COBURGER – Das Magazin #72
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Nr. 72 | November 2025
Gesellschaft. Kultur. Wirtschaft. Politik.
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Montag bis Donnerstag: 7 – 12 Uhr und 13 – 16 Uhr
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INHALT
AUSGABE 72 | NOVEMBER 2025
6 EDITORIAL. Eigentum verpflichtet.
10 HOFBERICHT. Vernissage fürs Klinikum.
14 STADTGESPRÄCHE. Darüber spricht Coburg.
112 ZWA IM BRÖDLA. FKK-Albträume.
114 AUF EIN WORT. Ridentem dicere verum 2026.
20
32
34
36
38
ES IST ZEIT ZU GEHEN.
Pater Maximilian ist einer der letzten.
WIE BRINGEN WIR UNS EIN?
Sonderthema Ehrenamt.
VIER VOLLTREFFER.
Die Quattro-Liga.
„MONTAG IST MEIN LIEBLINGSTAG.“
Das Projekt Mathe-Mentoren.
ENGAGEMENT EHRENSACHE.
Bürgervereine in Coburg.
44 MACHER.
Dieses Mal Markus Zimmer.
46
52
58
62
72
74
104
WENN DATEN ANFANGEN ZU DENKEN.
Seeco aus Rödental.
VON GEFÜHLEN, LIEBE UND HORMONEN.
Drei Schoenfrau-Interviews.
AUS LIEBE ZUM TIER.
Das VET-Zentrum.
DER KÄSE MACHT`S.
Besuch in Wiesenfeld.
COBURGER SCHMÄTZCHEN.
Aus der Reihe „Meilensteine“.
EIN OBERBÜRGERMEISTER.
Aus der Reihe „Hier wohnte“.
FOTOS VON SIMONE HOPF …
… in der Galerie.
UND VIELES MEHR.
Titel:
„Weihnachtsmarkt in Coburg“
Bearbeitung nach einer Fotografie
von Andreas Brückner.
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4 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
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Kia Mercedes-Benz EV6 GT (448 E kW/609 200 V-Klasse D Limousine: PS): 300 300 Stromverbrauch D: D: Energieverbrauch kombiniert kombiniert: 20,9 je kWh/100 nach je 4,7 nach l/100km. Version ca. CO₂-Emissionen ca. 7,1-8,4 7,1-8,4 l/100 l/100 km, kombiniert: km, CO₂-Emissionen 0 g/km. 123 g/km. CO₂-Klasse kombiniert CO₂-Klasse: A. je je Dnach Version ca. ca. 185-222 g/km. g/km. CO₂-Klasse: G G
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EDITORIAL
EDITORIAL
WOLFRAM HEGEN
Davon ausgehend, dass Eigentum weniger berechtigende als vielmehr verpflichtende
Folgen hat, weil der - nennen wir ihn vereinfacht - „Habende“ zum einen ja
schon aufgrund seines Habens ohnehin auf der Habenseite des Lebens steht, Lebensstandard
genießen, Gesundheit leisten, Einfluss geltendmachen könnend, und
weil zweitens die Ursachen von Eigentum meistens selbst ja nur in den allerseltensten
Fällen alleine in der persönlichen Leistung des Habenden liegen, sondern immer
auch in seinem persönlichen Glück in entscheidenden Momenten des Lebens,
in der Hilfe und dem Mitwirken anderer Menschen, in seiner genetischen Disposition, im gesellschaftlichen,
rechtlichen, wirtschaftlichen, kulturellen Umfeld, manchmal auch in einer großen Erbschaft, sollte der Habende
in Demut und Dankbarkeit ohne irgendeinen Anschein selbstgerechter Arroganz der Allgemeinheit
dienen, Zeit einbringen, Menschlichkeit, Zuwendung - und manchmal sicher auch einen Teil seines Habens
- um etwas zurückzugeben, mehr zurückzugeben, als Nichthabende dazu vielleicht in der Lage sind, es aber
dennoch tun zu Tausenden, zu Hunderttausenden, zu Millionen, ehrenamtlich, und damit ein leuchtendes
Beispiel sind für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Alle Gruppen der Gesellschaft sind also, ganz nach ihren
Möglichkeiten und ihrer Zeit gefragt, sich einzubringen ins Miteinander.
Im Sonderthema stellen wir uns daher die Frage „Ehrenamt – wie bringen wir uns ein?“ mit vielen Berichten
von Menschen, die sich in der Region über den Beruf und das Privatleben hinaus ehrenamtlich engagieren
– wie Dr. Helga Brachmann und Wilhelm Austen, die sich mit vielen anderen zusammen für das seit
einem Jahr bestehende Projekt „Mathe-Mentoren“ einsetzen und jungen Menschen zur Seite stehen, über
die Quattro-Liga, eine nahezu einmalige Institution, in der alljährlich Behinderte und Nicht-Behinderte in
gemeinsamen Mannschaften um den Titel kämpfen, über zwei von insgesamt 15 Bürgervereinen, die sich in
Coburg im besten Sinne nachbarschaftlich engagieren oder über die Sparkasse Coburg – Lichtenfels und
ihre weithin einmalige Stiftung, die seit 1996 rund 300 Projekte in der Region gefördert hat.
Wir stellen auch darüber hinaus in diesem Jahresabschluss-COBURGER viele besondere Menschen aus der
Region vor, zum Beispiel Pater Maximilian, der Abschied nehmen muss von seiner Heimat auf Zeit: Die
Franziskaner verlassen Vierzehnheiligen. Macher Markus Zimmer bleibt hoffentlich noch lange da: Er engagiert
sich weit über das von ihm geführte Restaurant Goldenes Kreuz hinaus für die Stadt. Pascal Seebers
Welt sind Daten und wie Unternehmen sie noch besser nutzen können. Damit hat er sich aus der sicheren
Anstellung heraus selbständig gemacht und wir stellen ihn vor. Genauso wie Kathrin Kellner, die aus ihrem
Kinderheitstraum von weißen Kleidern ein eigenes Unternehmen rund um den für viele schönsten Tag des
Lebens machte, die Hochzeit. Und auch Dr. Sandra Uebelhack hat sich einen Traum erfüllt mit ihrer eigenen
modernen Tierarztpraxis in Neustadt bei Coburg.
Noch mehr engagierte Frauen in unserer Rubrik schoenfrau: Lee Liebscher, die sich mit ihrem „Berührungspunkt“
selbständig gemacht hat, Anne Reß mit ihrer Praxis für Paar-, Sexual- und Erziehungsberatung, und
Karina Oberender-Herold und ihre „Happy Hormone“. Wer mehr wissen möchte, unbedingt reinlesen.
Daneben wie immer viele schöne Fotografien im Magazin, über das weihnachtliche Coburg zum Beispiel in
unserer Fotostrecke, aus Kühlungsborn an der Ostsee, wohin uns Heidi Schulz-Scheidt in den Kultouren
entführt, oder auch von Simone Hopf, deren Businessfotos wir in diesem 72. Coburger die Galerie widmen.
So, jetzt sind Sie dran.
P.S. Frohe Weihnachten und kommen Sie gut rüber.
P.P.S. Wir sehen und lesen uns wieder am 20. Februar 2026.
P.P.P.S Nicht vergessen: Der satirische Ausblick auf Coburg im Jahr 2026.
6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
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INHALT
20 GRENZERFAHRUNG
„Um jeden Ort, an dem ein Kloster
schließt, ist es schade“
26
FOTOSTRECKE
Festlicher Lichterglanz in Coburgs Innenstadt
34
VIER VOLLTREFFER
Sonderthema: Ehrenamt
46
SEECO
51
Wenn Daten anfangen zu denken
SCHOEN.FRAU
News
66
KULTOUREN
Kühlungsborn
98
COMEDY GALA
Vier Künstler, ein Abend voller Energie und Humor
104
GALERIE
Sinchen-Fotografie
8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
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HOFBERICHT
Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg sicher
nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist sicher ein einmaliger
Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen Prinzen und einen Statthalter
und das Fußvolk. Und alle feiern gerne kleine und große Partys. Wir vom COBUR-
GER natürlich auch. Wenn wir eingeladen sind. Und was, und vor allem wen wir
dann sehen, zeigen wir Ihnen. In unserem Hofbericht. Dieses Mal von der Vernissage
zur Ausstellung "Das Kranke(n)haus - wie Architektur heilen hilft" in der Spitalgasse
14 in Coburg. Mehr dazu in den Stadtgesprächen in diesem COBURGER.
Großer Andrang: Zahlreiche Gäste bei der Vernissage.
Die Ausstellung ist bis 14. Dezember zu sehen.
Wissenschaftliche Leiterin:
Prof. Gemma Koppen von der Hochschule Coburg
10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
HOFBERICHT
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 11
HOFBERICHT
12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
ORTHO SPORT
Advertorial
Digitale Services in der
modernen Facharztpraxis
WIE ORTHO SPORT MIT INNOVATIVEN ANWENDUNGEN
DEN PRAXISALLTAG FÜR PATIENTEN EINFACHER MACHT
Die Digitalisierung verändert auch den Praxisalltag – idealerweise dort, wo
sie am sinnvollsten ist: bei Prozessen, die Patienten und Mitarbeiterinnen
entlasten und Abläufe transparenter machen. Das Team von ortho sport
setzt deshalb konsequent auf digitale Lösungen, die den Komfort für die
Patienten erhöhen und gleichzeitig die Effizienz im Praxisbetrieb steigern.
Seit Herbst 2025 steht die neue ortho-sport-App allen Patienten zur Verfügung.
Ob Wunschtermin oder Akutfall – über die App lassen sich sämtliche Terminarten
schnell und unkompliziert buchen. Die Anwendung erlaubt darüber hinaus das
Vorab-Ausfüllen wichtiger Formulare, das Hinterlassen von Sprachnachrichten bei
Fragen und die direkte Kommunikation mit dem Praxisteam. Zur Registrierung
genügen eine E-Mail-Adresse und eine Handynummer.
„Mit unserer App bieten wir unseren Patienten ein enormes Serviceplus“,
erklärt Praxisgründer Dr. Dirk Rothhaupt. „Das zentrale Anliegen bei der
Entwicklung war es, den Patienten aus der Warteschleife zu holen und ihm die
Möglichkeit zu geben, mit wenigen Klicks zu jedem Zeitpunkt und von überall
aus einen Termin in unserer Praxis zu vereinbaren.“
Die Praxis immer in der Tasche
„Die ortho-sport-App ist Teil der digitalen Services unserer Praxis“, so Dr.
Rothhaupt. „Neben den eFormularen, über die wir die Angaben unserer
Patienten digital erfassen, über die Bereitstellung von Bilddaten per QR-Code
bis zur neuen Webseite spannen wir den Bogen über alle Servicebereiche,
die wir für unsere Patienten abdecken. Das Ziel ist und bleibt eine möglichst
schnelle, umfassende und kompetente Versorgung.“
Komfortable eForms und mehrsprachiger Service
Digitale Formulare – sogenannte eForms – gehören seit Frühjahr dieses
Jahres zum Alltag bei ortho sport. Patienten können zum Beispiel
Anamnese-, Aufklärungs- und Einverständnisbögen bequem
auf Tablets ausfüllen, die an allen Standorten zur Verfügung
stehen. Besonders praktisch: Für internationale Patienten
gibt es die wichtigsten Dokumente in den Sprachen
Englisch, Russisch und Türkisch.
Die eForms sind so konzipiert, dass sie dokumentensicher
gespeichert werden und sich bei Bedarf in die elektronische
Patientenakte (ePA) übertragen lassen. Seit Oktober 2025 ist
diese digitale Akte Pflichtbestandteil der Versorgung
gesetzlich Versicherter. Sie bündelt alle relevanten
medizinischen Informationen – von Arztbriefen
und Befunden bis zu Bildgebungen und
Medikationslisten – und sorgt so für eine noch
bessere Kontinuität in der Behandlung.
Bilddaten sicher per QR-Code
Ein weiterer Service-Vorteil bei ortho sport ist das Patientenportal mit
personalisiertem QR-Code. Darüber können Patientinnen und Patienten ihre
Röntgen- und MRT-Aufnahmen jederzeit abrufen und sicher verwalten. Die
Weitergabe an Hausärzte, Zuweiser oder Kliniken gelingt damit per Mausklick
– ohne Datenträger, ohne Ausdrucke, ohne Umwege. Auch für die private
Ablage ist der QR-Code eine komfortable Lösung, die zugleich höchsten
Datenschutzstandards entspricht.
Effizienz durch digitale Spracherkennung
Damit die Digitalisierung nicht nur nach außen, sondern auch bei
internen Abläufen Effizienz zeigt, setzt ortho sport auf moderne
Spracherkennungssysteme. Arztbriefe, OP-Berichte und Befunde werden beim
Diktat automatisch verschriftlicht – schnell, präzise und in Fachsprache. Das
beschleunigt nicht nur die Erstellung von Dokumenten, sondern sorgt auch für
einheitliche Strukturen in der gesamten Kommunikation.
„Unsere digitale Spracherkennung spart enorm viel Zeit und reduziert
Fehlerquellen“, bestätigt Doreen Ganz, Leitung des Zentralbüros der
überregionalen Facharztpraxis. „Wir haben dadurch eine deutlich bessere
Übersicht über alle Dokumente und können Befunde oder Arztbriefe auf
Knopfdruck finden. Das ist nicht nur für uns effizienter, sondern auch für die
Patienten spürbar angenehmer, weil Informationen schneller verfügbar sind.“
Gleichzeitig habe sich durch die digitale Ablage auch die interne
Zusammenarbeit verbessert, betont Ganz: „Unsere Systeme sind so aufgebaut,
dass jede Mitarbeiterin genau weiß, wo sich welches Dokument befindet. Das
schafft Transparenz, erleichtert Vertretungen und sorgt für schnelles und
präzises Arbeiten. Für uns ist das ein echter Qualitätsgewinn.“
Neue Webseite, neue Übersicht
Einen ebenso großen Sprung nach vorn macht die neue Webseite der Praxis
www.orthopaeden-coburg.de. Hier finden Interessierte und Patienten ab
sofort alle wichtigen Informationen rund um Orthopädie, Unfallchirurgie
und Sportmedizin – klar gegliedert, aktuell und mit direktem Zugriff auf alle
digitalen Services. Neben der Online-Terminbuchung und der App-Verlinkung
gibt es auch digitale Rezeptanfragen, praxisrelevante Downloads und
Neuigkeiten aus Orthopädie, Sportmedizin und Unfallchirurgie.
So geht modernes Praxismanagement
Mit der konsequenten Digitalisierung ihrer Prozesse zeigt ortho sport, wie
modernes Praxismanagement aussehen kann. Von der Online-Terminbuchung
über eForms und Spracherkennung bis zur sicheren Bilddatenverwaltung –
alles zielt darauf ab, den Kontakt zwischen Patient und Praxis so einfach, direkt
und komfortabel wie möglich zu gestalten. Ganz resümiert positiv: „Wir nutzen
digitale Innovationen für einen möglichst optimalen Dienst am Patienten.“
Dr. Dirk Rothhaupt
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
DARÜBER SPRICHT COBURG
DARÜBER SPRICHT COBURG
Nachtwachen, Distanz statt studentischer Leichtigkeit.
Brachmann erinnerte an diese „herausfordernde
Zeit“, und vielleicht war es genau dieses kollektive
Durchstehen, das die feierliche Atmosphäre an diesem
Tag so besonders aufglühen ließ. Dass mehrere
Absolventinnen und Absolventen bereits Arbeitsverträge
mit den Sana Kliniken unterschrieben haben
und nun ihre Ausbildung zur Assistenzärztin oder
zum Assistenzarzt beginnen, wurde mit hörbarer Erleichterung
aufgenommen. Melanie John, Geschäftsführerin
der Sana Medical School, formulierte das,
was alle dachten: „Das ist natürlich ein wichtiger Tag
für die Sana Kliniken Oberfranken und überhaupt
für Oberfranken, der medizinische Nachwuchs, den
wir unbedingt brauchen.“ Unter den Gästen befanden
sich Persönlichkeiten, die das Projekt seit Jahren
begleiten: Prof. Dragan Primorac, ehemaliger kroatischer
Wissenschaftsminister, der die Kooperation
maßgeblich mitgestaltet hat, sowie EU-Abgeordnete
Monika Hohlmeier, die die europäische Dimension
des Programms hervorhob. Sie verwies auf eine Zahl,
die an diesem Tag wie eine kleine Sensation wirkte:
60 Prozent der Absolventinnen und Absolventen planen,
in der Region zu bleiben. In Zeiten des Ärztemangels
ist das mehr als Statistik – es ist Rückhalt.
Ullrich Zuber, Vorsitzender des Hausarztvereins,
wählte große Worte und nannte die Medical School
ein „Leuchtturmprojekt für Europa".
Hier geht’s zu unserem TV-Bericht:
www.das-magazin.de/ein-leuchtturmprojekt-fuer-europa/
UROPAS AUTO
Manchmal kehrt Geschichte nicht als staubiges Archivgut
zurück, sondern auf vier Rädern – unter
Strom, funkelnd wie eine Idee, die nach mehr als
einem Jahrhundert wieder Fahrt aufnimmt. Der
Flocken Elektrowagen von 1888, vermutlich das
erste vierrädrige Elektroauto der Welt, hat in diesem
Herbst genau das getan: Er ist zurückgekehrt.
ERNST DES LEBENS
Manchmal zeigt sich Zukunft nicht als ferne Vision,
sondern ganz konkret als Gruppe junger Menschen,
die in festlichen Kleidern stolz ihre Urkunden betrachten.
So geschehen an der Hochschule Coburg,
wo die Medical School ihren vierten Jahrgang verabschiedete
– 27 junge Ärztinnen und Ärzte, die
fortan einen Teil jener Lücken schließen sollen, die
der demografische Wandel in die medizinische Versorgung
Oberfrankens gerissen hat. „Ein Tag ganz
besonderer Freude und viel Stolz auf die Studierenden“,
fasste Professor Johannes Brachmann, Initiator
und Geschäftsführer der Medical School, bewegend
zusammen. Man glaubte es ihm sofort. Sechs
Jahre haben die Absolventinnen und Absolventen
investiert: drei davon im sonnendurchwirkten Split,
drei im Coburger Klinikalltag, der seit Kurzem unter
dem Dach der Sana Kliniken firmiert. Es ist eine
ungewöhnliche akademische Biografie – europäisch,
praxisnah, herausfordernd. 2019 begonnen, mussten
die Studierenden kaum ein Jahr später eine der
größten globalen Zumutungen der jüngeren Vergangenheit
bestehen: die Corona-Pandemie. Isolation
statt Hörsaal, Onlinevorlesungen statt gemeinsamer
14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
DARÜBER SPRICHT COBURG
Zunächst zur IAA mobility in München (siehe CO-
BURGER#71), nun – mit feierlichem Schwung – in
seine Heimatstadt Coburg, wo er im Innenhof der
Veste seine ersten öffentlichen Runden drehte. Und
wer dabei war, spürte: Hier fährt mehr als ein Vehikel.
Hier fährt ein Stück Coburger Identität. Sein Erfinder,
der Unternehmer Andreas Flocken, verband
damals Kutschenbau mit der avantgardistischen
Elektrotechnik seiner Zeit – ein visionärer Schritt,
geboren aus dem Erfindergeist eines Industriestandorts,
der schon früh mehr war als eine Residenzstadt.
Doch der Elektrowagen selbst verschwand, wie so
viele technische Pioniere, in den Windungen der
Geschichte. Was blieb, war die Idee. Und die wurde
nun unter der Federführung des Vereins Making-
Culture e.V. mit wissenschaftlicher Präzision und
handwerklicher Kunstfertigkeit neu zum Leben erweckt,
der COBURGER hat ausführlich darüber berichtet.
„Das ist ein wahnsinnig tolles Projekt, das
Industriegeschichte tatsächlich greifbar macht für
uns in der Region“, sagte Oberbürgermeister Dominik
Sauerteig. Auch Prof. Dr. Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger,
erinnerte daran, dass Coburgs
industrielle Vergangenheit nicht nur eine Fußnote
sei: „Das kann man alles theoretisch erzählen, aber
es ist immer was anderes, wenn dieser Erfindergeist
einmal sichtbar, fassbar, greifbar wird.“ Genau das
ist dem Team gelungen: den Geist von 1888 in das
Heute zu übersetzen, ohne ihn zu verfälschen. Besonders
bewegend waren die Worte der Urenkelin
von Andreas Flocken, Ulrike Roth, die sich in das
rumpelnde Gefährt setzte und den historischen
Ritt wagte: „Die Federung ist natürlich kaum gegeben
mit diesen Holzreifen, das ist natürlich schon
schwierig“, sagte sie lachend. Doch dann wurde ihre
Stimme leiser, stolzer: „Es war spannend, mal so einen
Einblick in die ersten Tage des Automobils zu
nehmen. Ja, da bin ich schon stolz.“
Hier geht’s zu unserem TV-Bericht:
www.das-magazin.de/elektrowagen-auf-der-veste/
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AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 15
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Seit 1996 gibt es die Stiftung der Sparkasse Coburg -
Lichtenfels, hervorgegangen aus der früheren Sparkasse
Coburg und seit 2005 im Verbund mit Lichtenfels
vereint. Sie begann mit drei Millionen Mark,
wuchs später auf 2,5 Millionen Euro an – und wurde
nun, anlässlich des 20-jährigen Zusammenschlusses
zur Sparkasse Coburg - Lichtenfels, erneut gestärkt:
auf insgesamt fünf Millionen Euro. Ein kräftiges Bekenntnis,
dass Förderung kein Nebenschauplatz ist,
sondern eine regionale Aufgabe. In diesem Jahr standen
wieder fünf Projekte im Mittelpunkt der jährlichen
Spendenvergabe. Die Ausstellung zur 800-jährigen
Geschichte der Veste war eines davon – und
zugleich das sichtbarste. „Da haben wir viele neue
Entdeckungen gemacht, neue Baubefunde, haben
das älteste Burgtor entdeckt“, berichtete Dr. Sven
Hauschke, der Leiter der Kunstsammlungen. Es sei
gelungen, Forscher aus vielen Bereichen zu gewinnen
und die Ergebnisse sichtbar zu machen. Mehr als
20.000 Besucherinnen und Besucher folgten dieser
Einladung in die Vergangenheit. Besonders dankbar
zeigte sich Hauschke für die Unterstützung der Sparkassenstiftung,
denn diese habe ermöglicht, „dass
wir eine 3D-Visualisierung neu erstellen konnten,
in der wir die Baugeschichte der Veste Coburg vor
Augen führen“. Ein digitales Tor in ein mittelalterliches
Bauwerk – und zugleich ein Beispiel dafür, wie
gereifte Geschichte und moderne Vermittlung eine
fruchtbare Allianz eingehen können.
Die Stiftung und die Sparkasse haben in den vergangenen
Jahren nahezu 300 Projekte mit mehr als 1,36
Millionen Euro gefördert. Neben der Veste-Ausstellung
wurden weitere Initiativen unterstützt, die den
gesellschaftlichen Atem der Region widerspiegeln,
unter anderem eine musikalische Lesung zum Thema
„80 Jahre Kriegsende“, ein Johann-Strauss-Jubiläumsprojekt,
sowie eine Initiative der Gemeinde
Weitramsdorf, die Jugendlichen wieder einen Ort
des Zusammenhalts geben möchte. „Die Spende
war ziemlich essentiell“, sagte Bürgermeister Hans
Steinfelder. Der Jugendtreff, ein fast vergessener Ort,
solle reaktiviert werden – als Raum für Integration,
Freundschaft, Wohlfühlen.
Hier geht’s zu unserem TV-Bericht:
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16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
DARÜBER SPRICHT COBURG
NACHFOLGEREGELUNG
Karoline Rink, Heidi Schüler, Wolfgang Hörnlein, Dr. Wolfgang Hacker, Maren Feyler (v.l.n.r.)
Es gibt Orte, an denen Geschichte nicht in Vitrinen
ruht, sondern täglich zwischen Aktenordnern,
Mandantengesprächen und sorgfältig formulierten
Schriftsätzen weitergeschrieben wird. Die Kanzlei
Hörnlein & Feyler in der Coburger Kasernenstraße
ist einer dieser Orte. Wer die Gründer Maren Feyler
und Wolfgang Hörnlein von den frühen Tagen
erzählen hört, merkt sofort: Hier begann vieles aus
Mut, etwas aus Zufall – und fast alles aus Überzeugung.
„30 Jahre, das ist ein rundes Jubiläum, aber
irgendwie ist die Zeit wie im Flug vergangen“, sagte
Maren Feyler im letzten Jahr rückblickend (siehe
Ausgabe COBURGER#65). Und Wolfgang Hörnlein
sieht heute noch den Teppichladen vor sich, der einst
in jenem Gründerzeithaus residierte: „Seither haben
wir hier unser Büro, das muss also damals die absolut
richtige Entscheidung gewesen sein.“ Nun, ein Jahr
nach dem gefeierten 30-jährigen Bestehen, steht ein
neues Kapitel bereit. Kein lauter Einschnitt, sondern
ein organischer Übergang, wie er nur dort gelingt,
wo Strukturen gewachsen und Menschen miteinander
vertraut sind: Seit Anfang 2025 gehören drei
neue Partner zur Kanzlei – Rechtsanwältin Karoline
Rink, Rechtsanwältin Heidi Schüler und Rechtsanwalt
Dr. Wolfgang Hacker. Drei Namen, die in Coburg
längst keine Unbekannten sind. Mehr als ein
Jahrzehnt arbeiten sie bereits im Haus, gewissermaßen
als tragende Säulen der zweiten Reihe, bevor
nun die Weichen für die Zukunft sichtbar gestellt
werden. Mit rund 35 Mitarbeitenden, darunter zehn
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die insgesamt
neun Fachanwaltschaften abdecken – vom Familienrecht
über das Baurecht bis hin zum Medizinrecht
–, ist Hörnlein & Feyler die größte Kanzlei in
Coburg Stadt und Land und eine der bedeutendsten
in Oberfranken. Der Schritt zur erweiterten Partnerschaft
markiert daher nicht nur einen Personalwechsel,
sondern eine strategische Antwort auf das,
was juristische Arbeit heute bedeutet: stetige Spezialisierung,
technische Modernisierung und eine
Gesellschaft im Wandel. Die neuen Partnerinnen
und Partner formulieren es nüchtern, aber selbstbewusst:
Gemeinsam stehe man für „eine moderne
Kanzlei, um die bestmögliche Bearbeitung der Anliegen
der Mandanten zu ermöglichen“.
KONGRESSHAUS ROSENGARTEN
04.12.25
Eva Karl Faltermeier – Ding Dong
14.01.26
Die Magier Golden Ace - Zirkel der Magie Tour
12.12.25
Mirja Regensburg – HAPPY
21.01.26
Gregor Gysi - Auf ein Wort
14.12.25
Tom Gaebel & his Orchestra „A Swinging Christmas“
01.02.26
Kinderfasching der Coburger Narrhalla
02.01.26
Der Nussknacker & Schwanensee - Grand Classic Ballett
06.02.26
Moving Shadows - ON FIRE
05.01.26
13. Coburger Comedy Gala
08.02.26
18. Coburger Gesundheitstag
10.01.26
Osan Yaran - Aus Prinzip!
12.02.26
Volker Heißmann singt Udo Jürgens
Wir wünschen Ihnen schon jetzt viel Spaß!
Weitere Informationen unter coburg-kongress.de
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 17
DARÜBER SPRICHT COBURG
UNRUHESTAND
Es gibt Reisen, die hört man nie richtig auf anzutreten.
Man kann Jahrzehnte verstreichen lassen, Kontinente
wechseln, Berufe, Familien, Gewohnheiten
– und doch bleibt ein bestimmter Ort wie ein heller
Punkt im eigenen Lebensatlas zurück. Für eine
Gruppe ehemaliger Schülerinnen und Schüler des
Coburger Gymnasium Casimirianum war dieser
Punkt Griechenland. Genauer: eine Studienfahrt im
Jahr 1975, als sie jung waren, neugierig und mit jener
geistigen Aufbruchsstimmung ausgestattet, die eine
humanistische Ausbildung zu wecken vermag. Fünfzig
Jahre später – die meisten längst im gehobenen
Ruhestandsalter – beschloss die Klasse, diese Reise
zu wiederholen. Und beinahe alle kamen mit. Schon
das allein wäre eine Geschichte wert: Menschen, die
sich ein halbes Jahrhundert später wiederfinden, um
noch einmal gemeinsam aufzubrechen. Anfang Oktober
war es so weit – und es wurde ein besonderer
Erfolg, ein Wiedersehen nicht nur mit Orten, sondern
mit Teilen des eigenen Lebens. „Wissen heißt
Verstehen“, lautete damals wie heute das unausgesprochene
Motto. Fast schien es, als wiederholten
sich die Gedanken und Gefühle von vor fünf Jahrzehnten.
„Wie schon damals“, hörte man einige sagen.
Und doch war vieles anders. Griechenland, das
bleibt, aber die Perspektive hat sich verändert: Wo
einst jugendliche Begeisterung stand, gesellt sich
nun ein reicheres, reflektierteres Staunen. Und so
wurde diese Reise, die zwei Mal im Leben stattfand,
zu einem Bild dafür, was Bildung eigentlich bedeutet:
nicht das einmalige Aneignen von Wissen, sondern
die fortwährende Bereitschaft, die Welt und
sich selbst mit neuen Augen zu sehen.
DIE NÄCHSTE GENERATION
Unter dem Titel „Das Kranke(n)haus – Wie Architektur
heilen hilft“ präsentiert das Coburger Designforum
Oberfranken e.V. eine hochgelobte Ausstellung.
Sie zeigt, wie heilende Architektur Räume
gestaltet, die Stress reduzieren und Genesung positiv
beeinflussen können. Das Konzept beruht auf „Evidence-Based
Design“ – wissenschaftlich fundiert,
praxisnah und jetzt auch nach Stationen in Österreich
und zuletzt in München in Coburg erstmals erlebbar.
Die Besucherinnen und Besucher begegnen
dabei nicht nur Modellen und Plänen, sondern der
Frage, wie Architektur konkret wirkt: Licht, Farbe,
Schall, Orientierung, Ausblick – all diese Faktoren
beeinflussen Genesung und Wohlbefinden. Bis zum
14. Dezember 2025 können Interessierte in Coburg
selbst erleben, wie Architektur mehr sein kann als
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Fachanwaltschaft im Sinne der FAO
18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
DARÜBER SPRICHT COBURG
Kulisse – wie sie aktiv zum Wohlbefinden und zur
Genesung beiträgt. Vielleicht auch als Anregung für
den anstehenden Neubau des Klinikum Coburg. Die
Ausstellung im Steinweg 14, Eingang über die Große
Johannisgasse, Öffnungszeiten Donnerstag und
Freitag 16-20 Uhr, Samstag und Sonntag 12-17 Uhr.
SPENDENKONTO
Hier geht’s zu unserem TV-Bericht
mit freundlicher Unterstützung einer
der Sponsoren der Ausstellung, der
Weingarth-Stiftung: www.das-magazin.de/heilendes-krankenhaus/
Für den kleinen Ben aus Weitramsdorf, dessen
schwere Erkrankung eine intensive Pflege und ein
barrierefreies Zuhause erfordert, ist eine Spendenaktion
angelaufen. Der COBURGER hat in seiner letzten
Ausgabe darüber berichtet. Ziel ist der Umbau des
Elternhauses, damit Ben ein neues Zimmer, ein barrierefreies
Bad und Platz für medizinische Geräte be-
kommt. Die Hilfsaktion wird von Florian Sitzmann
unterstützt, der nach seinem eigenen schweren Unfall
bundesweit als Mutmacher bekannt ist, und vom
Rotary-Club Coburg, lokalen Unternehmern und
Partnern des barrierefreien Bauens. Jetzt ist Spendenkonto
eingerichtet: Sparkasse Darmstadt Der
halbe Mann e.V. IBAN: DE10 5085 0150 0080 2005
36 BIC: HELADEF1DAS. Jeder Beitrag hilft, Ben ein
selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
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Impact Award 2025 in der Sonderkategorie
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Der Preis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen
für nachhaltiges Wirtschaften im deutschen
Mittelstand und ehrt Unternehmen, die ökologische
und soziale Verantwortung messbar in ihr Kerngeschäft
integrieren. Mit der Ehrung würdigt die Jury
das konsequente Engagement von Elschukom, nachhaltige
Praktiken in der Region umzusetzen – ein
Vorbild für die lokale Wirtschaft. „Nachhaltigkeit ist
bei uns nicht nur ein Wort, sondern tägliche Praxis“,
betont das Unternehmen stolz.
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AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 19
GRENZERFAHRUNGEN
Von Tim Birkner
„Um jeden Ort,
an dem ein
Kloster schließt,
ist es schade“
Die Franziskaner verlassen Vierzehnheiligen. Die Nachricht
hat viele aufgeschreckt. Pater Maximilian ist der Hausobere
der Franziskaner. Acht Brüder sind sie noch im Kloster, zwei
Drittel von ihnen sind über 80 Jahre alt, nachrücken will niemand.
Also verlassen die Verbliebenen im Herbst 2028 den
Ort, an dem die Franziskaner seit fast 200 Jahren wirken.
„Wir sind Wandermönche. Keiner von uns bleibt ein Leben lang. Der Wechsel ist gewollt“, erzählt
Pater Maximilian Wagner. Er feiert bald seinen 60. Geburtstag. Wo er lebt und wirkt, gehört er seit
Jahrzehnten zu den Jüngsten. Die Trauerphase, das Abschiednehmen von einem Ort, der Kloster
gewesen sein wird, beginnt mit der Nachricht, dass es so kommen wird. Pater Maximilian kennt
das. Bevor er 2021 nach Vierzehnheiligen kam, war er in Berlin. Auch dieses Kloster wurde aufgelöst,
weil der Nachwuchs fehlte. Damals wurde die Nachricht ein Jahr vorher veröffentlicht. Jetzt
sind es etwas knapp drei Jahre. Das Abschiednehmen beginnt.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 21
GRENZERFAHRUNGEN
„Für jeden Ort, an dem ein Kloster schließt, ist es schade“, sagt er. Doch Pater
Maximilian sieht stets die Zuversicht: „Der Charakter des Ortes wird ja weitergeführt
– nur eben nicht mit uns. Es wird sich etwas Neues entwickeln.“ Er führt
durch breite Treppen und hohe Räume zu seiner Wohnung im ersten Stock. „Für
Franziskaner ist das wirklich ein nobler Ort“, sagt er. Gebaut haben das Kloster
schließlich die Zisterzienser – anders als der Franziskanerorden standen sie dem
Prunk und Reichtum näher. Die Bücher in einem Wandschrank im großen Saal
stammen noch aus dieser Zeit. Auch viele der Ölbilder an den Wänden hängen
schon lange. Nach der Säkularisierung fiel das Kloster an den König, der die Franziskaner
1839 beauftragte, den Wallfahrtsort zu betreuen. Das Gebäude des Klosters
gehört heute dem Bayerischen Staat. Was mit dem Räumen, den Büchern, den
Bildern geschieht, wenn die letzten Franziskaner hier ihre Zimmer räumen? Pater
Maximilian zuckt mit den Schultern.
Pater Maximilian beobachtet die Wallfahrer, die in größeren und kleineren Gruppen
den Berg hinauf steigen. „Sie kommen ja nicht nur wegen der sportlichen Fitness
– viele von ihnen haben ihr Päckchen zu tragen.“ Sie setzen sich in die riesige
Basilika. Die Franziskaner halten einen ihrer Brüder bereit, um ihnen die Beichte
abzunehmen. Das wird weniger. Früher waren noch drei oder vier gleichzeitig gefragt.
Doch der Ort bleibt ein besonderer. Pater Maximilian formuliert es so: „Diese
Kirche ist ein durchbeteter Raum. Er zieht die Menschen an wie ein Magnet.“
Manchmal setzt er sich still neben die eine oder den anderen. Manchmal kommt es
dann auch zu einem Gespräch. „Die Menschen erzählen dann von ihrer Not, weil
sie einen Angehörigen verloren oder vom Arzt eine blöde Diagnose bekommen
haben.“
„Diese Kirche ist ein durchbeteter
Raum. Er zieht die Menschen an
wie ein Magnet.“
GRENZERFAHRUNGEN
„Kinder stecken voller Fragen“, beobachtet er. Sie stehen ein paar Schritte weit
in der Basilika und staunen mit offenem Mund. Maximilian Wagner liebt diese
Führungen mit Kindern. Immer wieder bringen sie ihn zu Rätseln, die er dann zu
lösen versucht – beispielsweise warum dem Heiligen Wendelin eine Krone zu Füßen
liegt. „Mir war das vorher nie aufgefallen“, sagt der Pater. „Die Kinder öffnen
uns die Augen.“ Wenn er die Herzen öffnen will, nimmt er oft sein Akkordeon zur
Hand. Er spielt und singt dann zusammen mit Kindern im Kindergarten – oder
auch im Altenheim. So wie nebenan bei den pflegebedürftigen Franziskusschwestern.
Auch sie haben mit der Schließung des Konradshofes ein Ende besiegelt.
Pater Maximilian lässt sich auf den Ort ein, an dem er wohnt und wirkt – und er
versucht ihn ins Hier und Heute zu tragen. „Wir sollten uns auf die Herausforderungen
einlassen“, sagt er. Und so ist aus dem Pater und Musiker auch ein Notfallseelsorger
geworden. „Ich arbeite da mit den Nothelfern von heute zusammen:
Polizei, Rettungsdienst und Bestatter.“ Egal ob Helfer oder Betroffene, manch einer
fängt einfach das Reden an. Maximilian Wagner hört dann zu. Er begleitet die
Menschen mit Ruhe und ruhigen Worten.
Sein Orden ist in manchen Dingen keine andere Gemeinschaft als weltliche. Die
Probleme werden verdrängt so lange es geht. „Viele meiner Mitbrüder wollen es
nicht wahrhaben. Sie denken, es kommen immer Neue nach.“ Der Rat der Franziskusbrüder
muss zwar offiziell noch beschließen, dass der Orden Vierzehnheiligen
verlässt, doch für Pater Maximilian ist das klar. „Wir müssen eine andere Lösung
für die Wallfahrer finden. Es fehlt schlicht das Personal.“
Also versucht der Hausobere dorthin zu blicken, wo dieses Schicksal bereits eingetreten
ist. Beispielsweise in Werl im Erzbistum Paderborn. Dort wird inzwischen
ein Wallfahrts-Team eingesetzt. „Ein solches Team habe ich auch unserem Bischof
vorgeschlagen – als eine mögliche Lösung“, sagt der Pater. Er selbst könnte sich
vorstellen, Teil eines solchen Teams zu werden.
Zwischen seiner Klosterauflösung in Berlin und dem Einsatz in Vierzehnheiligen
hatte Pater Maximilian um eine Auszeit gebeten. Drei Wünsche erfüllte er sich
in diesem halben Jahr. Er schrieb in Meditation eine Ikone, lebte ein paar Wochen
auf der Insel Borkum und lief den Franziskusweg von Florenz nach Rom.
Er weiß, dass ein Weg immer weiter geht. Und er weiß um das Besondere in Vierzehnheiligen.
Wenn bei einer großen Wallfahrt die ganze Kirche voll ist und eine
tolle Liturgie gefeiert wird, ist das für ihn aufregend: „Das zu erleben ist für mich
ein Gänsehaut-Moment.“
Fotoadvertorial
Fotos: Michael von Aichberger
Festlicher Lichterglanz
in Coburgs Innenstadt
Fotostrecke
von Frank Wunderratsch,
Michael von Aichberger
und Artvel
Besonderes Erlebnis:
In der Vorweihnachtszeit putzt sich
die Coburger Innenstadt besonders
heraus. Die vielen Geschäfte schmücken
ihre Schaufenster, und der Coburger Weihnachtsmarkt
auf dem Marktplatz sorgt für
weihnachtliche Stimmung. Er gilt als einer der
schönsten in Deutschland.
Foto: Frank Wunderratsch
Besondere Nacht:
Am Samstag vor dem ersten Advent
strömen Tausende Menschen in die Innenstadt.
Dann lockt die Winterzaubernacht
mit vielen Attraktionen. In diesem Jahr ist das
Motto „Coburg lauscht“. So wird die Adventszeit
spürbar – mit Musik, Licht und Begegnungen mitten
in der Stadt und mitten im Leben.
Foto: Frank Wunderratsch
Foto: Artvel
Foto: Artvel
Fotos: Michael von Aichberger
Besondere Geschichte:
Unter dem Blick von Prinz Albert lockt der Budenzauber
Gäste aus Nah und Fern. Albert selbst
hat auch eine besondere Weihnachtsgeschichte:
Als Gemahl von Königin Victoria
brachte er im 19. Jahrhundert die Tradition
des Weihnachtsbaumes auf die Insel.
S O N D E R T H E M A
DAS STILLE
FUNDAMENT
WIE BRINGEN WIR UNS EIN?
32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
EHRENAMT
Text: Wolfram Hegen
Es gibt Dinge, die so selbstverständlich erscheinen, dass man
sie kaum bemerkt – bis sie fehlen. Das Ehrenamt gehört dazu.
Es ist das unsichtbare Rückgrat einer Gesellschaft, die sich
gern modern, effizient und digital nennt, aber ohne jene stillen
Mitwirkenden, die ihre Zeit verschenken, längst ins Wanken
geraten wäre. Vom Fußballtrainer bis zur Hospizhelferin,
vom Feuerwehrmann bis zur Lesepatin: Millionen Menschen
halten mit ihrem freiwilligen Engagement das soziale Gewebe
zusammen, das uns verbindet.
DOCH WARUM TUN SIE DAS?
Warum engagiert sich jemand – ohne Bezahlung, oft ohne
Anerkennung, manchmal sogar gegen Widerstände – für
das Gemeinwohl? Die Geschichte zeigt: Freiwilligkeit ist
keine Erfindung des modernen Sozialstaates. Schon in der
Antike gründeten sich Bruderschaften, Zünfte und Vereine, in
denen Menschen für andere eintraten, Tempel bauten oder
Bedürftige versorgten. Im Mittelalter übernahmen Klöster
soziale Aufgaben, lange bevor es kommunale Verwaltungen
gab. Später schufen bürgerliche Vereine in der Aufbruchzeit
des 19. Jahrhunderts Krankenhäuser, Feuerwehren,
Bibliotheken. Das Ehrenamt war stets dort besonders
lebendig, wo staatliche Strukturen schwach waren – und der
menschliche Wille, Verantwortung zu übernehmen, stark.
Studien zeigen, dass das Engagement in wohlhabenden
Gesellschaften nicht zwangsläufig höher ist. Zwar haben
Menschen mit gesicherter Existenz mehr Ressourcen,
sich einzubringen – Zeit, Bildung, soziale Netzwerke –
, doch in Krisenzeiten, in denen Not sichtbar wird,
wächst die Bereitschaft zu helfen oft sprunghaft. Nach
Naturkatastrophen, in Kriegen oder Pandemien wird
Solidarität plötzlich zur Bewegung. Vielleicht braucht der
Mensch die Erfahrung des Mangels, um den Wert des Gebens
zu erkennen.
UND WIE STEHT ES MIT
DER ANERKENNUNG?
Wer sich ehrenamtlich engagiert, bekommt selten Applaus. Die
Auszeichnungen sind rar, die Öffentlichkeit schweigt. Dabei
wäre ohne diese freiwillige Arbeit vieles schlicht nicht möglich:
Sportvereine, Tafeln, Rettungsdienste, kulturelle Initiativen,
Nachbarschaftshilfen – sie alle leben von Menschen, die ihre
Zeit schenken. Der ökonomische Wert dieses Engagements
wird in Deutschland je nach Berechnungsmethode auf bis zu
72 Milliarden Euro jährlich geschätzt – eine Summe, die ahnen
lässt, wie unbezahlbar es tatsächlich ist.
Doch Geld
ist nicht
das Maß.
Viele Ehrenamtliche berichten, dass sie selbst am meisten
gewinnen: Sinn, Zugehörigkeit, Begegnung, das Gefühl,
gebraucht zu werden. In einer Zeit, in der Arbeit oft entgrenzt
und Anerkennung an Leistung gekoppelt wird, hat das
Ehrenamt etwas Widerständiges. Es entzieht sich der Logik
von Profit und Nutzen, und gerade darin liegt seine Kraft. Es
zeigt, dass Gemeinsinn kein Anachronismus ist, sondern eine
Zukunftsressource – und dass Menschsein mehr bedeutet als
Teilhabe am Markt.
Vielleicht ist das Ehrenamt der stillste Ausdruck von Freiheit:
frei zu entscheiden, etwas zu tun, ohne etwas dafür zu
verlangen. Eine Gesellschaft, die das erkennt und würdigt,
erkennt zugleich sich selbst. Denn ohne das Ehrenamt wäre
sie nur ein Gefüge von Interessen. Mit ihm aber wird sie zu
einer Gemeinschaft.
EHRENAMT
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 33
Advertorial
SONDERTHEMA: EHRENAMT
Text: Julian Barthel
Fotos: Martin Raab & Julian Barthel
VIER
VOLLTREFFER
DIE QUATTRO LIGA ALS EMOTIONALES BEISPIEL GELEBTER INKLUSION
Ein kühler Herbsttag im Oktober. Kalt ist allerdings nur das Wetter
– auf dem Platz geht es heiß her am letzten Spieltag der diesjährigen
Quattro Liga-Saison. Das mag auch an den Feuerfontänen liegen, die
beim Einlauf der Mannschaften meterhohe Flammen in den Himmel
schießen. Doch vor allem ist es die Stimmung, die an diesem Tag den
gesamten Sportplatz zum Kochen bringt. Ein neuer Meister wird gesucht.
Über 500 Zuschauer warten gespannt auf das entscheidende
Spiel: Der TSV Dörfles-Esbach trifft auf den TSV Scherneck. Zwei
Teams, die bislang noch nie ganz oben in der Tabelle standen – und
die beide fest entschlossen sind, das zu ändern. Der TSV Scherneck,
im Vorjahr noch Dritter und stolzer Träger der sprichwörtlichen „goldenen
Ananas“, hat sich im Laufe dieser Saison zu einem echten Titelkandidaten
entwickelt – nicht zuletzt dank seines Top-Torschützen
Tobias Lesch.
Und der TSV Dörfles-Esbach? Der hat noch eine Rechnung offen. Im Finale
des letzten Jahres gelang der TSG Niederfüllbach kurz vor Schluss
der Ausgleich und im Elfmeterschießen entrissen sie den Dörflesern
vor heimischem Publikum die Meisterschale. Da steckt also ordentlich
Zündstoff in dieser letzten Partie. Diese Energie war jedoch nicht nur
am Finaltag spürbar – die gesamte Saison über bot die Quattro Liga packende
Spiele, große Emotionen und echte Fußballgeschichten.
DIE QUATTRO LIGA
FÜHRT ZUSAMMEN
Seit 2019 spielen in vier Vereinen Fußballerinnen und Fußballer mit
und ohne Behinderung gemeinsam um die jährliche Meisterschaft.
Das große Ziel lautet: Inklusion!
„Behindert ist derjenige, der nicht teilhaben kann.
Die Quattro Liga lässt Menschen teilhaben.“
Sebastian Deringer, Gründer der Quattro Liga
Für eine Saison lang sind Menschen mit Behinderung fester Bestandteil
eines echten Vereins – mit allem, was dazugehört. Wer für welchen Club
aufläuft, entscheidet sich beim traditionellen Scouting Day.
Eine Saison umfasst vier Spieltage – jeder Verein ist einmal Gastgeber.
Gemeinsam reisen die Teams der Quattro Liga durch den Landkreis,
von Spieltag zu Spieltag und von Ort zu Ort. Begegnung, Gemeinschaft
und echtes Vereinsleben stehen dabei immer im Mittelpunkt.
„Die Quattro Liga lebt von Menschen, die
anpacken – auf und neben dem Platz. Es ist
beeindruckend zu sehen, was möglich ist,
wenn alle an einem Strang ziehen.“
Fabian Metzner, Round Table Coburg &
Mitorganisator der Quattro Liga
GEMEINSAM MIT
VIELEN PARTNERN
Ein breites Netzwerk an Unterstützern trägt die Quattro Liga. Neben den
vier Vereinen – dem TSV Rossach, der TSG Niederfüllbach, dem TSV
Scherneck und dem TSV Dörfles-Esbach – engagieren sich auch das BRK
Itzgrund, die Diakonie Coburg, die Offenen Hilfen Coburg sowie Radio
Eins und Round Table Coburg als Partner. Und das alles ehrenamtlich.
34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
VIER VOLLTREFFER
DIE QUATTRO
LIGA IM KINO
Im vergangenen Jahr entstand – in enger Zusammenarbeit mit
Round-Table-Mitglied und Filmemacher Julian Barthel – ein 12-minütiger
Dokumentarfilm, den Round Table co-produzierte. „Vier Volltreffer“
feierte im Juni diesen Jahres seine große Premiere im Kino – und
zeigt hautnah, was diese Liga so besonders macht.
„Meine Mitspieler haben damals zu mir gesagt:
Ich kann kein Fußball spielen.“
Lenny Külpmann - hörte daraufhin mit dem Fußballspielen auf
Im Film berichten Spieler emotional von ihren Erfahrungen in anderen
Vereinen und davon, wie sie dort aufgrund ihrer Behinderung
oder körperlichen Einschränkungen ausgegrenzt wurden. In der
Quattro Liga haben sie den Spaß am Fußball wiedergefunden, sind
als Team zusammengewachsen und haben sich auch persönlich weiterentwickelt.
Der Film fängt all das ein – die Leidenschaft, den Zusammenhalt
und die bewegenden Momente. Und natürlich auch das
dramatische Finale des vergangenen Jahres.
Ein Drama, das sich in diesem Jahr fast wiederholt hätte: Nach einer
frühen Führung geriet der TSV Dörfles-Esbach erneut in Rückstand
und ging mit einem 1:2 gegen den TSV Scherneck in die Halbzeitpause.
Mit einer emotionalen Ansprache brachte das Trainerteam
um Stephan und Christian Valtin die Mannschaft zurück in die Spur.
Eine eindrucksvolle Aufholjagd folgte: erst der Ausgleich, dann kurz
vor Schluss die 3:2-Führung. Mit dem Schlusspfiff brachen dann alle
Dämme. Feuerfontänen, Pyrotechnik und grüner Rauch ließen die
Stimmung unter Spielern und Fans überkochen. Zahlreiche Freudentränen
zeigten, was dieser Sieg für die Dörfleser bedeutet. Eine Geschichte,
die man kaum schöner hätte schreiben können.
Julian Dehler –
im Vorjahr noch einer der
tragischen Elfmeter-Helden,
jetzt endlich Meister
WO FUSSBALL
VERBINDET
Am Ende sind es nicht nur die Tore, die Punkte oder die Meisterschale,
die in Erinnerung bleiben – es sind die Menschen. Ihre Geschichten, ihre
Begeisterung, ihr Mut, sich zu zeigen und gemeinsam Großes zu schaffen.
„Jeder, der sich in dem Projekt
irgendwo einbringt, ist ein Gewinner.“
Christian Valtin, Trainer TSV Dörfles-Esbach
Die Quattro Liga ist mehr als eine Fußballliga. Sie ist ein
Ort, an dem aus Mitspielern Freunde werden, an dem jeder
zählt – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einschränkung.
Wo Jubel keine Grenzen kennt, und wo
die Freude am Spiel alle Unterschiede vergessen
lässt. Hier zeigt sich, wie Inklusion
wirklich funktioniert: nicht durch große
Worte, sondern durch gemeinsames Erleben.
Durch Anfeuern, Mitfiebern, Verlieren
und Gewinnen – zusammen.
Hier geht
es zum Film:
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 35
Advertorial
SONDERTHEMA: EHRENAMT
„MONTAG IST MEIN
LIEBLINGSTAG“
DAS PROJEKT MATHE-MENTOREN
Ein starkes Team: Wilhelm Austen, einer von aktuell 51 Mathe-Mentoren,
und seine Schülerin Bahar Abdulshekur Woshe.
WER LUST HAT, SELBST
MATHE-MENTOR ZU
WERDEN, IST HERZLICH
WILLKOMMEN.
Der Verein Mentor Lesespaß sucht laufend engagierte
Menschen, die Freude am Umgang mit Kindern haben und
einem Kind eine Stunde Zeit pro Woche schenken möchten.
Eine kurze Schulung vermittelt das notwendige didaktische
Rüstzeug – den Rest bringt die Begeisterung mit.
36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
MATHE-MENTOREN
Text: Wolfram Hegen
Fotos: Val Thoermer
Montagnachmittag in der Coburger Lutherschule. Während andere
Kinder auf dem Heimweg sind, sitzt Bahar Abdulshekur
Woshe konzentriert über einem Zahlenblatt. Neben ihr: Wilhelm
Austen, ehemaliger Geschäftsführer der SÜC – und ihr persönlicher
Mathe-Mentor. „Herr Wilhelm“, wie ihn die Achtjährige
nennt, erklärt geduldig, was Einer, Zehner und Hunderter
bedeuten. „Er ist echt sehr cool“, lächelt Bahar. Seit einem Jahr
sind die beiden ein Team, treffen sich jede Schulwoche in der
Schule für eine Stunde Mathe.
„Dass sie jetzt ganz gut mitkommt, aber vor allem, dass sie Spaß am
Rechnen hat und sich immer auf den Montag freut, das ist wirklich
befriedigend“, sagt Austen. Aus dem Manager ist ein Mentor geworden,
aus der Schülerin eine begeisterte Lernerin. Im Zeugnis steht
eine Drei, aber wichtiger ist: die Freude am Tun. Wilhelm Austen ist
einer von derzeit 51 Mathe-Mentoren und Mentorinnen in Coburg.
Sie alle schenken Woche für Woche ihre Zeit, um Grundschulkinder
zu unterstützen, die in Mathematik zusätzliche Hilfe brauchen.
Eine Stunde pro Woche – das ist der überschaubare, aber wirkungsvolle
Einsatz, der Kinder wie Bahar stärkt.
Das Projekt Mathe-Mentoren Coburg wurde im vergangenen Schuljahr
als Ergänzung zum langjährigen Programm Mentor Lesespaß
ins Leben gerufen. Nach nur einem Jahr ist es bereits ein voller Erfolg:
Mit Beginn des Schuljahres 2025/26 wurde das Projekt von
fünf auf alle Grundschulen in der Region ausgeweitet. „Viele freuen
sich richtiggehend auf die zusätzliche Stunde am Nachmittag“, sagt
Dirk Pfeufer, der Schulleiter der Lutherschule. „Für viele Kinder ist
das eine sehr gute, sehr wertvolle Unterstützung.“
Die Idee ist einfach – und doch von großer Bedeutung: Ein Mentor
oder eine Mentorin arbeitet einmal wöchentlich individuell mit einem
Kind. Diese persönliche Zuwendung schafft nicht nur bessere
Noten, sondern Selbstvertrauen. Denn Mathematik ist weit mehr
als Zahlen und Formeln. Sie schult das logische Denken, hilft im
Alltag beim Einkaufen oder beim Haushaltsgeld – und ist Grundlage
für fast jeden Beruf.
Gerade weil Mathe so zentral ist, will das Projekt Kinder
früh abholen. „Die Erfahrung aus dem vergangenen ersten
Schuljahr zeigt, man muss möglichst früh anfangen – am
besten in der zweiten Klasse, bevor Lücken und damit Frust
auftreten“, sagt Dr. Helga Brachmann vom Verein Mentor Lesespaß,
selber Mentorin, die das Projekt gemeinsam mit dem Rotary
Club Coburg initiiert hat. „Wenn Mathe erst einmal abgelehnt
wird, ist es schwer, Kinder wieder dafür zu begeistern.“
Brachmann weiß, wovon sie spricht: Seit 19 Jahren fördert der Verein
Kinder beim Lesen, Sprechen – und nun auch beim Rechnen.
Während das Lesen oft freier gestaltet werden kann, orientiert sich
die Mathematikförderung stärker am Schulstoff. Dazu werden passende
Arbeitshefte, haptische Materialien und Lernspiele eingesetzt
– finanziert auch durch die Unterstützung des Rotary Clubs Coburg.
Etwa die Hälfte der Mathe-Mentoren sind Männer – ein erfreulich
hoher Anteil, wie Brachmann findet. Vielleicht, weil Mathe für viele
ein gemeinsames Spielfeld ist, auf dem Geduld, Logik und Teamgeist
zählen. So wie bei Bahar und „Herrn Wilhelm“, die sich längst
eingespielt haben. Wenn sie sich über gelungene Rechenaufgaben
freuen, dann sieht man, wie Lernen gelingen kann: mit Vertrauen,
Geduld und Freude.
WILHELM AUSTEN
BRINGT ES AUF DEN PUNKT:
„MAN SIEHT DIREKT, DASS
ES ETWAS BEWIRKT – DAS
MOTIVIERT UNGEMEIN.“
UND GENAU DARAUF KOMMT ES AN.
ODER, WIE BAHAR SAGEN WÜRDE:
„MONTAG IST MEIN
LIEBLINGSTAG.“
Dr. Helga Brachmann, Vorsitzende vom Verein
Mentor Lesespaß e.V., Initiatorin des
Projekts Mathe-Mentoren.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
Advertorial
BÜRGERVEREIN
von Wolfram Hegen
ENGAGEMENT
EHRENSACHE
BÜRGERVEREINE SIND ANSPRECHPARTNER
UND TREFFPUNKTE VOR ORT
Es duftet nach Meerrettich im Saal des Vereinsheimes des Bürgervereins Coburg – Ketschendorf, Bierkrüge klirren, Messer und Gabeln
klappern, Stimmen mischen sich zu einem murmelnden Gewirr: Es ist Kirchweih-Zeit. Traditionell gibt es Fleisch mit Coburger
Rutschern und der typischen hellen scharfen Meerrettichsoße. Die gut 50 Plätze an den Tischen sind vollbesetzt, der Andrang ist
größer als gedacht und geplant. Aber das Orgateam rund um Vereinsvorsitzenden Jürgen Heeb lässt sich nicht aus der Ruhe bringen
– alle mussten eben etwas zusammenrücken, keiner muss wieder gehen. Eine Gemeinsamkeit, die fast schon symbolisch ist für die
Idee eines Bürgervereins. 14 von diesen Bürgervereinen gibt es in Coburg. Meistens für einen oder zwei Stadtteile.
Ein Bürgerverein ist eine Gemeinschaft von Menschen, die in derselben
Nachbarschaft leben und sich zusammenschließen, um das
gemeinsame Leben vor Ort zu verbessern und den Zusammenhalt
zu fördern. Die Vereine verfolgen in der Regel das Ziel, die Lebensqualität
in ihrem Umfeld zu steigern und die Bürgerbeteiligung zu
stärken. Historisch gesehen wurden Bürgervereine gegründet, um
die Interessen der Bürger zu vertreten und eine Plattform für den
Austausch und die Zusammenarbeit zu bieten.
Einer, der genau das lebt, ist Jürgen Heeb, Vorsitzender des Bürgervereins
Coburg–Ketschendorf. 260 Mitglieder zählt der Verein, viele
davon passiv, doch Heeb spürt neuen Aufwind. „In letzter Zeit
merkt man, dass wieder mehr Aktivität aufkommt. Die Kirchweih
ist ein gutes Beispiel. Wir haben sie wiederbelebt – gemeinsam
mit der AWO, dem SV Ketschendorf und anderen Vereinen.“ Ein
Programm an mehreren Tagen, ein traditionelles Rettichessen am
Montagvormittag, ein Promi-Fußballspiel mit Oberbürgermeister
Dominik Sauerteig und Bürgermeister Can Aydin – all das zeigt,
wie Tradition und Gegenwart hier zusammenspielen. Das Ziel sei
klar: Gemeinschaft schaffen, über Vereinsgrenzen hinaus. „Dass
alle an einem Strang ziehen und nicht jeder an seinem.“
Ketschendorf war einst ein eigenständiges Dorf – mit einem ausgeprägten
Wir-Gefühl. Heute ist es längst mit Coburg verwachsen.
„Die meisten wissen gar nicht mehr, wo die Grenze verläuft“, sagt
Heeb. Doch genau dieses alte Wir-Gefühl möchte er wieder stärken.
Der Bürgerverein versteht sich dabei nicht nur als Festorganisator,
sondern auch als Vertreter der örtlichen Interessen. Ob abgebrannte
Parkbänke oder herunterhängende Äste im Park – Heeb sieht sich
als Ansprechpartner. „Ich fordere die Leute immer auf: Wenn ihr
ein Problem habt, sagt es uns, wir kümmern uns darum.“
Ein Highlight im Vereinsjahr war das Parkfest rund um das frisch renovierte
Schloss Ketschendorf, das die Firma Kaeser mit großem Engagement
wieder zu neuem Glanz gebracht hat. „Wir wollen das Schloss als
Mittelpunkt des Stadtteils wieder stärker ins Bewusstsein rücken.“
Ein paar Kilometer weiter, im Coburger Stadtteil Wüstenahorn,
lebt der Bürgerverein ein ganz eigenes Modell von Nachbarschaft.
Treffpunkt und Herzstück ist das „Haus am See“ – oder, wie Vorsitzende
Sabine Kastner sagt, „einer der schönsten Plätze in ganz
Coburg“. Seit einem Jahr steht sie an der Spitze des Vereins und ist
mit Leidenschaft bei der Sache. „Die meiste Arbeit machen hier eigentlich
nur ein paar Leute, meist ältere. Ich versuche gezielt, Jüngere
anzusprechen – oft bei Veranstaltungen wie Flohmarkt oder
Kirchweih.“
„Wenn es Probleme gibt, kümmern wir uns gerne drum.“
Jürgen Heeb, Vorsitzender Bürgerverein Coburg – Ketschendorf
38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
SONDERTHEMA: EHRENAMT
Ein Beitrag mit freundlicher Unterstützung der
„Die Menschen wissen, sie können zu uns kommen.“
Sabine Kastner, Vorsitzende Bürgerverein Gemeinschaft Wüstenahorn
Auch in Wüstenahorn geht es aber längst nicht nur um Feste. „Ich bin
Sprachrohr und Kümmerin“, sagt Kastner. So setzte sie sich etwa für
die Nahversorgung im Viertel ein, nachdem der örtliche Supermarkt
geschlossen wurde. „Ich habe mit den verbleibenden Geschäften gesprochen,
zum Beispiel mit dem Orientmarkt, ob sie ihr Sortiment
erweitern können – auch mit Produkten, die alle brauchen.“
Der Bürgerverein ist damit weit mehr als eine Festgemeinschaft. Er
ist Ansprechpartner, Vermittler und Impulsgeber. Kastner berichtet
von Bürgerversammlungen, bei denen sie gezielt nach Anliegen
fragt. „Die Menschen wissen, sie können zu uns kommen.“
Wüstenahorn ist vielfältig – sozial wie kulturell. „Wir haben reich
und arm, Sportler und Nichtsportler, Menschen aus vielen Ländern“,
sagt Kastner. „Das macht uns bunt – fast wie eine kleine Stadt
in der Stadt.“ Bei gemeinsamen Veranstaltungen wird diese Vielfalt
gefeiert. Beim Flohmarkt bringen syrische, russische und deutsche
Familien ihre Spezialitäten mit, es gibt Tische voller selbstgemachter
Speisen, Gespräche über Rezepte und Herkunft. „Das schafft
Verbindung“, so Kastner. Rund 100 der knapp 1750 Einwohner sind
regelmäßig aktiv – eine beachtliche Quote.
Das Haus am See ist dabei weit mehr als ein Veranstaltungsort. Es ist
Café, Treffpunkt und Kulturstätte zugleich. Volkshochschulkurse, Vorträge,
sonntäglicher Kaffeebetrieb – sogar Gäste von außerhalb zieht es
hierher. „Das ist wie ein kleines Ausflugslokal“, sagt Kastner stolz.
Was sie besonders schätzt: den Zusammenhalt. „Wenn wir Totengedenken
oder Weihnachtsfeier mit der Feuerwehr machen, bringt
jeder etwas ein – der eine Bratwürste, der andere Kuchen. Das ist
das Gute miteinander.“ Im kommenden Jahr steht ein besonderes
Jubiläum an: 75 Jahre Bürgerverein Wüstenahorn – gefeiert wird
natürlich am Haus am See. „Das wird groß“, verspricht Kastner.
Ob in Ketschendorf, Wüstenahorn oder in einem der 12 anderen
Bürgervereine in Coburg: Bürgervereine sind weit mehr als nostalgische
Relikte. Sie stehen für ein Miteinander, für Identität, für
ehrenamtliches Engagement vor Ort für und mit den Menschen in
der direkten Nachbarschaft.
BÜRGERVEREINE IN COBURG
Bürger- und Heimatverein Coburg-Creidlitz
Bürgerverein Bertelsdorf-Glend
Bürgerverein Coburg - Heimatring/Siebenlinden/Falkenegg
Bürgerverein Coburg Neu- und Neershof
Bürgerverein Coburg-Beiersdorf
Bürgerverein Coburg-Cortendorf
Bürgerverein Coburg-Ketschendorf
Bürgerverein Coburg-Lützelbuch
Bürgerverein Coburg-Neuses
Bürgerverein Coburg-Scheuerfeld
Bürgerverein Coburg-Stadt (Coburg-Mitte)
Bürgerverein Gemeinschaft Wüstenahorn
Bürgerverein Seidmannsdorf-Löbelstein
Heimat- und Bürgerverein Rögen
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 39
FÖRDERER
DER REGION
Sparkasse Coburg – Lichtenfels stockt
Stiftung um 2,5 Millionen Euro auf.
Statement für die Region:
Die beiden Landräte und Verwaltungsräte der Sparkasse Coburg - Lichtenfels,
Christian Meißner und Sebastian Straubel - aktueller Vorsitzender des
Verwaltungsrates - sowie die Sparkassen- bzw. Stiftungsvorstände
Dr. Martin Faber und Marcus Seiler bei der offiziellen Scheckübergabe.
40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
SPARKASSE COBURG - LICHTENFELS
Advertorial
Text: Wolfram Hegen
Fotos: Julian Barthel und
iTVCoburg (kleine Bilder)
Seit fast drei Jahrzehnten ist die Stiftung der Sparkasse Coburg -
Lichtenfels ein verlässlicher Motor für bürgerschaftliches Engagement
in der Region. Ob neue Stühle für den Theatersommer, Sportrollstühle
für Rollstuhlbasketballer oder ein moderner Waffenstand
für die Schützenvereine und vieles mehr – seit ihrer Gründung 1996
hat die einzige Stiftung einer regionalen Bank rund 300 Projekte und
Vorhaben in den Regionen Coburg und Lichtenfels unterstützt. Ein
Erfolgsmodell, das noch stärker in die Zukunft geht: Das Stiftungsvermögen
wird verdoppelt.
Gegründet wurde die Stiftung anlässlich des 175-jährigen Jubiläums
der Vereinigte Coburger Sparkassen 1996 mit einem Startkapital von
drei Millionen DM. Mit der Fusion der Vereinigte Coburger Sparkassen
mit der Kreissparkasse Lichtenfels zur Sparkasse Coburg - Lichtenfels
2005 und einer ersten Zustiftung wuchs das Vermögen auf 2,5
Millionen Euro.
Nun, 20 Jahre nach der Fusion, kommt ein weiterer, bedeutender
Schritt: Die Sparkasse stockt das Stiftungsvermögen auf insgesamt
fünf Millionen Euro auf. Aus den Erträgen können künftig noch mehr
Projekte unterstützt werden – und das Spektrum wird erweitert:
Neben Jugendhilfe, Altenhilfe, Natur- und Umweltschutz, Völkerverständigung,
Sport, Kunst und Kultur können nun auch Bildungsprojekte
gefördert werden. Die Unterstützung komme daher sehr
breitgefächert in den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen
Lebens an, freut sich Stiftungsvorstand Dr. Martin Faber. „Seit
der Gründung 1996 haben wir insgesamt fast 1,4 Millionen Euro ausgeschüttet.“
„Das ist ein enorm gutes Instrument, um in verschiedensten Bereichen,
die wir jetzt mit Bildung noch erweitern, einfach Gutes zu tun“,
sagt Christian Meißner, Landrat des Landkreises Lichtenfels. „Gut für
die Region – und mit den zusätzlichen 2,5 Millionen profitieren viele
Menschen von der Stiftung.“ Sebastian Straubel, Landrat des Landkreises
Coburg, hebt die Bedeutung für Ehrenamtliche hervor: „Bei
uns gibt es unzählige Vereine, Verbände und Institutionen, tausende
Menschen, die sich täglich ehrenamtlich engagieren. Diese Gelder
sind ein starkes Signal und eine wichtige Unterstützung für all jene,
die sich für ihre Mitmenschen einsetzen.“
Die Aufstockung auf fünf Millionen Euro ist mehr als nur eine Zahl: Sie
ist ein starkes Signal, dass die Sparkasse Coburg - Lichtenfels fest an
die Region glaubt und dass bürgerschaftliches Engagement gefördert
wird. Für ehrenamtliche, Schulen, Vereine, Organisationen und die
Menschen in unserer Heimat bedeutet dies: Mehr Unterstützung, mehr
Möglichkeiten und die Gewissheit, dass hier langfristig in die Zukunft
der Region investiert wird. Eine Stiftung, die lebt, wirkt und Menschen
zusammenbringt – genau das, was eine starke Region ausmacht.
Hier gehts zum
TV-Bericht:
Jugend- und Altenhilfe, Natur- und Umweltschutz, Völkerverständigung,
Sport, Kunst, Kultur und nun auch Bildung:
Fast 300 Projekte hat die Stiftung der Sparkasse
Coburg - Lichtenfels bereist unterstützt.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 41
RECHTSTIPP
Gesponserter Beitrag
LIEBER AUF NUMMER SICHER GEHEN
RECHTE UND PFLICHTEN IM EHRENAMT
Ob in der Feuerwehr, im Sportverein oder beim Schulfest – Millionen
Menschen engagieren sich in Deutschland freiwillig und
unentgeltlich. Doch auch das Ehrenamt ist kein rechtsfreier
Raum. Wer Verantwortung übernimmt, kann im Ernstfall haftbar
gemacht werden – etwa bei Pflichtverletzungen oder versäumten
Aufsichtspflichten. Gleichzeitig gibt es klare gesetzliche
Grundlagen, die Ehrenamtliche schützen und entlasten sollen.
Der COBURGER hat sich dazu mit Wolfgang Hörnlein von der
Rechtsanwaltskanzlei Hörnlein & Feyler unterhalten.
COBURGER: Herr Hörnlein, das Ehrenamt gilt als Rückgrat unserer Gesellschaft.
Doch viele, die sich engagieren, wissen gar nicht genau, welche
rechtlichen Regeln eigentlich gelten. Welche Gesetze bilden denn die
Grundlage für ehrenamtliches Engagement?
Wolfgang Hörnlein: Das Ehrenamt ist rechtlich vor allem im Vereinsrecht
des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) verankert. Dort ist geregelt,
wie Vereine gegründet, organisiert und geführt werden. Daneben gelten
– wie im normalen Leben auch – weitere Gesetze, etwa aus dem Steuerrecht
oder dem Versicherungsrecht. Es gibt also kein eigenes „Ehrenamtsgesetz“,
sondern eine Vielzahl an Regelungen, die zusammenspielen.
COBURGER: Viele haben Sorge, dass sie im Ehrenamt haften, wenn
ihnen ein Fehler unterläuft.
Wolfgang Hörnlein: Grundsätzlich gilt: Strafrechtlich ist jeder selbst
verantwortlich, wenn er schuldhaft eine Pflichtverletzung begeht. Das
heißt, wer grob fahrlässig oder vorsätzlich handelt, kann haftbar gemacht
werden. Ob nun privat, im Job oder im Ehrenamt. Allerdings gibt es Versicherungen,
die das Risiko abfedern. Wenn etwa bei einer Vereinsfahrt
mit Kindern etwas passiert, greift meist die Kfz-Haftpflichtversicherung
oder die private Haftpflichtversicherung des Betreuers. Zusätzlich sollte
jeder Verein eine Sport- oder Vereinsversicherung abschließen – sie
deckt viele Risiken ab, etwa bei Verletzungen oder Sachschäden. Wenn
es sich um Tätigkeiten im halbprofessionellen Bereich handelt, ist es sinnvoll,
mit der Berufsgenossenschaft zu sprechen. Dort kann man klären,
ob eine Absicherung über die gesetzliche Unfallversicherung besteht.
COBURGER: Wie ist das zum Beispiel bei der Feuerwehr – wer haftet,
wenn dort im Einsatz ein Fehler passiert?
Wolfgang Hörnlein: Bei der Feuerwehr handelt es sich um eine öffentliche
Aufgabe, daher ist dort die Absicherung besonders geregelt. Wenn
im Einsatz ein Schaden entsteht, haftet in der Regel der Träger, also die
Kommune oder Gemeinde. Ehrenamtliche Feuerwehrleute sind über
diese Struktur also grundsätzlich abgesichert.
COBURGER: Und wenn jemand ein Ehrenamt übernimmt, es dann
aber einfach nicht ausführt – etwa, weil er keine Zeit mehr hat? Kann
das rechtliche Folgen haben?
Wolfgang Hörnlein: Ja, das kann es. Wer sich verbindlich zu einer Aufgabe
verpflichtet, übernimmt eine Verantwortung. Wird diese Pflicht
verletzt und entsteht dadurch ein Schaden, kann theoretisch eine Haftung
entstehen – entweder für den Betreffenden oder für den Verein. Das
hängt aber stark vom Einzelfall ab und davon, ob tatsächlich ein Schaden
und ein Verschulden vorliegen.
COBURGER: Welche besonderen rechtlichen Pflichten hat ein Vereinsvorsitzender?
Wolfgang Hörnlein: Eine ganze Menge. Grundsätzlich haftet bei einem
eingetragenen Verein der Verein selbst. Doch es gibt Ausnahmen – vor
allem dann, wenn steuerliche Pflichten verletzt werden. Gibt ein Vorstand
etwa keine Steuererklärung ab oder führt keine Sozialabgaben für
angestellte Mitarbeiter ab, haftet er persönlich. Das gilt auch bei Insolvenzverschleppung.
In dieser Hinsicht ähnelt die Vereinsführung einer
Unternehmensleitung.
COBURGER: Und wie sieht es mit den Vereinsmitgliedern aus – haften
sie auch?
Wolfgang Hörnlein: Nein. Vereinsmitglieder haften grundsätzlich
nicht, weder finanziell noch rechtlich, solange sie nicht selbst einen Schaden
verursachen oder grob pflichtwidrig handeln.
COBURGER: Kann ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter verbieten, ein
Ehrenamt auszuüben – etwa bei der Feuerwehr oder beim Technischen
Hilfswerk?
Wolfgang Hörnlein: Grundsätzlich darf jeder ein Ehrenamt ausüben.
Wenn die ehrenamtliche Tätigkeit aber die Arbeitsleistung beeinträchtigt,
kann der Arbeitgeber einschreiten. Bei Feuerwehr, THW oder
Reservisten ist das etwas anderes, da es sich um hoheitliche Aufgaben
handelt. Hier gibt es besondere gesetzliche Regelungen, die Ehrenamtliche
schützen. Trotzdem sollte man solche Dinge immer offen mit dem
Arbeitgeber besprechen.
COBURGER: Was raten Sie Vereinen grundsätzlich in rechtlicher Hinsicht?
Wolfgang Hörnlein: Sorgfalt und Absicherung. Jeder Verein sollte seine
Satzung regelmäßig prüfen und seine Versicherungen auf den neuesten
Stand bringen. Dazu gehören Haftpflicht-, Unfall- und Vermögensschadenversicherungen.
Außerdem sollten Verantwortlichkeiten klar geregelt
sein – wer darf was entscheiden, wer haftet wofür? Das schafft Sicherheit,
sowohl für die Engagierten als auch für den Verein selbst.
Die Fragen stellte Wolfram Hegen.
Fachanwaltskanzlei
Hörnlein & Feyler PartmbB
Kasernenstraße 14
96450 Coburg
Tel: (09561) 80 11 0
Fax: (09561) 80 11 20
Hörnlein
& Feyler
Fachanwälte
info@hoernlein-feyler.de
www.hoernlein-feyler.de
42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
SONDERTHEMA: EHRENAMT
Zahlen & Fakten
ANZAHL DER EHRENAMTLICHEN
Weltweit: 860 Millionen Menschen sind ehrenamtlich mindestens
einmal im Monat engagiert - etwa 15 % der Weltbevölkerung.
Deutschland: Knapp 29 Millionen Menschen sind ehrenamtlich aktiv -
ca. 40 % der Bevölkerung ab 14 Jahren.
ART DES EHRENAMTS
Viele Formen von Hilfe sind informell
(Nachbarschaftshilfe, Pflege im Familienkreis, einmalige Hilfe).
UN-Berichte zeigen: ein großer Teil des globalen Engagements ist
informell — formelles Engagement über Organisationen wie Vereine
ist kleiner, aber sehr sichtbar.
MOTIVE EHRENAMTLICHER
TÄTIGKEITEN (2019)
Spaß 94%
Helfen 89%
Gemeinwohl 87%
Mitgestalten 80%
Geselligkeit 72%
Dankbarkeit 63%
Qualifikation 54%
….
Einfluss 26%
Dazuverdienst 6%
BEREICHE ES EHRENAMTS
• Sportvereine & -organisationen
(große Ehrenamtsbasis in Europa)
• Soziale Dienste & Pflege
(ältere Menschen, Sozialarbeit, Kinderbetreuung)
• Gemeinwesen / Kultur / Bildung / Kirche & Religion
• Katastrophen- / Nothilfe, Umweltschutz,
zivilgesellschaftliche Organisationen
ÖKONOMISCHER WERT
ZEITAUFWAND PRO WOCHE
Bis zu 2 Stunden 60%
3 – 5 Stunden 23%
6 und mehr Stunden 17%
ANTEILE FREIWILLIG
ENGAGIERTER PERSONEN
(2019)
In OECD-Studien wird Ehrenamt regelmäßig als relevanter Beitrag
zur Wirtschaftsleistung erwähnt.
In Deutschland werden je nach Schätzung und Art der Berechnung
jährlich Arbeitsleistungen im Wert von gut 32 bis zu 72
Milliarden Euro durch freiwilliges ehrenamtliches Engagement
erbracht.
SONSTIGES
Covid: 2020 ging das Ehrenamt anfangs zurück, danach gab es mancherort
sogar einen sogenannten „Benevolence bump“, also mehr
ehrenamtliche Aktivitäten als vor 2020
Keine Zeit: Der mit Abstand am häufigsten genannte Hinderungsgrund,
ein freiwilliges Engagement aufzunehmen, ist fehlende Zeit.
Sport und Bewegung
Kultur und Musik
Sozialer Bereich
Schule und Kindergarten
Kirchlicher oder religioser Bereich
Freizeit und Geselligkeit
Umwelt, Naturschutz oder Tierschutz
Außerschulische Jugendarbeiten
oder Bildungsarbeit für Erwachsene
Politik und politische Interessenvertretung
Unfall- oder Rettungsdienst
oder freiwillige Feuerwehr
Gesundheitsbereich
Berufliche Interessenvertretung
außerhalb des Betriebes
Justiz und Kriminalitätsprobleme
Sonstiger Bereich
13,5 %
8,6 %
8,3 %
8,2 %
6,8 %
6,1 %
4,1 %
3,5 %
2,9 %
2,7 %
2,0 %
1,9 %
0,6 %
2,1 %
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 43
Konzeption & Foto: Sebastian Buff
Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im
Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen oder Diverse.
MACHER
Dieses Mal: Markus Zimmer, Koch und Geschäftsführer vom Goldenen Kreuz in Coburg und vom Restaurant La Villa in Bamberg samt Hotel Villa
Geyerswörth, sozial und gesellschaftlich in Coburg auf vielen Ebenen aktiv und engagiert.
COBURGER: Sind Sie ein Macher?
Markus Zimmer: Wenn ihr das sagt, dann ja – und gut, ja, ich
bin wohl einer.
COBURGER: Warum sind Sie ein Macher?
Markus Zimmer: Ich habe einfach Spaß daran, die Stadt
voranzubringen. Es motiviert mich, Dinge zu bewegen und
gemeinsam mit anderen etwas zu schaffen, das bleibt.
COBURGER: Was macht das Machen für Sie aus?
Markus Zimmer: Es ist dieses Zusammenspiel zwischen
Privatem, Familie und auf der anderen Seite Gästen, Freunden,
Kunden – also all den Menschen, die hier im Haus und in der
Stadt zusammenkommen. Die Herausforderungen sind dabei
vielfältig, gerade jetzt mit unserem neuen großen Saal. Wir haben
in unserem Haus damit insgesamt 350 Sitzplätze, um die wir uns
kümmern. Das funktioniert nur im Team – das Team ist das A
und O, in jedem Betrieb. Das ist unser eigentliches Kapital. Ein
Restaurant kann noch so schön sein – ohne ein gutes Team läuft
nichts. Dabei entstehen viele Ideen oder Projekte oder manch
soziales Engagement über den Tagesbetrieb hinaus auch spontan.
Ich bin halt jemand, der gerne auch mal aus dem Bauch heraus
entscheidet. Zum Glück habe ich dann meine Frau an meiner
Seite – sie ist ebenfalls aus der Branche, kennt die Gastronomie
und Hotellerie genau. Sie ist mein wichtigster Berater und eine
sehr große Unterstützung. Und wenn ich mal zweifle oder wenn
es Probleme gibt, gibt es zum Glück gute Freunde, mit denen ich
reden kann – und danach bin ich wieder in der Spur.
COBURGER: Wie hat das Machen bei Ihnen angefangen?
Markus Zimmer: Ich war schon in der Schule in jeder SMV
aktiv, habe Theater gespielt, Kunstprojekte mitgestaltet,
Altstadtfeste organisiert – ich habe einfach immer gerne etwas
angepackt. Auch kulinarisch war das früh so: Meine Mutter
war Gastronomin, und ich habe schon als Kind gerne gekocht.
Meinen ersten Kuchen habe ich mit fünf gebacken. Mit zwölf
stand für mich fest, dass ich Koch werden will – nach einem
Schülerpraktikum. Meine Ausbildung habe ich in einem Fünf-
Sterne-Haus im Bad Mergentheim gemacht, später Stationen in
München, Bayrischer Wald und Nürnberg absolviert. Überall
lernst du etwas Neues: andere Küchen, Gerichte, Teams,
Mentalitäten. 1999 habe ich mich auf der Festung Rosenberg
in Kronach selbstständig gemacht, später ging es privat und
beruflich nach Coburg. Seit 2014 bin ich hier Geschäftsführer
im „Goldenen Kreuz“. Zwischendurch war ich und bin es auch
jetzt wieder Geschäftsführer und Hoteldirektor vom „La Villa“ in
Bamberg.
COBURGER: Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum
Machen?
Markus Zimmer: Absolut. Das Umfeld passt, die Leute in der
Stadt sind offen und engagiert. Mein größter Wunsch wäre, dass
die Coburger ihre Stadt noch mehr wertschätzen. Das sollten wir
noch mehr verinnerlichen: Unsere Konkurrenz ist nicht und darf
auch nicht innerhalb der Stadt sein – sie ist außerhalb. Da müssen
wir uns gemeinsam behaupten. Wir sollten uns alle füreinander
einsetzen, egal in welcher Branche. Alles, was in Coburg entsteht,
was eröffnet, was belebt wird, macht die Stadt attraktiver – und
zieht mehr Menschen an. Davon profitieren letztlich alle.
Die Fragen stellte Wolfram Hegen.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 45
SONDERTHEMA: GESCHENKE
Im Gespräch: Pascal Seeber von Seeco
und Julian Schreiner von Zukunft.Coburg.Digital
46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
SEECO GMBH
Gesponserter Beitrag
Redaktion: Wolfram Hegen
Fotos: Julian Barthel
Best Practice – wie im Digitalen Gründerzentrum von Zukunft.Coburg.Digital
innovative KI-Lösungen junger Start-ups entstehen. Eine Reihe präsentiert von der
DIESES MAL: SEECO GMBH
Hier geht‘s
zum Film
WENN DATEN ANFANGEN
Pascal Seeber, Seeco
„VIELE UNTERNEHMEN NUTZEN
IHRE DATEN NICHT RICHTIG.“
Manchmal entsteht eine große Idee aus einer kleinen Irritation.
Bei Pascal Seeber war es der wiederkehrende Gedanke, dass
in vielen Unternehmen tagtäglich Entscheidungen getroffen
werden – auf einer Datenbasis, die bestenfalls unvollständig,
oft aber schlicht unklar ist. Zehn Jahre lang arbeitete er in verschiedenen
Branchen, vom Maschinenbau über Automotive bis
zu Konsumgütern, bevor er beschloss, ein Problem anzugehen,
das ihm in all diesen Bereichen begegnet war: starre Prozesse,
ungenutzte Daten, verschenktes Potenzial.
So entstand Seeco – ein junges Unternehmen, das nicht weniger
will, als die digitale Zukunft von Betrieben intelligenter und effizienter
zu gestalten. Seeber, 36 Jahre alt, gründete Seeco mit einer
klaren Vision: „Oftmals sind die Probleme, dass Prozesse starr sind
und die Daten für diese Prozessgrundlage oftmals unklar. Diese
Starrheit hinterlässt Ineffizienzen – und genau da setze ich an.“
Seeco versteht sich als digitaler Werkzeugkasten – ein System, das
Daten sammelt, auswertet und daraus neue Datensätze generiert,
mit denen sich Abläufe vorhersagen und optimieren lassen. Was in
der Theorie nach komplizierter Hochtechnologie klingt, hat in der
Praxis ganz konkrete Vorteile: Unternehmen können Qualitätsprobleme
erkennen, bevor sie entstehen. Sie können Material, Zeit
und Kosten sparen, weil Prozesse sich dynamisch anpassen, statt
starr zu bleiben. „Mit meiner Lösung ist es möglich, Prozesse dynamisch
zu gestalten“, sagt Seeber, „und dadurch auf die vorhergehenden
Prozessschritte einzugehen – mit Daten, die direkt in die
nächsten Einstellungen einfließen.“ So werden aus starren Abläufen
lernfähige Systeme.
ZU DENKEN
Seeber weiß, dass viele Unternehmen noch am Anfang dieser Entwicklung
stehen. Laut Studien, auf die er sich bezieht, nutzen über
60 Prozent der Firmen ihre Daten nicht – vor allem wegen fehlender
Schnittstellen. Mehr als die Hälfte hat zudem Schwierigkeiten,
die digitale Transformation überhaupt zu bewältigen. Hier sieht
Seeco seine Aufgabe: Daten nicht nur zu erfassen, sondern in echten
Mehrwert zu verwandeln.
Das Ziel ist dabei keineswegs, den Menschen zu ersetzen, sondern
ihn zu stärken. Intelligente Automatisierung soll Zeit schaffen
für das, was Maschinen nicht können – kreative Problemlösung,
strategisches Denken, Innovation. Seeco denkt Digitalisierung als
Ergänzung, nicht als Konkurrenz zum Menschen. Seeber bringt
dafür die Perspektive eines Praktikers mit. Er ist ausgebildeter
Zerspanungsmechaniker, hat sich weitergebildet zum Techniker,
war Betriebsleiter in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb.
„Und ich habe in jedem einzelnen Schritt gemerkt, dass dynamische
Prozesse enormen Mehrwert bringen.“
Ihr Zuhause hat die junge Firma in der Digitalen Manufaktur Rödental,
einem Ort, an dem Gründer, Start-ups und etablierte Unternehmen
unter dem Dach von Zukunft.Coburg.Digital arbeiten.
Für Seeber war das ein Glücksgriff: „Hier hat man verschiedene
Möglichkeiten für die Vernetzung untereinander, aber auch zu Unternehmen,
die stark lokal verankert sind. Das ist ein riesengroßer
Vorteil.“
Die Digitale Manufaktur schafft jungen Firmen ein Umfeld, in dem
Austausch, Kooperation und konkrete Projekte gefördert werden.
„Wir versuchen zum Beispiel für unsere Start-ups gezielt passende
Unternehmen zu finden – durch unser Matchmaking-Format.
So entstehen Projekte, von denen beide Seiten profitieren“, so Julian
Schreiner von Zukunft.Coburg.Digital. Für Seeco bedeutet
das kurze Wege, offene Türen und praxisnahe Kontakte. „Es gibt
hier Veranstaltungen, bei denen man viele Unternehmen und deren
Problemstellungen kennenlernt“, sagt Seeber. „So kommt man
sehr einfach zusammen und kann an Lösungen arbeiten.“
SEECO GMBH
Pascal Seeber
Coburger Straße 7
96472 Rödental
Telefon: +49 151 41675611
E-Mail: info@seeco.io
www.seeco.io
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 47
Große Auswahl für das große Fest:
die neuen Räumlichkeiten von Tüll &
Träume auf dem ehemaligen Gelände
der Firma Goebel in Rödental.
„Es ist ein emotionaler Kauf – da soll
der Bauch entscheiden, nicht der Kopf.“
Kathrin Kellner
Gründerin und Inhaberin von „Tüll und Träume“
TÜLL & TRÄUME
Wo Hochzeitsträume
Advertorial
Text: Wolfram Hegen
Fotos: Tüll und Träume
wahr werden
Alles für Braut und Bräutigam jetzt bei Tüll
& Träume in Rödental unter einem Dach
Es beginnt mit einem Traum aus Glanz und Gefühl, aus Stoff
und Stil – und mit einer Frau, die sich entschloss, diesem
Traum zu folgen. Kathrin Kellner hat sich mit ihrem Brautund
Festmodengeschäft Tüll & Träume gerade einen weiteren
Herzenswunsch erfüllt: den Umzug in ein neues, großzügiges
Zuhause auf dem ehemaligen Gelände der Firma
Goebel in Rödental. Dort vereint sie nun alles unter einem
Dach – Braut- und Bräutigammode, Beratung, Accessoires
und jede Menge Raum für Emotionen. Helle, weite Räume,
ein stilvolles Ambiente und Parkplätze direkt vor der Tür
machen den neuen Standort zu einem Ort, an dem Träume
Form annehmen dürfen.
Der Weg dorthin war spannend. Früher arbeitete
Kathrin Kellner in einer Autovermietung
und betrieb nebenbei ein kleines Nagelstudio.
Doch ihre wahre Leidenschaft galt schon immer
der Magie der Brautkleider. „Ich habe mich
schon immer für dieses besondere Funkeln interessiert,
das ein Brautkleid auslöst – in den
Augen der Braut, aber auch in ihrem ganzen
Wesen“, erzählt sie. Durch Gründerseminare
und Coachings aus der Brautbranche gewann
sie schließlich den Mut, ihren Traum zu leben.
2018 eröffnete sie ihr erstes Geschäft in Rödental
– ein kleiner Laden voller Tüll, Spitze und
leuchtender Augenblicke.
Schon zwei Jahre später musste sie erweitern.
2020 zog sie innerhalb Rödentals in größere
Räume, und 2023 kam in Coburg das Herrenmodegeschäft
Krawatte & Fliege hinzu. Nun
hat sie beides zusammengeführt – in Rödental,
auf dem geschichtsträchtigen Goebel-Gelände.
Dort hat sie Platz gefunden, ihre Idee von einem
ganzheitlichen Konzept für Braut und Bräutigam
umzusetzen. „Es ist sehr herausfordernd,
und man muss sich das gut überlegen“, sagt sie
über den Weg in die Selbstständigkeit. „Ich bin
aber positiv und sage: Wer nicht wagt, der nicht
gewinnt. Man sollte auf jeden Fall vorarbeiten,
sich beraten lassen – und nicht naiv sein.“
Kathrin Kellner
Coburger Straße 7
Gebäude 8
96472 Rödental
TÜLL & TRÄUME
0 95 63 - 511 32 43
0151 - 123 830 84
kontakt@tuell-traeume.de
tuell-traeume.de
Termine nur nach V ereinbarung.
Bei Tüll & Träume geht es nicht allein um Mode. Es geht um Emotionen
– um das feine Zusammenspiel von Persönlichkeit, Stil und Moment.
Die Suche nach dem Kleid oder Anzug ist hier ein Erlebnis, das
mit Herz gestaltet wird. „Wichtig ist, dass man bei der Beratung auf
sein Gefühl hört“, betont Kellner. „Es ist ein emotionaler Kauf – da
soll der Bauch entscheiden, nicht der Kopf.“
Das Sortiment lässt kaum Wünsche offen: Brautkleider in allen Stilrichtungen,
von klassisch-elegant bis verspielt-zart, dazu Anzüge,
Schuhe, Accessoires, Schmuck und sogar Trauringe. Auch für Trauzeugen,
Gäste, Kommunion, Konfirmation oder Jugendweihe findet
man hier den passenden Look.
In der Brautmode dominieren derzeit cleane, elegante Linien – reduziert,
aber mit sanften, romantischen Akzenten. Bei den Herren liegt
der Trend bei Grün- und Beigetönen – klassisch und edel, aber mit
moderner, sportlicher Note. Besonders reizvoll: Braut und Bräutigam
können sich parallel beraten lassen, ohne sich zu begegnen. Zwei getrennte
Abteilungen machen das möglich. „Der große Vorteil ist, dass
wir die Outfits aufeinander abstimmen können“, erklärt Kellner. „Unsere
Kolleginnen sehen ein Foto der Braut und können den Bräutigam
perfekt passend einkleiden – oder umgekehrt.“ So entsteht ein harmonisches
Gesamtbild, ohne dass der Zauber des ersten gemeinsamen
Augenblicks verloren geht.
Wieviel Hingabe in jedem einzelnen Kleid und Anzug steckt, zeigt
sich auch in der Planung: Für Bräute empfiehlt Kathrin Kellner, etwa
neun bis zwölf Monate vor der Hochzeit den Termin zur Kleidanprobe
zu vereinbaren – beim Bräutigam genügen meist vier bis fünf Monate.
„Die Kleidung wird ja angefertigt“, erklärt sie, „und da gibt es einfach
entsprechende Lieferzeiten.“ Die Anpassungen übernimmt eine externe
Schneiderin, die exklusiv für Tüll & Träume arbeitet und die Änderungen
acht Wochen vor der Hochzeit direkt im Haus durchführt.
Atemberaubende Brautmode
Kleider, die die Persönlichkeit strahlen lassen
und den großen Tag unvergesslich machen.
Persönliche Beratung
Mit Herz und Erfahrung das Passende für den
besonderen Anlass zu finden.
Einzigartige Atmosphäre
Der Store im modernen Loft-Stil bietet eine großzügige,
helle und stilvolle Umgebung zum Wohlfühlen.
Individuelle Anpassung
Der Schneiderei-Service sorgt dafür, dass Brautkleid,
Anzug oder Abendmode perfekt sitzt.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 49
FROHE
WEIHNACHTEN!
wünscht RadioEINS
SCHOEN.FRAU
Elisa, worum geht es genau in deinem
neuesten Buch?
Es schildert Victorias Spagat zwischen ihrer privaten Rolle
als Ehefrau von Prinz Albert von Sachsen-Coburg
und Gotha und Mutter von neun Kindern
und ihren offiziellen Pflichten als Herrscherin
und mächtigste Frau ihrer Zeit.
Kennt ihr schon die
MUTmacherinnen?
Welche Rolle nehmen Coburg und
Umgebung darin ein?
Die Haupthandlung beginnt im Sommer 1845
in Coburg, genauer gesagt in Schloss Rosenau.
Victoria ist von Beginn an begeistert von
dem schönen kleinen Geburtsschloss ihres
Gatten und sie verleben dort eine glückliche
Zeit. Auch im weiteren Romanverlauf
spielt die enge familiäre Bindung zu
Coburg eine wichtige Rolle.
Du hast selbst als junge Frau
einige Jahre in Coburg gelebt.
Wie war es nun für dich zurückzukehren?
Das war ganz wunderbar, eine echte Reise
in die Vergangenheit, bei der ich mir oft gedacht
habe, dass sich für mich ein Kreis schließt.
Die Rosenau und ihr schöner Park waren damals
auch mein persönlicher Lieblingsort im Coburger
Land. Ich bin dort häufig mit meiner Hündin
Xenia spazieren gegangen und
habe seither ein Faible
für das verwunschene
Schlösschen.
Autorin
Elisa Jakob
hat eine Romanbiografie
über Queen Victoria
verfasst, die ganz frisch in
diesen Tagen im Piper-
Verlag erschienen ist.
Finden wir gut ...
„Queen Victoria“
Elisa Jakob
Verlag Piper
384 Seiten | 16 €
News
Wir
durften kürzlich
Vertreterinnen
dieses besonderen
Projekts vom Landratsamt
Coburg kennenlernen!
Eine super Sache: Frauen mit Migrationserfahrung
(Mentees) erhalten im beruflichen
Kontext Unterstützung von engagierten Mentorinnen.
Das staatlich geförderte Programm,
das im Herbst vergangenen Jahres an den
Start ging, darf sich bereits über viele ehrenamtlich
agierende Frauen freuen.
Willst auch du dich einbringen?
Infos unter lagfa-bayern.de oder bei
Saoussene Bellout unter T: 01525-1855853
Wir – Senta Steinhauser (links) und Christina
Hauptmann – lieben es, mit allen Sinnen
durch Coburg und die Welt zu laufen.
Was wir dabei entdecken und erleben, das
erfahrt ihr hier. Wen wir getroffen und gesprochen
haben, lest ihr in unseren schoen.
frau-Interviews: hier im Magazin und auf
schoenfrau-mag.de.
Save the date:
Erlebe einen Netzwerk-Abend in besonderem Ambiente
mit Modenschau, Live-Talks, Dance-Floor, Fingerfood
und Drinks.
schoen.frau-
Salon
Samstag,
07.02.2026
19:30 Uhr
Ort:
Autohaus Wormser,
Niorter Straße 8, Coburg.
Tickets ab sofort
erhältlich unter:
www.schoenfrau-mag.de
Hier erfahrt ihr
noch mehr:
@schoenfrau_mag
www.schoenfrau-mag.de
schoen.frau-Salon im Herbst 2023 in der Alten Orangerie, Rödental
AUSGABE 72 / NOVMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 51
BERÜHRUNGSPUNKT
Fotografin: Simone Hopf
Instagram: @sinchen_businessfotografie
@sinchen_fotografie
„Wir haben
verlernt zu fühlen“
Lee Liebscher ist 25 Jahre alt und in Rödental erfolgreich tätig mit Craniosacraler
Traumaarbeit und Holistic Fascial Bodywork®: Mit ihrem „Berührungspunkt“ hat sie
vor drei Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Mit Wissen, Expertise
und Intuition begleitet sie Frauen dabei, sich selbst wieder zu spüren. Was als eigene
Erfahrung begann, wurde zu Lees Wendepunkt und zur Grundlage ihrer heutigen Arbeit.
Lee, du hast dich vor rund drei Jahren im
jungen Alter von nur 22 Jahren selbstständig
gemacht mit deinem „Berührungspunkt“.
Was hat dich selbst so berührt,
diesen Weg mutig zu beschreiten?
Meine eigene Reise ist der Schlüssel dazu. Schon als
junges Mädchen habe ich erlebt, wie es ist, nach belastenden
Erfahrungen den Kontakt zu sich selbst
zu verlieren, ich fühlte mich innerlich abgeschnitten
und wie betäubt. Ich habe alles versucht, um
wieder „normal“ zu werden. Ich habe nachgedacht,
analysiert, mich immer mehr kontrolliert und
trotzdem hat sich für mich nichts verändert. Damals
konnte ich die Signale meines Körpers noch
nicht deuten. Heute weiß ich, dass mit mir nichts
falsch war. Mein Körper hat mir nur gezeigt, was
ich selbst lange nicht sehen und fühlen konnte.
So habe ich verstanden, dass Körper und Psyche
untrennbar miteinander verbunden sind und sich
gegenseitig beeinflussen. Aus dieser persönlichen
Erfahrung und meinem heute wissenschaftlich
fundierten Wissen ist schließlich der „Berührungspunkt“
entstanden.
Welche Erfahrung war auf deinem eigenen
Weg heilsam?
Ich habe selbst eine Cranio (Anm. der Redaktion:
Abkürzung für Craniosacrale Therapie) bekommen.
Eine Bekannte befand sich in der Ausbildung
und wollte an mir üben. Ich war zunächst sehr
skeptisch, weil ich bis dahin immer dachte, dass
nur Gesprächstherapien etwas in unserer Psyche
bewegen können. Doch diese erste Erfahrung hat
etwas verändert. Ganz ehrlich: Ich fühlte mich
wie auf Drogen, obwohl ich noch nie Drogen genommen
habe (lacht). Etwas in mir wurde weich,
ich fühlte mich zum ersten Mal sicher in meinem
eigenen Körper – das war der Anfang. Dann kam
Holistic Fascial Bodywork® in mein Leben. Damit
konnte ich wieder Zugang zu meinen Gefühlen
finden und begreifen, dass jede Emotion ihren
Ausdruck im Körper hat. Beide Methoden haben
mich und mein Leben um 180 Grad gedreht.
Was bewirken diese Methoden?
Unser Körper trägt Erinnerungen, die unserem
Verstand oft nicht mehr zugänglich sind. Durch
Präsenz und achtsame Berührung kann er beginnen,
zu zeigen und zu verarbeiten, was lange gehalten
wurde – mit tiefgreifender Wirkung. Diese
Erfahrung hat mich dazu bewegt, Menschen auf
ähnliche Weise zu begleiten. Daher habe ich mich,
auf Basis meiner vorherigen Ausbildungen, in Craniosacraler
Traumatherapie und Holistic Fascial
Bodywork® weitergebildet.
Craniosacrale Traumatherapie. Haben
viele Menschen Traumata?
Ich denke, wir alle tragen Traumata in uns, aber
die wenigsten sind sich dessen bewusst. Viele
Menschen spüren heute kaum noch wirklich, was
in ihnen vorgeht. Die Spuren, die ein Trauma im
Nervensystem hinterlässt, beeinflussen viele Prozesse,
wie etwa Hormonhaushalt, Verdauung,
Atmung, Immunsystem, Schlaf, Blutdruck und
Muskelspannung. Wenn der Körper dauerhaft
in Alarmbereitschaft bleibt, kann er nicht mehr
52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
SCHOEN.FRAU
Advertorial
richtig zur Ruhe kommen und regenerieren. Oft
zeigen sich dann Beschwerden, für die keine medizinische
Ursache gefunden wird. Diese sind ein
Zeichen dafür, dass der Körper beginnt zu sprechen,
wenn wir selbst verlernt haben zu fühlen.
Heißt das, dass unsere Körperhaltung von
Prägungen und Emotionen beeinflusst
wird?
Ja, der Körper erinnert sich, physiologisch. Emotionen
sind keine Gedanken, sondern körperliche
Zustände, die unseren Muskeltonus beeinflussen.
Wird ein Impuls, wie etwa „Nein“ sagen, unterdrückt,
muss der Körper ihn aktiv zurückhalten.
Dieses Zurückhalten kostet Kraft, wir fühlen uns
dann erschöpft vom scheinbaren „Nichts-Tun“.
Mit der Zeit wird daraus deine Körperhaltung,
Spannung und manchmal auch Schmerz. So formt
sich der Körper aus dem, was wir fühlen, glauben
und vermeiden. Jede Haltung erzählt eine Geschichte
von Anpassung, Schutz oder Sehnsucht.
Gibt es Bereiche im Körper, die bestimmte
Themen festhalten?
Ja, jeder Bereich steht in Verbindung mit bestimmten
Bewegungen und Emotionen. Wenn wir etwas
sagen wollten, aber geschwiegen haben, zeigt sich
das z. B. oft im Hals oder Kiefer – der Körper hält
die Reaktion, die damals nicht stattfinden durfte.
Oft zeigt sich in diesem Zusammenhang in einer
Behandlung tatsächlich etwas ganz Anderes als
das, was der Verstand vorher erwartet hätte.
Wie kann man sich deine Arbeit vorstellen,
kannst du das genauer beschreiben?
In meiner Arbeit verbinde ich zwei körperorientierte
Ansätze: Die Craniosacrale Arbeit wirkt regulierend
auf das Nervensystem – durch sanfte Berührung
von den Füßen bis zum Kopf können meine
Klienten wieder zurück in ihren Körper kommen.
Bei Holistic Fascial Bodywork® gehen wir dann einen
Schritt weiter. Durch gezielte Berührung im
Gewebe, bestimmte Fragen und mit achtsamer
Präsenz können sich Emotionen oder Erinnerungen
zeigen, die das Gewebe gehalten hat.
Beides greift ineinander: Erst wenn
sich der Körper sicher fühlt, kann er
loslassen. Und erst dann kann sich
wirklich etwas verändern.
Ich schaffe einen
Raum, in dem jedes
Gefühl Platz hat.
Du gehst mit deinen Berührungen wahrlich
so tief, dass vieles ausbrechen kann
bei deinem Gegenüber. Bietest du einen
Safe Space?
Ja, absolut. Mir ist wichtig, einen Raum zu schaffen,
in dem alles Platz hat, jedes Gefühl, jede
Wahrnehmung. Wenn sich Spannungen lösen,
dann kann es zu vielen Reaktionen kommen.
Manchmal zeigt sich das leise und sanft, manchmal
wird es laut und wild. Ich biete dafür einen absolut
sicheren Ort, an dem sich jede Frau in ihrem
ganz eigenen Tempo öffnen kann.
Was macht Lee gerne
nach getaner Arbeit?
Lies das Interview via
QR-Code online weiter!
Weitere Infos zu Lee, ihrer Arbeit
und der Ausbildung findest du hier:
mein-beruehrungspunkt.de
@beruehrungspunkt_
Ist deine Arbeit gar eine Berufung für dich?
Ich würde sagen ja (lächelt). Diese Arbeit ist für
mich viel mehr als ein Beruf – sie ist ein Teil von
mir und meiner eigenen Geschichte. Sie hat mich
gelehrt, zuzuhören, wahrzunehmen und Menschen
dort zu begegnen, wo Worte nicht mehr reichen.
Umso mehr habe ich mich gefreut, als Anne
Mohr-Bartsch, die Begründerin der Craniosacralen
Traumatherapie, mich gefragt hat, ob ich die
Ausbildung übernehmen möchte. Jetzt darf ich das
weitergeben, was mich selbst so verändert hat.
„Cranium“ bedeutet Schädel und „Sacrum“
Kreuzbein : Bei der Craniosacralen Therapie
können Blockaden ertastet werden, die den
kreislaufartigen Fluss der Hirnflüssigkeit vom
Gehirn über Wirbelsäule und Kreuzbein normalisieren.
Durch gezielte Berührungen können Emotionen
und Erfahrungen an die Oberfläche kommen, die
tief im Gewebe festsitzen.
Das Interview
führte Christina,
die sehr beeindruckt ist von Lees Mut, sich
bereits in jungen Jahren selbstständig
gemacht zu haben. Christina hat sich für
eine Cranio selbst mal auf die Liege von Lee
gelegt – und ist wohlig entspannt wieder
aufgestanden.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 53
BERATUNGSVIELFALT
„Liebe kennt
keine Grenzen“
Vielfalt leben ist für Anne Reß mehr als ein Lebensmotto. Die zweifache
Mutter hat in Bad Rodach vor drei Jahren ihre eigene Praxis für Paar-,
Sexual- und Erziehungsberatung eröffnet. In ihrem gemütlichen Beratungsraum
direkt am Bad Rodacher Marktplatz bietet sie Unterstützung
bei partnerschaftlichen Problemen, Herausforderungen rund um das
Thema Sexualität sowie bei Fragen zur Erziehung und Entwicklung von
Kindern an. Anne lebt eine offene, polyamore Beziehungsform.
Anne, geht deine Generation, du bist 33
Jahre alt, entspannter mit dem Thema
Sexualität und Vielfalt in Beziehungen um
als noch eine Generation zuvor?
Alleine schon durch die Nutzung von Social Media
sind wir es als jüngere Generation gewohnt, dass
Menschen ihr Leben online öffnen. Damit bin ich
vielleicht eine gewisse Offenherzigkeit gewohnt.
Viele Kanäle bieten auch Aufklärungsarbeit an:
Wie stärke ich meine Body-Positivity, oder welche
Möglichkeiten gibt es, wenn du nicht mit
der hormonellen Verhütung klarkommst. Du bist
nicht mehr alleine mit deinen Problemen. Früher
musstest du dich an eine Fachstelle oder an eine
Freundin wenden. Jetzt kannst du etwas in eine
Gruppe schreiben und bekommst Antworten, die
du vergleichen kannst. Wir haben einfach
mehr Austauschmöglichkeiten auch
außerhalb unserer näheren Umgebung.
Nehmen wir das Thema „offene Ehe“, da
merkst du plötzlich, es gibt Menschen,
die genauso empfinden.
Du lebst selbst in einer offenen,
polyamoren Beziehung. Was bedeutet
das für dich und inwieweit
hilft dir das bei deiner Arbeit?
Ich kann nachvollziehen, dass alternative
Beziehungskonzepte nicht immer von der Gesellschaft
akzeptiert werden. Ich biete Hilfesuchenden
mit meinen Angeboten einen sicheren Raum,
in dem sie sich frei entfalten und über ihre Sexualität
und Beziehung(en) offen reden
können. Da ich selbst auch eine offene,
polyamore Beziehung lebe, kann ich alle
positiven Emotionen, aber auch Sorgen
und Bedenken nachempfinden und ihre
Bedürfnisse und Ängste ernst nehmen.
Noch kurz zur Einordnung, da der Begriff
noch wenig bekannt ist: Polyamorie
beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft,
mehrere Menschen gleichzeitig
zu lieben und - wenn gewünscht - mit
ihnen Beziehungen zu führen. Im Unterschied
zur Monogamie sind dabei mehrere
Liebesbeziehungen parallel möglich
und offen gelebt.
Aus dieser Erfahrung resultierend hast du
deine Beratungsvielfalt gegründet?
Ja, es kristallisierte sich vor einigen Jahren immer
mehr heraus, dass ich mich beruflich verändern
wollte. Ich steckte in einer kleinen Sinnkrise und
konnte mich dankenswerterweise gemeinsam mit
meinem Mann darüber austauschen. Wir haben
dabei festgestellt, dass oft Freund:innen zu mir
kamen, um mit mir über Dinge zu sprechen, über
die sie mit keinem anderen reden konnten. So
entstand dann die Idee zur Erwachsenenbildung.
Da wir selbst aufgrund unserer offenen Ehe viele
Glaubenssätze ablegen und lernen mussten, neu
und offen zu kommunizieren, entschied ich mich
zur Ausbildung als Paartherapeutin.
Und da diese meist
mit der Sexualtherapie
verknüpft ist, schloss ich
diese direkt mit an.
Ich sehe mich gerne als Impulsgeberin.
Freiheit in der Liebe ist für Anne ganz wichtig, um
sich als Mutter und Frau rundum wohl zu fühlen.
54 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
SCHOEN.FRAU
Advertorial
Fotos: Melanie Sohn
@melanie_sohn_fotografie
Du möchtest noch mehr über
Annes Beratungsvielfalt erfahren?
www.beratungsvielfalt-anneress.de
@beratungsvielfalt_anneress
Was sagt Anne über ihre eigene Ehe?
Und wie hilft sie, offen über Sex zu sprechen?
Lies das Interview online weiter
(QR-Code scannen)
als Frau? Meine Elternzeit habe ich dann schließlich
genutzt, um mich als Erziehungs- und Entwicklungsberaterin
weiterzubilden. Du siehst, ich
halte Stillstand schlecht aus und bin immer auf der
Suche nach neuen Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten.
(lächelt)
Welcher Ansatz steht heute bei deiner Arbeit
im Vordergrund?
Ich lege in meinen Beratungen als Paar- und Sexualtherapeutin
einen Schwerpunkt auf eine bedürfnis-
und ressourcenorientierte Lösungsfindung.
Ich sehe mich gerne als Impulsgeberin und biete
Raum für Gespräche und Reflektion. Eine Paartherapie
funktioniert nicht wie eine schnelle Heilung,
sondern sie ist intensiv und sollte über einen längeren
Zeitraum geführt werden.
Wie war denn dein ursprünglicher beruflicher
Weg?
Nach meinem Schulabschluss wusste ich zunächst
nicht, was ich machen möchte und bin
zum Glück durch ein soziales Jahr in einer Kinderkrippe
gelandet. Hier habe ich mich sofort
unglaublich wohl, gesehen und gebraucht gefühlt.
Danach begann ich meine Ausbildung zur
Erzieherin und habe viele Jahre in einer sehr
offenen und kreativen Kita gearbeitet. Mit 19
Jahren habe ich bereits geheiratet und bin anschließend
nach der Hochzeitsreise mit meinem
Mann nochmal alleine für ein paar Monate nach
Neuseeland gereist. Ich habe schon immer dieses
Gefühl von Freiheit und Eigenständigkeit für
mich gebraucht. Zurück von dieser Erfahrung
habe ich hier daheim bald mein erstes Kind bekommen
dürfen. Und während der Corona-Krise
mein zweites (lächelt, schaut dann aber nachdenklicher).
Dann sollte sich etwas ändern in
meinem Leben. Ich erlitt eine langwierige Wochenbettdepression
und zusehends drängte sich
die Frage in mir auf: Wer bin ich eigentlich?
Hast du dir eine Antwort geben können?
Erstmal habe ich mir Zeit gegeben nachzudenken.
Eine Mutterschaft verändert dich. Sie gibt dir so
viele neue Rollen, und in diese musste ich mich
einfinden. Wer bin ich als Mutter, und wer bin ich
Die Sexualität spielt dabei immer eine Rolle?
Jein. Es gibt natürlich viele Konflikte, bei denen
sie zunächst keine Rolle spielt. Wenn zum Beispiel
viele Vorwürfe gemacht werden oder die Streitdynamik
dysfunktional ist. Aber oft leidet die Sexualität
darunter. Deshalb war es mir auch wichtig,
in beiden Bereichen fachlich beraten zu können. Es
kommen viele Paare ganz bewusst aufgrund von
sexueller Lustlosigkeit in ihrer Beziehung zu mir.
Hier schauen wir vor allem auf das Warum. Oft
steckt dahinter so etwas wie Überforderung und
Erschöpfung im Alltag oder auch Kommunikationsschwierigkeiten
über Vorlieben und Wünsche.
Im sexualtherapeutischen Kontext berate ich auch
Einzelpersonen ganz individuell zu verschiedenen
Dysfunktionen und den damit verbundenen Herausforderungen.
Zurück zur Polyamorie: Ist denn unsere Gesellschaft
schon so weit, sie zu tolerieren?
Ich finde schon, dass sich in Bezug auf Beziehungen
ein Wandel vollzogen hat. Alternative Beziehungsmodelle
tauchen viel öfter in unserer Wahrnehmung
auf. Und die Möglichkeit, sich überhaupt
für oder gegen ein monogames Leben zu entscheiden,
ist präsenter. Gleichzeitig ist es immer noch
nicht leicht, von der „Norm“ abzuweichen. Gerade
polyamore Paare stoßen immer wieder auf Vorurteile,
sie würden Liebe oder Beziehung nicht
„vernünftig“ leben. Ich glaube, wir befinden uns in
einem Übergangsstadium. Polyamorie wird immer
mehr als legitime Lebensform wahrgenommen,
aber für viele Menschen ist sie noch neu, ungewöhnlich
oder sogar beängstigend. Aber, und das
ist das Schöne daran: Liebe kennt keine Grenzen!
Anne bietet Gespräche ganz persönlich in
ihrem Beratungsraum in Bad Rodach an –
auf Wunsch gerne aber auch online.
Dies ist ein „Makeover“ -
bearbeitet von Christina.
Die Fragen an Anne stellte einst Iris Kroon-
Lottes als freiberufliche Mitarbeiterin von
schoen.frau, es wurde in seiner Erstfassung
im Oktober 2023 auf schoenfrau-mag.de
veröffentlicht. Weil sich seither bei Anne ein
wenig verändert hat, gibt es diese leicht
überarbeitete Neuauflage – erfrischend
offen und inspirierend.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 55
HAPPYHORMONE
Fotografin: Simone Hopf
Instagram:
@sinchen_businessfotografie
@sinchen_fotografie
Happy mit deinen
Hormonen?
Karina Oberender-Herold ist seit 25 Jahren Heilpraktikerin. Seit einigen Jahren hat
sie sich auf ein Fachwissen spezialisiert, das seitdem auch ihr eigenes Leben positiv
verändert hat: Weibliche Hormone. Als sie während Corona ein Logo für ihre Online-
Beratungen kreieren ließ, entstand dabei recht spontan zu ihrem ursprünglichen Namen
Naturheilpraxis Karina Oberender-Herold der Namenszusatz „Happy Hormone“. Denn
das ist Karinas Ansatz zu einem gesunden, glücklichen und langen Leben, frei nach
dem Motto: Hormone gut, alles gut. Doch wie oft ist es eben gerade nicht so, und das
Hormonzusammenspiel gerät aus dem Takt. Karina ist überzeugt, dass man dagegen
einiges tun kann.
Karina, unter „Happy Hormone“ bist du auf Instagram
bekannt. Machen Hormone happy ?
Hormone können und sollten happy machen, leider
ist aber oft noch das Gegenteil der Fall. Viele
Frauen kennen sich viel zu wenig aus mit dieser
komplexen Thematik und werden, das weiß ich
aus eigener Erfahrung, in vielen Fällen von Ärztinnen
und Ärzten alleine gelassen. Wir Frauen
haben von Beginn der Pubertät an bis weit über
die Wechseljahre hinaus ein sehr komplexes Hormon-Zusammenspiel,
und leider ist es so, dass
viele von uns sich zumindest in manchen dieser
Lebensphasen nicht wohl fühlen und sehr verunsichert
sind, was denn nun eigentlich in ihrem
Körper los ist. Statt sich Hilfe zu holen, lernen sie,
entweder mit den negativen Symptomen zu leben,
oder schlucken teilweise verschriebene chemische
Hormone, die aber viele gesundheitliche Risiken
mit sich bringen können.
Wie kannst du als Heilpraktikerin Abhilfe
schaffen?
Durch eine Beratung und ausführliche Anamnese
in meiner Praxis (lächelt). Das wichtigste aber ist,
dass sich Frauen zunächst darüber bewusst werden,
dass ihr Hormonzusammenspiel einen sehr
großen Einfluss auf ihren Gesundheitszustand hat,
und es daher sehr empfehlenswert ist, den Hormonspiegel
checken zu lassen. Bei mir in der Praxis
lasse ich das durch einen Hormonspeicheltest
ermitteln. Ein Verfahren, das sicher und in kurzer
Zeit aufzeigt, wie es um unsere Hormonbalance
steht. Und, jetzt werfe ich gleich noch etwas sehr
Wichtiges in den Ring: Was ebenso von enormer
Bedeutung ist, damit die Hormone überhaupt vom
Körper produziert werden können, ist die Mikronährstoffversorgung
in unserem Blut. Ganz gleich,
wie ausgewogen wir auch versuchen, uns zu ernähren,
einen kleinen oder auch größeren Mangel haben
sehr viele Menschen. Auch dieser Status wird
durch mich als Mikronährstoff-Coach ermittelt,
damit ich die Frauen, die zu mir kommen, ganzheitlich
beraten kann, um ihnen zu einem neuen
Wohlfühlgefühl zu verhelfen. Was Hormone betrifft,
ist noch erhebliche Aufklärungsarbeit nötig.
Inwiefern?
Ich selbst habe erfahren müssen, wie es ist, hormonellen
Schwankungen ausgesetzt zu sein. Egal,
welche Ärztinnen oder Ärzte ich auch aufgesucht
habe, immer sagte man mir, es sei alles in Ordnung.
Aber ich fühlte mich einfach nicht gut. In
der Schulmedizin werden Hormone aus meiner
Sicht total vernachlässigt, wir Frauen werden mit
unseren Problemen alleine gelassen, das ist meine
Meinung. Hätte ich damals schon das Wissen von
heute gehabt, hätte ich mir viele gesundheitliche
Probleme ersparen können. Heute, mit 52 Jahren,
geht es mir besser als noch vor zehn Jahren, das
sagt doch alles aus (lächelt glücklich).
Unter welchen Problemen leiden die Frauen,
die zu dir in die Praxis kommen?
Das ist thematisch ein großes Spektrum, das reicht
von Zyklusbeschwerden über Kinderwunsch,
Schilddrüsenerkrankungen bis zu den vielfältigen
Wechseljahres-Symptomen. Die Wechseljahre
können sich über viele Jahre hinziehen, vom Beginn,
der sogenannten Perimenopause, bis zu dem
Zeitpunkt, wo die Hormone wieder zur Ruhe kommen
und sich einpendeln, der sogenannten Postmenopause,
können das schon mal 20 Jahre sein.
Bei vielen Frauen beginnt diese erste Phase bereits
Ende der Dreißiger. Schon ab da haben manche
Frauen mit Symptomen zu kämpfen, wie etwa depressive
Verstimmungen, Gewichtzunahme, Hitzewallungen,
Haarausfall, Scheidentrockenheit und
Verdauungsproblemen, um nur einiges zu nennen.
56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
SCHOEN.FRAU
Advertorial
Wir Frauen werden mit unseren
Problemen alleine gelassen.
Die Wechseljahre sind offensichtlich ein
großes Thema. Was passiert denn da eigentlich
im Körper?
Die Wechseljahre beginnen mit Zyklen ohne Eisprung,
und wo kein Eisprung ist, da ist auch kein
Gelbkörper, das ist der Follikel, der aus dem das Ei
gesprungen wäre, und der das Progesteron in der
zweiten Zyklushälfte produziert. Heißt, in der Perimenopause
sinkt als erstes der Progesteronspiegel,
während der Östrogenspiegel noch relativ normal
bleibt, was zu einer Östrogendominanz führt. Vereinfacht
gesagt: Durch dieses Ungleichgewicht der
Hormone entstehen die oben genannten Beschwerden.
Hinzu können Gereiztheit, starke Blutungen,
Wassereinlagerungen und spannende Brüste kommen.
Xenoöstrogene, also hormonelle Faktoren aus
der Umwelt, kommen hier noch belastend dazu und
verstärken möglicherweise die Symptome. Mir ist
es ein unglaubliches Anliegen, hier aufzuklären, damit
jede Frau ihren Körper besser kennenlernt und
weiß, wo sie Hilfe finden kann, und da eben nicht
alleine durch muss.
Manche Frauen denken offenbar, die Beschwerden
als gegeben hinnehmen zu
müssen?
Ja, das tun so einige, weil diese Annahme in der Gesellschaft
auch immer noch weit verbreitet ist. Doch
wenn wir Symptome haben, ist das ein Zeichen unseres
Körpers, auf das wir hören sollten. Da ist offenbar
etwas im Ungleichgewicht, was gesehen und
behandelt werden will. Und was übrigens ganz viele
Frauen, die in den Wechseljahren sind, unterschätzen:
Fehlende Hormone wie etwa Östrogen können
Tür und Tor öffnen für diverse Krankheiten, nicht
nur Osteoporose kann dadurch schneller voranschreiten,
auch die Gefäße erfahren nicht mehr den
Schutz durch die Hormone wie zuvor in jüngeren
Jahren, was möglicherweise dann zu Schlaganfall
oder Herzinfarkt führt. Und das Fehlen der Hormone
kann auch weibliche Krebsarten begünstigen.
Das klingt beängstigend, diese Auswirkungen
waren mir nicht bewusst. Wie gehst du
als Heilpraktikerin jetzt vor?
Nach einer ausführlichen Anamnese bezüglich
Hormon- und Mikronährstoffstatus sowie unter der
Berücksichtigung persönlicher Herausforderungen
der jeweiligen Lebensphase besprechen wir gemeinsam,
welche therapeutischen Maßnahmen sinnvoll
sein können. Ob es dann bioidentische Hormone
sind, die zum Einsatz kommen können, Phytoöstrogene,
spezielle Mikronährstoffe als Ergänzung oder
Entspannungstechniken, das
ermittele ich ganz individuell
im persönlichen Gespräch.
Grundsätzlich rate ich jeder
Frau, die Symptome und
Beschwerden hat, ganz unabhängig
von ihrem Alter, ihre
Hormone checken zu lassen.
Wie Karinas Hormoncheck abläuft?
Wie die 52-Jährige selbst ihre
Hormone in Balance hält?
Lies online weiter! (QR-Code)
Du willst mehr über Hormone von Karina
erfahren? Schau hier: happyhormone.de
In Balance:
Durch homöopathisch dosierte Hormoncremes
hat Karina selbst zu mehr Wohlgefühl
und eigener Unbeschwertheit gefunden.
Check-up: Sind deine Mikronährstoffe und
deine Hormone im Lot? Karina hat eine
25-jährige Erfahrung als Heilpraktikerin.
Das Interview
führte Christina,
die das Thema Hormone so spannend
fand, dass sie beim Interview mit Karina
ganz die Zeit vergaß. Eines wurde ihr auf
jeden Fall klar: Eine regelmäßige Hormon-
und Mineralstoffanalyse ist ab sofort Pflicht.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 57
VET-ZENTRUM
„Wir behandeln jedes
Tier so, als wäre es
unser eigenes.“
Dr. Sandra Uebelhack (3.v.r.) und ihr Team
vom VET-ZENTRUM in Neustadt bei Coburg
58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
TIERPRAXIS
Advertorial
Text: Wolfram Hegen
Fotos: Val Thoermer
Aus Liebe zum Tier
Das Vet-Zentrum in Neustadt bei Coburg
„Ich würde sagen, ich habe den schönsten Beruf der Welt – das
macht jeden Tag Freude“, sagt Dr. Sandra Uebelhack über ihren Beruf.
Man glaubt ihr das sofort. Nach vielen Jahren Ausbildung und
praktischer Tätigkeit an verschiedenen Stationen hat die Tierärztin
2022 in ihrer Heimat Neustadt bei Coburg ihren Traum verwirklicht:
das Vet-Zentrum Neustadt, eine moderne Tierarztpraxis, die
Tiermedizin auf höchstem Niveau mit Wärme, Empathie und persönlicher
Nähe verbindet.
Schon der Bau war etwas Besonderes. „Während Corona habe ich geplant
und gebaut, den Businessplan geschrieben – im Nachhinein wundere
ich mich über meinen eigenen Mut“, erzählt sie. Entstanden ist
eine helle, großzügige Praxis. Die Räume sind funktional, freundlich
und mit modernster Technik ausgestattet – von digitalen Röntgenund
Dentalröntgengeräten über Ultraschall bis hin zu Inhalationsnarkose
mit Monitorüberwachung. Ein eigenes Labor ermöglicht schnelle
Analysen, eine große Apotheke sorgt für kurze Wege, und eine Dentaleinheit
wie beim Zahnarzt erlaubt präzise Zahnbehandlungen.
Besonderen Wert legt die Tierärztin auf eine Umgebung, in der sich
Tiere und Menschen gleichermaßen wohlfühlen. Zwei getrennte Stationen
eine für Hunde und eine für Katzen bieten Platz für stationäre
Aufenthalte. Damit wird der Stress minimiert. „Tiere kommen hier
ohne Stress rein, weil wir sie gut behandeln – es gibt immer ein Leckerchen“,
sagt sie. Selbst für die schwersten Momente ist gesorgt: In einem
separaten Abschiedsraum können Tierhalter in Ruhe und Würde Abschied
nehmen. „Wir begleiten Tiere ein Leben lang, da schließt sich
ein Kreis – das sollte dann in Würde passieren, denn schließlich sind
die Tiere Familienmitglieder“
Das Vet-Zentrum versteht sich als eine Art „Hausarztpraxis“ für Tiere.
„Wir haben immer engen Kontakt zu den Besitzern und wissen dadurch
besonders viel. Dieser persönliche Kontakt ist uns sehr wichtig
– dass man sich kennt, auch die Familie der Tiere.“ Denn hier geht es
nicht nur um medizinische Präzision, sondern auch um Vertrauen, Verständnis
und Nähe. Das Team, bestehend aus drei Tierärztinnen und
vier tiermedizinischen Fachangestellten, arbeitet nach einem klaren
Leitbild: respektvoll miteinander, engagiert für jedes Tier.
Behandelt werden im Vet-Zentrum vor allem Hunde, Katzen, Kaninchen,
Meerschweinchen und andere kleine Heimtiere. Dabei gilt stets
der Grundsatz: „Wir behandeln jedes Tier so, als wäre es unser eigenes.“
Dieses Leitmotiv prägt das gesamte Denken und Handeln der Praxis.
Eine gründliche allgemeine Untersuchung steht am Anfang jeder Behandlung.
Ebenso wichtig ist das Gespräch mit den Besitzern, die aktiv
in alle Entscheidungen einbezogen werden. Nur so, sagt Uebelhack,
könne eine Behandlung wirklich individuell und erfolgreich sein.
Das Selbstverständnis der Praxis verbindet Fachkompetenz mit Herz.
„Wir schauen immer das ganze Tier an“, lautet eine ihrer zentralen
Überzeugungen. Denn Tiere sind für sie und ihr Team keine „Fälle“,
sondern Mitgeschöpfe – liebenswerte Familienmitglieder, Freudenbringer
und Trostspender. Entsprechend groß ist das Engagement für
jedes Tier, von den ersten Lebenswochen bis ins hohe Alter.
Fortlaufende Weiterbildung ist für das gesamte Team selbstverständlich.
Sie sichert nicht nur den hohen medizinischen Standard, sondern
sorgt auch dafür, dass die Tierärztinnen stets auf dem neuesten Stand
der Forschung arbeiten. „Unsere fachliche Erfahrung, die moderne
Ausstattung der Praxis und unsere Empathie für Tier und Tierbesitzer
zeichnen uns aus“, fasst Dr. Sandra Uebelhack zusammen.
So ist das Vet-Zentrum Neustadt mehr als nur eine Tierarztpraxis – es ist
ein Ort, an dem Tiermedizin und Menschlichkeit Hand in Hand gehen.
Ein Herzensprojekt, wie die Gründerin sagt: „Meine Arbeit empfinde
ich nicht als Arbeit – sie ist einfach mein Leben.“
Leistungsspektrum
im Überblick
• Allgemeinmedizin, Vorsorge und Impfungen
• Zahnmedizin mit Zahnstation und
digitalem Dentalröntgen
• Moderne Diagnostik: Ultraschall, digitales Röntgen,
In House Labor für Blut- und Urinuntersuchungen,
Augeninnendruckmessung, Blutdruckmessung
• Chirurgie und schonende Inhalationsnarkose
mit Narkosemonitoring
• Stressarme Tierarztbesuche durch getrennte
Hunde- und Katzenwartezimmer
• Stationäre Betreuung mit getrennten
Stationsräumen für Hunde und Katzen
• Abschiedsraum
• Integrative Tiermedizin und Lasertherapie
• Physiotherapie und Schmerzmanagement
• Erste Hilfe Kurse für Hundebesitzer
Öffnungszeiten:
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
9:00 - 12:00 Uhr
16:00-18:00 Uhr
16:00 - 18:00 Uhr
7:00 - 12:00 Uhr
9:00 - 12:00 Uhr
16:00 - 18:00 Uhr
8:00 - 15:00 Uhr
Liebigstr. 3 b | 96465 Neustadt
Telefon: 09568 - 8993750
info@vet-zentrum-neustadt.de
vet-zentrum-neustadt.de
SPRECHZEITEN
Nur Terminsprechstunden.
Bei Notfällen in der Praxis anrufen.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 59
FWO
WASSER
FÜR ALLE UND
JEDERZEIT
Die Fernwasserversorgung Oberfranken gehört acht
Landkreisen und sieben Städten. Der Zweckverband
steht für die sichere Versorgung der Kommunen mit
sauberem Trinkwasser.
Hahn auf, das Wasser läuft. So kennt das jeder: Wasser ist verfügbar
in jeder Menge und bester Qualität. Jeder Schluck aus der
Leitung ist bedenkenlos trinkbar. Doch wer steckt dahinter?
Die Städte und Gemeinden sind dafür verantwortlich, dass die Haushalte
Wasser bekommen. Die Landkreise können die Wasserversorgung
in die Hand nehmen, wenn es sich um größere Versorgungsstrukturen
handelt. Überall gibt es dann die Möglichkeit, eine eigene
Quelle zu nutzen, einen eigenen Brunnen zu bohren – oder sich mit
anderen zu vernetzen und das Wasser zu kaufen.
„In den allermeisten Fällen handelt es sich um Mischformen, also beispielsweise
ein eigener Brunnen und der Austausch mit Nachbarn“,
weiß Markus Rauh. Er ist Verbandsdirektor der Fernwasserversorgung
Oberfranken (FWO). Um die Pflichtaufgabe Wasserversorgung
erfüllen zu können, haben sich vor mehr als 50 Jahren die Landkreise
und Städte in Oberfranken für einen gemeinsamen Zweckverband
entschieden, die FWO.
Überall dort, wo Kommunen alleine nicht mehr weiter kommen, können
sie sich vernetzen. Sie nutzen dann die eigenen Quellen und kaufen
das fehlende Wasser bei Nachbargemeinden oder der FWO. Sie ist
komplett in öffentlicher Hand. Sie gehört acht Landkreisen und sieben
Städten. „Das ist festgelegt. Die FWO ist unverkäuflich – und auch
kein anderer kann irgendwelche Anteile erwerben“, erklärt Rauh.
Die Anteilseigner treffen in der Verbandsversammlung die strategischen
Entscheidungen. Hier sitzen kraft ihres Amtes die beteiligten
Landräte und Oberbürgermeister zusammen. Pro 1000 Einwohner
bekommt jeder eine Stimme.
Sie entscheiden über Fernwasserleitungen, Hochbehälter, Pumpwerke
oder Trinkwasseraufbereitungen. Damit versorgt die FWO Stadtoder
Gemeindewerke, die das Wasser dann über ihr eigenes Netz in
die Haushalte bringen. 70 kommunale Vertragspartner bekommen so
ihr Wasser von der FWO. So fließt bei rund einer halben Million Menschen
in Ober-, Unter- und Mittelfranken und vielen Unternehmen
Wasser aus dem Hahn, das von der FWO aufbereitet und transportiert
wurde. Auch im benachbarten Thüringen bekommt neuerdings das
Lobensteiner Oberland Wasser von der FWO.
Der größte Wasserlieferant ist die Talsperre Mauthaus im Ködeltal.
13 Millionen Kubikmeter pro Jahr trägt sie zur Versorgung bei. „Um
den Wasserbedarf Oberfrankens zuverlässig decken zu können,
greift die FWO auch auf andere Versorger zurück. Der Zweckverband
Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW) im Nürnberger
Raum und die Stadtwerke Kulmbach liefern jährlich bis zu fünf
Millionen Kubikmeter Wasser“, sagt Rauh.
In Städten wie Teuschnitz übernimmt die FWO außerdem die Aufgaben
des örtlichen Netzunterhalts. „Das ist eine technische Dienstleistung,
weil immer mehr Städte und Gemeinden die hohen Anforderungen
an das Trinkwasser nicht mehr mit eigenem Personal erfüllen
können“, erklärt Rauh. Der Zweckverband der Landkreise und Städte
hilft also auch hier seinen Mitgliedern und deren Kommunen.
Für die zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser schaut die FWO
auf die Region und in die Zukunft. Die oberfränkische Region ist ein
Wassermangelgebiet mit ungünstigen hydrogeologischen Verhältnissen.
Mitte der 1960er-Jahre traten in Oberfranken erhebliche Versorgungsprobleme
mit Trinkwasser auf. Die einzelnen Gemeinden sahen
sich überfordert, diese Wassernot jeweils im Alleingang zu bewältigen.
Nur kommunale Zusammenarbeit versprach eine sinnvolle und
dauerhafte Lösung der Trinkwasserversorgung. Zu dieser Situation
kommen heute die Auswirkungen des Klimawandels. „Wir bekommen
immer heißere Sommer, in denen immer mehr Wasser gebraucht
wird – also in einer Jahreszeit, in der Quellen und Brunnen unter
Stress stehen und eher weniger Wasser schütten“, so Rauh. Mit dem
gemeinsamen Verbund werden diese Lücken und Risiken geschlossen.
„Das ist die Herausforderung und Verantwortung, der sich die
Landkreise und Städte mit unserem Zweckverband stellen.“
60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
Wa
W sserve
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WASSER FÜR ALLE UND JEDERZEIT
Advertorial
Von Tim Birkner
Infografik: Thea Kröger
Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum
v rsorgung Fränki
Talsperre Mauthaus im Ködeltal
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T lsperre Mauth
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Kö
kischer Wirtschaf
Wirtschaf
Wi t chaf
a tsraum
ftsraum
Kulmbach
Stadtwerke Stadtwerk
STÄDTE UND
LANDKREISE
STÄDTE:
Bamberg, Bayreuth, Coburg,
Hof, Kulmbach, Neustadt bei
Coburg und Selb.
LANDKREISE:
Bamberg, Bayreuth, Coburg,
Haßberge, Hof, Kronach,
Kulmbach und Lichtenfels.
Gut versorgt
durch die FWO
Wir versorgen Oberfranken
zuverlässig mit Trinkwasser.
FWO Fernwasserversorgung
Oberfranken
Ruppen 30
96317 Kronach
Telefon: 0 92 61 / 507-0
E-Mail: office@fwokronach.de
500.000 MENSCHEN
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 61
Milchwerke Oberfranken West eG
Sulzdorfer Str. 7
96484 Meeder
Telefon: 09566 929-0
www.milchwerke-oberfranken.com
DER KÄSE MACHT'S
Advertorial
Von Tim Birkner
Wertschöpfung und Wertschätzung
haben die Genossenschaft mit ihrem
Hauptwerk in Wiesenfeld groß gemacht.
Nun nehmen die Milchwerke Oberfranken
West eine vollautomatisierte Weichkäserei
in Betrieb, um noch besser auf dem Markt
positioniert zu sein.
Ludwig Weiß steigt eine Treppe hinauf auf ein Podest. Von hier ist die
neue Anlage für Weichkäse gut zu überblicken – zumindest so gut, wie
das bei einem so komplexen Produkt wie Käse überhaupt möglich ist.
Seit 27 Jahren steht Weiß bei der Genossenschaft ganz oben. Er ist
Kopf, Herz und Motor. „Ich habe nur für den Käse gelebt“, sagt er und
strahlt. Auf einer Seite fahren Kunststoff-Loren im Kreis. Jede fasst 650
Liter Milch. Automatische Rechen trennen Käsebruch und Molke. Auf
der anderen wird der Bruch in Formen gegossen, bevor sie für ein paar
Stunden in Klimaschränken verschwinden.
„Milch ist ein teurer Rohstoff, da brauchen wir Spitzenpersonal. Wenn
ich gute Leute haben will, muss ich sie gut bezahlen.“ Das ist für Weiß
die Basis. Die Milchwerke Oberfranken West zahlen nach Tarif, jedes
Jahr gibt es die vereinbarten Steigerungen. Und die Genossenschaft
zahlt ihren Lieferanten, die Genossen sind, einen guten Preis für ihre
Milch. Das sind derzeit fast 700 Betriebe, meist bäuerliche Familien, die
ihre Höfe in Franken, Thüringen und Hessen haben. Der größte Betrieb
liefert jeden Tag 40.000 Liter Milch, der kleinste hat eine Hand voll
Bio-Kühe. In den Milchwerken in Wiesenfeld kommt die Milch zusammen,
Tankzug für Tankzug an vier Entladeplätzen. 500 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter produzieren hier rund um die Uhr an sieben Tagen in
der Woche Käse. „Wir wollen möglichst viel Wertschöpfung bei uns im
Haus halten“, sagt Weiß. Das bedeutet ein großes Sortiment mit Spezialitäten,
die dann auch in ganz Europa verkauft werden.
COBURGER | DAS MAGAZIN 63
Bald werden die Milchwerke 100 Jahre alt. Weiß hat sie ein Drittel
dieser Zeit begleitet und geleitet. „Ich habe Milchtechnologe gelernt
und nicht Verkäufer“, sagt er. Doch genau darum ging es in den 100
Jahren immer. Wer den Genossen und Mitarbeitern gutes Geld zahlen
will, muss auch gut verkaufen. Eine Feuerprobe für den jungen Ludwig
Weiß. „Auf einer Messe habe ich einen ganzen Zug Cheddar nach
England verkauft – da dachte ich: Ich kann doch ganz gut verkaufen.“
Cheddar ist heute der meistverkaufte Käse der Welt. Fast überall
ist das so – nur nicht in Deutschland. In Wiesenfeld gehört er
so selbstverständlich dazu wie geriebener Gouda, Emmentaler,
die Coburger Rolle oder panierte Mozzarella-Sticks. Das sind die
heutigen Trends: fertige Produkte wie Back-Camembert, Mozzarella-Sticks,
Grillkäse. „Das brummt zur Zeit“, sagt Weiß. Der
heutige Verbraucher möchte weichen, durchgereiften Käse. Die
neue Weichkäserei wird gerade noch in Betrieb genommen. 50
Millionen Euro hat die Genossenschaft hier investiert. „Wir müssen
besser und innovativer als der Wettbewerb sein“, sagt Weiß.
Dafür tüfteln noch Techniker und Programmierer an der einen oder
anderen Stelle – denn später soll hier alles automatisch ablaufen.
„Der Mensch ist der Risikofaktor in der Käseproduktion“, sagt Weiß
und meint die Hygiene und den Umgang mit dem Lebensmittel.
Ob Blauschimmel oder der weiße Flaum auf einem Brie,
Pilze brauchen ihr bestimmtes Klima und wollen
nicht durch andere Sporen, die in der Luft umherschwirren,
gestört werden. So sind alle
Lager- und Reiferäume mit
Überdruck. Die gereinigte
und temperierte Luft
wird in die Räume geblasen. Die Luft kann hinaus, von außen
kommt aber keine rein. Es geht immer um die richtige Balance.
Die Milchwerke haben diese Balance auch in der Wendezeit geschafft.
Weiß war damals noch Assistent des Direktors. „Wir haben
den thüringer Bauern sofort den gleichen Preis für die Milch wie den
fränkischen gezahlt.“ Das war eine Entscheidung, die sich auszahlte,
denn die Thüringer kamen in Scharen, die Milchwerke konnten
weiter wachsen. „Ich habe damals gemerkt: Thüringen und Franken,
das passt einfach zusammen“, erinnert sich Weiß. So wird auch aus
thüringer Milch eine Coburger Rolle oder der Frankendammer, die
in vielen Kühlregalen von Edeka, Lidl oder Aldi verkauft werden.
Erfunden hat den Frankendammer der Zufall. In dem Prozess mit
unendlich vielen Stellschrauben lief etwas nicht ganz so wie geplant.
„Der Käse sah aus wie ein Schwamm mit vielen kleinen Löchern“,
erinnert sich Weiß. Zuerst hat
er sich geärgert – dann
probiert. „Süßlich mit viel
Geschmack – das
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
DER KÄSE MACHT'S
könnte etwas
werden.“
Als Geheimtipp
aus dem
Versuchslabor hat er
ihn mit auf
seine Verkaufstour genom-
men. Und
auch hier hatte er Erfolg. Doch die
ersten Kunden
wollten den Käse nur geschnitten. Vorher gab es keine Scheiben
aus Wiesenfeld. „Gleich auf der Heimfahrt habe ich aus dem Auto
heraus telefoniert und überlegt wie wir das machen können.“
Wie immer musste alles im laufenden Betrieb passieren, denn
die Kühe geben immer Milch. Mit der vollautomatischen Käserei
möchte Weiß erstmals auch einen Schritt zurück gehen. „Mein
Ziel ist die Sechs-Tage-Woche, wenn hier alles läuft“, sagt er.
Milchwerke Oberfranken West eG
Die Milchwerke Oberfranken West gibt es seit 1927. Rund 500 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter produzieren pro Jahr 65.000 Tonnen
Käse und erwirtschaften damit einen Umsatz von 470 Millionen
Euro. Dafür sind jeden Tag 1,7 Millionen Liter Milch notwendig, die
zur Hälfte aus Franken kommt. 30 Prozent der Milch kommen aus
Thüringen, weitere 20 Prozent aus Hessen. Die weithin sichtbaren
Milchwerke in Wiesenfeld entstanden 1993 auf der grünen Wiese.
Die Genossenschaft mit Standorten in Sonneberg, Hildburghausen,
Schleusingen, Coburg und Bad Staffelstein hat sich somit auf einen
Ort konzentriert. Seit 2004 gibt es mit „Silberdistel“ noch einen
Standort in Lendershausen. Für die neue, vollautomatisierte Weichkäserei
investierte die Genossenschaft rund 50 Millionen Euro.
Ausbildung
Starte auch du
deine Ausbildung zum
milchwirtschaftlichen Laborant
(m/w/d)
und zum
Milchtechnologen (m/w/d)
Eine Ausbildung mit der
auch Ludwig Weiß seine
Karriere begann.
Käseladen
Coburger
Direkt neben dem
Milchwerken in Wiesenfeld ist
der Coburger Käseladen.
Er hat Montag bis Freitag
von 8 bis 17 Uhr geöffnet.
Hier gibt es Käse direkt aus
der Produktion.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 65
KULTOUREN
Kultouren
DER COBURGER AUF REISEN
KÜHLUNGSBORN
Redaktion: Heidi Schulz-Scheidt
Reisen allein, zu zweit, als Familie mit Kindern, „die schon aus dem
Gröbsten“ raus sind, mit Freunden. Regionen in Europa, die mit
dem Auto, per Bahn, mit dem Bus (oder dem Flugzeug) in ein paar
Stunden erreichbar sind. Ziele für Menschen, die etwas sehen und
erleben wollen, die interessiert sind an Kultur, Land und Leuten, an
Natur, Bergen, Seen, Flüssen und Meer, gerne verbunden mit Bewegung
an der frischen Luft und manchmal auch mit ein bisschen kalkuliertem
Abenteuer. Das sind unsere COBURGER-Kultouren. In
jedem Magazin eine. Mit vielen Bildern, die Lust aufs Fortfahren machen,
und mit ein paar wenigen persönlichen Eindrücken, wenn Sie
dieser Lust erliegen. Unser Tipp: Selbst auf Entdeckungsreise gehen.
KÜHLUNGSBORN
KULTOUREN
Ein paar Stunden in Richtung Norden von Coburg aus, auf halber Strecke zwischen
Rostock und Wismar liegt sie, die bis zu 130 Metern hohe Kühlung, die
diesem Ostseebad ihren Namen gibt. Einmalig an der Ostseeküste ist dieser
Höhenzug mit direktem Meerblick. Unerwartet die Ausblicke, die man genießt,
kommt man auf einem der vielen Wanderwege aus dem Wald heraus und
blickt in die Weite, Zeit zum Durchschnaufen, Erholen, Entspannen. Und dann
noch diese wunderbar renovierten Villen. Ostseeurlaub mit historischem Flair:
Kühlungsborn.
BÄDERARCHITEKTUR VOM FEINSTEN
Was hier gleich auffällt: Kein Gebäude ist höher als der höchste Baum. In der Ostseeallee reiht
sich ein schickes Hotel an das andere. Immer wieder öffnet sich eine Straße bis hinunter zum
Meer. Eigentlich fühlt man sich wie in einer Filmkulisse. Um 1900 entstanden diese prächtigen
Villen, Hotels und Pensionen und sie haben ihren Charme bis heute nicht verloren. Und
auf der fast vier Kilometer langen Strandpromenade zwischen den beiden Stadtteilen Ost und
West kann man sich immer wieder entscheiden den Blick in die Ferne schweifen zu lassen
oder lieber zum Shopping abzubiegen in die Ostseeallee.
68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
KÜHLUNGSBORN
BÄDERBAHN MOLLI
An 365 Tagen im Jahr verkehrt dieser nostalgische Zug
zwischen Kühlungsborn und Bad Doberan. Mit ihrem
gemütlichen Geratter gehört sie damit zweifelsfrei zum
Stadtbild, denn sie kreuzt in der Hauptsaison stündlich
die Fahrtwege aller Anwohner. Mit bis zu 40 Stundenkilometern
dampft sie auch am bekannten Seebad Heiligendamm
vorbei, der weißen Stadt am Meer. Bekannt
geworden in Angela Merkels Amtszeit, als 2007 hier der
G8-Gipfel stattfand. Und spätestens am dritten Tag des
Urlaubs wartet man schon sehnsüchtig auf das allerletzte,
langanhaltende Pfeifen der Mollibahn, wenn sie am
Abend das letzte Mal in den Bahnhof einfährt und allen
Dampf ablässt.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 69
KULTOUREN
WARNEMÜNDE
Karibikfeeling kommt auf im Geburtsort des Strandkorbs. Dort wo die Warnow in die Ostsee
fließt, liegt das Seebad Warnemünde, sozusagen der Stadtstrand von Rostock. Entlang
des malerischen historischen Stadtkerns entlang des Alten Stroms hat sich eine einzigartige
Flaniermeile mit kleinen Ladengeschäften und Restaurants direkt am Wasser etabliert.
Aber auch Sportler kommen hier voll auf ihre Kosten. Aufgrund der geringen Strömung
und der guten Windverhältnisse trifft man hier Segler, Kitesurfer und Wellenreiter das
ganze Jahr hindurch. Das spektakuläre maritime Highlight ist im Juli die Hanse Sail, ein
jährlich stattfindendes Treffen von Traditionsseglern mit großem Hafenfest. Kreuzfahrtreedereien
legen ihre Touren gerne in diesen Zeitraum, um ihren Gästen dieses Erlebnis
zu ermöglichen.
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HEUTE DIE ÄLTESTE
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EUROPAS.
70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
KÜHLUNGSBORN
MIT DEM RADL BIS BAD DOBERAN
Entlang des Ostseeküsten-Radwegs kann man in östlicher Richtung
bis nach Warnemünde (25km) radeln. Oder in die andere Richtung
nach Bad Doberan und Heiligendamm (50km). Die Routen bieten
spektakuläre Ausblicke auf die Ostsee und auf einige Steilküsten und
führen immer wieder durch lichte Wälder. In Bad Doberan bestaunt
man das aus dem 13.Jahrhundert stammende Doberaner Münster, einen
gewaltigen Backsteinbau, dessen Inneneinrichtung teilweise noch im
Original zu bewundern ist. Am Stadtrand befindet sich bis heute die
älteste Galopprennbahn Europas. Zwar ist sie außer Dienst gestellt, weil
betuchte Sommergäste heutzutage andere Interessen haben, aber als
Veranstaltungsort für Musikfestivals über die Region hinaus bekannt.
Nur vier Tipps aus nahezu unzählig vielen Möglichkeiten
für Ihre persönliche Entdeckungsreise nach Kühlungsborn.
Informationen gibt es ausführlich im Netz, in gedruckten
Reiseführern bei Ihrem regionalen Buchhändler, oder
fragen Sie uns.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 71
MEILENSTEIN
Redaktion: Wolfram Hegen
COBURGER
MEILENSTEINE
NOT MACHT ERFINDERISCH
DIE COBURGER SCHMÄTZCHEN
Geschichten aus Coburgs Geschichte.
Präsentiert vom Goldenen
Kreuz, dem ältesten Gasthaus
Coburgs. Erzählt von Stadtheimatpfleger
Christian Boseckert.
Mehr Meilensteine in seinem Buch
„Coburg. 55 Meilensteine der Geschichte“,
erschienen im Sutton
Verlag.
Foto Wilhelm Feyler Hoflieferant
Coburg steht kulinarisch nicht nur für Bratwürste oder Klöße – auch ein ganz besonderes Gebäck
hat hier seine Heimat: die Coburger Schmätzchen, eine feine Variante des Lebkuchens.
Ihre Entstehung verdanken sie der Not und dem Einfallsreichtum eines Bäckers.
Fränkische Lebkuchen haben seit Jahrhunderten Tradition. Schon 1643 gab es in Coburg eine kleine
Lebküchner-Zunft, die jedoch bald mit der übermächtigen Nürnberger Konkurrenz zu kämpfen hatte.
1816 beschwerten sich zwei Coburger Meister beim Magistrat, weil Nürnberger Lebkuchen den
Markt überschwemmten. Ein Einfuhrverbot lehnte die Landesregierung jedoch ab – man empfahl den
heimischen Bäckern stattdessen, ihre Rezepte zu verfeinern oder eigene Spezialitäten zu entwickeln.
Diesen Rat nahm Jahrzehnte später ein Mann besonders ernst: Wilhelm Feyler, der 1892 in Coburg
eine Bäckerei eröffnete. Doch der Erfolg blieb zunächst aus. Also suchte Pfeiler nach einer Besonderheit,
die nur er anbieten konnte – und stieß dabei auf ein einfaches thüringisches Sirupgebäck namens
„Schmätzchen“, was im Dialekt so viel wie „Küsschen“ bedeutet. Pfeiler begann, diese Schmätzchen
selbst zu backen – aber nicht schlicht, sondern veredelt mit Honig, Mandeln und feinen Gewürzen.
Seine Neukreation, die „Coburger Schmätzchen“, wurde ein voller Erfolg. Schon bald wuchs die
Kundschaft, Feyler avancierte zum Hoflieferanten und erhielt 1897 den Titel „Hofbäckermeister“ von
Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha. Sein Ehrgeiz reichte jedoch weiter. Feyler präsentierte
seine Schmätzchen auf den Weltausstellungen in Brüssel und Paris, wo sie mit dem Grand Prix ausgezeichnet
wurden. Von Coburg aus trat das süße Gebäck seinen Siegeszug durch Europa und bis in
die USA an – sogar das Luftschiff Graf Zeppelin führte 1929 Schmätzchen auf seiner Weltreise mit.
Um Nachahmungen zu verhindern, ließ Feyler 1902 die Bezeichnung „Coburger Schmätzchen“ beim
Reichspatentamt schützen und versah die Verpackung mit einer Schutzmarke, auf der die Veste Coburg
prangt – ein Wahrzeichen, das bis heute jede Packung ziert. Neben seinem Geschäftssinn zeigte
Feyler auch soziale Verantwortung. 1941 gründete er eine Stiftung zur Unterstützung sozialer Einrichtungen
in Coburg und Sonnefeld. Kinder und Bedürftige erhielten kostenlose Schmätzchen und
Gebäckspenden – eine Tradition, die noch heute gepflegt wird. Für sein Engagement erhielt Wilhelm
Feyler 1954 als erster Coburger das Bundesverdienstkreuz. So wurden aus einem schlichten Notgebäck
kleine kulinarische Küsschen – mit Geschichte, Herz und bis heute unverwechselbarem Geschmack.
Coburger Meilensteine: Coburger Schmätzchen.
Der Link zum Interview von Wolfram Hegen mit Stadtheimatpfleger
Christian Boseckert über Hoflieferanten auf iTVCoburg:
72 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
GOLDENES KREUZ
Advertorial
Das Goldene Kreuz
DAS ÄLTESTE GASTHAUS COBURG IST ZEUGE
VIELER JAHRHUNDERTE COBURGER GESCHICHTE:
SEIT 1508 WERDEN HIER GÄSTE BEWIRTET.
Neben der stolzen Geschichte ist es vor allem das
Zusammenspiel von Ambiente und herausragender
Küche, das das Goldene Kreuz zu einem besonderen
Ort macht: Die geschmackvolle Einrichtung für jeden
Anlass, der überdachte Innenhof, in dem man
sich ganzjährig wie in einer gemütlichen Taverne
fühlt, ein Saal im ersten Obergeschoss und ein neuer
großer Saal im Erdgeschoss für bis zu 120 Personen
für Veranstaltungen, Familien- oder Firmenfeste.
Nicht umsonst zählt das Goldene Kreuz damit nicht
nur zu den ältesten, sondern auch zu den schönsten
Gasthäusern Deutschlands.
Die besondere Küche des 25köpfigen Teams rund
um Wirt und Küchenchef Markus Zimmer lässt keine
Wünsche offen, ob vegan, vegetarisch, fränkisch
oder im gehobenen Gourmetbereich. Auf der Speisekarte
stehen Sauerbraten, Schäufele oder Bauernente
genauso wie die veganen Spinatknödel oder
die Bouillabaisse. Und natürlich gehören die traditionellen,
samtig weichen Coburger Klöße dazu, die
Rutscher.
Das Goldene Kreuz setzt dabei immer mehr auf regionale
Produkte, baut sein Netzwerk mit Bauern
und Lieferanten aus Franken und vor allem aus der
Genussregion Coburger Land immer weiter aus. Die
Spezialitäten werden u.a. auf handgefertigten Tellern
und Schalen der Kronacher Keramikwerkstatt
Schäuble serviert und geben damit den Speisen einen
besonderen Auftritt.
Das alles macht aus dem Goldenen Kreuz etwas ganz Besonders.
Traditionell. Modern. Fränkisch.
Goldenes Kreuz
Herrngasse 1 | Coburg
Öffnungszeiten
Montag - Samstag
11 30 Uhr - 14 00 Uhr | Küche bis 13 30 Uhr
17 30 Uhr - 22 00 Uhr | Küche bis 21 00 Uhr
Sonntag Ruhetag
geöffnet nur nach Vereinbarung
Reservierung
Telefonisch unter 09561/ 513407 oder
per E-Mail info@goldenes-kreuz-coburg.de
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
HIER WOHNTE ...
Text: Heidi Schulz Scheidt
Fotos: Val Thoermer
HIER WOHNTE…
… EIN
OBERBÜRGERMEISTER
Gleich hinter der Rückertschule – neben dem ehemaligen Alexandrinenbad –
wurden seine Verdienste um die Stadt mit Hilfe einer kleinen Parkanlage gewürdigt.
Auch wenn er nur ganz kurze Zeit an oberster Stelle der Stadtverwaltung stand.
Denn er traf als kommissarischer Oberbürgermeister in diesen Tagen weitreichende
Entscheidungen zum Wohle Coburgs: Alfred Sauerteig.
Die Villa in der Löwenstraße Nummer 18 gehörte ihm und er
lebte darin bis zu seinem Tod im Jahr 1961. In dieser repräsentativen
Prachtstraße mit dem glanzvollen Namen. Benannt
nach dem Meißener Löwen, dem Wappentier der Wettiner.
Geboren wurde er 1877 als Sohn des Landwirts Nikol Sauerteig
in Oeslau. Nach seiner Schulausbildung an einem Coburger
Gymnasium wechselte der Justizanwärter 1905 in die
Stadtverwaltung und wurde Stadtschreiber und stellvertretender
Leiter des Polizeiamtes. Der 1.Weltkrieg unterbrach seine
Karriere fürs erste. Nach Kriegsende engagierte er sich kommunalpolitisch
aber auch zum Wohle der Allgemeinheit in der
gemeinnützigen Spitalkasse und der Coburger Turngenossenschaft.
Er überlebte die Säuberungen des Beamtenapparates
im Dritten Reich. Einfach deshalb, weil er als unersetzlich im
Personalamt galt. 1937 tritt er in die NSDAP ein. Ein Schritt,
der ihm später noch zum Verhängnis werden sollte. Als am
7. April 1945 der damalige Oberbürgermeister Greim ihn darum
bat, in zu vertreten, willigte er ein. Die amerikanischen
Truppen standen schon vor den Toren der Stadt. Was Sauerteig
nicht wusste: Greim setzte sich aus Angst vor den anrückenden
Truppen zwei Tage später ins Hinterland ab. Sauerteig selbst
wurde somit kurzerhand kommissarischer Oberbürgermeister.
Aber die Lage war schwierig. Auf der einen Seite gab es
den Führerbefehl, die Stadt bis zum letzten Mann zu verteidigen.
Auf der anderen Seite wusste Sauerteig, dass es keine
Waffen zur Verteidigung gab. Die Lage war aussichtslos und
so entschied der Kommunalpolitiker sich zur Kapitulation. Er
unterschrieb die entsprechende Urkunde und bewahrte seine
Heimatstadt damit vor der Zerstörung durch die amerikanischen
Truppen. Auch das von den Nazis eingesetzte Stadtwappen,
das sogenannte Coburger Abzeichen, tauschte er in seiner
kurzen Amtszeit wieder gegen den Coburger Mohren ein. Als
jedoch noch im Mai 1945 herauskam, dass Sauerteig Parteimitglied
der NSDAP war, beendeten die Amerikaner seine Karriere
als Oberbürgermeister bereits nach 32 Tagen wieder.
Aus der Kommunalpolitik zog sich der gebürtige Oeslauer
jedoch nie ganz zurück. Für den Coburger Volksbund, dem
politischen Vorgänger der Freien Wähler und später für die
FDP, zog er sogar noch in den Coburger Stadtrat ein. Auch
als Historiker betätigte er sich, indem er in seiner Veröffentlichung
„Coburger Zeitungsgeschichte“ alle Coburger Zeitungen
und Zeitschriften aus den Jahren von 1715 bis 1948 wissenschaftlich
aufarbeitete.
Die Coburger Bürger dankten es dem in diesen Maitagen des
Jahres 1945 so umsichtig handelnden Verwaltungsbeamten
und errichteten ihm zu Ehren in den achtziger Jahren die
kleine Grünanlage an der Ecke der Löwenstraße. Obwohl
er nur vier Wochen lang die Geschicke seiner Heimatstadt
lenkte. Es waren entscheidende Tage, deren Auswirkungen
bis heute spürbar sind. Ein Spaziergang durch die historische
Altstadt Coburgs mit den vielen erhaltenen und mittlerweile
erfolgreich sanierten Gebäuden reicht aus, um bis heute ein
bisschen Dankbarkeit zu verspüren für die weise Entscheidung
eines Kommunalpolitikers.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 75
HIER WOHNTE ...
76 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
HIER WOHNTE ...
78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
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DIE COBURGER EHRENBURG
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Natur
RUHE IN DER
NATURFRIEDHOF
Advertorial
Durch das herbstliche Laub der Baumkronen
scheint die Sonne. Sie marmoriert den Waldboden
mit Moosen und Flechten, Baumstümpfen und
Sandteinen. Es singen ein paar Vögel, in der Ferne
läutet die Kirchenglocke von Altenbanz. Sebastian
Huth geht oft mit Menschen durch den Wald, die einen
Ort für ihre Angehörigen oder für sich selbst suchen.
„Oft sehen sie ein besonderes Licht oder einen
Schmetterling, der sich niederlässt – dann haben sie
ihren Platz gefunden“, sagt der Forstbetriebsleiter.
Der Naturfriedhof in Banz liegt in einem Wald voller
Eichen und Hainbuchen. Der Ort strahlt Ruhe
und Frieden aus, die Natur umhüllt die Lebenden
wie die Toten. Hier sind die Urnengräber rund um
alte, große Bäume gelegen, jedes mit einem kleinen
Sandstein und einer Inschrift. „Jeder braucht einen
konkreten Ort zum Trauern“, weiß Huth, der mit
dem Friedhof auch zu dessen Leiter geworden ist.
Hinter ihm laufen zwei ältere Frauen, ganz offensichtlich
auf der Suche nach einem Grab. Er fragt,
ob er helfen kann. Nein, sagen sie, mit einem Smartphone
in der Hand auf dem der digitale Friedhofsplan
angezeigt wird. Mit ein paar Klicks wird genau
der Baum angezeigt, unter dem der Mensch begraben
liegt, den die Trauernden suchen.
Die Beerdigungen finden meist auf dem Gedenkplatz
statt. Hier stehen Bänke aus Eichen, die früher
selbst im Wald standen. Vorne ist ein Taukreuz zu
sehen. „Es ist aus einer alten, starken Eiche geschaffen,
die in der Nähe von Kloster Banz einem Sommergewitter
zum Opfer fiel. Jetzt hat sie eine neue
Verwendung auf dem Naturfriedhof gefunden und
lebt weiter, indem sie Trost spendet“, sagt Huth.
Hier können alle um ihre Verstorbenen trauern. Die
Zeremonie wird entweder von einem Pfarrer oder
einen Pfarrerin gehalten oder auch von einem Trauerredner
oder schlicht im Kreis der Familie.
Manchmal ist es eine kleine Runde von fünf Personen,
die den Verstorbenen begleitet, manchmal
kommen auch 200. Manchmal dauert eine Gedenkfeier
zehn Minuten ein andermal eineinhalb
Stunden. Unter dem Dach des Waldes gibt es viele
Freiheiten. Huth merkt, dass zu ihm mehr Familien
kommen, die einen Angehörigen in der Mitte des
Lebens zu Grabe tragen. Und er erlebt, dass immer
mehr Menschen sich selbst um ihren letzten Ruheort
kümmern wollen. Sie können sich heute schon ihren
Platz aussuchen, er wird ihnen bis zu 40 Jahre lang
reserviert.
Zwischen den Grabbäumen gibt es immer wieder
Waldbereiche, in denen von unten frisches Grün
nachwächst – und die wie ein Vorhang die unterschiedlichen
Bereiche abgrenzen. Überall stehen
Bänke, auf denen die Trauernden sich mit einer
Thermoskanne Kaffe und einem Stück Kuchen zu
ihren Liebsten setzen. Für den Trauercafé nach der
Beisetzung bietet Huth seinen neuen Gedenksaal an,
innen aus Fichte, außen aus Lärche, im Grundriss
der Form einer Bischofsmütze nachempfunden. Ein
kleiner Ofen spendet Wärme, große Fenster holen
den Wald nach innen. „Die Leute mögen es schlicht
– sie haben sich ja auch bewusst für den Wald entschieden“,
sagt Huth.
Text: Tim Birkner
Fotos: Matthias Schmitt
Weitere Informationen gibt es unter www.naturfriedhof-banz.de
oder vor Ort im Forsthaus Banz 1, 96231 Bad
Staffelstein. Telefonische Auskünfte gibt
es unter 09573 950274. Wer sich den Naturfriedhof
selbst ansehen möchte, findet ihn
In der Au 30 in 96231 Altenbanz.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 83
KULTURTIPPS
KULTUR
TITEL ORT DATUM UHRZEIT
COBURGER WEIHNACHTSMARKT
Marktplatz
28. November. 2025
bis 23. Dezember. 2025
11 bis 20 Uhr
(Getränke bis 21:30 Uhr)
KONRAD KÜCHENMEISTER
JEDER AUFTRITT IN UNIKAT
Sonderbar Coburg 28. November 2025 21 Uhr
EISI GULP – KONZERT/LESUNG Kongresshaus Rosengarten 30. November 2025 19 Uhr
EVA KARL FALTERMEIER – DING DONG Kongresshaus Rosengarten 04. Dezember 2025 20 Uhr
WEIHNACHTSZAUBER IN NEUSTADT
WEIHNACHTSMARKT
Innenstadt Neustadt b. Coburg 06. Dezember 2025 12 Uhr
WEST MEETS EAST – JOOLAEE TRIO Haus Contact am Glockenberg 07. Dezember 2025 18 Uhr
LES BRÜNETTES – OUR LITTLE CHRISTMAS Foyer der HUK-Coburg 08. Dezember 2025 20 Uhr
STEPHAN ZINNER: PRACHTEXEMPLAR Gemeindezentrum St. Augustin 11. Dezember 2025 20 Uhr
MIRJA REGENSBURG – HAPPY Kongresshaus Rosengarten 12. Dezember 2025 20 Uhr
MATTHIAS EGERSDÖRFER – „LANGSAM“ Gemeindezentrum St. Augustin 12. Dezember 2025 20 Uhr
WEIHNACHT DER GENERATIONEN 2025 Kongresshaus Rosengarten 13. Dezember 2025 14 Uhr
TOM GAEBEL – A SWINGING CHRISTMAS Kongresshaus Rosengarten 14. Dezember 2025 20 Uhr
MOSAIQUE – WEIHNACHTSKONZERT MIT
DEM COLLEGIUM MUSICUM COBURG
Morizkirche 21. Dezember 2025 17 Uhr
COBURGER COMEDY GALA – BENEFIZ-SHOW Kongresshaus Rosengarten 05. Januar 2026 20 Uhr
THE MUSIC OF HANS ZIMMER
& OTHERS – FILMKONZERT
Kongresshaus Rosengarten 08. Januar 2026 20 Uhr
OSAN YARAN – AUS PRINZIP! Kongresshaus Rosengarten 10. Januar 2026 20 Uhr
GOLDEN ACE
DIE MAGIER (ZIRKEL DER MAGIE TOUR)
FRANZISKA WANNINGER: „WENN DU
WEN BRAUCHST, RUF MICH NICHT AN“
Kongresshaus Rosengarten 14. Januar 2026 19 Uhr
Gemeindezentrum St. Augustin 16. Januar 2026 20 Uhr
GREGOR GYSI – AUF EIN WORT Kongresshaus Rosengarten 21. Januar 2026 20 Uhr
WEDDING DAY 2026 – HOCHZEITSMESSE Kongresshaus Rosengarten 25. Januar 2026 13 bis 17 Uhr
SESTETTO STRADIVARI – KAMMERKONZERT Kongresshaus Rosengarten 26. Januar 2026 19:30 Uhr
R-ZIEHER: „BEST OF R-ZIEHER“ Gemeindezentrum St. Augustin 30. Januar 2026 20 Uhr
MOVING SHADOWS
SCHATTENTHEATER „ON FIRE“
Kongresshaus Rosengarten 06. Februar 2026 20 Uhr
18. COBURGER GESUNDHEITSTAG Kongresshaus Rosengarten 08. Februar 2026 9:30 bis 16 Uhr
VOLKER HEISSMANN SINGT UDO JÜRGENS
– FEAT. THILO WOLF BIG BAND
Kongresshaus Rosengarten 12. Februar 2026 19:30 Uhr
DIE NACHT DER MUSICALS – GALA Kongresshaus Rosengarten 13. Februar 2026 20 Uhr
Die Kulturtipps – eine Auswahl aus dem Veranstaltungsprogramm in Coburg. Mehr im Netz.
Das Programm des Landestheaters Coburg unter landestheater-coburg.de/besuch/spielplan.
84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
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23.880,00 €, Effektiver Jahreszins 0,0 %, gebundener Sollzins p.a. 0,0 %. Verbraucher haben ein gesetzliches Widerrufsrecht. Verpflichtung zum Abschluss einer
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AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 85
Jahre
SCHLOSS
SCHNEY
86 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
FRANKEN AKADEMIE
Advertorial
Text: Tim Birkner
Fotos: Reinhard Möller
ESSEN & TRINKEN,
LERNEN & TREFFEN
Schloss Schney wird 75 Jahre. Es ist und bleibt ein Treffpunkt zwischen
Kirche und Sportplatz, Bahnhof und ehemaligem Rathaus.
Hier tagen und proben Sportler und Sänger, hier organisiert die
Franken-Akademie seit 75 Jahren politische Bildung, hier feiern Familien
ihre Feste – und hier war 1981 Willy Brandt zu Gast.
„Davon reden die Leute immer noch. Es muss beeindruckend, mitreißend
und faszinierend gewesen sein“, sagt der heutige Geschäftsführer
Dierk Hain. Es zeigt die enge Verbundenheit des Ortsteils
Schney mit der SPD. Hier gründeten Arbeiter 1871 den dritten Ortsverein
in Deutschland überhaupt. Schloss Schney war von der SPD
geprägt – und gleichzeitig stets unabhängig. Darauf legten die Verantwortlichen
immer Wert.
„Heute sind wir ein Bildungshaus, das für alle offen ist“, sagt Hain.
Im vergangenen Jahr qualifizierten sich Hain, seine Mitarbeiter,
das Haus und die Abläufe nach dem Qualitätsmanagement-Modell
EFQM. „Für uns ist das eine wichtige Auszeichnung. Damit können
wir seit diesem Jahr auch Bildungsurlaube anbieten“, sagt Hain. Besonders
in den Sommermonaten sei dies eine beliebte Form, Lernen
und Urlaub miteinander zu verbinden. In vielen Bundesländern gibt
es ein Anrecht auf fünf Tage bezahlten Bildungsurlaub pro Jahr.
Die Geburtsstunde des Schlosses in der heutigen Form war 1951 mit
der Gründung des Vereins für Jugendpflege und Volksbildung. Er ist
der Träger des Hauses, nachdem die Freien Turner das Schloss 1950
gekauft hatten – und bald bemerkten, dass sie für diese Aufgabe einen
Partner brauchen würden. 44 Jahre später wechselte der Verein
den Namen und heißt seitdem Franken-Akademie. In 75 Jahren gab
es gerade einmal vier Vorsitzende. Auf Herbert Hauffe folgten Walter
Engelhardt und Susann Biedefeld. Seit 2023 ist Oliver Jauernig Vorsitzender
des Trägervereins.
Oliver
Jauernig
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 87
FRANKEN AKADEMIE
Jahre
SCHLOSS
SCHNEY
„Wir werden unser Jubiläum das ganze Jahr 2026 feiern“, sagt Hain.
Er möchte dafür das ganze Areal nutzen – dazu gehören das Schloss
wie die Tagungsräume und auch die Außenanlagen. „Wir liegen im
Kreuzungspunkt vieler Interessen und bringen die Menschen zusammen“,
sagt Hain. Dazu gehören gutes Essen genau so wie Diskussionen.
„Die Leute müssen miteinander reden. Das war 75 Jahre
lang das Prinzip, und das funktioniert heute noch genauso“, so der
Geschäftsführer. Er beherbergt auch Gäste aus dem CSU-nahen Bildungshaus
in Banz, wenn es dort einen Engpass gibt.
Oliver Jauernig betont: „Politische Bildung ist heute mindestens genauso
wichtig wie sie es vor 75 Jahren war. Wenn wir einander zuhören,
unterschiedliche Positionen verstehen und unsere Schlüsse daraus
ziehen, dann braucht es dafür auch einen Raum. Das ist Schloss
Schney.“
„Wenn an einem Wochenende die Turner sportlich aktiv sind, die
Sänger bei uns proben, eine Hochzeitsgesellschaft nach der Kirche
zum Feiern hinauf kommt – und gleichzeitig Bundeswehrsoldaten
politische Bildung bekommen, zeigt das unsere Vielfalt“, sagt Hain.
„Wir sind mit demokratischen Werten hier verwurzelt und wollen
das auch bleiben. Nah an den Menschen und mit ihnen im Gespräch“,
so Jauernig.
Für das Jubiläumsjahr arbeiten beide noch an konkreten Plänen.
Möglicherweise gelingt es ihnen, einen ähnlichen Eindruck zu hinterlassen
wie 1981 Willy Brandt. „Noch sind Name und Datum unter
Verschluss – doch wir werden das Geheimnis bald lüften“, freut sich
Hain.
Dierk Hain
GESCHICHTE
DES SCHLOSSES
Das Schloss Schney ist natürlich älter als 75 Jahre. Die erste befestigte
Burganlage an dieser Stelle stand bereits 1378. Das Schloss
wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, bis die Familie von
Schaumberg 1503 das Schloss übernahm. Es blieb fast 200 Jahre in
Familienbesitz. Durch Heirat gelangte das Schloss 1706 in den Besitz
des holsteinischen Grafen von Brockdorff. Sein Wappen hängt noch
heute über dem Eingang. Diese Familie war fast 170 Jahre Eigentümerin
von Schloss Schney. Es folgten mehrere Besitzerwechsel, bis
die Freie Turnerschaft Schney e.V. 1950 den früheren Adelssitz erwarb.
Mit einem ehrenamtlichen Einsatz von rund 18.000 Stunden
versuchten sie das Schloss wieder in einen ansehnlichen Zustand zu
bringen, brachen Stallungen ab und ersetzten sie durch erste Anbauten.
Seit 1951 pachtet und bewirtschaftet der Verein für Jugendpflege
und Volksbildung das Schloss. 1995 wird er umbenannt in Franken-Akademie
e. V. Seit 75 Jahren ist Schloss Schney ein Ort der
Bildung.
DIE ORGANISATION DER
FRANKEN-AKADEMIE
Die Franken-Akademie Schloss Schney e.V. ist ein gemeinnütziger
Verein unter freier Trägerschaft. Er wird von einem ehrenamtlichen
Vorstand geführt, dessen Mitglieder alle drei Jahre von der Mitgliederversammlung
gewählt werden. Das operative Geschäft der
Franken-Akademie Schloss Schney wird von einer hauptamtlichen
Geschäftsführung geleitet. Die bisherigen Vorsitzenden des Vereins
waren: Herbert Hauffe (1951 bis 1987), Walter Engelhardt (1987 bis
2008) und Susann Biedefeld (2008 bis 2023). Seit 2023 ist Oliver Jauernig
ehrenamtlicher Vorsitzender. Die operative Leitung des Hauses
liegt heute bei Dierk Hain und seiner Stellvertreterin Christine
Stöwer-Stubenrauch.
88 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
75 JAHRE SCHLOSS SCHNEY
WILLY
BRANDT
IN SCHNEY
Die Geschichte Schneys, des Schlosses und
auch der Franken-Akademie ist mit der Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands eng verknüpft.
Der Ortsverein der SPD, der hier 1871 gegründet
wurde, ist der drittälteste überhaupt – nach
Augsburg und Nürnberg. Die Freie Turnerschaft Schney
entstand in diesem gesellschaftlichen Klima – und wurde 1933
vom NS-Regime verboten. Kein Wunder, dass der Architekt und
SPD Landtags- und Bundestagsabgeordnete Herbert Hauffe sich
nach dem Krieg für die Freien Turner und die SPD einsetzte. Er ist
der Gründungsvorsitzende des Vereins für Jugendpflege und Volksbildung.
Wie alle seine Nachfolgerinnen und Nachfolger stand er für
sozialdemokratische Werte und zugleich, dass der Verein und später
die Akademie unabhängig von der SPD sind. Es gab und gibt keine
wirtschaftliche Verbindung zur SPD. Hauffe gelang es auch, zum
110. Geburtstag des Ortsvereins Willy Brand für eine Kundgebung
nach Schney einzuladen. Am Freitag, 24. Juli 1981, sprach der damalige
Altkanzler und Bundesvorsitzende der SPD in Schney. In seiner
Rede ging es auch darum, dass jetzt die öffentlichen Haushalte von
Bund, Ländern und Kommunen konsolidiert werden müssten. „Es
muss gespart werden, aber das muss gerecht geschehen“, sagte er.
Heilige Kühe dürfe es dabei nicht geben, aber den Stärkeren müsse
mehr zugemutet werden. Er schloss mit einem Appell für Frieden,
Freiheit und Gerechtigkeit. Im Festjahr „75 Jahre Bildungsarbeit
auf Schloss Schney“ möchte Geschäftsführer Dierk Hain an diesen
über Jahrzehnte wirkenden Besuch anknüpfen. „Wir arbeiten an der
Überraschung – und Glück werden wir auch noch dazu brauchen“,
so Hain.
Wer sich für politische Bildung interessiert oder eine einen
Ort sucht, um seine Feier abzuhalten — für jeden wird ein
individuelles Angebot zusammengestellt:
Franken-Akademie Schloss Schney
Schlossplatz 8 · 96215 Lichtenfels – Schney
Telefon: 09571 97500 · E-Mail: info@franken-akademie.de
Ansprechpartner für Feste, Feiern und Übernachtungen:
· Dierk Hain, Geschäftsführer, 09571 9750-24
· Christine Stöwer-Stubenrauch, stellv. Geschäftsführerin,
09571 9750-20
· Brigitte Eichner-Grünbeck, Seminarleiterin, 09571 9750-16
Wer sich über das Schloss Schney und die Frankenakademie
informieren möchte, kann das auch im Internet tun. Die
Homepage ist unter www.franken.akademie.de erreichbar.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 89
VGN
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94 COBURGER | DAS MAGAZIN
BAD STAFFELSTEIN
Staff elstein
Advertorial
Text: Tim Birkner
Fotos: Frank Heuer
feiert sein BAD
2026 ist für Bad Staffelstein ein besonderes Jahr:
Für Bürgermeister Schönwald ist das ein Ansporn:
Gleich zwei Jubiläen laden zum Feiern ein – 25 Jahre „Ich habe die Herausforderung gerne
der Titel „Bad“ und 40 Jahre Obermain Therme. „Die angenommen, diesen Erfolgsweg weiterzuführen
und bin mit meinen Partnern stets bemüht,
Bad-Anerkennung ist die Krönung einer Erfolgsgeschichte“,
sagte damals Landrat und vormalige Bürgermeister
das volle Potenzial zu nutzen, weitere Gesundheitsangebote
zu schaffen, die Attraktivität
Reinhard Leutner. Der damals amtierende Bürgermeister
Georg Müller jubelte vor 25 Jahren: „Ich bin der glücklichste
Mensch! Eine Wahnsinnsarbeit von einem Vierteljahrhundert
ist nun belohnt worden.“
unsere Gäste, Bürger und die ganze
zu steigern und den Tourismus zu stärken für
Region.“
Der Titel war da – und die Arbeit ging dennoch immer weiter.
Heute sagt Mario Schönwald: „Als Erster Bürgermeister
übernahm ich von meinen Vorgängern ein sehr großes Erbe.
Die früheren Amtsinhaber sorgten für die notwendigen Voraussetzungen
für die Badanerkennung, führten die Entwicklung
fort und passten sie den gesellschaftlichen Wünschen im
Gesundheits- und Wellnessbereich an, um Bad Staffelstein zu
dem heutigen Tourismuszentrum am Obermain zu etablieren.“
Ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Stadt begann
1975, als in 1.600 Metern Tiefe eine außergewöhnliche Quelle
erschlossen wurde: mit 52 Grad die wärmste und stärkste
Thermalsole Bayerns. Mit der Eröffnung der Obermain Therme
1986 wurde Staffelstein neu entdeckt – und bald zum
beliebten Ziel für Gesundheits- und Erholungssuchende.
Wachsende Übernachtungszahlen und
die Eröffnung des Kurparks mit Gradierwerken
und Seebühne 1999 prägten den
Weg. Schließlich wurde der Stadt am
15. November 2001 in Anerkennung
dieser Entwicklung der begehrte
Titel „Bad“ verliehen. Heute, ein
Vierteljahrhundert später, ist
Bad Staffelstein als Heilbad fest
etabliert – und die Obermain
Therme gilt als eine der führenden
Wellness- und Gesundheitsanlagen
Deutschlands.
Dieses stolze Jubiläum feiert Bad Staffelstein auf vielfältige
Weise – mit besonderen Veranstaltungen, kulturellen Höhepunkten
und regionalen Genüssen. Jeden Donnerstag wird es
um 14 Uhr die Jubiläums-Stadtführung geben. „Erleben Sie,
wie sich Bad Staffelstein von einer Idee zu einem der fü hrenden
Wellness- und Gesundheitsstandorte Bayerns entwickelt
hat. Bei dieser besonderen Tour entdecken Sie spannende
Meilensteine und interessante Hintergrü nde aus 40 Jahren
Obermain Therme und 25 Jahren Bad-Anerkennung“, verrät
Tourismus-Leiterin Anne Maria Schneider. Die Führung
dauert eine Stunde und startet am Eingang der Obermain
Therme. Das Altstadtfest (vom 24. bis 26. Juli) wird am Sonntag
um einen besonderen Programmpunkt ergänzt, denn
Thermenkönigin Jennifer II. lädt zu einem großen Königinnentreffen
ein. Den feierlichen Höhepunkt bildet die Jubiläumsveranstaltung
am 14. November 2026 in der Adam-Riese-Halle
mit Live-Musik und spannenden Beiträgen unter
anderem von Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold.
Tourist Information
Bad Staffelstein
Bahnhofstraße 2
96231 Bad Staffelstein
www.bad-staffelstein.de
tourismus@bad-staffelstein.de
Tel. 09573 33 12 0
COBURGER | DAS MAGAZIN 95
1986 – 2026
40 JAHRE
Obermain Therme
EIN JUBILÄUM, DAS STOLZ
MACHT UND ZU HERZEN GEHT
Seit der Eröffnung im Jahr 1986 entwickelte sich die Obermain Therme in
den letzten vier Jahrzehnten zu einem in dieser Form einzigartigen, zigfach
ausgezeichneten Heil- und Wellnessbad. 2026 feiert die Obermain Therme
ihren 40. Geburtstag. Alle sind einge laden, ein Jahr lang dieses bedeutsame
Jubiläum ausgiebig und voller Freude zu feiern. Das wäre für die Therme die
größte Ehre und das schönste Geschenk.
GANZJÄHRIG:
Jubiläumscocktail „SPARKLY SARTI“
& Jubiläumsbier
OBERMAIN THERME
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VERTRAUTES &
ÜBERRASCHENDES
Im Jubiläumsjahr erwartet Sie ein
unterhaltsamer Mix aus vertrauten
Events, festlichen Aktionen und
„Geburtstagseditionen“ der
beliebtesten Angebote.
26.03. – 11.04.
Gesundheitswochen
FRÜHLINGSSCHÖN &
KERNGESUND
25.04.
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ZURÜCK IN DIE
80ER
01.06.– 31.08.
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12.06., 10.07. & 14.08.
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JUBILÄUMS-
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Jubiläumsedition
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25.12.26 – 09.01.27
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02.01.
JAHRESAUFTAKT
Das Jahr beginnt mit einer Kranzniederlegung zu
Ehren der Gründerväter inklusive einer prickelnden
Aufmerksamkeit für alle Gäste.
17.01.
SAUNA-EVENT: FEUER & EIS
SAUNA-DIPLOM
26.01. – 30.01.
02.03. – 06.03.
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40 JAHRE
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13.07. – 17.07.
05.10.– 09.10.
31.07. & 28.08.
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11.09. & 12.09.
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29.10. – 07.11.
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finden Sie auf der Aktionsseite:
www.obermaintherme.de/40jahre
COBURGER | DAS MAGAZIN 97
ROUND TABLE 151 COBURG
DIE COBURGER
COMEDY GALA 2026
VIER KÜNSTLER, EIN ABEND VOLLER ENERGIE UND HUMOR
Am 5. JANUAR 2026 verwandelt sich der Rosengarten wieder in Coburgs größte Comedy-Bühne.
Die COBURGER COMEDY GALA geht in die nächste Runde – und sie bringt in
diesem Jahr ein Line-up auf die Bühne, das für Tempo, Vielfalt und jede Menge Lacher
steht.
„Unser Ziel ist es, Coburg gleich zu Beginn des Jahres mit einem Abend voller
Freude, Leichtigkeit und Gemeinschaft zu starten“, SAGT FABIAN METZNER –
ROUND TABLE COBURG. „Und das gelingt mit diesem Künstlerteam garantiert.“
EIN ABEND, DER MEHR KANN
ALS NUR UNTERHALTEN
Neben dem Unterhaltungswert hat die
Gala jedoch eine zweite Ebene: Sie verbindet
Humor mit lokalem Engagement.
„Dank unserer Sponsoren ist jedes
verkaufte Ticket zu 100 % Gewinn –
komplett ohne Abzüge.“
FABIAN METZNER
Bekannt aus NightWash und dem Quatsch
Comedy Club, bringt Timur stand-up pur:
schnell, ehrlich, scharf beobachtet. Eine
Mischung aus Alltagssatire und Charme,
die sein Publikum sofort packt.
Timur Turga
Musik, Witz und Improvisation in Perfektion:
Christoph Reuter – vielen bekannt als
kongenialer Partner von Vince Ebert –
liefert musikalischen Humor auf höchstem
Niveau. Ein Virtuose am Klavier, der
Lachtränen und Staunen zugleich erzeugt.
Christoph Reuter
In den vergangenen Jahren kamen so
beachtliche Summen zusammen:
2025: 14.789,50 €
2024: 12.587,50 €
Für dieses Jahr hat Round Table Coburg
ein klares Ziel:
„Wir möchte, dass wir erstmals die
20.000-EURO-MARKE knacken. Es ist
ambitioniert – aber Coburg kann das.“
WOFÜR WIRD DAS GELD VERWENDET?
Wir haben wieder unseren Förderpreis
für Herzensprojekte ausgerufen. Jeder
kann sich bewerben – unkompliziert,
transparent, ohne Hürden.
Kristina Bogansky
Frech, direkt und mitten aus dem
modernen Leben: Kristina Bogansky
verbindet Alltagssituationen, Beziehungs-
Chaos und pointierten Humor zu einer
energiegeladenen Stand-up-Experience.
Hani Who
Einer der aktuell größten Shootingstars der
deutschen Comedy: Hani Who begeistert
mit authentischem Humor, Social-Media-
Hits und Geschichten, die mal leise
berühren und mal laut explodieren – immer
echt, immer nahbar.
„Wir fördern Projekte, die Menschen bewegen,
helfen, integrieren und stärken.“
FABIAN METZNER
Infos & Bewerbung
für Herzensprojekte:
www.rt151.de/herzensprojekte
Tickets & Infos
Tickets & Infos
5. JANUAR 2026
Kongresshaus Rosengarten Coburg
Tickets: www.coburger-comedy-gala.de
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 99
Hotel-Entdecker-Tage in der Weltkulturerbestadt Bamberg
Das unvergleichliche Flair der UNESCO-
Weltkulturerbestadt Bamberg erleben durch malerische
Gassen schlendern, fränkische Gastlichkeit genießen
und mitten in der Altstadt entspannen im Hotel Villa
Geyerswörth und der Brasserie LaVilla Bamberg.
ENTDECKE BAMBERG
DAS FRÄNKISCHE ROM
2 NÄCHTE
ENTDECKE BAMBERG
DAS FRÄNKISCHE ROM
1 NACHT
• Direkt in der Altstadt von Bamberg
gelegen – also mitten im Weltkulturerbe
• Kulinarischer Abend in Frank(en)reich
• Ruhige Lage in einer Garten-Insel – ideal
zum Erleben der Stadt und Entspannen
• Hochwertige Ausstattung: Fitness &
Sauna, hochwertige Matratzen,
Klimaanlage, Tiefgarage
• Gute Ausgangslage für Sightseeing: viele
der historischen Highlights von Bamberg
zu Fuß erreichbar
2x Übernachtung
(kostenfreies Upgrade nach
Verfügbarkeit & Sauna inklusive)
4x Frühstück
4x Abendessen
(3 Gang Auswahlmenü)
1x Bamberg Treatment
(1x Rauchbier/ 2x Praline Storath /
Infomaterial Bamberg)
2x Erlebnisführung „Faszination Welterbe“
(täglich um 14:00 Uhr (Dauer 2 Stunden /
Start Geyerswörthstraße 5)
1x Übernachtung
(kostenfreies Upgrade nach
Verfügbarkeit & Sauna inklusive)
2x Frühstück
2x Abendessen
(3 Gang Auswahlmenü)
1x Bamberg Treatment auf dem Zimmer
2x Erlebnisführung „Faszination Welterbe“
(täglich um 14:00 Uhr (Dauer 2 Stunden/
Start Geyerswörthstraße 5)
TOTAL: 372€
(186€ pro Person)
TOTAL: 198€
(99€ pro Person)
Aufenthaltszeitraum Januar bis März 2026
Anreise Montag bis Freitag | Verfügbarkeit auf Anfrage
Anfragen an info@villageyerswoerth.de | Nur als Doppelzimmer buchbar
Hotel Villa Geyerswörth & Brasserie La Villa
Geyerswörthstraße 15-21a
96047 Bamberg
Reservierung:
0951 9174-516
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100 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
VERANSTALTUNGSTIPPS DER AGENTUR STRECKENBACH
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SO KANN DER WINTER KOMMEN
COMEDY UND KABARETT IM DEZEMBER
UND JANUAR MIT KÜNSTLERINNEN UND
KÜNSTLERN DER AGENTUR STRECKENBACH
STEPHAN ZINNER: PRACHTEXEMPLAR
Wann? 11. Dezember 2025 | Beginn: 20 Uhr
Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg
OSAN YARAN: „AUS PRINZIP!“
Wann? 10. Januar 2026 | Beginn: 20 Uhr
Wo? Kongresshaus Rosengarten Coburg
Als Schauspieler, Kabarettist und Musiker weiß Stephan Zinner: Das härteste Publikum
wartet zuhause – die eigene Familie. Trotzdem stellt er sich gerne den Herausforderungen
als Koch von trendigem Soulfood, Fahrdienstleiter, Christbaum Chefeinkäufer,
Heimwerker und Schwiegersohn. Dafür bekommt er zwar nicht immer Applaus,
die Verletzungsgefahr ist hoch und die Gage niedrig, aber ein Lächeln ist eh viel mehr
wert. Da hält man sogar die Welt da draußen aus, voller Scheuklappenträger auf ihrem
eiligen Weg zur Selbstoptimierung. Zinners Kurzgeschichten erzählen von kleinen
Siegen und fulminanten Alltagspleiten zwischen Bühne, Baumarkt und Familientisch.
Getragen vom rustikalen Feingeist eines genialen Unterhaltungskünstlers, versammeln
sie sich zu einem von Florian Mitgutsch illustrierten Prachtexemplar von Buch.
MIRJA REGENSBURG: HAPPY
Wann? 12. Dezember 2025 | Beginn: 20 Uhr
Wo? Kongresshaus Rosengarten Coburg
„Don't worry, be happy!“ „Happy wife, happy life!“ „Choose happy!“ Vom Wandtattoo
bis Mottoshirt: Feel-Good-Botschaften wie diese gibt es unzählige. Wenn`s nur
so einfach wäre! Glücklich sein wollen wir alle, aber wer kriegt ́s auch wirklich hin?
Mit ihrem neuen Programm HAPPY. verspricht Mirja Regensburg: Gemeinsam
schaffen wir ́s – und es wird ein Riesenspaß! In ihrer Show lernen wir die merkwürdigsten
Menschen der Welt kennen: Uns selbst! Dabei werden wir herausfinden,
wer uns das Glücklichsein am schwersten macht. (Spoiler: Es sind in den seltensten
Fällen „die Anderen“.) Mirja erzählt uns auf ihrem Weg zum Glück von den alltäglichsten
Situationen, in denen wir uns alle wiederfinden. Vielleicht ist es manchmal
nur eine Frage der Perspektive: Ärgere ich mich, wenn überall Socken des Partners
„herumstehen“ oder bin ich einfach froh, dass er überhaupt noch da ist? Ist mein Glas
halb voll, halb leer oder bin ich Flaschenkind? Was macht uns überhaupt HAPPY.?
Familie, Geld, Sport, eine neue Harley oder Schuhe und Schokolade? Kein grummeliger
Mensch ist vor Mirja sicher.
MATTHIAS EGERSDÖRFER: „LANGSAM“
Wann? 12. Dezember 2025 | Beginn: 20 Uhr
Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg
In der Früh fängt es manchmal an, dass der Himmel ohne Vorwarnung auf dich herunterstürzt.
Die Frau hat zu wenig oder zu viel geschlafen. Sie redet drauflos. Unter
einer Lawine aus Wörtern wirst du verschüttet. Da hast du noch keinen Schluck
Kaffee getrunken. Du bist froh, dass die Erdanziehungskraft funktioniert und warst
gerade dabei, deine Finger zu zählen. Schlimm an der Situation ist die hohe Geschwindigkeit,
mit der die Wörter gesprochen werden. Schlimm ist das Gerenne der
Mitmenschen in den Straßen, das Rasen der Traktoren über die Felder, die Hochgeschwindigkeit,
mit der die Nachrichten und Katastrophen blitzen und donnern.
Es ist einige Jahre her, dass der Egers einmal in einer Küche gearbeitet hat. Die Küchenchefin
hat in kurzer Zeit dreihundert Mal zu ihm gesagt, dass er sich beeilen
soll. Der Egers hat es versucht. Aber es ging nicht schneller. Der Egers ist langsam. Er
schneidet Zwiebeln langsam, denkt langsam und spricht meistens nicht besonders
schnell. In dieser Langsamkeit hat er auch das neue Programm geschrieben. Das hat
sehr lange gedauert. Buchstabe um Buchstabe, Wort um Wort. Satz um Satz. Mit
einer trägen Wucht stemmt sich der Kabarettist darin gegen die Schnelligkeit der
Welt. Der ganze Abend feiert die Langsamkeit und deswegen werden auch die Geschichten
nicht in erhöhtem Tempo vorgetragen.
TICKETS: An allen bekannten VVK-Stellen oder
online ausdrucken unter www.agentur streckenbach.de
„Aus Prinzip!“ - so heißt das brandneue Programm von Osan Yaran. Ehemann,
Familienvater und Ex-Lidl-Filialleiter. Mit seinen täglichen Reels im Internet erreicht
der mehrfach preisgekrönte Comedian stets hunderttausende Zuschauer.
Er baute sich so in kurzer Zeit eine riesige Fangemeinde auf, die auch schnell
seine Live-Auftritte stürmte. Nach einer ersten ausverkauften Tour folgt nun mit
„Aus Prinzip!“ sein zweites Programm, mit dem der hoffnungslose Idealist ab
Herbst 2024 durch Deutschland, Österreich und Schweiz auf Tournee geht! Er
thematisiert den Wahnsinn des Alltags und führt seine Erlebnisse pointiert ad
absurdum. Mit perfektem Timing spricht er darüber, dass man Klischees mit
Humor begegnen muss, warum Teenager ein schwarzes Loch für Nahrungsmittel
sind und Frauen auch gerne mal pupsen dürfen. Am Ende wird sich herausstellen,
ob Osans Alltag Wahnsinn ist oder doch eher sein Blickwinkel.
FRANZISKA WANNINGER: „WENN DU
WEN BRAUCHST, RUF MICH NICHT AN“
Wann? 16. Januar 2026 | Beginn: 20 Uhr
Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg
Die Telefonleitungen glühen, denn Franziska Wanninger bringt nach ihrem Erfolgsabend
„Für mich soll’s rote Rosen hageln“ ein neues Kabarettprogramm
raus! „Wenn du wen brauchst, ruf mich nicht an“ ist eine kurzweilige Melange
von erfrischender Ehrlichkeit. Denn wer gibt schon gern zu, dass die eigenen
Ratschläge öfter mal nach hinten los gehen. Schließlich sind alle Paare, bei denen
die preisgekrönte Kabarettistin Trauzeugin war, längst wieder geschieden. Geboren
im Aszendenten „ein Wunschkind warst du nicht“, dafür ausgestattet mit
einer gehörigen Portion Humor, hat Franziska Wanninger schon früh gelernt,
widrige Umstände in herrlich komische Geschichten zu verwandeln. Sie erzählt
von der Lässigkeit des Älterwerdens, viel zu früh gestorbenen Goldfischen und
den Abgründen ihrer ganz und gar nicht normalen Familie. Freuen Sie sich auf
einen lustigen Abend, umrahmt von schmetterndem Gesang, gespickt mit pointierten
Abhandlungen über nichts Geringeres als das Leben an sich: Umzüge,
Hotelbetten, die Liebe, das Glück und der Tod! Und das Glück, zwar schon über
40, aber wenigstens noch nicht tot zu sein. Charmant und mit großer schauspielerischer
Komik reißt „La Wanninger“ in gewohnter Manier ihr Publikum mit
und lässt es teilhaben an ihren großartig ersponnenen doppelbödigen Figuren.
R-ZIEHER: „BEST OF R-ZIEHER“
Wann? 30. Januar 2026 | Beginn: 20 Uhr
Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg
In seinem Programm „Best of R-zieher“ wechselt er in der Kürze eines Lidschlags von
tiefgreifenden Pointen über musikalische Einlagen bis zu leidenschaftlich gespielten
und punktgenau karikierten Parodien seiner Mitmenschen. Yves Macak ist seit über
20 Jahren staatlich geprüfter R-zieher und öffnet die Tür in die Welt der unbesungen
Helden und Heldinnen unserer Zeit, die sich jeden Tag aufs Neue einem Kampf gegen
Erdnussallergie, Laktoseintoleranz und den immer größer werdenden Erwartungen
der Helikoptereltern stellen müssen. Mit vollem Stimm- und vor allem Körpereinsatz
berichtet er mitreißend und pointiert über den langen Weg vom Menschen zum
R-zieher und lässt mit Lachtränen in den Augen hautnah nacherleben, wie sich der Berufsalltag
in Kitas, Schulen und Jugendfreizeitheimen wirklich anfühlt. Yves Macak
präsentiert einen Abend voller pädagogisch fragwürdiger, visuell allerdings höchst
mitreißender Komik und herrlichen musikalischen Einlagen von einem Pädagogen,
wie er im selbstgeschöpften und mittels Kartoffeldruck hergestelltem Buche steht.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 101
BUCHTIPPS
Advertorial
BUCHEMPFEHLUNG
MARTIN VÖGELE VON DER BUCHHANDLUNG RIEMANN
Vom Stromkreis, der Wirklichkeit und den kleinen Funken dazwischen
Der vielfach ausgezeichnete deutsch-bosnische Schriftsteller Saša Stanišić zeigt mit seinem neuen Buch
„Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“ einmal mehr, wie herrlich
verspielt und zugleich berührend unsere Sprache sein kann. Schon der Titel deutet an, wohin die Reise
geht: in eine Welt, in der das Alltägliche mit einem einzigen gedanklichen Kurzschluss in ein Feuerwerk aus
Fantasie, Humor und Nachdenklichkeit verwandelt wird.
Der Untertitel des Buches lautet „Eine Ermutigung“, der Inhalt besteht aus gehaltenen und noch zu haltenden
Reden gegen das Nichtstun. Die Ideen, die Stanišić entfaltet, kreisen um die Themen seines Lebens: Sprache
und Literatur, Migration und Integration, Jugend und Herkunft.
Die Beispiele, Bilder und Geschichten, in die der Redner seine Gedanken verpackt, sind vielfältig. Er springt
von einer Erinnerung zur nächsten, von einer Begebenheit zur anderen, und doch hält alles wunderbar
zusammen. So wie ein Stromkreis eben: auch wenn die Leitungen wild erscheinen, fließt der Strom
zuverlässig und konstant.
Gebundenes Buch
160 Seiten
ISBN: 978-3-630-87840-9
22,00 Euro
eBook:
ISBN: 978-3-641-34044-5
19,99 Euro
Hörbuch (MP3-CD):
Hördauer: 3h 43min
Ungekürzte Lesung mit Saša Stanišić
ISBN: 978-3-8445-5516-5
24,00 Euro
Hörbuch (Download):
Hördauer: 3h 43min
Ungekürzte Lesung mit Saša Stanišić
ISBN: 978-3-8445-5517-2
23,95 Euro
Zum Titel im RIEMANN-Shop:
Wie so oft gelingt es dem sprachvirtuosen Autor, aus kleinen Momenten große Geschichten zu machen. Er
beschreibt, wie ein Zufall – oder ist es Schicksal? – dafür sorgt, dass seiner Familie die Flucht aus Bosnien
gelingt, oder verhindert, dass er als junger Mann wieder abgeschoben wird. Seine Beschreibungen sind
kleine literarische Glanzstücke; vieles ist hinreißend komisch, manches still melancholisch, und fast alles
bewegt sich auf der schmalen Linie, auf der Humor und Ernst einander berühren.
Die kleinen Episoden formen sich nach und nach zu einem größeren Ganzen: einem Bild davon, wie wir uns
in der Welt zurechtfinden, wie wir uns Herkunft und Zukunft zusammenbasteln und wie wir manchmal erst
im Erzählen erkennen, wer wir eigentlich sind.
„Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“ ist ein kluges, witziges und
warmherziges Buch, das zeigt, wie viel Schönheit im Unordentlichen steckt. Was es so besonders macht, ist
Stanišićs feiner, federnder Ton. Er, der bis zu seinem 14. Lebensjahr kein Wort Deutsch sprach, schreibt mit
einer Leichtigkeit, die nie banal wirkt, und mit einer Genauigkeit, die nie schwer wird. Sein sprudelndes
Vergnügen an Sprachwitz und -spiel ist ansteckend, beneidens- und bewundernswert.
INHALTSANGABE „MEIN UNGLÜCK BEGINNT DAMIT, DASS DER STROMKREIS
ALS RECHTECK ABGEBILDET WIRD“
Hilft ja nix: Wir müssen den Härten und dem Leid der Menschen etwas entgegensetzen. Krieg, Armut, Faschismus,
was alles noch. Jeder kann was tun, jeder. Was geben, wo helfen, so was. Verantwortung übernehmen.
Wenn schon alles den Bach runtergeht, dann wenigstens in Würde, verdammte Axt. Auf Literatur setzt
kaum noch jemand ernsthaft und das nicht erst seit Handys. Trotzdem hast du grad ein Buch in der Hand und
überlegst, ob du es kaufen sollst. Es sind Reden drin. Findest du bescheuert, weil Reden hält man und basta.
Versteh ich. Hier trotzdem
eine (unvollständige) Liste,
was du verpassen würdest:
• Sieben Mal das Wort
„unwahrscheinlich“
• Meinen Großonkel Stevo,
der Ende 1990 sechs
Richtige im Lotto erriet
und direkt ertrank
(gemeinsam mit einem
Trompeter)
• Einen Stuhl in einem
Hinterhof
©Magnus_Terhorst
VITA SAŠA STANIŠIĆ:
Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad
(Jugoslawien) geboren und lebt seit
1992 in Deutschland. Seine Erzählungen
und Romane wurden in über 30
Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.
Saša Stanišić erhielt u. a. den
Preis der Leipziger Buchmesse für „Vor
dem Fest“ und für „Herkunft“ den Deutschen
Buchpreis 2019 sowie u. a. den
Eichendorff-Literaturpreis, den Schillerpreis
und den Hans-Fallada-Preis. Er
lebt und arbeitet in Hamburg.
102 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
IN EIGENER SACHE
IMPRESSUM
COBURGER – Das Magazin
Ausgabe 72/ November 2025
13. Jahrgang
Auflage 3.500 Stück
www.das-magazin.de
Verlag:
MARKATUS
Marketing | Film | Social
Coburger Straße 7 (Gebäude 2)
96472 Rödental
Telefon 0 95 61 973 45 00
www.markatus.de
Herausgeber & Chefredakteur:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 690 52 84
wh@markatus.de
Gründungsherausgeber:
Peter Einheuser
Wolfram Hegen
Redaktion/Autoren dieser Ausgabe:
Julian Barthel
Christina Hauptmann & Senta Steinhauser
Wolfram Hegen
Heidi Schulz-Scheidt
Roland Spranger
Fotografen dieser Ausgabe:
Michael von Aichberger
Artvel
Yves Alloinde
Julian Barthel
Sebastian Buff
Simone Hopf
Frank Wunderatsch
Titelbild:
"Weihnachtsmarkt in Coburg"
nach einem Foto von Andreas Brückner
Layout/Illustrationen:
Lisa Geyer
Björn Hieber
Julia Spörl
Th e a S t e g n e r
Axel Straubinger
Grundlayout:
Peter Einheuser
Ehrenredakteurin:
Gabi Arnold
Kreative Pause:
Monaco Franke alias Wolfram Porr
Anzeigengestaltung:
MARKATUS
Marketing | Film | Social
Anzeigenvertrieb:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 69 05 284
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Anke Feuer
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IN EIGENER SACHE
WEITERE TERMINE
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COBURGER # 73 20.02.26
COBURGER # 74 17.04.26
COBURGER # 75 03.06.26
COBURGER # 76 07.08.26
COBURGER # 77 16.10.26
COBURGER # 78 27.11.26
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Wolfram Hegen, wh@markatus.de, 0171/ 690 52 84.
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Am besten gleich folgen.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 103
104 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
G A L E R I E
S I N C H E N - F O T O G R A F I E
Simone ist gespannt, welche Menschen sie
noch auf ihrem Weg in die Sichtbarkeit begleiten
darf - und freut sich über Anfragen unter
www.sinchen-fotografie.de
Simone Hopf, in Coburg und Umgebung besser bekannt als
Sinchen-Fotografie, steht mit ihrer Fotografie für ausdrucksstarke,
emotionale und authentische Portrait und Businessfotos.
Hauptberuflich im HR-Bereich tätig, weiß sie, wie entscheidend
ein erster Eindruck ist. Dieses Wissen bildet die
Grundlage ihrer Arbeit als Fotografin. Mit Feingefühl und
strategischem Blick begleitet sie Menschen in eine ausdrucksstarke
Sichtbarkeit. Als aufmerksame Beobachterin lässt sie
beim Shooting Situationen natürlich entstehen und hält somit
echte Momente fest. Mit ihrem geschulten Blick erkennt
sie Potenziale und unterstützt Menschen dabei, ihre Persönlichkeit
sichtbar zu machen – sei es im Business-Kontext, in
privaten Portraits oder bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten
oder Events. Ihre Arbeiten tragen eine unverkennbare
Handschrift, die für echten Wiedererkennungswert sorgt.
Viele Unternehmer:innen haben dank ihr bereits eine klare
und wiedererkennbare Präsenz aufgebaut – ein unschätzbarer
Wert im heutigen Markt.
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 105
SIMONE HOPF
106 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
SIMONE HOPF
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 109
SIMONE HOPF
110 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
ANDREAS BRÜCKNER
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 111
ZWA IM BRÖTLA
Für den COBURGER von Andreas Leopold Schadt & Roland Spranger
Weihnachtsstollen am FKK-Strand
Von Roland Spranger
Weihnachten greift dich dann an, wenn du am wenigsten damit rechnest. Bei mir ist es Ende
August soweit gewesen. Ich habe mich dagegen gewehrt, so gut ich konnte, aber na ja…
Weihnachten gewinnt immer.
ZWA IM BRÖTLA
Doch von Beginn an:
An einem richtig heißen Sommertag war ich zu einer
ausgiebigen Radtour aufgebrochen. Immer schön
durch die oberfränkische Mittelgebirgslandschaft.
Gefühlt mehr bergauf als bergab. Verschwitzt legte
ich eine Pause an der FKK-Zone meines Lieblings-Badesees
ein. Ich rein ins Wasser. Schön kalt. Im
ersten Moment wie Rasierwasser auf der
ganzen Haut. Danach raus aus dem Wasser
und mit geschlossenen Augen im Gras
liegend sonnentrocknen lassen. Mit geschlossenen
Augen im Gras liegend offenbaren
sich die Nachteile der FKK-Zone.
Es gibt einen Typen, der unglaublich laut
spricht – und wenn ich „laut“ sage meine
ich „laut laut“. Der hat zu allem eine Meinung.
Zu wirklich allem. Man kann gar
nicht genug Sonnencreme in die Ohren
schmieren, um sich vor der lauten Stimme
des FKK-Alleinunterhalters in Sicherheit
zu bringen. Selbst sehr zähflüssige Sonnencreme
mit Schutzfaktor 50 hilft nicht.
Schwachsinn kommt halt doch überall
durch. Da kannst du nix machen. Gerade
als ich mich mit einem dezent meditativen
Schlummerzustand angefreundet hatte,
ertönte der Hallo-Wach-Ruf: „Ho Ho Ho!
Weihnachtsstollen!“ Vorsichtig öffnete
ich die Augenlider. Halb. Bloß nicht zu
viel Aufmerksamkeit vortäuschen. „Jemand
Weihnachtsstollen?“
Schon war der Typ durch die nackten Leiber
unterwegs und verteilte Weihnachtsstollen.
Ein schneller Blick, um abzuschätzen,
wie weit mein Fahrrad entfernt
stand und die anderen Fluchtwege zu
sondieren. Um über den Wasserweg zu entkommen,
schwimme ich nicht gut genug. Unnachgiebig wurde
der Stollen verteilt. Als der lebende Lautsprecher
bei mir ankam, hielt er mir ein Stück Weihnachtsstollen
direkt vor die Nase. Fett Rosinen und Orangeat.
Dahinter baumelte sein Penis. Es gibt Dinge,
Geniale Kombination aus Kultur und Sport:
Neue Pläne für Landestheater und Schwimmbad
lösen zwei Zukunftsthemen auf elegante Weise
die will man sich nicht zu Essen vorstellen. „Danke,
nein.“ Der FKK-König schaute mich vorwurfsvoll
an. „Willst du wirklich Außenseiter sein?“ Vorsichtig
schaute ich mich um. Lauter nackte Leute, die weihnachtstollenkauend
in meine Richtung glotzten. „Für
mich ist das voll okay“, erklärte ich. „Außenseiter und
so.“ Der braungebrannte Typ schaute mich verständnislos
an. „Eine frühkindliche Störung“, sagte ich entschuldigend.
„Ich mag einfach keinen Stollen. Er liegt
mir wie Beton im Magen und hinterher bekomme ich
davon Pickel.“ Die Augenbrauen des FKK-Lautsprechers
zogen sich bedrohlich zusammen. „Bist du etwa
einer von diesen Anti-Weihnachts-Bolschewiken?“
Ich zuckte hilflos mit den Schultern. Wenn du nackig
bist, schaut es besonders hilflos aus, wenn du mit
den Schultern zuckst. Vor allem, wenn ein Zweieinhalb-Zentner-Mann
über dir steht. Scheiße, dachte
ich, hoffentlich lässt sich der Typ nicht auf dich fallen.
„Ich hab wirklich keine vorweihnachtlichen Hungergefühle.
Außerdem wollte ich gerade gehen.“ „Iss!“
Die Rosinen waren jetzt sehr nah vor
meinen Augen. Tastend suchte ich meine
Unterhose. „Iss!“ brüllte der Weihnachsstollen-Fanatiker
und startete sofort den
Versuch, das Backwerk in meinen Mund
zu pressen. Das Orangeat blieb in meinen
Brusthaaren hängen, während die Rosinen
auf mein Gemächt runterpurzelten.
Natürlich wehrte ich mich. Aber so eine
Auseinandersetzung zwischen nackten,
eingecremten Männerkörpern ist kein
Kindergeburtstag. Man kriegt den anderen
nirgendwo zu fassen. Jedenfalls nicht
an gesellschaftlich anerkannten Stellen.
Natürlich haben die bei der antiken
Olympiade auch nackt gekämpft – aber
im klassisch Griechisch-Römischen-Stil
wird ja der ganze Unterkörper ausgeblendet.
Wenn du dich mit einem wütenden
Kerl aus einer anderen Gewichtsklasse
über den Rasen wälzt, verschwimmen
solche Feinheiten. Ich konnte den perfekten
Griff setzen. Die Körperstelle kannte
mein Gegner bis dahin gar nicht… Aufspringen
und rennen. Ich erreichte das
Fahrrad vor der sonnengebräunten Zombie-Horde,
die hinter mir her war. Ohne
Unterhose nahm ich natürlich nicht den
Weg über den Kinderspielplatz. Ich weiß
ja, was sich gehört. Der Nachbarhund, der sonst immer
kläfft, wenn ich vorbei fahre, glotzte nur blöd.
Da begriff ich das erste Mal, dass ich mich erfolgreich
gegen Weihnachten gewehrt hatte. Trotzdem wusste
ich: Eine gewonnene Schlacht entscheidet noch nicht
den Krieg.
112 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
AUF EIN WORT
RIDENTEM DICERE VERUM
JANUAR 2026:
„Ich lauf aber immer so rum“: OB Sauerteig schmunzelt über
Kostümpreis bei Prunksitzung
FEBRUAR 2026:
Sensation und Baustopp: Bisher unbekannte Eidechsenart
lebt in Schlaglöchern im Weichengereuth
MÄRZ 2026:
CSU verliert OB-Wahl: Hartan wittert Wahlbetrug
und fordert Neuauszählung
APRIL 2026:
Stadt sagt Coburger Convent ab: „Nicht gut fürs Stadtbild.“
MAI 2026:
Originelle Idee: Biergarten vor Ratskeller wird Stadtstrand
mit Liegestühlen und Plastikschirmen
JUNI 2026:
Endlich Sommer in Coburg: Freibad öffnet
Wasser ausgelaufen: Freibad schließt
JULI 2026:
Peinliche Panne sorgt für bundesweite Schlagzeilen:
Vogelschießen vertauscht bei Werbung i und e
AUGUST 2026:
Krönung durch geheimes Gremium: Theaterintendant
Neil Barry Moss jetzt offiziell Theaterkönig
SEPTEMBER 2026:
Stolz auf Alleinstellungsmerkmal: Coburg darf sich ab
sofort „Bayerische Baustellenstadt“ nennen
OKTOBER 2026:
„Wollen oben mitspielen“: HSC 2000 Coburg wiederholt
versehentlich alte Saisonziele
NOVEMBER 2026:
Zukunftsweisende Idee: Ehemaliger Kaufhof wird
kostenloses Parkhaus nur für Verbrenner
DEZEMBER 2026:
„Nicht zuständig“: Bundesverfassungsgericht lehnt Hartan-Klage ab
In jedem
COBURGER laden wir
an dieser Stelle Coburger
oder Nicht-Coburger
ein, ihre Meinung
zu sagen.
Der satirische Ausblick auf Coburg 2026
Von Wolfram Hegen
AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 113
Coburger | Das Magazin
erscheint wieder am 20.02.2026
Anzeigenschluss ist
der 06.02.2026
Jetzt im CDU-Fanshop: Die neue Deutschlanduhr.
Zitate zum Sonderthema „Ehrenamt“ sind dieses Mal… das Letzte
„Ohne die vielen Frauen und Männer, die in Deutschland ein Ehrenamt ausüben …
wäre unser Land um vieles ärmer und unser Gemeinwesen so nicht denkbar.“
Helmut Kohl
„Zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird, ist keine Frage des Geldes, sondern des Herzens.“
Herbert Grönemeyer
„Das Ehrenamt macht den Unterschied zwischen Nebeneinander und Miteinander.“
Frank-Walter Steinmeier
„Ich denke, jeder Mensch kann in seinem Umfeld etwas tun.
Man muss nicht berühmt sein, um etwas zu bewegen.“
Helene Fischer
„In Wahrheit nützt mir nicht, was mir allein nützt, sondern was dem Menschen,
der Gemeinschaft, der Gesellschaft nützt.“
Carl Friedrich von Weizsäcker
„Der erste Dienst, den man anderen in einer Gemeinschaft schuldet, besteht darin, ihnen zuzuhören.“
Dietrich Bonhoeffer
„Es macht mich stolz, … dass Ehrenamt ein Markenzeichen
unseres Landes ist und … eine starke Zivilgesellschaft entsteht.“
Angela Merkel
„Wenn jeder auf seinem Platz das Beste tut, wird es in der Welt bald besser aussehen.“
Adolph Kolping
114 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 72 / NOVEMBER 2025
Fliegender
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Vertriebspartner vor Ort: Auto Müller GmbH & Co. KG
Autorisierter Mercedes-Benz PKW, Transporter und Trucks Verkauf und Service
Blumau 3 · 96317 Kronach
Coburger Straße 8 · 96487 Dörfles-Esbach
info@automueller.de · www.automueller.de