dihw 4 / 2025
Hochleistungs-Werkzeuge und Bearbeitungsprozesse
Hochleistungs-Werkzeuge und Bearbeitungsprozesse
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Ausgabe 4 · <strong>2025</strong><br />
ZKZ 30498<br />
Diamant, PKD, PVD, CVD, CBN, Keramik, Hartmetall<br />
HOCHLEISTUNGSWERKZEUGE & BEARBEITUNGSPROZESSE
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2 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
„Mittendrin…<br />
Eric Schäfer<br />
Redakteur<br />
…statt nur dabei“, so bewarb einst ein längst<br />
abgewickelter Sportsender sein Programm.<br />
Mittendrin im geo- und wirtschaftspolitischen<br />
Geschehen sind plötzlich die<br />
deutschen Werk zeugmaschinen- und<br />
Präzisionswerkzeughersteller, wenn China<br />
und die USA die Muskeln spielen lassen.<br />
Anfang Oktober traten das neue<br />
Exportkontrollgesetz, das Außenhandelsgesetz,<br />
das Zollgesetz und die Verordnung über die<br />
Exportkontrolle von Dual-Use-Gütern der<br />
Volksrepublik China in Kraft. Zu diesen Gütern<br />
zählen unter anderem synthetische<br />
Diamantpulver, aber auch Schleifscheiben oder Einkristaller. Sprich, China beeinflusst<br />
und kontrolliert deren Preise und Verfügbarkeit auf dem globalen Markt. Unter den<br />
Folgen leiden nicht nur die Werkzeugmaschinen- und Präzisionswerkzeughersteller,<br />
sondern alle Industrien, die auf ultraharte Materialien angewiesen sind. Und das<br />
sind einige: von der Optik- über die Halbleiter-, die Luft- und Raumfahrt- bis zur<br />
Chemieindustrie. Da heißt es, Lieferketten diversifizieren und alternative Lieferanten<br />
suchen, um sich weder von China noch von den USA abhängig zu machen – und<br />
damit ist man eben schon mittendrin in der Konfrontation zweier Supermächte. Die<br />
erfolgreichen Zeiten der Zusammenarbeit<br />
und Globalisierung der letzten Jahrzehnte<br />
scheinen endgültig vorbei zu sein.<br />
Dass es vorteilhaft sein kann, sich<br />
rechtzeitig nach Alternativen<br />
umzuschauen und sich auf neue<br />
Gegebenheiten und auf neue<br />
Geschäftsfelder einzustellen, zeigt der<br />
Themenschwerpunkt Medizintechnik<br />
in dieser Ausgabe. Dieser ehemalige<br />
Nischenmarkt hat sich zu einem<br />
lukrativen Markt für Werkzeughersteller<br />
entwickelt, die rechtzeitig auf diesen<br />
Geschäftsbereich gesetzt haben –<br />
und nun mittendrin sind.<br />
Eric Schäfer
OTEC<br />
5 Titelstory<br />
5 Hypotubes präzise vermessen – trotz feinster Strukturen Aerotech / Peak Metrology<br />
8 News & Facts<br />
8 Markt/Personalien<br />
18 Veranstaltungen/Messen<br />
20 Werkstoffe & Werkzeuge<br />
20 Bis ins kleinste Detail<br />
22 Und der Span bricht doch<br />
24 Optimierte Miniaturbearbeitung für maximale Effizienz<br />
26 Harte Diamantschichten schlagen die Brücke in den wachsenden Dentalmarkt<br />
30 Das Werkzeug fürs Werkzeug<br />
36 Bearbeitungsprozesse<br />
36 Elektrochemische Herstellung von Präzisionsteilen<br />
38 Lösungen für Präzisionsoberflächen in der Medizintechnik<br />
40 Hartfeinbearbeitung II – Qualität und Effizienz für Innenverzahnungen<br />
43 Kantenqualität ohne Kompromisse<br />
45 Komponenten & Zubehör<br />
46 Der HEULE Tool Selector – digital und effizient zum passenden Entgratwerkzeug<br />
48 Innovative Kühlschmierstoffe für anspruchsvolle Bearbeitungsprozesse<br />
4 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Medizintechnik<br />
Titelstory<br />
3D-Messtechnik für hochauflösende Oberflächenanalysen<br />
Hypotubes präzise vermessen – trotz feinster Strukturen<br />
Lasergeschnittene Hypotubes (LCHT)<br />
sind aus der modernen Medizintechnik<br />
nicht mehr wegzudenken. Die filigranen<br />
Strukturen der extrem dünnen Metallröhrchen<br />
ermöglichen minimalinvasive<br />
Eingriffe – etwa bei der Katheterablation,<br />
dem Einsetzen von Stents oder bei neuro -<br />
vaskulären Verfahren. Mit der fortschreitenden<br />
Miniaturisierung steigen jedoch<br />
auch die Anforderungen an die Qualitätssicherung.<br />
Klassische Prüfverfahren<br />
stoßen dabei schnell an ihre Grenzen.<br />
Innovative 3D-Messtechnologien eröffnen<br />
hier neue Möglichkeiten, selbst<br />
kleinste Merkmale zuverlässig zu erfassen<br />
– bei gleichzeitig hoher Prozesssicherheit.<br />
(Abb. 1 + 2)<br />
Warum eine hohe Auflösung<br />
entscheidend ist<br />
Hypotubes verfügen über feine Schnitte<br />
und Bohrungen, die ihnen ihre Flexibilität<br />
und Funktionalität verleihen. Um deren<br />
Geometrie zuverlässig zu prüfen, muss<br />
die Messauflösung im einstelligen Mikrometer<br />
bereich liegen. Eine bewährte Faustregel:<br />
die Auflösung des eingesetzten Systems<br />
sollte drei- bis zehnmal kleiner sein<br />
als das kleinste zu messende Merkmal. Wer<br />
etwa ein 30-Mikrometer-Feature erfassen<br />
möchte, braucht mindestens eine Auflösung<br />
von 3 bis 10 Mikrometern – das be -<br />
deu tet, es muss alle 3 bis 10 Mikrometer<br />
ein Datenpunkt generiert werden. Nur so<br />
lassen sich auch kleinste Abweichungen<br />
sicher identifizieren.<br />
Je kleiner die Strukturen, desto höher die<br />
Anforderungen an das verwendete Messsystem.<br />
Das gilt insbesondere für medizinische<br />
Anwendungen, bei denen abso lute<br />
Zuverlässigkeit gefordert ist. Fehlerhafte<br />
Schnitte, nicht exakt platzierte Bohrungen<br />
oder Materialunregelmäßigkeiten können<br />
hier gravierende Folgen haben – für das<br />
Produkt ebenso wie für den Patienten.<br />
Deshalb ist eine präzise Vermessung integraler<br />
Bestandteil jedes Fertigungsprozesses.<br />
(Abb. 3-5)<br />
2D oder 3D?<br />
Eine grundsätzliche Entscheidung<br />
Zwar sind 2D-Messsysteme weit verbreitet<br />
und schnell einsetzbar – doch sie stoßen<br />
Abb. 3: Bild mit einfacher Schärfentiefe –<br />
die Brennebene liegt auf dem unteren<br />
Radius der Röhre.<br />
Abb. 1: Das Bild zeigt ein Beispiel für ein lasergeschnittenes<br />
Hypotube (LCHT), das mit einem Digitalmikroskop vermessen wird.<br />
Dieses Bild wurde bei 200-facher Vergrößerung aufgenommen.<br />
Abb. 4: Bild mit einfacher Schärfentiefe –<br />
die Brennebene befindet sich am oberen<br />
Rand des Rohrs.<br />
Abb. 2: Ein Bild des lasergeschnittenen Hypotubes (LCHT)<br />
mit den verwendeten Prüfgeräten.<br />
Abb. 5: Vollständig fokussiertes Bild einer Röhre, erzeugt durch<br />
Tiefenstapelung mehrerer Bildebenen. Diese Technik ermöglicht<br />
eine präzisere Anwendung der Messwerkzeuge.<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 5
Titelstory<br />
bei komplexen, dreidimensionalen Strukturen<br />
an ihre Grenzen. Gerade bei zylindrischen<br />
Hypotubes, deren Oberfläche sich<br />
durch die Krümmung schwerer fokussieren<br />
lässt, ist die Wahl eines 3D-Messsystems in<br />
der Regel unumgänglich. Es erlaubt nicht<br />
nur eine bessere Abbildung von Neigungen,<br />
sondern auch eine umfassendere<br />
Ana lyse der räumlichen Struktur.<br />
Denn die dünnen Röhrchen sind keine<br />
flachen Werkstücke, sondern komplex geformte,<br />
oftmals mehrlagige Strukturen mit<br />
variabler Wandstärke. Entsprechend muss<br />
die Messtechnik in der Lage sein, sich flexibel<br />
an Geometrie und Materialverhalten<br />
anzupassen – und dabei zugleich reproduzierbare<br />
Ergebnisse zu liefern. 3D-Systeme<br />
leisten genau das: Sie erfassen nicht nur die<br />
X- und Y-Koordinaten, sondern auch die<br />
Höheninformation (Z-Achse) und geben<br />
so ein vollständiges Bild des untersuchten<br />
Bereichs. (Abb. 6 + 7)<br />
Vorteile der 3D-Messtechnik<br />
3D-Messsysteme punkten besonders dort,<br />
wo Geometrien von der Idealform abweichen.<br />
Abgeschrägte Schnitte oder schräge<br />
Bohrungen lassen sich mit 2D-Ansätzen oft<br />
nur schwer bewerten, da Start- und Endpunkte<br />
der Kanten nicht eindeutig definiert<br />
sind. Ein 3D-System hingegen erfasst<br />
die komplette Topografie – und sorgt so<br />
für reproduzierbare Ergebnisse.<br />
Auch bei der Analyse möglicher Defekte<br />
– etwa Dellen, Kratzer oder Materialanhaftungen<br />
– verschaffen 3D-Systeme<br />
entscheidende Vorteile. Wo 2D-Bilder<br />
nicht zwischen Ein- und Auswölbung unter<br />
scheiden können, liefert die Höheninformation<br />
aus dem 3D-Datensatz verlässliche<br />
Aussagen zur Art des Fehlers. Die<br />
Defektcharakterisierung ist damit deutlich<br />
einfacher, schneller und vor allem objektiver<br />
möglich.<br />
Medizintechnik<br />
Zudem lassen sich mit modernen<br />
3D-Systemen auch funktionale Merkmale<br />
analysieren: Sind die Schnitte symmetrisch?<br />
Entsprechen die Winkel der Bohrungen<br />
den Konstruktionsvorgaben? Liegt die<br />
Schnitt breite innerhalb der erlaubten Toleranz?<br />
All diese Fragen lassen sich mit präzisen<br />
3D-Daten beantworten – entweder<br />
manuell oder automatisiert durch softwaregestützte<br />
Auswertung. (Abb. 8 + 9)<br />
Auswahl des passenden Systems<br />
Bei der Auswahl des geeigneten 3D-Messsystems<br />
kommt es also auf den konkreten<br />
Einsatzfall an. Drei Technologien haben<br />
sich in unserer Praxis bewährt:<br />
■ Konfokale Mikroskope liefern eine exzellente<br />
Auflösung und große Schärfentiefe.<br />
Sie eignen sich ideal für hochpräzise<br />
Detailaufnahmen, sind jedoch<br />
relativ langsam – eine Messung von<br />
Abb. 6: Das Bild zeigt ein 3D-Lasermikroskop bei der Vermessung<br />
eines Schnitts in einem lasergeschnittenen Hypotube. Der erzeugte<br />
Datensatz bildet eine vollständige 3D-Oberfläche ab.<br />
Abb. 9:<br />
Das Bild zeigt ein<br />
optisches 2D-Abbild<br />
der Rohroberfläche.<br />
Abb. 7: Zu sehen ist das optische 2D-Bild mit einer Höhenprofillinie,<br />
die über eine Laserschnittkontur gelegt wurde. Da ein vollständiger<br />
3D-Datensatz vorliegt, lassen sich Referenzlinien auf den<br />
Innenwänden der Schnittkontur sowie auf der Oberseite<br />
des Rohrs definieren. Die Schnittpunkte dieser Linien<br />
ermöglichen eine präzise Bestimmung der Rohrbreite.<br />
Abb. 8:<br />
Wie sich mithilfe der<br />
3D-Daten die Oberfläche<br />
im Winkel betrachten lässt –<br />
so wird deutlich, dass es sich bei<br />
dem sichtbaren Defekt um einen Überstand handelt.<br />
Dieser kann vermessen und mit den Spezifikationen<br />
abgeglichen werden. In diesem Fall beträgt die<br />
ermittelte Fehlerhöhe 8,8 Mikrometer.<br />
6 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Medizintechnik<br />
Titelstory<br />
Abb. 10: Ein digitales 3D-Mikroskop, das durch das Stapeln von<br />
Bildern aus verschiedenen Fokusebenen eine Tiefenschärfe<br />
erzeugt. Es arbeitet schneller als ein Lasermikroskop, bietet<br />
jedoch nicht denselben Funktionsumfang: So fehlen etwa präzise<br />
Höheninformationen, die für bestimmte Messungen – wie etwa<br />
zur Bestimmung der Oberflächenrauheit – erforderlich wären.<br />
Abb. 11: Einzelner Datensatz eines 3D-Messsensors mit 1 µm<br />
Auflösung. Sichtbar sind die Messungen der Schnittbreite an<br />
fünf definierten Positionen.<br />
wenigen hundert Mikrometern kann<br />
bis zu 30 Sekunden dauern. Für Inline-<br />
Messprozesse sind sie deshalb nur<br />
bedingt geeignet. Ihre Stärken liegen in<br />
der Einzelteilprüfung, der Produktentwicklung<br />
und der Prozessvalidierung.<br />
■ Digitale Bildverarbeitungssysteme<br />
sind deutlich schneller und erzeugen<br />
3D-Daten durch Stapelung mehrerer<br />
Bildebenen. Sie sind ein guter Kompromiss,<br />
wenn Geschwindigkeit wichtiger<br />
ist als maximale Höhenauflösung. Gerade<br />
bei Stichprobenkontrollen oder in der<br />
Qualitätssicherung können sie ihre Vorteile<br />
ausspielen – insbesondere dann,<br />
wenn große Stückzahlen zu prüfen sind.<br />
■ Konfokale 3D-Sensoren vereinen hohe<br />
Auflösung mit schneller Datenerfassung.<br />
Sie liefern Rohdaten in Form von Höhenprofilen<br />
und ermöglichen die flächige<br />
Analyse kompletter Hypotube-Oberflächen.<br />
In Kombination mit einem hochpräzisen<br />
Bewegungssystem – etwa mit<br />
Motion-Control-Technologie von<br />
Aerotech – lassen sich selbst in automatisierten<br />
Produktionslinien hochgenaue<br />
und wiederholbare Messungen<br />
realisieren. Dank ihrer Modularität<br />
können solche Systeme flexibel in<br />
bestehende Fertigungsumgebungen<br />
integriert werden. (Abb. 10)<br />
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die<br />
Leistungsfähigkeit solcher Systeme: Bei<br />
einer Anwendung wurde eine konfokale<br />
Technik eingesetzt, um fünf Schnittbreiten<br />
entlang einer Hypotube zu messen.<br />
Die se Punktmessung ließ sich problemlos<br />
auf die gesamte Länge des Rohrs ausdehnen<br />
– und bot dabei jederzeit reproduzierbare<br />
Ergebnisse. Die eingesetzte Software<br />
ermöglichte darüber hinaus eine automatische<br />
Klassifikation von Defekten und<br />
geo me trischen Abweichungen – ein echter<br />
Mehr wert für die Prozess- und Qualitätskontrolle.<br />
(Abb. 11 + 12)<br />
Software und Integration<br />
Die beste Messtechnik nützt wenig, wenn<br />
sie sich nicht effizient in bestehende<br />
Prozesse integrieren lässt. Die präzise<br />
3D-Datenerfassung gelingt durch den Einsatz<br />
hochgenauer Sensoren in Kombination<br />
mit Motion-Control-Technologie von<br />
Aerotech. Diese Modularität erlaubt eine<br />
flexible Integration in bestehende automatisierte<br />
Fertigungsprozesse. Die eingesetzte<br />
Software unterstützt die automatische<br />
Auswertung und Klassifikation von<br />
Defekten und geometrischen Abweichungen,<br />
wodurch eine zuverlässige Prozesskontrolle<br />
ermöglicht wird.<br />
3D-Messtechnik als<br />
Schlüssel zur Qualitätssicherung<br />
Die Prüfung lasergeschnittener Hypotubes<br />
gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben<br />
in der medizintechnischen Qualitätssicherung<br />
– und die Anforderungen steigen<br />
mit jedem Mikrometer Miniaturisierung.<br />
Moderne 3D-Messsysteme bieten dafür die<br />
nötige Auflösung und Flexibilität, um auch<br />
komplexe Geometrien exakt zu erfassen.<br />
Abb. 12: Ergebnisse von zehn separaten<br />
Messläufen am selben Rohrabschnitt als<br />
Tabelle zusammenfasst. Die Wiederholgenauigkeit<br />
der Messung („Range“) lag<br />
im ungünstigsten Fall bei 1,2 µm.<br />
Welches System zum Einsatz kommt –<br />
ob konfokal, bildbasiert oder sensorisch –<br />
hängt vom jeweiligen Anwendungsfall<br />
ab. Entscheidend ist ein durchdachtes<br />
Gesamtkonzept: von der Wahl zwischen<br />
2D- und 3D-Messtechnik über die passende<br />
Technologie bis zur nahtlosen Integration<br />
in bestehende Fertigungs- und<br />
Auswertesysteme.<br />
Wer frühzeitig auf 3D setzt legt das Fundament<br />
für stabile, reproduzierbare und<br />
effiziente Prozesse – und schafft damit die<br />
Basis für eine zukunftssichere Fertigung in<br />
der Medizintechnik.<br />
de.aerotech.com<br />
www.peakmetrology.com<br />
Autor: RJ Hardt<br />
ist Präsident von<br />
Peak Metrology,<br />
einem Tochterunternehmen<br />
des<br />
Motion-Control-<br />
Spezialisten<br />
Aerotech. Als<br />
langjähriger<br />
Ingenieur bei Aerotech verfügt er über<br />
umfassende Erfahrung in der Entwicklung<br />
hochpräziser Messtechniklösungen für<br />
industrielle Anwendungen. Peak Metrology<br />
bündelt dieses Know-how speziell für den<br />
Bereich Oberflächenmesstechnik – von der<br />
Sensorintegration bis zur vollständigen<br />
Systemlösung.<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 7
News & Facts<br />
Das aktuelle Interview zum Thema:<br />
„Der Weltlage mit Unternehmensstrategie trotzen“<br />
mit Carsten Liske, CEO Kellenberger<br />
Herr Liske, Sie sind seit einigen Monaten CEO des<br />
Technologie konzerns Kellenberger und verantworten in<br />
dieser Position alle strategischen Entscheidungen weltweit.<br />
Wie sehen Sie das Unternehmen Kellenberger in der<br />
Zukunft platziert?<br />
Carsten Liske: Lassen Sie mich zu Beginn kurz die Entscheidungsebenen<br />
bei Kellenberger skizzieren: an oberster Stelle steht<br />
das Board of Directors, dem ich neben den Vertretern unseres<br />
Aktionärs angehöre. Dort haben wir mit dem Transformationsprogramm<br />
‚ONE Kellenberger‘ für alle Kellenberger-Stand -<br />
orte weltweit die Strategie für eine erfolgreiche Zukunft festgelegt.<br />
Wir sind ein Global Player und müssen als solcher handeln!<br />
Unsere Regional Presidents kennen ihre jeweiligen Märkte sehr<br />
genau und können die Zielsetzung dort passgenau umsetzen. All<br />
diese Verantwortlichen bilden unser Global Leadership Team.<br />
Meine Aufgabe als CEO sehe ich darin, unsere Strategie im täglichen<br />
Geschäft mit Leben zu füllen und unter anderem die Einbindung<br />
und Ausweitung neuer Technologien voranzutreiben.<br />
Wir führen damit weiter, was in den letzten Jahren unter anderem<br />
mit den Technologien Drehen und Fräsen und auch mit dem<br />
Bau des neuen Unternehmenshauptsitzes hier in Goldach begonnen<br />
wurde.<br />
Mit der Platzierung von mir und unserem CFO Norbert Finger<br />
in Goldach wird der Standort Schweiz als Unternehmenshauptsitz<br />
betont. In dem Neubau in Goldach, den wir vor zwei Jahren<br />
bezogen haben, findet die Fertigung unserer europäischen Premiumprodukte<br />
statt. Schon beim Bau wurde genügend Produktionsfläche<br />
eingeplant, um zukünftiges Wachstum zu ermöglichen.<br />
Das werden wir jetzt fortlaufend tun. Unsere Vision für Europa lautet<br />
im Hinblick auf unsere Premiumprodukte ‚Von Goldach in die<br />
Welt‘. Unser Regional President Europe, Viktor Gaspar, und das<br />
Team in Goldach arbeiten Seite an Seite mit mir an der Umsetzung<br />
dieser Vision.<br />
Die Weltlage mit vielen Kriegen und Krisen ist im<br />
Augenblick nicht ganz einfach. Und gerade die wichtigen<br />
Branchen Automotive und Maschinenbau schwächeln<br />
weltweit. Inwieweit ist trotzdem Optimismus<br />
gerechtfertigt?<br />
Carsten Liske: Natürlich beeinflussen geopolitische Umbrüche<br />
den Welthandel, führen zu Störungen in den Lieferketten<br />
und beeinträchtigen die Stabilität von Märkten. Auch die Zollpolitik<br />
des amerikanischen Präsidenten ist nicht gerade hilfreich.<br />
Wir ziehen unsere Stärke aus unserer Position als Global Player.<br />
Aufbauend auf unserer<br />
über 100-jährigen<br />
Fir men geschich<br />
te gehört<br />
Kellenberger heute<br />
zu den er folgreichsten<br />
Ma schinen<br />
bauern im Präzisionsbereich.<br />
Wir<br />
sind schon seit<br />
Jahrzehnten in den<br />
drei Regionen<br />
Europa, Nordamerika<br />
und China<br />
mit großen Produktionsstandorten<br />
präsent, die im<br />
täglichen Geschäft unabhängig voneinander agieren und auch<br />
eigene Produktreihen entwickeln, die an die jeweiligen Märkte<br />
angepasst sind. Damit lässt sich die eine oder andere Unebenheit<br />
in einzelnen Märkten kompensieren. Wir sind in den heute relevanten<br />
Marktsegmenten nicht nur technologisch gut aufgestellt,<br />
sondern genießen auch das Vertrauen unserer Kunden über<br />
viele Jahre hinweg.<br />
In China sind wir bereits seit über 30 Jahren als Hersteller präsent<br />
und unser leistungsstarkes Team baut vor Ort heute Maschinen,<br />
die speziell für den chinesischen Markt und seine Anforderungen<br />
entwickelt werden. Wir haben dort in wichtigen<br />
Zukunftsbranchen wie beispielsweise der Medizintechnik bereits<br />
viele Kunden, die auf die hohe Präzision unserer Maschinen setzen.<br />
Besonders in Fällen, in denen es um die Bearbeitung hochkomplexer<br />
Teile geht wie z.B. spielfreie Planetengetriebe, die in<br />
die Gelenke von humanoiden Robotern eingesetzt werden, damit<br />
diese in ihren Bewegungsabläufen den menschlichen möglichst<br />
nahekommen. Diese Roboter werden zukünftig in der Pflege in<br />
Krankenhäusern oder in der Betreuung von alten Menschen eine<br />
große Rolle spielen.<br />
Auch auf dem amerikanischen Markt haben wir uns auf die dortigen<br />
besonderen Kundenbedürfnisse eingestellt. So haben wir<br />
jahrzehntelang mit unseren modular aufgebauten USACH-Maschinen<br />
den Markt für Sonderlösungen zum Beispiel in der Luftfahrt<br />
und im Halbleitergeschäft bedient. Der US-amerikanische Markt<br />
ist insbesondere im Bereich Luft- und Raumfahrt ein wachsender<br />
Zukunftsmarkt. Die Kellenberger U-Maschinen bieten für Flugzeughersteller<br />
und -betreiber massgeschneiderte Lösungen beispielsweise<br />
zur Bearbeitung von Fahrwerkskomponenten oder<br />
Flugzeug-Triebwerksteilen.<br />
8 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
News & Facts<br />
Doch genauso wichtig ist es für uns, immer wieder neue<br />
Märkte und Segmente zu erschließen. Wir sehen aktuell in<br />
der ROW-Region, also den asiatischen Ländern außerhalb von<br />
China, großes Wachstumspotenzial. Vor allem Indien und<br />
Südostasien werden wir verstärkt bearbeiten. In Kuala Lumpur,<br />
Malaysia, werden wir deshalb ein ‚Regional Headoffice Sales,<br />
Service, and Application‘ einrichten, das auch unseren Standort<br />
in Bangalore, Indien, führt. Wir beobachten, dass der Wettbewerb<br />
sich aus diesen Regionen zurückzieht. Ich sehe das als<br />
verschenkte Chance auf Wachstum an.<br />
Die Branche entlässt gerade in großem Maßstab Fachkräfte.<br />
Wie sieht es bei Kellenberger in dieser Hinsicht<br />
aus?<br />
Carsten Liske: Kellenberger hat sich schon vor Jahren in einen<br />
weitreichenden Innovationsmodus begeben und dabei eine<br />
neue Maschinenphilosophie auf den Weg gebracht. Von einem<br />
baureihenbezogenen Maschinenaufbau sind wir auf einen<br />
modularen übergegangen, der eine Vielzahl an technisch überzeugenden<br />
Konfigurationen und damit einen sehr kundenbezogenen<br />
Ansatz erlaubt. Und gerade in diesem kundenspezifischen<br />
Bereich sind wir damit in vielen Anwendungen flexibler<br />
als unsere Mitbewerber und haben dadurch unter Umständen<br />
auch Preis-/Leistungsvorteile. Im aktuellen Jahr können wir<br />
auch deshalb im Vergleich im Werkzeugmaschinenbereich ein<br />
klar überdurchschnittliches Wachstum ausweisen und gewinnen<br />
in allen Regionen Marktanteile. Ebenfalls zahlt es sich aus,<br />
dass wir über die letzten Jahre unser Portfolio sinnvoll erweitert<br />
haben und neben dem Schleifen auch verstärkt die Technologien<br />
Drehen und Fräsen integriert haben. Auch die hochpräzisen<br />
Kellenberger Super Precision-Maschinen für die Hartdrehbearbeitung<br />
im Premium-Segment werden zukünftig in der<br />
Schweiz gebaut, wobei die kundenspezifischen Turnkey-Projekte<br />
mit den Kunden in den jeweiligen Regionen realisiert werden.<br />
Carsten Liske: Wir wissen natürlich um die große Bedeutung der<br />
Marken in unserem Portfolio. Voumard zum Beispiel gehörte<br />
ja zu den Vorreitern in der Technologie Innenschleifen und das<br />
Unternehmen war über Jahrzehnte marktführend in Europa,<br />
wenn nicht sogar in der Welt. Und auch heute setzt die Präzision<br />
dieser Maschinen Maßstäbe. Damit das so bleibt, haben wir<br />
die Voumard Maschinen in den letzten Jahren nicht nur kontinuierlich<br />
weiterentwickelt, sondern neu konstruiert und heute sind diese<br />
Maschinen eben Kellenberger VM-Maschinen. Das gleiche gilt<br />
für die Hauser-Maschinen im Bereich Koordinatenschleifen, die in<br />
Zukunft unter Kellenberger H-Baureihe geführt werden. Wir verwenden<br />
den ursprünglichen Markennamen als Kürzel, unter anderem,<br />
um die jeweilige Technologie zu markieren. Kellenberger-<br />
Maschinen, die für die Technologie Aussenschleifen stehen, heißen<br />
nun folgerichtig Kellenberger K-Maschinen<br />
Aber natürlich gibt es am Markt bereits tausende unserer Maschinen,<br />
die noch die alte Bezeichnung tragen. Deshalb möchte<br />
ich noch einen Bereich erwähnen, der für uns großes Wachstumspotenzial<br />
bietet und den wir uns gerade verstärkt erschließen<br />
– den Bereich Retrofit. Allein von den Voumard-Maschinen<br />
gibt es am Markt tausende Maschinen, von denen viele inzwischen<br />
in die Jahre gekommen sind, so dass sie ein Refurbishment<br />
oder sogar einen kompletten Retrofit brauchen, um weiterhin beste<br />
Ergebnisse zu liefern. Diese Überholung lohnt sich in jedem Fall,<br />
denn dann liefern diese Maschinen wieder höchste Präzision und<br />
Wettbewerbsfähigkeit.<br />
Auch die KELLENBERGER K1000 und ihre Vorgängermodelle<br />
KEL-Varia und VARIA, von denen weltweit mehrere tausend Maschinen<br />
ausgeliefert wurden, eignen sich ideal für einen Retrofit und<br />
damit für ein zweites Maschinenleben.<br />
weitere Infos: www.kellenberger.com<br />
Neu in unserem Portfolio ist das Dreh-Fräszentrum<br />
KELLENBERGER TM300, das sehr flexibel sowohl für die 5-Achsdrehbearbeitung<br />
als auch für die 6-Seiten-Komplett bearbeitung<br />
einsetzbar ist. Für unsere Kunden bedeutet das in Zukunft, dass<br />
sie jede Bearbeitungstechnologie, die sie in ihrer Fertigung<br />
brauchen, in Premium-Qualität aus unserem Hause bekommen<br />
können. Dass wir sehr erfolgreich in der Breite sind, zeigt<br />
sich auch in den Zahlen. Der Zuwachs bei den Maschinenverkäufen<br />
führt dazu, dass wir entgegen dem Markttrend gezielt<br />
einstellen. Vor allem Mechatroniker und Applikationsspezialisten<br />
in den Bereichen Schleifen, Drehen und Automation,<br />
aber auch qualifiziertes Servicepersonal finden bei uns interessante<br />
Aufgaben. Und das weltweit.<br />
Das Kellenberger Programm war bisher in Marken aufgeteilt,<br />
zu denen unter anderem die bekannten Namen<br />
Voumard und Hauser gehörten. Die sollen nun wegfallen.<br />
Ist das nicht verwirrend für die Kunden, zumindest<br />
für die im Bestand?<br />
LIVE<br />
WEBINAR
News & Facts<br />
Neuer Vertriebsleiter von Seco in Österreich<br />
Zum 1. September <strong>2025</strong> hat Günter<br />
Pettinger die Vertriebsleitung des Zerspanungsspezialisten<br />
Seco in Österreich<br />
über nommen.<br />
Günter Pettinger (59) verfügt über 23<br />
Jahre Erfahrung im strategischen Account-<br />
Management im Bereich Automotive bei<br />
Seco Deutschland. Zuletzt war er Strategic<br />
Sales Engineer.<br />
Pettinger beschreibt sein Ziel in der<br />
neuen Position als Vertriebsleiter von Seco<br />
Österreich mit Sitz in Oberwaltersdorf<br />
bei Wien wie folgt: „Ich freue mich,<br />
gemeinsam mit dem österreichischen<br />
Team die Kundenbeziehungen weiter zu<br />
stärken und Seco als zuverlässigen Partner<br />
noch sichtbarer zu machen.“<br />
Anna Malycheva, Geschäftsführerin<br />
für Deutschland und Österreich bei Seco,<br />
kommentiert: „Günter Pettinger besitzt<br />
ein ausgeprägtes Verständnis für die<br />
Bedürfnisse der Anwender. Seine besonderen<br />
Prozesskenntnisse und sein umfangreiches<br />
Branchennetzwerk machen ihn<br />
zur idealen Besetzung.“<br />
weitere Infos: www.secotools.com<br />
Günter Pettinger ist neuer Vertriebsleiter<br />
von Seco in Österreich<br />
Aerotech eröffnet Laserlabor in Fürth<br />
Anfang 2026 nimmt der Motion-Control-<br />
Spezialist Aerotech am Standort Fürth sein<br />
Laserlabor in Betrieb. Kunden aus ganz<br />
Europa erhalten dort praxisnahe Unterstützung<br />
und die Möglichkeit, Lösungen<br />
für anspruchsvolle Laserprozesse zu erproben.<br />
Damit stärkt das Unternehmen seine<br />
Präsenz in Europa und schafft einen zentralen<br />
Anlaufpunkt für Applikations- und<br />
Entwicklungstests.<br />
Aerotech entwickelt seit über 50 Jahren<br />
hochpräzise Bewegungssteuerungen<br />
für Anwendungen in der Lasermaterialbearbeitung,<br />
Medizintechnik, Halbleiterfertigung<br />
und weiteren Hightech-Branchen.<br />
Das Unternehmen mit Hauptsitz in<br />
Pittsburgh, USA, ist weltweit als Spezialist<br />
für komplexe Motion-Control-Anwendungen<br />
etabliert und betreibt in Fürth eine<br />
Niederlassung.<br />
„Mit dem Labor in Fürth können wir<br />
unsere Kunden in Europa noch besser<br />
begleiten“, sagt Brian O’Connor,<br />
vice president of Growth & Strategy bei<br />
Aerotech. „Viele Unternehmen möchten<br />
ihre Prozesse unter realistischen Bedingungen<br />
mit unseren Produkten testen.<br />
Dafür schaffen wir hier die passende<br />
Umgebung.“<br />
Nähe zu europäischen Kunden<br />
Bisher setzte Aerotech auf Labore in den<br />
USA, um Laseranwendungen mit Kunden<br />
zu testen und ihre Produkte zu optimieren.<br />
Mit der Einrichtung in Fürth rückt<br />
das Unternehmen nun näher an seinen<br />
europäischen Kundenstamm heran. Das<br />
bedeutet kürzere Wege, schnellere Abstimmungen<br />
und mehr Flexibilität.<br />
weitere Infos: www.aerotech.com<br />
WGP verleiht renommierte Otto-Kienzle-Gedenkmünze<br />
Gleich zu Beginn ihres Studiums entdeckte<br />
Dr. Monika Kipp – die diesjährige<br />
Preisträgerin der Otto-Kienzle-Gedenkmünze<br />
der WGP – in einem Praktikum<br />
ihre Leidenschaft für die Zerspanung und<br />
besonders für die Schleiftechnik. Im Laufe<br />
ihrer Tätigkeiten am Institut für Spanende<br />
Fertigung (ISF) der TU Dortmund entwickelten<br />
sich aus diesem Faible handfeste<br />
internationale Forschungsprojekte,<br />
welche die Schleiftechnologie, insbesondere<br />
im Werkzeugschleifen, spürbar voranbrachten.<br />
So untersuchte sie die Feinstbearbeitung<br />
von Hartmetall mit elastisch<br />
gebundenen Diamantschleifwerkzeugen.<br />
Einen hohen Stellenwert in ihrer Arbeit<br />
haben zudem nachgiebige Diamantwerkzeuge,<br />
mit denen auch strukturierte Oberflächen<br />
nachbearbeitet werden können,<br />
ohne deren Profil zu beeinträchtigen. So<br />
forscht sie zur Oberflächenfeinstbearbeitung<br />
mit diamantbelegten Schaumstoffen.<br />
„Mit Monika Kipp haben wir eine Nachwuchswissenschaftlerin<br />
auszeichnen können,<br />
die sich bereits sehr früh international<br />
einen Namen in ihrem Forschungsbereich<br />
gemacht hat“, freut sich Prof. Michael<br />
Zäh, Präsident der WGP. „Ihre Zielstrebigkeit<br />
und ihre Einsatzfreude sind<br />
bei spielgebend.“<br />
Ein Deutschlandstipendium brachte die<br />
damals angehende Wirtschaftsingenieurin<br />
schon sehr früh in engen Kontakt zu Unter-<br />
Übergabe der Otto-Kienzle-Gedenkmünze<br />
auf dem WGP-Jahreskongress (Foto: René Laeger)<br />
10 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
News & Facts<br />
nehmen. Später am ISF konnte sie im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit<br />
am ISF Dortmund in der Industriellen<br />
Gemeinschaftsforschung die Zusammenarbeit mit der<br />
Industrie intensivieren. „Ich weiß sehr zu schätzen, dass<br />
ich schon als junger Mensch von den Erfahrungen etablierter<br />
Industrievertreter profitieren konnte und mir ein<br />
Netzwerk aufbauen konnte“, berichtet sie. Aufgewachsen<br />
ist das Nachwuchstalent im Tecklenburger Land, zwischen<br />
Münster und Osnabrück. Sie wohnt dort noch und<br />
fährt jeden Morgen rund 100 km nach Dortmund zur Universität.<br />
Monika Kipp kann von der Feinstbearbeitung<br />
von Hartmetallwerkzeugen oder dem Einfluss der Einsatzvorbereitung<br />
zu derselben schwärmen.<br />
Gute Vorbereitung ist wichtig beim Schleifen<br />
Letzteres sei sehr spannend, zumal sie damit auch ihr Promotionsthema<br />
weiterentwickeln könne, freut sich die<br />
35-Jährige. Sie hat es in Kooperation mit Kollegen im<br />
schwe dischen Göteborg angestoßen, an der Chalmers<br />
University of Technology. Ermöglicht hat ihr diesen Forschungsaufenthalt<br />
im vergangenen Frühjahr der Rudolf<br />
Chaudoire-Preis der TU Dortmund. „Der Aufenthalt dort<br />
war extrem lehrreich und gewinnbringend“, schwärmt<br />
die Saerbeckerin. „Wir haben Grundlagenkenntnisse zur<br />
Einsatzvorbereitung von Diamantfeinstschleifscheiben<br />
und den Wechselwirkungen zur Materialtrennung in der<br />
Oberflächenfeinstbearbeitung von Hartmetall voranbringen<br />
können.“ Bei diesem Projekt – wie auch in anderen,<br />
an denen sie beteiligt ist – wertschätzt die Nachwuchswissenschaftlerin<br />
die Kooperationen mit anderen Forschungsdisziplinen,<br />
wie etwa den Werkstoffwissenschaften<br />
und der Physik, aber auch der Industrie.<br />
Ihre zielstrebigen Forschungen haben die Preisträgerin<br />
schon früh weit gebracht. Noch vor ihrer Promotion<br />
bekam sie 2020 die Chance, die Abteilung Schleiftechnologie<br />
am ISF der TU Dortmund zu leiten – erst fünf Jahre zuvor hatte<br />
sie eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin angetreten. „Das Angebot<br />
habe ich sehr gerne angenommen und sofort zugesagt, weil es eine<br />
unglaublich tolle Möglichkeit ist, sich weiterzuentwickeln.“<br />
Das meint sie nicht nur in Bezug auf die Schleiftechnologie, sondern<br />
auch mit Blick auf „Hintergrundthemen“ wie die Führung ihres derzeit<br />
18-köpfigen Teams, Organisation und Kooperationen.<br />
Neben ihrer Funktion als Abteilungsleiterin zählen auch Lehrveranstaltungen<br />
zu ihren Aufgaben am ISF. „Ich möchte nicht nur Wissen weitergeben,<br />
sondern auch Begeisterung für die Schleiftechnologie wecken.<br />
Das versuche ich, indem ich die Theorie mit praktischen Anwendungen<br />
verknüpfe – und mit einem Blick in die Zukunft. Wenn junge Studierende<br />
wissen, wohin sich die Technologien weiterentwickeln könnten, können<br />
sie es eher mit ihrer eigenen Zukunft verknüpfen. Das macht die Themen<br />
greifbarer.“ Monika Kipp versteht sich als Mentorin der Studierenden und<br />
ihrer Mitarbeitenden.<br />
„Ich möchte sie nicht nur in ihrer fachlichen Entwicklung begleiten, sondern<br />
auch meine eigenen Erfahrungen weitergeben, als Sparringpartner<br />
in Diskussionen wirken, damit sich die jungen Menschen auch persönlich<br />
weiterentwickeln können. Das geht nur mit einem offenen Austausch auf<br />
Augenhöhe.“<br />
weitere Infos: www.wgp.de<br />
Feinstbearbeitung wie mit einem<br />
Küchenschwamm<br />
Neben ihren Forschungsarbeiten zum Werkzeugschleifen<br />
und zur Werkzeugpräparation nennt Monika Kipp<br />
die Endbearbeitung von Oberflächen mit diamantbelegtem<br />
Schaumstoff als eines ihrer zentralen Forschungsthe -<br />
men – eine Arbeit, die auch auf internationalen Kongressen<br />
auf großes Interesse stieß. „Mit diesem Material lassen<br />
sich komplexe Oberflächen effizient bearbeiten. Gleich -<br />
zeitig verhält es sich so flexibel wie ein Küchenschwamm,<br />
so dass es sich Formen und Strukturen anpassen kann.<br />
Dadurch lassen sich selbst strukturierte Oberflächen<br />
sehr fein nachbearbeiten und Mikrodefekte entfernen,<br />
ohne das Profil zu beeinträchtigen. Damit hat das Verfahren<br />
großes Potenzial für viele Branchen, von der Hartmetallbearbeitung<br />
bis zur Medizintechnik“, erläutert die<br />
Nachwuchswissenschaftlerin. Auch in diese Richtung<br />
möchte sie mit dem Team am ISF weiterforschen und ein<br />
Nachfolgeprojekt anstoßen.<br />
Mentorin für Studierende und Mitarbeitende<br />
Exklusiver Laborservice<br />
für Diamant & CBN<br />
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<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 11
News & Facts<br />
75 Jahre MAPAL<br />
Aus bescheidenen Anfängen ist das<br />
Fa mi lienunternehmen MAPAL in seiner<br />
nun mehr 75-jährigen Geschichte zu einer<br />
global agierenden Gruppe mit Weltruf<br />
auf gestiegen. Von Beginn an war die Firmen<br />
geschichte des Werkzeugherstellers<br />
geprägt von Kontinuität und einem innovativen<br />
Geist, der vom schwäbischen Tüftlertum<br />
genauso gespeist wurde wie vom<br />
unternehmerischen Mut der Inhaberfamilie<br />
Kress. Der intensive Kontakt zum Kunden<br />
sowie das zuverlässige Gespür dafür,<br />
was für die Zukunft wichtig ist, prägen bis<br />
heute die Unternehmenskultur.<br />
Die Unternehmensgründung im Jahr<br />
1950 verlief durchaus ungewöhnlich. Der<br />
promovierte Volkswirt Dr. Georg Kress war<br />
als Steuerberater tätig, als er die Gelegenheit<br />
bekam, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten<br />
gekommene Firma eines seiner<br />
Man danten zu übernehmen. Obwohl er<br />
von Technik, Gewindeschneidwerkzeugen<br />
und Schneideisen nichts verstand, kaufte<br />
er die „OBA Präzisionswerkzeugbau“ von<br />
Otto Betzler. Er veräußerte dafür seine gut<br />
laufende Steuerberaterkanzlei in Aalen<br />
und wurde als Unternehmer tätig.<br />
Der neu entstandene Firmenname<br />
MAPAL steht für „Maschinen- und<br />
Präzisions werkzeugfabrik Aalen“ und<br />
Zukunftsweisend für den langfristigen Erfolg<br />
des Unternehmens: der Kauf eines Patents für<br />
eine neuartige Reibahle im Jahr 1952<br />
zeugt davon, dass in den Anfangsjahren<br />
auch Holzbearbeitungsmaschinen hergestellt<br />
wurden. Weil in den beengten, einfachen<br />
Räumlichkeiten in Aalen an der<br />
Oberen Bahnstraße eine wirtschaftliche<br />
und effiziente Produktion der Profilfräsmaschinen<br />
auf Dauer nicht möglich war,<br />
trennte MAPAL sich sehr schnell von diesem<br />
Geschäftsbereich. Man konzentrierte<br />
sich auf Gewindebohrer, -schneideisen und<br />
-walzrollen, was den Beginn des heutigen<br />
Werkzeugprogramms markierte.<br />
Maximale Kundennähe wird zum<br />
erfolgreichen Vertriebskonzept,<br />
insbesondere in der Automobilindustrie<br />
Mit einer Reibahle fing alles an<br />
Als zukunftsweisend für den langfristigen<br />
Erfolg des Unternehmens sollte sich 1952<br />
der Kauf eines Patents für eine neuartige<br />
Reibahle erweisen. Anders als bisherige<br />
Konstruktionen arbeitet sie nicht mit vier<br />
oder sechs Schneiden, sondern nur mit<br />
einer einzigen, die in einen Schlitz eingeklemmt<br />
wird und einstellbar ist. Der italienische<br />
Erfinder versprach damit geringere<br />
Herstellungskosten und mehr Flexibilität<br />
beim Reiben. Als Dr. Georg Kress das<br />
Patent für die Einmesser-Reibahle erwarb,<br />
stellte er sich gegen die Techniker aus seinem<br />
eigenen Haus, die das Werkzeug für<br />
untauglich hielten und damit grundsätzlich<br />
auch Recht hatten.<br />
Um die anfänglichen Probleme zu überwinden,<br />
setzte Dr. Kress auf Forschung und<br />
Entwicklung. In mühsamer Tüftelei wurde<br />
die Reibahle verbessert, unter anderem<br />
wurden dafür zwei Führungsleisten asymmetrisch<br />
am Umfang des Reibahlenkörpers<br />
Dr. Jochen Kress hat die Transformation<br />
von MAPAL hin zu einer prozessgesteuerten,<br />
global agierenden Organisation angestoßen<br />
eingebracht. Die erste von MAPAL entwickelte<br />
Einschneiden-Reibahle mit Führungsleisten<br />
aus Hartmetall wurde 1954 pa -<br />
tentiert, 1962 folgte das Patent für die Reibahle<br />
mit Wendeschneidplatten aus Hart -<br />
me tall. Beide Innovationen bildeten die<br />
Basis dafür, die Reibahlen in den folgenden<br />
Jahren zu einem höchst attraktiven<br />
Hochleistungswerkzeug zu entwickeln. Die<br />
Bohrungs feinbearbeitung wurde zum Aushängeschild<br />
von MAPAL.<br />
Als Dr. Dieter Kress 1969 in das Familienunternehmen<br />
eintrat, war der Sohn des Firmengründers<br />
bestens auf seine künftigen<br />
Aufgaben vorbereitet. Anders als sein Vater<br />
war er in der Technik zuhause. Bereits an<br />
seinem ersten Arbeitstag bei MAPAL konstruierte<br />
er eine neue Klemmung für Wendeschneidplatten.<br />
Sie wurde patentiert<br />
und bildet im Prinzip bis heute die Technologie<br />
der Klemmung der Wendeschneidplatten<br />
in den Reibahlen von MAPAL.<br />
Weitsichtige Produktentscheidung<br />
Nachdem er 1974 die Geschäftsführung<br />
übernommen hatte, machte sich Dr. Dieter<br />
Kress zügig an die Umgestaltung des Produktportfolios.<br />
Der Geschäftsbereich Ge -<br />
win debohrer und Gewindewalzrollen wurde<br />
aufgegeben, um sich ausschließlich auf<br />
die Produktion der Reibahlen zu konzentrieren.<br />
Dies geschah zu einem Zeitpunkt<br />
als MAPAL zwei Drittel seines Umsatzes<br />
mit Gewindewerkzeugen erwirtschaftete.<br />
Doch hinter dem Plan steckte unternehmerische<br />
Weitsicht. Bei den älteren Produkten<br />
gab es kaum Potenzial, sich von zumeist<br />
größeren Herstellern zu differenzieren, die<br />
dazu preisgünstiger produzieren konnten.<br />
Die Einschneiden-Reibahle hingegen war<br />
etwas ganz Spezielles, für das es keinen<br />
12 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
News & Facts<br />
direkten Wettbewerb gab. Allerdings musste der Markt dafür erst<br />
erschlossen werden.<br />
Nach und nach wurden die Reibahlen so weiterentwickelt, dass<br />
sie sich für die industrielle Großserienfertigung eigneten. Die Be--<br />
schichtung von Wendeschneidplatten spielte dabei ebenso eine<br />
Rolle wie die Verwendung des Werkstoffs PKD für die Führungsleisten.<br />
Mit den Werkzeugen fasste MAPAL vor allem in der Automobilindustrie<br />
Fuß, wo die Fertigungstechnik von starren Transferstraßen<br />
auf flexible Bearbeitungszentren umgestellt wurde. Parallel<br />
zu den technischen Verbesserungen baute MAPAL sein Vertriebskonzept<br />
um und setzte auf maximale Kundennähe. Freie<br />
Handelsvertreter wurden durch eigene technische Berater ersetzt,<br />
deren Aufgabe es war, Kunden bei der Auslegung der Werkzeuge<br />
zu beraten und im Einsatz zu unterstützen. In der Automobilindustrie<br />
wurde die Zusammenarbeit so eng, dass die Berater sogar an<br />
der Entwicklung von neuen Motoren mitwirkten, indem sie denkbare<br />
feinmechanische Bearbeitungsmöglichkeiten früh in den<br />
Konstruktionsprozess einbrachten. Sie verkauften nicht einfach<br />
Werkzeuge, sondern Lösungen.<br />
Vom Mittelständler zum Global Player<br />
In den USA hat MAPAL bereits 1977 seine erste Tochtergesellschaft<br />
eröffnet. Richtig Fahrt nahm die Globalisierung dann aber in den<br />
1990er-Jahren auf. In rascher Folge etablierte die Firma zahlreiche<br />
Auslandsniederlassungen. Die Internationalisierungsstrategie<br />
folgte den Wegen der Großkunden. Weil diese Produktionsstandorte<br />
fast rund um den Globus aufbauten, ergab sich für den vergleichsweise<br />
kleinen Mittelständler aus Aalen die Gelegenheit<br />
mitzugehen und neue Marktpotenziale zu nutzen. Die Firma ist<br />
heute in 25 Ländern vertreten.<br />
später war er Geschäftsführender Gesellschafter bei der MAPAL<br />
Gruppe, die Transformation des Marktes ist da in vollem Gang.<br />
Den Übergang der Automobilbranche hin zur Elektromobilität<br />
geht MAPAL proaktiv mit und entwickelte auch in diesem Bereich<br />
früh effiziente Fertigungslösungen.<br />
Daneben erfolgte die strategische Ausweitung von Kundensegmenten<br />
abseits der Automobilindustrie, die über Jahrzehnte<br />
ein Wachstumsgarant gewesen war. MAPAL fokussiert sich nun<br />
zusätzlich auf die Bereiche Aerospace, Fluid Power sowie den<br />
Werkzeug- und Formenbau. Digitallösungen bietet die 2017<br />
gegründete c-Com, die inzwischen in die MAPAL Gruppe integriert<br />
ist und vor allem die Toolmanagementleistungen unterstützt.<br />
Mit einem Umweltmanagementsystem berücksichtigt das<br />
Unternehmen alle Aspekte eines nachhaltigen Wirtschaftens.<br />
Dazu tragen viele Einzelmaßnahmen in Bereich der Produktion<br />
und Verwaltung an allen Standorten bei.<br />
Dr. Jochen Kress hat die Transformation von MAPAL hin zu<br />
einer prozessgesteuerten, global agierenden Organisation angestoßen.<br />
Strukturen und Prozesse werden der erreichten Größe<br />
des Unternehmens angepasst, Entscheidungsprozesse verschlankt<br />
und beschleunigt. Die Neuorganisation der Führungsebene<br />
in der Aalener Unternehmenszentrale richtet sich an Kernprozessen<br />
und Fokusthemen aus. Die strukturellen, organisatorischen<br />
und kulturellen Veränderungen, die Dr. Jochen Kress initiiert<br />
hat, werden das Unternehmen nachhaltig prägen und weit<br />
über das Jubiläumsjahr <strong>2025</strong> hinaus Bestand haben.<br />
weitere Infos: www.mapal.com<br />
Um das Produkt- und Leistungsangebot vergrößern zu können,<br />
was ebenfalls Anforderungen der Kunden nachkam, integrierte<br />
MAPAL eine Reihe spezialisierter Firmen in Deutschland. Mit der<br />
Übernahme der WWS in Pforzheim erweiterte MAPAL sein Angebot<br />
um PKD-Werkzeuge mit gelöteten Schneiden für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung<br />
vor allem von Aluminium und deckte<br />
damit ein Segment ab, das auf Kundenseite immer mehr an Bedeutung<br />
gewann. Von Miller in Altenstadt kamen VHM-Bohrer und<br />
VHM-Fräswerkzeuge ins Programm. Da Vollbohroperationen im<br />
Produktionsprozess dem Reiben vorausgehen, wurde damit das<br />
Leistungsportfolio von MAPAL ideal ergänzt. Die Firma Weisskopf<br />
aus Meiningen verstärkte den Vollhartmetallbereich weiter.<br />
Der Kauf des Winterlinger Traditionsunternehmens August Beck<br />
sicherte die Position von MAPAL als führender Hersteller von Reibahlen.<br />
Robert Strom und ISOTOOL ergänzten das Portfolio um ISOund<br />
Aussteuerwerkzeuge. 2015 wurden die beiden Unternehmen<br />
in die MAPAL ITS umfirmiert, die sich in Eppingen auf komplexe<br />
Sonderwerkzeuge mit Aussteuermechanismen fokussiert. Vervollständigt<br />
wurde das Produktangebot mit Spannzeugen der WTE<br />
aus Ehrenfriedersdorf. Strategische Investitionen hat MAPAL später<br />
auch noch im Ausland getätigt.<br />
Transformation in vollem Gang<br />
Mit Dr. Jochen Kress, der bereits ab 2000 als Entwicklungsingenieur<br />
bei MAPAL arbeitete, trat 2008 die dritte Generation in die<br />
Geschäftsleitung des Familienunternehmens ein. Zehn Jahre<br />
YOUR PARTNER<br />
IN WIND POWER<br />
„Unsere Messmaschinen sind mit einem automatischen<br />
Wechselmagazin ausgestattet. Das sorgt für effiziente<br />
Messprozesse, da für jede Aufgabe schnell der<br />
passende Taster eingewechselt werden kann.“<br />
Andreas Fanourakis, Montage
News & Facts<br />
Strategische Investition in CVD-Diamantbeschichtungen<br />
KYOCERA UNIMERCO Tooling A/S, mit<br />
Hauptsitz in Sunds, Dänemark, und Teil<br />
der globalen Kyocera Corporation (Kyoto,<br />
Japan), gibt die Integration des Geschäftsbetriebes<br />
und der Kernbereiche der<br />
Weber Technologies GmbH (Potsdam,<br />
Deutschland) bekannt. Die Übernahme trat<br />
zum 1. September <strong>2025</strong> in Kraft.<br />
Das Geschäft wird in die KYOCERA<br />
UNIMERCO Tooling GmbH mit Sitz in Neuss<br />
integriert. Weber Technologies ist ein<br />
anerkannter Spezialist für CVD-Diamantbeschichtungen.<br />
Die Übernahme stellt<br />
Dr. Frank-Reinhard Weber, Gründer und ehemaliger<br />
Eigentümer der Weber Technologies<br />
eine strategische Technologieinvestition<br />
dar, die Kyoceras Fähigkeit stärkt, CVD-<br />
Diamant beschichtungen weltweit in verschie<br />
denen Branchen und Geschäftsbereichen<br />
auszubauen.<br />
„Die Integration der Technologie in die<br />
Kyocera-Gruppe stärkt nicht nur unsere<br />
Innovationskraft in Europa, sondern eröffnet<br />
auch spannende Möglichkeiten innerhalb<br />
der globalen Kyocera-Organisation.<br />
Die CVD-Diamantbeschichtungstechnologie<br />
besitzt erhebliches Potenzial zur Leistungs-<br />
und Effizienzsteigerung in verschiedensten<br />
Branchen – von Zerspanungswerk<br />
zeugen über Elektronik bis hin zur<br />
Medizintechnik“, sagt Simon Sondrup,<br />
Group Director, KYOCERA Unimerco<br />
Tooling A/S.<br />
Ein zentrales Element ist die Kontinuität:<br />
Dr. Frank-Reinhard Weber, Gründer<br />
und ehemaliger Eigentümer der Weber<br />
Technologies, wird als Leiter Diamantbeschichtung<br />
bei Kyocera weiterhin Stabilität<br />
und Fachkompetenz in Potsdam sicherstellen.<br />
Auch das bestehende Team bleibt<br />
erhalten und wird zusätzlich verstärkt, um<br />
das zukünftige Wachstum zu unterstützen.<br />
Blick auf die neu hinzugekommene<br />
Produktionsstätte in Potsdam<br />
Dr. Frank-Reinhard Weber erklärt: „Ein Teil<br />
des Teams zu bleiben und die gemeinsame<br />
Reise fortzusetzen, war mir sehr wichtig.<br />
Gemeinsam mit den globalen Ressourcen<br />
von Kyocera können wir die Technologie<br />
der CVD-Diamantbeschichtung nun<br />
in deutl ich breitere Anwendungsbereiche<br />
bringen als je zuvor.“<br />
Diese Übernahme unterstreicht Kyoceras<br />
langfristige Strategie kontinuierlicher Technologieinvestitionen,<br />
die branchenübergreifend<br />
Mehrwert schaffen, die Wettbewerbsfähigkeit<br />
stärken und zukunftsorientierte<br />
Lösungen bieten.<br />
weitere Infos: www.kyocera-unimerco.com<br />
Data Alliance für die Zukunft der Produktion<br />
Das Werkzeugmaschinenlabor (WZL)<br />
der RWTH Aachen hat in Kooperation mit<br />
Siemens und führenden Werkzeugmaschinenherstellern<br />
eine Data Alliance ins Leben<br />
gerufen, um die industrielle Nutzung<br />
generativer künstlicher Intelligenz zur Op -<br />
ti mierung werkzeugmaschinenbasierter<br />
Produktionsprozesse voranzutreiben.<br />
Diese Initiative wurde auf der Messe<br />
EMO <strong>2025</strong> bekanntgegeben und zielt darauf<br />
ab, die zur Verfügbarkeit benötigten<br />
Daten für das Training entsprechender<br />
Foundation Models sicherzustellen.<br />
„Die Zukunft der produzierenden Unternehmen<br />
wird an der Schnittstelle von<br />
Daten, generativer KI sowie simulierter<br />
und realer Werkzeugmaschinen entschieden“,<br />
erklärt Prof. Brecher vom WZL. „Mit<br />
dieser Data Alliance bündeln wir die Kräfte<br />
von Industrie und Wissenschaft, um die<br />
CAD-CAM-NC-Kette weiterzuentwickeln und<br />
Herausforderungen in der Prozess-/ Maschi<br />
ne-Interaktion effektiver zu meistern.“<br />
Die Allianz umfasst namhafte Partner<br />
wie Grob, Trumpf, Chiron, Renishaw und<br />
Heller sowie die Voith Group. Durch den<br />
Austausch anonymisierter Maschinendaten<br />
werden qualitativ hochwertige Datensätze<br />
geschaffen, die für das Training<br />
industrieller KI-Systeme unerlässlich sind.<br />
„Ein verlässlicher Zugang zu diesen Daten<br />
ist der Schlüssel zur Entwicklung robuster<br />
KI-Lösungen“, betont Prof. Brecher.<br />
„Unser Ziel am WZL ist es, diese Datenbasis<br />
wissenschaftlich fundiert zu prüfen<br />
und gemeinsam mit Maschinenherstellern<br />
innovative Lösungen für den praktischen<br />
Einsatz zu entwickeln. Mit unserer<br />
langjährigen Erfahrung in der Interaktion<br />
von Maschine und Prozess sind wir bestens<br />
aufgestellt, um einen wichtigen Beitrag zur<br />
Automatisierung in der Wertschöpfungskette<br />
zu leisten und die Wettbewerbsfähigkeit<br />
des Produktionsstandorts Deutschland<br />
zu sichern.“<br />
weitere Infos: www.wzl.rwth-aachen.de<br />
14 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
News & Facts<br />
Sodick stärkt Präsenz im Norden und Osten<br />
Die Sodick Deutschland GmbH baut<br />
ihren Vertrieb strategisch weiter aus<br />
und setzt dabei auf eine neue starke<br />
Partnerschaft: Mit der Hüttmann<br />
Werkzeugmaschinen GmbH hat das Unternehmen<br />
einen erfahrenen Spezialisten<br />
für Werkzeugmaschinen an seiner Seite,<br />
der ab sofort die Maschinenvertretung für<br />
Sodick-Erodiermaschinen in Norddeutschland<br />
und Teilen Ostdeutschlands übernimmt.<br />
Damit stärkt Sodick nicht nur die<br />
regionale Kundennähe, sondern auch die<br />
Beratungs- und Servicekompetenz für<br />
anspruchsvolle Fertigungsbetriebe zwischen<br />
Hamburg, Hannover, Bremen, Berlin<br />
und Magdeburg.<br />
hin zu High-Speed-Bearbeitungszentren. Zu den Flaggschiffen im aktuellen Maschinenprogramm<br />
zählen unter anderem die Drahterodiermaschinen ALC600P und ALC600G<br />
und die Senkerodiermaschine AL60G – alles Premiummodelle, die sich hervorragend für<br />
hochautomatisierte Fertigungsprozesse eignen. Der modulare Aufbau sowie die Kompatibilität<br />
mit Sodick-Automatisierungslösungen machen sie zu einer leistungsstarken<br />
Basis für digitalisierte Fertigungsstrategien – auch im Zusammenspiel mit nachhaltigen<br />
Produktionszielen.<br />
weitere Infos: www.sodick.de<br />
„Mit Hüttmann gewinnen wir einen erfahrenen<br />
Vertriebspartner mit hoher Bera<br />
tungskompetenz, der unser Portfolio<br />
in der Region perfekt ergänzt“, sagt<br />
Giuseppe Addelia, Geschäftsführer der<br />
Sodick Deutschland GmbH. „Gerade in<br />
einem technologiegetriebenen Markt wie<br />
der Funkenerosion zählt nicht nur die Maschinenleistung<br />
– entscheidend ist, dass<br />
unsere Kunden von Anfang an zuverlässig<br />
begleitet werden: bei der Auswahl, der Integration<br />
und auch bei den entsprechenden<br />
Automatisierungskonzepten.“<br />
Die Hüttmann Werkzeugmaschinen<br />
GmbH mit Sitz in Soltau und in Burgwedel<br />
in der Nähe von Hannover verfügt über<br />
langjährige Erfahrung im Vertrieb, in der<br />
Investitionsberatung sowie in der Überholung<br />
gebrauchter Maschinen. Der Standort<br />
inmitten der Lüneburger Heide – verkehrsgünstig<br />
zwischen Hamburg, Bremen<br />
und Hannover – bietet beste Voraussetzungen<br />
für Vor-Ort-Demonstrationen,<br />
Be ra tungsgespräche und individuellen<br />
Maschinenservice.<br />
Präzision, Automation und<br />
Nachhaltigkeit im Fokus<br />
Sodick zählt seit nun fast 50 Jahren zu<br />
den führenden Herstellern im Bereich<br />
Erodiertechnik. Das Unternehmen bietet<br />
ein einzigartig vollständiges Portfolio<br />
für die moderne Präzisionsfertigung –<br />
von linear motorbetriebenen Draht- und<br />
Senkerodier maschinen sowie hochpräzisen<br />
EDM-Startlocherodiermaschinen bis<br />
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Wassermischbare Kühlschmierstoffe,<br />
Bearbeitungsöle, Reiniger u. v. m.<br />
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News & Facts<br />
Zweites Leben für gebrauchte Schleifmittel<br />
Gebrauchte Schleifmittel müssen als<br />
Restabfall entsorgt werden – es sei denn,<br />
sie sind wiederverwertbar. Für keramisch<br />
gebundene Schleifmittel bietet Norton<br />
jetzt einen besonders nachhaltigen wie<br />
wirtschaftlichen Recycling-Service: die Pro -<br />
duktionsabfälle werden beim Kunden abgeholt,<br />
sortenrein aufbereitet und wieder<br />
dem Stoffkreislauf zugeführt. Aus den<br />
gebrauchten Schleifmitteln entsteht auf<br />
diese Weise neues Schleifkorn. Der Recycling-Service<br />
des Schleifmittel-Spezialisten<br />
schont Ressourcen, verbraucht weniger<br />
Energie und reduziert die Abfallmengen.<br />
Seinen Recycling-Service für keramisch<br />
gebundene Schleifmittel bietet Norton<br />
gemeinsam mit der KOMINEX Minerals<br />
+ Processing GmbH & Co. KG. KOMINEX<br />
ist verantwortlich für die Abholung der<br />
gebrauchten Schleifmittel und das fachgerechte<br />
Recycling. Am Ende des Recyclingprozesses<br />
kauft Norton das recycelte<br />
Schleif korn von KOMINEX auf, um daraus<br />
wieder neue Schleifmittel zu produzieren.<br />
Recyceltes Korn mit Top-Performance<br />
Dass der Recyclingkreislauf vom Restabfall<br />
bis zum neuen Schleifmittel perfekt funktioniert,<br />
ist vor allem das Ergebnis eines<br />
mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekts,<br />
in dessen Rahmen Norton<br />
und KOMINEX das Recycling von keramisch<br />
gebundenen Schleifmitteln intensiv untersucht<br />
haben. „Im Mittelpunkt standen die<br />
Fragen, ob das Recycling möglich ist und<br />
ob sich das recycelte Korn auf die Leistung<br />
unserer Schleifmittel auswirkt", erklärt<br />
Dr. Matthias Alschinger, Norton Quality<br />
Manager EMEA. „Umfassende Tests haben<br />
bestätigt, dass recycelte Körner die gleiche<br />
Performance erzielen wie neue. Und auch<br />
die Produktsicherheit zeigte sich gleichermaßen<br />
gewährleistet. Die Ergebnisse wurden<br />
in umfangreichen Versuchen validiert."<br />
Vorreiter bei der Herstellung von<br />
Scheiben aus recyceltem Schleifkorn<br />
Spätestens mit Entwicklung der Norton<br />
Expert Trenn- und Schruppscheiben<br />
Der neue Norton Recycling-Service für gebundene Keramikprodukte schont Ressourcen,<br />
verbraucht weniger Energie und reduziert die Abfallmengen; der Restabfall wird beim<br />
Kunden abgeholt, sortenrein aufbereitet und wieder dem Stoffkreislauf zugeführt;<br />
mehr unter www.nortonabrasives.com/de-de/nachhaltigkeit<br />
der neuesten Generation gilt Norton in<br />
Deutschland als einer der Vorreiter bei<br />
der Herstellung von Scheiben aus recyceltem<br />
Schleifkorn: die für den DIY-Markt entwickelten<br />
Gewebescheiben bestehen zu<br />
25 % aus recyceltem Schleifkorn und verfügen<br />
in der Scheibenmitte über einen Stahlring<br />
aus recyceltem Metall. Insgesamt setzt<br />
Norton damit mindestens 14 % Recyclingmaterial<br />
ein. Darüber hinaus ist jede Scheibe<br />
mit einer EPD versehen.<br />
Ressourcen schonen,<br />
Abfall vermeiden<br />
„Wir arbeiten täglich daran, unseren ökologischen<br />
Fußabdruck weiter zu verbessern.<br />
Der Einsatz von Recyclingmaterial<br />
und unser neuer Recycling-Service für<br />
keramisch gebundene Schleifmittel sind<br />
wichtige Bausteine für mehr Nachhaltigkeit.<br />
Wir freuen uns, einen weiteren wichtigen<br />
Kreislauf geschlossen zu haben, Ressourcen<br />
schonen und Abfall reduzieren zu<br />
können und zudem die Dekarbonisierung<br />
von Schleifmitteln weiter voranzutreiben."<br />
Kunstharzgebunde Schleifscheiben und<br />
andere Schleifmaterialien wie CBN, Diamant<br />
oder gummigebundene Schleifmittel<br />
sind für dieses Recycling-Angebot nicht<br />
geeignet.“<br />
weitere Infos: www.nortonabrasives.com<br />
16 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Starke Partnerschaft für die Zukunft des Werkzeugmaschinenbaus<br />
News & Facts<br />
DN Solutions, einer der weltweit führenden Werkzeugmaschinenhersteller,<br />
erwirbt HELLER. Mit dem unterzeichneten Vertrag<br />
(„Signing“) legen beide Unternehmen den Grundstein für eine<br />
starke Partnerschaft, die Kompetenzen, Märkte und Zukunftsvisionen<br />
zusammenführt.<br />
HELLER, seit über 130 Jahren Synonym für Innovation, Qualität<br />
und Service im Werkzeugmaschinenbau, wird seine traditionsreiche<br />
Marke fortführen. Die neue Partnerschaft eröffnet zusätzliche<br />
Perspektiven – für Kunden, für Mitarbeitende und für die<br />
gesamte Branche. Gemeinsam entsteht ein Unternehmen mit<br />
internationaler Schlagkraft, technologischem Tiefgang und<br />
umfassender Prozesskompetenz im Werkzeugmaschinenbau<br />
DN Solutions – Dynamik aus Korea, global vernetzt<br />
DN Solutions ist Teil der DN Automotive Group und gehört zu<br />
den wachstumsstärksten Unternehmen im internationalen Werkzeugmaschinenbau.<br />
Mit einem Umsatz von rund 2 Mrd. US-Dollar<br />
und mehr als 2.000 Mitarbeitenden zählt DN Solutions heute<br />
zu den Top-3-Herstellern weltweit.<br />
öffnen sich für uns enorme Chancen, unser Know-how in einem<br />
globalen Verbund noch besser zur Geltung zu bringen“, so<br />
Dr. Thorsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung von<br />
HELLER.<br />
Gemeinsames Ziel:<br />
Vollsortiment-Anbieter im Werkzeugmaschinenbau<br />
Mit der Verbindung von DN Solutions und HELLER entsteht einer<br />
der weltweit umfassendsten Anbieter von Lösungen im Werkzeugmaschinenbau.<br />
Kunden haben künftig den Vorteil, ihre<br />
Anforderungen mit nur einem einzigen Ansprechpartner abdecken<br />
zu können – von Bohrwerken bis hin zu 5-Achs- oder Turnkey-Lösungen<br />
und Automationssystemen.<br />
„Durch die Verbindung unserer Stärken werden wir zu<br />
einem echten One-Stop-Shop im Werkzeugmaschinenbau“, so<br />
Dr. Schmidt. „Kunden müssen künftig nicht mehr verschiedene<br />
Partner im Verbund beauftragen – wir bieten alle Lösungen aus<br />
einer Hand.“<br />
weitere Infos: www.heller.biz<br />
Durch den Zusammenschluss mit HELLER verstärkt DN Solutions<br />
seine Präsenz in Europa und erweitert sein Portfolio im<br />
Bereich komplexer Bearbeitungszentren und 5-Achs-Technologien.<br />
„DN Solutions hat sich auf der globalen Bühne behauptet.<br />
Durch die Kombination unserer Stärken mit dem über 130-jährigen<br />
Know-how von HELLER im Bereich der Bearbeitungszentren<br />
wird diese Partnerschaft bahnbrechende Innovationen für die<br />
Fertigungsindustrie hervorbringen. Darüber hinaus werden die<br />
beiden Unternehmen ihren Kunden einen einzigartigen Mehrwert<br />
bieten und ihre Position als High-End-Marke auf dem globalen<br />
Werkzeugmaschinenmarkt stärken“, erklärt Wonjong Kim,<br />
CEO von DN Solutions.<br />
HELLER – Ingenieurskunst<br />
mit globaler Erfahrung<br />
KINGFISHER<br />
SERIE<br />
MIT INNEN- UND<br />
SCHAFTKÜHLUNG<br />
außergewöhnlich.<br />
COOL.<br />
HELLER steht seit 1894 für Präzision, Prozesskompetenz und<br />
Turnkey-Lösungen im Werkzeugmaschinenbau. Das Unternehmen<br />
beschäftigt weltweit rund 2.100 Mitarbeitende, ist mit eigenen<br />
Produktionsstandorten auf vier Kontinenten vertreten und<br />
gilt als anerkannter Technologiepartner im internationalen<br />
Werkzeugmaschinenbau.<br />
Besonders geschätzt wird HELLER für seine 4- und 5-Achs-Bearbeitungstechnologien,<br />
sein umfassendes Serviceverständnis und<br />
die Fähigkeit, schlüsselfertige Produktionslösungen für Kunden<br />
weltweit zu entwickeln.<br />
Die neue Serie 455<br />
des VHM-Fräsers mit<br />
Innen- und Schaftkühlung<br />
meistert standfest und<br />
präzise Ihre Herausforderungen<br />
bei schwer zerspanbaren<br />
Materialien.<br />
„HELLER bleibt HELLER – unsere Marke, unsere DNA und unsere<br />
Kultur setzen wir in der neuen Partnerschaft fort. Gleichzeitig<br />
www.zecha.de
News & Facts<br />
11. Dortmunder Schleifseminar<br />
Aktuelle Technologien am Institut für Spanende Fertigung<br />
Im Rahmen des 11. Dortmunder Schleifseminars<br />
soll als besonderes Highlight<br />
die Jubiläumsausgabe zum 100-jährigen<br />
Bestehen des Fachbuches Schleifen, Honen,<br />
Läppen und Polieren aus dem Programm<br />
des Vulkan-Verlags dem Fachpublikum<br />
prä sentiert werden. Die neuen Herausgeber,<br />
Prof. Biermann und Prof. Möhring,<br />
freuen sich, dass diese sehr traditionsreiche<br />
Wissenssammlung durch eine Vielzahl<br />
von aktuellen Beiträgen zur Forschung und<br />
Entwicklung der unterschiedlichen Prozesse<br />
der Zerspanung mit geometrisch unbestimmten<br />
Schneiden das weiterhin sehr<br />
große Potenzial dieser Verfahren mit Blick<br />
auf zukünftige Anforderungen hervorhebt.<br />
Auf dieser Basis werden im Rahmen des<br />
Dortmunder Schleifseminars mit einem<br />
Vortragsprogramm und einer Ausstellung<br />
mit Vorführungen aktuelle Themen der<br />
Forschung und Entwicklung präsentiert<br />
und diskutiert.<br />
Neben den vielseitigen Themen, die das<br />
Institut für Spanende Fertigung vorstellt,<br />
finden sich ebenso neue Entwicklungen<br />
aus dem Bereich der Schleiftechnologie<br />
vieler Industrieunternehmen auf der Agenda.<br />
Diese umfassen unter anderem folgende<br />
Inhalte:<br />
→ Drahterosives Abrichten<br />
→ Herstellung von<br />
Verzahnungswerkzeugen<br />
→ Innovative Lösungen beim<br />
Unrundschleifen<br />
→ Schleifbearbeitung von<br />
Ceramic Matrix Composites<br />
→ Prozessketten-Auslegung zur<br />
Fertigung von Bremsscheiben<br />
→ Hochpräzise Schleifprozesse<br />
auf 5-Achs-Präzisionsbearbeitungszentren<br />
Darüber hinaus sind Vorträge zur Mikrostrukturanalytik<br />
und Bauteilprüfung sowie<br />
zur Fertigungsmesstechnik vorgesehen.<br />
Zu den Referenten des 11. Dortmunder<br />
Schleifseminars zählen u.a. die Firmen<br />
Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG,<br />
Tyrolit – Schleifmittelwerke Swarovski AG<br />
& Co KG, United Grinding Group<br />
Management AG, Krebs & Riedel<br />
Schleifscheibenfabrik GmbH & Co. KG,<br />
EMAG GmbH & Co. KG, Vollmer Werke<br />
Maschinenfabrik GmbH, Röders GmbH,<br />
Nagel Technologies GmbH und<br />
Elgan Diamantwerkzeuge GmbH & Co. KG<br />
sowie die Mahr GmbH.<br />
Ergänzt werden die Vorträge durch praktische<br />
Vorführungen von Prozessen im in -<br />
stitutseigenen Experimentierfeld. In diesem<br />
Rahmen finden beispielsweise Prozessvorführungen<br />
zum Werkzeugschleifen von<br />
Bohr werkzeugen und zum Innenrundschlei<br />
fen von gehärtetem Wälzlagerstahl<br />
statt.<br />
Eine Übersicht des gesamten Programms<br />
und weitere Informationen zum<br />
11. Dortmunder Schleifseminar finden Sie<br />
unter: https://isf.mb.tu-dortmund.de/<br />
institut/veranstaltungen/schleifseminar/<br />
weitere Infos:<br />
www.isf.mb.<br />
tu-dortmund.de<br />
parts2clean <strong>2025</strong><br />
Weltweit wichtigster Branchentreff übertrifft Erwartungen<br />
Mit einem guten Besucheraufkommen<br />
sowie einer herausragenden Gesprächsund<br />
Kontaktqualität überzeugte die 21.<br />
parts2clean, die vom 7. bis 9. Oktober <strong>2025</strong><br />
auf dem Messegelänge Stuttgart durchgeführt<br />
wurde. Das innovative Lösungsangebot<br />
der 165 Aussteller aus allen Bereichen<br />
der industriellen Reinigungstechnik<br />
und das zweisprachige p2c.EXPERTFORUM,<br />
das eine Rekordbeteiligung verzeichnete,<br />
boten wesentliche Impulse für die Optimierung<br />
der Prozessqualität, Produktivität<br />
sowie Kosten- und Ressourceneffizienz.<br />
Es sind smarte und eindrucksvolle technische<br />
Lösungen für die industrielle Teileund<br />
Oberflächenreinigung, mit denen die<br />
165 ausstellenden Unternehmen aus 16<br />
Ländern nach Stuttgart angereist waren.<br />
Dass daran trotz der aktuell herausfordernden<br />
Marktsituation Bedarf besteht, wurde<br />
an den drei Messetagen der parts2clean<br />
deutlich: denn die passenden Aufgabenstellungen<br />
und Projekte hatten die über<br />
3.200 Fachbesucherinnen und Fachbesucher<br />
aus 44 Länder im Gepäck. „Die 21. Leit -<br />
messe für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung<br />
verzeichnete damit im Vergleich<br />
zur Veranstaltung 2023 nicht nur<br />
bei den ausstellenden Unternehmen und<br />
der Netto-Ausstellungsfläche mit 4.600 m 2<br />
ein Wachstum, sondern auch ein kleines<br />
Plus auf der Besucherseite“, berichtet<br />
Ramtin Randjbar-Moshtaghin, Project<br />
Di rector bei der Deutschen Messe AG. Der<br />
Auslandsanteil lag bei rund 25 %. Die nach<br />
Deutschland am stärksten vertretenen<br />
Nationen waren die Schweiz, Österreich,<br />
die Türkei und Niederlande. „Entscheidender<br />
als die Zahlen und Fakten ist<br />
18 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
News & Facts<br />
für uns als Veranstalter der parts2clean<br />
jedoch die Zufriedenheit der ausstellenden<br />
Unternehmen“, ergänzt der Project<br />
Director. Und auch da konnte die diesjährige<br />
Veranstaltung punkten, wie Samuel<br />
Wolf, Geschäftsführer des Reinigungsanlagenherstellers<br />
vapic GmbH bestätigt:<br />
„Bereits Ende des zweiten Messetages<br />
hatten wir mehr Kontakte als während<br />
der gesamten Messe 2023. Die Besucher<br />
sind mit konkreten Aufgabenstellungen<br />
und Projekten zur Messe gekommen.<br />
Teilweise hatten sie sogar Zeichnungen<br />
der Teile dabei, die zu reinigen sind, so<br />
dass wir direkt in die Lösungsentwicklung<br />
gehen können. Erfreulich dabei ist auch<br />
die mit rund 80 % sehr hohe Anzahl an<br />
Neukontakten.“<br />
Eine Rekordbeteiligung verzeichneten die Vorträge der Experten aus Wissenschaft,<br />
Forschung und Industrie des diesjährigen p2c.EXPERTFORUMS<br />
Die überdurchschnittlich gute Ge -<br />
sprächs- und Kontaktqualität resultiert bei<br />
der parts2clean aus dem mit 99 % außergewöhnlich<br />
hohen Fachbesucher anteil.<br />
Die nächste parts2clean wird vom 5. bis<br />
7. Oktober 2027 auf dem Messegelände<br />
Stuttgart durchgeführt.<br />
weitere Infos: www.parts2clean.de<br />
Neue Fachmesse für Präzisionsfertigung<br />
Mit den Make-to-Order Days, kurz MTO<br />
Days, geht am 9. und 10. Juni 2026 auf<br />
dem Stuttgarter Messegelände ein neues<br />
Veranstaltungsformat an den Start. Die<br />
neue Einkäufermesse für Präzisionsteile,<br />
Auftragsfertigung und Zerspanung richtet<br />
sich gezielt an Entscheiderinnen, Entscheider<br />
sowie Einkäuferinnen und Einkäufer<br />
aus zukunftsorientierten Industrien wie<br />
Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Er -<br />
neu er baren Energien. Im Zentrum steht die<br />
auftragsbezogene Präzisionsfertigung. Ein<br />
Bereich, der aktuell unter enormem Innovations-<br />
und Anpassungsdruck steht.<br />
Antwort auf aktuelle Herausforderungen<br />
in der Fertigungsindustrie<br />
„Technologische Umbrüche, geopolitische<br />
Herausforderungen und die rasante Transformation<br />
ganzer Industriezweige stellen<br />
viele Fertigungsunternehmen vor große<br />
Aufgaben“, sagt Sebastian Schmid, Mitglied<br />
der Geschäftsleitung der Messe<br />
Stuttgart. „Mit den Make-to-Order Days<br />
schaffen wir eine Plattform, die gezielt auf<br />
diese Veränderungen eingeht und nah an<br />
den Bedürfnissen der Branchen ist.“<br />
Die MTO Days bringen Anbieter präziser<br />
Fertigungstechnik mit industriellen<br />
An wendern aus wachstumsstarken Bereichen<br />
wie Rüstung oder Robotics zusammen.<br />
Die neue Messe positioniert sich als<br />
spezialisierte Beschaffungsplattform für<br />
Ein neues Veranstaltungsformat an den Start:<br />
die Make-to-Order Days, kurz MTO Days, vom 9. bis 10. Juni 2026 in Stutgart<br />
strategische Vernetzung, Innovation und<br />
Geschäftsanbahnung.<br />
Parallel zur CastForge und<br />
Battery Show Europe<br />
Ein besonderer Vorteil: die MTO Days<br />
finden parallel zur CastForge und Battery<br />
Show Europe statt. Dadurch ergeben<br />
sich wertvolle Synergien für ausstellende<br />
Unternehmen und Besucherinnen und<br />
Besucher. Insbesondere aus angrenzenden<br />
Technologiefeldern, für die präzise Fertigung<br />
eine zentrale Rolle spielt. Das geballte<br />
Messeangebot bietet somit zusätzliche<br />
Mehrwerte und fördert den interdisziplinären<br />
Austausch auf dem Messegelände.<br />
Neben der klassischen Produktschau<br />
bietet das Format ein vielfältiges Rahmenprogramm:<br />
ein Fachforum greift aktuelle<br />
Themen rund um Digitalisierung, Präzision<br />
und Fertigungstrends auf und beleuchtet<br />
diese praxisnah.<br />
weitere Infos: www.messe-stuttgart.de<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 19
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Bis ins kleinste Detail<br />
„Warum bauen wir in Frankreich eigentlich<br />
keine Motorräder?“ Dies dachte sich<br />
Olivier Midy, als er vor 30 Jahren mit der<br />
Entwicklung seines eigenen Motorrades<br />
begann. Seit dem Start sind rund 300.000<br />
Stunden in die Entwicklung seiner Midual<br />
Type 1 geflossen. Zahlreiche technische<br />
Spezialitäten hat der Tüftler in dem Bike<br />
verbaut und achtet dabei auf die Perfektion<br />
bis ins kleinste Detail.<br />
Mit dem Blick genau auf diese Details<br />
unterstützt die Paul Horn GmbH Midy und<br />
sein Team mit Präzisionswerkzeugen, die<br />
zum Bau dieses Motorrad-Kunstwerkes<br />
ihre Leistungen zeigen. „Wir setzen auf die<br />
Werkzeuge aus Deutschland, denn für unsere<br />
hohen Qualitätsanforderungen benötigen<br />
wir Lösungen, welche diese auch erreichen<br />
können“, so Midy.<br />
Die heiligen Hallen des Unternehmens<br />
Midual liegen in der westfranzösischen<br />
Stadt Angers. Hier baut Midy mit seinem<br />
Rund 1.700 kg Sand und eine Woche Arbeitszeit<br />
benötigt der Zulieferer für die 15-teilige<br />
Sandform des Monocoque-Rahmens; beim<br />
Guss fließen 80 kg Aluminium in die Form<br />
kleinen Team die erstklassig verarbeiteten<br />
Highend-Motorräder. Die Leidenschaft<br />
zum Schrauben an Motorrädern hatte<br />
Midy schon als Jugendlicher. Im Jahr 1992<br />
begann der Maschinenbauingenieur sein<br />
eigenes Motorrad zu entwickeln. Finanziert<br />
hat er das Projekt in der ersten Zeit mit seiner<br />
eigenen Firma, die als Lohnfertiger<br />
Teile für die Automobilindustrie fertigte.<br />
Midy wollte beim Bau seiner Midual Type 1<br />
alles Dagewesene ändern und mit technischer<br />
Perfektion in den Schatten stellen.<br />
Somit begann er mit der Entwicklung der<br />
Type 1 auf einem weißen Blatt Papier.<br />
Alu-Sandguss-Monocoque-Rahmen<br />
Eine Besonderheit ist die Lage des Zweizylinder-Boxermotors.<br />
Bekannte Hersteller<br />
verbauen den Motor aus technischen<br />
Gründen nur quer. Midy hat es jedoch geschafft,<br />
den Boxermotor längs einzubauen.<br />
Um den Radstand des Motorrads nicht zu<br />
verlängern, kippte er den Boxer um 25°<br />
nach vorne. Das Kippen ermöglichte somit<br />
auch den Einbau des Sechsganggetriebes<br />
unter dem hinteren Zylinder sowie die<br />
Lagerung für die hintere Schwinge. Ein<br />
weiteres Highlight ist der Rahmen. Während<br />
die meisten Motorrad-Hersteller<br />
einen Rohrrahmen mit einem aufgesetzten<br />
Blechtank verbauen, kommt die Midual<br />
Type 1 mit einem Alu-Sandguss-Monocoque-Rahmen<br />
mit integriertem 14-Liter-<br />
Benzintank. „Neben der Motorentwicklung<br />
nahm die Entwicklung des Rahmens<br />
die meiste Zeit in Anspruch. Der Guss, die<br />
anschließende CNC-Bearbeitung sowie das<br />
Finish per Handarbeit sind sehr aufwendig.<br />
Das Finish des Rahmens dauert rund 80<br />
Stunden“, erklärt Midy. Für das komplette<br />
Bike sollte der Käufer das nötige Kleingeld<br />
parat haben. Der Einstiegspreis liegt bei<br />
rund 165.000 Euro.<br />
„Was wir selbst machen können, machen<br />
wir auch selbst“, erzählt Midy. Für die<br />
CNC-Bearbeitung stehen in seiner Werkstatt<br />
zwei CNC-Fräszentren. Zu den Frästeilen<br />
zählen neben Motorkomponenten<br />
und Rahmen auch die Halterungen, Fußrasten<br />
sowie weitere Anbauteile. Die meisten<br />
Kleinteile sind bei der Type 1 aus dem<br />
Vollen gefräst. Kunststoffteile findet man,<br />
Für das Stoßen von Steckverzahnungen<br />
setzt Midy auf den Werkzeugtyp Supermini<br />
außer den Blinkern und Steckern, an diesem<br />
Motorrad so gut wie keine. Für zahlreiche<br />
Fräsoperationen setzt Midy seit<br />
drei Jahren auf die Werkzeuglösungen aus<br />
Tübingen.<br />
Hohe Oberflächengüten<br />
Zum Planfräsen des Motorgehäuses suchte<br />
Midy nach einer passenden Werkzeuglösung.<br />
Das Motorgehäuse aus einer Aluminiumlegierung<br />
besteht aus zwei Hälften.<br />
Die Anforderung an das Fräsergebnis<br />
ist hoch. Die Flächen müssen nach dem<br />
Fräsvorgang in einem engen Toleranzfeld<br />
liegen. Des Weiteren dienen die Flächen<br />
später auch als Dichtflächen. „Neben der<br />
Ebenheit ist eine hohe Oberflächengüte<br />
ein wichtiges Kriterium“, so Midy. Über<br />
einen seiner Mitarbeiter kam Midy auf die<br />
Werkzeugsysteme von HORN. Er setzte<br />
diese schon bei seinem früheren Arbeitgeber<br />
ein.<br />
Nach dem ersten Kontakt mit HORN<br />
France folgten kurz darauf die ersten Tests.<br />
Zum Einsatz brachten die HORN-Techniker<br />
das Frässystem DTM mit einem Durchmesser<br />
von 80 mm. Die Zähnezahl beträgt z = 7.<br />
Als Schneidstoff kommt zur Bearbeitung<br />
der Alu-Legierung polykristalliner Diamant<br />
(PKD) zum Einsatz. Der PKD-Schneidstoff<br />
20 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
setzt sich aus einer Mixtur unterschiedlicher<br />
Größen von Diamantkörnern zusammen.<br />
Der Volumenanteil von Diamant<br />
steigt, Wirkhärte, Zähigkeit und Schneidenqualität<br />
ebenso. Strenge Qualitätsstandards<br />
und deren Kontrolle sind selbstverständlich<br />
und sorgen für eine starke Leistung.<br />
Die hohe Gleiteigenschaft der Diamantoberfläche<br />
in Kombination mit der<br />
internen Kühlmittelzufuhr beugt der Bildung<br />
von Aufbauschneiden vor. Im Einsatz<br />
fräst das Werkzeug mit einer Schnittgeschwindigkeit<br />
von v c = 600 m/min, einer<br />
Zustellung von a pc = 0,1 mm und einem Vorschub<br />
pro Zahn von f zc = 0,01 mm über das<br />
Werkstück. Die Oberfläche erreicht nahezu<br />
Spiegelglanz. „Für das Fräsen von hochglänzenden<br />
Oberflächen kommt normalerweise<br />
monokristalliner Diamant zum<br />
Einsatz. Mit der hohen Schneidenqualität<br />
der PKD-Schneidkanten lassen sich jedoch<br />
auch sehr gute Oberflächengüten erzeugen.<br />
Die Oberfläche ist immer das Spiegelbild<br />
der Schneidkantenqualität“, erklärt der<br />
HORN-Techniker Roger Kasper.<br />
Haltersystem mit<br />
Aluminiumgrundkörper<br />
Neben der Qualität der Schneideinsätze<br />
spielt das Haltersystem eine entscheidende<br />
Rolle. Die Plattensitze des Trägerwerkzeugs<br />
sind mit einem Justiersystem ausgestattet.<br />
Der Planlauf lässt sich somit über<br />
ein Voreinstellgerät µ-genau einstellen.<br />
Das Justiersystem der Schneideinsätze ist<br />
be dienerfreundlich gestaltet. Der Aluminiumgrundkörper<br />
der Trägerwerkzeuge<br />
bietet eine geringe Masse für einen geringen<br />
Energieaufwand bei Positiv- und<br />
Negativbeschleunigungen. Die verringerte<br />
Masse gegenüber dem Stahlfräser sorgt<br />
auch für schnellere Hochlauf- beziehungsweise<br />
Bremszeiten. Somit sind hochdynamische<br />
Fräsprozesse möglich. Um dem<br />
Verschleiß am Grundkörper durch Spanschlag<br />
vorzubeugen, ist er mit einer schützenden<br />
Hardcoat-Beschichtung versehen.<br />
„Die Qualität des Fräsergebnisses hat<br />
uns voll überzeugt. Je besser die Fertigungsqualität,<br />
desto besser die Qualität<br />
unserer Motorräder. Neben den<br />
Dichtflächen fräsen wir auch Dekorflächen<br />
mit dem Werkzeug“, sagt Midy. Er<br />
hat den Motor der Midual Type 1 komplett<br />
selbst entwickelt und fertigt die<br />
meisten Teile des Motors auch selbst.<br />
Das Aggregat hat einen Hubraum von<br />
1.036 cm 3 und eine Leistung von 107 PS<br />
bei einer Umdrehung von 7.800 1/min.<br />
Das maximale Drehmoment von 98 Nm<br />
liegt bei 6000 1/min an. Bei der Entwicklung<br />
des Motors ging es Midy nicht um<br />
die maximale Leistung und brachiale<br />
Kraft. Er entwickelte einen komfortablen<br />
und langlebigen Antrieb für die Landstraße.<br />
„Ich fahre meine Midual nahezu täglich<br />
und habe schon über 200.000 km auf<br />
dem Zähler“, so Midy. Das Sechsganggetriebe<br />
stammt ebenfalls aus der Feder des<br />
Franzosen. Für die Fertigung des Getriebes<br />
besitzt er in seinem Maschinenpark noch<br />
nicht die nötigen Maschinen. Er lässt es<br />
bei einem Zulieferer in Spanien fertigen.“<br />
Kleine Details<br />
Egal, wo das Auge hinschaut: Jedes einzelne<br />
Bauteil der Type 1 ist durchdacht, von<br />
hoher Qualität und wenn möglich aus dem<br />
Vollen gefräst. So fertigt Midy sogar die<br />
Schrauben zur Halterung der Lederapplikationen<br />
selbst. Da er in seinem Maschinenpark<br />
noch keine CNC-Drehmaschine<br />
besitzt, sind die Schrauben gefräst und mit<br />
dem Midual Logo graviert. Zum Trennfräsen<br />
setzt er hierzu auf das Zirkular-Frässystem<br />
von HORN. Neben dem Nut- und Zirkularfräsen<br />
zeigt das System auch beim<br />
Trennfräsen hohe Leistungen. Nach dem<br />
Fräsen ist vor dem Polieren: Die Schraubenköpfe<br />
erhalten wie jedes Teil einer<br />
Type 1 die entsprechende Nachbehandlung<br />
von Hand.<br />
Für das Stoßen von Steckverzahnungen<br />
setzt Midy auf das HORN-Werkzeugsystem<br />
Supermini des Typs N105. Die Steckverzahnung<br />
wird beispielsweise bei dem Fußhebel<br />
für die Schaltung der Gänge benötigt.<br />
Die präzisionsgeschliffene Werkzeugschneide<br />
gleicht hierbei dem Profil der<br />
Verzahnung. Im Stoßprozess liegt die<br />
Zustellung der Einzelhübe bei 0,1 mm.<br />
Nach der Fertigstellung eines Zahns dreht<br />
die Spindel weiter, um mit dem nächsten<br />
Zahn fortzufahren.<br />
Blick in die Zukunft<br />
Midy hat schon rund 40 seiner Midual<br />
Type 1 gebaut. Der Motorrad-Virtuose<br />
entwickelt bereits seine Type 2. Auch hierzu<br />
benötigt er die Unterstützung seiner<br />
Partner. „Wir freuen uns schon sehr<br />
auf die nächsten Projekte. Wir sind froh,<br />
starke Partner wie HORN an unserer Seite<br />
zu haben, die uns mit ihren Lösungen und<br />
ihrem Know-how unterstützen“, resümiert<br />
Midy.<br />
weitere Infos: www.horn-group.com<br />
Das HORN-Frässystem DTM sorgt mit den PKD-Schneideinsätzen<br />
für hohe Oberflächengüten auf den Aluminium-Bauteilen<br />
Das Midual-Team mit den Experten von HORN – eine erfolgreiche<br />
Zusammenarbeit (Quelle: HORN/Sauermann)<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 21
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Und der Span bricht doch<br />
Internationale Regularien begrenzen die<br />
Bleianteile in Kupferlegierungen. Das ist<br />
gut für Gesundheit und Natur, stellt Hersteller<br />
und Zerspaner aber vor große –<br />
oder vielleicht besser – lange Herausforderungen.<br />
Denn ohne Blei in der Legierung<br />
bilden sich oft ellenlange Späne. Zusammen<br />
mit Experten der Wieland Gruppe<br />
haben sich die Werkzeugspezialisten von<br />
ISCAR des Themas angenommen. Im Tech -<br />
Center in Ettlingen erarbeiteten sie gemeinsam<br />
eine breite Palette an Bohrern,<br />
Fräsern, Dreh- und Stechwerkzeugen, mit<br />
denen sich bleifreies Messing problemlos<br />
zerspanen lässt.<br />
1820 aus einer Glockengießerei in Ulm<br />
hervorgegangen, ist die Wieland Gruppe<br />
heute ein international agierender Anbieter<br />
von Kupferlegierungen, Halbfabrikaten<br />
aus Kupfer sowie von Komponenten- und<br />
Systemlösungen. Mit einem globalen Netz<br />
von mehr als 80 Produktionsstätten, Service-<br />
und Handelshäusern sowie rund<br />
10.000 Mitarbeitenden bietet das Unternehmen<br />
ein breites Produkt-, Technologie-<br />
und Serviceportfolio. Vom Prototyp<br />
bis zur Serienfertigung entwickelt Wieland<br />
Lösungen unter anderem für die Auto -<br />
motive-, Luft- und Raumfahrt-, Elektronik-,<br />
Kälte- und Klimatechnik-Branche.<br />
REACH Annex 17, RoHS, DWD und ELV –<br />
zahlreiche internationale Regularien be -<br />
gren zen den Bleigehalt in Kupferlegierungen.<br />
Bislang eingesetzte und bewährte<br />
Werkstoffe sind damit auf lange Sicht<br />
nur noch bedingt nutzbar. Deshalb hat<br />
Wieland mit der ecoline-Serie eine Familie<br />
an bleifreien Produkten entwickelt, die<br />
diese ersetzen sollen. Doch deren Zerspanung<br />
stellt neue Anforderungen, denn Blei<br />
verleiht in den bleihaltigen Messing-Legierungen<br />
spezifische Eigenschaften, verbessert<br />
zum Beispiel ihre Zerspanbarkeit und<br />
die Werkzeugstandzeit.<br />
Geringer Bleigehalt –<br />
große Herausforderungen<br />
Industriell wichtige Zerspanungsmessinge<br />
enthalten beispielsweise zwischen 0,5 und<br />
3,5 % Blei in kleinen Partikeln als Spanbrecher.<br />
Das Element liegt im Materialgefüge<br />
in fein dispersen Partikeln vor. Je mehr<br />
Blei enthalten ist, umso besser lässt sich<br />
der Werkstoff bearbeiten. Blei sorgt für<br />
eine gewisse Schmierung beim Zerspanen<br />
und für kurze Späne. „Die Herausforderung<br />
besteht darin, diese Charakteristika auch<br />
bei Bleifreiheit sicherzustellen“, erklärt<br />
Angelos Tanios, Prozessingenieur bei<br />
Wieland. Um diese Eigenschaften im bleifreien<br />
Messing verfügbar zu machen, setzt<br />
Wieland bei seinen ecoline-Legierungen,<br />
wie zum Beispiel eco SZ3, Silizium und<br />
Phosphor ein. Die sich bildenden Phosphide<br />
sind in der Legierung ähnlich wie Bleipartikel<br />
verteilt und dienen als Sollbruchstellen<br />
für die Späne. Damit erreichen die<br />
neuen Werkstoffe eine sehr gute Zerspanbarkeit.<br />
Nichtsdestotrotz stellen bleiarme<br />
oder -freie Werkstoffe Herausforderungen<br />
an den Zerspanprozess, um die außerordentliche<br />
Performance bleihaltiger Werkstoffe<br />
zu erreichen. „Bei Tests beobachteten<br />
wir teilweise einen erhöhten Verschleiß<br />
an den Schneiden, und es bildeten<br />
sich stellenweise Grate an Bauteilen“, sagt<br />
Christian Erb, Application Engineer bei<br />
Wieland. „Kritisch ist auch, dass lange<br />
Späne entstehen können, die sich um<br />
Werkzeuge wickeln, den Prozessraum<br />
in der Maschine verstopfen und schließlich<br />
auch das Entfernen der Späne aus der<br />
Anlage erschweren.“<br />
Dem Team um Christian Erb und Angelos<br />
Tanios war klar, dass sich auch das bleifreie<br />
Material wirtschaftlich und prozesssicher<br />
bearbeiten lassen müsste – mit dem<br />
passenden Werkzeug. Deshalb wandten<br />
sie sich an ihren langjährigen Werkzeugpartner<br />
ISCAR und schilderten Florian<br />
Schöffler, Beratung und Verkauf, und<br />
Anwendungstechniker Martin Staudacher<br />
das Thema. Da noch nicht viele Unternehmen<br />
mit dem neuen bleifreien Messing<br />
arbeiten, fehlten auch den Werkzeugspezialisten<br />
Erfahrungswerte für Empfehlungen.<br />
„Aber wir haben für solche Fälle<br />
ja ein Ass im Ärmel – unser TechCenter in<br />
Ettlingen“, sagt Florian Schöffler. Auf dem<br />
bestens ausgestatteten „Spielplatz für<br />
große Jungs“ testet ISCAR einerseits die<br />
eigenen Produkte, löst aber andererseits<br />
vor allem auch die technischen Probleme<br />
seiner Kunden. „Also luden wir das Wieland-<br />
Team nach Ettlingen ein, um gemeinsam<br />
Lösungen auszuknobeln“, sagt Martin<br />
Staudacher. „Im TechCenter konnten wir<br />
ausprobieren, was am besten funktioniert.<br />
Probieren geht ja erfahrungsgemäß über<br />
studieren.“<br />
Das TechCenter birgt die Lösung<br />
Mit Standardwerkzeugen von ISCAR lässt sich auch bleifreies Messing problemlos zerspanen<br />
In der ecoline-Familie von Wieland finden<br />
sich Legierungen mit ganz unterschiedlichen<br />
Eigenschaften, um die verschiedenen<br />
Anforderungen der Anwender abzubilden.<br />
Für die Versuche im TechCenter<br />
stellten die Materialexperten aus Ulm<br />
22 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Die eingesetzten Werkzeuge mit Stahlgeometrie erzeugten<br />
schön geformte, kurze Späne, die sich leicht evakuieren lassen<br />
Nur für den Formeinstich kam ein Sonderwerkzeug zum Einsatz:<br />
er wurde mit einem genau angepassten fünfschneidigen PENTA<br />
27-Schneideinsatz mit eingelasertem Spanformer gesetzt<br />
Drei-Meter-Stangenmaterial aus eco SZ3<br />
(CuZn40SiP) in Durchmessern von 26 und<br />
38 mm zur Verfügung. „Wir haben uns für<br />
diese Legierung entschieden, weil sie in<br />
ihren Eigenschaften den weit verbreiteten<br />
Messingen CW614 und CW617 am nächsten<br />
kommt“, sagt Christian Erb. „So können<br />
wir einen breiten Anwendungsbereich<br />
abdecken.“<br />
Bei bleihaltigem Material funktionieren<br />
in der Regel extrem scharfe Werkzeuge,<br />
etwa Alu-Geometrien, am besten. „In SZ3<br />
führten aber genau diese Werkzeuge bei<br />
unseren Tests zu extrem langen Spänen“,<br />
sagt Werner Lederbogen, Arbeitsvorbereitung<br />
bei Wieland. „Wir wechselten deshalb<br />
auf weniger scharfe Stahlgeometrien mit<br />
Schutzfase. Das hat dann prima geklappt.“<br />
Marco Huck, Application Engineer im<br />
TechCenter bei ISCAR ergänzt: „Besonders<br />
Schneidstoffe mit passendem C-Spanformer<br />
sowie einer sehr glatten und polierten<br />
Beschichtung erlauben einen guten Spanablauf.“<br />
Welches Coating genau sich<br />
schließ lich als das Beste für bleifreie Werkstoffe<br />
erweisen wird, lasse sich erst sagen,<br />
wenn es bei einem konkreten Anwendungsfall<br />
auch um Standzeiten der Werkzeuge<br />
gehe.<br />
Versuche auf Lang- und Kurzdrehern<br />
Das 26er-Material sollte auf dem Langdreher<br />
zerspant werden. Um die typischen<br />
Bearbeitungen in der Industrie abzubilden,<br />
entstand ein Bauteil, das einem<br />
Anschlussstück nachempfunden ist – in<br />
einem Rutsch und fast ausschließlich mit<br />
Standardwerkzeugen. Zum Ab- und Einstechen<br />
nutzte das TechCenter-Team den<br />
ressourcenschonenden DOGRIP mit einem<br />
nur einen Millimeter schmalen Schneideinsatz.<br />
Bohrungen setzten sie mit einem<br />
SOLIDDRILL-Vollhartmetall (VHM)-Bohrer<br />
und mit SUMOCHAM-Wechselkopfbohrern<br />
mit Ø 32 und 4 mm. Beim Drehen und Vordrehen<br />
leisteten ISOTURN-Werkzeuge mit<br />
F1M-Spanfomer gute Dienste. Mit dem<br />
neuen dreischneidigen PICCO3CUT brachten<br />
sie Fasen ein und schlichteten die Innen<br />
korrekturen, Schlüsselflächen frästen<br />
sie mit einem vierschneidigen<br />
MULTIMASTER- VHM-Fräser in der verschleißfesten,<br />
TiAlN PVD-beschichteten<br />
Feinstkornsorte IC908. Das Gewinde mit<br />
1,5er-Steigung schnitten die Zerspaner mit<br />
einem ISCARTHREAD-Gewindefräser mit<br />
ISO-WSP. Nur für den Formeinstich kam ein<br />
Sonderwerkzeug zum Einsatz: er wurde<br />
mit einem genau angepassten fünfschneidigen<br />
PENTA 27-Schneideinsatz mit eingelasertem<br />
Spanformer gesetzt. „Der gesamte<br />
Prozess von der Stange bis zum fertigen<br />
Teil dauert so nur rund zwei Minuten und<br />
bringt sehr gute Ergebnisse“, sagt Thomas<br />
Eiberle, Einrichter bei Wieland.<br />
Das Material mit Ø 38 mm zerspanten<br />
die Tüftler auf einem Kurzdreher. Als Testobjekt<br />
entstand eine Gleitlagerbuchse, für<br />
die tatsächlich existierende Komponenten<br />
Modell standen. Das Stangenmaterial<br />
wurde mit dem neuen dreischneidigen<br />
QUICKTLOCK mit extrem stabiler Klemmung<br />
geschruppt und mit dem LOGIQ-<br />
6TURN geschlichtet, der positiven Wendeschneidplatte<br />
mit sechs 55-Grad-Schneiden.<br />
Ein vierschneidiger MULTIMASTER-<br />
VHM-Fräser setzte die Schlüsselflächen.<br />
Mit einem DR-TWIST-Bohrer mit Ø 32 mm<br />
brachte das Team eine Stirnbohrung ein<br />
und drehte sie mit einer WHISPERLINE-<br />
Bohrstange aus. Für den Einstich nutzten<br />
die Zerspaner auch hier den DOGRIP<br />
mit der Schnittbreite von nur einem Millimeter.<br />
„Bei der erfolgreichen Bearbeitung<br />
auf dieser Maschine unterstütze zudem<br />
das Schnellwechselsystem Varia-VX unseres<br />
Partners EWS, das die Rüstzeit reduziert<br />
und das Drehmoment sicher überträgt.<br />
Dazu kommt der kollisionsoptimierte<br />
Werkzeugadapter SPANNTOP mini 65<br />
unseres Partners Hainbuch, mit dem wir<br />
ganz nah ans Futter fahren können“, erklärt<br />
Jörg Huber, Application Engineer im Tech-<br />
Center bei ISCAR.<br />
Das Werkzeug macht’s<br />
Die Testergebnisse auf beiden Anlagen<br />
überzeugten. Mit den eingesetzten Werkzeugen<br />
kann das Expertenteam die Bauteile<br />
sowohl auf dem Lang- wie auf dem<br />
Kurzdreher prozesssicher und in einem<br />
Zug herstellen. „Wir haben durchgehend<br />
schöne kurze Späne und die Oberflächenqualität<br />
stimmt auch“, sagt Christian<br />
Erb zufrieden. Angelos Tanios bringt die<br />
Erkenntnisse auf den Punkt: „Mit dem passenden<br />
Werkzeug lässt sich eben auch<br />
bleifreies Material problemlos zerspanen.“<br />
weitere Infos: www.iscar.de<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 23
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Medizintechnik<br />
Optimierte Miniaturbearbeitung für maximale Effizienz<br />
Effizienter fräsen, länger mannlos produzieren,<br />
seltener wechseln: gemeinsam mit<br />
Tungaloy-NTK Germany hat der Dentaltechnik-Hersteller<br />
Hager & Meisinger GmbH<br />
die Miniaturbearbeitung seiner Implantatkomponenten<br />
strategisch optimiert.<br />
Grundlage für diesen Erfolg war das strukturierte<br />
5-Stufen-Programm „RoadMAP<br />
to Success“ von Tungaloy-NTK Germany –<br />
ein praxisbewährter Fahrplan zur systematischen<br />
Senkung der Stückkosten und<br />
nach haltigen Steigerung der Produktivität.<br />
Durch detaillierte Prozessanalyse und<br />
gezielte Werkzeugauswahl entlang dieses<br />
„Erfolgsplanes“ konnten die Werkzeug-<br />
Standzeiten um bis zu 30 Prozent erhöht,<br />
die mannlosen Produktionszeiten vervierfacht,<br />
die Bearbeitungsqualität verbessert<br />
und die Produktivität um über 20 Prozent<br />
gesteigert werden.<br />
Wenn es um Mikrometer geht, versteht<br />
Meisinger keinen Spaß – aber umso mehr<br />
von Präzision. Seit 1888 fertigt das Unternehmen<br />
aus Neuss hochwertige medizintechnische<br />
Instrumente und gilt als einer<br />
der ältesten und effizientesten Hersteller<br />
dentaler Rotationsinstrumente weltweit.<br />
Mit einem klaren Fokus auf die Anforderungen<br />
von Zahnärzten, Implantologen und<br />
Laboren hat sich Meisinger über Generationen<br />
hinweg einen Namen als Innovationsführer<br />
gemacht – national wie international.<br />
Besonders in der Implantologie<br />
setzt Meisinger Maßstäbe: Die Produktpalette<br />
reicht von Systemen zur Implantatbett-Aufbereitung<br />
bis hin zu Mikro-Im -<br />
plantatschrauben mit gerade einmal<br />
einem Millimeter Durchmesser.<br />
Höchste Anforderungen –<br />
null Toleranz<br />
„Unsere Produkte bewegen sich im Grenzbereich<br />
des Machbaren. Umso wichtiger<br />
ist es, dass wir uns auf jedes Werkzeug<br />
hundertprozentig verlassen können –<br />
sonst können wir keine hundertprozentige<br />
Qualität garantieren“, bringt Dennis<br />
Wörster, Leiter Drehtechnik bei Meisinger,<br />
die Herausforderung auf den Punkt. Die<br />
Bearbeitung von Miniaturbauteilen wie<br />
Zugankerschrauben und Widerlagerhülsen<br />
verlangt weit mehr als nur verkleinerte<br />
Zerspanungsprozesse. Es geht um absolute<br />
Maßhaltigkeit, spiegelglatte Oberflächen<br />
und hundertprozentige Gratfreiheit<br />
– denn schon kleinste Abweichungen<br />
können die Funktion im Körper beeinträchtigen.<br />
Komplexe Geometrien, enge Toleranzen<br />
und die schwierige Zerspanbarkeit<br />
von Titan oder Edelstahl machen die Fertigung<br />
zusätzlich anspruchsvoll. Diese Werkstoffe<br />
sind zwar biokompatibel – aber auch<br />
hart, wärmeempfindlich und unforgiving<br />
bei der Bearbeitung.<br />
„Wir arbeiten mit sicherheitsrelevanten<br />
Bauteilen. Da darf nichts dem Zufall überlassen<br />
bleiben“, so Wörster. „Jeder Schritt<br />
muss stabil, wiederholbar und wirtschaftlich<br />
sein – gerade in der mannlosen Fertigung.“<br />
Ein Werkzeugbruch oder Verzug<br />
bedeutet nicht nur Ausschuss, sondern<br />
stört den gesamten Prozessfluss – bis<br />
hin zur Rückverfolgbarkeit. Umso wichtiger<br />
sind Werkzeuge, die nicht nur zuverlässig<br />
schneiden, sondern den Prozess mittragen<br />
– Tag für Tag. „Mit Tungaloy-NTK<br />
Germany haben wir einen Partner, der<br />
genau das versteht. Gemeinsam optimieren<br />
wir nicht nur Werkzeuge, sondern<br />
unsere komplette Fertigungsstrategie.“<br />
Prozesse mikrogenau durchleuchtet<br />
Bevor Optimierungen greifen können,<br />
braucht es einen präzisen Blick auf das<br />
Bestehende. Genau hier setzt die „Road-<br />
MAP to Success“ von Tungaloy-NTK<br />
Germany an: ein definierter 5-Stufen-Plan,<br />
der mit einer fundierten Analyse beginnt<br />
und in klar definierten Phasen – von der<br />
Konzeption über die Validierung bis zur<br />
Umsetzung – zielgerichtet zur Kostensenkung<br />
und Effizienzsteigerung führt. Jeder<br />
Schritt ist praxisnah, messbar und vielfach<br />
erprobt – für nachhaltige Erfolge in der<br />
Zerspanung.<br />
In einem ersten Schritt wurde deshalb<br />
gemeinsam mit den Anwendungstechnikern<br />
von Tungaloy-NTK Germany der<br />
gesamte Fertigungsprozess analysiert.<br />
Dabei wurden sämtliche Bearbeitungsschritte<br />
systematisch erfasst. Maschinenlaufzeiten,<br />
Ist-Zeiten und Werkzeugnutzung<br />
wurden dokumentiert, um Schwachstellen<br />
und Optimierungsmöglichkeiten<br />
sichtbar zu machen.<br />
ModuMiniTurn (oben) und<br />
MiniForceTurn (unten) zum<br />
Planen und Schlichten<br />
„Diese gründliche Analyse legte den<br />
Grundstein für alle weiteren Schritte: Sie<br />
zeigte klar, wo die Optimierungspotenziale<br />
lagen. Und sie ebnete den Weg für<br />
die passgenaue Konzeption einer Werkzeugstrategie,<br />
genau zugeschnitten auf<br />
die Bauteile und Anforderungen von<br />
Meisinger“, so Dominik Uhl, Produktspezialist<br />
für nicht rotierende Werkzeuge bei<br />
Tungaloy-NTK Germany.<br />
Kleine Werkzeuge,<br />
große Wirkung<br />
Statt einfach nur bestehende Werkzeuge<br />
auszutauschen, setzte Meisinger gemeinsam<br />
mit Tungaloy-NTK Germany auf einen<br />
strategischen Optimierungsansatz. Ganze<br />
Bearbeitungsabläufe wurden hinterfragt,<br />
neu strukturiert und sämtliche Schnittstellen<br />
– von der Maschine über die Spanntech<br />
nik bis hin zum Werkzeug – sorgfältig<br />
aufeinander abgestimmt. Zentraler Bestand<br />
teil der Optimierung war die voll-<br />
24 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Medizintechnik<br />
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
ständige Bearbeitung von Widerlagerhülsen<br />
und Zugankerschrauben. „Ziel war es,<br />
möglichst viele Bearbeitungsschritte stabil,<br />
präzise und wirtschaftlich mit optimal<br />
abgestimmten Werkzeuglösungen abzudecken.<br />
Zum Einsatz kommen heute hochpräzise<br />
Wendeplatten- und Mikrowerkzeuge,<br />
die sich besonders bei engen<br />
To leranzen, komplexen Geometrien und<br />
schwer zerspanbaren Materialien bewährt<br />
haben“, erklärt Dominik Uhl.<br />
Beim Planen und Überdrehen der<br />
Bauteile verwendet Meisinger den<br />
ModuMiniTurn und den TetraMiniCut.<br />
ModuMiniTurn, das modulare Haltersystem<br />
für Langdrehmaschinen, ermöglicht<br />
sekundenschnellen Schneidkopfwechsel<br />
ohne Ausbau des Halters – bei gleichbleibend<br />
hoher Wiederholgenauigkeit von<br />
unter ±5 µm. Zusammen mit Tetra MiniCut,<br />
der dank seines 3-Punkt-Klemmsystems<br />
höchste Klemmsteifigkeit und Standzeiten<br />
bietet, entsteht eine Drehstrategie, die<br />
nicht nur effizient, sondern auch äußerst<br />
prozesssicher und präzise ist.<br />
Für die kleinsten Bohrungen setzt<br />
Meisinger auf den GigaMiniDrill. Die präparierte<br />
Schneide und die optimierte<br />
Spanraumgeometrie der VHM-Mikrobohrer<br />
sorgen für sichere Selbstzentrierung<br />
und gratfreie Bohrungen – selbst bei<br />
Durch messern ab 0,1 mm. Ergänzt wird das<br />
Bearbeitungskonzept durch TinyMiniTurn<br />
für das Innenausdrehen sowie DuoJustCut,<br />
das mit seinem stabilen Klemmsystem für<br />
präzise und wiederholgenaue Abstechvorgänge<br />
sorgt. Für das Fräsen der Schlüsselflächen<br />
an den Widerlagerhülsen kommt<br />
zusätzlich der modulare TungMeister zum<br />
Einsatz – schnell im Wechsel, zuverlässig in<br />
der Bearbeitung.<br />
Speziallösungen für<br />
besondere Anwendungen<br />
Ein zentraler Erfolgsfaktor war die enge<br />
Zusammenarbeit mit den Anwendungstechnikern<br />
von Tungaloy. Gemeinsam wurden<br />
Werkzeuge auf die spezifischen Anforderungen<br />
in der Titanbearbeitung angepasst<br />
– etwa durch eigens entwickelte<br />
Schneidengeometrien und Beschichtungen,<br />
die Standzeiten verlängern und die<br />
Oberflächengüte verbessern. Auch bei der<br />
Auslegung von Spannfuttern und Werkzeugaufnahmen<br />
stand Tungaloy-NTK<br />
Germany beratend zur Seite, um maximale<br />
Stabilität und optimale Schwingungsdämpfung<br />
zu erreichen.<br />
„Wir haben das große Ganze betrachtet –<br />
Werkstoff, Maschine, Werkzeug, Spanntechnik.<br />
Und genau das war der Schlüssel<br />
zum Erfolg“, betont Dennis Wörster. „Heute<br />
haben wir ein System, das uns nicht nur<br />
bessere Ergebnisse liefert, sondern auch<br />
effizienter und stabiler läuft als je zuvor.“<br />
Aus Zahlen werden Argumente<br />
GigaMiniDrill zum Bohren (oben),<br />
SolidMeister zum Planen (Mitte),<br />
TungMeister zum Flächenfräsen (unten)<br />
Strategien sind gut – messbare Ergebnisse<br />
sind besser. Die Fakten sprechen eine klare<br />
Sprache: Werkzeugstandzeiten erhöht,<br />
Be arbeitungszeiten reduziert, mannlose<br />
Schichten verlängert – die Produktivität<br />
legte auf ganzer Linie zu. Besonders eindrucksvoll<br />
war die Steigerung der mannlosen<br />
Produktionszeit: Sie konnte bei einem<br />
Produkt von zuvor zwei auf nun acht Stunden<br />
ausgedehnt werden. Das bedeutet:<br />
eine komplette Nachtschicht läuft heute<br />
zuverlässig ohne Bediener. „Diese Verlängerung<br />
ist ein echter Meilenstein für<br />
uns“, so Wörster. „Sie macht unsere Fertigung<br />
nicht nur effizienter, sondern auch<br />
planbarer – und sie senkt die Stückkosten<br />
spürbar.“<br />
Auch bei der Standzeit der Werkzeuge<br />
gab es einen spürbaren Fortschritt: im Vergleich<br />
zu den zuvor eingesetzten Lösungen<br />
konnte Meisinger ein Plus von bis zu<br />
30 % erzielen. Das bedeutet nicht nur weniger<br />
Werkzeugwechsel und geringere Stillstandszeiten,<br />
sondern auch eine deutlich<br />
stabilere Fertigung – ohne die ständige<br />
Sorge vor unerwarteten Ausfällen. Gleichzeitig<br />
sorgten die hohe Leistungsfähigkeit<br />
der Tungaloy-Werkzeuge und die feinjustierten<br />
Schnittparameter dafür, dass sich<br />
die Bearbeitungszeiten merklich verkürzten.<br />
Die Maschinen laufen heute runder,<br />
die Taktzeiten sind kürzer, und die Ausbringung<br />
pro Schicht ist spürbar gestiegen.<br />
Auch die wirtschaftliche Seite wurde<br />
unter die Lupe genommen. Das Ergebnis<br />
der Rechnung spricht eine deutliche Sprache:<br />
die verlängerten Standzeiten, die reduzierten<br />
Taktzeiten und die gesteigerte<br />
Prozesssicherheit führten insgesamt zu<br />
einer Produktivitätssteigerung von rund<br />
21 %. „Die Zahlen belegen, dass sich unsere<br />
gezielte Werkzeugoptimierung nicht nur<br />
qualitativ, sondern auch betriebswirtschaftlich<br />
auszahlt“, bringt es Dominik Uhl<br />
auf den Punkt.<br />
Weitere Optimierung in Sicht<br />
Der Erfolg markiert nicht das Ende, sondern<br />
vielmehr den Anfang weiterer Entwicklungen.<br />
Aktuell richtet sich der Fokus<br />
beispielsweise auf die Optimierung der<br />
Membranfixierungsschraube – ein Bauteil<br />
mit besonders filigraner Gewindegeometrie,<br />
geringen Wandstärken und engen Passungen.<br />
Für diese Anwendung kommt das<br />
MiniVLock-System zum Einsatz, das speziell<br />
für das präzise Gewindedrehen auf<br />
CNC-Drehautomaten entwickelt wurde.<br />
Dank seines einzigartigen Wendeschneidplatten-Klemmsystems<br />
mit V-förmiger<br />
Anlage sorgt es für maximale Stabilität<br />
und Prozesssicherheit. Erste Tests haben<br />
bereits gezeigt: MiniVLock überzeugt dort,<br />
wo Präzision, Stabilität und Kompaktheit<br />
auf kleinstem Bauraum gefragt sind.<br />
Auch das ShaperDuo befindet sich derzeit<br />
in der Erprobung – es soll künftig beim<br />
Innenprofilstoßen der Zugankerschrauben<br />
zum Einsatz kommen. Mit dem System<br />
lassen sich Sechskant-, Vierkant- und<br />
Torxprofile prozesssicher und formgenau<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 25
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Medizintechnik<br />
Zentraler Bestandteil der Optimierung war die vollständige<br />
Bearbeitung dentaltechnischer Komponenten wie etwa<br />
Widerlagerhülsen oder Zuganker<br />
TinyMiniTurn zum Innenausdrehen (links) und<br />
DuoJustCut (rechts) zum Abstechen „in action“<br />
herstellen, ganz ohne Sonderausstattung.<br />
Besonders bei kleinen Durchmessern<br />
punktet das Werkzeug durch seine<br />
geringen Schnittkräfte – ideal für filigrane<br />
medizinische Bauteile. Erste Tests an Sechskantgrößen<br />
zwischen 1,0 und 1,4 mm zeigen<br />
vielversprechende Ergebnisse: hohe<br />
Passgenauigkeit bei gleichzeitig spürbarer<br />
Kosteneinsparung.<br />
Eine Partnerschaft mit Tiefgang<br />
Die Zusammenarbeit hat sich für Meisinger<br />
als echter Gewinn erwiesen – technisch wie<br />
menschlich. Vom ersten Test bis zur Produktion<br />
be gleiteten die technischen Berater<br />
den Prozess mit großer Kompetenz,<br />
engem Austausch und einer klaren Handson-Mentalität.<br />
Ob bei der Werkzeug auswahl,<br />
der Feinabstimmung der Schnittparameter<br />
oder der Lösung komplexer Bearbeitungsfragen<br />
– Meisinger konnte sich<br />
je der zeit auf schnelle, fundierte Unterstützung<br />
verlassen. Auch im Tagesgeschäft<br />
überzeugt Tungaloy-NTK Germany<br />
durch Zuverlässig keit, kurze Reaktionszeiten<br />
und eine hohe Servicequalität.<br />
„Tungaloy ist für uns kein klassischer Lieferant,<br />
sondern ein echter Entwicklungspartner“,<br />
betont Dennis Wörster. „Wir profitieren<br />
nicht nur von den leistungsfähigen<br />
Werkzeugen, sondern vor allem von der<br />
intensiven Betreuung und dem Know-how-<br />
Transfer, der unsere Fertigung nachhaltig<br />
vorangebracht hat.“ Für Meisinger steht<br />
fest: diese partnerschaftliche Zusammenarbeit<br />
war nicht nur ein Projekt, sondern<br />
der Auftakt für eine kontinuierliche Weiterentwicklung<br />
– mit Tungaloy-NTK Germany<br />
als verlässlichem Partner an der Seite.<br />
weitere Infos: www.tungaloy-ntk.de<br />
Harte Diamantschichten schlagen die Brücke in den<br />
wachsenden Dentalmarkt<br />
Zahnersatz in Rekordzeit – direkt aus der<br />
CAD/CAM-Fräseinheit statt aufwendig im<br />
Labor gefertigt: die aktuellen Entwicklungen<br />
in der Dentaltechnik eröffnen innovative<br />
Möglichkeiten. Und sie verlangen nach<br />
überlegenen Technologien: denn unverzichtbar<br />
für die Fertigung von Zahnersatz<br />
aus Zirkonoxid-Rohlingen sind diamantbeschichtete<br />
Präzisionswerkzeuge in<br />
kleinsten Dimensionen – etwa vom führenden<br />
taiwanischen Hersteller IDI.<br />
Die Nachfrage ist riesig: allein in<br />
Deutschland benötigen rund acht Millionen<br />
Menschen jährlich Zahnersatz; mit der<br />
steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung<br />
wird auch diese Zahl weiter anwachsen.<br />
Global sind die Aussichten ebenfalls<br />
„zukunftssicher“: Mit dem steigenden<br />
Wohl stand geht in allen wirtschaftlich<br />
wachsenden Weltregionen der Wunsch<br />
nach ästhetischen Zähnen einher. Der<br />
Markt für makellos gefertigten Zahnersatz<br />
wächst infolgedessen stetig und zuverlässig<br />
mit.<br />
Ein Wandel macht sich bei der<br />
Herstellung des Zahnersatzes<br />
bemerkbar<br />
Die Zeichen stehen auf Effizienz: was lange<br />
Zeit nahezu kunstfertige Handarbeit<br />
im Dentallabor war, wird heute automatisiert<br />
gefertigt. Zahnlabore, aber vor allem<br />
Zahnarztpraxen selbst setzen zunehmend<br />
auf CAD/CAM-Fräseinheiten, um Kronen,<br />
Brücken und Inlays aus Zirkonoxid-Rohlingen<br />
passgenau herzustellen. In einem digitalisierten<br />
Verfahren wird das Gebiss gescannt<br />
und der Datensatz direkt in ein Fräsprogramm<br />
überführt. Anschließend wird<br />
aus dem vorgefertigten Rohling, dem so -<br />
ge nannten Blank, der Zahnersatz präzise<br />
herausgearbeitet – schnell, effizient und in<br />
höchster Qualität.<br />
Der eingesetzte keramische Werkstoff<br />
Zirkonoxid überzeugt durch Langlebigkeit,<br />
hervorragende Ästhetik und ausgezeichnete<br />
Biokompatibilität. Jedoch ist er auch<br />
sehr abrasiv und damit höchst verschleißintensiv<br />
für die Fräswerkzeuge. Konventionelle<br />
Fräser stoßen hier schnell an ihre<br />
Grenzen. Nur diamantbeschichtete Werk-<br />
26 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Medizintechnik<br />
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
IDI Precision Machinery Ltd.<br />
IDI Tools (IDI Precision Machinery<br />
Ltd.) mit Sitz in Taichung, Taiwan, ist<br />
ein führender Hersteller von Präzisionswerkzeugen<br />
für die Formenbauund<br />
Dentalindustrie. Das Unternehmen<br />
bietet ein umfassendes Sortiment<br />
hochwertiger Fräswerkzeuge, die<br />
speziell für die Bearbeitung von<br />
Graphit, Zirkoniumdioxid, Titan,<br />
gehärtetem Stahl und Edelstahl entwickelt<br />
wurden. IDI steht für eine ingenieurorientierte<br />
Unternehmenskultur<br />
und höchste Fertigungsstandards.<br />
Dank modernster Schleiftechnologien<br />
und strenger Prozesskontrollen werden<br />
Werkzeugprofile mit Toleranzen<br />
von bis zu ±0,002 mm realisiert. Weltweit<br />
vertrauen Kunden auf die innovativen<br />
Lösungen von IDI, selbst bei<br />
anspruchsvollsten Anwendungen.<br />
Bearbeitung von Zirkonoxid-Rohlingen für<br />
Zahnersatz: Für seine bis zu 0,3 mm filigranen<br />
Mikro-Werkzeuge setzt der führende<br />
taiwanische Werkzeughersteller IDI Precision<br />
Machinery Ltd. ausnahmslos auf Diamant-<br />
Beschichtungen von CemeCon<br />
zeuge gewährleisten eine prozesssichere<br />
und wirtschaftliche Bearbeitung. Sie sind<br />
in diesem Anwendungsfeld die einzige<br />
technisch überzeugende Lösung.<br />
Vorsprung dank starkem<br />
Technologiepartner<br />
Für Werkzeughersteller, die bereits Diamant-Beschichtungen<br />
für ihre Qualitätswerkzeuge<br />
zur Bearbeitung von Graphit<br />
nutzen, eröffnet sich in der Dentaltechnik<br />
entsprechend eine große Marktchance.<br />
Denn sie können ihr Know-how zur Herstellung<br />
von Hartmetall-Fräsern in Dimensionen<br />
von wenigen Zehntelmillimetern<br />
übertragen.<br />
Auch der anspruchsvolle Markt der<br />
Den tal technik kann mit Hochleistungs-<br />
Be schichtungen perfekt bedient werden.<br />
In puncto Werkzeuggeometrien, Materialbeanspruchung<br />
und Dimensionierung<br />
sind die Anforderungen der Graphit- und<br />
Zirkon oxid-Bearbeitung vergleichbar. Für<br />
Partner von CemeCon ist der Schritt in diesen<br />
stetig wachsenden Zukunftsmarkt also<br />
klein. Der Wissenstransfer in die neue Branche<br />
ist schnell und einfach umsetzbar.<br />
In der Praxis bewährt:<br />
Diamantschichten für den Dentalmarkt<br />
Wie lohnend der Schritt in den Dentalmarkt<br />
sein kann, zeigt das Beispiel des erfolgreichen<br />
taiwanischen Werkzeugherstellers<br />
IDI Precision Machinery Ltd. Als<br />
einer der führenden Hersteller von CAD/<br />
CAM-Fräswerkzeugen für Formenbau und<br />
Dentaltechnik beliefert er neben dem<br />
asiatischen Markt vor allem die USA. Im<br />
Dentalbereich umfasst das IDI-Lieferprogramm<br />
Fräswerkzeuge in Durchmessern<br />
von 3 - 0,3 mm, jeweils in passgenauen Varianten<br />
für die Fräseinheiten der gängigen<br />
Branchenanbieter.<br />
Bei der Diamant-Beschichtung seiner<br />
Hochleistungswerkzeuge setzt IDI vollständig<br />
auf Qualität aus dem Hause<br />
CemeCon. IDI nutzt konsequent für alle<br />
Werkzeuge den Service des weltweit größten<br />
Beschichtungszentrums in Würselen<br />
und erhält so eine herausragende<br />
Beschichtungsqualität. Mit einer perfekt<br />
abgestimmten Logistik meistern die Partner<br />
die Transportwege, die die Werkzeuge<br />
aus Taichung nach Deutschland zurücklegen.<br />
Denn die konstante Gleichmäßigkeit<br />
und Homogenität der CemeCon Beschichtung<br />
auf den filigranen Werkzeugen sorgt<br />
für eine ansonsten unerreicht hohe Fräsqualität<br />
mit geringstmöglichen Toleranzen.<br />
Ein schlagkräftiges Argument, mit<br />
dem IDI seine Kunden begeistert und diese<br />
wiederum ihre Abnehmer überzeugen –<br />
Zahnärzte und Zahntechniker mit Fachwissen<br />
und hohen Qualitätsansprüchen.<br />
Dank Werkzeugen mit CemeCon Diamant-<br />
Beschichtungen können sie sich auf hochwertige,<br />
maßhaltige Zerspanungsergebnisse<br />
bei höchster Zuverlässigkeit und einfachstem<br />
Handling verlassen.<br />
Anwendungsspezifisch beschichtet<br />
CemeCon sogar Werkzeuge mit nur<br />
0,2 mm Durchmesser – hier spielt der Weltmarktführer<br />
für Diamant-Beschichtungen<br />
seine mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung<br />
in der Entwicklung dieser Technologie<br />
auch im Sinne der spezifischsten Anforderungen<br />
aus.<br />
Mit Mikro-Werkzeugen<br />
groß ins Geschäft kommen<br />
Bei CemeCon ist man sehr stolz darauf, seinen<br />
Kunden auch in neuen und zukunftsorientierten<br />
Geschäftsfeldern zum Erfolg<br />
verhelfen zu können. „Der Dentalbereich<br />
ist weit mehr als ein Nischenmarkt – er ist<br />
ein wachstumsstarker Technologietreiber,<br />
der industrielles Denken mit medizinischem<br />
Anspruch verbindet“, fasst Gerhard<br />
Hagedorn, CemeCon Produktmanager,<br />
Diamond, zusammen. „Für Werkzeughersteller<br />
mit Erfahrung im Mini- und Mikrobereich<br />
für die Graphitbearbeitung bietet<br />
sich hier die Möglichkeit, ihre Kompetenz<br />
auf einen weiteren, margenstarken Absatzmarkt<br />
zu übertragen – ohne dass sie das<br />
Rad neu erfinden müssen.“ Auch „Neueinsteigern“<br />
liefert CemeCon gerne die entscheidenden<br />
Schichtwerkstoffe für die<br />
Bearbeitung des hoch abrasiven Materials.<br />
Eine hervorragende Ausgangslage für<br />
den Erfolg schaffen passende Werkzeuge<br />
mit der richtigen Diamant-Beschichtung in<br />
jedem Fall.<br />
weitere Infos: www.cemecon.de<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 27
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Gut gerüstet für die Bearbeitung von<br />
anspruchsvollen Werkstoffen<br />
Sobald Materialien wie Nickel-Basisoder<br />
Titan-Legierungen zu zerspanen sind,<br />
werden die Grenzen der effizienten Fertigung<br />
oftmals schneller erreicht als einem<br />
lieb ist. Um dennoch in der Königsklasse<br />
der Zerspanung erfolgreich zu sein, hat<br />
CERATIZIT seine Fräserserie MonsterMill –<br />
ISO-S neu gedacht: die Kombination aus<br />
Hartmetall, Beschichtung und Geometrie<br />
ist perfekt aufeinander abgestimmt und<br />
macht stabile und schnittfreudige Werkzeuge<br />
möglich. Neben den bewährten 4-<br />
und 5-Schneidern gibt es nun auch den<br />
perfekten Schlichter im Bunde: den neuen<br />
6-Schneider MonsterMill – ISO-S.<br />
Die Bearbeitung von Inconel-, Hastelloy-,<br />
Waspaloy- und anderen Nickel-Basis-Legierungen<br />
(z. B. NiCr19Fe18Nb5Mg) ist im Vergleich<br />
zu herkömmlichen Werkstoffen<br />
deut lich anspruchsvoller und treibt die<br />
Kosten in der Zerspanung schonungslos<br />
nach oben. Die hohe Zugfestigkeit des<br />
Materials gepaart mit der besonderen Härte<br />
versetzen den Werkzeugverschleiß in<br />
den Zeitraffer. Nur mit speziell auf diesen<br />
Werkstoff ausgelegten Werkzeugen wie<br />
dem MonsterMill – ISO-S von CERATIZIT<br />
gelingt es, den Verschleiß zu minimieren,<br />
höchste Standzeiten zu erzielen und für<br />
sichere Prozesse zu sorgen.<br />
Mit angepasster Geometrie<br />
gegen Vibrationen und Hitze<br />
„Bei der Bearbeitung von Nickel-Basis-<br />
Legierungen gibt es besondere Herausforderungen“,<br />
weiß Michael Wucher, Global<br />
Product Manager - VHM-Fräsen. Eine<br />
davon ist die geringe Wärmeleitfähigkeit<br />
des Werkstoffs. Diese führt dazu, dass sich<br />
die Wärme auf das Werkzeug konzentriert,<br />
anstatt sich im Werkstück zu verteilen.<br />
„Daher haben wir die neuen Fräser geometrisch<br />
so angepasst, dass schon im Bearbeitungsprozess<br />
möglichst wenig Hitze<br />
entsteht: durch polierte Spannuten und<br />
perfekt angepasste Beschichtung wird Reibung<br />
minimiert und ein effizienter Spanabfluss<br />
gewährleistet.“<br />
Ungleichgeteilte Schneiden und ein variabler<br />
Drallwinkel reduzieren Schwingungen<br />
nachhaltig, was die Zerspanleistung<br />
Um das Maximum an Wärme abzuführen, wurde der MonsterMill – ISO-S geometrisch<br />
so angepasst, dass schon im Bearbeitungsprozess möglichst wenig Hitze entsteht:<br />
durch polierte Spannuten und perfekt angepasste Beschichtung wird<br />
Reibung minimiert und ein effizienter Spanabfluss gewährleistet<br />
des Werkzeugs deutlich erhöht und Werkzeugbrüchen<br />
entgegenwirkt. Auch die<br />
Ober flächengüte des Werkstücks wird dadurch<br />
erheblich verbessert und verringert<br />
somit den Nachbearbeitungsaufwand.<br />
Standzeitstark und nachhaltig<br />
dank Nachschleifbarkeit<br />
Auch die Mikrogeometrie des Werkzeugs<br />
wurde optimal auf das zu bearbeitende<br />
Material abgestimmt. Eine spezielle, präzise<br />
ausgeführte Schneidkantenpräparation<br />
reduziert die Schnittkräfte und stabilisiert<br />
die Schneidkanten, was zu einer signifikanten<br />
Erhöhung der Standzeit führt. „Und da<br />
wir schon beim Neuprodukt an den Nachschliff<br />
denken, bringt die gesamte Konstruktion<br />
deutliche Vorteile beim Nachschleifprozess“,<br />
versichert Michael Wucher.<br />
Die speziell für diese Fräser entwickelte<br />
DPX22S-Dragonskin-Beschichtung wurde<br />
pass genau auf den Einsatz in Nickel-Basis-Legierungen<br />
konstruiert. Sie wird in<br />
Schichtdicken von 4 - 6 µm aufgetragen und<br />
bietet hohe thermische Stabilität und<br />
ex treme Verschleißbeständigkeit durch<br />
den speziellen Schichtaufbau.<br />
Perfekt für die Luftfahrtbranche<br />
Der MonsterMill ISO-S ist als 4-Schneider in<br />
zwei Längenvarianten im Durchmesserbereich<br />
3-20 mm verfügbar. Diese Werkzeuge<br />
werden in den Schaftformen HA und<br />
HB angeboten. Alle Fräser sind mit einem<br />
Eckenradius von RE 0,2 - 5,0 mm ausgeführt.<br />
Der 5-Schneider ist auch in den Schaftformen<br />
HA und HB erhältlich, im Durchmesserbereich<br />
3 - 16 mm und mit unterschiedlichen<br />
Eckenradien. In den Durchmessern<br />
6 - 16 mm und in der Schaftform HA wird der<br />
neue 6-Schneider angeboten. Die Werkzeuge<br />
sind mit einem Eckenradius von<br />
0,2 - 2 mm ausgeführt. Damit werden die<br />
gängigsten Maße für die Luft- und Raumfahrtindustrie<br />
bereitgestellt, auch Sondermaße<br />
lassen sich auf Anfrage realisieren.<br />
Michael Wucher erlaubt einen Ausblick:<br />
„Wir haben schon einige interessante<br />
praxis relevante Erweiterungen der Serie in<br />
der Planung, die den ISO-S-Spezialisten<br />
noch universeller einsetzbar machen wird.“<br />
Für die Zerspanung hochwarmfester<br />
Ma terialien wie Titan und diversen Superlegierungen<br />
wie sie in der Luftfahrtindustrie<br />
an der Tagesordnung stehen, hat CERATIZIT<br />
zudem weitere Lösungen im Portfolio. Beispielsweise<br />
das additiv gefertigte Wendeplattenfräser-System<br />
MaxiMill – 211-DC,<br />
das dank der idealen Düsenposition eine<br />
zielgerichtete Kühlung zur Temperaturkontrolle<br />
und zum Standzeitenschutz der<br />
Werkzeuge mitbringt.<br />
weitere Infos: www.ceratizit.com<br />
28 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Innovative Schleiflösung für die Luft- und<br />
Raumfahrtindustrie<br />
Die neue Norton AEROS überzeugt mit<br />
außergewöhnlicher Präzision und Effizienz<br />
beim Schleifen temperaturempfindlicher<br />
Legierungen. Dank innovativer Technologien<br />
zeigt die leistungsstarke Schleifscheibe<br />
für die Luft- und Raumfahrt selbst<br />
bei anspruchsvollen Flach- und Tiefschleif -<br />
anwendungen herausragende Ergebnisse.<br />
Die Scheibe wurde speziell für komplexe,<br />
auf hohe Präzision ausgelegte Prozesse<br />
entwickelt und ermöglicht unter anderem<br />
reduzierte Rüstzeiten, eine längere Standzeit<br />
sowie eine verbesserte Werkstückqualität<br />
bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität.<br />
Umfangreiche Tests und Fallstudien<br />
mit vergleichbaren Schleiflösungen<br />
belegen die Leistungsstärke der neuen<br />
Schleifscheibe. Die neue Norton AEROS<br />
überzeugt mit außergewöhnlicher Präzision<br />
und Effizienz beim Schleifen temperaturempfindlicher<br />
Legierungen. Dank innovativer<br />
Technologien zeigt die leistungsstarke<br />
Schleifscheibe für die Luft- und<br />
Raum fahrt selbst bei anspruchsvollen<br />
Flach- und Tiefschleifanwendungen herausragende<br />
Ergebnisse. Die Scheibe wurde<br />
speziell für komplexe, auf hohe Präzision<br />
ausgelegte Prozesse entwickelt<br />
und ermöglicht unter anderem reduzierte<br />
Rüstzeiten, eine längere Standzeit<br />
sowie eine verbesserte Werkstückqualität<br />
bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität.<br />
Umfangreiche Tests und Fallstudien<br />
mit vergleichbaren Schleiflösungen<br />
belegen die Leistungsstärke der neuen<br />
Schleifscheibe.<br />
Die Neuentwicklung von Norton zeichnet<br />
sich vor allem durch eine einzigartige<br />
Kombination aus scharfen Körnern und<br />
beständigen Bindungseigenschaften aus.<br />
Das Ergebnis ist ein deutlich schnellerer<br />
und höherer Materialabtrag, mit dem Prozesszeiten<br />
reduziert und Betriebskosten<br />
gesenkt werden können. Gleichzeitig steht<br />
AEROS für eine verbesserte Formstabilität<br />
der Werkstücke.<br />
Verbesserte Werkstückqualität und<br />
längere Standzeit<br />
Dank der innovativen Bindungstechnologie<br />
und einer neuartigen Porositätsstruktur<br />
benötigt Norton AEROS weniger Leistung<br />
und zudem weniger Druck beim Zerspanen<br />
als vergleichbare Schleifscheiben.<br />
Auf diese Weise wird die Wärmeentwicklung<br />
minimiert, wobei die Integrität des<br />
Metalls erhalten bleibt. Die feine, auf der<br />
Scheibe optimal verteilte Porenstruktur<br />
sorgt für eine stabile Zerspanungsleistung<br />
und damit für eine gleichbleibend hohe<br />
Qualität der gefertigten Teile. Die neue<br />
Bindung bietet darüber hinaus eine höhere<br />
Kornhaltekraft, wodurch die Formstabilität<br />
verbessert wird und sich die Notwendigkeit<br />
häufiger Abrichtvorgänge reduziert.<br />
Erreicht wird so eine längere Standzeit der<br />
Scheibe, was erhebliche Einsparungen<br />
beim Scheiben- und Abrichterwechsel mit<br />
sich bringt.<br />
Deutlich verbesserter Prozess<br />
„Die Leistung der Norton AEROS ist in<br />
Tests und Fallstudien mit vergleichbaren<br />
Schleifscheiben eingehend geprüft worden",<br />
erklärt Norton Anwendungstechniker<br />
Stefan Ohnesorg. In der Studie zum Flachbeziehungsweise<br />
Tiefschleifen konnten<br />
eine 25 % längere Standzeit und eine 20 %<br />
kürzere Prozesszeit unter Beweis gestellt<br />
werden – bei gleichbleibender Qualität<br />
der Teile, einem Tischvorschub von + 20 %,<br />
weniger Arbeitsgängen und tieferen<br />
Schnitten. Die zweite Fallstudie zum Oberflächen-<br />
beziehungsweise Tiefenschleifen<br />
zeigt ebenfalls eine 25 % längere Standzeit.<br />
Die Prozesszeit hat sich hier um 18 %<br />
verkürzt und der Tischvorschub lag sogar<br />
bei + 50 %."<br />
weitere Infos: www.nortonabrasives.com<br />
Die neue Norton AEROS Schleifscheibe überzeugt mit außergewöhnlicher<br />
Präzision und Effizienz beim Schleifen temperaturempfindlicher<br />
Legierungen in der Luft- und Raumfahrtindustrie<br />
Die neue Bindung bietet eine höhere Kornhaltekraft, wodurch die<br />
Formstabilität verbessert wird und sich die Notwendigkeit<br />
häufiger Abrichtvorgänge reduziert<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 29
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Das Werkzeug fürs Werkzeug<br />
Im unterfränkischen Großostheim stellt<br />
die MAAG Germany GmbH Anlagen für<br />
die Kunststoffindustrie her. Für die Maschinen<br />
werden Schneidrotoren benötigt, die<br />
mit ihren Hartmetallschneiden den Zer -<br />
spanungs werkzeugen der INGERSOLL<br />
WERKZEUGE GMBH nicht unähnlich sind,<br />
von der ein neuartiger Scheibenfräser für<br />
die Bearbeitung des Grundkörpers der<br />
Rotoren kommt.<br />
Mit derzeit rund 490 Mitarbeitern blickt<br />
der 1967 gegründete Fertigungsstandort<br />
in Großostheim auf eine lange Firmengeschichte<br />
zurück. MAAG Germany gehört<br />
zur in der Schweiz ansässigen MAAG Group,<br />
die seit 2010 Teil des US-amerikanischen<br />
Dover Konzerns ist. Die vergangenen Jahre<br />
waren geprägt von stetigem Wachstum.<br />
Dieser resultierte aus dem Zukauf anderer<br />
Firmen, aber auch aus der guten wirtschaft<br />
lichen Lage, die ein hohes organisches<br />
Wachstum begünstigte. MAAG hat<br />
in dieser Phase viel in neue Maschinen und<br />
Anlagen sowie Automatisierung investiert,<br />
um langfristig wettbewerbsfähig zu sein.<br />
In der industriellen Prozesskette folgen<br />
die Maschinen von MAAG dem Zusammenmischen<br />
des Rohmaterials als Granulat und<br />
dem Aufschmelzen der Masse in einem<br />
Ex truder. Nachdem der Kunststoff durch<br />
die Anlagen gedrückt und dabei gefiltert<br />
In die 30 Nuten der Rotorscheibe werden<br />
Hartmetallrohlinge eingeschraubt, die MAAG<br />
anschließend noch scharf schleift, um damit<br />
in den Maschinen Kunststoffe zu schneiden<br />
wurde, kommen hinten je nach Verfahren<br />
Kunststoffstränge oder Pellets heraus, die<br />
an die verarbeitende Industrie als Ausgangsprodukt<br />
geliefert werden.<br />
Verschiedene Granuliersysteme<br />
Entsprechend den Kundenanforderungen<br />
stellt MAAG verschiedene Ausführungen<br />
seiner Maschinen bereit. Das ist zum Beispiel<br />
die Unterwassergranulierung, bei der<br />
Kunststofffäden im Wasserbad abgekühlt<br />
und am Ende in kaltem Zustand abgeschnitten<br />
werden. Den Heißabschlag hingegen<br />
kann man sich wie einen großen<br />
Fleischwolf vorstellen, durch den die<br />
Kunst stoffschmelze gedrückt und schließlich<br />
durch ein rotierendes Messer geschnitten<br />
wird.<br />
„Es gibt viele Standardbauteile in unseren<br />
Anlagen, aber dennoch sind wir ein<br />
Sondermaschinenbauer, da alle Anlagen<br />
speziell für die Bedürfnisse und spezifische<br />
Anwendung unserer Kunden auslegt sind“,<br />
erläutert Heiko Werp, Team Leader Milling<br />
& Turning bei MAAG. Die meisten auf dem<br />
Markt zu findenden Kunststoffprodukte<br />
sind nach seiner Einschätzung vermutlich<br />
als Rohmaterial irgendwann durch eine<br />
Anlage von MAAG gelaufen, die Weltmarktführer<br />
in diesem Bereich sei.<br />
Standort mit großer Fertigungstiefe<br />
Eine Stärke des Standorts Großostheim ist<br />
dessen große Fertigungstiefe. „Bis auf die<br />
Wärmebehandlung machen wir alles im<br />
eigenen Haus“, so Werp. Zum Fräsen, Drehen,<br />
Schleifen, Lackieren und Polieren verschiedenster<br />
Bauteile steht auf einer Produktionsfläche<br />
von 4.200 m 2 ein moderner<br />
Maschinenpark mit über 30 Maschinen zur<br />
Verfügung. Weil durch die Maschinen immer<br />
Wasser läuft, werden vorzugsweise<br />
rostfreie Stähle bearbeitet, oft Chromstähle<br />
und Nitrierstähle. Was MAAG von anderen<br />
Maschinenbauunternehmen unterscheidet,<br />
ist die extrem gute Oberflächenqualität,<br />
die hier erzielt werden muss, damit der<br />
Kunststoff möglichst reibungslos durchfließen<br />
kann. Sehr feine Oberflächengüten<br />
sind daher in der Fertigung keine Seltenheit.<br />
Man versucht zwar, jedes Bauteil<br />
gleich bestmöglich von der Maschine zu<br />
Mit seinen 3 mm Schnittbreite dient der<br />
WinCut als Schruppfräser zur Vorbereitung<br />
für die Nut, die danach noch auf das<br />
Endmaß von 4 mm gebracht wird<br />
bekommen, für das perfekte Finish muss<br />
gelegentlich aber auch noch händisch poliert<br />
werden.<br />
In Kürze soll noch eine zweite Fertigungshalle<br />
in Betrieb genommen werden.<br />
Somit können am Standort Großostheim<br />
auch Teile für andere MAAG Standorte<br />
gefertigt und das Ersatzteilgeschäft besser<br />
bedient werden.<br />
Verbesserungen mit System<br />
In Großostheim ist zu spüren, dass MAAG<br />
von einem US-Unternehmen geführt wird.<br />
Dazu gehört die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften<br />
ebenso wie das durchorganisierte<br />
Verbesserungsmanagement. Ein<br />
eigener OPEX-Manager stößt Verbesserungen<br />
bei Abläufen, Standardisierungen und<br />
Qualitätsthemen an.<br />
Heiko Werp unterstützt die angestrebten<br />
Kostensenkungen: „Weil wir zunehmend<br />
mehr Teile liefern müssen, sind wir auch<br />
ständig auf der Suche nach Verbesserungen.<br />
Besonders wichtig sind dabei Standard<br />
teile, von denen wir pro Jahr sehr<br />
viele produzieren.“ Im Fokus stehen dabei<br />
Bauteile, bei deren Bearbeitung MAAG mit<br />
den vorhandenen Werkzeugen an Grenzen<br />
stößt.<br />
Als Bruno Koch, technischer Berater bei<br />
INGERSOLL, mit dem neuen WinCut Scheibenfräser<br />
ins Unternehmen kam und damit<br />
Verbesserungen bei der Bearbeitung eines<br />
Schneidrotors in Aussicht stellte, wurde<br />
der Fertiger sofort hellhörig. Das Bau-<br />
30 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
teil besteht aus einer Rotorscheibe aus<br />
Chromstahl, die mit mehreren Hartmetallschneiden<br />
bestückt ist, um den Kunststoff<br />
zu schneiden. Der Fertigungsprozess läuft<br />
bei MAAG schon seit 25 Jahren und wurde<br />
bislang mit einem Scheibenfräser ausgeführt,<br />
der mit geschraubten Wendeschneid<br />
platten bestückt war. Besonders<br />
interessant für MAAG: von dem Bauteil<br />
werden jährlich eine höhere Stückzahl produziert,<br />
womit sich jeder Zeitgewinn in<br />
der Fertigung deutlich bemerkbar macht.<br />
Bei dem betreffenden Bearbeitungsschritt<br />
geht es um das Fräsen der Nuten zur Aufnahme<br />
der Hartmetallmesser.<br />
Stabile Schneiden und innere Werte<br />
Am neuen Werkzeug fiel Heiko Werp<br />
zunächst die Schneidengeometrie auf.<br />
Verwendet werden die gleichen stabilen<br />
Schneidplatten SFC/SFJ 3, die INGERSOLL<br />
bereits für seine innovativen WinCut Abund<br />
Einstechwerkzeuge einsetzt. Der formschlüssige<br />
Plattensitz lässt bislang unerreichte<br />
Zahnvorschübe zu und meistert<br />
auch ruppige Einsatzfälle. Stirnseitig ist<br />
der Fräser flach und ohne Störkonturen<br />
ausge führt. Nicht auf Anhieb sind die inneren<br />
Werte des WinCut zu erkennen: er ist<br />
per 3D-Druck hergestellt und verfügt über<br />
gewundene Kühlkanäle, die das Kühlmittel<br />
zielgerichtet an jede Schneide führen.<br />
„Wir testen immer gerne neue Werkzeuge,<br />
weil wir darauf trainiert sind, Verbesserungen<br />
voranzutreiben“, bekräftigt<br />
Werp. MAAG und INGERSOLL verbindet<br />
eine langjährige Partnerschaft mit regem<br />
Austausch. Wiederholt hat der Werkzeughersteller<br />
die Fertigung mit neuen Wendeschneidplatten<br />
ausgestattet, mit denen<br />
schneller und damit wirtschaftlicher gearbeitet<br />
werden konnte. Der WinCut brachte<br />
den Maschinenhersteller dieses Mal gleich<br />
ein großes Stück voran, wie sich schon bei<br />
den ersten Tests in Großostheim zeigte.<br />
MAAG setzt den 3 mm breiten Scheibenfräser<br />
als Schruppfräser für die Vorbereitung<br />
der Nut ein, die anschließend noch<br />
mit einem VHM-Scheibenfräser auf das<br />
Endmaß von 4 mm gebracht wird. Der<br />
WinCut konnte die Bearbeitungszeit für<br />
das Fräsen der 30 Nuten gegenüber dem<br />
zuvor eingesetzten Werkzeug glatt halbieren:<br />
statt 40 min werden für das Bauteil<br />
nur noch 20 min benötigt. Die effiziente<br />
Schneidengeometrie ermöglicht in Verbindung<br />
mit der optimalen Innenkühlung<br />
deut lich höhere Schnittwerte. Heiko Werp<br />
freut sich über die erreichten Verbesserungen:<br />
„Das neue Werkzeug bringt uns immense<br />
Fortschritte. Die schnellere Zerspanung<br />
trägt ebenso zur Kostensenkung<br />
bei wie die höhere Standzeit.“ Schaffte<br />
das alte Werkzeug ein Werkstück prozess -<br />
Der WinCut von INGERSOLL fräst auf einer<br />
Hermle C 30 U nacheinander 30 Nuten zur<br />
Aufnahme der Hartmetallschneiden in den<br />
Grundkörper des Schneidrotors; gegenüber<br />
dem Vorgängerwerkzeug wurde die<br />
Bearbeitungszeit halbiert<br />
sicher herzustellen, so können mit dem<br />
WinCut nun zwei Rotorscheiben sicher<br />
fertiggestellt werden. Für MAAG ist das<br />
wichtig, weil die Fertigung in zwei bis drei<br />
Schichten läuft und die Produktion nachts<br />
auch mannlos erfolgt.<br />
weitere Infos: www.ingersoll-imc.de<br />
Produktivität auf Spitzenniveau<br />
Mit dem Drion·tec® E-Peak D5150 stellt<br />
die Walter AG einen neuen Wechselkopf-<br />
Bohrer vor, der laut Unternehmensclaim<br />
die „Spitze der Produktivität“ (The Peak<br />
of Productivity) beim Vollbohren darstellt.<br />
Der D5150 ermöglicht, so Walter, enorm<br />
hohe Vorschubgeschwindigkeiten und Zeitspanvolumen,<br />
wodurch sich die Kosten<br />
pro Bohrung signifikant reduzieren. Eine<br />
Pilotbohrung ist nicht erforderlich – und<br />
der Wechselkopf (DS50) kann ohne Schrauben<br />
direkt in der Maschine ausgetauscht<br />
werden. Beides reduziert die Bearbeitungs-<br />
und Rüstzeiten. Der Bohrkörper<br />
des D5150 besitzt verstärkte radiale Kontaktpunkte<br />
sowie abgeschrägte axiale Anlageflächen,<br />
die auftretende Schnittkräfte<br />
ideal absorbieren. Die dreidimensionale<br />
Spannut-Geometrie mit großem Achswinkel,<br />
in Kombination mit einer leistungsfähigen<br />
Innenkühlung, ermöglicht eine effi-<br />
ziente, prozesssichere Spanabfuhr selbst bei<br />
schrägen oder gewölbten Bohrungsflächen.<br />
Neben hoher Produktivität besticht der<br />
Walter Wechselkopf-Bohrer durch hohe<br />
Pro zesssicherheit. Sie resultiert aus dem<br />
stabilen, patentierten Schnittstellendesign<br />
mit axialer Auszugssicherung. Es gewährleistet<br />
ein risikofreies Ausfahren und behält<br />
auch nach zahlreichen Kopfwechseln sein<br />
Lösungsmoment bei. Die vibrationsarmen<br />
DS50-Wechselköpfe garantieren dank Freischliff<br />
und Spitzenwinkel eine hervorragende<br />
Zentrierung und Bohrqualität. Aufgrund<br />
seiner universellen M-Geometrie<br />
sowie zwei Schneidstoffsorten (WPP35 und<br />
WMS35) ist der D5150 mit einem breiten<br />
Schnittdatenfenster in allen ISO-Werkstoffgruppen<br />
P, M und S, aber auch in K, N und H<br />
einsetzbar. Die Anpassung erfolgt einfach<br />
per „Plug & Play“ mit den em pfoh le nen<br />
Parametern. Walter bringt den D5150 zunächst<br />
mit Ø 9–17,99 mm und in den Bohr -<br />
tiefen 3×D, 5×D und 8×D heraus. Mehrere<br />
Kopf-Abmessungen können im selben Bohrkörper<br />
eingesetzt werden, was zudem die<br />
Lager- und Einkaufsaufwände redu ziert.<br />
weitere Infos: www.walter-tools.com<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 31
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Neue Präzisionsbohrstangen für die<br />
Kleinteilebearbeitung<br />
Mitsubishi Materials hat eine innovative<br />
Reihe an kleinen Bohrstangen für Langdrehautomaten<br />
eingeführt. Das gesamte<br />
Sortiment ist sowohl in Vollhartmetall als<br />
auch in Stahl erhältlich. Dies bietet den<br />
Kunden viele Auswahlmöglichkeiten und<br />
ermöglicht Vorteile beim tieferen Innendrehen<br />
aufgrund der hohen Steifigkeit des<br />
Hartmetalls.<br />
Kompakter Arbeitsbereich<br />
für Langdrehautomaten<br />
Da nicht alle Bearbeitungen einen langen<br />
Hartmetallschaft erfordern, ist in allen<br />
Ausführungen auch die kostengünstige<br />
Stahlvariante erhältlich.<br />
Kompatible Werkzeugschäfte<br />
Freiwinkel-Vergleich: Bohrungsdurchmesser von 11 mm<br />
Die Werkzeuglänge ist mit Langdrehautomaten<br />
kompatibel. Dies ist ein wichtiges<br />
Kriterium bei begrenztem Arbeitsraum.<br />
Durch die angepassten Längen entfällt<br />
das kosten- und zeitintensive Kürzen der<br />
Schäfte.<br />
Neue Variante aus optimiertem Stahl<br />
Eine große Auswahl an Bohrstangen aus<br />
optimiertem Stahl wurde kürzlich in das<br />
Sortiment aufgenommen. Diese Variante<br />
ist hocheffizient bei der Vermeidung<br />
von Schäden und Verschleiß durch die<br />
Spanabfuhr.<br />
Erhältlich sind diese in Durchmessern<br />
von Ø 4 mm bis Ø 10 mm, ebenso für 7 °<br />
Halter in den Ausführungen SCLC, STUC,<br />
SDUC, SDQC und SWUC sowie für 11 °<br />
Halter in SCLP und STUP.<br />
Außerdem sind bei der Hartmetallvariante<br />
verschiedene Durchmesser, von<br />
Ø 4 mm bis Ø 32 mm mit einem Mindest-<br />
Bearbeitungsdurchmesser von Ø 5 bis<br />
Ø 34 für die 7 ° Halter SCLC, STUC, SDUC,<br />
SDQC und SWUC sowie 11 ° SCLP und STUP<br />
erhältlich.<br />
Die Stahlstangen variieren zwischen<br />
Ø 12 mm und Ø 32 mm, mit einem Mindest-<br />
Bearbeitungsdurchmesser von Ø 14 mm bis<br />
Ø 40 mm und sind ebenfalls für die 7 ° Halter<br />
SCLC, STUC, SDUC, SDQC und SWUC<br />
sowie die 11 ° SCLP und STUP erhältlich.<br />
Bei diesen neuen Bohrstangen kann eine<br />
große Auswahl an Wendeplattensorten<br />
wie CVD- und PVD-beschichtete, Cermetoder<br />
unbeschichtete Wendeschneidplatten<br />
verwendet werden.<br />
Der Mindest-Bearbeitungsdurchmesser von<br />
9 mm bietet zusätzlichen Freiwinkel<br />
für bessere Spanabfuhr<br />
Standardbohrstange mit<br />
kleinerem Freiwinkel<br />
Die hochentwickelte Technologie von<br />
Mitsubishi Materials kann somit in einer<br />
Vielzahl von Anwendungen eingesetzt<br />
werden.<br />
weitere Infos: www.mmc-carbide.com<br />
32 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Unruhe in die Branche der Werkzeughersteller brachte dieser Tage die Meldung,<br />
dass China zunehmend Exporte so genannter Dual-Use-Güter kontrolliert. Darunter<br />
fallen seit kurzem unter anderen auch synthetisches Diamantpulver mit einer<br />
durchschnittlichen Partikelgröße ≤ 50 μm und Synthetischer Diamant-Einkristall mit<br />
einer durchschnittlichen Partikelgröße > 50 μm und ≤ 500 μm. Denn Diamanten sind<br />
in Bearbeitungsprozessen vielseitig einsetzbar. Wie Horst Lach in seiner Serie<br />
„Poly - poly - oder was? im <strong>dihw</strong>-MAGAZIN 3/2021 schon skizzierte. Wir wiederholen<br />
diesen Artikel aus aktuellem Anlass:<br />
„Poly – poly – oder was?“<br />
Diamant contra Diamant?<br />
Eine Betrachtung der vielseitigen Möglichkeiten<br />
Horst Lach, Jahrgang 1940, leitet<br />
gemeinsam mit seinem Sohn<br />
Dipl.-Ing. Robert Lach das 1922 von<br />
Jakob Lach gegründete<br />
Unterneh men LACH DIAMANT<br />
Ingenieurskunst machte es in den 1950er<br />
Jahren möglich, diesen Natur-Prozess in der<br />
Synthese nachzustellen. Dem Hersteller<br />
General Electric gelang es unter fast 6.900<br />
Atmosphärendruck und 3.500° C erfolgreich,<br />
den sogenannten „Man Made“<br />
Diamant zu züchten. Eine Entwicklung, die<br />
für die im schnellen Ausbau begriffene serienherstellende<br />
Industrie zu einer weiteren<br />
industriellen Revolution führen sollte.<br />
„Diamanten“ sind aus unserer heutigen<br />
Welt also nicht mehr wegzudenken. Wegen<br />
ihrer Härte und Unbezwingbarkeit – als<br />
ent scheidender Kostensenker für unzählige<br />
Werkzeuganwendungen in der Industrie<br />
– und wegen ihrer brillierenden, unvergänglichen<br />
Schönheit als Schmuck für die<br />
so wertgeschätzten Frauen.<br />
Es beginnt beim Schmuckstein<br />
Folge ich der Fragestellung „Diamant<br />
contra Diamant?“ werde ich heute im Jahre<br />
2021 bereits bei Diamant als begehrter<br />
Schmuckstein (leider) fündig.<br />
Beispielsweise wird kein Käufer eines<br />
geschliffenen Diamanten (Brillanten) mit<br />
einem Gewicht eines halben Karates<br />
(1 ct = 0,2 g) erwarten, dass er für einen ganzen<br />
Karäter „nur das Doppelte“ auf den<br />
Tisch legen muss – abgesehen von der<br />
Karat-Größe und Reinheit dieses Steins,<br />
wird er auch für die Seltenheit gefundener<br />
großer Diamanten bezahlen müssen. Soweit<br />
das bisherige Diamant-Schmuck geschäft,<br />
das von Natur-Diamanten seit Generationen<br />
geprägt wurde.<br />
Das „contra“ bietet jetzt ausgerechnet<br />
ein dem vormals „de Beers“ zugerechnetes<br />
Unternehmen. Aus der Synthese – man<br />
spricht hier von „im Labor“ erzeugten Diamanten<br />
mit einer Reinheit von color und<br />
clarity (der Klassifizierung von geschliffenen<br />
Natur-Diamanten (Brillianten) nachempfunden);<br />
wobei sich die Farbe dieser<br />
Diamanten sogar noch wählen lässt: weiß,<br />
blau oder rosa. Und dazu das Beste: den<br />
Preis kann sich jeder beim Kauf direkt bei<br />
diesem Konsortium ab 0,25 bis 2,0 ct selbst<br />
ausrechnen.<br />
Ein Beispiel:<br />
Preis 0,25 ct = 200 USD<br />
0,5 ct = 400 USD<br />
1,0 ct = 800 USD<br />
und so weiter, sodass ein Zwei-Karäter entsprechend<br />
1.600 USD kosten würde. Für die<br />
geplagten Verkäufer in den Diamant<br />
Börsen Antwerpen und London und für die<br />
Juweliere der Hinweis, dass alle diese<br />
„Labor-Diamanten“ mit Laser mikroskopisch<br />
klein als solche gekennzeichnet<br />
werden, um „betrügerische“ Verwechslung<br />
mit Natur-Diamanten zu verhindern.<br />
Das „contra“ in der Industrie spielt<br />
sich derzeit nicht so drastisch ab<br />
Diamant contra Diamant –<br />
am Beispiel Natur-Diamant zu polykristallinen Diamant-Schneiden (PKD)<br />
Im Jahr 1957 – nach der ersten Verfügbarkeit<br />
synthetischer Diamanten – zunächst<br />
als Diamant-Körnung für die Entwicklung<br />
neuer kunstharzgebundener Diamant-<br />
Schleifscheiben erstmals auch für das Vorschleifen<br />
von Hartmetall genutzt, wurde<br />
die Industrie in den 1960er, 1970er und<br />
1980er Jahren von einer Vielzahl von<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 33
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
Der Einzug polykristalliner Scheid-Werkzeuge<br />
in die Aluminium-verarbeitende<br />
Automobilindustrie brachte auch hier das<br />
„contra“ in der Kolbenfertigung und die Erkenntnis,<br />
dass die beim Drehen mit polykristallinen<br />
Schneidstoffen erzeugte Oberflächengüte<br />
– entgegen der bisher eingesetzten<br />
Natur-Diamanten – die Grundlage<br />
für einen perfekten Schmierfilm schuf, der<br />
Kolbenfresser ab sofort weitestgehend<br />
verhinderte.<br />
Bereits ab 1973 lösten polykristalline Drehwerkzeuge<br />
das Überdrehen der Kupferlamelle von roh- und<br />
feingedrehten Kupferkollektoren ab<br />
Ein weiteres „Diamant contra Diamant“<br />
rückt „Composite- und Holz-Werkstoffe“<br />
und deren Industrie in den Fokus.<br />
Innovationen „überrannt“, denen sie sich<br />
teils erst mit Verzögerung erschließen<br />
konnte.<br />
Denken wir hierbei besonders an die seit<br />
1973 verfügbaren polykristallinen synthetischen<br />
Diamanten (Kürzel PKD). Dabei<br />
handelt es sich einfach ausgedrückt um<br />
synthetische Diamant-Körner in einer zylindrischen<br />
Form, die unter Druck und Hitze<br />
auf eine runde Hartmetallplatte (als Träger)<br />
und unter Beifügung von Wolfram- und<br />
Kobalt als Katalysator aufgepresst werden,<br />
ähnlich der Diamant-Synthese.<br />
Spangebendes PKD-Fräsen von<br />
glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK)<br />
anlässlich eines Versuchs 1974 – im<br />
Vergleich zu diamantbesetzten galvanischen<br />
Werkzeugen wenig Staubentwicklung<br />
Die ersten PKD-Platten hatten einen<br />
Durchmesser von nur 3,2 mm. Doch mechanisch<br />
aufgeteilt in Rechtecke waren sie<br />
Grundlage sogenannter PKD-Zerspanungswerkzeuge,<br />
die das Unternehmen<br />
LACH DIAMANT auf der Hannover Frühjahrsmesse<br />
1973 zum Beispiel für die erstmals<br />
damit mögliche wirtschaftliche Drehbearbeitung<br />
von Kupferkollektoren (und<br />
deren eingebackener Kunststoffglimmer)<br />
erfolgreich präsentierte.<br />
Wiederum war eine neue Technologie<br />
geboren: kompakte Diamant-Blöcke –<br />
PKD – als Grundlage für die Entwicklung<br />
hartmetallüberlegener Zerspanungswerkzeuge<br />
für „schnelleres Drehen, Bohren und<br />
Fräsen mit Synthesediamanten“.<br />
Das Überdrehen der Kupfer-Kollektoren<br />
ist ein weiteres „contra“ in dieser Betrachtung.<br />
Bis zum Einsatz der ersten<br />
PKD-dreborid®-Drehstähle wurden Kupfer-<br />
Kollektoren in der Feinbearbeitung ausschließlich<br />
mit Natur-Diamanten überdreht.<br />
Mit dem Ergebnis, ich erinnere mich<br />
an mein erstes Auto, dass ich wegen der<br />
Scheibenwischanlange alle 750 km die<br />
Werkstadt aufsuchen musste, um den<br />
Scheibenwischer-Motor zu wechseln; andernfalls<br />
hätte der Scheibenwischer beim<br />
nächsten Regen stehen bleiben können.<br />
Und heute? Probleme mit Scheibenwischer-Motoren?<br />
Nein danke. PKD überdreht<br />
sollten diese mehrere Auto-Leben<br />
aushalten.<br />
Ähnliches „contra“ – klar für PKD – lässt<br />
sich auch vom Überdrehen von Motor-Kolben<br />
berichten. Noch bis in die 1970er Jahre<br />
konnte ich bei meiner Fahrt zur Messe in<br />
Hannover Autos gehobener Klassen am<br />
Fahrzeugrand offenbar mit Kolbenfresser<br />
stehen sehen. Kundige Fahrer waren seinerzeit<br />
überzeugt, ihre Neuwagen auf<br />
dieser Strecke so „richtig einfahren“ zu<br />
müssen. Hielt der Motor durch, war es ein<br />
gutes Auto…<br />
Indirekt ist Hartmetall bei diesem Beispiel<br />
zum Teil im „contra“, da Diamant in der<br />
Schleifscheibe für Hartmetall auch präsent<br />
ist, pars pro toto.<br />
Schon früh nach dem erfolgreichen Einsatz<br />
von PKD-Dreh-, Bohr- und -Fräswerkzeugen<br />
wurde neben NE-Werkstoffen,<br />
wie Aluminium und Kupfer, auch mit Materialien<br />
aus dem Bereich der Kunststoffe<br />
experimentiert. Beispielsweise Weich- und<br />
Hartkunststoffe, Glasfaser und Kohlenstoff-<br />
Faser-Materialien, Elektrografit-Kohlen und<br />
diverse Holzwerkstoffe.<br />
Aus dieser experimentierfreudigen Zeit<br />
auch das Foto eines PKD-Schaftfräsers bei<br />
der spangebenden Bearbeitung eines GFK-<br />
Bauteils. (Foto links unten)<br />
Als 1977 die zweite productronica in<br />
München anstand, wurden PKD-Werkzeuge/Sägen/Ritzen/Fräsen/Bohren<br />
auf einer<br />
eigens beschafften Amacher-Leiterplatten-<br />
Maschine einem erstaunten Publikum vorgeführt.<br />
Mit so großem Erfolg, dass zunächst<br />
– bis zur Entdeckung der Funkenerosion<br />
– die Erwartung der einschlägigen<br />
Industrie enttäuscht werden musste.<br />
Andere Industrien wurden zwischenzeitlich<br />
ebenso neugierig und es wurde ebenso<br />
fleißig weiter experimentiert beziehungsweise<br />
konstruiert. Zum Beispiel für die Luftfahrzeug-Industrie<br />
– Zerspanung von Kohlestoff-Faser-Bauteilen<br />
– die insbesondere<br />
bei einem Hersteller umwälzende Erfolge<br />
in der Entwicklung spiralisierter Bohrer mit<br />
sich bringen sollte.<br />
Ein echtes „contra“ sollte sich bei der Bearbeitung<br />
der Composite-Materialien ergeben.<br />
Und bei anstehenden Problemlösungen<br />
ein Für und Wider. Unterschiedliche<br />
Fertigungs- beziehungsweise Werkzeug-<br />
34 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Werkzeuge & Werkstoffe<br />
PKD-Werkzeug beim Glanzdrehen<br />
einer Aluminium-Felge<br />
Diamant contra Diamant – am Beispiel eines Einzel-Natur-Diamant-Abrichters zu einer<br />
Diamant-Abrichtrolle<br />
Technologien schufen bei dem gleichen<br />
verwendeten Material „Diamant“ ein Pro<br />
und Contra. Erstmals standen sich PKD-<br />
Werkzeuge und die bereits „traditionsreichen“<br />
Diamant-belegten galvanischen<br />
Werkzeuge gegenüber.<br />
Besondere Vorteile der Galvanik<br />
Fast alle auf Stahlkörper projizierten Profile<br />
können mit Diamant belegt und nach Abnutzung<br />
im Service wiederbelegt werden.<br />
Galvanisch mit Diamant belegte Diamant-<br />
Trennscheibe beim Trennen eines Bauteils aus<br />
Glasfaser-Materialien (GFK)<br />
Die auf der Oberfläche des Stahlkörpers<br />
aufgetragenen Diamant-Körner ermöglichen<br />
– je nach Korngröße – gute Abtragsraten,<br />
was auch für Entgrataufgaben besonders<br />
empfehlenswert ist. Sie sind vielseitig<br />
einsetzbar, wie Trennscheiben bis zu<br />
hohem Durchmesser, zum Beispiel um GFK<br />
und andere Hartmaterialien zu trennen.<br />
Der Nachteil: Staubentwicklungen, die abgesaugt<br />
werden müssen. LACH DIAMANT<br />
hält beispielsweise für Hohlbohrer eine<br />
besondere Lösung für die Absaugung am<br />
Werkzeug bereit.<br />
Besondere Vorteile von PKD<br />
Soweit es die Geometrien der zu bearbeitenden<br />
Composite-Bauteile (GFK/CFK etc.)<br />
erlauben, sind Dreh- oder Fräs-Operationen<br />
problemlos und wirtschaftlich durchführbar<br />
und entsprechend zu empfehlen.<br />
Profil- und Bohr-Werkzeuge können je nach<br />
Bauteil mit PKD-Schneiden konstruktiv ausgelegt<br />
werden; was für größere Fertigungs-<br />
Auflagen empfehlenswert ist.<br />
Weitere Vorteile ergeben sich im Vergleich<br />
zu galvanisch belegten Diamant-<br />
Werk zeugen beispielsweise bei Einstich-<br />
Werkzeugen mit exakt vorgegebenen Toleranzen<br />
für Ecken- und Radien für die Serienfertigung.<br />
Bei der Zerspanung erzeugte<br />
Späne sind sehr gut absaugbar. PKD-<br />
Schneiden können mehrfach im Service<br />
nachgeschliffen werden.<br />
Diamant-Werkzeuge haben sich in der<br />
Welt der Technik, vor allem in den letzten<br />
50 Jahren einen festen unumstößlichen<br />
Platz erobert. Die Reihe der aufgezeigten<br />
Beispiele ließe sich leicht erweitern – Erfindergeist<br />
und (positives) Querdenken wird<br />
sich in vielen Branchen beziehungsweise<br />
für viele Anwendungen das „pro und<br />
contra“ zusätzlich bereichern.<br />
Denken wir als Anstoß hierbei an den<br />
Natur-Diamant als Einzel-Werkzeug für das<br />
Abrichten und Profilieren von Schleifscheiben<br />
– er wurde als Einzel-Abricht-<br />
Werkzeug selbst durch eine Kette von Innovationen<br />
in der Serienfertigung abgelöst.<br />
Etwa in der Reihenfolge dieser Entwicklungen:<br />
durch den Vielkorn-Abrichter,<br />
die Diamant-Fliese beziehungsweise<br />
Abrichtplatte und up to date – durch<br />
Diamant-Abricht-Rollen.<br />
Wenn wir zuletzt nun den Diamanten<br />
selbst betrachten – wird er in naher Zukunft<br />
das härteste aller Dinge bleiben? Da bin<br />
ich mir persönlich nicht ganz so sicher. Das<br />
„contra“ könnte auch hier bereits im<br />
Kommen sein.<br />
Dieser Tage war in der Presse von einem<br />
„Glas“ die Rede mit dessen Härte man<br />
sogar die Oberfläche von Diamant ritzen<br />
könnte…<br />
Horst Lach<br />
weitere Infos: www.lach-diamant.de<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 35
Bearbeitungsprozesse<br />
Medizintechnik<br />
Höchste Detailtreue und exzellente Oberflächen<br />
Elektrochemische Herstellung von Präzisionsteilen<br />
Bei technischen Bauteilen geht der Trend<br />
ungebrochen zu höherer Genauigkeit. Hersteller<br />
und Zulieferer müssen sich mehr<br />
und mehr vom hundertstel Millimeter verabschieden<br />
und den Mikrometerbereich<br />
angehen. Neben höchster Präzision zählen<br />
zunehmend auch glatte Oberflächen sowie<br />
hohe Produktivität bei günstigen Kosten.<br />
Welche Erfahrungen hat ein auf Funkenerosion<br />
spezialisierter Auftragsfertiger<br />
von Präzisionsteilen mit dem PECM-Verfahren<br />
gemacht?<br />
„Wir haben uns auf die Herstellung von<br />
Zeichnungsteilen mit Genauigkeiten bis<br />
herab zu 0,5 µm spezialisiert“, sagt Werkzeugmacher<br />
Christian Stumpf, Geschäftsführender<br />
Gesellschafter und Vertriebsleiter<br />
der scerox Erodiertechnik GmbH in<br />
Redwitz a. d. Rodach. Mit derzeit 130 Mitarbeitern<br />
betreibt die Firma mehr als 30<br />
Draht- und zahlreiche Senkerodiermaschinen.<br />
Die Anlagen sind durchgehend automatisiert<br />
und arbeiten daher im 24/7-Betrieb<br />
rund um die Uhr. Dies ermögliche es<br />
ihm, am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.<br />
Für darüber hinaus gehende Bearbeitungsaufgaben<br />
steht ein großer Maschinenpark<br />
aus Universalfräsen, HSC-Mikrocentern,<br />
Anlagen für das Innen- und Außenrundschleifen<br />
sowie Profilschleifmaschinen<br />
zur Verfügung. Zur Ausstattung<br />
ge hören selbstverständlich auch Präzisionsmesstechnik<br />
zur Qualitätssicherung sowie<br />
Software für die Umsetzung von CAD-<br />
Daten in CAM-Programme. Scerox verarbeitet<br />
routinemäßig neben Stählen, Edel-<br />
Das PECM-Verfahren eignet sich bestens<br />
für die Massenproduktion von filigranen<br />
Komponenten wie diesen Scherblättern<br />
für Elektrorasierer<br />
(Foto: Klaus Vollrath)<br />
Mithilfe des PECM-Verfahrens bearbeitete Hüft- und Knieprothesen<br />
(Foto: PEMTec)<br />
stählen und Aluminium auch exotische<br />
Werk stoffe wie Wolfram, Lanthan sowie<br />
Hoch temperaturwerkstoffe z.B. für Turbinen.<br />
Beliefert werden vor allem Hightech-<br />
Unternehmen aus Bereichen wie Medizintechnik,<br />
Luft- und Raumfahrt, Wehrtechnik<br />
oder Maschinenbau, außerdem auch noch<br />
die Autoindustrie. Neben Kunden in ganz<br />
Europa hat er auch Abnehmer in den USA.<br />
Das PECM-Verfahren<br />
„Die Erodiertechniken sind zwar sehr<br />
präzise, ihre Produktivität ist jedoch begrenzt“,<br />
erinnert sich Werkzeugmacher-<br />
Meister Hermann Stumpf, Geschäftsführender<br />
Gesellschafter und Produktionsleiter<br />
der Firma. Die Laufzeiten liegen meist<br />
im Bereich von Stunden oder gar Tagen.<br />
Kundenwünsche nach kürzeren Terminen<br />
bzw. höheren Stückzahlen konnten daher<br />
nicht immer erfüllt werden. Bei der Suche<br />
nach Alternativen sei er auf das PECM-Verfahren<br />
(Pulsed Electro-Chemical Machining)<br />
gestoßen. Dieses hat gewisse Ähnlichkeiten<br />
mit dem Senkerodieren. So erfolgt<br />
die Bearbeitung auch hier durch Über -<br />
tragung von elektrischem Strom in einem<br />
Wasserbad. Beim PECM-Verfahren wird jedoch<br />
Salzwasser statt deionisiertem Wasser<br />
eingesetzt. Das Werkzeug ist eine Negativform<br />
des gewünschten Bauteils und<br />
wird aus Werkzeugstahl statt aus Graphit<br />
oder Kupfer hergestellt. Die Abtragung<br />
erfolgt rein elektrochemisch durch oberflächliche<br />
Auflösung des als Negativpol<br />
geschalteten Werkstücks. Dank hoher<br />
Stromstärken erfolgt die Bearbeitung sehr<br />
schnell. Typische Arbeitsgeschwindigkeiten<br />
sind:<br />
► Schruppen 0,5-2,0 mm/min<br />
► Schlichten 0,1-0,5 mm/min<br />
► Polieren < 30 s<br />
Die Bearbeitungszeiten für das Teilespek<br />
trum bei scerox liegen typischerweise<br />
zwischen 30 – 120 s. Die Abmessungen<br />
liegen meist unterhalb von<br />
300 × 300 mm × 150 mm, die Anlage könne<br />
jedoch auch größere Teile aufnehmen.<br />
36 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Medizintechnik<br />
Bearbeitungsprozesse<br />
Bearbeitungszyklus (Frequenz bis zu 100x /s)<br />
(1) Freispülen des Arbeitsraums mit Elektrolyt, Spalt auf 5-50 µm schließen<br />
(2) zahlreiche kontrollierte Strompulse lösen das Werkstück auf<br />
(3) Öffnen des Arbeitsspalts auf 10 – 3000 µm<br />
(4) Freispülen des Spalts mit frischem Elektrolyt (Grafik: PEMTec)<br />
Werkzeug für eine Verzahnung<br />
(Foto: PEMTec)<br />
Beim berührungslosen, kalten PECM-<br />
Verfahren wird das Werkstück ohne Schäden<br />
an der Kristallstruktur aufgelöst, die<br />
grat- und riefenfreie Oberfläche erscheint<br />
glatt und glänzend. Besonders erwünscht<br />
ist dies beispielsweise bei Bauteilen wie<br />
Turbinenschaufeln oder Leitapparaten, die<br />
in strömenden Medien eingesetzt werden<br />
sollen, aber auch bei optischen oder medizintechnischen<br />
Anwendungen.<br />
Breites Werkstoff- und Teilespektrum<br />
Blick in den Arbeitsraum der PEM 800 S mit<br />
Spülkammer (unten) und Elektrode<br />
(Foto: mrazek)<br />
„Mit dem PECM-Verfahren können wir so<br />
ziemlich das gleiche Teilespektrum bearbeiten<br />
wie bisher mit dem Funkenerodieren“,<br />
freut sich C. Stumpf. Es eignet<br />
sich für Präzisionsteile im Abmessungsbereich<br />
von wenigen Millimetern bis zu<br />
ca. 300 × 300 mm × 150 . Typische Einsatzbereiche<br />
sind Turbinenschaufeln, Zahnräder,<br />
Einspritzdüsen, medizinische Werkzeuge<br />
oder Implantate sowie Bauteile, die<br />
eine Mikrostrukturierung erhalten sollen.<br />
Ebenso geeignet ist es für Miniaturkomponenten<br />
für Branchen wie Uhren, Sensoriken<br />
oder Optiken. Die Toleranzen liegen<br />
im Bereich von ± 2–5 µm (bei sehr komplexen<br />
Geometrien ggf. ± 10 µm) bei Wiederholgenauigkeiten<br />
< 1,5 µm. Die glatten<br />
und gratfreien Bauteile sind hochglänzend<br />
bis fast poliert mit Ra-Werten von<br />
0,05 – 0,20 µm. Dadurch fällt nur geringer<br />
Nah be ar beitungsaufwand an, oft können<br />
Schleif- und Polierarbeiten komplett entfallen,<br />
weil eine einfache Reinigung reicht.<br />
Je nach Elektrodenform sind Radien ab<br />
0,01 mm möglich. Mikrobohrungen können<br />
ab etwa Ø 0,01 mm erzeugt werden.<br />
Verarbeitbar sind so gut wie alle Industriemetalle.<br />
Dazu gehören niedrig- und<br />
hochlegierte Stähle, die üblichen NE-Metalle,<br />
Nickelbasislegierungen und Hoch tempe<br />
raturwerkstoffe wie Inconel. Das Gleiche<br />
gilt auch für Exoten wie Titan, Cobalt,<br />
Molybdän und Hartmetalle.<br />
Bestens geeignet für<br />
Serienherstellung<br />
„Das PECM-Verfahren ist bestens für die Serienherstellung<br />
geeignet“, weiß H. Stumpf.<br />
Zwar sei die Herstellung von Elektroden<br />
aus Werkzeugstahl deutlich teurer als die<br />
beim Senkerodieren üblichen Elektroden<br />
aus Kupfer oder Graphit. Dafür könne das<br />
Werkzeug jedoch quasi unbegrenzt genutzt<br />
werden, weil es nicht verschleißt. Alle<br />
damit erzeugten Werkstücke sind deshalb<br />
völlig gleichmäßig. Zudem ist das Verfahren<br />
dank der kurzen Bearbeitungszeiten<br />
hoch produktiv. Besonders wirtschaftlich<br />
sei sein Einsatz bei mittleren bis hohen<br />
Stückzahlen (ab ca. 100 Stück aufwärts).<br />
Auf Wunsch könnten jedoch auch kleinere<br />
Stückzahlen bis herab zur Herstellung von<br />
wenigen Prototypen erzeugt werden, falls<br />
sich der Aufwand für die Kathodenherstellung<br />
lohnt.<br />
Erfahrungen mit Betrieb und Service<br />
„Unsere Anlage haben wir im März 2023<br />
erhalten“, erinnert sich H. Stumpf. Die<br />
Erfahrungen mit dem Hersteller PEMTec<br />
seien durchgehend positiv, die Anlage<br />
laufe sehr zuverlässig und die Unterstützung<br />
bei der Schulung und später bei Problemen<br />
sei gut. Die Bedienbarkeit der Maschine<br />
sei gut, doch brauchten die Mitarbeiter<br />
wegen der Besonderheit der Technologie<br />
eine vergleichsweise lange Ausbildungszeit.<br />
Dies habe weniger mit der Maschine<br />
selbst als mit den stark unterschiedlichen<br />
Herangehensweisen im Bereich der<br />
Konstruktion des Werkzeugs und der Elektrode<br />
zu tun. Gewöhnungsbedürftig waren<br />
auch die hohen Werkzeugkosten, insbesondere<br />
bei kleinen Stückzahlen. „Per<br />
Saldo sind wir mit der Technologie und<br />
dem Lieferanten PEMTec so zufrieden, dass<br />
wir trotz der gedämpften wirtschaftlichen<br />
Gesamtlage über die Beschaffung von<br />
zwei weiteren Systemen dieses Typs nachdenken“,<br />
bilanziert C. Stumpf.<br />
weitere Infos: www.pemtec.de<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 37
Bearbeitungsprozesse<br />
Lösungen für Präzisionsoberflächen<br />
in der Medizintechnik<br />
Medizintechnik<br />
Die OTEC Präzisionsfinish GmbH kombiniert<br />
Gleitschleifen und Electrofinish für<br />
chirurgische Instrumente, Implantate, Prothesen,<br />
Stents, Impeller für Herzpumpen<br />
sowie Bauteile aus Titan, CoCr, Kunststoff<br />
und 3D-gedruckten Materialien.<br />
OTEC bietet innovative Verfahren für<br />
die Oberflächenbearbeitung in der Medizintechnik,<br />
sowie für Dentalprodukte, die<br />
höchste Anforderungen an Präzision, Wiederholgenauigkeit<br />
und Wirtschaft lichkeit<br />
er füllen. Mit der Kombination von<br />
mechanischen Verfahren wie Streamfinish,<br />
Schlepp finish und Tellerfliehkraft<br />
und dem Einsatz des Electrofinish setzt<br />
OTEC neue Standards bei Qualität und<br />
Prozesssicherheit.<br />
Vorteile des Gleitschleifens<br />
für die Medizintechnik<br />
Das Gleitschleifen bietet zahlreiche Vorteile,<br />
die es zu einem essenziellen Verfahren<br />
in der Oberflächenbearbeitung medizinischer<br />
Komponenten machen:<br />
▶ Reproduzierbare Präzision<br />
Homogene Oberflächenbearbeitung<br />
für gleichbleibend hohe Qualität.<br />
▶ Schonende Bearbeitung<br />
Keine Materialdeformation oder<br />
Mikrorisse, die z.B. bei manueller<br />
Bearbeitung entstehen können.<br />
▶ Effiziente Entgratung und Politur<br />
Entfernt Grate und erzeugt glatte<br />
Oberflächen ohne scharfe Kanten.<br />
▶ Optimierte Oberflächenrauheit<br />
(Ra-Werte)<br />
Hygienischere Oberflächen, welche<br />
die Bakterienhaftung bei Implantaten<br />
oder chirurgischen Instrumenten<br />
minimieren.<br />
▶ Automatisierungspotenzial<br />
Ideal für Serienfertigung durch hohe<br />
Effizienz und konstante Ergebnisse.<br />
▶ Schonend für empfindliche Bauteile<br />
Besonders geeignet für filigrane<br />
und komplexe Geometrien<br />
wie Knochenschrauben oder<br />
Katheterkomponenten.<br />
Knochenplatten Titan<br />
Die Glättung von Oberflächen spielt eine<br />
entscheidende Rolle in der Medizintechnik,<br />
da sie mikroskopische Rauheiten reduziert<br />
und somit das Ansiedeln von Keimen<br />
und Verunreinigungen erschwert. Die Biokompatibilität<br />
medizinischer Implantate<br />
und Instrumente bleibt erhalten, da das<br />
schonende Verfahren Materialveränderungen<br />
verhindert. Zudem trägt die Entfernung<br />
von Graten und Oberflächenfehlern<br />
zur Korrosionsbeständigkeit bei, wodurch<br />
das Risiko von Korrosion minimiert und<br />
die Langlebigkeit der Bauteile erhöht wird.<br />
Neben funktionalen Vorteilen überzeugt<br />
das Verfahren auch optisch: homogene,<br />
glänzende Oberflächen steigern nicht nur<br />
die ästhetische Qualität, sondern auch das<br />
Vertrauen in medizinische Produkte. Darüber<br />
hinaus ermöglicht die Automatisierung<br />
gleichbleibende Qualität, verkürzt Bearbeitungszeiten<br />
und reduziert manuelle Nacharbeit<br />
– ein klarer Vorteil für die Effizienz<br />
und Kostensenkung in der Produktion.<br />
Vorteile des Electrofinish<br />
für die Medizintechnik<br />
Mit dem Electrofinish Verfahren werden<br />
Oberflächen auf die nächste Stufe gehoben.<br />
Es zeichnet sich durch herausragende<br />
Vorteile aus:<br />
▶ Perfekte Glättung und<br />
Hochglanzpolitur<br />
Entfernt mikroskopische Rauheiten<br />
und verbessert die Biokompatibilität.<br />
▶ Kein Materialverlust an kritischen<br />
Stellen<br />
Selektive Bearbeitung ohne<br />
Maßveränderung.<br />
▶ Erhalt der Schneidleistung<br />
Ideal für chirurgische Instrumente,<br />
da die Schärfe erhalten bleibt.<br />
▶ Kein abrasiver Kontakt<br />
Keine mechanischen Belastungen,<br />
ideal für empfindliche Bauteile.<br />
▶ Ideal für schwer zugängliche Stellen<br />
Bearbeitung komplexer<br />
Innenkonturen, wie bei<br />
minimalinvasiven Instrumenten.<br />
Mikroskopisch glatte Oberflächen bieten<br />
nicht nur hygienische Vorteile, da sie die<br />
Anhaftung von Verunreinigungen erschwe -<br />
ren und die Reinigung erleichtern, sondern<br />
auch eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit,<br />
da die chemische Passivierung Metalloberflächen<br />
vor Oxidation und chemischen Angriffen<br />
schützt. Gleichzeitig steigert die<br />
hoch glänzende, makellose Oberfläche die<br />
wahrgenommene Qualität des Endprodukts.<br />
Durch die Kombination von mechanischer<br />
Bearbeitung und Electrofinish wird<br />
zudem die Nacharbeit reduziert, der Ausschuss<br />
minimiert und die Gesamtproduktionskosten<br />
gesenkt – ein klarer wirtschaftlicher<br />
Vorteil.<br />
Chirurgische Bohrer –<br />
präzise, gratfrei und hygienisch<br />
Die Herstellung chirurgischer Bohrer aus<br />
Edelstahl erfordert eine präzise Gratentfernung,<br />
um die Funktionalität und Sicherheit<br />
der Instrumente zu gewährleisten.<br />
Konventionelle manuelle Verfahren sind<br />
nicht nur zeitaufwendig, sondern auch<br />
unzuverlässig und führen häufig zu hohen<br />
Ausschussraten.<br />
Das OTEC Verfahren mit der SF-Serie<br />
sorgt für reproduzierbare Ergebnisse und<br />
38 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Medizintechnik<br />
für kurze Prozesszeiten durch die OTEC<br />
Pulsfinish-Technologie. Ergänzend wird<br />
das Electrofinish der EF-Serie eingesetzt,<br />
um die Oberfläche der Bohrer weiter zu<br />
glätten und mikroskopische Unebenheiten<br />
zu entfernen. Die Vorteile:<br />
▶ Maximale Schärfe und Gratfreiheit:<br />
Electrofinish verbessert zusätzlich die<br />
Schneidkanten, ohne sie zu stark zu<br />
verrunden.<br />
▶ Optimierte Reinigung:<br />
Die chemisch geglätteten Oberflächen<br />
erleichtern die Entfernung von<br />
Geweberesten und Blut, was die<br />
Hygiene und die Lebensdauer<br />
der Bohrer erhöht.<br />
▶ Höhere Korrosionsbeständigkeit:<br />
Electrofinish sorgt für eine passivierte<br />
Edelstahloberfläche, die resistent<br />
gegenüber chemischen Reinigern und<br />
Sterilisationsprozessen ist.<br />
Knochenschrauben und<br />
Knochenplatten<br />
Homogene, glänzende Oberflächen steigern nicht nur die ästhetische Qualität,<br />
sondern auch das Vertrauen in medizinische Produkte<br />
Bearbeitungsprozesse<br />
Für Knochenschrauben, die scharfe, gratfreie<br />
Kanten und glatte Oberflächen erfordern,<br />
ist das Gleitschleifen eine hervorragender<br />
Prozess, der je nach Qualitätsanforderungen<br />
des Kunden anschließend durch<br />
das Electrofinish erweitert werden kann.<br />
Die durch das Electrofinish erweiterte Prozesskette<br />
entfernt mikroskopische Materialspitzen,<br />
verhindert die Anhaftung von<br />
Bakterien und erleichtert die Sterilisation.<br />
Bei Knochenplatten, die eine starke Kantenverrundung<br />
und eine homogene Oberfläche<br />
erfordern, sorgt das Gleitschleifen<br />
ggf. in Kombination mit Electrofinish für<br />
eine makellose Oberfläche. Zusätzlich verbessert<br />
es die Passform und sorgt dafür,<br />
dass Implantate spannungsfrei in den Körper<br />
integriert werden können.<br />
Implantate – Oberflächen für<br />
höchste Funktionalität<br />
Die Lebensdauer medizinischer Implantate<br />
hängt entscheidend von ihrer Oberflächengüte<br />
ab. Unterschiedliche Anforderungen –<br />
von glatten Kontaktflächen bis hin zu<br />
homogenen und hochglanzpolierten<br />
Oberflächen – erfordern maßgeschneiderte<br />
Bearbeitungsprozesse.<br />
Hochglanzpolierte Gelenkimplantate:<br />
bei Hüft- und Kniegelenken entfernt das<br />
OTEC Gleitschleifen grobe Bearbeitungsspuren<br />
und sorgt für Oberflächenrauheiten<br />
von bis zu Ra = 0,01 μm. Ergänzend<br />
kann das Electrofinish eingesetzt werden<br />
um Mikrokratzer zu eliminieren und eine<br />
hochglänzende, biokompatible Oberfläche<br />
zu erzeugen, die Abrieb reduziert, Gleitfähigkeit<br />
erhöht und die Lebensdauer der<br />
Implantate verlängert.<br />
Komplexe Prothesen<br />
Für gekoppelte Knieprothesen mit innenliegenden<br />
Geometrien bietet OTEC die<br />
Gleitschleif-Technologie, ergänzt durch das<br />
Electrofinish, als ideale Lösung.<br />
Gleitschleifen: bearbeitet schwer zu -<br />
gäng liche Bereiche durch gesteuerte Bewegungsabläufe<br />
und gezielte Anpassung<br />
der Werkstückwinkel.<br />
Electrofinish: glättet die komplexen Geometrien<br />
der Prothesen, erhöht die Widerstandsfähigkeit<br />
gegen äußere Einflüsse<br />
und verbessert die Gleitfähigkeit der Kontaktflächen.<br />
Automatisierung – Effizienz durch<br />
modernste Technik<br />
Knochenplatte<br />
Knochenschraube<br />
Die Maschinen der OTEC SF-Serie bieten<br />
eine hohe Effizienz durch optionale Roboterbeladesysteme,<br />
die eine nahtlose Integration<br />
in die Linienfertigung ermöglichen.<br />
Auch im Electrofinish Bereich lassen<br />
sich zukünftig automatisierte Prozesse in -<br />
te grieren, wodurch die Bearbeitung großer<br />
Stückzahlen bei konstant hoher Qualität<br />
ge währleistet wird.<br />
weitere Infos: www.otec.de<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 39
Bearbeitungsprozesse<br />
Hartfeinbearbeitung II –<br />
Qualität und Effizienz für Innenverzahnungen<br />
SkiveFinishing® ist ein neues Verfahren<br />
zur wirtschaftlichen Hartbearbeitung<br />
von Innenverzahnungen in hoher Qualität.<br />
Es kombiniert die Flexibilität des Wälzschälens<br />
mit der Oberflächenqualität der<br />
CBN-Schleiftechnologie. Ein von der<br />
Liebherr-Verzahntechnik GmbH entwickeltes,<br />
innovatives CBN-Werkzeug sorgt für<br />
lange Standzeiten und ermöglicht sogar<br />
Profilkorrekturen.<br />
Bisher standen für die Hartfeinbearbeitung<br />
von Innenverzahnungen zwei Verfahren<br />
zur Verfügung: das wirtschaftliche<br />
Hartschälen mit geometrisch bestimmter<br />
Schneide, das allerdings bei maximalen<br />
Qualitätsanforderungen an Grenzen<br />
stößt, sowie das Profilschleifen mit geometrisch<br />
unbestimmter Schneide, das höchste<br />
Präzision bietet, jedoch zeit- und kostenintensiv<br />
ist – und damit für die Serienfertigung,<br />
etwa in der E-Mobilität oder bei<br />
Nutzfahrzeugen, nur bedingt geeignet ist.<br />
SkiveFinishing® schließt diese Lücke: es<br />
nutzt die Kinematik des Wälzschälens in<br />
Verbindung mit einem abrichtfreien, galvanisch<br />
belegten Schälrad. Damit erzielt<br />
es eine höhere Qualität als Hartschälen,<br />
ist aber gleichzeitig schneller und wirtschaftlicher<br />
als das Profilschleifen.<br />
Innovatives Werkzeug,<br />
bewährte Technologie<br />
Das eingesetzte CBN-Werkzeug verfügt<br />
über eine ballige Geometrie und mehrere<br />
nutzbare Shiftpositionen. Die Bearbeitung<br />
erfolgt mit axialem Vorschub entlang einer<br />
Kontaktlinie. Ist eine Position verschlissen,<br />
wird einfach auf die nächste geshiftet. Die<br />
Kombination aus Werkzeugdesign und der<br />
extrem harten CBN-Beschichtung (nach<br />
Diamant der zweithärteste Schneidstoff)<br />
sorgt für lange Standzeiten und hohe Prozessstabilität.<br />
„SkiveFinishing® vereint die<br />
Flexibilität des Schälens mit den Vorteilen<br />
des CBN-Schleifens“, erläutert Haider<br />
Arroum, Bereichs- und Standortleitung<br />
Werkzeuge. „Dabei lassen sich durch gezielte<br />
Wahl der CBN-Korngrößen optimale<br />
Rauheitswerte und wirtschaftliche Prozesse<br />
realisieren.“<br />
Modifikationen<br />
im Bauteil realisierbar<br />
Dank der höheren Druckeigenspannungen<br />
verbessert SkiveFinishing® die Tragfähigkeit<br />
der Zahnflanken. Auch Modifikationen<br />
wie Kopfrücknahmen, Profilballigkeit oder<br />
Flankenlinienmodifikationen lassen sich<br />
Abrichtfreies, galvanisch<br />
belegtes Schälrad mit<br />
mehreren Shiftpositionen<br />
SkiveFinishing® basiert auf der gleichen<br />
Kinematik wie das Wälzschälen<br />
direkt ins Bauteil einbringen – sogar bei<br />
anspruchsvollen Geometrien wie Hohlrädern.<br />
Dies war bislang nur über aufwendiges<br />
Profilschleifen oder eine spezielle<br />
Abrichtkinematik möglich.<br />
Ist das Werkzeug vollständig verschlissen,<br />
wird es am Standort Ettlingen aufbereitet.<br />
Die mehr als 30-jährige CBN-Expertise<br />
von Liebherr gewährleistet dabei eine<br />
konstant hohe Qualität. „Das eröffnet Anwendern<br />
neue Optionen, Fertigungsprozesse<br />
optimal auf Bauteil und Wirtschaftlichkeit<br />
abzustimmen“, so Haider Arroum.<br />
Hohe Qualität bei<br />
wirtschaftlicher Fertigung<br />
SkiveFinishing® adressiert Anwendungen,<br />
die sehr hohe Qualitätsanforderungen mit<br />
wirtschaftlichen Prozessen kombinieren<br />
müssen. In der Luftfahrt zählen – bei stetig<br />
steigendem Kostendruck – Präzision<br />
und Tragfähigkeit. In der E-Mobilität erfordern<br />
neue Getriebekonzepte geringere<br />
Geräusch entwicklung und höhere Lebensdauer.<br />
Für Planetengetriebe in Lkw und<br />
Traktoren bietet SkiveFinishing® eine höhere<br />
Leistungsdichte: durch reduzierte Härteverzüge<br />
können kleinere, leichtere und<br />
dennoch leistungsfähigere Getriebe konstruiert<br />
werden. Verfahren und Werkzeug<br />
wurden im September <strong>2025</strong> erstmals auf<br />
der EMO der Weltöffentlichkeit präsentiert.<br />
weitere Infos: www.liebherr.com<br />
40 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Bearbeitungsprozesse<br />
Innovative Schleiftechnologie begeistert<br />
Studer, der Schweizer Qualitätshersteller<br />
für Rundschleifmaschinen präsentierte auf<br />
der EMO zahlreiche Neuerungen. Ein Highlight<br />
war die Weltpremiere der neuen Universal-Rundschleifmaschine<br />
S23. Diese viel -<br />
seitige CNC-Maschine bietet in einer platzsparenden<br />
Bauweise modernste Schleiftech<br />
nologie für höchste Präzision und Zuverlässigkeit.<br />
Dank ihrer hochwertigen Aus -<br />
stattung ergänzt die S23 optimal das Portfolio<br />
zwischen dem Einstiegs- und Pre mi -<br />
um segment. Sie überzeugt mit Features<br />
wie der modernen Hard- und Softwarear<br />
chitektur C.O.R.E., einer automatischen<br />
B-Achse mit 1° Hirth-Verzahnung für bis zu<br />
drei Schleifwerkzeuge und dem Ma schinen<br />
bett aus Granitan® mit hervorragenden<br />
Thermik- und Schwingungseigenschaften.<br />
Ebenfalls große Aufmerksamkeit erhielt<br />
die neue Generation der favoritCNC, die<br />
STUDER mit modernen Fähigkeiten und<br />
Optimierungen ausgestattet hat. So verfügt<br />
die beliebte Einstiegsmaschine nun<br />
über eine aktualisierte CNC-Steuerung<br />
(FANUC 0i-TFP), eine automatische Bedientür<br />
und Laderschnittstelle für Automatisierungslösungen,<br />
ein ressourcensparendes<br />
Riemenspindelsystem sowie einen Maschinenständer<br />
mit größerem X-Führungsbahn<br />
abstand für noch mehr Stabilität. Zudem<br />
erleichtert der neue Conventional<br />
Dank WireDress® ist der Schleifdorn mit metallgebundenem Diamantschleifbelag<br />
besonders schnittig und präzise und kann in dieser Verdichterwelle aus Hartmetall<br />
tiefe Innenbohrungen über deren gesamte Länge in einer Aufspannung schleifen<br />
Mode den Übergang zwischen manuellem<br />
und CNC-Schleifen.<br />
Innovatives Achsensystem und<br />
WireDress® für das<br />
Innenrundschleifen<br />
Auf der Universal-Rundschleifmaschine<br />
S31 für kleine bis große Werkstücke<br />
demonstrierte STUDER ein innovatives<br />
Achsensystem, das im automatisierten<br />
Präzisionsrundschleifen neue Maßstäbe<br />
setzt. Dabei ermöglicht die lange W-Achse<br />
eine automatische Anpassung der Reitstock-Position<br />
an verschiedene Werkstücklängen,<br />
während die aktive R-Achse mit<br />
einem Inprocess-Messsystem komplexe<br />
Geometrien am Werkstück abtasten kann.<br />
Ein besonderes Feature des Systems ist<br />
die direkte Messung der Spannkraft. Dies<br />
sorgt für präzise reproduzierbare Spannbedingungen<br />
von Werkstücken. Die<br />
Spannkraft ist zusätzlich auf dem Steuerungsbildschirm<br />
für den Maschinenbediener<br />
ersichtlich.<br />
Das neue Achsensystem für die S33 und S31 ermöglicht die<br />
automatische Anpassung an unterschiedliche Werkstücklängen<br />
Ein weiterer Innovationssprung wurde<br />
mit der Einführung des berührungslosen<br />
Abrichtsystems WireDress® für das Innenrundschleifen<br />
vorgestellt. Die auf Draht-<br />
Elektroerosion basierende Technologie eröffnet<br />
neue geometrische Fertigungsmöglichkeiten<br />
mit Diamant- und CBN-Schleifscheiben<br />
mit Sinter-Metallbindung. Möglich<br />
ist dies durch eine neue Innenschleifspindel,<br />
die bei voller Schleifdrehzahl<br />
Strom übertragen kann.<br />
weitere Infos: www.studer.com<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 41
Bearbeitungsprozesse<br />
Effizient und flexibel:<br />
Neue Profilschleifmaschine<br />
Große Flexibilität bei kompaktem Design:<br />
die neue Profilschleifmaschine KNG 5P<br />
expert von KAPP NILES eignet sich hervorragend<br />
für die präzise Bearbeitung von<br />
Außen- und Innenverzahnungen. Als Weiterentwicklung<br />
der etablierten ZE Baureihe<br />
vereint sie deren Vorteile mit zahlreichen<br />
Extra-Optionen. „Die KNG 5P expert lässt<br />
sich für unterschiedlichste Anwendungen<br />
nutzen und ermöglicht effizientes Arbeiten<br />
bei exzellenter Verzahnungsqualität“,<br />
betont KAPP NILES Produktspezialist Boris<br />
Maschirow.<br />
Ergonomische Bedienung<br />
Die KNG 5P expert zeichnet sich durch ihre<br />
exzellente Rüstfreundlichkeit aus. Zum<br />
Wech sel der Abrichtrolle schwenkt die<br />
direkt angetriebene Abrichtspindel in eine<br />
ergonomische Position. Abrichtwerkzeuge<br />
lassen sich so bequem von außerhalb der<br />
Maschine wechseln. Der optimierte Gegenhalter<br />
mit einem Hub von 850 mm und der<br />
darauf aufgebaute wegschwenkbare Reitstock<br />
mit stufenlos justierbarem Spitzendruck<br />
bis 2.000 N erweitern den Anwendungs<br />
bereich von Spannungen zwischen<br />
Spitzen erheblich.<br />
Vielfältige Anwendungen<br />
Von Zahnrädern über Ritzelwellen bis hin<br />
zu Schnecken lassen sich auf der KNG 5P<br />
expert verschiedenste Werkstücke mit<br />
einer Verzahnungsbreite bis 670 mm<br />
schlei fen. Die leistungsstarke Schleifspindel<br />
verfügt über einen Direktantrieb mit<br />
Drehzahlen bis 9.500 rpm bei bis zu 64 Nm<br />
Antriebsmoment. Diese erlaubt den Einsatz<br />
von Schleifscheiben im Durchmesserbereich<br />
von 60 bis 350 mm.<br />
Der Rundtisch mit einem Durchmesser<br />
von 400 mm, elektrischem Direktantrieb<br />
und tiefer Bohrung für lange Wellen ist<br />
großzügig dimensioniert. Trotz des extrem<br />
breiten Anwendungsbereichs und der robust<br />
ausgelegten Hauptkomponenten hat<br />
die Maschine dank der kompakten Bauweise<br />
nur einen sehr geringen Platzbedarf.<br />
Zusätzliche Optionen<br />
Anspruchsvolle Modifikationen können auf<br />
der KNG 5P expert durch 5-Achs-interpoliertes<br />
Schleifen über eine offene Schwenkachse<br />
hochproduktiv und nahezu verschränkungsfrei<br />
im Zweiflankenschliff erzeugt<br />
werden.<br />
Beim Schleifen von Schnecken schwenkt<br />
der Abrichtarm komplett aus dem Arbeitsbereich<br />
des Schleifschlittens, wodurch der<br />
volle Hub von 675 mm genutzt werden<br />
kann. Die Maschine lässt sich mit automatisch<br />
CNC-nachgeführten Kühlschmierstoff-Düsen<br />
ausrüsten. Zusätzlich kann die<br />
Mit der KNG 5P expert können Schnecken mit<br />
Steigungswinkeln bis 45 ° geschliffen werden<br />
KNG 5P expert mit einer Beladeluke ausgestattet<br />
werden, um die Maschine automatisiert<br />
zu beladen.<br />
„Mit der KNG 5P expert denken wir unser<br />
langjähriges Erfolgsmodell – die ZE Bau -<br />
reihe – konsequent weiter. Neben allen<br />
Vorteilen dieser bewährten Baureihe überzeugt<br />
die Profilschleifmaschine mit zusätzlichen<br />
und neuen Optionen, die dem Anwender<br />
größte Flexibilität ermöglicht“, resümiert<br />
Produktspezialist Boris Maschirow.<br />
weitere Infos: www.kapp-niles.com<br />
Der Reitstock ist<br />
wegschwenkbar und<br />
stufenlos justierbar auf einen<br />
Spitzendruck bis 2.000 N<br />
KAPP NILES präsentiert die<br />
neue Profilschleifmaschine KNG 5P expert<br />
Mit der KNG 5P expert<br />
können Werkstücke mit einer<br />
Verzahnungsbreite bis zu<br />
670 mm bearbeitet werden<br />
42 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Bearbeitungsprozesse<br />
Kantenqualität ohne Kompromisse<br />
Wie SAMSON VETEC mit ibex-Werkzeugen von KEMPF<br />
das Entgraten optimiert<br />
Präzision, Prozesssicherheit und Qualität<br />
sind bei sicherheitsrelevanten Industriearmaturen<br />
keine Option – sie sind Pflicht.<br />
Die VETEC Ventiltechnik GmbH entwickelt<br />
und fertigt seit Jahrzehnten hochwertige<br />
Drehkegelventile und Sonderarmaturen<br />
für industrielle Anwendungen. Als Zulieferer<br />
von High-End-Komponenten muss jeder<br />
Produktionsschritt höchsten Anforderungen<br />
gerecht werden – so auch die Entgratung.<br />
Mit dem Einsatz des hochpräzisen<br />
ibex-Entgratsystems von KEMPF gelingt<br />
dem Ventilspezialisten aus Speyer der<br />
Schritt zu prozesssicherer und wirtschaftlicher<br />
Kantenbearbeitung in der Einzelteilfertigung.<br />
Die Kontur muss nicht<br />
undefiniert sein, das<br />
Ibex-Entgratsystem<br />
kann auch bei<br />
definierten Kanten<br />
eingesetzt werden;<br />
hier ein Flansch aus<br />
rostfreiem Edelstahl<br />
Die Besonderheit bei VETEC: statt Serienfertigung<br />
setzt das Unternehmen konsequent<br />
auf maßgeschneiderte Einzellösungen,<br />
die präzise auf die Anforderungen der<br />
Kunden abgestimmt werden – häufig aus<br />
schwer zerspanbaren Werkstoffen wie Kobalt<br />
basislegierungen, Titan oder Zirko nium.<br />
Gefertigt werden die verschiedenen<br />
Bauteile auf einer modernen NC-Ma schinen<br />
flotte mit Bearbeitungszentren von<br />
Heller, DMG, Index und anderen. Dank eines<br />
konsequent digitalisierten Shop floors – u.a.<br />
mit COSCOM-Integration und Info-Terminals<br />
– laufen Prozesse effizient und transparent.<br />
Dennoch sorgte ein Thema immer<br />
wieder für Verzögerung: das Entgraten von<br />
Durchgangsbohrungen in Edelstahl-Gehäusen,<br />
die als Flansch eingesetzt werden.<br />
Im Zentrum des Problems standen Flansche<br />
aus einem Sandguss, bei denen es<br />
insbesondere an den durch den Guss bedingten,<br />
undefinierten Austrittskanten der<br />
Flanschbohrungen zu deutlich sichtbaren<br />
Graten kam. Die Folge: hoher Nachbearbeitungsaufwand<br />
per Hand bzw. mit starr<br />
eingespannten Fasenfräsern. Dadurch entstanden<br />
an den undefinierten Rohflächen<br />
unsaubere, ungleichmäßige Fasen und<br />
Kanten. Ebenso variierten die Prozesszeiten<br />
und eine Wiederholgenauigkeit war<br />
nicht gegeben. „Der Grat war klein, aber er<br />
hat den ganzen Ablauf gestört“, beschreibt<br />
Marcus Schneider, Technischer Außendienst<br />
der Firma KEMPF. „Besonders kritisch:<br />
bei sicherheitsrelevanten Bauteilen<br />
ist ein definierter Kantenverlauf oft zwin-<br />
gend – manuelles Nacharbeiten bedeutet<br />
also nicht nur Zeitverlust, sondern auch<br />
Unsicherheit in der Qualitätsprüfung.“<br />
Die Wendung für das Gratproblem<br />
kam mit dem Einsatz des ibex-Entgratsystems<br />
des Entgratspezialisten KEMPF aus<br />
Reichenbach an der Fils. Entwickelt für die<br />
automatisierte Konturbearbeitung von undefinierten<br />
Bauteilen auf CNC-Bearbeitungszentren,<br />
kombiniert das Entgratsystem<br />
– bestehend aus Ausgleichshalter und<br />
speziellen CrossCut Fräsern – die Vorteile<br />
definierter Entgratung mit maximaler Prozesssicherheit<br />
auch bei anspruchsvollen<br />
Bauteilgeometrien. Der ibex-Ausgleichshalter,<br />
der in drei verschiedenen, vordefinierten<br />
Härtestufen angeboten wird (Soft,<br />
Medium und Hard), eignet sich dabei<br />
durch Druck- und Zugausgleich von bis zu<br />
10 mm für die vorderseitige sowie für die<br />
rückseitige Bearbeitung von Bohrungen.<br />
Sobald der Fräser auf die Kante des Werkstückes<br />
trifft, kann dieser durch den linear<br />
gelagerten Ausgleich des ibex-Ausgleichshalters<br />
die axiale Bewegung sowohl vorwärts,<br />
als auch rückwärts durchführen. Im<br />
Zusammenspiel mit den (bei der Bearbeitung)<br />
vorgespannten kegelförmigen ibex-<br />
Entgratfräsern können damit auch radial<br />
liegende Maßabweichungen des Bauteils<br />
ausgeglichen werden. Somit hat der Entgratfräser<br />
auch bei größeren Konturabweichungen<br />
immer eine gleichmäßige Eingriffstiefe<br />
am Werkstück und erzeugt dadurch<br />
eine gleichmäßige Fase an der Werkstückkante<br />
– ohne manuellen Eingriff des<br />
Mitarbeiters. Zudem lässt sich das ibex-Entgratsystem<br />
– wie bei VETEC – auch perfekt<br />
in die Einzelteilfertigung integrieren, bei<br />
der sich Geometrien regelmäßig ändern.<br />
Statt aufwendiger manueller Anpassungen<br />
wird die Kontur direkt in der Maschine entgratet<br />
– exakt, definiert und sicher. Da das<br />
ibex-Entgratsystem direkt in das NC-Programm<br />
eingebunden wird, erfolgt der Entgratvorgang<br />
als fester Bestandteil des Bearbeitungsprozesses:<br />
inline, automatisiert<br />
und unabhängig vom Bedienpersonal.<br />
Mit dem Einsatz des ibex-Werkzeugs von<br />
KEMPF konnte SAMSON VETEC nicht nur<br />
den Bearbeitungsprozess bei spezifischen<br />
Bauteilen optimieren, sondern auch das<br />
Qualitätsniveau und den optischen Eindruck<br />
verbessern – ein echter Fortschritt in<br />
der hochspezialisierten Welt der Einzelteilfertigung.<br />
Seither kann der gesamte Bearbeitungsprozess<br />
inklusive Entgratvorgang<br />
direkt auf der Maschine erfolgen (‚von der<br />
Spindel in die Kiste!‘) – auch bei variierenden<br />
Bauteilgeometrien, wie sie bei VETEC<br />
durch die hohe Individualisierung häufig<br />
auftreten. „Die manuelle Nachbearbeitung<br />
entfällt vollständig“, unterstreicht Marcus<br />
Schneider. „Das Werkzeug ist deshalb inzwischen<br />
fester Bestandteil in mehreren<br />
Bearbeitungsprozessen und soll perspektivisch<br />
auf weitere Bauteile ausgeweitet<br />
werden.“ So bleibt VETEC dem eigenen<br />
Anspruch treu: Ventiltechnik auf höchstem<br />
Niveau – bis ins letzte Detail.<br />
weitere Infos: www.kempf-tools.de<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 43
Bearbeitungsprozesse<br />
Neue Maßstäbe in der Werkzeugbearbeitung<br />
Die neueste Laserbearbeitungsmaschine<br />
VISION LASER der Walter Maschinenbau<br />
GmbH bietet innovative Lasertechnologie<br />
für eine Vielzahl von Anwendungen für<br />
gelötete Werkzeuge in der modernen<br />
Werk zeugproduktion. Die Konstruktion<br />
der Maschine basiert auf der seit Jahrzehnten<br />
bewährten und zuverlässigen<br />
HELITRONIC VISION.<br />
Die eingesetzte Lasertechnologie bietet<br />
industriell bewährte Zuverlässigkeit für die<br />
präzise und effiziente Laserbearbeitung<br />
von Werkzeugen mit hohen Qualitätsanforderungen.<br />
Vielseitige<br />
Anwendungsmöglichkeiten<br />
Die VISION LASER bietet alle Möglichkeiten<br />
zur Bearbeitung von PKD (polykristalliner<br />
Diamant), CVD (chemisch abgeschiedener<br />
Diamant), MKD (monokristalliner Diamant)<br />
und Hartmetall.<br />
Präzision und Vielseitigkeit<br />
Das industrielle Lasersystem der VISION<br />
LASER ermöglicht:<br />
Die neue Lasermaschine von WALTER:<br />
VISION LASER<br />
→ Anwendungsbereiche:<br />
Die Anwendungsbereiche sind<br />
z.B. Schaftfräser, Kugelkopffräser,<br />
Stufenwerkzeuge und viele mehr<br />
→ Ausbruchs- und rissfreie<br />
Schneidkanten:<br />
Perfekt für feine und grobe Körnungen,<br />
wodurch sich die Performance erhöht<br />
und die Verschleißfestigkeit maximiert<br />
wird<br />
→ Bearbeitung komplexer Geometrien:<br />
Mit höchster Genauigkeit lassen<br />
sich komplexe 3D-Geometrien<br />
wie Spanbrecher und konkave<br />
Innenkonturen erstellen<br />
→ Betrieb ohne Verbrauchsmaterialien:<br />
Kein Bedarf an Kühlschmiermittel,<br />
Filtern oder Drähten, was den<br />
Ressourcenverbrauch und die<br />
Betriebskosten reduziert<br />
Laser versus Draht-Erodieren<br />
Bisher war das Draht-Erodieren der Standard<br />
bei der Herstellung von gelöteten<br />
PKD-Werkzeugen, allerdings mit dem<br />
Nach teil des Verbrauchs von Materialien,<br />
wie Drähte und Kühlmittel sowie das Risiko<br />
von Kornausbrüchen und Einschränkungen<br />
bei der Herstellung komplexer Geometrien.<br />
Hier setzt die VISION LASER an, die diese<br />
Probleme durch den Einsatz von Lasertechnologie<br />
löst.<br />
Im Vergleich zum Draht-Erodieren bietet<br />
die VISION LASER:<br />
→ Fertigung in nur einer Aufspannung:<br />
Der Rohling wird aufgespannt und<br />
das fertige Werkzeug entnommen,<br />
inklusive z.B. Spanbrecher<br />
→ Beeindruckende Schnittgeschwindigkeit:<br />
Bis zu doppelt so schnell bei<br />
vergleichbaren Materialien<br />
→ Materialunabhängigkeit:<br />
Härte und elektrische Eigenschaften<br />
des Materials spielen keine Rolle, was<br />
eine nahtlose Bearbeitung selbst<br />
der härtesten Verbundwerkstoffe<br />
ermöglicht<br />
→ Höchste Oberflächenqualität:<br />
Feinste Rauheitswerte (Ra), ideal<br />
für Hochleistungswerkzeuge<br />
Softwareintegration und<br />
benutzerfreundliche Bedienung<br />
Als Basis-Betriebssystem wird C.O.R.E. eingesetzt,<br />
eines der aktuell modernsten<br />
Maschinenbetriebssysteme auf dem Markt.<br />
Alle Systemanwendungen wie z.B. Kalibrierung,<br />
Aufwärmen, etc. sind deshalb auch<br />
zu 100 % reine C.O.R.E.-Anwendungen.<br />
→ Automatische Kalibrierung:<br />
Präzision leicht gemacht. Die<br />
automatische Kalibrierung der<br />
Achsen, der Laser-Fokuslage<br />
und des Drehzentrums machen<br />
minimalen Bedieneraufwand und<br />
hochpräzise sowie effiziente<br />
Herstellungsprozesse möglich.<br />
→ Nachhaltigkeit:<br />
Kontinuierliche Überwachung der<br />
Maschinenverbrauchsdaten wie z.B.<br />
Luftverbrauch, Energieverbrauch,<br />
Laser- & Scankopf und<br />
Temperaturüberwachung.<br />
→ Live-Prozesskameras:<br />
Für das Einmessen der Rohlinge und<br />
für die Überwachung der Bearbeitung<br />
sind optional drei Kameras verfügbar,<br />
die den Bearbeitungsprozess in<br />
einer Übersicht oder einzeln im<br />
Vollbildmodus anzeigen können.<br />
→ Robot Lader 25:<br />
Der WALTER Robotlader 25, der seit<br />
Jahren bereits im Portfolio der Schleif-<br />
& Erodiermaschinen verfügbar ist, kann<br />
bis zu 70 HSK-Werkzeuge aufnehmen<br />
und ist neu direkt in das C.O.R.E.<br />
Betriebssystem integriert.<br />
weitere Infos: www.walter-machines.com<br />
44 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Medizintechnik<br />
Multicut MedTec für sichere, präzise<br />
Fertigungsprozesse in der Medizintechnik<br />
Komponenten & Zubehör<br />
Der Schmierstoffspezialist Zeller+Gmelin<br />
steigt mit seiner neuen Schneidöl-Reihe<br />
Multicut MedTec und dem umfassenden<br />
Servicekonzept MedTec Care PLUS offiziell<br />
in das Geschäftsfeld Medizintechnik ein.<br />
Das Unternehmen bietet Herstellern von<br />
Präzisionsteilen und Komponenten für<br />
medizinische Anwendungen damit maßgeschneiderte<br />
Lösungen für sichere und<br />
präzise Fertigungsprozesse.<br />
„In der Medizintechnik sind Schneidöle<br />
gefragt, mit denen präzise und sicher<br />
gear beitet werden kann“, erklärt Dr. Irene<br />
Kreitmeir, Produktmanagerin für nicht<br />
wassermischbare Kühlschmierstoffe bei<br />
Zeller+Gmelin. „Und da die Entwicklung<br />
qualitativ hochwertiger Bearbeitungsöle<br />
quasi in der DNA unseres Unternehmens<br />
liegt, ist der Einstieg in dieses Geschäftsfeld<br />
für uns ebenso logisch wie<br />
konsequent.“<br />
Ein entscheidendes Kriterium für den<br />
Einsatz von Schmierstoffen in der Medizintechnik<br />
ist die Biokompatibilität. Sie<br />
stellt sicher, dass mögliche Rückstände –<br />
etwa auf Implantaten oder medizinischen<br />
Schrauben – keine schädigende Wirkung<br />
auf menschliches Gewebe haben.<br />
Zeller+Gmelin weist diese Zellverträglichkeit<br />
durch den Zytotoxizitätstest nach<br />
ISO 10993-5 nach.<br />
Ein umfassendes Portfolio für die<br />
Zerspanung in der Medizintechnik<br />
Die Produktreihe Multicut MedTec umfasst<br />
Schneidöle, die speziell für die Bearbeitung<br />
von Medizinstahl oder Titan, aber auch für<br />
spezielle Buntmetalllegierungen entwickelt<br />
wurden. Sie sind damit nicht nur für<br />
die Medizintechnik von großem Stellenwert.<br />
Auch andere Bereiche der Präzisionsbearbeitung<br />
wie die Schmuck- und Uhrenindustrie<br />
können von diesen innovativen<br />
Schneidölen profitieren.<br />
Abgerundet wird das MedTec-Programm<br />
insbesondere durch die speziell abgestimmten<br />
Divinol-Reiniger, die eine sichere<br />
und zuverlässige Reinigung im Kontext<br />
der Medizintechnikbranche gewährleisten.<br />
Das Konzept hinter dem MedTec-Portfolio<br />
ist laut Hersteller auf höchste Präzision,<br />
verlässliche Prozesse sowie makellose<br />
Oberflächenqualität ausgelegt – Prozesssicherheit,<br />
die über das Werkstück hinausgeht<br />
und damit auch hohe Werkzeugstandzeiten,<br />
ein sauberes Arbeitsumfeld und<br />
nachhaltiges Wirtschaften möglich macht.<br />
Um außerdem den Menschen gerecht zu<br />
werden, die mit den Multicut Med-Tec-Produkten<br />
arbeiten, sind die Formulierungen<br />
dermatologisch getestet.<br />
Diese Kombination aus Sicherheit, Anwenderfreundlichkeit<br />
und Materialqualität<br />
bildet die Basis für die Leistungsfähigkeit<br />
der Produkte: im Vordergrund stehen<br />
Leistungsfähigkeit, Materialverträglichkeit<br />
und Reinheit der bearbeiteten Komponen -<br />
ten – entscheidende Voraussetzungen für<br />
sichere und reproduzierbare Fertigungsprozesse.<br />
„Mit Multicut MedTec stellen wir<br />
sicher, dass Hersteller alle Anforderungen<br />
an Präzision und Materialverträglichkeit<br />
zuverlässig erfüllen können“, so Dr. Irene<br />
Kreitmeir weiter.<br />
Multicut MedTec Schneidöle und Kühlschmierstoffe von<br />
Zeller+Gmelin ermöglichen die präzise Bearbeitung<br />
von medizinischen Implantaten und Komponenten<br />
aus Medizinstahl, Titan und Kompositmaterialien<br />
Mit MedTec Care PLUS bietet Zeller+Gmelin<br />
ein ganzheitliches Servicepaket für die<br />
Medizintechnik – von technischer Beratung<br />
über Fluidmanagement und Laboranalysen<br />
bis zur technischen Dokumentation –<br />
und sichert damit präzise, sichere und<br />
biokompatible Fertigungsprozesse<br />
Rundum-Service für<br />
Medizintechnikkunden<br />
Neben der Produktentwicklung verfolgt<br />
Zeller+Gmelin einen ganzheitlichen Ansatz,<br />
der über das reine Schmierstoffangebot<br />
hinausgeht. Das Konzept MedTec Care<br />
PLUS umfasst professionelle, persönliche<br />
technische Beratung, Fluidmanagement,<br />
Serviceanalysen im hauseigenen Labor sowie<br />
digitale Unterstützung bei der technischen<br />
Dokumentation. Damit bietet das<br />
Unternehmen Kunden in der Medizintechnik<br />
eine durchgängige Betreuung – von<br />
der Schmierstoffauswahl über das Prozessmanagement<br />
bis zur Qualitätssicherung.<br />
„Unsere Kunden benötigen neben guten<br />
Schneidölen vor allem eines: langfristige<br />
Prozesssicherheit“, betont Irene Kreitmeir.<br />
„Mit MedTec Care PLUS schaffen wir genau<br />
diese Basis – durch abgestimmte Produkte,<br />
fundierte Analytik und nachvollziehbare<br />
Dokumentation.“<br />
weitere Infos: www.zeller-gmelin.de<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 45
Komponenten & Zubehör<br />
Der HEULE Tool Selector –<br />
digital und effizient zum passenden Entgratwerkzeug<br />
In nur wenigen Minuten zur optimalen<br />
Entgratlösung: der Online Tool Selector von<br />
HEULE Precision Tools macht es möglich.<br />
Durch das digitale Abbilden des breiten<br />
Sortiments in Kombination mit einem ausgeklügelten<br />
Algorithmus wird in Kürze das<br />
passende Werkzeug evaluiert. Dies ermöglicht<br />
dem Anwender eine erhebliche Zeitersparnis<br />
bei der Werkzeugauswahl.<br />
Bild 1:<br />
Der Anwender sucht<br />
im Tool Selector die<br />
passende HEULE<br />
Entgratlösung für die<br />
Bohrungen an seinem<br />
Werkstück<br />
In der modernen Fertigung entscheiden<br />
präzise und effiziente Prozesse über Qualität<br />
und Wirtschaftlichkeit. Gerade bei der<br />
Bohrungsbearbeitung ist das ideale Werkzeug<br />
unverzichtbar, die Auswahl aber oft<br />
zeitaufwendig und komplex. Denn es gibt<br />
verschiedenste Faktoren, die beachtet werden<br />
müssen: wie sind die technischen Anforderungen<br />
an das Ergebnis, reicht ein<br />
„ein faches“ Entfernen des Grates oder muss<br />
eine Senkung her? Wie sind die Dimensionen<br />
der Bohrung und des gewünschten<br />
Er gebnisses? Welchen Werkstoff gilt es zu<br />
bearbeiten?<br />
Wer sich durch Datenblätter kämpfen<br />
muss, verliert wertvolle Zeit. Gefragt ist<br />
also ein Weg, der schnell und zuverlässig<br />
zur passgenauen Lösung führt.<br />
Präzise Auswahl von<br />
Entgratwerkzeugen durch<br />
webbasierte Lösung<br />
Der webbasierte HEULE Tool Selector führt<br />
Anwender Schritt für Schritt zur passgenauen<br />
Lösung – intuitiv und verlässlich<br />
in einem modernen und übersichtlichen<br />
Design. Der Tool Selector wurde auf Basis<br />
langjähriger Praxiserfahrung entwickelt<br />
und bildet das komplette Standardsortiment<br />
der HEULE Werkzeuglösungen ab.<br />
Durch die Eingabe spezifischer Anwendungsdaten<br />
in eine klar strukturierte und<br />
optisch ansprechende Weboberfläche findet<br />
der Anwender schnell und zielgerichtet<br />
zur optimalen Entgratlösung. Eine intuitive<br />
und benutzerfreundliche Navigation<br />
begleitet ihn dabei Schritt für Schritt durch<br />
den Tool Selector.<br />
Bild 2:<br />
Darstellung der<br />
Startoberfläche des<br />
Tool Selectors, in<br />
diesem Schritt wird die<br />
Bearbeitungsart am<br />
Werkstück festgelegt<br />
Bild 3:<br />
Ansicht des Tool<br />
Selectors mit<br />
Auswahl der HEULE<br />
Entgratlösung, die<br />
optimal zu den<br />
Anforderungen des<br />
Anwenders passt<br />
1. Bearbeitungsart wählen [Bild 1]<br />
Zu Beginn entscheidet der Nutzer zwischen<br />
den Technologien Entgraten, Fasen,<br />
Senken oder kombiniertem Bohren. Diese<br />
Vorauswahl filtert das Werkzeugangebot.<br />
2. Werkzeugfamilie auswählen &<br />
Parameter definieren [Bild 2]<br />
Passend zur gewählten Bearbeitungsart<br />
zeigt der Tool Selector alle möglichen<br />
HEULE Werkzeuglösungen an. Anschließend<br />
werden die anwendungsspezifischen<br />
Daten definiert, bspw. Bohr- und<br />
Entgratdurchmesser, Werkstückhöhe, zu<br />
bearbei tende Kanten, Werkstückspezifikationen<br />
und Werkstoff. Diese Angaben sind<br />
die Grund lage für eine maßgeschneiderte<br />
Empfehlung.<br />
3. Ergebnis erhalten [Bild 3]<br />
Basierend auf den eingegebenen Daten<br />
schlägt der Tool Selector die passende<br />
HEULE Entgratlösung vor und stellt alle relevanten<br />
Informationen kompakt zur Ver -<br />
fügung – von Abmessungen und Schnittwerten<br />
bis hin zu Programmierhinweisen.<br />
Ein besonderer Vorteil: die vorgeschlagene<br />
46 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Komponenten & Zubehör<br />
Lösung kann als einseitiges PDF gespeichert<br />
oder ausgedruckt werden und<br />
steht dem Anwender somit sofort zur<br />
Verfügung.<br />
4. Direkter Draht zu HEULE Experten<br />
Wenn die vorgeschlagene Lösung weiter<br />
konkretisiert oder bestellt werden soll,<br />
empfiehlt sich der direkte Austausch mit einem<br />
HEULE Experten. Aus dem Tool Selector<br />
heraus kann der Anwender eine Anfrage<br />
an das HEULE Team senden – inklusive<br />
Upload eigener Zeichnungen oder 3D-Modelle.<br />
Als weltweit anerkannter Entgratexperte<br />
unterstützt HEULE gerne persönlich.<br />
Dank der klaren Schritt-für-Schritt-Struktur<br />
gelangen Anwender schnell zur passenden<br />
Entgratlösung – einfach, zielgerichtet<br />
und individuell abgestimmt. „Durch<br />
den Tool Selector ermöglichen wir unseren<br />
Kunden, innerhalb kürzester Zeit<br />
eine maßgeschneiderte Lösung anzubieten.<br />
Die benutzerfreundliche und leicht<br />
verständliche Oberfläche ist auch für<br />
Anwender geeignet, die erstmals mit dem<br />
Thema Entgraten in Kontakt treten“, so<br />
Naser Tajroski, Market Development<br />
Manager bei HEULE Precision Tools.<br />
So profitiert der Anwender vom<br />
Tool Selector<br />
Der Anwender profitiert von einer erheblichen<br />
Zeitersparnis: innerhalb nur weniger<br />
Minuten wird – basierend auf den anwendungsspezifischen<br />
Parametern – die optimal<br />
geeignete Entgratlösung aus dem<br />
gesamten HEULE Standard-Produktportfolio<br />
ermittelt. Ein weiterer Vorteil ist die<br />
benutzerfreundliche Bedienung. Die intuit<br />
ive Oberfläche sowie das übersichtliche<br />
und moderne Layout sprechen für sich.<br />
Für die Anwendung ist kein Expertenwissen<br />
erforderlich – der Tool Selector eignet<br />
sich daher auch ideal für Einsteiger auf diesem<br />
Gebiet.<br />
Technische Zeichnung<br />
des zu bearbeitenden<br />
Stahlrohrs mit Anwendungsdaten<br />
Praxisbeispiel Tool Selector<br />
Ein Anwender möchte die Bohrung-Ø 10.4 mm<br />
in einem Stahlrohr entgraten.<br />
Vorgehensweise im Tool Selector:<br />
Schritt 1: Bearbeitungsart „Entgraten“ wählen, Schritt 2:<br />
Werkzeugfamilie COFA auswählen (Entgraten vor- und<br />
rückwärts ab Ø 2 mm), relevante Parameter eingeben, wie<br />
unter anderem: Bohr-Ø: 10.4 mm, Entgrat-Ø: 11.6 mm,<br />
Werkstückhöhe (Bohrtiefe): 8.15 mm, Bearbeitung: beide<br />
Bohrungskanten, Oberfläche: unebene Oberfläche,<br />
Innen-Ø: 22 mm, Achsversatz: 0 mm. Der Tool Selector<br />
berechnet daraufhin automatisch einen Überhöhungswinkel<br />
von 15,9°, der für die Entgratung an den Rohren entscheidend ist. Werkstoff: Stahl<br />
mit mittlerem und hohem Kohlenstoffgehalt, Schritt 3: Der Tool Selector<br />
empfiehlt dem Anwender die passende Lösung: COFA C8/10.4/H und Messer<br />
mit Freiwinkel 20°, sowie zeigt Schnittdaten und Programmierhinweisen.<br />
Schritt 4: PDF herunterladen und/oder Beratung anfordern – fertig.<br />
Darstellung des vorgeschlagenen HEULE Entgratwerkzeugs, basierend auf<br />
den spezifischen Eingaben des Anwenders<br />
Darstellung des Produktportfolios an HEULE Werkzeugen für die<br />
beidseitige Bohrungsbearbeitung<br />
Am Ende des Auswahlprozesses erhält<br />
der Anwender alle relevanten Daten zu<br />
seiner empfohlenen Werkzeuglösung in<br />
einem kompakten PDF.<br />
Langfristig profitiert der Anwender davon,<br />
dass er dank der Empfehlung des Tool<br />
Selectors die perfekt abgestimmte Entgratlösung<br />
in seinen Bearbeitungsprozess<br />
integrieren kann. Dies erhöht die Prozesssicherheit,<br />
da Fehler und Nacharbeiten<br />
deutlich reduziert werden. Durch weniger<br />
Ausschuss kann der Anwender zudem seine<br />
Kosteneffizienz steigern.<br />
Der HEULE Tool Selector bietet einen<br />
Überblick über das Standardsortiment an<br />
Werkzeuglösungen. Bei Interesse an einer<br />
Sonderanfertigung besteht zudem die<br />
Möglichkeit, direkt mit den HEULE Experten<br />
in Kontakt zu treten, um gemeinsam eine<br />
individuell abgestimmte Sonderlösung<br />
zu entwickeln. Kundenspezifische Entgratlösungen<br />
entstehen so in enger Abstimmung<br />
und erweitern das Angebot über das<br />
Standardsortiment hinaus.<br />
Wer heute wirtschaftlich fertigen möchte<br />
setzt nicht nur auf Präzision, sondern auch<br />
auf Effizienz – und der erste Schritt dahin<br />
beginnt mit der schnellen Auswahl des<br />
richtigen Werkzeugs.<br />
weitere Infos: www.heule.com<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 47
Komponenten & Zubehör<br />
Innovative Kühlschmierstoffe für<br />
anspruchsvolle Bearbeitungsprozesse<br />
Die Anforderungen an moderne Kühlschmierstoffe<br />
(KSS) steigen stetig. Neben<br />
hoher Performance und Prozesssicherheit<br />
spielen Umwelt- und Arbeitsschutz eine<br />
immer größere Rolle. Neue Entwicklungen<br />
im Bereich der KSS bieten hier innovative<br />
Lösungen, die sowohl die Standzeit der<br />
Werkzeuge als auch die Qualität der Werkstücke<br />
verbessern. Vier zukunftsweisende<br />
Produk te setzen neue Maßstäbe in der Metallbearbeitung.<br />
Höchstleistung in der<br />
Buntmetallbearbeitung<br />
Mit dem NOVAMET 1000 Y steht ein Hochleistungs-KSS<br />
zur Verfügung, der speziell<br />
für die Bearbeitung von Buntmetallen entwickelt<br />
wurde. Er ist mineralölbasiert, frei<br />
von Bor und Formaldehyd und zeichnet<br />
sich durch eine herausragende Emulsionsstabilität<br />
aus. Selbst bei einer Salzbelastung<br />
von über 7000 mg/kg bleibt die Emulsion<br />
stabil.<br />
Die besondere Buntmetallverträglichkeit<br />
wurde mit einem praxisnahen Laborverfah<br />
ren geprüft, bei welchem die Emulsion<br />
mit Kupferspänen versetzt, erwärmt und<br />
für bis zu drei Wochen gerührt wird. Eine<br />
Auslösung von Kupferionen ist mit dem<br />
NOVAMET 1000 Y weder zu sehen (keine<br />
Grün- oder Blaufärbung), noch per Elementaranalytik<br />
nachweisbar. So ist das Produkt<br />
vielseitig einsetzbar, u.a. beim Bohren, Drehen,<br />
Fräsen, Schleifen oder Tieflochbohren.<br />
Mit NOVAMET 1000 Y war keine<br />
Auslösung von Kupferionen zu sehen<br />
(keine Grün- oder Blaufärbung), auch<br />
nicht per Elementaranalytik nachweisbar<br />
Hochleistung ohne Mineralöl<br />
Das ESTRAMET S 95 ist ein sehr modernes,<br />
mineralöl-, bor- und formaldehydfreies,<br />
Pro dukt mit extremer Leistungsfähigkeit<br />
zur Bearbeitung anspruchsvoller<br />
Materialien.<br />
Die innovative Kombination unterschiedlicher<br />
Esterverbindungen sorgt<br />
für eine außerordentliche Schmierleistung<br />
und macht dieses Produkt ideal für<br />
die Bearbeitung anspruchsvoller Materialien<br />
wie Titan-, Nickel- und hochlegierte<br />
Stähle.<br />
Dank seiner ausgezeichneten Spüleigenschaften<br />
sowie einer hohen mikrobiologischen<br />
Stabilität eignet sich das<br />
ESTRAMET S 95 für zahlreiche Bearbeitungsverfahren,<br />
von Schleifen über Fräsen<br />
bis hin zum Tieflochbohren. In Kombination<br />
mit einer herausragenden Schaumkontrolle<br />
setzt dieses Produkt neue Standards<br />
in der Hochleistungszerspanung.<br />
Spezialist für Grauguss und<br />
Eisenwerkstoffe<br />
Der wassermischbare Kühlschmierstoff<br />
UNIMET 300 FE wurde speziell für die Bearbeitung<br />
von Grauguss und Eisenwerkstoffen<br />
entwickelt. Er zeichnet sich durch ein<br />
hervorragendes Spülvermögen aus, wodurch<br />
Späne und Schmutzpartikel effektiv<br />
entfernt werden. Dies sorgt für saubere<br />
Werkstücke und reduziert den Reinigungsaufwand<br />
für Maschinen sowie nachfolgende<br />
Prozesse.<br />
Gerade bei der Graugussbearbeitung,<br />
die hohe Anforderungen an den KSS stellt,<br />
überzeugt UNIMET 300 FE mit optimaler<br />
Schmutztragefähigkeit und minimierter<br />
Schaumbildung. Zudem schützt er Werkzeuge<br />
vor abrasiven Partikeln und verlängert<br />
deren Standzeiten. Seine hohe Stabilität<br />
hemmt das Wachstum von Bakterien<br />
und Pilzen, wodurch die Standzeit des KSS<br />
verlängert, und der Wartungsaufwand<br />
minimiert wird.<br />
Klare Lösung für empfindliche<br />
Materialien<br />
Der wasserlösliche Hochleistungskühlschmierstoff<br />
FRIGOMET 850 hebt sich<br />
durch seine transparente Erscheinung und<br />
seinen niedrigen pH-Wert hervor. Dies<br />
sorgt nicht nur für eine bessere optische<br />
Kontrolle während der Bearbeitung, sondern<br />
verbessert auch die Materialverträglichkeit<br />
und Hautfreundlichkeit.<br />
FRIGOMET 850 besticht durch exzellente<br />
Schmierleistung, geringen Verbrauch und<br />
eine hohe Fremdölabscheidung. Gerade<br />
bei schwer zerspanbaren Materialien wie<br />
Titan oder sensiblen Aluminiumlegierungen<br />
bietet dieser KSS eine optimale Kombination<br />
aus Prozesssicherheit und Effizienz.<br />
Dank seiner Vielseitigkeit eignet er sich für<br />
eine breite Palette von Anwendungen und<br />
Werkstoffen.<br />
Die Wahl des richtigen Kühlschmierstoffs<br />
ist entscheidend für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit<br />
von Zerspanungsprozessen.<br />
Die hier vorgestellten Produkte setzen<br />
neue Maßstäbe in ihren jeweiligen Einsatzbereichen<br />
und tragen dazu bei, Fertigungs<br />
prozesse stabiler, leistungsfähiger<br />
und nachhaltiger zu gestalten. Mit innovativen<br />
Formulierungen und einer hohen Anpassungsfähigkeit<br />
an verschiedene Werkstoffe<br />
bieten sie optimale Lösungen für<br />
moderne Fertigungsanforderungen.<br />
weitere Infos: www.oemeta.com<br />
48 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>
Komponenten & Zubehör<br />
Neue Lösung für saubere und effiziente<br />
Metallbearbeitung<br />
Castrol, ein weltweit führender Schmierstoffhersteller,<br />
erweitert seine XBB-Reihe um<br />
einen wassermischbaren, mineralölfreien<br />
Kühlschmierstoff auf Basis synthetischer Es -<br />
ter technologie: Castrol CareCut SL 10 XBB.<br />
Das Produkt ergänzt die Castrol XBB-Reihe,<br />
die ohne Bor, Biozide und Formaldehydabspalter<br />
formuliert ist und für hervorragende<br />
Prozessstabilität, minimierten Additivverbrauch,<br />
reduzierte Wartungsaufwände<br />
sowie eine konstante Performance<br />
über die gesamte Badstandzeit steht.<br />
CareCut SL 10 XBB wurde entwickelt, um<br />
die steigenden Anforderungen moderner<br />
Fertigung zu erfüllen: schnellere Taktzeiten,<br />
höhere Präzision und maximale Prozesssicherheit<br />
bei gleichzeitiger Kostenkon<br />
trolle. Ohne Bor, CMR-Stoffe (karzinogen,<br />
mutagen und reproduktionstoxisch)<br />
und formaldehydabspaltende Zusätze formuliert,<br />
trägt er zu einem gesünderen Arbeitsumfeld<br />
bei und entspricht modernen<br />
HSE-Standards. Zudem bestätigten Praxis-<br />
tests verbesserte Oberflächengüte, geringeren<br />
Konzentratverbrauch und signifikante<br />
Verlängerung der Schleifscheibenlebensdauer.<br />
Der Kühlschmierstoff überzeugt mit hoher<br />
Emulsionsstabilität in einem breiten<br />
Härtebereich von 5° dH bis 100° dH, geringer<br />
Schaumbildung und reduzierter Ausschleppung.<br />
CareCut SL 10 XBB eignet sich<br />
sowohl für Standardanwendungen wie<br />
Schleifen, Drehen und Bohren als auch für<br />
anspruchsvolle Verfahren wie Räumen und<br />
die Bearbeitung unterschiedlichster Metalle<br />
von Stahl bis Aluminiumlegierungen.<br />
Zusammen mit den Castrol XBB-Kühlschmierstoffen,<br />
XBC-Reinigern und dem<br />
neuen SmartCoolant entsteht ein geschlossenes,<br />
zukunftsweisendes System.<br />
Während die XBB-Produkte für pH-stabile,<br />
lange Standzeiten sorgen und die XBC-<br />
Rei niger den Kreislauf effizient ergänzen,<br />
über wacht und steuert SmartCoolant<br />
zentrale Parameter automatisch in Echtzeit.<br />
So lassen sich Standzeiten verlängern,<br />
Betriebskosten senken und Prozesse transparenter<br />
und planbarer gestalten.<br />
CareCut SL 10 XBB zeigt Castrols kontinuierlichen<br />
Fortschritt in der Kühlschmierstofftechnologie<br />
und unterstreicht damit<br />
seinen Anspruch, Fertigungsbetrieben Lösungen<br />
zu bieten, die Effizienz und Sicherheit<br />
in der Metallbearbeitung systematisch<br />
steigern können.<br />
weitere Infos: www.castrol.com<br />
Neuer 5-Achs-Zentrischspanner mit bester Zugänglichkeit<br />
Mit einem neuen zentrischen 5-Achs-<br />
Werkstückspannsystem kam Gressel auf<br />
die EMO. Zu dem „C5X“ konnten sich Fachbesucher<br />
detailliert informieren. Neben<br />
dem sicheren Fixieren von Werkstücken<br />
haben 5-Achs-Spanner vor allem ein hohes<br />
Maß an Zugänglichkeit zu gewährleisten.<br />
Der C5X erfüllt diese Grundanforderung<br />
mit hohen Trägerbacken, die durch das<br />
verwendete Backenprogramm des „C2.0“-<br />
Zentrischspanners von Gressel hochgradig<br />
flexibilisiert werden. Wendeplatten grip<br />
sind somit ebenso verfügbar wie Adapterund<br />
Pendelplatten oder wendbare Prismabacken<br />
grip, wobei der jeweilige Backenwechsel<br />
über zwei Schrauben erfolgt. Unterstützt<br />
wird diese Vielseitigkeit durch einen<br />
Baukasten mit drei Backenhöhen (142,<br />
181 und 252 mm) sowie fünf Grundkörperlängen<br />
(320, 400, 500, 600 und 800 mm).<br />
Für das prozesssichere Fixieren des Werkstücks<br />
ohne Vorprägen sorgt der C5X mit<br />
einer Spannkraft von bis 40 kN. Dass diese<br />
Spannkraft auch vollständig beim Werkstück<br />
ankommt, gewährleistet die oben<br />
liegende Spindel. Der Tausch der Spindel<br />
ist über ein Schnellwechselsystem einfach<br />
möglich, mit dem in jeder Spannerlänge<br />
ein Grundspannhub von 120 mm verfügbar<br />
ist. Der Spannbereich lässt sich je nach<br />
Grund körperlänge erweitern, um bei der<br />
größten Grundkörperlänge eine maximale<br />
Spannweite von 691 mm zu erreichen. Mit<br />
seiner technischen Spezifikation und seinem<br />
attraktiven Preis ist der C5X insbesondere<br />
auch für die Palettenautomation<br />
geeignet.<br />
weitere Infos: www.gressel.ch<br />
<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 49
50 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong><br />
Terminvorschau (Stand 14.11.<strong>2025</strong>) Impressum<br />
25. – 27. November <strong>2025</strong><br />
SPS Expo, Nürnberg<br />
SPS – Smart Production Solutions<br />
weitere Informationen: https://sps.mesago.com<br />
11. Dezember <strong>2025</strong><br />
Fertigungstechnische Kolloquien, ETH Zürich<br />
„Condition Monitoring bei Antriebssystemen –<br />
vom Schraubenzieher am Ohr zur KI“<br />
weitere Informationen: www.inspire.ch<br />
03. – 05. Februar 2026<br />
NORTEC, Hamburg<br />
Fachmesse für Produktion<br />
weitere Informationen: www.messe-stuttgart.de<br />
04. – 05. März 2026<br />
11. Dortmunder Schleifseminar, Dortmund<br />
Fachlicher Austausch zwischen Industrie und Hochschule<br />
weitere Informationen: https://isf.mb.tu-dortmund.de/<br />
institut/veranstaltungen/schleifseminar/<br />
24. – 27. März 2026<br />
Holz-Handwerk, Nürnberg<br />
Europäische Fachmesse für Maschinentechnologie und<br />
Fertigungsbedarf<br />
weitere Informationen: www.holz-handwerk.de<br />
14. – 17. April 2026<br />
PaintExpo, Karlsruhe<br />
Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik<br />
weitere Informationen: : www.paintexpo.de<br />
20. – 24. April 2026<br />
Hannover Messe, Hannover<br />
Weltleitmesse für die produzierende Industrie<br />
weitere Informationen: www.hannovermesse.de<br />
21. – 24. April 2026<br />
Intertool, Wels<br />
B2B-Fachmesse im Bereich der produzierenden Industrie<br />
weitere Informationen: www.intertool.at<br />
05. – 08. Mai 2026<br />
GrindingHub, Stuttgart<br />
Alles rund um Schleiftechnik<br />
weitere Informationen: www.grindinghub.de<br />
ISSN 1868-4459<br />
ZKZ 30498<br />
Publisher<br />
Benno Keller<br />
+49-(0)911-2018 200<br />
keller@harnisch.com<br />
Redaktion<br />
Eric Schäfer<br />
+49-(0)911-504 98 82<br />
eric.schaefer@harnisch.com<br />
Verlag<br />
Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />
Eschenstraße 25<br />
90441 Nürnberg<br />
Tel: +49-(0)911-2018 0<br />
Fax: +49-(0)911-2018 100<br />
Geschäftsleitung<br />
Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />
Benno Keller<br />
<strong>dihw</strong>-info@harnisch.com<br />
www.harnisch.com/<strong>dihw</strong><br />
Objektleitung<br />
Christiane Ebner<br />
+49-(0)911-2018 260<br />
ebner@harnisch.com<br />
Mediaberatung (D, A, CH)<br />
Thomas Mlynarik<br />
+49-(0)911-2018-165<br />
+49-(0)9127-902 346<br />
Mobil: +49-(0)151-548 181 81<br />
mlynarik@harnisch.com<br />
Mediaberatung (Europa)<br />
Britta Steinberg<br />
+49-(0)911-2018-275<br />
steinberg@harnisch.com<br />
Mediaberatung (USA, Kanada)<br />
Steve Max<br />
+1-(0)215-284 87 87<br />
steve.max@harnisch.com<br />
Erscheinungsweise<br />
4 x jährlich<br />
Jahresabonnement<br />
Inland 50 € + 8 € Versandkosten<br />
(zzgl. 7 % MwSt.).<br />
Ausland 50 € + 12 € Versandkosten<br />
Druck<br />
Akontext s.r.o.<br />
Beranových 65<br />
199 00 PRAHA 9<br />
Czechia<br />
Die in diesem Magazin enthaltenen<br />
Beiträge einschließlich der Abbildungen<br />
unterliegen dem Urheberrechtsgesetz.<br />
Eine Verwendung ohne Zustimmung<br />
des Verlages ist unzulässig und wird<br />
strafrechtlich verfolgt. Dieses gilt für jede<br />
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Copyright © <strong>2025</strong><br />
Dr. Harnisch Publications
Unternehmensverzeichnis<br />
Aerotech 5, 10<br />
Castrol Limited 49<br />
CemeCon AG 26<br />
CERATIZIT S.A. 28<br />
Fritz Studer AG 41<br />
Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH 17<br />
GRESSEL AG 49<br />
Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH 20<br />
HEULE Werkzeug AG 46<br />
Ingersoll Cutting Tool Company 30<br />
ISCAR Ltd. 22<br />
ISF Institut für Spanende Fertigung 18<br />
KAPP GmbH 42<br />
Kellenberger Systems 8<br />
KEMPF GmbH 43<br />
KYOCERA UNIMERCO Tooling A/S, 14<br />
Lach Diamant Jakob Lach GmbH & Co. KG 33<br />
Liebherr-Verzahntechnik GmbH 40<br />
Make-to-Order Days, Messe Stuttgart 18<br />
MAPAL Fabrik für Präzisionswerkzeuge Dr. Kress KG 12<br />
Mitsubishi Materials 32<br />
Norton Abrasives 16, 29<br />
Oemeta Chemische Werke GmbH 48<br />
OTEC Präzisionsfinish GmbH 38<br />
parts2clean 18<br />
Paul Horn 20<br />
PEMTec SNC 36<br />
Seco Tools GmbH 10<br />
Sodick Deutschland GmbH 15<br />
Tungaloy Corporation 24<br />
WPG 10<br />
WZL Werkzeugmaschinenlabor RWTH Aachen 14<br />
Walter AG 31<br />
Walter Maschinenbau GmbH 44<br />
Zeller+Gmelin GmbH & Co. KG 45<br />
Inserentenverzeichnis<br />
Aerotech<br />
Titel<br />
Diamant-Gesellschaft Tesch GmbH 3<br />
Kapp GmbH & Co. KG 13<br />
Kempf 9<br />
Lach Diamant Jakob Lach GmbH & Co. KG 2<br />
MKU®-Chemie GmbH 51<br />
Oemeta 15<br />
Vollstädt-Diamant GmbH 11<br />
Zecha 17
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