingungen.

Die Formulierung zeigt stabile

Leistung in Vormischungen und

Pellets sowie eine nachgewiesene

Bioverfügbarkeit in allen relevanten

Tierarten. Dank fortschrittlicher

Ressourceneffizienz

und optimierter Produktion unterstützt

Lutavit A/D3

1000/200 NXT zudem die

Bild: Loryma

Nachhaltigkeitsziele der Kunden.

Die Markteinführung reagiert

direkt auf die Anforderungen

von Tierernährungsherstellern

und vereint Komfort, Leistung

und Umweltbewusstsein in

einem Produkt, das zuverlässige

Versorgung und hohe Produktqualität

sicherstellt.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: BASF

Halle 71, Stand C19

Bild: BASF

42 dei 06-2025


Breites Spektrum an Produktlösungen

Neue Plattform für Getränkeinspiration

Bild: La Famiglia– Shutterstock

Unter dem Motto „Ingredient

Excellence by Raps: Unlocking

Functionality, Taste & Innovation“

stellt der Gewürz- und Ingredient-Spezialist

seine neuesten

Entwicklungen vor. Mit mehr

als 100 Jahren Erfahrung kombiniert

Raps traditionelle Gewürzexpertise

mit moderner Technologie.

Das Ergebnis sind maßgeschneiderte

Lösungen für vielfältige

Anwendungen – von Backwaren,

Snacks und Milchprodukten

über Fleisch- und Fleischalternativen

bis hin zu Saucen,

Dips und funktionellen Shots.

Zu den Highlights zählen herzhafte

Füllungen für Gebäck -

snacks, anwenderfreundliche

Marinaden, authentische Rauch -

aromen für BBQ-Saucen und

vielseitige Gewürzmischungen.

Auch Extrakte und Zubereitungen

für Frischkäse, Hummus

oder Fruchtgummis werden

vorgestellt. Die Technologien

von Raps sorgen für geschützte

Aromen, verbesserte Haltbarkeit

und konstant hohe Produktqualität

– für mehr Effizienz und

stärkere Kundenbindung.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Raps

Halle 72, Stand G68

Bild: oneinchpunch – stock.adobe.com

IFF hat mit SipScape eine neue

Plattform vorgestellt, die Getränkemarken

Inspiration für alkoholarme

und alkoholfreie

Produkte liefert. Die Plattform

bietet Einblicke in Produktdesign,

Geschmacksmodulation

und Süßereduzierung und zeigt,

wie Pflanzen, natürliche Farben

und funktionale Zutaten aktuelle

Verbrauchertrends unterstützen.

Angetrieben von der Trend- und

Foresight-Funktion Panoptic

analysiert SipScape kulturelle

und konsumbezogene Veränderungen,

etwa den bewussten

Konsum jüngerer Zielgruppen.

Fünf neue Consumer Personas

veranschaulichen unterschiedliche

Bedürfnisse und Vorlieben.

SipScape ermöglicht Marken,

Verbraucher besser zu verstehen,

innovative Produkte zu entwickeln

und Getränke zu schaffen,

die über den reinen Alkoholgehalt

hinaus Erlebnisse, Genuss

und Funktionalität vereinen

– abgestimmt auf die Werte

und Erwartungen moderner

Konsumenten.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: IFF

Halle 72, Stand Q80

Neues Konzept für Proteinriegel

Bild: Arla Foods Ingredients

Arla Foods Ingredients bringt mit Easy Bite einen mundgerechten Proteinriegel auf

den Markt, der bis zu 40 % hochwertiges Protein liefert, ballaststoffreich ist und

ohne Zucker, Fett oder Maltit auskommt. Hergestellt aus der maßgeschneiderten

Molkenproteinlösung Lacprodan EasyBar, bleibt die Textur über eine zweijährige

Haltbarkeit stabil, ohne zusätzliche fett- oder wasserbindende Zutaten. Das Konzept

reagiert auf den Trend zu gesunden, proteinreichen Snacks, die gleichzeitig

geschmacklich überzeugen. Zusätzlich stellt Arla Foods Ingredients zwei weitere

Konzepte vor: eine Protein-Limonade mit 10 g Protein pro Portion ohne Zucker

sowie „Refreshed in Seconds“, einen klaren Shake mit 20 g Protein, der schnellen

Schaumabbau und erfrischenden Geschmack bietet.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Arla Foods Ingredients

Halle 71, Stand G8

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dei 06-2025 43


dei

NAHRUNGSMITTELMASCHINEN

Nachrüstung bestehender Trockner mit Wärmepumpentechnik

Retrofit revolutioniert die

Kräutertrocknung

Steigende Energiekosten und die CO 2 -Bepreisung machen nachhaltige Lösungen unverzichtbar.

Bei Gäubodenkräuter im niederbayerischen Straubing wurde eine bestehende

Trocknungsanlage auf Wärmepumpentechnik umgerüstet – mit großem Erfolg:

Der Energieverbrauch sank deutlich, während die Produktqualität spürbar stieg.

Gäubodenkräuter verarbeitet Kräuter und

verkauft diese an Lebensmittelhersteller

weiter. Petersilie, Schnittlauch und vieles

mehr erwirbt Gäuboden aus der regionalen

Landwirtschaft. In der Produktion werden

die wertvollen Kräuter geschnitten, getrocknet

und verpackt. Der bestehende Trockner

war zwar voll funktionstüchtig, die Energiequelle

jedoch – Gas – wurde immer teurer.

Richard Bachl, Geschäftsführer bei Gäubodenkräuter,

berichtet: „Wir hielten nach

energieeffizienten Möglichkeiten Ausschau

und wollten mit einer zeitgemäßen Trocknung

in die Zukunft gehen.“

Die Ringelblumen werden nach der Ernte mithilfe energieeffizienter Wärmepumpentechnologie

besonders schonend getrocknet

Bilder: Harter

Retrofit ist ein Konzept mit Zukunft

Auf der Anuga Foodtec entstand der Kontakt

zwischen Gäuboden und dem Trocknerhersteller

Harter aus Stiefenhofen im

Allgäu. Harter entwickelte bereits vor über

30 Jahren eine Kondensationstrocknung auf

Basis einer Wärmepumpe und optimierte

diese über die Jahrzehnte permanent. Seit

vielen Jahren wird diese effiziente Art der

Trocknung auch in der Lebensmittelindustrie

eingesetzt. Bisher handelte es sich jedoch

immer um Neuanlagen. Erstmalig realisierte

Harter nun einen Retrofit. Damit

sieht der innovative Trocknerhersteller ein

Konzept für die Zukunft, denn viele Hersteller

haben gute Trockner im Einsatz und

es gibt keinen Grund, daran zu rütteln. Unter

bestimmten Umständen ist es möglich,

die bestehende Energiequelle abzuschalten

und auf Wärmepumpentechnik umzurüsten.

Es ist immer eine Einzelfallbetrachtung.

Im hauseigenen Technikum führt Harter

Versuche für Interessenten durch. Zu dieser

Dienstleistung gehören auch Leihanlagen,

mit denen Trocknungstests vor Ort durchgeführt

werden. Auch der Bau ganz individueller

Testtrockner ist manchmal Teil der

Vorgehensweise.

So war auch das Prozedere bei Gäubodenkräuter.

Erste Tests liefen mit Kapuzinerkresse

in einem kleinen Kompakttrockner. Anschließend

führten Harter und Gäuboden

weitere Versuchsreihen vor Ort in Straubing

durch. Hier konnten nun die relevanten Parameter

realitätsnah ermittelt werden, denn

die Kräuter konnten direkt aus den Vorprozessen

entnommen werden. Temperatur und

Zeit sind primäre Faktoren bei der Trocknung.

Luftvolumenstrom, Luftgeschwindigkeit

und Luftführung sind ebenso wichtige

44 dei 06-2025


Einflussgrößen. Am Ende braucht es ein perfektes

Zusammenspiel aller, um eine erfolgreiche

Trocknung zu realisieren.

Geschlossener Luftkreislauf

Der bei Gäubodenkräuter vorhandene Trockner

war ein Sieben-Band-Trockner mit jeweils

12 m Bandlänge. Circa 1250 kg Petersilie

oder Schnittlauch, die Hauptprodukte,

werden pro Stunde durch den Trockner gefahren.

Die bisherige Temperatur lag durchschnittlich

bei 100 °C. Als Energiequelle

nutzte Gäubodenkräuter einen Gasbrenner.

Ungefähr 1900 kW Gas waren notwendig,

um den Trockner zu betreiben. So waren sowohl

der Verbrauch als auch die hohen Temperaturen

ein zu optimierendes Thema. Teil

des Trockners war zudem ein Filter, der regelmäßig

gewechselt werden musste. Ihn

auszutauschen war ein mühseliges Unterfangen,

denn der Kräuterproduzent musste

dazu den Bandtrockner für längere Zeit außer

Betrieb nehmen.

Bei der Prüfung des Prozesses stellte sich für

Harter heraus, dass es möglich war, die bestehende

Anlage umzurüsten. Dieses Konzept

fand natürlich auch bei Gäubodenkräuter

großen Anklang, denn der bestehende

Edelstahltrockner funktionierte als solches

einwandfrei. Die fünf Gasbrenner wurden

außer Betrieb genommen. Stattdessen installierte

Harter fünf Wärmepumpenmodule.

Die Wärmepumpenmodule sind durch isolierte

Rohrleitungen mit dem Bandtrockner

verbunden. Sie stellen die erforderliche Prozessluft

bereit und sind auch für den Kondensationsprozess

verantwortlich. Auf diese

Weise wurde aus einem Abluft-Gas-Trockner

ein abluftfreier Kondensationstrockner.

Die Wärmepumpentrocknung arbeitet in einem

geschlossenen Luftkreislauf. Dies erhöht

die Effizienz der Wärmepumpe um ein

weiteres. Das geschlossene System bedeutet

zudem eine völlige Unabhängigkeit von jahreszeitlichen

und klimatischen Schwankungen.

Der Prozess ist maximal sicher und

nachhaltig zudem.

74 % weniger Energiebedarf

Die Wärmepumpentrocknung arbeitet mit

extrem trockener und damit ungesättigter

Durch die Wärmepumpentrocknung steigert Gäubodenkräuter sowohl Energieeffizienz

als auch Produktqualität

Luft, die die Feuchte der Produkte aufnimmt

und sie dadurch trocknet. Dieser

physikalische Ansatz ermöglicht eine Entfeuchtung

bei niedrigen Temperaturen. Sie

bewegen sich grundsätzlich zwischen 20

und 75 °C. Bei Gäuboden werden beispielsweise

Schnittlauch und Petersilie heute bei

75 °C getrocknet. Die niedrigen Temperaturen

verbesserten die Produktqualität. Die

schonende Trocknung wirkt sich neben der

Optik natürlich auch positiv auf Aroma und

Inhaltsstoffe der Kräuter aus. So sind diese

Kräuter intensiver in ihrer Farbe und ihrem

Duft. Kräuter wie Kapuzinerkresse und andere

Arzneipflanzen benötigten noch niedrigere

Temperaturen von beispielsweise

40 °C. Hier liegt der Fokus auf dem Erhalt

der Inhaltsstoffe, denn die Kräuter werden

anschließend für Arzneimittel verwendet. An

dieser Stelle sei erwähnt, dass Harter mit

wenig Aufwand auch Temperier- und Kühlschritte

in die Wärmepumpentrocknung

einbauen kann, wenn dies prozessbedingt

gewünscht oder notwendig ist. Beides war

bei Gäuboden jedoch nicht der erforderlich.

Was den Energieverbrauch angeht, so benötigt

der Trockner mit Wärmepumpe heute

500 kW elektrisch statt zuvor 1900 kW

thermisch. Das bedeutet eine Reduzierung

um 74 %. Damit ist Gäubodenkräuter auch

hier gut für die Zukunft vorbereitet.

Ein weiteres Plus: Die Wärmepumpentrocknung

wurde als zukunftsfähige Technologie

eingestuft, sodass Kunden staatliche Zuschüsse

für diese Art der Trocknung erhalten

können. Das gilt sowohl für Neuanlagen als

auch für Umrüstungen auf die Harter-Wärmepumpentechnik.

Auch Gäuboden kam in

den Genuss der Förderung. Sogar die ungeliebte

Filterbox integrierte Harter so in den

Trockner, dass die Mitarbeitenden bei Gäubodenkräuter

sie heute im laufenden Betrieb

wechseln können.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Harter

AUTOR:

STEPHAN ORTMANN

Technischer Vertrieb,

Harter

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dei 06-2025 45


dei

NAHRUNGSMITTELMASCHINEN

Von der individuellen Trocknung bis zur Abluftbehandlung

Effizienz in der

Fleischtrocknung

Die Fleischindustrie steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits steigen

die Produktions- und Energiekosten kontinuierlich, andererseits verschärfen sich die

Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneinsatz. Bei der Trocknung von

Fleisch- und Wurstwaren machen Anlagensysteme mit präziser Luftführung und

ressourcenschonenden Technologien einen echten Effizienzunterschied.

Deutsche Verbraucher zahlten im Juli

2025 für Rindfleisch im Schnitt rund 19 %

mehr als ein Jahr zuvor. Im Langzeittrend

und auf EU-Ebene wird die Teuerungsrate

bei Fleisch- und Wurstwaren mit teils über

40 % seit 2015 noch deutlicher. Wie hoch

der Einkaufskostendruck entlang der gesamten

Fertigungs- und Lieferkette ist,

zeigt sich nicht nur an diesen Preisweitergaben.

Gleichzeitig pocht der Handel auf

moderate Preise und entfacht damit auf

Seiten der Hersteller erst recht einen

Kampf um Marktanteile. Effizienztechnologien

mit kurzer Amortisationsdauer zur

Senkung laufender Kosten werden somit

bedeutsamer denn je. Beim Engineering

passgenauer Luftsysteme für den so elementaren

Trocknungsprozess bei Fleischund

Wurstwaren setzt das niedersächsische

Traditionsunternehmen Vetec Anlagenbau

sowohl auf die Erfahrungen zahlreicher

Referenzprojekte als auch auf KI-gestützte

Strömungssimulationen. So entstehen effiziente

Systemdesigns wie der Aeromat

Cross Power für die Trocknung liegende

Produkte wie Bacon, Beef Jerky oder

Snacks für Hunde. Diese Universalanlage

zeichnet sich durch eine horizontale Luftführung

mit patentierter Düsengeometrie

aus. Die Luftgeschwindigkeit ist bis zu vier

Mal höher als bei herkömmlichen Anlagen.

Der Aeromat Cross Power eignet sich für die effiziente Trocknung liegender Produkte

Bilder: Vetec

Konstante Luftverteilung

Mit einer speziellen, alternierenden Einblastechnik

lässt sich die Einströmung der

Luft individuell steuern und damit an das

Produkt anpassen. Das Wechselklappensystem

im klassischen Aeromat sorgt für eine

dynamische Luftzirkulation an Produkten

wie Hot Dog, Wiener oder Mortadella, wodurch

eine noch höhere Gleichmäßigkeit

erzielt wird. Die dadurch gewährleistete

konstante Luftverteilung im Transportwagen

sorgt bei gleichbleibend hoher Qualität

für eine optimierte Ausbeute bei hängenden

sowie liegenden Produkten – unabhängig

von ihrer Position und auch bei dichter

Beladung. Diese vergleichbaren Bedingungen

minimieren punktuelle Hot- oder

Coldspots und sichern den Lebensmittelherstellern

einen stabilen, reproduzierbaren

46 dei 06-2025


Prozess und damit bares Geld. Denn mit

Übertrocknung beispielsweise gehen signifikante

Gewichtsverluste einher, die hinterher

für die Erreichung von Verpackungsvorgaben

mit teuren Fleischzugaben kompensiert

werden müssten.

ABLUFTREINIGUNG:

BIOFILTERSYSTEM

Die Steuerung minimiert punktuelle Hot- oder Coldspots und sichert den Lebensmittelherstellern

einen stabilen, reproduzierbaren Prozess ohne Übertrocknung

Weitere Energieeinsparpotenziale

Durch den Einsatz weiterer technischer Details

erzielen die Anlagensysteme von Vetec

zusätzliche Energieeinsparungen. So sind

beispielsweise IE4-Motoren mit Frequenzumrichtern

an speziell geformten Ventilatoren

mit der Energieeffizienzklasse 1 verbaut,

wodurch beim Antrieb für die Lufttrocknung

ein erhöhter Wirkungsgrad erreicht

wird. Zudem reduzieren optionale

Wärmerückgewinnungskonzepte bis zu

30 % des Energiebedarfs durch Vorheizen

der Frischluft mittels Abwärme. Strömungsoptimierte

Komponenten wie der Flachrohrwärmetauscher

mit spezieller Bauweise

halbieren den Druckwiderstand im Vergleich

zu herkömmlichen Technologien. Ein Vorkühlen

mit gefilterter und kostenloser Außenluft

bei Intensivkühlanlagen sorgt darüber

hinaus für eine optimale Ausnutzung

dank automatischer Berechnung der nutzbaren

Außenluftenergie. Und auch der Abtrocknungsvorgang

auf einen vom Kunden

definierten Feuchtigkeitsgehalt mittels dosierter

Frischluftklappe und reduziertem Abluftstrom

reduziert deutlich die Heizkosten

und führt zu weniger Gewichtsverlust. Da

allein Wärmeerzeugung und Kühlung bis zu

60 % des Gesamtenergieverbrauchs in der

Fleischverarbeitung ausmachen, wird das

enorme Einsparpotenzial hier besonders

deutlich.

Abluftreinigungssystem ECO Airclean F

Mit dem System ECO Airclean F

hat Vetec das Konzept des Biofilters

so weiterentwickelt, dass

sämtliche Gerüche und Rauchgase,

die bei der thermischen

Verarbeitung von Fleisch und

Wurst, Fisch, Käse sowie Pet

Food entstehen, mehrstufig, effizient

und kostengünstig behandelt

werden können. Die

Schadstoffe werden dabei

durch eine Berieselungsanlage

in eine wässrige Lösung über-

führt, die von Hackschnitzeln

wie ein Schwamm aufgesaugt

und durch Bakterien abgebaut

wird. ECO Airclean F ist auch

bei Außentemperaturen bis

50 °C ein höchst zuverlässiges

System. Es besticht durch minimalen

Wartungsaufwand sowie

niedrige laufende Kosten im

Vergleich zu technischen Alternativen.

Durch die lange Standzeit

der Hackschnitzel fallen

über einen Zeitraum von bis zu

zehn Jahren keine Verschleißteile

an, es gibt nahezu keine Abwässer,

auf Reinigungschemie

wird komplett verzichtet und

vor- und nachgeschaltete Systeme

wie Luftwäscher oder Aktivkohle

sind nicht erforderlich.

Die Biofilter gibt es in verschiedenen

Größen und unterschiedlicher

Bauweise, aus Beton

oder Edelstahl, als geschlossene

Variante oder als

Komplettpaket inklusive Rohrleitung.

Effiziente Abgasnachbehandlung

Auch in der Abgasnachbehandlung von

Heiß- und Kaltrauchanlagen schlummern

technologische Möglichkeiten, die wirtschaftliches

Handeln forcieren und sogar

mit Nachhaltigkeitsanforderungen kombinieren.

So hat Vetec Anlagenbau das Konzept

des Biofilters als Methode zur Reinigung

von Kohlenstoff- und geruchstoffhaltiger

Abluft mittels Berieselungsanlage und

Hackschnitzeln weiterentwickelt: Das System

ECO Airclean F verursacht minimalen

Wartungsaufwand und niedrige laufende

Kosten im Vergleich zu technischen Alternativen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Vetec Anlagenbau

AUTOR:

STEPHAN GÜRLICH

Senior Projektmanager,

Vetec Anlagenbau

dei 06-2025 47


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48 dei 06-2025


dei

LITERATUR, BROSCHÜREN, E-MEDIEN

Markenprodukte für jeden Arbeitsplatz

Whitepaper: UPFs im neuen Licht

Bild: Mewa

Das neue Sortiment 2025/2026

für Arbeitsschutzartikel des Textildienstleisters

Mewa ist erhältlich.

Im neuen Markenkatalog

für Arbeitsschutz findet sich ein

breites Angebot an Produkten

aus den Bereichen Sicherheitsschuhe,

Arbeitshandschuhe, Bekleidung,

Atem-, Augen-, Gehör-

und Kopfschutz sowie

Hautschutz und Hygiene. Mit

dabei sind Brands wie Elten, Puma

Safety, Ansell, Hakro,

U-Power, Honeywell sowie die

Mewa-Eigenmarke Korsar.

Die Produktauswahl ist komfortabel.

Um zum Beispiel den optimal

passenden Arbeitsschuh zu

finden, liefert der Katalog präzise

Angaben zu Material, Funktion

und Sicherheitsklassen. Neben

der großen Auswahl überzeugen

der Service und die

schnelle Lieferung der Bestellungen.

Im Onlineshop profitieren

Mewa-Kunden zusätzlich

von der einfachen Produktsuche

und detaillierten Informationen

wie Preise, Produktbeschreibungen,

Funktionalitäten, Normen

und Eigenschaften. Die Produkte

sind direkt über den Onlineshop

mewa-shop.de verfügbar.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Mewa

Das aktuelle Whitepaper von

Planteneers nimmt sich eines

kontrovers diskutierten Themas

an: der Einstufung pflanzenbasierter

Produkte als „Ultra Processed

Foods“ (UPF). Nach den

gängigen Klassifizierungssystemen

gelten viele pflanzliche Alternativen

als ultrahochverarbeitet

und damit pauschal als ungesund.

Genau hier setzt das Whitepaper

an und fordert eine differenziertere

Betrachtung.

Die Autoren um Produktmanagerin

Rebecca Bohlmann plädieren

für eine Neubewertung der Kriterien:

Künftig sollten Nährwert,

Zusammensetzung und wissenschaftlich

belegte Gesundheitseffekte

stärker gewichtet werden.

Zudem werden konkrete Wege

aufgezeigt, wie pflanzliche Produkte

durch Fermentation, Anreicherung

und den Einsatz vollwertiger

Zutaten ernährungsphysiologisch

optimiert werden

können. Das Whitepaper gibt es

unter www.planteneers.com.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: Planteneers

Bild: Planteneers

Erfinden: Lesestoff aus dem Deutschen Patent- und Markenamt

Bild: DPMA

Die neue Publikation „erfinden“ des Deutschen Patent- und Markenamts

(DPMA) gibt Einblicke in aktuelle Forschung und Entwicklung und zeigt Lösungen

von morgen. Basis sind weltweite Patentanmeldungen, die den Prüferinnen

und Prüfern des DPMA täglich begegnen. Das Spektrum reicht von verbesserter

Gewittervorhersage bis zur Reduktion optischer Irritationen auf Fahrzeugdisplays.

Die Themenvorschläge stammen von den rund 1000 Prüferinnen und Prüfern

des DPMA, die über breite naturwissenschaftliche und technische Expertise

verfügen. Das Heft zeigt die Dynamik des Innovationsschutzes und ersetzt die

bisherige Publikation „Erfinderaktivitäten“. Mit neuem Layout, Infografiken und

verständlichen Erklärtexten macht „erfinden“ komplexe Technologien zugänglich.

Die Publikation steht unter www.dpma.de/erfinden zum Download bereit.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: DPMA

dei

SO ERREICHEN SIE DIE REDAKTION

DANIELA HELD

Redakteurin

Tel. 0711 7594-284

daniela.held@konradin.de

DR. BERND RADEMACHER

Redakteur

Tel. 0711 7594-263

bernd.rademacher@konradin.de

BARBARA DIVIGGIANO

Redaktionsassistentin

Tel. 0711 7594-415

barbara.diviggiano@konradin.de

dei 06-2025 49


dei

VORSCHAU

01-2026

INTELLIGENTE TRANSPORTROBOTIK

Bei Arla Foods im britischen Aylesbury steuern 90

maßgefertigte Transportroboter von ek robotics

den Materialfluss vollautomatisch. Das fahrerlose

Transportsystem sorgt in einer der größten

Frischmilchmolkereien Europas für präzise, sichere

und effiziente Abläufe rund um die Uhr.

LEISTUNGSREGELUNG IM BACKPROZESS

Für die Beheizung der Backplatten seiner Waffelbackanlagen

setzt Hebenstreit neben Erdgas oder Propan/Butan-Gas

zukünftig auch auf die elektrische

Wärmeerzeugung. Die Steuerung des elektrifizierten

Wärmebehandlungsprozesses erfolgt

durch die Leistungsregler der GPC-Serie.

VERLÄSSLICHE TRANSPORTPROZESSE

Gebläse und Verdichter bei der A+S BioTec

GENAU GESCHAUT

KI bei der Leerflascheninspektion

GETRÄNKE IN BEWEGUNG

Förderbänder für kleine und schmale Gebinde

Das Praxismagazin für die Lebensmittelproduktion

einschließlich der Entwicklung,

Verpackung, Lagerung und dem Transport

von Nahrungsmitteln und Getränken.

ISSN 0343–9704

Herausgeberin

Katja Kohlhammer

Verlag

Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH

Ernst-Mey-Straße 8,

70771 Leinfelden-Echterdingen,

Germany

Geschäftsführer

Peter Dilger

Verlagsleiter

Peter Dilger

Redakteure V.i.S.d.P.

Dipl.-Ing. Daniela Held (dh),

Phone +49 711 7594-284

E-Mail: daniela. held@konradin.de

Dr. Bernd Rademacher (br),

Phone +49 711 7594-263

E-Mail: bernd.rademacher@konradin.de

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50 dei 06-2025


Industrie

Das Kompetenznetzwerk der Industrie

Websession

Aufzeichnung

Websession

von

12.11.2025

Herstellung und Verpackung

von Pet Food

Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel: In deutschen Haushalten leben rund

34 Millionen Tiere. Allein für Tiernahrung gaben die Deutschen 2024 4,3 Milliarden

Euro aus – Tendenz steigend.

In unserem Webcast erfahren Sie mehr über:

• Anlagen, Verfahren und Komponenten für die Herstellung von Heimtiernahrung

• Effiziente Lösungen für Verpackung und Logistik

• Aktuelle Trends rund um Pet Food

Jetzt Webcast anschauen – kostenlos und jederzeit verfügbar!

KEYNOTE

Herstellung und Verpackung von

Pet Food – Trends und

Herausforderungen

Dr. Katrin Langner

Industrieverband

Heimtierbedarf (IVH) e. V.

Rapskernkonzentrat aus dem EthaNa

Verfahren als proteinreiche und bitterstoffarme

Zutat in Futtermitteln

Dr. Robert Hartmann

Fraunhofer Zentrum für

Chemisch-Biotechnologische

Prozesse

REFERENTEN

Jetzt

Webcast

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DIREKTLINK:

https://lmy.de/kDvub

Effizient dispergiert,

perfekt ernährt:

Prozesspower für

moderne Tiernahrung

Dr.-Ing. Hans-Joachim Jacob

ystral gmbh maschinenbau

+ processtechnik

Effizienz und Flexibilität in

der Pet Food Produktion

Waldemar Koch

VEMAG Maschinenbau

GmbH

Flexibel bleiben!

Timo Naser

Maschinenfabrik Seydelmann KG

Die Mischung macht’s –

Mit System zur perfekten

Mixpackung für Tiernahrung

Lukas Hug &

Dieter Mößner

Gerhard Schubert

GmbH

Unsere

Partner:

dei 06-2025 51


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Whitepaper

Food Defense

securiton.de/food-2511

Food Defense:

Schutz vor Terrorismus,

Sabotage und Diebstahl.

Videosicherheit ist intelligente

Videoüberwachung mit IPS-Faktor.

Besonders. Sicher.

securiton.de/food-2511

52 dei 06-2025

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