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Pack & Log 08/2025

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Ausgabe 08/2025

Pack & Log

Die Fachzeitschrift für Verpackung & Intralogistik

Österreichische Post AG / MZ 10Z038727 M / PL Verlag OG, Bahnstraße 4, 2340 Mödling

144. Ausgabe, 15. Jahrgang

Redefining Packaging

for a Changing World

DS Smith - Ihr Experte für Verpackungen aus Wellpappe

www.dssmith.com/at

E-Commerce

Edle Flaschen in nachhaltigen

VerpackungenS6

Aktuell

Faltbare Innovation für den

BevölkerungsschutzS14

Umwelt

„Keine leeren Phrasen: Mehr

Sein statt Schein!“ S24


www.metsagroup.com/

classic-meets-innovation


News / Wichtiges

Außenansichten

keine trendwende. Die PROPAK-

Industrie kämpft auch 2025 mit Gegenwind.

Laut aktueller Auswertung

für das erste Halbjahr 2025 erzielte

die Branche einen Umsatz von 1,13

Milliarden Euro – ein Rückgang um 4,4

Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders betroffen sind Papierprodukte

außerhalb des Verpackungssegments

(-7,5 Prozent), während sich

Verpackungen mit einem Minus von

2,0 Prozent etwas stabiler halten. Ein

ernstes Warnsignal kommt aus dem

Export: Der Wert der Ausfuhren sank

um 6,6 Prozent, das ist für eine stark

exportorientierte Branche ein ernstzunehmendes

Alarmzeichen.

Todesfall. Mit großer Betroffenheit

und tiefer Trauer nimmt groninger

Abschied von Horst Groninger, dem

Gründer und langjährigen Gestalter der

groninger Gruppe. Er verstarb im Alter

von 86 Jahren. Mit ihm verliert die Region

Heilbronn-Franken nicht nur eine

prägende Unternehmerpersönlichkeit,

sondern auch einen leidenschaftlichen

Visionär, der sein Lebenswerk in den

Dienst von Innovation, Verantwortung

und nachhaltigen Erfolg stellte.

Wachstum. Die international tätige

ALPLA Group wächst weiter im Formpress-

und Spritzguss-Segment und

übernimmt die Produktionsstätte des

serbischen Verschlussherstellers Energoplast.

Als Systemanbieter liefert

ALPLA hochwertige Kunststoffverpackungen

aus einer Hand. Mit der Verschlussproduktion

von Energoplast

erweitert ALPLA seine Präsenz und

Produktpalette in Südosteuropa und

sorgt für noch mehr Flexibilität und

Qualität.

Weihnachten naht, das Fest

der Liebe, der Familie, der genussvollen

Freude, des Kerzenscheins

auf glücklichen

Gesichtern.

Doch für eine beträchtliche Anzahl an Menschen

haben all diese Bilder nichts mit ihrer

Lebensrealität zu tun. Wer sich einsam fühlt,

erlebt ein emotional derart überfrachtetes

Fest wie Weihnachten und auch den Jahreswechsel

als besonders herausfordernd.

Einsamkeit ist allerdings auch abseits der

Feiertage ein immer brisanter werdendes Thema.

Sogar der Begriff „Einsamkeitsepidemie“

geistert durch die Medien. Gerade bei älteren

Menschen, bei Menschen nach Trennungen,

aber auch bei Teenagern und jungen Erwachsenen

steigen die Zahlen hinsichtlich Einsamkeit

und Depression.

Großbritannien startete vor über einem Jahrzehnt

ein spannendes Experiment zu dieser

Thematik. Ärztinnen und Ärzte begannen kostenlose

Museumsbesuche zu verschreiben

– gegen Stress, Depressionen und andere

psychische Erkrankungen.

Die ersten Museumsrezepte – „Museums

on Prescription“ – starteten 2014 in einem

dreijährigen, preisgekrönten Pilotprojekt, zunächst

für ältere, sozial isolierte Menschen.

Heute sind Kunst- und Museumsbesuche

fest im Gesundheitssystem verankert – und

die Wirkung ist messbar: 37 Prozent weniger

Hausarztbesuche, 27 Prozent weniger Krankenhauseinweisungen.

Die Zahlen stammen

aus den 2023 erhobenen Daten der Culture

Health & Wellbeing Alliance, ein landesweites

Netzwerk kreativer Gesundheitsinitiativen.

Auf Großbritannien folgte Kanada. Seit 2018

verschreiben dort Ärztinnen und Ärzte in

Montreal ihren PatientInnen Besuche im Museum

of Fine Arts (MMFA). Pro Jahr können

ÄrztInnen bis zu 50 Rezepte ausstellen, die

von der Krankenkasse übernommen werden.

Das AgeTeQ-Lab der Universität Montreal kann

seither mit Studien belegen: Wer auf Rezept

kommt, zeigt messbar höhere Lebensqualität

und psychisches Wohlbefinden. Kunsthistorikerin

Nathalie Bondil, ehemalige Direktorin

des MMFA, ist überzeugt: Kultur wird im 21.

Jahrhundert für unsere Gesundheit das, was

von Manfred Meixner

Sport im 20. Jahrhundert war. Sie argumentiert:

„Der Mensch ist biologisch darauf ausgelegt,

von Schönheit berührt zu werden und

dadurch Wohlbefinden zu empfinden.“

Drei Jahre später war man auch in Brüssel

vom Kunstkonzept überzeugt. 2021 startete

man mit fünf Museen und 33 MedizinerInnen.

Mittlerweile sind mehr als zehn Museen und

18 medizinische Einrichtungen beteiligt. Den

Eintritt in die Brüsseler Museen übernimmt

die Stadt.

In Frankreich wird die Idee landesweit umgesetzt

– von Rennes in der Bretagne bis an die

Côte d‘Azur. In Nizza erlaubt ein „L‘art c‘est la

santé“-Rezept („Kunst ist Gesundheit“) auch

den Besuch des renommierten Matisse-Museums.

Parallel erforschen im ganzen Land

zahlreiche Forschungsprojekte, welchen Einfluss

Kunstbesuche auf das Wohlbefinden

haben.

Den Erfolg solcher Museumsbesuche beschreibt

die leitende Psychiaterin an der

Uniklinik Brugmann in Brüssel: „Wenn wir

etwas Angenehmes tun, reagiert unser Gehirn

wie bei einem kleinen Feuerwerk – Dopamin

wird freigesetzt, und wir fühlen uns sofort

wohl. Das passiert beim Sport, bei einem

Spaziergang im Wald – und genauso, wenn

uns ein Kunstwerk berührt.“ (vgl. dpa,

9.9.2025)

Schon 2019 wertete die Weltgesundheitsorganisation

über 3.000 Studien aus, mit

klarem Ergebnis: Kunst- und Kulturangebote

stärken die psychische und physische Gesundheit.

Sie helfen, Leiden zu verarbeiten,

den Genesungsprozess zu fördern und helfen

bei Stress sowie Depressionen.

So wünsche ich Ihnen, meine lieben Leserinnen

und Leser, Feiertage ohne emotionale

Überfrachtung und ein kunstsinniges Jahr

2026.

m.meixner@packundlog.at


INHALT

E-Commerce

Weihnachten steht vor der Tür! Neben dem Drang Geschenke

zu kaufen überkommt einen im Advent regelmäßig

das Gefühl, dass die Zeit schneller vergeht, als

sie sollte. Auch 2025 habe ich dieses Gefühl und das obwohl

die Zeit in schlechten Jahren bekanntlich viel langsamer

voranschreitet als in guten. Aber egal, ich schweife ab. Es gibt für

den Advent ohnehin nur ein gültiges Zeitmessgerät: den Adventkalender.

Obwohl ich zugeben muss, dass in meinem Fall, je nach (Schoko)

Bestückung des Kalenders, die Tür zum 24. – und selbstverständlich

alle auf dem Weg dahin – auch schon mal am 1. Dezember geöffnet

wurde. Deswegen bevorzugt mein Magen den simplen Adventkalender

Innenansichten

von Gernot Rath

– hinter jedem Türchen ein Bildchen, dann komme ich zeitgerecht zu

Weihnachten an. Das bevorzugte Material ist Karton, bei größeren Exemplaren

auch durchaus Wellpappe. Es gab Jahre, in denen aufwendig

gestaltete Adventkalender hochrangige heimische Auszeichnungen erhielten.

Heuer reichte es allerdings nicht, soviel sei verraten. Wer 2025

einen Wellpappe Austria Award erhielt, können Sie auf S. 10 nachlesen.

In Wellpappe lassen sich aber auch Flaschen verpacken und verschicken.

Apropos verschicken: In Zeiten des E-Commerce ist das ein essentielles

Tool. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang, dass sie auch heil

beim Empfänger ankommen. Wie eine solche Verpackung aussieht und

was sie können muss, erfahren Sie auf S. 6-7.

Die Urfunktion der Verpackung ist der Produktschutz, wie man deutlich

an der oben angesprochenen E-Commerce Anwendung sieht. Aber jetzt

gibt es Ansätze, die weit darüber hinausgehen: Die Verpackung als Bevölkerungsschutz!

Das mag auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich

klingen, ist es aber auf den zweiten nicht. Ein Blick auf die S. 14-15 lohnt

sich.

Kunststoff ist wohl der Packstoff, der in der öffentlichen Wahrnehmung

das schlechteste Image hat – und das trotz intensiver Forschungsarbeit

sowie den daraus resultierenden innovativen Produkten. Oft werden

Kunststoffverpackungen von diversen Markenartikeln „verschleiert“

und zum Greenwashing missbraucht, sehr zum Missfallen der Hersteller.

Pack & Log hat sich über dieses und andere Probleme mit Daniel

Winkler, Constantia Flexibles, unterhalten (S. 24-26).

Das war die letzte Ausgabe der Pack & Log für dieses Jahr. So bleibt mir

nur mehr, Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins

neue Jahr zu wünschen!

Edle Flaschen in nachhaltigen

Verpackungen S 6

Zwischen Nachhaltigkeit, Individualität

und Effizenz S 8

Verpackung neu gedacht S 9

Der Umschlag der Pack & Log wurde auf

MetsäBoard Prime FBB Bright 305 g/m²

gedruckt

Wellpappe/Karton

Von Apfelbaum bis

Piraten-Box S 10

Scanstar für Haferdrink-

Display S 11

Frischer Wind

in St. Ruprecht S 13

g.rath@packundlog.at


08/2025

Handhabungstechnik Winter

Aktuell

Faltbare Innovation für den

Bevölkerungsschutz S 14

4 th Forum Unique Codes S 16

Meisterliche

Bewegungsführung S 18

Kontakt

scannen

Umwelt

Lösungen für Ihre Logistik

www.h-t-w.at | +43 2641 20171 0 | office@h-t-w.at

Recycling von beschichteten und

laminierten Papierverpackungen S 20

Mehrweg wagen S 22

GIGANT alles aus einer Hand!

Lagerlogistik

Lieferketten zukunftsfähig

machen S 28

Die Zukunft der Lagerautomatisierung

ist flexibel S 30

Ihr Partner für ganzheitliche Verpackungslösungen:

Maschinen, Material & Service

Firmen & Partner S 32

Impressum S 35

Verpackungstechnik

GIGANT_Einschaltung_90_125_November_GIGANT.indd 1 03.11.2025 12:43:22


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Edle Flaschen in nachhaltigen

E-Commerce-Verpackungen

Foto: Christof Hütter Fotografie

Charaktervolle Biere, Essige oder Spirituosen der Privatbrauerei Hirt sind weit über Kärntens Landesgrenzen

hinaus ein beliebtes Geschenk. Um der steigenden Nachfrage im Onlinehandel 1 sowie dem Trend zu Verpackungslösungen

2 aus nachwachsenden Rohstoffen gerecht zu werden, wurde gemeinsam mit dem internationalen

Wellpappenhersteller DS Smith eine neue, nachhaltige Premium-E-Commerce-Verpackung entwickelt. Diese

schützt Flaschen von 0,5 l und 0,75 l optimal und wirkt dabei auch optisch ansprechend. Vor kurzem wurde die

Verpackung mit dem Wellpappe Austria Award 2025 in der Kategorie „kreativ“ ausgezeichnet (siehe auch S.10).

Erstklassiges Bier, aber auch ausgewählte

Spirituosen oder würzige Essige

verdienen die beste Verpackung,

damit sie den Transport unbeschadet überstehen.

Weil Genuss eben erst beim Öffnen

der Flasche so richtig beginnt, sorgt die neue

Premium-E-Commerce-Verpackung dafür,

dass jede Bestellung sicher, stilvoll und mit

dem gewissen Etwas bei den Kundinnen

und Kunden ankommt.

Sicher „in der Schwebe“. Die innovative

Wellpappelösung des Verpackungsherstellers

DS Smith fixiert die Flaschen von hochwertigen

Spezialitäten wie Bier, Spirituosen &

Essigen so, dass sie sicher „in der Schwebe“

sind und an kritischen Stellen wie Verschluss

und Boden besonderen Schutz genießen. Stoßrand

und Sicherungslasche sorgen dafür, dass

jede Lieferung unbeschadet ankommt.

Smart und nachhaltig verpackt.

Die neue Verpackung verbindet Produktschutz

mit ökologischer Verantwortung. Das Design-

team von DS Smith wandte seine in der

Branche einzigartigen Kreislaufdesign-Prinzipien

an, um eine Lösung zu entwickeln,

die vollständig ohne Kunststoffkomponenten

auskommt, zu 100 Prozent recycelbar ist

und für die Logistik optimiert wurde. „Wir

wollten eine möglichst materialsparende

Lösung schaffen, die nachhaltig, smart und

kundenfreundlich ist. Dadurch wird sie den

hohen Ansprüchen einer sicheren Lieferung

von Premium-Lebensmitteln gerecht“, sagt

Dieter Glawischnig, Geschäftsführer von DS

Smith Packaging Austria. Dass die sichere

Lieferung ein entscheidender Faktor in der

heutigen, boomenden E-Commerce-Landschaft

ist, untermalt auch eine von DS Smith

in Großbritannien beauftragte Studie 3 . Demnach

erhielten 47 Prozent der E-Commerce-

Verbrauchenden im Jahr 2023 beschädigte

Waren aus Online-Käufen, was zu einem

durchschnittlichen Verlust von 132 Euro

pro Person führte. „Die innovative Lösung

von DS Smith für die Privatbrauerei Hirt

begegnet diesen Herausforderungen, indem

sie das sichere Verpacken verschiedener Flaschengrößen

und -typen gewährleistet und

zusätzliche Komponenten überflüssig macht.

Glawischnig ergänzt: „Dadurch wird auch der

Abpackvorgang erheblich beschleunigt, was

letztendlich eine kosteneffiziente Lagerhaltung

ermöglicht.“

Mehr als Schutz: Ein Erlebnis. Die

neue Verpackung vereint Funktionalität mit

Design. Sie lässt sich schnell aufbauen, bietet

großzügige Flächen für Markenauftritte

und verwandelt das Auspacken in ein kleines

Highlight. Sie besticht durch ihre schlichte

Eleganz. Die natürliche Optik in Verbindung

mit der dezenten weißen Flexo-Bedruckung

lässt bereits vor dem Öffnen die Qualität des

Inhalts erahnen. So erhalten Konsumentin

und Konsument einen visuell ansprechenden

Vorgeschmack auf das verpackte Produkt.

Tradition trifft Innovation. Mit

über 755 Jahren Brautradition steht die Privatbrauerei

Hirt für Qualität, Regionalität und


Pack & Log 08/25

Sorgfalt. DS Smith bringt seine Expertise in

nachhaltigen Verpackungslösungen ein. Gemeinsam

entstand so eine Kooperation, die

zeigt, wie Tradition und Innovation Hand in

Hand gehen. Heimo Schader, Geschäftsführer

der Privatbrauerei Hirt, betont „Während wir

uns mit Leidenschaft unseren erstklassigen

Produkten widmen, sorgt DS Smith für die

perfekte, nachhaltige Verpackung. So können

unsere Kundinnen und Kunden unsere Produktvielfalt

auch über eine Bestellung im neuen

Online-Shop in bester Qualität genießen.“

Kurzprofil. DS Smith, ein Unternehmen

von International Paper, ist ein weltweit

führender Anbieter von faserbasierten Verpackungen,

die durch Recycling und Papierherstellungsprozesse

unterstützt werden.

Das Unternehmen spielt eine zentrale Rolle

in der Wertschöpfungskette von Branchen

wie E-Commerce, FMCG, Lebensmittel und

Getränke sowie Industriegüter. DS Smith verfolgt

eine fokussierte Nachhaltigkeitsstrategie

unter dem Motto „Jetzt. Und zukünftig.“.

Mit dem Ziel, Verpackungen für eine sich

verändernde Welt neu zu definieren, hat

sich das Unternehmen dazu verpflichtet,

den branchenweiten Übergang zur Kreislaufwirtschaft

anzuführen und seinen Kunden

nachhaltige Kreislauflösungen anzubieten.

Im Rahmen dieser Mission liegt der Schwerpunkt

auf der Substitution von Einwegkunststoffen,

der Reduzierung von CO 2

-Emissionen

in der Lieferkette, der Bereitstellung

von Recyclinglösungen, Innovationen und

Investitionen in Forschung und Entwicklung,

einschließlich alternativer Materialien und

Fasern. Das Unternehmen verfügt über einen

fortschrittlichen Ansatz für den Service und

(v.l.) Dieter Glawischnig, Geschäftsführer von DS Smith Packaging Austria, und Heimo

Schader, Geschäftsführer der Privatbrauerei Hirt Vertrieb GmbH, präsentieren die innovative

Premium-Verpackungslösung für den neuen Online-Shop der Privatbrauerei Hirt

die Optimierung nachhaltiger Lieferketten,

ein anerkanntes und maßgeschneidertes

„Box-to-Box“-Betriebsmodell innerhalb von

14 Tagen und einen einzigartigen Ansatz

für Kreislaufdesign-Metriken. DS Smith betreibt

vier Standorte in Österreich: Wien,

Margarethen am Moos, Kalsdorf bei Graz

und Neumarkt am Wallersee.

[pl]

1. Zwischen 2019 und 2024 stieg der Verkauf von alkoholischen Getränken über E-Commerce in Österreich

mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 9,7 %. Damit machte er rund 3 % des

gesamten Einzelhandelsumsatzes aus. Quelle: Euromonitor International.

2. Der weltweite Markt für Verpackungen auf Faserbasis wurde für das Jahr 2024 auf 313,6 Milliarden Euro

geschätzt. Bis zum Jahr 2030 soll er einen Wert von 384,94 Milliarden Euro erreichen. Dies entspricht einem

durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 3,5 % zwischen 2025 und 2030. Quelle: Grand View Research.

3. DS Smith Studie „Unveiling the true cost of damaged deliveries in 2023”. Quelle: https://www.dssmith.

com/uk/media/our-stories/2023/11/unveilingthetruecostofdamageddeliveriesin20232.

Foto: DS Smith

PACKAGING SOLUTIONS

FOR EVERYONE

LAGER- UND TRANSPORTPRODUKTE AUS KUNSTSTOFF

www.auer-packaging.com


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Zwischen Nachhaltigkeit, Individualität und

Effizienz: Verpackung im E-Commerce

Eine Versandverpackung im E-Commerce erfüllt mehrere Rollen: Sie ist Schutz-, Logistik- und Marketinginstrument

in einem. Sie muss Transportbelastungen standhalten, Waren sichern und Retouren vermeiden. Gleichzeitig

ist sie das erste physische Markenerlebnis im Onlinehandel – ein haptisches Aushängeschild und Mittel zur

Kundenbindung. Wie gelingt eine Verpackung, die zeit- und kosteneffizient gepackt wird, Produkte sicher ans Ziel

bringt und gleichzeitig Nachhaltigkeits- sowie Markenanforderungen erfüllt?

Status Quo in der Packstation.

Viele Unternehmen stehen beim Versand

unter Zeit- und Kostendruck. Durch eine

One-Fits-All-Lösung Kosten für Verpackungsmaterialien

und den Verpackungsprozess

sparen zu können, ist ein Trugschluss. Zu

großes Paketvolumen, schlecht gepolsterte

Ware oder ungeeignetes Material verursachen

erhebliche Mehrkosten. Rezensionen

großer Händler zeigen: Viele kostspielige

Retouren entstehen durch beschädigte

Produkte. Angesichts steigender Versandkosten

und Nachhaltigkeitsanforderungen

wird klar – die alte Herangehensweise hat

keine Zukunft.

Was ändert die PPWR für Versandverpacker?

Mit der neuen Packaging and

Packaging Waste Regulation (PPWR) schafft

die EU erstmals einheitliche Regelungen für

Verpackungen. Ziel ist es, Verpackungsabfälle

zu reduzieren und den Recyclinganteil

zu erhöhen. Ab 2030 müssen alle Verpackungen

recyclingfähig, bis 2035 auch im industriellen

Maßstab recycelbar sein. Zudem

gelten schrittweise strengere Vorgaben für

Rezyklate, Überverpackung und bestimmte

Einwegkunststoffe. In Österreich ergänzt die

Verpackungsverordnung diese Regelungen.

Für Versandhändler heißt das: Verpackungsdesign,

Materialwahl und Recyclingfähigkeit

geraten in den Fokus.

Nachhaltigkeit und Automatisierung

als Erfolgsduo. Was zunächst

wie eine größere Herausforderung für Lager,

Versand und Kommissionierung klingt, birgt

auch Chancen. Mit intelligenten (KI-)Tools,

Automatisierung und praxisnahen Schulungen

können E-Commerce-Unternehmen

ihre Prozesse prüfen und optimieren, um ressourcenschonender

und kosteneffizienter zu

arbeiten. Die RAJA-Gruppe bietet konforme

Verpackungslösungen und begleitet Kunden

bei der Umsetzung individueller Anforderungen.

Auch bereits kleine Veränderungen wie

Nachhaltige Verpackungslösungen

wie

die Re-Zip Versandtasche

überzeugen auch

das Fachpublikum auf

dem Messestand von

RAJAPACK

recyceltes Polstermaterial und höhenvariable

Kartons können viel bewirken.

Effiziente Intralogistik. Auch

innerbetriebliche Prozesse beeinflussen

Nachhaltigkeit und Effizienz: Kurze Wege,

strukturierte Packplätze und ergonomische

Arbeitsstationen sind essenziell. Neben

umweltfreundlichen Verpackungen helfen

Automatisierungslösungen für Packstraßen,

Maschinen wie Stretchwickler und eine optimale

Packplatzeinrichtung, Arbeitsschritte

zu erleichtern. Digitale E-Procurement-Lösungen

optimieren zusätzlich die Beschaffung.

Ein Beispiel ist der DocumenTable von

Rocholz: Die digitale Dokumentation von

Wareneingängen und -ausgängen direkt am

Packtisch ermöglicht einfache Erfassung und

lückenlose Nachverfolgbarkeit. Für kleine

Unternehmen bietet RAJAPACK Maschinen

wie die Polstermaschine FillPak ® Mini

von Ranpak, die selbst auf kleinstem Raum

einsetzbar ist.

Verpackung als Markenerlebnis.

Neben dem Schutz ist die Bedeutung der

Verpackung gestiegen. Durch Unboxing-

Videos auf Social Media und ein stärkeres

Umweltbewusstsein ist sie von einem reinen

Gebrauchsmittel zu einem Hauptakteur

geworden: individuell, optisch ansprechend

und nachhaltig. RAJAPACK bietet neben

bedruckbaren Recycling-Kartons auch umweltschonendes,

individuell bedruckbares

Klebeband aus Papier an, das mit dem Karton

im Papiermüll entsorgt werden kann, ohne

Plastikrückstände im Recyclingprozess. Onlinehändler

können so mit wenig Aufwand

Kunden emotional binden und gleichzeitig

gesetzliche Vorgaben einhalten.

Fazit. Der E-Commerce bleibt ein Innovationstreiber

der Verpackungsbranche.

Neue gesetzliche Vorgaben und steigende

Erwartungen beschleunigen die Entwicklung

hin zu ressourcenschonenden, individuellen

Lösungen. Künstliche Intelligenz

wird künftig eine zentrale Rolle spielen – sei

es zur Prozessoptimierung, für intelligente

Lagerverwaltung, zur Automatisierung

von Verpackungslinien oder für prädiktive

Analysen, die Abläufe noch effizienter gestalten.

Erfolgreich sind Händler, die ihre

Verpackungsprozesse kontinuierlich optimieren,

um sie wirtschaftlich, markenstark

und umweltbewusst gestalten. So meistern

Sie den Spagat zwischen Nachhaltigkeit,

Individualität und Effizienz.

[pl]

Foto: RAJAPACK


Promotion

Verpackung neu gedacht: Nachhaltige

Alternativen für eine umweltbewusste Zukunft

Der Boom im Online-Handel führt zu einem erheblichen Anstieg an Verpackungsmüll. Umso wichtiger ist es,

umweltfreundliche Alternativen zu finden. Immer mehr Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher suchen

nach Alternativen, die den Schutz von Produkten gewährleisten, aber zugleich umweltfreundlich sind. Kartons

und Produktverpackungen aus Recyclingmaterialien und innovative Füllmaterialien bieten dabei vielversprechende

Lösungen.

druck.at, die Onlinedruckerei aus Leobersdorf,

hat sich der nachhaltigen Transformation

der Druckbranche mit großem Engagement

verschrieben. Durch die Einführung

umweltfreundlicher Materialien und die

Reduktion problematischer Kunststoffverpackungen

setzt druck.at neue Standards.

Diese Maßnahmen sind Ausdruck einer

klaren Unternehmensphilosophie: Nachhaltigkeit

und herausragende Druckqualität

müssen kein Widerspruch sein. Dies zeigen

auch die 2023 erhaltenen Auszeichnungen

– das Österreichische Umweltzeichen und

das CSR-Gütesiegel. „Diese Anerkennung

motiviert uns, weiterhin innovative Wege

zu finden, um einen positiven Beitrag zur

Umwelt zu leisten“, sagt Markus Graf, Geschäftsführer

von druck.at.

Passgenaue Verpackungen zur

Reduktion von Ressourcen. Eine

Möglichkeit, um Ressourcen zu schonen,

besteht in der optimalen Anpassung von

Verpackungsgrößen an das jeweilige Produkt.

Oftmals sind Versandkartons zu groß,

was nicht nur mehr Material, sondern auch

mehr Füllmaterial erfordert. Durch maßgeschneiderte

Verpackungslösungen kann

diese Verschwendung vermieden werden.

„Jeder Zentimeter, der eingespart wird,

zählt“, so Markus Graf. Diese Einsparungen

reduzieren nicht nur den Materialeinsatz,

Eine Verpackung,

die optimal an die

Größe des Produktes

angepasst ist,

schont Ressourcen

sondern auch die Transportkosten und den

CO 2

-Ausstoß.

Umweltbewusst bis ins Detail.

Nachhaltigkeit hört nicht bei der Wahl des

Verpackungsmaterials auf – auch das Innere

zählt. Der Verzicht auf herkömmliche

Füllmaterialien aus Plastik ist ein weiterer

Schritt in Richtung einer verantwortungsvollen

Zukunftsgestaltung. Alternativen aus

recyceltem Papier, Holzwolle oder biologisch

abbaubaren Materialien wie Maisstärke

sind nicht nur umweltfreundlich,

sondern schützen Produkte genauso gut wie

herkömmliche Lösungen. Diese bewusste

Entscheidung für nachhaltige Füllmaterialien

trägt dazu bei, den

ökologischen Fußabdruck

zu minimieren. So zeigt

sich: Nachhaltigkeit beginnt

im Kern – sowohl bei

den Produkten als auch in

den Verpackungen.

Innovationen und Trends. Die

Entwicklung im Bereich nachhaltiger Verpackungen

schreitet schnell voran. So gibt

es heute bereits essbare Verpackungen, die

aus Algen oder Kartoffelstärke hergestellt

werden, sowie Folien, die vollständig biologisch

abbaubar sind und als Kompost im

Garten enden können. Ein weiterer vielversprechender

Trend ist das sogenannte „Refill-

System“. Hierbei kaufen Konsumentinnen

und Konsumenten ein Produkt einmalig in

einer stabilen, wiederverwendbaren Verpackung

und füllen es dann bei Bedarf nach.

Dieses Prinzip ist besonders im Kosmetikund

Reinigungsmittelbereich erfolgreich

und hat das Potenzial, große Mengen an

Verpackungsmüll einzusparen. „Indem wir

alle bewusster mit den verfügbaren Ressourcen

umgehen und nachhaltige Alternativen

wählen, können wir gemeinsam einen großen

Unterschied machen – für uns und für

kommende Generationen“, fügt Markus

Graf hinzu.

Foto: Rawpixel Ltd.

Foto: Klyuchinskiy Oleg

Oftmals sind Versandkartons

zu groß, was

nicht nur mehr Material,

sondern auch mehr Füllmaterial

erfordert


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Foto: com_unit/APA-Fotoservice/Schedl

Die Gewinner der Wellpappe Austria

Awards 2025 stehen fest. Die Auszeichnungen

wurden in den Kategorien

kreativ, konstruktiv, Point of Sale,

Displays, nachhaltig und Nachwuchs

vergeben, ergänzt um einen Sonderpreis

für herausragende Druckgestaltung.

Gewinner und Nominierte sind

berechtigt, zu den Worldstars, dem

wichtigsten internationalen Verpackungspreis,

einzureichen

Von Apfelbaum bis Piraten-Box:

Wellpappe zeigt, was in ihr steckt

Sollen Waren sicher und effizient transportiert werden, ist Wellpappe in Österreich die bevorzugte Verpackung.

Ob Milch, Chips oder Solarpaneele: Verpackungen aus Wellpappe lassen sich maßgeschneidert auf

jedes Produkt abstimmen. Bereits zum elften Mal würdigte das Forum Wellpappe Austria die Innovationskraft

einer Branche, die beweist: Wellpappe kann schützen, überraschen, verkaufen und sogar spielen.

Über 41 Einreichungen waren in das

Rennen um die begehrten Wellpappe

Austria Awards 2025 gegangen.

Nach eingehender Prüfung nominierte die

unabhängige Fachjury 18 herausragende Innovationen

und kürte die sieben Gewinner.

Gewinner und Nominierte sind berechtigt,

zu den Worldstars, dem wichtigsten internationalen

Verpackungspreis, einzureichen.

Wellpappe-Champions mit Wellenlänge.

„Unsere Wellpappe-Champions

zeigen jedes Jahr aufs Neue, wie vielseitig

und zukunftsfähig unsere Verpackungskonzepte

sind“, sagt Stephan Kaar, Sprecher des

Forum Wellpappe Austria. „Verpackungen

aus Wellpappe lassen sich maßgeschneidert

auf das Produkt abstimmen und vermeiden

Leerraum. Das spart Platz in den Lieferketten,

schützt die Ware zuverlässig und kann so zur

Reduktion von CO 2

-Emissionen beitragen.

Von der leichten Versandverpackung bis zum

nachhaltigen Display: Wellpappe verbindet

Design, Funktionalität und Umweltbewusstsein

auf einzigartige Weise.“

Die Verleihung fand wieder in stimmungsvoller

Atmosphäre im CasaNova Vienna statt.

Für Unterhaltung sorgte Sängerin und Kabarettistin

Eva Maria Marold.

Die Sieger im Überblick:

Kategorie Kreativ. Versandverpackung

für drei Flaschengrößen, eingereicht von DS

Smith Packaging Austria, Kalsdorf, für Privatbrauerei

Hirt. Die clevere E-Commerce-

Lösung, die Flaschen in drei Größen sicher

ans Ziel bringt.

Kategorie Konstruktiv. Versandverpackung

für BIOCAT KS-C, eingereicht

von Rondo Ganahl AG, Frastanz, für

WATERCryst Wassertechnik. Der perfekte

Maßanzug aus Wellpappe, robust, nachhaltig

und durchdacht.

Kategorie Point of Sale. Alpenmilch

6er-Pack, eingereicht von Dunapack

Packaging, Strasswalchen, für Milchwerke

Berchtesgadener Land. Funktional, 100 Prozent

recyclingfähig und mit ergonomischem

Griff.

Kategorie Displays. Bad Apple Display,

eingereicht von Margarethner Verpackungsgesellschaft

m.b.H. für Asian Sourcing

Link (Coca-Cola). Ein Apfelbaum aus

Wellpappe als echter Verkaufs-Booster am

P.O.S.

Kategorie Nachhaltig. Verpackung

für StablePak ® , eingereicht von Dunapack

Packaging, Wien. Ein revolutionäres Faltkonzept:

Eine Verpackung, vier Größen,

weniger Material.

Kategorie Nachwuchs. PucknPack,

eingereicht von Rondo Ganahl AG, Frastanz.

Das Spiel aus Wellpappe, entwickelt von

Lehrling Jannis Leiter.

Sonderpreis für herausragende

Druckgestaltung. Milch-Tray, eingereicht

von Dunapack Packaging, Strasswalchen.

Scharf im Druck, stark im Klimaschutz.

Das ist brillante Optik mit weniger

CO 2

.

Danke an die Sponsoren. Der Wellpappe

Austria Award wurde auch heuer von

namhaften Kategorie-Sponsoren unterstützt:

ARA – Altstoff Recycling Austria, BOBST,

Chespa, Doneck Euroflex, Hamburger Containerboard,

Koenig & Bauer sowie Smurfit

Westrock Nettingsdorf. Ein weiterer Dank

geht an die Partner-Sponsoren: Apex international,

Billerud, Fosber, Göpfert, Heinerich

Flexoklischee, Metsä Board, Minda, Mondi

und Sappi.

[pl]


Pack & Log 08/25

Scanstar für Haferdrink-Display

MetsäBoards Kraftliner für Oberfläche verwendet

Adara Pakkaus erhält den ScanStar-Preis

2025 für ein innovatives, wellpappenbasiertes

Verkaufsdisplay für Fazer Aito

Haferdrinks. Das Display nutzt den beschichteten

MetsäBoard Pro WKL Kraftliner

als Druckoberfläche. Es entstand in

Zusammenarbeit mit Fazer und bewährt

sich hervorragend im Einsatz im Einzelhandel.

Foto: Metsä Board

Innovative Struktur und Funktionalität.

Das Design erfüllt Fazers

Vorgaben für Produktsichtbarkeit und

Handhabung. So stapelt das Display Haferdrink-Schachteln

auf Tabletts in mehreren

Schichten, während die Konstruktion

den Verbrauchern einen einfachen Zugriff

auf die Produkte ermöglicht. Die Herausforderung:

Der Displayständer muss die

maximale Anzahl an Produkten tragen und

dabei die Hebegewichtsgrenzen einhalten.

„Wenn das Display hoch und schmal

ist, wird es leicht instabil. Dieses Problem

lösten wir, indem wir den Hauben-/Sockelteil

in zwei Teile trennten und aus

einem Teil eine seitliche Stütze formten.

Dadurch bleibt das Display stabil und benutzerfreundlich“,

sagt Kaisa Pietilä, Verpackungsdesignerin

bei Adara Pakkaus.

Hochwertiges Material und

Haltbarkeit. Der für das Display verwendete

Kraftliner, MetsäBoard Pro WKL,

wurde sorgfältig aufgrund seiner hervorragenden

Bedruckbarkeit und Praktikabilität

ausgewählt – damit bleiben auch die Falzlinien

des Displayständers ordentlich. „Das

Display wirkt lange ansprechend, und die

strapazierfähige Oberfläche erleichtert die

Montage. Das reduziert Abfall und stellt

sicher, dass das Display den Bedingungen

im Geschäft standhält – es kann lange im

Einsatz sein und trotzt Feuchtigkeit und

Stößen“, ergänzt Pietilä.

Visuelle Attraktivität und Markenstärkung.

Das preisgekrönte

Verkaufsdisplay unterstützt Fazer bei der

Verkaufsförderung am POS: Es zieht Aufmerksamkeit

auf sich, schafft zusätzliche

Verkaufsflächen und stützt mit hochwertigem

Material das Qualitätsimage der

Marke.

Der für das Display verwendete Kraftliner, MetsäBoard Pro WKL, wurde aufgrund

seiner hervorragenden Bedruckbarkeit und

Praktikabilität ausgewählt

Nachhaltigkeit und Effizienz.

„Fazers Ziel gemäß PPWR ist es, den Einsatz

von Verpackungsmaterialien in allen

Verpackungen zu reduzieren, wo immer

das möglich ist. Dieses Haferdrink-Display

zeigt, wie ein Teil des Displays während seines

Lebenszyklus für verschiedene Zwecke

verwendet werden kann, ohne zusätzliche

Komponenten“, erklärt Piia Tiainen, Senior

Manager Packaging Development. „Zudem

ist das Display so dimensioniert, dass die

Palettenmaße bei gestapelter Palettierung

optimal genutzt werden. Das spart Material,

Logistikkosten und auch Emissionen, weil

Versandvolumen und -gewicht sinken und

die Lagerflächeneffizienz steigt.“

ScanStar: nordischer Preis mit

internationaler Bühne. ScanStar

ist der gemeinsame Verpackungswettbewerb

der nordischen Länder, der von der

Begeisterung für die Entwicklung nutzbarer,

nachhaltiger und ansprechender

Verpackungen getragen wird. Er wird

jährlich von der Scandinavian Packaging

Association organisiert. Der Gewinn eines

ScanStar-Preises ermöglicht nordischen

Unternehmen die Teilnahme am internationalen

WorldStar-Verpackungswettbewerb,

der von der World Packaging

Organisation veranstaltet wird. [pl]


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Zwei Wellpappe Austria Awards 2025

gehen nach Frastanz

Mit dem Wellpappe Austria Award (siehe auch S.10) werden jährlich herausragende Innovationen der Branche in

sieben Kategorien ausgezeichnet. Dieses Jahr nominierte eine unabhängige Fachjury aus 41 Einreichungen die 18

Finalisten und ermittelte daraus die Gewinner. Bei der stimmungsvollen Preisverleihung am 7. November 2025

konnte das Entwicklerteam von Rondo Frastanz gleich zweimal jubeln: In der Kategorie „Konstruktiv“ wurde die

Versandverpackung für Biocat als Sieger prämiert, den Nachwuchs-Award sicherte sich Jannis Leiter, Verpackungstechnik-Lehrling

bei Rondo, für das Spiel „PucknPack“.

Auszeichnung für den „perfekten MaSSanzug“ aus

Wellpappe. Für den europaweiten Versand des Kalkschutzgerätes

BIOCAT KS 5000-C bis KS 8000-C hat Rondo gemeinsam mit

der Firma WATERCryst eine neue Monomaterial-Verpackung aus

Wellpappe entwickelt. Die Lösung überzeugte die Jury des Wellpappe

Austria Awards in der Kategorie „Konstruktiv“: Formstabile

Keile fixieren das Gerät, eine MC-Wabenplatte passt sich an drei

Gerätelängen an. Der klappbare Seitenteil ermöglicht die sichere

Entnahme des Produkts im Stehen, die Zusatzteile sind in zwei

Boxen praktisch verpackt.

„Wir setzen für die Verpackung unserer Geräteserien und Anlagen

bereits seit vielen Jahren auf die nachhaltigen Konzepte von

Rondo“, erklärt Clemens Leiter, Leitung Technik & Produktion bei

WATERCryst. „Der Wellpappe Austria Award 2025 für die neu

entwickelte Monomaterial-Verpackung unserer Kalkschutzgeräte

freut uns enorm. Es ist eine schöne Bestätigung unserer jahrelangen,

guten Zusammenarbeit, durch die wir für unsere neuesten Technologien

auch immer eine maßgeschneiderte Verpackungslösung

finden und umsetzen.“

Nachwuchs-Award für Frastanz. Besonders erfreulich

war für Stephan Kaar, Geschäftsleiter des Rondo Wellpappe-Werkes

in Frastanz und Sprecher des Forum Wellpappe Austria, die Überreichung

der Trophäe in der Kategorie „Nachwuchs“. Der Sieger

dieser Kategorie wurde, wie in den Vorjahren, über ein Online-Voting

ermittelt – welches in diesem Jahr der Rondo-Verpackungstechnik-

Lehrling Jannis Leiter mit „PucknPack“ für sich entscheiden konnte.

Er hat ein Spiel entwickelt, das Spaß mit handwerklichem Geschick

verbindet. Das Brettspiel ist leicht, stabil und flexibel einsetzbar

und zieht auf Messen oder bei Lehrlings-Events alle Blicke auf sich.

Die maßgeschneiderte Transportverpackung für BIOCAT ist für den

weltweiten Versand geeignet und erhielt den Wellpappe Austria

Award 2025 in der Kategorie „Konstruktiv“.

„Unsere Wellpappe-Champions zeigen jedes Jahr aufs Neue, wie

vielseitig und zukunftsfähig unsere Verpackungskonzepte sind. Mit

dem Wellpappe Austria Award holen wir diese Innovationen vor

den Vorhang“, so Kaar. „Der Nachwuchs-Award ist uns dabei ein

besonderes Anliegen. Mit dieser Auszeichnung zeigen wir unseren

Lehrlingen, wie wichtig sie für unsere Unternehmen und für die

gesamte Branche sind.“

Kurzprofil. Die Rondo Ganahl AG mit Stammsitz in Frastanz

(Vorarlberg, Österreich) ist spezialisiert auf die Produktion individueller

Außenverpackungen aus Wellpappe und maßgeschneiderter

Innenverpackungen aus Faserguss, die Herstellung von Wellpappe-

Rohpapieren sowie die Altpapier-Verwertung. Die Wurzeln des

modernen Industriebetriebes in Familienbesitz reichen bis ins Jahr

1797 zurück. An mehreren Standorten in Österreich (Vorarlberg,

Steiermark und Tirol) und Rumänien (Apahida/Cluj, Târgoviste und

Sibiu) sowie je einem Werk in Deutschland und Ungarn beschäftigt

Rondo heute mehr als 1.800 Mitarbeitende. Das Unternehmen

fördert den schonenden Umgang mit Ressourcen und schließt den

Recyclingkreislauf innerhalb der Unternehmensgruppe. [pl]

Fotos: com_unit/APA-Fotoservice/Schedl

Das Spiel „PucknPack“ des Rondo-Verpackungstechnik-Lehrlings

Jannis Leiter aus Frastanz überzeugte

sowohl die Fachjury als auch die Teilnehmer des

Online-Votings für den Nachwuchs-Award


Pack & Log 08/25

Frischer Wind in St. Ruprecht

Das Wellpappewerk der Rondo Ganahl AG in St. Ruprecht freut sich

über Verstärkung: DI Roman Lampeter leitet seit 1. Juni 2025 den

Standort. Als gebürtiger St. Ruprechter bringt er nicht nur seine

Fachkenntnis, sondern auch eine besondere Verbundenheit zur Region

mit – begann er doch seinen Karriereweg vor über 20 Jahren

bei Rondo St. Ruprecht. Pack & Log hat ihn zum Interview gebeten.

Fotos: Rondo Ganahl AG

Herr Lampeter, wo waren Sie die letzten

Jahre?

Sagen wir einmal so: Ich habe einen ausgedehnten

Ausflug durch die Druck- und Verpackungswelt

gemacht (lacht). Die Branche

selbst habe ich – bis auf eine kurze Zeit – nie

verlassen.

Das Werk in St. Ruprecht gilt als das Druckzentrum

in Sachen Wellpappe. Warum?

Weil wir als einzige alle drei Druckverfahren

– Flexo-, Offset- und Digitaldruck – unter

einem Dach vereinen. Das macht uns sehr

flexibel und wir können perfekt auf die Wünsche

unserer Kunden eingehen.

Wann braucht der Kunde welches Druckverfahren?

Der Flexodruck hat sich in den letzten Jahren

unglaublich weiterentwickelt. Früher galt er

als eher einfaches Druckverfahren. Heute

sind wir davon weit entfernt. Er ist qualitativ

sehr hochwertig und für den Laien optisch oft

nur schwer von anderen Druckverfahren zu

unterscheiden. So lassen sich auch anspruchsvolle

Druckbilder verwirklichen. Aber der

Flexodruck verursacht hohe Werkzeug- bzw.

Klischeekosten. Daher rentiert er sich erst

ab einer höheren Auflage. Der Offsetdruck

direkt auf die Wellpappe überzeugt durch

seine hohe Qualität und kann bei mittleren

Back to the roots:

DI Roman Lampeter ist

seit Juni 2025 Geschäftsleiter

des Rondo-Werks

in St. Ruprecht

bis höheren Auflagen wirtschaftliche Vorteile

bieten. Das ist die Spezialität unseres Hauses.

Hier kommt es auf diverse Parameter an.

Aber man muss wissen, dass sich nicht alle

Wellpappenprofile für den Offsetdruck eignen.

Wir können F- und E- Welle bedrucken

und bald auch D-Welle. Der Digitaldruck

schließlich eignet sich für kleinere bis mittlere

Auflagen – je nach Farbauftrag – und ist

hochflexibel. Ideal z.B. für kleinere Auflagen

mit vielen Mutationen. Ein weiterer Vorteil

des Digitaldrucks ist, dass man größere Formate

bedrucken kann. Somit ist er auch ein

optimales Druckverfahren für z.B. Displays.

Der limitierende Faktor im Digitaldruck sind

die hohen Betriebskosten – insbesondere

die Tinte – und die Produktivität. Was die

Geschwindigkeit angeht, kann er mit Flexound

Offsetdruck nicht mithalten. Aber bitte

Der Flexodruck hat

sich in den letzten

Jahren zu einem hochqualitativen

Verfahren

entwickelt

nicht missverstehen: Der Digitaldruck ist weit

davon weg eine Spielerei zu sein. Er hat sich

im industriellen Umfeld bestens bewährt und

leistet hervorragende Arbeit.

Grundsätzlich gilt: Man muss jeden Auftrag

einzeln betrachten und auf den Break-Even-

Point der einzelnen Druckverfahren achten,

d.h.: welche Qualität ist bei welcher Auflage

gefordert. Ist das klar, wird das passende und

nicht zuletzt kosteneffizienteste Verfahren

gewählt – und wie gesagt: Wir in St. Ruprecht

haben das komplette Druckportfolio

und können dem Kunden das anbieten, was

für ihn ideal ist.

Die wirtschaftliche Lage ist nach wie vor

angespannt. Wie geht es dem Rondo-Werk

in St. Ruprecht?

Wie heißt es so schön: Uns geht es, den

Umständen entsprechend, gut (lacht). Unser

Vorteil ist, dass wir breit aufgestellt sind.

Das Werk in St. Ruprecht war nie auf ein

Segment spezialisiert, und das kommt uns

jetzt zugute. Wir decken von der Food- bis

zur Schwerindustrie viele Branchen ab. Ja,

in der Schwerindustrie läuft es derzeit nicht

nach Wunsch, aber über den Food- und

Frischbereich können wir uns nicht beklagen.

Dennoch ist die Zeit – für die gesamte

Unternehmensgruppe – herausfordernd. Aber

ich bin kein Freund des Jammerns, das hilft

niemandem. Im Gegenteil: Es gilt die Stimmung

wieder ins Positive zu bringen und so

den Konsum zu stimulieren!

Vielen Dank für das Gespräch.


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Faltbare Innovation für den

Bevölkerungsschutz

Der Ringmetall Geschäftsbereich IPL (Industrial Packaging Liner) setzt mit der im Oktober 2025 erfolgten Übernahme

der Unternehmensgegenstände der Indutainer GmbH ein deutliches Zeichen für Innovation und Wachstum.

Die Integration der Unternehmensgegenstände des nordrhein-westfälischen Anbieters für faltbare Industriecontainer

in die IPL-Gruppe verspricht nicht nur ein erweitertes Produktspektrum, sondern auch neue Impulse

für die Industrie und den Bevölkerungsschutz.

Fotos: Indutainer GmbH

Innovative Lösungen für anspruchsvolle

Anwendungen. Die

Übernahme der Unternehmensgegenstände

von Indutainer durch die Ringmetall SE

markiert einen wichtigen Meilenstein für

die Verpackungsbranche. Mit innovativen,

faltbaren IBC-Systemen, die weit über klassische

Industrieanwendungen hinausgehen,

setzt die IPL-Gruppe neue Maßstäbe

in Sachen Flexibilität, Nachhaltigkeit und

Kundennutzen. Die Zukunft verspricht weiteres

Wachstum – und Lösungen, die den

Unterschied machen.

Der Indutainer IBC des Grevener Unternehmens

ist ein faltbares Containersystem,

das die Vorteile starrer (RIBC) und flexibler

(FIBC) Behälter in einem Produkt vereint.

Der intelligente Faltcontainer wurde entwickelt

für den Transport und die Lagerung

von pastösen, hochviskosen oder sedimentierenden

Produkten und überzeugt durch

seine Vielseitigkeit und einfache Handhabung.

Der faltbare Industriecontainer ist

verblüffend einfach und genial zugleich.

Das patentierte System mit ausgeschäumtem

Doppelabstandsgewebe sorgt für Standfestigkeit,

während die zentrale Bodenentleerung

eine nahezu vollständige Restentleerung

ermöglicht – ein klarer Vorteil gegenüber

herkömmlichen Lösungen.

Die Faltbarkeit des Systems reduziert das

Leervolumen um bis zu 90 Prozent, was

Lager- und Transportkosten erheblich senkt.

Mit einem Leergewicht von nur 7 bis 8

Kilogramm und einer Aufbauzeit von weniger

als 90 Sekunden durch eine Person

ist der Indutainer IBC besonders anwenderfreundlich.

Die Innenfolie, die als Primärverpackung

dient, wird werkseitig füllfertig

eingestellt und entfaltet sich beim Befüllen

selbstständig – das erhöht die Prozesssicherheit

und minimiert Fehlerquellen.

Alternative Nutzung: Bevölkerungsschutz

und Katastrophenhilfe.

Im industriellen Einsatz überzeugt

das Produkt durch vielfache Entleerungsmöglichkeiten

und hervorragende Restentleerung.

Besonders hervorzuheben ist die

alternative Nutzung des Indutainer IBC als

sinnvolle Ergänzung der bekannten Einsatzmittel

im Bevölkerungsschutz und im

Bereich der Veranstaltungstechnik. Feuerwehren,

Katastrophenschutz, Ordnungsbehörden

und das Technische Hilfswerk

(THW) profitieren von der Flexibilität und

Robustheit des Systems.

Ob als mobiles Löschwasserreservoir bei

Vegetationsbränden, als Hochwasserschutzbarriere

im Ziehharmonika-System,

als Mehrzweckbehälter für Trinkwasser

und Bergungsgüter oder Ballast-Tank für

Gerüst- und Bühnenbau – der Indutainer

IBC ist ein echter Allrounder.

Die DEKRA-zertifizierte Fahrzeugsperre für

PKW und LKW auf Basis des Indutainer

IBC bietet zudem einen wirksamen Schutz

bei Großveranstaltungen. Im Crash-Test

absorbiert das mit Wasser gefüllte System

die Aufprallenergie und verhindert, dass

Trümmerteile zur Gefahr werden. Die Mehrfachnutzung

und der einfache Austausch der

Innenfolie unterstreichen den Nachhaltigkeitsgedanken

des Produkts.

Synergien und Wachstumspotenzial

innerhalb der IPL-Gruppe

und Ringmetall SE. Durch die Integration

der Unternehmensgegenstände

von Indutainer in die IPL-Gruppe – zu der

bereits Unternehmen wie NITTEL Halle

GmbH, Rhein-Plast GmbH, Tesseraux Spezialverpackungen

und FIB Beer Systems BV

Neben klassischen Anwendungsgebieten

in der Industrie eignet sich der Indutainer

IBC auch zum Schutz der Bevölkerung,

z.B bei Großveranstaltungen als

Fahrzeugsperre


Der Indutainer IBC ist ein faltbares Containersystem, das die

Vorteile starrer (RIBC) und flexibler (FIBC) Behälter in einem

Produkt vereint

gehören – profitieren Kunden künftig von einem noch breiteren

Produktspektrum. Das Motto „Better protection for Liquids

and solids“ wird durch die Übernahme der Unternehmensgegenstände

weiter mit Leben gefüllt: Von flexiblen Innenhüllen

über Spezialverpackungen, Bag-in-Box-Systemen, Biertanks- und

Innenhüllen bis hin zu innovativen IBC-Systemen erhalten Kunden

maßgeschneiderte Lösungen und Expertise aus einer Hand.

Die Synergien liegen auf der Hand: Bestehende Kunden der

IPL-Gruppe erhalten Zugang zu neuen, innovativenVerpackungslösungen,

während Indutainer von der internationalen Vertriebsstruktur

und dem Know-how der Ringmetall SE profitiert. Gleichzeitig

erschließt die Gruppe mit Behörden und Organisationen

des Bevölkerungsschutzes neue Zielgruppen.

[pl]

Ringmetall SE ist ein international führender Spezialanbieter

in der Verpackungsindustrie. Der Geschäftsbereich

Industrial Packaging Liner bietet Hochsicherheits-Verschlusssysteme

und Innenhüllen für Industriefässer für

die chemische, petrochemische, pharmazeutische und

lebensmittelverarbeitende Industrie. Der Geschäftsbereich

Industrial Handling entwickelt anwendungsoptimierte

Fahrzeugbauteile für das Handling und den Transport

von Verpackungseinheiten. Neben der Konzernzentrale

in München ist Ringmetall SE weltweit vertreten durch

Produktions- und Vertriebsniederlassungen in Deutschland,

Großbritannien, Spanien, Italien, der Türkei, den

Niederlanden sowie China und den USA. Weltweit erwirtschaftet

Ringmetall SE einen Umsatz von rund 180

Mio. Euro pro Jahr.


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Das „4. Forum Unique Codes“ fand am

23. Oktober 2025 in Baden, Österreich,

statt und konzentrierte sich auf Produktschutz

und digitale Lösungen wie

sichere Rückverfolgbarkeit und Authentifizierung

Fotos: Daria Zillner

4 th Forum Unique Codes

Securikett holt Experten zur Sicherheit des

digitalen Produktpasses aufs Podium

Bereits zum vierten Mal lud Securikett Fachleute, Branchenvertreter und Technologie-Expert:innen zum Kongress

nach Baden bei Wien ein. Die Veranstaltung im traditionsreichen Casino Baden zog Besucher und Referenten aus

dem In- und Ausland an.

Über Unique Identifiers – UIDs.

„Das war ein Melting-Pot of Experts“,

kommentierte Securikett Geschäftsführer

Werner Horn und freute sich über den intensiven

Austausch zur Zukunft von Unique

Identifiers – UIDs – mit denen Produkte

eine Identität bekommen.

Wenn jedes Produkt seinen eigenen Code

bekommt, wie eine individuelle Geburtsurkunde,

kann es nicht nur rückverfolgbar

gemacht werden hinsichtlich seiner Herstellungs-

und Lieferkette. Es kann vielmehr in

seinem Daten-Konterpart, der in der Cloud

liegt und oft als digitaler Zwilling bezeichnet

wird, auch seinen digitalen Produktpass

(DPP) beherbergen.

Wie sicher ist der DPP? Der digitale

Produktpass ist für viele Branchen von der

EU verordnet und wird in den kommenden

Jahren ausgerollt. Zahlreiche Experten arbeiten

in Standardisierungskomitees an den

Umsetzungsdetails, im Fokus der Securikett

Veranstaltung standen natürlich – Nomen

est Omen – die Sicherheitsaspekte.

So kam die Frage, wie sich Marken und

Konsument:innen in Zeiten von künstlicher

Intelligenz (KI) vor digitalen Fälschungen

schützen können. Denn komplette Cloud-

Solutions können heute, KI gestützt, von

Fälschern vergleichsweise leicht kopiert

werden, sodass man auf eine Plattform

gelangt, die nicht echt ist. Im schlimmsten

Fall könnte man da weiteren Betrügereien

ausgesetzt werden. Man wähnt sich auf der

Seite des Markeninhabers und gibt leichtfertig

Daten frei! Ebenso können QR Codes

nachgedruckt werden etc. Sprecher:innen

und Publikum waren sich einig, mehr Sicherheit

ist schon in der Umsetzungsplanung

des DPP gefordert.

Bereits heute existieren effektive Lösungen,

um das Clonen, also den Nachdruck von QR

Codes erkennbar zu machen. Auch die Anreicherung

des UID-Drucks mit physischen

Sicherheitsmerkmalen wird unentbehrlich

bleiben, wie das auch bei Banknoten unentbehrlich

bleibt.

Dennoch bleibt der gesicherte Zugang zu

den Cloudplattformen, sowohl seitens der

Markeninhaber, die fallweise mit hunderten

Lohnfertigern und Lieferanten zusammenarbeiten,

als auch seitens der Konsumenten,

das Fundament jedes Schutzkonzepts.

Stefan Führer konnte in seinem Vortrag

über Codikett 2.0 nicht nur die Vorteile der

Native-Cloud-Solution aufzeigen. Dass jeder

Codikett-Kunde, sei es ein Markeninhaber

im Bereich Ersatzteile, Textilien, Luxusgüter

oder FMCG, nun seine eigene Instanz hat,

ist Voraussetzung für 100% Datenschutz

jedes einzelnen Kunden. Eine Besonderheit

ist da innerhalb der Instanz noch die

„Cellular Architecture“, welche die Daten

der teilnehmenden Firmen innerhalb einer

Marke, also etwa seiner Lohnfertiger und

Distributoren, verlässlich getrennt hält.

Interoperable Vernetzung als

Schlüssel zum Erfolg. Um die Anforderungen

des Digital Product Passport

(DPP) zu erfüllen und den geltenden ISO-

Standards gerecht zu werden, führt kein

Weg an einer plattform-übergreifenden

Vernetzung vorbei.

Dr. Marietta Ulrich-Horn, seit vielen Jahren

in der internationalen Standardisierung tätig,

war selbst die Projektleiterin des ersten

ISO Standards zur Interoperabilität von

UID-basierten Systemen zur Fälschungsbekämpfung.

Sie sagte: „Ein bisschen stolz

bin ich schon, dass der von mir redigierte

Standard dann von der EU als Richtlinie

für die Ausformulierung der europäischen


Erfahren Sie mehr unter:

www.sick.com/end-of-arm-safeguard

DPP Standards empfohlen wurde. Uns ISO-

Komitee-Mitgliedern war schon damals klar,

dass nicht Konkurrenzdenken, sondern

Interoperabilität der Produkt-Digitalisierung

zum weiteren Durchbruch verhelfen würde.“

Sicherheitstechnisch wird zur Vorsicht geraten

gegenüber Code-Plattformanbietern,

die – „wie Pilze aus dem Boden schießend“

– oft keine ausreichende Sicherheitsarchitektur

aufweisen.

Ganz anders das AURA Blockchain Consortium.

Gegründet von namhaften Vertretern

der Luxusgüter-Industrie hat es sich zum

Ziel gesetzt, Digitale Produktpässe in einer

eigenen Blockchain abzulegen. Ein interessanter

Ansatz, wenn man dazu noch den

Trend nach Vintage und Eigentümerwechseln

von Luxusgütern in Betracht zieht.

Die Gastgeber: Dr. Marietta Ulrich-Horn und Werner Horn,

CEOs Securikett

Securikett und AURA punkten mit Interoperation,

wie anhand eines Fallbeispiels

dargelegt werden konnte.

Gemeinsame Strategien zur Ansprache

der Konsumenten. „Fälscher

schlafen nicht – sie sind gut vernetzt

und arbeiten rund um die Uhr“, lautete

eine zentrale Botschaft. Im Verlauf des Kongresses

wurden verschiedene zusätzliche

Sicherheitssysteme vorgestellt, die als Anregung

für neue Strategien dienen können.

Eine lebhafte Diskussion entstand rund

um die Frage, warum Konsument:innen

QR-Codes überhaupt scannen sollten. In

seiner Keynote betonte Güneri Tugcu, dass

Nachhaltigkeit allein kein ausreichender

Anreiz sei: „Nur wenn Konsumenten einen

spürbaren Mehrwert erhalten, werden

sie regelmäßig scannen.“ Er präsentierte

mehrere praxisnahe Ansätze, die Vertrauen

schaffen und Markenerlebnisse stärken.

Diese Meinung teilte Dr. Felix Badura von

Digicycle. Ohne Anreize geht es nicht.

Unique Identifier werden für längerlebige

Produkte unerlässlich werden, um die Recyclingquoten

der EU zu erreichen. Aber auch

bei Fast Moving Consumer Goods werden

bei vielen Projekten UIDs eingesetzt, etwa

um den Pfandbetrug zu verhindern.

Innovation, Aufklärung und Konsumentenerziehung

sind entscheidende Werkzeuge

um die Recyclingziele zu erreichen, genau

gleich wie im Kampf gegen Produktpiraterie.

Datenanalyse, Datenschutz und

KI. Digitale Systeme zur Produktverfolgung

zielen in erster Linie auf das Aufdecken von

Fälschung und

Graumarkthandel

ab. Neu ist,

dass durch die

EU-Regulierung

das Recyclingund

Reparaturverhalten

verbessert

werden

soll. Dass aber

durch die Kommunikation

mit

Endverbrauchern

für die Hersteller

auch wertvolle

Daten über das

Verbraucherverhalten

als Nebenprodukt

abfallen,

ist bekannt. Bei

voller Wahrung des Datenschutzes können

diese Daten statistisch ausgewertet werden.

Neu ist da der Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Unterhaltsam und eindrucksvoll

konnte Jürgen Bogner zeigen, wie seine

KI-Assistenten aus einem Echtdatenbestand

wertvolle Trends von Fälschungen und

Graumarkt finden konnten.

Rückblick und Ausblick. Das Fazit

der Organisatoren der Fa. Securikett mit Sitz

in Münchendorf bei Wien: Der Kongress

war eine rundum gelungene Veranstaltung

mit lebhaften Diskussionen, neuen Ideen

und wertvollen Kontakten. Dank renommierter

Sprecher:innen aus Europa und

den USA sowie hochkarätigen Besuchern

wurde das Event zu einem „Melting Pot of

Experts“. Das 5 th Forum Unique Codes ist

daher schon in Planung.

[pl]

SICHERHEIT UND PRODUKTIVITÄT

END-OF-ARM-

SAFEGUARD

Kollisionsschutz rund um

den Greifer für die sichere

Mensch-Roboter-Kollaboration

Der innovative End-of-Arm-Safeguard bietet mit

seinem Schutzfeld um das Roboterwerkzeug

eine Absicherungslösung genau dort, wo

sie benötigt wird, und ermöglicht sicheres

Arbeiten in unmittelbarer Nähe des Roboters.

Unternehmen profitieren von erhöhter Sicherheit

und gesteigerter Produktivität – eine perfekte

Symbiose für moderne Produktionsumgebungen.


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Meisterliche Bewegungsführung

Deckel für Joghurtbecher oder Etiketten für Getränkeflaschen sind nur zwei Beispiele für Produkte aus der Verpackungsindustrie,

die auf Stanzautomaten der Mendel RG-Systems GmbH gefertigt werden. In den Maschinen

steckt technologische Perfektion – und die Mitarbeiter von Mendel wissen genau: Kundenorientierung ist das Allerwichtigste.

Gleiches gilt für die Antriebstechnik-Experten von Lenze, die für die CUBE II ein kundenspezifisches

Gesamt- und Erfolgskonzept entworfen haben.

Wer morgens regelmäßig seinen

Joghurtbecher öffnet, hatte

mit großer Wahrscheinlichkeit

schon einmal einen Aludeckel in der

Hand, der auf einer Maschine der Mendel

RG-Systems GmbH ausgestanzt wurde.

Und wer schon einmal genauer hingesehen

hat, sieht das meist vorhandene

feine Muster, das in die Aluminium-Folie

eingeprägt ist. Hergestellt werden diese

Deckel nicht selten auf einer CUBE II,

dem aktuellen Modell der Firma Mendel,

deren Stanzautomaten seit Jahrzehnten

rund um den Globus geschätzt sind. „Die

meisten unserer Kunden stanzen Aluminiumfolien,

doch auch Kunststofffolien

und Papier sind möglich“, berichtet Mag.

Matthias Moser, Managing Director der

Mendel RG-Systems GmbH. Grundbedingung

dabei: Die Maschinen verarbeiten

Rollenware. Das Male-Female-Prinzip der

Stanzwerkzeuge ist den Materialeigenschaften

der Aluminium-Folie geschuldet:

Um einen optimalen Rand zu erhalten,

muss durchgestanzt werden. „Fast alle

unsere Maschinen arbeiten in der Verpackungsindustrie“,

so Moser weiter, „und

es werden vornehmlich Deckel für Joghurtbecher

und Flaschenetiketten gefertigt,

um nur zwei Beispiele zu nennen.“

Bei der Folienstärke besticht die CUBE II

durch Flexibilität: 12 bis 100 µm können

verarbeitet werden. Wichtiger Arbeitsschritt,

insbesondere im Fall von Aluminium,

ist das Prägen der Folie, welches

das eingangs erwähnte Muster entstehen

lässt: Dieses verhindert zum einen ein Aneinanderhaften

der einzelnen ausgestanzten

Deckel, zum anderen bieten weitere

Verarbeitungsschritte wie perforieren,

vorlochen oder reliefprägen nahezu unbegrenzte

Möglichkeiten, verschiedene

Kundenwünsche bzw. Designs effizient

umzusetzen.

Einzigartige Features. Die zweite

Vorgabe, die Mendel seinen Kunden mitgibt,

ist, dass die Stanzautomaten nur in

Die Folienstanzmaschine CUBE II der Mendel RG-Systems GmbH stanzt z. B. Joghurtbecherdeckel

mit bis zu 500 Hüben pro Minute

von Ing. Martin Gold,

Journalist und Fotograf, Wien

klimatisierten Räumen betrieben werden

dürfen. Grund dafür ist die enorme Präzision

der Stanzwerkzeuge, die mit lediglich

2 µm Spalt ineinandergreifen. „So stellen

wir die hervorragende Qualität der auf der

CUBE II erzeugten Produkte sicher“, betont

Matthias Moser. Kunden schätzen die

äußerst kompakte Bauform der Maschinen

– ein Alleinstellungsmerkmal von Mendel

–, die sich so in sehr kleinen Räumlichkeiten

betreiben lassen. Und es gibt noch

einen Punkt, in dem sich Mendel deutlich

vom Mitbewerb abhebt: Die Kalander und

Stanzwerkzeuge sind in wenigen Minuten

tauschbar. Moser: „Das ist ein riesiger

Vorteil insbesondere für kleinere Produzenten,

die so durchaus auch mehrmals

täglich einen Produktwechsel vornehmen

können.“ Die dank der kurzen Rüstzeiten

enorme Flexibilität wirkt sich direkt auf

die Produktivität aus. Zudem sind neue

Stanzwerkzeuge und Kalander abwärtskompatibel

zu älteren Maschinentypen, die sich

mit ihrer zuverlässigen, robusten und auf

Langlebigkeit getrimmten Bauweise noch

verbreitet im globalen Einsatz befinden.

Komplettpaket mit Performance.

Mit der CUBE I, dem Vorgängermodell der

aktuellen Stanzmaschine von Mendel, startete

das Unternehmen in eine neue Ära:

Die der Zusammenarbeit mit Lenze. Und

diese kam nicht von ungefähr, denn Mendel

wollte Antriebstechnik, Automation,

Visualisierung etc., kurz: den gesamten

elektrischen Teil seiner Maschinen, aus einer

Hand beziehen. „Lenze konnte uns in

diesen Punkten durchgehend überzeugen,

insbesondere, weil sich Komponenten – im

Gegensatz zu unserem früheren Lieferanten


Pack & Log 08/25

– dank Offenheit in der Kommunikation

problemlos einbinden und tauschen lassen“,

so Moser. Zudem wünschte sich das weltweit

agierende Unternehmen, mit einem

ebenfalls global aufgestellten Partner zusammenzuarbeiten.

Mit dem Schritt zur

CUBE II haben die Antriebstechnik-Experten

von Lenze nichts unversucht gelassen, die

Performance jeder einzelnen Komponente

weiter zu optimieren. „Der Schlüssel dafür

ist unsere Expertise bei der Auslegung und

Umsetzung komplexer Bewegungsabläufe“,

sagt Stefan Gschiel, Key Account Manager

bei Lenze. Und komplexe Bewegungsabläufe

gibt es bei der CUBE II reichlich. Dem Zusammenspiel

zwischen den Antrieben, der

Mechanik und der Stanztechnik gilt daher

größtes Augenmerk, es muss einfach alles

passen. In enger Zusammenarbeit mit den

Firmen Mendel und Gerhard Rauch hat

Lenze daher ein Technologie-Komplettpaket

gestaltet. Darin enthalten sind zum Beispiel

die auf höchste Performance ausgelegten

c550-Controller, X500 WiFi/4G-Gateways,

i750 cabinet-Servoumrichter oder v800

Panel-PCs von Lenze.

Gelungene Zusammenarbeit:

Mag.

Matthias Moser, Managing

Director der

Mendel RG-Systems

GmbH (li.) und DI

(FH) Stefan Gschiel,

Key Account Manager

bei Lenze

Komplexe Bewegungsabläufe

meistern. Doch selbst die besten Produkte

nützen wenig ohne die nötige Lösungskompetenz.

„Wir können Projekte

digital abbilden und die Bewegungsführung

meistern“, erklärt Gschiel. Die hohen

Abhängigkeiten der Antriebe und die

Erhöhung der Taktzahl von 300 auf 500

Hübe/min stellten bei der CUBE II eine

Herausforderung dar. Durch die neuen i750

Servoantriebe von Lenze, kombiniert mit

der Softwareplattform FAST konnte dieses

Ziel mit überschaubarem Aufwand erreicht

werden. Lenze übernahm bei diesem Projekt

zudem das gesamte Hardware-Engineering,

bis hin zur Lieferung sämtlicher

Schaltschrankkomponenten.

Intuitive HTML5-Visualisierung.

Die Benutzeroberfläche der CUBE II basiert

auf modernem HTML5 und wurde

gezielt für eine symbolbasierte Bedienung

mit minimalem Texteinsatz entwickelt. Dies

reduziert den Aufwand für Übersetzungen

erheblich und ermöglicht eine schnelle,

intuitive Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Dank der klaren visuellen Struktur ist die

Oberfläche international einsetzbar und

besonders benutzerfreundlich. Die HTML5-

Architektur erlaubt zudem eine einfache

Skalierung und Erweiterung, wodurch

zukünftige Anpassungen problemlos umgesetzt

werden können. Diagnose- und Servicefunktionen

sind übersichtlich integriert

und unterstützen einen effizienten Betrieb.

Lenze-Technologie im Schaltschrank:

Servoumrichter i750

Schneller und zuverlässiger

Service. Die Kunden der Firma Mendel

befinden sich auf der ganzen Welt. Diese

Tatsache stand vom Beginn bis zum Ende

des Entwicklungsprozesses im Fokus. Zeitaufwändige

Abläufe wie z. B. Einarbeitung,

Inbetriebnahme und Fehleranalyse wurden

deshalb gezielt adressiert und in das neue

Soft- und Hardwarekonzept integriert. Die

Vorteile für Hersteller und Endkunden sind

klar: Einfache und vor allem rasche Einarbeitung

durch intuitive Benutzeroberfläche,

Remote-Zugang und gleichermaßen

schnelle wie eindeutige Diagnosen sowie

Softwareupdates dank neuer Analysetools.

Die Ein-Kabel-Technologie (OCT) bei den

Servomotoren, welche neben der Reduktion

des Verkabelungsaufwands auch Motorreferenzen

nach Softwareupdates beibehalten

kann, ist ein weiteres Bespiel für die

Innovationen, die in der neuen CUBE II

umgesetzt wurden. Durch dieses Gesamtkonzept

erreicht man schließlich einen geringeren

Serviceeinsatz und somit kürzere

Stehzeiten.

Übergreifendes Technologiepaket.

Nicht zuletzt die vertrauensvolle

Zusammenarbeit zwischen den Firmen

Mendel, Gerhard Rauch und Lenze hat

maßgeblich dazu beigetragen, dass die

CUBE II technisch auf dieses hervorragende

Niveau gehoben werden konnte. Der Erfolg

des Projektes manifestiert sich einerseits

in den Servoumrichtern, Antrieben, Controllern,

der Visualisierung, der Software

und der Fernwartungsanbindung – die

jeweils für sich selbst technologisch die

Spitze abbilden – andererseits im Schaffen

eines ineinandergreifenden Gesamtkonzepts.

Höchst praktikabel ist zudem, dass

das Technologiepaket von Lenze, ohne

wesentliche Veränderungen vornehmen

zu müssen, sämtliche CUBE-II-Baugrößen

– diese beziehen sich auf die unterschiedlichen

Folienbreiten zwischen 250 und

560 mm – abdeckt. Ein Musterbeispiel

für Standardisierung, welches sich dank

des Branchen-Know-hows von Lenze und

seinem Expertenteam schnell und flexibel

auf viele Anwendungen umlegen lässt –

ganz nah am Kunden.

[pl]

Fotos: Ing. Martin Gold


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Recolap – Recycling von beschichteten und

laminierten Papierverpackungen

Wie lassen sich Verpackungen entwickeln, die Lebensmittel zuverlässig schützen und trotzdem im Altpapier

recycelt werden können? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt RECOLAP. Eine Benchmarking-

Studie im österreichischen Lebensmittelhandel zeigt, wo der Markt heute steht und wie sich nicht recyclingfähige

Papierverbunde künftig durch nachhaltige Alternativen ersetzen lassen.

Abbildung 1: Mittels FT-IR detektierte Innen- und Außenschichten der analysierten papierbasierten

Lebensmittelverpackungen.

Funktion vs. Ressourcenschonung

– der Balanceakt zwischen

Produktschutz und

Kreislauffähigkeit. Bis 2030 sollen

laut EU-Verpackungsverordnung (PPWR)

alle Verpackungen auf dem europäischen

Markt in wirtschaftlich tragfähiger Weise

recycelbar oder wiederverwendbar sein.

Für faserbasierte Materialien ist dies realistisch

, ihr Recycling ist seit Jahrzehnten

etabliert. Rund 80 % der faserbasierten

Verpackungen finden in Europa bereits

den Weg zurück in den Kreislauf. Dieses

Vertrauen in ein funktionierendes System

stärkt das Image von Papier als umweltfreundliche

Alternative. Markenartikler

und Handel setzen daher zunehmend auf

Verpackungen auf Faserbasis.

Für zahlreiche Lebensmittelanwendungen

genügt Papier allein nicht, um den erforderlichen

Produktschutz sicherzustellen.

Barrieren in Form von Beschichtungen

oder Laminaten, die den Durchtritt von

Fett, Feuchtigkeit oder Gasen verhindern,

können hier das Einsatzspektrum erheblich

erweitern. Gleichzeitig führt die zunehmende

Materialkomplexität zu einem

Zielkonflikt zwischen Funktionalität und

Recyclingfähigkeit.

Genau hier setzt das Forschungsprojekt

RECOLAP an. Es untersucht, welche beschichteten

und laminierten Papierverpackungen

derzeit im österreichischen Lebensmittelhandel

im Einsatz sind, welche

Barriereeigenschaften sie aufweisen und ob

sie zugleich den Anforderungen einer funktionierenden

Kreislaufwirtschaft genügen.

Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie nachhaltige,

faserbasierte Alternativen künftig

sowohl funktional als auch recyclingfähig

gestaltet werden können. Derzeit beteiligen

sich 24 Industriepartner aus den Bereichen

Lebensmittelproduktion, Lebensmitteleinzelhandel,

Papierherstellung und -verarbeitung,

Beschichtungsherstellung sowie

der Recycling- und Entsorgungswirtschaft

an dem Projekt.

In der initialen Benchmarking-Phase

werden Lebensmittelverpackungen aus

flexiblen, faserbasierten Materialien gesammelt

und analysiert. Untersucht

werden ihre Materialzusammensetzung,

Barriereleistung und Recyclingfähigkeit

auf Basis des CEPI-Recyclingprotokolls.

In der anschließenden Forschungsphase

sollen alternative Beschichtungslösungen

entwickelt und hinsichtlich ihrer Barriereeigenschaften

und Recyclingfähigkeit in den

Labors des Fachbereichs Verpackungs- und

Ressourcenmanagement getestet werden.

Erfolgversprechende Alternativen werden

anschließend einer Lebenszyklusanalyse

(LCA) unterzogen, um ihre ökologische

Leistungsfähigkeit zu bewerten.

über Die Autor:innen

Farshad Sharbafian, MSc. und Katharina Lindau,

BSc. sind wissenschaftliche Mitarbeiter*innen in

der Arbeitsgruppe Materialien im Fachbereich

Verpackungs- und Ressourcenmanagement.

Kontakt:

farshad.sharbafian@hcw.ac.at

katharina.lindau@hcw.ac.at

Erste Erkenntnisse aus der

Benchmarking-Studie. Im Rahmen

eines Marktscreenings des österreichischen

Lebensmittelhandels wurden

in zuvor definierten Produktkategorien

insgesamt 165 flexible Verpackungen mit

Papieranteil identifiziert. Zu den untersuchten

Kategorien zählen Produkte für

Heißgetränkezubereitung (Tee und Kaffee),

Backzutaten (Zucker und Backhilfsmittel),

Milchprodukte (Käse, Butter und Fette),


Pack & Log 08/25

Süßwaren (Schokolade und Kekse), Kräuter

und Gewürzmischungen, Convenience-

Produkte (Fertigsuppen, Saucenbasen und

Puddingpulver) sowie Getreideprodukte

(Müsli, Pasta und Backmischungen).

Erste Ergebnisse zeigen, dass rund 70 %

der untersuchten Produkte in versiegelten

Sachets oder Standbodenbeuteln verpackt

sind. Da Papier allein keine ausreichende

Siegelfähigkeit aufweist, sind diese innen

– wenig überraschend – überwiegend mit

LDPE und zu einem geringeren Anteil

mit PP beschichtet, um die erforderliche

Dichtheit und den Produktschutz sicherzustellen.

Käse und Butter werden überwiegend in

Wickelverpackungen angeboten, die in

der Regel mit kleinformatigen Etiketten

verschlossen werden. Rund 15 % der untersuchten

Muster weisen auch als Außenschicht

LDPE- oder PP-Beschichtungen

auf. Etwa ein Drittel aller untersuchten

Verpackungen enthält Aluminium in Form

einer Metallisierung oder Folie. Besonders

hoch ist der Anteil bei Kaffee (rund

90 %), gefolgt von Süßwaren (56 %) und

Convenience-Produkten (50 %).

Aufbauend auf der Analyse der verwendeten

Materialien wurde im nächsten Schritt

die Materialeffizienz der Verpackungen

bewertet. Die Verpackungseffizienz beschreibt

das Verhältnis von Verpackungs- zu

Produktgewicht und zeigt, wie viel Material

im Verhältnis zum Inhalt eingesetzt wird.

Ein niedriger Wert steht für eine materialeffiziente

Verpackung, ein hoher Wert

weist auf einen entsprechend größeren

Materialeinsatz hin.

Die Produktkategorien Heißgetränkezubereitung

und Gewürze weisen mit

Medianwerten von 17 % bzw. 16 % den

höchsten Materialeinsatz auf, wobei die

Abbildung 2: Vergleich der Verpackungseffizienz nach Produktkategorien, je höher der

Wert, desto größer der Materialeinsatz im Verhältnis zum Inhalt

Werte bei Heißgetränken eine besonders

große Streuung zeigen. Verantwortlich

dafür sind vor allem Teeverpackungen,

die von allen untersuchten Kategorien die

niedrigste Verpackungseffizienz aufweisen.

Das ist wenig überraschend, da sowohl Tee

als auch Gewürze ein geringes Produktgewicht

bei vergleichsweise hohem Volumen

besitzen. Hinzu kommt, dass in der Kategorie

Heißgetränkezubereitung rund 60 %

der Verpackungen mit einer Möglichkeit

zum Wiederverschließen ausgestattet sind,

meist in Form von Kunststoffschiebern

oder Planoclips, während dieser Anteil

über alle Kategorien hinweg lediglich 20 %

beträgt. Im Gegensatz dazu kommen Milchprodukte

(2 %) und Getreideprodukte (3 %)

dank einfacherer Verpackungskonstruktionen

und größerer Füllmengen mit deutlich

weniger Material aus.

Recyclingfähigkeit im Praxistest.

Erste Recyclingversuche in der Papierrecyclinganlage

wurden bereits durchgeführt.

Dabei zeigte sich, dass die teils hohen Fremdstoffanteile

und der oftmals geringe Faseranteil

vieler untersuchter Verpackungen ihre

Recyclingfähigkeit erheblich einschränken.

In vielen Fällen ist eine positiv bewertete

Recyclingfähigkeit im Sinne des CEPI-Recyclingprotokolls

aufgrund des niedrigen

Faseranteils von vornherein ausgeschlossen.

Hohe Rejectanteile und eine niedrige

Faserausbeute mindern Wirtschaftlichkeit

und Prozesseffizienz des Recyclings. Die

bisherigen Ergebnisse verdeutlichen: Nur

wenn Produktschutz und Recyclingfähigkeit

gemeinsam gedacht werden, kann Papier

als nachhaltiger Verpackungswerkstoff sein

Potenzial im Sinne einer funktionierenden

Kreislaufwirtschaft entfalten.

[pl]

Der Fachbereich Verpackungs- und Ressourcenmanagement

der Hochschule Campus

Wien bietet die beiden Bachelorstudiengänge

Nachhaltige Verpackungstechnologie

und Nachhaltiges Ressourcenmanagement

sowie zwei Masterstudiengänge in englischer

Sprache an: Packaging Technology

and Sustainability und Sustainability Assessment

and Resource Management. Die Studiengänge

sind berufsbegleitend gestaltet,

sodass Interessierte aus der Branche ihre

Kompetenzen ohne Unterbrechung der Berufstätigkeit

erweitern können.

Hochschule Campus Wien

Mit über 9.000 Studierenden am Campus Altes Landgut, einem weiteren Standort und zwei

Kooperationsstandorten ist die Hochschule Campus Wien die größte Fachhochschule Österreichs

. In den Departments Angewandte Pflegewissenschaft, Applied Life Sciences, Bauen und

Gestalten, Gesundheitswissenschaften, Sozialwissenschaften, Technik sowie Verwaltung, Wirtschaft,

Sicherheit, Politik steht ein Angebot von nahezu 70 Studienprogrammen in berufsbegleitender

und Vollzeit-Form zur Auswahl. Anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung

wird in zehn fachspezifischen Forschungszentren gebündelt. Fort- und Weiterbildung in Form

von Seminaren, Modulen und Zertifikatsprogrammen deckt die Hochschule über die Hochschule

Campus Wien Academy ab. Die Hochschule Campus Wien ist Gründungsmitglied im

Bündnis Nachhaltige Hochschulen.

Weitere Informationen unter: www.hcw.ac.at


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Foto: Blue Planet Studio - stock.adobe.com

Mehrweg wagen

Drehen sich Dinge im Kreis, muss das nicht zwangsläufig etwas Schlechtes bedeuten. Im

Sinne einer ökologischen Ressourcennutzung ist es sogar förderlich, wenn beispielsweise

Verpackungen und damit wertvolle Rohstoffe wieder ‚auf Los‘ zurückkehren. Damit

Mehrwegsysteme – und damit eine zentrale Forderung der PPWR – rund laufen, müssen

vom Packstoff bis zur Verpackungsmaschine und Logistik mehrere Räder ineinandergreifen.

Weniger Verpackungsabfall,

mehr Wiederverwertung: Was

pragmatisch klingt, verlangt

Packmittel- und Maschinenherstellern,

Logistikunterunternehmen, Händlern

und weiteren Akteuren entlang des Wertstoffstroms

einiges ab. Bis 2030, so die

Vorgabe der Packaging & Packaging Waste

Regulation, sollen alle Verpackungen in

der EU wiederverwendbar oder recyclingfähig

sein. Damit einher gehen klar definierte

Quoten: Für Transporte zwischen

Unternehmen (B2B) sollen innerhalb

eines Mitgliedstaats ab 1.1.2030 nur noch

Mehrweg-Verpackungen zum Einsatz

kommen. Für den Versand an Endkunden

(B2C) schreibt die Richtlinie bis dahin 40

Prozent Mehrweglösungen vor – und beabsichtigt

bis 2040 eine Steigerung auf 70

Prozent.

Das gelingt jedoch nur, wenn funktionierende

Mehrweg- bzw. Re-use-Systeme bestehen.

Mehrfach verwendbare, recycelbare

Packstoffe bilden dabei nur eine Seite der

Medaille. Als ebenso essenziell erweisen sich

reibungslose Prozesse für die Identifikation,

Rückgabe, Reinigung und Wiederbefüllung

von Mehrwegverpackungen, die die nachhaltigen

Lösungen erst kreislauftauglich

machen. Damit einher geht das Zusammenspiel

unterschiedlicher Parteien, vom

Packmittelentwickler zum Verpackungsmaschinenbauer,

Logistiker und Distributeur.

von Michael Graf, Leiter Packaging Competence

Center, Gerhard Schubert GmbH

Der Mehrweglösung auf der

Spur. Was das für die Praxis bedeutet,

lässt sich am Beispiel innovativer Mehrwegverpackungen

für Konsumgüter aus der

Lebensmittelbranche erläutern. Wo lange

Zeit kartonbasierte Faltschachteln zum Einsatz

kamen – etwa bei Adventskalendern

oder Pralinen – stehen Herstellern heute

aufrichtbare Alternativen aus recycelbarem

Mono-Kunststoff zur Verfügung. Diese lassen

sich mit Trays oder Fächern bestücken,

die die Produkte enthalten und nach deren

Verzehr entsorgt werden. Nicht so die

Kunststoff-Schachteln selbst: Im Sinne des

Loop-Ansatzes kehren sie zum Lebensmittelhersteller

zurück, wahlweise über den

Handel oder Logistikunternehmen. Für eine

eindeutige Zuordnung müssen sie jedoch

eindeutig identifizierbar sein.

Hier kommen Radio Frequency Identification-Chips

zum Tragen: Die Mikrochips gehören

zu sogenannten RFID-Tags – kleinen

Transpondern auf Produkten – und enthalten

eine oder mehrere Identifikationsnummern

(IDs), darunter einen standardisierten

Electronic Product Code (EPC), der Produkt-,

Hersteller- und Serieninformationen

kombiniert.

RFID-Informationen eigen sich ideal für das

Tracking von Mehrwegverpackungen und

bilden so eine Schlüsseltechnologie, um die

PPWR-Anforderungen an das Mehrwegmanagement

zu erfüllen – vorausgesetzt, sie

kommen in Logistikprozessen zum Einsatz.

Jede mit RFID-Chip versehene Verpackung

– etwa die erwähnte Kunststoffschachtel –

ließe sich über eine RFID-ID eindeutig identifizieren.

Nicht nur die Art der Verpackung,

sondern auch ihren aktuellen Standort und

damit den gesamten Umlauf könnten die

Inverkehrbringer so ermitteln: Kommt die

Schachtel in den Handel, lesen Hersteller

den Code mit einem Lesegerät ein – die

Verpackung ist damit im System als „im Umlauf“

markiert. Nach der Rückgabe wird der

gleiche Code wieder gescannt. So „weiß“

das System, dass das Packmittel zurück ist.


Die weltweit führende

Plattform der Intralogistik ZERTIFIZIERT

Den Herstellern helfen die Informationen

dabei, die Rücknahme präzise zu planen.

Letztere setzt ein strukturiertes Vorgehen voraus,

schließlich müssen genutzte Mehrwegverpackungen

transportiert, gereinigt, neu

etikettiert und gelagert werden. Auch ihre

Verpackungsbestände könnten Lebensmitteloder

andere Produzenten dank RFID-Tags

effektiver managen: Verluste oder Verschleiß

erfassen sie über die Informationen im Mikrochip

genauso schnell wie die Rückgabe.

Bei Bedarf können sie dadurch schneller

aufstocken und Intralogistikprozesse aufrechterhalten.

Als Teil eines Pfandsystems

könnte die RFID-Technologie auch dazu

dienen, Pfandinformationen zur Verpackung

zu speichern – und entsprechende Beträge je

nach Verbleib der Verpackung automatisiert

einzuziehen oder zurückzuerstatten. Entsprechend

ganzheitlich arbeiten Hersteller

von Mehrwegverpackungslösungen an den

Folgeprozessen, um Packmittel und (Rückführ)logistik

als Plattformlösung anzubieten.

Kein gewöhnliches Etikett. Das

Ganze gelänge jedoch nicht ohne die Unterstützung

einer weiteren Branche – dem Verpackungsmaschinenbau.

Schließlich müssen

die RFID-Tags inklusive der gespeicherten

Informationen auf die Verpackung. Die Etikettiertechnik

gängiger Verpackungsmaschinen

liefert hierzu die Grundlage, wenn auch

nicht ohne Anpassungen: Als besonders

flach aufgebauter Transponder lässt sich

der RFID-Tag unter einem herkömmlichen

bedruckten Etikett anbringen. Dieses Smart

Label enthält einen Mikrochip, eine Antenne

und feine Verbindungsdrähte.

Damit der Prozess zuverlässig funktioniert,

müssen Druck- und Spendeeinheit allerdings

schonend arbeiten: Etikettenbahnführung

und Andrückkraft gilt es so einzustellen, dass

sie die Komponenten des Smart Labels nicht

beschädigen. Auch sollte der RFID-Chip so

platziert werden, dass keine metallischen

oder flüssigen Inhalte direkt über ihm liegen,

die das Lesesignal beeinträchtigen könnten.

Ein erfolgreicher Druck von Smart Labels

setzt demnach die erforderlichen Modifikationen

und bei Bedarf Testläufe voraus,

die Verpackungsmaschinenhersteller wie

Schubert mit den Anwendern alternativer

Verpackungslösungen durchführen.

Eine Kooperation bietet sich aus einem weiteren

Grund an: Um Mehrweglösungen

überhaupt auf bestehenden Linien verarbeiten

– d. h. aufrichten und befüllen – zu

können, tun Hersteller gut daran, auch diese

Prozessschritte mit den neuen Packmitteln

zu erproben und Werkzeuge wo nötig flexibel

auszutauschen. Denn trotz der Mehrweg-Innovationen

dürften Einweglösungen

ihren Platz im Verpackungsmix behalten,

insbesondere im B2C-Bereich. Schnelle

Wechsel sind allein wegen dieser Vielfalt

ein Muss, wenn auch nicht ausschließlich.

Unabhängig vom Packmittel sparen

Hersteller wertvolle Zeit, wenn etablierte

Prozesse effizient ablaufen. Im Fall von

aufrichtbaren Kunststoffschachteln stehen

mitunter Anpassungen bei Magazinen und

Aufrichteaggregaten an, damit die Lösungen

sich auf den Linien verarbeiten lassen, die

auch Faltschachteln aus Karton produzieren.

Füllmaterial im Visier. Steht die

Verpackung, geht es meist an den Versand –

und damit an ihren Inhalt. Hier stehen Konsumgüterhersteller

in der Pflicht, möglichst

materialschonend vorzugehen. Die PPWR

zielt neben der Mehrwegthematik darauf

ab, das Leervolumen von Verpackungen

zu reduzieren, um Verpackungsmaterial zu

sparen. Leerraum darf ab 2030 nur noch

maximal 50 Prozent des gesamten Verpackungsvolumens

von beispielsweise Um-,

Transport- und E-Commerce-Verpackungen

ausmachen. Auch Füllmaterial wie Papier,

Luftkissen, Luftpolsterfolie, Schaumstoff

oder Holzwolle gilt als Leerraum.

Die Suche nach raumsparenden Alternativen

geht Hand in Hand mit konstruktiven

Verpackungslösungen: Passgenaue Einleger

beispielsweise sorgen dafür, dass Produkte

stabil innerhalb von Schachteln und Kisten

ruhen. Dazu wird die Produktform aus

einem Block stabiler Wellpappe geschnitten,

der exakt in die Verpackung passt. In die

Aussparung kommt das Produkt; das umgebende

Material schützt es vor Stößen und

Vibrationen. Auch Spann-Verpackungen

aus Wellpappe bieten einen gangbaren

Weg: Diese fixieren Produkte dank einer

ausdehnbaren, gestanzten Kartonstruktur,

die sich um das Produkt legt. Durch die

Rückstellkräfte der Wellpappe entsteht eine

anhaltende Klemmwirkung – ganz ohne

zusätzliches Füllmaterial. Die formschlüssige

Applikation benötigt nur so viel, wie der

Produktschutz zwingend erfordert.

Diese Optimierungen des Füllmaterials haben

einen weiteren Vorteil: Anders als die

bekannten Chips aus Polystyrol und anderen

Kunststoffen lassen sich faserbasierte

Alternativen einfacher recyclen und tragen

so dem Kreislaufgedanken Rechnung – ein

wichtiger weiterer Schritt in Richtung gelebter

Mehrweg-Strategie.

[pl]

Internationale Fachmesse für

Intralogistik-Lösungen und

Prozessmanagement

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E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

„Keine leeren Phrasen:

Mehr Sein statt Schein!“

Foto: Markus THUMS

Verpackungen stehen heute unter enormen Druck: Sie müssen nachhaltiger werden, koste es, was es wolle. Oft

auch nur um den Schein gegenüber den Konsument:innen zu wahren. Daniel Winkler (Foto), Executive Vice

President Aluminum Division bei Constantia Flexibles, einer der weltweit führenden Hersteller von flexiblen Verpackungen,

geht es nicht um den Schein – der ist bei Kunststoff und Aluminium in der öffentlichen Wahrnehmung

ohnehin wenig vorhanden –, ihm geht es um das tatsächliche Sein. Pack & Log hat nachgefragt.

Wenn man an Nachhaltigkeit denkt,

denken die meisten Konsument:innen

nicht an Verpackungen und schon gar

nicht an Kunststoff. Was entgegnen Sie

diesen?

Wir entgegnen niemandem etwas, wir

versuchen ihnen entgegenzukommen

(lacht). Weil die Menschen im Regelfall

nicht wissen, wie das Produkt, welches sie

gerade konsumieren, am besten geschützt

wird – und der Schutz ist ja die wichtigste

Aufgabe der Verpackung, ganz besonders

bei Lebensmittel- und Pharmaprodukten.

Jetzt mögen viele meinen, dass Verpackungen

– egal welcher Packstoff – per se

weit weg davon sind nachhaltig zu sein,

aber so ist es nicht. Alleine durch den

Schutz der Verpackung wird die Haltbarkeit

verlängert und so Food Waste entscheidend

verringert. Diesbezüglich gilt es zu

beachten, dass der Carbon Footprint eines

verdorbenen und entsorgten Lebensmittels

i.d.R. viel höher als jener der Verpackung

ist, auch als jener einer Kunststoff- oder

Aluminiumverpackung! Je nach Füllgut

macht der Anteil der Verpackung an dem

Das Interview führte

Gernot Rath, CR Pack & Log

gesamten Carbon-Footprint ca. 2 bis. 5 %

aus. Das steht in keiner Relation zu den

beschriebenen Vorteilen. Die Verpackung

ist das maßgebliche Instrument, um Lebensmittelverschwendung

zu minimieren, aber

diese „Story“ dem Konsumenten klarzumachen,

ist nicht so einfach.

Aber Sie erzählen diese „Story“?

Selbstverständlich – und das mit Leidenschaft.

Die meisten Kunden hören auch

aufmerksam zu, wenn man ihnen die Eigenschaften

einer Verpackung erläutert.

Nicht, dass man einen falschen Eindruck

bekommt: Im Hintergrund wird die Verpackung

ständig weiterentwickelt. Denn

natürlich muss die Verpackung selbst auch

nachhaltiger werden. Ich bin seit über 15

Jahren in der Verpackungsindustrie und in

dieser Zeit hat sich unglaublich viel getan.

Die größte Leistung in dieser Zeit war sicher

die erzielte Materialeinsparung. Das klingt

zwar einfach, ist es aber nicht. Denn trotz

weniger Material müssen die Produkteigenschaften

gleichbleiben – hier darf es

keine Kompromisse geben. Der Schutz des

Füllguts steht immer an oberster Stelle!


Pack & Log 08/25

Weniger Rohstoffe sparen auch Geld?

Ja, aber umso weniger Material, umso aufwendiger

werden im Gegenzug die Produktionsprozesse und

desto komplexere Maschinen werden benötigt. Dennoch

ist die Materialreduktion nach dem Schutz des

Füllgutes die zweite Säule der Nachhaltigkeit im Bereich

Verpackung. Denn die Rechnung ist sehr simpel:

Weniger Material = weniger Carbon Footprint.

Weniger Material steht über dem Einsatz von recyceltem

Material?

Ja, denn das „gebrauchte“ Material durchläuft, sobald

es wieder bei uns ist, den gleichen Produktionsprozess

wie Virgin Material. D.h. Einsparung gibt es nur im

Vorfeld, so braucht die Re-Polymerisierung weniger

Energie als die Erzeugung von Virgin Material. Aber

wir bewegen uns hier auf dünnem Eis. Es kommt

nämlich darauf an, wie die Lebenszyklusanalyse berechnet

wird. Es gibt die Möglichkeit, von „cradle

to grave“ oder von „cradle to cradle“ zu rechnen.

Wenn man das durchrechnet, ist es nicht zwingend

so, dass wiederverwendetes Material eine günstigere

Öko-Bilanz hat.

Auf was kommt es in diesem Zusammenhang an?

Auf das Substrat. So sind die metallurgischen Eigenschaften

von Aluminium völlig verschieden von den

Eigenschaften eines Polymers. Und auch innerhalb >>

ComforLid: Mit integrierter Trinkfunktion und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten setzt

ComforLid neue Maßstäbe in Sachen Komfort und Umweltverträglichkeit. Die innovative

Aluminiumdeckel-Lösung vereint Hygiene, Recyclingfähigkeit und eine deutlich reduzierte

CO₂-Bilanz. Entwickelt mit Blick auf die Bedürfnisse der Verbraucher:innen ersetzt ComforLid

herkömmliche Kunststoffdeckel – ohne Kompromisse bei der Benutzerfreundlichkeit zu

machen und mit verbessertem ökologischem Fußabdruck. Die optimierte Materialzusammensetzung

ermöglicht eine vollständige Recyclingfähigkeit über bestehende Sammel- und

Verwertungssysteme. In Kürze startet zudem die Produktion mit Low Carbon Aluminum,

wodurch die Treibhausgasemissionen um bis zu 43 Prozent gesenkt werden können.

Appetit auf

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Es ist angerichtet!

Aktuelle Online-News unter www.packundlog.at


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

>> der Kunststoffe variieren die Eigenschaften

erheblich. Der nachhaltigere ist

PET oder Polyethylen, weil er länger als

andere im Kreislauf geführt werden kann,

ohne, dass er signifikant seine Eigenschaften

verliert. Im Unterschied dazu können

Sie Aluminium – zumindest theoretisch –

unendlich oft im Kreislauf führen. In der

Praxis ist es nicht ganz so, denn ein Teil des

Materials ist kontaminiert und kann daher

im Recyclingprozess nicht mehr verwendet

werden – aber das ist marginal. Wenn Sie

innerhalb eines Alloy (Anm.: Legierung)

bleiben, so wie es die europäische Dosenindustrie

vormacht, können sie de facto

unendlich oft recyclieren, d.h. aus einer

Getränkedose wird eine Getränkedose, wird

eine Getränkedose …

Ist Aluminium das bessere Kreislaufprodukt

im Vergleich zu Kunststoff?

Ja, aber nur, wenn sie es oft genug in

den Kreislauf schicken. Denn im Vergleich

zu Kunststoff braucht Aluminium in der

Erzeugung viel mehr Energie. Also eine

achtlos weggeworfene Alu-Dose hat einen

sehr hohen ökologischen Impact. Aber ab

einer gewissen Anzahl von Durchläufen

ist Aluminium wesentlich nachhaltiger

als jeder beliebige Kunststoff. Das ist uns

auch wichtig zu kommunizieren. Deswegen

arbeiten wir z.B. auch mit namhaften

Aluminium-Kaffeekapselproduzenten zusammen,

um die Konsument:innen für das

Thema Kreislauf zu sensibilisieren. Nur zur

Info: Bei Kaffeekapseln kann die gleiche Legierung

wie bei Getränkedosen verwendet

werden, damit steht einem sich ständig

drehenden Kreislauf nichts Technisches

im Weg. Die Alukaffeekapseln eines sehr

bekannten Kunden von uns verfügen über

einen Rezyklatanteil von über 80 %!

Ein Begriff, den man untrennbar mit der

Kreislaufwirtschaft verbindet, ist „Design

for Recycling“. Was bedeutet das in der

Praxis für Constantia Flexibles?

Für uns bedeutet das, dass wir die Materialien

möglichst recyclingfreundlich halten.

Im Fall von Aluminium muss man sich auf

möglichst wenige Legierungen beschränken,

denn je höher die Vielfalt, desto komplexer

wird der Recyclingkreislauf. Im Fall von

Kunststoff hat die Constantia in den letzten

Jahren mit Mono-PE echte Meilensteine

gesetzt: Dazu gehört z.B. EcoLam. Dabei

handelt es sich um ein Mehrschicht Polyethylen

Produkt. Bei hoher Barriereanforderung

können wir einen sehr kleinen Anteil

EcoLam: Das Portfolio umfasst unter anderem EcoLam, das zur Familie der Polyethylen (PE)-basierten

Laminate gehört, die für den PE-Recyclingstrom entwickelt wurden und in verschiedenen Barrierestufen

erhältlich sind. Darunter EcoLamHighPlus, das konventionelle PET/Alu/PE-Strukturen in Leistung

und Nachhaltigkeit herausfordert.

EVOH dazugeben. Damit haben wir eine

Hochbarriere-Verpackung, die recyclingfähig

ist. Bei Polypropylen haben wir unter dem

Namen EcoVer auch eine Monoverpackung.

Ich bin aber so ehrlich und muss zugeben,

dass Polypropylen per se nicht so nachhaltig

ist, weil es schwerer recyclebar ist. Was die

Kreislaufwirtschaft angeht, ist Polypropylen

daher weniger geeignet als Polyethylen oder

– noch besser – PET.

Ich möchte aber betonen, dass wir bei Constantia

„material agnostics“ sind, d.h. uns

ist jedes Material recht. Es geht nur darum,

das richtige Material für die richtige Anwendung

zu finden. Es gibt Anwendungen, wo

Aluminium aufgrund seiner Eigenschaften

unschlagbar ist. Es dennoch gegen etwas

Anderes auszutauschen, nur um sich damit

ein grünes Mäntelchen umzuhängen, halten

wir für völlig falsch!

Ein Appell gegen „Green Washing“?

Absolut. Wir wollen ehrlich bleiben

und mein persönliches Motto in diesem

Zusammenhang lautet: „Keine leeren

Phrasen“. Wir müssen aufhören irgendwelche

Geschichten zu erzählen. Wenn

ich Hochbarriere-Papiere in den Markt

bringe, um wettbewerbsfähig zu sein, dann

muss ich ehrlich sein: Wieviel Papier ist

das tatsächlich noch? Optisch vom Konsumenten

nicht zu unterscheiden, aber nur

mit Papier alleine schaffen Sie heute keine

100-prozentig sichere Lebensmittel- oder

Pharmaverpackung. Daran führt noch kein

Weg vorbei, also müssen wir es dem/der

Konsument:in auch sagen!

Zum Abschluss noch ein Wort zur PPWR:

Ist Constantia Flexibles vorbereitet?

Ja, das sind wir. Ich möchte anmerken,

dass Constantia Flexibles zwar ein global

Player ist, aber ein sehr europäischer. Ich

finde es prinzipiell gut, dass wir in Europa

derzeit viele Regularien, die wir uns in den

letzten 15 Jahren ausgedacht haben, hinterfragen.

Die PPWR wird viele Einzelregularien

ersetzen und für alle Länder in der EU

gelten. Aber wir müssen darauf achten, dass

sie auch der globalen Wettbewerbsfähigkeit

der europäischen Industrie zuträglich ist.

Denn wir können uns über die nachhaltigste

Verpackung wahnsinnig freuen, aber wenn

wir sie nicht verkaufen, dann nutzt sie niemandem

und schon gar nicht der Umwelt.

Generell sollten wir die Bürokratie und

auch die Regularien etwas zügeln, sowohl

auf europäischer als auch nationaler Ebene.

Auch in Österreich müssen wir sehr auf

unsere Wettbewerbsfähigkeit achten! Denn

die PPWR sollte ein Innovationtreiber und

kein Wettbewerbskiller sein.

Vielen Dank für das Gespräch.

Fotos: Constantia Flexibles


Änderung der PPWR-Mehrwegquoten bei

der Ladeeinheitensicherung

Am 15. Oktober 2025 hat die EU-Kommission angekündigt, Palettenumwicklungen und Umreifungsbänder im

Rahmen zweier Delegierter Rechtsakte von den Wiederverwendungszielen des Artikel 29.2 und 29.3 der Packaging

and Packaging Waste Regulation (PPWR) auszunehmen. Um den Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette

grundlegende Orientierung und Hilfen rund um regulatorische Aspekte der Ladeeinheitensicherung

zu geben, bereitet das dvi (Deutsches Verpackungsinstitut) ein praxisnahes Informationspapier vor. Es sammelt

Ergebnisse des Ausschusses Ladeeinheitensicherung, in dem Mitgliedsunternehmen aus der Lieferkette ihre Expertise

einbringen.

Pack & Log 08/25

„Die Entscheidung der Kommission, Palettenumwicklungen

und Umreifungsbänder

von den Wiederverwendungszielen der

PPWR-Artikel 29.2 und 29.3 auszunehmen,

zeigt, wie wichtig der Dialog zwischen Kommission

und Industrie ist. Nur so können

Perspektiven aus der Praxis aufgegriffen

werden, um Lösungen zu finden, die auf die

übergeordneten Ziele der PPWR einzahlen

und auch umsetzbar sind. Der Weg zu mehr

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stellt

alle Stakeholder vor Herausforderungen, die

sich nur gemeinsam bewältigen lassen“,

kommentiert dvi-Geschäftsführerin Dr. Natalie

Brandenburg.

finden, die auf die übergeordneten Nachhaltigkeitsziele

der PPWR einzahlen, ohne

soziale und sicherheitsrelevante Aspekte

zu vernachlässigen. Die in diesem Sinne

vorteilhafteste Lösung hängt jedoch oft vom

konkreten Anwendungsfall ab. Pauschalisierte

Quoten sind meist kontraproduktiv.

Sowohl innovative Mehrweglösungen als

auch der innovative Einsatz von Rezyklat

sind unabdingbar für den nachhaltigen Umgang

mit Verpackungen und eine funktionierende

Kreislaufwirtschaft. Als größtes

nationales Netzwerk von Unternehmen

entlang der Wertschöpfungskette Verpackung

setzen wir weiterhin auf den Dialog

Foto: André Wagenzik

„Die Entscheidung der Kommission, Palettenumwicklungen und

Umreifungsbänder von den Wiederverwendungszielen der PP-

WR-Artikel 29.2 und 29.3 auszunehmen, zeigt, wie wichtig der

Dialog zwischen Kommission und Industrie ist.

Dr. Natalie Brandenburg,

Geschäftsführerin des dvi

Artikel 29 – Wiederverwendungsziele.

Bislang schreiben die Artikel 29.2

und 29.3 vor, dass Transport- sowie Verkaufsverpackungen,

die zwischen verschiedenen

Standorten des Unternehmens sowie im

Geschäft mit anderen Wirtschaftsakteuren

eingesetzt werden, ab dem 1. Januar 2030

zu 100 Prozent innerhalb eines Wiederverwendungssystems

wiederverwendbar

sein müssen.

„Studien haben gezeigt, dass eine erzwungene

pauschale Wiederverwendung von

Palettenumwicklungen und Umreifungsbänden

die CO 2

-Bilanz in vielen Fällen erhöhen

und gleichzeitig die Arbeits- und Verkehrssicherheit

mindern würde. Letztlich muss

es aber immer darum gehen, Lösungen zu

von Wirtschaft und Regulierern. Das gilt

auch mit Blick auf Punkt 29.1 der PPWR,

der aktuell fordert, dass Transport- sowie

Verkaufsverpackungen pauschal und unabhängig

von ihrem Einsatzzweck ab dem

1. Januar 2030 zu mindestens 40 Prozent

innerhalb eines Wiederverwendungssystems

wiederverwendbar sind. Hier hat die Kommission

angekündigt, an der Methodik zu

arbeiten“, so Natalie Brandenburg.

Fokus Ladeeinheitensicherung.

Die dvi-Geschäftsführerin kündigt ein Inhaltspapier

zum Thema Ladeeinheitensicherung

an, das die Ergebnisse des entsprechenden

dvi-Ausschusses zusammenfasst. „Wir verfolgen

beim dvi seit einiger Zeit das Ziel,

wichtige Themen der Verpackungswirtschaft

über kompetente Ausschüsse für die Branche

zu erschließen. Dafür bündeln wir die

große Expertise, die unsere über 280 Mitgliedsunternehmen

mitbringen. So wollen

wir wichtige Hilfestellungen und Orientierung

für die Unternehmen der Branche

bieten und damit die Entwicklung neuer,

innovativer Lösungen fördern. Darüber hinaus

wollen wir über die Ausschussarbeit

fundierte Impulse und Informationen in

politische Entscheidungsprozesse tragen.

Wichtig ist uns, die Verpackung immer

ganzheitlich zu betrachten. Deshalb thematisieren

wir im Ausschuss Ladeeinheitensicherung

die grundsätzlichen Ziele und

Chancen der PPWR, adressieren politische

und regulatorische Unsicherheiten, behandeln

technische und logistische Aspekte,

rücken Material-Verfügbarkeiten und -Qualitäten

in den Fokus, identifizieren Potenziale

und diskutieren offene Fragen“, informiert

Brandenburg.

[pl]


E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Fotos: SWAN GmbH

Wie Digitalisierung und Automatisierung

Lieferketten zukunftsfähig machen

Globale Lieferketten sind von vielen Unsicherheiten geprägt: Geopolitische Spannungen, Naturkatastrophen und

volatile Märkte erschweren die langfristige logistische Planung für Unternehmen. Gleichzeitig verschärft der Fachkräftemangel

den Druck auf die operative Logistik. Digitalisierung und Automatisierung werden Schlüsselfiguren,

um Effizienz, Resilienz, Planungssicherheit und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden. SAP setzt dafür auf die

modulare SCM Suite, die Unternehmen flexible Gestaltungsspielräume für ihre Lieferketten der Zukunft eröffnet.

SAP SCM Suite: Baukastenprinzip

für verknüpfte Prozesse. Statt wie

ursprünglich von der Digital Supply Chain

spricht die SAP heute von der modularen

Supply Chain Management Suite. Diese

kombiniert u. a. Lösungen für das Warehouse

Management (SAP EWM), Transport

Management (SAP TM) sowie die Produktionslogistik

(SAP DM). Unternehmen können

flexibel die Bausteine auswählen, die

ihre Prozesse und Anforderungen optimal

unterstützen, und diese in der Public oder

Private Cloud sowie aktuell noch On-Premise

betreiben. Dieses Baukastenprinzip

ist die Stärke der neuen SAP SCM Suite,

um Unternehmen jeder Größe prozessual

zu unterstützen.

Modularität und Cloud-Strategie

als Vorteile im SAP-Kosmos.

Unternehmen profitieren von der

nahtlosen Integration ihrer gewählten

Lösungen innerhalb der SAP-Landschaft.

Denn das reduziert die Fragmentierung

von Systemen und die IT-Abteilungen erhalten

ein klareres Fundament für künftige

Erweiterungen.

Die SAP SCM Suite orientiert sich am „Rise

with SAP“-Gedanken und setzt auf Cloudfirst-Strategien.

Die Cloud fungiert hier auch

als Ermöglicher neuer Geschäftsmodelle

und integrierter Wertschöpfungsketten.

Auf die SAP Supply Chain spezialisierte

Beratungs- und Implementierungspartner

wie die SWAN unterstützen Unternehmen

bei der Auswahl der richtigen Lösungen.

von Matthias Martens,

Geschäftsführer SWAN GmbH

Durch ihr Fachwissen zu operativen SAP-

Logistikprozessen und spannenden KI-Integrationsmöglichkeiten

begleiten sie die

anstehende Cloud-Transition mit Blick auf

die SAP-Roadmap und zukünftige Entwicklungen.

Der Weg zur Cloud-Transition.

Die Cloud-Transition in der operativen Logistik

beginnt mit einer sorgfältigen Analyse

der bestehenden Systeme und Datenstrukturen.

Neben einer technologischen Machbarkeitsstudie

sind saubere, konsistente

Stammdaten die Voraussetzung dafür, die

Module der SCM Suite effizient für Digital

Logistics zu nutzen. Ältere Systeme wie SAP

LE-TRA, das klassische Modul für Versand

und Transport, haben mit der Einstellung

der SAP-Wartung Ende 2030 ein klares

Ablaufdatum. Sie werden zunehmend durch

moderne Lösungen in S/4HANA ersetzt.

Für die Ablösung von Altsystemen sollten

Unternehmen genau prüfen, welche Prozesse

zukunftsfähig migriert, welche Zusatzprogrammierungen

angepasst oder durch

Standardfunktionen ersetzt werden können.

Und ob eigene Erweiterungen notwendig

sind oder die vorgefertigten Lösungen aus

der Cloud genutzt werden können.

Nachhaltigkeitsaspekte gewinnen

an Bedeutung. Dazu kommt:

Wer heute investiert, muss nicht nur wirtschaftlich,

sondern auch ökologisch verantwortungsvoll

handeln. Denn ein Großteil

der weltweiten CO 2

-Emissionen in der operativen

Logistik entsteht auf Zulieferer- und

Distributionsseite. Es gibt zwar bereits Lösungen

für diesen Bereich, etwa zur Berechnung

von Emissionen entlang der gesamten

Lieferkette, jedoch sind diese häufig (noch)


Pack & Log 08/25

mit hohen Kosten verbunden. Daher gewinnen weitere

nachhaltige Aspekte wie Kreislaufwirtschaft und Reverse

Logistics in der Branche an Bedeutung – insbesondere da

die Rückführung und Wiederverwertung von Materialien

deren Lebenszyklus verlängert.

Messbare Verbesserungen durch Digitalisierung.

Unternehmen, die in die Digitalisierung ihrer

Supply Chain investieren, berichten von klaren Fortschritten

bei der Prozesssteuerung von ihrer Lagerhaltung bis

hin zur Transportplanung: etwa schnellere und effizientere

Abläufe, Kostenreduktionen, eine höhere Transparenz

sowie verbesserte Resilienz und erhöhte Nachhaltigkeit.

Verknüpfte Daten aus mehreren Systemen ermöglichen

datengetriebene Analysen und damit fundiertere Entscheidungen,

etwa bei der Auswahl von Lieferanten auf Basis

ihres CO 2

-Fußabdrucks.

Automatisierung und Digitalisierung sind somit echte

Effizienztreiber und tragen u. a. dazu bei, den Mangel an

qualifizierten Arbeitskräften auszugleichen. Automatisierte

Workflows und KI-gestützte, datenbasierte Prognosen

beschleunigen Prozesse in Lager und Transport weiter,

entlasten die Belegschaft und schaffen gleichzeitig weltweit

eine höhere Transparenz in den Lieferketten.

Durchgehende Prozesse dank hoher Integrationsfähigkeit.

Neben der Auswahl der SAP

Module ist auch die Integrationsfähigkeit der eingesetzten

Lösungen entscheidend: Die SAP Logistik-Systeme müssen

nahtlos mit Automatisierungslösungen wie Fahrerlosen

Transportsystemen (FTS) oder Automatisierungsanlagen

sowie mit Partnerlösungen und Lieferantensystemen

kommunizieren, um einen durchgängigen Material- und

Informationsfluss sicherzustellen und die Vorteile der

Digital Supply Chain voll auszuschöpfen.

Auch die Integration mit Manufacturing Execution Systems

(MES) oder Enterprise Application Platforms (EAP)

ist möglich. SAP bietet mit SAP DM sowie dem Business

Network for Logistics eigene Lösungen an, die auch in

Kombination mit Partnerlösungen umfassende Kollaborationsfähigkeiten

abbilden.

Innovation durch KI-Agenten. Innovationen

wie die Künstliche Intelligenz eröffnen weitere Optimierungspotenziale.

Vieles davon ist noch Zukunftsmusik,

dennoch haben moderne Digitalisierungsprojekte aktuelle

und künftige KI-Optionen bereits im Blick. KI-

Agentenmodelle werden mit hoher Wahrscheinlichkeit

digitale Lieferketten tiefgreifend verändern. Denn die

auf Large Language Models basierenden Agenten sind in

der Lage, riesige Datenmengen auszuwerten und damit

Entscheidungen zu automatisieren. Dennoch bleibt die

Rolle des Menschen weiter entscheidend, besonders bei

der Bewertung strategischer Optionen und der Gestaltung

robuster Prozesse.

Sichere Wegbegleiter im Wandel. Die Lösungen

der SAP Supply Chain Management Suite bieten einen modularen

Werkzeugkasten, mit dem Unternehmen flexibel

Roboter sind die Antwort auf den Fachkräftemangel und sind wesentlicher

Bestandteil einer Fabriksautomatisierung

auf neue Herausforderungen reagieren können. Ob aktuell noch On-Premise,

in der Cloud oder Hybrid – dank ihrer Integrationsfähigkeit schafft sie die

zukunftsfähige Basis für eine durchgängige digitale Infrastruktur. Auf SAP-

Lösungen spezialisierte Beratungsunternehmen wie SWAN begleiten diesen

Wandel mit tiefem Prozessverständnis und technologischem Know-how. [pl]

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Das ITA84 Spanngerät wiegt 4,7kg und erreicht

eine Spannkraft bis zu 13000N. Das Gerät arbeitet

mit einem 18 V Akku

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Das Tool kann in Zusammenhang mit einem manuellen oder pneumatischen

Verschlussgerät, oder für 32mm Band auch mit dem ITA85 Akku-Verschlussgerät

verwendet werden.

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Das ITA85 wiegt 4,5kg und arbeitet mit Hülse

und mittels Doppelkerbung. Das Tool verwendet

ebenfalls einen 18 V Akku.

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E-Commerce Wellpappe/Karton Aktuell Umwelt

Lagerlogistik

Die Zukunft der

Lagerautomatisierung ist flexibel

QLS, einer der größten 3PL-Anbieter (Third Party Logistics Provider) in den Niederlanden, und Reesink Logistic

Solutions geben voller Stolz die erfolgreiche Inbetriebnahme eines innovativen AutoStore FlexBins-Systems bekannt.

Diese Implementierung ist ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung flexibler und zukunftssicherer

Lagerautomatisierung.

Der Bedarf an dieser Lösung ergab

sich aus dem vielfältigen

Produktsortiment von QLS. Der

Großteil der Artikel wurde bereits im AutoStore-System

verarbeitet, doch ein Teil

des Sortiments, der nicht für das bisherige

Behälterformat geeignet war, musste

noch manuell bearbeitet werden. Wenn

AutoStore jedoch zwei Behältergrößen

aufnehmen könnte, wäre es möglich,

einen einheitlichen Prozess für fast alle

Produkte zu schaffen.

Reesink Logistic Solutions reagierte darauf

mit einer einzigartigen Systemkonfiguration.

An die bestehende AutoStore-

Installation in Dordrecht wurde ein zweites

Grid direkt angeschlossen. Während das

bestehende System mit 220-mm-Behältern

arbeitet, kommt im neuen System die

425-mm-Variante zum Einsatz. So konnte

QLS innerhalb einer einzigen Umgebung

mit unterschiedlichen Produktgrößen und

-volumina arbeiten. Diese Konfiguration

bildet die perfekte Grundlage für das Flex-

Bins-System, das AutoStore nun weltweit

einführt.

Aufgrund des erfolgreichen Pilotprojekts

bei QLS konnte das AutoStore-Konzept

weiterentwickelt werden und steht nun

weltweit als Standardlösung zur Verfügung.

Das FlexBins-Konzept ermöglicht die Kombination

mehrerer Behälterhöhen (220,

330 und 425 mm) innerhalb eines Grids.

Dadurch erhöht sich die Lagerdichte um

10–15 % und die Vielfalt der im System

lagerbaren Produkte wird deutlich erweitert.

Darüber hinaus können Prozesse wie

Auftragskonsolidierung und Pufferung nun

vollständig innerhalb der AutoStore-Anlage

stattfinden, ohne dass zusätzliche Systeme

benötigt werden.

Kürzlich realisierten QLS und Reesink

auch eine neue AutoStore-Installation in

Alblasserdam, in die das FlexBins-System,

das von AutoStore unterstützt wird, integriert

wurde.

„Mit diesem Upgrade machen wir einen

wichtigen Schritt in Richtung einer noch

flexibleren und zukunftssicheren Lagerautomatisierung“,

sagt Mark van de Weijer,

Sales Manager bei Reesink Logistic Solutions.

„Unsere Zusammenarbeit mit QLS

zeigt, wie Innovation zu effizienten Logistikprozessen

und optimaler Raumausnutzung

beiträgt.“

Vincent de Koning, Operations Manager

bei QLS, ergänzt: „Mit FlexBins können

wir nun nahezu unser gesamtes Sortiment

innerhalb eines einheitlichen AutoStore-

Prozesses verarbeiten. Dadurch werden

manuelle Arbeitsschritte reduziert, die Lagerdichte

erhöht und die Durchlaufzeiten

erheblich verkürzt. Gemeinsam mit Reesink

und AutoStore gehen wir einen zukunftssicheren

Schritt in Richtung skalierbares

E-Commerce-Fulfillment.“

Die Umsetzung des FlexBins-Systems bei

QLS spiegelt den gemeinsamen Innovationsanspruch

von QLS, Reesink Logistic

Solutions und AutoStore wider. Ziel ist

es, Kunden kontinuierlich mit zukunftssicheren

Logistiklösungen zu versorgen.[pl]

Foto: AutoStore


Pack & Log 08/25

Ein Standort mit überzeugender Effizienz

In Ennshafen/Oberösterreich hat PAWEL

packing & logistics vor gut einem Jahr einen

neuen Standort errichtet. Mit dieser

Investition in den Standort Österreich

setzt der Wiener Verpackungsspezialist

ein Zeichen in schwierigen Zeiten. Ganz

uneigennützig war die Investition natürlich

nicht. Denn die hohe Effizienz sorgt

für hohe Produktivität.

Fotos: PAWEL

Das Hauptaugenmerk liegt in Ennshafen

auf dem Stauen und Entstauen

von Containern. D.h. die Güter

werden auf Containerpaletten verpackt und

anschließend in Container gestaut bzw. der

Container wird entpackt. Damit sich der

Vorgang effizient durchführen lässt, ist das

Bereitstellen bzw. Abholen der Container

ein essentieller Vorgang. Und hier liegt der

USP des Standortes, denn die Lieferung

bzw. Abholung der Container an den Stauplatz

erfolgt direkt vom Terminalbetreiber

mittels Schwerlaststapler. „Ein Umladen auf

LKWs, wie an unserem Standort am Hafen

Freudenau in Wien, ist nicht notwendig“,

betont Pawel. „Das verkürzt den zeitlichen

Ablauf erheblich und ist auch kostensparend.“

Zudem sorgt eine spezielle Software

für die reibungslose Kommunikation mit

dem Terminalbetreiber: Alle Container werden

zeitgerecht geliefert bzw. abgeholt.

Der Standort selbst erstreckt sich über eine

Fläche von 5.000 m², wobei 2.700 m² –

mit einer Leichtbauhalle – verbaut sind.

Mag. Michael Pawel, Geschäftsführer der PAWEL packing & logistics, freut sich über den

Standort in Ennshafen: „Mit dem neuen Standort können wir uns – geographisch

betrachtet – zentraler aufstellen und somit eine Lücke schließen.“

15 Containerstellplätze, die alle gleichzeitig

bedient werden können, stehen zur Verfügung.

Ein Containerdorf sorgt für die notwendigen

Büro- und Sozialräume. Ein 12 t

und ein 17 t Schwerlaststapler übernehmen

den Materialfluss.

Für PAWEL war die Fläche im Hafen von

Enns ein echter Gewinn, denn „uns kommt

der Standort im Herzen der österreichischen

Industrie sehr gelegen“, freut sich Pawel. „Für

uns als Verpacker für Import- und Exportgüter

ist das der ideale Standort für eine neue

Logistikdrehscheibe!“

Stahl verpacken. Die Rechnung geht

für PAWEL auf, denn derzeit arbeitet das

Unternehmen in Ennshafen an einem Großauftrag.

Insgesamt werden 3.200 Tonnen

Stahl bis April 2026 auf Schlitten verpackt

und in Container gestaut. Ziel ist die USA.

„Wenn es um so schwere Güter wie Stahl

geht, muss man doch immer sehr genau auf

die Auslastung der Container achten. Mehr

als 20 Tonnen dürfen es bei einem 40 Fuß

Container nicht sein“, erläutert Pawel, „aber

keine Sorge, das passiert auch nicht, denn

In Ennshafen werden derzeit 3.200

Tonnen Stahl auf Schlitten verpackt und

in Container gestaut

unsere Containerstausoftware sorgt für eine

optimale und regelkonforme Beladung.“

Spezialität Betriebsübersiedlung.

Am Hauptsitz in Wien wurde vor kurzem ein

ganzer Betrieb übersiedelt. Eine Spezialität

des Traditionsunternehmens mit 125-jähriger

Geschichte. Ein Hersteller von Proteinriegeln

hat beschlossen seine Produktion nach Dubai

zu verlagern.

„Damit ist er bei uns an der richtigen Adresse,

wir haben schon ganze Museen verpackt“,

lacht Pawel. Die Maschinen wurden zerlegt,

verpackt, in neun Containern verstaut und

nach Dubai verschifft. „Gemeinsam mit einem

Partner kümmerten wir uns dabei um die gesamte

Abwicklung hinsichtlich Übersiedlung

und Logistik“, erläutert Pawel abschließend.

Positiver Ausblick. Trotz der nach wie

vor schlechten allgemeinen Wirtschaftslage

blickt das Unternehmen positiv in die Zukunft.

„Heute ist PAWEL das meist ausgezeichnete

Verpackungsdienstleistungsunternehmen

Österreichs“, ist Mag. Pawel stolz.

Mit Standorten in Wien, Graz, Ennshafen,

Gratwein, der Slowakei und Ungarn ist PA-

WEL bestens aufgestellt. Zusätzlich verfügt

das Unternehmen über zahlreiche Zertifizierungen

und ist zudem INPRO-Mitglied

(International Packaging and Routing Organisation).

Damit können Kunden rund um

den Globus bestens betreut werden. [pl]


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