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dihw 4 / 2025

Hochleistungs-Werkzeuge und Bearbeitungsprozesse

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Ausgabe 4 · <strong>2025</strong><br />

ZKZ 30498<br />

Diamant, PKD, PVD, CVD, CBN, Keramik, Hartmetall<br />

HOCHLEISTUNGSWERKZEUGE & BEARBEITUNGSPROZESSE


»Monoblock<br />

Dia-Fräser«<br />

World´s BEST<br />

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100 Jahre Innovation seit 1922<br />

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2 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


„Mittendrin…<br />

Eric Schäfer<br />

Redakteur<br />

…statt nur dabei“, so bewarb einst ein längst<br />

abgewickelter Sportsender sein Programm.<br />

Mittendrin im geo- und wirtschaftspolitischen<br />

Geschehen sind plötzlich die<br />

deutschen Werk zeugmaschinen- und<br />

Präzisionswerkzeughersteller, wenn China<br />

und die USA die Muskeln spielen lassen.<br />

Anfang Oktober traten das neue<br />

Exportkontrollgesetz, das Außenhandelsgesetz,<br />

das Zollgesetz und die Verordnung über die<br />

Exportkontrolle von Dual-Use-Gütern der<br />

Volksrepublik China in Kraft. Zu diesen Gütern<br />

zählen unter anderem synthetische<br />

Diamantpulver, aber auch Schleifscheiben oder Einkristaller. Sprich, China beeinflusst<br />

und kontrolliert deren Preise und Verfügbarkeit auf dem globalen Markt. Unter den<br />

Folgen leiden nicht nur die Werkzeugmaschinen- und Präzisionswerkzeughersteller,<br />

sondern alle Industrien, die auf ultraharte Materialien angewiesen sind. Und das<br />

sind einige: von der Optik- über die Halbleiter-, die Luft- und Raumfahrt- bis zur<br />

Chemieindustrie. Da heißt es, Lieferketten diversifizieren und alternative Lieferanten<br />

suchen, um sich weder von China noch von den USA abhängig zu machen – und<br />

damit ist man eben schon mittendrin in der Konfrontation zweier Supermächte. Die<br />

erfolgreichen Zeiten der Zusammenarbeit<br />

und Globalisierung der letzten Jahrzehnte<br />

scheinen endgültig vorbei zu sein.<br />

Dass es vorteilhaft sein kann, sich<br />

rechtzeitig nach Alternativen<br />

umzuschauen und sich auf neue<br />

Gegebenheiten und auf neue<br />

Geschäftsfelder einzustellen, zeigt der<br />

Themenschwerpunkt Medizintechnik<br />

in dieser Ausgabe. Dieser ehemalige<br />

Nischenmarkt hat sich zu einem<br />

lukrativen Markt für Werkzeughersteller<br />

entwickelt, die rechtzeitig auf diesen<br />

Geschäftsbereich gesetzt haben –<br />

und nun mittendrin sind.<br />

Eric Schäfer


OTEC<br />

5 Titelstory<br />

5 Hypotubes präzise vermessen – trotz feinster Strukturen Aerotech / Peak Metrology<br />

8 News & Facts<br />

8 Markt/Personalien<br />

18 Veranstaltungen/Messen<br />

20 Werkstoffe & Werkzeuge<br />

20 Bis ins kleinste Detail<br />

22 Und der Span bricht doch<br />

24 Optimierte Miniaturbearbeitung für maximale Effizienz<br />

26 Harte Diamantschichten schlagen die Brücke in den wachsenden Dentalmarkt<br />

30 Das Werkzeug fürs Werkzeug<br />

36 Bearbeitungsprozesse<br />

36 Elektrochemische Herstellung von Präzisionsteilen<br />

38 Lösungen für Präzisionsoberflächen in der Medizintechnik<br />

40 Hartfeinbearbeitung II – Qualität und Effizienz für Innenverzahnungen<br />

43 Kantenqualität ohne Kompromisse<br />

45 Komponenten & Zubehör<br />

46 Der HEULE Tool Selector – digital und effizient zum passenden Entgratwerkzeug<br />

48 Innovative Kühlschmierstoffe für anspruchsvolle Bearbeitungsprozesse<br />

4 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Medizintechnik<br />

Titelstory<br />

3D-Messtechnik für hochauflösende Oberflächenanalysen<br />

Hypotubes präzise vermessen – trotz feinster Strukturen<br />

Lasergeschnittene Hypotubes (LCHT)<br />

sind aus der modernen Medizintechnik<br />

nicht mehr wegzudenken. Die filigranen<br />

Strukturen der extrem dünnen Metallröhrchen<br />

ermöglichen minimalinvasive<br />

Eingriffe – etwa bei der Katheterablation,<br />

dem Einsetzen von Stents oder bei neuro -<br />

vaskulären Verfahren. Mit der fortschreitenden<br />

Miniaturisierung steigen jedoch<br />

auch die Anforderungen an die Qualitätssicherung.<br />

Klassische Prüfverfahren<br />

stoßen dabei schnell an ihre Grenzen.<br />

Innovative 3D-Messtechnologien eröffnen<br />

hier neue Möglichkeiten, selbst<br />

kleinste Merkmale zuverlässig zu erfassen<br />

– bei gleichzeitig hoher Prozesssicherheit.<br />

(Abb. 1 + 2)<br />

Warum eine hohe Auflösung<br />

entscheidend ist<br />

Hypotubes verfügen über feine Schnitte<br />

und Bohrungen, die ihnen ihre Flexibilität<br />

und Funktionalität verleihen. Um deren<br />

Geometrie zuverlässig zu prüfen, muss<br />

die Messauflösung im einstelligen Mikrometer<br />

bereich liegen. Eine bewährte Faustregel:<br />

die Auflösung des eingesetzten Systems<br />

sollte drei- bis zehnmal kleiner sein<br />

als das kleinste zu messende Merkmal. Wer<br />

etwa ein 30-Mikrometer-Feature erfassen<br />

möchte, braucht mindestens eine Auflösung<br />

von 3 bis 10 Mikrometern – das be -<br />

deu tet, es muss alle 3 bis 10 Mikrometer<br />

ein Datenpunkt generiert werden. Nur so<br />

lassen sich auch kleinste Abweichungen<br />

sicher identifizieren.<br />

Je kleiner die Strukturen, desto höher die<br />

Anforderungen an das verwendete Messsystem.<br />

Das gilt insbesondere für medizinische<br />

Anwendungen, bei denen abso lute<br />

Zuverlässigkeit gefordert ist. Fehlerhafte<br />

Schnitte, nicht exakt platzierte Bohrungen<br />

oder Materialunregelmäßigkeiten können<br />

hier gravierende Folgen haben – für das<br />

Produkt ebenso wie für den Patienten.<br />

Deshalb ist eine präzise Vermessung integraler<br />

Bestandteil jedes Fertigungsprozesses.<br />

(Abb. 3-5)<br />

2D oder 3D?<br />

Eine grundsätzliche Entscheidung<br />

Zwar sind 2D-Messsysteme weit verbreitet<br />

und schnell einsetzbar – doch sie stoßen<br />

Abb. 3: Bild mit einfacher Schärfentiefe –<br />

die Brennebene liegt auf dem unteren<br />

Radius der Röhre.<br />

Abb. 1: Das Bild zeigt ein Beispiel für ein lasergeschnittenes<br />

Hypotube (LCHT), das mit einem Digitalmikroskop vermessen wird.<br />

Dieses Bild wurde bei 200-facher Vergrößerung aufgenommen.<br />

Abb. 4: Bild mit einfacher Schärfentiefe –<br />

die Brennebene befindet sich am oberen<br />

Rand des Rohrs.<br />

Abb. 2: Ein Bild des lasergeschnittenen Hypotubes (LCHT)<br />

mit den verwendeten Prüfgeräten.<br />

Abb. 5: Vollständig fokussiertes Bild einer Röhre, erzeugt durch<br />

Tiefenstapelung mehrerer Bildebenen. Diese Technik ermöglicht<br />

eine präzisere Anwendung der Messwerkzeuge.<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 5


Titelstory<br />

bei komplexen, dreidimensionalen Strukturen<br />

an ihre Grenzen. Gerade bei zylindrischen<br />

Hypotubes, deren Oberfläche sich<br />

durch die Krümmung schwerer fokussieren<br />

lässt, ist die Wahl eines 3D-Messsystems in<br />

der Regel unumgänglich. Es erlaubt nicht<br />

nur eine bessere Abbildung von Neigungen,<br />

sondern auch eine umfassendere<br />

Ana lyse der räumlichen Struktur.<br />

Denn die dünnen Röhrchen sind keine<br />

flachen Werkstücke, sondern komplex geformte,<br />

oftmals mehrlagige Strukturen mit<br />

variabler Wandstärke. Entsprechend muss<br />

die Messtechnik in der Lage sein, sich flexibel<br />

an Geometrie und Materialverhalten<br />

anzupassen – und dabei zugleich reproduzierbare<br />

Ergebnisse zu liefern. 3D-Systeme<br />

leisten genau das: Sie erfassen nicht nur die<br />

X- und Y-Koordinaten, sondern auch die<br />

Höheninformation (Z-Achse) und geben<br />

so ein vollständiges Bild des untersuchten<br />

Bereichs. (Abb. 6 + 7)<br />

Vorteile der 3D-Messtechnik<br />

3D-Messsysteme punkten besonders dort,<br />

wo Geometrien von der Idealform abweichen.<br />

Abgeschrägte Schnitte oder schräge<br />

Bohrungen lassen sich mit 2D-Ansätzen oft<br />

nur schwer bewerten, da Start- und Endpunkte<br />

der Kanten nicht eindeutig definiert<br />

sind. Ein 3D-System hingegen erfasst<br />

die komplette Topografie – und sorgt so<br />

für reproduzierbare Ergebnisse.<br />

Auch bei der Analyse möglicher Defekte<br />

– etwa Dellen, Kratzer oder Materialanhaftungen<br />

– verschaffen 3D-Systeme<br />

entscheidende Vorteile. Wo 2D-Bilder<br />

nicht zwischen Ein- und Auswölbung unter<br />

scheiden können, liefert die Höheninformation<br />

aus dem 3D-Datensatz verlässliche<br />

Aussagen zur Art des Fehlers. Die<br />

Defektcharakterisierung ist damit deutlich<br />

einfacher, schneller und vor allem objektiver<br />

möglich.<br />

Medizintechnik<br />

Zudem lassen sich mit modernen<br />

3D-Systemen auch funktionale Merkmale<br />

analysieren: Sind die Schnitte symmetrisch?<br />

Entsprechen die Winkel der Bohrungen<br />

den Konstruktionsvorgaben? Liegt die<br />

Schnitt breite innerhalb der erlaubten Toleranz?<br />

All diese Fragen lassen sich mit präzisen<br />

3D-Daten beantworten – entweder<br />

manuell oder automatisiert durch softwaregestützte<br />

Auswertung. (Abb. 8 + 9)<br />

Auswahl des passenden Systems<br />

Bei der Auswahl des geeigneten 3D-Messsystems<br />

kommt es also auf den konkreten<br />

Einsatzfall an. Drei Technologien haben<br />

sich in unserer Praxis bewährt:<br />

■ Konfokale Mikroskope liefern eine exzellente<br />

Auflösung und große Schärfentiefe.<br />

Sie eignen sich ideal für hochpräzise<br />

Detailaufnahmen, sind jedoch<br />

relativ langsam – eine Messung von<br />

Abb. 6: Das Bild zeigt ein 3D-Lasermikroskop bei der Vermessung<br />

eines Schnitts in einem lasergeschnittenen Hypotube. Der erzeugte<br />

Datensatz bildet eine vollständige 3D-Oberfläche ab.<br />

Abb. 9:<br />

Das Bild zeigt ein<br />

optisches 2D-Abbild<br />

der Rohroberfläche.<br />

Abb. 7: Zu sehen ist das optische 2D-Bild mit einer Höhenprofillinie,<br />

die über eine Laserschnittkontur gelegt wurde. Da ein vollständiger<br />

3D-Datensatz vorliegt, lassen sich Referenzlinien auf den<br />

Innenwänden der Schnittkontur sowie auf der Oberseite<br />

des Rohrs definieren. Die Schnittpunkte dieser Linien<br />

ermöglichen eine präzise Bestimmung der Rohrbreite.<br />

Abb. 8:<br />

Wie sich mithilfe der<br />

3D-Daten die Oberfläche<br />

im Winkel betrachten lässt –<br />

so wird deutlich, dass es sich bei<br />

dem sichtbaren Defekt um einen Überstand handelt.<br />

Dieser kann vermessen und mit den Spezifikationen<br />

abgeglichen werden. In diesem Fall beträgt die<br />

ermittelte Fehlerhöhe 8,8 Mikrometer.<br />

6 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Medizintechnik<br />

Titelstory<br />

Abb. 10: Ein digitales 3D-Mikroskop, das durch das Stapeln von<br />

Bildern aus verschiedenen Fokusebenen eine Tiefenschärfe<br />

erzeugt. Es arbeitet schneller als ein Lasermikroskop, bietet<br />

jedoch nicht denselben Funktionsumfang: So fehlen etwa präzise<br />

Höheninformationen, die für bestimmte Messungen – wie etwa<br />

zur Bestimmung der Oberflächenrauheit – erforderlich wären.<br />

Abb. 11: Einzelner Datensatz eines 3D-Messsensors mit 1 µm<br />

Auflösung. Sichtbar sind die Messungen der Schnittbreite an<br />

fünf definierten Positionen.<br />

wenigen hundert Mikrometern kann<br />

bis zu 30 Sekunden dauern. Für Inline-<br />

Messprozesse sind sie deshalb nur<br />

bedingt geeignet. Ihre Stärken liegen in<br />

der Einzelteilprüfung, der Produktentwicklung<br />

und der Prozessvalidierung.<br />

■ Digitale Bildverarbeitungssysteme<br />

sind deutlich schneller und erzeugen<br />

3D-Daten durch Stapelung mehrerer<br />

Bildebenen. Sie sind ein guter Kompromiss,<br />

wenn Geschwindigkeit wichtiger<br />

ist als maximale Höhenauflösung. Gerade<br />

bei Stichprobenkontrollen oder in der<br />

Qualitätssicherung können sie ihre Vorteile<br />

ausspielen – insbesondere dann,<br />

wenn große Stückzahlen zu prüfen sind.<br />

■ Konfokale 3D-Sensoren vereinen hohe<br />

Auflösung mit schneller Datenerfassung.<br />

Sie liefern Rohdaten in Form von Höhenprofilen<br />

und ermöglichen die flächige<br />

Analyse kompletter Hypotube-Oberflächen.<br />

In Kombination mit einem hochpräzisen<br />

Bewegungssystem – etwa mit<br />

Motion-Control-Technologie von<br />

Aerotech – lassen sich selbst in automatisierten<br />

Produktionslinien hochgenaue<br />

und wiederholbare Messungen<br />

realisieren. Dank ihrer Modularität<br />

können solche Systeme flexibel in<br />

bestehende Fertigungsumgebungen<br />

integriert werden. (Abb. 10)<br />

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die<br />

Leistungsfähigkeit solcher Systeme: Bei<br />

einer Anwendung wurde eine konfokale<br />

Technik eingesetzt, um fünf Schnittbreiten<br />

entlang einer Hypotube zu messen.<br />

Die se Punktmessung ließ sich problemlos<br />

auf die gesamte Länge des Rohrs ausdehnen<br />

– und bot dabei jederzeit reproduzierbare<br />

Ergebnisse. Die eingesetzte Software<br />

ermöglichte darüber hinaus eine automatische<br />

Klassifikation von Defekten und<br />

geo me trischen Abweichungen – ein echter<br />

Mehr wert für die Prozess- und Qualitätskontrolle.<br />

(Abb. 11 + 12)<br />

Software und Integration<br />

Die beste Messtechnik nützt wenig, wenn<br />

sie sich nicht effizient in bestehende<br />

Prozesse integrieren lässt. Die präzise<br />

3D-Datenerfassung gelingt durch den Einsatz<br />

hochgenauer Sensoren in Kombination<br />

mit Motion-Control-Technologie von<br />

Aerotech. Diese Modularität erlaubt eine<br />

flexible Integration in bestehende automatisierte<br />

Fertigungsprozesse. Die eingesetzte<br />

Software unterstützt die automatische<br />

Auswertung und Klassifikation von<br />

Defekten und geometrischen Abweichungen,<br />

wodurch eine zuverlässige Prozesskontrolle<br />

ermöglicht wird.<br />

3D-Messtechnik als<br />

Schlüssel zur Qualitätssicherung<br />

Die Prüfung lasergeschnittener Hypotubes<br />

gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben<br />

in der medizintechnischen Qualitätssicherung<br />

– und die Anforderungen steigen<br />

mit jedem Mikrometer Miniaturisierung.<br />

Moderne 3D-Messsysteme bieten dafür die<br />

nötige Auflösung und Flexibilität, um auch<br />

komplexe Geometrien exakt zu erfassen.<br />

Abb. 12: Ergebnisse von zehn separaten<br />

Messläufen am selben Rohrabschnitt als<br />

Tabelle zusammenfasst. Die Wiederholgenauigkeit<br />

der Messung („Range“) lag<br />

im ungünstigsten Fall bei 1,2 µm.<br />

Welches System zum Einsatz kommt –<br />

ob konfokal, bildbasiert oder sensorisch –<br />

hängt vom jeweiligen Anwendungsfall<br />

ab. Entscheidend ist ein durchdachtes<br />

Gesamtkonzept: von der Wahl zwischen<br />

2D- und 3D-Messtechnik über die passende<br />

Technologie bis zur nahtlosen Integration<br />

in bestehende Fertigungs- und<br />

Auswertesysteme.<br />

Wer frühzeitig auf 3D setzt legt das Fundament<br />

für stabile, reproduzierbare und<br />

effiziente Prozesse – und schafft damit die<br />

Basis für eine zukunftssichere Fertigung in<br />

der Medizintechnik.<br />

de.aerotech.com<br />

www.peakmetrology.com<br />

Autor: RJ Hardt<br />

ist Präsident von<br />

Peak Metrology,<br />

einem Tochterunternehmen<br />

des<br />

Motion-Control-<br />

Spezialisten<br />

Aerotech. Als<br />

langjähriger<br />

Ingenieur bei Aerotech verfügt er über<br />

umfassende Erfahrung in der Entwicklung<br />

hochpräziser Messtechniklösungen für<br />

industrielle Anwendungen. Peak Metrology<br />

bündelt dieses Know-how speziell für den<br />

Bereich Oberflächenmesstechnik – von der<br />

Sensorintegration bis zur vollständigen<br />

Systemlösung.<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 7


News & Facts<br />

Das aktuelle Interview zum Thema:<br />

„Der Weltlage mit Unternehmensstrategie trotzen“<br />

mit Carsten Liske, CEO Kellenberger<br />

Herr Liske, Sie sind seit einigen Monaten CEO des<br />

Technologie konzerns Kellenberger und verantworten in<br />

dieser Position alle strategischen Entscheidungen weltweit.<br />

Wie sehen Sie das Unternehmen Kellenberger in der<br />

Zukunft platziert?<br />

Carsten Liske: Lassen Sie mich zu Beginn kurz die Entscheidungsebenen<br />

bei Kellenberger skizzieren: an oberster Stelle steht<br />

das Board of Directors, dem ich neben den Vertretern unseres<br />

Aktionärs angehöre. Dort haben wir mit dem Transformationsprogramm<br />

‚ONE Kellenberger‘ für alle Kellenberger-Stand -<br />

orte weltweit die Strategie für eine erfolgreiche Zukunft festgelegt.<br />

Wir sind ein Global Player und müssen als solcher handeln!<br />

Unsere Regional Presidents kennen ihre jeweiligen Märkte sehr<br />

genau und können die Zielsetzung dort passgenau umsetzen. All<br />

diese Verantwortlichen bilden unser Global Leadership Team.<br />

Meine Aufgabe als CEO sehe ich darin, unsere Strategie im täglichen<br />

Geschäft mit Leben zu füllen und unter anderem die Einbindung<br />

und Ausweitung neuer Technologien voranzutreiben.<br />

Wir führen damit weiter, was in den letzten Jahren unter anderem<br />

mit den Technologien Drehen und Fräsen und auch mit dem<br />

Bau des neuen Unternehmenshauptsitzes hier in Goldach begonnen<br />

wurde.<br />

Mit der Platzierung von mir und unserem CFO Norbert Finger<br />

in Goldach wird der Standort Schweiz als Unternehmenshauptsitz<br />

betont. In dem Neubau in Goldach, den wir vor zwei Jahren<br />

bezogen haben, findet die Fertigung unserer europäischen Premiumprodukte<br />

statt. Schon beim Bau wurde genügend Produktionsfläche<br />

eingeplant, um zukünftiges Wachstum zu ermöglichen.<br />

Das werden wir jetzt fortlaufend tun. Unsere Vision für Europa lautet<br />

im Hinblick auf unsere Premiumprodukte ‚Von Goldach in die<br />

Welt‘. Unser Regional President Europe, Viktor Gaspar, und das<br />

Team in Goldach arbeiten Seite an Seite mit mir an der Umsetzung<br />

dieser Vision.<br />

Die Weltlage mit vielen Kriegen und Krisen ist im<br />

Augenblick nicht ganz einfach. Und gerade die wichtigen<br />

Branchen Automotive und Maschinenbau schwächeln<br />

weltweit. Inwieweit ist trotzdem Optimismus<br />

gerechtfertigt?<br />

Carsten Liske: Natürlich beeinflussen geopolitische Umbrüche<br />

den Welthandel, führen zu Störungen in den Lieferketten<br />

und beeinträchtigen die Stabilität von Märkten. Auch die Zollpolitik<br />

des amerikanischen Präsidenten ist nicht gerade hilfreich.<br />

Wir ziehen unsere Stärke aus unserer Position als Global Player.<br />

Aufbauend auf unserer<br />

über 100-jährigen<br />

Fir men geschich<br />

te gehört<br />

Kellenberger heute<br />

zu den er folgreichsten<br />

Ma schinen<br />

bauern im Präzisionsbereich.<br />

Wir<br />

sind schon seit<br />

Jahrzehnten in den<br />

drei Regionen<br />

Europa, Nordamerika<br />

und China<br />

mit großen Produktionsstandorten<br />

präsent, die im<br />

täglichen Geschäft unabhängig voneinander agieren und auch<br />

eigene Produktreihen entwickeln, die an die jeweiligen Märkte<br />

angepasst sind. Damit lässt sich die eine oder andere Unebenheit<br />

in einzelnen Märkten kompensieren. Wir sind in den heute relevanten<br />

Marktsegmenten nicht nur technologisch gut aufgestellt,<br />

sondern genießen auch das Vertrauen unserer Kunden über<br />

viele Jahre hinweg.<br />

In China sind wir bereits seit über 30 Jahren als Hersteller präsent<br />

und unser leistungsstarkes Team baut vor Ort heute Maschinen,<br />

die speziell für den chinesischen Markt und seine Anforderungen<br />

entwickelt werden. Wir haben dort in wichtigen<br />

Zukunftsbranchen wie beispielsweise der Medizintechnik bereits<br />

viele Kunden, die auf die hohe Präzision unserer Maschinen setzen.<br />

Besonders in Fällen, in denen es um die Bearbeitung hochkomplexer<br />

Teile geht wie z.B. spielfreie Planetengetriebe, die in<br />

die Gelenke von humanoiden Robotern eingesetzt werden, damit<br />

diese in ihren Bewegungsabläufen den menschlichen möglichst<br />

nahekommen. Diese Roboter werden zukünftig in der Pflege in<br />

Krankenhäusern oder in der Betreuung von alten Menschen eine<br />

große Rolle spielen.<br />

Auch auf dem amerikanischen Markt haben wir uns auf die dortigen<br />

besonderen Kundenbedürfnisse eingestellt. So haben wir<br />

jahrzehntelang mit unseren modular aufgebauten USACH-Maschinen<br />

den Markt für Sonderlösungen zum Beispiel in der Luftfahrt<br />

und im Halbleitergeschäft bedient. Der US-amerikanische Markt<br />

ist insbesondere im Bereich Luft- und Raumfahrt ein wachsender<br />

Zukunftsmarkt. Die Kellenberger U-Maschinen bieten für Flugzeughersteller<br />

und -betreiber massgeschneiderte Lösungen beispielsweise<br />

zur Bearbeitung von Fahrwerkskomponenten oder<br />

Flugzeug-Triebwerksteilen.<br />

8 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


News & Facts<br />

Doch genauso wichtig ist es für uns, immer wieder neue<br />

Märkte und Segmente zu erschließen. Wir sehen aktuell in<br />

der ROW-Region, also den asiatischen Ländern außerhalb von<br />

China, großes Wachstumspotenzial. Vor allem Indien und<br />

Südostasien werden wir verstärkt bearbeiten. In Kuala Lumpur,<br />

Malaysia, werden wir deshalb ein ‚Regional Headoffice Sales,<br />

Service, and Application‘ einrichten, das auch unseren Standort<br />

in Bangalore, Indien, führt. Wir beobachten, dass der Wettbewerb<br />

sich aus diesen Regionen zurückzieht. Ich sehe das als<br />

verschenkte Chance auf Wachstum an.<br />

Die Branche entlässt gerade in großem Maßstab Fachkräfte.<br />

Wie sieht es bei Kellenberger in dieser Hinsicht<br />

aus?<br />

Carsten Liske: Kellenberger hat sich schon vor Jahren in einen<br />

weitreichenden Innovationsmodus begeben und dabei eine<br />

neue Maschinenphilosophie auf den Weg gebracht. Von einem<br />

baureihenbezogenen Maschinenaufbau sind wir auf einen<br />

modularen übergegangen, der eine Vielzahl an technisch überzeugenden<br />

Konfigurationen und damit einen sehr kundenbezogenen<br />

Ansatz erlaubt. Und gerade in diesem kundenspezifischen<br />

Bereich sind wir damit in vielen Anwendungen flexibler<br />

als unsere Mitbewerber und haben dadurch unter Umständen<br />

auch Preis-/Leistungsvorteile. Im aktuellen Jahr können wir<br />

auch deshalb im Vergleich im Werkzeugmaschinenbereich ein<br />

klar überdurchschnittliches Wachstum ausweisen und gewinnen<br />

in allen Regionen Marktanteile. Ebenfalls zahlt es sich aus,<br />

dass wir über die letzten Jahre unser Portfolio sinnvoll erweitert<br />

haben und neben dem Schleifen auch verstärkt die Technologien<br />

Drehen und Fräsen integriert haben. Auch die hochpräzisen<br />

Kellenberger Super Precision-Maschinen für die Hartdrehbearbeitung<br />

im Premium-Segment werden zukünftig in der<br />

Schweiz gebaut, wobei die kundenspezifischen Turnkey-Projekte<br />

mit den Kunden in den jeweiligen Regionen realisiert werden.<br />

Carsten Liske: Wir wissen natürlich um die große Bedeutung der<br />

Marken in unserem Portfolio. Voumard zum Beispiel gehörte<br />

ja zu den Vorreitern in der Technologie Innenschleifen und das<br />

Unternehmen war über Jahrzehnte marktführend in Europa,<br />

wenn nicht sogar in der Welt. Und auch heute setzt die Präzision<br />

dieser Maschinen Maßstäbe. Damit das so bleibt, haben wir<br />

die Voumard Maschinen in den letzten Jahren nicht nur kontinuierlich<br />

weiterentwickelt, sondern neu konstruiert und heute sind diese<br />

Maschinen eben Kellenberger VM-Maschinen. Das gleiche gilt<br />

für die Hauser-Maschinen im Bereich Koordinatenschleifen, die in<br />

Zukunft unter Kellenberger H-Baureihe geführt werden. Wir verwenden<br />

den ursprünglichen Markennamen als Kürzel, unter anderem,<br />

um die jeweilige Technologie zu markieren. Kellenberger-<br />

Maschinen, die für die Technologie Aussenschleifen stehen, heißen<br />

nun folgerichtig Kellenberger K-Maschinen<br />

Aber natürlich gibt es am Markt bereits tausende unserer Maschinen,<br />

die noch die alte Bezeichnung tragen. Deshalb möchte<br />

ich noch einen Bereich erwähnen, der für uns großes Wachstumspotenzial<br />

bietet und den wir uns gerade verstärkt erschließen<br />

– den Bereich Retrofit. Allein von den Voumard-Maschinen<br />

gibt es am Markt tausende Maschinen, von denen viele inzwischen<br />

in die Jahre gekommen sind, so dass sie ein Refurbishment<br />

oder sogar einen kompletten Retrofit brauchen, um weiterhin beste<br />

Ergebnisse zu liefern. Diese Überholung lohnt sich in jedem Fall,<br />

denn dann liefern diese Maschinen wieder höchste Präzision und<br />

Wettbewerbsfähigkeit.<br />

Auch die KELLENBERGER K1000 und ihre Vorgängermodelle<br />

KEL-Varia und VARIA, von denen weltweit mehrere tausend Maschinen<br />

ausgeliefert wurden, eignen sich ideal für einen Retrofit und<br />

damit für ein zweites Maschinenleben.<br />

weitere Infos: www.kellenberger.com<br />

Neu in unserem Portfolio ist das Dreh-Fräszentrum<br />

KELLENBERGER TM300, das sehr flexibel sowohl für die 5-Achsdrehbearbeitung<br />

als auch für die 6-Seiten-Komplett bearbeitung<br />

einsetzbar ist. Für unsere Kunden bedeutet das in Zukunft, dass<br />

sie jede Bearbeitungstechnologie, die sie in ihrer Fertigung<br />

brauchen, in Premium-Qualität aus unserem Hause bekommen<br />

können. Dass wir sehr erfolgreich in der Breite sind, zeigt<br />

sich auch in den Zahlen. Der Zuwachs bei den Maschinenverkäufen<br />

führt dazu, dass wir entgegen dem Markttrend gezielt<br />

einstellen. Vor allem Mechatroniker und Applikationsspezialisten<br />

in den Bereichen Schleifen, Drehen und Automation,<br />

aber auch qualifiziertes Servicepersonal finden bei uns interessante<br />

Aufgaben. Und das weltweit.<br />

Das Kellenberger Programm war bisher in Marken aufgeteilt,<br />

zu denen unter anderem die bekannten Namen<br />

Voumard und Hauser gehörten. Die sollen nun wegfallen.<br />

Ist das nicht verwirrend für die Kunden, zumindest<br />

für die im Bestand?<br />

LIVE<br />

WEBINAR


News & Facts<br />

Neuer Vertriebsleiter von Seco in Österreich<br />

Zum 1. September <strong>2025</strong> hat Günter<br />

Pettinger die Vertriebsleitung des Zerspanungsspezialisten<br />

Seco in Österreich<br />

über nommen.<br />

Günter Pettinger (59) verfügt über 23<br />

Jahre Erfahrung im strategischen Account-<br />

Management im Bereich Automotive bei<br />

Seco Deutschland. Zuletzt war er Strategic<br />

Sales Engineer.<br />

Pettinger beschreibt sein Ziel in der<br />

neuen Position als Vertriebsleiter von Seco<br />

Österreich mit Sitz in Oberwaltersdorf<br />

bei Wien wie folgt: „Ich freue mich,<br />

gemeinsam mit dem österreichischen<br />

Team die Kundenbeziehungen weiter zu<br />

stärken und Seco als zuverlässigen Partner<br />

noch sichtbarer zu machen.“<br />

Anna Malycheva, Geschäftsführerin<br />

für Deutschland und Österreich bei Seco,<br />

kommentiert: „Günter Pettinger besitzt<br />

ein ausgeprägtes Verständnis für die<br />

Bedürfnisse der Anwender. Seine besonderen<br />

Prozesskenntnisse und sein umfangreiches<br />

Branchennetzwerk machen ihn<br />

zur idealen Besetzung.“<br />

weitere Infos: www.secotools.com<br />

Günter Pettinger ist neuer Vertriebsleiter<br />

von Seco in Österreich<br />

Aerotech eröffnet Laserlabor in Fürth<br />

Anfang 2026 nimmt der Motion-Control-<br />

Spezialist Aerotech am Standort Fürth sein<br />

Laserlabor in Betrieb. Kunden aus ganz<br />

Europa erhalten dort praxisnahe Unterstützung<br />

und die Möglichkeit, Lösungen<br />

für anspruchsvolle Laserprozesse zu erproben.<br />

Damit stärkt das Unternehmen seine<br />

Präsenz in Europa und schafft einen zentralen<br />

Anlaufpunkt für Applikations- und<br />

Entwicklungstests.<br />

Aerotech entwickelt seit über 50 Jahren<br />

hochpräzise Bewegungssteuerungen<br />

für Anwendungen in der Lasermaterialbearbeitung,<br />

Medizintechnik, Halbleiterfertigung<br />

und weiteren Hightech-Branchen.<br />

Das Unternehmen mit Hauptsitz in<br />

Pittsburgh, USA, ist weltweit als Spezialist<br />

für komplexe Motion-Control-Anwendungen<br />

etabliert und betreibt in Fürth eine<br />

Niederlassung.<br />

„Mit dem Labor in Fürth können wir<br />

unsere Kunden in Europa noch besser<br />

begleiten“, sagt Brian O’Connor,<br />

vice president of Growth & Strategy bei<br />

Aerotech. „Viele Unternehmen möchten<br />

ihre Prozesse unter realistischen Bedingungen<br />

mit unseren Produkten testen.<br />

Dafür schaffen wir hier die passende<br />

Umgebung.“<br />

Nähe zu europäischen Kunden<br />

Bisher setzte Aerotech auf Labore in den<br />

USA, um Laseranwendungen mit Kunden<br />

zu testen und ihre Produkte zu optimieren.<br />

Mit der Einrichtung in Fürth rückt<br />

das Unternehmen nun näher an seinen<br />

europäischen Kundenstamm heran. Das<br />

bedeutet kürzere Wege, schnellere Abstimmungen<br />

und mehr Flexibilität.<br />

weitere Infos: www.aerotech.com<br />

WGP verleiht renommierte Otto-Kienzle-Gedenkmünze<br />

Gleich zu Beginn ihres Studiums entdeckte<br />

Dr. Monika Kipp – die diesjährige<br />

Preisträgerin der Otto-Kienzle-Gedenkmünze<br />

der WGP – in einem Praktikum<br />

ihre Leidenschaft für die Zerspanung und<br />

besonders für die Schleiftechnik. Im Laufe<br />

ihrer Tätigkeiten am Institut für Spanende<br />

Fertigung (ISF) der TU Dortmund entwickelten<br />

sich aus diesem Faible handfeste<br />

internationale Forschungsprojekte,<br />

welche die Schleiftechnologie, insbesondere<br />

im Werkzeugschleifen, spürbar voranbrachten.<br />

So untersuchte sie die Feinstbearbeitung<br />

von Hartmetall mit elastisch<br />

gebundenen Diamantschleifwerkzeugen.<br />

Einen hohen Stellenwert in ihrer Arbeit<br />

haben zudem nachgiebige Diamantwerkzeuge,<br />

mit denen auch strukturierte Oberflächen<br />

nachbearbeitet werden können,<br />

ohne deren Profil zu beeinträchtigen. So<br />

forscht sie zur Oberflächenfeinstbearbeitung<br />

mit diamantbelegten Schaumstoffen.<br />

„Mit Monika Kipp haben wir eine Nachwuchswissenschaftlerin<br />

auszeichnen können,<br />

die sich bereits sehr früh international<br />

einen Namen in ihrem Forschungsbereich<br />

gemacht hat“, freut sich Prof. Michael<br />

Zäh, Präsident der WGP. „Ihre Zielstrebigkeit<br />

und ihre Einsatzfreude sind<br />

bei spielgebend.“<br />

Ein Deutschlandstipendium brachte die<br />

damals angehende Wirtschaftsingenieurin<br />

schon sehr früh in engen Kontakt zu Unter-<br />

Übergabe der Otto-Kienzle-Gedenkmünze<br />

auf dem WGP-Jahreskongress (Foto: René Laeger)<br />

10 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


News & Facts<br />

nehmen. Später am ISF konnte sie im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit<br />

am ISF Dortmund in der Industriellen<br />

Gemeinschaftsforschung die Zusammenarbeit mit der<br />

Industrie intensivieren. „Ich weiß sehr zu schätzen, dass<br />

ich schon als junger Mensch von den Erfahrungen etablierter<br />

Industrievertreter profitieren konnte und mir ein<br />

Netzwerk aufbauen konnte“, berichtet sie. Aufgewachsen<br />

ist das Nachwuchstalent im Tecklenburger Land, zwischen<br />

Münster und Osnabrück. Sie wohnt dort noch und<br />

fährt jeden Morgen rund 100 km nach Dortmund zur Universität.<br />

Monika Kipp kann von der Feinstbearbeitung<br />

von Hartmetallwerkzeugen oder dem Einfluss der Einsatzvorbereitung<br />

zu derselben schwärmen.<br />

Gute Vorbereitung ist wichtig beim Schleifen<br />

Letzteres sei sehr spannend, zumal sie damit auch ihr Promotionsthema<br />

weiterentwickeln könne, freut sich die<br />

35-Jährige. Sie hat es in Kooperation mit Kollegen im<br />

schwe dischen Göteborg angestoßen, an der Chalmers<br />

University of Technology. Ermöglicht hat ihr diesen Forschungsaufenthalt<br />

im vergangenen Frühjahr der Rudolf<br />

Chaudoire-Preis der TU Dortmund. „Der Aufenthalt dort<br />

war extrem lehrreich und gewinnbringend“, schwärmt<br />

die Saerbeckerin. „Wir haben Grundlagenkenntnisse zur<br />

Einsatzvorbereitung von Diamantfeinstschleifscheiben<br />

und den Wechselwirkungen zur Materialtrennung in der<br />

Oberflächenfeinstbearbeitung von Hartmetall voranbringen<br />

können.“ Bei diesem Projekt – wie auch in anderen,<br />

an denen sie beteiligt ist – wertschätzt die Nachwuchswissenschaftlerin<br />

die Kooperationen mit anderen Forschungsdisziplinen,<br />

wie etwa den Werkstoffwissenschaften<br />

und der Physik, aber auch der Industrie.<br />

Ihre zielstrebigen Forschungen haben die Preisträgerin<br />

schon früh weit gebracht. Noch vor ihrer Promotion<br />

bekam sie 2020 die Chance, die Abteilung Schleiftechnologie<br />

am ISF der TU Dortmund zu leiten – erst fünf Jahre zuvor hatte<br />

sie eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin angetreten. „Das Angebot<br />

habe ich sehr gerne angenommen und sofort zugesagt, weil es eine<br />

unglaublich tolle Möglichkeit ist, sich weiterzuentwickeln.“<br />

Das meint sie nicht nur in Bezug auf die Schleiftechnologie, sondern<br />

auch mit Blick auf „Hintergrundthemen“ wie die Führung ihres derzeit<br />

18-köpfigen Teams, Organisation und Kooperationen.<br />

Neben ihrer Funktion als Abteilungsleiterin zählen auch Lehrveranstaltungen<br />

zu ihren Aufgaben am ISF. „Ich möchte nicht nur Wissen weitergeben,<br />

sondern auch Begeisterung für die Schleiftechnologie wecken.<br />

Das versuche ich, indem ich die Theorie mit praktischen Anwendungen<br />

verknüpfe – und mit einem Blick in die Zukunft. Wenn junge Studierende<br />

wissen, wohin sich die Technologien weiterentwickeln könnten, können<br />

sie es eher mit ihrer eigenen Zukunft verknüpfen. Das macht die Themen<br />

greifbarer.“ Monika Kipp versteht sich als Mentorin der Studierenden und<br />

ihrer Mitarbeitenden.<br />

„Ich möchte sie nicht nur in ihrer fachlichen Entwicklung begleiten, sondern<br />

auch meine eigenen Erfahrungen weitergeben, als Sparringpartner<br />

in Diskussionen wirken, damit sich die jungen Menschen auch persönlich<br />

weiterentwickeln können. Das geht nur mit einem offenen Austausch auf<br />

Augenhöhe.“<br />

weitere Infos: www.wgp.de<br />

Feinstbearbeitung wie mit einem<br />

Küchenschwamm<br />

Neben ihren Forschungsarbeiten zum Werkzeugschleifen<br />

und zur Werkzeugpräparation nennt Monika Kipp<br />

die Endbearbeitung von Oberflächen mit diamantbelegtem<br />

Schaumstoff als eines ihrer zentralen Forschungsthe -<br />

men – eine Arbeit, die auch auf internationalen Kongressen<br />

auf großes Interesse stieß. „Mit diesem Material lassen<br />

sich komplexe Oberflächen effizient bearbeiten. Gleich -<br />

zeitig verhält es sich so flexibel wie ein Küchenschwamm,<br />

so dass es sich Formen und Strukturen anpassen kann.<br />

Dadurch lassen sich selbst strukturierte Oberflächen<br />

sehr fein nachbearbeiten und Mikrodefekte entfernen,<br />

ohne das Profil zu beeinträchtigen. Damit hat das Verfahren<br />

großes Potenzial für viele Branchen, von der Hartmetallbearbeitung<br />

bis zur Medizintechnik“, erläutert die<br />

Nachwuchswissenschaftlerin. Auch in diese Richtung<br />

möchte sie mit dem Team am ISF weiterforschen und ein<br />

Nachfolgeprojekt anstoßen.<br />

Mentorin für Studierende und Mitarbeitende<br />

Exklusiver Laborservice<br />

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<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 11


News & Facts<br />

75 Jahre MAPAL<br />

Aus bescheidenen Anfängen ist das<br />

Fa mi lienunternehmen MAPAL in seiner<br />

nun mehr 75-jährigen Geschichte zu einer<br />

global agierenden Gruppe mit Weltruf<br />

auf gestiegen. Von Beginn an war die Firmen<br />

geschichte des Werkzeugherstellers<br />

geprägt von Kontinuität und einem innovativen<br />

Geist, der vom schwäbischen Tüftlertum<br />

genauso gespeist wurde wie vom<br />

unternehmerischen Mut der Inhaberfamilie<br />

Kress. Der intensive Kontakt zum Kunden<br />

sowie das zuverlässige Gespür dafür,<br />

was für die Zukunft wichtig ist, prägen bis<br />

heute die Unternehmenskultur.<br />

Die Unternehmensgründung im Jahr<br />

1950 verlief durchaus ungewöhnlich. Der<br />

promovierte Volkswirt Dr. Georg Kress war<br />

als Steuerberater tätig, als er die Gelegenheit<br />

bekam, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten<br />

gekommene Firma eines seiner<br />

Man danten zu übernehmen. Obwohl er<br />

von Technik, Gewindeschneidwerkzeugen<br />

und Schneideisen nichts verstand, kaufte<br />

er die „OBA Präzisionswerkzeugbau“ von<br />

Otto Betzler. Er veräußerte dafür seine gut<br />

laufende Steuerberaterkanzlei in Aalen<br />

und wurde als Unternehmer tätig.<br />

Der neu entstandene Firmenname<br />

MAPAL steht für „Maschinen- und<br />

Präzisions werkzeugfabrik Aalen“ und<br />

Zukunftsweisend für den langfristigen Erfolg<br />

des Unternehmens: der Kauf eines Patents für<br />

eine neuartige Reibahle im Jahr 1952<br />

zeugt davon, dass in den Anfangsjahren<br />

auch Holzbearbeitungsmaschinen hergestellt<br />

wurden. Weil in den beengten, einfachen<br />

Räumlichkeiten in Aalen an der<br />

Oberen Bahnstraße eine wirtschaftliche<br />

und effiziente Produktion der Profilfräsmaschinen<br />

auf Dauer nicht möglich war,<br />

trennte MAPAL sich sehr schnell von diesem<br />

Geschäftsbereich. Man konzentrierte<br />

sich auf Gewindebohrer, -schneideisen und<br />

-walzrollen, was den Beginn des heutigen<br />

Werkzeugprogramms markierte.<br />

Maximale Kundennähe wird zum<br />

erfolgreichen Vertriebskonzept,<br />

insbesondere in der Automobilindustrie<br />

Mit einer Reibahle fing alles an<br />

Als zukunftsweisend für den langfristigen<br />

Erfolg des Unternehmens sollte sich 1952<br />

der Kauf eines Patents für eine neuartige<br />

Reibahle erweisen. Anders als bisherige<br />

Konstruktionen arbeitet sie nicht mit vier<br />

oder sechs Schneiden, sondern nur mit<br />

einer einzigen, die in einen Schlitz eingeklemmt<br />

wird und einstellbar ist. Der italienische<br />

Erfinder versprach damit geringere<br />

Herstellungskosten und mehr Flexibilität<br />

beim Reiben. Als Dr. Georg Kress das<br />

Patent für die Einmesser-Reibahle erwarb,<br />

stellte er sich gegen die Techniker aus seinem<br />

eigenen Haus, die das Werkzeug für<br />

untauglich hielten und damit grundsätzlich<br />

auch Recht hatten.<br />

Um die anfänglichen Probleme zu überwinden,<br />

setzte Dr. Kress auf Forschung und<br />

Entwicklung. In mühsamer Tüftelei wurde<br />

die Reibahle verbessert, unter anderem<br />

wurden dafür zwei Führungsleisten asymmetrisch<br />

am Umfang des Reibahlenkörpers<br />

Dr. Jochen Kress hat die Transformation<br />

von MAPAL hin zu einer prozessgesteuerten,<br />

global agierenden Organisation angestoßen<br />

eingebracht. Die erste von MAPAL entwickelte<br />

Einschneiden-Reibahle mit Führungsleisten<br />

aus Hartmetall wurde 1954 pa -<br />

tentiert, 1962 folgte das Patent für die Reibahle<br />

mit Wendeschneidplatten aus Hart -<br />

me tall. Beide Innovationen bildeten die<br />

Basis dafür, die Reibahlen in den folgenden<br />

Jahren zu einem höchst attraktiven<br />

Hochleistungswerkzeug zu entwickeln. Die<br />

Bohrungs feinbearbeitung wurde zum Aushängeschild<br />

von MAPAL.<br />

Als Dr. Dieter Kress 1969 in das Familienunternehmen<br />

eintrat, war der Sohn des Firmengründers<br />

bestens auf seine künftigen<br />

Aufgaben vorbereitet. Anders als sein Vater<br />

war er in der Technik zuhause. Bereits an<br />

seinem ersten Arbeitstag bei MAPAL konstruierte<br />

er eine neue Klemmung für Wendeschneidplatten.<br />

Sie wurde patentiert<br />

und bildet im Prinzip bis heute die Technologie<br />

der Klemmung der Wendeschneidplatten<br />

in den Reibahlen von MAPAL.<br />

Weitsichtige Produktentscheidung<br />

Nachdem er 1974 die Geschäftsführung<br />

übernommen hatte, machte sich Dr. Dieter<br />

Kress zügig an die Umgestaltung des Produktportfolios.<br />

Der Geschäftsbereich Ge -<br />

win debohrer und Gewindewalzrollen wurde<br />

aufgegeben, um sich ausschließlich auf<br />

die Produktion der Reibahlen zu konzentrieren.<br />

Dies geschah zu einem Zeitpunkt<br />

als MAPAL zwei Drittel seines Umsatzes<br />

mit Gewindewerkzeugen erwirtschaftete.<br />

Doch hinter dem Plan steckte unternehmerische<br />

Weitsicht. Bei den älteren Produkten<br />

gab es kaum Potenzial, sich von zumeist<br />

größeren Herstellern zu differenzieren, die<br />

dazu preisgünstiger produzieren konnten.<br />

Die Einschneiden-Reibahle hingegen war<br />

etwas ganz Spezielles, für das es keinen<br />

12 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


News & Facts<br />

direkten Wettbewerb gab. Allerdings musste der Markt dafür erst<br />

erschlossen werden.<br />

Nach und nach wurden die Reibahlen so weiterentwickelt, dass<br />

sie sich für die industrielle Großserienfertigung eigneten. Die Be--<br />

schichtung von Wendeschneidplatten spielte dabei ebenso eine<br />

Rolle wie die Verwendung des Werkstoffs PKD für die Führungsleisten.<br />

Mit den Werkzeugen fasste MAPAL vor allem in der Automobilindustrie<br />

Fuß, wo die Fertigungstechnik von starren Transferstraßen<br />

auf flexible Bearbeitungszentren umgestellt wurde. Parallel<br />

zu den technischen Verbesserungen baute MAPAL sein Vertriebskonzept<br />

um und setzte auf maximale Kundennähe. Freie<br />

Handelsvertreter wurden durch eigene technische Berater ersetzt,<br />

deren Aufgabe es war, Kunden bei der Auslegung der Werkzeuge<br />

zu beraten und im Einsatz zu unterstützen. In der Automobilindustrie<br />

wurde die Zusammenarbeit so eng, dass die Berater sogar an<br />

der Entwicklung von neuen Motoren mitwirkten, indem sie denkbare<br />

feinmechanische Bearbeitungsmöglichkeiten früh in den<br />

Konstruktionsprozess einbrachten. Sie verkauften nicht einfach<br />

Werkzeuge, sondern Lösungen.<br />

Vom Mittelständler zum Global Player<br />

In den USA hat MAPAL bereits 1977 seine erste Tochtergesellschaft<br />

eröffnet. Richtig Fahrt nahm die Globalisierung dann aber in den<br />

1990er-Jahren auf. In rascher Folge etablierte die Firma zahlreiche<br />

Auslandsniederlassungen. Die Internationalisierungsstrategie<br />

folgte den Wegen der Großkunden. Weil diese Produktionsstandorte<br />

fast rund um den Globus aufbauten, ergab sich für den vergleichsweise<br />

kleinen Mittelständler aus Aalen die Gelegenheit<br />

mitzugehen und neue Marktpotenziale zu nutzen. Die Firma ist<br />

heute in 25 Ländern vertreten.<br />

später war er Geschäftsführender Gesellschafter bei der MAPAL<br />

Gruppe, die Transformation des Marktes ist da in vollem Gang.<br />

Den Übergang der Automobilbranche hin zur Elektromobilität<br />

geht MAPAL proaktiv mit und entwickelte auch in diesem Bereich<br />

früh effiziente Fertigungslösungen.<br />

Daneben erfolgte die strategische Ausweitung von Kundensegmenten<br />

abseits der Automobilindustrie, die über Jahrzehnte<br />

ein Wachstumsgarant gewesen war. MAPAL fokussiert sich nun<br />

zusätzlich auf die Bereiche Aerospace, Fluid Power sowie den<br />

Werkzeug- und Formenbau. Digitallösungen bietet die 2017<br />

gegründete c-Com, die inzwischen in die MAPAL Gruppe integriert<br />

ist und vor allem die Toolmanagementleistungen unterstützt.<br />

Mit einem Umweltmanagementsystem berücksichtigt das<br />

Unternehmen alle Aspekte eines nachhaltigen Wirtschaftens.<br />

Dazu tragen viele Einzelmaßnahmen in Bereich der Produktion<br />

und Verwaltung an allen Standorten bei.<br />

Dr. Jochen Kress hat die Transformation von MAPAL hin zu<br />

einer prozessgesteuerten, global agierenden Organisation angestoßen.<br />

Strukturen und Prozesse werden der erreichten Größe<br />

des Unternehmens angepasst, Entscheidungsprozesse verschlankt<br />

und beschleunigt. Die Neuorganisation der Führungsebene<br />

in der Aalener Unternehmenszentrale richtet sich an Kernprozessen<br />

und Fokusthemen aus. Die strukturellen, organisatorischen<br />

und kulturellen Veränderungen, die Dr. Jochen Kress initiiert<br />

hat, werden das Unternehmen nachhaltig prägen und weit<br />

über das Jubiläumsjahr <strong>2025</strong> hinaus Bestand haben.<br />

weitere Infos: www.mapal.com<br />

Um das Produkt- und Leistungsangebot vergrößern zu können,<br />

was ebenfalls Anforderungen der Kunden nachkam, integrierte<br />

MAPAL eine Reihe spezialisierter Firmen in Deutschland. Mit der<br />

Übernahme der WWS in Pforzheim erweiterte MAPAL sein Angebot<br />

um PKD-Werkzeuge mit gelöteten Schneiden für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung<br />

vor allem von Aluminium und deckte<br />

damit ein Segment ab, das auf Kundenseite immer mehr an Bedeutung<br />

gewann. Von Miller in Altenstadt kamen VHM-Bohrer und<br />

VHM-Fräswerkzeuge ins Programm. Da Vollbohroperationen im<br />

Produktionsprozess dem Reiben vorausgehen, wurde damit das<br />

Leistungsportfolio von MAPAL ideal ergänzt. Die Firma Weisskopf<br />

aus Meiningen verstärkte den Vollhartmetallbereich weiter.<br />

Der Kauf des Winterlinger Traditionsunternehmens August Beck<br />

sicherte die Position von MAPAL als führender Hersteller von Reibahlen.<br />

Robert Strom und ISOTOOL ergänzten das Portfolio um ISOund<br />

Aussteuerwerkzeuge. 2015 wurden die beiden Unternehmen<br />

in die MAPAL ITS umfirmiert, die sich in Eppingen auf komplexe<br />

Sonderwerkzeuge mit Aussteuermechanismen fokussiert. Vervollständigt<br />

wurde das Produktangebot mit Spannzeugen der WTE<br />

aus Ehrenfriedersdorf. Strategische Investitionen hat MAPAL später<br />

auch noch im Ausland getätigt.<br />

Transformation in vollem Gang<br />

Mit Dr. Jochen Kress, der bereits ab 2000 als Entwicklungsingenieur<br />

bei MAPAL arbeitete, trat 2008 die dritte Generation in die<br />

Geschäftsleitung des Familienunternehmens ein. Zehn Jahre<br />

YOUR PARTNER<br />

IN WIND POWER<br />

„Unsere Messmaschinen sind mit einem automatischen<br />

Wechselmagazin ausgestattet. Das sorgt für effiziente<br />

Messprozesse, da für jede Aufgabe schnell der<br />

passende Taster eingewechselt werden kann.“<br />

Andreas Fanourakis, Montage


News & Facts<br />

Strategische Investition in CVD-Diamantbeschichtungen<br />

KYOCERA UNIMERCO Tooling A/S, mit<br />

Hauptsitz in Sunds, Dänemark, und Teil<br />

der globalen Kyocera Corporation (Kyoto,<br />

Japan), gibt die Integration des Geschäftsbetriebes<br />

und der Kernbereiche der<br />

Weber Technologies GmbH (Potsdam,<br />

Deutschland) bekannt. Die Übernahme trat<br />

zum 1. September <strong>2025</strong> in Kraft.<br />

Das Geschäft wird in die KYOCERA<br />

UNIMERCO Tooling GmbH mit Sitz in Neuss<br />

integriert. Weber Technologies ist ein<br />

anerkannter Spezialist für CVD-Diamantbeschichtungen.<br />

Die Übernahme stellt<br />

Dr. Frank-Reinhard Weber, Gründer und ehemaliger<br />

Eigentümer der Weber Technologies<br />

eine strategische Technologieinvestition<br />

dar, die Kyoceras Fähigkeit stärkt, CVD-<br />

Diamant beschichtungen weltweit in verschie<br />

denen Branchen und Geschäftsbereichen<br />

auszubauen.<br />

„Die Integration der Technologie in die<br />

Kyocera-Gruppe stärkt nicht nur unsere<br />

Innovationskraft in Europa, sondern eröffnet<br />

auch spannende Möglichkeiten innerhalb<br />

der globalen Kyocera-Organisation.<br />

Die CVD-Diamantbeschichtungstechnologie<br />

besitzt erhebliches Potenzial zur Leistungs-<br />

und Effizienzsteigerung in verschiedensten<br />

Branchen – von Zerspanungswerk<br />

zeugen über Elektronik bis hin zur<br />

Medizintechnik“, sagt Simon Sondrup,<br />

Group Director, KYOCERA Unimerco<br />

Tooling A/S.<br />

Ein zentrales Element ist die Kontinuität:<br />

Dr. Frank-Reinhard Weber, Gründer<br />

und ehemaliger Eigentümer der Weber<br />

Technologies, wird als Leiter Diamantbeschichtung<br />

bei Kyocera weiterhin Stabilität<br />

und Fachkompetenz in Potsdam sicherstellen.<br />

Auch das bestehende Team bleibt<br />

erhalten und wird zusätzlich verstärkt, um<br />

das zukünftige Wachstum zu unterstützen.<br />

Blick auf die neu hinzugekommene<br />

Produktionsstätte in Potsdam<br />

Dr. Frank-Reinhard Weber erklärt: „Ein Teil<br />

des Teams zu bleiben und die gemeinsame<br />

Reise fortzusetzen, war mir sehr wichtig.<br />

Gemeinsam mit den globalen Ressourcen<br />

von Kyocera können wir die Technologie<br />

der CVD-Diamantbeschichtung nun<br />

in deutl ich breitere Anwendungsbereiche<br />

bringen als je zuvor.“<br />

Diese Übernahme unterstreicht Kyoceras<br />

langfristige Strategie kontinuierlicher Technologieinvestitionen,<br />

die branchenübergreifend<br />

Mehrwert schaffen, die Wettbewerbsfähigkeit<br />

stärken und zukunftsorientierte<br />

Lösungen bieten.<br />

weitere Infos: www.kyocera-unimerco.com<br />

Data Alliance für die Zukunft der Produktion<br />

Das Werkzeugmaschinenlabor (WZL)<br />

der RWTH Aachen hat in Kooperation mit<br />

Siemens und führenden Werkzeugmaschinenherstellern<br />

eine Data Alliance ins Leben<br />

gerufen, um die industrielle Nutzung<br />

generativer künstlicher Intelligenz zur Op -<br />

ti mierung werkzeugmaschinenbasierter<br />

Produktionsprozesse voranzutreiben.<br />

Diese Initiative wurde auf der Messe<br />

EMO <strong>2025</strong> bekanntgegeben und zielt darauf<br />

ab, die zur Verfügbarkeit benötigten<br />

Daten für das Training entsprechender<br />

Foundation Models sicherzustellen.<br />

„Die Zukunft der produzierenden Unternehmen<br />

wird an der Schnittstelle von<br />

Daten, generativer KI sowie simulierter<br />

und realer Werkzeugmaschinen entschieden“,<br />

erklärt Prof. Brecher vom WZL. „Mit<br />

dieser Data Alliance bündeln wir die Kräfte<br />

von Industrie und Wissenschaft, um die<br />

CAD-CAM-NC-Kette weiterzuentwickeln und<br />

Herausforderungen in der Prozess-/ Maschi<br />

ne-Interaktion effektiver zu meistern.“<br />

Die Allianz umfasst namhafte Partner<br />

wie Grob, Trumpf, Chiron, Renishaw und<br />

Heller sowie die Voith Group. Durch den<br />

Austausch anonymisierter Maschinendaten<br />

werden qualitativ hochwertige Datensätze<br />

geschaffen, die für das Training<br />

industrieller KI-Systeme unerlässlich sind.<br />

„Ein verlässlicher Zugang zu diesen Daten<br />

ist der Schlüssel zur Entwicklung robuster<br />

KI-Lösungen“, betont Prof. Brecher.<br />

„Unser Ziel am WZL ist es, diese Datenbasis<br />

wissenschaftlich fundiert zu prüfen<br />

und gemeinsam mit Maschinenherstellern<br />

innovative Lösungen für den praktischen<br />

Einsatz zu entwickeln. Mit unserer<br />

langjährigen Erfahrung in der Interaktion<br />

von Maschine und Prozess sind wir bestens<br />

aufgestellt, um einen wichtigen Beitrag zur<br />

Automatisierung in der Wertschöpfungskette<br />

zu leisten und die Wettbewerbsfähigkeit<br />

des Produktionsstandorts Deutschland<br />

zu sichern.“<br />

weitere Infos: www.wzl.rwth-aachen.de<br />

14 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


News & Facts<br />

Sodick stärkt Präsenz im Norden und Osten<br />

Die Sodick Deutschland GmbH baut<br />

ihren Vertrieb strategisch weiter aus<br />

und setzt dabei auf eine neue starke<br />

Partnerschaft: Mit der Hüttmann<br />

Werkzeugmaschinen GmbH hat das Unternehmen<br />

einen erfahrenen Spezialisten<br />

für Werkzeugmaschinen an seiner Seite,<br />

der ab sofort die Maschinenvertretung für<br />

Sodick-Erodiermaschinen in Norddeutschland<br />

und Teilen Ostdeutschlands übernimmt.<br />

Damit stärkt Sodick nicht nur die<br />

regionale Kundennähe, sondern auch die<br />

Beratungs- und Servicekompetenz für<br />

anspruchsvolle Fertigungsbetriebe zwischen<br />

Hamburg, Hannover, Bremen, Berlin<br />

und Magdeburg.<br />

hin zu High-Speed-Bearbeitungszentren. Zu den Flaggschiffen im aktuellen Maschinenprogramm<br />

zählen unter anderem die Drahterodiermaschinen ALC600P und ALC600G<br />

und die Senkerodiermaschine AL60G – alles Premiummodelle, die sich hervorragend für<br />

hochautomatisierte Fertigungsprozesse eignen. Der modulare Aufbau sowie die Kompatibilität<br />

mit Sodick-Automatisierungslösungen machen sie zu einer leistungsstarken<br />

Basis für digitalisierte Fertigungsstrategien – auch im Zusammenspiel mit nachhaltigen<br />

Produktionszielen.<br />

weitere Infos: www.sodick.de<br />

„Mit Hüttmann gewinnen wir einen erfahrenen<br />

Vertriebspartner mit hoher Bera<br />

tungskompetenz, der unser Portfolio<br />

in der Region perfekt ergänzt“, sagt<br />

Giuseppe Addelia, Geschäftsführer der<br />

Sodick Deutschland GmbH. „Gerade in<br />

einem technologiegetriebenen Markt wie<br />

der Funkenerosion zählt nicht nur die Maschinenleistung<br />

– entscheidend ist, dass<br />

unsere Kunden von Anfang an zuverlässig<br />

begleitet werden: bei der Auswahl, der Integration<br />

und auch bei den entsprechenden<br />

Automatisierungskonzepten.“<br />

Die Hüttmann Werkzeugmaschinen<br />

GmbH mit Sitz in Soltau und in Burgwedel<br />

in der Nähe von Hannover verfügt über<br />

langjährige Erfahrung im Vertrieb, in der<br />

Investitionsberatung sowie in der Überholung<br />

gebrauchter Maschinen. Der Standort<br />

inmitten der Lüneburger Heide – verkehrsgünstig<br />

zwischen Hamburg, Bremen<br />

und Hannover – bietet beste Voraussetzungen<br />

für Vor-Ort-Demonstrationen,<br />

Be ra tungsgespräche und individuellen<br />

Maschinenservice.<br />

Präzision, Automation und<br />

Nachhaltigkeit im Fokus<br />

Sodick zählt seit nun fast 50 Jahren zu<br />

den führenden Herstellern im Bereich<br />

Erodiertechnik. Das Unternehmen bietet<br />

ein einzigartig vollständiges Portfolio<br />

für die moderne Präzisionsfertigung –<br />

von linear motorbetriebenen Draht- und<br />

Senkerodier maschinen sowie hochpräzisen<br />

EDM-Startlocherodiermaschinen bis<br />

Jetzt<br />

beraten<br />

lassen!<br />

Wassermischbare Kühlschmierstoffe,<br />

Bearbeitungsöle, Reiniger u. v. m.<br />

Oemeta Chemische Werke GmbH<br />

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News & Facts<br />

Zweites Leben für gebrauchte Schleifmittel<br />

Gebrauchte Schleifmittel müssen als<br />

Restabfall entsorgt werden – es sei denn,<br />

sie sind wiederverwertbar. Für keramisch<br />

gebundene Schleifmittel bietet Norton<br />

jetzt einen besonders nachhaltigen wie<br />

wirtschaftlichen Recycling-Service: die Pro -<br />

duktionsabfälle werden beim Kunden abgeholt,<br />

sortenrein aufbereitet und wieder<br />

dem Stoffkreislauf zugeführt. Aus den<br />

gebrauchten Schleifmitteln entsteht auf<br />

diese Weise neues Schleifkorn. Der Recycling-Service<br />

des Schleifmittel-Spezialisten<br />

schont Ressourcen, verbraucht weniger<br />

Energie und reduziert die Abfallmengen.<br />

Seinen Recycling-Service für keramisch<br />

gebundene Schleifmittel bietet Norton<br />

gemeinsam mit der KOMINEX Minerals<br />

+ Processing GmbH & Co. KG. KOMINEX<br />

ist verantwortlich für die Abholung der<br />

gebrauchten Schleifmittel und das fachgerechte<br />

Recycling. Am Ende des Recyclingprozesses<br />

kauft Norton das recycelte<br />

Schleif korn von KOMINEX auf, um daraus<br />

wieder neue Schleifmittel zu produzieren.<br />

Recyceltes Korn mit Top-Performance<br />

Dass der Recyclingkreislauf vom Restabfall<br />

bis zum neuen Schleifmittel perfekt funktioniert,<br />

ist vor allem das Ergebnis eines<br />

mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekts,<br />

in dessen Rahmen Norton<br />

und KOMINEX das Recycling von keramisch<br />

gebundenen Schleifmitteln intensiv untersucht<br />

haben. „Im Mittelpunkt standen die<br />

Fragen, ob das Recycling möglich ist und<br />

ob sich das recycelte Korn auf die Leistung<br />

unserer Schleifmittel auswirkt", erklärt<br />

Dr. Matthias Alschinger, Norton Quality<br />

Manager EMEA. „Umfassende Tests haben<br />

bestätigt, dass recycelte Körner die gleiche<br />

Performance erzielen wie neue. Und auch<br />

die Produktsicherheit zeigte sich gleichermaßen<br />

gewährleistet. Die Ergebnisse wurden<br />

in umfangreichen Versuchen validiert."<br />

Vorreiter bei der Herstellung von<br />

Scheiben aus recyceltem Schleifkorn<br />

Spätestens mit Entwicklung der Norton<br />

Expert Trenn- und Schruppscheiben<br />

Der neue Norton Recycling-Service für gebundene Keramikprodukte schont Ressourcen,<br />

verbraucht weniger Energie und reduziert die Abfallmengen; der Restabfall wird beim<br />

Kunden abgeholt, sortenrein aufbereitet und wieder dem Stoffkreislauf zugeführt;<br />

mehr unter www.nortonabrasives.com/de-de/nachhaltigkeit<br />

der neuesten Generation gilt Norton in<br />

Deutschland als einer der Vorreiter bei<br />

der Herstellung von Scheiben aus recyceltem<br />

Schleifkorn: die für den DIY-Markt entwickelten<br />

Gewebescheiben bestehen zu<br />

25 % aus recyceltem Schleifkorn und verfügen<br />

in der Scheibenmitte über einen Stahlring<br />

aus recyceltem Metall. Insgesamt setzt<br />

Norton damit mindestens 14 % Recyclingmaterial<br />

ein. Darüber hinaus ist jede Scheibe<br />

mit einer EPD versehen.<br />

Ressourcen schonen,<br />

Abfall vermeiden<br />

„Wir arbeiten täglich daran, unseren ökologischen<br />

Fußabdruck weiter zu verbessern.<br />

Der Einsatz von Recyclingmaterial<br />

und unser neuer Recycling-Service für<br />

keramisch gebundene Schleifmittel sind<br />

wichtige Bausteine für mehr Nachhaltigkeit.<br />

Wir freuen uns, einen weiteren wichtigen<br />

Kreislauf geschlossen zu haben, Ressourcen<br />

schonen und Abfall reduzieren zu<br />

können und zudem die Dekarbonisierung<br />

von Schleifmitteln weiter voranzutreiben."<br />

Kunstharzgebunde Schleifscheiben und<br />

andere Schleifmaterialien wie CBN, Diamant<br />

oder gummigebundene Schleifmittel<br />

sind für dieses Recycling-Angebot nicht<br />

geeignet.“<br />

weitere Infos: www.nortonabrasives.com<br />

16 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Starke Partnerschaft für die Zukunft des Werkzeugmaschinenbaus<br />

News & Facts<br />

DN Solutions, einer der weltweit führenden Werkzeugmaschinenhersteller,<br />

erwirbt HELLER. Mit dem unterzeichneten Vertrag<br />

(„Signing“) legen beide Unternehmen den Grundstein für eine<br />

starke Partnerschaft, die Kompetenzen, Märkte und Zukunftsvisionen<br />

zusammenführt.<br />

HELLER, seit über 130 Jahren Synonym für Innovation, Qualität<br />

und Service im Werkzeugmaschinenbau, wird seine traditionsreiche<br />

Marke fortführen. Die neue Partnerschaft eröffnet zusätzliche<br />

Perspektiven – für Kunden, für Mitarbeitende und für die<br />

gesamte Branche. Gemeinsam entsteht ein Unternehmen mit<br />

internationaler Schlagkraft, technologischem Tiefgang und<br />

umfassender Prozesskompetenz im Werkzeugmaschinenbau<br />

DN Solutions – Dynamik aus Korea, global vernetzt<br />

DN Solutions ist Teil der DN Automotive Group und gehört zu<br />

den wachstumsstärksten Unternehmen im internationalen Werkzeugmaschinenbau.<br />

Mit einem Umsatz von rund 2 Mrd. US-Dollar<br />

und mehr als 2.000 Mitarbeitenden zählt DN Solutions heute<br />

zu den Top-3-Herstellern weltweit.<br />

öffnen sich für uns enorme Chancen, unser Know-how in einem<br />

globalen Verbund noch besser zur Geltung zu bringen“, so<br />

Dr. Thorsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung von<br />

HELLER.<br />

Gemeinsames Ziel:<br />

Vollsortiment-Anbieter im Werkzeugmaschinenbau<br />

Mit der Verbindung von DN Solutions und HELLER entsteht einer<br />

der weltweit umfassendsten Anbieter von Lösungen im Werkzeugmaschinenbau.<br />

Kunden haben künftig den Vorteil, ihre<br />

Anforderungen mit nur einem einzigen Ansprechpartner abdecken<br />

zu können – von Bohrwerken bis hin zu 5-Achs- oder Turnkey-Lösungen<br />

und Automationssystemen.<br />

„Durch die Verbindung unserer Stärken werden wir zu<br />

einem echten One-Stop-Shop im Werkzeugmaschinenbau“, so<br />

Dr. Schmidt. „Kunden müssen künftig nicht mehr verschiedene<br />

Partner im Verbund beauftragen – wir bieten alle Lösungen aus<br />

einer Hand.“<br />

weitere Infos: www.heller.biz<br />

Durch den Zusammenschluss mit HELLER verstärkt DN Solutions<br />

seine Präsenz in Europa und erweitert sein Portfolio im<br />

Bereich komplexer Bearbeitungszentren und 5-Achs-Technologien.<br />

„DN Solutions hat sich auf der globalen Bühne behauptet.<br />

Durch die Kombination unserer Stärken mit dem über 130-jährigen<br />

Know-how von HELLER im Bereich der Bearbeitungszentren<br />

wird diese Partnerschaft bahnbrechende Innovationen für die<br />

Fertigungsindustrie hervorbringen. Darüber hinaus werden die<br />

beiden Unternehmen ihren Kunden einen einzigartigen Mehrwert<br />

bieten und ihre Position als High-End-Marke auf dem globalen<br />

Werkzeugmaschinenmarkt stärken“, erklärt Wonjong Kim,<br />

CEO von DN Solutions.<br />

HELLER – Ingenieurskunst<br />

mit globaler Erfahrung<br />

KINGFISHER<br />

SERIE<br />

MIT INNEN- UND<br />

SCHAFTKÜHLUNG<br />

außergewöhnlich.<br />

COOL.<br />

HELLER steht seit 1894 für Präzision, Prozesskompetenz und<br />

Turnkey-Lösungen im Werkzeugmaschinenbau. Das Unternehmen<br />

beschäftigt weltweit rund 2.100 Mitarbeitende, ist mit eigenen<br />

Produktionsstandorten auf vier Kontinenten vertreten und<br />

gilt als anerkannter Technologiepartner im internationalen<br />

Werkzeugmaschinenbau.<br />

Besonders geschätzt wird HELLER für seine 4- und 5-Achs-Bearbeitungstechnologien,<br />

sein umfassendes Serviceverständnis und<br />

die Fähigkeit, schlüsselfertige Produktionslösungen für Kunden<br />

weltweit zu entwickeln.<br />

Die neue Serie 455<br />

des VHM-Fräsers mit<br />

Innen- und Schaftkühlung<br />

meistert standfest und<br />

präzise Ihre Herausforderungen<br />

bei schwer zerspanbaren<br />

Materialien.<br />

„HELLER bleibt HELLER – unsere Marke, unsere DNA und unsere<br />

Kultur setzen wir in der neuen Partnerschaft fort. Gleichzeitig<br />

www.zecha.de


News & Facts<br />

11. Dortmunder Schleifseminar<br />

Aktuelle Technologien am Institut für Spanende Fertigung<br />

Im Rahmen des 11. Dortmunder Schleifseminars<br />

soll als besonderes Highlight<br />

die Jubiläumsausgabe zum 100-jährigen<br />

Bestehen des Fachbuches Schleifen, Honen,<br />

Läppen und Polieren aus dem Programm<br />

des Vulkan-Verlags dem Fachpublikum<br />

prä sentiert werden. Die neuen Herausgeber,<br />

Prof. Biermann und Prof. Möhring,<br />

freuen sich, dass diese sehr traditionsreiche<br />

Wissenssammlung durch eine Vielzahl<br />

von aktuellen Beiträgen zur Forschung und<br />

Entwicklung der unterschiedlichen Prozesse<br />

der Zerspanung mit geometrisch unbestimmten<br />

Schneiden das weiterhin sehr<br />

große Potenzial dieser Verfahren mit Blick<br />

auf zukünftige Anforderungen hervorhebt.<br />

Auf dieser Basis werden im Rahmen des<br />

Dortmunder Schleifseminars mit einem<br />

Vortragsprogramm und einer Ausstellung<br />

mit Vorführungen aktuelle Themen der<br />

Forschung und Entwicklung präsentiert<br />

und diskutiert.<br />

Neben den vielseitigen Themen, die das<br />

Institut für Spanende Fertigung vorstellt,<br />

finden sich ebenso neue Entwicklungen<br />

aus dem Bereich der Schleiftechnologie<br />

vieler Industrieunternehmen auf der Agenda.<br />

Diese umfassen unter anderem folgende<br />

Inhalte:<br />

→ Drahterosives Abrichten<br />

→ Herstellung von<br />

Verzahnungswerkzeugen<br />

→ Innovative Lösungen beim<br />

Unrundschleifen<br />

→ Schleifbearbeitung von<br />

Ceramic Matrix Composites<br />

→ Prozessketten-Auslegung zur<br />

Fertigung von Bremsscheiben<br />

→ Hochpräzise Schleifprozesse<br />

auf 5-Achs-Präzisionsbearbeitungszentren<br />

Darüber hinaus sind Vorträge zur Mikrostrukturanalytik<br />

und Bauteilprüfung sowie<br />

zur Fertigungsmesstechnik vorgesehen.<br />

Zu den Referenten des 11. Dortmunder<br />

Schleifseminars zählen u.a. die Firmen<br />

Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG,<br />

Tyrolit – Schleifmittelwerke Swarovski AG<br />

& Co KG, United Grinding Group<br />

Management AG, Krebs & Riedel<br />

Schleifscheibenfabrik GmbH & Co. KG,<br />

EMAG GmbH & Co. KG, Vollmer Werke<br />

Maschinenfabrik GmbH, Röders GmbH,<br />

Nagel Technologies GmbH und<br />

Elgan Diamantwerkzeuge GmbH & Co. KG<br />

sowie die Mahr GmbH.<br />

Ergänzt werden die Vorträge durch praktische<br />

Vorführungen von Prozessen im in -<br />

stitutseigenen Experimentierfeld. In diesem<br />

Rahmen finden beispielsweise Prozessvorführungen<br />

zum Werkzeugschleifen von<br />

Bohr werkzeugen und zum Innenrundschlei<br />

fen von gehärtetem Wälzlagerstahl<br />

statt.<br />

Eine Übersicht des gesamten Programms<br />

und weitere Informationen zum<br />

11. Dortmunder Schleifseminar finden Sie<br />

unter: https://isf.mb.tu-dortmund.de/<br />

institut/veranstaltungen/schleifseminar/<br />

weitere Infos:<br />

www.isf.mb.<br />

tu-dortmund.de<br />

parts2clean <strong>2025</strong><br />

Weltweit wichtigster Branchentreff übertrifft Erwartungen<br />

Mit einem guten Besucheraufkommen<br />

sowie einer herausragenden Gesprächsund<br />

Kontaktqualität überzeugte die 21.<br />

parts2clean, die vom 7. bis 9. Oktober <strong>2025</strong><br />

auf dem Messegelänge Stuttgart durchgeführt<br />

wurde. Das innovative Lösungsangebot<br />

der 165 Aussteller aus allen Bereichen<br />

der industriellen Reinigungstechnik<br />

und das zweisprachige p2c.EXPERTFORUM,<br />

das eine Rekordbeteiligung verzeichnete,<br />

boten wesentliche Impulse für die Optimierung<br />

der Prozessqualität, Produktivität<br />

sowie Kosten- und Ressourceneffizienz.<br />

Es sind smarte und eindrucksvolle technische<br />

Lösungen für die industrielle Teileund<br />

Oberflächenreinigung, mit denen die<br />

165 ausstellenden Unternehmen aus 16<br />

Ländern nach Stuttgart angereist waren.<br />

Dass daran trotz der aktuell herausfordernden<br />

Marktsituation Bedarf besteht, wurde<br />

an den drei Messetagen der parts2clean<br />

deutlich: denn die passenden Aufgabenstellungen<br />

und Projekte hatten die über<br />

3.200 Fachbesucherinnen und Fachbesucher<br />

aus 44 Länder im Gepäck. „Die 21. Leit -<br />

messe für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung<br />

verzeichnete damit im Vergleich<br />

zur Veranstaltung 2023 nicht nur<br />

bei den ausstellenden Unternehmen und<br />

der Netto-Ausstellungsfläche mit 4.600 m 2<br />

ein Wachstum, sondern auch ein kleines<br />

Plus auf der Besucherseite“, berichtet<br />

Ramtin Randjbar-Moshtaghin, Project<br />

Di rector bei der Deutschen Messe AG. Der<br />

Auslandsanteil lag bei rund 25 %. Die nach<br />

Deutschland am stärksten vertretenen<br />

Nationen waren die Schweiz, Österreich,<br />

die Türkei und Niederlande. „Entscheidender<br />

als die Zahlen und Fakten ist<br />

18 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


News & Facts<br />

für uns als Veranstalter der parts2clean<br />

jedoch die Zufriedenheit der ausstellenden<br />

Unternehmen“, ergänzt der Project<br />

Director. Und auch da konnte die diesjährige<br />

Veranstaltung punkten, wie Samuel<br />

Wolf, Geschäftsführer des Reinigungsanlagenherstellers<br />

vapic GmbH bestätigt:<br />

„Bereits Ende des zweiten Messetages<br />

hatten wir mehr Kontakte als während<br />

der gesamten Messe 2023. Die Besucher<br />

sind mit konkreten Aufgabenstellungen<br />

und Projekten zur Messe gekommen.<br />

Teilweise hatten sie sogar Zeichnungen<br />

der Teile dabei, die zu reinigen sind, so<br />

dass wir direkt in die Lösungsentwicklung<br />

gehen können. Erfreulich dabei ist auch<br />

die mit rund 80 % sehr hohe Anzahl an<br />

Neukontakten.“<br />

Eine Rekordbeteiligung verzeichneten die Vorträge der Experten aus Wissenschaft,<br />

Forschung und Industrie des diesjährigen p2c.EXPERTFORUMS<br />

Die überdurchschnittlich gute Ge -<br />

sprächs- und Kontaktqualität resultiert bei<br />

der parts2clean aus dem mit 99 % außergewöhnlich<br />

hohen Fachbesucher anteil.<br />

Die nächste parts2clean wird vom 5. bis<br />

7. Oktober 2027 auf dem Messegelände<br />

Stuttgart durchgeführt.<br />

weitere Infos: www.parts2clean.de<br />

Neue Fachmesse für Präzisionsfertigung<br />

Mit den Make-to-Order Days, kurz MTO<br />

Days, geht am 9. und 10. Juni 2026 auf<br />

dem Stuttgarter Messegelände ein neues<br />

Veranstaltungsformat an den Start. Die<br />

neue Einkäufermesse für Präzisionsteile,<br />

Auftragsfertigung und Zerspanung richtet<br />

sich gezielt an Entscheiderinnen, Entscheider<br />

sowie Einkäuferinnen und Einkäufer<br />

aus zukunftsorientierten Industrien wie<br />

Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Er -<br />

neu er baren Energien. Im Zentrum steht die<br />

auftragsbezogene Präzisionsfertigung. Ein<br />

Bereich, der aktuell unter enormem Innovations-<br />

und Anpassungsdruck steht.<br />

Antwort auf aktuelle Herausforderungen<br />

in der Fertigungsindustrie<br />

„Technologische Umbrüche, geopolitische<br />

Herausforderungen und die rasante Transformation<br />

ganzer Industriezweige stellen<br />

viele Fertigungsunternehmen vor große<br />

Aufgaben“, sagt Sebastian Schmid, Mitglied<br />

der Geschäftsleitung der Messe<br />

Stuttgart. „Mit den Make-to-Order Days<br />

schaffen wir eine Plattform, die gezielt auf<br />

diese Veränderungen eingeht und nah an<br />

den Bedürfnissen der Branchen ist.“<br />

Die MTO Days bringen Anbieter präziser<br />

Fertigungstechnik mit industriellen<br />

An wendern aus wachstumsstarken Bereichen<br />

wie Rüstung oder Robotics zusammen.<br />

Die neue Messe positioniert sich als<br />

spezialisierte Beschaffungsplattform für<br />

Ein neues Veranstaltungsformat an den Start:<br />

die Make-to-Order Days, kurz MTO Days, vom 9. bis 10. Juni 2026 in Stutgart<br />

strategische Vernetzung, Innovation und<br />

Geschäftsanbahnung.<br />

Parallel zur CastForge und<br />

Battery Show Europe<br />

Ein besonderer Vorteil: die MTO Days<br />

finden parallel zur CastForge und Battery<br />

Show Europe statt. Dadurch ergeben<br />

sich wertvolle Synergien für ausstellende<br />

Unternehmen und Besucherinnen und<br />

Besucher. Insbesondere aus angrenzenden<br />

Technologiefeldern, für die präzise Fertigung<br />

eine zentrale Rolle spielt. Das geballte<br />

Messeangebot bietet somit zusätzliche<br />

Mehrwerte und fördert den interdisziplinären<br />

Austausch auf dem Messegelände.<br />

Neben der klassischen Produktschau<br />

bietet das Format ein vielfältiges Rahmenprogramm:<br />

ein Fachforum greift aktuelle<br />

Themen rund um Digitalisierung, Präzision<br />

und Fertigungstrends auf und beleuchtet<br />

diese praxisnah.<br />

weitere Infos: www.messe-stuttgart.de<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 19


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Bis ins kleinste Detail<br />

„Warum bauen wir in Frankreich eigentlich<br />

keine Motorräder?“ Dies dachte sich<br />

Olivier Midy, als er vor 30 Jahren mit der<br />

Entwicklung seines eigenen Motorrades<br />

begann. Seit dem Start sind rund 300.000<br />

Stunden in die Entwicklung seiner Midual<br />

Type 1 geflossen. Zahlreiche technische<br />

Spezialitäten hat der Tüftler in dem Bike<br />

verbaut und achtet dabei auf die Perfektion<br />

bis ins kleinste Detail.<br />

Mit dem Blick genau auf diese Details<br />

unterstützt die Paul Horn GmbH Midy und<br />

sein Team mit Präzisionswerkzeugen, die<br />

zum Bau dieses Motorrad-Kunstwerkes<br />

ihre Leistungen zeigen. „Wir setzen auf die<br />

Werkzeuge aus Deutschland, denn für unsere<br />

hohen Qualitätsanforderungen benötigen<br />

wir Lösungen, welche diese auch erreichen<br />

können“, so Midy.<br />

Die heiligen Hallen des Unternehmens<br />

Midual liegen in der westfranzösischen<br />

Stadt Angers. Hier baut Midy mit seinem<br />

Rund 1.700 kg Sand und eine Woche Arbeitszeit<br />

benötigt der Zulieferer für die 15-teilige<br />

Sandform des Monocoque-Rahmens; beim<br />

Guss fließen 80 kg Aluminium in die Form<br />

kleinen Team die erstklassig verarbeiteten<br />

Highend-Motorräder. Die Leidenschaft<br />

zum Schrauben an Motorrädern hatte<br />

Midy schon als Jugendlicher. Im Jahr 1992<br />

begann der Maschinenbauingenieur sein<br />

eigenes Motorrad zu entwickeln. Finanziert<br />

hat er das Projekt in der ersten Zeit mit seiner<br />

eigenen Firma, die als Lohnfertiger<br />

Teile für die Automobilindustrie fertigte.<br />

Midy wollte beim Bau seiner Midual Type 1<br />

alles Dagewesene ändern und mit technischer<br />

Perfektion in den Schatten stellen.<br />

Somit begann er mit der Entwicklung der<br />

Type 1 auf einem weißen Blatt Papier.<br />

Alu-Sandguss-Monocoque-Rahmen<br />

Eine Besonderheit ist die Lage des Zweizylinder-Boxermotors.<br />

Bekannte Hersteller<br />

verbauen den Motor aus technischen<br />

Gründen nur quer. Midy hat es jedoch geschafft,<br />

den Boxermotor längs einzubauen.<br />

Um den Radstand des Motorrads nicht zu<br />

verlängern, kippte er den Boxer um 25°<br />

nach vorne. Das Kippen ermöglichte somit<br />

auch den Einbau des Sechsganggetriebes<br />

unter dem hinteren Zylinder sowie die<br />

Lagerung für die hintere Schwinge. Ein<br />

weiteres Highlight ist der Rahmen. Während<br />

die meisten Motorrad-Hersteller<br />

einen Rohrrahmen mit einem aufgesetzten<br />

Blechtank verbauen, kommt die Midual<br />

Type 1 mit einem Alu-Sandguss-Monocoque-Rahmen<br />

mit integriertem 14-Liter-<br />

Benzintank. „Neben der Motorentwicklung<br />

nahm die Entwicklung des Rahmens<br />

die meiste Zeit in Anspruch. Der Guss, die<br />

anschließende CNC-Bearbeitung sowie das<br />

Finish per Handarbeit sind sehr aufwendig.<br />

Das Finish des Rahmens dauert rund 80<br />

Stunden“, erklärt Midy. Für das komplette<br />

Bike sollte der Käufer das nötige Kleingeld<br />

parat haben. Der Einstiegspreis liegt bei<br />

rund 165.000 Euro.<br />

„Was wir selbst machen können, machen<br />

wir auch selbst“, erzählt Midy. Für die<br />

CNC-Bearbeitung stehen in seiner Werkstatt<br />

zwei CNC-Fräszentren. Zu den Frästeilen<br />

zählen neben Motorkomponenten<br />

und Rahmen auch die Halterungen, Fußrasten<br />

sowie weitere Anbauteile. Die meisten<br />

Kleinteile sind bei der Type 1 aus dem<br />

Vollen gefräst. Kunststoffteile findet man,<br />

Für das Stoßen von Steckverzahnungen<br />

setzt Midy auf den Werkzeugtyp Supermini<br />

außer den Blinkern und Steckern, an diesem<br />

Motorrad so gut wie keine. Für zahlreiche<br />

Fräsoperationen setzt Midy seit<br />

drei Jahren auf die Werkzeuglösungen aus<br />

Tübingen.<br />

Hohe Oberflächengüten<br />

Zum Planfräsen des Motorgehäuses suchte<br />

Midy nach einer passenden Werkzeuglösung.<br />

Das Motorgehäuse aus einer Aluminiumlegierung<br />

besteht aus zwei Hälften.<br />

Die Anforderung an das Fräsergebnis<br />

ist hoch. Die Flächen müssen nach dem<br />

Fräsvorgang in einem engen Toleranzfeld<br />

liegen. Des Weiteren dienen die Flächen<br />

später auch als Dichtflächen. „Neben der<br />

Ebenheit ist eine hohe Oberflächengüte<br />

ein wichtiges Kriterium“, so Midy. Über<br />

einen seiner Mitarbeiter kam Midy auf die<br />

Werkzeugsysteme von HORN. Er setzte<br />

diese schon bei seinem früheren Arbeitgeber<br />

ein.<br />

Nach dem ersten Kontakt mit HORN<br />

France folgten kurz darauf die ersten Tests.<br />

Zum Einsatz brachten die HORN-Techniker<br />

das Frässystem DTM mit einem Durchmesser<br />

von 80 mm. Die Zähnezahl beträgt z = 7.<br />

Als Schneidstoff kommt zur Bearbeitung<br />

der Alu-Legierung polykristalliner Diamant<br />

(PKD) zum Einsatz. Der PKD-Schneidstoff<br />

20 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

setzt sich aus einer Mixtur unterschiedlicher<br />

Größen von Diamantkörnern zusammen.<br />

Der Volumenanteil von Diamant<br />

steigt, Wirkhärte, Zähigkeit und Schneidenqualität<br />

ebenso. Strenge Qualitätsstandards<br />

und deren Kontrolle sind selbstverständlich<br />

und sorgen für eine starke Leistung.<br />

Die hohe Gleiteigenschaft der Diamantoberfläche<br />

in Kombination mit der<br />

internen Kühlmittelzufuhr beugt der Bildung<br />

von Aufbauschneiden vor. Im Einsatz<br />

fräst das Werkzeug mit einer Schnittgeschwindigkeit<br />

von v c = 600 m/min, einer<br />

Zustellung von a pc = 0,1 mm und einem Vorschub<br />

pro Zahn von f zc = 0,01 mm über das<br />

Werkstück. Die Oberfläche erreicht nahezu<br />

Spiegelglanz. „Für das Fräsen von hochglänzenden<br />

Oberflächen kommt normalerweise<br />

monokristalliner Diamant zum<br />

Einsatz. Mit der hohen Schneidenqualität<br />

der PKD-Schneidkanten lassen sich jedoch<br />

auch sehr gute Oberflächengüten erzeugen.<br />

Die Oberfläche ist immer das Spiegelbild<br />

der Schneidkantenqualität“, erklärt der<br />

HORN-Techniker Roger Kasper.<br />

Haltersystem mit<br />

Aluminiumgrundkörper<br />

Neben der Qualität der Schneideinsätze<br />

spielt das Haltersystem eine entscheidende<br />

Rolle. Die Plattensitze des Trägerwerkzeugs<br />

sind mit einem Justiersystem ausgestattet.<br />

Der Planlauf lässt sich somit über<br />

ein Voreinstellgerät µ-genau einstellen.<br />

Das Justiersystem der Schneideinsätze ist<br />

be dienerfreundlich gestaltet. Der Aluminiumgrundkörper<br />

der Trägerwerkzeuge<br />

bietet eine geringe Masse für einen geringen<br />

Energieaufwand bei Positiv- und<br />

Negativbeschleunigungen. Die verringerte<br />

Masse gegenüber dem Stahlfräser sorgt<br />

auch für schnellere Hochlauf- beziehungsweise<br />

Bremszeiten. Somit sind hochdynamische<br />

Fräsprozesse möglich. Um dem<br />

Verschleiß am Grundkörper durch Spanschlag<br />

vorzubeugen, ist er mit einer schützenden<br />

Hardcoat-Beschichtung versehen.<br />

„Die Qualität des Fräsergebnisses hat<br />

uns voll überzeugt. Je besser die Fertigungsqualität,<br />

desto besser die Qualität<br />

unserer Motorräder. Neben den<br />

Dichtflächen fräsen wir auch Dekorflächen<br />

mit dem Werkzeug“, sagt Midy. Er<br />

hat den Motor der Midual Type 1 komplett<br />

selbst entwickelt und fertigt die<br />

meisten Teile des Motors auch selbst.<br />

Das Aggregat hat einen Hubraum von<br />

1.036 cm 3 und eine Leistung von 107 PS<br />

bei einer Umdrehung von 7.800 1/min.<br />

Das maximale Drehmoment von 98 Nm<br />

liegt bei 6000 1/min an. Bei der Entwicklung<br />

des Motors ging es Midy nicht um<br />

die maximale Leistung und brachiale<br />

Kraft. Er entwickelte einen komfortablen<br />

und langlebigen Antrieb für die Landstraße.<br />

„Ich fahre meine Midual nahezu täglich<br />

und habe schon über 200.000 km auf<br />

dem Zähler“, so Midy. Das Sechsganggetriebe<br />

stammt ebenfalls aus der Feder des<br />

Franzosen. Für die Fertigung des Getriebes<br />

besitzt er in seinem Maschinenpark noch<br />

nicht die nötigen Maschinen. Er lässt es<br />

bei einem Zulieferer in Spanien fertigen.“<br />

Kleine Details<br />

Egal, wo das Auge hinschaut: Jedes einzelne<br />

Bauteil der Type 1 ist durchdacht, von<br />

hoher Qualität und wenn möglich aus dem<br />

Vollen gefräst. So fertigt Midy sogar die<br />

Schrauben zur Halterung der Lederapplikationen<br />

selbst. Da er in seinem Maschinenpark<br />

noch keine CNC-Drehmaschine<br />

besitzt, sind die Schrauben gefräst und mit<br />

dem Midual Logo graviert. Zum Trennfräsen<br />

setzt er hierzu auf das Zirkular-Frässystem<br />

von HORN. Neben dem Nut- und Zirkularfräsen<br />

zeigt das System auch beim<br />

Trennfräsen hohe Leistungen. Nach dem<br />

Fräsen ist vor dem Polieren: Die Schraubenköpfe<br />

erhalten wie jedes Teil einer<br />

Type 1 die entsprechende Nachbehandlung<br />

von Hand.<br />

Für das Stoßen von Steckverzahnungen<br />

setzt Midy auf das HORN-Werkzeugsystem<br />

Supermini des Typs N105. Die Steckverzahnung<br />

wird beispielsweise bei dem Fußhebel<br />

für die Schaltung der Gänge benötigt.<br />

Die präzisionsgeschliffene Werkzeugschneide<br />

gleicht hierbei dem Profil der<br />

Verzahnung. Im Stoßprozess liegt die<br />

Zustellung der Einzelhübe bei 0,1 mm.<br />

Nach der Fertigstellung eines Zahns dreht<br />

die Spindel weiter, um mit dem nächsten<br />

Zahn fortzufahren.<br />

Blick in die Zukunft<br />

Midy hat schon rund 40 seiner Midual<br />

Type 1 gebaut. Der Motorrad-Virtuose<br />

entwickelt bereits seine Type 2. Auch hierzu<br />

benötigt er die Unterstützung seiner<br />

Partner. „Wir freuen uns schon sehr<br />

auf die nächsten Projekte. Wir sind froh,<br />

starke Partner wie HORN an unserer Seite<br />

zu haben, die uns mit ihren Lösungen und<br />

ihrem Know-how unterstützen“, resümiert<br />

Midy.<br />

weitere Infos: www.horn-group.com<br />

Das HORN-Frässystem DTM sorgt mit den PKD-Schneideinsätzen<br />

für hohe Oberflächengüten auf den Aluminium-Bauteilen<br />

Das Midual-Team mit den Experten von HORN – eine erfolgreiche<br />

Zusammenarbeit (Quelle: HORN/Sauermann)<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 21


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Und der Span bricht doch<br />

Internationale Regularien begrenzen die<br />

Bleianteile in Kupferlegierungen. Das ist<br />

gut für Gesundheit und Natur, stellt Hersteller<br />

und Zerspaner aber vor große –<br />

oder vielleicht besser – lange Herausforderungen.<br />

Denn ohne Blei in der Legierung<br />

bilden sich oft ellenlange Späne. Zusammen<br />

mit Experten der Wieland Gruppe<br />

haben sich die Werkzeugspezialisten von<br />

ISCAR des Themas angenommen. Im Tech -<br />

Center in Ettlingen erarbeiteten sie gemeinsam<br />

eine breite Palette an Bohrern,<br />

Fräsern, Dreh- und Stechwerkzeugen, mit<br />

denen sich bleifreies Messing problemlos<br />

zerspanen lässt.<br />

1820 aus einer Glockengießerei in Ulm<br />

hervorgegangen, ist die Wieland Gruppe<br />

heute ein international agierender Anbieter<br />

von Kupferlegierungen, Halbfabrikaten<br />

aus Kupfer sowie von Komponenten- und<br />

Systemlösungen. Mit einem globalen Netz<br />

von mehr als 80 Produktionsstätten, Service-<br />

und Handelshäusern sowie rund<br />

10.000 Mitarbeitenden bietet das Unternehmen<br />

ein breites Produkt-, Technologie-<br />

und Serviceportfolio. Vom Prototyp<br />

bis zur Serienfertigung entwickelt Wieland<br />

Lösungen unter anderem für die Auto -<br />

motive-, Luft- und Raumfahrt-, Elektronik-,<br />

Kälte- und Klimatechnik-Branche.<br />

REACH Annex 17, RoHS, DWD und ELV –<br />

zahlreiche internationale Regularien be -<br />

gren zen den Bleigehalt in Kupferlegierungen.<br />

Bislang eingesetzte und bewährte<br />

Werkstoffe sind damit auf lange Sicht<br />

nur noch bedingt nutzbar. Deshalb hat<br />

Wieland mit der ecoline-Serie eine Familie<br />

an bleifreien Produkten entwickelt, die<br />

diese ersetzen sollen. Doch deren Zerspanung<br />

stellt neue Anforderungen, denn Blei<br />

verleiht in den bleihaltigen Messing-Legierungen<br />

spezifische Eigenschaften, verbessert<br />

zum Beispiel ihre Zerspanbarkeit und<br />

die Werkzeugstandzeit.<br />

Geringer Bleigehalt –<br />

große Herausforderungen<br />

Industriell wichtige Zerspanungsmessinge<br />

enthalten beispielsweise zwischen 0,5 und<br />

3,5 % Blei in kleinen Partikeln als Spanbrecher.<br />

Das Element liegt im Materialgefüge<br />

in fein dispersen Partikeln vor. Je mehr<br />

Blei enthalten ist, umso besser lässt sich<br />

der Werkstoff bearbeiten. Blei sorgt für<br />

eine gewisse Schmierung beim Zerspanen<br />

und für kurze Späne. „Die Herausforderung<br />

besteht darin, diese Charakteristika auch<br />

bei Bleifreiheit sicherzustellen“, erklärt<br />

Angelos Tanios, Prozessingenieur bei<br />

Wieland. Um diese Eigenschaften im bleifreien<br />

Messing verfügbar zu machen, setzt<br />

Wieland bei seinen ecoline-Legierungen,<br />

wie zum Beispiel eco SZ3, Silizium und<br />

Phosphor ein. Die sich bildenden Phosphide<br />

sind in der Legierung ähnlich wie Bleipartikel<br />

verteilt und dienen als Sollbruchstellen<br />

für die Späne. Damit erreichen die<br />

neuen Werkstoffe eine sehr gute Zerspanbarkeit.<br />

Nichtsdestotrotz stellen bleiarme<br />

oder -freie Werkstoffe Herausforderungen<br />

an den Zerspanprozess, um die außerordentliche<br />

Performance bleihaltiger Werkstoffe<br />

zu erreichen. „Bei Tests beobachteten<br />

wir teilweise einen erhöhten Verschleiß<br />

an den Schneiden, und es bildeten<br />

sich stellenweise Grate an Bauteilen“, sagt<br />

Christian Erb, Application Engineer bei<br />

Wieland. „Kritisch ist auch, dass lange<br />

Späne entstehen können, die sich um<br />

Werkzeuge wickeln, den Prozessraum<br />

in der Maschine verstopfen und schließlich<br />

auch das Entfernen der Späne aus der<br />

Anlage erschweren.“<br />

Dem Team um Christian Erb und Angelos<br />

Tanios war klar, dass sich auch das bleifreie<br />

Material wirtschaftlich und prozesssicher<br />

bearbeiten lassen müsste – mit dem<br />

passenden Werkzeug. Deshalb wandten<br />

sie sich an ihren langjährigen Werkzeugpartner<br />

ISCAR und schilderten Florian<br />

Schöffler, Beratung und Verkauf, und<br />

Anwendungstechniker Martin Staudacher<br />

das Thema. Da noch nicht viele Unternehmen<br />

mit dem neuen bleifreien Messing<br />

arbeiten, fehlten auch den Werkzeugspezialisten<br />

Erfahrungswerte für Empfehlungen.<br />

„Aber wir haben für solche Fälle<br />

ja ein Ass im Ärmel – unser TechCenter in<br />

Ettlingen“, sagt Florian Schöffler. Auf dem<br />

bestens ausgestatteten „Spielplatz für<br />

große Jungs“ testet ISCAR einerseits die<br />

eigenen Produkte, löst aber andererseits<br />

vor allem auch die technischen Probleme<br />

seiner Kunden. „Also luden wir das Wieland-<br />

Team nach Ettlingen ein, um gemeinsam<br />

Lösungen auszuknobeln“, sagt Martin<br />

Staudacher. „Im TechCenter konnten wir<br />

ausprobieren, was am besten funktioniert.<br />

Probieren geht ja erfahrungsgemäß über<br />

studieren.“<br />

Das TechCenter birgt die Lösung<br />

Mit Standardwerkzeugen von ISCAR lässt sich auch bleifreies Messing problemlos zerspanen<br />

In der ecoline-Familie von Wieland finden<br />

sich Legierungen mit ganz unterschiedlichen<br />

Eigenschaften, um die verschiedenen<br />

Anforderungen der Anwender abzubilden.<br />

Für die Versuche im TechCenter<br />

stellten die Materialexperten aus Ulm<br />

22 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Die eingesetzten Werkzeuge mit Stahlgeometrie erzeugten<br />

schön geformte, kurze Späne, die sich leicht evakuieren lassen<br />

Nur für den Formeinstich kam ein Sonderwerkzeug zum Einsatz:<br />

er wurde mit einem genau angepassten fünfschneidigen PENTA<br />

27-Schneideinsatz mit eingelasertem Spanformer gesetzt<br />

Drei-Meter-Stangenmaterial aus eco SZ3<br />

(CuZn40SiP) in Durchmessern von 26 und<br />

38 mm zur Verfügung. „Wir haben uns für<br />

diese Legierung entschieden, weil sie in<br />

ihren Eigenschaften den weit verbreiteten<br />

Messingen CW614 und CW617 am nächsten<br />

kommt“, sagt Christian Erb. „So können<br />

wir einen breiten Anwendungsbereich<br />

abdecken.“<br />

Bei bleihaltigem Material funktionieren<br />

in der Regel extrem scharfe Werkzeuge,<br />

etwa Alu-Geometrien, am besten. „In SZ3<br />

führten aber genau diese Werkzeuge bei<br />

unseren Tests zu extrem langen Spänen“,<br />

sagt Werner Lederbogen, Arbeitsvorbereitung<br />

bei Wieland. „Wir wechselten deshalb<br />

auf weniger scharfe Stahlgeometrien mit<br />

Schutzfase. Das hat dann prima geklappt.“<br />

Marco Huck, Application Engineer im<br />

TechCenter bei ISCAR ergänzt: „Besonders<br />

Schneidstoffe mit passendem C-Spanformer<br />

sowie einer sehr glatten und polierten<br />

Beschichtung erlauben einen guten Spanablauf.“<br />

Welches Coating genau sich<br />

schließ lich als das Beste für bleifreie Werkstoffe<br />

erweisen wird, lasse sich erst sagen,<br />

wenn es bei einem konkreten Anwendungsfall<br />

auch um Standzeiten der Werkzeuge<br />

gehe.<br />

Versuche auf Lang- und Kurzdrehern<br />

Das 26er-Material sollte auf dem Langdreher<br />

zerspant werden. Um die typischen<br />

Bearbeitungen in der Industrie abzubilden,<br />

entstand ein Bauteil, das einem<br />

Anschlussstück nachempfunden ist – in<br />

einem Rutsch und fast ausschließlich mit<br />

Standardwerkzeugen. Zum Ab- und Einstechen<br />

nutzte das TechCenter-Team den<br />

ressourcenschonenden DOGRIP mit einem<br />

nur einen Millimeter schmalen Schneideinsatz.<br />

Bohrungen setzten sie mit einem<br />

SOLIDDRILL-Vollhartmetall (VHM)-Bohrer<br />

und mit SUMOCHAM-Wechselkopfbohrern<br />

mit Ø 32 und 4 mm. Beim Drehen und Vordrehen<br />

leisteten ISOTURN-Werkzeuge mit<br />

F1M-Spanfomer gute Dienste. Mit dem<br />

neuen dreischneidigen PICCO3CUT brachten<br />

sie Fasen ein und schlichteten die Innen<br />

korrekturen, Schlüsselflächen frästen<br />

sie mit einem vierschneidigen<br />

MULTIMASTER- VHM-Fräser in der verschleißfesten,<br />

TiAlN PVD-beschichteten<br />

Feinstkornsorte IC908. Das Gewinde mit<br />

1,5er-Steigung schnitten die Zerspaner mit<br />

einem ISCARTHREAD-Gewindefräser mit<br />

ISO-WSP. Nur für den Formeinstich kam ein<br />

Sonderwerkzeug zum Einsatz: er wurde<br />

mit einem genau angepassten fünfschneidigen<br />

PENTA 27-Schneideinsatz mit eingelasertem<br />

Spanformer gesetzt. „Der gesamte<br />

Prozess von der Stange bis zum fertigen<br />

Teil dauert so nur rund zwei Minuten und<br />

bringt sehr gute Ergebnisse“, sagt Thomas<br />

Eiberle, Einrichter bei Wieland.<br />

Das Material mit Ø 38 mm zerspanten<br />

die Tüftler auf einem Kurzdreher. Als Testobjekt<br />

entstand eine Gleitlagerbuchse, für<br />

die tatsächlich existierende Komponenten<br />

Modell standen. Das Stangenmaterial<br />

wurde mit dem neuen dreischneidigen<br />

QUICKTLOCK mit extrem stabiler Klemmung<br />

geschruppt und mit dem LOGIQ-<br />

6TURN geschlichtet, der positiven Wendeschneidplatte<br />

mit sechs 55-Grad-Schneiden.<br />

Ein vierschneidiger MULTIMASTER-<br />

VHM-Fräser setzte die Schlüsselflächen.<br />

Mit einem DR-TWIST-Bohrer mit Ø 32 mm<br />

brachte das Team eine Stirnbohrung ein<br />

und drehte sie mit einer WHISPERLINE-<br />

Bohrstange aus. Für den Einstich nutzten<br />

die Zerspaner auch hier den DOGRIP<br />

mit der Schnittbreite von nur einem Millimeter.<br />

„Bei der erfolgreichen Bearbeitung<br />

auf dieser Maschine unterstütze zudem<br />

das Schnellwechselsystem Varia-VX unseres<br />

Partners EWS, das die Rüstzeit reduziert<br />

und das Drehmoment sicher überträgt.<br />

Dazu kommt der kollisionsoptimierte<br />

Werkzeugadapter SPANNTOP mini 65<br />

unseres Partners Hainbuch, mit dem wir<br />

ganz nah ans Futter fahren können“, erklärt<br />

Jörg Huber, Application Engineer im Tech-<br />

Center bei ISCAR.<br />

Das Werkzeug macht’s<br />

Die Testergebnisse auf beiden Anlagen<br />

überzeugten. Mit den eingesetzten Werkzeugen<br />

kann das Expertenteam die Bauteile<br />

sowohl auf dem Lang- wie auf dem<br />

Kurzdreher prozesssicher und in einem<br />

Zug herstellen. „Wir haben durchgehend<br />

schöne kurze Späne und die Oberflächenqualität<br />

stimmt auch“, sagt Christian<br />

Erb zufrieden. Angelos Tanios bringt die<br />

Erkenntnisse auf den Punkt: „Mit dem passenden<br />

Werkzeug lässt sich eben auch<br />

bleifreies Material problemlos zerspanen.“<br />

weitere Infos: www.iscar.de<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 23


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Medizintechnik<br />

Optimierte Miniaturbearbeitung für maximale Effizienz<br />

Effizienter fräsen, länger mannlos produzieren,<br />

seltener wechseln: gemeinsam mit<br />

Tungaloy-NTK Germany hat der Dentaltechnik-Hersteller<br />

Hager & Meisinger GmbH<br />

die Miniaturbearbeitung seiner Implantatkomponenten<br />

strategisch optimiert.<br />

Grundlage für diesen Erfolg war das strukturierte<br />

5-Stufen-Programm „RoadMAP<br />

to Success“ von Tungaloy-NTK Germany –<br />

ein praxisbewährter Fahrplan zur systematischen<br />

Senkung der Stückkosten und<br />

nach haltigen Steigerung der Produktivität.<br />

Durch detaillierte Prozessanalyse und<br />

gezielte Werkzeugauswahl entlang dieses<br />

„Erfolgsplanes“ konnten die Werkzeug-<br />

Standzeiten um bis zu 30 Prozent erhöht,<br />

die mannlosen Produktionszeiten vervierfacht,<br />

die Bearbeitungsqualität verbessert<br />

und die Produktivität um über 20 Prozent<br />

gesteigert werden.<br />

Wenn es um Mikrometer geht, versteht<br />

Meisinger keinen Spaß – aber umso mehr<br />

von Präzision. Seit 1888 fertigt das Unternehmen<br />

aus Neuss hochwertige medizintechnische<br />

Instrumente und gilt als einer<br />

der ältesten und effizientesten Hersteller<br />

dentaler Rotationsinstrumente weltweit.<br />

Mit einem klaren Fokus auf die Anforderungen<br />

von Zahnärzten, Implantologen und<br />

Laboren hat sich Meisinger über Generationen<br />

hinweg einen Namen als Innovationsführer<br />

gemacht – national wie international.<br />

Besonders in der Implantologie<br />

setzt Meisinger Maßstäbe: Die Produktpalette<br />

reicht von Systemen zur Implantatbett-Aufbereitung<br />

bis hin zu Mikro-Im -<br />

plantatschrauben mit gerade einmal<br />

einem Millimeter Durchmesser.<br />

Höchste Anforderungen –<br />

null Toleranz<br />

„Unsere Produkte bewegen sich im Grenzbereich<br />

des Machbaren. Umso wichtiger<br />

ist es, dass wir uns auf jedes Werkzeug<br />

hundertprozentig verlassen können –<br />

sonst können wir keine hundertprozentige<br />

Qualität garantieren“, bringt Dennis<br />

Wörster, Leiter Drehtechnik bei Meisinger,<br />

die Herausforderung auf den Punkt. Die<br />

Bearbeitung von Miniaturbauteilen wie<br />

Zugankerschrauben und Widerlagerhülsen<br />

verlangt weit mehr als nur verkleinerte<br />

Zerspanungsprozesse. Es geht um absolute<br />

Maßhaltigkeit, spiegelglatte Oberflächen<br />

und hundertprozentige Gratfreiheit<br />

– denn schon kleinste Abweichungen<br />

können die Funktion im Körper beeinträchtigen.<br />

Komplexe Geometrien, enge Toleranzen<br />

und die schwierige Zerspanbarkeit<br />

von Titan oder Edelstahl machen die Fertigung<br />

zusätzlich anspruchsvoll. Diese Werkstoffe<br />

sind zwar biokompatibel – aber auch<br />

hart, wärmeempfindlich und unforgiving<br />

bei der Bearbeitung.<br />

„Wir arbeiten mit sicherheitsrelevanten<br />

Bauteilen. Da darf nichts dem Zufall überlassen<br />

bleiben“, so Wörster. „Jeder Schritt<br />

muss stabil, wiederholbar und wirtschaftlich<br />

sein – gerade in der mannlosen Fertigung.“<br />

Ein Werkzeugbruch oder Verzug<br />

bedeutet nicht nur Ausschuss, sondern<br />

stört den gesamten Prozessfluss – bis<br />

hin zur Rückverfolgbarkeit. Umso wichtiger<br />

sind Werkzeuge, die nicht nur zuverlässig<br />

schneiden, sondern den Prozess mittragen<br />

– Tag für Tag. „Mit Tungaloy-NTK<br />

Germany haben wir einen Partner, der<br />

genau das versteht. Gemeinsam optimieren<br />

wir nicht nur Werkzeuge, sondern<br />

unsere komplette Fertigungsstrategie.“<br />

Prozesse mikrogenau durchleuchtet<br />

Bevor Optimierungen greifen können,<br />

braucht es einen präzisen Blick auf das<br />

Bestehende. Genau hier setzt die „Road-<br />

MAP to Success“ von Tungaloy-NTK<br />

Germany an: ein definierter 5-Stufen-Plan,<br />

der mit einer fundierten Analyse beginnt<br />

und in klar definierten Phasen – von der<br />

Konzeption über die Validierung bis zur<br />

Umsetzung – zielgerichtet zur Kostensenkung<br />

und Effizienzsteigerung führt. Jeder<br />

Schritt ist praxisnah, messbar und vielfach<br />

erprobt – für nachhaltige Erfolge in der<br />

Zerspanung.<br />

In einem ersten Schritt wurde deshalb<br />

gemeinsam mit den Anwendungstechnikern<br />

von Tungaloy-NTK Germany der<br />

gesamte Fertigungsprozess analysiert.<br />

Dabei wurden sämtliche Bearbeitungsschritte<br />

systematisch erfasst. Maschinenlaufzeiten,<br />

Ist-Zeiten und Werkzeugnutzung<br />

wurden dokumentiert, um Schwachstellen<br />

und Optimierungsmöglichkeiten<br />

sichtbar zu machen.<br />

ModuMiniTurn (oben) und<br />

MiniForceTurn (unten) zum<br />

Planen und Schlichten<br />

„Diese gründliche Analyse legte den<br />

Grundstein für alle weiteren Schritte: Sie<br />

zeigte klar, wo die Optimierungspotenziale<br />

lagen. Und sie ebnete den Weg für<br />

die passgenaue Konzeption einer Werkzeugstrategie,<br />

genau zugeschnitten auf<br />

die Bauteile und Anforderungen von<br />

Meisinger“, so Dominik Uhl, Produktspezialist<br />

für nicht rotierende Werkzeuge bei<br />

Tungaloy-NTK Germany.<br />

Kleine Werkzeuge,<br />

große Wirkung<br />

Statt einfach nur bestehende Werkzeuge<br />

auszutauschen, setzte Meisinger gemeinsam<br />

mit Tungaloy-NTK Germany auf einen<br />

strategischen Optimierungsansatz. Ganze<br />

Bearbeitungsabläufe wurden hinterfragt,<br />

neu strukturiert und sämtliche Schnittstellen<br />

– von der Maschine über die Spanntech<br />

nik bis hin zum Werkzeug – sorgfältig<br />

aufeinander abgestimmt. Zentraler Bestand<br />

teil der Optimierung war die voll-<br />

24 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Medizintechnik<br />

Werkzeuge & Werkstoffe<br />

ständige Bearbeitung von Widerlagerhülsen<br />

und Zugankerschrauben. „Ziel war es,<br />

möglichst viele Bearbeitungsschritte stabil,<br />

präzise und wirtschaftlich mit optimal<br />

abgestimmten Werkzeuglösungen abzudecken.<br />

Zum Einsatz kommen heute hochpräzise<br />

Wendeplatten- und Mikrowerkzeuge,<br />

die sich besonders bei engen<br />

To leranzen, komplexen Geometrien und<br />

schwer zerspanbaren Materialien bewährt<br />

haben“, erklärt Dominik Uhl.<br />

Beim Planen und Überdrehen der<br />

Bauteile verwendet Meisinger den<br />

ModuMiniTurn und den TetraMiniCut.<br />

ModuMiniTurn, das modulare Haltersystem<br />

für Langdrehmaschinen, ermöglicht<br />

sekundenschnellen Schneidkopfwechsel<br />

ohne Ausbau des Halters – bei gleichbleibend<br />

hoher Wiederholgenauigkeit von<br />

unter ±5 µm. Zusammen mit Tetra MiniCut,<br />

der dank seines 3-Punkt-Klemmsystems<br />

höchste Klemmsteifigkeit und Standzeiten<br />

bietet, entsteht eine Drehstrategie, die<br />

nicht nur effizient, sondern auch äußerst<br />

prozesssicher und präzise ist.<br />

Für die kleinsten Bohrungen setzt<br />

Meisinger auf den GigaMiniDrill. Die präparierte<br />

Schneide und die optimierte<br />

Spanraumgeometrie der VHM-Mikrobohrer<br />

sorgen für sichere Selbstzentrierung<br />

und gratfreie Bohrungen – selbst bei<br />

Durch messern ab 0,1 mm. Ergänzt wird das<br />

Bearbeitungskonzept durch TinyMiniTurn<br />

für das Innenausdrehen sowie DuoJustCut,<br />

das mit seinem stabilen Klemmsystem für<br />

präzise und wiederholgenaue Abstechvorgänge<br />

sorgt. Für das Fräsen der Schlüsselflächen<br />

an den Widerlagerhülsen kommt<br />

zusätzlich der modulare TungMeister zum<br />

Einsatz – schnell im Wechsel, zuverlässig in<br />

der Bearbeitung.<br />

Speziallösungen für<br />

besondere Anwendungen<br />

Ein zentraler Erfolgsfaktor war die enge<br />

Zusammenarbeit mit den Anwendungstechnikern<br />

von Tungaloy. Gemeinsam wurden<br />

Werkzeuge auf die spezifischen Anforderungen<br />

in der Titanbearbeitung angepasst<br />

– etwa durch eigens entwickelte<br />

Schneidengeometrien und Beschichtungen,<br />

die Standzeiten verlängern und die<br />

Oberflächengüte verbessern. Auch bei der<br />

Auslegung von Spannfuttern und Werkzeugaufnahmen<br />

stand Tungaloy-NTK<br />

Germany beratend zur Seite, um maximale<br />

Stabilität und optimale Schwingungsdämpfung<br />

zu erreichen.<br />

„Wir haben das große Ganze betrachtet –<br />

Werkstoff, Maschine, Werkzeug, Spanntechnik.<br />

Und genau das war der Schlüssel<br />

zum Erfolg“, betont Dennis Wörster. „Heute<br />

haben wir ein System, das uns nicht nur<br />

bessere Ergebnisse liefert, sondern auch<br />

effizienter und stabiler läuft als je zuvor.“<br />

Aus Zahlen werden Argumente<br />

GigaMiniDrill zum Bohren (oben),<br />

SolidMeister zum Planen (Mitte),<br />

TungMeister zum Flächenfräsen (unten)<br />

Strategien sind gut – messbare Ergebnisse<br />

sind besser. Die Fakten sprechen eine klare<br />

Sprache: Werkzeugstandzeiten erhöht,<br />

Be arbeitungszeiten reduziert, mannlose<br />

Schichten verlängert – die Produktivität<br />

legte auf ganzer Linie zu. Besonders eindrucksvoll<br />

war die Steigerung der mannlosen<br />

Produktionszeit: Sie konnte bei einem<br />

Produkt von zuvor zwei auf nun acht Stunden<br />

ausgedehnt werden. Das bedeutet:<br />

eine komplette Nachtschicht läuft heute<br />

zuverlässig ohne Bediener. „Diese Verlängerung<br />

ist ein echter Meilenstein für<br />

uns“, so Wörster. „Sie macht unsere Fertigung<br />

nicht nur effizienter, sondern auch<br />

planbarer – und sie senkt die Stückkosten<br />

spürbar.“<br />

Auch bei der Standzeit der Werkzeuge<br />

gab es einen spürbaren Fortschritt: im Vergleich<br />

zu den zuvor eingesetzten Lösungen<br />

konnte Meisinger ein Plus von bis zu<br />

30 % erzielen. Das bedeutet nicht nur weniger<br />

Werkzeugwechsel und geringere Stillstandszeiten,<br />

sondern auch eine deutlich<br />

stabilere Fertigung – ohne die ständige<br />

Sorge vor unerwarteten Ausfällen. Gleichzeitig<br />

sorgten die hohe Leistungsfähigkeit<br />

der Tungaloy-Werkzeuge und die feinjustierten<br />

Schnittparameter dafür, dass sich<br />

die Bearbeitungszeiten merklich verkürzten.<br />

Die Maschinen laufen heute runder,<br />

die Taktzeiten sind kürzer, und die Ausbringung<br />

pro Schicht ist spürbar gestiegen.<br />

Auch die wirtschaftliche Seite wurde<br />

unter die Lupe genommen. Das Ergebnis<br />

der Rechnung spricht eine deutliche Sprache:<br />

die verlängerten Standzeiten, die reduzierten<br />

Taktzeiten und die gesteigerte<br />

Prozesssicherheit führten insgesamt zu<br />

einer Produktivitätssteigerung von rund<br />

21 %. „Die Zahlen belegen, dass sich unsere<br />

gezielte Werkzeugoptimierung nicht nur<br />

qualitativ, sondern auch betriebswirtschaftlich<br />

auszahlt“, bringt es Dominik Uhl<br />

auf den Punkt.<br />

Weitere Optimierung in Sicht<br />

Der Erfolg markiert nicht das Ende, sondern<br />

vielmehr den Anfang weiterer Entwicklungen.<br />

Aktuell richtet sich der Fokus<br />

beispielsweise auf die Optimierung der<br />

Membranfixierungsschraube – ein Bauteil<br />

mit besonders filigraner Gewindegeometrie,<br />

geringen Wandstärken und engen Passungen.<br />

Für diese Anwendung kommt das<br />

MiniVLock-System zum Einsatz, das speziell<br />

für das präzise Gewindedrehen auf<br />

CNC-Drehautomaten entwickelt wurde.<br />

Dank seines einzigartigen Wendeschneidplatten-Klemmsystems<br />

mit V-förmiger<br />

Anlage sorgt es für maximale Stabilität<br />

und Prozesssicherheit. Erste Tests haben<br />

bereits gezeigt: MiniVLock überzeugt dort,<br />

wo Präzision, Stabilität und Kompaktheit<br />

auf kleinstem Bauraum gefragt sind.<br />

Auch das ShaperDuo befindet sich derzeit<br />

in der Erprobung – es soll künftig beim<br />

Innenprofilstoßen der Zugankerschrauben<br />

zum Einsatz kommen. Mit dem System<br />

lassen sich Sechskant-, Vierkant- und<br />

Torxprofile prozesssicher und formgenau<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 25


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Medizintechnik<br />

Zentraler Bestandteil der Optimierung war die vollständige<br />

Bearbeitung dentaltechnischer Komponenten wie etwa<br />

Widerlagerhülsen oder Zuganker<br />

TinyMiniTurn zum Innenausdrehen (links) und<br />

DuoJustCut (rechts) zum Abstechen „in action“<br />

herstellen, ganz ohne Sonderausstattung.<br />

Besonders bei kleinen Durchmessern<br />

punktet das Werkzeug durch seine<br />

geringen Schnittkräfte – ideal für filigrane<br />

medizinische Bauteile. Erste Tests an Sechskantgrößen<br />

zwischen 1,0 und 1,4 mm zeigen<br />

vielversprechende Ergebnisse: hohe<br />

Passgenauigkeit bei gleichzeitig spürbarer<br />

Kosteneinsparung.<br />

Eine Partnerschaft mit Tiefgang<br />

Die Zusammenarbeit hat sich für Meisinger<br />

als echter Gewinn erwiesen – technisch wie<br />

menschlich. Vom ersten Test bis zur Produktion<br />

be gleiteten die technischen Berater<br />

den Prozess mit großer Kompetenz,<br />

engem Austausch und einer klaren Handson-Mentalität.<br />

Ob bei der Werkzeug auswahl,<br />

der Feinabstimmung der Schnittparameter<br />

oder der Lösung komplexer Bearbeitungsfragen<br />

– Meisinger konnte sich<br />

je der zeit auf schnelle, fundierte Unterstützung<br />

verlassen. Auch im Tagesgeschäft<br />

überzeugt Tungaloy-NTK Germany<br />

durch Zuverlässig keit, kurze Reaktionszeiten<br />

und eine hohe Servicequalität.<br />

„Tungaloy ist für uns kein klassischer Lieferant,<br />

sondern ein echter Entwicklungspartner“,<br />

betont Dennis Wörster. „Wir profitieren<br />

nicht nur von den leistungsfähigen<br />

Werkzeugen, sondern vor allem von der<br />

intensiven Betreuung und dem Know-how-<br />

Transfer, der unsere Fertigung nachhaltig<br />

vorangebracht hat.“ Für Meisinger steht<br />

fest: diese partnerschaftliche Zusammenarbeit<br />

war nicht nur ein Projekt, sondern<br />

der Auftakt für eine kontinuierliche Weiterentwicklung<br />

– mit Tungaloy-NTK Germany<br />

als verlässlichem Partner an der Seite.<br />

weitere Infos: www.tungaloy-ntk.de<br />

Harte Diamantschichten schlagen die Brücke in den<br />

wachsenden Dentalmarkt<br />

Zahnersatz in Rekordzeit – direkt aus der<br />

CAD/CAM-Fräseinheit statt aufwendig im<br />

Labor gefertigt: die aktuellen Entwicklungen<br />

in der Dentaltechnik eröffnen innovative<br />

Möglichkeiten. Und sie verlangen nach<br />

überlegenen Technologien: denn unverzichtbar<br />

für die Fertigung von Zahnersatz<br />

aus Zirkonoxid-Rohlingen sind diamantbeschichtete<br />

Präzisionswerkzeuge in<br />

kleinsten Dimensionen – etwa vom führenden<br />

taiwanischen Hersteller IDI.<br />

Die Nachfrage ist riesig: allein in<br />

Deutschland benötigen rund acht Millionen<br />

Menschen jährlich Zahnersatz; mit der<br />

steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung<br />

wird auch diese Zahl weiter anwachsen.<br />

Global sind die Aussichten ebenfalls<br />

„zukunftssicher“: Mit dem steigenden<br />

Wohl stand geht in allen wirtschaftlich<br />

wachsenden Weltregionen der Wunsch<br />

nach ästhetischen Zähnen einher. Der<br />

Markt für makellos gefertigten Zahnersatz<br />

wächst infolgedessen stetig und zuverlässig<br />

mit.<br />

Ein Wandel macht sich bei der<br />

Herstellung des Zahnersatzes<br />

bemerkbar<br />

Die Zeichen stehen auf Effizienz: was lange<br />

Zeit nahezu kunstfertige Handarbeit<br />

im Dentallabor war, wird heute automatisiert<br />

gefertigt. Zahnlabore, aber vor allem<br />

Zahnarztpraxen selbst setzen zunehmend<br />

auf CAD/CAM-Fräseinheiten, um Kronen,<br />

Brücken und Inlays aus Zirkonoxid-Rohlingen<br />

passgenau herzustellen. In einem digitalisierten<br />

Verfahren wird das Gebiss gescannt<br />

und der Datensatz direkt in ein Fräsprogramm<br />

überführt. Anschließend wird<br />

aus dem vorgefertigten Rohling, dem so -<br />

ge nannten Blank, der Zahnersatz präzise<br />

herausgearbeitet – schnell, effizient und in<br />

höchster Qualität.<br />

Der eingesetzte keramische Werkstoff<br />

Zirkonoxid überzeugt durch Langlebigkeit,<br />

hervorragende Ästhetik und ausgezeichnete<br />

Biokompatibilität. Jedoch ist er auch<br />

sehr abrasiv und damit höchst verschleißintensiv<br />

für die Fräswerkzeuge. Konventionelle<br />

Fräser stoßen hier schnell an ihre<br />

Grenzen. Nur diamantbeschichtete Werk-<br />

26 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Medizintechnik<br />

Werkzeuge & Werkstoffe<br />

IDI Precision Machinery Ltd.<br />

IDI Tools (IDI Precision Machinery<br />

Ltd.) mit Sitz in Taichung, Taiwan, ist<br />

ein führender Hersteller von Präzisionswerkzeugen<br />

für die Formenbauund<br />

Dentalindustrie. Das Unternehmen<br />

bietet ein umfassendes Sortiment<br />

hochwertiger Fräswerkzeuge, die<br />

speziell für die Bearbeitung von<br />

Graphit, Zirkoniumdioxid, Titan,<br />

gehärtetem Stahl und Edelstahl entwickelt<br />

wurden. IDI steht für eine ingenieurorientierte<br />

Unternehmenskultur<br />

und höchste Fertigungsstandards.<br />

Dank modernster Schleiftechnologien<br />

und strenger Prozesskontrollen werden<br />

Werkzeugprofile mit Toleranzen<br />

von bis zu ±0,002 mm realisiert. Weltweit<br />

vertrauen Kunden auf die innovativen<br />

Lösungen von IDI, selbst bei<br />

anspruchsvollsten Anwendungen.<br />

Bearbeitung von Zirkonoxid-Rohlingen für<br />

Zahnersatz: Für seine bis zu 0,3 mm filigranen<br />

Mikro-Werkzeuge setzt der führende<br />

taiwanische Werkzeughersteller IDI Precision<br />

Machinery Ltd. ausnahmslos auf Diamant-<br />

Beschichtungen von CemeCon<br />

zeuge gewährleisten eine prozesssichere<br />

und wirtschaftliche Bearbeitung. Sie sind<br />

in diesem Anwendungsfeld die einzige<br />

technisch überzeugende Lösung.<br />

Vorsprung dank starkem<br />

Technologiepartner<br />

Für Werkzeughersteller, die bereits Diamant-Beschichtungen<br />

für ihre Qualitätswerkzeuge<br />

zur Bearbeitung von Graphit<br />

nutzen, eröffnet sich in der Dentaltechnik<br />

entsprechend eine große Marktchance.<br />

Denn sie können ihr Know-how zur Herstellung<br />

von Hartmetall-Fräsern in Dimensionen<br />

von wenigen Zehntelmillimetern<br />

übertragen.<br />

Auch der anspruchsvolle Markt der<br />

Den tal technik kann mit Hochleistungs-<br />

Be schichtungen perfekt bedient werden.<br />

In puncto Werkzeuggeometrien, Materialbeanspruchung<br />

und Dimensionierung<br />

sind die Anforderungen der Graphit- und<br />

Zirkon oxid-Bearbeitung vergleichbar. Für<br />

Partner von CemeCon ist der Schritt in diesen<br />

stetig wachsenden Zukunftsmarkt also<br />

klein. Der Wissenstransfer in die neue Branche<br />

ist schnell und einfach umsetzbar.<br />

In der Praxis bewährt:<br />

Diamantschichten für den Dentalmarkt<br />

Wie lohnend der Schritt in den Dentalmarkt<br />

sein kann, zeigt das Beispiel des erfolgreichen<br />

taiwanischen Werkzeugherstellers<br />

IDI Precision Machinery Ltd. Als<br />

einer der führenden Hersteller von CAD/<br />

CAM-Fräswerkzeugen für Formenbau und<br />

Dentaltechnik beliefert er neben dem<br />

asiatischen Markt vor allem die USA. Im<br />

Dentalbereich umfasst das IDI-Lieferprogramm<br />

Fräswerkzeuge in Durchmessern<br />

von 3 - 0,3 mm, jeweils in passgenauen Varianten<br />

für die Fräseinheiten der gängigen<br />

Branchenanbieter.<br />

Bei der Diamant-Beschichtung seiner<br />

Hochleistungswerkzeuge setzt IDI vollständig<br />

auf Qualität aus dem Hause<br />

CemeCon. IDI nutzt konsequent für alle<br />

Werkzeuge den Service des weltweit größten<br />

Beschichtungszentrums in Würselen<br />

und erhält so eine herausragende<br />

Beschichtungsqualität. Mit einer perfekt<br />

abgestimmten Logistik meistern die Partner<br />

die Transportwege, die die Werkzeuge<br />

aus Taichung nach Deutschland zurücklegen.<br />

Denn die konstante Gleichmäßigkeit<br />

und Homogenität der CemeCon Beschichtung<br />

auf den filigranen Werkzeugen sorgt<br />

für eine ansonsten unerreicht hohe Fräsqualität<br />

mit geringstmöglichen Toleranzen.<br />

Ein schlagkräftiges Argument, mit<br />

dem IDI seine Kunden begeistert und diese<br />

wiederum ihre Abnehmer überzeugen –<br />

Zahnärzte und Zahntechniker mit Fachwissen<br />

und hohen Qualitätsansprüchen.<br />

Dank Werkzeugen mit CemeCon Diamant-<br />

Beschichtungen können sie sich auf hochwertige,<br />

maßhaltige Zerspanungsergebnisse<br />

bei höchster Zuverlässigkeit und einfachstem<br />

Handling verlassen.<br />

Anwendungsspezifisch beschichtet<br />

CemeCon sogar Werkzeuge mit nur<br />

0,2 mm Durchmesser – hier spielt der Weltmarktführer<br />

für Diamant-Beschichtungen<br />

seine mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung<br />

in der Entwicklung dieser Technologie<br />

auch im Sinne der spezifischsten Anforderungen<br />

aus.<br />

Mit Mikro-Werkzeugen<br />

groß ins Geschäft kommen<br />

Bei CemeCon ist man sehr stolz darauf, seinen<br />

Kunden auch in neuen und zukunftsorientierten<br />

Geschäftsfeldern zum Erfolg<br />

verhelfen zu können. „Der Dentalbereich<br />

ist weit mehr als ein Nischenmarkt – er ist<br />

ein wachstumsstarker Technologietreiber,<br />

der industrielles Denken mit medizinischem<br />

Anspruch verbindet“, fasst Gerhard<br />

Hagedorn, CemeCon Produktmanager,<br />

Diamond, zusammen. „Für Werkzeughersteller<br />

mit Erfahrung im Mini- und Mikrobereich<br />

für die Graphitbearbeitung bietet<br />

sich hier die Möglichkeit, ihre Kompetenz<br />

auf einen weiteren, margenstarken Absatzmarkt<br />

zu übertragen – ohne dass sie das<br />

Rad neu erfinden müssen.“ Auch „Neueinsteigern“<br />

liefert CemeCon gerne die entscheidenden<br />

Schichtwerkstoffe für die<br />

Bearbeitung des hoch abrasiven Materials.<br />

Eine hervorragende Ausgangslage für<br />

den Erfolg schaffen passende Werkzeuge<br />

mit der richtigen Diamant-Beschichtung in<br />

jedem Fall.<br />

weitere Infos: www.cemecon.de<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 27


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Gut gerüstet für die Bearbeitung von<br />

anspruchsvollen Werkstoffen<br />

Sobald Materialien wie Nickel-Basisoder<br />

Titan-Legierungen zu zerspanen sind,<br />

werden die Grenzen der effizienten Fertigung<br />

oftmals schneller erreicht als einem<br />

lieb ist. Um dennoch in der Königsklasse<br />

der Zerspanung erfolgreich zu sein, hat<br />

CERATIZIT seine Fräserserie MonsterMill –<br />

ISO-S neu gedacht: die Kombination aus<br />

Hartmetall, Beschichtung und Geometrie<br />

ist perfekt aufeinander abgestimmt und<br />

macht stabile und schnittfreudige Werkzeuge<br />

möglich. Neben den bewährten 4-<br />

und 5-Schneidern gibt es nun auch den<br />

perfekten Schlichter im Bunde: den neuen<br />

6-Schneider MonsterMill – ISO-S.<br />

Die Bearbeitung von Inconel-, Hastelloy-,<br />

Waspaloy- und anderen Nickel-Basis-Legierungen<br />

(z. B. NiCr19Fe18Nb5Mg) ist im Vergleich<br />

zu herkömmlichen Werkstoffen<br />

deut lich anspruchsvoller und treibt die<br />

Kosten in der Zerspanung schonungslos<br />

nach oben. Die hohe Zugfestigkeit des<br />

Materials gepaart mit der besonderen Härte<br />

versetzen den Werkzeugverschleiß in<br />

den Zeitraffer. Nur mit speziell auf diesen<br />

Werkstoff ausgelegten Werkzeugen wie<br />

dem MonsterMill – ISO-S von CERATIZIT<br />

gelingt es, den Verschleiß zu minimieren,<br />

höchste Standzeiten zu erzielen und für<br />

sichere Prozesse zu sorgen.<br />

Mit angepasster Geometrie<br />

gegen Vibrationen und Hitze<br />

„Bei der Bearbeitung von Nickel-Basis-<br />

Legierungen gibt es besondere Herausforderungen“,<br />

weiß Michael Wucher, Global<br />

Product Manager - VHM-Fräsen. Eine<br />

davon ist die geringe Wärmeleitfähigkeit<br />

des Werkstoffs. Diese führt dazu, dass sich<br />

die Wärme auf das Werkzeug konzentriert,<br />

anstatt sich im Werkstück zu verteilen.<br />

„Daher haben wir die neuen Fräser geometrisch<br />

so angepasst, dass schon im Bearbeitungsprozess<br />

möglichst wenig Hitze<br />

entsteht: durch polierte Spannuten und<br />

perfekt angepasste Beschichtung wird Reibung<br />

minimiert und ein effizienter Spanabfluss<br />

gewährleistet.“<br />

Ungleichgeteilte Schneiden und ein variabler<br />

Drallwinkel reduzieren Schwingungen<br />

nachhaltig, was die Zerspanleistung<br />

Um das Maximum an Wärme abzuführen, wurde der MonsterMill – ISO-S geometrisch<br />

so angepasst, dass schon im Bearbeitungsprozess möglichst wenig Hitze entsteht:<br />

durch polierte Spannuten und perfekt angepasste Beschichtung wird<br />

Reibung minimiert und ein effizienter Spanabfluss gewährleistet<br />

des Werkzeugs deutlich erhöht und Werkzeugbrüchen<br />

entgegenwirkt. Auch die<br />

Ober flächengüte des Werkstücks wird dadurch<br />

erheblich verbessert und verringert<br />

somit den Nachbearbeitungsaufwand.<br />

Standzeitstark und nachhaltig<br />

dank Nachschleifbarkeit<br />

Auch die Mikrogeometrie des Werkzeugs<br />

wurde optimal auf das zu bearbeitende<br />

Material abgestimmt. Eine spezielle, präzise<br />

ausgeführte Schneidkantenpräparation<br />

reduziert die Schnittkräfte und stabilisiert<br />

die Schneidkanten, was zu einer signifikanten<br />

Erhöhung der Standzeit führt. „Und da<br />

wir schon beim Neuprodukt an den Nachschliff<br />

denken, bringt die gesamte Konstruktion<br />

deutliche Vorteile beim Nachschleifprozess“,<br />

versichert Michael Wucher.<br />

Die speziell für diese Fräser entwickelte<br />

DPX22S-Dragonskin-Beschichtung wurde<br />

pass genau auf den Einsatz in Nickel-Basis-Legierungen<br />

konstruiert. Sie wird in<br />

Schichtdicken von 4 - 6 µm aufgetragen und<br />

bietet hohe thermische Stabilität und<br />

ex treme Verschleißbeständigkeit durch<br />

den speziellen Schichtaufbau.<br />

Perfekt für die Luftfahrtbranche<br />

Der MonsterMill ISO-S ist als 4-Schneider in<br />

zwei Längenvarianten im Durchmesserbereich<br />

3-20 mm verfügbar. Diese Werkzeuge<br />

werden in den Schaftformen HA und<br />

HB angeboten. Alle Fräser sind mit einem<br />

Eckenradius von RE 0,2 - 5,0 mm ausgeführt.<br />

Der 5-Schneider ist auch in den Schaftformen<br />

HA und HB erhältlich, im Durchmesserbereich<br />

3 - 16 mm und mit unterschiedlichen<br />

Eckenradien. In den Durchmessern<br />

6 - 16 mm und in der Schaftform HA wird der<br />

neue 6-Schneider angeboten. Die Werkzeuge<br />

sind mit einem Eckenradius von<br />

0,2 - 2 mm ausgeführt. Damit werden die<br />

gängigsten Maße für die Luft- und Raumfahrtindustrie<br />

bereitgestellt, auch Sondermaße<br />

lassen sich auf Anfrage realisieren.<br />

Michael Wucher erlaubt einen Ausblick:<br />

„Wir haben schon einige interessante<br />

praxis relevante Erweiterungen der Serie in<br />

der Planung, die den ISO-S-Spezialisten<br />

noch universeller einsetzbar machen wird.“<br />

Für die Zerspanung hochwarmfester<br />

Ma terialien wie Titan und diversen Superlegierungen<br />

wie sie in der Luftfahrtindustrie<br />

an der Tagesordnung stehen, hat CERATIZIT<br />

zudem weitere Lösungen im Portfolio. Beispielsweise<br />

das additiv gefertigte Wendeplattenfräser-System<br />

MaxiMill – 211-DC,<br />

das dank der idealen Düsenposition eine<br />

zielgerichtete Kühlung zur Temperaturkontrolle<br />

und zum Standzeitenschutz der<br />

Werkzeuge mitbringt.<br />

weitere Infos: www.ceratizit.com<br />

28 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Innovative Schleiflösung für die Luft- und<br />

Raumfahrtindustrie<br />

Die neue Norton AEROS überzeugt mit<br />

außergewöhnlicher Präzision und Effizienz<br />

beim Schleifen temperaturempfindlicher<br />

Legierungen. Dank innovativer Technologien<br />

zeigt die leistungsstarke Schleifscheibe<br />

für die Luft- und Raumfahrt selbst<br />

bei anspruchsvollen Flach- und Tiefschleif -<br />

anwendungen herausragende Ergebnisse.<br />

Die Scheibe wurde speziell für komplexe,<br />

auf hohe Präzision ausgelegte Prozesse<br />

entwickelt und ermöglicht unter anderem<br />

reduzierte Rüstzeiten, eine längere Standzeit<br />

sowie eine verbesserte Werkstückqualität<br />

bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität.<br />

Umfangreiche Tests und Fallstudien<br />

mit vergleichbaren Schleiflösungen<br />

belegen die Leistungsstärke der neuen<br />

Schleifscheibe. Die neue Norton AEROS<br />

überzeugt mit außergewöhnlicher Präzision<br />

und Effizienz beim Schleifen temperaturempfindlicher<br />

Legierungen. Dank innovativer<br />

Technologien zeigt die leistungsstarke<br />

Schleifscheibe für die Luft- und<br />

Raum fahrt selbst bei anspruchsvollen<br />

Flach- und Tiefschleifanwendungen herausragende<br />

Ergebnisse. Die Scheibe wurde<br />

speziell für komplexe, auf hohe Präzision<br />

ausgelegte Prozesse entwickelt<br />

und ermöglicht unter anderem reduzierte<br />

Rüstzeiten, eine längere Standzeit<br />

sowie eine verbesserte Werkstückqualität<br />

bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität.<br />

Umfangreiche Tests und Fallstudien<br />

mit vergleichbaren Schleiflösungen<br />

belegen die Leistungsstärke der neuen<br />

Schleifscheibe.<br />

Die Neuentwicklung von Norton zeichnet<br />

sich vor allem durch eine einzigartige<br />

Kombination aus scharfen Körnern und<br />

beständigen Bindungseigenschaften aus.<br />

Das Ergebnis ist ein deutlich schnellerer<br />

und höherer Materialabtrag, mit dem Prozesszeiten<br />

reduziert und Betriebskosten<br />

gesenkt werden können. Gleichzeitig steht<br />

AEROS für eine verbesserte Formstabilität<br />

der Werkstücke.<br />

Verbesserte Werkstückqualität und<br />

längere Standzeit<br />

Dank der innovativen Bindungstechnologie<br />

und einer neuartigen Porositätsstruktur<br />

benötigt Norton AEROS weniger Leistung<br />

und zudem weniger Druck beim Zerspanen<br />

als vergleichbare Schleifscheiben.<br />

Auf diese Weise wird die Wärmeentwicklung<br />

minimiert, wobei die Integrität des<br />

Metalls erhalten bleibt. Die feine, auf der<br />

Scheibe optimal verteilte Porenstruktur<br />

sorgt für eine stabile Zerspanungsleistung<br />

und damit für eine gleichbleibend hohe<br />

Qualität der gefertigten Teile. Die neue<br />

Bindung bietet darüber hinaus eine höhere<br />

Kornhaltekraft, wodurch die Formstabilität<br />

verbessert wird und sich die Notwendigkeit<br />

häufiger Abrichtvorgänge reduziert.<br />

Erreicht wird so eine längere Standzeit der<br />

Scheibe, was erhebliche Einsparungen<br />

beim Scheiben- und Abrichterwechsel mit<br />

sich bringt.<br />

Deutlich verbesserter Prozess<br />

„Die Leistung der Norton AEROS ist in<br />

Tests und Fallstudien mit vergleichbaren<br />

Schleifscheiben eingehend geprüft worden",<br />

erklärt Norton Anwendungstechniker<br />

Stefan Ohnesorg. In der Studie zum Flachbeziehungsweise<br />

Tiefschleifen konnten<br />

eine 25 % längere Standzeit und eine 20 %<br />

kürzere Prozesszeit unter Beweis gestellt<br />

werden – bei gleichbleibender Qualität<br />

der Teile, einem Tischvorschub von + 20 %,<br />

weniger Arbeitsgängen und tieferen<br />

Schnitten. Die zweite Fallstudie zum Oberflächen-<br />

beziehungsweise Tiefenschleifen<br />

zeigt ebenfalls eine 25 % längere Standzeit.<br />

Die Prozesszeit hat sich hier um 18 %<br />

verkürzt und der Tischvorschub lag sogar<br />

bei + 50 %."<br />

weitere Infos: www.nortonabrasives.com<br />

Die neue Norton AEROS Schleifscheibe überzeugt mit außergewöhnlicher<br />

Präzision und Effizienz beim Schleifen temperaturempfindlicher<br />

Legierungen in der Luft- und Raumfahrtindustrie<br />

Die neue Bindung bietet eine höhere Kornhaltekraft, wodurch die<br />

Formstabilität verbessert wird und sich die Notwendigkeit<br />

häufiger Abrichtvorgänge reduziert<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 29


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Das Werkzeug fürs Werkzeug<br />

Im unterfränkischen Großostheim stellt<br />

die MAAG Germany GmbH Anlagen für<br />

die Kunststoffindustrie her. Für die Maschinen<br />

werden Schneidrotoren benötigt, die<br />

mit ihren Hartmetallschneiden den Zer -<br />

spanungs werkzeugen der INGERSOLL<br />

WERKZEUGE GMBH nicht unähnlich sind,<br />

von der ein neuartiger Scheibenfräser für<br />

die Bearbeitung des Grundkörpers der<br />

Rotoren kommt.<br />

Mit derzeit rund 490 Mitarbeitern blickt<br />

der 1967 gegründete Fertigungsstandort<br />

in Großostheim auf eine lange Firmengeschichte<br />

zurück. MAAG Germany gehört<br />

zur in der Schweiz ansässigen MAAG Group,<br />

die seit 2010 Teil des US-amerikanischen<br />

Dover Konzerns ist. Die vergangenen Jahre<br />

waren geprägt von stetigem Wachstum.<br />

Dieser resultierte aus dem Zukauf anderer<br />

Firmen, aber auch aus der guten wirtschaft<br />

lichen Lage, die ein hohes organisches<br />

Wachstum begünstigte. MAAG hat<br />

in dieser Phase viel in neue Maschinen und<br />

Anlagen sowie Automatisierung investiert,<br />

um langfristig wettbewerbsfähig zu sein.<br />

In der industriellen Prozesskette folgen<br />

die Maschinen von MAAG dem Zusammenmischen<br />

des Rohmaterials als Granulat und<br />

dem Aufschmelzen der Masse in einem<br />

Ex truder. Nachdem der Kunststoff durch<br />

die Anlagen gedrückt und dabei gefiltert<br />

In die 30 Nuten der Rotorscheibe werden<br />

Hartmetallrohlinge eingeschraubt, die MAAG<br />

anschließend noch scharf schleift, um damit<br />

in den Maschinen Kunststoffe zu schneiden<br />

wurde, kommen hinten je nach Verfahren<br />

Kunststoffstränge oder Pellets heraus, die<br />

an die verarbeitende Industrie als Ausgangsprodukt<br />

geliefert werden.<br />

Verschiedene Granuliersysteme<br />

Entsprechend den Kundenanforderungen<br />

stellt MAAG verschiedene Ausführungen<br />

seiner Maschinen bereit. Das ist zum Beispiel<br />

die Unterwassergranulierung, bei der<br />

Kunststofffäden im Wasserbad abgekühlt<br />

und am Ende in kaltem Zustand abgeschnitten<br />

werden. Den Heißabschlag hingegen<br />

kann man sich wie einen großen<br />

Fleischwolf vorstellen, durch den die<br />

Kunst stoffschmelze gedrückt und schließlich<br />

durch ein rotierendes Messer geschnitten<br />

wird.<br />

„Es gibt viele Standardbauteile in unseren<br />

Anlagen, aber dennoch sind wir ein<br />

Sondermaschinenbauer, da alle Anlagen<br />

speziell für die Bedürfnisse und spezifische<br />

Anwendung unserer Kunden auslegt sind“,<br />

erläutert Heiko Werp, Team Leader Milling<br />

& Turning bei MAAG. Die meisten auf dem<br />

Markt zu findenden Kunststoffprodukte<br />

sind nach seiner Einschätzung vermutlich<br />

als Rohmaterial irgendwann durch eine<br />

Anlage von MAAG gelaufen, die Weltmarktführer<br />

in diesem Bereich sei.<br />

Standort mit großer Fertigungstiefe<br />

Eine Stärke des Standorts Großostheim ist<br />

dessen große Fertigungstiefe. „Bis auf die<br />

Wärmebehandlung machen wir alles im<br />

eigenen Haus“, so Werp. Zum Fräsen, Drehen,<br />

Schleifen, Lackieren und Polieren verschiedenster<br />

Bauteile steht auf einer Produktionsfläche<br />

von 4.200 m 2 ein moderner<br />

Maschinenpark mit über 30 Maschinen zur<br />

Verfügung. Weil durch die Maschinen immer<br />

Wasser läuft, werden vorzugsweise<br />

rostfreie Stähle bearbeitet, oft Chromstähle<br />

und Nitrierstähle. Was MAAG von anderen<br />

Maschinenbauunternehmen unterscheidet,<br />

ist die extrem gute Oberflächenqualität,<br />

die hier erzielt werden muss, damit der<br />

Kunststoff möglichst reibungslos durchfließen<br />

kann. Sehr feine Oberflächengüten<br />

sind daher in der Fertigung keine Seltenheit.<br />

Man versucht zwar, jedes Bauteil<br />

gleich bestmöglich von der Maschine zu<br />

Mit seinen 3 mm Schnittbreite dient der<br />

WinCut als Schruppfräser zur Vorbereitung<br />

für die Nut, die danach noch auf das<br />

Endmaß von 4 mm gebracht wird<br />

bekommen, für das perfekte Finish muss<br />

gelegentlich aber auch noch händisch poliert<br />

werden.<br />

In Kürze soll noch eine zweite Fertigungshalle<br />

in Betrieb genommen werden.<br />

Somit können am Standort Großostheim<br />

auch Teile für andere MAAG Standorte<br />

gefertigt und das Ersatzteilgeschäft besser<br />

bedient werden.<br />

Verbesserungen mit System<br />

In Großostheim ist zu spüren, dass MAAG<br />

von einem US-Unternehmen geführt wird.<br />

Dazu gehört die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften<br />

ebenso wie das durchorganisierte<br />

Verbesserungsmanagement. Ein<br />

eigener OPEX-Manager stößt Verbesserungen<br />

bei Abläufen, Standardisierungen und<br />

Qualitätsthemen an.<br />

Heiko Werp unterstützt die angestrebten<br />

Kostensenkungen: „Weil wir zunehmend<br />

mehr Teile liefern müssen, sind wir auch<br />

ständig auf der Suche nach Verbesserungen.<br />

Besonders wichtig sind dabei Standard<br />

teile, von denen wir pro Jahr sehr<br />

viele produzieren.“ Im Fokus stehen dabei<br />

Bauteile, bei deren Bearbeitung MAAG mit<br />

den vorhandenen Werkzeugen an Grenzen<br />

stößt.<br />

Als Bruno Koch, technischer Berater bei<br />

INGERSOLL, mit dem neuen WinCut Scheibenfräser<br />

ins Unternehmen kam und damit<br />

Verbesserungen bei der Bearbeitung eines<br />

Schneidrotors in Aussicht stellte, wurde<br />

der Fertiger sofort hellhörig. Das Bau-<br />

30 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

teil besteht aus einer Rotorscheibe aus<br />

Chromstahl, die mit mehreren Hartmetallschneiden<br />

bestückt ist, um den Kunststoff<br />

zu schneiden. Der Fertigungsprozess läuft<br />

bei MAAG schon seit 25 Jahren und wurde<br />

bislang mit einem Scheibenfräser ausgeführt,<br />

der mit geschraubten Wendeschneid<br />

platten bestückt war. Besonders<br />

interessant für MAAG: von dem Bauteil<br />

werden jährlich eine höhere Stückzahl produziert,<br />

womit sich jeder Zeitgewinn in<br />

der Fertigung deutlich bemerkbar macht.<br />

Bei dem betreffenden Bearbeitungsschritt<br />

geht es um das Fräsen der Nuten zur Aufnahme<br />

der Hartmetallmesser.<br />

Stabile Schneiden und innere Werte<br />

Am neuen Werkzeug fiel Heiko Werp<br />

zunächst die Schneidengeometrie auf.<br />

Verwendet werden die gleichen stabilen<br />

Schneidplatten SFC/SFJ 3, die INGERSOLL<br />

bereits für seine innovativen WinCut Abund<br />

Einstechwerkzeuge einsetzt. Der formschlüssige<br />

Plattensitz lässt bislang unerreichte<br />

Zahnvorschübe zu und meistert<br />

auch ruppige Einsatzfälle. Stirnseitig ist<br />

der Fräser flach und ohne Störkonturen<br />

ausge führt. Nicht auf Anhieb sind die inneren<br />

Werte des WinCut zu erkennen: er ist<br />

per 3D-Druck hergestellt und verfügt über<br />

gewundene Kühlkanäle, die das Kühlmittel<br />

zielgerichtet an jede Schneide führen.<br />

„Wir testen immer gerne neue Werkzeuge,<br />

weil wir darauf trainiert sind, Verbesserungen<br />

voranzutreiben“, bekräftigt<br />

Werp. MAAG und INGERSOLL verbindet<br />

eine langjährige Partnerschaft mit regem<br />

Austausch. Wiederholt hat der Werkzeughersteller<br />

die Fertigung mit neuen Wendeschneidplatten<br />

ausgestattet, mit denen<br />

schneller und damit wirtschaftlicher gearbeitet<br />

werden konnte. Der WinCut brachte<br />

den Maschinenhersteller dieses Mal gleich<br />

ein großes Stück voran, wie sich schon bei<br />

den ersten Tests in Großostheim zeigte.<br />

MAAG setzt den 3 mm breiten Scheibenfräser<br />

als Schruppfräser für die Vorbereitung<br />

der Nut ein, die anschließend noch<br />

mit einem VHM-Scheibenfräser auf das<br />

Endmaß von 4 mm gebracht wird. Der<br />

WinCut konnte die Bearbeitungszeit für<br />

das Fräsen der 30 Nuten gegenüber dem<br />

zuvor eingesetzten Werkzeug glatt halbieren:<br />

statt 40 min werden für das Bauteil<br />

nur noch 20 min benötigt. Die effiziente<br />

Schneidengeometrie ermöglicht in Verbindung<br />

mit der optimalen Innenkühlung<br />

deut lich höhere Schnittwerte. Heiko Werp<br />

freut sich über die erreichten Verbesserungen:<br />

„Das neue Werkzeug bringt uns immense<br />

Fortschritte. Die schnellere Zerspanung<br />

trägt ebenso zur Kostensenkung<br />

bei wie die höhere Standzeit.“ Schaffte<br />

das alte Werkzeug ein Werkstück prozess -<br />

Der WinCut von INGERSOLL fräst auf einer<br />

Hermle C 30 U nacheinander 30 Nuten zur<br />

Aufnahme der Hartmetallschneiden in den<br />

Grundkörper des Schneidrotors; gegenüber<br />

dem Vorgängerwerkzeug wurde die<br />

Bearbeitungszeit halbiert<br />

sicher herzustellen, so können mit dem<br />

WinCut nun zwei Rotorscheiben sicher<br />

fertiggestellt werden. Für MAAG ist das<br />

wichtig, weil die Fertigung in zwei bis drei<br />

Schichten läuft und die Produktion nachts<br />

auch mannlos erfolgt.<br />

weitere Infos: www.ingersoll-imc.de<br />

Produktivität auf Spitzenniveau<br />

Mit dem Drion·tec® E-Peak D5150 stellt<br />

die Walter AG einen neuen Wechselkopf-<br />

Bohrer vor, der laut Unternehmensclaim<br />

die „Spitze der Produktivität“ (The Peak<br />

of Productivity) beim Vollbohren darstellt.<br />

Der D5150 ermöglicht, so Walter, enorm<br />

hohe Vorschubgeschwindigkeiten und Zeitspanvolumen,<br />

wodurch sich die Kosten<br />

pro Bohrung signifikant reduzieren. Eine<br />

Pilotbohrung ist nicht erforderlich – und<br />

der Wechselkopf (DS50) kann ohne Schrauben<br />

direkt in der Maschine ausgetauscht<br />

werden. Beides reduziert die Bearbeitungs-<br />

und Rüstzeiten. Der Bohrkörper<br />

des D5150 besitzt verstärkte radiale Kontaktpunkte<br />

sowie abgeschrägte axiale Anlageflächen,<br />

die auftretende Schnittkräfte<br />

ideal absorbieren. Die dreidimensionale<br />

Spannut-Geometrie mit großem Achswinkel,<br />

in Kombination mit einer leistungsfähigen<br />

Innenkühlung, ermöglicht eine effi-<br />

ziente, prozesssichere Spanabfuhr selbst bei<br />

schrägen oder gewölbten Bohrungsflächen.<br />

Neben hoher Produktivität besticht der<br />

Walter Wechselkopf-Bohrer durch hohe<br />

Pro zesssicherheit. Sie resultiert aus dem<br />

stabilen, patentierten Schnittstellendesign<br />

mit axialer Auszugssicherung. Es gewährleistet<br />

ein risikofreies Ausfahren und behält<br />

auch nach zahlreichen Kopfwechseln sein<br />

Lösungsmoment bei. Die vibrationsarmen<br />

DS50-Wechselköpfe garantieren dank Freischliff<br />

und Spitzenwinkel eine hervorragende<br />

Zentrierung und Bohrqualität. Aufgrund<br />

seiner universellen M-Geometrie<br />

sowie zwei Schneidstoffsorten (WPP35 und<br />

WMS35) ist der D5150 mit einem breiten<br />

Schnittdatenfenster in allen ISO-Werkstoffgruppen<br />

P, M und S, aber auch in K, N und H<br />

einsetzbar. Die Anpassung erfolgt einfach<br />

per „Plug & Play“ mit den em pfoh le nen<br />

Parametern. Walter bringt den D5150 zunächst<br />

mit Ø 9–17,99 mm und in den Bohr -<br />

tiefen 3×D, 5×D und 8×D heraus. Mehrere<br />

Kopf-Abmessungen können im selben Bohrkörper<br />

eingesetzt werden, was zudem die<br />

Lager- und Einkaufsaufwände redu ziert.<br />

weitere Infos: www.walter-tools.com<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 31


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Neue Präzisionsbohrstangen für die<br />

Kleinteilebearbeitung<br />

Mitsubishi Materials hat eine innovative<br />

Reihe an kleinen Bohrstangen für Langdrehautomaten<br />

eingeführt. Das gesamte<br />

Sortiment ist sowohl in Vollhartmetall als<br />

auch in Stahl erhältlich. Dies bietet den<br />

Kunden viele Auswahlmöglichkeiten und<br />

ermöglicht Vorteile beim tieferen Innendrehen<br />

aufgrund der hohen Steifigkeit des<br />

Hartmetalls.<br />

Kompakter Arbeitsbereich<br />

für Langdrehautomaten<br />

Da nicht alle Bearbeitungen einen langen<br />

Hartmetallschaft erfordern, ist in allen<br />

Ausführungen auch die kostengünstige<br />

Stahlvariante erhältlich.<br />

Kompatible Werkzeugschäfte<br />

Freiwinkel-Vergleich: Bohrungsdurchmesser von 11 mm<br />

Die Werkzeuglänge ist mit Langdrehautomaten<br />

kompatibel. Dies ist ein wichtiges<br />

Kriterium bei begrenztem Arbeitsraum.<br />

Durch die angepassten Längen entfällt<br />

das kosten- und zeitintensive Kürzen der<br />

Schäfte.<br />

Neue Variante aus optimiertem Stahl<br />

Eine große Auswahl an Bohrstangen aus<br />

optimiertem Stahl wurde kürzlich in das<br />

Sortiment aufgenommen. Diese Variante<br />

ist hocheffizient bei der Vermeidung<br />

von Schäden und Verschleiß durch die<br />

Spanabfuhr.<br />

Erhältlich sind diese in Durchmessern<br />

von Ø 4 mm bis Ø 10 mm, ebenso für 7 °<br />

Halter in den Ausführungen SCLC, STUC,<br />

SDUC, SDQC und SWUC sowie für 11 °<br />

Halter in SCLP und STUP.<br />

Außerdem sind bei der Hartmetallvariante<br />

verschiedene Durchmesser, von<br />

Ø 4 mm bis Ø 32 mm mit einem Mindest-<br />

Bearbeitungsdurchmesser von Ø 5 bis<br />

Ø 34 für die 7 ° Halter SCLC, STUC, SDUC,<br />

SDQC und SWUC sowie 11 ° SCLP und STUP<br />

erhältlich.<br />

Die Stahlstangen variieren zwischen<br />

Ø 12 mm und Ø 32 mm, mit einem Mindest-<br />

Bearbeitungsdurchmesser von Ø 14 mm bis<br />

Ø 40 mm und sind ebenfalls für die 7 ° Halter<br />

SCLC, STUC, SDUC, SDQC und SWUC<br />

sowie die 11 ° SCLP und STUP erhältlich.<br />

Bei diesen neuen Bohrstangen kann eine<br />

große Auswahl an Wendeplattensorten<br />

wie CVD- und PVD-beschichtete, Cermetoder<br />

unbeschichtete Wendeschneidplatten<br />

verwendet werden.<br />

Der Mindest-Bearbeitungsdurchmesser von<br />

9 mm bietet zusätzlichen Freiwinkel<br />

für bessere Spanabfuhr<br />

Standardbohrstange mit<br />

kleinerem Freiwinkel<br />

Die hochentwickelte Technologie von<br />

Mitsubishi Materials kann somit in einer<br />

Vielzahl von Anwendungen eingesetzt<br />

werden.<br />

weitere Infos: www.mmc-carbide.com<br />

32 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Unruhe in die Branche der Werkzeughersteller brachte dieser Tage die Meldung,<br />

dass China zunehmend Exporte so genannter Dual-Use-Güter kontrolliert. Darunter<br />

fallen seit kurzem unter anderen auch synthetisches Diamantpulver mit einer<br />

durchschnittlichen Partikelgröße ≤ 50 μm und Synthetischer Diamant-Einkristall mit<br />

einer durchschnittlichen Partikelgröße > 50 μm und ≤ 500 μm. Denn Diamanten sind<br />

in Bearbeitungsprozessen vielseitig einsetzbar. Wie Horst Lach in seiner Serie<br />

„Poly - poly - oder was? im <strong>dihw</strong>-MAGAZIN 3/2021 schon skizzierte. Wir wiederholen<br />

diesen Artikel aus aktuellem Anlass:<br />

„Poly – poly – oder was?“<br />

Diamant contra Diamant?<br />

Eine Betrachtung der vielseitigen Möglichkeiten<br />

Horst Lach, Jahrgang 1940, leitet<br />

gemeinsam mit seinem Sohn<br />

Dipl.-Ing. Robert Lach das 1922 von<br />

Jakob Lach gegründete<br />

Unterneh men LACH DIAMANT<br />

Ingenieurskunst machte es in den 1950er<br />

Jahren möglich, diesen Natur-Prozess in der<br />

Synthese nachzustellen. Dem Hersteller<br />

General Electric gelang es unter fast 6.900<br />

Atmosphärendruck und 3.500° C erfolgreich,<br />

den sogenannten „Man Made“<br />

Diamant zu züchten. Eine Entwicklung, die<br />

für die im schnellen Ausbau begriffene serienherstellende<br />

Industrie zu einer weiteren<br />

industriellen Revolution führen sollte.<br />

„Diamanten“ sind aus unserer heutigen<br />

Welt also nicht mehr wegzudenken. Wegen<br />

ihrer Härte und Unbezwingbarkeit – als<br />

ent scheidender Kostensenker für unzählige<br />

Werkzeuganwendungen in der Industrie<br />

– und wegen ihrer brillierenden, unvergänglichen<br />

Schönheit als Schmuck für die<br />

so wertgeschätzten Frauen.<br />

Es beginnt beim Schmuckstein<br />

Folge ich der Fragestellung „Diamant<br />

contra Diamant?“ werde ich heute im Jahre<br />

2021 bereits bei Diamant als begehrter<br />

Schmuckstein (leider) fündig.<br />

Beispielsweise wird kein Käufer eines<br />

geschliffenen Diamanten (Brillanten) mit<br />

einem Gewicht eines halben Karates<br />

(1 ct = 0,2 g) erwarten, dass er für einen ganzen<br />

Karäter „nur das Doppelte“ auf den<br />

Tisch legen muss – abgesehen von der<br />

Karat-Größe und Reinheit dieses Steins,<br />

wird er auch für die Seltenheit gefundener<br />

großer Diamanten bezahlen müssen. Soweit<br />

das bisherige Diamant-Schmuck geschäft,<br />

das von Natur-Diamanten seit Generationen<br />

geprägt wurde.<br />

Das „contra“ bietet jetzt ausgerechnet<br />

ein dem vormals „de Beers“ zugerechnetes<br />

Unternehmen. Aus der Synthese – man<br />

spricht hier von „im Labor“ erzeugten Diamanten<br />

mit einer Reinheit von color und<br />

clarity (der Klassifizierung von geschliffenen<br />

Natur-Diamanten (Brillianten) nachempfunden);<br />

wobei sich die Farbe dieser<br />

Diamanten sogar noch wählen lässt: weiß,<br />

blau oder rosa. Und dazu das Beste: den<br />

Preis kann sich jeder beim Kauf direkt bei<br />

diesem Konsortium ab 0,25 bis 2,0 ct selbst<br />

ausrechnen.<br />

Ein Beispiel:<br />

Preis 0,25 ct = 200 USD<br />

0,5 ct = 400 USD<br />

1,0 ct = 800 USD<br />

und so weiter, sodass ein Zwei-Karäter entsprechend<br />

1.600 USD kosten würde. Für die<br />

geplagten Verkäufer in den Diamant<br />

Börsen Antwerpen und London und für die<br />

Juweliere der Hinweis, dass alle diese<br />

„Labor-Diamanten“ mit Laser mikroskopisch<br />

klein als solche gekennzeichnet<br />

werden, um „betrügerische“ Verwechslung<br />

mit Natur-Diamanten zu verhindern.<br />

Das „contra“ in der Industrie spielt<br />

sich derzeit nicht so drastisch ab<br />

Diamant contra Diamant –<br />

am Beispiel Natur-Diamant zu polykristallinen Diamant-Schneiden (PKD)<br />

Im Jahr 1957 – nach der ersten Verfügbarkeit<br />

synthetischer Diamanten – zunächst<br />

als Diamant-Körnung für die Entwicklung<br />

neuer kunstharzgebundener Diamant-<br />

Schleifscheiben erstmals auch für das Vorschleifen<br />

von Hartmetall genutzt, wurde<br />

die Industrie in den 1960er, 1970er und<br />

1980er Jahren von einer Vielzahl von<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 33


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Der Einzug polykristalliner Scheid-Werkzeuge<br />

in die Aluminium-verarbeitende<br />

Automobilindustrie brachte auch hier das<br />

„contra“ in der Kolbenfertigung und die Erkenntnis,<br />

dass die beim Drehen mit polykristallinen<br />

Schneidstoffen erzeugte Oberflächengüte<br />

– entgegen der bisher eingesetzten<br />

Natur-Diamanten – die Grundlage<br />

für einen perfekten Schmierfilm schuf, der<br />

Kolbenfresser ab sofort weitestgehend<br />

verhinderte.<br />

Bereits ab 1973 lösten polykristalline Drehwerkzeuge<br />

das Überdrehen der Kupferlamelle von roh- und<br />

feingedrehten Kupferkollektoren ab<br />

Ein weiteres „Diamant contra Diamant“<br />

rückt „Composite- und Holz-Werkstoffe“<br />

und deren Industrie in den Fokus.<br />

Innovationen „überrannt“, denen sie sich<br />

teils erst mit Verzögerung erschließen<br />

konnte.<br />

Denken wir hierbei besonders an die seit<br />

1973 verfügbaren polykristallinen synthetischen<br />

Diamanten (Kürzel PKD). Dabei<br />

handelt es sich einfach ausgedrückt um<br />

synthetische Diamant-Körner in einer zylindrischen<br />

Form, die unter Druck und Hitze<br />

auf eine runde Hartmetallplatte (als Träger)<br />

und unter Beifügung von Wolfram- und<br />

Kobalt als Katalysator aufgepresst werden,<br />

ähnlich der Diamant-Synthese.<br />

Spangebendes PKD-Fräsen von<br />

glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK)<br />

anlässlich eines Versuchs 1974 – im<br />

Vergleich zu diamantbesetzten galvanischen<br />

Werkzeugen wenig Staubentwicklung<br />

Die ersten PKD-Platten hatten einen<br />

Durchmesser von nur 3,2 mm. Doch mechanisch<br />

aufgeteilt in Rechtecke waren sie<br />

Grundlage sogenannter PKD-Zerspanungswerkzeuge,<br />

die das Unternehmen<br />

LACH DIAMANT auf der Hannover Frühjahrsmesse<br />

1973 zum Beispiel für die erstmals<br />

damit mögliche wirtschaftliche Drehbearbeitung<br />

von Kupferkollektoren (und<br />

deren eingebackener Kunststoffglimmer)<br />

erfolgreich präsentierte.<br />

Wiederum war eine neue Technologie<br />

geboren: kompakte Diamant-Blöcke –<br />

PKD – als Grundlage für die Entwicklung<br />

hartmetallüberlegener Zerspanungswerkzeuge<br />

für „schnelleres Drehen, Bohren und<br />

Fräsen mit Synthesediamanten“.<br />

Das Überdrehen der Kupfer-Kollektoren<br />

ist ein weiteres „contra“ in dieser Betrachtung.<br />

Bis zum Einsatz der ersten<br />

PKD-dreborid®-Drehstähle wurden Kupfer-<br />

Kollektoren in der Feinbearbeitung ausschließlich<br />

mit Natur-Diamanten überdreht.<br />

Mit dem Ergebnis, ich erinnere mich<br />

an mein erstes Auto, dass ich wegen der<br />

Scheibenwischanlange alle 750 km die<br />

Werkstadt aufsuchen musste, um den<br />

Scheibenwischer-Motor zu wechseln; andernfalls<br />

hätte der Scheibenwischer beim<br />

nächsten Regen stehen bleiben können.<br />

Und heute? Probleme mit Scheibenwischer-Motoren?<br />

Nein danke. PKD überdreht<br />

sollten diese mehrere Auto-Leben<br />

aushalten.<br />

Ähnliches „contra“ – klar für PKD – lässt<br />

sich auch vom Überdrehen von Motor-Kolben<br />

berichten. Noch bis in die 1970er Jahre<br />

konnte ich bei meiner Fahrt zur Messe in<br />

Hannover Autos gehobener Klassen am<br />

Fahrzeugrand offenbar mit Kolbenfresser<br />

stehen sehen. Kundige Fahrer waren seinerzeit<br />

überzeugt, ihre Neuwagen auf<br />

dieser Strecke so „richtig einfahren“ zu<br />

müssen. Hielt der Motor durch, war es ein<br />

gutes Auto…<br />

Indirekt ist Hartmetall bei diesem Beispiel<br />

zum Teil im „contra“, da Diamant in der<br />

Schleifscheibe für Hartmetall auch präsent<br />

ist, pars pro toto.<br />

Schon früh nach dem erfolgreichen Einsatz<br />

von PKD-Dreh-, Bohr- und -Fräswerkzeugen<br />

wurde neben NE-Werkstoffen,<br />

wie Aluminium und Kupfer, auch mit Materialien<br />

aus dem Bereich der Kunststoffe<br />

experimentiert. Beispielsweise Weich- und<br />

Hartkunststoffe, Glasfaser und Kohlenstoff-<br />

Faser-Materialien, Elektrografit-Kohlen und<br />

diverse Holzwerkstoffe.<br />

Aus dieser experimentierfreudigen Zeit<br />

auch das Foto eines PKD-Schaftfräsers bei<br />

der spangebenden Bearbeitung eines GFK-<br />

Bauteils. (Foto links unten)<br />

Als 1977 die zweite productronica in<br />

München anstand, wurden PKD-Werkzeuge/Sägen/Ritzen/Fräsen/Bohren<br />

auf einer<br />

eigens beschafften Amacher-Leiterplatten-<br />

Maschine einem erstaunten Publikum vorgeführt.<br />

Mit so großem Erfolg, dass zunächst<br />

– bis zur Entdeckung der Funkenerosion<br />

– die Erwartung der einschlägigen<br />

Industrie enttäuscht werden musste.<br />

Andere Industrien wurden zwischenzeitlich<br />

ebenso neugierig und es wurde ebenso<br />

fleißig weiter experimentiert beziehungsweise<br />

konstruiert. Zum Beispiel für die Luftfahrzeug-Industrie<br />

– Zerspanung von Kohlestoff-Faser-Bauteilen<br />

– die insbesondere<br />

bei einem Hersteller umwälzende Erfolge<br />

in der Entwicklung spiralisierter Bohrer mit<br />

sich bringen sollte.<br />

Ein echtes „contra“ sollte sich bei der Bearbeitung<br />

der Composite-Materialien ergeben.<br />

Und bei anstehenden Problemlösungen<br />

ein Für und Wider. Unterschiedliche<br />

Fertigungs- beziehungsweise Werkzeug-<br />

34 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

PKD-Werkzeug beim Glanzdrehen<br />

einer Aluminium-Felge<br />

Diamant contra Diamant – am Beispiel eines Einzel-Natur-Diamant-Abrichters zu einer<br />

Diamant-Abrichtrolle<br />

Technologien schufen bei dem gleichen<br />

verwendeten Material „Diamant“ ein Pro<br />

und Contra. Erstmals standen sich PKD-<br />

Werkzeuge und die bereits „traditionsreichen“<br />

Diamant-belegten galvanischen<br />

Werkzeuge gegenüber.<br />

Besondere Vorteile der Galvanik<br />

Fast alle auf Stahlkörper projizierten Profile<br />

können mit Diamant belegt und nach Abnutzung<br />

im Service wiederbelegt werden.<br />

Galvanisch mit Diamant belegte Diamant-<br />

Trennscheibe beim Trennen eines Bauteils aus<br />

Glasfaser-Materialien (GFK)<br />

Die auf der Oberfläche des Stahlkörpers<br />

aufgetragenen Diamant-Körner ermöglichen<br />

– je nach Korngröße – gute Abtragsraten,<br />

was auch für Entgrataufgaben besonders<br />

empfehlenswert ist. Sie sind vielseitig<br />

einsetzbar, wie Trennscheiben bis zu<br />

hohem Durchmesser, zum Beispiel um GFK<br />

und andere Hartmaterialien zu trennen.<br />

Der Nachteil: Staubentwicklungen, die abgesaugt<br />

werden müssen. LACH DIAMANT<br />

hält beispielsweise für Hohlbohrer eine<br />

besondere Lösung für die Absaugung am<br />

Werkzeug bereit.<br />

Besondere Vorteile von PKD<br />

Soweit es die Geometrien der zu bearbeitenden<br />

Composite-Bauteile (GFK/CFK etc.)<br />

erlauben, sind Dreh- oder Fräs-Operationen<br />

problemlos und wirtschaftlich durchführbar<br />

und entsprechend zu empfehlen.<br />

Profil- und Bohr-Werkzeuge können je nach<br />

Bauteil mit PKD-Schneiden konstruktiv ausgelegt<br />

werden; was für größere Fertigungs-<br />

Auflagen empfehlenswert ist.<br />

Weitere Vorteile ergeben sich im Vergleich<br />

zu galvanisch belegten Diamant-<br />

Werk zeugen beispielsweise bei Einstich-<br />

Werkzeugen mit exakt vorgegebenen Toleranzen<br />

für Ecken- und Radien für die Serienfertigung.<br />

Bei der Zerspanung erzeugte<br />

Späne sind sehr gut absaugbar. PKD-<br />

Schneiden können mehrfach im Service<br />

nachgeschliffen werden.<br />

Diamant-Werkzeuge haben sich in der<br />

Welt der Technik, vor allem in den letzten<br />

50 Jahren einen festen unumstößlichen<br />

Platz erobert. Die Reihe der aufgezeigten<br />

Beispiele ließe sich leicht erweitern – Erfindergeist<br />

und (positives) Querdenken wird<br />

sich in vielen Branchen beziehungsweise<br />

für viele Anwendungen das „pro und<br />

contra“ zusätzlich bereichern.<br />

Denken wir als Anstoß hierbei an den<br />

Natur-Diamant als Einzel-Werkzeug für das<br />

Abrichten und Profilieren von Schleifscheiben<br />

– er wurde als Einzel-Abricht-<br />

Werkzeug selbst durch eine Kette von Innovationen<br />

in der Serienfertigung abgelöst.<br />

Etwa in der Reihenfolge dieser Entwicklungen:<br />

durch den Vielkorn-Abrichter,<br />

die Diamant-Fliese beziehungsweise<br />

Abrichtplatte und up to date – durch<br />

Diamant-Abricht-Rollen.<br />

Wenn wir zuletzt nun den Diamanten<br />

selbst betrachten – wird er in naher Zukunft<br />

das härteste aller Dinge bleiben? Da bin<br />

ich mir persönlich nicht ganz so sicher. Das<br />

„contra“ könnte auch hier bereits im<br />

Kommen sein.<br />

Dieser Tage war in der Presse von einem<br />

„Glas“ die Rede mit dessen Härte man<br />

sogar die Oberfläche von Diamant ritzen<br />

könnte…<br />

Horst Lach<br />

weitere Infos: www.lach-diamant.de<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 35


Bearbeitungsprozesse<br />

Medizintechnik<br />

Höchste Detailtreue und exzellente Oberflächen<br />

Elektrochemische Herstellung von Präzisionsteilen<br />

Bei technischen Bauteilen geht der Trend<br />

ungebrochen zu höherer Genauigkeit. Hersteller<br />

und Zulieferer müssen sich mehr<br />

und mehr vom hundertstel Millimeter verabschieden<br />

und den Mikrometerbereich<br />

angehen. Neben höchster Präzision zählen<br />

zunehmend auch glatte Oberflächen sowie<br />

hohe Produktivität bei günstigen Kosten.<br />

Welche Erfahrungen hat ein auf Funkenerosion<br />

spezialisierter Auftragsfertiger<br />

von Präzisionsteilen mit dem PECM-Verfahren<br />

gemacht?<br />

„Wir haben uns auf die Herstellung von<br />

Zeichnungsteilen mit Genauigkeiten bis<br />

herab zu 0,5 µm spezialisiert“, sagt Werkzeugmacher<br />

Christian Stumpf, Geschäftsführender<br />

Gesellschafter und Vertriebsleiter<br />

der scerox Erodiertechnik GmbH in<br />

Redwitz a. d. Rodach. Mit derzeit 130 Mitarbeitern<br />

betreibt die Firma mehr als 30<br />

Draht- und zahlreiche Senkerodiermaschinen.<br />

Die Anlagen sind durchgehend automatisiert<br />

und arbeiten daher im 24/7-Betrieb<br />

rund um die Uhr. Dies ermögliche es<br />

ihm, am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.<br />

Für darüber hinaus gehende Bearbeitungsaufgaben<br />

steht ein großer Maschinenpark<br />

aus Universalfräsen, HSC-Mikrocentern,<br />

Anlagen für das Innen- und Außenrundschleifen<br />

sowie Profilschleifmaschinen<br />

zur Verfügung. Zur Ausstattung<br />

ge hören selbstverständlich auch Präzisionsmesstechnik<br />

zur Qualitätssicherung sowie<br />

Software für die Umsetzung von CAD-<br />

Daten in CAM-Programme. Scerox verarbeitet<br />

routinemäßig neben Stählen, Edel-<br />

Das PECM-Verfahren eignet sich bestens<br />

für die Massenproduktion von filigranen<br />

Komponenten wie diesen Scherblättern<br />

für Elektrorasierer<br />

(Foto: Klaus Vollrath)<br />

Mithilfe des PECM-Verfahrens bearbeitete Hüft- und Knieprothesen<br />

(Foto: PEMTec)<br />

stählen und Aluminium auch exotische<br />

Werk stoffe wie Wolfram, Lanthan sowie<br />

Hoch temperaturwerkstoffe z.B. für Turbinen.<br />

Beliefert werden vor allem Hightech-<br />

Unternehmen aus Bereichen wie Medizintechnik,<br />

Luft- und Raumfahrt, Wehrtechnik<br />

oder Maschinenbau, außerdem auch noch<br />

die Autoindustrie. Neben Kunden in ganz<br />

Europa hat er auch Abnehmer in den USA.<br />

Das PECM-Verfahren<br />

„Die Erodiertechniken sind zwar sehr<br />

präzise, ihre Produktivität ist jedoch begrenzt“,<br />

erinnert sich Werkzeugmacher-<br />

Meister Hermann Stumpf, Geschäftsführender<br />

Gesellschafter und Produktionsleiter<br />

der Firma. Die Laufzeiten liegen meist<br />

im Bereich von Stunden oder gar Tagen.<br />

Kundenwünsche nach kürzeren Terminen<br />

bzw. höheren Stückzahlen konnten daher<br />

nicht immer erfüllt werden. Bei der Suche<br />

nach Alternativen sei er auf das PECM-Verfahren<br />

(Pulsed Electro-Chemical Machining)<br />

gestoßen. Dieses hat gewisse Ähnlichkeiten<br />

mit dem Senkerodieren. So erfolgt<br />

die Bearbeitung auch hier durch Über -<br />

tragung von elektrischem Strom in einem<br />

Wasserbad. Beim PECM-Verfahren wird jedoch<br />

Salzwasser statt deionisiertem Wasser<br />

eingesetzt. Das Werkzeug ist eine Negativform<br />

des gewünschten Bauteils und<br />

wird aus Werkzeugstahl statt aus Graphit<br />

oder Kupfer hergestellt. Die Abtragung<br />

erfolgt rein elektrochemisch durch oberflächliche<br />

Auflösung des als Negativpol<br />

geschalteten Werkstücks. Dank hoher<br />

Stromstärken erfolgt die Bearbeitung sehr<br />

schnell. Typische Arbeitsgeschwindigkeiten<br />

sind:<br />

► Schruppen 0,5-2,0 mm/min<br />

► Schlichten 0,1-0,5 mm/min<br />

► Polieren < 30 s<br />

Die Bearbeitungszeiten für das Teilespek<br />

trum bei scerox liegen typischerweise<br />

zwischen 30 – 120 s. Die Abmessungen<br />

liegen meist unterhalb von<br />

300 × 300 mm × 150 mm, die Anlage könne<br />

jedoch auch größere Teile aufnehmen.<br />

36 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Medizintechnik<br />

Bearbeitungsprozesse<br />

Bearbeitungszyklus (Frequenz bis zu 100x /s)<br />

(1) Freispülen des Arbeitsraums mit Elektrolyt, Spalt auf 5-50 µm schließen<br />

(2) zahlreiche kontrollierte Strompulse lösen das Werkstück auf<br />

(3) Öffnen des Arbeitsspalts auf 10 – 3000 µm<br />

(4) Freispülen des Spalts mit frischem Elektrolyt (Grafik: PEMTec)<br />

Werkzeug für eine Verzahnung<br />

(Foto: PEMTec)<br />

Beim berührungslosen, kalten PECM-<br />

Verfahren wird das Werkstück ohne Schäden<br />

an der Kristallstruktur aufgelöst, die<br />

grat- und riefenfreie Oberfläche erscheint<br />

glatt und glänzend. Besonders erwünscht<br />

ist dies beispielsweise bei Bauteilen wie<br />

Turbinenschaufeln oder Leitapparaten, die<br />

in strömenden Medien eingesetzt werden<br />

sollen, aber auch bei optischen oder medizintechnischen<br />

Anwendungen.<br />

Breites Werkstoff- und Teilespektrum<br />

Blick in den Arbeitsraum der PEM 800 S mit<br />

Spülkammer (unten) und Elektrode<br />

(Foto: mrazek)<br />

„Mit dem PECM-Verfahren können wir so<br />

ziemlich das gleiche Teilespektrum bearbeiten<br />

wie bisher mit dem Funkenerodieren“,<br />

freut sich C. Stumpf. Es eignet<br />

sich für Präzisionsteile im Abmessungsbereich<br />

von wenigen Millimetern bis zu<br />

ca. 300 × 300 mm × 150 . Typische Einsatzbereiche<br />

sind Turbinenschaufeln, Zahnräder,<br />

Einspritzdüsen, medizinische Werkzeuge<br />

oder Implantate sowie Bauteile, die<br />

eine Mikrostrukturierung erhalten sollen.<br />

Ebenso geeignet ist es für Miniaturkomponenten<br />

für Branchen wie Uhren, Sensoriken<br />

oder Optiken. Die Toleranzen liegen<br />

im Bereich von ± 2–5 µm (bei sehr komplexen<br />

Geometrien ggf. ± 10 µm) bei Wiederholgenauigkeiten<br />

< 1,5 µm. Die glatten<br />

und gratfreien Bauteile sind hochglänzend<br />

bis fast poliert mit Ra-Werten von<br />

0,05 – 0,20 µm. Dadurch fällt nur geringer<br />

Nah be ar beitungsaufwand an, oft können<br />

Schleif- und Polierarbeiten komplett entfallen,<br />

weil eine einfache Reinigung reicht.<br />

Je nach Elektrodenform sind Radien ab<br />

0,01 mm möglich. Mikrobohrungen können<br />

ab etwa Ø 0,01 mm erzeugt werden.<br />

Verarbeitbar sind so gut wie alle Industriemetalle.<br />

Dazu gehören niedrig- und<br />

hochlegierte Stähle, die üblichen NE-Metalle,<br />

Nickelbasislegierungen und Hoch tempe<br />

raturwerkstoffe wie Inconel. Das Gleiche<br />

gilt auch für Exoten wie Titan, Cobalt,<br />

Molybdän und Hartmetalle.<br />

Bestens geeignet für<br />

Serienherstellung<br />

„Das PECM-Verfahren ist bestens für die Serienherstellung<br />

geeignet“, weiß H. Stumpf.<br />

Zwar sei die Herstellung von Elektroden<br />

aus Werkzeugstahl deutlich teurer als die<br />

beim Senkerodieren üblichen Elektroden<br />

aus Kupfer oder Graphit. Dafür könne das<br />

Werkzeug jedoch quasi unbegrenzt genutzt<br />

werden, weil es nicht verschleißt. Alle<br />

damit erzeugten Werkstücke sind deshalb<br />

völlig gleichmäßig. Zudem ist das Verfahren<br />

dank der kurzen Bearbeitungszeiten<br />

hoch produktiv. Besonders wirtschaftlich<br />

sei sein Einsatz bei mittleren bis hohen<br />

Stückzahlen (ab ca. 100 Stück aufwärts).<br />

Auf Wunsch könnten jedoch auch kleinere<br />

Stückzahlen bis herab zur Herstellung von<br />

wenigen Prototypen erzeugt werden, falls<br />

sich der Aufwand für die Kathodenherstellung<br />

lohnt.<br />

Erfahrungen mit Betrieb und Service<br />

„Unsere Anlage haben wir im März 2023<br />

erhalten“, erinnert sich H. Stumpf. Die<br />

Erfahrungen mit dem Hersteller PEMTec<br />

seien durchgehend positiv, die Anlage<br />

laufe sehr zuverlässig und die Unterstützung<br />

bei der Schulung und später bei Problemen<br />

sei gut. Die Bedienbarkeit der Maschine<br />

sei gut, doch brauchten die Mitarbeiter<br />

wegen der Besonderheit der Technologie<br />

eine vergleichsweise lange Ausbildungszeit.<br />

Dies habe weniger mit der Maschine<br />

selbst als mit den stark unterschiedlichen<br />

Herangehensweisen im Bereich der<br />

Konstruktion des Werkzeugs und der Elektrode<br />

zu tun. Gewöhnungsbedürftig waren<br />

auch die hohen Werkzeugkosten, insbesondere<br />

bei kleinen Stückzahlen. „Per<br />

Saldo sind wir mit der Technologie und<br />

dem Lieferanten PEMTec so zufrieden, dass<br />

wir trotz der gedämpften wirtschaftlichen<br />

Gesamtlage über die Beschaffung von<br />

zwei weiteren Systemen dieses Typs nachdenken“,<br />

bilanziert C. Stumpf.<br />

weitere Infos: www.pemtec.de<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 37


Bearbeitungsprozesse<br />

Lösungen für Präzisionsoberflächen<br />

in der Medizintechnik<br />

Medizintechnik<br />

Die OTEC Präzisionsfinish GmbH kombiniert<br />

Gleitschleifen und Electrofinish für<br />

chirurgische Instrumente, Implantate, Prothesen,<br />

Stents, Impeller für Herzpumpen<br />

sowie Bauteile aus Titan, CoCr, Kunststoff<br />

und 3D-gedruckten Materialien.<br />

OTEC bietet innovative Verfahren für<br />

die Oberflächenbearbeitung in der Medizintechnik,<br />

sowie für Dentalprodukte, die<br />

höchste Anforderungen an Präzision, Wiederholgenauigkeit<br />

und Wirtschaft lichkeit<br />

er füllen. Mit der Kombination von<br />

mechanischen Verfahren wie Streamfinish,<br />

Schlepp finish und Tellerfliehkraft<br />

und dem Einsatz des Electrofinish setzt<br />

OTEC neue Standards bei Qualität und<br />

Prozesssicherheit.<br />

Vorteile des Gleitschleifens<br />

für die Medizintechnik<br />

Das Gleitschleifen bietet zahlreiche Vorteile,<br />

die es zu einem essenziellen Verfahren<br />

in der Oberflächenbearbeitung medizinischer<br />

Komponenten machen:<br />

▶ Reproduzierbare Präzision<br />

Homogene Oberflächenbearbeitung<br />

für gleichbleibend hohe Qualität.<br />

▶ Schonende Bearbeitung<br />

Keine Materialdeformation oder<br />

Mikrorisse, die z.B. bei manueller<br />

Bearbeitung entstehen können.<br />

▶ Effiziente Entgratung und Politur<br />

Entfernt Grate und erzeugt glatte<br />

Oberflächen ohne scharfe Kanten.<br />

▶ Optimierte Oberflächenrauheit<br />

(Ra-Werte)<br />

Hygienischere Oberflächen, welche<br />

die Bakterienhaftung bei Implantaten<br />

oder chirurgischen Instrumenten<br />

minimieren.<br />

▶ Automatisierungspotenzial<br />

Ideal für Serienfertigung durch hohe<br />

Effizienz und konstante Ergebnisse.<br />

▶ Schonend für empfindliche Bauteile<br />

Besonders geeignet für filigrane<br />

und komplexe Geometrien<br />

wie Knochenschrauben oder<br />

Katheterkomponenten.<br />

Knochenplatten Titan<br />

Die Glättung von Oberflächen spielt eine<br />

entscheidende Rolle in der Medizintechnik,<br />

da sie mikroskopische Rauheiten reduziert<br />

und somit das Ansiedeln von Keimen<br />

und Verunreinigungen erschwert. Die Biokompatibilität<br />

medizinischer Implantate<br />

und Instrumente bleibt erhalten, da das<br />

schonende Verfahren Materialveränderungen<br />

verhindert. Zudem trägt die Entfernung<br />

von Graten und Oberflächenfehlern<br />

zur Korrosionsbeständigkeit bei, wodurch<br />

das Risiko von Korrosion minimiert und<br />

die Langlebigkeit der Bauteile erhöht wird.<br />

Neben funktionalen Vorteilen überzeugt<br />

das Verfahren auch optisch: homogene,<br />

glänzende Oberflächen steigern nicht nur<br />

die ästhetische Qualität, sondern auch das<br />

Vertrauen in medizinische Produkte. Darüber<br />

hinaus ermöglicht die Automatisierung<br />

gleichbleibende Qualität, verkürzt Bearbeitungszeiten<br />

und reduziert manuelle Nacharbeit<br />

– ein klarer Vorteil für die Effizienz<br />

und Kostensenkung in der Produktion.<br />

Vorteile des Electrofinish<br />

für die Medizintechnik<br />

Mit dem Electrofinish Verfahren werden<br />

Oberflächen auf die nächste Stufe gehoben.<br />

Es zeichnet sich durch herausragende<br />

Vorteile aus:<br />

▶ Perfekte Glättung und<br />

Hochglanzpolitur<br />

Entfernt mikroskopische Rauheiten<br />

und verbessert die Biokompatibilität.<br />

▶ Kein Materialverlust an kritischen<br />

Stellen<br />

Selektive Bearbeitung ohne<br />

Maßveränderung.<br />

▶ Erhalt der Schneidleistung<br />

Ideal für chirurgische Instrumente,<br />

da die Schärfe erhalten bleibt.<br />

▶ Kein abrasiver Kontakt<br />

Keine mechanischen Belastungen,<br />

ideal für empfindliche Bauteile.<br />

▶ Ideal für schwer zugängliche Stellen<br />

Bearbeitung komplexer<br />

Innenkonturen, wie bei<br />

minimalinvasiven Instrumenten.<br />

Mikroskopisch glatte Oberflächen bieten<br />

nicht nur hygienische Vorteile, da sie die<br />

Anhaftung von Verunreinigungen erschwe -<br />

ren und die Reinigung erleichtern, sondern<br />

auch eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit,<br />

da die chemische Passivierung Metalloberflächen<br />

vor Oxidation und chemischen Angriffen<br />

schützt. Gleichzeitig steigert die<br />

hoch glänzende, makellose Oberfläche die<br />

wahrgenommene Qualität des Endprodukts.<br />

Durch die Kombination von mechanischer<br />

Bearbeitung und Electrofinish wird<br />

zudem die Nacharbeit reduziert, der Ausschuss<br />

minimiert und die Gesamtproduktionskosten<br />

gesenkt – ein klarer wirtschaftlicher<br />

Vorteil.<br />

Chirurgische Bohrer –<br />

präzise, gratfrei und hygienisch<br />

Die Herstellung chirurgischer Bohrer aus<br />

Edelstahl erfordert eine präzise Gratentfernung,<br />

um die Funktionalität und Sicherheit<br />

der Instrumente zu gewährleisten.<br />

Konventionelle manuelle Verfahren sind<br />

nicht nur zeitaufwendig, sondern auch<br />

unzuverlässig und führen häufig zu hohen<br />

Ausschussraten.<br />

Das OTEC Verfahren mit der SF-Serie<br />

sorgt für reproduzierbare Ergebnisse und<br />

38 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Medizintechnik<br />

für kurze Prozesszeiten durch die OTEC<br />

Pulsfinish-Technologie. Ergänzend wird<br />

das Electrofinish der EF-Serie eingesetzt,<br />

um die Oberfläche der Bohrer weiter zu<br />

glätten und mikroskopische Unebenheiten<br />

zu entfernen. Die Vorteile:<br />

▶ Maximale Schärfe und Gratfreiheit:<br />

Electrofinish verbessert zusätzlich die<br />

Schneidkanten, ohne sie zu stark zu<br />

verrunden.<br />

▶ Optimierte Reinigung:<br />

Die chemisch geglätteten Oberflächen<br />

erleichtern die Entfernung von<br />

Geweberesten und Blut, was die<br />

Hygiene und die Lebensdauer<br />

der Bohrer erhöht.<br />

▶ Höhere Korrosionsbeständigkeit:<br />

Electrofinish sorgt für eine passivierte<br />

Edelstahloberfläche, die resistent<br />

gegenüber chemischen Reinigern und<br />

Sterilisationsprozessen ist.<br />

Knochenschrauben und<br />

Knochenplatten<br />

Homogene, glänzende Oberflächen steigern nicht nur die ästhetische Qualität,<br />

sondern auch das Vertrauen in medizinische Produkte<br />

Bearbeitungsprozesse<br />

Für Knochenschrauben, die scharfe, gratfreie<br />

Kanten und glatte Oberflächen erfordern,<br />

ist das Gleitschleifen eine hervorragender<br />

Prozess, der je nach Qualitätsanforderungen<br />

des Kunden anschließend durch<br />

das Electrofinish erweitert werden kann.<br />

Die durch das Electrofinish erweiterte Prozesskette<br />

entfernt mikroskopische Materialspitzen,<br />

verhindert die Anhaftung von<br />

Bakterien und erleichtert die Sterilisation.<br />

Bei Knochenplatten, die eine starke Kantenverrundung<br />

und eine homogene Oberfläche<br />

erfordern, sorgt das Gleitschleifen<br />

ggf. in Kombination mit Electrofinish für<br />

eine makellose Oberfläche. Zusätzlich verbessert<br />

es die Passform und sorgt dafür,<br />

dass Implantate spannungsfrei in den Körper<br />

integriert werden können.<br />

Implantate – Oberflächen für<br />

höchste Funktionalität<br />

Die Lebensdauer medizinischer Implantate<br />

hängt entscheidend von ihrer Oberflächengüte<br />

ab. Unterschiedliche Anforderungen –<br />

von glatten Kontaktflächen bis hin zu<br />

homogenen und hochglanzpolierten<br />

Oberflächen – erfordern maßgeschneiderte<br />

Bearbeitungsprozesse.<br />

Hochglanzpolierte Gelenkimplantate:<br />

bei Hüft- und Kniegelenken entfernt das<br />

OTEC Gleitschleifen grobe Bearbeitungsspuren<br />

und sorgt für Oberflächenrauheiten<br />

von bis zu Ra = 0,01 μm. Ergänzend<br />

kann das Electrofinish eingesetzt werden<br />

um Mikrokratzer zu eliminieren und eine<br />

hochglänzende, biokompatible Oberfläche<br />

zu erzeugen, die Abrieb reduziert, Gleitfähigkeit<br />

erhöht und die Lebensdauer der<br />

Implantate verlängert.<br />

Komplexe Prothesen<br />

Für gekoppelte Knieprothesen mit innenliegenden<br />

Geometrien bietet OTEC die<br />

Gleitschleif-Technologie, ergänzt durch das<br />

Electrofinish, als ideale Lösung.<br />

Gleitschleifen: bearbeitet schwer zu -<br />

gäng liche Bereiche durch gesteuerte Bewegungsabläufe<br />

und gezielte Anpassung<br />

der Werkstückwinkel.<br />

Electrofinish: glättet die komplexen Geometrien<br />

der Prothesen, erhöht die Widerstandsfähigkeit<br />

gegen äußere Einflüsse<br />

und verbessert die Gleitfähigkeit der Kontaktflächen.<br />

Automatisierung – Effizienz durch<br />

modernste Technik<br />

Knochenplatte<br />

Knochenschraube<br />

Die Maschinen der OTEC SF-Serie bieten<br />

eine hohe Effizienz durch optionale Roboterbeladesysteme,<br />

die eine nahtlose Integration<br />

in die Linienfertigung ermöglichen.<br />

Auch im Electrofinish Bereich lassen<br />

sich zukünftig automatisierte Prozesse in -<br />

te grieren, wodurch die Bearbeitung großer<br />

Stückzahlen bei konstant hoher Qualität<br />

ge währleistet wird.<br />

weitere Infos: www.otec.de<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 39


Bearbeitungsprozesse<br />

Hartfeinbearbeitung II –<br />

Qualität und Effizienz für Innenverzahnungen<br />

SkiveFinishing® ist ein neues Verfahren<br />

zur wirtschaftlichen Hartbearbeitung<br />

von Innenverzahnungen in hoher Qualität.<br />

Es kombiniert die Flexibilität des Wälzschälens<br />

mit der Oberflächenqualität der<br />

CBN-Schleiftechnologie. Ein von der<br />

Liebherr-Verzahntechnik GmbH entwickeltes,<br />

innovatives CBN-Werkzeug sorgt für<br />

lange Standzeiten und ermöglicht sogar<br />

Profilkorrekturen.<br />

Bisher standen für die Hartfeinbearbeitung<br />

von Innenverzahnungen zwei Verfahren<br />

zur Verfügung: das wirtschaftliche<br />

Hartschälen mit geometrisch bestimmter<br />

Schneide, das allerdings bei maximalen<br />

Qualitätsanforderungen an Grenzen<br />

stößt, sowie das Profilschleifen mit geometrisch<br />

unbestimmter Schneide, das höchste<br />

Präzision bietet, jedoch zeit- und kostenintensiv<br />

ist – und damit für die Serienfertigung,<br />

etwa in der E-Mobilität oder bei<br />

Nutzfahrzeugen, nur bedingt geeignet ist.<br />

SkiveFinishing® schließt diese Lücke: es<br />

nutzt die Kinematik des Wälzschälens in<br />

Verbindung mit einem abrichtfreien, galvanisch<br />

belegten Schälrad. Damit erzielt<br />

es eine höhere Qualität als Hartschälen,<br />

ist aber gleichzeitig schneller und wirtschaftlicher<br />

als das Profilschleifen.<br />

Innovatives Werkzeug,<br />

bewährte Technologie<br />

Das eingesetzte CBN-Werkzeug verfügt<br />

über eine ballige Geometrie und mehrere<br />

nutzbare Shiftpositionen. Die Bearbeitung<br />

erfolgt mit axialem Vorschub entlang einer<br />

Kontaktlinie. Ist eine Position verschlissen,<br />

wird einfach auf die nächste geshiftet. Die<br />

Kombination aus Werkzeugdesign und der<br />

extrem harten CBN-Beschichtung (nach<br />

Diamant der zweithärteste Schneidstoff)<br />

sorgt für lange Standzeiten und hohe Prozessstabilität.<br />

„SkiveFinishing® vereint die<br />

Flexibilität des Schälens mit den Vorteilen<br />

des CBN-Schleifens“, erläutert Haider<br />

Arroum, Bereichs- und Standortleitung<br />

Werkzeuge. „Dabei lassen sich durch gezielte<br />

Wahl der CBN-Korngrößen optimale<br />

Rauheitswerte und wirtschaftliche Prozesse<br />

realisieren.“<br />

Modifikationen<br />

im Bauteil realisierbar<br />

Dank der höheren Druckeigenspannungen<br />

verbessert SkiveFinishing® die Tragfähigkeit<br />

der Zahnflanken. Auch Modifikationen<br />

wie Kopfrücknahmen, Profilballigkeit oder<br />

Flankenlinienmodifikationen lassen sich<br />

Abrichtfreies, galvanisch<br />

belegtes Schälrad mit<br />

mehreren Shiftpositionen<br />

SkiveFinishing® basiert auf der gleichen<br />

Kinematik wie das Wälzschälen<br />

direkt ins Bauteil einbringen – sogar bei<br />

anspruchsvollen Geometrien wie Hohlrädern.<br />

Dies war bislang nur über aufwendiges<br />

Profilschleifen oder eine spezielle<br />

Abrichtkinematik möglich.<br />

Ist das Werkzeug vollständig verschlissen,<br />

wird es am Standort Ettlingen aufbereitet.<br />

Die mehr als 30-jährige CBN-Expertise<br />

von Liebherr gewährleistet dabei eine<br />

konstant hohe Qualität. „Das eröffnet Anwendern<br />

neue Optionen, Fertigungsprozesse<br />

optimal auf Bauteil und Wirtschaftlichkeit<br />

abzustimmen“, so Haider Arroum.<br />

Hohe Qualität bei<br />

wirtschaftlicher Fertigung<br />

SkiveFinishing® adressiert Anwendungen,<br />

die sehr hohe Qualitätsanforderungen mit<br />

wirtschaftlichen Prozessen kombinieren<br />

müssen. In der Luftfahrt zählen – bei stetig<br />

steigendem Kostendruck – Präzision<br />

und Tragfähigkeit. In der E-Mobilität erfordern<br />

neue Getriebekonzepte geringere<br />

Geräusch entwicklung und höhere Lebensdauer.<br />

Für Planetengetriebe in Lkw und<br />

Traktoren bietet SkiveFinishing® eine höhere<br />

Leistungsdichte: durch reduzierte Härteverzüge<br />

können kleinere, leichtere und<br />

dennoch leistungsfähigere Getriebe konstruiert<br />

werden. Verfahren und Werkzeug<br />

wurden im September <strong>2025</strong> erstmals auf<br />

der EMO der Weltöffentlichkeit präsentiert.<br />

weitere Infos: www.liebherr.com<br />

40 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

Innovative Schleiftechnologie begeistert<br />

Studer, der Schweizer Qualitätshersteller<br />

für Rundschleifmaschinen präsentierte auf<br />

der EMO zahlreiche Neuerungen. Ein Highlight<br />

war die Weltpremiere der neuen Universal-Rundschleifmaschine<br />

S23. Diese viel -<br />

seitige CNC-Maschine bietet in einer platzsparenden<br />

Bauweise modernste Schleiftech<br />

nologie für höchste Präzision und Zuverlässigkeit.<br />

Dank ihrer hochwertigen Aus -<br />

stattung ergänzt die S23 optimal das Portfolio<br />

zwischen dem Einstiegs- und Pre mi -<br />

um segment. Sie überzeugt mit Features<br />

wie der modernen Hard- und Softwarear<br />

chitektur C.O.R.E., einer automatischen<br />

B-Achse mit 1° Hirth-Verzahnung für bis zu<br />

drei Schleifwerkzeuge und dem Ma schinen<br />

bett aus Granitan® mit hervorragenden<br />

Thermik- und Schwingungseigenschaften.<br />

Ebenfalls große Aufmerksamkeit erhielt<br />

die neue Generation der favoritCNC, die<br />

STUDER mit modernen Fähigkeiten und<br />

Optimierungen ausgestattet hat. So verfügt<br />

die beliebte Einstiegsmaschine nun<br />

über eine aktualisierte CNC-Steuerung<br />

(FANUC 0i-TFP), eine automatische Bedientür<br />

und Laderschnittstelle für Automatisierungslösungen,<br />

ein ressourcensparendes<br />

Riemenspindelsystem sowie einen Maschinenständer<br />

mit größerem X-Führungsbahn<br />

abstand für noch mehr Stabilität. Zudem<br />

erleichtert der neue Conventional<br />

Dank WireDress® ist der Schleifdorn mit metallgebundenem Diamantschleifbelag<br />

besonders schnittig und präzise und kann in dieser Verdichterwelle aus Hartmetall<br />

tiefe Innenbohrungen über deren gesamte Länge in einer Aufspannung schleifen<br />

Mode den Übergang zwischen manuellem<br />

und CNC-Schleifen.<br />

Innovatives Achsensystem und<br />

WireDress® für das<br />

Innenrundschleifen<br />

Auf der Universal-Rundschleifmaschine<br />

S31 für kleine bis große Werkstücke<br />

demonstrierte STUDER ein innovatives<br />

Achsensystem, das im automatisierten<br />

Präzisionsrundschleifen neue Maßstäbe<br />

setzt. Dabei ermöglicht die lange W-Achse<br />

eine automatische Anpassung der Reitstock-Position<br />

an verschiedene Werkstücklängen,<br />

während die aktive R-Achse mit<br />

einem Inprocess-Messsystem komplexe<br />

Geometrien am Werkstück abtasten kann.<br />

Ein besonderes Feature des Systems ist<br />

die direkte Messung der Spannkraft. Dies<br />

sorgt für präzise reproduzierbare Spannbedingungen<br />

von Werkstücken. Die<br />

Spannkraft ist zusätzlich auf dem Steuerungsbildschirm<br />

für den Maschinenbediener<br />

ersichtlich.<br />

Das neue Achsensystem für die S33 und S31 ermöglicht die<br />

automatische Anpassung an unterschiedliche Werkstücklängen<br />

Ein weiterer Innovationssprung wurde<br />

mit der Einführung des berührungslosen<br />

Abrichtsystems WireDress® für das Innenrundschleifen<br />

vorgestellt. Die auf Draht-<br />

Elektroerosion basierende Technologie eröffnet<br />

neue geometrische Fertigungsmöglichkeiten<br />

mit Diamant- und CBN-Schleifscheiben<br />

mit Sinter-Metallbindung. Möglich<br />

ist dies durch eine neue Innenschleifspindel,<br />

die bei voller Schleifdrehzahl<br />

Strom übertragen kann.<br />

weitere Infos: www.studer.com<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 41


Bearbeitungsprozesse<br />

Effizient und flexibel:<br />

Neue Profilschleifmaschine<br />

Große Flexibilität bei kompaktem Design:<br />

die neue Profilschleifmaschine KNG 5P<br />

expert von KAPP NILES eignet sich hervorragend<br />

für die präzise Bearbeitung von<br />

Außen- und Innenverzahnungen. Als Weiterentwicklung<br />

der etablierten ZE Baureihe<br />

vereint sie deren Vorteile mit zahlreichen<br />

Extra-Optionen. „Die KNG 5P expert lässt<br />

sich für unterschiedlichste Anwendungen<br />

nutzen und ermöglicht effizientes Arbeiten<br />

bei exzellenter Verzahnungsqualität“,<br />

betont KAPP NILES Produktspezialist Boris<br />

Maschirow.<br />

Ergonomische Bedienung<br />

Die KNG 5P expert zeichnet sich durch ihre<br />

exzellente Rüstfreundlichkeit aus. Zum<br />

Wech sel der Abrichtrolle schwenkt die<br />

direkt angetriebene Abrichtspindel in eine<br />

ergonomische Position. Abrichtwerkzeuge<br />

lassen sich so bequem von außerhalb der<br />

Maschine wechseln. Der optimierte Gegenhalter<br />

mit einem Hub von 850 mm und der<br />

darauf aufgebaute wegschwenkbare Reitstock<br />

mit stufenlos justierbarem Spitzendruck<br />

bis 2.000 N erweitern den Anwendungs<br />

bereich von Spannungen zwischen<br />

Spitzen erheblich.<br />

Vielfältige Anwendungen<br />

Von Zahnrädern über Ritzelwellen bis hin<br />

zu Schnecken lassen sich auf der KNG 5P<br />

expert verschiedenste Werkstücke mit<br />

einer Verzahnungsbreite bis 670 mm<br />

schlei fen. Die leistungsstarke Schleifspindel<br />

verfügt über einen Direktantrieb mit<br />

Drehzahlen bis 9.500 rpm bei bis zu 64 Nm<br />

Antriebsmoment. Diese erlaubt den Einsatz<br />

von Schleifscheiben im Durchmesserbereich<br />

von 60 bis 350 mm.<br />

Der Rundtisch mit einem Durchmesser<br />

von 400 mm, elektrischem Direktantrieb<br />

und tiefer Bohrung für lange Wellen ist<br />

großzügig dimensioniert. Trotz des extrem<br />

breiten Anwendungsbereichs und der robust<br />

ausgelegten Hauptkomponenten hat<br />

die Maschine dank der kompakten Bauweise<br />

nur einen sehr geringen Platzbedarf.<br />

Zusätzliche Optionen<br />

Anspruchsvolle Modifikationen können auf<br />

der KNG 5P expert durch 5-Achs-interpoliertes<br />

Schleifen über eine offene Schwenkachse<br />

hochproduktiv und nahezu verschränkungsfrei<br />

im Zweiflankenschliff erzeugt<br />

werden.<br />

Beim Schleifen von Schnecken schwenkt<br />

der Abrichtarm komplett aus dem Arbeitsbereich<br />

des Schleifschlittens, wodurch der<br />

volle Hub von 675 mm genutzt werden<br />

kann. Die Maschine lässt sich mit automatisch<br />

CNC-nachgeführten Kühlschmierstoff-Düsen<br />

ausrüsten. Zusätzlich kann die<br />

Mit der KNG 5P expert können Schnecken mit<br />

Steigungswinkeln bis 45 ° geschliffen werden<br />

KNG 5P expert mit einer Beladeluke ausgestattet<br />

werden, um die Maschine automatisiert<br />

zu beladen.<br />

„Mit der KNG 5P expert denken wir unser<br />

langjähriges Erfolgsmodell – die ZE Bau -<br />

reihe – konsequent weiter. Neben allen<br />

Vorteilen dieser bewährten Baureihe überzeugt<br />

die Profilschleifmaschine mit zusätzlichen<br />

und neuen Optionen, die dem Anwender<br />

größte Flexibilität ermöglicht“, resümiert<br />

Produktspezialist Boris Maschirow.<br />

weitere Infos: www.kapp-niles.com<br />

Der Reitstock ist<br />

wegschwenkbar und<br />

stufenlos justierbar auf einen<br />

Spitzendruck bis 2.000 N<br />

KAPP NILES präsentiert die<br />

neue Profilschleifmaschine KNG 5P expert<br />

Mit der KNG 5P expert<br />

können Werkstücke mit einer<br />

Verzahnungsbreite bis zu<br />

670 mm bearbeitet werden<br />

42 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

Kantenqualität ohne Kompromisse<br />

Wie SAMSON VETEC mit ibex-Werkzeugen von KEMPF<br />

das Entgraten optimiert<br />

Präzision, Prozesssicherheit und Qualität<br />

sind bei sicherheitsrelevanten Industriearmaturen<br />

keine Option – sie sind Pflicht.<br />

Die VETEC Ventiltechnik GmbH entwickelt<br />

und fertigt seit Jahrzehnten hochwertige<br />

Drehkegelventile und Sonderarmaturen<br />

für industrielle Anwendungen. Als Zulieferer<br />

von High-End-Komponenten muss jeder<br />

Produktionsschritt höchsten Anforderungen<br />

gerecht werden – so auch die Entgratung.<br />

Mit dem Einsatz des hochpräzisen<br />

ibex-Entgratsystems von KEMPF gelingt<br />

dem Ventilspezialisten aus Speyer der<br />

Schritt zu prozesssicherer und wirtschaftlicher<br />

Kantenbearbeitung in der Einzelteilfertigung.<br />

Die Kontur muss nicht<br />

undefiniert sein, das<br />

Ibex-Entgratsystem<br />

kann auch bei<br />

definierten Kanten<br />

eingesetzt werden;<br />

hier ein Flansch aus<br />

rostfreiem Edelstahl<br />

Die Besonderheit bei VETEC: statt Serienfertigung<br />

setzt das Unternehmen konsequent<br />

auf maßgeschneiderte Einzellösungen,<br />

die präzise auf die Anforderungen der<br />

Kunden abgestimmt werden – häufig aus<br />

schwer zerspanbaren Werkstoffen wie Kobalt<br />

basislegierungen, Titan oder Zirko nium.<br />

Gefertigt werden die verschiedenen<br />

Bauteile auf einer modernen NC-Ma schinen<br />

flotte mit Bearbeitungszentren von<br />

Heller, DMG, Index und anderen. Dank eines<br />

konsequent digitalisierten Shop floors – u.a.<br />

mit COSCOM-Integration und Info-Terminals<br />

– laufen Prozesse effizient und transparent.<br />

Dennoch sorgte ein Thema immer<br />

wieder für Verzögerung: das Entgraten von<br />

Durchgangsbohrungen in Edelstahl-Gehäusen,<br />

die als Flansch eingesetzt werden.<br />

Im Zentrum des Problems standen Flansche<br />

aus einem Sandguss, bei denen es<br />

insbesondere an den durch den Guss bedingten,<br />

undefinierten Austrittskanten der<br />

Flanschbohrungen zu deutlich sichtbaren<br />

Graten kam. Die Folge: hoher Nachbearbeitungsaufwand<br />

per Hand bzw. mit starr<br />

eingespannten Fasenfräsern. Dadurch entstanden<br />

an den undefinierten Rohflächen<br />

unsaubere, ungleichmäßige Fasen und<br />

Kanten. Ebenso variierten die Prozesszeiten<br />

und eine Wiederholgenauigkeit war<br />

nicht gegeben. „Der Grat war klein, aber er<br />

hat den ganzen Ablauf gestört“, beschreibt<br />

Marcus Schneider, Technischer Außendienst<br />

der Firma KEMPF. „Besonders kritisch:<br />

bei sicherheitsrelevanten Bauteilen<br />

ist ein definierter Kantenverlauf oft zwin-<br />

gend – manuelles Nacharbeiten bedeutet<br />

also nicht nur Zeitverlust, sondern auch<br />

Unsicherheit in der Qualitätsprüfung.“<br />

Die Wendung für das Gratproblem<br />

kam mit dem Einsatz des ibex-Entgratsystems<br />

des Entgratspezialisten KEMPF aus<br />

Reichenbach an der Fils. Entwickelt für die<br />

automatisierte Konturbearbeitung von undefinierten<br />

Bauteilen auf CNC-Bearbeitungszentren,<br />

kombiniert das Entgratsystem<br />

– bestehend aus Ausgleichshalter und<br />

speziellen CrossCut Fräsern – die Vorteile<br />

definierter Entgratung mit maximaler Prozesssicherheit<br />

auch bei anspruchsvollen<br />

Bauteilgeometrien. Der ibex-Ausgleichshalter,<br />

der in drei verschiedenen, vordefinierten<br />

Härtestufen angeboten wird (Soft,<br />

Medium und Hard), eignet sich dabei<br />

durch Druck- und Zugausgleich von bis zu<br />

10 mm für die vorderseitige sowie für die<br />

rückseitige Bearbeitung von Bohrungen.<br />

Sobald der Fräser auf die Kante des Werkstückes<br />

trifft, kann dieser durch den linear<br />

gelagerten Ausgleich des ibex-Ausgleichshalters<br />

die axiale Bewegung sowohl vorwärts,<br />

als auch rückwärts durchführen. Im<br />

Zusammenspiel mit den (bei der Bearbeitung)<br />

vorgespannten kegelförmigen ibex-<br />

Entgratfräsern können damit auch radial<br />

liegende Maßabweichungen des Bauteils<br />

ausgeglichen werden. Somit hat der Entgratfräser<br />

auch bei größeren Konturabweichungen<br />

immer eine gleichmäßige Eingriffstiefe<br />

am Werkstück und erzeugt dadurch<br />

eine gleichmäßige Fase an der Werkstückkante<br />

– ohne manuellen Eingriff des<br />

Mitarbeiters. Zudem lässt sich das ibex-Entgratsystem<br />

– wie bei VETEC – auch perfekt<br />

in die Einzelteilfertigung integrieren, bei<br />

der sich Geometrien regelmäßig ändern.<br />

Statt aufwendiger manueller Anpassungen<br />

wird die Kontur direkt in der Maschine entgratet<br />

– exakt, definiert und sicher. Da das<br />

ibex-Entgratsystem direkt in das NC-Programm<br />

eingebunden wird, erfolgt der Entgratvorgang<br />

als fester Bestandteil des Bearbeitungsprozesses:<br />

inline, automatisiert<br />

und unabhängig vom Bedienpersonal.<br />

Mit dem Einsatz des ibex-Werkzeugs von<br />

KEMPF konnte SAMSON VETEC nicht nur<br />

den Bearbeitungsprozess bei spezifischen<br />

Bauteilen optimieren, sondern auch das<br />

Qualitätsniveau und den optischen Eindruck<br />

verbessern – ein echter Fortschritt in<br />

der hochspezialisierten Welt der Einzelteilfertigung.<br />

Seither kann der gesamte Bearbeitungsprozess<br />

inklusive Entgratvorgang<br />

direkt auf der Maschine erfolgen (‚von der<br />

Spindel in die Kiste!‘) – auch bei variierenden<br />

Bauteilgeometrien, wie sie bei VETEC<br />

durch die hohe Individualisierung häufig<br />

auftreten. „Die manuelle Nachbearbeitung<br />

entfällt vollständig“, unterstreicht Marcus<br />

Schneider. „Das Werkzeug ist deshalb inzwischen<br />

fester Bestandteil in mehreren<br />

Bearbeitungsprozessen und soll perspektivisch<br />

auf weitere Bauteile ausgeweitet<br />

werden.“ So bleibt VETEC dem eigenen<br />

Anspruch treu: Ventiltechnik auf höchstem<br />

Niveau – bis ins letzte Detail.<br />

weitere Infos: www.kempf-tools.de<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 43


Bearbeitungsprozesse<br />

Neue Maßstäbe in der Werkzeugbearbeitung<br />

Die neueste Laserbearbeitungsmaschine<br />

VISION LASER der Walter Maschinenbau<br />

GmbH bietet innovative Lasertechnologie<br />

für eine Vielzahl von Anwendungen für<br />

gelötete Werkzeuge in der modernen<br />

Werk zeugproduktion. Die Konstruktion<br />

der Maschine basiert auf der seit Jahrzehnten<br />

bewährten und zuverlässigen<br />

HELITRONIC VISION.<br />

Die eingesetzte Lasertechnologie bietet<br />

industriell bewährte Zuverlässigkeit für die<br />

präzise und effiziente Laserbearbeitung<br />

von Werkzeugen mit hohen Qualitätsanforderungen.<br />

Vielseitige<br />

Anwendungsmöglichkeiten<br />

Die VISION LASER bietet alle Möglichkeiten<br />

zur Bearbeitung von PKD (polykristalliner<br />

Diamant), CVD (chemisch abgeschiedener<br />

Diamant), MKD (monokristalliner Diamant)<br />

und Hartmetall.<br />

Präzision und Vielseitigkeit<br />

Das industrielle Lasersystem der VISION<br />

LASER ermöglicht:<br />

Die neue Lasermaschine von WALTER:<br />

VISION LASER<br />

→ Anwendungsbereiche:<br />

Die Anwendungsbereiche sind<br />

z.B. Schaftfräser, Kugelkopffräser,<br />

Stufenwerkzeuge und viele mehr<br />

→ Ausbruchs- und rissfreie<br />

Schneidkanten:<br />

Perfekt für feine und grobe Körnungen,<br />

wodurch sich die Performance erhöht<br />

und die Verschleißfestigkeit maximiert<br />

wird<br />

→ Bearbeitung komplexer Geometrien:<br />

Mit höchster Genauigkeit lassen<br />

sich komplexe 3D-Geometrien<br />

wie Spanbrecher und konkave<br />

Innenkonturen erstellen<br />

→ Betrieb ohne Verbrauchsmaterialien:<br />

Kein Bedarf an Kühlschmiermittel,<br />

Filtern oder Drähten, was den<br />

Ressourcenverbrauch und die<br />

Betriebskosten reduziert<br />

Laser versus Draht-Erodieren<br />

Bisher war das Draht-Erodieren der Standard<br />

bei der Herstellung von gelöteten<br />

PKD-Werkzeugen, allerdings mit dem<br />

Nach teil des Verbrauchs von Materialien,<br />

wie Drähte und Kühlmittel sowie das Risiko<br />

von Kornausbrüchen und Einschränkungen<br />

bei der Herstellung komplexer Geometrien.<br />

Hier setzt die VISION LASER an, die diese<br />

Probleme durch den Einsatz von Lasertechnologie<br />

löst.<br />

Im Vergleich zum Draht-Erodieren bietet<br />

die VISION LASER:<br />

→ Fertigung in nur einer Aufspannung:<br />

Der Rohling wird aufgespannt und<br />

das fertige Werkzeug entnommen,<br />

inklusive z.B. Spanbrecher<br />

→ Beeindruckende Schnittgeschwindigkeit:<br />

Bis zu doppelt so schnell bei<br />

vergleichbaren Materialien<br />

→ Materialunabhängigkeit:<br />

Härte und elektrische Eigenschaften<br />

des Materials spielen keine Rolle, was<br />

eine nahtlose Bearbeitung selbst<br />

der härtesten Verbundwerkstoffe<br />

ermöglicht<br />

→ Höchste Oberflächenqualität:<br />

Feinste Rauheitswerte (Ra), ideal<br />

für Hochleistungswerkzeuge<br />

Softwareintegration und<br />

benutzerfreundliche Bedienung<br />

Als Basis-Betriebssystem wird C.O.R.E. eingesetzt,<br />

eines der aktuell modernsten<br />

Maschinenbetriebssysteme auf dem Markt.<br />

Alle Systemanwendungen wie z.B. Kalibrierung,<br />

Aufwärmen, etc. sind deshalb auch<br />

zu 100 % reine C.O.R.E.-Anwendungen.<br />

→ Automatische Kalibrierung:<br />

Präzision leicht gemacht. Die<br />

automatische Kalibrierung der<br />

Achsen, der Laser-Fokuslage<br />

und des Drehzentrums machen<br />

minimalen Bedieneraufwand und<br />

hochpräzise sowie effiziente<br />

Herstellungsprozesse möglich.<br />

→ Nachhaltigkeit:<br />

Kontinuierliche Überwachung der<br />

Maschinenverbrauchsdaten wie z.B.<br />

Luftverbrauch, Energieverbrauch,<br />

Laser- & Scankopf und<br />

Temperaturüberwachung.<br />

→ Live-Prozesskameras:<br />

Für das Einmessen der Rohlinge und<br />

für die Überwachung der Bearbeitung<br />

sind optional drei Kameras verfügbar,<br />

die den Bearbeitungsprozess in<br />

einer Übersicht oder einzeln im<br />

Vollbildmodus anzeigen können.<br />

→ Robot Lader 25:<br />

Der WALTER Robotlader 25, der seit<br />

Jahren bereits im Portfolio der Schleif-<br />

& Erodiermaschinen verfügbar ist, kann<br />

bis zu 70 HSK-Werkzeuge aufnehmen<br />

und ist neu direkt in das C.O.R.E.<br />

Betriebssystem integriert.<br />

weitere Infos: www.walter-machines.com<br />

44 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Medizintechnik<br />

Multicut MedTec für sichere, präzise<br />

Fertigungsprozesse in der Medizintechnik<br />

Komponenten & Zubehör<br />

Der Schmierstoffspezialist Zeller+Gmelin<br />

steigt mit seiner neuen Schneidöl-Reihe<br />

Multicut MedTec und dem umfassenden<br />

Servicekonzept MedTec Care PLUS offiziell<br />

in das Geschäftsfeld Medizintechnik ein.<br />

Das Unternehmen bietet Herstellern von<br />

Präzisionsteilen und Komponenten für<br />

medizinische Anwendungen damit maßgeschneiderte<br />

Lösungen für sichere und<br />

präzise Fertigungsprozesse.<br />

„In der Medizintechnik sind Schneidöle<br />

gefragt, mit denen präzise und sicher<br />

gear beitet werden kann“, erklärt Dr. Irene<br />

Kreitmeir, Produktmanagerin für nicht<br />

wassermischbare Kühlschmierstoffe bei<br />

Zeller+Gmelin. „Und da die Entwicklung<br />

qualitativ hochwertiger Bearbeitungsöle<br />

quasi in der DNA unseres Unternehmens<br />

liegt, ist der Einstieg in dieses Geschäftsfeld<br />

für uns ebenso logisch wie<br />

konsequent.“<br />

Ein entscheidendes Kriterium für den<br />

Einsatz von Schmierstoffen in der Medizintechnik<br />

ist die Biokompatibilität. Sie<br />

stellt sicher, dass mögliche Rückstände –<br />

etwa auf Implantaten oder medizinischen<br />

Schrauben – keine schädigende Wirkung<br />

auf menschliches Gewebe haben.<br />

Zeller+Gmelin weist diese Zellverträglichkeit<br />

durch den Zytotoxizitätstest nach<br />

ISO 10993-5 nach.<br />

Ein umfassendes Portfolio für die<br />

Zerspanung in der Medizintechnik<br />

Die Produktreihe Multicut MedTec umfasst<br />

Schneidöle, die speziell für die Bearbeitung<br />

von Medizinstahl oder Titan, aber auch für<br />

spezielle Buntmetalllegierungen entwickelt<br />

wurden. Sie sind damit nicht nur für<br />

die Medizintechnik von großem Stellenwert.<br />

Auch andere Bereiche der Präzisionsbearbeitung<br />

wie die Schmuck- und Uhrenindustrie<br />

können von diesen innovativen<br />

Schneidölen profitieren.<br />

Abgerundet wird das MedTec-Programm<br />

insbesondere durch die speziell abgestimmten<br />

Divinol-Reiniger, die eine sichere<br />

und zuverlässige Reinigung im Kontext<br />

der Medizintechnikbranche gewährleisten.<br />

Das Konzept hinter dem MedTec-Portfolio<br />

ist laut Hersteller auf höchste Präzision,<br />

verlässliche Prozesse sowie makellose<br />

Oberflächenqualität ausgelegt – Prozesssicherheit,<br />

die über das Werkstück hinausgeht<br />

und damit auch hohe Werkzeugstandzeiten,<br />

ein sauberes Arbeitsumfeld und<br />

nachhaltiges Wirtschaften möglich macht.<br />

Um außerdem den Menschen gerecht zu<br />

werden, die mit den Multicut Med-Tec-Produkten<br />

arbeiten, sind die Formulierungen<br />

dermatologisch getestet.<br />

Diese Kombination aus Sicherheit, Anwenderfreundlichkeit<br />

und Materialqualität<br />

bildet die Basis für die Leistungsfähigkeit<br />

der Produkte: im Vordergrund stehen<br />

Leistungsfähigkeit, Materialverträglichkeit<br />

und Reinheit der bearbeiteten Komponen -<br />

ten – entscheidende Voraussetzungen für<br />

sichere und reproduzierbare Fertigungsprozesse.<br />

„Mit Multicut MedTec stellen wir<br />

sicher, dass Hersteller alle Anforderungen<br />

an Präzision und Materialverträglichkeit<br />

zuverlässig erfüllen können“, so Dr. Irene<br />

Kreitmeir weiter.<br />

Multicut MedTec Schneidöle und Kühlschmierstoffe von<br />

Zeller+Gmelin ermöglichen die präzise Bearbeitung<br />

von medizinischen Implantaten und Komponenten<br />

aus Medizinstahl, Titan und Kompositmaterialien<br />

Mit MedTec Care PLUS bietet Zeller+Gmelin<br />

ein ganzheitliches Servicepaket für die<br />

Medizintechnik – von technischer Beratung<br />

über Fluidmanagement und Laboranalysen<br />

bis zur technischen Dokumentation –<br />

und sichert damit präzise, sichere und<br />

biokompatible Fertigungsprozesse<br />

Rundum-Service für<br />

Medizintechnikkunden<br />

Neben der Produktentwicklung verfolgt<br />

Zeller+Gmelin einen ganzheitlichen Ansatz,<br />

der über das reine Schmierstoffangebot<br />

hinausgeht. Das Konzept MedTec Care<br />

PLUS umfasst professionelle, persönliche<br />

technische Beratung, Fluidmanagement,<br />

Serviceanalysen im hauseigenen Labor sowie<br />

digitale Unterstützung bei der technischen<br />

Dokumentation. Damit bietet das<br />

Unternehmen Kunden in der Medizintechnik<br />

eine durchgängige Betreuung – von<br />

der Schmierstoffauswahl über das Prozessmanagement<br />

bis zur Qualitätssicherung.<br />

„Unsere Kunden benötigen neben guten<br />

Schneidölen vor allem eines: langfristige<br />

Prozesssicherheit“, betont Irene Kreitmeir.<br />

„Mit MedTec Care PLUS schaffen wir genau<br />

diese Basis – durch abgestimmte Produkte,<br />

fundierte Analytik und nachvollziehbare<br />

Dokumentation.“<br />

weitere Infos: www.zeller-gmelin.de<br />

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Komponenten & Zubehör<br />

Der HEULE Tool Selector –<br />

digital und effizient zum passenden Entgratwerkzeug<br />

In nur wenigen Minuten zur optimalen<br />

Entgratlösung: der Online Tool Selector von<br />

HEULE Precision Tools macht es möglich.<br />

Durch das digitale Abbilden des breiten<br />

Sortiments in Kombination mit einem ausgeklügelten<br />

Algorithmus wird in Kürze das<br />

passende Werkzeug evaluiert. Dies ermöglicht<br />

dem Anwender eine erhebliche Zeitersparnis<br />

bei der Werkzeugauswahl.<br />

Bild 1:<br />

Der Anwender sucht<br />

im Tool Selector die<br />

passende HEULE<br />

Entgratlösung für die<br />

Bohrungen an seinem<br />

Werkstück<br />

In der modernen Fertigung entscheiden<br />

präzise und effiziente Prozesse über Qualität<br />

und Wirtschaftlichkeit. Gerade bei der<br />

Bohrungsbearbeitung ist das ideale Werkzeug<br />

unverzichtbar, die Auswahl aber oft<br />

zeitaufwendig und komplex. Denn es gibt<br />

verschiedenste Faktoren, die beachtet werden<br />

müssen: wie sind die technischen Anforderungen<br />

an das Ergebnis, reicht ein<br />

„ein faches“ Entfernen des Grates oder muss<br />

eine Senkung her? Wie sind die Dimensionen<br />

der Bohrung und des gewünschten<br />

Er gebnisses? Welchen Werkstoff gilt es zu<br />

bearbeiten?<br />

Wer sich durch Datenblätter kämpfen<br />

muss, verliert wertvolle Zeit. Gefragt ist<br />

also ein Weg, der schnell und zuverlässig<br />

zur passgenauen Lösung führt.<br />

Präzise Auswahl von<br />

Entgratwerkzeugen durch<br />

webbasierte Lösung<br />

Der webbasierte HEULE Tool Selector führt<br />

Anwender Schritt für Schritt zur passgenauen<br />

Lösung – intuitiv und verlässlich<br />

in einem modernen und übersichtlichen<br />

Design. Der Tool Selector wurde auf Basis<br />

langjähriger Praxiserfahrung entwickelt<br />

und bildet das komplette Standardsortiment<br />

der HEULE Werkzeuglösungen ab.<br />

Durch die Eingabe spezifischer Anwendungsdaten<br />

in eine klar strukturierte und<br />

optisch ansprechende Weboberfläche findet<br />

der Anwender schnell und zielgerichtet<br />

zur optimalen Entgratlösung. Eine intuitive<br />

und benutzerfreundliche Navigation<br />

begleitet ihn dabei Schritt für Schritt durch<br />

den Tool Selector.<br />

Bild 2:<br />

Darstellung der<br />

Startoberfläche des<br />

Tool Selectors, in<br />

diesem Schritt wird die<br />

Bearbeitungsart am<br />

Werkstück festgelegt<br />

Bild 3:<br />

Ansicht des Tool<br />

Selectors mit<br />

Auswahl der HEULE<br />

Entgratlösung, die<br />

optimal zu den<br />

Anforderungen des<br />

Anwenders passt<br />

1. Bearbeitungsart wählen [Bild 1]<br />

Zu Beginn entscheidet der Nutzer zwischen<br />

den Technologien Entgraten, Fasen,<br />

Senken oder kombiniertem Bohren. Diese<br />

Vorauswahl filtert das Werkzeugangebot.<br />

2. Werkzeugfamilie auswählen &<br />

Parameter definieren [Bild 2]<br />

Passend zur gewählten Bearbeitungsart<br />

zeigt der Tool Selector alle möglichen<br />

HEULE Werkzeuglösungen an. Anschließend<br />

werden die anwendungsspezifischen<br />

Daten definiert, bspw. Bohr- und<br />

Entgratdurchmesser, Werkstückhöhe, zu<br />

bearbei tende Kanten, Werkstückspezifikationen<br />

und Werkstoff. Diese Angaben sind<br />

die Grund lage für eine maßgeschneiderte<br />

Empfehlung.<br />

3. Ergebnis erhalten [Bild 3]<br />

Basierend auf den eingegebenen Daten<br />

schlägt der Tool Selector die passende<br />

HEULE Entgratlösung vor und stellt alle relevanten<br />

Informationen kompakt zur Ver -<br />

fügung – von Abmessungen und Schnittwerten<br />

bis hin zu Programmierhinweisen.<br />

Ein besonderer Vorteil: die vorgeschlagene<br />

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Komponenten & Zubehör<br />

Lösung kann als einseitiges PDF gespeichert<br />

oder ausgedruckt werden und<br />

steht dem Anwender somit sofort zur<br />

Verfügung.<br />

4. Direkter Draht zu HEULE Experten<br />

Wenn die vorgeschlagene Lösung weiter<br />

konkretisiert oder bestellt werden soll,<br />

empfiehlt sich der direkte Austausch mit einem<br />

HEULE Experten. Aus dem Tool Selector<br />

heraus kann der Anwender eine Anfrage<br />

an das HEULE Team senden – inklusive<br />

Upload eigener Zeichnungen oder 3D-Modelle.<br />

Als weltweit anerkannter Entgratexperte<br />

unterstützt HEULE gerne persönlich.<br />

Dank der klaren Schritt-für-Schritt-Struktur<br />

gelangen Anwender schnell zur passenden<br />

Entgratlösung – einfach, zielgerichtet<br />

und individuell abgestimmt. „Durch<br />

den Tool Selector ermöglichen wir unseren<br />

Kunden, innerhalb kürzester Zeit<br />

eine maßgeschneiderte Lösung anzubieten.<br />

Die benutzerfreundliche und leicht<br />

verständliche Oberfläche ist auch für<br />

Anwender geeignet, die erstmals mit dem<br />

Thema Entgraten in Kontakt treten“, so<br />

Naser Tajroski, Market Development<br />

Manager bei HEULE Precision Tools.<br />

So profitiert der Anwender vom<br />

Tool Selector<br />

Der Anwender profitiert von einer erheblichen<br />

Zeitersparnis: innerhalb nur weniger<br />

Minuten wird – basierend auf den anwendungsspezifischen<br />

Parametern – die optimal<br />

geeignete Entgratlösung aus dem<br />

gesamten HEULE Standard-Produktportfolio<br />

ermittelt. Ein weiterer Vorteil ist die<br />

benutzerfreundliche Bedienung. Die intuit<br />

ive Oberfläche sowie das übersichtliche<br />

und moderne Layout sprechen für sich.<br />

Für die Anwendung ist kein Expertenwissen<br />

erforderlich – der Tool Selector eignet<br />

sich daher auch ideal für Einsteiger auf diesem<br />

Gebiet.<br />

Technische Zeichnung<br />

des zu bearbeitenden<br />

Stahlrohrs mit Anwendungsdaten<br />

Praxisbeispiel Tool Selector<br />

Ein Anwender möchte die Bohrung-Ø 10.4 mm<br />

in einem Stahlrohr entgraten.<br />

Vorgehensweise im Tool Selector:<br />

Schritt 1: Bearbeitungsart „Entgraten“ wählen, Schritt 2:<br />

Werkzeugfamilie COFA auswählen (Entgraten vor- und<br />

rückwärts ab Ø 2 mm), relevante Parameter eingeben, wie<br />

unter anderem: Bohr-Ø: 10.4 mm, Entgrat-Ø: 11.6 mm,<br />

Werkstückhöhe (Bohrtiefe): 8.15 mm, Bearbeitung: beide<br />

Bohrungskanten, Oberfläche: unebene Oberfläche,<br />

Innen-Ø: 22 mm, Achsversatz: 0 mm. Der Tool Selector<br />

berechnet daraufhin automatisch einen Überhöhungswinkel<br />

von 15,9°, der für die Entgratung an den Rohren entscheidend ist. Werkstoff: Stahl<br />

mit mittlerem und hohem Kohlenstoffgehalt, Schritt 3: Der Tool Selector<br />

empfiehlt dem Anwender die passende Lösung: COFA C8/10.4/H und Messer<br />

mit Freiwinkel 20°, sowie zeigt Schnittdaten und Programmierhinweisen.<br />

Schritt 4: PDF herunterladen und/oder Beratung anfordern – fertig.<br />

Darstellung des vorgeschlagenen HEULE Entgratwerkzeugs, basierend auf<br />

den spezifischen Eingaben des Anwenders<br />

Darstellung des Produktportfolios an HEULE Werkzeugen für die<br />

beidseitige Bohrungsbearbeitung<br />

Am Ende des Auswahlprozesses erhält<br />

der Anwender alle relevanten Daten zu<br />

seiner empfohlenen Werkzeuglösung in<br />

einem kompakten PDF.<br />

Langfristig profitiert der Anwender davon,<br />

dass er dank der Empfehlung des Tool<br />

Selectors die perfekt abgestimmte Entgratlösung<br />

in seinen Bearbeitungsprozess<br />

integrieren kann. Dies erhöht die Prozesssicherheit,<br />

da Fehler und Nacharbeiten<br />

deutlich reduziert werden. Durch weniger<br />

Ausschuss kann der Anwender zudem seine<br />

Kosteneffizienz steigern.<br />

Der HEULE Tool Selector bietet einen<br />

Überblick über das Standardsortiment an<br />

Werkzeuglösungen. Bei Interesse an einer<br />

Sonderanfertigung besteht zudem die<br />

Möglichkeit, direkt mit den HEULE Experten<br />

in Kontakt zu treten, um gemeinsam eine<br />

individuell abgestimmte Sonderlösung<br />

zu entwickeln. Kundenspezifische Entgratlösungen<br />

entstehen so in enger Abstimmung<br />

und erweitern das Angebot über das<br />

Standardsortiment hinaus.<br />

Wer heute wirtschaftlich fertigen möchte<br />

setzt nicht nur auf Präzision, sondern auch<br />

auf Effizienz – und der erste Schritt dahin<br />

beginnt mit der schnellen Auswahl des<br />

richtigen Werkzeugs.<br />

weitere Infos: www.heule.com<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 47


Komponenten & Zubehör<br />

Innovative Kühlschmierstoffe für<br />

anspruchsvolle Bearbeitungsprozesse<br />

Die Anforderungen an moderne Kühlschmierstoffe<br />

(KSS) steigen stetig. Neben<br />

hoher Performance und Prozesssicherheit<br />

spielen Umwelt- und Arbeitsschutz eine<br />

immer größere Rolle. Neue Entwicklungen<br />

im Bereich der KSS bieten hier innovative<br />

Lösungen, die sowohl die Standzeit der<br />

Werkzeuge als auch die Qualität der Werkstücke<br />

verbessern. Vier zukunftsweisende<br />

Produk te setzen neue Maßstäbe in der Metallbearbeitung.<br />

Höchstleistung in der<br />

Buntmetallbearbeitung<br />

Mit dem NOVAMET 1000 Y steht ein Hochleistungs-KSS<br />

zur Verfügung, der speziell<br />

für die Bearbeitung von Buntmetallen entwickelt<br />

wurde. Er ist mineralölbasiert, frei<br />

von Bor und Formaldehyd und zeichnet<br />

sich durch eine herausragende Emulsionsstabilität<br />

aus. Selbst bei einer Salzbelastung<br />

von über 7000 mg/kg bleibt die Emulsion<br />

stabil.<br />

Die besondere Buntmetallverträglichkeit<br />

wurde mit einem praxisnahen Laborverfah<br />

ren geprüft, bei welchem die Emulsion<br />

mit Kupferspänen versetzt, erwärmt und<br />

für bis zu drei Wochen gerührt wird. Eine<br />

Auslösung von Kupferionen ist mit dem<br />

NOVAMET 1000 Y weder zu sehen (keine<br />

Grün- oder Blaufärbung), noch per Elementaranalytik<br />

nachweisbar. So ist das Produkt<br />

vielseitig einsetzbar, u.a. beim Bohren, Drehen,<br />

Fräsen, Schleifen oder Tieflochbohren.<br />

Mit NOVAMET 1000 Y war keine<br />

Auslösung von Kupferionen zu sehen<br />

(keine Grün- oder Blaufärbung), auch<br />

nicht per Elementaranalytik nachweisbar<br />

Hochleistung ohne Mineralöl<br />

Das ESTRAMET S 95 ist ein sehr modernes,<br />

mineralöl-, bor- und formaldehydfreies,<br />

Pro dukt mit extremer Leistungsfähigkeit<br />

zur Bearbeitung anspruchsvoller<br />

Materialien.<br />

Die innovative Kombination unterschiedlicher<br />

Esterverbindungen sorgt<br />

für eine außerordentliche Schmierleistung<br />

und macht dieses Produkt ideal für<br />

die Bearbeitung anspruchsvoller Materialien<br />

wie Titan-, Nickel- und hochlegierte<br />

Stähle.<br />

Dank seiner ausgezeichneten Spüleigenschaften<br />

sowie einer hohen mikrobiologischen<br />

Stabilität eignet sich das<br />

ESTRAMET S 95 für zahlreiche Bearbeitungsverfahren,<br />

von Schleifen über Fräsen<br />

bis hin zum Tieflochbohren. In Kombination<br />

mit einer herausragenden Schaumkontrolle<br />

setzt dieses Produkt neue Standards<br />

in der Hochleistungszerspanung.<br />

Spezialist für Grauguss und<br />

Eisenwerkstoffe<br />

Der wassermischbare Kühlschmierstoff<br />

UNIMET 300 FE wurde speziell für die Bearbeitung<br />

von Grauguss und Eisenwerkstoffen<br />

entwickelt. Er zeichnet sich durch ein<br />

hervorragendes Spülvermögen aus, wodurch<br />

Späne und Schmutzpartikel effektiv<br />

entfernt werden. Dies sorgt für saubere<br />

Werkstücke und reduziert den Reinigungsaufwand<br />

für Maschinen sowie nachfolgende<br />

Prozesse.<br />

Gerade bei der Graugussbearbeitung,<br />

die hohe Anforderungen an den KSS stellt,<br />

überzeugt UNIMET 300 FE mit optimaler<br />

Schmutztragefähigkeit und minimierter<br />

Schaumbildung. Zudem schützt er Werkzeuge<br />

vor abrasiven Partikeln und verlängert<br />

deren Standzeiten. Seine hohe Stabilität<br />

hemmt das Wachstum von Bakterien<br />

und Pilzen, wodurch die Standzeit des KSS<br />

verlängert, und der Wartungsaufwand<br />

minimiert wird.<br />

Klare Lösung für empfindliche<br />

Materialien<br />

Der wasserlösliche Hochleistungskühlschmierstoff<br />

FRIGOMET 850 hebt sich<br />

durch seine transparente Erscheinung und<br />

seinen niedrigen pH-Wert hervor. Dies<br />

sorgt nicht nur für eine bessere optische<br />

Kontrolle während der Bearbeitung, sondern<br />

verbessert auch die Materialverträglichkeit<br />

und Hautfreundlichkeit.<br />

FRIGOMET 850 besticht durch exzellente<br />

Schmierleistung, geringen Verbrauch und<br />

eine hohe Fremdölabscheidung. Gerade<br />

bei schwer zerspanbaren Materialien wie<br />

Titan oder sensiblen Aluminiumlegierungen<br />

bietet dieser KSS eine optimale Kombination<br />

aus Prozesssicherheit und Effizienz.<br />

Dank seiner Vielseitigkeit eignet er sich für<br />

eine breite Palette von Anwendungen und<br />

Werkstoffen.<br />

Die Wahl des richtigen Kühlschmierstoffs<br />

ist entscheidend für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit<br />

von Zerspanungsprozessen.<br />

Die hier vorgestellten Produkte setzen<br />

neue Maßstäbe in ihren jeweiligen Einsatzbereichen<br />

und tragen dazu bei, Fertigungs<br />

prozesse stabiler, leistungsfähiger<br />

und nachhaltiger zu gestalten. Mit innovativen<br />

Formulierungen und einer hohen Anpassungsfähigkeit<br />

an verschiedene Werkstoffe<br />

bieten sie optimale Lösungen für<br />

moderne Fertigungsanforderungen.<br />

weitere Infos: www.oemeta.com<br />

48 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong>


Komponenten & Zubehör<br />

Neue Lösung für saubere und effiziente<br />

Metallbearbeitung<br />

Castrol, ein weltweit führender Schmierstoffhersteller,<br />

erweitert seine XBB-Reihe um<br />

einen wassermischbaren, mineralölfreien<br />

Kühlschmierstoff auf Basis synthetischer Es -<br />

ter technologie: Castrol CareCut SL 10 XBB.<br />

Das Produkt ergänzt die Castrol XBB-Reihe,<br />

die ohne Bor, Biozide und Formaldehydabspalter<br />

formuliert ist und für hervorragende<br />

Prozessstabilität, minimierten Additivverbrauch,<br />

reduzierte Wartungsaufwände<br />

sowie eine konstante Performance<br />

über die gesamte Badstandzeit steht.<br />

CareCut SL 10 XBB wurde entwickelt, um<br />

die steigenden Anforderungen moderner<br />

Fertigung zu erfüllen: schnellere Taktzeiten,<br />

höhere Präzision und maximale Prozesssicherheit<br />

bei gleichzeitiger Kostenkon<br />

trolle. Ohne Bor, CMR-Stoffe (karzinogen,<br />

mutagen und reproduktionstoxisch)<br />

und formaldehydabspaltende Zusätze formuliert,<br />

trägt er zu einem gesünderen Arbeitsumfeld<br />

bei und entspricht modernen<br />

HSE-Standards. Zudem bestätigten Praxis-<br />

tests verbesserte Oberflächengüte, geringeren<br />

Konzentratverbrauch und signifikante<br />

Verlängerung der Schleifscheibenlebensdauer.<br />

Der Kühlschmierstoff überzeugt mit hoher<br />

Emulsionsstabilität in einem breiten<br />

Härtebereich von 5° dH bis 100° dH, geringer<br />

Schaumbildung und reduzierter Ausschleppung.<br />

CareCut SL 10 XBB eignet sich<br />

sowohl für Standardanwendungen wie<br />

Schleifen, Drehen und Bohren als auch für<br />

anspruchsvolle Verfahren wie Räumen und<br />

die Bearbeitung unterschiedlichster Metalle<br />

von Stahl bis Aluminiumlegierungen.<br />

Zusammen mit den Castrol XBB-Kühlschmierstoffen,<br />

XBC-Reinigern und dem<br />

neuen SmartCoolant entsteht ein geschlossenes,<br />

zukunftsweisendes System.<br />

Während die XBB-Produkte für pH-stabile,<br />

lange Standzeiten sorgen und die XBC-<br />

Rei niger den Kreislauf effizient ergänzen,<br />

über wacht und steuert SmartCoolant<br />

zentrale Parameter automatisch in Echtzeit.<br />

So lassen sich Standzeiten verlängern,<br />

Betriebskosten senken und Prozesse transparenter<br />

und planbarer gestalten.<br />

CareCut SL 10 XBB zeigt Castrols kontinuierlichen<br />

Fortschritt in der Kühlschmierstofftechnologie<br />

und unterstreicht damit<br />

seinen Anspruch, Fertigungsbetrieben Lösungen<br />

zu bieten, die Effizienz und Sicherheit<br />

in der Metallbearbeitung systematisch<br />

steigern können.<br />

weitere Infos: www.castrol.com<br />

Neuer 5-Achs-Zentrischspanner mit bester Zugänglichkeit<br />

Mit einem neuen zentrischen 5-Achs-<br />

Werkstückspannsystem kam Gressel auf<br />

die EMO. Zu dem „C5X“ konnten sich Fachbesucher<br />

detailliert informieren. Neben<br />

dem sicheren Fixieren von Werkstücken<br />

haben 5-Achs-Spanner vor allem ein hohes<br />

Maß an Zugänglichkeit zu gewährleisten.<br />

Der C5X erfüllt diese Grundanforderung<br />

mit hohen Trägerbacken, die durch das<br />

verwendete Backenprogramm des „C2.0“-<br />

Zentrischspanners von Gressel hochgradig<br />

flexibilisiert werden. Wendeplatten grip<br />

sind somit ebenso verfügbar wie Adapterund<br />

Pendelplatten oder wendbare Prismabacken<br />

grip, wobei der jeweilige Backenwechsel<br />

über zwei Schrauben erfolgt. Unterstützt<br />

wird diese Vielseitigkeit durch einen<br />

Baukasten mit drei Backenhöhen (142,<br />

181 und 252 mm) sowie fünf Grundkörperlängen<br />

(320, 400, 500, 600 und 800 mm).<br />

Für das prozesssichere Fixieren des Werkstücks<br />

ohne Vorprägen sorgt der C5X mit<br />

einer Spannkraft von bis 40 kN. Dass diese<br />

Spannkraft auch vollständig beim Werkstück<br />

ankommt, gewährleistet die oben<br />

liegende Spindel. Der Tausch der Spindel<br />

ist über ein Schnellwechselsystem einfach<br />

möglich, mit dem in jeder Spannerlänge<br />

ein Grundspannhub von 120 mm verfügbar<br />

ist. Der Spannbereich lässt sich je nach<br />

Grund körperlänge erweitern, um bei der<br />

größten Grundkörperlänge eine maximale<br />

Spannweite von 691 mm zu erreichen. Mit<br />

seiner technischen Spezifikation und seinem<br />

attraktiven Preis ist der C5X insbesondere<br />

auch für die Palettenautomation<br />

geeignet.<br />

weitere Infos: www.gressel.ch<br />

<strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong> 49


50 <strong>dihw</strong> 17 4 · <strong>2025</strong><br />

Terminvorschau (Stand 14.11.<strong>2025</strong>) Impressum<br />

25. – 27. November <strong>2025</strong><br />

SPS Expo, Nürnberg<br />

SPS – Smart Production Solutions<br />

weitere Informationen: https://sps.mesago.com<br />

11. Dezember <strong>2025</strong><br />

Fertigungstechnische Kolloquien, ETH Zürich<br />

„Condition Monitoring bei Antriebssystemen –<br />

vom Schraubenzieher am Ohr zur KI“<br />

weitere Informationen: www.inspire.ch<br />

03. – 05. Februar 2026<br />

NORTEC, Hamburg<br />

Fachmesse für Produktion<br />

weitere Informationen: www.messe-stuttgart.de<br />

04. – 05. März 2026<br />

11. Dortmunder Schleifseminar, Dortmund<br />

Fachlicher Austausch zwischen Industrie und Hochschule<br />

weitere Informationen: https://isf.mb.tu-dortmund.de/<br />

institut/veranstaltungen/schleifseminar/<br />

24. – 27. März 2026<br />

Holz-Handwerk, Nürnberg<br />

Europäische Fachmesse für Maschinentechnologie und<br />

Fertigungsbedarf<br />

weitere Informationen: www.holz-handwerk.de<br />

14. – 17. April 2026<br />

PaintExpo, Karlsruhe<br />

Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik<br />

weitere Informationen: : www.paintexpo.de<br />

20. – 24. April 2026<br />

Hannover Messe, Hannover<br />

Weltleitmesse für die produzierende Industrie<br />

weitere Informationen: www.hannovermesse.de<br />

21. – 24. April 2026<br />

Intertool, Wels<br />

B2B-Fachmesse im Bereich der produzierenden Industrie<br />

weitere Informationen: www.intertool.at<br />

05. – 08. Mai 2026<br />

GrindingHub, Stuttgart<br />

Alles rund um Schleiftechnik<br />

weitere Informationen: www.grindinghub.de<br />

ISSN 1868-4459<br />

ZKZ 30498<br />

Publisher<br />

Benno Keller<br />

+49-(0)911-2018 200<br />

keller@harnisch.com<br />

Redaktion<br />

Eric Schäfer<br />

+49-(0)911-504 98 82<br />

eric.schaefer@harnisch.com<br />

Verlag<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Tel: +49-(0)911-2018 0<br />

Fax: +49-(0)911-2018 100<br />

Geschäftsleitung<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

<strong>dihw</strong>-info@harnisch.com<br />

www.harnisch.com/<strong>dihw</strong><br />

Objektleitung<br />

Christiane Ebner<br />

+49-(0)911-2018 260<br />

ebner@harnisch.com<br />

Mediaberatung (D, A, CH)<br />

Thomas Mlynarik<br />

+49-(0)911-2018-165<br />

+49-(0)9127-902 346<br />

Mobil: +49-(0)151-548 181 81<br />

mlynarik@harnisch.com<br />

Mediaberatung (Europa)<br />

Britta Steinberg<br />

+49-(0)911-2018-275<br />

steinberg@harnisch.com<br />

Mediaberatung (USA, Kanada)<br />

Steve Max<br />

+1-(0)215-284 87 87<br />

steve.max@harnisch.com<br />

Erscheinungsweise<br />

4 x jährlich<br />

Jahresabonnement<br />

Inland 50 € + 8 € Versandkosten<br />

(zzgl. 7 % MwSt.).<br />

Ausland 50 € + 12 € Versandkosten<br />

Druck<br />

Akontext s.r.o.<br />

Beranových 65<br />

199 00 PRAHA 9<br />

Czechia<br />

Die in diesem Magazin enthaltenen<br />

Beiträge einschließlich der Abbildungen<br />

unterliegen dem Urheberrechtsgesetz.<br />

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Unternehmensverzeichnis<br />

Aerotech 5, 10<br />

Castrol Limited 49<br />

CemeCon AG 26<br />

CERATIZIT S.A. 28<br />

Fritz Studer AG 41<br />

Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH 17<br />

GRESSEL AG 49<br />

Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH 20<br />

HEULE Werkzeug AG 46<br />

Ingersoll Cutting Tool Company 30<br />

ISCAR Ltd. 22<br />

ISF Institut für Spanende Fertigung 18<br />

KAPP GmbH 42<br />

Kellenberger Systems 8<br />

KEMPF GmbH 43<br />

KYOCERA UNIMERCO Tooling A/S, 14<br />

Lach Diamant Jakob Lach GmbH & Co. KG 33<br />

Liebherr-Verzahntechnik GmbH 40<br />

Make-to-Order Days, Messe Stuttgart 18<br />

MAPAL Fabrik für Präzisionswerkzeuge Dr. Kress KG 12<br />

Mitsubishi Materials 32<br />

Norton Abrasives 16, 29<br />

Oemeta Chemische Werke GmbH 48<br />

OTEC Präzisionsfinish GmbH 38<br />

parts2clean 18<br />

Paul Horn 20<br />

PEMTec SNC 36<br />

Seco Tools GmbH 10<br />

Sodick Deutschland GmbH 15<br />

Tungaloy Corporation 24<br />

WPG 10<br />

WZL Werkzeugmaschinenlabor RWTH Aachen 14<br />

Walter AG 31<br />

Walter Maschinenbau GmbH 44<br />

Zeller+Gmelin GmbH & Co. KG 45<br />

Inserentenverzeichnis<br />

Aerotech<br />

Titel<br />

Diamant-Gesellschaft Tesch GmbH 3<br />

Kapp GmbH & Co. KG 13<br />

Kempf 9<br />

Lach Diamant Jakob Lach GmbH & Co. KG 2<br />

MKU®-Chemie GmbH 51<br />

Oemeta 15<br />

Vollstädt-Diamant GmbH 11<br />

Zecha 17


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