COBURGER – Das Magazin #22
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Nr. 22 | August 2017
Magazin für Gesellschaft. Lifestyle. Politik.
Zum Mitnehmen
Herzlich willkommen bei Ihren
Gleitsichtexperten der Region.
oben v.l.n.r.: Daniela Göttel, Bernd Gehrlicher, Erika Mulatsch, Bianka Schelhorn, Achim Meyer, Sandra Brauer, Doris Treiber, Silke Greif
unten v.l.n.r.: Janine Jäger, Jacqueline Hofmann, Brigitta Hübl, Daniela Stolz, Nicole Juhrsch, Christian Kornexl, Marion Hofmann, Björn Hieber, Laura Pietz, Markus Palm, Carolin Wild, Katja Kirchner
96450 Coburg · Mohrenstr. 31
Tel.: 0 95 61 / 98 49
coburg@optikmueller24.de
Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr
Sa. 08.30 − 14.30 Uhr
96472 Rödental · Bürgerplatz 8
Tel.: 0 95 63 / 26 26
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Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr
Sa. 08.30 − 12.30 Uhr
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2 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
Der Moment, in dem
Sehen von nah bis fern
zur Entspannung wird.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 3
INHALT
AUSGABE 22 AUGUST 2017
8 DREIGESTIRN
10 STADTGESPRÄCH
12 DER HOFBERICHT
70 BUCHEMPFEHLUNG
71 THEATERVORSCHAU
76 SCHATZSUCHE
79 IN EIGENER SACHE
80 MONACO FRANKE
81 AUF EIN WORT
82 DAS LETZTE
BENEDIKT DELLERT
YVES ALLOING
WOLFRAM HEGEN
WOLFRAM HEGEN
WOLFRAM HEGEN
SEBASTIAN RÜGER
WOLFRAM HEGEN
WOLFRAM HEGEN
WOLFRAM HEGEN
SEBASTIAN BUFF
WOLFRAM HEGEN
SEBASTIAN BUFF
HEIDI SCHULZ-SCHEIDT
SEBASTIAN BUFF
MARIO WOLF
14
18
24
28
30
38
44
50
52
58
72
NIE WIEDER
Wenn der Urlaub zum Fiasko wird
SEHNSUCHTSORT STAFFELBERG
Steinerne Legende im Bild
PRIMA KLIMA
Ein Sommernachtstraum von Wolfgang Weiß, Klimaschutzbeauftragter
SONDERTHEMA HEIMAT
Interviews, Fakten, Stories
HEIMAT IST KEINE IDYLLE
Aussagen der Initiative Stadtmuseum
EIN GUTES STÜCK HEIMAT
Dreißig Jahre Kongresshaus Rosengarten
DER FRONTMANN
Christian Limpert im Portrait
MACHER – DIE NEUE REIHE IM COBURGER
Dieses Mal: Ramona Scholz
POWERFOOD AUS DER REGION
Coburger Köche mit ihren Sommerrezepten
HIER WOHNTE …
… ein Braumeister
AUS DEM PORTFOLIO
Schwarzgemalt – Portraits von Mario Wolf
TITEL-ILLUSTRATION. „Ein Coburger Sommer“
4 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 5
EDITORIAL
EDITORIAL
WOLFRAM HEGEN
Endlich Ferien. Endlich Urlaub. Endlich Freisein. Es ist, als
hätte das Leben von uns bundesdeutschen Normalbürgern im
Jahreskalender vor allem einen Sinn oder besser zwei Fixpunkte:
Weihnachten. Sommerferien. Schade eigentlich um die vielen
Monate dazwischen. Und schade auch, dass im Urlaub oft nur
erstrebenswert erscheint, was im Alltag unerreichbar ist: Strand,
Gipfel, Metropolen.
Dabei ist auch die eigene Region eine Reise wert: Zum Beispiel zu den vielen
ambitionierten Köchen in einigen Restaurants der Region. Drei von Ihnen lernen
Sie in diesem Magazin kennen. Oder zur Landesausstellung, auch wieder ein Thema,
ähnlich wie die „geistvolle“ Museumsnacht, die wir „hochgeistig“ in einem Interview
vorankündigen. Es gibt also allen Grund, sich mal in der eigenen Gegend bewusst
umzuschauen. Es ist schön hier. Und wir dürfen hier leben. Andere müssen aus
ihrer Heimat weg, nicht um Urlaub zu machen, sondern weil sie es dort nicht mehr
aushalten. Weil sie verfolgt werden, keine Arbeit finden, keine Zukunft für sich und
ihre Kinder. Der Coburger Christian Limpert versucht in seiner Tätigkeit für das
Bayerische Fernsehen immer wieder, das Elend der Heimatlosen in Bilder und Worte
zu fassen. Wir stellen ihn vor.
Es zieht sich wie ein Faden durch dieses Magazin: Unser Sonderthema „Heimat“. Dass
die eben nicht immer nur Idylle ist, hat auch Coburg in seiner Geschichte schmerzhaft
erfahren. Ein Stadtmuseum gibt es freilich dennoch nicht, bemängelt die gleichnamige
Initiative im Interview. Beispiele aus der regionalen Wirtschaft werfen dagegen einen
optimistischen Blick auf Heimat im Sinne der Region, in der man lebt und arbeitet, die
einem vertraut ist. Heimat nämlich ist heute für die meisten Menschen nicht mehr der
ideologisch aufgeheizte Begriff, den Rattenfänger gerne für ihre Zwecke missbrauchen.
Wir können uns ja einfach daran freuen, dass wir es ganz gut haben hier in und um
Coburg. Mit vielen schönen Flecken: Der Staffelberg zum Beispiel. Sehnsuchtsziel
auch vieler Coburger. Ihm haben wir die Fotostrecke in diesem Magazin gewidmet.
So, jetzt sind Sie dran.
6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
INHALT
28
SONDERTHEMA HEIMAT
Interviews, Fakten, Stories
14
NIE WIEDER
Wenn der Urlaub zum Fiasko wird
24
PRIMA KLIMA
Ein Sommernachtstraum von Wolfgang Weiß, Klimaschutzbeauftragter
52
POWERFOOD AUS DER REGION
Coburger Köche mit Sommerrezepten
44
DER FRONTMANN
Christian Limpert im Portrait
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 7
DREIGESTIRN
DREIGESTIRN
Stars auf der Schlossplatzfest-Bühne, Kloßmarkt auf dem Marktplatz,
Museumsnacht in der Innenstadt und vieles mehr: Langweilig
wird es in Coburg nicht im August und September. Wo
aber lohnt sich sonst noch ein Besuch, was ist außergewöhnlich,
einmalig oder ganz besonders? Die Redaktion des COBURGER
hat wieder drei Veranstaltungen ausgewählt, die wir Ihnen an
ES RÖHRT IN COBURG
4. DIDGERIDOO SOUND DAYS
Zum vierten Mal bereits darf Coburg ein Event der etwas außergewöhnlichen
Art erleben. Vom ersten bis dritten September 2017 nämlich kommen die
Didgeridoo Sound Days auf die Ernstfarm in Coburg, mit vielen hochkarätigen
internationalen Künstlern und Lehrern dieses exotischen Musikinstruments.
Es wird röhren und tönen an diesen drei Tagen auf der Ernstfarm. Vor allem, wenn
die Profis am Samstag um 20 Uhr auf der Bühne sind. Sie zeigen eindrucksvoll,
was man diesem wohl ältesten Instrument der Welt für Töne entlocken kann.
Selbst ausprobieren geht natürlich auch: In Workshops können Besucher das
Instrument näher kennenlernen. Dazu zeigen verschiedenste Künstler und
Händler das Handwerk des Didgeridoobaus, der Messermacherei und des
Scrimshaw (Miniatur-Ritz und Gravur-Technik in tierische Materialien) und
natürlich verkaufen sie auch ihre Kunst. Am Samstagnachmittag wird außerdem
die Coburger Sambagruppe Tucurui den Besuchern auf der Ernstfarm richtig
einheizen, wenn es nicht ohnehin sommerlich heiß ist. Einen „Tag der offenen
Tür“ haben die ansässigen Händler der Ernstfarm für den Sonntag angedacht.
Die Weinstube, der Cider-Hof, die Kunstschmiede und die Keramik-Werkstatt
„TonArt“ öffnen Ihre Türen. Für kühle Getränke und reichlich kulinarische
Genüsse ist auch gesorgt. Also ein Event für die ganze Familie.
Herz legen – rein subjektiv. Wenn Sie daran Freude haben, freuen
wir uns mit Ihnen, wenn nicht, dann tut uns das natürlich leid,
aber … letztlich ist es dann doch Ihre Entscheidung, womit Sie
Ihre Freizeit verbringen. Wir wünschen auf jeden Fall viel Spaß
und schöne Sommerferien.
MEHR ALS EIN GEHEIMTIPP
SESSLACHER ALTSTADTFEST
Man nehme ein mittelalterliches Stadtbild, sorge für ein buntes zweitägiges
Programm mit Vorführungen, Umzügen, Märkten, Essen, Trinken und Musik,
verlange dafür keinen Eintritt und fertig ist eine Veranstaltung, die sich in
den letzten Jahren zu einem der Höhepunkte der Region entwickelt hat: das
Seßlacher Altstadtfest.
Trödler und Sammler sind die Ersten, die den historischen innerstädtischen
Kern Seßlachs bevölkern: Der große Flohmarkt beginnt nämlich bereits am
Samstagmorgen und geht bis 18 Uhr. An beiden Tagen zeigen Handwerker, was
sie können: Auf einem Markt präsentieren sie viele regionale Produkte, dem einen
oder anderen kann man auch bei der Arbeit über die Schulter schauen. Auch
für die Kinder haben die Organisatoren an beiden Tagen ein großes Programm
zusammengestellt. Außerdem entführt ein buntes Lagerleben am Stadtmauerring
ins Mittelalter. Was nicht fehlen darf, ist natürlich der historische Umzug am
Sonntag. Und selbstverständlich gibt es an beiden Tagen auch ordentlich was
auf die Ohren auf der Hauptbühne am Markt. Und für Essen und Trinken ist
natürlich auch gesorgt. An diesem Wochenende steht Seßlach Kopf – hingehen
und mitmachen.
Bild: www.facebook.com/DidgeridooSoundDays
Bild: www.sesslach.de
Wann Wo Wie:
Freitag, 1. September, Samstag, 2. September und Sonntag, 3. September
jeweils ganztägig auf der Ernstfarm in Coburg, Eintritt frei.
Wann Wo Wie:
Am Samstag, 19. August, ab 8 Uhr bis 01 Uhr und
Sonntag, 20. August ab 10 Uhr bis 23 Uhr, Eintritt frei.
8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
DREIGESTIRN
HOCH ZU ROSS
AUSFLUG IN DIE VERGANGENHEIT
Mutige Ritter, edle Pferde und der Wettstreit um Ruhm und Ehre: Unter dem
Motto „Un Paso honroso – Ein ehrenvoller Gang“ bietet die Veste Coburg eine
grandiose Kulisse für Living History-Vorführungen, die den Besucher in eine
spannende, romantische und farbenfrohe Vergangenheit entführen.
Darsteller sind die derzeit wohl weltbesten historischen Akteure. Sie präsentieren
die Reit- und Kampfkunst ästhetisch und in höchster Vollendung, so wie einst
die mittelalterlichen Ritter Suero de Quiñones oder Jacques de Lalaing. Die
Gruppe um den Niederländer Arne Koets ist dabei die einzige, die den Tjost – den
turniermäßigen Kampf zu Pferd – authentisch mit soliden, also ungeschwächten
Lanzen führt. Erstmals zu Gast in Coburg und Teil der Vorführung ist die
international bekannte Gruppe Contrada Monticelli. Sie beherrscht virtuos die
mittelalterliche Kunst des Fahnenschwenkens und ist vielfacher italienischer
Meister auf diesem Gebiet. Ergänzt und abgerundet durch zahlreiche weitere
bestens ausgestattete Akteure aus dem In- und Ausland ergibt sich ein lebendiges,
farbenprächtiges und klangvolles Bild – ein ereignisreiches Gesamtkunstwerk aus
der Welt des späten Mittelalters.
28.SEPTEMBER 2017 UM 20 UHR
BAMBERG / HALLSTADT, KULTURBODEN
MARKUS KREBS
„Permanent Panne“– Humor muss
Panne sein! Dies wird Markus Krebs
auch in seinem dritten Live Programm
unter Beweis stellen. Ein Comedian, der
es wie kaum ein anderer versteht, mit
herrlich schrägen Doppeldeutigkeiten
und Wortwitz eine Lachsalve nach der
anderen zu produzieren.
TIPPS DER
ANDEREN ART
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11.NOVEMBER 2017 UM 20 UHR
BAYREUTH, DAS ZENTRUM
GERNOT HASSKNECHT
„DAS HASSKNECHT PRINZIP- in
zwölf Schritten zum Choleriker“ – Hans-
Joachim Heist alias Gernot Hassknecht
hat als festes Ensemblemitglied der heute
show mittlerweile Kultstatus erreicht. Für
seine ständig wachsende Fangemeinde
ist Gernot Hassknecht DAS Sprachrohr,
wenn es darum geht, Frust und Ärger auf
Missstände in unserem Land lautstark
auf den Punkt zu bringen.
Einzige
Show in
Nordbayern.
Wann Wo Wie:
Mittwoch, 9. August, Donnerstag, 10. August, Samstag, 12. August und
Sonntag, 13. August, Einlass jeweils 16:30 Uhr, Veranstaltung ab 17 Uhr bis
20:30 Uhr im Burghof der Veste Coburg.
Tickets 15 Euro, Kinder/Schüler 8 Euro. Eintrittskarten bei Coburg Tourist,
info@tourist.coburg.de, Telefon 09561/ 898000, Herrngasse 4
Mo – Fr 9:30 bis 17:30 Uhr und Sa 10 bis 14:00 Uhr.
Das reicht Ihnen nicht? Ok …. Coburg und die Region haben natürlich noch
viel mehr zu bieten:
▶ www.coburg.de/veranstaltungen
▶ www.landestheater-coburg.de
▶ www.coburg-kongress.de/de/besucher/veranstaltungskalender
▶ www.leise-am-markt.de
▶ www.gocoburg.de/veranstaltungen
▶ www.huk-coburg-arena.de/veranstaltungen
▶ u.v.m.
Viel Freude beim sinnvollen Verbringen Ihrer Freizeit. Und wenn Sie
in den Urlaub fahren: Kommen Sie heil und erholt wieder.
Bild: Stadtmarketing Coburg
23. NOVEMBER 2017 UM 20 UHR
KONGRESSHAUS ROSENGARTEN
RÜDIGER HOFFMANN
„Ich hab´s doch nur gut gemeint…“
Sein ostwestfälisches Temperament
ist legendär und jede Pointe weiß
er mit der nötigen emotionalen
Selbstbeherrschung zu entzünden. Zu
seinem 30-jährigen Bühnenjubiläum
widmet sich Rüdiger Hoffmann in seinem
neuen Programm ICH HAB'S DOCH
NUR GUT GEMEINT... noch intensiver
seinen Mitmenschen und dies, wie nicht anders zu erwarten, mit herrlich
absurden Alltagsdramen und verblüffenden Experimenten. Der Meister der
Nuancen, der mit seinem verschmitzten Gesicht so hintersinnig-intelligent
und unschuldig gucken kann, gewinnt jeder Katastrophe etwas Gutes ab. Sei
es der neuen Gesundheits-App, die er an seiner Bekannten testet, oder einer
Trauerrede, die er mit einem zehnminütigen Gag-Feuerwerk auflockert.
Rüdiger Hoffmann serviert seinem Publikum wieder einmal kabarettistische
Glanznummern zu den kleinen und großen ganz alltäglichen Katastrophen,
fein abgeschmeckt mit einer Prise Musik.
Karten zu den Events gibt es an allen bekannten VVK-Stellen oder online
unter www.eventim.de, www.reservix.de oder www.okticket.de
Veranstalter www.agentur-streckenbach.de / Tel.: 09562-7844025
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 9
STADTGESPRÄCH
STADTGESPRÄCH...
BE „GEIST“ERT
Hoher Besuch kürzlich auf der Veste Coburg: Der
international renommierte Lichtkünstler Philipp
Geist, der schon die Christusstatue in Rio de Janeiro
oder den Azadi Tower in Teheran illuminiert hat,
nahm die Burganlage persönlich unter die Lupe, um
seine Installation im Rahmen der Museumsnacht
im September vorzubereiten. Im Interview mit
dem COBURGER (Seite 68) sagt er zu seinem
Engagement: „Sie ist sicherlich ein spannender
Ort, die Veste Coburg. Ich mag solche besonderen
geschichtlichen Orte und bin davon inspiriert und
fasziniert … Daneben war für mich ganz entscheidend
die Tatsache, dass Luther ein halbes Jahr auf der Veste
Coburg gewohnt hat.“
„VERGESSEN“
Nahezu geräuschlos, ohne Gedenken, Ansprachen, Feierlichkeiten oder einer
geschichtlichen Erläuterung, verlief in Coburg ein historisches Datum. Vom
24. Mai 1217 nämlich datiert eine im 15. Jahrhundert kopierte ganz besondere
Urkunde, also von vor genau 800 Jahren. Das Besondere an der Urkunde: In ihr wird
der Name „Coburg“ erstmals urkundlich als Stadt erwähnt. Demnach bestätigt
das Dokument wörtlich, „dass Pfarrechte an der Kirche und der gesamten Stadt
Coburg, die früher Trufalistat genannt wurde, festgelegt wurden.“ Im digitalen
Stadtgedächtnis heißt es dazu, dass, gemessen an der vierzigjährigen „Halbzeit“-
Marke kollektiver Erinnerung, der Namenswechsel in etwa zwischen 40 und 80
Jahren vor der Urkundenausfertigung stattgefunden haben dürfte, also zwischen
1140 und 1180. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Coburg der Vollständigkeit
halber allerdings schon weit früher, 1056 nämlich. Sonst hätte man ja nicht 2006
das 950jährige Stadtjubiläum feiern können.
10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
STADTGESPRÄCH
„ENTRECHTET“
Auf regionalen TV-Sendern wird es zukünftig wohl
weniger oder gar keine Spielberichte mehr von
den Auftritten des HSC Coburg geben dürfen. Die
nationalen Rechte nämlich liegen ab dieser Saison
bei Sky und ARD/ZDF. Diese Sender hatten sich im
Herbst letzten Jahres neben der Handball-Bundesliga
auch die Rechte an der zweiten Handball-Bundesliga
und dem DHB-Pokal gesichert. Der Vertrag läuft
für sechs Jahre. Bisher lagen die Rechte bei Sport 1.
Regionalen Sendern war es dabei bisher auch in
der DKB-Handball-Bundesliga unter gewissen
Voraussetzungen gestattet, zusammenfassende
Spielberichte zu produzieren. Auch gelegentliche
Liveübertragungen per Stream oder TV waren
möglich. Das könnte schon bald der Vergangenheit
angehören. Damit erleidet der Handballsport dasselbe
Schicksal wie Basketball. Seit die Deutsche Telekom
im Besitz der Rechte an der Basketball-Bundesliga
ist, finden die Spiele z.B. auch des mehrfachen
Deutschen Meisters Brose Bamberg unter Ausschluss
der regionalen Fernsehöffentlichkeit statt. Im
Unterschied zum Handball dürfen von Spielen der
zweiten Basketball-Bundesliga, zum Beispiel von
Spielen des BBC Coburg, noch Bewegtbilder gezeigt
werden.
Die Wahrheit liegt
am Strand.
4 Kilo weniger Fett
in 4 Wochen.
AUCH DAS NOCH
Die Region stellt sich geschlossen gegen neue
Stromtrassen durchs Coburger Land. Landrat
Michael Busch und alle Bürgermeister aus
dem Landkreis treffen sich zum gemeinsamen
Startschuss einer neuen Protestwelle. Die Stadt
Coburg ist auch dabei: Sie wird allerdings
vertreten von einer Mitarbeiterin der Stadt: Bianca
Haischberger, der persönlichen Mitarbeiterin des
Oberbürgermeisters.
Verabschiedung von Bodo Busse im Landestheater.
Über vier Stunden Gala. In der Pause spricht
ein Herr den Verfasser dieser Zeilen an, ob er
denn schon satt sei. Dieser entgegnet verwundert,
wie er das meine? Ja, sagt der Herr, weil er (der
Verfasser) ununterbrochen auf einem Kaugummi
herumkaue und weil er (der Herr) das ganz furchtbar
finde. Der Verfasser entgegnet erstaunt, ob der
Herr ihn wohl beobachte und er ergänzt, dass er
ihn enttäuschen müsse, er habe noch Hunger.
Tambacher Sommer. Zahlreiche Auftritte von
namhaften Künstlern vor Schloss Tambach. Ein
musikalisches Heimspiel für den Coburger Landrat
Michael Busch, Schirmherr der Veranstaltung. In
diesem Jahr aber mit leichten Dissonanzen: Im
Gegensatz zu früher hätte er nämlich nur noch
begrüßen dürfen, nicht aber die Künstler ansagen.
Das wollte er dann auch nicht und mischte sich
dagegen lieber nur als Gast unters Publikum.
Schnell.
Sichtbar.
Spürbar.
Einstieg jederzeit.
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beraten lassen:
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 11
DER HOFBERICHT
FOTOS WEILER: HAGEN LEHMANN
FOTOS BUSSE: HENNING ROSENBUSCH
Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist
Coburg sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die
Vestestadt ist sicher ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner
Hofstaat. Es gibt einen Prinzen und einen Statthalter und das
Fußvolk. Und alle feiern gerne kleine und große Partys. Wir
HOFBERICHT
vom COBURGER natürlich auch. Wenn wir eingeladen sind. Und
was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen wir Ihnen. In
unserem Hofbericht. Dieses Mal von der Verabschiedung von
Dr. Wolfgang Weiler als Vorstandssprecher der HUK-Coburg und
von Bodo Busse als Intendant des Landestheaters Coburg.
Festlicher Rahmen für Weiler-Verabschiedung: Der Riesensaal von Schloss Ehrenburg
Verleihung der Bürgermedaille an Dr. Wolfgang Weiler (links) mit den
Bürgermeistern Dr. Birgit Weber und Thomas Nowak und OB Norbert Tessmer
HUK-COBURG Personalvorstand Sarah Rössler und
IHK-Präsident Friedrich Herdan
Klaus-Jürgen Heitmann, neuer HUK-COBURG Vorstandssprecher
mit Dr. Mathias Kleuker, E+S und Herbert K. Haas, Talanx
Rainer Neckermann, HUK-COBURG Vorstand, Bernd Hingkeldey, Abteilungsleiter HUK-
COBURG, Prof. Dr. Petra Gruner, Hochschule Coburg, Anne-Brit Söllner, HUK-COBURG
12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
DER HOFBERICHT
English Crafted
Cider,
Perry,
Brandy
& Likör
Bodo Busse meets Dorian Gray
Alt-OB Norbert Kastner mit Frau Konstanze Gefeller
und Prof. Johannes Brachmann
Schauspieldirektor Matthias Straub mit Schauspieler Benjamin Hübner
Traditionell hergestellter
englischer Cider,
Perry (Birnenwein),
Cider-Brandy und Likör
mit einer einzigartig
britischen Seele.
Cidertasting nach
Vereinbarung.
Thomas Apfel von Radio EINS, Claudia Dietz mit Mann, dem Koordinator
Stadtmarketing Michael Böhm
OB Norbert Tessmer mit der Mutter von Bodo Busse
BEST ENGLISH CIDER
Zwei „Ausscheider“: Ex-VR-Bank-Vorstand Wolfgang Gremmelmaier
im Gespräch mit Bodo Busse
Bodo Busse mit Theaterkreis-Vorsitzendem Gerhard Amend und Alexa Hahn,
1. Vorsitzende Balletfreunde Coburg
Ernstfarm Coburg, Kürengrund 80,
Mobil 0171-9234203 . Öffnungszeiten:
Di.,Do.,Fr.:15-18 Uhr, Sa:14-18 Uhr
www.ciderhof.de
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 13
14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
NIE WIEDER!
VON BENEDIKT DELLERT
Die Sommerferien stehen vor der
Tür und mit ihnen geht es für Millionen
von Deutschen in den wohlverdienten
Urlaub. Im besten Fall
gibt man schnell sein Gepäck auf,
steigt zügig in den Flieger ein, landet
im Urlaubsparadies und verbringt
dort wunderbare Tage. Es
kann aber auch anders kommen …
WENN'S MAL WIEDER
LÄNGER DAUERT
Verspätung oder gar ein gecancelter Flug, wenn vor
dem eigentlichen Urlaub, der Weg dort hin zum
Albtraum wird, ist die Urlaubslaune schnell zerstört.
Das mussten auch vor einigen Tagen die Passagiere
der Airline erfahren, deren Flug von Frankfurt in
das Urlaubsparadies Kuba erst dreimal um je zwei
Stunden verschoben wurde und dann doch nicht
am geplanten Abflugtag abhob. Der Flug wurde am
Abend ohne Angaben von Gründen gecancelt, und
die Passagiere waren gezwungen sich entweder ein
Hotel zu suchen oder im Flughafen zu nächtigen.
Nach einer Nacht in Frankfurt sollte es endlich mit
einem weiteren Ersatzflug, nach Kuba gehen. Doch
es folgte wieder die Enttäuschung! Auch dieser Flug
wurde annulliert. Die Passagiere mussten noch weiter
zwölf Stunden warten. Erst am späten Abend hob der
Flieger ab in Richtung Kuba. Die Airline entschuldigt
sich ausdrücklich für die Unannehmlichkeiten. Ob
die Entschuldigung den Urlaubern reicht, ist aber
mehr als fraglich.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 15
Badelandschaft: Coburgs B
eintauchen, Spaß haben, genießen
WENN DER URLAUB ZUM FIASKO WIRD
URLAUBER DA – GEPÄCK VERSCHOLLEN
Ein weiteres Horrorszenario kann einem den Urlaub vermiesen obwohl er noch
nicht einmal richtig begonnen hat. Frisch im Urlaubsparadies gelandet eilt man
voller Vorfreude zur Gepäckausgabe, um den vollgepackten Koffer abzuholen.
Man wartet und wartet– und am Ende kommen viele Koffer, aber vom eigenen
Koffer fehlt jede Spur. Da kommt sicherlich keine Freude auf. So in etwa muss
sich auch ein deutscher Backpacker gefühlt haben, der eine vierwöchige Reise
durch Südostasien geplant hat und am Ende mehr als 48 Stunden am Flughafen
in Bangkok auf seinen Rucksack warten musste. Das ist dann mal ein super Start
in den Urlaub, wenn man quasi alles was man braucht auf einmal nicht mehr hat
und seine Route wegen der verstrichenen Zeit noch einmal neu durchplanen
muss. Dass ein solcher Gepäckverlust nicht gerade selten ist, zeigt eine Statistik
der auf Luftfahrtdaten spezialisierte Organisation SITA: Je 1000 Passagiere gehen
fast 12 Gepäckstücke verloren, in Summe sind das mehr als 25 Millionen Koffer
weltweit pro Jahr. Die gute Nachricht ist, nach etwas mehr als zwei Tagen hatte
der Backpacker seinen Rucksack wieder, der beim Zwischenstopp in Dubai wohl
vom Förderband fiel.
WO IST EIGENTLICH UNSER KOFFER?
Vorbeugen ist in diesem Fall sehr schwierig. Wichtig ist: Den Koffer zu
beschriften, im Koffer noch einmal die Handynummer nennen und bloß nicht den
Gepäckzettel vom Check-In verlieren. Von Vorteil können auch Direktflüge sein,
denn mehr als die Hälfte der Kofferverluste passieren bei Zwischenlandungen. Oft
werden die Koffer auf das falsche Förderband oder Gepäckwagen geschmissen
und reisen irgendwo ins Nirgendwo. Ein weiterer häufig vorkommender Fehler:
Die eingecheckten Gegenstände verlassen erst gar nicht den Abreiseflughafen um
die Reise mit seinen Besitzer anzutreten. Auch möglich sind die Klassiker Koffer-
Verwechslungen und Fehler beim Check-In. Die gute Nachricht für alle, die mit
angstbedingten Schweißperlen auf den Kopf an der Gepäckausgabe warten:
Fast alle verschollenen Koffer tauchen wieder auf. Nur 3,4 Prozent der Koffer
und Taschen, die verloren gingen, finden nicht mehr zu ihrem Eigentümer. Die
schlechte Nachricht: Man muss die Zeit ohne Koffer irgendwie überbrücken.
Manche Airlines bieten bei Verlust an sich mit dem Nötigsten auf deren Kosten
einzudecken. Wie das genau aussieht, entscheiden die Flugklasse und der
Flugpreis. Wenig zu erwarten haben somit die Passagiere, die in der Bananenklasse
der Billigairline unterwegs sind. Für die Hilft nur eines Toi, Toi, Toi!
IRGENDWIE SAH DAS IM PROSPEKT DOCH ANDERS AUS
Neben einem verspäteten Flug und dem verlorenen Koffer kann auch das Hotel
zum Albtraum für den Urlauber werden. Strahlend blauer Pool, weißer Sandstrand
und eine moderne Hotelanlage mit tollem Ambiente. Die Anzeigen von Hotels
in Reisekatalogen, Internet und im TV sind eigentlich immer vielversprechend,
was einen dann aber wirklich erwartet, bekommt man oft erst vor Ort präsentiert.
Wenn der Pool aussieht wie ein gekippter Weiher, vom Strand vor lauter Müll
der Sand kaum zu sehen oder das Zimmer einfach nur dreckig ist, wird aus dem
geplanten Traumurlaub schnell ein Albtraum. Um entschädigt zu werden ist
vor allem schnelles Handeln gefragt. Aber nicht jede Abweichung der eigenen
Vorstellung stellt auch tatsächlich einen Mangel dar. Wer etwa auf Sandmücken
am Strand trifft, kann nicht damit rechnen, eine Entschädigung zu bekommen. Die
Insekten sind meist ortsüblich und daher als Unannehmlichkeit zu akzeptieren.
Auch kann man keine Rückerstattung erwarten, wenn das Hotelpersonal im
Ausland kein Deutsch spricht. Wer vor hat zu Reklamieren, muss Beweise sichern,
am besten geeignet sind hier Fotos des Mangels machen, und sich die Namen von
ebenfalls betroffenen Mitreisenden geben lassen.
Rosenauer Straße 32, 96450 Coburg
Tel. 09561 749-1640, www.aquaria-coburg.de
16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
Gesponserter Beitrag
CHECKUP VOR DEM URLAUB
Sonne, Strand, Berge, Seen, Erholung. Ein paar Tage lang, ein, zwei, vielleicht
sogar drei Wochen keinen Alltag, keinen Stress. Sich verwöhnen lassen,
baden, wandern, einmal richtig Zeit für die Familie haben, andere Kulturen
kennenlernen. Die Erwartungen an den Urlaub sind groß. Er soll die schönste
Zeit des Jahres werden, die Vorfreude trägt durch die Wochen davor. Das
Planen, das Packen sind liebgewordene Gewohnheiten. Doch dann wird aus dem
Traumurlaub ein Albtraum. Weil alles schiefgeht, weil die Wirklichkeit mit den
Versprechungen nicht mithalten kann, weil etwas passiert. Was ist dann zu tun?
Informationen dazu von Lutz Lindner, der bei der Kanzlei Hörnlein & Feyler in
Coburg auf Reiserecht spezialisiert ist.
SICHER ANS ZIEL
Wenn im Urlaub etwas schiefgeht, dann meistens schon bei der Anreise, weiß
Lindner aus jahrelanger Erfahrung in der Kanzlei. Ein Stau durch einen Unfall,
eine Totalsperrung, es geht nicht vorwärts, stundenlang. Der Flieger ist schon
lange weg, der Urlaub noch viel weiter. Wenn so etwas passiert, hat man „Pech
gehabt“, drückt es Lindner aus. Probleme bei der Anreise, defektes Auto, Stau, „das
wird als normales Lebensrisiko gewertet.“ Chancen auf Entschädigung hat man
dagegen bei der Anreise mit dem Zug. Bei mindestens einstündiger Verspätung
heißt es nämlich: Schadensersatz von der Bahn. Wenn man beim Reiseveranstalter
die Option Rail&Fly gebucht hat, der Zug sich aber verspätet und man dadurch
den Flug verpasst, haftet der Reiseveranstalter - aber nur unter der Voraussetzung,
dass man als Reisender nicht den letztmöglichen Zug genommen hat.
Am Flughafen drohen die nächsten Pannen: Ein Flug wird gestrichen oder hat
mehr als drei Stunden Verspätung oder man verpasst einen Anschlussflug. In
solchen Fällen gibt es bis zu 600 Euro pro Person pauschalen Schadensersatz,
abhängig vom Land des Start- und Zielortes und vom Sitz der Fluglinie. Auch
Kosten für eine notwendige Hotelübernachtung, den Rücktransport oder sogar
Verdienstausfall können ersetzt werden. Die Fluglinie haftet allerdings nicht
bei höherer Gewalt, wie wenn Umweltkatastrophen oder auch ein einfacher
Vogelschwarm den Flieger außer Gefecht gesetzt haben, und vor allem wenn man
Kontakt zur Fluglinie aufnehmen und nach einem Gang vor Gericht ein Urteil
auch vollstrecken kann.
„Es gibt auch Fluggesellschaften, da ist schon die Kontaktaufnahme äußerst
schwierig“, weiß Lutz Lindner. Er empfiehlt daher seriöse Unternehmen, die
Interesse an guten Lösungen und einem entsprechenden Image haben. Deutsche
Fluggesellschaften seien außerdem von Vorteil, weil man schlichtweg einfacher
und in der eigenen Sprache kommunizieren kann. Aber auch das ist noch keine
Garantie, dass man zu seinem Recht kommt. Wenn das alles nichts nutzt, hilft
vielleicht noch die „Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr in
Berlin“. Oder am Ende natürlich auch der Gang vor Gericht.
MÄNGEL GLEICH MELDEN
In fast allen Fällen aber kommen Urlauber gut und auch pünktlich am Ziel der
Träume an. Das aber kann sich dann aber eben auch als absoluter Albtraum
herausstellen. Ein Klassiker sind Mängel beim Hotel. Die Betten sind zu kurz,
die Zimmer zu klein, der Pool ist kalt, das Essen auch. Und überhaupt sieht die
Unterkunft ganz anders aus als angekündigt. Wichtig ist es in einem solchen Fall,
„sofort die Reiseleitung oder den Reiseveranstalter zu informieren.“ Der bekommt
dadurch die Möglichkeit, zu reagieren und den Mangel abzustellen. Und er ist
auch derjenige, der haftet, wenn ein Mangel nicht abgestellt wird. „Wenn ich nicht
ordnungsgemäß beim Reiseveranstalter rüge, habe ich später keine Chance auf
Minderung des Reisepreises.“ Außerdem muss der Urlauber den Mangel ausgiebig
dokumentieren, Fotos oder Filme machen, ein Tagebuch führen. „Und wenn es
ganz unerträglich ist, muss man sagen, ich reise ab, ich kündige den Reisevertrag.“
So oder so geht es nach dem Urlaub darum, sich gleich um sein Geld zu kümmern:
Nach einem Monat nämlich erlöschen Ansprüche gegen den Veranstalter. Doch
wenn das Hotel wie in den meisten Fällen alle Wünsche erfüllt, dann kann einem
eigentlich nicht mehr viel die schönste Zeit des Jahres vermiesen: Krankheiten
oder Unfälle beispielsweise. Die machen natürlich auch vor Urlaubern nicht halt.
„Da sollte jeder Reisende vorher gucken, ob er eine Auslandskrankenversicherung
hat und vor allem was diese abdeckt.“ Oft nämlich beinhaltet die Versicherung nur
einen Transport bis zum nächsten Klinikum und eben nicht den Flug nach Hause.
Und bei besonderen Aktivitäten wie zum Beispiel Bergwandern muss außerdem
eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden, die Rettung von einem Berggipfel
nämlich kann sonst leicht einen fünfstelligen Betrag kosten.
Wenn man das aber alles vorher abgecheckt hat, steht einem sorgenfreien Urlaub
auch für den Fall des Falles nichts mehr im Wege. Schöne Ferien.
Lutz Lindner ist Fachanwalt für Arbeits- und Verkehrsrecht
in der Kanzlei Hörnlein & Feyler in Coburg. In seinen
Bereich fällt unter anderem der Bereich Reiserecht.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 17
„Sehnsuchtsort Staffelberg“ – Yves Alloing
18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 19
20 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 21
22 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 23
24 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
von Wolfgang Weiß,
Klimaschutzbeauftragter
der Stadt Coburg.
Ein Glosse mit sehr ernsthaftem
Hintergrund – und vielen Chancen für die
Zukunft Coburgs. Textlich verpackt und
ausgeschmückt von Wolfram Hegen.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 25
PRIMA KLIMA
Es gibt Tage, die gibt es nicht. Es ist so einer dieser Tage, und ich weiß ja, dass es ihn
nicht wirklich gibt, aber manchmal träume ich in dem Wissen, dass ich träume und lasse
es geschehen. Also schließe ich wieder die Augen und trete fleißig weiter in die Pedale
meines Fahrrades, sanft vor mich hinatmend, nur kleine wässrige Moleküle, zu wenig,
um sich zu einem Schweisstropfen zusammenrotten zu können, benetzen meine Haut,
und das, obwohl ich als Route vom Stadtrand zu meinem innerstädtischen Arbeitsplatz
nicht die durchaus mögliche ebene Strecke wähle, sondern einen kleinen Schlenker
über den Festungsberg mache (wobei es sich im Traum nicht erschließt, ob dort noch
Flugzeuge stehen, schade, das hätte mir der Traum auch noch verraten können), mein
Pedelec macht es möglich, das dritte mittlerweile, seit 15 Jahren besitze ich schon
eines, wir müssen also etwa das Jahr 2030 schreiben, ich bin an die 70, arbeite noch,
aber tue das wohl auch gerne, fühle mich zumindest im Traum auch fit, wahrscheinlich
dank der vielen Bewegung, der sauberen Luft und des guten fränkischen Essens, das
trotz einer gerade hereinbrechenden Tiefschlafphase ein leichtes Ziehen meiner
Geschmacksnerven verursacht.
DIE NEUE FLOCKEN-STIFTUNG
Die Sonne blitzt durch die Bäume im Hofgarten,
dessen frühmorgendlichen Duft ich tief einsauge
und an dessen Rand ich auf der vor zwei Jahren
fertiggestellten Hofgarten-Güterbahnhof-Elektro-
Tangente ins Tal brause wie es auch viele andere
tun, auch kleine sanft vor sich hinmurmelnde im
5-Minuten-Takt verkehrende Stadtbusse, endlich
hat man auch in Kleinstädten verstanden, dass der
öffentliche Personennahverkehr attraktiv sein muss,
um zu funktionieren. Ich treffe Kinder auf eigenen
besonders markierten Fahrspuren auf dem Weg zu
Schule, Sport, Theater oder Ballett. Auch einige
Fahrzeuge der elektrobasierten Carsharingflotten
mischen sich unter uns. Viele dieser Unternehmen
haben sich in Coburg niedergelassen, seit die Stadt
europäische E-City ist in Gedenken an den Erfinder
der Elektromobilität, den Coburger Andreas
Flocken. Die nach ihm benannte Flocken-Stiftung,
an der ich gerade vorbeisumme, stellt viel Geld
für die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien
zur Verfügung. Das erklärt auch die vielen neuen
Solaranlagen entlang des Wegs, auf vielen Dächern
und Häusern, die in den letzten Jahren entstanden
sind und die Coburg quasi unabhängig machen. Es
erfüllt mich schon ein wenig mit Stolz, auch weil – so
modern aufgestellt - die neue Coburger Stadtführung
die aktuell laufende Bayerische Landesausstellung
zum Thema „Fitter, schlauer, Elektrofahrer – “ nach
Coburg holen konnte. Viele Tausend Besucher
haben den jetzt im Stundentakt verkehrenden ICE
zur Anreise genutzt, andere die Ausstellung virtuell
besucht, eine mittlerweile gängige Alternative.
BIO IST BILLIGER
Störend ist nur der noch nicht beseitigte SUV-
Schrottplatz neben dem Ausstellungsgelände,
obwohl er eigentlich als Symbol einer abgewrackten
Altindustrie gut in das Ausstellungskonzept passen
würde, schmunzle ich noch vor mich hin, als es röhrt
und stinkt. Mein Gedankenstrom ist unterbrochen.
Vor mir schiebt sich ein alter Benziner auf die
Tangente. Wenn das mal gutgeht, denke ich bei
mir, ohne allerdings mit dem Fahrer so etwas wie
Mitgefühl zu entwickeln, schon seit vier Jahren
nämlich bekommen Verbrennungsmotoren keine
Zulassung mehr für die Innenstädte in Deutschland.
Lange genug waren sie privilegiert, steigt der langsam
verblassende Zorn früherer Jahre wieder auf, wurden
sie am Tropf innerstädtischer Parkplätze künstlich
am Leben gehalten ähnlich wie die steuerfinanzierte
Sterbebegleitung für Kohle- oder Atomstrom. Wozu
Innenstädte im Namen des Einzelhandels durch
Parksuchverkehr, Gestank und Lärm noch unwerter
machen, wenn doch gerade ihre Attraktivität,
Ästhetik, Ruhe und Schönheit, also ihre Qualität es
ist, die Menschen an kleineren Städten so schätzen,
beginne ich in altem Frust zu versinken, als die
Durchquerung des Stadtkerns mein Gemüt wieder
beruhigt: Der Marktplatz ist nicht nur Knotenpunkt
der Hofgarten-Güterbahnhof- mit der Lauterer-
Höhe-Brose-City-Tangente, sondern der pulsierende
Mittelpunkt der Stadt. Seit einigen Jahren hat sich
der Trend zu regionalen Lebensmitteln derartig
verstärkt, dass kaum ein Hersteller aus der Region
um das nahezu tägliche Gastspiel in der Innenstadt
herumkommt.
NIX MEHR AUF DEN MÜLL
Mit dem Pedelec, elektrischen Carsharinganbietern
oder den elektrischen Pendelbussen ist man schnell
dort und wieder weg. Seit Plastikverpackungen
so hoch besteuert werden, dass jedes
liebevoll gepflegte Biorind billiger ist als ein
eingeschweisstes Schweinenackensteak, hat sich
der Lebensmittelmarkt gedreht. Jetzt wird noch
regionaler gegessen, genussvoller, gesünder, und am
Ende sogar noch billiger. Weil nämlich nicht mehr
die Hälfte aller Lebensmittel am Ende auf dem Müll
landet wie noch 2017. Weil das Essen gehaltvoller
und nahrhafter ist. Und es braucht kaum mehr ein
Haushalt einen zweiten oder dritten Kühl- oder sogar
noch Tiefkühlschrank. Und es benötigt weniger
Transporte quer durch Europa, auch wenn die durch
autonom fahrende Elektrolastwagen jetzt für mich
erträglicher geworden sind. Und außerdem ist in der
Stadt jetzt mehr Platz für Außengastronomie, kleine
Veranstaltungen, Straßenmusik. Und überhaupt … Ich
wälze mich nach rechts, dann wieder nach links, das
Wissen darum, dass es sich um einen Traum handelt,
dessen Verwirklichung unmöglich erscheint, aber mit
heutigen Wissen und heutigen Technologien möglich
ist, lässt mich unruhig werden, hin- und hergerissen
zwischen dem Wunsch, den Traum weiter geschehen
und Glücksgefühle sprießen zu lassen, und dem
Impetus, aufzustehen und anzupacken, damit er
vielleicht in Teilen einmal Wirklichkeit wird. Es ist ja
auch nicht so, dussle ich so langsam wieder ein, mich
mittlerweile auf dem Weg in Richtung Frankenbrücke
befindend, dass nichts erreicht worden ist.
26 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
DIE CHANCEN FÜR DIE ZUKUNFT COBURGS
Seit 2009 gibt es in Coburg
ein integriertes Klimaschutzkonzept.
EUROPÄISCHES MODELL
Ich träume mich zurück ins Jahr des Traumes, als in Coburg die
Dreifachsporthalle an der Karchestraße eingeweiht worden ist, mit
Passivhausstandard, gebaut fast nach den Kriterien der kompletten
Wiederverwertbarkeit aller genutzten Materialien. Das war innovativ.
Die Liegenschaften der Stadt selbst waren auf einem guten Weg,
Energieverbräuche sind reduziert worden. „Es geht doch“ höre ich
mich im Traum laut in mein Kissen raunen, als ich auf das frühere
Güterbahnhofgelände fahre, eines der ersten Cradle-to-Cradlezertifizierten
Entwicklungsgebiete Europas, Modellprojekt, autofrei,
über Kontaktschleifen steuern kleine futuristische Kabinen wie von
Geisterhand ihre Ziele an, architektonisch aufregende nachhaltige
Gebäude für Institute, Forschungseinrichtungen, Existenzgründer,
die sich seit zehn Jahren vom Innovationsgeist und Mut dieser kleinen
Stadt haben anlocken lassen. Glücklicherweise, mischt sich der
fantastische Traum mit dem Wissen um die aktuelle Realität, hat man
sich damals nicht vom Theaterumbau von diesem noch wichtigeren
Zukunftsthema ablenken lassen. Und glücklicherweise sind nach und
nach alteingesessene Unternehmen auf den Zug aufgesprungen, sind
dem 2016 noch gescheiterten Energieeffizienznetzwerk beigetreten
und haben sich auf neue Pfade begeben, die sie heute, fast fünfzehn
Jahre später, nie mehr verlassen würden, die sie wettbewerbsfähiger,
moderner, attraktiver für Fachkräfte gemacht haben.
ENDLICH AUFWACHEN
Ich schließe mein Pedelec an einer Stromtankstelle an und gehe ins
Büro, dessen verglaste Solarmodulaußenfassade in der Morgensonne
leuchtet. Das musste jetzt noch sein, jetzt erlaube ich mir das
Aufwachen.
Man wird ja wohl noch träumen dürfen.
DIE STADT COBURG
… ist seit 1993 Mitglied im Klimabündnis
europäischer Städte. Der Antrag
damals ging einstimmig durch den
Stadtrat. Ziel des Klimabündnisses
ist es unter anderem, die Treibhausgasemissionen
kontinuierlich zu
vermindern und den Kohlendioxidausstoß
alle fünf Jahre um zehn
Prozent zu reduzieren. Die Halbierung
der Pro-Kopf-Emissionen, bezogen auf
das Basisjahr 1990, soll bis spätestens
2030 erreicht werden.
1990 emittierte jede Person in Coburg knapp
11 Tonnen Treibhausgase. Aus 11 Tonnen
sollen also 5,5 Tonnen werden. Aktuell sind es
10 Tonnen. Aktuell findet 98% der Mobilität
in Coburg mit Verbrennungsmotoren statt,
nur 2% mit Elektromotoren.
Weltweit verbrauchen 20% der
Menschheit 80% aller Ressourcen.
Wolfgang Weiß,
Klimaschutzbeauftragter
der Stadt Coburg
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 27
SONDERTHEMA HEIMAT
VON WOLFRAM HEGEN
Geschichten, Hintergründe, Fakten
zum deutschen Begriff „Heimat“
auf den nächsten Seiten.
28 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
INTERVIEWS, FAKTEN, STORIES
Ist es Die H?
Ein Songtext von Wolfram Hegen
frei nach „Die Da“ von den Fantastischen Vier
Hallo Heimat Hallo, alles klar?
Naja. Wir sind jetzt in Europa, trotzdem bist Du wieder da
Und ich muss dir jetzt erzählen, wie Du auferstanden bist
Ich sehe das zwar skeptisch, aber bleibe Optimist.
Äh, Moment, was geht? Hoffentlich sag ich`s nicht zu spät
Aha In den letzten Jahren hast Du uns den Kopf verdreht.
Wir wollten Dich vergessen, viele sind durch Dich gefallen,
12 Jahre lang hieß Heimat ja nur Menschen abzuknallen
Dann standst Du halt so rum, bliebst unerkannt erhalten
Der Globus aber macht uns Angst, das ändert das Verhalten,
Wir haben dann an Dich gedacht, Dich heimgeholt und angemacht,
Haben uns oft getroffen und viele Jahre lang zusammen verbracht
Wir gingen oft zum Fußball, waren schnell wieder per Du
Und hast Du mich denn gefragt? Hey, gehört ja wohl dazu
Du bist auch interessant, Du nimmst uns an die Hand
Das ist ja das Problem, alle finden Dich charmant
Hey war ich die da, die um Einlass bat?
Oder wart Ihr es, mit Euerm Weltapparat?
Bin ich die da, die man gern ertragen kann, Mann?
Ja Mann, Du bist die Heimat, die Heimat liebt man ja.
Ist es der da, das da, dort da, die H, die?
Ist es der da, das da, dort da, oder H da?
Ist es der da, das da, dort da, die H, die?
Ist es die da? Ja, die Heimat liebt man ja.
Jetzt freu Dich doch mal Bürger, toi toi toi
Du kannst dir sicher sein, ich bleibe Dir auch treu
Ich selber bin es ja, und falls es dich interessiert
Beschreib ich das Gefühl, das wirklich nur durch mich grassiert.
Ich war alleine, und ich trink ein halbes Bier und steh,
als ich nen einsamen Typen in der Lederhosen stehen seh
Da stell ich mich dazu, hab ihm gesagt was ihm gefällt
Na ja, ich gebe zu, das war Fußball, Stolz und Geld
Er wird mich richtig spüren, Kanapee schön schlicht
Und macht er denn dann den Haushalt? Natürlich nicht
Und dann sagte er zu mir, dass wir jetzt zueinander stehen
Und seitdem weiß ich genau, es ist um ihn geschehen.
Hey war ich die da, die um Einlass bat?
Oder wart Ihr es, mit Euerm Weltapparat?
Bin ich die da, die man gern ertragen kann, Mann?
Ja Mann, Du bist die Heimat, die Heimat liebt man ja.
Ist es der da, das da, dort da, die H, die?
Ist es der da, das da, dort da, oder H da?
Ist es der da, das da, dort da, die H, die?
Ist es die da? Ja, die Heimat liebt man ja.
Tja, Heimat Tja Das ist ja schon sehr heilsam
Was Du mir so erzählst, damit bin ich nicht gemeinsam
Bitte stehe doch zu mir…äh ich hab mir vorgenommen
Möglichst bald nach ganz Europa zu kommen
Kein Spaß dabei! Wieso? Du gibst mir schön zu denken
Wegen Dir werd ich mir doch das Rückgrat nicht verrenken
Was soll denn das? Ist das jetzt der Dank?
Denn bisher ham wir doch jetzt kaum mal einen großen Zank
Hey, damals kamst Du doch auch so ganz harmlos an mich an
Und jetzt ham wir ja gesehen, wie das wirklich enden kann.
Ich aber bleib frei im Kopf und will Dich so nicht da
Äh, Moment mal Bürger, ich bin Dir doch so nah
Wo? Ich bin die da, die Dir zur Seite steht
Was? Die will ich nicht, die sich gerne mal überhebt.
Was? Wie dann? Nicht als Muss sondern als Kann?
Ja Mann, Du bist die Heimat, die Heimat liebt man ja.
Ist es der da, das da, dort da, die H, die?
Ist es der da, das da, dort da, oder H da?
Ist es der da, das da, dort da, die H, die?
Ist es die da? Ja, die Heimat liebt man ja.
Und alles lief wie geschmiert – er fühlt sich jetzt geborgen
Wir vergessen schnell das Gestern und freuen uns auf Morgen
Ich werde ihm den Schwarzwald zeigen, gerne auch mal Hessen
Wir werden speisen unter Geigen, Schweinebraten essen
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 29
VON WOLFRAM HEGEN
FOTO: SEBASTIAN RÜGER
HEIMAT IST KEINE IDYLLE.
Warum es in Coburg kein Stadtmuseum gibt.
Ein bewegte Geschichte entlang an Bruchlinien und mit Brüchen. Eine sächsische,
europäische, fränkische, bayerische Geschichte. Dunkle Kapitel neben strahlenden
Abschnitten. Und vor allem über 22.000 Exponate aus fast 1000 Jahren Coburg.
Doch die liegen unterirdisch begraben, der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Ein
Stadtmuseum nämlich gibt es nicht. Besser: Gibt es schon lange nicht mehr. Besser:
Gibt es noch nicht. Vielleicht: Gibt es nie?
Eine Spurensuche mit Stellungnahmen von Rupert Appeltshauser, dem 1.
Vorsitzenden und Andreas Lindemann, dem 2. Vorsitzenden der Initiative
Stadtmuseum, die sich seit über 20 Jahren für ein Stadtmuseum engagiert.
30 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
INTERVIEWS, FAKTEN, STORIES
Bilder Copyright
Foto: Tamara Härty
Über 20.000 Exponate: Das Depot der städtischen Sammlungen.
„Was uns wirklich stört, ist die
mangelhafte Unterstützung der Stadtspitze.“
ZUR COBURGER GESCHICHTE:
Coburg ist wahnsinnig spannend und exemplarisch für die vielen Brüche der
Geschichte, für die Pole zwischen autokratischer Macht und Demokratie,
zwischen denen sich Geschichte bewegt. Coburg zur Zeit der Reformation
an der Nahtstelle von protestantischem Norden und katholischem Süden,
Coburg als Residenzstadt mit Verbindungen in viele Königshäuser in ganz
Europa, Coburg als Ort der Nationalbewegung und des Liberalismus, Coburg
als Hochburg des Nationalsozialismus, Coburg als Ort am eisernen Vorhang
zwischen Ost und West. Es bildet sich jede Epoche exemplarisch ab in
Coburg. Coburg war aber auch immer wieder Ort technischer Innovationen,
demokratischen und sozialen Fortschritts. Flocken als Wegbereiter der
Elektromobilität, die erste Arbeiterzeitung, das ehemalige Volksbad
als erstes Zeichen einer neuen Sozialkultur, das Postgebäude als Stück
moderne Architektur gegen die Engstirnigkeit der Nazis. An vielen Orten
im Stadtgebiet sehen wir Zeugnisse dieser bewegten Geschichte. Und diese
dokumentiert sich vor allem auch in vielen Archiven, Privatsammlungen,
anderen Beständen und vor allem in den 22000 Objekten im Depot der
Städtischen Sammlungen. Das alles liegt jetzt seit vielen Jahrzehnten brach.
ZU COBURGS SICHT AUF DIE GESCHICHTE:
In Coburg hat man gerne eine dynastische Sicht auf die Geschichte, weniger
aus dem Blickwinkel einer demokratischen Geschichtskultur. Dass man sich
gerne mit dem Krönchen zeigt, verengt und überstrahlt die ganze Geschichte.
Wir haben fast ein bisschen die Angst vor dem 200. Geburtstag von Prinz
Albert und Queen Victoria im Jahr 2019, dass das zu sehr in eine Richtung
geht, dass die dynastische Geschichte zum Mythos wird. Ich würde auch
gerne Albert und die Bildung, Albert und den Liberalismus, Albert und die
Weltausstellung aufbereitet sehen und nicht nur die Liebesbeziehung. Im
Übrigen könnte man da auch einmal die Abgründe der Beziehung zeigen,
das gehört auch dazu. Aber natürlich ist es völlig in Ordnung, wenn Coburg
diesen Teil der Geschichte nutzt, um Werbung für sich zu machen, um
Touristen in die Stadt zu holen.
ZUR BEDEUTUNG VON GESCHICHTE:
Geschichte ist eine Frage der eigenen Identität und auch der kollektiven
Identität. Man kann sich nur als Individuum orientieren an dem, was gegeben
ist, deswegen muss man das kennen. Geschichte ist also eine wichtige
Voraussetzung der eigenen Identität und nicht nur dazu da, um aus ihr zu
lernen. Die Geschichte erklärt mir die Gegenwart, und nur dann kann ich
die Zukunft verstehen. Der historisch gebildete Mensch hat eine höhere
Problemlösungskompetenz, er wird autarker, weil er sich helfen kann. Das
muss doch auch das Ziel eines Museums, von Ausstellungen sein. Auch dem
aktuellen Populismus können sich nur die Bildung und die demokratische
Kultur entgegenstellen.
ZUR INITIATIVE STADTMUSEUM:
Es gab von 1905 bis 1943 schon einmal ein Städtisches Museum, die
Nazis machten 1931 daraus ein Heimatmuseum, allerdings alles nur ganz
provisorisch im Rathaus. Danach waren die städtischen Sammlungen
jahrzehntelang in irgendwelchen Räumen gelagert, waren fast schon
verwahrlost. Es gab mal Bestrebungen, in der Herrngasse gemeinsam mit
dem Kunstverein eine Heimatmuseum einzurichten, aber das scheiterte. In
den 1990ern entstand dann eben das Bedürfnis, das zu ändern, so entstand
die Initiative Stadtmuseum. Es kann ja nicht sein, dass wir ein derartiges
Kulturgut, viele Objekte, Coburger Kunst, eine große Porzellansammlung,
dass wir alles das irgendwo unter Ausschluss der Öffentlichkeit wegsperren
und der Vernachlässigung preisgeben. Das wollten wir verhindern.
„Dass man sich gerne mit dem Krönchen zeigt,
verengt und überstrahlt die ganze Geschichte.“
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 31
SONDERTHEMA HEIMAT
ZUR IDEE EINES STADTMUSEUMS:
Das ist ein Trauerspiel. Ursprünglich sollte es ja in der Steingasse untergebracht
werden, in einem eigentlich wunderschönen, aber heruntergekommenen
Barockhaus. Doch die Idee ist 2002 erst einmal am Geld gescheitert. Danach
haben wir gesagt, ok, dann probieren wir es in kleinen Schritten. Der ehemalige
Oberbürgermeister Norbert Kastner war da auch mit im Boot, unterstützte
die Idee, erst einmal anzufangen mit einer überdachten Halle zwischen
Stadtmuseum und Stadtarchiv mit einer Darstellung der Stadtgeschichte.
Das gab es eigentlich einen breiten Konsens. Doch 2004 haben wir dann
eine Ausstellung gemacht zum Thema "Voraus zur Unzeit': Coburg und
der Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland". Das kam bei vielen
Personen in der Stadt nicht gut an, auch im Stadtrat. Dann haben wir uns 2005
noch einmal in einer Ausstellung mit der „Stunde Null“ auseinandergesetzt,
auch mit der Rolle des Herzogs. Auch das stieß auf Kritik. Wir als Initiative
Stadtmuseum Coburg galten plötzlich als Nestbeschmutzer, es wurde gesagt,
wir strebten nichts anderes an als ein Vergangenheitsbewältigungsmuseum,
dabei wollten wir nur zeigen, dass ein Stadtmuseum sich auch den Problemen
der Geschichte stellen, sie aufbereiten muss, Heimat ist ja keine Idylle. Der
Stadtrat hat das Projekt dann 2011 verschoben in die Zukunft. Doch bevor
man wieder darüber beraten konnte, hat man das Haus in der Steingasse
verkauft. Wir meinen, eigentlich entgegen des Stadtratsbeschlusses.
ZUM VERHÄLTNIS ZUR STADTPOLITIK:
Was uns wirklich stört, ist die mangelhafte Unterstützung der Politik, über
den 2011 vollzogenen Stillstand hinauszugehen. Die Kulturverwaltung
ist stets bereit, uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen. Aber auf
der Ebene darüber wird uns demonstrativ der Dialog verweigert. Wir
sind ein ehrenamtlicher Verein, der sich einsetzt, und da möchte man
drauf verzichten, man mag uns nicht. Die Stadtspitze heute hat eben ein
spezielles Verständnis von Harmonie. Und in diesem Harmoniebild nimmt
man uns als störend wahr. Auch über die Ideen wechselnder Ausstellungen
möchte die Stadt mit uns nicht sprechen. Das ist empörend. Dabei geht
es uns wirklich nur um die Aufbereitung der Geschichte. Wir sind völlig
überparteilich, unsere Mitglieder sind jeglicher Couleur, wir sind keine
Ankläger, keine Moralapostel, wir wollen nur mitgestalten in der Stadt,
aber wir haben manchmal das Gefühl, das ist nicht erwünscht, weil wir nur
Arbeit machen. Man sieht uns politischer als wir eigentlich sind. Wir sind
geschichtsinteressiert, aber nicht parteipolitisch.
ZUR ZUKUNFT EINES STADTMUSEUMS:
Wir wissen natürlich mittlerweile, dass ein großes Museum unwahrscheinlich
sein wird, daher suchen wir nach einer geeigneten Stätte für größere
wechselnde Ausstellungen. Seit einiger Zeit diskutieren wir gemeinsam mit
der Hochschule und im Rahmen des europäischen Innovationsprogramms
„MakingCulture“ eine Lösung im ehemaligen Schlachthof Coburg. Wobei
natürlich auch andere Orte wie z. B. im Sanierungsgebiet Steinweg in Frage
kommen. Man könnte mit so einem Museumsansatz auch sehr aktuelle
Themen aufgreifen, Hochkultur ist ja schön und gut, aber viele Menschen
erreicht man eher durch Ausstellungen mit aktuellen Bezügen. Dafür müsste
die Stadt einen Ort zur Verfügung stellen, müsste sich an Unterhalt und
Personal beteiligen. So ein stadtnaher Ort wäre geeignet für wechselnde
Ausstellungen, übrigens nicht nur von uns sondern z.B. auch vom
Kunstverein oder der Historischen Gesellschaft. Das stünde einer Kulturund
Bildungsstadt Coburg gut zu Gesicht. Außerdem geht es uns vor allem
auch um die Zukunft der städtischen Sammlungen. Es braucht eine sichere
Betreuung, es braucht Ankäufe und eine Ergänzung des Programms: Wenn
man jetzt nichts ankauft, ist das ein Kulturverlust der aktuellen Zeit, das wäre
nie mehr gutzumachen.
„Coburg ist wahnsinnig spannend und exemplarisch
für die vielen Brüche der Geschichte.“
Fotos: Habel / Herold
32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
INTERVIEWS, FAKTEN, STORIES
Gesponserter Beitrag
Laufen und Luther
Weitere Informationen unter www.lutherweg.de
Auf Wanderschaft in der Heimat: Koordinator Stadtmarketing Michael Böhm, Tatort-Kommissar Andreas Leopold Schadt und Radio-EINS-Mann Thomas Apfel
Die Idee entstand als aktive Werbemaßnahme für die Bayerische
Landesaustellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“, die derzeit auf
der Veste Coburg und in der Morizkirche veranstaltet wird:
Wandern auf Luthers Spuren. Fünf Tage pilgerten Michael
Böhm und Thomas Apfel durchs Coburger Land und entdeckten
dabei viel mehr als historische Fakten.
Er verbindet Bundesländer und die Menschen, die
ihn bewandern, mit den Stätten der Reformation:
der Lutherweg – ein Pfad, der Pilger, Wanderer und
Besucher animieren soll, sich auf den Spuren von
Martin Luther und der Reformation zu bewegen
oder einfach herrliche Landschaften und kulturelle
Räume zu genießen. Das Coburger Land bietet sich
besonders in diesem Jahr für eine Wanderung auf dem
Lutherweg an, denn auf der Veste Coburg und in der
Morizkirche findet zum Abschluss der Lutherdekade
die Bayerische Landesausstellung: „Ritter, Bauern,
Lutheraner“ vom 9. Mai bis 5. November statt. Beide
Ausstellungsorte liegen direkt am Wanderpfad,
schließlich verbrachte Martin Luther 1530 fast sechs
Monate auf der Veste Coburg und predigte in der
Morizkirche.
Radio Eins - Moderator Thomas Apfel und Michael
Böhm vom Coburger Stadtmarketing haben deshalb
im Juli ihre Wanderschuhe ausgepackt, um gemeinsam
die rund 100 Kilometer auf dem Bayerischen Teil des
Lutherwegs zwischen Neustadt bei Coburg, Rödental,
Coburg, Meeder, Bad Rodach und der Heldburg
(Thüringen) zu erkunden. Prominente Unterstützung
bekamen die Beiden von Tatort-Kommissar Andreas
Leopold Schadt, der sie - als gebürtiger Franke -
begeistert auf einigen Streckenabschnitten begleitete.
„Wir haben schnell festgestellt: Wir leben hier in der
fränkischen Toskana. Uns hat vor allem die Natur im
Coburger Land sehr beeindruckt. Man läuft vorbei
an Getreidefeldern und Streuobstwiesen, Hügeln
und Tälern. Die Landschaft hat jeden Tag unser
Herz berührt“, erinnert sich Michael Böhm, der als
gebürtiger Coburger seine Heimat gut kennt, aber
auf dem Weg immer wieder von Fernsichten, Kirchen
und menschlichen Begegnungen überrascht wurde.
So genossen er und sein Wanderkollege Thomas
Apfel auf der Alexandrinenhütte tolle Aussichten
ins obere Maintal und staunten, wie gut der
Staffelberg, Kloster Banz oder Vierzehnheilgen zu
sehen waren. Immer dem weißen Quadrat mit einem
dunkelgrünen "L" samt grüner Umrandung folgend,
erkundete das Duo auch Denkmäler und Mahnstätten
wie das geschliffene Dorf Billmuthausen, an dem
Wanderer auf ihrem Weg zur Heldburg direkt auf der
Grenze zwischen Franken und Südthüringen vorbei
kommen. „Billmuthausen mit seinem Friedhof und
den Gedenktafeln hat viele Erinnerungen ausgelöst.
Die Spuren des einstigen Dorfes zu erkennen, hat
die Zeit aufleben lassen, als es die deutsch-deutsche
Grenze noch gab“, so Michael Böhm. Konzipiert
wurde der Lutherweg vor allem für Pilger und
Wanderer, die sich für reformationsgeschichtliche
Wirkungen und historische Fakten interessieren.
Auch Apfel und Böhm besuchten unterschiedliche
Kirchen und erfuhren viel über die Architektur und
geschichtlichen Hintergründe der Bauwerke.
Irritiert zeigte sich das Wanderteam von einigen
Streckenabschnitten, an denen es kaum Einkehroder
Einkaufsmöglichkeiten gab. „Es gibt Orte auf
diesem Weg, da findet man keinen Laden oder kein
geöffnetes Café. Das ist schade. Aber die Leute, die
uns auf unserer Wanderung begegnet sind, waren
sehr nett und haben uns immer wieder motiviert
und unterstützt“, so Böhm, der sich gerne an einen
Gastwirt erinnert, der trotz Ruhetag eine Runde
Bier spendierte. Der Marketingexperte würde
sich wünschen, dass noch mehr Menschen den
Lutherweg in der Region für sich entdecken, mit
all seinen Besonderheiten und einem Besuch der
Landesausstellung. „Der Weg muss erst einmal
die Coburger selbst begeistern. Das ist eine sehr
harmonische Landschaft. Man erfährt auf seiner
Reise viel Bodenständigkeit und Genuss, und kommt
beim Wandern zu sich. Wer Kultur, Spiritualität und
Achtsamkeit erleben möchte, ist hier genau richtig!“
Für Michael Böhm war die Wanderwoche trotz
hochsommerlicher, heißer Temperaturen eine
tolle Erfahrung. Die 20 bis 25 Kilometer, die pro
Tag gelaufen wurden, waren auch bei Hitze gut zu
schaffen. In Erinnerung bleiben ihm vor allem die
neuen Landschaftsperspektiven, die sich auf der Tour
immer wieder eröffneten: Kleine Dörfer, die sich
in Talsenken schmiegen, oder Felder, die mit ihren
unterschiedlichen Farben ein harmonisches Bild
zeichnen.
DER LUTHERWEG
… ist ein Gemeinschaftsprojekt von
Kirchen, Tourismusverbänden und
Kommunen. Der aufmerksame Wanderer
folgt der Beschilderung - einem weißen
Quadrat mit einem dunkelgrünen
"L" samt grüner Umrandung, das den
richtigen Weg zu den unterschiedlichsten
Orten weist, die in Verbindung mit der
Reformation stehen. Der Wanderpfad
ist grenzüberschreitend und führt auf
insgesamt rund 2500 Kilometern durch
Brandenburg, Sachsen, Sachsen Anhalt,
Hessen, Thüringen und Bayern. Er wurde
für Menschen konzipiert, die sich für
reformationsgeschichtliche Wirkungen
und historische Hintergründe zur
Reformation interessieren. Damit ist
die Strecke kein durchgehender Weg
mit einem Anfang oder Ende, sondern
ein weit verzweigtes Netzwerk, das
Brücken zwischen Menschen, Religionen,
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 Geschichte, COBURGER Kultur und | DAS Landschaft MAGAZIN baut. 33
GUT FÜR DIE REGION.
Die Sparkasse Coburg – Lichtenfels: Der Heimat verbunden.
Ihr Herz schlägt mitten in Coburg, am Marktplatz. Dort hat die Sparkasse Coburg –
Lichtenfels ihren Hauptsitz. Der Standort ist auch so etwas wie ein Symbol für die
regionale Verbundenheit des öffentlich-rechtlichen Kreditinstitutes: Sparkassen sind
auf Grund ihrer Struktur, ihrer Satzung und ihres Geschäftsmodells zutiefst mit der
Heimat verbunden. Ein Gespräch mit Dr. Martin Faber, Vorstandsvorsitzender der
Sparkasse Coburg – Lichtenfels.
34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 35
SONDERTHEMA HEIMAT
Was verstehen Sie persönlich unter Heimat?
Heimat ist für mich Kindheit, ein Gefühl der Geborgenheit und Verwurzelung,
die Erinnerung an eine unbeschwerte Zeit, Familie natürlich. Das alles sind
Begriffe, die ich mit Heimat verbinde. Vielleicht drückt es das lateinische
Sprichwort „Ubi bene, ibi patria“ am besten aus: Wo es einem gutgeht, ist man
Zuhause. Das kann überall auf der Welt sein, es gibt deutsche Auswanderer,
die heute in Amerika leben und das jetzt als ihre Heimat bezeichnen. Das
nehme ich denen auch ab. Es gibt aber auch Menschen, die nach einem
langen Arbeitsleben sagen, jetzt gehe ich dahin zurück wo ich herkomme,
die alte Heimat ist dann Heimat geblieben, weil man dort noch viele Bezüge
hat, Freundschaften, Familie. Das kann ich auch nachvollziehen. Und
ursprünglich hatte auch ich sehr starke Beziehungen zu meinem Heimatort,
ich komme ja aus Amorbach in Unterfranken. Jetzt aber würde ich hier nicht
mehr weggehen wollen. Coburg ist mittlerweile meine Heimat geworden.
Der Begriff „Heimat“ ist ja in den letzten Jahren wieder positiver
besetzt, wie macht sich das in Ihrer täglichen Arbeit bemerkbar?
Man muss nur schauen, wie sich die Sparkasse noch vor einigen Jahren
in der Werbung präsentiert hat: Mit einem Helikopter, mit dem der
Sparkassenberater zu den Bankentürmen nach Frankfurt fliegt, die kleine
Sparkasse vor Ort also mit der ganzen Welt verbindet. Damals waren
Großbanken schick, wer etwas auf sich hielt, hatte ein Kreditkarte von
Deutscher oder Commerzbank. Die Zeiten sind vorbei. Das sieht man auch
an der Werbung: Da spielen heute Menschen wie du und ich und regionale
Nähe eine wichtige Rolle. Darauf setzen wir. Auf die Verbundenheit zur
Region. Unsere Heimat ist ja auch attraktiv und lebenswert und hat viel zu
bieten. Darüber hinaus werden zahlreiche neue Initiativen wie zum Beispiel
die Genussregion Coburger Land ins Leben gerufen, die sich für die Region
stark machen. Dieses regionale Engagement unterstützen wir als Sparkasse
gerne und regelmäßig.
Wie drückt sich die besondere Aufgabe der Sparkasse
Coburg – Lichtenfels für ihre Heimat aus?
Wir haben ja schon seit fast 200 Jahren ein ganz regionales Geschäftsmodell.
Damals haben wir die Spargroschen eingesammelt, verwaltet und vermehrt
und waren dadurch in der Lage, an Menschen, Handwerker, Unternehmer
vor Ort Kredite zu vergeben, damit die in der Region investieren können. Das
ist im Grundsatz heute immer noch so. Wir sind verlässlicher Finanzpartner
für kleine und mittelgroße mittelständische Unternehmen, für Kommunen
und Privatleute. Unser ImmobilienCenter unterstützt junge Familien, die in
ihrer Heimat nach den eigenen vier Wänden streben, Familien, die vielleicht
durch einen Arbeitsplatzwechsel hier bei uns eine neue Heimat suchen, oder
Menschen, die ihren Lebensabend in unserer Heimat verbringen wollen, bei
der Suche nach einer geeigneten Immobilie und der passenden Finanzierung.
Außerdem haben wir satzungsgemäß einen öffentlichen Auftrag, der sehr am
Gemeinwohl orientiert ist. Es geht um Wohlstand für alle, um Lebensqualität
vor Ort. 2016 konnten wir zahlreiche förderungswürdige Projekte vor Ort mit
fast 700.000 Euro unterstützen. Darüber hinaus initiieren oder unterstützen
wir bürgerschaftliches Engagement und gemeinwohlorientierte Aktionen
in unserer Heimat. Dazu zählt beispielsweise die Stiftergemeinschaft der
Sparkasse Coburg - Lichtenfels, die wir 2013 gegründet haben. An der kann
sich jeder Bürger beteiligen, ob Kunde oder Nichtkunde, und zwar schon
mit kleinsten Beiträgen, die zweckorientiert gestiftet werden. Viele Projekte
sind so schon unterstützt worden. Wir sind außerdem Gründungsmitglied
des Vereins „Hilfe für Nachbarn Coburg“, der sich aktiv für in Not geratene
Menschen in Coburg Stadt und Land einsetzt. Und natürlich werden wir
auch als Arbeitgeber mit aktuell gut 600 Mitarbeitern, als Ausbildungsbetrieb
und mit vielen Berufsorientierungsmaßnahmen für junge Menschen unserer
Verantwortung für die Heimat gerecht. Und wenn wir hier investieren, so wie
erst kürzlich mit dem neuen Beratungscenter in Neustadt, dann erfolgt die
Auftragsvergabe bevorzugt an heimische Firmen.
36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
INTERVIEWS, FAKTEN, STORIES
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Es gibt ja auch eine eigene Sparkassenstiftung,
was ist deren Aufgabe für die Region?
Sie wurde 1996 von der Vereinigte Coburger Sparkassen anlässlich
des 175-jährigen Jubiläums ins Leben gerufen. Dotiert wurde die
Stiftung mit einem Kapital von 3 Millionen D-Mark. Anlässlich der
Bildung der Sparkasse Coburg - Lichtenfels im Jahr 2005 brachte
sich die damalige Kreissparkasse Lichtenfels, entsprechend dem
Verhältnis der Einwohnerzahlen, mit rund 1 Mio. Euro ein, so dass
das Stiftungsvermögen jetzt 2,5 Mio. Euro beträgt. Die Grundidee
ist: Die Sparkasse als lokales, seit Generationen sehr eng mit
Kommunen, Wirtschaft und Bürgern verbundenes Geldinstitut, will
sich auf Dauer in der Förderung der heimischen Region engagieren.
Das ist insofern sichergestellt, als das Stiftungsvermögen laut Satzung
„dauerhaft und ungeschmälert erhalten bleiben muss“. Sinnvolle
Vorhaben aus der heimischen Region kann die Sparkasse über die
Stiftung hinaus auch mit anderen Mitteln, z. B. durch Sponsoring,
eigene Spenden oder Spenden aus dem Zweckertrag PS-Sparen
fördern. Als einziges Geldinstitut der Region verfügen wir also über
eine eigene lokale Stiftung, eine Tatsache, die voll und ganz zum
Leitsatz „Sparkasse. Gut für die Region.“ passt. Seit ihrer Gründung
hat die Sparkassenstiftung schon insgesamt 251 Vorhaben mit rund
1,2 Millionen Euro im Raum Coburg und Lichtenfels unterstützt.
Es gab und gibt ja aber auch eine Entwicklung hin zu
Fusionen, können Sie garantieren, dass die Sparkasse immer
der Heimat verbunden bleiben wird?
Wir denken aktuell nicht über eine Fusion nach. Die mittlerweile
zwölf Jahre zurückliegende Fusion der Vereinigte Coburger
Sparkassen und der Kreissparkasse Lichtenfels war sinnvoll und
richtig. Durch diesen wichtigen Schritt konnte unser Sparkasse
in eine Größenordnung hineinwachsen, mit der wir gut am Markt
bestehen können. Durch unsere jetzige Unternehmensgröße ist
es uns längerfristig möglich, den Bedürfnissen unserer Kunden
und den stetig wachsenden rechtlichen Anforderungen gerecht zu
werden. Weitere Fusionen lassen sich für die Zukunft natürlich nicht
ausschließen. Grenzen für derartige Marktveränderungen sehen wir
aber vor allem dort, wo der lokale Bezug verloren gehen würde. Die
Regionalität muss erhalten bleiben und die Sparkasse als lokales
Institut wahrgenommen werden. Wirtschaftsraumübergreifende
Zusammenschlüsse sind daher aus meiner Sicht mit dem
Geschäftsmodell der Sparkassen nicht vereinbar.
ZUR GESCHICHTE:
DIE SPARKASSE
COBURG - LICHTENFELS
Sparkassen sind vor mehr als 200 Jahren als
Selbsthilfeeinrichtungen durch Engagement
von Kommunen, Gemeinschaften freier
Bürger oder aufgeklärten Landesherren entstanden.
Die Sparkasse Coburg – Lichtenfels
gibt es seit 2005. Sie ging aus der Fusion der
Vereinigten Coburger Sparkassen mit der
Kreissparkasse Lichtenfels hervor. Traditionsreichste
Wurzel ist die Städtische Sparkasse
Coburg, die im gesamten Freistaat Bayern
zweitälteste Sparkasse. Ihre Gründungsstatuten
wurden am 13. November 1821 veröffentlicht,
der Geschäftsbetrieb im Februar 1822
aufgenommen.
Die Sparkasse Coburg – Lichtenfels ist eine
Anstalt des öffentlichen Rechts. Rechtsgrundlagen
sind das Sparkassengesetz, die
bayerische Sparkassenordnung und die durch
den Träger der Sparkasse erlassene Satzung.
Organe der Sparkasse sind der Vorstand und
der Verwaltungsrat. Träger der Sparkasse
ist der „Zweckverband Sparkasse Coburg –
Lichtenfels“. Mitglieder des Zweckverbands
sind die Städte Coburg, Lichtenfels, Neustadt
bei Coburg, Burgkunstadt, Bad Rodach
und Bad Staffelstein sowie die Landkreise
Lichtenfels und Coburg. Jedes Mitglied des
Zweckverbandes entsendet auch ein Mitglied
in das Aufsichtsorgan der Sparkasse, den Verwaltungsrat.
„Ubi bene, ibi patria:
Wo es einem gutgeht, ist man Zuhause.“
Immer das gesamte Geschehen im Auge:
Dr. Martin Faber mit Blick auf den Markt .
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 37
Persönliche Momente.
30 Jahre Kongresshaus Rosengarten – ein gutes Stück Heimat.
Eigentlich müsste es Coburger Konzert- und Veranstaltungshalle heißen, das Kongresshaus
Rosengarten. Zwar finden hier viele Kongresse statt, vor allem aber ist das Kongresshaus
eines: ein gutes Stück Heimat. Ein Ort, mit dem viele Coburger wichtige persönliche
Momente verbinden, an dem sie getanzt, gelacht, gefeiert und gestaunt haben. Und das
seit Jahrzehnten. 2017 nämlich wartet das Kongresshaus mit einem bedeutenden Jubiläum
auf. Es begeht in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen als modernisierter Bau. Seit seiner
Wiedereröffnung 1987 hat das Haus bis heute mehr als 2 Millionen Besucher zu über 10.000
Veranstaltungen empfangen.
Wichtiger Teil des Coburger Lebens
Dabei handelt es sich vor allem um Veranstaltungen von Coburgern für Coburger:
so laden hier viele Schulen zu ihren alljährlichen Konzerten oder Abschlussfeiern,
es verabschieden fast alle örtlichen Gymnasien, weiterführenden Schulen oder
auch die Hochschule Coburg hier ihre Absolventen. So ist das Kongresshaus
Rosengarten auch Zuhause für wichtige Lebensabschnitte des Coburger Kultur-,
Vereins- und Wirtschaftslebens. Ob die Coburger Narrhalla, die Effect`s, der
Coburger Mohr, die Gesellschaft der Musikfreunde, das Philharmonische
Orchester des Landestheaters Coburg, Coburger Chöre, Musikvereine, das
Sambafestival, Tanzschulen, Serviceclubs, die Polizei, die Industrie- und Handelsund
die Handwerkskammer, Parteien, große Unternehmen, die Stadt Coburg und
viele andere: Im Kongresshaus pulsiert das Coburger Leben, und zwar das ganze
Jahr über: Im Fasching, bei Ausbildungsmessen, Floh- und anderen Märkten,
Bällen, Hochzeitsmessen, Konzerten, Tagungen und Seminaren.
Stars nach Coburg gebracht
Und das Kongresshaus ist auch ein Tor zur Musik- und Show-Welt. Viel Prominenz
stand in den letzten drei Jahrzehnten im Rampenlicht auf der Bühne. Kleine
Erinnerungsreise gefällig? Vielleicht verbinden Sie mit einem oder mehreren
Namen ganz persönliche Erinnerungen an einen schönen Abend:
Das „Who is Who“ 2017 bis 1987:
Max Utthof, Holger Mück & die Egerländer Musikanten, Ingo Appelt, Oswald Sattler, Joachim
Gauck, Schmidbauer + Kälberer, Lizzy Aumeier, Gernot Hassknecht, Michael Holm, Ireen
Sheer, Mary Roos, Rolf Miller, Michel Müller, Sebastian Reich, Andreas Kümmert, Axel Hacke,
Martina Schwarzmann, Monika Gruber, Erwin Pelzig, Urban Priol, Hagen Rether, Olaf Schubert,
Bodo Wartke, Amigos, Chris Boettcher, Ingo Appelt, Trio Con Brio, Gerd Dudenhöffer, Volker
Heißmann, Josef Hader, Leo Martin, Dieter Nuhr, Urban Priol, Rüdiger Hoffmann, Max Greger
& Hugo Strasser, Christopher Hainz, Walter Riester, Olaf Schubert, Sascha Grammel, Rolf Miller,
Rainhard Fendrich, Dr. Rüdiger Dahlke, Matthias Horx, Michael Kobr & Volker Klüpfel, Ursprung
Buam, René Marik, Helmut Vorndran, Alexander Huber, Dr. Horst M. Teltschik, Karl-Theodor
zu Guttenberg, Peter Ramsauer, Volker Kauder, Dagmar Wöhrl, Dieter Hundt, Horst Seehofer,
Monika Hohlmeier, Gabriele Pauli, Justus Frantz, Philharmonie der Nationen, Wolfgang
Tiefensee, Wladimir Kaminer, Mirja Boes, Cassandra Steen, Heißmann & Rassau, Viva Voce,
Bridge to a Prayer, Florian Sitzmann, Django Asül, Weber Beckmann, Cindy aus Marzahn, Klaus
Karl-Kraus, Wolfgang Buck, Erich von Däniken, Detlev Jöcker, Hannes Wader, Gerd Dudenhöfer,
Joja Wendt, Dr. Günther Beckstein, Raul Gonzales, Prinz Leopold von Bayern, Rick Kavanian,
Hans Klaffl, Michael Altinger, Spider Murphy Gang, Max Raabe & Palastorchester, Captain
Cook und seine singenden Saxophone, Marianne & Michael, Johannes Heesters, Volker Pispers,
Marshal & Alexander, Konstantin Wecker, Eberhard Gienger, Nessi Tausendschön, Chiemgauer
Volkstheater, Chris Norman, Ausbilder Schmitt, Peter Steiner, Günter Grünwald, Axel Hacke,
Ingo Oschmann, Naomi Feil, Prof. Dr. Michael Braungart, Dave Davis, Claudia Dechand, Prof.
Dr. Dr. Manfred Spitzer, Christa Kinshofer, Marshall & Alexander, Glenn Miller Orchestra,
Hannes Wader, John Helsing Band, Hazy Osterwald, Peter Rupprecht, Dr. Edmund Stoiber,
38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
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Sally Oldfield, Werner Olm, Klaus Kreuzeder, Haindling, Bernd Helfrich, King of Swing Orchestra, Konthur & Magie, Badesalz, Dr.
Ulf Merbold, Willy Astor, Freddy Quinn, Midnight Ladies Showband, Bernd Regenauer, Leipziger Pfeffermühle, Luigi, Alban Berg
Quartett, Reinhold Messner, Bruno Jonas, Thomas Goppel, Petra Schürmann, Comödie Fürth, Dieter Kottysch, Silke Kraushaar, Pat
Canlee, Barbara Vuhnsor, Michael Rauch, Mäc Härder, Andorras, Palast Orchester, Schlenger & Meilhamer, Uschi Disl, Ramona Fritz,
Lydia Huber, BR-Bayerntour, Big Band der Bundeswehr, Tegernseer Volkstheater, The Rocky Horror Show '96, Peter Steiner Sen.,
Orchester Ambros Seelos, Schorsch Bross, Antrak auf Stumph Sinn, John West an his famous big band, Struwwelpeter Sextett, Jenny &
Johnny, Nockalm Quintett, Hubert Schwarz, Die Schäfer, Georg Ringswandl, Dieter Bellmann, Hansl Krönauer, Brunner & Brunner,
Stefanie Hertel, Uriah Heep , Nazareth, Kristina Bach, Inspected, Ottfried Fischer, Wildecker Herzbuben, Elmar Gunsch, Geschwister
Hofmann, Fred van Geez, Ramona Leiß, Ivan Rebroff, La Rose Rouge, Carolin Reiber, Musikanten Express, Angela Wiedl, Claudia
Schlenger, Gaby Albrecht, Hubert Pfluger, Thomas Freitag, Karlheinz Blessing, Renate Schmidt, Original Naabtal Duo, Sepp und die
Steigerwälder Musikanten, Martin Kraus, Ruth McCartney, Conny, Truck Stop, Fredl Fesl, Ted Herold, Max Inzinger, Freddy Breck,
Die Flippers, Frantisek Pitra, Jan Tabasco, Les Clochards, Kastelruther Spatzen, Silke Weickenmeier, Jürgen von der Lippe, Gerhard
Polt und die Biermösl Blosn, Alpenoberkrainer, Die Wiener Sängerknaben, Patrick Lindner, Pößnecker Musikanten, First Residence
Orchestra, Rocky Horror Show, OMB Big Band, Stephan Wald, Franz Lambert, Trientinerbergsteigerchor S.O.S.A.T., Bernd Händel,
Festival Do Brasil, Euro Star Sextett, Albie Donnelly's, Slavko Avsenik, Cabarett Chez Nous Berlin, Smokie, Eric Burdon, The Barons,
Jürgen Marcus, Blues Brothers, Golden Gate Quartett, Orchester John West, Hanns Dieter Hüsch.
Ort für Bildung und Begegnung
Und natürlich bildet das Kongresshaus auch den
idealen Rahmen für Kongresse oder Seminare. Eine
funktionelle, schöne und transparente Architektur im
wundervollen Umfeld des Rosengartens. Zahlreiche
multifunktionale Räume, moderne Bühnen- , Medienund
Klimatechnik, serviceorientiertes Personal und
Bewirtung durch das Restaurant Rosengarten.
Das Kongresshaus Rosengarten ist damit im echten
Sinn ein gutes Stück Heimat.
Das „Who is Who“ vor 1987:
Dr. Alfons Goppel, Dr. Erich Mende, Dr. Thomas Dehler, Günter Grass , Herbert Wehner, Gerhard Wendland, Hildegard Hamm-
Bücher, Birth Control, Guru Guru, Karthago, Kraan, Diether Krebs, Roy Black, Costa Cordalis, Reinhard Mey, Otto Waalkes,
Wolfgang Ambros, Spider Murphy Gang, Rosi & Evi Mittermaier, Golden Gate Quartett, Shepherd's Magic-Girls-Show, Rodgau
Monotones, Tanzgruppe Maja-Lex, Vienna Festival, Christian Berg, Los Mexikanos, Franz Josef Degenhardt, Anne-Marie Sprotte,
Pepe Lienhard, Manfred Krug.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 39
Weitramsd
Die Heimat mit der
Die Heimat
Welt verbinden
Bad Rodach
Rhön-Grabfeld
Heldburger Unterland
Maroldsweisach
Seßlach
süc//dacor – schnelles Internet aus Coburg
In einem Keller in Sonnefeld im Landkreis Coburg fing 1997
alles an. Das Unternehmen dacor wurde aus der Taufe gehoben.
Das Ziel war ambitioniert: die Region fit zu machen für die
Telekommunikation des kommenden Jahrtausends. Seit 2003
heißt man süc//dacor GmbH, zieht um nach Coburg. Jetzt, 2017,
wird die süc//dacor 20 Jahre.
Der Traum der Gründer ist wahr geworden: Sie haben die Heimat
fit gemacht für die Telekommunikation des 3. Jahrtausends - die
süc//dacor GmbH ist der Dienstleister für schnelles Internet über
VDSL und Glasfaser in der Region Coburg und darüber hinaus bis
nach Thüringen und Unterfranken.
Unt
40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
Gesponserter Beitrag
Meeder
Weite Teile
Lautertal
Einzelne Teile
Dörfles-
Esbach
Rödental
orf
Coburg
Mitwitz
Ahorn
Grub a. Forst
Untersiemau
Niederfüllbach
Ebersdorf
Sonnefeld
Weidhausen
Großheirath
Lichtenfels
Redwitz an der
Rodach
ermerzbach
Bad Staffelstein
Altenkunstadt
www.dacor.de
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 41
HEIMAT IN ZAHLEN
Heimat bedeutet für mich:
Menschen, die ich liebe/mag (Familie, Freunde, Verwandschaft)
Mein Zuhause – da wo ich lebe
Gefühle & Empfindungen (Sicherheit, Zufriedenheit und Geborgenheit)
Der Ort, wo ich aufgewachsen bin
Landschaft, Städte, Umgebung
sehr stark
stark
%stark
%etwas
59 33 5
44 44 9
44 42 10
33 33 22
30 49 16
gar nicht / k.A.
3
3
4
12
5
Sehr wichtig
Persönliche Wichtigkeit
von Heimat in Prozent
52 38
Wichtig
Kulturelles (Tradition, Sprache, Mundart)
27 48 20
5
gar nicht
1
8
weniger wichtig
Heimat in 95 Wörtern:
Der Begriff Heimat verweist zumeist auf eine
Beziehung zwischen Mensch und Raum. Im
allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort
angewendet, in den ein Mensch hineingeboren
wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse
stattfinden, die zunächst Identität,
Charakter, Mentalität, Einstellungen und
Weltauffassungen prägen. Der Begriff
„Heimat“ steht in einer speziellen Beziehung
zum Begriff der „Siedlung“; dieser bezieht
sich, und damit im Gegensatz zum Wohnplatz,
in der Regel auf eine sesshafte Lebensform,
d.h. auf ein dauerhaftes bzw. lang-fristiges Sich-
Niederlassen und Wohnen an einem Ort bzw. in einer
Region. Der Heimatbegriff befindet sich in ständiger
Diskussion.
HEIMAT IN ZAHLEN
63 500 000
Menschen sind weltweit auf der Flucht
Diese Länder haben 2016 die meisten Flüchtlinge Aufgenommen:
Türkei .................... 2 869 421
Pakistan ............... 1 352 560
Libanon ................. 1 012 969
Iran .......................... 979 435
Einwohner Coburg
41 257
(Stand: 31. Dez. 2015)
Uganda .................. 940 835
Äthiopien ............ 791 631
Jordanien ........... 685 197
Deutschland ...... 669 482
854
Einwohner in Coburg je km²
bei 48,29 km² Gesamtfläche
Kongo ..................... 451 956
Kenia ....................... 451 099
Ende des Jahres 2016 lebten rund
2,87 Millionen Flüchtlinge in der Türkei
53%
2 700 000
Somalia
Afghanistan
Syrien
1 100 000
4 900 000
… der Flüchtlinge weltweit
kommen aus nur drei Ländern
Quelle: Statista | Wikipedia
42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
INTERVIEWS, FAKTEN, STORIES
ABENDLIED
Gedicht von Friedrich Rückert
Ich stand auf Berges Halde,
Als heim die Sonne ging,
Und sah, wie überm Walde
Des Abends Goldnetz hing.
Des Himmels Wolken tauten
Der Erde Frieden zu,
Bei Abendglockenlauten
Ging die Natur zur Ruh'.
Ich sprach: O Herz, empfinde
Der Schöpfung Stille nun,
Und schick' mit jedem Kinde
Der Flur dich auch, zu ruhn.
Die Blumen alle schließen
Die Augen allgemach,
Und alle Wellen fließen
Besänftiget im Bach.
Nun hat der müde Silfe
Sich unters Blatt gesetzt,
Und die Libell' am Schilfe
Entschlummert taubenetzt.
Es ward dem goldnen Käfer
Zur Wieg' ein Rosenblatt;
Die Herde mit dem Schäfer
Sucht ihre Lagerstatt.
Die Lerche sucht aus Lüften
Ihr feuchtes Nest im Klee,
Und in des Waldes Schlüften
Ihr Lager Hirsch und Reh.
Wer sein ein Hüttchen nennet,
Ruht nun darin sich aus;
Und wen die Fremde trennet,
Den trägt ein Traum nach Haus.
Mich fasset ein Verlangen,
Daß ich zu dieser Frist
Hinauf nicht kann gelangen,
Wo meine Heimat ist.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 43
CHRISTIAN LIMPERT – FRONTMANN
Ein Portrait von Wolfram Hegen.
44 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 45
PORTRAIT CHRISTIAN LIMPERT
Vom Tränengas gezeichnet: Einsatz an der Grenze
Chancen ergreifen, wenn sie sich bieten.
Hartnäckig alles daran setzen, dass sie sich bieten.
Das Glück herausfordern, um es irgendwann auch
zu haben. Und vor allem erst einmal wissen, was
man eigentlich will. Dann kann es gut sein, dass
man irgendwann auf der Bühne ganz vorne steht.
So wie der Coburger Christian Limpert. Eigentlich
nämlich wollte er gar nicht Journalist werden. Jetzt
kann er sich nichts anderes mehr vorstellen, auch,
wenn ihn die Arbeit oft an die Grenzen bringt. An
die europäischen. Und an seine persönlichen.
Rom, München, Coburg, auf Reisen sein quer durch
Europa, das ist Alltag für Christian Limpert, Hektik
ein Teil seines Berufs, so dauert es ein wenig, bis
er ankommt im Gespräch über sich, sein bisher 37
Jahre umfassendes Leben und seinen Beruf, fast ein
wenig verloren sitzend auf einem Stuhl mitten in
einem großen weißen Raum, damit er für das parallel
mitlaufende Kamerabild von iTVCoburg wertig
und ohne große Ablenkung im Hintergrund ins Bild
gesetzt werden kann, eine dennoch ungewohnte
Situation für den Fernsehmann, ist er doch sonst
immer der Fragende, nicht der Antwortende, gibt
er den Takt vor, plant und kontrolliert, jetzt sitzt er
auf der anderen Seite und soll in sich hineinhorchen,
-fühlen, -denken, wollen wir doch wissen, was er für
ein Mensch ist.
AM LIEBSTEN IM FREIBAD
Eigentlich ein ganz normaler. So normal wie ein
Leben als Coburger sein kann: In der Vestestadt
geboren, Kindergarten, Grundschule, Abitur
am Gymnasium Albertinum, Zivildienst beim
Diakonischen Werk. Ein geordnetes Leben mit
vielen Ritualen, die er heute bei seinen Besuchen
in der alten Heimat noch pflegt. Spaziergänge um
die Veste, mindestens eine Coburger Bratwurst
pro Besuch, Sonntagmittag gerne Coburger Klöß,
den Besuch einer stadtbekannten Eisdiele und das
sommerliche Abtauchen im Coburger Freibad, das
ihn so an seine Jugend erinnert wie kaum etwas
anderes, „die Bademeister kenn ich noch von früher
und die mich auch.“ Coburg, das ist für ihn Familie,
Freundschaften, Spaß haben. „Immer wenn ich hier
bin, geht’s mit richtig gut“, sagt er und kann sich auch
vorstellen, irgendwann wieder hierher zu kommen
in die heile Coburger Welt. Sein Beruf aber hat ihn
erst einmal hinausgespült in die harte Wirklichkeit als
Fernsehjournalist beim Bayerischen Fernsehen.
GLÜCK GEHABT
„Irgendwas mit Medien oder Theater“ hatte er sich
ja auch vorgestellt. Und ein Zeitungspraktikum
nach dem Abitur weckt die Liebe zum Beruf. Er
geht nach Bayreuth, eine „Notfalllösung“, wie er
rückblickend sagt, weil die renommierte Deutsche
Journalistenschule in München ihn nicht aufnimmt.
Doch Bayreuth entpuppt sich als Glücksfall: Er
studiert dort Theater und Medien, kommt zum ersten
Mal in Berührung mit dem Medium, das heute sein
berufliches Zuhause ist: Fernsehen. Campus TV heißt
das Studentenfernsehen der Universität Bayreuth,
er bekommt die Chance, es mit aufzubauen, merkt,
dass er gerne die Kamera in der Hand hat, im
Schnitt arbeitet - und das Fernsehen die Zukunft
ist. „Die Fähigkeit journalistische Inhalte in Filme
zu packen, wird immer wichtiger“. Ein Praktikum
beim Bayerischen Fernsehen in Nürnberg bestätigt
ihn, auch wenn die Arbeit in einem so großen Laden
nach drei Jahren Campus-TV „eine ganz schöne
Umgewöhnung“ bedeutet. Doch auch die Deutsche
Journalistenschule lässt ihn nicht los, so probiert er
es nach dem Studium noch einmal, wieder klappt
es nicht, er landet auf Platz 16 – nur 15 werden
genommen. Kurz darauf darf Limpert nachrücken:
Einer der 15 springt ab - Glück gehabt.
46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
Reportereinsatz im Mittelmeer
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 47
PORTRAIT CHRISTIAN LIMPERT
ETWAS WAGEN
Oft tritt der Reporter hinter den Menschen
zurück: Wenn ein Grieche vom 2. Weltkrieg
erzählt, den er miterlebt hat, der aber
nicht so schlimm sei wie das, das sich heute
vor seiner Haustüre abspielt, wenn der
griechische Mitarbeiter am Schnittplatz
beim Schnitt in Tränen ausbricht und sie
eine Pause machen müssen, wenn das
ganze Team nach einem gemeinsamen
Einsatz nicht mehr kann, heult, ratlos ist.
Limpert also kommt nach den Stationen Coburg, Bayreuth und Nürnberg in
München an. Dort bleibt er auch nach der Journalistenschule, geht nicht wie
geplant zurück zum Studio Franken. In der Landeshauptstadt schlägt das Herz des
Bayerischen Rundfunks, dort können sich weitere Türen öffnen, „München war
einfach spannender“. Wieder also ergreift er eine Chance. Es ist ein Wesenszug
des Coburgers, offen zu sein, zuzupacken, auszuprobieren, nicht stehenzubleiben:
„Alles was man tut bringt einen mit Menschen zusammen. Manchmal wird mehr
daraus, manchmal gehen Türen auf, man lernt tolle Leute kennen, manchmal
auch nicht, aber es ist immer besser, etwas zu wagen, als es nicht probiert zu
haben“. Und Limpert wagt etwas: Als die ARD kurzfristig jemand sucht, der
aus Griechenland berichtet, ergreift er seine Chance. „Normalerweise dauert es
meistens ein paar Jahre, bist Du bei den Tagesthemen vor der Kamera stehst.“
EMOTIONALE MOMENTE
Seitdem flimmern mehr und mehr seiner eindringlichen Korrespondentenberichte
und Reportagen über das Geschehen in Südeuropa in die deutschen Haushalte.
Er war in Zypern zum Thema Finanzkrise, am Ostbahnhof in Budapest, an
der ungarisch-serbischen Grenze, auf dem Mittelmehr zwischen Italien und
Nordafrika, als zunächst hunderttausende Flüchtlinge auf dem Landweg nach
Europa strömten, als dann die Grenzen vergittert worden sind, als die Balkanroute
zur Sackgasse wurde, als seither die Menschen wieder den gefährlichen Weg über
das Meer in Richtung Europa auf sich nehmen. Und Limpert hat seither viele
Momente erlebt, in denen er sich hilflos fühlt, in denen der Reporter hinter den
Menschen zurücktritt, in denen es bei aller Professionalität einfach „schwer ist,
objektiv zu bleiben.“
Ostbahnhof Budapest September 2015
48 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
DER FRONTMANN
Wenn er im Hotel lebt und 500 Meter weiter die Menschen im Schlamm
vegetieren, wenn sein Team den Satellitenwagen mit Bällen und Spielzeug
vollmacht, um Kindern eine kleine Freude zu bereiten, wenn ein Grieche vom
2. Weltkrieg erzählt, den er miterlebt hat, der aber nicht so schlimm sei wie das,
das sich heute vor seiner Haustüre abspielt, wenn der griechische Mitarbeiter am
Schnittplatz beim Schnitt in Tränen ausbricht und sie eine Pause machen müssen,
wenn das ganze Team nach einem gemeinsamen Einsatz nicht mehr kann, heult,
ratlos ist, wenn sie acht pakistanischen Männern auf einem Boot nicht helfen
dürfen, obwohl deren Schiff vor ihren Augen absäuft, sie warten müssen, ein lange
Stunde, bis die Küstenwache ihnen das OK gibt, weil sie sich sonst als Schlepper
strafbar machen würden. „Man ist einfach sehr nahe dran an den Menschen dort,
manchmal vielleicht zu nah, das kann man sicherlich auch kritisieren, aber die
große Politik ist bei so einem Dreh vor Ort so weit weg, da geht es einfach nur
noch um die Beschreibung der Situation, um die Geschichten der Menschen, um
das, was sich abspielt.“ Genau aber das ist sein Job, zu erzählen, wie es ist, vor Ort.
Alles was man tut bringt einen mit
Menschen zusammen. Manchmal wird
mehr daraus, manchmal gehen Türen auf,
man lernt tolle Leute kennen, manchmal
auch nicht, aber es ist immer besser, etwas
zu wagen, als es nicht probiert zu haben.
ZURÜCK ZUR NORMALITÄT
Trotz der vielen eindringlichen, traurigen, erschütternden Momente macht
ihm sein Beruf aber Spaß. Und es gibt sie ja auch, die vielen schönen, heiteren,
fröhlichen, menschlichen Augenblicke. Limpert hat viel Hilfsbereitschaft erlebt,
auch viel Normalität in Ortschaften und Städten abseits der Brennpunkte.
Außerdem ist er nicht nur in Krisenregionen unterwegs. Er berichtet auch aus
Rom - oder ganz einfach aus Bayern, bei der BR-Radltour zum Beispiel. Am
liebsten aber ist er in Coburg. Auch dort aber als Frontmann. Beim mittlerweile
aus einer Bierlaune heraus zum Kult avancierten jährlichen OktOPAfest nämlich,
wenn die Original Prinz Albertiner zur Blasmusikparty einladen. Dann geht’s ihm
richtig gut, dann ist er Zuhause. In Coburg.
Christian Limpert im Portrait auch auf www.itv-coburg.de
Blick durch Grenzzaun nach Mazedonien
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 49
50 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF
Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der
großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe
einer oder eine - Männer und Frauen.
MACHERIN
Dieses Mal: Ramona Scholz, seit 34 Jahren hauptverantwortliche Trainerin der Tanzsportgarde Coburger
Mohr. Sie hat aus einer Randsportart eine bundesdeutsche Coburger Erfolgsgeschichte gemacht.
Sind Sie ein Macherin?
In einer gewissen Weise schon. Aber es gehört natürlich immer ein ganzes
Team dazu, das mitziehen muss. Alleine kann man nichts erreichen.
Warum fühlen Sie sich als Macherin?
Weil ich einen unheimlichen Enthusiasmus für den Tanzsport habe. Und weil
ich immer angreife, immer Neues wage, mich mit aller Kraft und höchster
Disziplin für die Sache engagiere, und – ganz wichtig - bei Problemen oder
Widerständen nie aufgebe.
Was treibt sie an?
Ich freue mich, wenn die Kinder nach einem Training oder einem Wettkampf
gutgelaunt rausgehen. Es macht mit einfach viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten.
Und wenn dann noch Erfolge dazukommen, ist es natürlich noch besser.
Wie ging es eigentlich los?
Der in diesem Jahr leider verstorbene ehemalige Präsident der Coburger
Narrhalla und später des Coburger Mohr Hubertus Schneider rief mich
1983 an, er brauche eine Prinzengarde, ein Tanzmariechen und eine
Kindertanzgarde. Und das am besten sofort. Damals hatte ich eine Aerobic-
Truppe und niemand dachte an Gardetanz. Trotzdem habe ich sofort gesagt,
das machen wir. So ging das los. Bis sich die ersten großen Erfolge einstellten,
was es aber natürlich ein langer Weg. Man darf nicht vergessen, dass Gardetanz
damals nicht als Sportart bekannt war. Als Faschingshüpfer hat man uns oft
abgetan. Das hat mich tierisch geärgert. Mittlerweile ist das anders. Gardetanz
hat sich etabliert in den letzten 20 Jahren. Jeder weiß heute, dass Gardetanz
Hochleistungssport ist. Und bei den Deutschen Meisterschaften haben wir
sechs- bis siebentausend Zuschauer in der Halle.
Wieviel verlangen Sie von ihren Schülern?
Ich bin als Trainerin schon sehr hart. Aber ich bin eben auch der Meinung,
entweder man zieht mit oder nicht. Denn ohne eine gewisse Disziplin und
Härte zu sich selbst kann man nichts erreichen. Und Kinder suchen und
brauchen ja Regeln. Wobei es heute immer schwieriger wird, diese Disziplin
einzufordern. Es gibt eben auch viele andere Angebote für Kinder und
Jugendliche, die bequemer, die vielleicht auch nicht so anstrengend sind.
Wie wird es weitergehen?
An die deutsche Spitze zu kommen, war ein langer harter Weg. Jetzt ist es
unser Ziel, das Niveau zu halten, vornedran zu bleiben, ob es dann mit
weiteren Meistertiteln klappt, werden wir sehen, das ist ja auch immer ein
wenig Glückssache. Auf jeden Fall bin ich sehr glücklich darüber, dass meine
Tochter seit fast schon 20 Jahren als Trainerin und Choreografin in meine
Fußstapfen getreten ist.
Ist Coburg ein guter Standort zum Machen?
Ja, man kann in Coburg schon viel auf die Beine stellen. So hat sich die Stadt
in Sachen Tanz ja wahnsinnig entwickelt. Wenn man sich überlegt, wie viele
Angebote es in dieser relativ kleinen Stadt mittlerweile gibt, das ist ja fast
schon zu viel: Private Tanzschulen, Ballettstudios, die Lateinformation vom
TV Ketschendorf, der Tanzsportverein Effect‘s, und wir als Tanzsportgarde
Coburger Mohr. Eigentlich ist das irre, und ich freue ich mich natürlich
darüber, dass wir alle gemeinsam das geschafft haben. Coburg ist zu einer
bundesdeutschen Tanzhochburg geworden. Aber jetzt müssen wir das Niveau
halten, es kann nämlich auch schnell wieder nach unten gehen.
Die Fragen stelle Wolfram Hegen.
Acht deutsche Meistertitel, siebzehn deutsche Vizemeistertitel, zahlreiche
Süddeutsche, Fränkische und Oberfränkische Meistertitel: Die Tanzsportgarde
Coburger Mohr ist im karnevalistischen Tanzsport die Nummer 1 in Coburg und
repräsentiert den Namen der Vestestadt in ganz Deutschland.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 51
Der Sommer. Ungetrübte Zeit im Freien. Im Biergarten, Urlaub, Garten. Doch manchmal
brennt die Sonne schon sehr, lastet die Schwüle auf unseren Schultern. Jedes Kilo zu viel
macht uns zu schaffen. Also greifen wir gerne zu kühlen Getränken und frischen leichten
Sommergerichten, die uns Kraft geben, nicht im Magen liegen und im Bestfall beim
Abnehmen helfen. Powerfood nennt man das wohl heutzutage. Doch wir geben es zu: Wir
würden ja gerne selbst zur Tat schreiten, doch uns fehlt es am Herd an Talent, Wissen,
Erfahrung, und auch an Ideen. Dafür gibt es in der Region aber ganz hervorragende Köche
in ganz hervorragenden Restaurants. Wir haben drei ausgewählt und Sie um jeweils ein
leichtes Gericht für den Sommer gebeten. Auch zum Nachkochen. Wir werden es probieren.
Powerfood aus der Region
Coburger Köche mit Sommergerichten
52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
COBURGER KÖCHE MIT SOMMERGERICHTEN
Sein Sommergericht für den COBURGER:
Wildlachsfilet auf Honigmelonen-Salat mit Mango und Avocado
Zubereitung:
Für den Salat eine schöne reife Honigmelone schälen, halbieren, entkernen und in Würfel schneiden. Die
Mangos schälen, vom Stein schneiden und würfeln. Die Avocados längs halbieren, entkernen, das Fruchtfleisch
vorsichtig kreuzweise einschneiden und mit einem Löffel aus der Schale lösen. So ist die Avocado gleich
gewürfelt. Die Zwiebeln schälen, vierteln und in feine Streifen schneiden. Für das Dressing den Limettensaft
und den Abrieb einer Limette mit dem Weißweinessig, dem Zucker und dem Olivenöl mischen. Tipp: Für
das Dressing nur hochwertiges Olivenöl (z.B. Olivenöl 21). Mit Meersalz und buntem Pfeffer abschmecken
und mit dem Salat vermischen. Den Lachs portionieren (á 250 g), mit Meersalz und buntem Pfeffer aus der
Mühle würzen. Olivenöl in der Pfanne erhitzen. Lachs von beiden Seiten mit den Rosmarinzweigen eineinhalb
Minuten anbraten. Pfanne vom Herd nehmen und den Lachs noch ca. zwei Minuten in der Pfanne nachziehen
lassen. Salat und Lachs auf einem Teller anrichten und mit einer Limettenscheibe garnieren.
René Fiedel
„Lokal 1627“ Coburg.
Kochen ist für ihn eine Leidenschaft, egal ob
gemeinsam mit Lucki Maurer beim Kulinarik
Festival, zu Hause für seine Freundin und
seinen Sohn, mit Freunden bei einem
chilligen Grillabend oder eben in der Küche
des „Lokal 1627“.
Zutaten für 4 Personen:
1 Honigmelone (á 1kg)
3 reife Avocados
2 reife Mangos
2 rote Zwiebeln
6 EL frischer Limettensaft
12 EL Olivenöl (für den Salat)
1 EL Zucker
1 kg frischer Wildlachs mit Haut
2 Limetten
5 EL Olivenöl (für den Lachs)
Meersalz, Pfeffer (frisch gemahlen),
Rosmarinzweige, Weißweinessig
„Lokal 1627“: Restaurant. Bar. Sorgsam
ausgewählte Zutaten. Frisch. Wöchentlich neue
Kreationen. Experimente. Spaß. Freude.
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 53
Sein Sommergericht für den COBURGER:
Gebratenes Lachsforellenfilet auf geschwenkten Pfifferlingen mit Petersilien-Kartoffeln
Zubereitung:
Die Kartoffeln waschen, schälen und in gesalzenem Wasser kochen. Die Lachsforellenfilets entschuppen (mit
dem Messerrücken entgegen der Schuppen streifen), waschen, in 170g-200g schwere Stücken portionieren
und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen.
Die Pfifferlinge ordentlich waschen und die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Nun die Lachsforellenfilets
auf der Hautseite in etwas Öl langsam anbraten. Währenddessen die Zwiebel in Olivenöl andünsten und die
Pfifferlinge beigeben und anschwenken, mit Salz, Pfeffer und etwas Thymian würzen. Die Kartoffeln in etwas
Butterfett anbraten und mit gehackter Petersilie bestreuen, natürlich auch da das Würzen nicht vergessen. Nun
die Lachsforellenfilets drehen und anrichten, mit Zitronenscheiben, Thymian und Rosmarin ausgarnieren.
Durch den hohen Eiweißgehalt in der Lachsforelle und den Pfifferlingen und den Kohlenhydraten in den
Kartoffeln ist das Gericht ein idealer Fitnessbegleiter. Nicht zu vergessen sind der hohe Beta-Carotin (Vitamin
A) Gehalt und der hohe Eisen und Kalium Gehalt in den Pfifferlingen. Ein ideales Gericht für heiße Sommertage.
Zutaten für 4 Personen:
700 – 800g Lachsforellenfilet
aus der Fischzucht Seidmannsdorf
1000g frische Pfifferlinge
1 Zwiebel
12 kleine Kartoffeln vom
Landwirt Eichhorn aus Neustadt
Öl, Salz, Pfeffer
Olivenöl, Petersilie, Butter
Zitrone, Thymian, Rosmarin
Christoph Komm
„DER GROSCH“ in Rödental
Ihn begeistert es, aus einfachsten Zutaten
leckere Speisen herzustellen.
„DER GROSCH“. Familiengeführt in 6ter
Generation. Monatlich wechselnde Karte und
Aktionswochen. Freitagsgerichte. Vegane
Gerichte. Bierige Gerichte. Saisonale und
regionale Produkte.
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54 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
Daniel Polzer
„Alte Henne“ Hohenstein
Er steht für True & Slow Food. Die Zutaten
der Speisen stammen größtenteils aus der
Region und richten sich nach der jeweiligen
Saison.
Sein Sommergericht für den COBURGER:
Pasta mit Kaninchen in Sugo
Zubereitung:
Den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Die Salbeiblätter und
die Thymianzweige grob mit dem Messer zerkleinern. Die
Tomaten vierteln und entkernen. Die Kerngehäuse aufheben.
Die Tomatenfilets in mundgerechte Stücke schneiden. Die
Kaninchenkeulen beidseitig mit Salz und Zucker würzen. Olivenöl
und Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Knoblauchzehen mit
einem Messer anschlagen und mit den Kräutern ins heiße Fett
geben. Dann die Kaninchenkeulen bei mittlerer Hitze rundum gut
anbraten.
Zum Schluss das Tomatenmark zugeben und anrösten. Mit dem
Rotwein ablöschen und diesen verkochen lassen. Dann mit dem
Geflügelfond aufgießen, das Lorbeerblatt, die Tomatenkerne und
die Gewürze zugeben. Die Pfanne mit einem passenden Deckel
oder Alufolie abdecken und in den Ofen geben. Die Kaninchen
für 2 Stunden schmoren lassen. In der Zwischenzeit den Parmesan
hobeln und die Rosmarinnadeln in etwas Pflanzenöl knusprig
frittieren (auf Küchenkrepp abtropfen lassen). Am Ende der Garzeit
die Kaninchenkeulen vom Knochen lösen und das Fleisch in
mundgerechte Stücke zerteilen. Die Sauce durch ein Sieb passieren,
die vorbereiteten Tomatenfilets und die Fleischstücke hineingeben
und sanft warm halten. Die Nudeln al dente kochen, in etwas
Olivenöl schwenken und dann mit der Sauce vermengen. In tiefe
Teller geben und mit den Parmesanstreifen und Rosmarinnadeln
dekorieren.
Zutaten für 4 Personen:
2 Kaninchenkeulen
2 Knoblauchzehen
3 EL Tomatenmark
6 Tomaten
2 Rosmarinzweige
150 ml Rotwein
300 ml Geflügelfond
Pasta
Meersalz
Zucker
Olivenöl
Butter
ein paar Zweige Thymian
einige Blätter Salbei
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Prise Zimt
gemahlene Korianderkörner
1 Sternanis
2 Nelken
1 Lorbeerblatt
Pflanzenöl
Rosmarinnadeln
Parmesan
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 55
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Land aktiv GmbH wird gefördert
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der Finanzen, für Landesentwicklung
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56 COBURGER | DAS MAGAZIN
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 57
58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
HIER WOHNTE …
HIER WOHNTE…
VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT
FOTOS: SEBASTIAN BUFF
… EIN BRAUMEISTER
MIT KURZEM ARBEITSWEG
Außerhalb der Innenstadt gelegen auf dem steilen Weg aus dem Itztal hinauf nach
Wüstenahorn liegt der Marschberg. Um die Jahrhundertwende entstanden hier vor
den Toren der Stadt viele kleinere und größere Villen von Rentiers, gut situierten
Handwerksmeistern, ehemaligen Soldaten und Kaufleuten, die sich in der ehemaligen
Garnisonsstadt Coburg niederlassen wollten, um ihren Lebensabend so angenehm wie
möglich verbringen zu können. Coburg war Anfang des 20. Jahrhunderts eine Kleinstadt
mit etwa 20 000 Einwohnern, aber einem regen gesellschaftlichen Leben, einem Theater
und einer Fürstenfamilie, die ein bisschen Glanz und Glamour mitbrachte.
So mag wohl auch der gebürtige Arnstadter Dr.
Hermann Auleb gedacht haben, als er im Jahre 1898
den Auftrag zum Bau eines Hauses am ebendiesem
Marschberg gegeben hat. Viel hatte er jedoch nicht
mehr von seinem Ruhesitz im Grünen. Der studierte
Jurist und Mitglied des Landtags des Fürstentums
Schwarzburg-Sondershausen verstarb bereits 1911 in
Coburg. Daraufhin erwarb der Braumeister Heinrich
Stegner das Haus mit der Nummer 12. Vielleicht war
es nicht nur die herrliche Lage vor den Toren der Stadt
mit Vesteblick, die ihn zum Kauf des Hauses anregte.
Sondern auch der kurze Weg zur Arbeit. Liegt doch
das Hofbrauhaus nur wenige Meter entfernt.
Sechs Brauereien gab es schon in der Stadt, als 1856
die Actien-Bierbrauerei Coburg gegründet wurde.
Mit Herzog Ernst II. hatte man von der ersten Stunde
an einen berühmten Aktionär an seiner Seite. Unter
Herzog Carl Eduard bekam die Brauerei dann ihren
neuen Namen, „Hofbrauhaus Coburg AG“. In dieser
Zeit lief die Bierproduktion unter dem Namen
„Coburger Hofbräu“. Mit rund 100000 Hektolitern
war das gar keine kleine Brauerei mehr. Rund 10
Prozent des Ausstoßes wurde als „Coburg Bavarian
Beer“ in die USA exportiert. So entstand wohl im
Volksmund auch die Bezeichnung dieser Biersorte
als „Amerikaner“. Durch den Zukauf weiterer
Brauereien in der Stadt und im Landkreis, unter
anderem auch der Vereinsbrauerei im Hahnweg,
wurde das Hofbrauhaus bis zum Jahre 1921 die größte
Brauerin der Stadt mit 120 Mitarbeitern und einem
Bierausstoß von 150 000 Hektolitern.
Aus der ehemaligen Bierhalle in der Mohrenstraße
wurden im Laufe der Jahre die Hofbräugaststätten
mit zwei Sälen und insgesamt 1688 zugelassenen
Sitzplätzen. Bemerkenswert. Zeitzeugen berichten,
dass selbst diese beachtliche Zahl bei Veranstaltungen
oft noch hoffnungslos überschritten wurde. Wo heute
der Kaufhof steht, wurden damals nicht nur Konzerte
gegeben, die Coburger kamen zum Starkbierfest, zu
Boxveranstaltungen, Faschingsbällen, Ausstellungen
und politischen Kundgebungen. Traurige
Berühmtheit erlangte dabei die Kundgebung zum
3. Deutschen Tag am 14. und 15. Oktober 1922.
Hauptredner: Adolf Hitler. Zu dieser Veranstaltung
des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes
war die NSDAP zum ersten Mal eingeladen und
führte sich gleich entsprechend ein. Denn Hitlers
Auftritt zusammen mit über 600 SA-Mitgliedern
führte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit
Anhängern der Linksparteien und ging als Coburger
Blutsonnabend in die Geschichtsbücher ein. Hitlers
militärisch gedrillte und gewaltbereite Männer
gingen auf jeden los, der sich ihnen in den Weg stellte.
Das ganze Wochenende über kam es zu regelrechten
Straßenschlachten und Prügeleien in der Innenstadt.
Am Samstagabend dann sprach Hitler vor etwa
3000 Zuhörern in den Hofbräugaststätten, welche
damals zentrale Versammlungsstätte des Deutschen
Tages waren. Wir erinnern uns: es gab lediglich 1688
Sitzplätze. Hitler zog aus diesem für ihn erfolgreichen
Wochenende in Coburg die Lehre, dass Gewalt
als Mittel zur politischen Auseinandersetzung zur
Regel werden sollte. Auch Herzog Carl Eduard und
seine Frau saßen unter den Zuhörern, während es
vor dem Eingang Mohrenstraße immer wieder zu
gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den
SA-Leuten und den Arbeitern kam.
Vom Braumeister Heinrich Stegner ist nicht bekannt,
welche Biersorte er favorisierte. Lager, Pils, Zwickl
oder Bockbier. Aber er würde sich sicherlich
freuen zu hören, dass in Coburg im Brauhaus in
der Nägleinsgasse endlich wieder ein Bier gebraut
wird, nachdem mit dem Aufkauf der Scheidmantel
von den Kulmbachern im Jahre 2011 auch die letzte
einheimische Brauerei aufgegeben hatte und die
Brautradition in der Stadt ein Ende fand.
Möglichweise liegt der Duft von Hopfen und Malz ja
auch noch ein bisschen in der Luft in den Räumen des
Hauses am Marschberg 12. Es wäre zumindest eine
poetische Erklärung für die Vorliebe des heutigen
Besitzers für jede Art fränkischen Bieres.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 59
HIER WOHNTE …
60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
… EIN BRAUMEISTER
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 61
Der COBURGER hat allen im Bundestags vertretenen und
schon einmal vertretenen Parteien mit einem Coburg-
Kronacher Direktkandidaten die kostenpflichtige Möglichkeit
gegeben, sich an einem Wahlaufruf zu beteiligen inkl.
einer Werbung für den Direktkandidaten und die eigenen
Positionen. Herzlichen Dank fürs Mitmachen an Die Grünen,
die SPD und Die Linke. Und an alle Leser der Aufruf:
Zur Person
• 49 Jahre alt
• aus Neustadt bei Coburg
• seit 1998 in Coburg
• Historiker
„Politik muss wieder die Menschen in
den Blick nehmen.“
„Soziale Gerechtigkeit wie faire Rente
und bedingungsloses Grundeinkommen
steht dabei ganz vorne. Aber auch
Ökologie, Energie, Klima- und
Umweltschutz.“
„Zukunft wird aus Mut gemacht.“
Unsere 10 Punkte
• Klima schützen
• E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen
• Landwirtschaft nachhaltig machen
• Europa zusammenführen
• Familien stärken
• Soziale Sicherheit schaffen
• Integration zum Erfolg führen
• Gleichberechtigt und selbstbestimmt leben
• Freiheit sichern
• Fluchtursachen bekämpfen
Michael Eckstein
62 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
Gesponserter Beitrag
„Wie wollen wir morgen leben? Ich möchte die Zukunft unserer Region
gestalten. Mit mehr Gerechtigkeit und einem Miteinander zwischen Jung und
Alt. Die SPD hat zahlreiche gute Konzepte für die Zukunft unseres Landes
vorgelegt: Damit wir auch morgen sicher leben können.
Ich bin 32 Jahre alt und komme aus Rödental, habe Informatik studiert und in
Robotik promoviert. Ich beschäftige mich beruflich mit der Zukunft unserer
Industrie (Industrie 4.0) und mache seit vielen Jahren Politik. Ich setze mich
dafür ein, dass unsere Region für alle Generationen attraktiv ist.“
Dr. Doris Aschenbrenner
„Wie es hierzulande weitergeht, hängt
entscheidend davon ab, wie stark DIE
LINKE am 24.9. wird. Es hängt von Ihrer
Stimme ab!
Soziale Gerechtigkeit, Sicherheit, Abrüstung
und Frieden. Dafür treten wir an, darauf ist
bei uns Verlass. Unsere Pläne sind konkret,
bezahlbar und gerecht.“
Schwerpunkte
• Friedenspolitik, Arbeit & Soziales
Zur Person
• 1988 Teilnahme an friedlichen
Demonstrationen in der
DDR, Verurteilung zu einer
12-monatigen pol. Haftstrafe
• 1990 Eintritt in die SPD
Coburg
• 2007 Mitglied und seit 2008
Vorsitzender DIE LINKE.
Coburg
• Verdi-Mtgl. und Stadtrat in Coburg“
Rene Hähnlein
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 63
Gesponserter Beitrag
WENN DER CHEF DAS E-BIKE ZAHLT
PER GEHALTSUMWANDLUNG ZUM TRAUMRAD
Tipps von Rechtsanwalt und Steuerberater
Thomas Bittorf | www.tb.legal
Fahrradfahren ist im Trend. Die Fortbewegung auf zwei Rädern ist gesund, macht
Spaß, muss dank E-Bikes auch nicht mehr so schweißtreibend wie früher sein. Und
vor allem fördern immer mehr Unternehmen Dienstfahrräder ihrer Mitarbeiter.
Mehr als 200.000 Dienstfahrräder gibt es es in Deutschland durch eine Barlohnumwandlung.
Was hat es damit auf sich?
Bei der Barlohnumwandlung verzichtet der Arbeitnehmer auf eine kommende Gehaltserhöhung
oder auch auf einen Teil seines bestehenden Gehalts. Im Gegenzug stellt ihm sein Arbeitgeber, meist
kostenlos, ein E-Bike als Dienstrad zur Verfügung, das der Arbeitnehmer auch privat nutzen kann.
Hierzu schließt der Arbeitgeber einen Rahmenvertrag mit einer Leasingfirma über meist 36 Monate
ab. Bei einem Vertragshändler wählt der Mitarbeiter dann ein Rad aus, das er gegebenenfalls nach der
Leasingzeit privat übernehmen kann.
Welche finanziellen Vorteile bietet ein „Dienstfahrrad“?
Der Arbeitnehmer braucht das E-Bike nicht von seinem Privatgeld zu kaufen, sondern erhält es von
seinem Arbeitgeber, inklusive einer Versicherung. Er versteuert als geldwerten Vorteil nur 1 Prozent des
Bruttolistenpreises, bei einem regulären Kaufpreis des Fahrrads von 2500 € wären das 25 € im Monat.
Dementsprechend sind auch die Sozialabgaben geringer als bei einer regulären Gehaltserhöhung. Als
Vorteil gegenüber einem Firmenwagen braucht der Arbeitnehmer die Fahrten zwischen Wohnung und
Arbeitsplatz nicht als geldwerten Vorteil zu versteuern.
Der Arbeitgeber hingegen kann sämtliche Kosten im Zusammenhang mit dem Dienstfahrrad wie
Leasingraten und Versicherung als Betriebsausgaben absetzen.
Insgesamt sind die Berechnungsgrundlagen für Lohnsteuer und Sozialversicherung niedriger, so dass
sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber hiervon profitieren können.
Dr. Andreas Höllein
Bodystreet ist ohne Frage das Trainingshighlight
dieser Tage. In Twenty
Minutes kann mans schaf fen, dass sich
schlaf fe Muskeln straf fen. Das Team
ist toll und familiär, drum geh ich
wöchentlich hierher!
Und wo liegt nun der Haken?
Die Leasinganbieter werben mit auffallend niedrigem Kaufpreis am Ende der Laufzeit. Sie betragen
manchmal nur 10 % des Neupreises oder noch weniger. Erwirbt der Arbeitnehmer tatsächlich am Ende
das Fahrrad zum Preis von 10 % des Neupreises, schlägt das Finanzamt zu. Wenn der Arbeitnehmer
nicht nachweisen kann, dass das Rad wirklich fast nichts mehr wert ist, unterstellt die Finanzverwaltung
einen Wert von 40 % der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Auf die 30 % Differenz
muss Lohnsteuer gezahlt werden, obwohl faktisch kein Geld fließt. Dies gilt unabhängig davon, von
wem der Arbeitnehmer letztendlich das Fahrrad erwirbt.
Das noch größere Risiko trägt der Arbeitgeber. Die Überlassung des Dienstrads und das Bestehen einer
Kaufoption für den Arbeitnehmer könnten dazu führen, dass der Arbeitnehmer als wirtschaftlicher
Eigentümer angesehen wird. In dem Fall könnte das Finanzamt das Leasingverhältnis als Mietkauf
des Arbeitnehmers ansehen. Dann würden die gezahlten Leasingraten und die Versicherung als
vom Arbeitgeber gewährter Nettolohn angesehen und hierauf rückwirkend Lohnsteuer und
Sozialversicherung nacherhoben. Hinzu kämen 6 % Zinsen p.a. für die Vergangenheit. Der Schaden
übersteigt bei weitem die ursprüngliche steuerliche Vorteilhaftigkeit.
Wie kann man dem vorbeugen?
Bodystreet Coburg Heiligkreuz
Bahnhofstrasse 14
96450 Coburg
Tel.: 09561 / 973 44 66
www.bodystreet.com
Der Arbeitgeber muss auf eine steuerkonforme Durchführung achten. Der mögliche Kaufpreis bei
Vertragsende darf nicht unter dem des Händlers bei Wiederverkauf liegen. Zudem sollte er sich von dem
Leasinganbieter bestätigen lassen, dass die steuerlichen Regeln eingehalten werden, die Arbeitnehmer
gerade nicht über eine Kaufoption oder eine vergleichbare Zusage verfügen und der Anbieter ggf. sich
bei einem Verstoß zum Schadensersatz verpflichtet. Der Arbeitgeber kann und muss sich vertraglich
absichern. Am besten: altes E-Bike am Ende zurückgeben und ein neues holen!
64 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
DER NEUE CITROËN C3
SO EINMALIG WIE DU
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Rodacher Straße 56/58
96450 Coburg
AUTO-GROSCH
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C O B U R G
Verbrauchs- und Emissionswerte: Neuer CITROËN C3 PureTech 68 Live (50 KW): kombiniert 4,7 l/100 km; CO 2
-Emissionen kombiniert 108 g/km.Werte nach vorgeschriebenem Messverfahren in der gegenwärtig geltenden Fassung.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 65
FANTASIE MITTELALTERMARKT 2017
Reisen Sie mit uns durch die Zeit zurück ins
Mittelalter. Vom 30. September bis zum 03. Oktober
findet Coburgs erster Fantasie Mittelaltermarkt statt.
Erleben Sie die fantastische Seite des Mittelalters im
zauberhaften Ambiente des Hofgartens von Coburg.
Vom 30.09. – 03.10. 2017 im Hofgarten Coburg
Pünktlich zu Marktbeginn um 10:00 Uhr wird über den
Marktschreier das Geschehen freigegeben. Stöbern Sie
durch mittelalterliche Marktstände oder probieren Sie sich in
verschiedenen Handwerkskünsten wie dem
Kettenhemdenflechten, Lederpunzieren oder vielen
anderen Kunsthandwerken selbst aus. Genießen Sie die
rustikalen kulinarischen Köstlichkeiten der Tavernen
und Händler. Fantastische Fabelwesen verzaubern die
Besucher und geben diesem Mittelaltermarkt ein ganz
eigens Flair. Bei musikalischer Untermalung gespielt auf
mittelalterlichen Instrumenten durch Gaukler und Barden
tauchen Sie in eine längst vergangene Zeit. Im Kinderland können
sich alle jungen Gäste gegen eine Schutzgebühr von 2,- € wie im
Mittelalter fühlen. Im Oger-Paradies können Sie Ihre Stärke testen
und Felsbrocken bewegen. In der Edelsteinschmiede gemeinsam
basteln oder im Strand nebenan Barbarossas Edelsteinschatz
suchen. Im Kampfkreis können sie sich in der Kampfkunst üben
oder gegenüber mit Airbrush-Tattoos zu fantastischen Wesen
verzaubern lassen, während sich die Großen weiter auf dem Markt
umsehen oder selbst zu Bogenschützen werden.
In den Abendstunden schallen die Klänge bekannter
Mittelalterbands von der Showbühne und als besonderes Highlight
verwandelt der Coburger Verein Mittelalter und Fantasy e.V. den
Markt mit seinen Feuershows zu einem Flammenmeer. Egal ob
stöbernd, mitmachend, den Klängen lauschend oder einfach nur
über den Markt mit seinem mittelalterlichen Treiben schlendernd,
Jung und Alt kommen bei diesem Spektakel auf ihre Kosten. Zum
Erntedankfest am 01. Oktober sind auch besondere Stände des
Coburger Wochenmarktes zu sehen, auch sie werden mit Ihren
Angeboten in der Zeit zurückreisen und den Besuchern ein Bild der
damaligen Märkte und Angebote präsentieren.
Am Montag, den 02. Oktober, findet zudem der Integrationstag
mit besonderen Aktionen für alle Menschen mit Einschränkungen
statt. Veranstaltet wird der Fantasie Mittelaltermarkt durch den
Verein Coburger Mittelalter und Fantasy e.V und dem städtischen
Eigenbetrieb Tourismus und Stadtmarketing/Citymanagement
Coburg anlässlich der bayrischen Landesausstellung Ritter, Bauern,
Lutheraner. Der Eintritt ist natürlich kostenlos.
66 COBURGER | DAS MAGAZIN
AUSGABE 22 / AUGUST 2017
HOFGARTEN COBURG
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willkommen
in coburg
www.coburg.de/la2017
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 67
DIE NACHT DER KONTRASTE
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Lichtkunst auf der Veste Coburg
Interview mit dem Künstler Philipp Geist
© Philipp Geist/ VG Bildkunst 2017
© Philipp Geist/ VG Bildkunst 2017
Luther und Lichtkunst – wie geht das zusammen?
Mit Lichtkunst und Projektion ist nahezu jedes Thema faszinierend künstlerisch zu
erfassen. Das Thema Luther und die Reformation ist ein besonderes spannendes
Thema, da es ja auch mit dem Start der Aufklärung, des Buchdrucks und mit vielen
revolutionären Neuerungen einhergeht. Es war eine ganz wichtige Zeitenwende,
die sicherlich auch mit der Digitalisierung verglichen werden kann. Daher sehr
zeitgemäß und spannend.
Was hat Sie besonders an Coburg gereizt?
Sie ist sicherlich ein spannender Ort, die Veste Coburg. Ich mag solche besonderen
geschichtlichen Orte und bin davon inspiriert und fasziniert. Es ist eine spannende
Kombination aus historischen Orten aus der Zeitgeschichte und einer sehr jungen
modernen Kunstform.
Wie war Ihr erster Eindruck von der Veste Coburg?
Sicherlich spielte bei der Auswahl und Annahme des Projektes in Coburg meine
Installation 500 anlässlich der Reformation in Venedig eine entscheidende
Rolle, die von Ende April bis Mitte Juli in Venedig zu sehen war. Anlässlich
des Reformationsjubiläums zeige ich neben der Installation in Venedig auch in
Weilheim i.OBB. Lichtkunst-Projekte. Daneben war für mich ganz entscheidend
die Tatsache, dass Luther ein halbes Jahr auf der Veste Coburg gewohnt hat.
Welche lichttechnischen Neuerungen haben Ihre Arbeit in den letzten Jahren
beeinflusst? Und wohin geht die Entwicklung der Lichtkunst?
Das Feld und die unterschiedlichen Arbeitsweisen von verschiedenen Künstlern
sind vielfältig und spannend. Ich wünsche mir vor allem Lichtkunst-Projekte, wie
und mit welchen Mitteln ist dabei eigentlich gleich. Auch der Einsatz von alter
analoger Technik in Kombination mit neuesten Tools und Geräten ist spannend.
Aber klar wünsche ich mir irgendwann mit mini Beamer und Handy riesige
Fassaden zu bespielen.
Die Werke von Malern, Bildhauern oder Musikern sind „über den Tag
hinaus“ sichtbar und hörbar. Sehen Sie den Lichtkünstler hier – was die
Wirkungsdauer, aber auch die Möglichkeit der „Vermarktung“ betrifft – nicht
in einem Nachteil?
Bei den temporären Installationen spielen sicherlich Fotos und Videos eine ganz
besondere Rolle. In Form von Leuchtkästen und Prints, Videos, etc. werden die
Lichtprojekte konserviert und können somit über die eigentlichen Aufführungstag
weiterhin sichtbar gemacht werden.
Herr Geist, Sie waren auf der ganzen Welt im Einsatz – an welches Projekt
haben Sie besondere (gute oder schlechte) Erinnerungen?
Sicherlich werde ich nie meine Installationen in Rio de Janeiro am Cristo, einem
Doppelprojekt an der weltbekannten Christusstatue und auf einer Favela am Fuße
des Cristos vergesssen. Auch meine Installation in Teheran auf den Azadi Tower
zum Thema Frieden und Freiheit mit der Deutschen Botschaft war eine besondere
Erfahrung. Daneben meine Installation in Köln, letzte Silvesternacht, bei der ich
die gesamte Bodenfläche um den Kölner Dom mit eingereichten Begriffen der
Kölner bespielt hatte, dies war sehr emotional und ganz besonders. Aber auch die
Installation 2009 in Bangkok am Königspalast, die von 2,5 Millionen Besuchern
besucht wurde, war besonders für mich. Ich bin sehr dankbar, solche Projekte
umsetzen zu dürfen.
Für mich ist aber gerade der Wechsel zwischen kleinen und grossen Projekten im
Innen- und Aussenbereich das Interessante. Es faszinieren mich auch ganz kleine
Projekte, meine sogenannten 'Hidden Places' beispielsweise auf einer einzelnen
Pusteblume oder Magnolienblüte umzusetzen.
Das Projekt wird unterstützt von der Coburger Landesstiftung, der SÜC, Brose,
VVC Versicherungsmakler, der Galerie Späth und der Baugesellschaft Otto Hauch.
Weitere Informationen unter
www.museumsnacht-coburg.de
© Philipp Geist/ VG Bildkunst 2017
68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
COBURGER SOMMER 2017
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VOLL AUF DIE OHREN
TIPPS VOM VERANSTALTUNGSSERVICE BAMBERG
HUK-COBURG OPEN-AIR-SOMMER AUF DEM SCHLOSSPLATZ IN COBURG
SÖHNE MANNHEIMS ANDREAS BOURANI MARIUS MÜLLER-WESTERNHAGEN
FREITAG, 25. AUGUST 2017 SAMSTAG, 26. AUGUST 2017 SONNTAG, 27. AUGUST 2017
1995 gegründet, haben sich die Söhne Mannheims
mit bisher fünf Studio-Alben, zahlreichen Hits und
mit ausverkauften Tourneen seit über 20 Jahren zur
absoluten Kultband entwickelt. Das ist nicht zuletzt
dem unvergleichlichen Live-Feeling zu verdanken.
Zusammen mit viel Humor, einer perfekt
eingespielten Band und einer grandiosen Lichtshow
wird jedes Konzert von Andreas Bourani zu einem
Erlebnis.
Marius Müller-Westernhagen wird mit seiner MTV
Unplugged Tour vor der traumhaften Kulisse der
Ehrenburg in Coburg zu sehen sein.
UND 2 TIPPS FÜR HERBST UND WINTER:
PAPA ROACH
27. SEPTEMBER 2017 I 19 UHR I STADTHALLE FÜRTH
BROILERS
28.12.2017 I 20 UHR I BROSE ARENA BAMBERG
Platin-Rockband aus Kalifornien erneut live in Deutschland
Schon ihre letzte Co-Headliner-Tournee gemeinsam mit Five Finger Death Punch
im November 2015 wurde mit dem LEA Award als „Hallentournee des Jahres“
ausgezeichnet, jetzt hat die kalifornische Band Papa Roach erneut ein attraktives
Line-Up zusammengestellt, um im Rahmen von sieben Hallenkonzerten im Herbst
2017 ihr am 19. Mai 2017 erschienenes Album „Crooked Teeth“ live vorzustellen:
Unterstützt vom deutschen Metalcore-Quintett Callejon und der britischen
Hardcore Formation Frank Carter & The Rattlesnakes tritt das Grammynominierte
Quartett um den charismatischen Frontmann Jacoby Shaddix in
sieben deutschen Städten auf, darunter auch in Fürth, am 27. September 2017 in
der Stadthalle.
ECHO-Sieger zu Gast in Bamberg
2017 ist das Jahr der BROILERS: Ihr neues Album „(sic!)“ stieg auf dem ersten
Platz der deutschen Albumcharts ein und zur Krönung erhielten sie noch kurz
darauf den Echo in der Kategorie „Rock National“. Auf vielen ausverkauften
Konzerten feierten im Frühjahr über 160.000 Fans die Band, die diesen Sommer
auf den größten Festivals der Republik gastiert und mit ihren eigenen Open Airs
die Massen begeistert. Aufgrund der weiterhin ungebrochenen Nachfrage haben
die Broilers nun neue Konzerte für die zweite Jahreshälfte angesetzt und gehen ab
November auf die „Ein Teil von mir“-Tournee. Am 28. Dezember 2017 sind sie zu
Gast in der Brose Arena in Bamberg.
Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in allen gängigen Vorverkaufssystemen
oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 69
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ABIR MUKHERJEE – EIN ANGESEHENER MANN
Buchempfehlung
Martin Vögele, Buchhandlung RIEMANN:
Mit „Ein angesehener Mann“ ist dem Engländer Abir Mukherjee ein herausragendes Debüt gelungen. Es
ist ein farbenprächtiger historischer Kriminalroman, den der junge Autor, Sohn indischer Einwanderer aus
Kalkutta, diesen Sommer vorlegt.
Kalkutta 1919: Als früherer Scotland Yard Detective folgt Captain Sam Wyndham dem Angebot eines
ehemaligen Vorgesetzten, ihn als Polizist bei der Imperial Police Force in Bengalen zu unterstützen. Die
Zentralregierung in Kalkutta steht zunehmend unter Druck der nach Unabhängigkeit strebenden Bengalen,
und es bedarf fähiger Polizisten in einer Stadt, die im Chaos der Kolonialisierung zu versinken droht.
Wyndham, durch seine Zeit im Krieg traumatisiert und seines Lebens müde durch den unerwarteten
Tod seiner jungen Frau, hofft in Indien seinen Erinnerungen zu entkommen und ergreift die sich bietende
Chance.
Wenige Tage nach seiner Ankunft wird er mit der Aufklärung eines brutalen Mordes an einem ranghohen
Mitglied der britischen Zentralregierung beauftragt: Der Tote, festlich gekleidet, liegt in einer Gosse
von Black Town, einem Elendsviertel der Stadt. In seinem Mund ein blutverschmierter Zettel mit der
Aufforderung, die Briten sollen Indien verlassen, ansonsten fließe noch mehr Blut. Vieles deutet auf einen
Terrorakt der nach Unabhängigkeit strebenden Bengalen hin.
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur,
512 Seiten:
ISBN: 978-3-453-42173-8
9,99 Euro
eBook:
ISBN: 978-3-641-20108-1
8,99 Euro
Wyndham nimmt die Ermittlungen auf, unterstützt von Inspector Digby, einem arroganten Polizisten, der
den Indern nicht über den Weg traut, sowie dem einheimischen Sergeant Banerjee, klug und gebildet, ob
seiner Herkunft im Polizeiapparat jedoch nur Polizist 2. Klasse. Ihre Nachforschungen führen sie von den
luxuriösen Salons der wohlhabenden Briten in die düstersten Opiumhöhlen der Stadt.
Von der ersten Seite an hat mich dieses Buch hineingezogen in die drückende Schwüle Kalkuttas, atmete
ich die curry- und opiumgeschwängerte Hitze dieser faszinierend exotischen Metropole. Wir begleiten
facettenreich gezeichnete Charaktere bei der Aufklärung eines politisch brisanten Falls und lernen en
passant sehr viel über Geschichte und Alltag.
„Ein angesehener Mann“ ist ein großartiges Buch, das Krimifans und Liebhaber historischer Romane
gleichermaßen begeistert. Es bildet den Auftakt einer Serie, die sich über mehrere Jahrzehnte durch die
indische Kolonialgeschichte zieht.
Mord im Schatten
der Paläste
Kalkutta 1919 – die Luft steht in den
Straßen einer Stadt, die im Chaos
der Kolonialisierung zu versinken
droht. Die Bevölkerung ist zerrissen
zwischen alten Traditionen und
der neuen Ordnung der britischen
Besatzung.
Abir Mukherjee
Abir Mukherjee ist Brite mit indischen Wurzeln: Seine Eltern
wanderten in den Sechzigerjahren nach England aus. Sein
Debütroman „Ein angesehener Mann“ schaffte auf Anhieb den
Sprung auf die britischen Bestsellerlisten. Mukherjee lebt mit
seiner Familie in London.
Aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt,
findet sich Captain
Sam Wyndham als Ermittler in
diesem Moloch aus tropischer
Hitze, Schlamm und bröckelnden
Kolonialbauten wieder. Doch er hat
kaum Gelegenheit, sich an seine
neue Umgebung zu gewöhnen. Denn
ein Mordfall hält die ganze Stadt in
Atem. Seine Nachforschungen führen
ihn in die opiumgetränkte Unterwelt
Kalkuttas – und immer wieder an den
Rand des Gesetzes.
© Nick Tucker
70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
VORSCHAU
DIE NEUE SPIELZEIT AM
Spielzeit
2017/2018
LANDESTHEATER
COBURG
WALLENSTEIN|WIEDERIMSPIELPLANABSEPTEMBER
Über zwanzig Neuproduktionen feiern zwischen September 2017 und Juni
2018 auf den Bühnen von Großem Haus, Reithalle und Münchner Hofbräu
Premiere.
Der Coburger Premierenreigen startet mir der Eröffnungspremiere von Puccinis
„Tosca“ (ab 30. September 2017). Hier gibt es ein Wiedersehen und -hören mit
zwei Coburger Publikumslieblingen: Für die Titelpartie konnte die Sopranistin
Celeste Siciliano gewonnen werden, und in der Rolle des Cavaradossi kehrt
Tenor Milen Bozhkov zurück ans Große Haus am Schlossplatz.
Besonders Familienfreundlichkeit wird im der neuen Spielzeit am Coburger
Landestheater groß geschrieben: Stücke wie „La Cenerentola“ (ab 3. Februar
2018), „Rusalka“ (ab 22. April 2018) oder Pierangelo Valtinonis Familienoper
„Pinocchio“ (ab 10. März 2018) dürften jungen Besuchern, die zum ersten Mal in
die Welt der Oper eintauchen, ebenso gefallen wie passionierten Theatergängern.
Zwischen klassisch und modern präsentiert sich das Ballett Coburg. Für
seinen Ballettabend „After Dark“ (ab 28. Oktober 2017) hat sich Coburgs
Ballettdirektor Mark McClain vom gleichnamigen Roman des japanischen
Autors Haruki Murakami inspirieren lassen; und Strawinskys „Feuervogel“
(ab 12. Mai 2018) präsentiert sich gepaart mit zwei modernen Tanzstücken von
Takashi Yamamoto und dem früh verstorbenen Choreografen Uwe Scholz als
Abend mit drei ganz unterschiedlichen Handschriften. In der Reithalle steht ein
weiterer Strawinsky auf dem Programm: „Die Geschichte vom Soldaten“ (ab
2. Februar 2018) wird von Orchestermusikern, Tänzern und Schauspielern des
Hauses gemeinsam als spartenübergreifendes Projekt erarbeitet.
Mit „A Spider Murphy Story“ (ab 14. Oktober 2017) dürfte Schauspieldirektor
Matthias Straub gleich zum Beginn der Saison einen richtigen Kassenschlager
landen: Das Rock’n’Roll-Musical kommt gespickt mit Hits der Spider Murphy
Gang daher. Im weiteren Schauspielprogramm finden Klassiker wie „Der
zerbrochne Krug“ (ab 13. Januar 2018) oder „Macbeth“ (ab 2. Juni 2018)
ebenso Platz wie zeitgenössische und moderne Theaterstücke: Mit Ayad
Aktars „Geächtet“ (ab 7. April 2018) gelangt eine hervorragende Polit-Satire
zur Aufführung; Florian Zellers „Vater“ (ab 14. April 2018) erzählt mal frech,
mal anrührend die Geschichte eines an Demenz erkrankten Mannes, die –
konsequent aus der Sicht des Betroffenen erzählt – beinahe zum Psycho-Thriller
gerät.
Premieren 2017/2018 Auswahl
TOSCA
Oper von Giacomo Puccini
30. September 2017, Großes Haus
GOODBAYREUTHORIGINALTITELBISDENVER
Boulevard-Komödie von Oliver Bukowski, ins Oberfränkische übertragen von
Peter Schanz, 7. Oktober 2017, Reithalle
ASPIDERMURPHYSTORYURAUFFÜHRUNG
Ein Rock-’n’-Roll-Musical von Matthias Straub und Rüdiger Eisenhauer
14. Oktober 2017, Großes Haus
AFTERDARKURAUFFÜHRUNG
Ballett von Mark McClain nach einem Roman von Haruki Murakami
28. Oktober 2017, Großes Haus
EINHERZUNDEINESEELE
Nach der gleichnamigen Fernsehserie von Wolfgang Menge
16. November 2017, Münchner Hofbräu
EINEWEIHNACHTSGESCHICHTE URAUFFÜHRUNG
Weihnachtsmärchen nach dem Roman von Charles Dickens
19. November 2017, Großes Haus
LACENERENTOLAASCHENPUTTEL
Oper von Gioacchino Rossini
3. Februar 2018, Großes Haus
RICOOSKARUNDDIETIEFERSCHATTEN
Krimi für junge Menschen nach dem Roman von Andreas Steinhöfel
22. Februar 2018, Reithalle
PINOCCHIO
Familienoper von Pierangelo Valtinoni
10. März 2018, Großes Haus
RUSALKA
Oper von Antonín Dvořák
22. April 2018, Großes Haus
MACBETH
Tragödie von William Shakespeare
2. Juni 2018, Großes Haus
Und Oliver Bukowskis Boulevard-Komödie „Bis Denver“ (ab 7. Oktober 2017),
ursprünglich im Lausitzer Idiom geschrieben, wird fränkischen Hörgewohnheiten
angepasst. Natürlich darf auch ein Weihnachtsmärchen nicht fehlen. Eigens für
das Landestheater Coburg erarbeitet der renommierte Dramatiker Philipp Löhle
eine Fassung von Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ (ab 19. November
2017).
Eine bissige Revue bildet dann den krönenden Abschluss der Saison: In der
Inszenierung von Konstanze Lauterbach kommt Kurt Weills „Aufstieg und Fall
der Stadt Mahagonny“ (ab 22. Juni 2018) auf die Bühne des Großen Hauses.
Seit Samstag, 1. Juli 2017 gibt es Tickets für die
Vorstellungen des neuen Theaterjahres.
DIEHOCHZEITDESFIGARO|WIEDERIMSPIELPLANABSEPTEMBER
HERZLICHWILLKOMMEN!
Jetzt Karten für die neue Spielzeit sichern:
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 71
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72 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
G A L E R I E
P O R T R A I T S V O N M A R I O W O L F
Mario Wolf malt Bilder von Menschen – und ist stets auf
der Suche nach der Person hinter dem Bild. Portraits
von Unbekannten in ihrem Alltag, Momentaufnahmen
von Menschen in ihren ganz individuellen Situationen.
Über die Jahre ist so eine ganz persönliche Art der
Porträtmalerei entstanden. Der Maler und Grafiker
lebt und arbeitet in Rödental und Coburg.
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 73
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 75
76 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
DAS RÄTSEL FÜR DIE REGION
SCHATZSUCHE 2017
DAS RÄTSEL FÜR DIE REGION PRÄSENTIERT VON
Das Interview mit
dem Gewinner auf
www.itv-coburg.de
IMMER SCHÖN EINCREMEN – GUTER RATSCHLAG WAR RICHTIGE LÖSUNG
Herzlichen Glückwunsch an Jürgen Ott aus Coburg. Er ist der Gewinner der dritten
Schatzsuche vom COBURGER und von iTVCoburg in diesem Jahr. Das Lösungswort
war ein mütterlicher Ratschlag für den Sommer: „Immer schön eincremen“. Jürgen
Ott hat diesen Schlüssel zum Schatz erknobelt und freut sich über Gutscheine unserer
Partner Sporthaus Wohlleben, der Goldenen Traube, der ThermeNatur Bad Rodach
und der Agentur Streckenbach im Wert von 600 Euro und dazu über 400 Euro in bar.
Und nach der Schatzsuche ist vor der Schatzsuche: Die nächste Ausgabe gibt es Mitte
August.
Der glückliche Gewinner der letzten Schatzsuche: Jürgen Ott.
SIEBEN TAGE, SIEBEN FRAGEN, UND DANN NOCH EIN KREUZWORTRÄTSEL. UNSER DRITTER SCHATZ WAR SCHWER ZU FINDEN.
1 Geht auf Seite 16 des COBURGER 21. Dort ist ein Ort erwähnt, der nicht in
Bayern liegt, sondern in einem anderen Bundesland. In diesem Bundesland
wurde ein „Geheimer Rat“ geboren, der eigentlich anders hieß, aber seinen
Geburtsort im Nachnamen trug: Nach seinem Tod vor über 300 Jahren
verfügte er etwas, das ältere Menschen unterstützt – bis heute. In welchem
Ort im heutigen Landkreis Coburg lebte dieser Mann bis zu seinem
Lebensende? Notiert Euch den Namen.
Antwort: Wiesenfeld. Dort lebte Johann Caspar Scheres-Zieritz (Zieritz ist
sein Geburtsort in Niedersachsen), der nach seinem Tod 1704 verfügte, dass
sein Wohnhaus und zwei Wiesenfelder Güter eine Stiftung bilden sollten, um
bedürftige und würdige Personen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses
in Altenheimen zu unterstützen. Die Scheres-Zieritz-Stiftung wird bis heute
von der Niederfüllbacher Stiftung verwaltet.
2 Parzival war hier, Charles Edward ab dem Jahr seiner Eröffnung viel in
Bonn, in einem COBURGER in diesem Jahr drei Väter auf einmal. Wenn
man bei iTVCoburg nach dem gesuchten Ort sucht, erhält man an diesem
Sonntag noch 26 Ergebnisse. Wie heißt der Ort? Merkt ihn Euch gut.
Antwort: Güterbahnhof. Projekt „Parzival“ wurde in Ausschnitten hier
zum Auftakt der letzten Designtage aufgeführt, Charles Edward war der
Geburtsname des letzten Coburger Herzogs Carl Eduard, der 1903 im Jahr
der Eröffnung des Güterbahnhofs in Bonn ein Studium aufnahm, und im
Coburger 20 im Frühjahr gab es ein Interview mit Auwi Stübbe, Wolfram
Hegen und Mick Böhm in der Pakethalle auf dem Güterbahnhofgelände.
Außerdem bis 18.6.2017 noch 26 Einträge bei iTVCoburg für
„Güterbahnhof “. Jetzt sind es 27, weil iTVCoburg dann von der dortigen
Kunstmesse berichtet hat.
3 Im letzten COBURGER waren dort vier Doktoren auf einer Seite. In
welchem Ort haben Sie sich getroffen? Auch iTVCoburg war schon dort.
Notiert Euch den Ortsnamen
Antwort: Tambach. Im COBURGER 21 sieht man im Hofbericht vier
Doktoren beim Golfspielen. Auch iTVCoburg hat von diesem Benefizturnier
berichtet. Es fand in Tambach statt.
4 Er fand Rousseau klasse und Coburg paradiesisch. Trotzdem verließ er
die Vestestadt im Zorn. In welcher Gasse in Coburg lebte er? Notiert diese
Gasse. Ihr benötigt sie am Samstag für unser Kreuzworträtsel.
Antwort: Gymnasiumsgasse. Dort lebte der Dichter Jean Paul, der sich
das „Jean“ von Rousseau entliehen hatte, weil er ihn so verehrte, und der
Coburg liebte, bis er mit der Obrigkeit in Streit geriet und nach Bayreuth
zog. Bis dahin aber lebte er in der Gymnasiumsgasse.
5 Im COBURGER 21 spricht der lokal adaptierte Serienheld von diesem
Ort, auf iTVCoburg haben wir dort jemand getroffen, der ganz schön
aufgezwirbelt daherkam. Wie heißt der Ort? Merkt ihn Euch gut.
Antwort: Dörfles-Esbach. Der vom Münchner Serienheld Monaco Franze
lokal Adaptierte ist der „Monaco Franke“, der im COBURGER 21 kurz
Dörfles-Esbach erwähnt. 2008 hat iTVCoburg dort Bartmeister Helmut
Huck getroffen, der „aufgezwirbelt“ daherkam, wie man mit einer googleoder
iTV-Suche herausfinden konnte.
6 Der gesuchte Ort ist in Coburg. Es handelt sich um einen „Streifen zum
Begehen“, den es auch in einer verniedlichten Form in Coburg gibt und an
dessen einem Ende ein Durchgang steht, der nicht nach ihm benannt ist.
Wie heißt dieser „Streifen“?
Antwort: Steinweg. Ein Weg ist ein „Streifen zum Begehen“, den Steinweg
gibt es in Coburg auch als verniedlichtes „Steinweglein“, und am einen Ende
des Steinwegs steht als Durchgang nicht etwa das Steintor, sondern das
Spitaltor.
7 Der 14. Juni 2017 auf www.itv-coburg.de beschreibt eine ähnliche
Leidenschaft wie sie auch nach einer Geschichte im aktuellen COBURGER
erwähnt wird. Wo im Landkreis Coburg lebt dieser „Süchtige“?
Antwort: Lautertal. Am 14. Juni 2017 erzählt ein junger Coburger auf
iTVCoburg von seiner Leidenschaft, Platten zu sammeln. Ähnliches sagte
auch Andreas Leopold Schadt von sich im COBURGER im Abspann einer
Geschichte über den fränkischen Tatort-Kommissar. Er lebt in Lautertal.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 77
MIT DIESEN RICHTIGEN ANTWORTEN KONNTE
MAN DANN AUCH UNSER KREUZWORTRÄTSEL LÖSEN.
SCHATZSUCHE 2017
Die Fragen bezogen sich chronologisch auf die Antworten oder Wege zu den
Antworten aus dieser Woche.
1 Schaut Euch die Antwort gut an. Etwas anderes „Natürliches“ verbindet
diesen Ort mit Coburg. Etwas, das immer in Bewegung ist. Wie heißt dieses
„Natürliche“?
Antwort: Sulzbach (fließt von Wiesenfeld nach Coburg)
2 Diesen gesuchten Ort wird man schon bald über ein neues Bauwerk noch
besser erreichen. Das wollte die Stadt Coburg vor langer langer Zeit schon
einmal. In welchem Jahr? Schreibe in Buchstaben.
Antwort: Neunzehnhundertzweiundzwanzig (Damals gab es schon
Bestrebungen die Brücke vom Güterbahnhof Richtung Karchestraße zu
bauen, die aktuell entsteht)
3 An diesem Ort gibt es auch viele Tiere. Eine Anlage mit gleichem Namen
gibt es auch auf der anderen Seite von Coburg. Dort wird aber gekickt. In
welcher Stadt?
UND WIE GEHT’S?
Sie wollen uns beweisen, dass Sie doch schlauer sind als wir? Dass Sie unsere
Rätsel der Region lösen? Und vielleicht wollen Sie sogar jeweils Gutscheine und
Bargeld im Wert 1000 Euro gewinnen? Dann schauen Sie rein: Immer am ersten
Tag der Schatzsuche auf www.itv-coburg.de, www.coburger-magazin.de, unter
facebook.com/itvcoburg oder facebook.com/coburgermagazin.
Dann heben Sie sich den COBURGER immer gut auf! Den brauchen Sie! Dann
schauen Sie sich die Filme auf itv-coburg.de gut an! Alles das werden Sie benötigen
– vielleicht. Sie müssen querdenken, recherchieren, kombinieren. Stellen Sie am
besten ein Team zusammen, um uns zu besiegen. Sieben Tage, sieben Fragen, eine
Lösung.
Antwort: Rödental (Der Stadtteilverein TSV Mönchröden spielt im
Wildpark, den es als echten Wildpark in Tambach gibt)
4 Und wo hatte er sein Gartenhaus?
Antwort: Adamiberg ( Jean Paul lebte in der Gymnasiumsgasse und war
gern in seinem Gartenhaus)
5 Im ersten Teil soll es gespukt haben. In welchem Gebäude? Wie hieß es im
Volksmund?
Antwort: Hexenschloss (Das Dörfleser Hexenschloss im heutigen Dörfles-
Esbach)
6 Was war hier ganz am Ende bis 1890, obwohl es auch heute noch da ist, auch
noch so ähnlich heißt, manchmal aber auch eine andere Adresse hat?
Antwort: Hahnmühle (Ist im Steinweg 68 ganz am Ende kurz vor der Allee,
schloss 1890 als Mühle, heißt aber als Hotel immer noch so, und findet sich
online auch unter „Allee“ als Adresse)
WEITERE TERMINE SCHATZSUCHE 2017:
Schon jetzt rot markieren:
12. bis 21. August
14. bis 23.Oktober
9. bis 18. Dezember
7 Von hier kommt auch etwas „Natürliches“, das sich auf seinem Weg mit der
Antwort auf Frage 1 trifft. Wie heißt „Es“?
Antwort: Lauter (fließt von Lautertal nach Coburg und trifft dort auf den
Sulzbach)
Alle Infos auch unter www.coburger-magazin.de/schatzsuche
Urlaubsregion Coburg.Rennsteig
78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
IN EIGENER SACHE
IMPRESSUM
COBURGER – Das Magazin
Ausgabe 22 / August 2017
Vierter Jahrgang
Auflage 3500 Stück
www.coburger-magazin.de
Verlag:
markatus | markantes marketing
Mohrenstr. 31
96450 Coburg
Telefon 0 95 61 / 973 45 00
www.markatus.de
Herausgeber und Chefredakteur:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 / 690 52 84
hegen@coburger-magazin.de
Gründungsherausgeber:
Peter Einheuser
Wolfram Hegen
Autoren dieser Ausgabe:
Heidi Schulz-Scheidt
Benedikt Dellert
Wolfram Porr
Peter Smaldenbrand
Fotografen dieser Ausgabe:
Sebastian Buff
Sebastian Rüger
Yves Alloing
Layout/ Illustrationen:
Axel Straubinger
Titel-Illustration:
„Ein Sommer in Coburg“
Grundlayout:
Peter Einheuser
Anzeigengestaltung:
markatus | markantes marketing
Anzeigenvertrieb:
Wolfram Hegen
Telefon 01 71 / 690 52 84
hegen@coburger-magazin.de
Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2017
Druck:
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www.dct.de
Preis:
kostenlos
Vertrieb:
über 200 Verteilstellen
in Coburg Stadt und Land
Bestellung:
Online über www.coburger-magazin.de
Preis inkl. Verpackung und Versand
innerhalb Deutschlands
5 Euro inkl. MwSt.
IN EIGENER SACHE
PREMIUM PARTNER
… JETZT SCHON AN 2018 DENKEN …
Das sind sie also, unsere PREMIUM-Partner 2017.
Unternehmer und Vertreter der Region, die uns über
das ganze Jahr begleiten. Dafür bedanken wir uns hier
und mit interessanten Stories oder Interviews. Wenn
Sie im Jahr 2018 auch PREMIUM-Partner werden
möchten, informieren Sie sich doch über Ihre Vorteile
unter: www.coburger-magazin.de/premium-partner.
Agentur Streckenbach
Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler
Autohaus Gelder & Sorg
Autohaus Willy Ernst
Baugesellschaft Otto Hauch
Bodystreet Coburg Heiligkreuz
Buchhandlung Riemann
Citroen Grosch
Coburg Stadt und Land aktiv
Engel & Völkers
IHK zu Coburg
iTVCoburg
Kongresshaus Rosengarten
Landestheater Coburg
LASCO Umformtechnik
Optik Müller
Romantik Hotel Goldene Traube
Sparkasse Coburg – Lichtenfels
Tourismus & Stadtmarketing/
Citymanagement Coburg
SÜC
süc//dacor
Thomas Bittorf tb.legal
Veranstaltungsservice Bamberg
Vitadrom
VR-Bank Coburg
HER DAMIT
IDEEN FÜR 2018
Besondere Geschichten, Typen, Fotos. Themen, die
begeistern, berühren, aufregen, traurig machen, aber
auch zum Lachen bringen: Der COBURGER bereitet
in den nächsten Wochen die Themenplanung für
das Jahr 2018 vor. Wenn Sie eine Story haben, einen
Menschen, eine Geschichte, die wir weitererzählen
könnten, dann geben Sie uns einen Tipp unter
hegen@coburger-magazin.de. Wir setzen uns dann
mit Ihnen in Verbindung.
NEUE BEIM COBURGER
WIEDER EINMAL HALLO IM TEAM
Seit 1. Januar 2017 also verlegt die Marketingagentur
markatus den COBURGER. Das hat frischen Wind ins
Magazin gebracht – und neue Leute. Axel Straubinger
hat sich an dieser Stelle schon vorgestellt und Aryna
Stark und Oliver Popp, dieses Mal muss der Chef ran:
Björn Hieber. Auch er tut das mit eigenen Worten,
nicht weil er das will, sondern weil er muss:
„Wir leben bei markatus eine Philosophie, bei der
wir nur Projekte starten, auf die wir uns freuen. Und
so war es auch mit dem COBURGER. Seit 2017 sind
wir der Verlag des Stadtmagazins und entwickeln es
mit Begeisterung weiter. Als letztes Jahr die ersten
Gespräche zur Eingliederung in unsere Agentur
stattfanden war schnell klar, dass ein dreifaches
win-win-win entstehen wird, da einfach alles
zusammenpasst. Unseren Kunden ermöglichen wir
thematisch platzierte Werbung, der COBURGER
erhält ein solides Fundament und unser langjähriger
Partner Wolfram Hegen erhält mit unserer Agentur
ein starkes Team. Und so freue ich mich auf jede neue
Ausgabe.“
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 79
MONACO FRANKE
DER MONACO FRANKE
Um einen Franken glücklich zu machen, braucht es
nicht wirklich viel. A scheens Festla, wos Gud’s zum
Essen und zum Trinken. Vielleicht noch a wengla
sei Ruh‘ – schon ist er der glücklichste Mensch!
Drum sieht der Franke dem Superwahlherbst mit
Bundestags- und Landtagswahl auch geradezu
gelassen bis völlig entspannt entgegen. Während
die Welt aus den Fugen gerät, der internationale
Terrorismus blüht und die Globalisierung uns die
Luft abdrückt, scheint es so, als machten sich die
Franken ihre Welt widdewiddewie sie ihnen gefällt.
Und der Monaco prognostiziert mal
– ja, ich weiß, do g’hört ned vill dazu:
In Bayern wird nach den Wahlen alles
so bleiben wie es ist. Ehe gleich das
ABER kommt: Horst Seehofer wird
uns auch in den kommenden vier
Jahren ein erfolgreicher Landesvater
sein. Einer, der Störfeuer, Probleme
und Widersprüchliches nonchalant
wegmoderiert, seine Nase notfalls
in den Wind halten und am
Ende seiner manchmal wirren
Argumentationsketten feststellen
wird: Kein anderes Land ist so
märchenhaft erfolgreich wie Bayern.
Nirgends sonst in Deutschland ist es
so schön. Nirgends sonst sind die
Menschen so sicher, so glücklich
und zufrieden, so heimatliebend und
zugleich so fortschrittlich.
Und stimmt das nicht auch? Man
kann es den Regierenden wohl
nicht vorwerfen, dass sie nun mal
das große Ganze sehen müssen und
das Süd-Nord-Gefälle geflissentlich
verschweigen. Ob „die anderen“ es wirklich anders
oder gar besser machen würden, ist wahrlich nicht
sicher. Überhaupt: Worüber sollen die Greinmeicherla
vo die Soz’n denn dann nuch jammern, wenn sa an
der Regierung sind?! Naa, des wär nix! Herausfinden
werden wir das in Bayern aber wohl nie! Und das liegt
– ja, ganz recht - auch an den Franken! Die haben sich
mit der Rolle des zwar nölenden, aber handsamen
Muffels (oberbayerisch: Grantler) angefreundet, der
sein Kreuz am Ende dann doch an der richtigen Stelle
macht. Ein zähnefletschender Terrier, der zwar mal
bellt, aber nicht beißt.
Ist aber auch klar: Denn es soll keiner sagen, der
Franke sei nicht lernfähig. Was wurde in den letzten
Jahrzehnten nicht alles versprochen! Einiges kam
spät und/oder ganz anders als zunächst geplant
(Stichwort: ICE-Anbindung), anderes lässt bis heute
auf sich warten. Heimatminister Markus Söder zum
Beispiel lässt sich zwar gefühlt mehrfach täglich dafür
feiern. Schnelles Internet auf dem Land ist aber auch
in weiten Teilen des (nördlichen) Freistaats noch
immer eine Angelegenheit für die gute Fee mit den
drei Wünschen. Dann also doch lieber nach dem
Mist! Die Deutschen waren wieder schneller.
Motto leben: Wer nichts erwartet, kann nur positiv
überrascht werden?!
Vergleicht man die getätigten und geplanten Ausgaben
in den verschiedenen Regierungsbezirken, fällt
schon auf, dass sich da nicht wirklich viel zugunsten
Nordbayerns verschoben hat. Dass Nürnberg eine
eigene Universität bekommen soll? Geschenkt
(und für den „kleinen Mann“ eher unerheblich).
In Seehofers Wunschpunsch schwimmen als
wichtigste Projekte ein neuer Konzertsaal und eine
zweite S-Bahn-Stammstrecke für München sowie
eine Uni-Klinik für Augsburg. Die Franken nehmen
diese Tatsache aber scheinbar immer stoischer zur
Kenntnis.
In München scheinen sie das längst zu wissen.
Die „großen Versprechen“ im Vorfeld der Wahlen
beschränken sich folgerichtig auf Allgemeines:
Digitalisierungsoffensive, neue Stellen für Lehrer
und Polizisten, Steuerentlastungen. Unangenehme
Themen wie die Stromtrassenführung quer
durchs Land oder der Bau der dritten Startbahn
am Münchner Flughafen über die
Köpfe der Menschen hinweg, die
sich in einem Bürgerentscheid
dagegen gewendet hatten, spielen
zumindest bisher keine Rolle und
werden seltsamerweise auch von der
Opposition nicht gespielt. Auch für
mehr direkte Demokratie setzen sich
„Horst im Glück“ Seehofer und seine
CSU ein. A echta Brüller, horch!
Denn wenn’s hart auf hart kommt
und die Bürger versehentlich nicht
so abgestimmt haben, wie man sich
das erhofft hat, fühlt man sich an das
Votum auch nicht mehr gebunden.
Siehe dritte Startbahn.
Immerhin hat die CSU, um sich
von ihrer großen Schwesterpartei
abzugrenzen, noch ein paar
andere Ziele in ihr Wahlprogramm
aufgenommen – wohl wissend, dass
die meisten davon mit einer Kanzlerin
Merkel nicht durchzusetzen sind.
„Bayern Plan“ heißt das Schriftstück.
Ein freilich irreführender Name,
denn Bayern kommt darin eigentlich so gut wie nicht
vor. Stattdessen geht es darin in erster Linie um die
schon immer geforderte Obergrenze für Flüchtlinge.
Manchmal wäre der Monaco wirklich für eine
Obergrenze – dann aber bitte eine Obergrenze für
bleede Vorschläge – und zwar egal von wem.
Schätzla, schau wie iech schau!
Für den COBURGER von Wolfram Porr
80 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
AUF EIN WORT
In jedem
COBURGER laden wir
an dieser Stelle Coburger
oder Nicht-Coburger
ein, ihre Meinung
zu sagen.
Es lebe Marius
Aus zwei aktuellen Anlässen noch einmal leicht angepasste Auszüge aus einem „Auf ein
Wort“ aus dem Jahr 2013 … weil Marius kommt … und weil im September Wahlen sind.
„Freiheit, Freiheit, ist das einzige, was zählt“: Ein Klassiker von Marius Müller-Westernhagen.
Live in Coburg zu hören auf dem Schlossplatz Ende August.
Freie Entfaltung der Persönlichkeit, Handlungsfreiheit, Freiheit der Person, Glaubens- und
Gewissensfreiheit, Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Pressefreiheit, Freiheit der Kunst
und der Wissenschaft, Freizügigkeit, Versammlungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, Freiheit
der Berufswahl. Die weit überwiegende Zahl an Grundrechten sichert den Staatsbürgern der
Bundesrepublik Deutschland Freiheiten zu. Diese Freiheiten jedes Einzelnen zu sichern, zu
schützen und einzuhalten, ist die Maxime des Handelns aller staatlichen Organe.
Freiheit ist ein hohes Gut in unserer Verfassung. 1848 hat die Nationalversammlung viele
Freiheiten festschrieben, Freiheiten sind davor und danach immer wieder hart erkämpft worden,
Menschen sind für Freiheit gestorben und tun es noch. Denn Freiheit ist immer in Gefahr. Sie
ist anstrengend für den Einzelnen, von dem sie Verantwortung fordert, von manchen zu viel. Sie
ist mühsam für den Staat und seine Organe, die tagtäglich Freiheiten gegeneinander abzuwägen
haben. Sie ist unbequem für Eliten, die sich Fragen gefallen lassen müssen. Und sie ist ohnehin
lästig für Fans eines „schlanken“ Staats: Freiheit hat viele Feinde. Wenn diese aus ihren Motiven
heraus gemeinsam ein Süppchen kochen, wird das am Ende aber niemandem schmecken. Am
wenigsten Ihnen selbst.
Die Zutaten aber liegen schon parat. Und sie sind ja auch schön verpackt: Mehr Sicherheit für
Leib und Leben, die eigene Zukunft, das Land. Wer wollte sich dagegen aussprechen? Mehr
Digitalisierung für ein noch bequemeres Leben, praktische Anwendungen, alles smart. Wer sollte
da etwas dagegen haben? Köchelt es also nicht schon längst, das Süppchen? Haben wir unsere
Freiheit nicht ohnehin schon längst geopfert? Oder müssen wir einfach weiter um sie kämpfen?
Tag für Tag?
„Freiheit, Freiheit…..ist die einzige, die fehlt“ singt Marius Müller-Westernhagen.
Im September ist Bundestagswahl.
AUSGABE 22 / AUGUST 2017 COBURGER | DAS MAGAZIN 81
Coburger | Das Magazin
erscheint wieder im Oktober 2017
Anzeigenschluss ist
der 22.09.2017
WITZE ZUR WAHL SIND HIER DAS LETZTE
Talkshow vor der Wahl, Frage an Angela Merkel:
„Wir wollen wissen, wie gut Sie Deutschland
mittlerweile kennen: Wie viele deutsche Inseln gibt
es in der Nordsee und wie heißen sie?“ Merkel: „Das
ist ja einfach, es gibt 26 Stück und ich heiße Angela
Merkel.“
Talkshow vor der Wahl, Frage an Martin Schulz: „Was
machen Sie, wenn Sie gewählt werden?“. Antwort:
„Keine Ahnung. Ich stelle mir mehr die Frage: Was
mache ich, wenn ich nicht gewählt werde?“
Wahlkampf. Ein Arbeitsloser spricht Merkel an:
„Wenn Sie so toll sind, haben Sie doch sicher einen Job
für mich?“. Merkel: „Freilich, Leiter im Kanzleramt,
35-Stunden-Woche, 200000 Euro Jahresgehalt,
Dienstwohnung, Dienstwagen.“ Der Arbeitslose:
„Wollen Sie mich verarschen?“ Merkel: „Ja, wer hat
denn damit angefangen?“
Treffen sich ein Thunfisch und ein Walfisch. Sagt
der Walfisch: „Was sollen wir tun, Fisch?“. Sagt der
Thunfisch: „Du hast die Wahl, Fisch.“
© Marian Kamensky
Blüm reicht seine Rente nicht mehr zum Leben. Er
geht zu Schulz: „Wenn ich Dich wähle, hilfst Du mir
dann?“ Schulz: „Warum sollte ich?“ Blüm: „Du sagst
doch immer, Du hilfst den kleinen Leuten?“
Was wird im Vatikan zu Tisch getrunken, nachdem
ein neuer Papst gewählt ist? Rotkäppchensekt!
82 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017
Implantate —
erneute Dynamik
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AUSGABE 22 / AUGUST 2017 www.lasco.com COBURGER – | DAS Tel. MAGAZIN 09561/642-0
83
Schöne Ferien und
schönen Urlaub …
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Ihnen der COBURGER und iTV Coburg.
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84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 22 / AUGUST 2017