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LE-5-2025-Journal Handel & Distanzhandel

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JOURNAL 5/2025

HANDEL & DISTANZHANDEL

Heimischer Handel weiterhin

unter Kostendruck

LOGISTIK EXRESS INFORMIERT


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S2

Journal H&D 5/25

04 Gute Dinge kommen zu Kastner & Öhler

06 30 Jahre otto.de – KI schreibt das nächste Kapitel

08 Einzelhandel weiterhin unter starkem Kostendruck

10 Handelsverband & Greenpeace fordern SHEIN-Sperre

12 Fernost Ramschhändler gefährden

14 Ohne Vorab-Datenaustausch geht bald nichts mehr

18 Das war der Retail Tech Day 2025

22 Austrian Retail Innovation Awards 2025

24 Heimischer Handel bringt tolle Verkaufstalente hervor

26 Der Kampf gegen die Phantombestände

28 Black Friday 2025: Betrug bei Zahlungen nimmt zu

32 Forcepoint rät zu erhöhter Vorsicht bei Black-Friday

34 Black-Friday-Trends

36 Umfrage zeigt Veränderungen im Einkaufsverhalten

38 Planer, Last-Minute- oder Spontankäufer?

40 DPD Schweiz steigert Gitterwagen-Verfügbarkeit

42 DHL Group Lade- und Lastmanagement-System

44 20 Jahre GLS PaketShops

46 Asiatisch-pazifisch Unternehmen sind zuversichtlich

48 Politik und Wirtschaft im Dialog bei Schwarz Impulse

50 TOP 100 Cross-Border Marketplaces Europe

52 Unternehmenskonkurse in Österreich bleiben hoch

54 Fünf Maßnahmen gegen ausuferndes Staatswachstum

56 Sanktionswahn und Überregulierung der EU

58 Konjunktur in Österreich verläuft flach


LE 5/2025

IMPRESSUM

LOGISTIK express / MJR MEDIA

Donauwörther Str. 27a/7/4

A-2380 Perchtoldsdorf

Medieninhaber, Herausgeber:

Markus Jaklitsch

+43 676 7035206 / info@logistik-express.at

www.logistik-express.com

Foto: istockphoto.com / Depositphotos.com


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S4

Gute Dinge kommen zu

Kastner & Öhler

Manufactum, bekannt für sein sorgfältig ausgewähltes

Sortiment an langlebigen Produkten,

eröffnet im März 2026 seinen zweiten

Standort in Österreich.

Der Mietvertrag mit Kastner & Öhler

ist unterzeichnet. Das Jugendstilhaus

von Kastner & Öhler (vormals

K&Ö Home) in der Grazer Murgasse

ist damit ab März wieder für Kunden geöffnet.

In attraktiver Innenstadtlage zieht Manufactum

in die inspirierenden Räumlichkeiten des

Jugendstilhauses von Kastner & Öhler. Diese

strategische Entscheidung unterstreicht die

Überzeugung, dass die gute Erreichbarkeit und

die lebendige Atmosphäre der Grazer Innenstadt

ideale Voraussetzungen für den Erfolg des

neuen Standortes bieten. Nach der erfolgreichen

Etablierung des ersten österreichischen

Warenhauses in Wien im Jahr 2018 ist Graz der

nächste logische Schritt, um die Philosophie der

„guten Dinge“ auch in der Steiermark zu verankern.

„Graz ist eine Stadt, die Tradition und Moderne

auf besondere Weise verbindet und eine hohe

Wertschätzung für Qualität und Nachhaltigkeit

mitbringt. Die Immobilie in der Murgasse

bietet uns den perfekten Rahmen, um unsere

Produkte in einem ansprechenden Ambiente

zu präsentieren“, erklärt Kai Steffan, Managing

Director der Manufactum Gruppe. „Wir freuen

uns darauf, die Grazer sowie die Besucher der

Stadt mit unserem vielfältigen Angebot zu

begeistern. Unsere Warenhäuser sind mehr als

nur Verkaufsflächen – sie sind Orte des Entdeckens,

des Austauschs und der bewussten Entscheidung

für Produkte, die Bestand haben.“

Dazu Martin Wäg, Vorstand von Kastner & Öhler:

„Mit Manufactum gewinnt Graz einen Händler,

der mit seinem hochwertigen Sortiment für

Qualität, Langlebigkeit und Liebe zum Detail

steht. Das passt sehr gut zur DNA von Kastner

und Öhler und es freut uns sehr, dass Manufactum

seinen zweiten Standort in Österreich bei

uns in Graz eröffnet.“

Das neue Warenhaus wird auf mehr als 500

Quadratmetern im Erdgeschoss des Kastner

& Öhler Jugendstilhauses eine breite Auswahl

aus dem Manufactum-Sortiment zeigen, von

Heimtextilien über Küchenutensilien und Gartenbedarf

bis hin zu Büroartikeln, Körperpflege,

Lebensmitteln und Bekleidung. (RED)


Gestalten

Sie mit für mehr

Sichtbarkeit –

Frequenz –

Reichweite

Gemeinsam bringen wir Ihr

Business ins Blickfeld.

LOGISTIK express – Ihr

Marktplatz für News,

Innovationen und Trends.


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S6

MICHAEL MÜLLER-WÜNSCH

30 Jahre otto.de –

und KI schreibt das

nächste Kapitel

1995 startete otto.de als ambitioniertes Innovationsvorhaben

in die neue Welt des Einkaufens

im Internet. Heute, 30 Jahre später,

ist OTTO als Webshop und App aus der deutschen

E-Commerce-Landschaft nicht mehr

wegzudenken und hat sich zur hybriden Einkaufsplattform

mit über 18 Millionen Artikeln

entwickelt.

Dr. Michael Müller-Wünsch, den alle

nur MüWü nennen, ist CIO von OTTO

und spricht im Interview über wegweisende

Meilensteine und wirft

einen Blick in die Zukunft des E-Commerce mit KI.

Ein Blick zurück zeigt, wie viel seit 1995 passiert

ist. Mittlerweile ist OTTO der größte

deutsche Onlineshop und hat täglich über 70

KI-Anwendungen im Einsatz, zehn davon auf

Basis generativer künstlicher Intelligenz. Wie

könnte ein Blick in die Zukunft aussehen?

Mitte der 80er Jahre forschte ich an der TU Berlin

bereits im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Ich arbeitete an KI-Agenten für unterschiedliche

Bereiche: Umweltmanagement, Finanzen und

hatte Zugang zu den ersten Überlegungen fürs

autonome Fahren. Allerdings waren wir technologisch

noch nicht so weit, das Ganze in die Tat

umzusetzen. Heute – bald 40 Jahre später – wird

genau das Wirklichkeit. Da bekomme ich jedes

Mal Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Wir sind mitten in der nächsten Phase der Business-Transformation

durch Technologie. Mich

beeindruckt die Geschwindigkeit, mit der Innovationen

im Bereich künstlicher Intelligenz


aktuell voranschreiten und das macht einen

klaren Ausblick schwierig. Eines aber ist sicher:

KI und jetzt AI Commerce wird den E-Commerce

grundlegend beeinflussen. Und genau so ist KI

mehr und mehr Bestandteil unserer digitalisierten

Prozesse.

Gerade KI-Agents werden aktuell heiß diskutiert

– wie können wir uns das Einkaufen

zukünftig denn vorstellen?

Wir sehen bereits erste Anfänge wie AI Commerce

aussehen könnte. Der E-Commerce setzt

schon seit einigen Jahren punktuell KI-Features

in der Produktsuche, der Produktdarstellung

oder der Personalisierung ein. Das, was wir

schon seit Jahren im Kundenservice, also After

Sales durch einfache Chatbot-Technologien

sehen, dehnt sich nun auf den Pre-Sales- und

Sales-Prozess aus. Es entstehen gerade die

ersten Shopping Assistentinnen, bei denen

durch conversational search die Kunden zum

gewünschten Produkt geführt und beraten werden.

Diese Shopping Assistenten finden onsite auf

den E-Commerce-Plattformen statt. Durch den

Einzug generativer KI in unseren Alltag durch

GenAI-Agents wie ChatGPT, Perplexity oder

Gemini ist eine neue Dimension hinzugekommen:

Menschen nutzen diese Large Language

Models beziehungsweise GenAI-Plattformen,

um sich beraten zu lassen und nach Produkten

zu suchen. Dieses findet zunächst offsite statt

und die GenAI-Plattformen leiten dann direkt

oder indirekt – je nach Tiefe der Integration – zu

Onlineshops weiter, wo sie den Kauf durchführen

können. Wer also nicht nur nach Produkten

sucht oder sich inspirieren lassen will, sondern

sich wie im Laden beraten lassen möchte, wird

diese neuen Möglichkeiten lieben. Für mich ist

das der nächste große Schritt im Handel!

Wie können wir uns das in der

Praxis vorstellen?

Eine erste Ausbaustufe könnte so aussehen: Du

gibst deinem Shopping-Agent eine Anweisung,

die KI kuratiert passende Angebote unterschiedlicher

Shops auf Basis persönlicher Präferenzen

und wickelt auf Wunsch Käufe ab – jedoch nicht

autonom. Die finale Entscheidung bleibt beim

Menschen. Bereits heute testen wir bei OTTO

entsprechende Prototypen, die es unseren Kunden

ermöglichen, eine individuellere Produktauswahl

und Beratung zu erleben.

Die nächste Stufe könnte noch etwas weitergehen:

Ein KI-Agent übernimmt proaktiv das

gesamte Shopping, angefangen beim Vorschlag,

was du brauchen könntest, über die Zahlung hin

bis zur Lieferung. Der Agent könnte beispielsweise

automatisch erkennen, wann du neue

Haushaltsartikel brauchst. Er schlägt dir auf

dich zugeschnittene Alternativen vor und stößt

Bestellvorgänge für dich an. Dabei handelt die KI

immer im Sinne deiner Interessen und lernt kontinuierlich

hinzu.

Das klingt nach sehr persönlichem Service im

Alltag aber auch nach hohem Vertrauen in KI.

Glaubst du, Menschen lassen das zu?

Ich glaube, KI-Agenten werden unseren Alltag

immer mehr bereichern, indem sie mehr Komfort,

Zeitersparnis und eine bessere Beratung

ermöglichen. Wir vertrauen auch schon jetzt

viele Dinge beispielsweise unserem Smartphone

an. Aber für dieses Vertrauen braucht es definitiv

Transparenz, ethische Standards und klare Verantwortlichkeiten.

Menschen müssen im Zweifel

immer die Möglichkeit haben, die Kontrolle über

ihre Daten und Entscheidungen zu behalten.

Aber ich bin überzeugt: Die Kombination aus

technologischem Fortschritt, verantwortungsvoller

Anwendung und dem Menschen im Zentrum

wird das Einkaufserlebnis der Zukunft prägen.

Es wird intelligenter und persönlicher denn je.

Vielen Dank für die Einblicke der Zukunft!


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S8

Handelsverband & WIFO

Konjunkturreport:

Österreichs Einzelhandel

weiterhin unter starkem

Kostendruck

Umsätze im 3. Quartal stagnieren real. Preisrückgänge

bei vielen Gütern des täglichen

Bedarfs dämpfen nominelle Entwicklung.

GERALD KÜHBERGER

Der vom WIFO im Auftrag des Handelsverbands

erstellte Konjunkturreport

Einzelhandel zeigt ein weiterhin

angespanntes Bild für den

österreichischen Handel. Im 3. Quartal 2025

lagen die nominellen Umsätze laut Statistik

Austria leicht über dem Vorjahresniveau, inflationsbereinigt

ergibt sich jedoch unter Berücksichtigung

der Verkaufstage sowohl im September

als auch im August ein Minus von 0,1%.

Damit setzt sich der bereits seit 2023 anhaltende

Seitwärtstrend fort.

"Kumuliert betrug der Umsatzzuwachs im heimischen

Einzelhandel in den ersten neun Monaten

des Jahres nominell 3,3% und real 1,5%. Der

anhaltend hohe Kostendruck, der hauptsächlich

durch die Energiekosten getrieben wird, führt

zu steigenden Insolvenzen und rückläufiger

Beschäftigung. All das bleibt für die gesamte

Handelsbranche strukturell belastend", fasst

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will

die Kernergebnisse des Reports zusammen.

Immerhin: Der Erwartungsindex der Händler hat

sich in der aktuellen Befragung gegenüber dem

Vormonat um einen Punkt verbessert.

Energiepreise & Dienstleistungen

als Inflationstreiber

Sorgen bereitet auch die weiterhin hohe Inflationsrate.

Gemäß Schnellschätzung der Statistik

Austria lag die Inflation im Oktober in Österreich

bei 4% und damit erneut deutlich über dem

Durchschnitt des Euro-Raumes (2,1%). "Damit

setzt sich der höhere Preisauftrieb in Österreich

im internationalen Vergleich fort. Den stärksten

Einfluss auf die Teuerung hatte neben den Energiekosten

der Dienstleistungsbereich", erklärt

Jürgen Bierbaumer, WIFO-Ökonom und Mitautor

des Reports.

GERALD KÜHBERGER

Keine Entspannung in Sicht:

Jede fünfte Insolvenz betrifft den Handel

Die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen

in der Gesamtwirtschaft stieg im 3. Quartal

2025 laut KSV 1870 abermals an. Insgesamt

wurden 990 Insolvenzen über alle Sektoren

hinweg eröffnet, das waren um 2,5% mehr als

im Jahr zuvor. "Im Handel wurden allein im dritten

Quartal 190 Insolvenzen verzeichnet, das ist

ein Anstieg von 13% gegenüber dem Vorjahr.

Nahezu jede fünfte Insolvenz der Gesamtwirtschaft

wurde somit im Handel registriert", bestätigt

Rainer Will.


Handel ist Branche mit höchstem Zuwachs

an arbeitslosen Personen

Im gesamten Einzelhandel (einschließlich Kfz)

sind aktuell 331.000 unselbständig Beschäftigte

tätig. Während der Bestand in der Gesamtwirtschaft

im Vergleich zum Vorjahr weitgehend

stabil blieb, ist im Einzelhandel bereits seit Februar

2023 ein Rückgang zu beobachten, welcher

sich zuletzt beschleunigte. Laut jüngsten Daten

des AMS war der Handel im Oktober mit mehr

als 45.000 Arbeitslosen die Branche mit den

höchsten Arbeitslosenzahlen sowie mit +3.633

Personen im Vergleich zum Vorjahr auch die

Branche mit dem höchsten Zuwachs an arbeitslose

Personen. Das zeigt mehr als deutlich, wie

angespannt die Lage ist.

Weitere Kernbefunde des Konjunkturreports

Einzelhandel:

- Rückläufige Preise bei Gütern des täglichen

Bedarfs: Rückläufige Preise bei vielen Gütern

des täglichen Bedarfs führten im 3. Quartal zwar

zu einer spürbaren Entlastung für die heimischen

Konsument:innen, bremsten jedoch auch

das Umsatzwachstum im Lebensmittelhandel

erheblich.

- NonFood-Handel hadert mit schwachem

September-Geschäft: Im Nichtnahrungsmittelbereich

dämpfte vor allem der September

die gesamte Entwicklung. Real sanken die

Umsätze um -1,5% und verzeichneten damit die

schwächste Entwicklung seit Juni 2024.

- Deutschland performt besser: In Deutschland

fielen die Zuwachsraten bei den realen,

kalenderbereinigten Nettoumsätzen sowohl im

August als auch im September etwas höher aus

als in Österreich.

- Diffuses Stimmungsbild bei den Händlern:

Die allgemeine Stimmung bei den heimischen

Händlern war im Oktober 2025 zwar deutlich

besser als vor einem Jahr, im Vergleich zum September

hat sich der Saldo jedoch verschlechtert.

Während hier die aktuelle Lage ein wenig pessimistischer

eingeschätzt wurde, verbesserten

sich die Erwartungen für die kommenden Monate.

- Diffuses Stimmungsbild bei den Konsumenten:

Auch die Stimmung der heimischen Konsument:innen

hat sich zuletzt wieder etwas eingetrübt

und lag im Oktober trotz leichten Anstieges

um mehr als 3½ Punkte unter dem zwischenzeitlichen

Höchstwert von August 2025.

Ausblick: Sparquote bleibt hoch, Inflationsrate

normalisiert sich (hoffentlich)

Für das Gesamtjahr 2025 rechnet das WIFO mit

einer durchschnittlichen Inflation von 3,5%, für

2026 mit 2,4%. Die Preisdynamik wird vor allem

vom Dienstleistungssektor getragen, zusätzlich

dürften Gebührenerhöhungen der öffentlichen

Hand nächstes Jahr preistreibend wirken. Auch

die Sparquote im Land dürfte vorerst auf einem

hohen Niveau von rund 11% bleiben.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S10

Handelsverband &

Greenpeace fordern

SHEIN-Sperre: 80%

der Produkte nicht EUrechtskonform!

Gefährliches Spielzeug, nicht zugelassene

Kosmetika, fehlerhafte Elektrogeräte: 8 von

10 Paketen des Online-Ramschhändlers

mangelhaft. Abschaffung der EU-Zollfreigrenze

in Q1 2026 überfällig.

GERALD KÜHBERGER

belegen: Rund 80 Prozent (!) der Produkte verstoßen

gegen EU-Sicherheitsstandards, etwa

durch nicht zugelassene Kosmetika, gesundheitsschädliche

Chemikalien, gefährliches

Spielzeug oder fehlerhafte Elektrogeräte.

8 von 10 Paketen mangelhaft

Das bedeutet: 8 von 10 Artikeln weisen teils gravierende

Mängel auf. Damit sind europäische

Verbraucher:innen akut gefährdet, wenn weiterhin

unsichere und teilweise sogar für Kinder

hochgefährliche Produkte unkontrolliert in europäischen

Haushalten landen. "Weg mit dem Gift

heißt´s! Die Dimensionen sind gewaltig. Im Vorjahr

wurden 100 Millionen Fernost-Pakete nach

Österreich geliefert. 80 Millionen davon sind vermutlich

nicht EU-rechtskonform. Die Risiken für

heimische Verbraucher:innen können gar nicht

hoch genug eingeschätzt werden", erklärt Rainer

Will, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen

und unabhängigen Handelsverbands.

X

Nach dem jüngsten Skandal um kindlich

aussehende Sexpuppen hat die

französische Verbraucherschutzbehörde

letzte Woche innerhalb von

24 Stunden rund 200.000 Pakete der Onlineplattform

SHEIN am Flughafen Paris - Charles

de Gaulle beschlagnahmt. Erste Auswertungen

Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace

Österreich, dazu: "Das ist ein Skandal in

einem Skandal. Während SHEIN mit aggressiver

Werbung und Dumpingpreisen die europäischen

Märkte überschwemmt, zeigt sich jetzt,

dass zehntausende dieser Produkte unsicher

oder illegal sind. Das beweist einmal mehr, dass

das Geschäftsmodell von SHEIN auf systematischer

Missachtung von Schutzstandards basiert

– auf Kosten von Menschen und Umwelt."


RAINER WILL

SHEIN bereits auf Rang 5 der umsatzstärksten

Webshops in Österreich

Der Kern des Problems ist ein tiefes regulatorisches

Ungleichgewicht. Während sich europäische

Händler an die Spielregeln halten, umgehen

viele Fernost-Plattformen systematisch

Zölle, Steuern und Sicherheitsauflagen. "Es ist

absurd, dass E-Commerce-Plattformen aus

Drittstaaten Milliarden Produkte frei Haus vermitteln

und keinerlei Verantwortung dafür tragen.

Heimische Händler müssen hingegen für

jedes einzelne CE-Zeichen geradestehen. Der

unfaire Wettbewerb hat SHEIN bereits auf Rang

5 der umsatzstärksten Webshops des Landes

katapultiert. 174 Millionen Euro hat der Online-

Ramschhändler im Vorjahr in Österreich erwirtschaftet",

so Rainer Will.

Gefahr in Verzug: Greenpeace & Handelsverband

fordern sofortige Sperre von SHEIN

Der Handelsverband und Greenpeace fordern

deshalb: eine sofortige Sperrung von SHEIN in

ganz Europa, weil Gefahr in Verzug ist, verstärkte

Schwerpunktkontrollen der Zollbehörden in

Österreich und in allen anderen EU-Staaten

gegen Fernost-Plattformen, die Einführung einer

Plattformhaftung für die korrekte Warendeklaration

auf nationaler Ebene, um Sicherheitsstandards

zu garantieren und Zoll- und Mehrwertsteuerbetrug

sofort und effektiv zu bekämpfen.

"Wenn acht von zehn Produkten nicht EU-konform

sind, dann gefährdet das nicht nur Konsumentinnen

und Konsumenten, sondern auch

die Umwelt. Diese Produkte enthalten oft giftige

Chemikalien, die in unseren Haushalten, im

Abwasser und am Ende in der Umwelt landen.

Wenn Unternehmen wie SHEIN unsere Standards

ignorieren, dann müssen Behörden handeln und

die Plattform sperren – und zwar sofort. Solche

Konzerne dürfen in Europa keinen Freifahrtschein

mehr haben", sagt Madeleine Drescher.

Rasche Abschaffung der Zollfreigrenze

wichtiger Schritt, weitere müssen folgen!

Sowohl Greenpeace als auch der Handelsverband

begrüßen die gestrige Einigung der EU-

Wirtschafts- und Finanzminister:innen in Brüssel

ausdrücklich, die Zollfreigrenze von 150 Euro

für Pakete aus Drittstaaten bis spätestens 2028

abzuschaffen – möglicherweise auch schon im

1. Quartal 2026. Ziel ist, die Paketflut aus Fernost

einzudämmen und den systematischen

Zoll- und Mehrwertsteuerbetrug zu stoppen.

"Das Schadensausmaß liegt allein in Österreich

bei bis zu 4,5 Mrd. Euro. Damit gehen Arbeitsplätze,

Steuereinnahmen und Lebensqualität in

unseren Innenstädten verloren. Im Vorjahr ist der

Leerstand in Österreichs Innenstädten so stark

gestiegen wie nie zuvor. Den Gemeinden entgehen

durch die Dezimierung der Handelsjobs

in den Ortskernen zusätzlich Kommunalsteuern

in Millionenhöhe", weist Handelssprecher Rainer

Will auf die Zusammenhänge und Auswirkungen

für jede Gemeinde Österreichs hin. (RED)


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S12

Fernost Ramschhändler

gefährden Wirtschaft,

Jobs & Gesundheit in

Österreich!

Verbraucherschutz, Nachhaltigkeit & Arbeitsrechte

bei chinesischen Marktplätzen?

Fehlanzeige! Rainer Will fordert Plattformhaftung

für korrekte Warendeklaration.

GERALD KÜHBERGER

Die heute von GLOBAL 2000 und

der AK Oberösterreich präsentierten

Testergebnisse zu gefährlichen

Chemikalien in den Produkten der

eCommerce-Plattformen Temu und Shein

bestätigen einmal mehr, was der Handelsverband

seit vielen Jahren aufzeigt: Die Online-

Ramschhändler aus Fernost unterlaufen de

facto systematisch europäische Umwelt-, Verbraucher-

und Sicherheitsstandards.

Verstöße gegen EU-Recht als kriminelles

Massenphänomen

„Wenn eine Damenjacke von Temu den EU-

Grenzwert für Ewigkeits-Chemikalien um das

4.154-Fache überschreitet, zeigt das die dramatische

Schieflage im Onlinehandel auf. Diese

Billigstprodukte gefährden die Gesundheit der

heimischen Konsument:innen, insbesondere

unserer Kinder“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer

des freien, überparteilichen Handelsverbands.


„Der Kern des Problems ist ein tiefes regulatorisches

Ungleichgewicht. Während österreichische

Händler jede Vorschrift penibel einhalten

müssen, umgehen viele Fernost-Plattformen

systematisch Sicherheitsauflagen, Zölle und

Steuern. Wir reden hier nicht von Einzelfällen,

sondern von einem kriminellen Massenphänomen.“

Dadurch entstehen massive Wettbewerbsnachteile

für europäische Unternehmen. Die Folge?

Allein im Vorjahr strömten 4,6 Milliarden Kleinstpakete

unter 150 Euro Warenwert fast ungeprüft

in den EU-Binnenmarkt. Laut EU-Spielzeugverband

sind beispielsweise 95% der auf Temu

gekauften Kinderspielzeuge unsicher.

Haushalte voller Ramschware: Temu im Österreich-Marktplatzranking

auf Rang 4, Shein auf

Platz 7

Abgesehen von Amazon kommen die größten

globalen eCommerce-Plattformen Alibaba,

JD.com und Temu alle aus China. Gemeinsam

kontrollieren sie inzwischen fast zwei Drittel des

weltweiten Onlinehandelsvolumens. In Österreich

liegt Temu im Marktplatzranking mit einem

Umsatz von 341 Mio. EUR bereits auf Rang 4,

Shein erreicht mit 217 Mio. EUR den 7. Platz.

„Jeder zweite Österreicher hat bereits mindestens

einmal bei einer chinesischen Shopping-

Plattform wie Temu, Shein oder AliExpress eingekauft“,

bestätigt Rainer Will, der schon im

August 2024 eine UWG-Beschwerde gegen

Temu bei der Bundeswettbewerbsbehörde

(BWB) eingereicht hat. Die Ermittlungen der BWB

laufen noch.

„Der scheinbar günstige Warenbezug über Fernost-Plattformen

kommt uns letztlich teuer zu

stehen. Millionen falsch deklarierter Pakete entziehen

unseren Städten und Gemeinden wichtige

Kommunalsteuereinnahmen – weniger

lokale Jobs bedeuten weniger Steueraufkommen.

Die Müllflut gefährdet nicht nur unseren

Planeten, sondern auch unsere Innenstädte“,

erklärt Will, der Sprecher des österreichischen

Handels.

Die Lösung? Eine nationale Plattform-Haftung

für die korrekte Warendeklaration

Dabei liegt die Lösung schon am Tisch der Politik:

Fernost-Plattformen müssen haften – so

wie jeder europäische Händler auch. Wenn der

Kunde 50 Euro zahlt, dürfen nicht 20 auf der

Rechnung stehen. Und schon gar keine giftigen

Chemikalien im Produkt stecken. Wer als Marktplatz

Milliarden Produkte durchschleust, darf

sich nicht aus der Verantwortung stehlen.

Genau das hat Österreich bei der Verpackungsentpflichtung

schon gezeigt: Seit Plattformen

für eine korrekte Entsorgung von Verpackungen

ihrer Händler haften, funktioniert das System fairer.

Es zahlen nicht mehr nur Händler mit heimischer

Betriebsstätte, während die anderen das

Geschäft machen, sondern alle Marktteilnehmer.

Dasselbe Haftungsprinzip schlägt der Handelsverband

wir für die korrekte Warendeklaration

und Versteuerung vor, es braucht auch hier auf

nationaler Ebene eine Plattformhaftung. Wenn

wiederholte Verstöße festgestellt werden, sollten

als ultima ratio auch temporäre Plattform-

Sperren umgesetzt werden.

Temu & Shein hinter Amazon bald unter den

Top 3 der umsatzstärksten Webshops

„Es ist völlig absurd, dass viele eCommerce-

Plattformen aus Drittstaaten zurzeit keinerlei

Verantwortung für ihre Produkte tragen, während

heimische Händler für jedes einzelne CE-

Zeichen geradestehen müssen. Wir brauchen

endlich eine rechtliche Gleichstellung in Form

einer Plattformhaftung. Die Politik muss zum

Schutz der Bevölkerung und der 615.000 Jobs

im Handel sofort handeln. Wenn nichts passiert,

werden Temu und Shein bald hinter Amazon

unter den Top 3 der größten Webshops in Österreich

liegen“, so Handelssprecher Rainer Will

abschließend. (RED)

Für Rückfragen steht Ihnen der Handelsverband

gerne zur Verfügung.

Mag. Gerald Kühberger, MA

Pressesprecher

gerald.kuehberger@handelsverband.at


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S14

Ohne Vorab-

Datenaustausch geht

bald nichts mehr

Das Europäische Komitee für Normung (CEN)

erarbeitet eindeutige digitale Kennungen

der Vertragsparteien und Harmonisiert den

Datenaustausch für alle Warensendungen in

der modernen Logistik. WALTER TREZEK

Die Bedeutung des harmonisierten Datenaustauschs

in der E-Commerce-Logistik

In der heutigen schnelllebigen E-Commerce-

Landschaft ist der nahtlose Austausch elektronischer

Daten zwischen Einzelhändlern,

Logistikdienstleistern und anderen Beteiligten

unerlässlich. Mit dem zunehmenden Online-

Shopping in ganz Europa steigt auch die Komplexität

einer effizienten und transparenten

Warenlieferung. Harmonisierte Standards für

den elektronischen Datenaustausch sind entscheidend

für die Gewährleistung von Interoperabilität,

Einhaltung gesetzlicher Vorschriften

und betrieblicher Effizienz im vielfältigen europäischen

Logistik-Ökosystem.

Da der E-Commerce die europäische

Einzelhandelslandschaft weiter

verändert, ist die Einführung harmonisierter

Normen für den elektronischen

Datenaustausch wichtiger denn je.

Die führende Rolle des CEN in der Normung,

kombiniert mit europäischen Initiativen

wie eDelivery und dem gemeinsamen

Datensatz für Frachtinformationen,

ebnet den Weg für ein digitales Logistik-Ökosystem,

das sicher, effizient und

zukunftsfähig ist. Durch die Einführung

dieser Normen können Logistikexperten,

E-Commerce-Unternehmen und

Normungsgremien Innovationen vorantreiben,

Vertrauen stärken und einen reibungslosen

Warenfluss über Europas Grenzen

hinweg gewährleisten. Gewährleistet werden

soll Europas Datenhoheit, Datenschutz, Produktsicherheit

und Verbraucherschutz.

CEN und europäische Normung: Grundlagen

für den elektronischen Datenaustausch

Das Europäische Komitee für Normung (CEN),

und damit die nationalen Normungsorganisationen,

wie in Österreich Austrian Standards,

spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung

freiwilliger europäischer Normen (EN), die die

digitale Transformation von Logistik und Einzelhandel

unterstützen. Durch die Förderung des

Konsenses zwischen nationalen Normungsgremien,

Branchenexperten und Regulierungsbehörden

stellt CEN sicher, dass die Normen die

praktischen Bedürfnisse aller an E-Commerce-

Lieferungen beteiligten Parteien widerspiegeln.

Diese Standards bieten eine gemeinsame Sprache

und Struktur für den erweiterten Austausch

elektronischer Daten, unterstützen den grenzüberschreitenden

Handel und reduzieren den

Verwaltungsaufwand für Unternehmen in ganz

Europa.


Eindeutige Parteikennungen: Verbesserte

Identifizierung und Rückverfolgbarkeit der

Beteiligten

Die genaue Identifizierung aller an der Lieferkette

beteiligten Parteien ist für einen sicheren

und zuverlässigen Datenaustausch von grundlegender

Bedeutung. CEN-Normen fördern die

Verwendung eindeutiger Parteikennungen und

nutzen ein gemeinsames Identifikationssystem

für diese Organisationen. Sie definieren die

Zuweisung und Verwendung von Identifikationscodes,

die zur Identifizierung relevanter Parteien

für Post-, Kurier-, Express- und Paketdienste,

sowie andere Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette

verwendet werden können,

um Einzelhändler, Spediteure, Versender und

Empfänger eindeutig zu identifizieren. Durch die

Zuweisung einer eindeutigen Kennung für jeden

Beteiligten wird das Risiko von Misskommunikation

und Datenfehlern deutlich reduziert. Diese

Rückverfolgbarkeit verbessert nicht nur die Effizienz

der Logistikabläufe, sondern erhöht auch

die Verantwortlichkeit und Transparenz während

des gesamten Lieferprozesses.

Authentifizierter Austausch elektronischer

Dokumente: Nutzung europäischer eDelivery-

Spezifikationen

Die sichere und authentifizierte Übertragung

elektronischer Dokumente ist für Vertrauen

und Compliance in der E-Commerce-Logistik

unerlässlich. Die CEN-Normen beinhalten

europäische eDelivery-Spezifikationen, die

sichere, interoperable Protokolle für den Austausch

elektronischer Dokumente wie Rechnungen,

Versandbenachrichtigungen und Zollanmeldungen

definieren. Diese Spezifikationen

gewährleisten, dass Dokumente ausschließlich

zwischen authentifizierten Parteien übermittelt

werden und Datenintegrität und Vertraulichkeit

gewahrt bleiben. Durch die Einführung von eDelivery-Standards

gemäß der EU-eIDAS-Verord-

KONZENTRIEREN SIE SICH AUF DAS WESENTLICHE.

MIT LOGISTIK-OUTSOURCING VON LOGSERV.

Wir verbinden, was zusammen gehört. Wirtschaftliche

Abläufe und effiziente Transporte sind heute wichtiger

denn je. Als Full-Service-Spezialist für industrielle Logistik

sind Ihre Herausforderungen bei uns bestens aufgehoben.

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Logistik in Bewegung.


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S16

nung (EU) 910/2014, können Unternehmen ihre

Dokumenten-Workflows optimieren, manuelle

Eingriffe reduzieren und die grenzüberschreitende

Rechtsgültigkeit gewährleisten, gleichzeitig

aber auch eine datenschutzkonforme

Bearbeitung gewährleisten.

Compliance mit elektronischen Fracht- und

Transportinformationen: Implementierung des

gemeinsamen EU-Datensatzes

Die Europäische Union hat einen gemeinsamen

Datensatz für elektronische Fracht- und

Transportinformationen (eFTI-Verordnung

[2020/1056]) eingeführt, der für alle Verkehrsträger

gilt. CEN-Normen orientieren sich an dieser

Initiative, indem sie die Struktur und Semantik

der zwischen den Parteien ausgetauschten

Daten übernehmen, einschließlich der Digitalisierung

von Transportdokumenten der Post (einschließlich

Kurier-, Express- und Paketdienste).

In der E-Commerce-Logistik ermöglicht diese

Harmonisierung Logistikunternehmen die Einhaltung

gesetzlicher Anforderungen an die

Datenbereitstellung, unabhängig davon, ob

Waren auf der Straße, der Schiene, in der Luft

oder auf dem Seeweg transportiert werden. Die

Verwendung eines standardisierten Datensatzes

vereinfacht die Berichterstattung, minimiert

Doppelgleisigkeit und ermöglicht eine nahtlose

Integration mit nationalen und europäischen

Behörden.

Vorteile und Auswirkungen: Effizienz, Transparenz,

Einhaltung gesetzlicher Vorschriften

Die Harmonisierung des elektronischen Datenaustauschs

durch CEN-Normen bietet dem

E-Commerce- und Logistiksektor erhebliche

Vorteile:

Wer diese Vorteile nutzen möchte, wer einen

Wissensvorsprung erreichen möchte

oder wer aktiv die Rahmen der Branche bearbeiten

möchte, sollte Teil unseres internationalen

Netzwerkes werden und sich dem

logistic-natives e.V. anschließen (florian.seikel@logistic-natives.com).

•-Effizienz: Automatisierte, standardisierte

Datenflüsse reduzieren manuelle Eingriffe, Fehler

und Verzögerungen.

•-Transparenz: Eindeutige Parteikennungen und

ein nachvollziehbarer Dokumentenaustausch

verbessern die Transparenz und Verantwortlichkeit

in jeder Phase der Lieferkette.

•-Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Die

Anpassung an die EU-Datenanforderungen

gewährleistet, dass Unternehmen grenzüberschreitend

sicher agieren können und kostspielige

Strafen und Störungen vermieden werden.

•-Interoperabilität: Gemeinsame Standards

ermöglichen eine nahtlose Zusammenarbeit

zwischen Beteiligten, die unterschiedliche IT-

Systeme und Plattformen nutzen.

•-Herr im eigenen Haus: Mit der Harmonisierung

der des europäischen Regelungsrahmens nach

europäischen Vorgaben gewährleistet CEN, nach

Vorgaben der EU 27, die notwendige Datensouveränität,

sowie die Sicherstellung, dass Dritte

aus dem EU-Ausland sich an die europäischen

Vorgaben halten müssen.

(RED)


Der Kongress

für den

österreichischen

Handel

handelskolloquium.at

26.MÄRZ

HANDELS

KOLLOQUIUM

2026

APOTHEKERTRAKT

SCHLOSS

SCHÖNBRUNN


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S18

Das war der

Retail Tech Day 2025

Besucherrekord beim Gipfeltreffen der heimischen

Retail-Tech- & Scaleup-Szene in

Wien. Mehr als 250 Gäste waren beim wichtigsten

Technologie-Event des österreichischen

Handels mit Staatssekretär Alexander

Pröll. "Retail Innovation Award" an

MediaMarkt, Billa, Spar und Rasendoktor.

GERALD KÜHBERGER

STEPHAN MAYER-HEINISCH |

Das digitalaffine Who is Who der

österreichischen Handelsbranche

hat sich am 19. November beim

RETAIL TECH DAY des Handelsverbandes

hoch über den Dächern Wien im The

Stage im Tech Gate Vienna getroffen. Der traditionelle

Pflichttermin für die Handelsszene

sowie Brancheninteressierte fand bereits zum

14. Mal statt. Mehr als 250 Gäste verfolgten das

von Handelsverband-Geschäftsführer Rainer

Will eröffnete Tech-Event – ein neuer Besucherrekord!

Alexander Pröll: So gelingt die

digitale Transformation

Im Fokus standen getreu dem Eventslogan "The

Future of Retail Technology" neue KI-Innovationen

wie Agentic Commerce. "Künstliche Intelligenz

ist kein weiteres Werkzeug in der langen

Geschichte technologischer Innovationen. Sie

ist ein Multiplikator, skaliert Fähigkeiten, aber

auch Fehler. Sie demokratisiert Wissen, aber

verschiebt auch Macht. Und sie verändert den

Arbeitsmarkt und das wirtschaftliche Umfeld

nicht in Jahrzehnten, sondern in Quartalen", so

Rainer Will in seinem Intro.

Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll

ergänzte in seinem Vortrag: "Alle drei Monate ist

die Hälfte des Wissens über Künstliche Intelligenz

nicht mehr aktuell. Die KI ermöglicht uns

exponentielles Wachstum. Klar ist aber auch,

dass wir die digitale Transformation nur gemeinsam

meistern. Hier sind die heimischen Händler

und der Handelsverband ganz wichtige Partner."

Julia Shaw: So gelingt Erinnern in Zeiten der KI

Für Begeisterung sorgte auch die Keynote "Die

Zukunft der Erinnerung" der Bestsellerautorin,

Kriminalpsychologin und Erinnerungsforscherin


Julia Shaw. "Beim Erinnern ist Mühe ganz

wichtig. Ohne Mühe bleibt nichts hängen.

Das kann uns auch die KI nicht abnehmen",

so die gebürtige Deutsche, "ihr seid

die Kuratoren eurer eigenen digitalen

Identität. Bleibt wachsam!"

Im Anschluss durfte das Publikum u.a.

dem Best Practice-Vortrag von Manuela

Koloszar (Mömax) und Cyril Catel (iAdvize)

über autonome KI-Agenten im Handel

lauschen. Das Fazit? Agentic Commerce

wird den eCommerce in den kommenden

Jahren revolutionieren. Allein der neue

AI-Shopping Assistent von Amazon soll

im kommenden Jahr einen zusätzlichen

Umsatz von 10 Milliarden Euro generieren.

Aber keine Sorge: Auch heimische

Player wie Mömax sind im AI-Game vorne

mit dabei. Der zweite Best Practice-Vortrag

von Markus Husemann-Kopetzky

(Price Management Institute) und Michael

Stolte-Dehn (ANWR Media Group) stand

ebenfalls im Zeichen des Onlinehandels,

allerdings mit Fokus auf faires, smartes

und zukunftsfähiges Pricing. Auch hier

gilt: Wer wettbewerbsfähig bleiben will,

kommt an der KI nicht vorbei.

den Austausch zwischen Anbietern und

Anwendern zu fördern. Wenn es um die

tatsächliche Anwendung von KI-Lösungen

geht, ist keine Altersgruppe aktiver

als die Generation Z. Smartflation und frugale

Innovationen werden in diesem Kontext

umso wichtiger. Wie das in der Praxis

ausschaut, zeigte Agnieszka Spionek von

Mastercard in ihrem spannenden Vortrag.

All Eyes on AI: So verändert

KI unsere Arbeitswelt

Im großen AI-Podium diskutierten Matthias

Grabner (AI Austria), Daniel Keinrath

(Fonio.ai), Eugenia Stamboliev (WAIA

Austria) und Thomas Steiner (MediaMarkt)

über die massiven Auswirkungen der KI

auf unsere Arbeitswelt, unsere Kreativität

und den Customer Care-Bereich. Leb-

Andreas Gugumuck: So gelingt

Digitalisierung in der Schneckenzucht

Was hat Schneckenzucht mit Digitalisierung

zu tun und funktioniert das auch in

der Cloud? Die Antwort lautet „ja natürlich“

– sagt zumindest Andreas Gugumuck,

Gründer der Wiener Schnecken Manufaktur

und Initiator des Projekts „Zukunftshof“.

Als gelernter Wirtschaftsinformatiker

mit fast zehn Jahren Erfahrung als IT-Projekt-

und Testmanager überträgt er seit

der Gründung der Schnecken Manufaktur

2014 konsequent Prozess- und Qualitätsmanagement

auf seinen Familienbetrieb.

Prädikat beeindruckend!

Beeindruckend ist auch der KI-Marktplatz

des AWS. Johannes Schellnegger

referierte live on stage über die zentrale

österreichische Plattform zur Sichtbarmachung

von rund 250 KI-Anbietern in

ganz Österreich. Ziel des KI-Marktplatzes

ist es, das Potenzial von Künstlicher

Intelligenz sichtbarer zu machen und

#ECOMLOG25

Danke, Wien!

Der eCommerce Logistik-Day

war wieder ein voller Erfolg.

Sie konnten unseren Vortrag „Schnell, transparent

und kosteneffizient – Erfolgsfaktoren im eCommerce“

nicht live erleben?

Gerne schicken wir Ihnen unseren Vortrag zu:

joachim.kieninger@elementlogic.net

Weitere Einblicke und Lösungen finden Sie auf elementlogic.net/de


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S20

(HexaMates) und Florian Brunner (42Vienna) auf

der Bühne ihre innovativen Lösungen für den

heimischen Handel präsentieren.

haft diskutiert wurde u.a. auch über die Frage, ob

bzw. wann die KI-Blase platzen wird. Immerhin

erreichte NVIDIA, der global führende Anbieter

von KI-Computing, als erstes Unternehmen

weltweit eine Marktkapitalisierung von über 5

Billionen Dollar.

Während der KI-Boom das Silicon Valley bereits

völlig disruptiert hat, hinkt Europa bei den Investitionen

noch deutlich hinterher. Es gibt aber

auch in Österreich einige Leuchtturmprojekte –

u.a. bei SPAR, wie Andreas Kranabitl, Geschäftsführer

der SPAR Information & Communication

Services (ICS) erläuterte.

All Eyes on Innovation: So verändern KI-Startups

unsere Wirtschaft

In der traditionellen Innovation-Session, die von

Markus Kuntke (Head of Trend and Innovation

bei der Rewe Group) mit viel Know-how moderiert

wurde, durften Sebastian Ludwig (Respory),

Magali Kirsch (SoPost), Christopher Strommer

And the Austrian Retail Innovation Award

2025 goes to…

Ein weiterer Höhepunkt und krönender

Abschluss des TECH DAY 2025 war die Verleihung

der Austrian Retail Innovation Awards

durch HV-Geschäftsführer Rainer Will, Florian

Haas, Leiter Startup Ökosystem und Head of

Brand & Growth von EY Österreich, und Clarissa

Groll, Managing Director von ACL advanced

commerce labs, den beiden Schirmherrn der

Awards. Die höchste Auszeichnung der heimischen

Retail-Tech-Szene wurde heuer an

MediaMarkt, Billa, Spar und Rasendoktor vergeben.

Der Handelsverband, EY und ACL gratulieren

allen Gewinnern sowie den insgesamt 19

Finalisten herzlich.

Nadja Bernhard (ORF) glänzte als Moderatorin

und führte kompetent durch den Nachmittag.

Bevor es dann am Abend zum Ausklang und

Networking mit Drinks bei der Afterparty ging,

warteten tolle Tech-Preise und exklusive Tickets

für ausgewählte HV-Events auf die glücklichen

Gewinner:innen der Retail Rallye. Das Team des

Handelsverbandes bedankt sich herzlich bei

allen Speaker:innen und Gästen sowie bei den

zahlreichen Kooperationspartner und Sponsoren

des RETAIL TECH DAY 2025.

(RED)


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logistik-express.com


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S22

Austrian Retail

Innovation Awards 2025:

MediaMarkt, Billa, Spar

und Rasendoktor

prämiert

Höchste Auszeichnung der heimischen

Retail-Tech-Szene wurde am 19. November

im Rahmen des RETAIL TECH DAY von HV &

Kooperationspartnern EY und ACL vergeben

– erstmals in vier Kategorien. Rekordzahl

an Einreichungen.. Sven Voth, Elisabeth

Zehetner, Marcus Wild, Christoph Andexlinger,

Thomas Hahn, Nicole Reitinger, uvm. live

on Stage. MANUEL FRIEDL

MediaMarkt, Billa, Spar und Rasendoktor

sind gemeinsam mit ihren

Technologiepartnern die Gewinner

der diesjährigen Austrian

Retail Innovation Awards. Mit diesem Preis werden

in Österreich tätige Handelsunternehmen

für den Einsatz herausragender und innovativer

Technologie-Lösungen ausgezeichnet. Die

begehrten Trophäen wurden heuer zum bereits

zehnten Mal vergeben – erneut in Zusammenarbeit

mit EY als Schirmherr.

Nikolaus Köchelhuber und Florian Haas von der

Unternehmensberatung EY übergaben die Auszeichnungen

gemeinsam mit Handelsverband-

Geschäftsführer Rainer Will im Rahmen des

RETAIL TECH DAY 2025 am 19. November im Tech

Gate Vienna.

Eine hochkarätige Jury – bestehend aus Cordula

Cerha (WU Wien), George Wallner (Post Business

Solutions), Awi Lifshitz (weXelerate) und

dem Jury-Vorsitzenden Florian Haas (EY) – hat

schließlich die Sieger ermittelt.

Kategorie "Best Instore Innovation"

GEWINNER: Billa & Vusion Group: Captana ist

ein KI-gestütztes Kamera-System, das Regale

in Echtzeit überwacht und bei fehlender Ware

automatisch Nachfüllaufgaben auslöst. So werden

Out-of-Stock-Situationen reduziert, Mitarbeitende

entlastet und die Warenverfügbarkeit

für Kund:innen verbessert.

Weitere Finalisten:

•-MPreis & Zebra für den KI-basierten

„Zebra Companion“

•-Thalia & WeJobbr für die Überbrückung

von Personalengpässen mit Studierenden

Kategorie "Best Online Innovation"

GEWINNER: Rasendoktor & bilberry: Hektor ist ein

KI-gestützter digitaler Fachberater für Rasenpflege,

der auf dem Expertenwissen von Rasendoktor

basiert. Er beantwortet Kundenfragen

rund um die Uhr, erstellt geprüfte Produktempfehlungen

und kann per Bilderkennung den

Zustand des Rasens analysieren. So steigert er

Servicequalität, Entlastung des Teams und die

Conversion im Webshop.

Weitere Finalisten:

•-Douglas & SoPost für ihre digitale,

datengetriebene Sampling-Lösung

•-Mömax & iAdvize für den IA-Shopping-

Assistant iAdvize

Kategorie "Best Omnichannel Innovation"

GEWINNER: MediaMarkt & Wolt: MediaMarkt

schafft mit „Wolt Drive x MediaMarkt“ eine echte

Omnichannel-Innovation, indem der Händler

Technikprodukte erstmals direkt aus seinen

Märkten in nur 90 Minuten liefert und so Kundenerlebnis,

Umsatz, lokale Marktstärke und

logistische Effizienz zugleich massiv steigert.

50 Einreichungen, 19 Nominierte, 4 Sieger

Aus der bisherigen Rekordzahl von 50 Einreichungen

war im Vorfeld eine Shortlist der besten

Projekte erstellt worden, 19 Unternehmen wurden

für die Retail Innovation Awards nominiert.

Weitere Finalisten:

•-Juwelier Mayerhofer & Euques für das KIbasierte

Video-Commerce-System MOQSTA

•-Nah & Frisch & Circly für die durch KI-gestützte

Absatzprognosen optimierte Beschaffung


Sonderkategorie "Best Digital Transformation"

Heuer gab es zusätzlich zu den drei schon

bewährten Kategorien erstmals die Sonderkategorie

„Best Digital Transformation“ mit dem

Schirmherrn ACL advanced commerce labs. Den

Innovation Award für diese Kategorie übergab

Clarissa Groll, Managing Director von ACL.

GEWINNER: Spar: Spar stärkt mit der digitalen

Spar-Produktwelt den stationären Handel,

indem Kund:innen erstmals über 30.000 Produkte

inklusive Preisen, Aktionen und Echtzeit-

Verfügbarkeiten online einsehen können – für

maximale Transparenz, weniger Frustration,

höhere Zufriedenheit und ein moderneres, planbares

Einkaufserlebnis.

Weitere Finalisten:

•-Kleider Bauer & Remira für die Integration

einer neuen Omnichannel-Lösung

•-Samen Schwarzberger für einen

digitalen Saatgut-Konfigurator

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes:

„Österreich zählt zu den innovationsfähigsten

Volkswirtschaften der Welt. Der heimische

Handel setzt vieles bereits in der Praxis um

und zählt damit zu den innovativsten Branchen

des Landes. Das zeigt auch die hohe Qualität der

heurigen Einreichungen. Die große Brandbreite

von innovativen Konzepten, die den Handel vorantreiben,

ist beeindruckend. So schaut gelebte

Innovation in Österreich durch den Handel aus."

Florian Haas, Leiter Startup Ökosystem und Head

of Brand & Growth bei EY Österreich: “Gerade in

Zeiten großer Veränderungen ist das ständige

und konsequente Weiterentwickeln des eigenen

Geschäftsmodells erfolgskritisch für jeden

Händler. Innovationen im Handel sollen uns

einerseits das Einkaufen erleichtern und damit

Frequenz und Kundenloyalität erhöhen. Andererseits

sollen sie Prozesse vereinfachen und

somit effektiver und kostengünstiger gestalten.

Das unterstützen wir bei EY aus voller Überzeugung.”

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S24

Heimischer Handel

bringt tolle Verkaufstalente

hervor

Bundessparte Handel gratuliert Teilnehmer

des „Junior Sales Champions International

2025“ in Salzburg und bedankt sich bei den

Lehrbetrieben.

Die Teilnehmer des Wettbewerbs

„Junior Sales Champion International

2025“, bei dem zwölf Lehrlinge,

die Sieger der nationalen Bewerbe

aus Österreich, Deutschland und der Schweiz

gegeneinander antraten, mussten in Verkaufsgesprächen

mit Testkunden ihr Fachwissen

unter Beweis stellen. Zudem galt es, gut zu argumentieren

und auf diese Weise einen erfolgreichen

Abschluss zu erzielen. Besonderen Wert

legte die hochkarätig besetzte Fachjury auch

auf die Warenpräsentation und testete zudem

den Umgang mit ungewöhnlichen Situationen.

Siegerin des Lehrlingswettbewerbs wurde

Seline Reichen aus der Schweiz, auf den Plätzen

zwei und drei landeten mit der Tirolerin Anna

Gruber und der Steirerin Lisa Maria Simperl zwei

Teilnehmer aus Österreich.

Professionelle Verkaufsgespräche

"Die hervorragenden Leistungen beim diesjährigen

Junior Sales Champions International-

Bewerb haben es erneut eindrucksvoll bewiesen:

Im heimischen Handel gibt es tolle Verkaufstalente,

deren Leistungen sich im internationalen

Vergleich sehen lassen können“, sagt Iris Thalbauer,

Geschäftsführerin der Bundessparte Handel

in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Sie spricht daher allen Teilnehmer:innen des

Lehrlingswettbewerbs, der gestern Nachmittag

in der Wirtschaftskammer Salzburg stattfand,

ihre Glückwünsche aus. „Ein besonderer Dank

gilt auch den Handelsbetrieben, die durch ihre

engagierte Ausbildung jungen Menschen beste

Zukunftsperspektiven bieten und einmal mehr

zeigen, wie vielseitig, kreativ und spannend der

Handel als Berufsfeld ist“, betont Thalbauer.

(RED)

Fotocredit: Camera Suspicta/Susi Berger


The Startup-

Meetup

retailstartupnight.at

15.APRIL

RETAIL STARTUP

NIGHT2026

WIENER URANIA


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S26

Die starke Zunahme des Social Commerce

und immer großzügigere

Rückgabebedingungen sind für Einzelhändler

ein kostspieliges Problem:

Phantombestände. Damit sind Produkte

gemeint, die in den Bestandsystemen fälschlicherweise

als verfügbar angezeigt werden, aber

physisch nicht vorhanden sind. Der Phantombestand

kann gestohlen worden sein, gerade

auf dem Weg zum Kunden oder in einem Berg

von Rücksendungen begraben. Er ist unsichtbar,

unverkäuflich und stellt Einzelhändler vor

erhebliche Herausforderungen bei ihren Prognosen.

Das ist nicht nur ein kleines Backend-Problem.

Der Anstieg der Retouren ist zu einer gewaltigen

operativen Herausforderung geworden,

die durch zunehmende betrügerische Retouren

noch verschärft wird. Dieses Phänomen gehört

zu den fünf Betrugsarten, durch die Unternehmen

in Deutschland am meisten Geld verlieren.

Viele Einzelhändler befinden sich in einem logistischen

Albtraum, da sie Retouren zur manuellen

Prüfung über zentralisierte Distributionszentren

leiten müssen – ein langsamer, arbeitsintensiver

Prozess, der die Wiederauffüllung der Regale mit

wertvollen Waren verzögert.

Der Kampf gegen die

Phantombestände: So

gewinnt der Einzelhandel

die Oberhand

Die gruseligsten Horrorfilme sind die, in denen

man das Monster niemals sieht und es eine

unsichtbare Quelle des Chaos bleibt. Im Einzelhandel

ist es genauso.

Während des diesjährigen Amazon Prime Day

Shopping-Events hat eine Studie von Manhattan

Associates im Vereinigten Königreich

das Ausmaß des Problems während saisonaler

Spitzenzeiten aufgezeigt. Die Befragung ergab,

dass 23 % der Einzelhändler 10 bis 20 % ihrer

gesamten Umsätze am Amazon Prime Day als

Retouren zurückerhalten und 18 % angaben,

dass nur 10 bis 20 % dieser Retouren zum vollen

Wert wiederverkauft werden können. Dieselbe

Studie hob hervor, dass die durchschnittlichen

Retourenkosten für mehr als die Hälfte (51 %) der

Unternehmen zwischen 20 und 49,99 £ liegen,

wobei der plötzliche Zustrom von Retouren die

Margen schmälert.

„Phantombestand bereitet Einzelhändlern echte

Alpträume und beeinträchtigt nicht nur ihre

Rentabilität, sondern auch die Kundenzufriedenheit

und -treue“, sagt Gerridt Woesmann, Senior

Sales Executive bei Manhattan Associates. „Einzelhändler

stehen im Spannungsfeld zwischen

den Erwartungen der Kunden hinsichtlich einfacher

Rückgaben und der operativen Realität

ihrer Abwicklung. Und da eine negative Erfahrung

45 % der Käufer davon abhält, erneut zu


kaufen, ist die Entscheidung nicht einfach. Ohne

einen klaren Überblick über diesen Phantombestand

verfügen Einzelhändler nicht über alle

Informationen, um Planungsentscheidungen zu

treffen.“

Unsichtbares sichtbar machen

Die Lösung liegt nicht unbedingt in strengeren

Rückgabebedingungen, die viele Kunden

abschrecken können. Es geht darum, eine digitale

Infrastruktur aufzubauen, die vollständige

End-to-End-Transparenz bietet. Durch die Nutzung

eines einheitlichen Handelsmodells, das

Echtzeitdaten verwendet, können Einzelhändler

bisher unsichtbare Lagerbestände sichtbar

machen. Und durch die Korrektur von Ungenauigkeiten

im Lagerbestand könnten Unternehmen

laut einer Studie der ECR Retail Loss Group sogar

einen Umsatzanstieg von 11 % erzielen.

„Das Problem der Phantombestände lässt sich

durch eine einheitliche Echtzeit-Übersicht über

Lagerbestände, Bestellungen und Kundendaten

erheblich mindern“, sagt Gerridt Woesmann.

„Dadurch können Einzelhändler schnell intelligente

Entscheidungen treffen, die Zeit bis zur

Wiederverkäuflichkeit der Bestände verkürzen,

die Prognosegenauigkeit drastisch verbessern

und den Cashflow steigern.“

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Intralogistik &

E-Commerce

Handel &

Distanzhandel

Vom Albtraum zum Traum

Kundenbindung im Einzelhandel bedeutet vor

allem, bequeme und zuverlässige Kundenerlebnisse

zu schaffen, die durch nachhaltige, zirkuläre

Prozesse ermöglicht werden. Um dies zu

erreichen, müssen Marken Engpässe in ihrem

Retourenzyklus beseitigen – mit einem technologiegestützten

Prozess, der den Weg zurück

ins Regal optimiert und eine logistische Herausforderung

in einen Wettbewerbsvorteil verwandelt.

So können Unternehmen agiler, reaktionsschneller

und widerstandsfähiger werden,

selbst bei schwankender Nachfrage und hohen

Retourenvolumen. „Bei Retouren geht es um

weit mehr als nur um die Bearbeitung von Artikeln;

es geht darum, die Kundenbeziehungen

zu stärken“, sagt Gerridt Woesmann. „Durch

die Umstellung auf Unified Commerce können

Marken ihre Prozesse von überflüssigen Lagerbeständen

befreien, die Produktverfügbarkeit

maximieren, die Wiederverkaufsraten beschleunigen

und letztendlich ein besseres Markenerlebnis

gewährleisten.“

(RED)

Transport &

Logistik

logistik-express.com


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S28

Black Friday 2025:

Betrug bei Zahlungen

nimmt an Geschwindigkeit

und Umfang zu

Während sich Verbraucherinnen und Verbraucher

auf die umsatzstärkste Einkaufszeit

des Jahres vorbereiten, nimmt der Betrug im

Zahlungsverkehr rasant an Geschwindigkeit

und Umfang zu.

Neue Daten von Zentralbanken sowie

aus der aktuellen Studie von Signicat

zum Identitätsbetrug zeigen:

Die starke Kundenauthentifizierung

(Strong Customer Authentication, SCA) hat zwar

das Kartenbetrugsrisiko innerhalb des Europäischen

Wirtschaftsraums (EWR) deutlich reduziert,

doch verlagern Kriminelle ihre Aktivitäten

auf andere Schwachstellen im Zahlungssektor.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die

Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA)

berichten, dass der Betrug mit den wichtigsten

Zahlungsinstrumenten im EWR allein im ersten

Halbjahr 2023 ein Volumen von 2,0 Milliarden

Euro erreichte. Das Risiko von Kartenbetrug

ist inzwischen für Transaktionen innerhalb

des EWR, in denen SCA greift, spürbar geringer.

Dies belegt einerseits die Wirksamkeit besserer

Sicherheitsmaßnahmen, zeigt andererseits

jedoch auch, dass Angreifer gezielt andere verwundbare

Punkte im Zahlungsökosystem ausloten.

Der von Signicat in Zusammenarbeit mit dem

Cybersicherheitsunternehmen Red Goat Cyber

Security erstellte Bericht „The Battle in the Dark“

(2025) über Identitätsbetrug zeigt, wie sich dies

in der Praxis niederschlägt. Verantwortliche für

Betrugsbekämpfung in ganz Europa berichten:

Schätzungsweise jeder fünfte Onboarding-Vorgang

ist betrügerisch. 22 % des Jahresumsatzes

sind von Identitätsbetrug und den Kosten

für dessen Verhinderung betroffen. 59 % haben

im vergangenen Jahr einen Anstieg erfolgreicher

Identitätsbetrugsversuche festgestellt.

Dennoch glauben 74 % weiterhin, dass sie den


Kampf gegen Betrug gewinnen.

„Der Black Friday und die Weihnachtszeit

sind besonders kritische Zeiträume für

Zahlungsbetrug“, sagt Pinar Alpay, Chief

Product Officer bei Signicat. „Das Transaktionsvolumen

steigt sprunghaft an, Kundinnen

und Kunden erwarten sofortige

Entscheidungen und Betrüger treten mit

industrialisierten, KI-gestützten Taktiken

an. Am besten gewappnet sind die Unternehmen,

die digitale Identität als Rückgrat

ihrer Betrugsstrategie verstehen – nicht

als nachgelagerten Zusatz.“

Taktiken und Gefährdung im Jahr 2025

Die Untersuchungen von Signicat zeigen,

dass Betrüger klassische Methoden

mit neuen, identitätsbezogenen Angriffen

kombinieren, wenn sie Zahlungsund

Fintech-Anbieter ins Visier nehmen.

Besonders häufig anzutreffen sind derzeit:

Die häufigsten Angriffe heute

Kontoübernahme (Account Takeover,

ATO): 36 %. Fälschung von Ausweisdokumenten:

35 %. Social Engineering: 32 %

Erwartete schnellste Zunahme

Fälschung von Ausweisdokumenten:

33 % - Social Engineering: 29 %.

Höchste Kosten für die Behebung

Fälschung von Ausweisdokumenten:

31 % - Social Engineering: 31 %

Digitale Identitätssysteme und elektronische

Identitäten (eIDs) sind sowohl eine

Verteidigungslinie als auch ein attraktives

Angriffsziel. Die Befragten geben an, dass:

Schnelle Transaktionen,

schneller Betrug

Sofortzahlungen, mobile Wallets und „Buy

now, pay later“-Modelle (BNPL) haben das

Einkaufserlebnis an der Kasse grundlegend

verändert. Entscheidungen, die

früher Minuten dauerten, werden heute

innerhalb von Sekunden getroffen. Am

Black Friday verkürzen sich diese Entscheidungsfenster

nochmals, da Risikoteams

mit extrem hohem Transaktionsaufkommen

zurechtkommen müssen.

Diese Beschleunigung spielt Betrügerinnen

und Betrügern in die Hände. Mithilfe

automatisierter Skripte und KI-gestütztem

Social Engineering können sie Angriffe in

Echtzeit starten, skalieren und anpassen.

Gestalten

Sie mit für mehr

Sichtbarkeit –

Frequenz –

Reichweite

Gemeinsam bringen wir Ihr

Business ins Blickfeld.

LOGISTIK express – Ihr

Marktplatz für News,

Innovationen und Trends.

In der Studie „The Battle in the Dark“ von

Signicat berichten die befragten Zahlungs-

und Fintech-Unternehmen

• 67 % melden im vergangenen Jahr mehr

Betrugsversuche. • 54 % melden

mehr erfolgreiche Betrugsfälle. • Rund 40

% der Angriffe konzentrieren sich inzwischen

auf die Transaktionsphase und

nicht mehr nur auf das Onboarding.

Diese Entwicklungen sind eingebettet

in einen globalen Trend zunehmenden

Online-Betrugs. Juniper Research

prognostiziert, dass die Verluste durch

E-Commerce-Betrug von 44,3 Milliarden

US-Dollar im Jahr 2024 auf 107 Milliarden

US-Dollar im Jahr 2029 steigen werden –

ein Anstieg um 141 Prozent.


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S30

• 48 % Kontoübernahmen im Zusammenhang

mit elektronischen Identitätsnachweisen beobachten,

• 40 % Identitätsdiebstahl oder Identitätsklonen

rund um elektronische Identitäten

sehen, • und mittlerweile etwa ein Drittel der

Betrugsversuche direkt auf elektronische Identitätstechnologien

abzielt.

„Fälschungen von Identitätsdokumenten und

Social Engineering sind symptomatisch dafür,

wie die Branche Onboarding und Authentifizierung

gestaltet hat“, erklärt Pinar Alpay, CPO bei

Signicat. „Betrüger haben gefälschte Identitäten

und skriptbasierte Manipulation industrialisiert.

Strategien und Prozesse müssen sich ändern,

wenn wir das Wachstum dieser Angriffe stoppen

wollen. Jedes Unternehmen, das seine Systeme

nicht an diese Realität anpasst, entscheidet sich

faktisch dafür, Betrug mit den eigenen Margen

zu finanzieren.“

KI auf beiden Seiten

Künstliche Intelligenz ist heute fester Bestandteil

des täglichen Betrugsgeschäfts. Synthetische

Identitäten, Deepfake-Audio und -Video sowie

hochgradig personalisierte Phishing-Kampagnen

sind keine exotischen Spezialtechniken

mehr, sondern gängige Standardwerkzeuge.

Laut dem Bericht von Signicat: • setzen bereits

73 % der Unternehmen KI in ihrer Abwehr ein,

• während 71 % davon ausgehen, dass Angreifer

KI gezielt gegen sie einsetzen. Dies führt zu

einem regelrechten Wettrüsten. Sobald ein Verhaltensmuster

erkannt und blockiert wird, passen

Betrüger ihre Taktik an. 80 % der befragten

Unternehmen geben an, dass Angreifer ihren

Ansatz ändern, wenn sie gestoppt werden –

häufig, indem sie auf neue Kanäle ausweichen

oder schwächere Partner in der Wertschöpfungskette

ausnutzen.

Auswirkungen auf Unternehmen

und Bereitschaft

Die finanziellen Folgen von Identitätsbetrug reichen

weit über direkte Abschreibungen hinaus.

Unternehmen müssen Ermittlungen, Rückbuchungen,

Abhilfemaßnahmen und Rechtskosten

tragen, dazu Investitionen in neue Kontrollen tätigen

und Reputationsschäden verkraften, wenn

Vorfälle öffentlich werden. Laut dem Bericht

„The Battle in the Dark“ von Signicat belasten

die finanziellen Auswirkungen von Identitätsbetrug

Unternehmen bereits lange, bevor der

Black-Friday-Ansturm einsetzt. Die Befragten

schätzen, dass Identitätsbetrug und die zu seiner

Bekämpfung erforderlichen Maßnahmen im

Zahlungs- und Fintech-Sektor im Durchschnitt

mehr als 16 % des Jahresumsatzes binden; sektorübergreifend

über alle Branchen und Märkte

hinweg steigt dieser Anteil auf 22 %. Gleichzeitig

nennt fast ein Drittel der Organisationen (32 %)

Schwächen bei Partnern oder Dienstleistern als

erhebliches Betrugsrisiko. Dies verdeutlicht, wie

anfällig das heute stark vernetzte Zahlungsökosystem

geworden ist.

Steigen die Transaktionsvolumina in der Weihnachtszeit

rund um den Black Friday stark an,

drohen diese strukturellen Schwächen und die

bereits hohen Betrugskosten weiter verstärkt zu


werden – sofern Händler und Zahlungsdienstleister

nicht in robuste, EU-konforme Maßnahmen

zur Identitäts- und Betrugsprävention

investieren. Dennoch zeigt dieselbe Studie auch

eine Vertrauenslücke. Während 84 % angeben,

dass sie die meisten Betrugsversuche stoppen,

und 89 % sagen, sie aktualisierten ihre Technologien

regelmäßig, messen lediglich 45 % tatsächlich

die vollständigen Auswirkungen von

Identitätsbetrug. „Zu viele Unternehmen agieren

halb blind“, kommentiert Alpay. „Sie investieren

in Tools und gehen davon aus, dass alles unter

Kontrolle ist, verfügen aber über nur begrenzte

Messinstrumente für den Betrug, der dennoch

durchkommt oder für die Reibung, die sie legitimen

Kundinnen und Kunden zumuten. Die

fortschrittlichsten Betrugsteams behandeln

Identitätsdaten als strategische Grundlage für

Analysen. Sie kennen ihre Schwachstellen und

können die Kompromisse, die sie eingehen, klar

benennen.“

Vorbereitung auf EUDI-Wallets

und Bewältigung heutiger Betrugsrisiken

Die eIDAS-2.0-Verordnung ist inzwischen in

Kraft und schafft den rechtlichen Rahmen für

europäische digitale Identitäts-Wallets (EUDI-

Wallets). Bis 2027 muss jeder EU-Mitgliedstaat

mindestens ein Wallet bereitstellen, mit dem

Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen ihre

Identität nachweisen und verifizierte Attribute

grenzüberschreitend austauschen können.

„EUDI-Wallets haben enormes Potenzial für den

Zahlungsverkehr“, sagt Esther Makaay, VP of

Digital Identity bei Signicat. „Sie können Zahlungsdienstleistern

und Händlern vom ersten

Tag der Kundenbeziehung an Zugang zu Identitäts-

und Attributdaten mit hoher Sicherheit

verschaffen – ein enormer Vorteil für die

Betrugsprävention. Gleichzeitig wird es jedoch

mehrere Jahre dauern, bis Wallets breit eingeführt

und angenommen sind. Unternehmen

können nicht darauf warten, dass Wallets die

heutigen Betrugsprobleme für sie lösen.“ Mit

Blick auf den Black Friday 2025 und die Hochsaison

im Weihnachtsgeschäft fordert Signicat

Zahlungs- und Fintech-Anbieter daher auf, jetzt

zu handeln, statt abzuwarten, bis die Betrugsverluste

explodieren. Ausgangspunkt ist eine

klare Bestandsaufnahme: Wo führt Identitätsbetrug

bereits zu Umsatzeinbußen, und welche

Kundenreisen, Segmente und Partner sind

besonders exponiert?

Auf dieser Basis sollten Anbieter sowohl ihre

Dokumenten- als auch ihre Identitätsprüfungsprozesse

modernisieren, mit besonderem Fokus

auf risikoreichere Prozesse. Zugleich sollten sie

sicherstellen, dass aussagekräftige Identitätssignale

in Echtzeit in die Zahlungsrisikomechanismen

einfließen, damit verdächtiges Verhalten

identifiziert und hinterfragt werden kann, bevor

eine Transaktion freigegeben wird. Parallel dazu

gilt es, Systeme und Prozesse so vorzubereiten,

dass sie als EUDI-Wallet-Relying-Party fungieren

können, sobald Wallets in Europa ausgerollt

werden. So können Unternehmen von Beginn an

hochsichere digitale Identitäten akzeptieren und

strengere Compliance-Anforderungen in einen

klaren Wettbewerbsvorteil verwandeln.

Info: signicat.com (RED)


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S32

Fakes durch KI: Forcepoint

rät zu erhöhter

Vorsicht bei Black-

Friday-Schnäppchen

Vor dem Black Friday und der Weihnachtszeit

füllen sich die E-Mail-Postfächer wieder

mit zahlreichen Sonderangeboten von

Onlinehändlern. Doch nicht alles, was nach

Schnäppchen aussieht, ist auch eines.

Wie gewohnt versuchen Cyberkriminelle,

arglose Verbraucher

zu täuschen. Dabei sehen ihre

betrügerischen E-Mails und

Websites durch KI überzeugender aus als je

zuvor, warnt der Sicherheitsspezialist Forcepoint.

FABIAN GLÖSER

Die Jagd nach Schnäppchen vor Black Friday

und Weihnachten war für Cyberkriminelle schon

immer eine gute Gelegenheit, Verbraucher zur

Preisgabe sensibler Daten beziehungsweise

zum Kauf nicht existierender oder gefälschter

Produkte zu verleiten. Seit sie allerdings KI

einsetzen, um ihre Mails, Shopping-Websites

und Social-Media-Anzeigen zu gestalten, hat

sich die Bedrohungslage noch einmal deutlich

verschärft. Die Fakes sehen den Mailings,

Shops und Anzeigen angesehener Händler und

Marken oft zum Verwechseln ähnlich und sind

inzwischen selbst für erfahrene Nutzer nicht

sofort als Betrugsversuche zu erkennen. Das

zeigen zahlreiche Beispiele, die die Sicherheitsexperten

von Forcepoint entdeckt haben.

KI hilft Cyberkriminellen beispielsweise, die

Mails und Websites bekannter Händler in wenigen

Minuten zu klonen oder neue Shops mit

Markenprodukten zu Schnäppchenpreisen mit

gefälschten Bewertungen auszustatten. Holprige

Formulierungen und Rechtschreib- oder

Grammatikfehler, die früher ein untrügliches

Zeichen für Fälschungen waren, finden sich

mittlerweile deutlich seltener. Auch wenig professionelle

Betrüger sind mit KI-Tools in der

Lage, vertrauenswürdig aussehende Fakes zu

gestalten, bei denen die Wahrscheinlichkeit

hoch ist, dass zumindest einige Verbraucher auf

sie hereinfallen. Zudem werben viele Cyberkriminelle

in sozialen Netzwerken für ihre Shops


und Sonderangebote, sodass sie ein viel größeres

Publikum als in der Vergangenheit erreichen.

Die Werbekampagnen sind in der Regel

nur kurzlebig und längst wieder verschwunden,

wenn die Betreiber der Netzwerke auf sie aufmerksam

werden.

Allerdings haben die gefälschten Mails und

Shops einige Gemeinsamkeiten, die dabei helfen,

sie als Betrugsversuch zu identifizieren.

Das wichtigste Warnsignal sind unrealistisch

niedrige Preise, die weit unter den sonst üblichen

Angeboten liegen. Gerade bei Luxusartikeln

wie Uhren oder Handtaschen ist besondere

Vorsicht geboten, da diese ohnehin nur selten

als Schnäppchen angeboten werden. Darüber

hinaus ist großer Zeitdruck verdächtig, der

etwa durch Countdowns, kleine Stückzahlen

oder Formulierungen wie „Letzte Chance“ aufgebaut

wird. Und nicht zuletzt fehlen den Seiten

manchmal typische Website-Elemente wie

Datenschutzerklärung, Kontaktinformationen,

Impressum oder der „Über uns“-Bereich.

Forcepoint rät Verbrauchern zudem, sich die

E-Mail- und Internetadressen genau anzuschauen.

Gerne werden Buchstaben bekannter

Domains vertauscht, ähnlich aussehende Zeichen

aus anderen Zeichensätzen verwendet

oder Buchstaben wie „m“ und „l“ durch „rn“ und

„1“ ersetzt. Ein Blick in den Mail-Header kann

helfen, gefälschte Mail-Adressen zu erkennen,

und das Mouse-over über Links die tatsächlich

hinterlegte URL aufzeigen. Außerdem ist es

sinnvoll, bewährte Sicherheitsempfehlungen

zu befolgen: Internetadressen lieber direkt einzugeben,

statt auf Links zu klicken; nur sichere

Zahlungsmethoden zu verwenden; den Zugang

zu Shopping- und Mail-Accounts mit Mehrfaktor-Authentifizierung

(MFA) zu schützen sowie

Software auf dem neuesten Stand zu halten.

„Bei verlockenden Schnäppchen heißt es, Ruhe

bewahren, denn wenn ein Angebot zu schön ist,

um wahr zu sein, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit

ein Betrugsversuch dahinter“, warnt

Fabian Glöser, Manager Sales Engineering Central,

Eastern & Northern Europe bei Forcepoint.

„Verbraucher sollten sich die Zeit nehmen,

Angebote zu hinterfragen und Absender, Links

und URLs genau zu prüfen, bevor sie zuschlagen.

Andernfalls kann eine unliebsame und

teure Feiertagsüberraschung drohen.“

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S34

Black-Friday-Trends:

84% der Onlinehändler

setzen auf Umsatzanstieg

– angetrieben von

der jüngeren Generation

Jüngste DHL eCommerce Trends Reports zeigen:

Fast neun von zehn Händlern bereiten

sich auf die Teilnahme am Black Friday 2025

vor, da 60 % von ihnen im Jahr 2024 höhere

Umsätze verzeichneten als im Jahr zuvor.

Der Black Friday steht vor der Tür und

damit ein wichtiger Termin für das

Jahresendgeschäft im Einzelhandel.

Da der November und Dezember

als umsatzstärkste Monate gelten, fungiert

der Black Friday als wichtiger Katalysator. Die

Erkenntnisse stammen aus der vierten Ausgabe

des DHL eCommerce Trends Report: Shopper

Edit, für den 24.000 Online-Shopper in 24 globalen

Märkten befragt wurden, und der erstmalig

herausgegebenen Business Edit, die Antworten

von 4.050 Unternehmen in 19 Ländern

sammelte. Sie zeigen die Relevanz des Verkaufsevents:

84 % der Online-Händler wollen

am Black Friday 2025 teilnehmen.

Das Vertrauen in die Angebote rund um das

Shopping-Event scheint jedoch nachzulassen.

Während 69 % der Händler glauben, dass Kunden

ihren Angeboten vertrauen, geben nur 50

% der Käufer an, den Black-Friday-Angeboten

vollständig oder größtenteils zu vertrauen. Der

Generationen-Vergleich zeigt ein deutliches

Bild: 56 % der Gen Z vertrauen den Preisen der

Händler, verglichen mit nur 38 % der Babyboomer.

Die Generation Z ist nicht nur führend beim Vertrauen,

sondern auch bei der Kaufabsicht: 81 %

planen, während des Shopping-Events mehr

zu kaufen, verglichen mit 64 % der Babyboomer.

Bemerkenswert ist, dass 56 % der Händler

angeben, während des Black Friday mehr zu

verkaufen als in anderen Zeiträumen, und 60 %

verzeichneten 2024 höhere Umsätze an diesem

Tag als 2023, wobei Großunternehmen mit 69

% Wachstum führend sind. Einzelunternehmer

und Kleinstunternehmen zeigen sich in diesem

Jahr am wenigsten zuversichtlich in Bezug auf

den Black Friday – sie erwarten bescheidenere

Ergebnisse, wobei nur 48 % mit einem Umsatzanstieg

rechnen und nur 57 % glauben, dass

Käufer ihren Angeboten und Preisen vertrauen.

Kundenrezensionen beeinflussen Käufer

Aufseiten der Käufer kaufen drei von vier Shoppern

während des Black Friday mehr oder gleich

viel, wobei sie hauptsächlich durch Rabatte und

Einsparungen (71 %), den Zugang zu exklusiven

Deals (49 %) und zeitlich begrenzte Angebote

(44 %) motiviert werden. Echte Rezensionen

beeinflussen ihre Entscheidungen: 64 %


der Black-Friday-Shopper lassen sich

von Kundenrezensionen in den sozialen

Medien beeinflussen. Flexible Zahlungsoptionen

und Produkte, die in den

sozialen Medien im Trend liegen, ziehen

diese Käufer an. Ihre Kauflust bei Angeboten

geht über den Black Friday hinaus:

53 % geben an, mehr einzukaufen, wenn

sie ein günstiges Angebot oder einen

Rabattcode von einem Händler erhalten.

Sie scheuen sich auch nicht, Angebote

im Ausland zu suchen: 62 % geben an,

bei Händlern außerhalb der Heimat einzukaufen.

Das Lieferangebot scheint den

Kauf abzuschließen – 82 % der Black Friday

Shopper würden den Kauf abbrechen,

wenn ihre bevorzugte Lieferoption an der

digitalen Kasse nicht angeboten wird.

Zudem entscheidend für viele: eine kostenlose

Lieferung.

Es geht um ein Milliardengeschäft und

Marken, die klare Preise, ehrliche Werbeaktionen

priorisieren und den Käufern

die gewünschten Lieferoptionen bieten,

können auf große Gewinne hoffen – nicht

nur am Black Friday oder Cyber Monday,

sondern in der langfristigen Vertrauensökonomie.

(RED)

Alle wichtigen Erkenntnisse Sie unter:

www.dhl.com/reports

Pablo Ciano, CEO bei DHL eCommerce:

„Beim Black Friday geht es nicht mehr

nur um Rabatte, sondern um Vertrauen

und Erfahrung. Händler müssen sich auf

Transparenz, Authentizität und nahtlose

Lieferoptionen konzentrieren, um

die Kundenbindung zu gewinnen. Bei

DHL eCommerce sehen wir Technologie

und Vertrauen als die Zwillingsmotoren

des Wachstums, und wir sind entschlossen,

Unternehmen dabei zu unterstützen,

diese zu nutzen, um erfolgreich zu sein –

nicht nur während des Black Friday, sondern

auch in der langfristigen Vertrauensökonomie.“

Wachstumsmotor im B2B-Bereich

Für B2B-Onlinehändler ist der Black Friday

ein strategischer Hebel, um Neukunden

zu gewinnen und bestehende Kunden

durch zeitnahe, zeitlich begrenzte

Angebote erneut anzusprechen. Im Jahr

2025 planen 85 % der B2B-Verkäufer eine

Teilnahme und unterstreichen damit den

wachsenden Einfluss des Black Friday auf

die geschäftlichen Kaufzyklen. 63 % der

B2B-Händler verzeichneten im Vorjahr

höhere Black-Friday-Umsätze, und fast

die Hälfte (48%) übertraf ihre üblichen

Verkäufe in diesem Zeitraum.


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S36

Blue Yonder-Umfrage

zeigt Veränderungen im

Einkaufsverhalten

Einzelhändler und Logistikdienstleister stehen

unter Druck, da Verbraucher ihre Einkaufsgewohnheiten

für schnelle und kostenlose

Lieferungen in der Weihnachtssaison

überdenken.

Blue Yonder, das KI-Unternehmen für

Supply Chain, hat heute die Ergebnisse

seiner Global Consumer Holiday

Shipping Survey 2025 vorgestellt,

die einen umfassenden Einblick in die

Art und Weise gibt, wie Verbraucher ihre Pläne

für Weihnachtseinkäufe und den Versand von

Geschenken neu denken. Für die Umfrage wurden

Verbraucher in Deutschland, Frankreich,

Großbritannien, dem Nahen Osten, Australien

und Neuseeland (ANZ) sowie in den USA befragt.

Eine bedeutende Erkenntnis ist, dass zwar mehr

als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Verbraucher

erwartet, dass ihre Bestellungen

innerhalb von zwei bis vier Tagen eintreffen,

aber nur ein Drittel (34 Prozent) hinsichtlich des

Liefertermins sehr zuversichtlich ist. Folglich

planen 78 Prozent der Befragten, die Geschenke

für Personen außerhalb ihres Haushalts besorgen,

mindestens drei bis vier Wochen im Voraus

zu kaufen. Die Umfrage ergab auch, dass viele

Verbraucher bereit sind, alternative Versandmethoden

in Betracht zu ziehen, um Kosten,

Lieferzeiten und Umweltbelastungen zu reduzieren.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Global

Consumer Holiday Shipping Survey 2025

von Blue Yonder gehören:

Hohe Erwartungen an einen schnellen Versand,

aber geringes Vertrauen in Lieferfristen

• Schneller Standardversand: Mehr als die Hälfte

(53 Prozent) der Befragten erwartet, dass Pakete

mit Standardversand innerhalb von zwei bis vier

Tagen nach der Online-Bestellung eintreffen.

Diese Ansicht ist bei den Befragten in Deutsch-

land (64 Prozent), Großbritannien (61 Prozent),

Frankreich (57 Prozent) und dem Nahen Osten

(54 Prozent) am weitesten verbreitet, verglichen

mit weniger als der Hälfte in den USA (47 Prozent)

und ANZ (36 Prozent).

• Mangelndes Vertrauen: Obwohl die Erwartungen

an einen schnellen Versand hoch sind, sind

nur etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) der

Befragten sehr zuversichtlich, dass ihre Pakete

zum erwarteten Liefertermin eintreffen. Über

alle Regionen hinweg äußerten die Befragten

aus dem Nahen Osten (51 Prozent) am ehesten

Vertrauen in die pünktliche Paketzustellung,

verglichen mit denen in den USA (37 Prozent),

Deutschland (31 Prozent), ANZ (30 Prozent),

Frankreich (30 Prozent) und Großbritannien (26

Prozent).

• Längere Lieferfristen für Geschenkeinkäufe

an andere Haushalte: Mehr als drei Viertel (78

Prozent) derjenigen, die Geschenke für andere

Haushalte kaufen wollen, planen, ihre Weihnachtsgeschenke

mindestens drei bis vier

Wochen im Voraus zu kaufen, um eine pünktliche

Lieferung sicherzustellen. In den Altersgruppen

planen die Generation Z (48 Prozent),

die Generation X (45 Prozent) und die Millennials

(44 Prozent), Geschenke drei bis vier Wochen im

Voraus zu bestellen, während fast die Hälfte der

Babyboomer (49 Prozent) plant, Geschenke mehr

als einen Monat im Voraus zu bestellen.

Kostenbewusste Verbraucher überdenken

Wege für schnellen und nachhaltigen Versand

• Direktversand von Geschenken durch Einzelhändler:

86 Prozent der Verbraucher bevorzugen

es, Geschenke für Personen außerhalb ihres

Haushalts direkt vom Einzelhandel versenden zu

lassen, wobei der Nahe Osten (94 Prozent) dies

am stärksten präferiert, gefolgt von Frankreich

(90 Prozent), den USA (86 Prozent), Deutschland

(86 Prozent), ANZ (81 Prozent) und Großbritannien

(80 Prozent). Die Generation Z und die Millennials

bevorzugen den Direktversand deutlich

(91 Prozent) gegenüber der Generation X (83

Prozent) und den Babyboomern (76 Prozent).

• Mangelnde Bereitschaft, für den Expressversand

zu zahlen: Viele Befragte in Großbritannien

(43 Prozent) und den USA (40 Prozent) sind nicht

bereit, zusätzliche Kosten für einen Expressversand

zu zahlen, im Vergleich zu ANZ (32 Prozent),

Deutschland (28 Prozent), Frankreich (24 Pro-


zent) und dem Nahen Osten (11 Prozent). Dieser

Trend ist über alle Generationen hinweg zu

beobachten: Fast die Hälfte der Babyboomer (49

Prozent) ist nicht bereit, zusätzliche Kosten zu

tragen, gefolgt von der Generation X (34 Prozent),

den Millennials (22 Prozent) und der Generation

Z (15 Prozent).

• Bereitschaft zur Filial- und Schließfachabholung

für eine kostenlose und schnelle Lieferung:

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten

sind bereit, die Abholung im Geschäft zu nutzen,

um ihre Online-Bestellungen schneller

zu bekommen, gefolgt von der Abholung im

Schließfach (42 Prozent). Dies sind auch die beiden

wichtigsten Alternativen für Verbraucher,

die einen kostenlosen Versand wünschen: 49

Prozent der Befragten sind bereit, ihre Bestellungen

im Geschäft abzuholen, 38 Prozent entscheiden

sich für die Abholung im Schließfach.

• Bündelung von Einkäufen für mehr Nachhaltigkeit:

56 Prozent der Befragten sind bereit, Einkäufe

zu bündeln, um die Umweltauswirkungen

des Versands zu minimieren, während 34

Prozent für langsamere Versandoptionen offen

sind, um Emissionen zu reduzieren. Darüber

hinaus sind 23 Prozent bereit, eine Gebühr für

CO2-Kompensationen zu zahlen. Bemerkenswert

ist, dass ein Drittel der Befragten im Nahen

Osten bereit war, die geringe Gebühr zu zahlen,

gegenüber denjenigen in Frankreich (29 Prozent),

Deutschland (26 Prozent), ANZ (19 Prozent),

Großbritannien (17 Prozent) und den USA (17 Prozent).

„Die Versand- und Logistikbranche stand

in diesem Jahr vor zahlreichen Herausforderungen,

und unsere Global Consumer Holiday Shipping

Survey 2025 zeigt, wie diese Störungen das

Verbraucherverhalten verändern“, so Ann Marie

Jonkman, Vice President, Global Industry Strategies,

Blue Yonder. „Verbraucher in allen Regionen

und Generationen gehen mit höheren Erwartungen

an Schnelligkeit, Erschwinglichkeit und

Nachhaltigkeit in die Weihnachtszeit. Diese sich

verschiebenden Prioritäten könnten zu Beginn

der Hochsaison erhebliche Auswirkungen auf

Einzelhändler und Logistikdienstleister haben –

mit dem Potenzial, die Umsatzentwicklung zum

Jahresende erheblich zu beeinflussen.“

„Die Ergebnisse unterstreichen eine entscheidende

Veränderung des Verbraucherverhaltens

und der Liefererwartungen in dieser Weihnachtszeit“,

so Jonkman weiter. „Händler und

Logistikdienstleister müssen ihre Zuverlässigkeit

und Agilität unter Beweis stellen und nicht

nur versprechen. KI-gestützte Supply-Chain-

Lösungen bieten einen Weg in die Zukunft und

ermöglichen es Unternehmen, ihre Logistikabläufe

zu optimieren, um den steigenden Anforderungen

gerecht zu werden und ein besseres

Kundenerlebnis zu bieten.“ (RED)

Weitere Infos:

https://bit.ly/3M1BteM


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S38

Planer, Last-Minuteoder

Spontankäufer? So

ticken Österreicher beim

Weihnachtsshopping

Welcher Weihnachtseinkaufstyp ist in Österreich

am meisten verbreitet – der Planer, der

Spontane, der Last-Minute-Shopper oder

doch der Weihnachtsmuffel? Und lassen sich

die Österreicher bei ihrer Weihnachtsvorbereitung

von KI unterstützen?

Diese und weitere Fragen beleuchtet

eine aktuelle, repräsentative Studie

von Shopfully, Europas größtem

Netzwerk für digitales Handelsmarketing,

in Zusammenarbeit mit marketagent.

Einkaufstypen: Weihnachtseinkauf-Ranking

Der Spontane liegt in Österreich vorne: 36 Prozent

zählen sich zu diesem Typ. Er lässt sich

gerne vor Ort oder online inspirieren und schlägt

sofort zu, wenn er etwas Passendes sieht. Auf

Platz zwei folgt der Planer (32 Prozent). Diese

Gruppe startet mit ihren Weihnachtseinkäufen

spätestens im Oktober oder November, alles gut

organisiert und frühzeitig geplant. Auffallend ist

hier der Unterschied zwischen den Geschlechtern:

40 Prozent der Frauen, aber nur 25 Prozent

der Männer ordnen sich dieser Gruppe zu.

An dritter Stelle folgt der Weihnachtsmuffel: Über

15 Prozent der Österreicher vermeiden Weihnachtsshopping

möglichst komplett. In dieser

Gruppe sind deutlich mehr Männer (19 Prozent)

als Frauen (11 Prozent) vertreten. Außerdem

steigt der Anteil mit zunehmendem Alter – von

nur 4 Prozent bei den 14- bis 19-Jährigen bis hin

zu 24 Prozent bei den 70- bis 75-Jährigen.

Der Last-Minute-Shopper (11 Prozent) belegt

den Rang 4. Er schiebt seine Weihnachtseinkäufe

bis kurz vor Weihnachten auf – meistens

startet er frühestens eine Woche vor Weihnachten,

aber oft auch erst am 23. oder 24. Dezember.

Besonders stark vertreten ist dieser Typ in der

Gen Z (18 Prozent). Und schließlich gibt es noch

den totalen Weihnachtsverweigerer (5 Prozent),

der das Fest grundsätzlich nicht feiert. Am häufigsten

findet sich dieser in der Generation X (8

Prozent).

Wie wirkt sich die Inflation

auf die Weihnachtseinkäufe aus?

Die hohe Inflation bleibt auch beim Weihnachtsfest

spürbar: 34 Prozent der Befragten

geben an, dieses Jahr bewusster auf ihr Budget

für Geschenke zu achten. 22 Prozent kaufen

wie in den Jahren zuvor, während 19 Prozent

gezielt nach günstigeren Optionen für die gleiche

Anzahl an Geschenken suchen. 14 Prozent

beschenken heuer weniger Personen, 12 Prozent

setzen vermehrt auf Selbstgemachtes und 11


Prozent investieren lieber in weniger, dafür aber

hochwertigere Geschenke. Weihnachten ganz

ohne Geschenke – das kommt jedoch nur für 6

Prozent in Frage.

KI als Weihnachtshelfer

Fast 29 Prozent der Österreicher:innen lassen

sich von KI in ihrer Weihnachtsvorbereitung

unterstützen. Vor allem die GenZ setzt auf KI (58

Prozent), während sie bei den Babyboomern (10

Prozent) nicht mehr ganz so angesagt ist. Die KI

unterstützt vor allem darin, um Preise zu vergleichen

und die besten Angebote zu finden, um

personalisierte Geschenkideen zu finden, um

Grußkarten zu schreiben oder aber auch um das

Budget zu organisieren und um zu planen.

Inspirationsquellen fürn Weihnachtseinkauf

Abgesehen von der KI holen sich viele ihre Ideen

weiterhin klassisch: Beliebt ist das Stöbern im

Geschäft, um sich Geschenkideen zu holen (34

Prozent) oder der gezielte Besuch von Geschäften,

um Produkte vor dem Kauf anzusehen,

anzufassen oder auszuprobieren (29 Prozent).

Genauso beliebt ist die Recherche auf Websites,

Apps oder Online-Marktplätzen (29 Prozent).

Auch der Preisvergleich auf speziellen Websites

(22 Prozent), die klassische Websuche für

Geschenke (20 Prozent) oder auch die Nutzung

digitaler Prospekt-Plattformen oder Online-

Kataloge (15 Prozent) als Inspirationsquelle für

Geschenke.

„Unsere Studie zeigt, dass die meisten Verbraucher:innen

auch für ihren Weihnachtseinkauf

gezielt nach Aktionen und Angeboten suchen.

Sehr viele machen dies online. Digitale Kommunikationslösungen

haben sich im Jahresendgeschäft

der letzten Jahre als wirksam und flexibel

erwiesen. Mit dem richtigen Partner ist auch eine

Anpassung der Kommunikations- und Werbeplanung

innerhalb weniger Stunden mach- und

umsetzbar“, so Oliver Olschewski, Geschäftsführer

von Shopfully für Österreich, Deutschland &

CEE. (RED)

Studiensteckbrief:

Für die Studie wurden

1.060 Personen ab 14

Jahren in Österreich

von 29. Oktober bis

5. November in einer

Online-Umfrage durch

marketagent im Auftrag

von Shopfully befragt.


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S40

DPD Schweiz

steigert Gitterwagen-

Verfügbarkeit

DPD (Schweiz) AG, einer der führenden privaten

Express- und Paketdienstleister in

der Schweiz, hat die Cloud-basierte Asset

Management Lösung BOX ID für Tracking und

Verwaltung seiner Gitterwagen-Flotte eingeführt.

kurzfristige Erfolge in nachhaltiges

Wachstum verwandeln können.

DPD Schweiz, ein Unternehmen der

Geopost-Gruppe, betreibt ein flächendeckendes

Netzwerk für nationale

und internationale Versandlösungen,

mit über 1.000 DPD Pickup parcelshops

und 13 Depots. Teil der Services sind Gitterwägen

für mehr als 4.500 Geschäftskunden.

In der Vergangenheit mussten diese Gitterwägen

regelmäßig nachgekauft oder aufwendig

gesucht und zurückgeführt werden, weil keine

Klarheit zu Aufenthaltsort, Verwendung und

Zuständigkeit bestand. Bei einem Wert von rund

600-700 Euro pro Ladungsträger führte das zu

hohen Kosten, steigenden Aufwänden für Planung

und Wiederbeschaffung sowie zu fehlender

Prozess-Sicherheit.

Transparenz als Schlüssel zu

effizienten Logistikprozessen

Diese Situation wollte DPD beenden und suchte

deshalb eine Lösung für das Asset Tracking.

Das Unternehmen entschied sich für BOX ID,

eine Cloud-basierte Plattform, die über das Tracking

hinaus ein proaktives Asset Management

ermöglicht. Dabei überzeugte DPD die einfache

Nutzung ohne operative Belastungen: statt auf

Papier, Lieferscheine und Excel-Listen setzt BOX

ID auf IoT-fähige Tracking-Devices in Verbindung

mit QR-Codes und anderen Datenquellen

– je nach Kundenprojekt, Anforderungen und

Verfügbarkeit. Basierend auf diesen Daten ent-


stehen vollautomatisch und ohne manuelle Eingabe

zuverlässige Übersichten zum Zustand der

Ladungsträgerflotte sowie intelligente Automatisierungen

für die Verwaltung.

Ladungsträger-Bestände bei Kunden und in den

eigenen Hubs lassen sich mit BOX ID jederzeit

transparent und in Echtzeit überprüfen; sobald

ein vorab definierter Schwellenwert erreicht ist,

werden Nachlieferungen von Ladungsträgern

ausgelöst, bevor es zum Engpass kommt. Das

Ergebnis ist eine proaktive Disposition und bessere

Planbarkeit sowie höhere Versorgungssicherheit

für Kunden.

Schnelle Einführung, nachhaltiger Erfolg

DPD (Schweiz) AG profitierte unmittelbar nach

der Einführung von der neu gewonnenen

Transparenz und Effizienz im Ladungsträger-

Management. Marc Frank, Operations Director

der DPD (Schweiz) AG sagte dazu: „Das BOX ID

System überzeugt uns durch seine Einfachheit

und liefert zuverlässige Daten ohne zusätzlichen

Aufwand für unsere Teams. Somit können

wir unsere Assets verfolgen und unsere Kunden

proaktiv mit Ladungsträgern versorgen.“

Matthias Piekarczyk, Chief Sales Officer von BOX

ID ergänzt: „DPD (Schweiz) AG ist ein innovativer

Paketdienstleister und optimiert seine Prozesse

auf höchstem Niveau. Wir freuen uns sehr, das

Unternehmen dabei mit BOX ID für das proaktive

Gitterwagen-Management zu unterstützen. Wir

sind überzeugt, dass sich die Investition durch

geringere Ladungsträger-Verluste auszahlt.“

Bereits nach kurzer Zeit waren die erwarteten

Erfolge erkennbar: Der Verlust von Ladungsträgern

konnte drastisch reduziert werden. Das

führt zu signifikanten Kosteneinsparungen, da

weniger Gitterwägen ersetzte werden müssen.

BOX ID Starter Edition: Proof of Value ohne Risiko

BOX ID ist eine Software-as-a-Service-Lösung

(SaaS), die einfach, schnell und risikolos implementiert

werden kann und unmittelbar Störquellen

sowie Verbesserungspotential rund um

wiederverwertbare Ladungsträger aufzeigt. Für

einen Proof of Value in wenigen Wochen bietet

BOX-ID die Starter Edition an, die eine fundierte

Entscheidungsgrundlage für oder gegen die

Einführung eines flottenweiten Asset Trackings

ermöglicht – innerhalb von nur 12 Wochen und

zu Kosten von lediglich 695 Euro monatlich.

Dafür wird eine Reihe von Ladungsträgern mit

digitalen Asset Trackern ausgestattet. Weitere

Datenquellen, QR-Codes und Event-Benachrichtigungen

können flexibel integriert werden.

BOX ID ist gemäß ISO 27001 für Informationssicherheit

zertifiziert und verarbeitet alle Daten

DSGVO-konform. Für den Roll-Out auf größere

Ladungsträger-Flotten unterstützt BOX ID mit

einem Customer Success Team, das den Prozess

begleitet. (RED)


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S42

DHL Group setzt auf

selbst entwickeltes

Lade- und Lastmanagement-System

an ihren

deutschen Post- und

Paket-Betriebsstätten

Der Unternehmensbereich Post & Paket

Deutschland (P&P) der DHL Group und die

DHL-Tochter StreetScooter GmbH haben

gemeinsam mit dem Engineering-Partner IAV

ein neues Lade- und Lastmanagement-System

für E-Fahrzeuge entwickelt.

Im Vergleich zu bisherigen Lösungen sorgt

dieses neue System nicht nur für eine effiziente

Ladung von E-Fahrzeugen, sondern

vermeidet unnötige Lastspitzen durch

eine intelligente Steuerung der Energieflüsse

und senkt dadurch die Kosten. Darüber hinaus

optimiert es die Nutzung selbst erzeugter

Energie (z.B. Photovoltaik) und vereinfacht die

Integration von stationären Batteriespeichern

und Wärmepumpen. Gleichzeitig reduziert es

Komplexität und sorgt für Transparenz über den

Energieverbrauch sowie bei der Auslastung der

Fahrzeuge und Infrastruktur. Nach dem erfolgreich

verlaufenen Pilotprojekt mit 600 E-Fahrzeugen

verschiedener Hersteller wurde dieses

neue, selbst entwickelte Lade- und Lastmanagement-System

mittlerweile im gesamten

Unternehmensbereich P&P ausgerollt.

Dazu sagt Thomas Schlickenrieder, Geschäftsbereichsleiter

Betriebsinfrastruktur der P&P-

Sparte: „Die Deutsche Post und DHL setzen

schon seit langem auf E-Mobilität in ihrem

Fuhrpark und sind hier Vorreiter. Bei über

35.000 Elektrofahrzeugen ist unser Bedarf an

einem eng in unsere Betriebsabläufe integrierten,

intelligenten und stabilen Lade- und Lastmanagement-System

entsprechend hoch.


Mit der neuen ‚inhouse‘ entwickelten Lösung

reduzieren wir unsere Energiekosten,

beschleunigen die Elektrifizierung und stellen

die Betriebsstabilität in unserem Post- und

Paketbereich sicher.“

Weitere Vorteile: Das intelligente Lademanagement

ermöglicht die Steuerung der

Fahrzeugladung sowohl über Backend-to-

Backend-Schnittstellen als auch direkt über

die Fahrzeugkonnektivität. Basierend auf dem

(Live-)Ladezustand und den individuell einstellbaren

Ladevorgaben errechnet der Optimierer

den benötigten Gesamtenergiebedarf und vergibt

fahrzeugspezifische 24h-Ladepläne. Dabei

reagiert das System laufend auf Veränderungen

der Einflussgrößen - etwa bei der Vorkonditionierung

des Fahrzeuginnenraums oder der Batterieparameter

in der kalten Jahreszeit - und

stellt das Optimum durch Aktualisierung der

Vorgaben stetig sicher. Über definierte Schnittstellen

lassen sich zudem relevante Informationen

in externe Analyse- und Monitoring-

Systeme integrieren. So können Ladevorgänge

separat überwacht, Einsatzplanungen effizienter

gestaltet und Fehleranalysen deutlich

beschleunigt werden. Rainer Wode, Chief

Operating Officer der StreetScooter GmbH,

blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir freuen

uns sehr, mit dem erfolgreichen Rollout einen

Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer

Ladesteuerung erreicht zu haben. Aufbauend

auf über 15 Jahren Erfahrung in der Elektromobilität

können wir diese innovative Lösung

nun auch Drittkunden zur Verfügung stellen.“

Michael Gröschel, Head of Digital Solutions

– Mobility, Logistics and Transportation bei

IAV, ergänzt: „Unsere Lösung überzeugt durch

höchste Zuverlässigkeit im Flottenbetrieb und

erfüllt modernste IT-Standards. Sie ist somit

zukunftssicher und flexibel an individuelle

Kundenanforderungen anpassbar.“

Die gemeinsam entwickelte Lösung wird ab

sofort im Rahmen einer neuen Kooperation

zwischen StreetScooter und IAV auch für

Drittkunden angeboten. Infos: SwarmIQ.de

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S44

20 Jahre GLS PaketShops:

Vom Pionierprojekt zur

Säule der letzten Meile

Vor 20 Jahren eröffnete GLS Austria als erster

Paketdienst in Österreich einen PaketShop.

Eine zukunftsfähige Idee: Heute umfasst das

Netz mehr als 900 Standorte und trägt entscheidend

zu stabilen Zustellprozessen bei.

Während der Onlinehandel weiter

boomt und PaketBoxen

als bequeme 24/7-Option an

Bedeutung gewinnen, bleiben

die PaketShops das Rückgrat der letzten

Meile – wirtschaftlich solide, effizient und nah

am Kunden. „Unsere PaketShops gehören zu

den wichtigsten Bestandteilen unserer Wertschöpfungskette“,

betont Christian Schöninger,

Managing Director GLS Austria. „Gerade

in Zeiten zunehmender Automatisierung zeigt

sich, wie wichtig persönliche Ansprechpartner

und verlässliche Abläufe sind. Effizienz entsteht

nicht durch Systeme allein, sondern durch

Menschen, die Verantwortung übernehmen –

und genau das macht unser Netzwerk seit zwei

Jahrzehnten erfolgreich.“

Vom Pionierprojekt zum Rundum-

Service-Netzwerk

Am 13. Juni 2005 eröffnete GLS Austria den

ersten PaketShop im Geschäft „British Style“ in

Wien. Heute zählt das Netz mehr als 900 Standorte

– vom Bregenzerwald bis zum Neusiedlersee.

Was zunächst allein als Versandstelle für

Pakete innerhalb der EU diente, ist heute ein

integraler Bestandteil der letzten Meile. Denn

mit der Erweiterung des Serviceangebots um

Abhol- und Retourenlösungen entwickelte sich

der PaketShop zu einer zentralen Schnittstelle

zwischen Versendern, Empfängern und dem

GLS-Zustellnetz. Einen zusätzlichen Wachstumsimpuls

brachte GLS-ONE: Die Plattform ermöglicht

es, Versandetiketten bequem online zu

erstellen und Pakete direkt im PaketShop abzugeben

– nicht nur für Privatpersonen, sondern

auch Unternehmen mit sporadischem Bedarf,

die flexibel und ohne Vertragsbindung versenden

möchten.


Wirtschaftlich stabil, logistisch

unverzichtbar

Kaum eine Branche ist so im Wandel wie die

Logistik, denn die Digitalisierung verändert

Abläufe, Tempo und Erwartungen gleichermaßen.

„Unsere PaketShops werden dadurch

aber nicht überflüssig, ganz im Gegenteil“, hebt

Schöninger die Bedeutung des Partnernetzwerks

hervor. „Je stärker Prozesse und Versandlösungen

digitalisiert werden, desto wichtiger

sind verlässliche physische Anlaufstellen.“ Die

PaketShops seien zudem längst nicht mehr nur

ein Kundenvorteil. Jeder PaketShop bündle Sendungen,

verkürze Wege und reduziere Zweitzustellungen

– mit messbaren Effekten für Kostenstruktur

und Laufzeiten, wovon letztlich auch

die Qualität der B2B-Zustellung profitiere, so

Schöninger.

20 Jahre Vertrauen und Partnerschaft

Viele der rund 900 Partnerbetriebe begleiten

das Unternehmen seit Jahren und tragen zum

kontinuierlichen Wachstum bei. „Ohne die Menschen

in den PaketShops gäbe es diese Erfolgsgeschichte

nicht“, stellt Christian Schöninger

klar. „Sie stehen für Verlässlichkeit, Service und

Nähe – Werte, die GLS seit 20 Jahren prägen und

auch in Zukunft leiten werden.“

(RED)

GLS Austria ist eine Tochtergesellschaft der

GLS, General Logistics Systems B.V. mit Sitz

in Amsterdam. Die GLS Gruppe ist einer der

größten eigenständigen Paketdienstleister

in Europa mit einer starken lokalen Präsenz.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen

mit Tochtergesellschaften in Kanada und

an der Westküste der USA zusammen. Mit

der Erfahrung von über 35 Jahren betreibt

GLS ein proaktives Netzwerkmanagement

und verbindet Märkte flexibel und agil. Im

Geschäftsjahr 2024/25 hat die GLS Gruppe

einen Rekordumsatz von 5,9 Milliarden

Euro erwirtschaftet. Dabei wurden rund

926 Millionen Pakete in allen Märkten ausgeliefert.

CHRISTIAN SCHÖNINGER

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LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S46

Asiatisch-pazifisch

orientierte Unternehmen

sind zuversichtlich

87 Prozent der kleinen und mittelständischen

Unternehmen in Europa, die mit der asiatischpazifischen

Region handeln, erwarten, dass

sich ihre Handelsbilanz mit diesem Wirtschaftsraum

zugunsten von Exporten verschiebt

oder zumindest das aktuelle Niveau

beibehält.

Federal Express Corporation, das weltweit

größte Express-Transportunternehmen,

hat Erkenntnisse aus einer

neuen Umfrage veröffentlicht, die

Trends in den Handelsbeziehungen zwischen

Asien-Pazifik (APAC) und Europa untersucht

und zentrale Treiber sowie Hürden für den

grenzüberschreitenden Handel beleuchtet. Die

im September 2025 durchgeführte Umfrage

befragte über 1.200 kleine und mittelständische

Unternehmen (KMU) in neun europäischen

Märkten sowie 850 KMU in 13 APAC-Märkten.

Ziel war es, die Stimmung, Bereitschaft und

Herausforderungen bei der grenzüberschreitenden

Expansion zu erfassen - sowohl für

APAC-Unternehmen mit Blick auf Europa als

auch für europäische Unternehmen mit internationalen

Ambitionen in der APAC-Region.

Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg

des europäischen Handels unter APAC-KMU. 76

Prozent der befragten Unternehmen berichten

von gestiegenen Exportvolumina im vergangenen

Jahr. Das Vereinigte Königreich (42 Prozent),

Deutschland (40 Prozent) und Frankreich (38

Prozent) sind die drei wichtigsten Märkte, die das

Geschäftswachstum vorantreiben.

Auch unter europäischen KMU, die mit APAC

handeln, herrscht große Zuversicht: 87 Prozent

erwarten, dass sich ihre Handelsbilanz im Jahr

2026 zugunsten von Exporten verschiebt oder

zumindest das aktuelle Niveau beibehält.

Dieser gegenseitige Optimismus spiegelt die

allgemeinen Marktentwicklungen wider. Die

Handelsroute Asien-Europa verzeichnete bis

August 2025 30 aufeinanderfolgende Monate

mit Wachstum - ein deutliches Zeichen für die

Dynamik dieses wichtigen Handelskanals für

Unternehmen jeder Größe.

Chancen in APAC und Herausforderungen bei

der Expansion

Das Vertrauen in europäische Märkte ist unter

APAC-KMU hoch. 85 Prozent planen, innerhalb

der nächsten 12-24 Monate mit dem Handel zu

beginnen oder diesen auszuweiten. Treiber dieses

Wachstums sind die gestiegene Nachfrage

aus Europa, verbesserte Preiswettbewerbsfähigkeit

und der Wunsch nach einer diversifizierten

Marktstrategie, um die Resilienz angesichts eines

sich wandelnden Handelsumfelds zu stärken.

Mit Blick auf 2026 wird China (55 Prozent) von

europäischen KMU als der APAC-Markt mit den

besten Wachstumsmöglichkeiten gesehen,

gefolgt von Japan (36 Prozent), Indien (26 Prozent)

und Südkorea (24 Prozent). International


tätige deutsche KMU sehen das größte Wachstumspotenzial

im Handel mit APAC in den kommenden

12 bis 24 Monaten ebenfalls in China

(59 Prozent), danach folgt jedoch Indien (35 Prozent)

vor Japan (26 Prozent).

Strategische Expansionsmöglichkeiten, umfassende

Logistiklösungen und vorteilhafte Handelsabkommen

werden als entscheidende

Faktoren für den Ausbau des Handels mit APAC

genannt.

Um das Kundenwachstum zu unterstützen, hat

FedEx sein globales Netzwerk im Oktober um

fünf wöchentliche Flüge zwischen Asien und

Europa erweitert. Darüber hinaus wurde die

Verbindung zwischen Vietnam und Europa verbessert,

wodurch sich die Versandzeit um einen

Tag verkürzt. Insgesamt betreibt FedEx nun 26

wöchentliche Flüge zwischen Europa und APAC,

mit Expresslieferungen in wichtige Zielmärkte in

nur 48 Stunden. Innerhalb von APAC profitieren

Unternehmen von vier regionalen Hubs, die 44

Länder und Regionen bedienen, unterstützt von

28.000 Mitarbeitenden.Neben APAC sind die

USA (48 Prozent) und der Nahe Osten (34 Prozent)

die wichtigsten interkontinentalen Regionen,

mit denen europäische KMU Handel treiben.

Trotz der Begeisterung für grenzüberschreitende

Expansion bleiben Herausforderungen bestehen.

Regulatorische Veränderungen, komplexe Zollverfahren

und globale Marktvolatilität stellen

zentrale Hürden dar. 86 Prozent der APAC-KMU

und 78 Prozent der europäischen KMU geben

an, dass diese Faktoren ihre Geschäftstätigkeit

beeinträchtigen.

Tools, um die Transparenz in der Lieferkette zu

verbessern, den Versand zu vereinfachen und

Lieferzeiten zu verkürzen. Gleichzeitig wünschen

sich 27 Prozent der APAC-KMU und 41

Prozent der europäischen KMU mehr Expertise

im Bereich Zoll, um sich in einem sich wandelnden

regulatorischen Umfeld zurechtzufinden,

Verzögerungen zu vermeiden und Kosten effektiv

zu managen.

FedEx reagiert auf die sich wandelnden Kundenbedürfnisse

mit einem erweiterten Portfolio

intelligenter digitaler Lösungen und spezialisierter

Handelsexpertise, die den grenzüberschreitenden

Handel vereinfachen. Die Clearanceund

Compliance-Teams von FedEx unterstützen

Unternehmen bei der Navigation durch komplexe

Vorschriften - unter anderem durch Kunden-Webinare

- um Zollverzögerungen zu vermeiden

und unerwartete Kosten zu minimieren.

Mit Tools wie den "Electronic Trade Documents"

können Kunden Zolldokumente digital hochladen

und so eine pünktliche Zustellung sicherstellen.

Zur weiteren Unterstützung europäischer

KMU bei der globalen Expansion bietet

das FedEx SMB Hub multimediale Ressourcen,

Handelsrichtlinien und lokale Marktinformationen,

die Unternehmen mit dem nötigen Wissen

und den richtigen Werkzeugen ausstatten, um

selbstbewusst über Grenzen hinweg zu wachsen

und zu konkurrieren. (RED)

Weitere Informationen unter fedex.com/trade

"Die Handelsverbindung zwischen Europa und

APAC bietet großes Potenzial für kleine und mittelständische

Unternehmen auf beiden Seiten",

so Stefan Dries, Vice President Ground Operations

Deutschland, Österreich, Schweiz und

Benelux bei FedEx. "Wir stehen als starker Partner

an ihrer Seite und unterstützen sie dabei,

Herausforderungen zu meistern und Wachstumschancen

zu nutzen."

Digitale Innovation und Handelsexpertise als

Schlüssel für grenzüberschreitendes Wachstum

Während KMU nach Möglichkeiten zur internationalen

Expansion suchen, fordern 30 Prozent

der APAC-Unternehmen und 41 Prozent der

europäischen Unternehmen innovative digitale

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LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S48

Politik und Wirtschaft

im Zukunftsdialog bei

Schwarz Impulse 2025

Bei der Schwarz Impulse Veranstaltung 2025

am 15. Oktober brachten die Unternehmen

der Schwarz Gruppe bereits zum vierten Mal

Entscheider aus der europäischen Politik und

Wirtschaft zusammen, um die drängenden

Themen unserer Zeit zu diskutieren.

Unter dem Leitsatz "The power of

sovereignty" stand die Souveränität

Europas als zentrales Thema im

Mittelpunkt der Veranstaltung. Die

Botschaft dabei: In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten

und wachsender Abhängigkeiten

bedeutet Souveränität mehr als wirtschaftliche

Selbstbestimmung - sie ist die Fähigkeit

Europas, die Zukunft mit einer klaren Vision und

notwendigen Entscheidungen aktiv mitzugestalten.

"Ein souveränes, starkes Europa braucht Mut

und Entschlossenheit. Als größte Handelsgruppe

Europas haben wir allein in den vergangenen

zehn Jahren über 80 Milliarden Euro in

diesen Wirtschaftsraum investiert und beweisen

tagtäglich: Europäische Lösungen sind

erfolgreich. Wo andere Risiken sehen, erkennen

wir Chancen und handeln voraus", betonte

Gerd Chrzanowski, Komplementär Schwarz

Gruppe. "Jetzt ist nicht die Zeit für Alleingänge

- es braucht Partnerschaften und Kooperationen

auf Augenhöhe, um die Zukunft und Rolle

Europas in der globalen Transformation neu

zu gestalten. Dabei geht es nicht um die Kon-

Fotocredit: Schwarz Corporate Affairs GmbH & Co. KG


frontation mit globalen Großmächten, sondern

darum, Europas eigene Stärken zu entfalten

und als gleichberechtigter Partner auf der

Weltbühne zu agieren." Ekaterina Zaharieva,

Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation

bei der Europäischen Kommission, hob

in ihrer Rede hervor: "In einer Welt wachsender

geopolitischer Spannungen ist die digitale

Souveränität Europas das Fundament unserer

Sicherheit, unseres Wohlstands und unserer

Wettbewerbsfähigkeit. Wir müssen die Kontrolle

über unsere kritischsten digitalen Ressourcen

- Daten, Infrastruktur und Schlüsseltechnologien

- in europäischer Hand behalten.

Das ist der Kompass, der unsere öffentlichen

und privaten Investitionen leiten muss."

Neben Kommissarin Zaharieva waren unter den

Sprechern Sabine Verheyen, Erste Vizepräsidentin

des Europäischen Parlaments, Pierre

Bascou, stellvertretender Generaldirektor für

Landwirtschaft und ländliche Entwicklung bei

der Europäischen Kommission, und Günther H.

Oettinger, ehemaliges Mitglied und Vizepräsident

der Europäischen Kommission sowie ehemaliger

Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

Als größte Handelsgruppe Europas haben die

Unternehmen der Schwarz Gruppe eine klare

Kernkompetenz: die Versorgung von Millionen

Menschen.

Dafür setzen sie auf strategische Handlungsfreiheit

entlang ihres gesamten Wertschöpfungskreises

und entwickeln systematisch

eigene Lösungen, um in unsicheren Zeiten

reaktionsfähig zu bleiben. Dieser Ansatz

wurde auf der Schwarz Impulse Veranstaltung

2025 anhand von vier Dimensionen erlebbar

gemacht:

Lieferkettenresilienz - Planungssicherheit

der Transportwege: Durch gesicherte globale

Wertschöpfungsketten, Innovation und Automatisierung

ermöglichen die Unternehmen der

Schwarz Gruppe eine belastbare und zuverlässige

Versorgung Europas. Dabei setzen sie mit

eigenen Produktionsstätten auf einen hohen

Selbstversorgungsgrad und stärken mit Containerfrachtschiffen

und LKW-Flotten europäische

Handelsrouten.

Ernährungssouveränität - vom Acker in den

Einkaufskorb: Als einer der führenden Hersteller

des Kontinents gewährleistet die Schwarz Produktion

die sichere Verfügbarkeit und hohe Qualität

von Lebensmitteln und Getränken in Europa.

Mit den Handelssparten Lidl und Kaufland tragen

die Unternehmen der Schwarz Gruppe

zudem zu einer widerstandsfähigen und fortschrittlichen

Lebensmittelindustrie bei, indem

sie regionale Erzeuger stärken und ein nachhaltiges

und gesundes Lebensmittelangebot

fördern.

Foto v.l.r.: Dr. Christian

Groh, Vorstandsvorsitzender

Schwarz Corporate

Solutions; Wolf Tiedemann,

Vorstandsvorsitzender

PreZero; Helene

Banner, Moderation; Gerd

Chrzanowski, Komplementär

Schwarz Gruppe;

Sabine Verheyen, Erste

Vizepräsidentin des

Europäischen Parlaments;

Günther H. Oettinger,

ehemaliges Mitglied

und Vizepräsident der

Europäischen Kommission

sowie ehemaliger Ministerpräsident

von Baden-

Württemberg; Pierre

Bascou, stellvertretender

Generaldirektor für Landwirtschaft

und ländliche

Entwicklung bei der

Europäischen Kommission;

Bodo Lehmann, Leiter

der Landesvertretung

Baden-Württemberg bei

der Europäischen Union in

Brüssel.

Die Schwarz Gruppe ist eine international

führende Handelsgruppe mit rund 14.200

Filialen und rund 595.000 Mitarbeitern. Im

Geschäftsjahr 2024 erwirtschafteten die

Unternehmen der Schwarz Gruppe einen

Gesamtumsatz von 175,4 Milliarden Euro.

Lidl und Kaufland bilden die beiden Säulen

im Lebensmitteleinzelhandel und sind

ein fester Bestandteil im Alltag von Kunden

in 32 Ländern. Eigenmarkenprodukte und

nachhaltige Verpackungen kommen direkt

von der Schwarz Produktion. Der Umweltdienstleister

PreZero fördert mit seinem

Wertstoffmanagement eine Kreislaufwirtschaft

und investiert so in saubere Zukunft.

Schwarz Digits bietet als IT- und Digitalsparte

digitale Produkte und Services, die

den deutschen Datenschutzstandards entsprechen.

Digitale Souveränität - KI & Cloud made in

Europe: Um die digitale Souveränität Europas

zu sichern, schaffen die Unternehmen der

Schwarz Gruppe entschlossen Innovationen.

Die Schwarz Digits vereint fünf Kernbereiche

unter einem Dach: Cloud-Infrastruktur, Cybersicherheit,

Künstliche Intelligenz und Data,

sichere Kommunikation und Lösungen für digitale

Arbeitsplätze.

Kreislaufwirtschaft - Ressourcen im Kreislauf

halten, statt verlieren: Die Unternehmen der

Schwarz Gruppe treiben die europäische Ressourcensouveränität

systematisch voran - von

der kreislauffähigen Produktgestaltung bis zur

Rückführung von Wertstoffen in lokale Kreisläufe.

Gemeinsam mit ihrer Umweltsparte Pre-

Zero tragen sie zur Sicherung wertvoller Ressourcen

bei und unterstützen eine zuverlässige,

unabhängige Rohstoffversorgung für Europa.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S50

TOP 100 Cross-Border

Marketplaces Europe

Cross-Border Commerce Europe, die maßgebliche

Plattform zur Förderung des grenzüberschreitenden

E-Commerce in Europa, hat

die sechste Ausgabe des Berichts „TOP 100

Cross-Border Marketplaces Europe“ veröffentlicht.

Die Studie, durchgeführt von CBCommerce

mit Unterstützung von FedEx

Express und Poste Italiane, zeigt eine

boomende Landschaft des grenzüberschreitenden

Online-Handels, wobei

Marktplätze zur tragenden Säule des europäischen

Cross-Border-Handels werden.

Im Jahr 2024/2025 erreichte der europäische

Markt für grenzüberschreitenden E-Commerce

beeindruckende 358,7 Milliarden Euro, wovon

247,5 Milliarden Euro (70%) durch Online-

Marktplätze erwirtschaftet wurden. Dies unterstreicht

die entscheidende Rolle dieser Plattformen

bei der Verbindung von Verbrauchern

und Unternehmen über Ländergrenzen hinweg

und hebt ihre Bedeutung als zentrale Treiber der

digitalen Wirtschaft in Europa hervor.

Dominante Akteure wie Amazon und eBay

behaupten weiterhin ihre Spitzenposition und

vereinen mehr als die Hälfte des marktplatzgetriebenen

Umsatzes auf sich. Die Top 100 Cross-

Border-Marktplätze stechen jedoch mit einem

bemerkenswerten Umsatz von 216,82 Milliarden

Euro hervor – ein Anstieg von 10 % gegenüber

dem Vorjahr. Dies zeigt die Widerstandsfähigkeit

des europäischen Marketplace-Ökosystems.

Trotz dieses Wachstums wird erwartet, dass

der Marktanteil von Marktplätzen am gesamten

E-Commerce-GMV bis 2026 stabil bleibt, was

auf eine mögliche Marktreife hindeutet. Gleichzeitig

wird das gesamte grenzüberschreitende

GMV voraussichtlich weiter steigen, wobei 98,2

% der Besucher im Jahr 2026 grenzüberschreitend

sein werden – ein klares Signal für das

anhaltende Wachstum dieses Marktes.

Die TOP 10 Marktplätze in diesem Bericht sind:

1. Amazon

2. Temu

3. eBay

4. AliExpress

5. Etsy

6. Vinted

7. OLX

8. Zalando

9. Decathlon

10. Shein

Der TOP 100 eRank basiert auf vier

primären Parametern:

· Grenzüberschreitende Online-Verkäufe in 28

europäischen Ländern (EU + UK, CH, NOR)

· SEO-Indikatoren für

Cross-Border-Performance

· Länderabdeckung (Cross-Border-Score)

· Volumen und Prozentsatz der

grenzüberschreitenden Besuche

Diese Kriterien werden mit fünf sekundären,

gewichteten Parametern kombiniert:

· Geschäftsmodelle von Marktplätzen

(B2B, B2C, P2P, C2C)

· Paneuropäische Markenstrategien

· KI- und Big-Data-Strategien

· Angebotene Kundenservices

· Typ des Marktplatzes (Hybrid oder Pure Player)

Cross-Border Commerce Europe, CBCommerce.eu,

ist die europäische Networkingund

Wissensplattform für alle E-Commerce-

und Omnichannel-Akteure, die in

mindestens drei Ländern Europas tätig sind.

Es verbindet diese Akteure, um ihre Sichtbarkeit

zu erhöhen und ihnen Einblicke in

die Zahlen, Trends und Besonderheiten der

europäischen Länder zu geben. Zu seinen

Mitgliedern gehören Marken und Einzelhändler

jeder Größe, und zu seinen Partnern

zählen Dienstleister aus allen Bereichen des

grenzüberschreitenden Handels.

Infografik: Cross-Border Commerce Europe


TOP 100 Cross-Border Marketplaces Europe

TOP 10

Das Ranking bevorzugt hybride Third-Party (3P)

Company Country Product categories

B2C-Marktplätze, 1 Amazon die auf USeinen höheren Multiple Categories Anteil

schränkter Markensteuerung. Die Wahl des

Type New / Used Business Model

Modells Hybrid ist strategisch New + Used entscheidend B2C und

an 2 3P-Verkäufern Temu und ein CN gesteigertes Multiple Categories grenzüberschreitendes

beeinflusst Pure Marketplace Sichtbarkeit, New Markenpositionierung,

B2C

3 eBay

GMV abzielen.

US Multiple Categories Pure

Umsatzdiversifikation

Marketplace New + Used

und

C2C

regulatorische

4 AliExpress CN Multiple Categories Pure Marketplace New B2C

Risiken. Viele erfolgreiche Marken kombinieren

5 Etsy US Arts, Gifts & Collectibles Pure Marketplace New + Used C2C

Bis 2025 haben sich Marktplätze zu den verschiedene Modelle, um Skalierbarkeit, Storytelling

6 Vinted LT Fashion, Beauty, Luxury Pure Marketplace Used C2C

Betriebssystemen 7 OLX Group des globalen NL Handels Multiple Categories entwickelt.

Pure Marketplace und operative New + Used Kontrolle C2C in Einklang zu

8 Zalando Sie beeinflussen nicht DE nur Fashion, Transaktionen,

Beauty, Luxury

sondern 9 Decathlon auch Logistik, Preisgestaltung, FR Sports and Marketing

Outdoor

bringen. Hybrid

Hybrid

New

New

B2C

B2C

und Regulierung. Europas kulturelle Viel-

10 SHEIN CN Fashion, Beauty, Luxury Pure Marketplace New

Regionale Unterschiede

B2C

falt, sprachliche Unterschiede, regulatorische · Deutschland: Markt Source: dominiert Cross-Border von Commerce Amazon Europe

Komplexität und digital versierte Konsumenten

machen den Powered Kontinent by zu einem sowohl herausfordernden

als auch chancenreichen Umfeld

für Marketplace-Strategien.

Drei Hauptmodelle dominieren

· Generelle Marktplätze (z. B. Amazon, Allegro,

Bol.com) – breites Produktsortiment, starke Infrastruktur

und große Reichweite, jedoch hoch

kompetitiv und preisgetrieben.

· Vertikale Marktplätze (z. B. Zalando, ManoMano,

Farfetch) – kategoriespezifisch, kuratiert, mit

höheren Konversionsraten, jedoch selektiver

und weniger flexibel.

· C2C-Marktplätze (z. B. Vinted, Depop, eBay) –

gemeinschaftsorientiert, zentral für die Kreislaufwirtschaft,

mit niedrigen Eintrittsbarrieren,

jedoch begrenzter Skalierbarkeit und einge-

und Otto, mit zunehmendem Druck durch

vertikale Herausforderer.

· Frankreich: starke Präsenz von C2Cund

Mode-Vertikalen.

· Vereinigtes Königreich: Mischung aus

Generalisten und Nischen-Vertikalen.

· Zentral- und Osteuropa: schneller Anstieg

von Generalisten, wodurch Raum für

spezialisierte Anbieter entsteht.

„Ich möchte unserem Marktforschungsteam

und unseren Partnern, FedEx Express und Poste

Italiane, für diese sechste Ausgabe des Berichts

‚Top 100 Online Marketplaces in Europe‘ meinen

Dank aussprechen. Diese Initiative trägt

zur Transparenz im europäischen Online-

Marktplatz-Sektor bei und fördert das grenzüberschreitende

Wachstum in der gesamten

Branche“, schließt Carine Moitier, Gründerin

von CBCommerce.EU. (RED)


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S52

Unternehmenskonkurse

in Österreich bleiben

hoch

Die Zahl der Insolvenzen von protokollierten

Unternehmen in Österreich bleibt auch im

dritten Quartal 2025 auf einem hohen Niveau.

Laut einer aktuellen Analyse von Dun & Bradstreet

wurden seit Jahresbeginn 2.901 Unternehmenskonkurse

registriert, ein Anstieg um

8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Während sich die Dynamik

gegenüber dem vorherigen

Quartal leicht abgeschwächt

hat, bleibt das Insolvenzgeschehen

auf einem Niveau, das deutlich über

dem Vorkrisenzeitraum liegt. Die aktuelle Entwicklung

zeigt ein vielschichtiges Bild, das auf

eine wirtschaftliche Umbruchphase hindeutet.

Die österreichische Wirtschaft zeigt zwar erste

Anzeichen einer Stabilisierung, bleibt jedoch

weiterhin mit Unsicherheiten und strukturellen

Anpassungsprozessen konfrontiert. Vor

allem touristisch geprägte - und baunahe Bundesländer

stehen unter Druck, während sich

andere Branchen stabilisieren oder erholen.

Diese Entwicklung verdeutlicht den laufenden

Transformationsprozess der Wirtschaft, in dem

Unternehmen sich an veränderte Rahmenbedingungen

anpassen müssen.

Deutliche regionale Unterschiede

bei den Insolvenzen

Die Analyse von Dun & Bradstreet zeigt große

regionale Unterschiede in der Entwicklung

der Unternehmenskonkurse. Die höchsten

Zuwächse verzeichnen Tirol (+38 Prozent), Kärnten

(+27 Prozent) und Salzburg +(24 Prozent),

insbesondere in Regionen mit starker Tourismus-

und Baukonjunktur. In Wien nahmen die

Konkurse um 16 Prozent zu, in Oberösterreich

um 15 Prozent. Zweistellige Rückgänge gab es

dagegen in Vorarlberg (–38 Prozent), Burgenland

(–18 Prozent) und Niederösterreich (–13 Prozent).

Auch in der Steiermark (–4 Prozent) gingen

die Insolvenzen leicht zurück. Diese Divergenzen

deuten auf unterschiedliche wirtschaftliche

Resilienz und regionale Förderpolitiken hin.

ISABELLA BLUEML

Finanz- und Immobiliensektor mit

deutlichem Anstieg

Nach Branchen betrachtet trifft es besonders die

Finanzindustrie und die Immobilienwirtschaft,

wo die Insolvenzen um 76 Prozent beziehungsweise

um 56 Prozent gestiegen sind. Ebenfalls

deutliche Zuwächse zeigen Freizeit- und Vergnügungsbetriebe

(+33 Prozent), Reparaturdienste

(+31 Prozent) sowie Transport- und Reiseunternehmen

(+21 Prozent). Rückgänge gab

es hingegen im Baugewerbe, in der Herstellung

von Gütern (jeweils –7 Prozent) und im Gastgewerbe

(–6 Prozent).


Dun & Bradstreet, ein weltweit führender

Anbieter von Daten und Analysen

zur Entscheidungsfindung, ermöglicht es

Unternehmen auf der ganzen Welt, ihre

Geschäftsergebnisse zu verbessern. Die

Data Cloud von Dun & Bradstreet liefert

Lösungen und Erkenntnisse, die es den

Kunden ermöglichen, ihre Umsätze zu steigern,

Kosten zu senken, Risiken zu minimieren

und ihr Geschäft zu verändern. Seit

1841 verlassen sich Unternehmen jeder

Größe auf Dun & Bradstreet, um Risiken zu

managen und Chancen zu erkennen.

Neugründungen nehmen weiter zu

Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds

zeigt sich die Gründungsaktivität robust. In den

ersten drei Quartalen 2025 wurden 17.095 neue

Unternehmen im Firmenbuch eingetragen, ein

Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders stark war der Zuwachs in Niederösterreich

(+15 Prozent), in Oberösterreich (+14

Prozent) und im Vorarlberg (+11 Prozent).

Auch die Steiermark und Tirol (je +10 Prozent),

Kärnten (+ Prozent) sowie Wien (+8 Prozent) verzeichneten

deutliche Anstiege. Das Wachstum

der Neugründungen zeigt, dass viele Unternehmerinnen

und Unternehmer die aktuellen Veränderungen

als Chance für neue Geschäftsmodelle

begreifen.

„Die österreichische Wirtschaft befindet sich in

einer Phase der Neuorientierung“, sagt Isabella

Blüml, Managing Director Österreich bei Dun &

Bradstreet. „Während die hohen Insolvenzzahlen

zeigen, wie groß der Anpassungsdruck in

bestimmten Branchen bleibt, deutet die steigende

Zahl der Gründungen darauf hin, dass

viele Unternehmen Chancen im Wandel sehen.

Entscheidend wird sein, welche Betriebe sich

flexibel genug aufstellen, um diese Veränderungen

aktiv zu gestalten.“

(RED)

Die Studie „Insolvenzen & Neugründungen“ ist

hier erhältlich: Link: https://bit.ly/44BwM1s


LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S54

Fünf Maßnahmen gegen

ausuferndes Staatswachstum

Immer mehr Verwaltung, immer weniger

Wertschöpfung – jetzt braucht es Effizienz,

Entlastung und Reformen statt neuer Steuern.

Österreich steht an einem entscheidenden

Wendepunkt: Die private

Wirtschaft verliert an Kraft, während

der Staat ungebremst weiterwächst.

Mit einer Staatsausgabenquote

von 56,3 Prozent – ganze 7,1 Prozentpunkte

über dem EU-27-Durchschnitt – konsumiert

der Staat inzwischen mehr als die Hälfte der

gesamten Wirtschaftsleistung des Landes.

Damit droht Österreich, sich von der Marktwirtschaft

in Richtung Staatswirtschaft zu bewegen.

„Wenn mehr als die Hälfte unserer Wirtschaftsleistung

die öffentliche Hand verbraucht, dann

ist das kein Ausdruck von Stärke, sondern ein

Warnsignal. Wir müssen uns trauen, den Staat

neu zu denken. Effizienz heißt nicht weniger

Staat, sondern ein besserer Staat“, betont Georg

Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV).

Industrie schrumpft, Staat wächst

Während die Beschäftigung im öffentlichen

Bereich zwischen 2023 und 2025 um über

51.000 Personen zunahm, gingen im gleichen

Zeitraum in Industrie, Gewerbe und Bau

rund 36.580 Arbeitsplätze verloren. Der produktive,

wertschöpfende Sektor schrumpft –

der vom Staat finanzierte Bereich wächst. Das

mittlere Einkommen in der Industrie lag 2023

bei 47.500 Euro, im öffentlichen Dienst hingegen

bei rund 39.600 Euro. Ein klares Signal:

Wertschöpfung und Wohlstand entstehen

in der Wirtschaft, nicht in der Verwaltung.

„Wenn der Staat wächst, während die Industrie

schrumpft, läuft etwas grundlegend schief. Wir

werden den Wohlstand nicht sichern, indem wir

die produktiven Bereiche schwächen und den

öffentlichen Sektor immer weiter aufblähen“,

warnt Knill.

GEORG KNILL

Neue Steuern sind keine Lösung

Ein zentraler Irrweg in der aktuellen Diskussion

ist laut IV die Forderung nach neuen Steuern.

Um die Staatsausgabenquote auf EU-Niveau zu

bringen, müssten die öffentlichen Ausgaben um

rund 35 Milliarden Euro jährlich reduziert werden.

Neue Abgaben – etwa Vermögens- oder

Erbschaftssteuern – könnten laut Berechnungen

höchstens zwei Milliarden Euro einbringen und

gefährden gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit

des Standorts massiv.


„Es ist absurd, immer neue Steuern zu fordern,

wenn die Leistungsträger schon jetzt den Großteil

des Systems finanzieren. Das oberste Prozent

trägt mehr als ein Fünftel des gesamten

Lohn- und Einkommenssteueraufkommens. Die

obersten 10 Prozent zahlen 59 Prozent der Lohnund

Einkommenssteuer. Auch bei allen Steuern

und Sozialbeiträgen leisten sie rund 24 Prozent

der gesamten Einnahmen. Die starken Schultern

tragen damit längst genug. Was fehlt, ist Ausgabendisziplin

– das ist ein Gebot der Fairness den

Leistungsträgerinnen und -trägern gegenüber“,

so Knill weiter.

Fünf Wege aus der Staatswirtschaftsfalle

Mehr Ausgabendisziplin und Effizienz: Eine wirksame

Ausgabenbremse und Fokussierung auf

Kernaufgaben wie Verwaltung, Sicherheit, Bildung

und Infrastruktur sind notwendig, um den

Staat wieder handlungsfähig zu machen.

• Weniger Belastungen für produktiven Sektor

Energie-, Lohnneben- und Bürokratiekosten

müssen sinken, damit Österreichs Industrie

wettbewerbsfähig bleibt.

• Weniger Bürokratie

Der Bürokratieabbau ist entscheidend, um

Innovation und Wachstum wieder Raum zu

geben.

• Mehr Bildung und Fachkräfte

Eine Stärkung der dualen Ausbildung und der

MINT-Kompetenzen sichert die Basis für eine

starke Industrie.

• Mehr Digitalisierung

Digitale Lösungen sollen Verwaltung und

Betriebe entlasten und Effizienzgewinne

ermöglichen.

Am Ende geht es um die Balance zwischen

öffentlicher Verantwortung und privater Freiheit.

„Wir stehen an einem Scheideweg. Entweder

wir füttern den Staat, bis er uns allen

die Luft nimmt oder wir geben der Wirtschaft

Raum zum Atmen. Nur, wenn die Industrie

wachsen kann, bleibt Österreich ein Land des

Fortschritts, der Fairness und des Wohlstands“,

fasst Knill zusammen.

(RED)

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LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S56

Sanktionswahn und

Überregulierung der EU

haben uns in ein

energiepolitisches

Desaster geführt!

Nachdem auf der ADIPEC in Abu Dhabi Katars

Energieminister unmissverständlich erklärt

hat, kein Flüssiggas (LNG) mehr nach Europa

zu liefern, sofern die EU ihre überzogenen

Auflagen nicht zurücknimmt, warnet die

EU-Abgeordnete Petra Steger eindringlich

vor den dramatischen Folgen.

Bereits das im EU-Sanktionswahn

selbst auferlegte Einfuhrverbot für

russisches Erdgas ab Ende 2027

kommt einem wirtschaftlichen

Selbstmord gleich. Man hat sich damit sehenden

Auges in eine energiepolitische Sackgasse

manövriert. Statt kostengünstiger und gesicherter

Versorgung setzt die EU auf signifikant

teureres Flüssiggas, das zudem mit enormen

logistischen wie ökologischen Herausforderungen

verbunden ist. Und selbst diese Energiequelle

droht nun aufgrund von Überregulierung

und Überbürokratisierung durch Brüssel wegzubrechen,

womit das energiepolitische Desaster

endgültig perfekt wäre und ein massiver

Wohlstandsverlust unmittelbar bevorsteht!“

Besonders scharf kritisierte Steger das Lieferkettengesetz,

das zu Recht im Zentrum

der öffentlichen Kritik steht: „Dieses Gesetz

ist nichts anderes als ein Bürokratiemonster

– mitgetragen selbst von jener ÖVP, die

sich nach außen hin als ‚Wirtschaftspartei‘

inszeniert, in Wahrheit jedoch der moralischen

Selbstbespiegelung der Brüsseler

Funktionärskaste den Weg bereitet hat.

Die einzige reale Nebenwirkung: die systematische

Schwächung und endgültige Zerstörung

unserer Wirtschaft. Unter diesen überbordenden

Auflagen werden europäische Unternehmen

in immer größerer Zahl zur Abwanderung

gezwungen, und gleichzeitig kündigen ausländische

Unternehmen sowie Staaten zunehmend

an, ihre Aktivitäten in Europa zurückzufahren

oder ganz einzustellen.“

PETRA STEGER

„Ohne Energie zu international konkurrenzfähigen

Preisen wird unser hart erarbeiteter

Wohlstand in Windeseile verfliegen. Wir stehen

vor der größten Deindustrialisierung seit

dem Zweiten Weltkrieg, wenn die EU ihren zerstörerischen

Kurs fortsetzt. Es braucht daher

umgehend eine 180-Grad- Wende: Schluss

mit den selbstzerstörerischen Sanktionen

gegen Russland im Energiesektor und weg

mit regulatorischen Bürokratiemonstern wie

dem Lieferkettengesetz. Die EU muss endlich

wieder Politik für die eigene Wirtschaft

und damit für die Bevölkerung machen – und

nicht gegen ihren eigenen Kontinent“, forderte

die freiheitliche Europaabgeordnete.

(RED)


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LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S58

Konjunktur in Österreich

verläuft flach

Konjunkturell tritt Österreich derzeit auf der

Stelle, das Bruttoinlandsprodukt ist seit Jahresbeginn

nicht gewachsen. Belastend für

die privaten Haushalte ist die hohe Inflation

von zuletzt 4%. Hierin wirkt weiterhin der

zu Jahresanfang beobachtete kräftige Preissprung

bei Strom und Gas nach. Die Beschäftigung

stagniert seit Ende 2024 weitgehend.

Die Arbeitslosenquote steigt in der Tendenz.

Belastend für die privaten Haushalte

ist die hohe Inflation von zuletzt 4%.

Hierin wirkt weiterhin der zu Jahresanfang

beobachtete kräftige Preissprung

bei Strom und Gas nach. Die Beschäftigung

stagniert seit Ende 2024 weitgehend. Die

Arbeitslosenquote steigt in der Tendenz leicht.

"Durch den Anstieg der heimischen Energiepreise

zu Jahresbeginn ist die Kostenschere

zum Euro-Raum neuerlich aufgegangen. Bleibt

dieser Unterschied bestehen, so dämpft dies

mittelfristig die Kaufkraft der privaten Haushalte

und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen

in Österreich", so der Autor des aktuellen

WIFO-Konjunkturberichtes Stefan Ederer.

In Österreich verläuft die Konjunktur derzeit

flach. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im III.

Quartal kaum und ist seit Jahresbeginn 2025

mehr oder weniger unverändert. Die privaten

Konsumausgaben entfalteten neuerlich keine

Aufwärtsdynamik. Die Entwicklung der Investitionen

und Exporte ist hingegen durch Vorzieheffekte

infolge der Zollpolitik der USA überlagert.

Die Weltwirtschaft dürfte im Sommer und

Herbst zwar weiter expandiert haben, der Welthandel

und die globale Industrieproduktion

verloren aber zuletzt an Schwung. Das dürfte

vor allem damit zusammenhängen, dass die

Lieferungen in die USA, die im 1. Halbjahr stark

angestiegen waren, nunmehr wegfallen. Die

Konjunktureinschätzungen der Unternehmen

sind dennoch in vielen Ländern überwiegend

optimistisch. In den USA dürfte der budgetäre

"Shutdown" die bislang robuste Konjunktur am

Jahresende bremsen. Zudem rechnen die privaten

Haushalte dort weiterhin mit einer erhöhten

Inflation. Im Euro-Raum trugen hingegen die

Stabilisierung des Preisauftriebs bei etwa 2%

und die anhaltend niedrige Arbeitslosigkeit zu

einer Verbesserung des Verbrauchervertrauens

bei.

Die Konjunktureinschätzungen der österreichischen

Unternehmen hellten sich laut WIFO-

Konjunkturtest in den letzten Monaten etwas

auf und lagen nur mehr knapp im negativen

Bereich. In der Industrie zeigt sich bereits seit

Jahresbeginn ein deutlicher Aufwärtstrend.

Auch in der Bauwirtschaft verbesserte sich die

Stimmung merklich. Im Einzelhandel und im

Dienstleistungsbereich bewegen sich die Indikatoren

hingegen tendenziell seitwärts. Der

von der Europäischen Kommission veröffentlichte

Indikator für das heimische Verbrauchervertrauen

ist seit Jahresbeginn in der Tendenz

unverändert. Zuletzt rechneten deutlich mehr

befragte Haushalte mit höheren Preisen als

noch vor einem Jahr, und die Einschätzung ihrer

finanziellen Situation trübte sich im Herbst ein.

Die Verbraucherpreisinflation ist seit dem Sommer

kaum zurückgegangen und lag im Oktober

laut Schnellschätzung von Statistik Austria bei

4%. Dazu trugen der sprunghafte Anstieg der

Gas- und Strompreise zu Jahresbeginn und eine

kräftige Verteuerung von Nahrungsmitteln im

Frühjahr bei. Auch die Wohnungsmieten zogen

zuletzt wieder stärker an.

Infolge der flachen Konjunktur ist die Zahl der

aktiv unselbständig Beschäftigten seit Ende

2024 weitgehend unverändert. Während der

Personalstand in der Industrie sank, stieg er

im Gesundheits- und Sozialwesen stark. Die

Arbeitslosenquote ist seit Jahresbeginn tendenziell

gestiegen (nationale Definition, saisonbereinigt),

da der Arbeitsmarkt infolge der

schwachen Konjunktur derzeit nicht in der Lage

ist, den Anstieg des Arbeitskräfteangebotes

aufzunehmen.

(RED)


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