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COBURGER – Das Magazin #72

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Nr. 72 | November 2025

Gesellschaft. Kultur. Wirtschaft. Politik.


Jedes Element

wird mit Respekt

und Sorgfalt

behandelt.

Öffnungszeiten Werksverkauf

Montag bis Donnerstag: 7 – 12 Uhr und 13 – 16 Uhr

Freitag: 7 – 16 Uhr und Samstag: 8 – 13 Uhr

Maintal Betten GmbH

Schönbrunner Straße 17

D-96215 Lichtenfels-Reundorf

Tel.: 0049 (0)9571 – 79078


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INHALT

AUSGABE 72 | NOVEMBER 2025

6 EDITORIAL. Eigentum verpflichtet.

10 HOFBERICHT. Vernissage fürs Klinikum.

14 STADTGESPRÄCHE. Darüber spricht Coburg.

112 ZWA IM BRÖDLA. FKK-Albträume.

114 AUF EIN WORT. Ridentem dicere verum 2026.

20

32

34

36

38

ES IST ZEIT ZU GEHEN.

Pater Maximilian ist einer der letzten.

WIE BRINGEN WIR UNS EIN?

Sonderthema Ehrenamt.

VIER VOLLTREFFER.

Die Quattro-Liga.

„MONTAG IST MEIN LIEBLINGSTAG.“

Das Projekt Mathe-Mentoren.

ENGAGEMENT EHRENSACHE.

Bürgervereine in Coburg.

44 MACHER.

Dieses Mal Markus Zimmer.

46

52

58

62

72

74

104

WENN DATEN ANFANGEN ZU DENKEN.

Seeco aus Rödental.

VON GEFÜHLEN, LIEBE UND HORMONEN.

Drei Schoenfrau-Interviews.

AUS LIEBE ZUM TIER.

Das VET-Zentrum.

DER KÄSE MACHT`S.

Besuch in Wiesenfeld.

COBURGER SCHMÄTZCHEN.

Aus der Reihe „Meilensteine“.

EIN OBERBÜRGERMEISTER.

Aus der Reihe „Hier wohnte“.

FOTOS VON SIMONE HOPF …

… in der Galerie.

UND VIELES MEHR.

Titel:

„Weihnachtsmarkt in Coburg“

Bearbeitung nach einer Fotografie

von Andreas Brückner.

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4 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


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Kia Mercedes-Benz EV6 GT (448 E kW/609 200 E 200 D D PS): Limousine: Stromverbrauch Energieverbrauch kombiniert kombiniert: 20,9 kWh/100 4,7 4,7 l/100km. CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km. 123 123 g/km. CO₂-Klasse g/km. CO₂-Klasse: A. D D

Kia Mercedes-Benz EV6 GT (448 E kW/609 200 V-Klasse D Limousine: PS): 300 300 Stromverbrauch D: D: Energieverbrauch kombiniert kombiniert: 20,9 je kWh/100 nach je 4,7 nach l/100km. Version ca. CO₂-Emissionen ca. 7,1-8,4 7,1-8,4 l/100 l/100 km, kombiniert: km, CO₂-Emissionen 0 g/km. 123 g/km. CO₂-Klasse kombiniert CO₂-Klasse: A. je je Dnach Version ca. ca. 185-222 g/km. g/km. CO₂-Klasse: G G

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Mercedes-Benz V-Klasse 300 D: Energieverbrauch kombiniert je nach Version ca. 7,1-8,4 l/100 km, CO₂-Emissionen kombiniert je nach Version ca. 185-222 g/km. CO₂-Klasse: G


EDITORIAL

EDITORIAL

WOLFRAM HEGEN

Davon ausgehend, dass Eigentum weniger berechtigende als vielmehr verpflichtende

Folgen hat, weil der - nennen wir ihn vereinfacht - „Habende“ zum einen ja

schon aufgrund seines Habens ohnehin auf der Habenseite des Lebens steht, Lebensstandard

genießen, Gesundheit leisten, Einfluss geltendmachen könnend, und

weil zweitens die Ursachen von Eigentum meistens selbst ja nur in den allerseltensten

Fällen alleine in der persönlichen Leistung des Habenden liegen, sondern immer

auch in seinem persönlichen Glück in entscheidenden Momenten des Lebens,

in der Hilfe und dem Mitwirken anderer Menschen, in seiner genetischen Disposition, im gesellschaftlichen,

rechtlichen, wirtschaftlichen, kulturellen Umfeld, manchmal auch in einer großen Erbschaft, sollte der Habende

in Demut und Dankbarkeit ohne irgendeinen Anschein selbstgerechter Arroganz der Allgemeinheit

dienen, Zeit einbringen, Menschlichkeit, Zuwendung - und manchmal sicher auch einen Teil seines Habens

- um etwas zurückzugeben, mehr zurückzugeben, als Nichthabende dazu vielleicht in der Lage sind, es aber

dennoch tun zu Tausenden, zu Hunderttausenden, zu Millionen, ehrenamtlich, und damit ein leuchtendes

Beispiel sind für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Alle Gruppen der Gesellschaft sind also, ganz nach ihren

Möglichkeiten und ihrer Zeit gefragt, sich einzubringen ins Miteinander.

Im Sonderthema stellen wir uns daher die Frage „Ehrenamt – wie bringen wir uns ein?“ mit vielen Berichten

von Menschen, die sich in der Region über den Beruf und das Privatleben hinaus ehrenamtlich engagieren

– wie Dr. Helga Brachmann und Wilhelm Austen, die sich mit vielen anderen zusammen für das seit

einem Jahr bestehende Projekt „Mathe-Mentoren“ einsetzen und jungen Menschen zur Seite stehen, über

die Quattro-Liga, eine nahezu einmalige Institution, in der alljährlich Behinderte und Nicht-Behinderte in

gemeinsamen Mannschaften um den Titel kämpfen, über zwei von insgesamt 15 Bürgervereinen, die sich in

Coburg im besten Sinne nachbarschaftlich engagieren oder über die Sparkasse Coburg – Lichtenfels und

ihre weithin einmalige Stiftung, die seit 1996 rund 300 Projekte in der Region gefördert hat.

Wir stellen auch darüber hinaus in diesem Jahresabschluss-COBURGER viele besondere Menschen aus der

Region vor, zum Beispiel Pater Maximilian, der Abschied nehmen muss von seiner Heimat auf Zeit: Die

Franziskaner verlassen Vierzehnheiligen. Macher Markus Zimmer bleibt hoffentlich noch lange da: Er engagiert

sich weit über das von ihm geführte Restaurant Goldenes Kreuz hinaus für die Stadt. Pascal Seebers

Welt sind Daten und wie Unternehmen sie noch besser nutzen können. Damit hat er sich aus der sicheren

Anstellung heraus selbständig gemacht und wir stellen ihn vor. Genauso wie Kathrin Kellner, die aus ihrem

Kinderheitstraum von weißen Kleidern ein eigenes Unternehmen rund um den für viele schönsten Tag des

Lebens machte, die Hochzeit. Und auch Dr. Sandra Uebelhack hat sich einen Traum erfüllt mit ihrer eigenen

modernen Tierarztpraxis in Neustadt bei Coburg.

Noch mehr engagierte Frauen in unserer Rubrik schoenfrau: Lee Liebscher, die sich mit ihrem „Berührungspunkt“

selbständig gemacht hat, Anne Reß mit ihrer Praxis für Paar-, Sexual- und Erziehungsberatung, und

Karina Oberender-Herold und ihre „Happy Hormone“. Wer mehr wissen möchte, unbedingt reinlesen.

Daneben wie immer viele schöne Fotografien im Magazin, über das weihnachtliche Coburg zum Beispiel in

unserer Fotostrecke, aus Kühlungsborn an der Ostsee, wohin uns Heidi Schulz-Scheidt in den Kultouren

entführt, oder auch von Simone Hopf, deren Businessfotos wir in diesem 72. Coburger die Galerie widmen.

So, jetzt sind Sie dran.

P.S. Frohe Weihnachten und kommen Sie gut rüber.

P.P.S. Wir sehen und lesen uns wieder am 20. Februar 2026.

P.P.P.S Nicht vergessen: Der satirische Ausblick auf Coburg im Jahr 2026.

6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


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INHALT

20 GRENZERFAHRUNG

„Um jeden Ort, an dem ein Kloster

schließt, ist es schade“

26

FOTOSTRECKE

Festlicher Lichterglanz in Coburgs Innenstadt

34

VIER VOLLTREFFER

Sonderthema: Ehrenamt

46

SEECO

51

Wenn Daten anfangen zu denken

SCHOEN.FRAU

News

66

KULTOUREN

Kühlungsborn

98

COMEDY GALA

Vier Künstler, ein Abend voller Energie und Humor

104

GALERIE

Sinchen-Fotografie

8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


Unsichtbares Hören. Klein im Ohr. Groß im Leben.

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Hörgeräte, die individuell an Ihr Ohr angepasst werden. Zum anderen

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HOFBERICHT

Fotos: Val Thoermer

HOFBERICHT

Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg sicher

nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist sicher ein einmaliger

Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen Prinzen und einen Statthalter

und das Fußvolk. Und alle feiern gerne kleine und große Partys. Wir vom COBUR-

GER natürlich auch. Wenn wir eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir

dann sehen, zeigen wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal von der Vernissage

zur Ausstellung "Das Kranke(n)haus - wie Architektur heilen hilft" in der Spitalgasse

14 in Coburg. Mehr dazu in den Stadtgesprächen in diesem COBURGER.

Großer Andrang: Zahlreiche Gäste bei der Vernissage.

Die Ausstellung ist bis 14. Dezember zu sehen.

Wissenschaftliche Leiterin:

Prof. Gemma Koppen von der Hochschule Coburg

10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


HOFBERICHT

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 11


HOFBERICHT

12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


ORTHO SPORT

Advertorial

Digitale Services in der

modernen Facharztpraxis

WIE ORTHO SPORT MIT INNOVATIVEN ANWENDUNGEN

DEN PRAXISALLTAG FÜR PATIENTEN EINFACHER MACHT

Die Digitalisierung verändert auch den Praxisalltag – idealerweise dort, wo

sie am sinnvollsten ist: bei Prozessen, die Patienten und Mitarbeiterinnen

entlasten und Abläufe transparenter machen. Das Team von ortho sport

setzt deshalb konsequent auf digitale Lösungen, die den Komfort für die

Patienten erhöhen und gleichzeitig die Effizienz im Praxisbetrieb steigern.

Seit Herbst 2025 steht die neue ortho-sport-App allen Patienten zur Verfügung.

Ob Wunschtermin oder Akutfall – über die App lassen sich sämtliche Terminarten

schnell und unkompliziert buchen. Die Anwendung erlaubt darüber hinaus das

Vorab-Ausfüllen wichtiger Formulare, das Hinterlassen von Sprachnachrichten bei

Fragen und die direkte Kommunikation mit dem Praxisteam. Zur Registrierung

genügen eine E-Mail-Adresse und eine Handynummer.

„Mit unserer App bieten wir unseren Patienten ein enormes Serviceplus“,

erklärt Praxisgründer Dr. Dirk Rothhaupt. „Das zentrale Anliegen bei der

Entwicklung war es, den Patienten aus der Warteschleife zu holen und ihm die

Möglichkeit zu geben, mit wenigen Klicks zu jedem Zeitpunkt und von überall

aus einen Termin in unserer Praxis zu vereinbaren.“

Die Praxis immer in der Tasche

„Die ortho-sport-App ist Teil der digitalen Services unserer Praxis“, so Dr.

Rothhaupt. „Neben den eFormularen, über die wir die Angaben unserer

Patienten digital erfassen, über die Bereitstellung von Bilddaten per QR-Code

bis zur neuen Webseite spannen wir den Bogen über alle Servicebereiche,

die wir für unsere Patienten abdecken. Das Ziel ist und bleibt eine möglichst

schnelle, umfassende und kompetente Versorgung.“

Komfortable eForms und mehrsprachiger Service

Digitale Formulare – sogenannte eForms – gehören seit Frühjahr dieses

Jahres zum Alltag bei ortho sport. Patienten können zum Beispiel

Anamnese-, Aufklärungs- und Einverständnisbögen bequem

auf Tablets ausfüllen, die an allen Standorten zur Verfügung

stehen. Besonders praktisch: Für internationale Patienten

gibt es die wichtigsten Dokumente in den Sprachen

Englisch, Russisch und Türkisch.

Die eForms sind so konzipiert, dass sie dokumentensicher

gespeichert werden und sich bei Bedarf in die elektronische

Patientenakte (ePA) übertragen lassen. Seit Oktober 2025 ist

diese digitale Akte Pflichtbestandteil der Versorgung

gesetzlich Versicherter. Sie bündelt alle relevanten

medizinischen Informationen – von Arztbriefen

und Befunden bis zu Bildgebungen und

Medikationslisten – und sorgt so für eine noch

bessere Kontinuität in der Behandlung.

Bilddaten sicher per QR-Code

Ein weiterer Service-Vorteil bei ortho sport ist das Patientenportal mit

personalisiertem QR-Code. Darüber können Patientinnen und Patienten ihre

Röntgen- und MRT-Aufnahmen jederzeit abrufen und sicher verwalten. Die

Weitergabe an Hausärzte, Zuweiser oder Kliniken gelingt damit per Mausklick

– ohne Datenträger, ohne Ausdrucke, ohne Umwege. Auch für die private

Ablage ist der QR-Code eine komfortable Lösung, die zugleich höchsten

Datenschutzstandards entspricht.

Effizienz durch digitale Spracherkennung

Damit die Digitalisierung nicht nur nach außen, sondern auch bei

internen Abläufen Effizienz zeigt, setzt ortho sport auf moderne

Spracherkennungssysteme. Arztbriefe, OP-Berichte und Befunde werden beim

Diktat automatisch verschriftlicht – schnell, präzise und in Fachsprache. Das

beschleunigt nicht nur die Erstellung von Dokumenten, sondern sorgt auch für

einheitliche Strukturen in der gesamten Kommunikation.

„Unsere digitale Spracherkennung spart enorm viel Zeit und reduziert

Fehlerquellen“, bestätigt Doreen Ganz, Leitung des Zentralbüros der

überregionalen Facharztpraxis. „Wir haben dadurch eine deutlich bessere

Übersicht über alle Dokumente und können Befunde oder Arztbriefe auf

Knopfdruck finden. Das ist nicht nur für uns effizienter, sondern auch für die

Patienten spürbar angenehmer, weil Informationen schneller verfügbar sind.“

Gleichzeitig habe sich durch die digitale Ablage auch die interne

Zusammenarbeit verbessert, betont Ganz: „Unsere Systeme sind so aufgebaut,

dass jede Mitarbeiterin genau weiß, wo sich welches Dokument befindet. Das

schafft Transparenz, erleichtert Vertretungen und sorgt für schnelles und

präzises Arbeiten. Für uns ist das ein echter Qualitätsgewinn.“

Neue Webseite, neue Übersicht

Einen ebenso großen Sprung nach vorn macht die neue Webseite der Praxis

www.orthopaeden-coburg.de. Hier finden Interessierte und Patienten ab

sofort alle wichtigen Informationen rund um Orthopädie, Unfallchirurgie

und Sportmedizin – klar gegliedert, aktuell und mit direktem Zugriff auf alle

digitalen Services. Neben der Online-Terminbuchung und der App-Verlinkung

gibt es auch digitale Rezeptanfragen, praxisrelevante Downloads und

Neuigkeiten aus Orthopädie, Sportmedizin und Unfallchirurgie.

So geht modernes Praxismanagement

Mit der konsequenten Digitalisierung ihrer Prozesse zeigt ortho sport, wie

modernes Praxismanagement aussehen kann. Von der Online-Terminbuchung

über eForms und Spracherkennung bis zur sicheren Bilddatenverwaltung –

alles zielt darauf ab, den Kontakt zwischen Patient und Praxis so einfach, direkt

und komfortabel wie möglich zu gestalten. Ganz resümiert positiv: „Wir nutzen

digitale Innovationen für einen möglichst optimalen Dienst am Patienten.“

Dr. Dirk Rothhaupt

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


DARÜBER SPRICHT COBURG

DARÜBER SPRICHT COBURG

Nachtwachen, Distanz statt studentischer Leichtigkeit.

Brachmann erinnerte an diese „herausfordernde

Zeit“, und vielleicht war es genau dieses kollektive

Durchstehen, das die feierliche Atmosphäre an diesem

Tag so besonders aufglühen ließ. Dass mehrere

Absolventinnen und Absolventen bereits Arbeitsverträge

mit den Sana Kliniken unterschrieben haben

und nun ihre Ausbildung zur Assistenzärztin oder

zum Assistenzarzt beginnen, wurde mit hörbarer Erleichterung

aufgenommen. Melanie John, Geschäftsführerin

der Sana Medical School, formulierte das,

was alle dachten: „Das ist natürlich ein wichtiger Tag

für die Sana Kliniken Oberfranken und überhaupt

für Oberfranken, der medizinische Nachwuchs, den

wir unbedingt brauchen.“ Unter den Gästen befanden

sich Persönlichkeiten, die das Projekt seit Jahren

begleiten: Prof. Dragan Primorac, ehemaliger kroatischer

Wissenschaftsminister, der die Kooperation

maßgeblich mitgestaltet hat, sowie EU-Abgeordnete

Monika Hohlmeier, die die europäische Dimension

des Programms hervorhob. Sie verwies auf eine Zahl,

die an diesem Tag wie eine kleine Sensation wirkte:

60 Prozent der Absolventinnen und Absolventen planen,

in der Region zu bleiben. In Zeiten des Ärztemangels

ist das mehr als Statistik – es ist Rückhalt.

Ullrich Zuber, Vorsitzender des Hausarztvereins,

wählte große Worte und nannte die Medical School

ein „Leuchtturmprojekt für Europa".

Hier geht’s zu unserem TV-Bericht:

www.das-magazin.de/ein-leuchtturmprojekt-fuer-europa/

UROPAS AUTO

Manchmal kehrt Geschichte nicht als staubiges Archivgut

zurück, sondern auf vier Rädern – unter

Strom, funkelnd wie eine Idee, die nach mehr als

einem Jahrhundert wieder Fahrt aufnimmt. Der

Flocken Elektrowagen von 1888, vermutlich das

erste vierrädrige Elektroauto der Welt, hat in diesem

Herbst genau das getan: Er ist zurückgekehrt.

ERNST DES LEBENS

Manchmal zeigt sich Zukunft nicht als ferne Vision,

sondern ganz konkret als Gruppe junger Menschen,

die in festlichen Kleidern stolz ihre Urkunden betrachten.

So geschehen an der Hochschule Coburg,

wo die Medical School ihren vierten Jahrgang verabschiedete

– 27 junge Ärztinnen und Ärzte, die

fortan einen Teil jener Lücken schließen sollen, die

der demografische Wandel in die medizinische Versorgung

Oberfrankens gerissen hat. „Ein Tag ganz

besonderer Freude und viel Stolz auf die Studierenden“,

fasste Professor Johannes Brachmann, Initiator

und Geschäftsführer der Medical School, bewegend

zusammen. Man glaubte es ihm sofort. Sechs

Jahre haben die Absolventinnen und Absolventen

investiert: drei davon im sonnendurchwirkten Split,

drei im Coburger Klinikalltag, der seit Kurzem unter

dem Dach der Sana Kliniken firmiert. Es ist eine

ungewöhnliche akademische Biografie – europäisch,

praxisnah, herausfordernd. 2019 begonnen, mussten

die Studierenden kaum ein Jahr später eine der

größten globalen Zumutungen der jüngeren Vergangenheit

bestehen: die Corona-Pandemie. Isolation

statt Hörsaal, Onlinevorlesungen statt gemeinsamer

14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


DARÜBER SPRICHT COBURG

Zunächst zur IAA mobility in München (siehe CO-

BURGER#71), nun – mit feierlichem Schwung – in

seine Heimatstadt Coburg, wo er im Innenhof der

Veste seine ersten öffentlichen Runden drehte. Und

wer dabei war, spürte: Hier fährt mehr als ein Vehikel.

Hier fährt ein Stück Coburger Identität. Sein Erfinder,

der Unternehmer Andreas Flocken, verband

damals Kutschenbau mit der avantgardistischen

Elektrotechnik seiner Zeit – ein visionärer Schritt,

geboren aus dem Erfindergeist eines Industriestandorts,

der schon früh mehr war als eine Residenzstadt.

Doch der Elektrowagen selbst verschwand, wie so

viele technische Pioniere, in den Windungen der

Geschichte. Was blieb, war die Idee. Und die wurde

nun unter der Federführung des Vereins Making-

Culture e.V. mit wissenschaftlicher Präzision und

handwerklicher Kunstfertigkeit neu zum Leben erweckt,

der COBURGER hat ausführlich darüber berichtet.

„Das ist ein wahnsinnig tolles Projekt, das

Industriegeschichte tatsächlich greifbar macht für

uns in der Region“, sagte Oberbürgermeister Dominik

Sauerteig. Auch Prof. Dr. Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger,

erinnerte daran, dass Coburgs

industrielle Vergangenheit nicht nur eine Fußnote

sei: „Das kann man alles theoretisch erzählen, aber

es ist immer was anderes, wenn dieser Erfindergeist

einmal sichtbar, fassbar, greifbar wird.“ Genau das

ist dem Team gelungen: den Geist von 1888 in das

Heute zu übersetzen, ohne ihn zu verfälschen. Besonders

bewegend waren die Worte der Urenkelin

von Andreas Flocken, Ulrike Roth, die sich in das

rumpelnde Gefährt setzte und den historischen

Ritt wagte: „Die Federung ist natürlich kaum gegeben

mit diesen Holzreifen, das ist natürlich schon

schwierig“, sagte sie lachend. Doch dann wurde ihre

Stimme leiser, stolzer: „Es war spannend, mal so einen

Einblick in die ersten Tage des Automobils zu

nehmen. Ja, da bin ich schon stolz.“

Hier geht’s zu unserem TV-Bericht:

www.das-magazin.de/elektrowagen-auf-der-veste/

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AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 15


DARÜBER SPRICHT COBURG

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Seit 1996 gibt es die Stiftung der Sparkasse Coburg -

Lichtenfels, hervorgegangen aus der früheren Sparkasse

Coburg und seit 2005 im Verbund mit Lichtenfels

vereint. Sie begann mit drei Millionen Mark,

wuchs später auf 2,5 Millionen Euro an – und wurde

nun, anlässlich des 20-jährigen Zusammenschlusses

zur Sparkasse Coburg - Lichtenfels, erneut gestärkt:

auf insgesamt fünf Millionen Euro. Ein kräftiges Bekenntnis,

dass Förderung kein Nebenschauplatz ist,

sondern eine regionale Aufgabe. In diesem Jahr standen

wieder fünf Projekte im Mittelpunkt der jährlichen

Spendenvergabe. Die Ausstellung zur 800-jährigen

Geschichte der Veste war eines davon – und

zugleich das sichtbarste. „Da haben wir viele neue

Entdeckungen gemacht, neue Baubefunde, haben

das älteste Burgtor entdeckt“, berichtete Dr. Sven

Hauschke, der Leiter der Kunstsammlungen. Es sei

gelungen, Forscher aus vielen Bereichen zu gewinnen

und die Ergebnisse sichtbar zu machen. Mehr als

20.000 Besucherinnen und Besucher folgten dieser

Einladung in die Vergangenheit. Besonders dankbar

zeigte sich Hauschke für die Unterstützung der Sparkassenstiftung,

denn diese habe ermöglicht, „dass

wir eine 3D-Visualisierung neu erstellen konnten,

in der wir die Baugeschichte der Veste Coburg vor

Augen führen“. Ein digitales Tor in ein mittelalterliches

Bauwerk – und zugleich ein Beispiel dafür, wie

gereifte Geschichte und moderne Vermittlung eine

fruchtbare Allianz eingehen können.

Die Stiftung und die Sparkasse haben in den vergangenen

Jahren nahezu 300 Projekte mit mehr als 1,36

Millionen Euro gefördert. Neben der Veste-Ausstellung

wurden weitere Initiativen unterstützt, die den

gesellschaftlichen Atem der Region widerspiegeln,

unter anderem eine musikalische Lesung zum Thema

„80 Jahre Kriegsende“, ein Johann-Strauss-Jubiläumsprojekt,

sowie eine Initiative der Gemeinde

Weitramsdorf, die Jugendlichen wieder einen Ort

des Zusammenhalts geben möchte. „Die Spende

war ziemlich essentiell“, sagte Bürgermeister Hans

Steinfelder. Der Jugendtreff, ein fast vergessener Ort,

solle reaktiviert werden – als Raum für Integration,

Freundschaft, Wohlfühlen.

Hier geht’s zu unserem TV-Bericht:

www.das-magazin.de/stiftung-sparkasse/

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vitadrom.de

16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


DARÜBER SPRICHT COBURG

NACHFOLGEREGELUNG

Karoline Rink, Heidi Schüler, Wolfgang Hörnlein, Dr. Wolfgang Hacker, Maren Feyler (v.l.n.r.)

Es gibt Orte, an denen Geschichte nicht in Vitrinen

ruht, sondern täglich zwischen Aktenordnern,

Mandantengesprächen und sorgfältig formulierten

Schriftsätzen weitergeschrieben wird. Die Kanzlei

Hörnlein & Feyler in der Coburger Kasernenstraße

ist einer dieser Orte. Wer die Gründer Maren Feyler

und Wolfgang Hörnlein von den frühen Tagen

erzählen hört, merkt sofort: Hier begann vieles aus

Mut, etwas aus Zufall – und fast alles aus Überzeugung.

„30 Jahre, das ist ein rundes Jubiläum, aber

irgendwie ist die Zeit wie im Flug vergangen“, sagte

Maren Feyler im letzten Jahr rückblickend (siehe

Ausgabe COBURGER#65). Und Wolfgang Hörnlein

sieht heute noch den Teppichladen vor sich, der einst

in jenem Gründerzeithaus residierte: „Seither haben

wir hier unser Büro, das muss also damals die absolut

richtige Entscheidung gewesen sein.“ Nun, ein Jahr

nach dem gefeierten 30-jährigen Bestehen, steht ein

neues Kapitel bereit. Kein lauter Einschnitt, sondern

ein organischer Übergang, wie er nur dort gelingt,

wo Strukturen gewachsen und Menschen miteinander

vertraut sind: Seit Anfang 2025 gehören drei

neue Partner zur Kanzlei – Rechtsanwältin Karoline

Rink, Rechtsanwältin Heidi Schüler und Rechtsanwalt

Dr. Wolfgang Hacker. Drei Namen, die in Coburg

längst keine Unbekannten sind. Mehr als ein

Jahrzehnt arbeiten sie bereits im Haus, gewissermaßen

als tragende Säulen der zweiten Reihe, bevor

nun die Weichen für die Zukunft sichtbar gestellt

werden. Mit rund 35 Mitarbeitenden, darunter zehn

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die insgesamt

neun Fachanwaltschaften abdecken – vom Familienrecht

über das Baurecht bis hin zum Medizinrecht

–, ist Hörnlein & Feyler die größte Kanzlei in

Coburg Stadt und Land und eine der bedeutendsten

in Oberfranken. Der Schritt zur erweiterten Partnerschaft

markiert daher nicht nur einen Personalwechsel,

sondern eine strategische Antwort auf das,

was juristische Arbeit heute bedeutet: stetige Spezialisierung,

technische Modernisierung und eine

Gesellschaft im Wandel. Die neuen Partnerinnen

und Partner formulieren es nüchtern, aber selbstbewusst:

Gemeinsam stehe man für „eine moderne

Kanzlei, um die bestmögliche Bearbeitung der Anliegen

der Mandanten zu ermöglichen“.

KONGRESSHAUS ROSENGARTEN

04.12.25

Eva Karl Faltermeier – Ding Dong

14.01.26

Die Magier Golden Ace - Zirkel der Magie Tour

12.12.25

Mirja Regensburg – HAPPY

21.01.26

Gregor Gysi - Auf ein Wort

14.12.25

Tom Gaebel & his Orchestra „A Swinging Christmas“

01.02.26

Kinderfasching der Coburger Narrhalla

02.01.26

Der Nussknacker & Schwanensee - Grand Classic Ballett

06.02.26

Moving Shadows - ON FIRE

05.01.26

13. Coburger Comedy Gala

08.02.26

18. Coburger Gesundheitstag

10.01.26

Osan Yaran - Aus Prinzip!

12.02.26

Volker Heißmann singt Udo Jürgens

Wir wünschen Ihnen schon jetzt viel Spaß!

Weitere Informationen unter coburg-kongress.de

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 17


DARÜBER SPRICHT COBURG

UNRUHESTAND

Es gibt Reisen, die hört man nie richtig auf anzutreten.

Man kann Jahrzehnte verstreichen lassen, Kontinente

wechseln, Berufe, Familien, Gewohnheiten

– und doch bleibt ein bestimmter Ort wie ein heller

Punkt im eigenen Lebensatlas zurück. Für eine

Gruppe ehemaliger Schülerinnen und Schüler des

Coburger Gymnasium Casimirianum war dieser

Punkt Griechenland. Genauer: eine Studienfahrt im

Jahr 1975, als sie jung waren, neugierig und mit jener

geistigen Aufbruchsstimmung ausgestattet, die eine

humanistische Ausbildung zu wecken vermag. Fünfzig

Jahre später – die meisten längst im gehobenen

Ruhestandsalter – beschloss die Klasse, diese Reise

zu wiederholen. Und beinahe alle kamen mit. Schon

das allein wäre eine Geschichte wert: Menschen, die

sich ein halbes Jahrhundert später wiederfinden, um

noch einmal gemeinsam aufzubrechen. Anfang Oktober

war es so weit – und es wurde ein besonderer

Erfolg, ein Wiedersehen nicht nur mit Orten, sondern

mit Teilen des eigenen Lebens. „Wissen heißt

Verstehen“, lautete damals wie heute das unausgesprochene

Motto. Fast schien es, als wiederholten

sich die Gedanken und Gefühle von vor fünf Jahrzehnten.

„Wie schon damals“, hörte man einige sagen.

Und doch war vieles anders. Griechenland, das

bleibt, aber die Perspektive hat sich verändert: Wo

einst jugendliche Begeisterung stand, gesellt sich

nun ein reicheres, reflektierteres Staunen. Und so

wurde diese Reise, die zwei Mal im Leben stattfand,

zu einem Bild dafür, was Bildung eigentlich bedeutet:

nicht das einmalige Aneignen von Wissen, sondern

die fortwährende Bereitschaft, die Welt und

sich selbst mit neuen Augen zu sehen.

DIE NÄCHSTE GENERATION

Unter dem Titel „Das Kranke(n)haus – Wie Architektur

heilen hilft“ präsentiert das Coburger Designforum

Oberfranken e.V. eine hochgelobte Ausstellung.

Sie zeigt, wie heilende Architektur Räume

gestaltet, die Stress reduzieren und Genesung positiv

beeinflussen können. Das Konzept beruht auf „Evidence-Based

Design“ – wissenschaftlich fundiert,

praxisnah und jetzt auch nach Stationen in Österreich

und zuletzt in München in Coburg erstmals erlebbar.

Die Besucherinnen und Besucher begegnen

dabei nicht nur Modellen und Plänen, sondern der

Frage, wie Architektur konkret wirkt: Licht, Farbe,

Schall, Orientierung, Ausblick – all diese Faktoren

beeinflussen Genesung und Wohlbefinden. Bis zum

14. Dezember 2025 können Interessierte in Coburg

selbst erleben, wie Architektur mehr sein kann als

Hörnlein & Feyler PartmbB

Kasemenstraße 14

96450 Coburg

09561 / 80 11 0

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Unsere Anwälte

Wolfgang Hörnlein

Dr. Wolfgang Hacker

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* In der Kanzlei vorhandene

Fachanwaltschaft im Sinne der FAO

18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


DARÜBER SPRICHT COBURG

Kulisse – wie sie aktiv zum Wohlbefinden und zur

Genesung beiträgt. Vielleicht auch als Anregung für

den anstehenden Neubau des Klinikum Coburg. Die

Ausstellung im Steinweg 14, Eingang über die Große

Johannisgasse, Öffnungszeiten Donnerstag und

Freitag 16-20 Uhr, Samstag und Sonntag 12-17 Uhr.

SPENDENKONTO

Hier geht’s zu unserem TV-Bericht

mit freundlicher Unterstützung einer

der Sponsoren der Ausstellung, der

Weingarth-Stiftung: www.das-magazin.de/heilendes-krankenhaus/

Für den kleinen Ben aus Weitramsdorf, dessen

schwere Erkrankung eine intensive Pflege und ein

barrierefreies Zuhause erfordert, ist eine Spendenaktion

angelaufen. Der COBURGER hat in seiner letzten

Ausgabe darüber berichtet. Ziel ist der Umbau des

Elternhauses, damit Ben ein neues Zimmer, ein barrierefreies

Bad und Platz für medizinische Geräte be-

kommt. Die Hilfsaktion wird von Florian Sitzmann

unterstützt, der nach seinem eigenen schweren Unfall

bundesweit als Mutmacher bekannt ist, und vom

Rotary-Club Coburg, lokalen Unternehmern und

Partnern des barrierefreien Bauens. Jetzt ist Spendenkonto

eingerichtet: Sparkasse Darmstadt Der

halbe Mann e.V. IBAN: DE10 5085 0150 0080 2005

36 BIC: HELADEF1DAS. Jeder Beitrag hilft, Ben ein

selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

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Ihrem nicht zufrieden?

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Die Elschukom GmbH aus Veilsdorf hat beim Sustainable

Impact Award 2025 in der Sonderkategorie

„Generali SME EnterPrize“ den ersten Platz errungen.

Der Preis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen

für nachhaltiges Wirtschaften im deutschen

Mittelstand und ehrt Unternehmen, die ökologische

und soziale Verantwortung messbar in ihr Kerngeschäft

integrieren. Mit der Ehrung würdigt die Jury

das konsequente Engagement von Elschukom, nachhaltige

Praktiken in der Region umzusetzen – ein

Vorbild für die lokale Wirtschaft. „Nachhaltigkeit ist

bei uns nicht nur ein Wort, sondern tägliche Praxis“,

betont das Unternehmen stolz.

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AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 19



GRENZERFAHRUNGEN

Von Tim Birkner

„Um jeden Ort,

an dem ein

Kloster schließt,

ist es schade“

Die Franziskaner verlassen Vierzehnheiligen. Die Nachricht

hat viele aufgeschreckt. Pater Maximilian ist der Hausobere

der Franziskaner. Acht Brüder sind sie noch im Kloster, zwei

Drittel von ihnen sind über 80 Jahre alt, nachrücken will niemand.

Also verlassen die Verbliebenen im Herbst 2028 den

Ort, an dem die Franziskaner seit fast 200 Jahren wirken.

„Wir sind Wandermönche. Keiner von uns bleibt ein Leben lang. Der Wechsel ist gewollt“, erzählt

Pater Maximilian Wagner. Er feiert bald seinen 60. Geburtstag. Wo er lebt und wirkt, gehört er seit

Jahrzehnten zu den Jüngsten. Die Trauerphase, das Abschiednehmen von einem Ort, der Kloster

gewesen sein wird, beginnt mit der Nachricht, dass es so kommen wird. Pater Maximilian kennt

das. Bevor er 2021 nach Vierzehnheiligen kam, war er in Berlin. Auch dieses Kloster wurde aufgelöst,

weil der Nachwuchs fehlte. Damals wurde die Nachricht ein Jahr vorher veröffentlicht. Jetzt

sind es etwas knapp drei Jahre. Das Abschiednehmen beginnt.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 21


GRENZERFAHRUNGEN

„Für jeden Ort, an dem ein Kloster schließt, ist es schade“, sagt er. Doch Pater

Maximilian sieht stets die Zuversicht: „Der Charakter des Ortes wird ja weitergeführt

– nur eben nicht mit uns. Es wird sich etwas Neues entwickeln.“ Er führt

durch breite Treppen und hohe Räume zu seiner Wohnung im ersten Stock. „Für

Franziskaner ist das wirklich ein nobler Ort“, sagt er. Gebaut haben das Kloster

schließlich die Zisterzienser – anders als der Franziskanerorden standen sie dem

Prunk und Reichtum näher. Die Bücher in einem Wandschrank im großen Saal

stammen noch aus dieser Zeit. Auch viele der Ölbilder an den Wänden hängen

schon lange. Nach der Säkularisierung fiel das Kloster an den König, der die Franziskaner

1839 beauftragte, den Wallfahrtsort zu betreuen. Das Gebäude des Klosters

gehört heute dem Bayerischen Staat. Was mit dem Räumen, den Büchern, den

Bildern geschieht, wenn die letzten Franziskaner hier ihre Zimmer räumen? Pater

Maximilian zuckt mit den Schultern.

Pater Maximilian beobachtet die Wallfahrer, die in größeren und kleineren Gruppen

den Berg hinauf steigen. „Sie kommen ja nicht nur wegen der sportlichen Fitness

– viele von ihnen haben ihr Päckchen zu tragen.“ Sie setzen sich in die riesige

Basilika. Die Franziskaner halten einen ihrer Brüder bereit, um ihnen die Beichte

abzunehmen. Das wird weniger. Früher waren noch drei oder vier gleichzeitig gefragt.

Doch der Ort bleibt ein besonderer. Pater Maximilian formuliert es so: „Diese

Kirche ist ein durchbeteter Raum. Er zieht die Menschen an wie ein Magnet.“

Manchmal setzt er sich still neben die eine oder den anderen. Manchmal kommt es

dann auch zu einem Gespräch. „Die Menschen erzählen dann von ihrer Not, weil

sie einen Angehörigen verloren oder vom Arzt eine blöde Diagnose bekommen

haben.“

„Diese Kirche ist ein durchbeteter

Raum. Er zieht die Menschen an

wie ein Magnet.“



GRENZERFAHRUNGEN

„Kinder stecken voller Fragen“, beobachtet er. Sie stehen ein paar Schritte weit

in der Basilika und staunen mit offenem Mund. Maximilian Wagner liebt diese

Führungen mit Kindern. Immer wieder bringen sie ihn zu Rätseln, die er dann zu

lösen versucht – beispielsweise warum dem Heiligen Wendelin eine Krone zu Füßen

liegt. „Mir war das vorher nie aufgefallen“, sagt der Pater. „Die Kinder öffnen

uns die Augen.“ Wenn er die Herzen öffnen will, nimmt er oft sein Akkordeon zur

Hand. Er spielt und singt dann zusammen mit Kindern im Kindergarten – oder

auch im Altenheim. So wie nebenan bei den pflegebedürftigen Franziskusschwestern.

Auch sie haben mit der Schließung des Konradshofes ein Ende besiegelt.

Pater Maximilian lässt sich auf den Ort ein, an dem er wohnt und wirkt – und er

versucht ihn ins Hier und Heute zu tragen. „Wir sollten uns auf die Herausforderungen

einlassen“, sagt er. Und so ist aus dem Pater und Musiker auch ein Notfallseelsorger

geworden. „Ich arbeite da mit den Nothelfern von heute zusammen:

Polizei, Rettungsdienst und Bestatter.“ Egal ob Helfer oder Betroffene, manch einer

fängt einfach das Reden an. Maximilian Wagner hört dann zu. Er begleitet die

Menschen mit Ruhe und ruhigen Worten.

Sein Orden ist in manchen Dingen keine andere Gemeinschaft als weltliche. Die

Probleme werden verdrängt so lange es geht. „Viele meiner Mitbrüder wollen es

nicht wahrhaben. Sie denken, es kommen immer Neue nach.“ Der Rat der Franziskusbrüder

muss zwar offiziell noch beschließen, dass der Orden Vierzehnheiligen

verlässt, doch für Pater Maximilian ist das klar. „Wir müssen eine andere Lösung

für die Wallfahrer finden. Es fehlt schlicht das Personal.“

Also versucht der Hausobere dorthin zu blicken, wo dieses Schicksal bereits eingetreten

ist. Beispielsweise in Werl im Erzbistum Paderborn. Dort wird inzwischen

ein Wallfahrts-Team eingesetzt. „Ein solches Team habe ich auch unserem Bischof

vorgeschlagen – als eine mögliche Lösung“, sagt der Pater. Er selbst könnte sich

vorstellen, Teil eines solchen Teams zu werden.

Zwischen seiner Klosterauflösung in Berlin und dem Einsatz in Vierzehnheiligen

hatte Pater Maximilian um eine Auszeit gebeten. Drei Wünsche erfüllte er sich

in diesem halben Jahr. Er schrieb in Meditation eine Ikone, lebte ein paar Wochen

auf der Insel Borkum und lief den Franziskusweg von Florenz nach Rom.

Er weiß, dass ein Weg immer weiter geht. Und er weiß um das Besondere in Vierzehnheiligen.

Wenn bei einer großen Wallfahrt die ganze Kirche voll ist und eine

tolle Liturgie gefeiert wird, ist das für ihn aufregend: „Das zu erleben ist für mich

ein Gänsehaut-Moment.“



Fotoadvertorial

Fotos: Michael von Aichberger

Festlicher Lichterglanz

in Coburgs Innenstadt

Fotostrecke

von Frank Wunderratsch,

Michael von Aichberger

und Artvel

Besonderes Erlebnis:

In der Vorweihnachtszeit putzt sich

die Coburger Innenstadt besonders

heraus. Die vielen Geschäfte schmücken

ihre Schaufenster, und der Coburger Weihnachtsmarkt

auf dem Marktplatz sorgt für

weihnachtliche Stimmung. Er gilt als einer der

schönsten in Deutschland.



Foto: Frank Wunderratsch

Besondere Nacht:

Am Samstag vor dem ersten Advent

strömen Tausende Menschen in die Innenstadt.

Dann lockt die Winterzaubernacht

mit vielen Attraktionen. In diesem Jahr ist das

Motto „Coburg lauscht“. So wird die Adventszeit

spürbar – mit Musik, Licht und Begegnungen mitten

in der Stadt und mitten im Leben.


Foto: Frank Wunderratsch

Foto: Artvel


Foto: Artvel

Fotos: Michael von Aichberger


Besondere Geschichte:

Unter dem Blick von Prinz Albert lockt der Budenzauber

Gäste aus Nah und Fern. Albert selbst

hat auch eine besondere Weihnachtsgeschichte:

Als Gemahl von Königin Victoria

brachte er im 19. Jahrhundert die Tradition

des Weihnachtsbaumes auf die Insel.


S O N D E R T H E M A

DAS STILLE

FUNDAMENT

WIE BRINGEN WIR UNS EIN?

32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


EHRENAMT

Text: Wolfram Hegen

Es gibt Dinge, die so selbstverständlich erscheinen, dass man

sie kaum bemerkt – bis sie fehlen. Das Ehrenamt gehört dazu.

Es ist das unsichtbare Rückgrat einer Gesellschaft, die sich

gern modern, effizient und digital nennt, aber ohne jene stillen

Mitwirkenden, die ihre Zeit verschenken, längst ins Wanken

geraten wäre. Vom Fußballtrainer bis zur Hospizhelferin,

vom Feuerwehrmann bis zur Lesepatin: Millionen Menschen

halten mit ihrem freiwilligen Engagement das soziale Gewebe

zusammen, das uns verbindet.

DOCH WARUM TUN SIE DAS?

Warum engagiert sich jemand – ohne Bezahlung, oft ohne

Anerkennung, manchmal sogar gegen Widerstände – für

das Gemeinwohl? Die Geschichte zeigt: Freiwilligkeit ist

keine Erfindung des modernen Sozialstaates. Schon in der

Antike gründeten sich Bruderschaften, Zünfte und Vereine, in

denen Menschen für andere eintraten, Tempel bauten oder

Bedürftige versorgten. Im Mittelalter übernahmen Klöster

soziale Aufgaben, lange bevor es kommunale Verwaltungen

gab. Später schufen bürgerliche Vereine in der Aufbruchzeit

des 19. Jahrhunderts Krankenhäuser, Feuerwehren,

Bibliotheken. Das Ehrenamt war stets dort besonders

lebendig, wo staatliche Strukturen schwach waren – und der

menschliche Wille, Verantwortung zu übernehmen, stark.

Studien zeigen, dass das Engagement in wohlhabenden

Gesellschaften nicht zwangsläufig höher ist. Zwar haben

Menschen mit gesicherter Existenz mehr Ressourcen,

sich einzubringen – Zeit, Bildung, soziale Netzwerke –

, doch in Krisenzeiten, in denen Not sichtbar wird,

wächst die Bereitschaft zu helfen oft sprunghaft. Nach

Naturkatastrophen, in Kriegen oder Pandemien wird

Solidarität plötzlich zur Bewegung. Vielleicht braucht der

Mensch die Erfahrung des Mangels, um den Wert des Gebens

zu erkennen.

UND WIE STEHT ES MIT

DER ANERKENNUNG?

Wer sich ehrenamtlich engagiert, bekommt selten Applaus. Die

Auszeichnungen sind rar, die Öffentlichkeit schweigt. Dabei

wäre ohne diese freiwillige Arbeit vieles schlicht nicht möglich:

Sportvereine, Tafeln, Rettungsdienste, kulturelle Initiativen,

Nachbarschaftshilfen – sie alle leben von Menschen, die ihre

Zeit schenken. Der ökonomische Wert dieses Engagements

wird in Deutschland je nach Berechnungsmethode auf bis zu

72 Milliarden Euro jährlich geschätzt – eine Summe, die ahnen

lässt, wie unbezahlbar es tatsächlich ist.

Doch Geld

ist nicht

das Maß.

Viele Ehrenamtliche berichten, dass sie selbst am meisten

gewinnen: Sinn, Zugehörigkeit, Begegnung, das Gefühl,

gebraucht zu werden. In einer Zeit, in der Arbeit oft entgrenzt

und Anerkennung an Leistung gekoppelt wird, hat das

Ehrenamt etwas Widerständiges. Es entzieht sich der Logik

von Profit und Nutzen, und gerade darin liegt seine Kraft. Es

zeigt, dass Gemeinsinn kein Anachronismus ist, sondern eine

Zukunftsressource – und dass Menschsein mehr bedeutet als

Teilhabe am Markt.

Vielleicht ist das Ehrenamt der stillste Ausdruck von Freiheit:

frei zu entscheiden, etwas zu tun, ohne etwas dafür zu

verlangen. Eine Gesellschaft, die das erkennt und würdigt,

erkennt zugleich sich selbst. Denn ohne das Ehrenamt wäre

sie nur ein Gefüge von Interessen. Mit ihm aber wird sie zu

einer Gemeinschaft.

EHRENAMT

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 33


Advertorial

SONDERTHEMA: EHRENAMT

Text: Julian Barthel

Fotos: Martin Raab & Julian Barthel

VIER

VOLLTREFFER

DIE QUATTRO LIGA ALS EMOTIONALES BEISPIEL GELEBTER INKLUSION

Ein kühler Herbsttag im Oktober. Kalt ist allerdings nur das Wetter

– auf dem Platz geht es heiß her am letzten Spieltag der diesjährigen

Quattro Liga-Saison. Das mag auch an den Feuerfontänen liegen, die

beim Einlauf der Mannschaften meterhohe Flammen in den Himmel

schießen. Doch vor allem ist es die Stimmung, die an diesem Tag den

gesamten Sportplatz zum Kochen bringt. Ein neuer Meister wird gesucht.

Über 500 Zuschauer warten gespannt auf das entscheidende

Spiel: Der TSV Dörfles-Esbach trifft auf den TSV Scherneck. Zwei

Teams, die bislang noch nie ganz oben in der Tabelle standen – und

die beide fest entschlossen sind, das zu ändern. Der TSV Scherneck,

im Vorjahr noch Dritter und stolzer Träger der sprichwörtlichen „goldenen

Ananas“, hat sich im Laufe dieser Saison zu einem echten Titelkandidaten

entwickelt – nicht zuletzt dank seines Top-Torschützen

Tobias Lesch.

Und der TSV Dörfles-Esbach? Der hat noch eine Rechnung offen. Im Finale

des letzten Jahres gelang der TSG Niederfüllbach kurz vor Schluss

der Ausgleich und im Elfmeterschießen entrissen sie den Dörflesern

vor heimischem Publikum die Meisterschale. Da steckt also ordentlich

Zündstoff in dieser letzten Partie. Diese Energie war jedoch nicht nur

am Finaltag spürbar – die gesamte Saison über bot die Quattro Liga packende

Spiele, große Emotionen und echte Fußballgeschichten.

DIE QUATTRO LIGA

FÜHRT ZUSAMMEN

Seit 2019 spielen in vier Vereinen Fußballerinnen und Fußballer mit

und ohne Behinderung gemeinsam um die jährliche Meisterschaft.

Das große Ziel lautet: Inklusion!

„Behindert ist derjenige, der nicht teilhaben kann.

Die Quattro Liga lässt Menschen teilhaben.“

Sebastian Deringer, Gründer der Quattro Liga

Für eine Saison lang sind Menschen mit Behinderung fester Bestandteil

eines echten Vereins – mit allem, was dazugehört. Wer für welchen Club

aufläuft, entscheidet sich beim traditionellen Scouting Day.

Eine Saison umfasst vier Spieltage – jeder Verein ist einmal Gastgeber.

Gemeinsam reisen die Teams der Quattro Liga durch den Landkreis,

von Spieltag zu Spieltag und von Ort zu Ort. Begegnung, Gemeinschaft

und echtes Vereinsleben stehen dabei immer im Mittelpunkt.

„Die Quattro Liga lebt von Menschen, die

anpacken – auf und neben dem Platz. Es ist

beeindruckend zu sehen, was möglich ist,

wenn alle an einem Strang ziehen.“

Fabian Metzner, Round Table Coburg &

Mitorganisator der Quattro Liga

GEMEINSAM MIT

VIELEN PARTNERN

Ein breites Netzwerk an Unterstützern trägt die Quattro Liga. Neben den

vier Vereinen – dem TSV Rossach, der TSG Niederfüllbach, dem TSV

Scherneck und dem TSV Dörfles-Esbach – engagieren sich auch das BRK

Itzgrund, die Diakonie Coburg, die Offenen Hilfen Coburg sowie Radio

Eins und Round Table Coburg als Partner. Und das alles ehrenamtlich.

34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


VIER VOLLTREFFER

DIE QUATTRO

LIGA IM KINO

Im vergangenen Jahr entstand – in enger Zusammenarbeit mit

Round-Table-Mitglied und Filmemacher Julian Barthel – ein 12-minütiger

Dokumentarfilm, den Round Table co-produzierte. „Vier Volltreffer“

feierte im Juni diesen Jahres seine große Premiere im Kino – und

zeigt hautnah, was diese Liga so besonders macht.

„Meine Mitspieler haben damals zu mir gesagt:

Ich kann kein Fußball spielen.“

Lenny Külpmann - hörte daraufhin mit dem Fußballspielen auf

Im Film berichten Spieler emotional von ihren Erfahrungen in anderen

Vereinen und davon, wie sie dort aufgrund ihrer Behinderung

oder körperlichen Einschränkungen ausgegrenzt wurden. In der

Quattro Liga haben sie den Spaß am Fußball wiedergefunden, sind

als Team zusammengewachsen und haben sich auch persönlich weiterentwickelt.

Der Film fängt all das ein – die Leidenschaft, den Zusammenhalt

und die bewegenden Momente. Und natürlich auch das

dramatische Finale des vergangenen Jahres.

Ein Drama, das sich in diesem Jahr fast wiederholt hätte: Nach einer

frühen Führung geriet der TSV Dörfles-Esbach erneut in Rückstand

und ging mit einem 1:2 gegen den TSV Scherneck in die Halbzeitpause.

Mit einer emotionalen Ansprache brachte das Trainerteam

um Stephan und Christian Valtin die Mannschaft zurück in die Spur.

Eine eindrucksvolle Aufholjagd folgte: erst der Ausgleich, dann kurz

vor Schluss die 3:2-Führung. Mit dem Schlusspfiff brachen dann alle

Dämme. Feuerfontänen, Pyrotechnik und grüner Rauch ließen die

Stimmung unter Spielern und Fans überkochen. Zahlreiche Freudentränen

zeigten, was dieser Sieg für die Dörfleser bedeutet. Eine Geschichte,

die man kaum schöner hätte schreiben können.

Julian Dehler –

im Vorjahr noch einer der

tragischen Elfmeter-Helden,

jetzt endlich Meister

WO FUSSBALL

VERBINDET

Am Ende sind es nicht nur die Tore, die Punkte oder die Meisterschale,

die in Erinnerung bleiben – es sind die Menschen. Ihre Geschichten, ihre

Begeisterung, ihr Mut, sich zu zeigen und gemeinsam Großes zu schaffen.

„Jeder, der sich in dem Projekt

irgendwo einbringt, ist ein Gewinner.“

Christian Valtin, Trainer TSV Dörfles-Esbach

Die Quattro Liga ist mehr als eine Fußballliga. Sie ist ein

Ort, an dem aus Mitspielern Freunde werden, an dem jeder

zählt – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einschränkung.

Wo Jubel keine Grenzen kennt, und wo

die Freude am Spiel alle Unterschiede vergessen

lässt. Hier zeigt sich, wie Inklusion

wirklich funktioniert: nicht durch große

Worte, sondern durch gemeinsames Erleben.

Durch Anfeuern, Mitfiebern, Verlieren

und Gewinnen – zusammen.

Hier geht

es zum Film:

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 35


Advertorial

SONDERTHEMA: EHRENAMT

„MONTAG IST MEIN

LIEBLINGSTAG“

DAS PROJEKT MATHE-MENTOREN

Ein starkes Team: Wilhelm Austen, einer von aktuell 51 Mathe-Mentoren,

und seine Schülerin Bahar Abdulshekur Woshe.

WER LUST HAT, SELBST

MATHE-MENTOR ZU

WERDEN, IST HERZLICH

WILLKOMMEN.

Der Verein Mentor Lesespaß sucht laufend engagierte

Menschen, die Freude am Umgang mit Kindern haben und

einem Kind eine Stunde Zeit pro Woche schenken möchten.

Eine kurze Schulung vermittelt das notwendige didaktische

Rüstzeug – den Rest bringt die Begeisterung mit.

36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


MATHE-MENTOREN

Text: Wolfram Hegen

Fotos: Val Thoermer

Montagnachmittag in der Coburger Lutherschule. Während andere

Kinder auf dem Heimweg sind, sitzt Bahar Abdulshekur

Woshe konzentriert über einem Zahlenblatt. Neben ihr: Wilhelm

Austen, ehemaliger Geschäftsführer der SÜC – und ihr persönlicher

Mathe-Mentor. „Herr Wilhelm“, wie ihn die Achtjährige

nennt, erklärt geduldig, was Einer, Zehner und Hunderter

bedeuten. „Er ist echt sehr cool“, lächelt Bahar. Seit einem Jahr

sind die beiden ein Team, treffen sich jede Schulwoche in der

Schule für eine Stunde Mathe.

„Dass sie jetzt ganz gut mitkommt, aber vor allem, dass sie Spaß am

Rechnen hat und sich immer auf den Montag freut, das ist wirklich

befriedigend“, sagt Austen. Aus dem Manager ist ein Mentor geworden,

aus der Schülerin eine begeisterte Lernerin. Im Zeugnis steht

eine Drei, aber wichtiger ist: die Freude am Tun. Wilhelm Austen ist

einer von derzeit 51 Mathe-Mentoren und Mentorinnen in Coburg.

Sie alle schenken Woche für Woche ihre Zeit, um Grundschulkinder

zu unterstützen, die in Mathematik zusätzliche Hilfe brauchen.

Eine Stunde pro Woche – das ist der überschaubare, aber wirkungsvolle

Einsatz, der Kinder wie Bahar stärkt.

Das Projekt Mathe-Mentoren Coburg wurde im vergangenen Schuljahr

als Ergänzung zum langjährigen Programm Mentor Lesespaß

ins Leben gerufen. Nach nur einem Jahr ist es bereits ein voller Erfolg:

Mit Beginn des Schuljahres 2025/26 wurde das Projekt von

fünf auf alle Grundschulen in der Region ausgeweitet. „Viele freuen

sich richtiggehend auf die zusätzliche Stunde am Nachmittag“, sagt

Dirk Pfeufer, der Schulleiter der Lutherschule. „Für viele Kinder ist

das eine sehr gute, sehr wertvolle Unterstützung.“

Die Idee ist einfach – und doch von großer Bedeutung: Ein Mentor

oder eine Mentorin arbeitet einmal wöchentlich individuell mit einem

Kind. Diese persönliche Zuwendung schafft nicht nur bessere

Noten, sondern Selbstvertrauen. Denn Mathematik ist weit mehr

als Zahlen und Formeln. Sie schult das logische Denken, hilft im

Alltag beim Einkaufen oder beim Haushaltsgeld – und ist Grundlage

für fast jeden Beruf.

Gerade weil Mathe so zentral ist, will das Projekt Kinder

früh abholen. „Die Erfahrung aus dem vergangenen ersten

Schuljahr zeigt, man muss möglichst früh anfangen – am

besten in der zweiten Klasse, bevor Lücken und damit Frust

auftreten“, sagt Dr. Helga Brachmann vom Verein Mentor Lesespaß,

selber Mentorin, die das Projekt gemeinsam mit dem Rotary

Club Coburg initiiert hat. „Wenn Mathe erst einmal abgelehnt

wird, ist es schwer, Kinder wieder dafür zu begeistern.“

Brachmann weiß, wovon sie spricht: Seit 19 Jahren fördert der Verein

Kinder beim Lesen, Sprechen – und nun auch beim Rechnen.

Während das Lesen oft freier gestaltet werden kann, orientiert sich

die Mathematikförderung stärker am Schulstoff. Dazu werden passende

Arbeitshefte, haptische Materialien und Lernspiele eingesetzt

– finanziert auch durch die Unterstützung des Rotary Clubs Coburg.

Etwa die Hälfte der Mathe-Mentoren sind Männer – ein erfreulich

hoher Anteil, wie Brachmann findet. Vielleicht, weil Mathe für viele

ein gemeinsames Spielfeld ist, auf dem Geduld, Logik und Teamgeist

zählen. So wie bei Bahar und „Herrn Wilhelm“, die sich längst

eingespielt haben. Wenn sie sich über gelungene Rechenaufgaben

freuen, dann sieht man, wie Lernen gelingen kann: mit Vertrauen,

Geduld und Freude.

WILHELM AUSTEN

BRINGT ES AUF DEN PUNKT:

„MAN SIEHT DIREKT, DASS

ES ETWAS BEWIRKT – DAS

MOTIVIERT UNGEMEIN.“

UND GENAU DARAUF KOMMT ES AN.

ODER, WIE BAHAR SAGEN WÜRDE:

„MONTAG IST MEIN

LIEBLINGSTAG.“

Dr. Helga Brachmann, Vorsitzende vom Verein

Mentor Lesespaß e.V., Initiatorin des

Projekts Mathe-Mentoren.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


Advertorial

BÜRGERVEREIN

von Wolfram Hegen

ENGAGEMENT

EHRENSACHE

BÜRGERVEREINE SIND ANSPRECHPARTNER

UND TREFFPUNKTE VOR ORT

Es duftet nach Meerrettich im Saal des Vereinsheimes des Bürgervereins Coburg – Ketschendorf, Bierkrüge klirren, Messer und Gabeln

klappern, Stimmen mischen sich zu einem murmelnden Gewirr: Es ist Kirchweih-Zeit. Traditionell gibt es Fleisch mit Coburger

Rutschern und der typischen hellen scharfen Meerrettichsoße. Die gut 50 Plätze an den Tischen sind vollbesetzt, der Andrang ist

größer als gedacht und geplant. Aber das Orgateam rund um Vereinsvorsitzenden Jürgen Heeb lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

– alle mussten eben etwas zusammenrücken, keiner muss wieder gehen. Eine Gemeinsamkeit, die fast schon symbolisch ist für die

Idee eines Bürgervereins. 14 von diesen Bürgervereinen gibt es in Coburg. Meistens für einen oder zwei Stadtteile.

Ein Bürgerverein ist eine Gemeinschaft von Menschen, die in derselben

Nachbarschaft leben und sich zusammenschließen, um das

gemeinsame Leben vor Ort zu verbessern und den Zusammenhalt

zu fördern. Die Vereine verfolgen in der Regel das Ziel, die Lebensqualität

in ihrem Umfeld zu steigern und die Bürgerbeteiligung zu

stärken. Historisch gesehen wurden Bürgervereine gegründet, um

die Interessen der Bürger zu vertreten und eine Plattform für den

Austausch und die Zusammenarbeit zu bieten.

Einer, der genau das lebt, ist Jürgen Heeb, Vorsitzender des Bürgervereins

Coburg–Ketschendorf. 260 Mitglieder zählt der Verein, viele

davon passiv, doch Heeb spürt neuen Aufwind. „In letzter Zeit

merkt man, dass wieder mehr Aktivität aufkommt. Die Kirchweih

ist ein gutes Beispiel. Wir haben sie wiederbelebt – gemeinsam

mit der AWO, dem SV Ketschendorf und anderen Vereinen.“ Ein

Programm an mehreren Tagen, ein traditionelles Rettichessen am

Montagvormittag, ein Promi-Fußballspiel mit Oberbürgermeister

Dominik Sauerteig und Bürgermeister Can Aydin – all das zeigt,

wie Tradition und Gegenwart hier zusammenspielen. Das Ziel sei

klar: Gemeinschaft schaffen, über Vereinsgrenzen hinaus. „Dass

alle an einem Strang ziehen und nicht jeder an seinem.“

Ketschendorf war einst ein eigenständiges Dorf – mit einem ausgeprägten

Wir-Gefühl. Heute ist es längst mit Coburg verwachsen.

„Die meisten wissen gar nicht mehr, wo die Grenze verläuft“, sagt

Heeb. Doch genau dieses alte Wir-Gefühl möchte er wieder stärken.

Der Bürgerverein versteht sich dabei nicht nur als Festorganisator,

sondern auch als Vertreter der örtlichen Interessen. Ob abgebrannte

Parkbänke oder herunterhängende Äste im Park – Heeb sieht sich

als Ansprechpartner. „Ich fordere die Leute immer auf: Wenn ihr

ein Problem habt, sagt es uns, wir kümmern uns darum.“

Ein Highlight im Vereinsjahr war das Parkfest rund um das frisch renovierte

Schloss Ketschendorf, das die Firma Kaeser mit großem Engagement

wieder zu neuem Glanz gebracht hat. „Wir wollen das Schloss als

Mittelpunkt des Stadtteils wieder stärker ins Bewusstsein rücken.“

Ein paar Kilometer weiter, im Coburger Stadtteil Wüstenahorn,

lebt der Bürgerverein ein ganz eigenes Modell von Nachbarschaft.

Treffpunkt und Herzstück ist das „Haus am See“ – oder, wie Vorsitzende

Sabine Kastner sagt, „einer der schönsten Plätze in ganz

Coburg“. Seit einem Jahr steht sie an der Spitze des Vereins und ist

mit Leidenschaft bei der Sache. „Die meiste Arbeit machen hier eigentlich

nur ein paar Leute, meist ältere. Ich versuche gezielt, Jüngere

anzusprechen – oft bei Veranstaltungen wie Flohmarkt oder

Kirchweih.“

„Wenn es Probleme gibt, kümmern wir uns gerne drum.“

Jürgen Heeb, Vorsitzender Bürgerverein Coburg – Ketschendorf

38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


SONDERTHEMA: EHRENAMT

Ein Beitrag mit freundlicher Unterstützung der

„Die Menschen wissen, sie können zu uns kommen.“

Sabine Kastner, Vorsitzende Bürgerverein Gemeinschaft Wüstenahorn

Auch in Wüstenahorn geht es aber längst nicht nur um Feste. „Ich bin

Sprachrohr und Kümmerin“, sagt Kastner. So setzte sie sich etwa für

die Nahversorgung im Viertel ein, nachdem der örtliche Supermarkt

geschlossen wurde. „Ich habe mit den verbleibenden Geschäften gesprochen,

zum Beispiel mit dem Orientmarkt, ob sie ihr Sortiment

erweitern können – auch mit Produkten, die alle brauchen.“

Der Bürgerverein ist damit weit mehr als eine Festgemeinschaft. Er

ist Ansprechpartner, Vermittler und Impulsgeber. Kastner berichtet

von Bürgerversammlungen, bei denen sie gezielt nach Anliegen

fragt. „Die Menschen wissen, sie können zu uns kommen.“

Wüstenahorn ist vielfältig – sozial wie kulturell. „Wir haben reich

und arm, Sportler und Nichtsportler, Menschen aus vielen Ländern“,

sagt Kastner. „Das macht uns bunt – fast wie eine kleine Stadt

in der Stadt.“ Bei gemeinsamen Veranstaltungen wird diese Vielfalt

gefeiert. Beim Flohmarkt bringen syrische, russische und deutsche

Familien ihre Spezialitäten mit, es gibt Tische voller selbstgemachter

Speisen, Gespräche über Rezepte und Herkunft. „Das schafft

Verbindung“, so Kastner. Rund 100 der knapp 1750 Einwohner sind

regelmäßig aktiv – eine beachtliche Quote.

Das Haus am See ist dabei weit mehr als ein Veranstaltungsort. Es ist

Café, Treffpunkt und Kulturstätte zugleich. Volkshochschulkurse, Vorträge,

sonntäglicher Kaffeebetrieb – sogar Gäste von außerhalb zieht es

hierher. „Das ist wie ein kleines Ausflugslokal“, sagt Kastner stolz.

Was sie besonders schätzt: den Zusammenhalt. „Wenn wir Totengedenken

oder Weihnachtsfeier mit der Feuerwehr machen, bringt

jeder etwas ein – der eine Bratwürste, der andere Kuchen. Das ist

das Gute miteinander.“ Im kommenden Jahr steht ein besonderes

Jubiläum an: 75 Jahre Bürgerverein Wüstenahorn – gefeiert wird

natürlich am Haus am See. „Das wird groß“, verspricht Kastner.

Ob in Ketschendorf, Wüstenahorn oder in einem der 12 anderen

Bürgervereine in Coburg: Bürgervereine sind weit mehr als nostalgische

Relikte. Sie stehen für ein Miteinander, für Identität, für

ehrenamtliches Engagement vor Ort für und mit den Menschen in

der direkten Nachbarschaft.

BÜRGERVEREINE IN COBURG

Bürger- und Heimatverein Coburg-Creidlitz

Bürgerverein Bertelsdorf-Glend

Bürgerverein Coburg - Heimatring/Siebenlinden/Falkenegg

Bürgerverein Coburg Neu- und Neershof

Bürgerverein Coburg-Beiersdorf

Bürgerverein Coburg-Cortendorf

Bürgerverein Coburg-Ketschendorf

Bürgerverein Coburg-Lützelbuch

Bürgerverein Coburg-Neuses

Bürgerverein Coburg-Scheuerfeld

Bürgerverein Coburg-Stadt (Coburg-Mitte)

Bürgerverein Gemeinschaft Wüstenahorn

Bürgerverein Seidmannsdorf-Löbelstein

Heimat- und Bürgerverein Rögen

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 39


FÖRDERER

DER REGION

Sparkasse Coburg – Lichtenfels stockt

Stiftung um 2,5 Millionen Euro auf.

Statement für die Region:

Die beiden Landräte und Verwaltungsräte der Sparkasse Coburg - Lichtenfels,

Christian Meißner und Sebastian Straubel - aktueller Vorsitzender des

Verwaltungsrates - sowie die Sparkassen- bzw. Stiftungsvorstände

Dr. Martin Faber und Marcus Seiler bei der offiziellen Scheckübergabe.

40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


SPARKASSE COBURG - LICHTENFELS

Advertorial

Text: Wolfram Hegen

Fotos: Julian Barthel und

iTVCoburg (kleine Bilder)

Seit fast drei Jahrzehnten ist die Stiftung der Sparkasse Coburg -

Lichtenfels ein verlässlicher Motor für bürgerschaftliches Engagement

in der Region. Ob neue Stühle für den Theatersommer, Sportrollstühle

für Rollstuhlbasketballer oder ein moderner Waffenstand

für die Schützenvereine und vieles mehr – seit ihrer Gründung 1996

hat die einzige Stiftung einer regionalen Bank rund 300 Projekte und

Vorhaben in den Regionen Coburg und Lichtenfels unterstützt. Ein

Erfolgsmodell, das noch stärker in die Zukunft geht: Das Stiftungsvermögen

wird verdoppelt.

Gegründet wurde die Stiftung anlässlich des 175-jährigen Jubiläums

der Vereinigte Coburger Sparkassen 1996 mit einem Startkapital von

drei Millionen DM. Mit der Fusion der Vereinigte Coburger Sparkassen

mit der Kreissparkasse Lichtenfels zur Sparkasse Coburg - Lichtenfels

2005 und einer ersten Zustiftung wuchs das Vermögen auf 2,5

Millionen Euro.

Nun, 20 Jahre nach der Fusion, kommt ein weiterer, bedeutender

Schritt: Die Sparkasse stockt das Stiftungsvermögen auf insgesamt

fünf Millionen Euro auf. Aus den Erträgen können künftig noch mehr

Projekte unterstützt werden – und das Spektrum wird erweitert:

Neben Jugendhilfe, Altenhilfe, Natur- und Umweltschutz, Völkerverständigung,

Sport, Kunst und Kultur können nun auch Bildungsprojekte

gefördert werden. Die Unterstützung komme daher sehr

breitgefächert in den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen

Lebens an, freut sich Stiftungsvorstand Dr. Martin Faber. „Seit

der Gründung 1996 haben wir insgesamt fast 1,4 Millionen Euro ausgeschüttet.“

„Das ist ein enorm gutes Instrument, um in verschiedensten Bereichen,

die wir jetzt mit Bildung noch erweitern, einfach Gutes zu tun“,

sagt Christian Meißner, Landrat des Landkreises Lichtenfels. „Gut für

die Region – und mit den zusätzlichen 2,5 Millionen profitieren viele

Menschen von der Stiftung.“ Sebastian Straubel, Landrat des Landkreises

Coburg, hebt die Bedeutung für Ehrenamtliche hervor: „Bei

uns gibt es unzählige Vereine, Verbände und Institutionen, tausende

Menschen, die sich täglich ehrenamtlich engagieren. Diese Gelder

sind ein starkes Signal und eine wichtige Unterstützung für all jene,

die sich für ihre Mitmenschen einsetzen.“

Die Aufstockung auf fünf Millionen Euro ist mehr als nur eine Zahl: Sie

ist ein starkes Signal, dass die Sparkasse Coburg - Lichtenfels fest an

die Region glaubt und dass bürgerschaftliches Engagement gefördert

wird. Für ehrenamtliche, Schulen, Vereine, Organisationen und die

Menschen in unserer Heimat bedeutet dies: Mehr Unterstützung, mehr

Möglichkeiten und die Gewissheit, dass hier langfristig in die Zukunft

der Region investiert wird. Eine Stiftung, die lebt, wirkt und Menschen

zusammenbringt – genau das, was eine starke Region ausmacht.

Hier gehts zum

TV-Bericht:

Jugend- und Altenhilfe, Natur- und Umweltschutz, Völkerverständigung,

Sport, Kunst, Kultur und nun auch Bildung:

Fast 300 Projekte hat die Stiftung der Sparkasse

Coburg - Lichtenfels bereist unterstützt.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 41


RECHTSTIPP

Gesponserter Beitrag

LIEBER AUF NUMMER SICHER GEHEN

RECHTE UND PFLICHTEN IM EHRENAMT

Ob in der Feuerwehr, im Sportverein oder beim Schulfest – Millionen

Menschen engagieren sich in Deutschland freiwillig und

unentgeltlich. Doch auch das Ehrenamt ist kein rechtsfreier

Raum. Wer Verantwortung übernimmt, kann im Ernstfall haftbar

gemacht werden – etwa bei Pflichtverletzungen oder versäumten

Aufsichtspflichten. Gleichzeitig gibt es klare gesetzliche

Grundlagen, die Ehrenamtliche schützen und entlasten sollen.

Der COBURGER hat sich dazu mit Wolfgang Hörnlein von der

Rechtsanwaltskanzlei Hörnlein & Feyler unterhalten.

COBURGER: Herr Hörnlein, das Ehrenamt gilt als Rückgrat unserer Gesellschaft.

Doch viele, die sich engagieren, wissen gar nicht genau, welche

rechtlichen Regeln eigentlich gelten. Welche Gesetze bilden denn die

Grundlage für ehrenamtliches Engagement?

Wolfgang Hörnlein: Das Ehrenamt ist rechtlich vor allem im Vereinsrecht

des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) verankert. Dort ist geregelt,

wie Vereine gegründet, organisiert und geführt werden. Daneben gelten

– wie im normalen Leben auch – weitere Gesetze, etwa aus dem Steuerrecht

oder dem Versicherungsrecht. Es gibt also kein eigenes „Ehrenamtsgesetz“,

sondern eine Vielzahl an Regelungen, die zusammenspielen.

COBURGER: Viele haben Sorge, dass sie im Ehrenamt haften, wenn

ihnen ein Fehler unterläuft.

Wolfgang Hörnlein: Grundsätzlich gilt: Strafrechtlich ist jeder selbst

verantwortlich, wenn er schuldhaft eine Pflichtverletzung begeht. Das

heißt, wer grob fahrlässig oder vorsätzlich handelt, kann haftbar gemacht

werden. Ob nun privat, im Job oder im Ehrenamt. Allerdings gibt es Versicherungen,

die das Risiko abfedern. Wenn etwa bei einer Vereinsfahrt

mit Kindern etwas passiert, greift meist die Kfz-Haftpflichtversicherung

oder die private Haftpflichtversicherung des Betreuers. Zusätzlich sollte

jeder Verein eine Sport- oder Vereinsversicherung abschließen – sie

deckt viele Risiken ab, etwa bei Verletzungen oder Sachschäden. Wenn

es sich um Tätigkeiten im halbprofessionellen Bereich handelt, ist es sinnvoll,

mit der Berufsgenossenschaft zu sprechen. Dort kann man klären,

ob eine Absicherung über die gesetzliche Unfallversicherung besteht.

COBURGER: Wie ist das zum Beispiel bei der Feuerwehr – wer haftet,

wenn dort im Einsatz ein Fehler passiert?

Wolfgang Hörnlein: Bei der Feuerwehr handelt es sich um eine öffentliche

Aufgabe, daher ist dort die Absicherung besonders geregelt. Wenn

im Einsatz ein Schaden entsteht, haftet in der Regel der Träger, also die

Kommune oder Gemeinde. Ehrenamtliche Feuerwehrleute sind über

diese Struktur also grundsätzlich abgesichert.

COBURGER: Und wenn jemand ein Ehrenamt übernimmt, es dann

aber einfach nicht ausführt – etwa, weil er keine Zeit mehr hat? Kann

das rechtliche Folgen haben?

Wolfgang Hörnlein: Ja, das kann es. Wer sich verbindlich zu einer Aufgabe

verpflichtet, übernimmt eine Verantwortung. Wird diese Pflicht

verletzt und entsteht dadurch ein Schaden, kann theoretisch eine Haftung

entstehen – entweder für den Betreffenden oder für den Verein. Das

hängt aber stark vom Einzelfall ab und davon, ob tatsächlich ein Schaden

und ein Verschulden vorliegen.

COBURGER: Welche besonderen rechtlichen Pflichten hat ein Vereinsvorsitzender?

Wolfgang Hörnlein: Eine ganze Menge. Grundsätzlich haftet bei einem

eingetragenen Verein der Verein selbst. Doch es gibt Ausnahmen – vor

allem dann, wenn steuerliche Pflichten verletzt werden. Gibt ein Vorstand

etwa keine Steuererklärung ab oder führt keine Sozialabgaben für

angestellte Mitarbeiter ab, haftet er persönlich. Das gilt auch bei Insolvenzverschleppung.

In dieser Hinsicht ähnelt die Vereinsführung einer

Unternehmensleitung.

COBURGER: Und wie sieht es mit den Vereinsmitgliedern aus – haften

sie auch?

Wolfgang Hörnlein: Nein. Vereinsmitglieder haften grundsätzlich

nicht, weder finanziell noch rechtlich, solange sie nicht selbst einen Schaden

verursachen oder grob pflichtwidrig handeln.

COBURGER: Kann ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter verbieten, ein

Ehrenamt auszuüben – etwa bei der Feuerwehr oder beim Technischen

Hilfswerk?

Wolfgang Hörnlein: Grundsätzlich darf jeder ein Ehrenamt ausüben.

Wenn die ehrenamtliche Tätigkeit aber die Arbeitsleistung beeinträchtigt,

kann der Arbeitgeber einschreiten. Bei Feuerwehr, THW oder

Reservisten ist das etwas anderes, da es sich um hoheitliche Aufgaben

handelt. Hier gibt es besondere gesetzliche Regelungen, die Ehrenamtliche

schützen. Trotzdem sollte man solche Dinge immer offen mit dem

Arbeitgeber besprechen.

COBURGER: Was raten Sie Vereinen grundsätzlich in rechtlicher Hinsicht?

Wolfgang Hörnlein: Sorgfalt und Absicherung. Jeder Verein sollte seine

Satzung regelmäßig prüfen und seine Versicherungen auf den neuesten

Stand bringen. Dazu gehören Haftpflicht-, Unfall- und Vermögensschadenversicherungen.

Außerdem sollten Verantwortlichkeiten klar geregelt

sein – wer darf was entscheiden, wer haftet wofür? Das schafft Sicherheit,

sowohl für die Engagierten als auch für den Verein selbst.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

Fachanwaltskanzlei

Hörnlein & Feyler PartmbB

Kasernenstraße 14

96450 Coburg

Tel: (09561) 80 11 0

Fax: (09561) 80 11 20

Hörnlein

& Feyler

Fachanwälte

info@hoernlein-feyler.de

www.hoernlein-feyler.de

42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


SONDERTHEMA: EHRENAMT

Zahlen & Fakten

ANZAHL DER EHRENAMTLICHEN

Weltweit: 860 Millionen Menschen sind ehrenamtlich mindestens

einmal im Monat engagiert - etwa 15 % der Weltbevölkerung.

Deutschland: Knapp 29 Millionen Menschen sind ehrenamtlich aktiv -

ca. 40 % der Bevölkerung ab 14 Jahren.

ART DES EHRENAMTS

Viele Formen von Hilfe sind informell

(Nachbarschaftshilfe, Pflege im Familienkreis, einmalige Hilfe).

UN-Berichte zeigen: ein großer Teil des globalen Engagements ist

informell — formelles Engagement über Organisationen wie Vereine

ist kleiner, aber sehr sichtbar.

MOTIVE EHRENAMTLICHER

TÄTIGKEITEN (2019)

Spaß 94%

Helfen 89%

Gemeinwohl 87%

Mitgestalten 80%

Geselligkeit 72%

Dankbarkeit 63%

Qualifikation 54%

….

Einfluss 26%

Dazuverdienst 6%

BEREICHE ES EHRENAMTS

• Sportvereine & -organisationen

(große Ehrenamtsbasis in Europa)

• Soziale Dienste & Pflege

(ältere Menschen, Sozialarbeit, Kinderbetreuung)

• Gemeinwesen / Kultur / Bildung / Kirche & Religion

• Katastrophen- / Nothilfe, Umweltschutz,

zivilgesellschaftliche Organisationen

ÖKONOMISCHER WERT

ZEITAUFWAND PRO WOCHE

Bis zu 2 Stunden 60%

3 – 5 Stunden 23%

6 und mehr Stunden 17%

ANTEILE FREIWILLIG

ENGAGIERTER PERSONEN

(2019)

In OECD-Studien wird Ehrenamt regelmäßig als relevanter Beitrag

zur Wirtschaftsleistung erwähnt.

In Deutschland werden je nach Schätzung und Art der Berechnung

jährlich Arbeitsleistungen im Wert von gut 32 bis zu 72

Milliarden Euro durch freiwilliges ehrenamtliches Engagement

erbracht.

SONSTIGES

Covid: 2020 ging das Ehrenamt anfangs zurück, danach gab es mancherort

sogar einen sogenannten „Benevolence bump“, also mehr

ehrenamtliche Aktivitäten als vor 2020

Keine Zeit: Der mit Abstand am häufigsten genannte Hinderungsgrund,

ein freiwilliges Engagement aufzunehmen, ist fehlende Zeit.

Sport und Bewegung

Kultur und Musik

Sozialer Bereich

Schule und Kindergarten

Kirchlicher oder religioser Bereich

Freizeit und Geselligkeit

Umwelt, Naturschutz oder Tierschutz

Außerschulische Jugendarbeiten

oder Bildungsarbeit für Erwachsene

Politik und politische Interessenvertretung

Unfall- oder Rettungsdienst

oder freiwillige Feuerwehr

Gesundheitsbereich

Berufliche Interessenvertretung

außerhalb des Betriebes

Justiz und Kriminalitätsprobleme

Sonstiger Bereich

13,5 %

8,6 %

8,3 %

8,2 %

6,8 %

6,1 %

4,1 %

3,5 %

2,9 %

2,7 %

2,0 %

1,9 %

0,6 %

2,1 %

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 43



Konzeption & Foto: Sebastian Buff

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im

Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen oder Diverse.

MACHER

Dieses Mal: Markus Zimmer, Koch und Geschäftsführer vom Goldenen Kreuz in Coburg und vom Restaurant La Villa in Bamberg samt Hotel Villa

Geyerswörth, sozial und gesellschaftlich in Coburg auf vielen Ebenen aktiv und engagiert.

COBURGER: Sind Sie ein Macher?

Markus Zimmer: Wenn ihr das sagt, dann ja – und gut, ja, ich

bin wohl einer.

COBURGER: Warum sind Sie ein Macher?

Markus Zimmer: Ich habe einfach Spaß daran, die Stadt

voranzubringen. Es motiviert mich, Dinge zu bewegen und

gemeinsam mit anderen etwas zu schaffen, das bleibt.

COBURGER: Was macht das Machen für Sie aus?

Markus Zimmer: Es ist dieses Zusammenspiel zwischen

Privatem, Familie und auf der anderen Seite Gästen, Freunden,

Kunden – also all den Menschen, die hier im Haus und in der

Stadt zusammenkommen. Die Herausforderungen sind dabei

vielfältig, gerade jetzt mit unserem neuen großen Saal. Wir haben

in unserem Haus damit insgesamt 350 Sitzplätze, um die wir uns

kümmern. Das funktioniert nur im Team – das Team ist das A

und O, in jedem Betrieb. Das ist unser eigentliches Kapital. Ein

Restaurant kann noch so schön sein – ohne ein gutes Team läuft

nichts. Dabei entstehen viele Ideen oder Projekte oder manch

soziales Engagement über den Tagesbetrieb hinaus auch spontan.

Ich bin halt jemand, der gerne auch mal aus dem Bauch heraus

entscheidet. Zum Glück habe ich dann meine Frau an meiner

Seite – sie ist ebenfalls aus der Branche, kennt die Gastronomie

und Hotellerie genau. Sie ist mein wichtigster Berater und eine

sehr große Unterstützung. Und wenn ich mal zweifle oder wenn

es Probleme gibt, gibt es zum Glück gute Freunde, mit denen ich

reden kann – und danach bin ich wieder in der Spur.

COBURGER: Wie hat das Machen bei Ihnen angefangen?

Markus Zimmer: Ich war schon in der Schule in jeder SMV

aktiv, habe Theater gespielt, Kunstprojekte mitgestaltet,

Altstadtfeste organisiert – ich habe einfach immer gerne etwas

angepackt. Auch kulinarisch war das früh so: Meine Mutter

war Gastronomin, und ich habe schon als Kind gerne gekocht.

Meinen ersten Kuchen habe ich mit fünf gebacken. Mit zwölf

stand für mich fest, dass ich Koch werden will – nach einem

Schülerpraktikum. Meine Ausbildung habe ich in einem Fünf-

Sterne-Haus im Bad Mergentheim gemacht, später Stationen in

München, Bayrischer Wald und Nürnberg absolviert. Überall

lernst du etwas Neues: andere Küchen, Gerichte, Teams,

Mentalitäten. 1999 habe ich mich auf der Festung Rosenberg

in Kronach selbstständig gemacht, später ging es privat und

beruflich nach Coburg. Seit 2014 bin ich hier Geschäftsführer

im „Goldenen Kreuz“. Zwischendurch war ich und bin es auch

jetzt wieder Geschäftsführer und Hoteldirektor vom „La Villa“ in

Bamberg.

COBURGER: Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum

Machen?

Markus Zimmer: Absolut. Das Umfeld passt, die Leute in der

Stadt sind offen und engagiert. Mein größter Wunsch wäre, dass

die Coburger ihre Stadt noch mehr wertschätzen. Das sollten wir

noch mehr verinnerlichen: Unsere Konkurrenz ist nicht und darf

auch nicht innerhalb der Stadt sein – sie ist außerhalb. Da müssen

wir uns gemeinsam behaupten. Wir sollten uns alle füreinander

einsetzen, egal in welcher Branche. Alles, was in Coburg entsteht,

was eröffnet, was belebt wird, macht die Stadt attraktiver – und

zieht mehr Menschen an. Davon profitieren letztlich alle.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 45


SONDERTHEMA: GESCHENKE

Im Gespräch: Pascal Seeber von Seeco

und Julian Schreiner von Zukunft.Coburg.Digital

46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


SEECO GMBH

Gesponserter Beitrag

Redaktion: Wolfram Hegen

Fotos: Julian Barthel

Best Practice – wie im Digitalen Gründerzentrum von Zukunft.Coburg.Digital

innovative KI-Lösungen junger Start-ups entstehen. Eine Reihe präsentiert von der

DIESES MAL: SEECO GMBH

Hier geht‘s

zum Film

WENN DATEN ANFANGEN

Pascal Seeber, Seeco

„VIELE UNTERNEHMEN NUTZEN

IHRE DATEN NICHT RICHTIG.“

Manchmal entsteht eine große Idee aus einer kleinen Irritation.

Bei Pascal Seeber war es der wiederkehrende Gedanke, dass

in vielen Unternehmen tagtäglich Entscheidungen getroffen

werden – auf einer Datenbasis, die bestenfalls unvollständig,

oft aber schlicht unklar ist. Zehn Jahre lang arbeitete er in verschiedenen

Branchen, vom Maschinenbau über Automotive bis

zu Konsumgütern, bevor er beschloss, ein Problem anzugehen,

das ihm in all diesen Bereichen begegnet war: starre Prozesse,

ungenutzte Daten, verschenktes Potenzial.

So entstand Seeco – ein junges Unternehmen, das nicht weniger

will, als die digitale Zukunft von Betrieben intelligenter und effizienter

zu gestalten. Seeber, 36 Jahre alt, gründete Seeco mit einer

klaren Vision: „Oftmals sind die Probleme, dass Prozesse starr sind

und die Daten für diese Prozessgrundlage oftmals unklar. Diese

Starrheit hinterlässt Ineffizienzen – und genau da setze ich an.“

Seeco versteht sich als digitaler Werkzeugkasten – ein System, das

Daten sammelt, auswertet und daraus neue Datensätze generiert,

mit denen sich Abläufe vorhersagen und optimieren lassen. Was in

der Theorie nach komplizierter Hochtechnologie klingt, hat in der

Praxis ganz konkrete Vorteile: Unternehmen können Qualitätsprobleme

erkennen, bevor sie entstehen. Sie können Material, Zeit

und Kosten sparen, weil Prozesse sich dynamisch anpassen, statt

starr zu bleiben. „Mit meiner Lösung ist es möglich, Prozesse dynamisch

zu gestalten“, sagt Seeber, „und dadurch auf die vorhergehenden

Prozessschritte einzugehen – mit Daten, die direkt in die

nächsten Einstellungen einfließen.“ So werden aus starren Abläufen

lernfähige Systeme.

ZU DENKEN

Seeber weiß, dass viele Unternehmen noch am Anfang dieser Entwicklung

stehen. Laut Studien, auf die er sich bezieht, nutzen über

60 Prozent der Firmen ihre Daten nicht – vor allem wegen fehlender

Schnittstellen. Mehr als die Hälfte hat zudem Schwierigkeiten,

die digitale Transformation überhaupt zu bewältigen. Hier sieht

Seeco seine Aufgabe: Daten nicht nur zu erfassen, sondern in echten

Mehrwert zu verwandeln.

Das Ziel ist dabei keineswegs, den Menschen zu ersetzen, sondern

ihn zu stärken. Intelligente Automatisierung soll Zeit schaffen

für das, was Maschinen nicht können – kreative Problemlösung,

strategisches Denken, Innovation. Seeco denkt Digitalisierung als

Ergänzung, nicht als Konkurrenz zum Menschen. Seeber bringt

dafür die Perspektive eines Praktikers mit. Er ist ausgebildeter

Zerspanungsmechaniker, hat sich weitergebildet zum Techniker,

war Betriebsleiter in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb.

„Und ich habe in jedem einzelnen Schritt gemerkt, dass dynamische

Prozesse enormen Mehrwert bringen.“

Ihr Zuhause hat die junge Firma in der Digitalen Manufaktur Rödental,

einem Ort, an dem Gründer, Start-ups und etablierte Unternehmen

unter dem Dach von Zukunft.Coburg.Digital arbeiten.

Für Seeber war das ein Glücksgriff: „Hier hat man verschiedene

Möglichkeiten für die Vernetzung untereinander, aber auch zu Unternehmen,

die stark lokal verankert sind. Das ist ein riesengroßer

Vorteil.“

Die Digitale Manufaktur schafft jungen Firmen ein Umfeld, in dem

Austausch, Kooperation und konkrete Projekte gefördert werden.

„Wir versuchen zum Beispiel für unsere Start-ups gezielt passende

Unternehmen zu finden – durch unser Matchmaking-Format.

So entstehen Projekte, von denen beide Seiten profitieren“, so Julian

Schreiner von Zukunft.Coburg.Digital. Für Seeco bedeutet

das kurze Wege, offene Türen und praxisnahe Kontakte. „Es gibt

hier Veranstaltungen, bei denen man viele Unternehmen und deren

Problemstellungen kennenlernt“, sagt Seeber. „So kommt man

sehr einfach zusammen und kann an Lösungen arbeiten.“

SEECO GMBH

Pascal Seeber

Coburger Straße 7

96472 Rödental

Telefon: +49 151 41675611

E-Mail: info@seeco.io

www.seeco.io

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 47


Große Auswahl für das große Fest:

die neuen Räumlichkeiten von Tüll &

Träume auf dem ehemaligen Gelände

der Firma Goebel in Rödental.

„Es ist ein emotionaler Kauf – da soll

der Bauch entscheiden, nicht der Kopf.“

Kathrin Kellner

Gründerin und Inhaberin von „Tüll und Träume“


TÜLL & TRÄUME

Wo Hochzeitsträume

Advertorial

Text: Wolfram Hegen

Fotos: Tüll und Träume

wahr werden

Alles für Braut und Bräutigam jetzt bei Tüll

& Träume in Rödental unter einem Dach

Es beginnt mit einem Traum aus Glanz und Gefühl, aus Stoff

und Stil – und mit einer Frau, die sich entschloss, diesem

Traum zu folgen. Kathrin Kellner hat sich mit ihrem Brautund

Festmodengeschäft Tüll & Träume gerade einen weiteren

Herzenswunsch erfüllt: den Umzug in ein neues, großzügiges

Zuhause auf dem ehemaligen Gelände der Firma

Goebel in Rödental. Dort vereint sie nun alles unter einem

Dach – Braut- und Bräutigammode, Beratung, Accessoires

und jede Menge Raum für Emotionen. Helle, weite Räume,

ein stilvolles Ambiente und Parkplätze direkt vor der Tür

machen den neuen Standort zu einem Ort, an dem Träume

Form annehmen dürfen.

Der Weg dorthin war spannend. Früher arbeitete

Kathrin Kellner in einer Autovermietung

und betrieb nebenbei ein kleines Nagelstudio.

Doch ihre wahre Leidenschaft galt schon immer

der Magie der Brautkleider. „Ich habe mich

schon immer für dieses besondere Funkeln interessiert,

das ein Brautkleid auslöst – in den

Augen der Braut, aber auch in ihrem ganzen

Wesen“, erzählt sie. Durch Gründerseminare

und Coachings aus der Brautbranche gewann

sie schließlich den Mut, ihren Traum zu leben.

2018 eröffnete sie ihr erstes Geschäft in Rödental

– ein kleiner Laden voller Tüll, Spitze und

leuchtender Augenblicke.

Schon zwei Jahre später musste sie erweitern.

2020 zog sie innerhalb Rödentals in größere

Räume, und 2023 kam in Coburg das Herrenmodegeschäft

Krawatte & Fliege hinzu. Nun

hat sie beides zusammengeführt – in Rödental,

auf dem geschichtsträchtigen Goebel-Gelände.

Dort hat sie Platz gefunden, ihre Idee von einem

ganzheitlichen Konzept für Braut und Bräutigam

umzusetzen. „Es ist sehr herausfordernd,

und man muss sich das gut überlegen“, sagt sie

über den Weg in die Selbstständigkeit. „Ich bin

aber positiv und sage: Wer nicht wagt, der nicht

gewinnt. Man sollte auf jeden Fall vorarbeiten,

sich beraten lassen – und nicht naiv sein.“

Kathrin Kellner

Coburger Straße 7

Gebäude 8

96472 Rödental

TÜLL & TRÄUME

0 95 63 - 511 32 43

0151 - 123 830 84

kontakt@tuell-traeume.de

tuell-traeume.de

Termine nur nach V ereinbarung.

Bei Tüll & Träume geht es nicht allein um Mode. Es geht um Emotionen

– um das feine Zusammenspiel von Persönlichkeit, Stil und Moment.

Die Suche nach dem Kleid oder Anzug ist hier ein Erlebnis, das

mit Herz gestaltet wird. „Wichtig ist, dass man bei der Beratung auf

sein Gefühl hört“, betont Kellner. „Es ist ein emotionaler Kauf – da

soll der Bauch entscheiden, nicht der Kopf.“

Das Sortiment lässt kaum Wünsche offen: Brautkleider in allen Stilrichtungen,

von klassisch-elegant bis verspielt-zart, dazu Anzüge,

Schuhe, Accessoires, Schmuck und sogar Trauringe. Auch für Trauzeugen,

Gäste, Kommunion, Konfirmation oder Jugendweihe findet

man hier den passenden Look.

In der Brautmode dominieren derzeit cleane, elegante Linien – reduziert,

aber mit sanften, romantischen Akzenten. Bei den Herren liegt

der Trend bei Grün- und Beigetönen – klassisch und edel, aber mit

moderner, sportlicher Note. Besonders reizvoll: Braut und Bräutigam

können sich parallel beraten lassen, ohne sich zu begegnen. Zwei getrennte

Abteilungen machen das möglich. „Der große Vorteil ist, dass

wir die Outfits aufeinander abstimmen können“, erklärt Kellner. „Unsere

Kolleginnen sehen ein Foto der Braut und können den Bräutigam

perfekt passend einkleiden – oder umgekehrt.“ So entsteht ein harmonisches

Gesamtbild, ohne dass der Zauber des ersten gemeinsamen

Augenblicks verloren geht.

Wieviel Hingabe in jedem einzelnen Kleid und Anzug steckt, zeigt

sich auch in der Planung: Für Bräute empfiehlt Kathrin Kellner, etwa

neun bis zwölf Monate vor der Hochzeit den Termin zur Kleidanprobe

zu vereinbaren – beim Bräutigam genügen meist vier bis fünf Monate.

„Die Kleidung wird ja angefertigt“, erklärt sie, „und da gibt es einfach

entsprechende Lieferzeiten.“ Die Anpassungen übernimmt eine externe

Schneiderin, die exklusiv für Tüll & Träume arbeitet und die Änderungen

acht Wochen vor der Hochzeit direkt im Haus durchführt.

Atemberaubende Brautmode

Kleider, die die Persönlichkeit strahlen lassen

und den großen Tag unvergesslich machen.

Persönliche Beratung

Mit Herz und Erfahrung das Passende für den

besonderen Anlass zu finden.

Einzigartige Atmosphäre

Der Store im modernen Loft-Stil bietet eine großzügige,

helle und stilvolle Umgebung zum Wohlfühlen.

Individuelle Anpassung

Der Schneiderei-Service sorgt dafür, dass Brautkleid,

Anzug oder Abendmode perfekt sitzt.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 49


FROHE

WEIHNACHTEN!

wünscht RadioEINS


SCHOEN.FRAU

Elisa, worum geht es genau in deinem

neuesten Buch?

Es schildert Victorias Spagat zwischen ihrer privaten Rolle

als Ehefrau von Prinz Albert von Sachsen-Coburg

und Gotha und Mutter von neun Kindern

und ihren offiziellen Pflichten als Herrscherin

und mächtigste Frau ihrer Zeit.

Kennt ihr schon die

MUTmacherinnen?

Welche Rolle nehmen Coburg und

Umgebung darin ein?

Die Haupthandlung beginnt im Sommer 1845

in Coburg, genauer gesagt in Schloss Rosenau.

Victoria ist von Beginn an begeistert von

dem schönen kleinen Geburtsschloss ihres

Gatten und sie verleben dort eine glückliche

Zeit. Auch im weiteren Romanverlauf

spielt die enge familiäre Bindung zu

Coburg eine wichtige Rolle.

Du hast selbst als junge Frau

einige Jahre in Coburg gelebt.

Wie war es nun für dich zurückzukehren?

Das war ganz wunderbar, eine echte Reise

in die Vergangenheit, bei der ich mir oft gedacht

habe, dass sich für mich ein Kreis schließt.

Die Rosenau und ihr schöner Park waren damals

auch mein persönlicher Lieblingsort im Coburger

Land. Ich bin dort häufig mit meiner Hündin

Xenia spazieren gegangen und

habe seither ein Faible

für das verwunschene

Schlösschen.

Autorin

Elisa Jakob

hat eine Romanbiografie

über Queen Victoria

verfasst, die ganz frisch in

diesen Tagen im Piper-

Verlag erschienen ist.

Finden wir gut ...

„Queen Victoria“

Elisa Jakob

Verlag Piper

384 Seiten | 16 €

News

Wir

durften kürzlich

Vertreterinnen

dieses besonderen

Projekts vom Landratsamt

Coburg kennenlernen!

Eine super Sache: Frauen mit Migrationserfahrung

(Mentees) erhalten im beruflichen

Kontext Unterstützung von engagierten Mentorinnen.

Das staatlich geförderte Programm,

das im Herbst vergangenen Jahres an den

Start ging, darf sich bereits über viele ehrenamtlich

agierende Frauen freuen.

Willst auch du dich einbringen?

Infos unter lagfa-bayern.de oder bei

Saoussene Bellout unter T: 01525-1855853

Wir – Senta Steinhauser (links) und Christina

Hauptmann – lieben es, mit allen Sinnen

durch Coburg und die Welt zu laufen.

Was wir dabei entdecken und erleben, das

erfahrt ihr hier. Wen wir getroffen und gesprochen

haben, lest ihr in unseren schoen.

frau-Interviews: hier im Magazin und auf

schoenfrau-mag.de.

Save the date:

Erlebe einen Netzwerk-Abend in besonderem Ambiente

mit Modenschau, Live-Talks, Dance-Floor, Fingerfood

und Drinks.

schoen.frau-

Salon

Samstag,

07.02.2026

19:30 Uhr

Ort:

Autohaus Wormser,

Niorter Straße 8, Coburg.

Tickets ab sofort

erhältlich unter:

www.schoenfrau-mag.de

Hier erfahrt ihr

noch mehr:

@schoenfrau_mag

www.schoenfrau-mag.de

schoen.frau-Salon im Herbst 2023 in der Alten Orangerie, Rödental

AUSGABE 72 / NOVMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 51


BERÜHRUNGSPUNKT

Fotografin: Simone Hopf

Instagram: @sinchen_businessfotografie

@sinchen_fotografie

„Wir haben

verlernt zu fühlen“

Lee Liebscher ist 25 Jahre alt und in Rödental erfolgreich tätig mit Craniosacraler

Traumaarbeit und Holistic Fascial Bodywork®: Mit ihrem „Berührungspunkt“ hat sie

vor drei Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Mit Wissen, Expertise

und Intuition begleitet sie Frauen dabei, sich selbst wieder zu spüren. Was als eigene

Erfahrung begann, wurde zu Lees Wendepunkt und zur Grundlage ihrer heutigen Arbeit.

Lee, du hast dich vor rund drei Jahren im

jungen Alter von nur 22 Jahren selbstständig

gemacht mit deinem „Berührungspunkt“.

Was hat dich selbst so berührt,

diesen Weg mutig zu beschreiten?

Meine eigene Reise ist der Schlüssel dazu. Schon als

junges Mädchen habe ich erlebt, wie es ist, nach belastenden

Erfahrungen den Kontakt zu sich selbst

zu verlieren, ich fühlte mich innerlich abgeschnitten

und wie betäubt. Ich habe alles versucht, um

wieder „normal“ zu werden. Ich habe nachgedacht,

analysiert, mich immer mehr kontrolliert und

trotzdem hat sich für mich nichts verändert. Damals

konnte ich die Signale meines Körpers noch

nicht deuten. Heute weiß ich, dass mit mir nichts

falsch war. Mein Körper hat mir nur gezeigt, was

ich selbst lange nicht sehen und fühlen konnte.

So habe ich verstanden, dass Körper und Psyche

untrennbar miteinander verbunden sind und sich

gegenseitig beeinflussen. Aus dieser persönlichen

Erfahrung und meinem heute wissenschaftlich

fundierten Wissen ist schließlich der „Berührungspunkt“

entstanden.

Welche Erfahrung war auf deinem eigenen

Weg heilsam?

Ich habe selbst eine Cranio (Anm. der Redaktion:

Abkürzung für Craniosacrale Therapie) bekommen.

Eine Bekannte befand sich in der Ausbildung

und wollte an mir üben. Ich war zunächst sehr

skeptisch, weil ich bis dahin immer dachte, dass

nur Gesprächstherapien etwas in unserer Psyche

bewegen können. Doch diese erste Erfahrung hat

etwas verändert. Ganz ehrlich: Ich fühlte mich

wie auf Drogen, obwohl ich noch nie Drogen genommen

habe (lacht). Etwas in mir wurde weich,

ich fühlte mich zum ersten Mal sicher in meinem

eigenen Körper – das war der Anfang. Dann kam

Holistic Fascial Bodywork® in mein Leben. Damit

konnte ich wieder Zugang zu meinen Gefühlen

finden und begreifen, dass jede Emotion ihren

Ausdruck im Körper hat. Beide Methoden haben

mich und mein Leben um 180 Grad gedreht.

Was bewirken diese Methoden?

Unser Körper trägt Erinnerungen, die unserem

Verstand oft nicht mehr zugänglich sind. Durch

Präsenz und achtsame Berührung kann er beginnen,

zu zeigen und zu verarbeiten, was lange gehalten

wurde – mit tiefgreifender Wirkung. Diese

Erfahrung hat mich dazu bewegt, Menschen auf

ähnliche Weise zu begleiten. Daher habe ich mich,

auf Basis meiner vorherigen Ausbildungen, in Craniosacraler

Traumatherapie und Holistic Fascial

Bodywork® weitergebildet.

Craniosacrale Traumatherapie. Haben

viele Menschen Traumata?

Ich denke, wir alle tragen Traumata in uns, aber

die wenigsten sind sich dessen bewusst. Viele

Menschen spüren heute kaum noch wirklich, was

in ihnen vorgeht. Die Spuren, die ein Trauma im

Nervensystem hinterlässt, beeinflussen viele Prozesse,

wie etwa Hormonhaushalt, Verdauung,

Atmung, Immunsystem, Schlaf, Blutdruck und

Muskelspannung. Wenn der Körper dauerhaft

in Alarmbereitschaft bleibt, kann er nicht mehr

52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


SCHOEN.FRAU

Advertorial

richtig zur Ruhe kommen und regenerieren. Oft

zeigen sich dann Beschwerden, für die keine medizinische

Ursache gefunden wird. Diese sind ein

Zeichen dafür, dass der Körper beginnt zu sprechen,

wenn wir selbst verlernt haben zu fühlen.

Heißt das, dass unsere Körperhaltung von

Prägungen und Emotionen beeinflusst

wird?

Ja, der Körper erinnert sich, physiologisch. Emotionen

sind keine Gedanken, sondern körperliche

Zustände, die unseren Muskeltonus beeinflussen.

Wird ein Impuls, wie etwa „Nein“ sagen, unterdrückt,

muss der Körper ihn aktiv zurückhalten.

Dieses Zurückhalten kostet Kraft, wir fühlen uns

dann erschöpft vom scheinbaren „Nichts-Tun“.

Mit der Zeit wird daraus deine Körperhaltung,

Spannung und manchmal auch Schmerz. So formt

sich der Körper aus dem, was wir fühlen, glauben

und vermeiden. Jede Haltung erzählt eine Geschichte

von Anpassung, Schutz oder Sehnsucht.

Gibt es Bereiche im Körper, die bestimmte

Themen festhalten?

Ja, jeder Bereich steht in Verbindung mit bestimmten

Bewegungen und Emotionen. Wenn wir etwas

sagen wollten, aber geschwiegen haben, zeigt sich

das z. B. oft im Hals oder Kiefer – der Körper hält

die Reaktion, die damals nicht stattfinden durfte.

Oft zeigt sich in diesem Zusammenhang in einer

Behandlung tatsächlich etwas ganz Anderes als

das, was der Verstand vorher erwartet hätte.

Wie kann man sich deine Arbeit vorstellen,

kannst du das genauer beschreiben?

In meiner Arbeit verbinde ich zwei körperorientierte

Ansätze: Die Craniosacrale Arbeit wirkt regulierend

auf das Nervensystem – durch sanfte Berührung

von den Füßen bis zum Kopf können meine

Klienten wieder zurück in ihren Körper kommen.

Bei Holistic Fascial Bodywork® gehen wir dann einen

Schritt weiter. Durch gezielte Berührung im

Gewebe, bestimmte Fragen und mit achtsamer

Präsenz können sich Emotionen oder Erinnerungen

zeigen, die das Gewebe gehalten hat.

Beides greift ineinander: Erst wenn

sich der Körper sicher fühlt, kann er

loslassen. Und erst dann kann sich

wirklich etwas verändern.

Ich schaffe einen

Raum, in dem jedes

Gefühl Platz hat.

Du gehst mit deinen Berührungen wahrlich

so tief, dass vieles ausbrechen kann

bei deinem Gegenüber. Bietest du einen

Safe Space?

Ja, absolut. Mir ist wichtig, einen Raum zu schaffen,

in dem alles Platz hat, jedes Gefühl, jede

Wahrnehmung. Wenn sich Spannungen lösen,

dann kann es zu vielen Reaktionen kommen.

Manchmal zeigt sich das leise und sanft, manchmal

wird es laut und wild. Ich biete dafür einen absolut

sicheren Ort, an dem sich jede Frau in ihrem

ganz eigenen Tempo öffnen kann.

Was macht Lee gerne

nach getaner Arbeit?

Lies das Interview via

QR-Code online weiter!

Weitere Infos zu Lee, ihrer Arbeit

und der Ausbildung findest du hier:

mein-beruehrungspunkt.de

@beruehrungspunkt_

Ist deine Arbeit gar eine Berufung für dich?

Ich würde sagen ja (lächelt). Diese Arbeit ist für

mich viel mehr als ein Beruf – sie ist ein Teil von

mir und meiner eigenen Geschichte. Sie hat mich

gelehrt, zuzuhören, wahrzunehmen und Menschen

dort zu begegnen, wo Worte nicht mehr reichen.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als Anne

Mohr-Bartsch, die Begründerin der Craniosacralen

Traumatherapie, mich gefragt hat, ob ich die

Ausbildung übernehmen möchte. Jetzt darf ich das

weitergeben, was mich selbst so verändert hat.

„Cranium“ bedeutet Schädel und „Sacrum“

Kreuzbein : Bei der Craniosacralen Therapie

können Blockaden ertastet werden, die den

kreislaufartigen Fluss der Hirnflüssigkeit vom

Gehirn über Wirbelsäule und Kreuzbein normalisieren.

Durch gezielte Berührungen können Emotionen

und Erfahrungen an die Oberfläche kommen, die

tief im Gewebe festsitzen.

Das Interview

führte Christina,

die sehr beeindruckt ist von Lees Mut, sich

bereits in jungen Jahren selbstständig

gemacht zu haben. Christina hat sich für

eine Cranio selbst mal auf die Liege von Lee

gelegt – und ist wohlig entspannt wieder

aufgestanden.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 53


BERATUNGSVIELFALT

„Liebe kennt

keine Grenzen“

Vielfalt leben ist für Anne Reß mehr als ein Lebensmotto. Die zweifache

Mutter hat in Bad Rodach vor drei Jahren ihre eigene Praxis für Paar-,

Sexual- und Erziehungsberatung eröffnet. In ihrem gemütlichen Beratungsraum

direkt am Bad Rodacher Marktplatz bietet sie Unterstützung

bei partnerschaftlichen Problemen, Herausforderungen rund um das

Thema Sexualität sowie bei Fragen zur Erziehung und Entwicklung von

Kindern an. Anne lebt eine offene, polyamore Beziehungsform.

Anne, geht deine Generation, du bist 33

Jahre alt, entspannter mit dem Thema

Sexualität und Vielfalt in Beziehungen um

als noch eine Generation zuvor?

Alleine schon durch die Nutzung von Social Media

sind wir es als jüngere Generation gewohnt, dass

Menschen ihr Leben online öffnen. Damit bin ich

vielleicht eine gewisse Offenherzigkeit gewohnt.

Viele Kanäle bieten auch Aufklärungsarbeit an:

Wie stärke ich meine Body-Positivity, oder welche

Möglichkeiten gibt es, wenn du nicht mit

der hormonellen Verhütung klarkommst. Du bist

nicht mehr alleine mit deinen Problemen. Früher

musstest du dich an eine Fachstelle oder an eine

Freundin wenden. Jetzt kannst du etwas in eine

Gruppe schreiben und bekommst Antworten, die

du vergleichen kannst. Wir haben einfach

mehr Austauschmöglichkeiten auch

außerhalb unserer näheren Umgebung.

Nehmen wir das Thema „offene Ehe“, da

merkst du plötzlich, es gibt Menschen,

die genauso empfinden.

Du lebst selbst in einer offenen,

polyamoren Beziehung. Was bedeutet

das für dich und inwieweit

hilft dir das bei deiner Arbeit?

Ich kann nachvollziehen, dass alternative

Beziehungskonzepte nicht immer von der Gesellschaft

akzeptiert werden. Ich biete Hilfesuchenden

mit meinen Angeboten einen sicheren Raum,

in dem sie sich frei entfalten und über ihre Sexualität

und Beziehung(en) offen reden

können. Da ich selbst auch eine offene,

polyamore Beziehung lebe, kann ich alle

positiven Emotionen, aber auch Sorgen

und Bedenken nachempfinden und ihre

Bedürfnisse und Ängste ernst nehmen.

Noch kurz zur Einordnung, da der Begriff

noch wenig bekannt ist: Polyamorie

beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft,

mehrere Menschen gleichzeitig

zu lieben und - wenn gewünscht - mit

ihnen Beziehungen zu führen. Im Unterschied

zur Monogamie sind dabei mehrere

Liebesbeziehungen parallel möglich

und offen gelebt.

Aus dieser Erfahrung resultierend hast du

deine Beratungsvielfalt gegründet?

Ja, es kristallisierte sich vor einigen Jahren immer

mehr heraus, dass ich mich beruflich verändern

wollte. Ich steckte in einer kleinen Sinnkrise und

konnte mich dankenswerterweise gemeinsam mit

meinem Mann darüber austauschen. Wir haben

dabei festgestellt, dass oft Freund:innen zu mir

kamen, um mit mir über Dinge zu sprechen, über

die sie mit keinem anderen reden konnten. So

entstand dann die Idee zur Erwachsenenbildung.

Da wir selbst aufgrund unserer offenen Ehe viele

Glaubenssätze ablegen und lernen mussten, neu

und offen zu kommunizieren, entschied ich mich

zur Ausbildung als Paartherapeutin.

Und da diese meist

mit der Sexualtherapie

verknüpft ist, schloss ich

diese direkt mit an.

Ich sehe mich gerne als Impulsgeberin.

Freiheit in der Liebe ist für Anne ganz wichtig, um

sich als Mutter und Frau rundum wohl zu fühlen.

54 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


SCHOEN.FRAU

Advertorial

Fotos: Melanie Sohn

@melanie_sohn_fotografie

Du möchtest noch mehr über

Annes Beratungsvielfalt erfahren?

www.beratungsvielfalt-anneress.de

@beratungsvielfalt_anneress

Was sagt Anne über ihre eigene Ehe?

Und wie hilft sie, offen über Sex zu sprechen?

Lies das Interview online weiter

(QR-Code scannen)

als Frau? Meine Elternzeit habe ich dann schließlich

genutzt, um mich als Erziehungs- und Entwicklungsberaterin

weiterzubilden. Du siehst, ich

halte Stillstand schlecht aus und bin immer auf der

Suche nach neuen Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten.

(lächelt)

Welcher Ansatz steht heute bei deiner Arbeit

im Vordergrund?

Ich lege in meinen Beratungen als Paar- und Sexualtherapeutin

einen Schwerpunkt auf eine bedürfnis-

und ressourcenorientierte Lösungsfindung.

Ich sehe mich gerne als Impulsgeberin und biete

Raum für Gespräche und Reflektion. Eine Paartherapie

funktioniert nicht wie eine schnelle Heilung,

sondern sie ist intensiv und sollte über einen längeren

Zeitraum geführt werden.

Wie war denn dein ursprünglicher beruflicher

Weg?

Nach meinem Schulabschluss wusste ich zunächst

nicht, was ich machen möchte und bin

zum Glück durch ein soziales Jahr in einer Kinderkrippe

gelandet. Hier habe ich mich sofort

unglaublich wohl, gesehen und gebraucht gefühlt.

Danach begann ich meine Ausbildung zur

Erzieherin und habe viele Jahre in einer sehr

offenen und kreativen Kita gearbeitet. Mit 19

Jahren habe ich bereits geheiratet und bin anschließend

nach der Hochzeitsreise mit meinem

Mann nochmal alleine für ein paar Monate nach

Neuseeland gereist. Ich habe schon immer dieses

Gefühl von Freiheit und Eigenständigkeit für

mich gebraucht. Zurück von dieser Erfahrung

habe ich hier daheim bald mein erstes Kind bekommen

dürfen. Und während der Corona-Krise

mein zweites (lächelt, schaut dann aber nachdenklicher).

Dann sollte sich etwas ändern in

meinem Leben. Ich erlitt eine langwierige Wochenbettdepression

und zusehends drängte sich

die Frage in mir auf: Wer bin ich eigentlich?

Hast du dir eine Antwort geben können?

Erstmal habe ich mir Zeit gegeben nachzudenken.

Eine Mutterschaft verändert dich. Sie gibt dir so

viele neue Rollen, und in diese musste ich mich

einfinden. Wer bin ich als Mutter, und wer bin ich

Die Sexualität spielt dabei immer eine Rolle?

Jein. Es gibt natürlich viele Konflikte, bei denen

sie zunächst keine Rolle spielt. Wenn zum Beispiel

viele Vorwürfe gemacht werden oder die Streitdynamik

dysfunktional ist. Aber oft leidet die Sexualität

darunter. Deshalb war es mir auch wichtig,

in beiden Bereichen fachlich beraten zu können. Es

kommen viele Paare ganz bewusst aufgrund von

sexueller Lustlosigkeit in ihrer Beziehung zu mir.

Hier schauen wir vor allem auf das Warum. Oft

steckt dahinter so etwas wie Überforderung und

Erschöpfung im Alltag oder auch Kommunikationsschwierigkeiten

über Vorlieben und Wünsche.

Im sexualtherapeutischen Kontext berate ich auch

Einzelpersonen ganz individuell zu verschiedenen

Dysfunktionen und den damit verbundenen Herausforderungen.

Zurück zur Polyamorie: Ist denn unsere Gesellschaft

schon so weit, sie zu tolerieren?

Ich finde schon, dass sich in Bezug auf Beziehungen

ein Wandel vollzogen hat. Alternative Beziehungsmodelle

tauchen viel öfter in unserer Wahrnehmung

auf. Und die Möglichkeit, sich überhaupt

für oder gegen ein monogames Leben zu entscheiden,

ist präsenter. Gleichzeitig ist es immer noch

nicht leicht, von der „Norm“ abzuweichen. Gerade

polyamore Paare stoßen immer wieder auf Vorurteile,

sie würden Liebe oder Beziehung nicht

„vernünftig“ leben. Ich glaube, wir befinden uns in

einem Übergangsstadium. Polyamorie wird immer

mehr als legitime Lebensform wahrgenommen,

aber für viele Menschen ist sie noch neu, ungewöhnlich

oder sogar beängstigend. Aber, und das

ist das Schöne daran: Liebe kennt keine Grenzen!

Anne bietet Gespräche ganz persönlich in

ihrem Beratungsraum in Bad Rodach an –

auf Wunsch gerne aber auch online.

Dies ist ein „Makeover“ -

bearbeitet von Christina.

Die Fragen an Anne stellte einst Iris Kroon-

Lottes als freiberufliche Mitarbeiterin von

schoen.frau, es wurde in seiner Erstfassung

im Oktober 2023 auf schoenfrau-mag.de

veröffentlicht. Weil sich seither bei Anne ein

wenig verändert hat, gibt es diese leicht

überarbeitete Neuauflage – erfrischend

offen und inspirierend.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 55


HAPPYHORMONE

Fotografin: Simone Hopf

Instagram:

@sinchen_businessfotografie

@sinchen_fotografie

Happy mit deinen

Hormonen?

Karina Oberender-Herold ist seit 25 Jahren Heilpraktikerin. Seit einigen Jahren hat

sie sich auf ein Fachwissen spezialisiert, das seitdem auch ihr eigenes Leben positiv

verändert hat: Weibliche Hormone. Als sie während Corona ein Logo für ihre Online-

Beratungen kreieren ließ, entstand dabei recht spontan zu ihrem ursprünglichen Namen

Naturheilpraxis Karina Oberender-Herold der Namenszusatz „Happy Hormone“. Denn

das ist Karinas Ansatz zu einem gesunden, glücklichen und langen Leben, frei nach

dem Motto: Hormone gut, alles gut. Doch wie oft ist es eben gerade nicht so, und das

Hormonzusammenspiel gerät aus dem Takt. Karina ist überzeugt, dass man dagegen

einiges tun kann.

Karina, unter „Happy Hormone“ bist du auf Instagram

bekannt. Machen Hormone happy ?

Hormone können und sollten happy machen, leider

ist aber oft noch das Gegenteil der Fall. Viele

Frauen kennen sich viel zu wenig aus mit dieser

komplexen Thematik und werden, das weiß ich

aus eigener Erfahrung, in vielen Fällen von Ärztinnen

und Ärzten alleine gelassen. Wir Frauen

haben von Beginn der Pubertät an bis weit über

die Wechseljahre hinaus ein sehr komplexes Hormon-Zusammenspiel,

und leider ist es so, dass

viele von uns sich zumindest in manchen dieser

Lebensphasen nicht wohl fühlen und sehr verunsichert

sind, was denn nun eigentlich in ihrem

Körper los ist. Statt sich Hilfe zu holen, lernen sie,

entweder mit den negativen Symptomen zu leben,

oder schlucken teilweise verschriebene chemische

Hormone, die aber viele gesundheitliche Risiken

mit sich bringen können.

Wie kannst du als Heilpraktikerin Abhilfe

schaffen?

Durch eine Beratung und ausführliche Anamnese

in meiner Praxis (lächelt). Das wichtigste aber ist,

dass sich Frauen zunächst darüber bewusst werden,

dass ihr Hormonzusammenspiel einen sehr

großen Einfluss auf ihren Gesundheitszustand hat,

und es daher sehr empfehlenswert ist, den Hormonspiegel

checken zu lassen. Bei mir in der Praxis

lasse ich das durch einen Hormonspeicheltest

ermitteln. Ein Verfahren, das sicher und in kurzer

Zeit aufzeigt, wie es um unsere Hormonbalance

steht. Und, jetzt werfe ich gleich noch etwas sehr

Wichtiges in den Ring: Was ebenso von enormer

Bedeutung ist, damit die Hormone überhaupt vom

Körper produziert werden können, ist die Mikronährstoffversorgung

in unserem Blut. Ganz gleich,

wie ausgewogen wir auch versuchen, uns zu ernähren,

einen kleinen oder auch größeren Mangel haben

sehr viele Menschen. Auch dieser Status wird

durch mich als Mikronährstoff-Coach ermittelt,

damit ich die Frauen, die zu mir kommen, ganzheitlich

beraten kann, um ihnen zu einem neuen

Wohlfühlgefühl zu verhelfen. Was Hormone betrifft,

ist noch erhebliche Aufklärungsarbeit nötig.

Inwiefern?

Ich selbst habe erfahren müssen, wie es ist, hormonellen

Schwankungen ausgesetzt zu sein. Egal,

welche Ärztinnen oder Ärzte ich auch aufgesucht

habe, immer sagte man mir, es sei alles in Ordnung.

Aber ich fühlte mich einfach nicht gut. In

der Schulmedizin werden Hormone aus meiner

Sicht total vernachlässigt, wir Frauen werden mit

unseren Problemen alleine gelassen, das ist meine

Meinung. Hätte ich damals schon das Wissen von

heute gehabt, hätte ich mir viele gesundheitliche

Probleme ersparen können. Heute, mit 52 Jahren,

geht es mir besser als noch vor zehn Jahren, das

sagt doch alles aus (lächelt glücklich).

Unter welchen Problemen leiden die Frauen,

die zu dir in die Praxis kommen?

Das ist thematisch ein großes Spektrum, das reicht

von Zyklusbeschwerden über Kinderwunsch,

Schilddrüsenerkrankungen bis zu den vielfältigen

Wechseljahres-Symptomen. Die Wechseljahre

können sich über viele Jahre hinziehen, vom Beginn,

der sogenannten Perimenopause, bis zu dem

Zeitpunkt, wo die Hormone wieder zur Ruhe kommen

und sich einpendeln, der sogenannten Postmenopause,

können das schon mal 20 Jahre sein.

Bei vielen Frauen beginnt diese erste Phase bereits

Ende der Dreißiger. Schon ab da haben manche

Frauen mit Symptomen zu kämpfen, wie etwa depressive

Verstimmungen, Gewichtzunahme, Hitzewallungen,

Haarausfall, Scheidentrockenheit und

Verdauungsproblemen, um nur einiges zu nennen.

56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


SCHOEN.FRAU

Advertorial

Wir Frauen werden mit unseren

Problemen alleine gelassen.

Die Wechseljahre sind offensichtlich ein

großes Thema. Was passiert denn da eigentlich

im Körper?

Die Wechseljahre beginnen mit Zyklen ohne Eisprung,

und wo kein Eisprung ist, da ist auch kein

Gelbkörper, das ist der Follikel, der aus dem das Ei

gesprungen wäre, und der das Progesteron in der

zweiten Zyklushälfte produziert. Heißt, in der Perimenopause

sinkt als erstes der Progesteronspiegel,

während der Östrogenspiegel noch relativ normal

bleibt, was zu einer Östrogendominanz führt. Vereinfacht

gesagt: Durch dieses Ungleichgewicht der

Hormone entstehen die oben genannten Beschwerden.

Hinzu können Gereiztheit, starke Blutungen,

Wassereinlagerungen und spannende Brüste kommen.

Xenoöstrogene, also hormonelle Faktoren aus

der Umwelt, kommen hier noch belastend dazu und

verstärken möglicherweise die Symptome. Mir ist

es ein unglaubliches Anliegen, hier aufzuklären, damit

jede Frau ihren Körper besser kennenlernt und

weiß, wo sie Hilfe finden kann, und da eben nicht

alleine durch muss.

Manche Frauen denken offenbar, die Beschwerden

als gegeben hinnehmen zu

müssen?

Ja, das tun so einige, weil diese Annahme in der Gesellschaft

auch immer noch weit verbreitet ist. Doch

wenn wir Symptome haben, ist das ein Zeichen unseres

Körpers, auf das wir hören sollten. Da ist offenbar

etwas im Ungleichgewicht, was gesehen und

behandelt werden will. Und was übrigens ganz viele

Frauen, die in den Wechseljahren sind, unterschätzen:

Fehlende Hormone wie etwa Östrogen können

Tür und Tor öffnen für diverse Krankheiten, nicht

nur Osteoporose kann dadurch schneller voranschreiten,

auch die Gefäße erfahren nicht mehr den

Schutz durch die Hormone wie zuvor in jüngeren

Jahren, was möglicherweise dann zu Schlaganfall

oder Herzinfarkt führt. Und das Fehlen der Hormone

kann auch weibliche Krebsarten begünstigen.

Das klingt beängstigend, diese Auswirkungen

waren mir nicht bewusst. Wie gehst du

als Heilpraktikerin jetzt vor?

Nach einer ausführlichen Anamnese bezüglich

Hormon- und Mikronährstoffstatus sowie unter der

Berücksichtigung persönlicher Herausforderungen

der jeweiligen Lebensphase besprechen wir gemeinsam,

welche therapeutischen Maßnahmen sinnvoll

sein können. Ob es dann bioidentische Hormone

sind, die zum Einsatz kommen können, Phytoöstrogene,

spezielle Mikronährstoffe als Ergänzung oder

Entspannungstechniken, das

ermittele ich ganz individuell

im persönlichen Gespräch.

Grundsätzlich rate ich jeder

Frau, die Symptome und

Beschwerden hat, ganz unabhängig

von ihrem Alter, ihre

Hormone checken zu lassen.

Wie Karinas Hormoncheck abläuft?

Wie die 52-Jährige selbst ihre

Hormone in Balance hält?

Lies online weiter! (QR-Code)

Du willst mehr über Hormone von Karina

erfahren? Schau hier: happyhormone.de

In Balance:

Durch homöopathisch dosierte Hormoncremes

hat Karina selbst zu mehr Wohlgefühl

und eigener Unbeschwertheit gefunden.

Check-up: Sind deine Mikronährstoffe und

deine Hormone im Lot? Karina hat eine

25-jährige Erfahrung als Heilpraktikerin.

Das Interview

führte Christina,

die das Thema Hormone so spannend

fand, dass sie beim Interview mit Karina

ganz die Zeit vergaß. Eines wurde ihr auf

jeden Fall klar: Eine regelmäßige Hormon-

und Mineralstoffanalyse ist ab sofort Pflicht.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 57


VET-ZENTRUM

„Wir behandeln jedes

Tier so, als wäre es

unser eigenes.“

Dr. Sandra Uebelhack (3.v.r.) und ihr Team

vom VET-ZENTRUM in Neustadt bei Coburg

58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


TIERPRAXIS

Advertorial

Text: Wolfram Hegen

Fotos: Val Thoermer

Aus Liebe zum Tier

Das Vet-Zentrum in Neustadt bei Coburg

„Ich würde sagen, ich habe den schönsten Beruf der Welt – das

macht jeden Tag Freude“, sagt Dr. Sandra Uebelhack über ihren Beruf.

Man glaubt ihr das sofort. Nach vielen Jahren Ausbildung und

praktischer Tätigkeit an verschiedenen Stationen hat die Tierärztin

2022 in ihrer Heimat Neustadt bei Coburg ihren Traum verwirklicht:

das Vet-Zentrum Neustadt, eine moderne Tierarztpraxis, die

Tiermedizin auf höchstem Niveau mit Wärme, Empathie und persönlicher

Nähe verbindet.

Schon der Bau war etwas Besonderes. „Während Corona habe ich geplant

und gebaut, den Businessplan geschrieben – im Nachhinein wundere

ich mich über meinen eigenen Mut“, erzählt sie. Entstanden ist

eine helle, großzügige Praxis. Die Räume sind funktional, freundlich

und mit modernster Technik ausgestattet – von digitalen Röntgenund

Dentalröntgengeräten über Ultraschall bis hin zu Inhalationsnarkose

mit Monitorüberwachung. Ein eigenes Labor ermöglicht schnelle

Analysen, eine große Apotheke sorgt für kurze Wege, und eine Dentaleinheit

wie beim Zahnarzt erlaubt präzise Zahnbehandlungen.

Besonderen Wert legt die Tierärztin auf eine Umgebung, in der sich

Tiere und Menschen gleichermaßen wohlfühlen. Zwei getrennte Stationen

eine für Hunde und eine für Katzen bieten Platz für stationäre

Aufenthalte. Damit wird der Stress minimiert. „Tiere kommen hier

ohne Stress rein, weil wir sie gut behandeln – es gibt immer ein Leckerchen“,

sagt sie. Selbst für die schwersten Momente ist gesorgt: In einem

separaten Abschiedsraum können Tierhalter in Ruhe und Würde Abschied

nehmen. „Wir begleiten Tiere ein Leben lang, da schließt sich

ein Kreis – das sollte dann in Würde passieren, denn schließlich sind

die Tiere Familienmitglieder“

Das Vet-Zentrum versteht sich als eine Art „Hausarztpraxis“ für Tiere.

„Wir haben immer engen Kontakt zu den Besitzern und wissen dadurch

besonders viel. Dieser persönliche Kontakt ist uns sehr wichtig

– dass man sich kennt, auch die Familie der Tiere.“ Denn hier geht es

nicht nur um medizinische Präzision, sondern auch um Vertrauen, Verständnis

und Nähe. Das Team, bestehend aus drei Tierärztinnen und

vier tiermedizinischen Fachangestellten, arbeitet nach einem klaren

Leitbild: respektvoll miteinander, engagiert für jedes Tier.

Behandelt werden im Vet-Zentrum vor allem Hunde, Katzen, Kaninchen,

Meerschweinchen und andere kleine Heimtiere. Dabei gilt stets

der Grundsatz: „Wir behandeln jedes Tier so, als wäre es unser eigenes.“

Dieses Leitmotiv prägt das gesamte Denken und Handeln der Praxis.

Eine gründliche allgemeine Untersuchung steht am Anfang jeder Behandlung.

Ebenso wichtig ist das Gespräch mit den Besitzern, die aktiv

in alle Entscheidungen einbezogen werden. Nur so, sagt Uebelhack,

könne eine Behandlung wirklich individuell und erfolgreich sein.

Das Selbstverständnis der Praxis verbindet Fachkompetenz mit Herz.

„Wir schauen immer das ganze Tier an“, lautet eine ihrer zentralen

Überzeugungen. Denn Tiere sind für sie und ihr Team keine „Fälle“,

sondern Mitgeschöpfe – liebenswerte Familienmitglieder, Freudenbringer

und Trostspender. Entsprechend groß ist das Engagement für

jedes Tier, von den ersten Lebenswochen bis ins hohe Alter.

Fortlaufende Weiterbildung ist für das gesamte Team selbstverständlich.

Sie sichert nicht nur den hohen medizinischen Standard, sondern

sorgt auch dafür, dass die Tierärztinnen stets auf dem neuesten Stand

der Forschung arbeiten. „Unsere fachliche Erfahrung, die moderne

Ausstattung der Praxis und unsere Empathie für Tier und Tierbesitzer

zeichnen uns aus“, fasst Dr. Sandra Uebelhack zusammen.

So ist das Vet-Zentrum Neustadt mehr als nur eine Tierarztpraxis – es ist

ein Ort, an dem Tiermedizin und Menschlichkeit Hand in Hand gehen.

Ein Herzensprojekt, wie die Gründerin sagt: „Meine Arbeit empfinde

ich nicht als Arbeit – sie ist einfach mein Leben.“

Leistungsspektrum

im Überblick

• Allgemeinmedizin, Vorsorge und Impfungen

• Zahnmedizin mit Zahnstation und

digitalem Dentalröntgen

• Moderne Diagnostik: Ultraschall, digitales Röntgen,

In House Labor für Blut- und Urinuntersuchungen,

Augeninnendruckmessung, Blutdruckmessung

• Chirurgie und schonende Inhalationsnarkose

mit Narkosemonitoring

• Stressarme Tierarztbesuche durch getrennte

Hunde- und Katzenwartezimmer

• Stationäre Betreuung mit getrennten

Stationsräumen für Hunde und Katzen

• Abschiedsraum

• Integrative Tiermedizin und Lasertherapie

• Physiotherapie und Schmerzmanagement

• Erste Hilfe Kurse für Hundebesitzer

Öffnungszeiten:

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

9:00 - 12:00 Uhr

16:00-18:00 Uhr

16:00 - 18:00 Uhr

7:00 - 12:00 Uhr

9:00 - 12:00 Uhr

16:00 - 18:00 Uhr

8:00 - 15:00 Uhr

Liebigstr. 3 b | 96465 Neustadt

Telefon: 09568 - 8993750

info@vet-zentrum-neustadt.de

vet-zentrum-neustadt.de

SPRECHZEITEN

Nur Terminsprechstunden.

Bei Notfällen in der Praxis anrufen.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 59


FWO

WASSER

FÜR ALLE UND

JEDERZEIT

Die Fernwasserversorgung Oberfranken gehört acht

Landkreisen und sieben Städten. Der Zweckverband

steht für die sichere Versorgung der Kommunen mit

sauberem Trinkwasser.

Hahn auf, das Wasser läuft. So kennt das jeder: Wasser ist verfügbar

in jeder Menge und bester Qualität. Jeder Schluck aus der

Leitung ist bedenkenlos trinkbar. Doch wer steckt dahinter?

Die Städte und Gemeinden sind dafür verantwortlich, dass die Haushalte

Wasser bekommen. Die Landkreise können die Wasserversorgung

in die Hand nehmen, wenn es sich um größere Versorgungsstrukturen

handelt. Überall gibt es dann die Möglichkeit, eine eigene

Quelle zu nutzen, einen eigenen Brunnen zu bohren – oder sich mit

anderen zu vernetzen und das Wasser zu kaufen.

„In den allermeisten Fällen handelt es sich um Mischformen, also beispielsweise

ein eigener Brunnen und der Austausch mit Nachbarn“,

weiß Markus Rauh. Er ist Verbandsdirektor der Fernwasserversorgung

Oberfranken (FWO). Um die Pflichtaufgabe Wasserversorgung

erfüllen zu können, haben sich vor mehr als 50 Jahren die Landkreise

und Städte in Oberfranken für einen gemeinsamen Zweckverband

entschieden, die FWO.

Überall dort, wo Kommunen alleine nicht mehr weiter kommen, können

sie sich vernetzen. Sie nutzen dann die eigenen Quellen und kaufen

das fehlende Wasser bei Nachbargemeinden oder der FWO. Sie ist

komplett in öffentlicher Hand. Sie gehört acht Landkreisen und sieben

Städten. „Das ist festgelegt. Die FWO ist unverkäuflich – und auch

kein anderer kann irgendwelche Anteile erwerben“, erklärt Rauh.

Die Anteilseigner treffen in der Verbandsversammlung die strategischen

Entscheidungen. Hier sitzen kraft ihres Amtes die beteiligten

Landräte und Oberbürgermeister zusammen. Pro 1000 Einwohner

bekommt jeder eine Stimme.

Sie entscheiden über Fernwasserleitungen, Hochbehälter, Pumpwerke

oder Trinkwasseraufbereitungen. Damit versorgt die FWO Stadtoder

Gemeindewerke, die das Wasser dann über ihr eigenes Netz in

die Haushalte bringen. 70 kommunale Vertragspartner bekommen so

ihr Wasser von der FWO. So fließt bei rund einer halben Million Menschen

in Ober-, Unter- und Mittelfranken und vielen Unternehmen

Wasser aus dem Hahn, das von der FWO aufbereitet und transportiert

wurde. Auch im benachbarten Thüringen bekommt neuerdings das

Lobensteiner Oberland Wasser von der FWO.

Der größte Wasserlieferant ist die Talsperre Mauthaus im Ködeltal.

13 Millionen Kubikmeter pro Jahr trägt sie zur Versorgung bei. „Um

den Wasserbedarf Oberfrankens zuverlässig decken zu können,

greift die FWO auch auf andere Versorger zurück. Der Zweckverband

Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW) im Nürnberger

Raum und die Stadtwerke Kulmbach liefern jährlich bis zu fünf

Millionen Kubikmeter Wasser“, sagt Rauh.

In Städten wie Teuschnitz übernimmt die FWO außerdem die Aufgaben

des örtlichen Netzunterhalts. „Das ist eine technische Dienstleistung,

weil immer mehr Städte und Gemeinden die hohen Anforderungen

an das Trinkwasser nicht mehr mit eigenem Personal erfüllen

können“, erklärt Rauh. Der Zweckverband der Landkreise und Städte

hilft also auch hier seinen Mitgliedern und deren Kommunen.

Für die zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser schaut die FWO

auf die Region und in die Zukunft. Die oberfränkische Region ist ein

Wassermangelgebiet mit ungünstigen hydrogeologischen Verhältnissen.

Mitte der 1960er-Jahre traten in Oberfranken erhebliche Versorgungsprobleme

mit Trinkwasser auf. Die einzelnen Gemeinden sahen

sich überfordert, diese Wassernot jeweils im Alleingang zu bewältigen.

Nur kommunale Zusammenarbeit versprach eine sinnvolle und

dauerhafte Lösung der Trinkwasserversorgung. Zu dieser Situation

kommen heute die Auswirkungen des Klimawandels. „Wir bekommen

immer heißere Sommer, in denen immer mehr Wasser gebraucht

wird – also in einer Jahreszeit, in der Quellen und Brunnen unter

Stress stehen und eher weniger Wasser schütten“, so Rauh. Mit dem

gemeinsamen Verbund werden diese Lücken und Risiken geschlossen.

„Das ist die Herausforderung und Verantwortung, der sich die

Landkreise und Städte mit unserem Zweckverband stellen.“

60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


Wa

W sserve

ve

WASSER FÜR ALLE UND JEDERZEIT

Advertorial

Von Tim Birkner

Infografik: Thea Kröger

Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum

v rsorgung Fränki

Talsperre Mauthaus im Ködeltal

Ta

T lsperre Mauth

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K deltal

kischer Wirtschaf

Wirtschaf

Wi t chaf

a tsraum

ftsraum

Kulmbach

Stadtwerke Stadtwerk

STÄDTE UND

LANDKREISE

STÄDTE:

Bamberg, Bayreuth, Coburg,

Hof, Kulmbach, Neustadt bei

Coburg und Selb.

LANDKREISE:

Bamberg, Bayreuth, Coburg,

Haßberge, Hof, Kronach,

Kulmbach und Lichtenfels.

Gut versorgt

durch die FWO

Wir versorgen Oberfranken

zuverlässig mit Trinkwasser.

FWO Fernwasserversorgung

Oberfranken

Ruppen 30

96317 Kronach

Telefon: 0 92 61 / 507-0

E-Mail: office@fwokronach.de

500.000 MENSCHEN

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 61


Milchwerke Oberfranken West eG

Sulzdorfer Str. 7

96484 Meeder

Telefon: 09566 929-0

www.milchwerke-oberfranken.com


DER KÄSE MACHT'S

Advertorial

Von Tim Birkner

Wertschöpfung und Wertschätzung

haben die Genossenschaft mit ihrem

Hauptwerk in Wiesenfeld groß gemacht.

Nun nehmen die Milchwerke Oberfranken

West eine vollautomatisierte Weichkäserei

in Betrieb, um noch besser auf dem Markt

positioniert zu sein.

Ludwig Weiß steigt eine Treppe hinauf auf ein Podest. Von hier ist die

neue Anlage für Weichkäse gut zu überblicken – zumindest so gut, wie

das bei einem so komplexen Produkt wie Käse überhaupt möglich ist.

Seit 27 Jahren steht Weiß bei der Genossenschaft ganz oben. Er ist

Kopf, Herz und Motor. „Ich habe nur für den Käse gelebt“, sagt er und

strahlt. Auf einer Seite fahren Kunststoff-Loren im Kreis. Jede fasst 650

Liter Milch. Automatische Rechen trennen Käsebruch und Molke. Auf

der anderen wird der Bruch in Formen gegossen, bevor sie für ein paar

Stunden in Klimaschränken verschwinden.

„Milch ist ein teurer Rohstoff, da brauchen wir Spitzenpersonal. Wenn

ich gute Leute haben will, muss ich sie gut bezahlen.“ Das ist für Weiß

die Basis. Die Milchwerke Oberfranken West zahlen nach Tarif, jedes

Jahr gibt es die vereinbarten Steigerungen. Und die Genossenschaft

zahlt ihren Lieferanten, die Genossen sind, einen guten Preis für ihre

Milch. Das sind derzeit fast 700 Betriebe, meist bäuerliche Familien, die

ihre Höfe in Franken, Thüringen und Hessen haben. Der größte Betrieb

liefert jeden Tag 40.000 Liter Milch, der kleinste hat eine Hand voll

Bio-Kühe. In den Milchwerken in Wiesenfeld kommt die Milch zusammen,

Tankzug für Tankzug an vier Entladeplätzen. 500 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter produzieren hier rund um die Uhr an sieben Tagen in

der Woche Käse. „Wir wollen möglichst viel Wertschöpfung bei uns im

Haus halten“, sagt Weiß. Das bedeutet ein großes Sortiment mit Spezialitäten,

die dann auch in ganz Europa verkauft werden.

COBURGER | DAS MAGAZIN 63


Bald werden die Milchwerke 100 Jahre alt. Weiß hat sie ein Drittel

dieser Zeit begleitet und geleitet. „Ich habe Milchtechnologe gelernt

und nicht Verkäufer“, sagt er. Doch genau darum ging es in den 100

Jahren immer. Wer den Genossen und Mitarbeitern gutes Geld zahlen

will, muss auch gut verkaufen. Eine Feuerprobe für den jungen Ludwig

Weiß. „Auf einer Messe habe ich einen ganzen Zug Cheddar nach

England verkauft – da dachte ich: Ich kann doch ganz gut verkaufen.“

Cheddar ist heute der meistverkaufte Käse der Welt. Fast überall

ist das so – nur nicht in Deutschland. In Wiesenfeld gehört er

so selbstverständlich dazu wie geriebener Gouda, Emmentaler,

die Coburger Rolle oder panierte Mozzarella-Sticks. Das sind die

heutigen Trends: fertige Produkte wie Back-Camembert, Mozzarella-Sticks,

Grillkäse. „Das brummt zur Zeit“, sagt Weiß. Der

heutige Verbraucher möchte weichen, durchgereiften Käse. Die

neue Weichkäserei wird gerade noch in Betrieb genommen. 50

Millionen Euro hat die Genossenschaft hier investiert. „Wir müssen

besser und innovativer als der Wettbewerb sein“, sagt Weiß.

Dafür tüfteln noch Techniker und Programmierer an der einen oder

anderen Stelle – denn später soll hier alles automatisch ablaufen.

„Der Mensch ist der Risikofaktor in der Käseproduktion“, sagt Weiß

und meint die Hygiene und den Umgang mit dem Lebensmittel.

Ob Blauschimmel oder der weiße Flaum auf einem Brie,

Pilze brauchen ihr bestimmtes Klima und wollen

nicht durch andere Sporen, die in der Luft umherschwirren,

gestört werden. So sind alle

Lager- und Reiferäume mit

Überdruck. Die gereinigte

und temperierte Luft

wird in die Räume geblasen. Die Luft kann hinaus, von außen

kommt aber keine rein. Es geht immer um die richtige Balance.

Die Milchwerke haben diese Balance auch in der Wendezeit geschafft.

Weiß war damals noch Assistent des Direktors. „Wir haben

den thüringer Bauern sofort den gleichen Preis für die Milch wie den

fränkischen gezahlt.“ Das war eine Entscheidung, die sich auszahlte,

denn die Thüringer kamen in Scharen, die Milchwerke konnten

weiter wachsen. „Ich habe damals gemerkt: Thüringen und Franken,

das passt einfach zusammen“, erinnert sich Weiß. So wird auch aus

thüringer Milch eine Coburger Rolle oder der Frankendammer, die

in vielen Kühlregalen von Edeka, Lidl oder Aldi verkauft werden.

Erfunden hat den Frankendammer der Zufall. In dem Prozess mit

unendlich vielen Stellschrauben lief etwas nicht ganz so wie geplant.

„Der Käse sah aus wie ein Schwamm mit vielen kleinen Löchern“,

erinnert sich Weiß. Zuerst hat

er sich geärgert – dann

probiert. „Süßlich mit viel

Geschmack – das

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


DER KÄSE MACHT'S

könnte etwas

werden.“

Als Geheimtipp

aus dem

Versuchslabor hat er

ihn mit auf

seine Verkaufstour genom-

men. Und

auch hier hatte er Erfolg. Doch die

ersten Kunden

wollten den Käse nur geschnitten. Vorher gab es keine Scheiben

aus Wiesenfeld. „Gleich auf der Heimfahrt habe ich aus dem Auto

heraus telefoniert und überlegt wie wir das machen können.“

Wie immer musste alles im laufenden Betrieb passieren, denn

die Kühe geben immer Milch. Mit der vollautomatischen Käserei

möchte Weiß erstmals auch einen Schritt zurück gehen. „Mein

Ziel ist die Sechs-Tage-Woche, wenn hier alles läuft“, sagt er.

Milchwerke Oberfranken West eG

Die Milchwerke Oberfranken West gibt es seit 1927. Rund 500 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter produzieren pro Jahr 65.000 Tonnen

Käse und erwirtschaften damit einen Umsatz von 470 Millionen

Euro. Dafür sind jeden Tag 1,7 Millionen Liter Milch notwendig, die

zur Hälfte aus Franken kommt. 30 Prozent der Milch kommen aus

Thüringen, weitere 20 Prozent aus Hessen. Die weithin sichtbaren

Milchwerke in Wiesenfeld entstanden 1993 auf der grünen Wiese.

Die Genossenschaft mit Standorten in Sonneberg, Hildburghausen,

Schleusingen, Coburg und Bad Staffelstein hat sich somit auf einen

Ort konzentriert. Seit 2004 gibt es mit „Silberdistel“ noch einen

Standort in Lendershausen. Für die neue, vollautomatisierte Weichkäserei

investierte die Genossenschaft rund 50 Millionen Euro.

Ausbildung

Starte auch du

deine Ausbildung zum

milchwirtschaftlichen Laborant

(m/w/d)

und zum

Milchtechnologen (m/w/d)

Eine Ausbildung mit der

auch Ludwig Weiß seine

Karriere begann.

Käseladen

Coburger

Direkt neben dem

Milchwerken in Wiesenfeld ist

der Coburger Käseladen.

Er hat Montag bis Freitag

von 8 bis 17 Uhr geöffnet.

Hier gibt es Käse direkt aus

der Produktion.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 65


KULTOUREN

Kultouren

DER COBURGER AUF REISEN


KÜHLUNGSBORN

Redaktion: Heidi Schulz-Scheidt

Reisen allein, zu zweit, als Familie mit Kindern, „die schon aus dem

Gröbsten“ raus sind, mit Freunden. Regionen in Europa, die mit

dem Auto, per Bahn, mit dem Bus (oder dem Flugzeug) in ein paar

Stunden erreichbar sind. Ziele für Menschen, die etwas sehen und

erleben wollen, die interessiert sind an Kultur, Land und Leuten, an

Natur, Bergen, Seen, Flüssen und Meer, gerne verbunden mit Bewegung

an der frischen Luft und manchmal auch mit ein bisschen kalkuliertem

Abenteuer. Das sind unsere COBURGER-Kultouren. In

jedem Magazin eine. Mit vielen Bildern, die Lust aufs Fortfahren machen,

und mit ein paar wenigen persönlichen Eindrücken, wenn Sie

dieser Lust erliegen. Unser Tipp: Selbst auf Entdeckungsreise gehen.

KÜHLUNGSBORN


KULTOUREN

Ein paar Stunden in Richtung Norden von Coburg aus, auf halber Strecke zwischen

Rostock und Wismar liegt sie, die bis zu 130 Metern hohe Kühlung, die

diesem Ostseebad ihren Namen gibt. Einmalig an der Ostseeküste ist dieser

Höhenzug mit direktem Meerblick. Unerwartet die Ausblicke, die man genießt,

kommt man auf einem der vielen Wanderwege aus dem Wald heraus und

blickt in die Weite, Zeit zum Durchschnaufen, Erholen, Entspannen. Und dann

noch diese wunderbar renovierten Villen. Ostseeurlaub mit historischem Flair:

Kühlungsborn.

BÄDERARCHITEKTUR VOM FEINSTEN

Was hier gleich auffällt: Kein Gebäude ist höher als der höchste Baum. In der Ostseeallee reiht

sich ein schickes Hotel an das andere. Immer wieder öffnet sich eine Straße bis hinunter zum

Meer. Eigentlich fühlt man sich wie in einer Filmkulisse. Um 1900 entstanden diese prächtigen

Villen, Hotels und Pensionen und sie haben ihren Charme bis heute nicht verloren. Und

auf der fast vier Kilometer langen Strandpromenade zwischen den beiden Stadtteilen Ost und

West kann man sich immer wieder entscheiden den Blick in die Ferne schweifen zu lassen

oder lieber zum Shopping abzubiegen in die Ostseeallee.

68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


KÜHLUNGSBORN

BÄDERBAHN MOLLI

An 365 Tagen im Jahr verkehrt dieser nostalgische Zug

zwischen Kühlungsborn und Bad Doberan. Mit ihrem

gemütlichen Geratter gehört sie damit zweifelsfrei zum

Stadtbild, denn sie kreuzt in der Hauptsaison stündlich

die Fahrtwege aller Anwohner. Mit bis zu 40 Stundenkilometern

dampft sie auch am bekannten Seebad Heiligendamm

vorbei, der weißen Stadt am Meer. Bekannt

geworden in Angela Merkels Amtszeit, als 2007 hier der

G8-Gipfel stattfand. Und spätestens am dritten Tag des

Urlaubs wartet man schon sehnsüchtig auf das allerletzte,

langanhaltende Pfeifen der Mollibahn, wenn sie am

Abend das letzte Mal in den Bahnhof einfährt und allen

Dampf ablässt.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 69


KULTOUREN

WARNEMÜNDE

Karibikfeeling kommt auf im Geburtsort des Strandkorbs. Dort wo die Warnow in die Ostsee

fließt, liegt das Seebad Warnemünde, sozusagen der Stadtstrand von Rostock. Entlang

des malerischen historischen Stadtkerns entlang des Alten Stroms hat sich eine einzigartige

Flaniermeile mit kleinen Ladengeschäften und Restaurants direkt am Wasser etabliert.

Aber auch Sportler kommen hier voll auf ihre Kosten. Aufgrund der geringen Strömung

und der guten Windverhältnisse trifft man hier Segler, Kitesurfer und Wellenreiter das

ganze Jahr hindurch. Das spektakuläre maritime Highlight ist im Juli die Hanse Sail, ein

jährlich stattfindendes Treffen von Traditionsseglern mit großem Hafenfest. Kreuzfahrtreedereien

legen ihre Touren gerne in diesen Zeitraum, um ihren Gästen dieses Erlebnis

zu ermöglichen.

AM STADTRAND

BEFINDET SICH BIS

HEUTE DIE ÄLTESTE

GALOPPRENNBAHN

EUROPAS.

70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


KÜHLUNGSBORN

MIT DEM RADL BIS BAD DOBERAN

Entlang des Ostseeküsten-Radwegs kann man in östlicher Richtung

bis nach Warnemünde (25km) radeln. Oder in die andere Richtung

nach Bad Doberan und Heiligendamm (50km). Die Routen bieten

spektakuläre Ausblicke auf die Ostsee und auf einige Steilküsten und

führen immer wieder durch lichte Wälder. In Bad Doberan bestaunt

man das aus dem 13.Jahrhundert stammende Doberaner Münster, einen

gewaltigen Backsteinbau, dessen Inneneinrichtung teilweise noch im

Original zu bewundern ist. Am Stadtrand befindet sich bis heute die

älteste Galopprennbahn Europas. Zwar ist sie außer Dienst gestellt, weil

betuchte Sommergäste heutzutage andere Interessen haben, aber als

Veranstaltungsort für Musikfestivals über die Region hinaus bekannt.

Nur vier Tipps aus nahezu unzählig vielen Möglichkeiten

für Ihre persönliche Entdeckungsreise nach Kühlungsborn.

Informationen gibt es ausführlich im Netz, in gedruckten

Reiseführern bei Ihrem regionalen Buchhändler, oder

fragen Sie uns.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 71


MEILENSTEIN

Redaktion: Wolfram Hegen

COBURGER

MEILENSTEINE

NOT MACHT ERFINDERISCH

DIE COBURGER SCHMÄTZCHEN

Geschichten aus Coburgs Geschichte.

Präsentiert vom Goldenen

Kreuz, dem ältesten Gasthaus

Coburgs. Erzählt von Stadtheimatpfleger

Christian Boseckert.

Mehr Meilensteine in seinem Buch

„Coburg. 55 Meilensteine der Geschichte“,

erschienen im Sutton

Verlag.

Foto Wilhelm Feyler Hoflieferant

Coburg steht kulinarisch nicht nur für Bratwürste oder Klöße – auch ein ganz besonderes Gebäck

hat hier seine Heimat: die Coburger Schmätzchen, eine feine Variante des Lebkuchens.

Ihre Entstehung verdanken sie der Not und dem Einfallsreichtum eines Bäckers.

Fränkische Lebkuchen haben seit Jahrhunderten Tradition. Schon 1643 gab es in Coburg eine kleine

Lebküchner-Zunft, die jedoch bald mit der übermächtigen Nürnberger Konkurrenz zu kämpfen hatte.

1816 beschwerten sich zwei Coburger Meister beim Magistrat, weil Nürnberger Lebkuchen den

Markt überschwemmten. Ein Einfuhrverbot lehnte die Landesregierung jedoch ab – man empfahl den

heimischen Bäckern stattdessen, ihre Rezepte zu verfeinern oder eigene Spezialitäten zu entwickeln.

Diesen Rat nahm Jahrzehnte später ein Mann besonders ernst: Wilhelm Feyler, der 1892 in Coburg

eine Bäckerei eröffnete. Doch der Erfolg blieb zunächst aus. Also suchte Pfeiler nach einer Besonderheit,

die nur er anbieten konnte – und stieß dabei auf ein einfaches thüringisches Sirupgebäck namens

„Schmätzchen“, was im Dialekt so viel wie „Küsschen“ bedeutet. Pfeiler begann, diese Schmätzchen

selbst zu backen – aber nicht schlicht, sondern veredelt mit Honig, Mandeln und feinen Gewürzen.

Seine Neukreation, die „Coburger Schmätzchen“, wurde ein voller Erfolg. Schon bald wuchs die

Kundschaft, Feyler avancierte zum Hoflieferanten und erhielt 1897 den Titel „Hofbäckermeister“ von

Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha. Sein Ehrgeiz reichte jedoch weiter. Feyler präsentierte

seine Schmätzchen auf den Weltausstellungen in Brüssel und Paris, wo sie mit dem Grand Prix ausgezeichnet

wurden. Von Coburg aus trat das süße Gebäck seinen Siegeszug durch Europa und bis in

die USA an – sogar das Luftschiff Graf Zeppelin führte 1929 Schmätzchen auf seiner Weltreise mit.

Um Nachahmungen zu verhindern, ließ Feyler 1902 die Bezeichnung „Coburger Schmätzchen“ beim

Reichspatentamt schützen und versah die Verpackung mit einer Schutzmarke, auf der die Veste Coburg

prangt – ein Wahrzeichen, das bis heute jede Packung ziert. Neben seinem Geschäftssinn zeigte

Feyler auch soziale Verantwortung. 1941 gründete er eine Stiftung zur Unterstützung sozialer Einrichtungen

in Coburg und Sonnefeld. Kinder und Bedürftige erhielten kostenlose Schmätzchen und

Gebäckspenden – eine Tradition, die noch heute gepflegt wird. Für sein Engagement erhielt Wilhelm

Feyler 1954 als erster Coburger das Bundesverdienstkreuz. So wurden aus einem schlichten Notgebäck

kleine kulinarische Küsschen – mit Geschichte, Herz und bis heute unverwechselbarem Geschmack.

Coburger Meilensteine: Coburger Schmätzchen.

Der Link zum Interview von Wolfram Hegen mit Stadtheimatpfleger

Christian Boseckert über Hoflieferanten auf iTVCoburg:

72 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


GOLDENES KREUZ

Advertorial

Das Goldene Kreuz

DAS ÄLTESTE GASTHAUS COBURG IST ZEUGE

VIELER JAHRHUNDERTE COBURGER GESCHICHTE:

SEIT 1508 WERDEN HIER GÄSTE BEWIRTET.

Neben der stolzen Geschichte ist es vor allem das

Zusammenspiel von Ambiente und herausragender

Küche, das das Goldene Kreuz zu einem besonderen

Ort macht: Die geschmackvolle Einrichtung für jeden

Anlass, der überdachte Innenhof, in dem man

sich ganzjährig wie in einer gemütlichen Taverne

fühlt, ein Saal im ersten Obergeschoss und ein neuer

großer Saal im Erdgeschoss für bis zu 120 Personen

für Veranstaltungen, Familien- oder Firmenfeste.

Nicht umsonst zählt das Goldene Kreuz damit nicht

nur zu den ältesten, sondern auch zu den schönsten

Gasthäusern Deutschlands.

Die besondere Küche des 25köpfigen Teams rund

um Wirt und Küchenchef Markus Zimmer lässt keine

Wünsche offen, ob vegan, vegetarisch, fränkisch

oder im gehobenen Gourmetbereich. Auf der Speisekarte

stehen Sauerbraten, Schäufele oder Bauernente

genauso wie die veganen Spinatknödel oder

die Bouillabaisse. Und natürlich gehören die traditionellen,

samtig weichen Coburger Klöße dazu, die

Rutscher.

Das Goldene Kreuz setzt dabei immer mehr auf regionale

Produkte, baut sein Netzwerk mit Bauern

und Lieferanten aus Franken und vor allem aus der

Genussregion Coburger Land immer weiter aus. Die

Spezialitäten werden u.a. auf handgefertigten Tellern

und Schalen der Kronacher Keramikwerkstatt

Schäuble serviert und geben damit den Speisen einen

besonderen Auftritt.

Das alles macht aus dem Goldenen Kreuz etwas ganz Besonders.

Traditionell. Modern. Fränkisch.

Goldenes Kreuz

Herrngasse 1 | Coburg

Öffnungszeiten

Montag - Samstag

11 30 Uhr - 14 00 Uhr | Küche bis 13 30 Uhr

17 30 Uhr - 22 00 Uhr | Küche bis 21 00 Uhr

Sonntag Ruhetag

geöffnet nur nach Vereinbarung

Reservierung

Telefonisch unter 09561/ 513407 oder

per E-Mail info@goldenes-kreuz-coburg.de

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025



HIER WOHNTE ...

Text: Heidi Schulz Scheidt

Fotos: Val Thoermer

HIER WOHNTE…

… EIN

OBERBÜRGERMEISTER

Gleich hinter der Rückertschule – neben dem ehemaligen Alexandrinenbad –

wurden seine Verdienste um die Stadt mit Hilfe einer kleinen Parkanlage gewürdigt.

Auch wenn er nur ganz kurze Zeit an oberster Stelle der Stadtverwaltung stand.

Denn er traf als kommissarischer Oberbürgermeister in diesen Tagen weitreichende

Entscheidungen zum Wohle Coburgs: Alfred Sauerteig.

Die Villa in der Löwenstraße Nummer 18 gehörte ihm und er

lebte darin bis zu seinem Tod im Jahr 1961. In dieser repräsentativen

Prachtstraße mit dem glanzvollen Namen. Benannt

nach dem Meißener Löwen, dem Wappentier der Wettiner.

Geboren wurde er 1877 als Sohn des Landwirts Nikol Sauerteig

in Oeslau. Nach seiner Schulausbildung an einem Coburger

Gymnasium wechselte der Justizanwärter 1905 in die

Stadtverwaltung und wurde Stadtschreiber und stellvertretender

Leiter des Polizeiamtes. Der 1.Weltkrieg unterbrach seine

Karriere fürs erste. Nach Kriegsende engagierte er sich kommunalpolitisch

aber auch zum Wohle der Allgemeinheit in der

gemeinnützigen Spitalkasse und der Coburger Turngenossenschaft.

Er überlebte die Säuberungen des Beamtenapparates

im Dritten Reich. Einfach deshalb, weil er als unersetzlich im

Personalamt galt. 1937 tritt er in die NSDAP ein. Ein Schritt,

der ihm später noch zum Verhängnis werden sollte. Als am

7. April 1945 der damalige Oberbürgermeister Greim ihn darum

bat, in zu vertreten, willigte er ein. Die amerikanischen

Truppen standen schon vor den Toren der Stadt. Was Sauerteig

nicht wusste: Greim setzte sich aus Angst vor den anrückenden

Truppen zwei Tage später ins Hinterland ab. Sauerteig selbst

wurde somit kurzerhand kommissarischer Oberbürgermeister.

Aber die Lage war schwierig. Auf der einen Seite gab es

den Führerbefehl, die Stadt bis zum letzten Mann zu verteidigen.

Auf der anderen Seite wusste Sauerteig, dass es keine

Waffen zur Verteidigung gab. Die Lage war aussichtslos und

so entschied der Kommunalpolitiker sich zur Kapitulation. Er

unterschrieb die entsprechende Urkunde und bewahrte seine

Heimatstadt damit vor der Zerstörung durch die amerikanischen

Truppen. Auch das von den Nazis eingesetzte Stadtwappen,

das sogenannte Coburger Abzeichen, tauschte er in seiner

kurzen Amtszeit wieder gegen den Coburger Mohren ein. Als

jedoch noch im Mai 1945 herauskam, dass Sauerteig Parteimitglied

der NSDAP war, beendeten die Amerikaner seine Karriere

als Oberbürgermeister bereits nach 32 Tagen wieder.

Aus der Kommunalpolitik zog sich der gebürtige Oeslauer

jedoch nie ganz zurück. Für den Coburger Volksbund, dem

politischen Vorgänger der Freien Wähler und später für die

FDP, zog er sogar noch in den Coburger Stadtrat ein. Auch

als Historiker betätigte er sich, indem er in seiner Veröffentlichung

„Coburger Zeitungsgeschichte“ alle Coburger Zeitungen

und Zeitschriften aus den Jahren von 1715 bis 1948 wissenschaftlich

aufarbeitete.

Die Coburger Bürger dankten es dem in diesen Maitagen des

Jahres 1945 so umsichtig handelnden Verwaltungsbeamten

und errichteten ihm zu Ehren in den achtziger Jahren die

kleine Grünanlage an der Ecke der Löwenstraße. Obwohl

er nur vier Wochen lang die Geschicke seiner Heimatstadt

lenkte. Es waren entscheidende Tage, deren Auswirkungen

bis heute spürbar sind. Ein Spaziergang durch die historische

Altstadt Coburgs mit den vielen erhaltenen und mittlerweile

erfolgreich sanierten Gebäuden reicht aus, um bis heute ein

bisschen Dankbarkeit zu verspüren für die weise Entscheidung

eines Kommunalpolitikers.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 75


HIER WOHNTE ...

76 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025



HIER WOHNTE ...

78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025



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WINTERZEIT:

DIE COBURGER EHRENBURG

Foto: Stock


Natur

RUHE IN DER


NATURFRIEDHOF

Advertorial

Durch das herbstliche Laub der Baumkronen

scheint die Sonne. Sie marmoriert den Waldboden

mit Moosen und Flechten, Baumstümpfen und

Sandteinen. Es singen ein paar Vögel, in der Ferne

läutet die Kirchenglocke von Altenbanz. Sebastian

Huth geht oft mit Menschen durch den Wald, die einen

Ort für ihre Angehörigen oder für sich selbst suchen.

„Oft sehen sie ein besonderes Licht oder einen

Schmetterling, der sich niederlässt – dann haben sie

ihren Platz gefunden“, sagt der Forstbetriebsleiter.

Der Naturfriedhof in Banz liegt in einem Wald voller

Eichen und Hainbuchen. Der Ort strahlt Ruhe

und Frieden aus, die Natur umhüllt die Lebenden

wie die Toten. Hier sind die Urnengräber rund um

alte, große Bäume gelegen, jedes mit einem kleinen

Sandstein und einer Inschrift. „Jeder braucht einen

konkreten Ort zum Trauern“, weiß Huth, der mit

dem Friedhof auch zu dessen Leiter geworden ist.

Hinter ihm laufen zwei ältere Frauen, ganz offensichtlich

auf der Suche nach einem Grab. Er fragt,

ob er helfen kann. Nein, sagen sie, mit einem Smartphone

in der Hand auf dem der digitale Friedhofsplan

angezeigt wird. Mit ein paar Klicks wird genau

der Baum angezeigt, unter dem der Mensch begraben

liegt, den die Trauernden suchen.

Die Beerdigungen finden meist auf dem Gedenkplatz

statt. Hier stehen Bänke aus Eichen, die früher

selbst im Wald standen. Vorne ist ein Taukreuz zu

sehen. „Es ist aus einer alten, starken Eiche geschaffen,

die in der Nähe von Kloster Banz einem Sommergewitter

zum Opfer fiel. Jetzt hat sie eine neue

Verwendung auf dem Naturfriedhof gefunden und

lebt weiter, indem sie Trost spendet“, sagt Huth.

Hier können alle um ihre Verstorbenen trauern. Die

Zeremonie wird entweder von einem Pfarrer oder

einen Pfarrerin gehalten oder auch von einem Trauerredner

oder schlicht im Kreis der Familie.

Manchmal ist es eine kleine Runde von fünf Personen,

die den Verstorbenen begleitet, manchmal

kommen auch 200. Manchmal dauert eine Gedenkfeier

zehn Minuten ein andermal eineinhalb

Stunden. Unter dem Dach des Waldes gibt es viele

Freiheiten. Huth merkt, dass zu ihm mehr Familien

kommen, die einen Angehörigen in der Mitte des

Lebens zu Grabe tragen. Und er erlebt, dass immer

mehr Menschen sich selbst um ihren letzten Ruheort

kümmern wollen. Sie können sich heute schon ihren

Platz aussuchen, er wird ihnen bis zu 40 Jahre lang

reserviert.

Zwischen den Grabbäumen gibt es immer wieder

Waldbereiche, in denen von unten frisches Grün

nachwächst – und die wie ein Vorhang die unterschiedlichen

Bereiche abgrenzen. Überall stehen

Bänke, auf denen die Trauernden sich mit einer

Thermoskanne Kaffe und einem Stück Kuchen zu

ihren Liebsten setzen. Für den Trauercafé nach der

Beisetzung bietet Huth seinen neuen Gedenksaal an,

innen aus Fichte, außen aus Lärche, im Grundriss

der Form einer Bischofsmütze nachempfunden. Ein

kleiner Ofen spendet Wärme, große Fenster holen

den Wald nach innen. „Die Leute mögen es schlicht

– sie haben sich ja auch bewusst für den Wald entschieden“,

sagt Huth.

Text: Tim Birkner

Fotos: Matthias Schmitt

Weitere Informationen gibt es unter www.naturfriedhof-banz.de

oder vor Ort im Forsthaus Banz 1, 96231 Bad

Staffelstein. Telefonische Auskünfte gibt

es unter 09573 950274. Wer sich den Naturfriedhof

selbst ansehen möchte, findet ihn

In der Au 30 in 96231 Altenbanz.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 83


KULTURTIPPS

KULTUR

TITEL ORT DATUM UHRZEIT

COBURGER WEIHNACHTSMARKT

Marktplatz

28. November. 2025

bis 23. Dezember. 2025

11 bis 20 Uhr

(Getränke bis 21:30 Uhr)

KONRAD KÜCHENMEISTER

JEDER AUFTRITT IN UNIKAT

Sonderbar Coburg 28. November 2025 21 Uhr

EISI GULP – KONZERT/LESUNG Kongresshaus Rosengarten 30. November 2025 19 Uhr

EVA KARL FALTERMEIER – DING DONG Kongresshaus Rosengarten 04. Dezember 2025 20 Uhr

WEIHNACHTSZAUBER IN NEUSTADT

WEIHNACHTSMARKT

Innenstadt Neustadt b. Coburg 06. Dezember 2025 12 Uhr

WEST MEETS EAST – JOOLAEE TRIO Haus Contact am Glockenberg 07. Dezember 2025 18 Uhr

LES BRÜNETTES – OUR LITTLE CHRISTMAS Foyer der HUK-Coburg 08. Dezember 2025 20 Uhr

STEPHAN ZINNER: PRACHTEXEMPLAR Gemeindezentrum St. Augustin 11. Dezember 2025 20 Uhr

MIRJA REGENSBURG – HAPPY Kongresshaus Rosengarten 12. Dezember 2025 20 Uhr

MATTHIAS EGERSDÖRFER – „LANGSAM“ Gemeindezentrum St. Augustin 12. Dezember 2025 20 Uhr

WEIHNACHT DER GENERATIONEN 2025 Kongresshaus Rosengarten 13. Dezember 2025 14 Uhr

TOM GAEBEL – A SWINGING CHRISTMAS Kongresshaus Rosengarten 14. Dezember 2025 20 Uhr

MOSAIQUE – WEIHNACHTSKONZERT MIT

DEM COLLEGIUM MUSICUM COBURG

Morizkirche 21. Dezember 2025 17 Uhr

COBURGER COMEDY GALA – BENEFIZ-SHOW Kongresshaus Rosengarten 05. Januar 2026 20 Uhr

THE MUSIC OF HANS ZIMMER

& OTHERS – FILMKONZERT

Kongresshaus Rosengarten 08. Januar 2026 20 Uhr

OSAN YARAN – AUS PRINZIP! Kongresshaus Rosengarten 10. Januar 2026 20 Uhr

GOLDEN ACE

DIE MAGIER (ZIRKEL DER MAGIE TOUR)

FRANZISKA WANNINGER: „WENN DU

WEN BRAUCHST, RUF MICH NICHT AN“

Kongresshaus Rosengarten 14. Januar 2026 19 Uhr

Gemeindezentrum St. Augustin 16. Januar 2026 20 Uhr

GREGOR GYSI – AUF EIN WORT Kongresshaus Rosengarten 21. Januar 2026 20 Uhr

WEDDING DAY 2026 – HOCHZEITSMESSE Kongresshaus Rosengarten 25. Januar 2026 13 bis 17 Uhr

SESTETTO STRADIVARI – KAMMERKONZERT Kongresshaus Rosengarten 26. Januar 2026 19:30 Uhr

R-ZIEHER: „BEST OF R-ZIEHER“ Gemeindezentrum St. Augustin 30. Januar 2026 20 Uhr

MOVING SHADOWS

SCHATTENTHEATER „ON FIRE“

Kongresshaus Rosengarten 06. Februar 2026 20 Uhr

18. COBURGER GESUNDHEITSTAG Kongresshaus Rosengarten 08. Februar 2026 9:30 bis 16 Uhr

VOLKER HEISSMANN SINGT UDO JÜRGENS

– FEAT. THILO WOLF BIG BAND

Kongresshaus Rosengarten 12. Februar 2026 19:30 Uhr

DIE NACHT DER MUSICALS – GALA Kongresshaus Rosengarten 13. Februar 2026 20 Uhr

Die Kulturtipps – eine Auswahl aus dem Veranstaltungsprogramm in Coburg. Mehr im Netz.

Das Programm des Landestheaters Coburg unter landestheater-coburg.de/besuch/spielplan.

84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


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AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 85


Jahre

SCHLOSS

SCHNEY

86 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


FRANKEN AKADEMIE

Advertorial

Text: Tim Birkner

Fotos: Reinhard Möller

ESSEN & TRINKEN,

LERNEN & TREFFEN

Schloss Schney wird 75 Jahre. Es ist und bleibt ein Treffpunkt zwischen

Kirche und Sportplatz, Bahnhof und ehemaligem Rathaus.

Hier tagen und proben Sportler und Sänger, hier organisiert die

Franken-Akademie seit 75 Jahren politische Bildung, hier feiern Familien

ihre Feste – und hier war 1981 Willy Brandt zu Gast.

„Davon reden die Leute immer noch. Es muss beeindruckend, mitreißend

und faszinierend gewesen sein“, sagt der heutige Geschäftsführer

Dierk Hain. Es zeigt die enge Verbundenheit des Ortsteils

Schney mit der SPD. Hier gründeten Arbeiter 1871 den dritten Ortsverein

in Deutschland überhaupt. Schloss Schney war von der SPD

geprägt – und gleichzeitig stets unabhängig. Darauf legten die Verantwortlichen

immer Wert.

„Heute sind wir ein Bildungshaus, das für alle offen ist“, sagt Hain.

Im vergangenen Jahr qualifizierten sich Hain, seine Mitarbeiter,

das Haus und die Abläufe nach dem Qualitätsmanagement-Modell

EFQM. „Für uns ist das eine wichtige Auszeichnung. Damit können

wir seit diesem Jahr auch Bildungsurlaube anbieten“, sagt Hain. Besonders

in den Sommermonaten sei dies eine beliebte Form, Lernen

und Urlaub miteinander zu verbinden. In vielen Bundesländern gibt

es ein Anrecht auf fünf Tage bezahlten Bildungsurlaub pro Jahr.

Die Geburtsstunde des Schlosses in der heutigen Form war 1951 mit

der Gründung des Vereins für Jugendpflege und Volksbildung. Er ist

der Träger des Hauses, nachdem die Freien Turner das Schloss 1950

gekauft hatten – und bald bemerkten, dass sie für diese Aufgabe einen

Partner brauchen würden. 44 Jahre später wechselte der Verein

den Namen und heißt seitdem Franken-Akademie. In 75 Jahren gab

es gerade einmal vier Vorsitzende. Auf Herbert Hauffe folgten Walter

Engelhardt und Susann Biedefeld. Seit 2023 ist Oliver Jauernig Vorsitzender

des Trägervereins.

Oliver

Jauernig

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 87


FRANKEN AKADEMIE

Jahre

SCHLOSS

SCHNEY

„Wir werden unser Jubiläum das ganze Jahr 2026 feiern“, sagt Hain.

Er möchte dafür das ganze Areal nutzen – dazu gehören das Schloss

wie die Tagungsräume und auch die Außenanlagen. „Wir liegen im

Kreuzungspunkt vieler Interessen und bringen die Menschen zusammen“,

sagt Hain. Dazu gehören gutes Essen genau so wie Diskussionen.

„Die Leute müssen miteinander reden. Das war 75 Jahre

lang das Prinzip, und das funktioniert heute noch genauso“, so der

Geschäftsführer. Er beherbergt auch Gäste aus dem CSU-nahen Bildungshaus

in Banz, wenn es dort einen Engpass gibt.

Oliver Jauernig betont: „Politische Bildung ist heute mindestens genauso

wichtig wie sie es vor 75 Jahren war. Wenn wir einander zuhören,

unterschiedliche Positionen verstehen und unsere Schlüsse daraus

ziehen, dann braucht es dafür auch einen Raum. Das ist Schloss

Schney.“

„Wenn an einem Wochenende die Turner sportlich aktiv sind, die

Sänger bei uns proben, eine Hochzeitsgesellschaft nach der Kirche

zum Feiern hinauf kommt – und gleichzeitig Bundeswehrsoldaten

politische Bildung bekommen, zeigt das unsere Vielfalt“, sagt Hain.

„Wir sind mit demokratischen Werten hier verwurzelt und wollen

das auch bleiben. Nah an den Menschen und mit ihnen im Gespräch“,

so Jauernig.

Für das Jubiläumsjahr arbeiten beide noch an konkreten Plänen.

Möglicherweise gelingt es ihnen, einen ähnlichen Eindruck zu hinterlassen

wie 1981 Willy Brandt. „Noch sind Name und Datum unter

Verschluss – doch wir werden das Geheimnis bald lüften“, freut sich

Hain.

Dierk Hain

GESCHICHTE

DES SCHLOSSES

Das Schloss Schney ist natürlich älter als 75 Jahre. Die erste befestigte

Burganlage an dieser Stelle stand bereits 1378. Das Schloss

wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, bis die Familie von

Schaumberg 1503 das Schloss übernahm. Es blieb fast 200 Jahre in

Familienbesitz. Durch Heirat gelangte das Schloss 1706 in den Besitz

des holsteinischen Grafen von Brockdorff. Sein Wappen hängt noch

heute über dem Eingang. Diese Familie war fast 170 Jahre Eigentümerin

von Schloss Schney. Es folgten mehrere Besitzerwechsel, bis

die Freie Turnerschaft Schney e.V. 1950 den früheren Adelssitz erwarb.

Mit einem ehrenamtlichen Einsatz von rund 18.000 Stunden

versuchten sie das Schloss wieder in einen ansehnlichen Zustand zu

bringen, brachen Stallungen ab und ersetzten sie durch erste Anbauten.

Seit 1951 pachtet und bewirtschaftet der Verein für Jugendpflege

und Volksbildung das Schloss. 1995 wird er umbenannt in Franken-Akademie

e. V. Seit 75 Jahren ist Schloss Schney ein Ort der

Bildung.

DIE ORGANISATION DER

FRANKEN-AKADEMIE

Die Franken-Akademie Schloss Schney e.V. ist ein gemeinnütziger

Verein unter freier Trägerschaft. Er wird von einem ehrenamtlichen

Vorstand geführt, dessen Mitglieder alle drei Jahre von der Mitgliederversammlung

gewählt werden. Das operative Geschäft der

Franken-Akademie Schloss Schney wird von einer hauptamtlichen

Geschäftsführung geleitet. Die bisherigen Vorsitzenden des Vereins

waren: Herbert Hauffe (1951 bis 1987), Walter Engelhardt (1987 bis

2008) und Susann Biedefeld (2008 bis 2023). Seit 2023 ist Oliver Jauernig

ehrenamtlicher Vorsitzender. Die operative Leitung des Hauses

liegt heute bei Dierk Hain und seiner Stellvertreterin Christine

Stöwer-Stubenrauch.

88 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


75 JAHRE SCHLOSS SCHNEY

WILLY

BRANDT

IN SCHNEY

Die Geschichte Schneys, des Schlosses und

auch der Franken-Akademie ist mit der Sozialdemokratischen

Partei Deutschlands eng verknüpft.

Der Ortsverein der SPD, der hier 1871 gegründet

wurde, ist der drittälteste überhaupt – nach

Augsburg und Nürnberg. Die Freie Turnerschaft Schney

entstand in diesem gesellschaftlichen Klima – und wurde 1933

vom NS-Regime verboten. Kein Wunder, dass der Architekt und

SPD Landtags- und Bundestagsabgeordnete Herbert Hauffe sich

nach dem Krieg für die Freien Turner und die SPD einsetzte. Er ist

der Gründungsvorsitzende des Vereins für Jugendpflege und Volksbildung.

Wie alle seine Nachfolgerinnen und Nachfolger stand er für

sozialdemokratische Werte und zugleich, dass der Verein und später

die Akademie unabhängig von der SPD sind. Es gab und gibt keine

wirtschaftliche Verbindung zur SPD. Hauffe gelang es auch, zum

110. Geburtstag des Ortsvereins Willy Brand für eine Kundgebung

nach Schney einzuladen. Am Freitag, 24. Juli 1981, sprach der damalige

Altkanzler und Bundesvorsitzende der SPD in Schney. In seiner

Rede ging es auch darum, dass jetzt die öffentlichen Haushalte von

Bund, Ländern und Kommunen konsolidiert werden müssten. „Es

muss gespart werden, aber das muss gerecht geschehen“, sagte er.

Heilige Kühe dürfe es dabei nicht geben, aber den Stärkeren müsse

mehr zugemutet werden. Er schloss mit einem Appell für Frieden,

Freiheit und Gerechtigkeit. Im Festjahr „75 Jahre Bildungsarbeit

auf Schloss Schney“ möchte Geschäftsführer Dierk Hain an diesen

über Jahrzehnte wirkenden Besuch anknüpfen. „Wir arbeiten an der

Überraschung – und Glück werden wir auch noch dazu brauchen“,

so Hain.

Wer sich für politische Bildung interessiert oder eine einen

Ort sucht, um seine Feier abzuhalten — für jeden wird ein

individuelles Angebot zusammengestellt:

Franken-Akademie Schloss Schney

Schlossplatz 8 · 96215 Lichtenfels – Schney

Telefon: 09571 97500 · E-Mail: info@franken-akademie.de

Ansprechpartner für Feste, Feiern und Übernachtungen:

· Dierk Hain, Geschäftsführer, 09571 9750-24

· Christine Stöwer-Stubenrauch, stellv. Geschäftsführerin,

09571 9750-20

· Brigitte Eichner-Grünbeck, Seminarleiterin, 09571 9750-16

Wer sich über das Schloss Schney und die Frankenakademie

informieren möchte, kann das auch im Internet tun. Die

Homepage ist unter www.franken.akademie.de erreichbar.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 89


VGN

Winterstimmung

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KOMM MIT ZUM

VGN-STADTWINTER

Stadtbummel zwischen Schneeflöckchen und Spekulatius

– der VGN lädt ein zum Stadtwinter in die Städte Ansbach,

Bamberg, Forchheim und Fürth. Entdecke auf vier

Städtetouren winterliche Highlights der Region.

Prachtvolle Barockfassaden in der Residenzstadt Ansbach,

Brauereitradition und Fachwerk-Flair in Bamberg,

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Kneipenkultur in Fürth. Und das alles in winterlichem

Ambiente - schnell, warm und bequem sowie obendrein

umweltschonend erreichbar mit dem ÖPNV. Komm mit

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Forchheim und Fürth!

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Rückfahrt mit Bus und Bahn konzipiert und machen

die Städte im Verbundraum in ihrer winterlichen Vielfalt

unkompliziert erlebbar – ganz ohne Parkplatzsuche, die

sich gerade in der Vor- und Weihnachtszeit im urbanen

Raum oft umständlich und teuer gestaltet.

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UND KLEIN VENEDIG-FLAIR

Tour S11

BAMBERG

FASZINIERENDES UNESCO-WELTKULTURERBE

Tour S4

90 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


WINTERSTIMMUNG & WEIHNACHTSFLAIR

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JÜDISCHE KULTUR UND KLEEBLATT-HISTORY

Tour S2

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Abreise günstige VGN-Angebote wie das TagesTicket

Plus oder den eTarif egon nutzen – beides mit der Möglichkeit,

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Freizeitlinien am Wochenende und feiertags in touristisch

interessante Regionen.

Die VGN-Freizeittipps: Städtetouren

Unter vgn.de/freizeit sind insgesamt rund 300 Wanderund

Radtouren, Städte- und Naturparktipps übersichtlich

aufbereitet in Prospektformaten zum Download verfügbar

- darunter zahlreiche neu aufgelegte und bummelfertig gestaltete

Städtetouren in die Städte im Verbundraum.

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AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


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94 COBURGER | DAS MAGAZIN


BAD STAFFELSTEIN

Staff elstein

Advertorial

Text: Tim Birkner

Fotos: Frank Heuer

feiert sein BAD

2026 ist für Bad Staffelstein ein besonderes Jahr:

Für Bürgermeister Schönwald ist das ein Ansporn:

Gleich zwei Jubiläen laden zum Feiern ein – 25 Jahre „Ich habe die Herausforderung gerne

der Titel „Bad“ und 40 Jahre Obermain Therme. „Die angenommen, diesen Erfolgsweg weiterzuführen

und bin mit meinen Partnern stets bemüht,

Bad-Anerkennung ist die Krönung einer Erfolgsgeschichte“,

sagte damals Landrat und vormalige Bürgermeister

das volle Potenzial zu nutzen, weitere Gesundheitsangebote

zu schaffen, die Attraktivität

Reinhard Leutner. Der damals amtierende Bürgermeister

Georg Müller jubelte vor 25 Jahren: „Ich bin der glücklichste

Mensch! Eine Wahnsinnsarbeit von einem Vierteljahrhundert

ist nun belohnt worden.“

unsere Gäste, Bürger und die ganze

zu steigern und den Tourismus zu stärken für

Region.“

Der Titel war da – und die Arbeit ging dennoch immer weiter.

Heute sagt Mario Schönwald: „Als Erster Bürgermeister

übernahm ich von meinen Vorgängern ein sehr großes Erbe.

Die früheren Amtsinhaber sorgten für die notwendigen Voraussetzungen

für die Badanerkennung, führten die Entwicklung

fort und passten sie den gesellschaftlichen Wünschen im

Gesundheits- und Wellnessbereich an, um Bad Staffelstein zu

dem heutigen Tourismuszentrum am Obermain zu etablieren.“

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Stadt begann

1975, als in 1.600 Metern Tiefe eine außergewöhnliche Quelle

erschlossen wurde: mit 52 Grad die wärmste und stärkste

Thermalsole Bayerns. Mit der Eröffnung der Obermain Therme

1986 wurde Staffelstein neu entdeckt – und bald zum

beliebten Ziel für Gesundheits- und Erholungssuchende.

Wachsende Übernachtungszahlen und

die Eröffnung des Kurparks mit Gradierwerken

und Seebühne 1999 prägten den

Weg. Schließlich wurde der Stadt am

15. November 2001 in Anerkennung

dieser Entwicklung der begehrte

Titel „Bad“ verliehen. Heute, ein

Vierteljahrhundert später, ist

Bad Staffelstein als Heilbad fest

etabliert – und die Obermain

Therme gilt als eine der führenden

Wellness- und Gesundheitsanlagen

Deutschlands.

Dieses stolze Jubiläum feiert Bad Staffelstein auf vielfältige

Weise – mit besonderen Veranstaltungen, kulturellen Höhepunkten

und regionalen Genüssen. Jeden Donnerstag wird es

um 14 Uhr die Jubiläums-Stadtführung geben. „Erleben Sie,

wie sich Bad Staffelstein von einer Idee zu einem der fü hrenden

Wellness- und Gesundheitsstandorte Bayerns entwickelt

hat. Bei dieser besonderen Tour entdecken Sie spannende

Meilensteine und interessante Hintergrü nde aus 40 Jahren

Obermain Therme und 25 Jahren Bad-Anerkennung“, verrät

Tourismus-Leiterin Anne Maria Schneider. Die Führung

dauert eine Stunde und startet am Eingang der Obermain

Therme. Das Altstadtfest (vom 24. bis 26. Juli) wird am Sonntag

um einen besonderen Programmpunkt ergänzt, denn

Thermenkönigin Jennifer II. lädt zu einem großen Königinnentreffen

ein. Den feierlichen Höhepunkt bildet die Jubiläumsveranstaltung

am 14. November 2026 in der Adam-Riese-Halle

mit Live-Musik und spannenden Beiträgen unter

anderem von Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold.

Tourist Information

Bad Staffelstein

Bahnhofstraße 2

96231 Bad Staffelstein

www.bad-staffelstein.de

tourismus@bad-staffelstein.de

Tel. 09573 33 12 0

COBURGER | DAS MAGAZIN 95


1986 – 2026

40 JAHRE

Obermain Therme

EIN JUBILÄUM, DAS STOLZ

MACHT UND ZU HERZEN GEHT

Seit der Eröffnung im Jahr 1986 entwickelte sich die Obermain Therme in

den letzten vier Jahrzehnten zu einem in dieser Form einzigartigen, zigfach

ausgezeichneten Heil- und Wellnessbad. 2026 feiert die Obermain Therme

ihren 40. Geburtstag. Alle sind einge laden, ein Jahr lang dieses bedeutsame

Jubiläum ausgiebig und voller Freude zu feiern. Das wäre für die Therme die

größte Ehre und das schönste Geschenk.

GANZJÄHRIG:

Jubiläumscocktail „SPARKLY SARTI“

& Jubiläumsbier


OBERMAIN THERME

Advertorial

VERTRAUTES &

ÜBERRASCHENDES

Im Jubiläumsjahr erwartet Sie ein

unterhaltsamer Mix aus vertrauten

Events, festlichen Aktionen und

„Geburtstagseditionen“ der

beliebtesten Angebote.

26.03. – 11.04.

Gesundheitswochen

FRÜHLINGSSCHÖN &

KERNGESUND

25.04.

SAUNA-EVENT:

ZURÜCK IN DIE

80ER

01.06.– 31.08.

JAHRESZEITEN-ARRANGEMENT

SOMMER

JUBILÄUMSPAUSCHALE

SALZ & SOLE

Vertrauter Preis – überraschende Extras!

12.06., 10.07. & 14.08.

SOMMERKÜCHE

THEMENABENDE

im Vitarestaurent / Saunaland

16. & 17.10.

JUBILÄUMS-

EVENT

SAUNA-

EVENT

die goße

Jubiläumsedition

XXL

25.12.26 – 09.01.27

THERMEN-EVENT

SINNENSALZ & LICHTERGANZ

02.01.

JAHRESAUFTAKT

Das Jahr beginnt mit einer Kranzniederlegung zu

Ehren der Gründerväter inklusive einer prickelnden

Aufmerksamkeit für alle Gäste.

17.01.

SAUNA-EVENT: FEUER & EIS

SAUNA-DIPLOM

26.01. – 30.01.

02.03. – 06.03.

ZEITREISE DURCH

40 JAHRE

SAUNAKULTUR

13.07. – 17.07.

05.10.– 09.10.

31.07. & 28.08.

SUNSET BEATS

im ThermenMeer

03. & 04.08.

CHILLEN

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11.09. & 12.09.

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DER 10. THERMENKÖNIGIN

29.10. – 07.11.

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& DETAILS

finden Sie auf der Aktionsseite:

www.obermaintherme.de/40jahre

COBURGER | DAS MAGAZIN 97



ROUND TABLE 151 COBURG

DIE COBURGER

COMEDY GALA 2026

VIER KÜNSTLER, EIN ABEND VOLLER ENERGIE UND HUMOR

Am 5. JANUAR 2026 verwandelt sich der Rosengarten wieder in Coburgs größte Comedy-Bühne.

Die COBURGER COMEDY GALA geht in die nächste Runde – und sie bringt in

diesem Jahr ein Line-up auf die Bühne, das für Tempo, Vielfalt und jede Menge Lacher

steht.

„Unser Ziel ist es, Coburg gleich zu Beginn des Jahres mit einem Abend voller

Freude, Leichtigkeit und Gemeinschaft zu starten“, SAGT FABIAN METZNER –

ROUND TABLE COBURG. „Und das gelingt mit diesem Künstlerteam garantiert.“

EIN ABEND, DER MEHR KANN

ALS NUR UNTERHALTEN

Neben dem Unterhaltungswert hat die

Gala jedoch eine zweite Ebene: Sie verbindet

Humor mit lokalem Engagement.

„Dank unserer Sponsoren ist jedes

verkaufte Ticket zu 100 % Gewinn –

komplett ohne Abzüge.“

FABIAN METZNER

Bekannt aus NightWash und dem Quatsch

Comedy Club, bringt Timur stand-up pur:

schnell, ehrlich, scharf beobachtet. Eine

Mischung aus Alltagssatire und Charme,

die sein Publikum sofort packt.

Timur Turga

Musik, Witz und Improvisation in Perfektion:

Christoph Reuter – vielen bekannt als

kongenialer Partner von Vince Ebert –

liefert musikalischen Humor auf höchstem

Niveau. Ein Virtuose am Klavier, der

Lachtränen und Staunen zugleich erzeugt.

Christoph Reuter

In den vergangenen Jahren kamen so

beachtliche Summen zusammen:

2025: 14.789,50 €

2024: 12.587,50 €

Für dieses Jahr hat Round Table Coburg

ein klares Ziel:

„Wir möchte, dass wir erstmals die

20.000-EURO-MARKE knacken. Es ist

ambitioniert – aber Coburg kann das.“

WOFÜR WIRD DAS GELD VERWENDET?

Wir haben wieder unseren Förderpreis

für Herzensprojekte ausgerufen. Jeder

kann sich bewerben – unkompliziert,

transparent, ohne Hürden.

Kristina Bogansky

Frech, direkt und mitten aus dem

modernen Leben: Kristina Bogansky

verbindet Alltagssituationen, Beziehungs-

Chaos und pointierten Humor zu einer

energiegeladenen Stand-up-Experience.

Hani Who

Einer der aktuell größten Shootingstars der

deutschen Comedy: Hani Who begeistert

mit authentischem Humor, Social-Media-

Hits und Geschichten, die mal leise

berühren und mal laut explodieren – immer

echt, immer nahbar.

„Wir fördern Projekte, die Menschen bewegen,

helfen, integrieren und stärken.“

FABIAN METZNER

Infos & Bewerbung

für Herzensprojekte:

www.rt151.de/herzensprojekte

Tickets & Infos

Tickets & Infos

5. JANUAR 2026

Kongresshaus Rosengarten Coburg

Tickets: www.coburger-comedy-gala.de

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 99


Hotel-Entdecker-Tage in der Weltkulturerbestadt Bamberg

Das unvergleichliche Flair der UNESCO-

Weltkulturerbestadt Bamberg erleben durch malerische

Gassen schlendern, fränkische Gastlichkeit genießen

und mitten in der Altstadt entspannen im Hotel Villa

Geyerswörth und der Brasserie LaVilla Bamberg.

ENTDECKE BAMBERG

DAS FRÄNKISCHE ROM

2 NÄCHTE

ENTDECKE BAMBERG

DAS FRÄNKISCHE ROM

1 NACHT

• Direkt in der Altstadt von Bamberg

gelegen – also mitten im Weltkulturerbe

• Kulinarischer Abend in Frank(en)reich

• Ruhige Lage in einer Garten-Insel – ideal

zum Erleben der Stadt und Entspannen

• Hochwertige Ausstattung: Fitness &

Sauna, hochwertige Matratzen,

Klimaanlage, Tiefgarage

• Gute Ausgangslage für Sightseeing: viele

der historischen Highlights von Bamberg

zu Fuß erreichbar

2x Übernachtung

(kostenfreies Upgrade nach

Verfügbarkeit & Sauna inklusive)

4x Frühstück

4x Abendessen

(3 Gang Auswahlmenü)

1x Bamberg Treatment

(1x Rauchbier/ 2x Praline Storath /

Infomaterial Bamberg)

2x Erlebnisführung „Faszination Welterbe“

(täglich um 14:00 Uhr (Dauer 2 Stunden /

Start Geyerswörthstraße 5)

1x Übernachtung

(kostenfreies Upgrade nach

Verfügbarkeit & Sauna inklusive)

2x Frühstück

2x Abendessen

(3 Gang Auswahlmenü)

1x Bamberg Treatment auf dem Zimmer

2x Erlebnisführung „Faszination Welterbe“

(täglich um 14:00 Uhr (Dauer 2 Stunden/

Start Geyerswörthstraße 5)

TOTAL: 372€

(186€ pro Person)

TOTAL: 198€

(99€ pro Person)

Aufenthaltszeitraum Januar bis März 2026

Anreise Montag bis Freitag | Verfügbarkeit auf Anfrage

Anfragen an info@villageyerswoerth.de | Nur als Doppelzimmer buchbar

Hotel Villa Geyerswörth & Brasserie La Villa

Geyerswörthstraße 15-21a

96047 Bamberg

Reservierung:

0951 9174-516

www.brasserie-la-villa.de

100 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


VERANSTALTUNGSTIPPS DER AGENTUR STRECKENBACH

Advertorial

SO KANN DER WINTER KOMMEN

COMEDY UND KABARETT IM DEZEMBER

UND JANUAR MIT KÜNSTLERINNEN UND

KÜNSTLERN DER AGENTUR STRECKENBACH

STEPHAN ZINNER: PRACHTEXEMPLAR

Wann? 11. Dezember 2025 | Beginn: 20 Uhr

Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg

OSAN YARAN: „AUS PRINZIP!“

Wann? 10. Januar 2026 | Beginn: 20 Uhr

Wo? Kongresshaus Rosengarten Coburg

Als Schauspieler, Kabarettist und Musiker weiß Stephan Zinner: Das härteste Publikum

wartet zuhause – die eigene Familie. Trotzdem stellt er sich gerne den Herausforderungen

als Koch von trendigem Soulfood, Fahrdienstleiter, Christbaum Chefeinkäufer,

Heimwerker und Schwiegersohn. Dafür bekommt er zwar nicht immer Applaus,

die Verletzungsgefahr ist hoch und die Gage niedrig, aber ein Lächeln ist eh viel mehr

wert. Da hält man sogar die Welt da draußen aus, voller Scheuklappenträger auf ihrem

eiligen Weg zur Selbstoptimierung. Zinners Kurzgeschichten erzählen von kleinen

Siegen und fulminanten Alltagspleiten zwischen Bühne, Baumarkt und Familientisch.

Getragen vom rustikalen Feingeist eines genialen Unterhaltungskünstlers, versammeln

sie sich zu einem von Florian Mitgutsch illustrierten Prachtexemplar von Buch.

MIRJA REGENSBURG: HAPPY

Wann? 12. Dezember 2025 | Beginn: 20 Uhr

Wo? Kongresshaus Rosengarten Coburg

„Don't worry, be happy!“ „Happy wife, happy life!“ „Choose happy!“ Vom Wandtattoo

bis Mottoshirt: Feel-Good-Botschaften wie diese gibt es unzählige. Wenn`s nur

so einfach wäre! Glücklich sein wollen wir alle, aber wer kriegt ́s auch wirklich hin?

Mit ihrem neuen Programm HAPPY. verspricht Mirja Regensburg: Gemeinsam

schaffen wir ́s – und es wird ein Riesenspaß! In ihrer Show lernen wir die merkwürdigsten

Menschen der Welt kennen: Uns selbst! Dabei werden wir herausfinden,

wer uns das Glücklichsein am schwersten macht. (Spoiler: Es sind in den seltensten

Fällen „die Anderen“.) Mirja erzählt uns auf ihrem Weg zum Glück von den alltäglichsten

Situationen, in denen wir uns alle wiederfinden. Vielleicht ist es manchmal

nur eine Frage der Perspektive: Ärgere ich mich, wenn überall Socken des Partners

„herumstehen“ oder bin ich einfach froh, dass er überhaupt noch da ist? Ist mein Glas

halb voll, halb leer oder bin ich Flaschenkind? Was macht uns überhaupt HAPPY.?

Familie, Geld, Sport, eine neue Harley oder Schuhe und Schokolade? Kein grummeliger

Mensch ist vor Mirja sicher.

MATTHIAS EGERSDÖRFER: „LANGSAM“

Wann? 12. Dezember 2025 | Beginn: 20 Uhr

Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg

In der Früh fängt es manchmal an, dass der Himmel ohne Vorwarnung auf dich herunterstürzt.

Die Frau hat zu wenig oder zu viel geschlafen. Sie redet drauflos. Unter

einer Lawine aus Wörtern wirst du verschüttet. Da hast du noch keinen Schluck

Kaffee getrunken. Du bist froh, dass die Erdanziehungskraft funktioniert und warst

gerade dabei, deine Finger zu zählen. Schlimm an der Situation ist die hohe Geschwindigkeit,

mit der die Wörter gesprochen werden. Schlimm ist das Gerenne der

Mitmenschen in den Straßen, das Rasen der Traktoren über die Felder, die Hochgeschwindigkeit,

mit der die Nachrichten und Katastrophen blitzen und donnern.

Es ist einige Jahre her, dass der Egers einmal in einer Küche gearbeitet hat. Die Küchenchefin

hat in kurzer Zeit dreihundert Mal zu ihm gesagt, dass er sich beeilen

soll. Der Egers hat es versucht. Aber es ging nicht schneller. Der Egers ist langsam. Er

schneidet Zwiebeln langsam, denkt langsam und spricht meistens nicht besonders

schnell. In dieser Langsamkeit hat er auch das neue Programm geschrieben. Das hat

sehr lange gedauert. Buchstabe um Buchstabe, Wort um Wort. Satz um Satz. Mit

einer trägen Wucht stemmt sich der Kabarettist darin gegen die Schnelligkeit der

Welt. Der ganze Abend feiert die Langsamkeit und deswegen werden auch die Geschichten

nicht in erhöhtem Tempo vorgetragen.

TICKETS: An allen bekannten VVK-Stellen oder

online ausdrucken unter www.agentur streckenbach.de

„Aus Prinzip!“ - so heißt das brandneue Programm von Osan Yaran. Ehemann,

Familienvater und Ex-Lidl-Filialleiter. Mit seinen täglichen Reels im Internet erreicht

der mehrfach preisgekrönte Comedian stets hunderttausende Zuschauer.

Er baute sich so in kurzer Zeit eine riesige Fangemeinde auf, die auch schnell

seine Live-Auftritte stürmte. Nach einer ersten ausverkauften Tour folgt nun mit

„Aus Prinzip!“ sein zweites Programm, mit dem der hoffnungslose Idealist ab

Herbst 2024 durch Deutschland, Österreich und Schweiz auf Tournee geht! Er

thematisiert den Wahnsinn des Alltags und führt seine Erlebnisse pointiert ad

absurdum. Mit perfektem Timing spricht er darüber, dass man Klischees mit

Humor begegnen muss, warum Teenager ein schwarzes Loch für Nahrungsmittel

sind und Frauen auch gerne mal pupsen dürfen. Am Ende wird sich herausstellen,

ob Osans Alltag Wahnsinn ist oder doch eher sein Blickwinkel.

FRANZISKA WANNINGER: „WENN DU

WEN BRAUCHST, RUF MICH NICHT AN“

Wann? 16. Januar 2026 | Beginn: 20 Uhr

Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg

Die Telefonleitungen glühen, denn Franziska Wanninger bringt nach ihrem Erfolgsabend

„Für mich soll’s rote Rosen hageln“ ein neues Kabarettprogramm

raus! „Wenn du wen brauchst, ruf mich nicht an“ ist eine kurzweilige Melange

von erfrischender Ehrlichkeit. Denn wer gibt schon gern zu, dass die eigenen

Ratschläge öfter mal nach hinten los gehen. Schließlich sind alle Paare, bei denen

die preisgekrönte Kabarettistin Trauzeugin war, längst wieder geschieden. Geboren

im Aszendenten „ein Wunschkind warst du nicht“, dafür ausgestattet mit

einer gehörigen Portion Humor, hat Franziska Wanninger schon früh gelernt,

widrige Umstände in herrlich komische Geschichten zu verwandeln. Sie erzählt

von der Lässigkeit des Älterwerdens, viel zu früh gestorbenen Goldfischen und

den Abgründen ihrer ganz und gar nicht normalen Familie. Freuen Sie sich auf

einen lustigen Abend, umrahmt von schmetterndem Gesang, gespickt mit pointierten

Abhandlungen über nichts Geringeres als das Leben an sich: Umzüge,

Hotelbetten, die Liebe, das Glück und der Tod! Und das Glück, zwar schon über

40, aber wenigstens noch nicht tot zu sein. Charmant und mit großer schauspielerischer

Komik reißt „La Wanninger“ in gewohnter Manier ihr Publikum mit

und lässt es teilhaben an ihren großartig ersponnenen doppelbödigen Figuren.

R-ZIEHER: „BEST OF R-ZIEHER“

Wann? 30. Januar 2026 | Beginn: 20 Uhr

Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg

In seinem Programm „Best of R-zieher“ wechselt er in der Kürze eines Lidschlags von

tiefgreifenden Pointen über musikalische Einlagen bis zu leidenschaftlich gespielten

und punktgenau karikierten Parodien seiner Mitmenschen. Yves Macak ist seit über

20 Jahren staatlich geprüfter R-zieher und öffnet die Tür in die Welt der unbesungen

Helden und Heldinnen unserer Zeit, die sich jeden Tag aufs Neue einem Kampf gegen

Erdnussallergie, Laktoseintoleranz und den immer größer werdenden Erwartungen

der Helikoptereltern stellen müssen. Mit vollem Stimm- und vor allem Körpereinsatz

berichtet er mitreißend und pointiert über den langen Weg vom Menschen zum

R-zieher und lässt mit Lachtränen in den Augen hautnah nacherleben, wie sich der Berufsalltag

in Kitas, Schulen und Jugendfreizeitheimen wirklich anfühlt. Yves Macak

präsentiert einen Abend voller pädagogisch fragwürdiger, visuell allerdings höchst

mitreißender Komik und herrlichen musikalischen Einlagen von einem Pädagogen,

wie er im selbstgeschöpften und mittels Kartoffeldruck hergestelltem Buche steht.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 101


BUCHTIPPS

Advertorial

BUCHEMPFEHLUNG

MARTIN VÖGELE VON DER BUCHHANDLUNG RIEMANN

Vom Stromkreis, der Wirklichkeit und den kleinen Funken dazwischen

Der vielfach ausgezeichnete deutsch-bosnische Schriftsteller Saša Stanišić zeigt mit seinem neuen Buch

„Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“ einmal mehr, wie herrlich

verspielt und zugleich berührend unsere Sprache sein kann. Schon der Titel deutet an, wohin die Reise

geht: in eine Welt, in der das Alltägliche mit einem einzigen gedanklichen Kurzschluss in ein Feuerwerk aus

Fantasie, Humor und Nachdenklichkeit verwandelt wird.

Der Untertitel des Buches lautet „Eine Ermutigung“, der Inhalt besteht aus gehaltenen und noch zu haltenden

Reden gegen das Nichtstun. Die Ideen, die Stanišić entfaltet, kreisen um die Themen seines Lebens: Sprache

und Literatur, Migration und Integration, Jugend und Herkunft.

Die Beispiele, Bilder und Geschichten, in die der Redner seine Gedanken verpackt, sind vielfältig. Er springt

von einer Erinnerung zur nächsten, von einer Begebenheit zur anderen, und doch hält alles wunderbar

zusammen. So wie ein Stromkreis eben: auch wenn die Leitungen wild erscheinen, fließt der Strom

zuverlässig und konstant.

Gebundenes Buch

160 Seiten

ISBN: 978-3-630-87840-9

22,00 Euro

eBook:

ISBN: 978-3-641-34044-5

19,99 Euro

Hörbuch (MP3-CD):

Hördauer: 3h 43min

Ungekürzte Lesung mit Saša Stanišić

ISBN: 978-3-8445-5516-5

24,00 Euro

Hörbuch (Download):

Hördauer: 3h 43min

Ungekürzte Lesung mit Saša Stanišić

ISBN: 978-3-8445-5517-2

23,95 Euro

Zum Titel im RIEMANN-Shop:

Wie so oft gelingt es dem sprachvirtuosen Autor, aus kleinen Momenten große Geschichten zu machen. Er

beschreibt, wie ein Zufall – oder ist es Schicksal? – dafür sorgt, dass seiner Familie die Flucht aus Bosnien

gelingt, oder verhindert, dass er als junger Mann wieder abgeschoben wird. Seine Beschreibungen sind

kleine literarische Glanzstücke; vieles ist hinreißend komisch, manches still melancholisch, und fast alles

bewegt sich auf der schmalen Linie, auf der Humor und Ernst einander berühren.

Die kleinen Episoden formen sich nach und nach zu einem größeren Ganzen: einem Bild davon, wie wir uns

in der Welt zurechtfinden, wie wir uns Herkunft und Zukunft zusammenbasteln und wie wir manchmal erst

im Erzählen erkennen, wer wir eigentlich sind.

„Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“ ist ein kluges, witziges und

warmherziges Buch, das zeigt, wie viel Schönheit im Unordentlichen steckt. Was es so besonders macht, ist

Stanišićs feiner, federnder Ton. Er, der bis zu seinem 14. Lebensjahr kein Wort Deutsch sprach, schreibt mit

einer Leichtigkeit, die nie banal wirkt, und mit einer Genauigkeit, die nie schwer wird. Sein sprudelndes

Vergnügen an Sprachwitz und -spiel ist ansteckend, beneidens- und bewundernswert.

INHALTSANGABE „MEIN UNGLÜCK BEGINNT DAMIT, DASS DER STROMKREIS

ALS RECHTECK ABGEBILDET WIRD“

Hilft ja nix: Wir müssen den Härten und dem Leid der Menschen etwas entgegensetzen. Krieg, Armut, Faschismus,

was alles noch. Jeder kann was tun, jeder. Was geben, wo helfen, so was. Verantwortung übernehmen.

Wenn schon alles den Bach runtergeht, dann wenigstens in Würde, verdammte Axt. Auf Literatur setzt

kaum noch jemand ernsthaft und das nicht erst seit Handys. Trotzdem hast du grad ein Buch in der Hand und

überlegst, ob du es kaufen sollst. Es sind Reden drin. Findest du bescheuert, weil Reden hält man und basta.

Versteh ich. Hier trotzdem

eine (unvollständige) Liste,

was du verpassen würdest:

• Sieben Mal das Wort

„unwahrscheinlich“

• Meinen Großonkel Stevo,

der Ende 1990 sechs

Richtige im Lotto erriet

und direkt ertrank

(gemeinsam mit einem

Trompeter)

• Einen Stuhl in einem

Hinterhof

©Magnus_Terhorst

VITA SAŠA STANIŠIĆ:

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad

(Jugoslawien) geboren und lebt seit

1992 in Deutschland. Seine Erzählungen

und Romane wurden in über 30

Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.

Saša Stanišić erhielt u. a. den

Preis der Leipziger Buchmesse für „Vor

dem Fest“ und für „Herkunft“ den Deutschen

Buchpreis 2019 sowie u. a. den

Eichendorff-Literaturpreis, den Schillerpreis

und den Hans-Fallada-Preis. Er

lebt und arbeitet in Hamburg.

102 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


IN EIGENER SACHE

IMPRESSUM

COBURGER – Das Magazin

Ausgabe 72/ November 2025

13. Jahrgang

Auflage 3.500 Stück

www.das-magazin.de

Verlag:

MARKATUS

Marketing | Film | Social

Coburger Straße 7 (Gebäude 2)

96472 Rödental

Telefon 0 95 61 973 45 00

www.markatus.de

Herausgeber & Chefredakteur:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 690 52 84

wh@markatus.de

Gründungsherausgeber:

Peter Einheuser

Wolfram Hegen

Redaktion/Autoren dieser Ausgabe:

Julian Barthel

Christina Hauptmann & Senta Steinhauser

Wolfram Hegen

Heidi Schulz-Scheidt

Roland Spranger

Fotografen dieser Ausgabe:

Michael von Aichberger

Artvel

Yves Alloinde

Julian Barthel

Sebastian Buff

Simone Hopf

Frank Wunderatsch

Titelbild:

"Weihnachtsmarkt in Coburg"

nach einem Foto von Andreas Brückner

Layout/Illustrationen:

Lisa Geyer

Björn Hieber

Julia Spörl

Th e a S t e g n e r

Axel Straubinger

Grundlayout:

Peter Einheuser

Ehrenredakteurin:

Gabi Arnold

Kreative Pause:

Monaco Franke alias Wolfram Porr

Anzeigengestaltung:

MARKATUS

Marketing | Film | Social

Anzeigenvertrieb:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 69 05 284

wh@markatus.de

Anke Feuer

Telefon 01 77 72 23 773

af@markatus.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2024

Druck:

creo Druck & Medienservice GmbH

Gutenbergstraße 1

96050 Bamberg

Preis:

kostenlos

Vertrieb:

über 200 Verteilstellen

in Coburg Stadt und Land

Bestellung:

Online über www.das-magazin.de

IN EIGENER SACHE

WEITERE TERMINE

Und so geht es weiter mit dem COBURGER und seinen

Partner(innen)magazinen LICHTENFELSER und

KRONACHER 2026:

COBURGER # 73 20.02.26

COBURGER # 74 17.04.26

COBURGER # 75 03.06.26

COBURGER # 76 07.08.26

COBURGER # 77 16.10.26

COBURGER # 78 27.11.26

LICHTENFELSER #7 22.05.26

LICHTENFELSER #8 13.11.26

KRONACHER #4 30.04.26

KRONACHER #5 30.10.26

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Anke Feuer, af@markatus.de, 0177/ 722 37 73.

Tim Birkner, tb@markatus.de, 0171/ 483 90 05.

Wolfram Hegen, wh@markatus.de, 0171/ 690 52 84.

Wir freuen uns.

Ideen, interessante Geschichten, Menschen, Themen?

Gerne auch melden, am besten kurz mailen an

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PREMIUM-PARTNER 2025

Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler

Autohaus Bender

Autohaus Sperber

Baugesellschaft Otto Hauch

Buchhandlung Riemann

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Goldenes Kreuz

Hörgeräte Geuter

Maintal-Betten

Optik Müller

Orthosport

Sparkasse Coburg – Lichtenfels

Sportland Coburg

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Am besten gleich folgen.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 103


104 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


G A L E R I E

S I N C H E N - F O T O G R A F I E

Simone ist gespannt, welche Menschen sie

noch auf ihrem Weg in die Sichtbarkeit begleiten

darf - und freut sich über Anfragen unter

www.sinchen-fotografie.de

Simone Hopf, in Coburg und Umgebung besser bekannt als

Sinchen-Fotografie, steht mit ihrer Fotografie für ausdrucksstarke,

emotionale und authentische Portrait und Businessfotos.

Hauptberuflich im HR-Bereich tätig, weiß sie, wie entscheidend

ein erster Eindruck ist. Dieses Wissen bildet die

Grundlage ihrer Arbeit als Fotografin. Mit Feingefühl und

strategischem Blick begleitet sie Menschen in eine ausdrucksstarke

Sichtbarkeit. Als aufmerksame Beobachterin lässt sie

beim Shooting Situationen natürlich entstehen und hält somit

echte Momente fest. Mit ihrem geschulten Blick erkennt

sie Potenziale und unterstützt Menschen dabei, ihre Persönlichkeit

sichtbar zu machen – sei es im Business-Kontext, in

privaten Portraits oder bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten

oder Events. Ihre Arbeiten tragen eine unverkennbare

Handschrift, die für echten Wiedererkennungswert sorgt.

Viele Unternehmer:innen haben dank ihr bereits eine klare

und wiedererkennbare Präsenz aufgebaut – ein unschätzbarer

Wert im heutigen Markt.

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 105


SIMONE HOPF

106 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025




SIMONE HOPF

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 109


SIMONE HOPF

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ANDREAS BRÜCKNER

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 111


ZWA IM BRÖTLA

Für den COBURGER von Andreas Leopold Schadt & Roland Spranger

Weihnachtsstollen am FKK-Strand

Von Roland Spranger

Weihnachten greift dich dann an, wenn du am wenigsten damit rechnest. Bei mir ist es Ende

August soweit gewesen. Ich habe mich dagegen gewehrt, so gut ich konnte, aber na ja…

Weihnachten gewinnt immer.

ZWA IM BRÖTLA

Doch von Beginn an:

An einem richtig heißen Sommertag war ich zu einer

ausgiebigen Radtour aufgebrochen. Immer schön

durch die oberfränkische Mittelgebirgslandschaft.

Gefühlt mehr bergauf als bergab. Verschwitzt legte

ich eine Pause an der FKK-Zone meines Lieblings-Badesees

ein. Ich rein ins Wasser. Schön kalt. Im

ersten Moment wie Rasierwasser auf der

ganzen Haut. Danach raus aus dem Wasser

und mit geschlossenen Augen im Gras

liegend sonnentrocknen lassen. Mit geschlossenen

Augen im Gras liegend offenbaren

sich die Nachteile der FKK-Zone.

Es gibt einen Typen, der unglaublich laut

spricht – und wenn ich „laut“ sage meine

ich „laut laut“. Der hat zu allem eine Meinung.

Zu wirklich allem. Man kann gar

nicht genug Sonnencreme in die Ohren

schmieren, um sich vor der lauten Stimme

des FKK-Alleinunterhalters in Sicherheit

zu bringen. Selbst sehr zähflüssige Sonnencreme

mit Schutzfaktor 50 hilft nicht.

Schwachsinn kommt halt doch überall

durch. Da kannst du nix machen. Gerade

als ich mich mit einem dezent meditativen

Schlummerzustand angefreundet hatte,

ertönte der Hallo-Wach-Ruf: „Ho Ho Ho!

Weihnachtsstollen!“ Vorsichtig öffnete

ich die Augenlider. Halb. Bloß nicht zu

viel Aufmerksamkeit vortäuschen. „Jemand

Weihnachtsstollen?“

Schon war der Typ durch die nackten Leiber

unterwegs und verteilte Weihnachtsstollen.

Ein schneller Blick, um abzuschätzen,

wie weit mein Fahrrad entfernt

stand und die anderen Fluchtwege zu

sondieren. Um über den Wasserweg zu entkommen,

schwimme ich nicht gut genug. Unnachgiebig wurde

der Stollen verteilt. Als der lebende Lautsprecher

bei mir ankam, hielt er mir ein Stück Weihnachtsstollen

direkt vor die Nase. Fett Rosinen und Orangeat.

Dahinter baumelte sein Penis. Es gibt Dinge,

Geniale Kombination aus Kultur und Sport:

Neue Pläne für Landestheater und Schwimmbad

lösen zwei Zukunftsthemen auf elegante Weise

die will man sich nicht zu Essen vorstellen. „Danke,

nein.“ Der FKK-König schaute mich vorwurfsvoll

an. „Willst du wirklich Außenseiter sein?“ Vorsichtig

schaute ich mich um. Lauter nackte Leute, die weihnachtstollenkauend

in meine Richtung glotzten. „Für

mich ist das voll okay“, erklärte ich. „Außenseiter und

so.“ Der braungebrannte Typ schaute mich verständnislos

an. „Eine frühkindliche Störung“, sagte ich entschuldigend.

„Ich mag einfach keinen Stollen. Er liegt

mir wie Beton im Magen und hinterher bekomme ich

davon Pickel.“ Die Augenbrauen des FKK-Lautsprechers

zogen sich bedrohlich zusammen. „Bist du etwa

einer von diesen Anti-Weihnachts-Bolschewiken?“

Ich zuckte hilflos mit den Schultern. Wenn du nackig

bist, schaut es besonders hilflos aus, wenn du mit

den Schultern zuckst. Vor allem, wenn ein Zweieinhalb-Zentner-Mann

über dir steht. Scheiße, dachte

ich, hoffentlich lässt sich der Typ nicht auf dich fallen.

„Ich hab wirklich keine vorweihnachtlichen Hungergefühle.

Außerdem wollte ich gerade gehen.“ „Iss!“

Die Rosinen waren jetzt sehr nah vor

meinen Augen. Tastend suchte ich meine

Unterhose. „Iss!“ brüllte der Weihnachsstollen-Fanatiker

und startete sofort den

Versuch, das Backwerk in meinen Mund

zu pressen. Das Orangeat blieb in meinen

Brusthaaren hängen, während die Rosinen

auf mein Gemächt runterpurzelten.

Natürlich wehrte ich mich. Aber so eine

Auseinandersetzung zwischen nackten,

eingecremten Männerkörpern ist kein

Kindergeburtstag. Man kriegt den anderen

nirgendwo zu fassen. Jedenfalls nicht

an gesellschaftlich anerkannten Stellen.

Natürlich haben die bei der antiken

Olympiade auch nackt gekämpft – aber

im klassisch Griechisch-Römischen-Stil

wird ja der ganze Unterkörper ausgeblendet.

Wenn du dich mit einem wütenden

Kerl aus einer anderen Gewichtsklasse

über den Rasen wälzt, verschwimmen

solche Feinheiten. Ich konnte den perfekten

Griff setzen. Die Körperstelle kannte

mein Gegner bis dahin gar nicht… Aufspringen

und rennen. Ich erreichte das

Fahrrad vor der sonnengebräunten Zombie-Horde,

die hinter mir her war. Ohne

Unterhose nahm ich natürlich nicht den

Weg über den Kinderspielplatz. Ich weiß

ja, was sich gehört. Der Nachbarhund, der sonst immer

kläfft, wenn ich vorbei fahre, glotzte nur blöd.

Da begriff ich das erste Mal, dass ich mich erfolgreich

gegen Weihnachten gewehrt hatte. Trotzdem wusste

ich: Eine gewonnene Schlacht entscheidet noch nicht

den Krieg.

112 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


AUF EIN WORT

RIDENTEM DICERE VERUM

JANUAR 2026:

„Ich lauf aber immer so rum“: OB Sauerteig schmunzelt über

Kostümpreis bei Prunksitzung

FEBRUAR 2026:

Sensation und Baustopp: Bisher unbekannte Eidechsenart

lebt in Schlaglöchern im Weichengereuth

MÄRZ 2026:

CSU verliert OB-Wahl: Hartan wittert Wahlbetrug

und fordert Neuauszählung

APRIL 2026:

Stadt sagt Coburger Convent ab: „Nicht gut fürs Stadtbild.“

MAI 2026:

Originelle Idee: Biergarten vor Ratskeller wird Stadtstrand

mit Liegestühlen und Plastikschirmen

JUNI 2026:

Endlich Sommer in Coburg: Freibad öffnet

Wasser ausgelaufen: Freibad schließt

JULI 2026:

Peinliche Panne sorgt für bundesweite Schlagzeilen:

Vogelschießen vertauscht bei Werbung i und e

AUGUST 2026:

Krönung durch geheimes Gremium: Theaterintendant

Neil Barry Moss jetzt offiziell Theaterkönig

SEPTEMBER 2026:

Stolz auf Alleinstellungsmerkmal: Coburg darf sich ab

sofort „Bayerische Baustellenstadt“ nennen

OKTOBER 2026:

„Wollen oben mitspielen“: HSC 2000 Coburg wiederholt

versehentlich alte Saisonziele

NOVEMBER 2026:

Zukunftsweisende Idee: Ehemaliger Kaufhof wird

kostenloses Parkhaus nur für Verbrenner

DEZEMBER 2026:

„Nicht zuständig“: Bundesverfassungsgericht lehnt Hartan-Klage ab

In jedem

COBURGER laden wir

an dieser Stelle Coburger

oder Nicht-Coburger

ein, ihre Meinung

zu sagen.

Der satirische Ausblick auf Coburg 2026

Von Wolfram Hegen

AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 113


Coburger | Das Magazin

erscheint wieder am 20.02.2026

Anzeigenschluss ist

der 06.02.2026

Jetzt im CDU-Fanshop: Die neue Deutschlanduhr.

Zitate zum Sonderthema „Ehrenamt“ sind dieses Mal… das Letzte

„Ohne die vielen Frauen und Männer, die in Deutschland ein Ehrenamt ausüben …

wäre unser Land um vieles ärmer und unser Gemeinwesen so nicht denkbar.“

Helmut Kohl

„Zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird, ist keine Frage des Geldes, sondern des Herzens.“

Herbert Grönemeyer

„Das Ehrenamt macht den Unterschied zwischen Nebeneinander und Miteinander.“

Frank-Walter Steinmeier

„Ich denke, jeder Mensch kann in seinem Umfeld etwas tun.

Man muss nicht berühmt sein, um etwas zu bewegen.“

Helene Fischer

„In Wahrheit nützt mir nicht, was mir allein nützt, sondern was dem Menschen,

der Gemeinschaft, der Gesellschaft nützt.“

Carl Friedrich von Weizsäcker

„Der erste Dienst, den man anderen in einer Gemeinschaft schuldet, besteht darin, ihnen zuzuhören.“

Dietrich Bonhoeffer

„Es macht mich stolz, … dass Ehrenamt ein Markenzeichen

unseres Landes ist und … eine starke Zivilgesellschaft entsteht.“

Angela Merkel

„Wenn jeder auf seinem Platz das Beste tut, wird es in der Welt bald besser aussehen.“

Adolph Kolping

114 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025


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36 mtl. Leasingraten à 299,00 €. Der Fahrzeugpreis für Ihr ausgewähltes Finanzprodukt enthält individuelle Kundenvorteile und versteht sich zzgl. lokaler Überführungskosten.

Stand Oktober 2025. Die mtl. Leasingrate bezieht sich auf das Fahrzeug in Grundausstattung. Das abgebildete Fahrzeug enthält Sonderausstattungen. Andere

Motorisierungs- und Ausstattungsvarianten gegen Aufpreis möglich.

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Vertriebspartner vor Ort: Auto Müller GmbH & Co. KG

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Coburger Straße 8 · 96487 Dörfles-Esbach

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