LE-5-2025-Journal Handel & Distanzhandel
LE-5-2025-Journal Handel & Distanzhandel
LE-5-2025-Journal Handel & Distanzhandel
- Keine Tags gefunden...
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
JOURNAL 5/2025
HANDEL & DISTANZHANDEL
Heimischer Handel weiterhin
unter Kostendruck
LOGISTIK EXRESS INFORMIERT
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S2
Journal H&D 5/25
04 Gute Dinge kommen zu Kastner & Öhler
06 30 Jahre otto.de – KI schreibt das nächste Kapitel
08 Einzelhandel weiterhin unter starkem Kostendruck
10 Handelsverband & Greenpeace fordern SHEIN-Sperre
12 Fernost Ramschhändler gefährden
14 Ohne Vorab-Datenaustausch geht bald nichts mehr
18 Das war der Retail Tech Day 2025
22 Austrian Retail Innovation Awards 2025
24 Heimischer Handel bringt tolle Verkaufstalente hervor
26 Der Kampf gegen die Phantombestände
28 Black Friday 2025: Betrug bei Zahlungen nimmt zu
32 Forcepoint rät zu erhöhter Vorsicht bei Black-Friday
34 Black-Friday-Trends
36 Umfrage zeigt Veränderungen im Einkaufsverhalten
38 Planer, Last-Minute- oder Spontankäufer?
40 DPD Schweiz steigert Gitterwagen-Verfügbarkeit
42 DHL Group Lade- und Lastmanagement-System
44 20 Jahre GLS PaketShops
46 Asiatisch-pazifisch Unternehmen sind zuversichtlich
48 Politik und Wirtschaft im Dialog bei Schwarz Impulse
50 TOP 100 Cross-Border Marketplaces Europe
52 Unternehmenskonkurse in Österreich bleiben hoch
54 Fünf Maßnahmen gegen ausuferndes Staatswachstum
56 Sanktionswahn und Überregulierung der EU
58 Konjunktur in Österreich verläuft flach
LE 5/2025
IMPRESSUM
LOGISTIK express / MJR MEDIA
Donauwörther Str. 27a/7/4
A-2380 Perchtoldsdorf
Medieninhaber, Herausgeber:
Markus Jaklitsch
+43 676 7035206 / info@logistik-express.at
www.logistik-express.com
Foto: istockphoto.com / Depositphotos.com
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S4
Gute Dinge kommen zu
Kastner & Öhler
Manufactum, bekannt für sein sorgfältig ausgewähltes
Sortiment an langlebigen Produkten,
eröffnet im März 2026 seinen zweiten
Standort in Österreich.
Der Mietvertrag mit Kastner & Öhler
ist unterzeichnet. Das Jugendstilhaus
von Kastner & Öhler (vormals
K&Ö Home) in der Grazer Murgasse
ist damit ab März wieder für Kunden geöffnet.
In attraktiver Innenstadtlage zieht Manufactum
in die inspirierenden Räumlichkeiten des
Jugendstilhauses von Kastner & Öhler. Diese
strategische Entscheidung unterstreicht die
Überzeugung, dass die gute Erreichbarkeit und
die lebendige Atmosphäre der Grazer Innenstadt
ideale Voraussetzungen für den Erfolg des
neuen Standortes bieten. Nach der erfolgreichen
Etablierung des ersten österreichischen
Warenhauses in Wien im Jahr 2018 ist Graz der
nächste logische Schritt, um die Philosophie der
„guten Dinge“ auch in der Steiermark zu verankern.
„Graz ist eine Stadt, die Tradition und Moderne
auf besondere Weise verbindet und eine hohe
Wertschätzung für Qualität und Nachhaltigkeit
mitbringt. Die Immobilie in der Murgasse
bietet uns den perfekten Rahmen, um unsere
Produkte in einem ansprechenden Ambiente
zu präsentieren“, erklärt Kai Steffan, Managing
Director der Manufactum Gruppe. „Wir freuen
uns darauf, die Grazer sowie die Besucher der
Stadt mit unserem vielfältigen Angebot zu
begeistern. Unsere Warenhäuser sind mehr als
nur Verkaufsflächen – sie sind Orte des Entdeckens,
des Austauschs und der bewussten Entscheidung
für Produkte, die Bestand haben.“
Dazu Martin Wäg, Vorstand von Kastner & Öhler:
„Mit Manufactum gewinnt Graz einen Händler,
der mit seinem hochwertigen Sortiment für
Qualität, Langlebigkeit und Liebe zum Detail
steht. Das passt sehr gut zur DNA von Kastner
und Öhler und es freut uns sehr, dass Manufactum
seinen zweiten Standort in Österreich bei
uns in Graz eröffnet.“
Das neue Warenhaus wird auf mehr als 500
Quadratmetern im Erdgeschoss des Kastner
& Öhler Jugendstilhauses eine breite Auswahl
aus dem Manufactum-Sortiment zeigen, von
Heimtextilien über Küchenutensilien und Gartenbedarf
bis hin zu Büroartikeln, Körperpflege,
Lebensmitteln und Bekleidung. (RED)
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S6
MICHAEL MÜLLER-WÜNSCH
30 Jahre otto.de –
und KI schreibt das
nächste Kapitel
1995 startete otto.de als ambitioniertes Innovationsvorhaben
in die neue Welt des Einkaufens
im Internet. Heute, 30 Jahre später,
ist OTTO als Webshop und App aus der deutschen
E-Commerce-Landschaft nicht mehr
wegzudenken und hat sich zur hybriden Einkaufsplattform
mit über 18 Millionen Artikeln
entwickelt.
Dr. Michael Müller-Wünsch, den alle
nur MüWü nennen, ist CIO von OTTO
und spricht im Interview über wegweisende
Meilensteine und wirft
einen Blick in die Zukunft des E-Commerce mit KI.
Ein Blick zurück zeigt, wie viel seit 1995 passiert
ist. Mittlerweile ist OTTO der größte
deutsche Onlineshop und hat täglich über 70
KI-Anwendungen im Einsatz, zehn davon auf
Basis generativer künstlicher Intelligenz. Wie
könnte ein Blick in die Zukunft aussehen?
Mitte der 80er Jahre forschte ich an der TU Berlin
bereits im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Ich arbeitete an KI-Agenten für unterschiedliche
Bereiche: Umweltmanagement, Finanzen und
hatte Zugang zu den ersten Überlegungen fürs
autonome Fahren. Allerdings waren wir technologisch
noch nicht so weit, das Ganze in die Tat
umzusetzen. Heute – bald 40 Jahre später – wird
genau das Wirklichkeit. Da bekomme ich jedes
Mal Gänsehaut, wenn ich daran denke.
Wir sind mitten in der nächsten Phase der Business-Transformation
durch Technologie. Mich
beeindruckt die Geschwindigkeit, mit der Innovationen
im Bereich künstlicher Intelligenz
aktuell voranschreiten und das macht einen
klaren Ausblick schwierig. Eines aber ist sicher:
KI und jetzt AI Commerce wird den E-Commerce
grundlegend beeinflussen. Und genau so ist KI
mehr und mehr Bestandteil unserer digitalisierten
Prozesse.
Gerade KI-Agents werden aktuell heiß diskutiert
– wie können wir uns das Einkaufen
zukünftig denn vorstellen?
Wir sehen bereits erste Anfänge wie AI Commerce
aussehen könnte. Der E-Commerce setzt
schon seit einigen Jahren punktuell KI-Features
in der Produktsuche, der Produktdarstellung
oder der Personalisierung ein. Das, was wir
schon seit Jahren im Kundenservice, also After
Sales durch einfache Chatbot-Technologien
sehen, dehnt sich nun auf den Pre-Sales- und
Sales-Prozess aus. Es entstehen gerade die
ersten Shopping Assistentinnen, bei denen
durch conversational search die Kunden zum
gewünschten Produkt geführt und beraten werden.
Diese Shopping Assistenten finden onsite auf
den E-Commerce-Plattformen statt. Durch den
Einzug generativer KI in unseren Alltag durch
GenAI-Agents wie ChatGPT, Perplexity oder
Gemini ist eine neue Dimension hinzugekommen:
Menschen nutzen diese Large Language
Models beziehungsweise GenAI-Plattformen,
um sich beraten zu lassen und nach Produkten
zu suchen. Dieses findet zunächst offsite statt
und die GenAI-Plattformen leiten dann direkt
oder indirekt – je nach Tiefe der Integration – zu
Onlineshops weiter, wo sie den Kauf durchführen
können. Wer also nicht nur nach Produkten
sucht oder sich inspirieren lassen will, sondern
sich wie im Laden beraten lassen möchte, wird
diese neuen Möglichkeiten lieben. Für mich ist
das der nächste große Schritt im Handel!
Wie können wir uns das in der
Praxis vorstellen?
Eine erste Ausbaustufe könnte so aussehen: Du
gibst deinem Shopping-Agent eine Anweisung,
die KI kuratiert passende Angebote unterschiedlicher
Shops auf Basis persönlicher Präferenzen
und wickelt auf Wunsch Käufe ab – jedoch nicht
autonom. Die finale Entscheidung bleibt beim
Menschen. Bereits heute testen wir bei OTTO
entsprechende Prototypen, die es unseren Kunden
ermöglichen, eine individuellere Produktauswahl
und Beratung zu erleben.
Die nächste Stufe könnte noch etwas weitergehen:
Ein KI-Agent übernimmt proaktiv das
gesamte Shopping, angefangen beim Vorschlag,
was du brauchen könntest, über die Zahlung hin
bis zur Lieferung. Der Agent könnte beispielsweise
automatisch erkennen, wann du neue
Haushaltsartikel brauchst. Er schlägt dir auf
dich zugeschnittene Alternativen vor und stößt
Bestellvorgänge für dich an. Dabei handelt die KI
immer im Sinne deiner Interessen und lernt kontinuierlich
hinzu.
Das klingt nach sehr persönlichem Service im
Alltag aber auch nach hohem Vertrauen in KI.
Glaubst du, Menschen lassen das zu?
Ich glaube, KI-Agenten werden unseren Alltag
immer mehr bereichern, indem sie mehr Komfort,
Zeitersparnis und eine bessere Beratung
ermöglichen. Wir vertrauen auch schon jetzt
viele Dinge beispielsweise unserem Smartphone
an. Aber für dieses Vertrauen braucht es definitiv
Transparenz, ethische Standards und klare Verantwortlichkeiten.
Menschen müssen im Zweifel
immer die Möglichkeit haben, die Kontrolle über
ihre Daten und Entscheidungen zu behalten.
Aber ich bin überzeugt: Die Kombination aus
technologischem Fortschritt, verantwortungsvoller
Anwendung und dem Menschen im Zentrum
wird das Einkaufserlebnis der Zukunft prägen.
Es wird intelligenter und persönlicher denn je.
Vielen Dank für die Einblicke der Zukunft!
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S8
Handelsverband & WIFO
Konjunkturreport:
Österreichs Einzelhandel
weiterhin unter starkem
Kostendruck
Umsätze im 3. Quartal stagnieren real. Preisrückgänge
bei vielen Gütern des täglichen
Bedarfs dämpfen nominelle Entwicklung.
GERALD KÜHBERGER
Der vom WIFO im Auftrag des Handelsverbands
erstellte Konjunkturreport
Einzelhandel zeigt ein weiterhin
angespanntes Bild für den
österreichischen Handel. Im 3. Quartal 2025
lagen die nominellen Umsätze laut Statistik
Austria leicht über dem Vorjahresniveau, inflationsbereinigt
ergibt sich jedoch unter Berücksichtigung
der Verkaufstage sowohl im September
als auch im August ein Minus von 0,1%.
Damit setzt sich der bereits seit 2023 anhaltende
Seitwärtstrend fort.
"Kumuliert betrug der Umsatzzuwachs im heimischen
Einzelhandel in den ersten neun Monaten
des Jahres nominell 3,3% und real 1,5%. Der
anhaltend hohe Kostendruck, der hauptsächlich
durch die Energiekosten getrieben wird, führt
zu steigenden Insolvenzen und rückläufiger
Beschäftigung. All das bleibt für die gesamte
Handelsbranche strukturell belastend", fasst
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will
die Kernergebnisse des Reports zusammen.
Immerhin: Der Erwartungsindex der Händler hat
sich in der aktuellen Befragung gegenüber dem
Vormonat um einen Punkt verbessert.
Energiepreise & Dienstleistungen
als Inflationstreiber
Sorgen bereitet auch die weiterhin hohe Inflationsrate.
Gemäß Schnellschätzung der Statistik
Austria lag die Inflation im Oktober in Österreich
bei 4% und damit erneut deutlich über dem
Durchschnitt des Euro-Raumes (2,1%). "Damit
setzt sich der höhere Preisauftrieb in Österreich
im internationalen Vergleich fort. Den stärksten
Einfluss auf die Teuerung hatte neben den Energiekosten
der Dienstleistungsbereich", erklärt
Jürgen Bierbaumer, WIFO-Ökonom und Mitautor
des Reports.
GERALD KÜHBERGER
Keine Entspannung in Sicht:
Jede fünfte Insolvenz betrifft den Handel
Die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen
in der Gesamtwirtschaft stieg im 3. Quartal
2025 laut KSV 1870 abermals an. Insgesamt
wurden 990 Insolvenzen über alle Sektoren
hinweg eröffnet, das waren um 2,5% mehr als
im Jahr zuvor. "Im Handel wurden allein im dritten
Quartal 190 Insolvenzen verzeichnet, das ist
ein Anstieg von 13% gegenüber dem Vorjahr.
Nahezu jede fünfte Insolvenz der Gesamtwirtschaft
wurde somit im Handel registriert", bestätigt
Rainer Will.
Handel ist Branche mit höchstem Zuwachs
an arbeitslosen Personen
Im gesamten Einzelhandel (einschließlich Kfz)
sind aktuell 331.000 unselbständig Beschäftigte
tätig. Während der Bestand in der Gesamtwirtschaft
im Vergleich zum Vorjahr weitgehend
stabil blieb, ist im Einzelhandel bereits seit Februar
2023 ein Rückgang zu beobachten, welcher
sich zuletzt beschleunigte. Laut jüngsten Daten
des AMS war der Handel im Oktober mit mehr
als 45.000 Arbeitslosen die Branche mit den
höchsten Arbeitslosenzahlen sowie mit +3.633
Personen im Vergleich zum Vorjahr auch die
Branche mit dem höchsten Zuwachs an arbeitslose
Personen. Das zeigt mehr als deutlich, wie
angespannt die Lage ist.
Weitere Kernbefunde des Konjunkturreports
Einzelhandel:
- Rückläufige Preise bei Gütern des täglichen
Bedarfs: Rückläufige Preise bei vielen Gütern
des täglichen Bedarfs führten im 3. Quartal zwar
zu einer spürbaren Entlastung für die heimischen
Konsument:innen, bremsten jedoch auch
das Umsatzwachstum im Lebensmittelhandel
erheblich.
- NonFood-Handel hadert mit schwachem
September-Geschäft: Im Nichtnahrungsmittelbereich
dämpfte vor allem der September
die gesamte Entwicklung. Real sanken die
Umsätze um -1,5% und verzeichneten damit die
schwächste Entwicklung seit Juni 2024.
- Deutschland performt besser: In Deutschland
fielen die Zuwachsraten bei den realen,
kalenderbereinigten Nettoumsätzen sowohl im
August als auch im September etwas höher aus
als in Österreich.
- Diffuses Stimmungsbild bei den Händlern:
Die allgemeine Stimmung bei den heimischen
Händlern war im Oktober 2025 zwar deutlich
besser als vor einem Jahr, im Vergleich zum September
hat sich der Saldo jedoch verschlechtert.
Während hier die aktuelle Lage ein wenig pessimistischer
eingeschätzt wurde, verbesserten
sich die Erwartungen für die kommenden Monate.
- Diffuses Stimmungsbild bei den Konsumenten:
Auch die Stimmung der heimischen Konsument:innen
hat sich zuletzt wieder etwas eingetrübt
und lag im Oktober trotz leichten Anstieges
um mehr als 3½ Punkte unter dem zwischenzeitlichen
Höchstwert von August 2025.
Ausblick: Sparquote bleibt hoch, Inflationsrate
normalisiert sich (hoffentlich)
Für das Gesamtjahr 2025 rechnet das WIFO mit
einer durchschnittlichen Inflation von 3,5%, für
2026 mit 2,4%. Die Preisdynamik wird vor allem
vom Dienstleistungssektor getragen, zusätzlich
dürften Gebührenerhöhungen der öffentlichen
Hand nächstes Jahr preistreibend wirken. Auch
die Sparquote im Land dürfte vorerst auf einem
hohen Niveau von rund 11% bleiben.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S10
Handelsverband &
Greenpeace fordern
SHEIN-Sperre: 80%
der Produkte nicht EUrechtskonform!
Gefährliches Spielzeug, nicht zugelassene
Kosmetika, fehlerhafte Elektrogeräte: 8 von
10 Paketen des Online-Ramschhändlers
mangelhaft. Abschaffung der EU-Zollfreigrenze
in Q1 2026 überfällig.
GERALD KÜHBERGER
belegen: Rund 80 Prozent (!) der Produkte verstoßen
gegen EU-Sicherheitsstandards, etwa
durch nicht zugelassene Kosmetika, gesundheitsschädliche
Chemikalien, gefährliches
Spielzeug oder fehlerhafte Elektrogeräte.
8 von 10 Paketen mangelhaft
Das bedeutet: 8 von 10 Artikeln weisen teils gravierende
Mängel auf. Damit sind europäische
Verbraucher:innen akut gefährdet, wenn weiterhin
unsichere und teilweise sogar für Kinder
hochgefährliche Produkte unkontrolliert in europäischen
Haushalten landen. "Weg mit dem Gift
heißt´s! Die Dimensionen sind gewaltig. Im Vorjahr
wurden 100 Millionen Fernost-Pakete nach
Österreich geliefert. 80 Millionen davon sind vermutlich
nicht EU-rechtskonform. Die Risiken für
heimische Verbraucher:innen können gar nicht
hoch genug eingeschätzt werden", erklärt Rainer
Will, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen
und unabhängigen Handelsverbands.
X
Nach dem jüngsten Skandal um kindlich
aussehende Sexpuppen hat die
französische Verbraucherschutzbehörde
letzte Woche innerhalb von
24 Stunden rund 200.000 Pakete der Onlineplattform
SHEIN am Flughafen Paris - Charles
de Gaulle beschlagnahmt. Erste Auswertungen
Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace
Österreich, dazu: "Das ist ein Skandal in
einem Skandal. Während SHEIN mit aggressiver
Werbung und Dumpingpreisen die europäischen
Märkte überschwemmt, zeigt sich jetzt,
dass zehntausende dieser Produkte unsicher
oder illegal sind. Das beweist einmal mehr, dass
das Geschäftsmodell von SHEIN auf systematischer
Missachtung von Schutzstandards basiert
– auf Kosten von Menschen und Umwelt."
RAINER WILL
SHEIN bereits auf Rang 5 der umsatzstärksten
Webshops in Österreich
Der Kern des Problems ist ein tiefes regulatorisches
Ungleichgewicht. Während sich europäische
Händler an die Spielregeln halten, umgehen
viele Fernost-Plattformen systematisch
Zölle, Steuern und Sicherheitsauflagen. "Es ist
absurd, dass E-Commerce-Plattformen aus
Drittstaaten Milliarden Produkte frei Haus vermitteln
und keinerlei Verantwortung dafür tragen.
Heimische Händler müssen hingegen für
jedes einzelne CE-Zeichen geradestehen. Der
unfaire Wettbewerb hat SHEIN bereits auf Rang
5 der umsatzstärksten Webshops des Landes
katapultiert. 174 Millionen Euro hat der Online-
Ramschhändler im Vorjahr in Österreich erwirtschaftet",
so Rainer Will.
Gefahr in Verzug: Greenpeace & Handelsverband
fordern sofortige Sperre von SHEIN
Der Handelsverband und Greenpeace fordern
deshalb: eine sofortige Sperrung von SHEIN in
ganz Europa, weil Gefahr in Verzug ist, verstärkte
Schwerpunktkontrollen der Zollbehörden in
Österreich und in allen anderen EU-Staaten
gegen Fernost-Plattformen, die Einführung einer
Plattformhaftung für die korrekte Warendeklaration
auf nationaler Ebene, um Sicherheitsstandards
zu garantieren und Zoll- und Mehrwertsteuerbetrug
sofort und effektiv zu bekämpfen.
"Wenn acht von zehn Produkten nicht EU-konform
sind, dann gefährdet das nicht nur Konsumentinnen
und Konsumenten, sondern auch
die Umwelt. Diese Produkte enthalten oft giftige
Chemikalien, die in unseren Haushalten, im
Abwasser und am Ende in der Umwelt landen.
Wenn Unternehmen wie SHEIN unsere Standards
ignorieren, dann müssen Behörden handeln und
die Plattform sperren – und zwar sofort. Solche
Konzerne dürfen in Europa keinen Freifahrtschein
mehr haben", sagt Madeleine Drescher.
Rasche Abschaffung der Zollfreigrenze
wichtiger Schritt, weitere müssen folgen!
Sowohl Greenpeace als auch der Handelsverband
begrüßen die gestrige Einigung der EU-
Wirtschafts- und Finanzminister:innen in Brüssel
ausdrücklich, die Zollfreigrenze von 150 Euro
für Pakete aus Drittstaaten bis spätestens 2028
abzuschaffen – möglicherweise auch schon im
1. Quartal 2026. Ziel ist, die Paketflut aus Fernost
einzudämmen und den systematischen
Zoll- und Mehrwertsteuerbetrug zu stoppen.
"Das Schadensausmaß liegt allein in Österreich
bei bis zu 4,5 Mrd. Euro. Damit gehen Arbeitsplätze,
Steuereinnahmen und Lebensqualität in
unseren Innenstädten verloren. Im Vorjahr ist der
Leerstand in Österreichs Innenstädten so stark
gestiegen wie nie zuvor. Den Gemeinden entgehen
durch die Dezimierung der Handelsjobs
in den Ortskernen zusätzlich Kommunalsteuern
in Millionenhöhe", weist Handelssprecher Rainer
Will auf die Zusammenhänge und Auswirkungen
für jede Gemeinde Österreichs hin. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S12
Fernost Ramschhändler
gefährden Wirtschaft,
Jobs & Gesundheit in
Österreich!
Verbraucherschutz, Nachhaltigkeit & Arbeitsrechte
bei chinesischen Marktplätzen?
Fehlanzeige! Rainer Will fordert Plattformhaftung
für korrekte Warendeklaration.
GERALD KÜHBERGER
Die heute von GLOBAL 2000 und
der AK Oberösterreich präsentierten
Testergebnisse zu gefährlichen
Chemikalien in den Produkten der
eCommerce-Plattformen Temu und Shein
bestätigen einmal mehr, was der Handelsverband
seit vielen Jahren aufzeigt: Die Online-
Ramschhändler aus Fernost unterlaufen de
facto systematisch europäische Umwelt-, Verbraucher-
und Sicherheitsstandards.
Verstöße gegen EU-Recht als kriminelles
Massenphänomen
„Wenn eine Damenjacke von Temu den EU-
Grenzwert für Ewigkeits-Chemikalien um das
4.154-Fache überschreitet, zeigt das die dramatische
Schieflage im Onlinehandel auf. Diese
Billigstprodukte gefährden die Gesundheit der
heimischen Konsument:innen, insbesondere
unserer Kinder“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer
des freien, überparteilichen Handelsverbands.
„Der Kern des Problems ist ein tiefes regulatorisches
Ungleichgewicht. Während österreichische
Händler jede Vorschrift penibel einhalten
müssen, umgehen viele Fernost-Plattformen
systematisch Sicherheitsauflagen, Zölle und
Steuern. Wir reden hier nicht von Einzelfällen,
sondern von einem kriminellen Massenphänomen.“
Dadurch entstehen massive Wettbewerbsnachteile
für europäische Unternehmen. Die Folge?
Allein im Vorjahr strömten 4,6 Milliarden Kleinstpakete
unter 150 Euro Warenwert fast ungeprüft
in den EU-Binnenmarkt. Laut EU-Spielzeugverband
sind beispielsweise 95% der auf Temu
gekauften Kinderspielzeuge unsicher.
Haushalte voller Ramschware: Temu im Österreich-Marktplatzranking
auf Rang 4, Shein auf
Platz 7
Abgesehen von Amazon kommen die größten
globalen eCommerce-Plattformen Alibaba,
JD.com und Temu alle aus China. Gemeinsam
kontrollieren sie inzwischen fast zwei Drittel des
weltweiten Onlinehandelsvolumens. In Österreich
liegt Temu im Marktplatzranking mit einem
Umsatz von 341 Mio. EUR bereits auf Rang 4,
Shein erreicht mit 217 Mio. EUR den 7. Platz.
„Jeder zweite Österreicher hat bereits mindestens
einmal bei einer chinesischen Shopping-
Plattform wie Temu, Shein oder AliExpress eingekauft“,
bestätigt Rainer Will, der schon im
August 2024 eine UWG-Beschwerde gegen
Temu bei der Bundeswettbewerbsbehörde
(BWB) eingereicht hat. Die Ermittlungen der BWB
laufen noch.
„Der scheinbar günstige Warenbezug über Fernost-Plattformen
kommt uns letztlich teuer zu
stehen. Millionen falsch deklarierter Pakete entziehen
unseren Städten und Gemeinden wichtige
Kommunalsteuereinnahmen – weniger
lokale Jobs bedeuten weniger Steueraufkommen.
Die Müllflut gefährdet nicht nur unseren
Planeten, sondern auch unsere Innenstädte“,
erklärt Will, der Sprecher des österreichischen
Handels.
Die Lösung? Eine nationale Plattform-Haftung
für die korrekte Warendeklaration
Dabei liegt die Lösung schon am Tisch der Politik:
Fernost-Plattformen müssen haften – so
wie jeder europäische Händler auch. Wenn der
Kunde 50 Euro zahlt, dürfen nicht 20 auf der
Rechnung stehen. Und schon gar keine giftigen
Chemikalien im Produkt stecken. Wer als Marktplatz
Milliarden Produkte durchschleust, darf
sich nicht aus der Verantwortung stehlen.
Genau das hat Österreich bei der Verpackungsentpflichtung
schon gezeigt: Seit Plattformen
für eine korrekte Entsorgung von Verpackungen
ihrer Händler haften, funktioniert das System fairer.
Es zahlen nicht mehr nur Händler mit heimischer
Betriebsstätte, während die anderen das
Geschäft machen, sondern alle Marktteilnehmer.
Dasselbe Haftungsprinzip schlägt der Handelsverband
wir für die korrekte Warendeklaration
und Versteuerung vor, es braucht auch hier auf
nationaler Ebene eine Plattformhaftung. Wenn
wiederholte Verstöße festgestellt werden, sollten
als ultima ratio auch temporäre Plattform-
Sperren umgesetzt werden.
Temu & Shein hinter Amazon bald unter den
Top 3 der umsatzstärksten Webshops
„Es ist völlig absurd, dass viele eCommerce-
Plattformen aus Drittstaaten zurzeit keinerlei
Verantwortung für ihre Produkte tragen, während
heimische Händler für jedes einzelne CE-
Zeichen geradestehen müssen. Wir brauchen
endlich eine rechtliche Gleichstellung in Form
einer Plattformhaftung. Die Politik muss zum
Schutz der Bevölkerung und der 615.000 Jobs
im Handel sofort handeln. Wenn nichts passiert,
werden Temu und Shein bald hinter Amazon
unter den Top 3 der größten Webshops in Österreich
liegen“, so Handelssprecher Rainer Will
abschließend. (RED)
Für Rückfragen steht Ihnen der Handelsverband
gerne zur Verfügung.
Mag. Gerald Kühberger, MA
Pressesprecher
gerald.kuehberger@handelsverband.at
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S14
Ohne Vorab-
Datenaustausch geht
bald nichts mehr
Das Europäische Komitee für Normung (CEN)
erarbeitet eindeutige digitale Kennungen
der Vertragsparteien und Harmonisiert den
Datenaustausch für alle Warensendungen in
der modernen Logistik. WALTER TREZEK
Die Bedeutung des harmonisierten Datenaustauschs
in der E-Commerce-Logistik
In der heutigen schnelllebigen E-Commerce-
Landschaft ist der nahtlose Austausch elektronischer
Daten zwischen Einzelhändlern,
Logistikdienstleistern und anderen Beteiligten
unerlässlich. Mit dem zunehmenden Online-
Shopping in ganz Europa steigt auch die Komplexität
einer effizienten und transparenten
Warenlieferung. Harmonisierte Standards für
den elektronischen Datenaustausch sind entscheidend
für die Gewährleistung von Interoperabilität,
Einhaltung gesetzlicher Vorschriften
und betrieblicher Effizienz im vielfältigen europäischen
Logistik-Ökosystem.
Da der E-Commerce die europäische
Einzelhandelslandschaft weiter
verändert, ist die Einführung harmonisierter
Normen für den elektronischen
Datenaustausch wichtiger denn je.
Die führende Rolle des CEN in der Normung,
kombiniert mit europäischen Initiativen
wie eDelivery und dem gemeinsamen
Datensatz für Frachtinformationen,
ebnet den Weg für ein digitales Logistik-Ökosystem,
das sicher, effizient und
zukunftsfähig ist. Durch die Einführung
dieser Normen können Logistikexperten,
E-Commerce-Unternehmen und
Normungsgremien Innovationen vorantreiben,
Vertrauen stärken und einen reibungslosen
Warenfluss über Europas Grenzen
hinweg gewährleisten. Gewährleistet werden
soll Europas Datenhoheit, Datenschutz, Produktsicherheit
und Verbraucherschutz.
CEN und europäische Normung: Grundlagen
für den elektronischen Datenaustausch
Das Europäische Komitee für Normung (CEN),
und damit die nationalen Normungsorganisationen,
wie in Österreich Austrian Standards,
spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung
freiwilliger europäischer Normen (EN), die die
digitale Transformation von Logistik und Einzelhandel
unterstützen. Durch die Förderung des
Konsenses zwischen nationalen Normungsgremien,
Branchenexperten und Regulierungsbehörden
stellt CEN sicher, dass die Normen die
praktischen Bedürfnisse aller an E-Commerce-
Lieferungen beteiligten Parteien widerspiegeln.
Diese Standards bieten eine gemeinsame Sprache
und Struktur für den erweiterten Austausch
elektronischer Daten, unterstützen den grenzüberschreitenden
Handel und reduzieren den
Verwaltungsaufwand für Unternehmen in ganz
Europa.
Eindeutige Parteikennungen: Verbesserte
Identifizierung und Rückverfolgbarkeit der
Beteiligten
Die genaue Identifizierung aller an der Lieferkette
beteiligten Parteien ist für einen sicheren
und zuverlässigen Datenaustausch von grundlegender
Bedeutung. CEN-Normen fördern die
Verwendung eindeutiger Parteikennungen und
nutzen ein gemeinsames Identifikationssystem
für diese Organisationen. Sie definieren die
Zuweisung und Verwendung von Identifikationscodes,
die zur Identifizierung relevanter Parteien
für Post-, Kurier-, Express- und Paketdienste,
sowie andere Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette
verwendet werden können,
um Einzelhändler, Spediteure, Versender und
Empfänger eindeutig zu identifizieren. Durch die
Zuweisung einer eindeutigen Kennung für jeden
Beteiligten wird das Risiko von Misskommunikation
und Datenfehlern deutlich reduziert. Diese
Rückverfolgbarkeit verbessert nicht nur die Effizienz
der Logistikabläufe, sondern erhöht auch
die Verantwortlichkeit und Transparenz während
des gesamten Lieferprozesses.
Authentifizierter Austausch elektronischer
Dokumente: Nutzung europäischer eDelivery-
Spezifikationen
Die sichere und authentifizierte Übertragung
elektronischer Dokumente ist für Vertrauen
und Compliance in der E-Commerce-Logistik
unerlässlich. Die CEN-Normen beinhalten
europäische eDelivery-Spezifikationen, die
sichere, interoperable Protokolle für den Austausch
elektronischer Dokumente wie Rechnungen,
Versandbenachrichtigungen und Zollanmeldungen
definieren. Diese Spezifikationen
gewährleisten, dass Dokumente ausschließlich
zwischen authentifizierten Parteien übermittelt
werden und Datenintegrität und Vertraulichkeit
gewahrt bleiben. Durch die Einführung von eDelivery-Standards
gemäß der EU-eIDAS-Verord-
KONZENTRIEREN SIE SICH AUF DAS WESENTLICHE.
MIT LOGISTIK-OUTSOURCING VON LOGSERV.
Wir verbinden, was zusammen gehört. Wirtschaftliche
Abläufe und effiziente Transporte sind heute wichtiger
denn je. Als Full-Service-Spezialist für industrielle Logistik
sind Ihre Herausforderungen bei uns bestens aufgehoben.
Kontrakt- und Projektlogistik
Zolldienstleistungen
Eisenbahn-Sicherungstechnik und -Bautechnik
Instandhaltung Lokomotiven und Waggons
Werkstätten Schwer- und Sonderfahrzeuge
Fuhrparkmanagement
Werksinterne Logistik
Verkehrsakademie
Private Eisenbahntraktion via CargoServ
Logistik Service GmbH, Lunzer Straße 41, A-4031 Linz
Tel: +43-732-6598-2000, E-Mail: office@logserv.at
www.logserv.at
Logistik in Bewegung.
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S16
nung (EU) 910/2014, können Unternehmen ihre
Dokumenten-Workflows optimieren, manuelle
Eingriffe reduzieren und die grenzüberschreitende
Rechtsgültigkeit gewährleisten, gleichzeitig
aber auch eine datenschutzkonforme
Bearbeitung gewährleisten.
Compliance mit elektronischen Fracht- und
Transportinformationen: Implementierung des
gemeinsamen EU-Datensatzes
Die Europäische Union hat einen gemeinsamen
Datensatz für elektronische Fracht- und
Transportinformationen (eFTI-Verordnung
[2020/1056]) eingeführt, der für alle Verkehrsträger
gilt. CEN-Normen orientieren sich an dieser
Initiative, indem sie die Struktur und Semantik
der zwischen den Parteien ausgetauschten
Daten übernehmen, einschließlich der Digitalisierung
von Transportdokumenten der Post (einschließlich
Kurier-, Express- und Paketdienste).
In der E-Commerce-Logistik ermöglicht diese
Harmonisierung Logistikunternehmen die Einhaltung
gesetzlicher Anforderungen an die
Datenbereitstellung, unabhängig davon, ob
Waren auf der Straße, der Schiene, in der Luft
oder auf dem Seeweg transportiert werden. Die
Verwendung eines standardisierten Datensatzes
vereinfacht die Berichterstattung, minimiert
Doppelgleisigkeit und ermöglicht eine nahtlose
Integration mit nationalen und europäischen
Behörden.
Vorteile und Auswirkungen: Effizienz, Transparenz,
Einhaltung gesetzlicher Vorschriften
Die Harmonisierung des elektronischen Datenaustauschs
durch CEN-Normen bietet dem
E-Commerce- und Logistiksektor erhebliche
Vorteile:
Wer diese Vorteile nutzen möchte, wer einen
Wissensvorsprung erreichen möchte
oder wer aktiv die Rahmen der Branche bearbeiten
möchte, sollte Teil unseres internationalen
Netzwerkes werden und sich dem
logistic-natives e.V. anschließen (florian.seikel@logistic-natives.com).
•-Effizienz: Automatisierte, standardisierte
Datenflüsse reduzieren manuelle Eingriffe, Fehler
und Verzögerungen.
•-Transparenz: Eindeutige Parteikennungen und
ein nachvollziehbarer Dokumentenaustausch
verbessern die Transparenz und Verantwortlichkeit
in jeder Phase der Lieferkette.
•-Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Die
Anpassung an die EU-Datenanforderungen
gewährleistet, dass Unternehmen grenzüberschreitend
sicher agieren können und kostspielige
Strafen und Störungen vermieden werden.
•-Interoperabilität: Gemeinsame Standards
ermöglichen eine nahtlose Zusammenarbeit
zwischen Beteiligten, die unterschiedliche IT-
Systeme und Plattformen nutzen.
•-Herr im eigenen Haus: Mit der Harmonisierung
der des europäischen Regelungsrahmens nach
europäischen Vorgaben gewährleistet CEN, nach
Vorgaben der EU 27, die notwendige Datensouveränität,
sowie die Sicherstellung, dass Dritte
aus dem EU-Ausland sich an die europäischen
Vorgaben halten müssen.
(RED)
Der Kongress
für den
österreichischen
Handel
handelskolloquium.at
26.MÄRZ
HANDELS
KOLLOQUIUM
2026
APOTHEKERTRAKT
SCHLOSS
SCHÖNBRUNN
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S18
Das war der
Retail Tech Day 2025
Besucherrekord beim Gipfeltreffen der heimischen
Retail-Tech- & Scaleup-Szene in
Wien. Mehr als 250 Gäste waren beim wichtigsten
Technologie-Event des österreichischen
Handels mit Staatssekretär Alexander
Pröll. "Retail Innovation Award" an
MediaMarkt, Billa, Spar und Rasendoktor.
GERALD KÜHBERGER
STEPHAN MAYER-HEINISCH |
Das digitalaffine Who is Who der
österreichischen Handelsbranche
hat sich am 19. November beim
RETAIL TECH DAY des Handelsverbandes
hoch über den Dächern Wien im The
Stage im Tech Gate Vienna getroffen. Der traditionelle
Pflichttermin für die Handelsszene
sowie Brancheninteressierte fand bereits zum
14. Mal statt. Mehr als 250 Gäste verfolgten das
von Handelsverband-Geschäftsführer Rainer
Will eröffnete Tech-Event – ein neuer Besucherrekord!
Alexander Pröll: So gelingt die
digitale Transformation
Im Fokus standen getreu dem Eventslogan "The
Future of Retail Technology" neue KI-Innovationen
wie Agentic Commerce. "Künstliche Intelligenz
ist kein weiteres Werkzeug in der langen
Geschichte technologischer Innovationen. Sie
ist ein Multiplikator, skaliert Fähigkeiten, aber
auch Fehler. Sie demokratisiert Wissen, aber
verschiebt auch Macht. Und sie verändert den
Arbeitsmarkt und das wirtschaftliche Umfeld
nicht in Jahrzehnten, sondern in Quartalen", so
Rainer Will in seinem Intro.
Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll
ergänzte in seinem Vortrag: "Alle drei Monate ist
die Hälfte des Wissens über Künstliche Intelligenz
nicht mehr aktuell. Die KI ermöglicht uns
exponentielles Wachstum. Klar ist aber auch,
dass wir die digitale Transformation nur gemeinsam
meistern. Hier sind die heimischen Händler
und der Handelsverband ganz wichtige Partner."
Julia Shaw: So gelingt Erinnern in Zeiten der KI
Für Begeisterung sorgte auch die Keynote "Die
Zukunft der Erinnerung" der Bestsellerautorin,
Kriminalpsychologin und Erinnerungsforscherin
Julia Shaw. "Beim Erinnern ist Mühe ganz
wichtig. Ohne Mühe bleibt nichts hängen.
Das kann uns auch die KI nicht abnehmen",
so die gebürtige Deutsche, "ihr seid
die Kuratoren eurer eigenen digitalen
Identität. Bleibt wachsam!"
Im Anschluss durfte das Publikum u.a.
dem Best Practice-Vortrag von Manuela
Koloszar (Mömax) und Cyril Catel (iAdvize)
über autonome KI-Agenten im Handel
lauschen. Das Fazit? Agentic Commerce
wird den eCommerce in den kommenden
Jahren revolutionieren. Allein der neue
AI-Shopping Assistent von Amazon soll
im kommenden Jahr einen zusätzlichen
Umsatz von 10 Milliarden Euro generieren.
Aber keine Sorge: Auch heimische
Player wie Mömax sind im AI-Game vorne
mit dabei. Der zweite Best Practice-Vortrag
von Markus Husemann-Kopetzky
(Price Management Institute) und Michael
Stolte-Dehn (ANWR Media Group) stand
ebenfalls im Zeichen des Onlinehandels,
allerdings mit Fokus auf faires, smartes
und zukunftsfähiges Pricing. Auch hier
gilt: Wer wettbewerbsfähig bleiben will,
kommt an der KI nicht vorbei.
den Austausch zwischen Anbietern und
Anwendern zu fördern. Wenn es um die
tatsächliche Anwendung von KI-Lösungen
geht, ist keine Altersgruppe aktiver
als die Generation Z. Smartflation und frugale
Innovationen werden in diesem Kontext
umso wichtiger. Wie das in der Praxis
ausschaut, zeigte Agnieszka Spionek von
Mastercard in ihrem spannenden Vortrag.
All Eyes on AI: So verändert
KI unsere Arbeitswelt
Im großen AI-Podium diskutierten Matthias
Grabner (AI Austria), Daniel Keinrath
(Fonio.ai), Eugenia Stamboliev (WAIA
Austria) und Thomas Steiner (MediaMarkt)
über die massiven Auswirkungen der KI
auf unsere Arbeitswelt, unsere Kreativität
und den Customer Care-Bereich. Leb-
Andreas Gugumuck: So gelingt
Digitalisierung in der Schneckenzucht
Was hat Schneckenzucht mit Digitalisierung
zu tun und funktioniert das auch in
der Cloud? Die Antwort lautet „ja natürlich“
– sagt zumindest Andreas Gugumuck,
Gründer der Wiener Schnecken Manufaktur
und Initiator des Projekts „Zukunftshof“.
Als gelernter Wirtschaftsinformatiker
mit fast zehn Jahren Erfahrung als IT-Projekt-
und Testmanager überträgt er seit
der Gründung der Schnecken Manufaktur
2014 konsequent Prozess- und Qualitätsmanagement
auf seinen Familienbetrieb.
Prädikat beeindruckend!
Beeindruckend ist auch der KI-Marktplatz
des AWS. Johannes Schellnegger
referierte live on stage über die zentrale
österreichische Plattform zur Sichtbarmachung
von rund 250 KI-Anbietern in
ganz Österreich. Ziel des KI-Marktplatzes
ist es, das Potenzial von Künstlicher
Intelligenz sichtbarer zu machen und
#ECOMLOG25
Danke, Wien!
Der eCommerce Logistik-Day
war wieder ein voller Erfolg.
Sie konnten unseren Vortrag „Schnell, transparent
und kosteneffizient – Erfolgsfaktoren im eCommerce“
nicht live erleben?
Gerne schicken wir Ihnen unseren Vortrag zu:
joachim.kieninger@elementlogic.net
Weitere Einblicke und Lösungen finden Sie auf elementlogic.net/de
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S20
(HexaMates) und Florian Brunner (42Vienna) auf
der Bühne ihre innovativen Lösungen für den
heimischen Handel präsentieren.
haft diskutiert wurde u.a. auch über die Frage, ob
bzw. wann die KI-Blase platzen wird. Immerhin
erreichte NVIDIA, der global führende Anbieter
von KI-Computing, als erstes Unternehmen
weltweit eine Marktkapitalisierung von über 5
Billionen Dollar.
Während der KI-Boom das Silicon Valley bereits
völlig disruptiert hat, hinkt Europa bei den Investitionen
noch deutlich hinterher. Es gibt aber
auch in Österreich einige Leuchtturmprojekte –
u.a. bei SPAR, wie Andreas Kranabitl, Geschäftsführer
der SPAR Information & Communication
Services (ICS) erläuterte.
All Eyes on Innovation: So verändern KI-Startups
unsere Wirtschaft
In der traditionellen Innovation-Session, die von
Markus Kuntke (Head of Trend and Innovation
bei der Rewe Group) mit viel Know-how moderiert
wurde, durften Sebastian Ludwig (Respory),
Magali Kirsch (SoPost), Christopher Strommer
And the Austrian Retail Innovation Award
2025 goes to…
Ein weiterer Höhepunkt und krönender
Abschluss des TECH DAY 2025 war die Verleihung
der Austrian Retail Innovation Awards
durch HV-Geschäftsführer Rainer Will, Florian
Haas, Leiter Startup Ökosystem und Head of
Brand & Growth von EY Österreich, und Clarissa
Groll, Managing Director von ACL advanced
commerce labs, den beiden Schirmherrn der
Awards. Die höchste Auszeichnung der heimischen
Retail-Tech-Szene wurde heuer an
MediaMarkt, Billa, Spar und Rasendoktor vergeben.
Der Handelsverband, EY und ACL gratulieren
allen Gewinnern sowie den insgesamt 19
Finalisten herzlich.
Nadja Bernhard (ORF) glänzte als Moderatorin
und führte kompetent durch den Nachmittag.
Bevor es dann am Abend zum Ausklang und
Networking mit Drinks bei der Afterparty ging,
warteten tolle Tech-Preise und exklusive Tickets
für ausgewählte HV-Events auf die glücklichen
Gewinner:innen der Retail Rallye. Das Team des
Handelsverbandes bedankt sich herzlich bei
allen Speaker:innen und Gästen sowie bei den
zahlreichen Kooperationspartner und Sponsoren
des RETAIL TECH DAY 2025.
(RED)
Sichern Sie sich Ihren
substanziellen
Informationsvorsprung
logistik-express.com
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S22
Austrian Retail
Innovation Awards 2025:
MediaMarkt, Billa, Spar
und Rasendoktor
prämiert
Höchste Auszeichnung der heimischen
Retail-Tech-Szene wurde am 19. November
im Rahmen des RETAIL TECH DAY von HV &
Kooperationspartnern EY und ACL vergeben
– erstmals in vier Kategorien. Rekordzahl
an Einreichungen.. Sven Voth, Elisabeth
Zehetner, Marcus Wild, Christoph Andexlinger,
Thomas Hahn, Nicole Reitinger, uvm. live
on Stage. MANUEL FRIEDL
MediaMarkt, Billa, Spar und Rasendoktor
sind gemeinsam mit ihren
Technologiepartnern die Gewinner
der diesjährigen Austrian
Retail Innovation Awards. Mit diesem Preis werden
in Österreich tätige Handelsunternehmen
für den Einsatz herausragender und innovativer
Technologie-Lösungen ausgezeichnet. Die
begehrten Trophäen wurden heuer zum bereits
zehnten Mal vergeben – erneut in Zusammenarbeit
mit EY als Schirmherr.
Nikolaus Köchelhuber und Florian Haas von der
Unternehmensberatung EY übergaben die Auszeichnungen
gemeinsam mit Handelsverband-
Geschäftsführer Rainer Will im Rahmen des
RETAIL TECH DAY 2025 am 19. November im Tech
Gate Vienna.
Eine hochkarätige Jury – bestehend aus Cordula
Cerha (WU Wien), George Wallner (Post Business
Solutions), Awi Lifshitz (weXelerate) und
dem Jury-Vorsitzenden Florian Haas (EY) – hat
schließlich die Sieger ermittelt.
Kategorie "Best Instore Innovation"
GEWINNER: Billa & Vusion Group: Captana ist
ein KI-gestütztes Kamera-System, das Regale
in Echtzeit überwacht und bei fehlender Ware
automatisch Nachfüllaufgaben auslöst. So werden
Out-of-Stock-Situationen reduziert, Mitarbeitende
entlastet und die Warenverfügbarkeit
für Kund:innen verbessert.
Weitere Finalisten:
•-MPreis & Zebra für den KI-basierten
„Zebra Companion“
•-Thalia & WeJobbr für die Überbrückung
von Personalengpässen mit Studierenden
Kategorie "Best Online Innovation"
GEWINNER: Rasendoktor & bilberry: Hektor ist ein
KI-gestützter digitaler Fachberater für Rasenpflege,
der auf dem Expertenwissen von Rasendoktor
basiert. Er beantwortet Kundenfragen
rund um die Uhr, erstellt geprüfte Produktempfehlungen
und kann per Bilderkennung den
Zustand des Rasens analysieren. So steigert er
Servicequalität, Entlastung des Teams und die
Conversion im Webshop.
Weitere Finalisten:
•-Douglas & SoPost für ihre digitale,
datengetriebene Sampling-Lösung
•-Mömax & iAdvize für den IA-Shopping-
Assistant iAdvize
Kategorie "Best Omnichannel Innovation"
GEWINNER: MediaMarkt & Wolt: MediaMarkt
schafft mit „Wolt Drive x MediaMarkt“ eine echte
Omnichannel-Innovation, indem der Händler
Technikprodukte erstmals direkt aus seinen
Märkten in nur 90 Minuten liefert und so Kundenerlebnis,
Umsatz, lokale Marktstärke und
logistische Effizienz zugleich massiv steigert.
50 Einreichungen, 19 Nominierte, 4 Sieger
Aus der bisherigen Rekordzahl von 50 Einreichungen
war im Vorfeld eine Shortlist der besten
Projekte erstellt worden, 19 Unternehmen wurden
für die Retail Innovation Awards nominiert.
Weitere Finalisten:
•-Juwelier Mayerhofer & Euques für das KIbasierte
Video-Commerce-System MOQSTA
•-Nah & Frisch & Circly für die durch KI-gestützte
Absatzprognosen optimierte Beschaffung
Sonderkategorie "Best Digital Transformation"
Heuer gab es zusätzlich zu den drei schon
bewährten Kategorien erstmals die Sonderkategorie
„Best Digital Transformation“ mit dem
Schirmherrn ACL advanced commerce labs. Den
Innovation Award für diese Kategorie übergab
Clarissa Groll, Managing Director von ACL.
GEWINNER: Spar: Spar stärkt mit der digitalen
Spar-Produktwelt den stationären Handel,
indem Kund:innen erstmals über 30.000 Produkte
inklusive Preisen, Aktionen und Echtzeit-
Verfügbarkeiten online einsehen können – für
maximale Transparenz, weniger Frustration,
höhere Zufriedenheit und ein moderneres, planbares
Einkaufserlebnis.
Weitere Finalisten:
•-Kleider Bauer & Remira für die Integration
einer neuen Omnichannel-Lösung
•-Samen Schwarzberger für einen
digitalen Saatgut-Konfigurator
Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes:
„Österreich zählt zu den innovationsfähigsten
Volkswirtschaften der Welt. Der heimische
Handel setzt vieles bereits in der Praxis um
und zählt damit zu den innovativsten Branchen
des Landes. Das zeigt auch die hohe Qualität der
heurigen Einreichungen. Die große Brandbreite
von innovativen Konzepten, die den Handel vorantreiben,
ist beeindruckend. So schaut gelebte
Innovation in Österreich durch den Handel aus."
Florian Haas, Leiter Startup Ökosystem und Head
of Brand & Growth bei EY Österreich: “Gerade in
Zeiten großer Veränderungen ist das ständige
und konsequente Weiterentwickeln des eigenen
Geschäftsmodells erfolgskritisch für jeden
Händler. Innovationen im Handel sollen uns
einerseits das Einkaufen erleichtern und damit
Frequenz und Kundenloyalität erhöhen. Andererseits
sollen sie Prozesse vereinfachen und
somit effektiver und kostengünstiger gestalten.
Das unterstützen wir bei EY aus voller Überzeugung.”
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S24
Heimischer Handel
bringt tolle Verkaufstalente
hervor
Bundessparte Handel gratuliert Teilnehmer
des „Junior Sales Champions International
2025“ in Salzburg und bedankt sich bei den
Lehrbetrieben.
Die Teilnehmer des Wettbewerbs
„Junior Sales Champion International
2025“, bei dem zwölf Lehrlinge,
die Sieger der nationalen Bewerbe
aus Österreich, Deutschland und der Schweiz
gegeneinander antraten, mussten in Verkaufsgesprächen
mit Testkunden ihr Fachwissen
unter Beweis stellen. Zudem galt es, gut zu argumentieren
und auf diese Weise einen erfolgreichen
Abschluss zu erzielen. Besonderen Wert
legte die hochkarätig besetzte Fachjury auch
auf die Warenpräsentation und testete zudem
den Umgang mit ungewöhnlichen Situationen.
Siegerin des Lehrlingswettbewerbs wurde
Seline Reichen aus der Schweiz, auf den Plätzen
zwei und drei landeten mit der Tirolerin Anna
Gruber und der Steirerin Lisa Maria Simperl zwei
Teilnehmer aus Österreich.
Professionelle Verkaufsgespräche
"Die hervorragenden Leistungen beim diesjährigen
Junior Sales Champions International-
Bewerb haben es erneut eindrucksvoll bewiesen:
Im heimischen Handel gibt es tolle Verkaufstalente,
deren Leistungen sich im internationalen
Vergleich sehen lassen können“, sagt Iris Thalbauer,
Geschäftsführerin der Bundessparte Handel
in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Sie spricht daher allen Teilnehmer:innen des
Lehrlingswettbewerbs, der gestern Nachmittag
in der Wirtschaftskammer Salzburg stattfand,
ihre Glückwünsche aus. „Ein besonderer Dank
gilt auch den Handelsbetrieben, die durch ihre
engagierte Ausbildung jungen Menschen beste
Zukunftsperspektiven bieten und einmal mehr
zeigen, wie vielseitig, kreativ und spannend der
Handel als Berufsfeld ist“, betont Thalbauer.
(RED)
Fotocredit: Camera Suspicta/Susi Berger
The Startup-
Meetup
retailstartupnight.at
15.APRIL
RETAIL STARTUP
NIGHT2026
WIENER URANIA
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S26
Die starke Zunahme des Social Commerce
und immer großzügigere
Rückgabebedingungen sind für Einzelhändler
ein kostspieliges Problem:
Phantombestände. Damit sind Produkte
gemeint, die in den Bestandsystemen fälschlicherweise
als verfügbar angezeigt werden, aber
physisch nicht vorhanden sind. Der Phantombestand
kann gestohlen worden sein, gerade
auf dem Weg zum Kunden oder in einem Berg
von Rücksendungen begraben. Er ist unsichtbar,
unverkäuflich und stellt Einzelhändler vor
erhebliche Herausforderungen bei ihren Prognosen.
Das ist nicht nur ein kleines Backend-Problem.
Der Anstieg der Retouren ist zu einer gewaltigen
operativen Herausforderung geworden,
die durch zunehmende betrügerische Retouren
noch verschärft wird. Dieses Phänomen gehört
zu den fünf Betrugsarten, durch die Unternehmen
in Deutschland am meisten Geld verlieren.
Viele Einzelhändler befinden sich in einem logistischen
Albtraum, da sie Retouren zur manuellen
Prüfung über zentralisierte Distributionszentren
leiten müssen – ein langsamer, arbeitsintensiver
Prozess, der die Wiederauffüllung der Regale mit
wertvollen Waren verzögert.
Der Kampf gegen die
Phantombestände: So
gewinnt der Einzelhandel
die Oberhand
Die gruseligsten Horrorfilme sind die, in denen
man das Monster niemals sieht und es eine
unsichtbare Quelle des Chaos bleibt. Im Einzelhandel
ist es genauso.
Während des diesjährigen Amazon Prime Day
Shopping-Events hat eine Studie von Manhattan
Associates im Vereinigten Königreich
das Ausmaß des Problems während saisonaler
Spitzenzeiten aufgezeigt. Die Befragung ergab,
dass 23 % der Einzelhändler 10 bis 20 % ihrer
gesamten Umsätze am Amazon Prime Day als
Retouren zurückerhalten und 18 % angaben,
dass nur 10 bis 20 % dieser Retouren zum vollen
Wert wiederverkauft werden können. Dieselbe
Studie hob hervor, dass die durchschnittlichen
Retourenkosten für mehr als die Hälfte (51 %) der
Unternehmen zwischen 20 und 49,99 £ liegen,
wobei der plötzliche Zustrom von Retouren die
Margen schmälert.
„Phantombestand bereitet Einzelhändlern echte
Alpträume und beeinträchtigt nicht nur ihre
Rentabilität, sondern auch die Kundenzufriedenheit
und -treue“, sagt Gerridt Woesmann, Senior
Sales Executive bei Manhattan Associates. „Einzelhändler
stehen im Spannungsfeld zwischen
den Erwartungen der Kunden hinsichtlich einfacher
Rückgaben und der operativen Realität
ihrer Abwicklung. Und da eine negative Erfahrung
45 % der Käufer davon abhält, erneut zu
kaufen, ist die Entscheidung nicht einfach. Ohne
einen klaren Überblick über diesen Phantombestand
verfügen Einzelhändler nicht über alle
Informationen, um Planungsentscheidungen zu
treffen.“
Unsichtbares sichtbar machen
Die Lösung liegt nicht unbedingt in strengeren
Rückgabebedingungen, die viele Kunden
abschrecken können. Es geht darum, eine digitale
Infrastruktur aufzubauen, die vollständige
End-to-End-Transparenz bietet. Durch die Nutzung
eines einheitlichen Handelsmodells, das
Echtzeitdaten verwendet, können Einzelhändler
bisher unsichtbare Lagerbestände sichtbar
machen. Und durch die Korrektur von Ungenauigkeiten
im Lagerbestand könnten Unternehmen
laut einer Studie der ECR Retail Loss Group sogar
einen Umsatzanstieg von 11 % erzielen.
„Das Problem der Phantombestände lässt sich
durch eine einheitliche Echtzeit-Übersicht über
Lagerbestände, Bestellungen und Kundendaten
erheblich mindern“, sagt Gerridt Woesmann.
„Dadurch können Einzelhändler schnell intelligente
Entscheidungen treffen, die Zeit bis zur
Wiederverkäuflichkeit der Bestände verkürzen,
die Prognosegenauigkeit drastisch verbessern
und den Cashflow steigern.“
Sichern Sie
sich Ihren
substanziellen
Wettbewerbsvorsprung
Intralogistik &
E-Commerce
Handel &
Distanzhandel
Vom Albtraum zum Traum
Kundenbindung im Einzelhandel bedeutet vor
allem, bequeme und zuverlässige Kundenerlebnisse
zu schaffen, die durch nachhaltige, zirkuläre
Prozesse ermöglicht werden. Um dies zu
erreichen, müssen Marken Engpässe in ihrem
Retourenzyklus beseitigen – mit einem technologiegestützten
Prozess, der den Weg zurück
ins Regal optimiert und eine logistische Herausforderung
in einen Wettbewerbsvorteil verwandelt.
So können Unternehmen agiler, reaktionsschneller
und widerstandsfähiger werden,
selbst bei schwankender Nachfrage und hohen
Retourenvolumen. „Bei Retouren geht es um
weit mehr als nur um die Bearbeitung von Artikeln;
es geht darum, die Kundenbeziehungen
zu stärken“, sagt Gerridt Woesmann. „Durch
die Umstellung auf Unified Commerce können
Marken ihre Prozesse von überflüssigen Lagerbeständen
befreien, die Produktverfügbarkeit
maximieren, die Wiederverkaufsraten beschleunigen
und letztendlich ein besseres Markenerlebnis
gewährleisten.“
(RED)
Transport &
Logistik
logistik-express.com
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S28
Black Friday 2025:
Betrug bei Zahlungen
nimmt an Geschwindigkeit
und Umfang zu
Während sich Verbraucherinnen und Verbraucher
auf die umsatzstärkste Einkaufszeit
des Jahres vorbereiten, nimmt der Betrug im
Zahlungsverkehr rasant an Geschwindigkeit
und Umfang zu.
Neue Daten von Zentralbanken sowie
aus der aktuellen Studie von Signicat
zum Identitätsbetrug zeigen:
Die starke Kundenauthentifizierung
(Strong Customer Authentication, SCA) hat zwar
das Kartenbetrugsrisiko innerhalb des Europäischen
Wirtschaftsraums (EWR) deutlich reduziert,
doch verlagern Kriminelle ihre Aktivitäten
auf andere Schwachstellen im Zahlungssektor.
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die
Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA)
berichten, dass der Betrug mit den wichtigsten
Zahlungsinstrumenten im EWR allein im ersten
Halbjahr 2023 ein Volumen von 2,0 Milliarden
Euro erreichte. Das Risiko von Kartenbetrug
ist inzwischen für Transaktionen innerhalb
des EWR, in denen SCA greift, spürbar geringer.
Dies belegt einerseits die Wirksamkeit besserer
Sicherheitsmaßnahmen, zeigt andererseits
jedoch auch, dass Angreifer gezielt andere verwundbare
Punkte im Zahlungsökosystem ausloten.
Der von Signicat in Zusammenarbeit mit dem
Cybersicherheitsunternehmen Red Goat Cyber
Security erstellte Bericht „The Battle in the Dark“
(2025) über Identitätsbetrug zeigt, wie sich dies
in der Praxis niederschlägt. Verantwortliche für
Betrugsbekämpfung in ganz Europa berichten:
Schätzungsweise jeder fünfte Onboarding-Vorgang
ist betrügerisch. 22 % des Jahresumsatzes
sind von Identitätsbetrug und den Kosten
für dessen Verhinderung betroffen. 59 % haben
im vergangenen Jahr einen Anstieg erfolgreicher
Identitätsbetrugsversuche festgestellt.
Dennoch glauben 74 % weiterhin, dass sie den
Kampf gegen Betrug gewinnen.
„Der Black Friday und die Weihnachtszeit
sind besonders kritische Zeiträume für
Zahlungsbetrug“, sagt Pinar Alpay, Chief
Product Officer bei Signicat. „Das Transaktionsvolumen
steigt sprunghaft an, Kundinnen
und Kunden erwarten sofortige
Entscheidungen und Betrüger treten mit
industrialisierten, KI-gestützten Taktiken
an. Am besten gewappnet sind die Unternehmen,
die digitale Identität als Rückgrat
ihrer Betrugsstrategie verstehen – nicht
als nachgelagerten Zusatz.“
Taktiken und Gefährdung im Jahr 2025
Die Untersuchungen von Signicat zeigen,
dass Betrüger klassische Methoden
mit neuen, identitätsbezogenen Angriffen
kombinieren, wenn sie Zahlungsund
Fintech-Anbieter ins Visier nehmen.
Besonders häufig anzutreffen sind derzeit:
Die häufigsten Angriffe heute
Kontoübernahme (Account Takeover,
ATO): 36 %. Fälschung von Ausweisdokumenten:
35 %. Social Engineering: 32 %
Erwartete schnellste Zunahme
Fälschung von Ausweisdokumenten:
33 % - Social Engineering: 29 %.
Höchste Kosten für die Behebung
Fälschung von Ausweisdokumenten:
31 % - Social Engineering: 31 %
Digitale Identitätssysteme und elektronische
Identitäten (eIDs) sind sowohl eine
Verteidigungslinie als auch ein attraktives
Angriffsziel. Die Befragten geben an, dass:
Schnelle Transaktionen,
schneller Betrug
Sofortzahlungen, mobile Wallets und „Buy
now, pay later“-Modelle (BNPL) haben das
Einkaufserlebnis an der Kasse grundlegend
verändert. Entscheidungen, die
früher Minuten dauerten, werden heute
innerhalb von Sekunden getroffen. Am
Black Friday verkürzen sich diese Entscheidungsfenster
nochmals, da Risikoteams
mit extrem hohem Transaktionsaufkommen
zurechtkommen müssen.
Diese Beschleunigung spielt Betrügerinnen
und Betrügern in die Hände. Mithilfe
automatisierter Skripte und KI-gestütztem
Social Engineering können sie Angriffe in
Echtzeit starten, skalieren und anpassen.
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
In der Studie „The Battle in the Dark“ von
Signicat berichten die befragten Zahlungs-
und Fintech-Unternehmen
• 67 % melden im vergangenen Jahr mehr
Betrugsversuche. • 54 % melden
mehr erfolgreiche Betrugsfälle. • Rund 40
% der Angriffe konzentrieren sich inzwischen
auf die Transaktionsphase und
nicht mehr nur auf das Onboarding.
Diese Entwicklungen sind eingebettet
in einen globalen Trend zunehmenden
Online-Betrugs. Juniper Research
prognostiziert, dass die Verluste durch
E-Commerce-Betrug von 44,3 Milliarden
US-Dollar im Jahr 2024 auf 107 Milliarden
US-Dollar im Jahr 2029 steigen werden –
ein Anstieg um 141 Prozent.
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S30
• 48 % Kontoübernahmen im Zusammenhang
mit elektronischen Identitätsnachweisen beobachten,
• 40 % Identitätsdiebstahl oder Identitätsklonen
rund um elektronische Identitäten
sehen, • und mittlerweile etwa ein Drittel der
Betrugsversuche direkt auf elektronische Identitätstechnologien
abzielt.
„Fälschungen von Identitätsdokumenten und
Social Engineering sind symptomatisch dafür,
wie die Branche Onboarding und Authentifizierung
gestaltet hat“, erklärt Pinar Alpay, CPO bei
Signicat. „Betrüger haben gefälschte Identitäten
und skriptbasierte Manipulation industrialisiert.
Strategien und Prozesse müssen sich ändern,
wenn wir das Wachstum dieser Angriffe stoppen
wollen. Jedes Unternehmen, das seine Systeme
nicht an diese Realität anpasst, entscheidet sich
faktisch dafür, Betrug mit den eigenen Margen
zu finanzieren.“
KI auf beiden Seiten
Künstliche Intelligenz ist heute fester Bestandteil
des täglichen Betrugsgeschäfts. Synthetische
Identitäten, Deepfake-Audio und -Video sowie
hochgradig personalisierte Phishing-Kampagnen
sind keine exotischen Spezialtechniken
mehr, sondern gängige Standardwerkzeuge.
Laut dem Bericht von Signicat: • setzen bereits
73 % der Unternehmen KI in ihrer Abwehr ein,
• während 71 % davon ausgehen, dass Angreifer
KI gezielt gegen sie einsetzen. Dies führt zu
einem regelrechten Wettrüsten. Sobald ein Verhaltensmuster
erkannt und blockiert wird, passen
Betrüger ihre Taktik an. 80 % der befragten
Unternehmen geben an, dass Angreifer ihren
Ansatz ändern, wenn sie gestoppt werden –
häufig, indem sie auf neue Kanäle ausweichen
oder schwächere Partner in der Wertschöpfungskette
ausnutzen.
Auswirkungen auf Unternehmen
und Bereitschaft
Die finanziellen Folgen von Identitätsbetrug reichen
weit über direkte Abschreibungen hinaus.
Unternehmen müssen Ermittlungen, Rückbuchungen,
Abhilfemaßnahmen und Rechtskosten
tragen, dazu Investitionen in neue Kontrollen tätigen
und Reputationsschäden verkraften, wenn
Vorfälle öffentlich werden. Laut dem Bericht
„The Battle in the Dark“ von Signicat belasten
die finanziellen Auswirkungen von Identitätsbetrug
Unternehmen bereits lange, bevor der
Black-Friday-Ansturm einsetzt. Die Befragten
schätzen, dass Identitätsbetrug und die zu seiner
Bekämpfung erforderlichen Maßnahmen im
Zahlungs- und Fintech-Sektor im Durchschnitt
mehr als 16 % des Jahresumsatzes binden; sektorübergreifend
über alle Branchen und Märkte
hinweg steigt dieser Anteil auf 22 %. Gleichzeitig
nennt fast ein Drittel der Organisationen (32 %)
Schwächen bei Partnern oder Dienstleistern als
erhebliches Betrugsrisiko. Dies verdeutlicht, wie
anfällig das heute stark vernetzte Zahlungsökosystem
geworden ist.
Steigen die Transaktionsvolumina in der Weihnachtszeit
rund um den Black Friday stark an,
drohen diese strukturellen Schwächen und die
bereits hohen Betrugskosten weiter verstärkt zu
werden – sofern Händler und Zahlungsdienstleister
nicht in robuste, EU-konforme Maßnahmen
zur Identitäts- und Betrugsprävention
investieren. Dennoch zeigt dieselbe Studie auch
eine Vertrauenslücke. Während 84 % angeben,
dass sie die meisten Betrugsversuche stoppen,
und 89 % sagen, sie aktualisierten ihre Technologien
regelmäßig, messen lediglich 45 % tatsächlich
die vollständigen Auswirkungen von
Identitätsbetrug. „Zu viele Unternehmen agieren
halb blind“, kommentiert Alpay. „Sie investieren
in Tools und gehen davon aus, dass alles unter
Kontrolle ist, verfügen aber über nur begrenzte
Messinstrumente für den Betrug, der dennoch
durchkommt oder für die Reibung, die sie legitimen
Kundinnen und Kunden zumuten. Die
fortschrittlichsten Betrugsteams behandeln
Identitätsdaten als strategische Grundlage für
Analysen. Sie kennen ihre Schwachstellen und
können die Kompromisse, die sie eingehen, klar
benennen.“
Vorbereitung auf EUDI-Wallets
und Bewältigung heutiger Betrugsrisiken
Die eIDAS-2.0-Verordnung ist inzwischen in
Kraft und schafft den rechtlichen Rahmen für
europäische digitale Identitäts-Wallets (EUDI-
Wallets). Bis 2027 muss jeder EU-Mitgliedstaat
mindestens ein Wallet bereitstellen, mit dem
Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen ihre
Identität nachweisen und verifizierte Attribute
grenzüberschreitend austauschen können.
„EUDI-Wallets haben enormes Potenzial für den
Zahlungsverkehr“, sagt Esther Makaay, VP of
Digital Identity bei Signicat. „Sie können Zahlungsdienstleistern
und Händlern vom ersten
Tag der Kundenbeziehung an Zugang zu Identitäts-
und Attributdaten mit hoher Sicherheit
verschaffen – ein enormer Vorteil für die
Betrugsprävention. Gleichzeitig wird es jedoch
mehrere Jahre dauern, bis Wallets breit eingeführt
und angenommen sind. Unternehmen
können nicht darauf warten, dass Wallets die
heutigen Betrugsprobleme für sie lösen.“ Mit
Blick auf den Black Friday 2025 und die Hochsaison
im Weihnachtsgeschäft fordert Signicat
Zahlungs- und Fintech-Anbieter daher auf, jetzt
zu handeln, statt abzuwarten, bis die Betrugsverluste
explodieren. Ausgangspunkt ist eine
klare Bestandsaufnahme: Wo führt Identitätsbetrug
bereits zu Umsatzeinbußen, und welche
Kundenreisen, Segmente und Partner sind
besonders exponiert?
Auf dieser Basis sollten Anbieter sowohl ihre
Dokumenten- als auch ihre Identitätsprüfungsprozesse
modernisieren, mit besonderem Fokus
auf risikoreichere Prozesse. Zugleich sollten sie
sicherstellen, dass aussagekräftige Identitätssignale
in Echtzeit in die Zahlungsrisikomechanismen
einfließen, damit verdächtiges Verhalten
identifiziert und hinterfragt werden kann, bevor
eine Transaktion freigegeben wird. Parallel dazu
gilt es, Systeme und Prozesse so vorzubereiten,
dass sie als EUDI-Wallet-Relying-Party fungieren
können, sobald Wallets in Europa ausgerollt
werden. So können Unternehmen von Beginn an
hochsichere digitale Identitäten akzeptieren und
strengere Compliance-Anforderungen in einen
klaren Wettbewerbsvorteil verwandeln.
Info: signicat.com (RED)
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S32
Fakes durch KI: Forcepoint
rät zu erhöhter
Vorsicht bei Black-
Friday-Schnäppchen
Vor dem Black Friday und der Weihnachtszeit
füllen sich die E-Mail-Postfächer wieder
mit zahlreichen Sonderangeboten von
Onlinehändlern. Doch nicht alles, was nach
Schnäppchen aussieht, ist auch eines.
Wie gewohnt versuchen Cyberkriminelle,
arglose Verbraucher
zu täuschen. Dabei sehen ihre
betrügerischen E-Mails und
Websites durch KI überzeugender aus als je
zuvor, warnt der Sicherheitsspezialist Forcepoint.
FABIAN GLÖSER
Die Jagd nach Schnäppchen vor Black Friday
und Weihnachten war für Cyberkriminelle schon
immer eine gute Gelegenheit, Verbraucher zur
Preisgabe sensibler Daten beziehungsweise
zum Kauf nicht existierender oder gefälschter
Produkte zu verleiten. Seit sie allerdings KI
einsetzen, um ihre Mails, Shopping-Websites
und Social-Media-Anzeigen zu gestalten, hat
sich die Bedrohungslage noch einmal deutlich
verschärft. Die Fakes sehen den Mailings,
Shops und Anzeigen angesehener Händler und
Marken oft zum Verwechseln ähnlich und sind
inzwischen selbst für erfahrene Nutzer nicht
sofort als Betrugsversuche zu erkennen. Das
zeigen zahlreiche Beispiele, die die Sicherheitsexperten
von Forcepoint entdeckt haben.
KI hilft Cyberkriminellen beispielsweise, die
Mails und Websites bekannter Händler in wenigen
Minuten zu klonen oder neue Shops mit
Markenprodukten zu Schnäppchenpreisen mit
gefälschten Bewertungen auszustatten. Holprige
Formulierungen und Rechtschreib- oder
Grammatikfehler, die früher ein untrügliches
Zeichen für Fälschungen waren, finden sich
mittlerweile deutlich seltener. Auch wenig professionelle
Betrüger sind mit KI-Tools in der
Lage, vertrauenswürdig aussehende Fakes zu
gestalten, bei denen die Wahrscheinlichkeit
hoch ist, dass zumindest einige Verbraucher auf
sie hereinfallen. Zudem werben viele Cyberkriminelle
in sozialen Netzwerken für ihre Shops
und Sonderangebote, sodass sie ein viel größeres
Publikum als in der Vergangenheit erreichen.
Die Werbekampagnen sind in der Regel
nur kurzlebig und längst wieder verschwunden,
wenn die Betreiber der Netzwerke auf sie aufmerksam
werden.
Allerdings haben die gefälschten Mails und
Shops einige Gemeinsamkeiten, die dabei helfen,
sie als Betrugsversuch zu identifizieren.
Das wichtigste Warnsignal sind unrealistisch
niedrige Preise, die weit unter den sonst üblichen
Angeboten liegen. Gerade bei Luxusartikeln
wie Uhren oder Handtaschen ist besondere
Vorsicht geboten, da diese ohnehin nur selten
als Schnäppchen angeboten werden. Darüber
hinaus ist großer Zeitdruck verdächtig, der
etwa durch Countdowns, kleine Stückzahlen
oder Formulierungen wie „Letzte Chance“ aufgebaut
wird. Und nicht zuletzt fehlen den Seiten
manchmal typische Website-Elemente wie
Datenschutzerklärung, Kontaktinformationen,
Impressum oder der „Über uns“-Bereich.
Forcepoint rät Verbrauchern zudem, sich die
E-Mail- und Internetadressen genau anzuschauen.
Gerne werden Buchstaben bekannter
Domains vertauscht, ähnlich aussehende Zeichen
aus anderen Zeichensätzen verwendet
oder Buchstaben wie „m“ und „l“ durch „rn“ und
„1“ ersetzt. Ein Blick in den Mail-Header kann
helfen, gefälschte Mail-Adressen zu erkennen,
und das Mouse-over über Links die tatsächlich
hinterlegte URL aufzeigen. Außerdem ist es
sinnvoll, bewährte Sicherheitsempfehlungen
zu befolgen: Internetadressen lieber direkt einzugeben,
statt auf Links zu klicken; nur sichere
Zahlungsmethoden zu verwenden; den Zugang
zu Shopping- und Mail-Accounts mit Mehrfaktor-Authentifizierung
(MFA) zu schützen sowie
Software auf dem neuesten Stand zu halten.
„Bei verlockenden Schnäppchen heißt es, Ruhe
bewahren, denn wenn ein Angebot zu schön ist,
um wahr zu sein, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit
ein Betrugsversuch dahinter“, warnt
Fabian Glöser, Manager Sales Engineering Central,
Eastern & Northern Europe bei Forcepoint.
„Verbraucher sollten sich die Zeit nehmen,
Angebote zu hinterfragen und Absender, Links
und URLs genau zu prüfen, bevor sie zuschlagen.
Andernfalls kann eine unliebsame und
teure Feiertagsüberraschung drohen.“
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S34
Black-Friday-Trends:
84% der Onlinehändler
setzen auf Umsatzanstieg
– angetrieben von
der jüngeren Generation
Jüngste DHL eCommerce Trends Reports zeigen:
Fast neun von zehn Händlern bereiten
sich auf die Teilnahme am Black Friday 2025
vor, da 60 % von ihnen im Jahr 2024 höhere
Umsätze verzeichneten als im Jahr zuvor.
Der Black Friday steht vor der Tür und
damit ein wichtiger Termin für das
Jahresendgeschäft im Einzelhandel.
Da der November und Dezember
als umsatzstärkste Monate gelten, fungiert
der Black Friday als wichtiger Katalysator. Die
Erkenntnisse stammen aus der vierten Ausgabe
des DHL eCommerce Trends Report: Shopper
Edit, für den 24.000 Online-Shopper in 24 globalen
Märkten befragt wurden, und der erstmalig
herausgegebenen Business Edit, die Antworten
von 4.050 Unternehmen in 19 Ländern
sammelte. Sie zeigen die Relevanz des Verkaufsevents:
84 % der Online-Händler wollen
am Black Friday 2025 teilnehmen.
Das Vertrauen in die Angebote rund um das
Shopping-Event scheint jedoch nachzulassen.
Während 69 % der Händler glauben, dass Kunden
ihren Angeboten vertrauen, geben nur 50
% der Käufer an, den Black-Friday-Angeboten
vollständig oder größtenteils zu vertrauen. Der
Generationen-Vergleich zeigt ein deutliches
Bild: 56 % der Gen Z vertrauen den Preisen der
Händler, verglichen mit nur 38 % der Babyboomer.
Die Generation Z ist nicht nur führend beim Vertrauen,
sondern auch bei der Kaufabsicht: 81 %
planen, während des Shopping-Events mehr
zu kaufen, verglichen mit 64 % der Babyboomer.
Bemerkenswert ist, dass 56 % der Händler
angeben, während des Black Friday mehr zu
verkaufen als in anderen Zeiträumen, und 60 %
verzeichneten 2024 höhere Umsätze an diesem
Tag als 2023, wobei Großunternehmen mit 69
% Wachstum führend sind. Einzelunternehmer
und Kleinstunternehmen zeigen sich in diesem
Jahr am wenigsten zuversichtlich in Bezug auf
den Black Friday – sie erwarten bescheidenere
Ergebnisse, wobei nur 48 % mit einem Umsatzanstieg
rechnen und nur 57 % glauben, dass
Käufer ihren Angeboten und Preisen vertrauen.
Kundenrezensionen beeinflussen Käufer
Aufseiten der Käufer kaufen drei von vier Shoppern
während des Black Friday mehr oder gleich
viel, wobei sie hauptsächlich durch Rabatte und
Einsparungen (71 %), den Zugang zu exklusiven
Deals (49 %) und zeitlich begrenzte Angebote
(44 %) motiviert werden. Echte Rezensionen
beeinflussen ihre Entscheidungen: 64 %
der Black-Friday-Shopper lassen sich
von Kundenrezensionen in den sozialen
Medien beeinflussen. Flexible Zahlungsoptionen
und Produkte, die in den
sozialen Medien im Trend liegen, ziehen
diese Käufer an. Ihre Kauflust bei Angeboten
geht über den Black Friday hinaus:
53 % geben an, mehr einzukaufen, wenn
sie ein günstiges Angebot oder einen
Rabattcode von einem Händler erhalten.
Sie scheuen sich auch nicht, Angebote
im Ausland zu suchen: 62 % geben an,
bei Händlern außerhalb der Heimat einzukaufen.
Das Lieferangebot scheint den
Kauf abzuschließen – 82 % der Black Friday
Shopper würden den Kauf abbrechen,
wenn ihre bevorzugte Lieferoption an der
digitalen Kasse nicht angeboten wird.
Zudem entscheidend für viele: eine kostenlose
Lieferung.
Es geht um ein Milliardengeschäft und
Marken, die klare Preise, ehrliche Werbeaktionen
priorisieren und den Käufern
die gewünschten Lieferoptionen bieten,
können auf große Gewinne hoffen – nicht
nur am Black Friday oder Cyber Monday,
sondern in der langfristigen Vertrauensökonomie.
(RED)
Alle wichtigen Erkenntnisse Sie unter:
www.dhl.com/reports
Pablo Ciano, CEO bei DHL eCommerce:
„Beim Black Friday geht es nicht mehr
nur um Rabatte, sondern um Vertrauen
und Erfahrung. Händler müssen sich auf
Transparenz, Authentizität und nahtlose
Lieferoptionen konzentrieren, um
die Kundenbindung zu gewinnen. Bei
DHL eCommerce sehen wir Technologie
und Vertrauen als die Zwillingsmotoren
des Wachstums, und wir sind entschlossen,
Unternehmen dabei zu unterstützen,
diese zu nutzen, um erfolgreich zu sein –
nicht nur während des Black Friday, sondern
auch in der langfristigen Vertrauensökonomie.“
Wachstumsmotor im B2B-Bereich
Für B2B-Onlinehändler ist der Black Friday
ein strategischer Hebel, um Neukunden
zu gewinnen und bestehende Kunden
durch zeitnahe, zeitlich begrenzte
Angebote erneut anzusprechen. Im Jahr
2025 planen 85 % der B2B-Verkäufer eine
Teilnahme und unterstreichen damit den
wachsenden Einfluss des Black Friday auf
die geschäftlichen Kaufzyklen. 63 % der
B2B-Händler verzeichneten im Vorjahr
höhere Black-Friday-Umsätze, und fast
die Hälfte (48%) übertraf ihre üblichen
Verkäufe in diesem Zeitraum.
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S36
Blue Yonder-Umfrage
zeigt Veränderungen im
Einkaufsverhalten
Einzelhändler und Logistikdienstleister stehen
unter Druck, da Verbraucher ihre Einkaufsgewohnheiten
für schnelle und kostenlose
Lieferungen in der Weihnachtssaison
überdenken.
Blue Yonder, das KI-Unternehmen für
Supply Chain, hat heute die Ergebnisse
seiner Global Consumer Holiday
Shipping Survey 2025 vorgestellt,
die einen umfassenden Einblick in die
Art und Weise gibt, wie Verbraucher ihre Pläne
für Weihnachtseinkäufe und den Versand von
Geschenken neu denken. Für die Umfrage wurden
Verbraucher in Deutschland, Frankreich,
Großbritannien, dem Nahen Osten, Australien
und Neuseeland (ANZ) sowie in den USA befragt.
Eine bedeutende Erkenntnis ist, dass zwar mehr
als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Verbraucher
erwartet, dass ihre Bestellungen
innerhalb von zwei bis vier Tagen eintreffen,
aber nur ein Drittel (34 Prozent) hinsichtlich des
Liefertermins sehr zuversichtlich ist. Folglich
planen 78 Prozent der Befragten, die Geschenke
für Personen außerhalb ihres Haushalts besorgen,
mindestens drei bis vier Wochen im Voraus
zu kaufen. Die Umfrage ergab auch, dass viele
Verbraucher bereit sind, alternative Versandmethoden
in Betracht zu ziehen, um Kosten,
Lieferzeiten und Umweltbelastungen zu reduzieren.
Zu den wichtigsten Ergebnissen der Global
Consumer Holiday Shipping Survey 2025
von Blue Yonder gehören:
Hohe Erwartungen an einen schnellen Versand,
aber geringes Vertrauen in Lieferfristen
• Schneller Standardversand: Mehr als die Hälfte
(53 Prozent) der Befragten erwartet, dass Pakete
mit Standardversand innerhalb von zwei bis vier
Tagen nach der Online-Bestellung eintreffen.
Diese Ansicht ist bei den Befragten in Deutsch-
land (64 Prozent), Großbritannien (61 Prozent),
Frankreich (57 Prozent) und dem Nahen Osten
(54 Prozent) am weitesten verbreitet, verglichen
mit weniger als der Hälfte in den USA (47 Prozent)
und ANZ (36 Prozent).
• Mangelndes Vertrauen: Obwohl die Erwartungen
an einen schnellen Versand hoch sind, sind
nur etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) der
Befragten sehr zuversichtlich, dass ihre Pakete
zum erwarteten Liefertermin eintreffen. Über
alle Regionen hinweg äußerten die Befragten
aus dem Nahen Osten (51 Prozent) am ehesten
Vertrauen in die pünktliche Paketzustellung,
verglichen mit denen in den USA (37 Prozent),
Deutschland (31 Prozent), ANZ (30 Prozent),
Frankreich (30 Prozent) und Großbritannien (26
Prozent).
• Längere Lieferfristen für Geschenkeinkäufe
an andere Haushalte: Mehr als drei Viertel (78
Prozent) derjenigen, die Geschenke für andere
Haushalte kaufen wollen, planen, ihre Weihnachtsgeschenke
mindestens drei bis vier
Wochen im Voraus zu kaufen, um eine pünktliche
Lieferung sicherzustellen. In den Altersgruppen
planen die Generation Z (48 Prozent),
die Generation X (45 Prozent) und die Millennials
(44 Prozent), Geschenke drei bis vier Wochen im
Voraus zu bestellen, während fast die Hälfte der
Babyboomer (49 Prozent) plant, Geschenke mehr
als einen Monat im Voraus zu bestellen.
Kostenbewusste Verbraucher überdenken
Wege für schnellen und nachhaltigen Versand
• Direktversand von Geschenken durch Einzelhändler:
86 Prozent der Verbraucher bevorzugen
es, Geschenke für Personen außerhalb ihres
Haushalts direkt vom Einzelhandel versenden zu
lassen, wobei der Nahe Osten (94 Prozent) dies
am stärksten präferiert, gefolgt von Frankreich
(90 Prozent), den USA (86 Prozent), Deutschland
(86 Prozent), ANZ (81 Prozent) und Großbritannien
(80 Prozent). Die Generation Z und die Millennials
bevorzugen den Direktversand deutlich
(91 Prozent) gegenüber der Generation X (83
Prozent) und den Babyboomern (76 Prozent).
• Mangelnde Bereitschaft, für den Expressversand
zu zahlen: Viele Befragte in Großbritannien
(43 Prozent) und den USA (40 Prozent) sind nicht
bereit, zusätzliche Kosten für einen Expressversand
zu zahlen, im Vergleich zu ANZ (32 Prozent),
Deutschland (28 Prozent), Frankreich (24 Pro-
zent) und dem Nahen Osten (11 Prozent). Dieser
Trend ist über alle Generationen hinweg zu
beobachten: Fast die Hälfte der Babyboomer (49
Prozent) ist nicht bereit, zusätzliche Kosten zu
tragen, gefolgt von der Generation X (34 Prozent),
den Millennials (22 Prozent) und der Generation
Z (15 Prozent).
• Bereitschaft zur Filial- und Schließfachabholung
für eine kostenlose und schnelle Lieferung:
Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten
sind bereit, die Abholung im Geschäft zu nutzen,
um ihre Online-Bestellungen schneller
zu bekommen, gefolgt von der Abholung im
Schließfach (42 Prozent). Dies sind auch die beiden
wichtigsten Alternativen für Verbraucher,
die einen kostenlosen Versand wünschen: 49
Prozent der Befragten sind bereit, ihre Bestellungen
im Geschäft abzuholen, 38 Prozent entscheiden
sich für die Abholung im Schließfach.
• Bündelung von Einkäufen für mehr Nachhaltigkeit:
56 Prozent der Befragten sind bereit, Einkäufe
zu bündeln, um die Umweltauswirkungen
des Versands zu minimieren, während 34
Prozent für langsamere Versandoptionen offen
sind, um Emissionen zu reduzieren. Darüber
hinaus sind 23 Prozent bereit, eine Gebühr für
CO2-Kompensationen zu zahlen. Bemerkenswert
ist, dass ein Drittel der Befragten im Nahen
Osten bereit war, die geringe Gebühr zu zahlen,
gegenüber denjenigen in Frankreich (29 Prozent),
Deutschland (26 Prozent), ANZ (19 Prozent),
Großbritannien (17 Prozent) und den USA (17 Prozent).
„Die Versand- und Logistikbranche stand
in diesem Jahr vor zahlreichen Herausforderungen,
und unsere Global Consumer Holiday Shipping
Survey 2025 zeigt, wie diese Störungen das
Verbraucherverhalten verändern“, so Ann Marie
Jonkman, Vice President, Global Industry Strategies,
Blue Yonder. „Verbraucher in allen Regionen
und Generationen gehen mit höheren Erwartungen
an Schnelligkeit, Erschwinglichkeit und
Nachhaltigkeit in die Weihnachtszeit. Diese sich
verschiebenden Prioritäten könnten zu Beginn
der Hochsaison erhebliche Auswirkungen auf
Einzelhändler und Logistikdienstleister haben –
mit dem Potenzial, die Umsatzentwicklung zum
Jahresende erheblich zu beeinflussen.“
„Die Ergebnisse unterstreichen eine entscheidende
Veränderung des Verbraucherverhaltens
und der Liefererwartungen in dieser Weihnachtszeit“,
so Jonkman weiter. „Händler und
Logistikdienstleister müssen ihre Zuverlässigkeit
und Agilität unter Beweis stellen und nicht
nur versprechen. KI-gestützte Supply-Chain-
Lösungen bieten einen Weg in die Zukunft und
ermöglichen es Unternehmen, ihre Logistikabläufe
zu optimieren, um den steigenden Anforderungen
gerecht zu werden und ein besseres
Kundenerlebnis zu bieten.“ (RED)
Weitere Infos:
https://bit.ly/3M1BteM
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S38
Planer, Last-Minuteoder
Spontankäufer? So
ticken Österreicher beim
Weihnachtsshopping
Welcher Weihnachtseinkaufstyp ist in Österreich
am meisten verbreitet – der Planer, der
Spontane, der Last-Minute-Shopper oder
doch der Weihnachtsmuffel? Und lassen sich
die Österreicher bei ihrer Weihnachtsvorbereitung
von KI unterstützen?
Diese und weitere Fragen beleuchtet
eine aktuelle, repräsentative Studie
von Shopfully, Europas größtem
Netzwerk für digitales Handelsmarketing,
in Zusammenarbeit mit marketagent.
Einkaufstypen: Weihnachtseinkauf-Ranking
Der Spontane liegt in Österreich vorne: 36 Prozent
zählen sich zu diesem Typ. Er lässt sich
gerne vor Ort oder online inspirieren und schlägt
sofort zu, wenn er etwas Passendes sieht. Auf
Platz zwei folgt der Planer (32 Prozent). Diese
Gruppe startet mit ihren Weihnachtseinkäufen
spätestens im Oktober oder November, alles gut
organisiert und frühzeitig geplant. Auffallend ist
hier der Unterschied zwischen den Geschlechtern:
40 Prozent der Frauen, aber nur 25 Prozent
der Männer ordnen sich dieser Gruppe zu.
An dritter Stelle folgt der Weihnachtsmuffel: Über
15 Prozent der Österreicher vermeiden Weihnachtsshopping
möglichst komplett. In dieser
Gruppe sind deutlich mehr Männer (19 Prozent)
als Frauen (11 Prozent) vertreten. Außerdem
steigt der Anteil mit zunehmendem Alter – von
nur 4 Prozent bei den 14- bis 19-Jährigen bis hin
zu 24 Prozent bei den 70- bis 75-Jährigen.
Der Last-Minute-Shopper (11 Prozent) belegt
den Rang 4. Er schiebt seine Weihnachtseinkäufe
bis kurz vor Weihnachten auf – meistens
startet er frühestens eine Woche vor Weihnachten,
aber oft auch erst am 23. oder 24. Dezember.
Besonders stark vertreten ist dieser Typ in der
Gen Z (18 Prozent). Und schließlich gibt es noch
den totalen Weihnachtsverweigerer (5 Prozent),
der das Fest grundsätzlich nicht feiert. Am häufigsten
findet sich dieser in der Generation X (8
Prozent).
Wie wirkt sich die Inflation
auf die Weihnachtseinkäufe aus?
Die hohe Inflation bleibt auch beim Weihnachtsfest
spürbar: 34 Prozent der Befragten
geben an, dieses Jahr bewusster auf ihr Budget
für Geschenke zu achten. 22 Prozent kaufen
wie in den Jahren zuvor, während 19 Prozent
gezielt nach günstigeren Optionen für die gleiche
Anzahl an Geschenken suchen. 14 Prozent
beschenken heuer weniger Personen, 12 Prozent
setzen vermehrt auf Selbstgemachtes und 11
Prozent investieren lieber in weniger, dafür aber
hochwertigere Geschenke. Weihnachten ganz
ohne Geschenke – das kommt jedoch nur für 6
Prozent in Frage.
KI als Weihnachtshelfer
Fast 29 Prozent der Österreicher:innen lassen
sich von KI in ihrer Weihnachtsvorbereitung
unterstützen. Vor allem die GenZ setzt auf KI (58
Prozent), während sie bei den Babyboomern (10
Prozent) nicht mehr ganz so angesagt ist. Die KI
unterstützt vor allem darin, um Preise zu vergleichen
und die besten Angebote zu finden, um
personalisierte Geschenkideen zu finden, um
Grußkarten zu schreiben oder aber auch um das
Budget zu organisieren und um zu planen.
Inspirationsquellen fürn Weihnachtseinkauf
Abgesehen von der KI holen sich viele ihre Ideen
weiterhin klassisch: Beliebt ist das Stöbern im
Geschäft, um sich Geschenkideen zu holen (34
Prozent) oder der gezielte Besuch von Geschäften,
um Produkte vor dem Kauf anzusehen,
anzufassen oder auszuprobieren (29 Prozent).
Genauso beliebt ist die Recherche auf Websites,
Apps oder Online-Marktplätzen (29 Prozent).
Auch der Preisvergleich auf speziellen Websites
(22 Prozent), die klassische Websuche für
Geschenke (20 Prozent) oder auch die Nutzung
digitaler Prospekt-Plattformen oder Online-
Kataloge (15 Prozent) als Inspirationsquelle für
Geschenke.
„Unsere Studie zeigt, dass die meisten Verbraucher:innen
auch für ihren Weihnachtseinkauf
gezielt nach Aktionen und Angeboten suchen.
Sehr viele machen dies online. Digitale Kommunikationslösungen
haben sich im Jahresendgeschäft
der letzten Jahre als wirksam und flexibel
erwiesen. Mit dem richtigen Partner ist auch eine
Anpassung der Kommunikations- und Werbeplanung
innerhalb weniger Stunden mach- und
umsetzbar“, so Oliver Olschewski, Geschäftsführer
von Shopfully für Österreich, Deutschland &
CEE. (RED)
Studiensteckbrief:
Für die Studie wurden
1.060 Personen ab 14
Jahren in Österreich
von 29. Oktober bis
5. November in einer
Online-Umfrage durch
marketagent im Auftrag
von Shopfully befragt.
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S40
DPD Schweiz
steigert Gitterwagen-
Verfügbarkeit
DPD (Schweiz) AG, einer der führenden privaten
Express- und Paketdienstleister in
der Schweiz, hat die Cloud-basierte Asset
Management Lösung BOX ID für Tracking und
Verwaltung seiner Gitterwagen-Flotte eingeführt.
kurzfristige Erfolge in nachhaltiges
Wachstum verwandeln können.
DPD Schweiz, ein Unternehmen der
Geopost-Gruppe, betreibt ein flächendeckendes
Netzwerk für nationale
und internationale Versandlösungen,
mit über 1.000 DPD Pickup parcelshops
und 13 Depots. Teil der Services sind Gitterwägen
für mehr als 4.500 Geschäftskunden.
In der Vergangenheit mussten diese Gitterwägen
regelmäßig nachgekauft oder aufwendig
gesucht und zurückgeführt werden, weil keine
Klarheit zu Aufenthaltsort, Verwendung und
Zuständigkeit bestand. Bei einem Wert von rund
600-700 Euro pro Ladungsträger führte das zu
hohen Kosten, steigenden Aufwänden für Planung
und Wiederbeschaffung sowie zu fehlender
Prozess-Sicherheit.
Transparenz als Schlüssel zu
effizienten Logistikprozessen
Diese Situation wollte DPD beenden und suchte
deshalb eine Lösung für das Asset Tracking.
Das Unternehmen entschied sich für BOX ID,
eine Cloud-basierte Plattform, die über das Tracking
hinaus ein proaktives Asset Management
ermöglicht. Dabei überzeugte DPD die einfache
Nutzung ohne operative Belastungen: statt auf
Papier, Lieferscheine und Excel-Listen setzt BOX
ID auf IoT-fähige Tracking-Devices in Verbindung
mit QR-Codes und anderen Datenquellen
– je nach Kundenprojekt, Anforderungen und
Verfügbarkeit. Basierend auf diesen Daten ent-
stehen vollautomatisch und ohne manuelle Eingabe
zuverlässige Übersichten zum Zustand der
Ladungsträgerflotte sowie intelligente Automatisierungen
für die Verwaltung.
Ladungsträger-Bestände bei Kunden und in den
eigenen Hubs lassen sich mit BOX ID jederzeit
transparent und in Echtzeit überprüfen; sobald
ein vorab definierter Schwellenwert erreicht ist,
werden Nachlieferungen von Ladungsträgern
ausgelöst, bevor es zum Engpass kommt. Das
Ergebnis ist eine proaktive Disposition und bessere
Planbarkeit sowie höhere Versorgungssicherheit
für Kunden.
Schnelle Einführung, nachhaltiger Erfolg
DPD (Schweiz) AG profitierte unmittelbar nach
der Einführung von der neu gewonnenen
Transparenz und Effizienz im Ladungsträger-
Management. Marc Frank, Operations Director
der DPD (Schweiz) AG sagte dazu: „Das BOX ID
System überzeugt uns durch seine Einfachheit
und liefert zuverlässige Daten ohne zusätzlichen
Aufwand für unsere Teams. Somit können
wir unsere Assets verfolgen und unsere Kunden
proaktiv mit Ladungsträgern versorgen.“
Matthias Piekarczyk, Chief Sales Officer von BOX
ID ergänzt: „DPD (Schweiz) AG ist ein innovativer
Paketdienstleister und optimiert seine Prozesse
auf höchstem Niveau. Wir freuen uns sehr, das
Unternehmen dabei mit BOX ID für das proaktive
Gitterwagen-Management zu unterstützen. Wir
sind überzeugt, dass sich die Investition durch
geringere Ladungsträger-Verluste auszahlt.“
Bereits nach kurzer Zeit waren die erwarteten
Erfolge erkennbar: Der Verlust von Ladungsträgern
konnte drastisch reduziert werden. Das
führt zu signifikanten Kosteneinsparungen, da
weniger Gitterwägen ersetzte werden müssen.
BOX ID Starter Edition: Proof of Value ohne Risiko
BOX ID ist eine Software-as-a-Service-Lösung
(SaaS), die einfach, schnell und risikolos implementiert
werden kann und unmittelbar Störquellen
sowie Verbesserungspotential rund um
wiederverwertbare Ladungsträger aufzeigt. Für
einen Proof of Value in wenigen Wochen bietet
BOX-ID die Starter Edition an, die eine fundierte
Entscheidungsgrundlage für oder gegen die
Einführung eines flottenweiten Asset Trackings
ermöglicht – innerhalb von nur 12 Wochen und
zu Kosten von lediglich 695 Euro monatlich.
Dafür wird eine Reihe von Ladungsträgern mit
digitalen Asset Trackern ausgestattet. Weitere
Datenquellen, QR-Codes und Event-Benachrichtigungen
können flexibel integriert werden.
BOX ID ist gemäß ISO 27001 für Informationssicherheit
zertifiziert und verarbeitet alle Daten
DSGVO-konform. Für den Roll-Out auf größere
Ladungsträger-Flotten unterstützt BOX ID mit
einem Customer Success Team, das den Prozess
begleitet. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S42
DHL Group setzt auf
selbst entwickeltes
Lade- und Lastmanagement-System
an ihren
deutschen Post- und
Paket-Betriebsstätten
Der Unternehmensbereich Post & Paket
Deutschland (P&P) der DHL Group und die
DHL-Tochter StreetScooter GmbH haben
gemeinsam mit dem Engineering-Partner IAV
ein neues Lade- und Lastmanagement-System
für E-Fahrzeuge entwickelt.
Im Vergleich zu bisherigen Lösungen sorgt
dieses neue System nicht nur für eine effiziente
Ladung von E-Fahrzeugen, sondern
vermeidet unnötige Lastspitzen durch
eine intelligente Steuerung der Energieflüsse
und senkt dadurch die Kosten. Darüber hinaus
optimiert es die Nutzung selbst erzeugter
Energie (z.B. Photovoltaik) und vereinfacht die
Integration von stationären Batteriespeichern
und Wärmepumpen. Gleichzeitig reduziert es
Komplexität und sorgt für Transparenz über den
Energieverbrauch sowie bei der Auslastung der
Fahrzeuge und Infrastruktur. Nach dem erfolgreich
verlaufenen Pilotprojekt mit 600 E-Fahrzeugen
verschiedener Hersteller wurde dieses
neue, selbst entwickelte Lade- und Lastmanagement-System
mittlerweile im gesamten
Unternehmensbereich P&P ausgerollt.
Dazu sagt Thomas Schlickenrieder, Geschäftsbereichsleiter
Betriebsinfrastruktur der P&P-
Sparte: „Die Deutsche Post und DHL setzen
schon seit langem auf E-Mobilität in ihrem
Fuhrpark und sind hier Vorreiter. Bei über
35.000 Elektrofahrzeugen ist unser Bedarf an
einem eng in unsere Betriebsabläufe integrierten,
intelligenten und stabilen Lade- und Lastmanagement-System
entsprechend hoch.
Mit der neuen ‚inhouse‘ entwickelten Lösung
reduzieren wir unsere Energiekosten,
beschleunigen die Elektrifizierung und stellen
die Betriebsstabilität in unserem Post- und
Paketbereich sicher.“
Weitere Vorteile: Das intelligente Lademanagement
ermöglicht die Steuerung der
Fahrzeugladung sowohl über Backend-to-
Backend-Schnittstellen als auch direkt über
die Fahrzeugkonnektivität. Basierend auf dem
(Live-)Ladezustand und den individuell einstellbaren
Ladevorgaben errechnet der Optimierer
den benötigten Gesamtenergiebedarf und vergibt
fahrzeugspezifische 24h-Ladepläne. Dabei
reagiert das System laufend auf Veränderungen
der Einflussgrößen - etwa bei der Vorkonditionierung
des Fahrzeuginnenraums oder der Batterieparameter
in der kalten Jahreszeit - und
stellt das Optimum durch Aktualisierung der
Vorgaben stetig sicher. Über definierte Schnittstellen
lassen sich zudem relevante Informationen
in externe Analyse- und Monitoring-
Systeme integrieren. So können Ladevorgänge
separat überwacht, Einsatzplanungen effizienter
gestaltet und Fehleranalysen deutlich
beschleunigt werden. Rainer Wode, Chief
Operating Officer der StreetScooter GmbH,
blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir freuen
uns sehr, mit dem erfolgreichen Rollout einen
Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer
Ladesteuerung erreicht zu haben. Aufbauend
auf über 15 Jahren Erfahrung in der Elektromobilität
können wir diese innovative Lösung
nun auch Drittkunden zur Verfügung stellen.“
Michael Gröschel, Head of Digital Solutions
– Mobility, Logistics and Transportation bei
IAV, ergänzt: „Unsere Lösung überzeugt durch
höchste Zuverlässigkeit im Flottenbetrieb und
erfüllt modernste IT-Standards. Sie ist somit
zukunftssicher und flexibel an individuelle
Kundenanforderungen anpassbar.“
Die gemeinsam entwickelte Lösung wird ab
sofort im Rahmen einer neuen Kooperation
zwischen StreetScooter und IAV auch für
Drittkunden angeboten. Infos: SwarmIQ.de
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S44
20 Jahre GLS PaketShops:
Vom Pionierprojekt zur
Säule der letzten Meile
Vor 20 Jahren eröffnete GLS Austria als erster
Paketdienst in Österreich einen PaketShop.
Eine zukunftsfähige Idee: Heute umfasst das
Netz mehr als 900 Standorte und trägt entscheidend
zu stabilen Zustellprozessen bei.
Während der Onlinehandel weiter
boomt und PaketBoxen
als bequeme 24/7-Option an
Bedeutung gewinnen, bleiben
die PaketShops das Rückgrat der letzten
Meile – wirtschaftlich solide, effizient und nah
am Kunden. „Unsere PaketShops gehören zu
den wichtigsten Bestandteilen unserer Wertschöpfungskette“,
betont Christian Schöninger,
Managing Director GLS Austria. „Gerade
in Zeiten zunehmender Automatisierung zeigt
sich, wie wichtig persönliche Ansprechpartner
und verlässliche Abläufe sind. Effizienz entsteht
nicht durch Systeme allein, sondern durch
Menschen, die Verantwortung übernehmen –
und genau das macht unser Netzwerk seit zwei
Jahrzehnten erfolgreich.“
Vom Pionierprojekt zum Rundum-
Service-Netzwerk
Am 13. Juni 2005 eröffnete GLS Austria den
ersten PaketShop im Geschäft „British Style“ in
Wien. Heute zählt das Netz mehr als 900 Standorte
– vom Bregenzerwald bis zum Neusiedlersee.
Was zunächst allein als Versandstelle für
Pakete innerhalb der EU diente, ist heute ein
integraler Bestandteil der letzten Meile. Denn
mit der Erweiterung des Serviceangebots um
Abhol- und Retourenlösungen entwickelte sich
der PaketShop zu einer zentralen Schnittstelle
zwischen Versendern, Empfängern und dem
GLS-Zustellnetz. Einen zusätzlichen Wachstumsimpuls
brachte GLS-ONE: Die Plattform ermöglicht
es, Versandetiketten bequem online zu
erstellen und Pakete direkt im PaketShop abzugeben
– nicht nur für Privatpersonen, sondern
auch Unternehmen mit sporadischem Bedarf,
die flexibel und ohne Vertragsbindung versenden
möchten.
Wirtschaftlich stabil, logistisch
unverzichtbar
Kaum eine Branche ist so im Wandel wie die
Logistik, denn die Digitalisierung verändert
Abläufe, Tempo und Erwartungen gleichermaßen.
„Unsere PaketShops werden dadurch
aber nicht überflüssig, ganz im Gegenteil“, hebt
Schöninger die Bedeutung des Partnernetzwerks
hervor. „Je stärker Prozesse und Versandlösungen
digitalisiert werden, desto wichtiger
sind verlässliche physische Anlaufstellen.“ Die
PaketShops seien zudem längst nicht mehr nur
ein Kundenvorteil. Jeder PaketShop bündle Sendungen,
verkürze Wege und reduziere Zweitzustellungen
– mit messbaren Effekten für Kostenstruktur
und Laufzeiten, wovon letztlich auch
die Qualität der B2B-Zustellung profitiere, so
Schöninger.
20 Jahre Vertrauen und Partnerschaft
Viele der rund 900 Partnerbetriebe begleiten
das Unternehmen seit Jahren und tragen zum
kontinuierlichen Wachstum bei. „Ohne die Menschen
in den PaketShops gäbe es diese Erfolgsgeschichte
nicht“, stellt Christian Schöninger
klar. „Sie stehen für Verlässlichkeit, Service und
Nähe – Werte, die GLS seit 20 Jahren prägen und
auch in Zukunft leiten werden.“
(RED)
GLS Austria ist eine Tochtergesellschaft der
GLS, General Logistics Systems B.V. mit Sitz
in Amsterdam. Die GLS Gruppe ist einer der
größten eigenständigen Paketdienstleister
in Europa mit einer starken lokalen Präsenz.
Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen
mit Tochtergesellschaften in Kanada und
an der Westküste der USA zusammen. Mit
der Erfahrung von über 35 Jahren betreibt
GLS ein proaktives Netzwerkmanagement
und verbindet Märkte flexibel und agil. Im
Geschäftsjahr 2024/25 hat die GLS Gruppe
einen Rekordumsatz von 5,9 Milliarden
Euro erwirtschaftet. Dabei wurden rund
926 Millionen Pakete in allen Märkten ausgeliefert.
CHRISTIAN SCHÖNINGER
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S46
Asiatisch-pazifisch
orientierte Unternehmen
sind zuversichtlich
87 Prozent der kleinen und mittelständischen
Unternehmen in Europa, die mit der asiatischpazifischen
Region handeln, erwarten, dass
sich ihre Handelsbilanz mit diesem Wirtschaftsraum
zugunsten von Exporten verschiebt
oder zumindest das aktuelle Niveau
beibehält.
Federal Express Corporation, das weltweit
größte Express-Transportunternehmen,
hat Erkenntnisse aus einer
neuen Umfrage veröffentlicht, die
Trends in den Handelsbeziehungen zwischen
Asien-Pazifik (APAC) und Europa untersucht
und zentrale Treiber sowie Hürden für den
grenzüberschreitenden Handel beleuchtet. Die
im September 2025 durchgeführte Umfrage
befragte über 1.200 kleine und mittelständische
Unternehmen (KMU) in neun europäischen
Märkten sowie 850 KMU in 13 APAC-Märkten.
Ziel war es, die Stimmung, Bereitschaft und
Herausforderungen bei der grenzüberschreitenden
Expansion zu erfassen - sowohl für
APAC-Unternehmen mit Blick auf Europa als
auch für europäische Unternehmen mit internationalen
Ambitionen in der APAC-Region.
Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg
des europäischen Handels unter APAC-KMU. 76
Prozent der befragten Unternehmen berichten
von gestiegenen Exportvolumina im vergangenen
Jahr. Das Vereinigte Königreich (42 Prozent),
Deutschland (40 Prozent) und Frankreich (38
Prozent) sind die drei wichtigsten Märkte, die das
Geschäftswachstum vorantreiben.
Auch unter europäischen KMU, die mit APAC
handeln, herrscht große Zuversicht: 87 Prozent
erwarten, dass sich ihre Handelsbilanz im Jahr
2026 zugunsten von Exporten verschiebt oder
zumindest das aktuelle Niveau beibehält.
Dieser gegenseitige Optimismus spiegelt die
allgemeinen Marktentwicklungen wider. Die
Handelsroute Asien-Europa verzeichnete bis
August 2025 30 aufeinanderfolgende Monate
mit Wachstum - ein deutliches Zeichen für die
Dynamik dieses wichtigen Handelskanals für
Unternehmen jeder Größe.
Chancen in APAC und Herausforderungen bei
der Expansion
Das Vertrauen in europäische Märkte ist unter
APAC-KMU hoch. 85 Prozent planen, innerhalb
der nächsten 12-24 Monate mit dem Handel zu
beginnen oder diesen auszuweiten. Treiber dieses
Wachstums sind die gestiegene Nachfrage
aus Europa, verbesserte Preiswettbewerbsfähigkeit
und der Wunsch nach einer diversifizierten
Marktstrategie, um die Resilienz angesichts eines
sich wandelnden Handelsumfelds zu stärken.
Mit Blick auf 2026 wird China (55 Prozent) von
europäischen KMU als der APAC-Markt mit den
besten Wachstumsmöglichkeiten gesehen,
gefolgt von Japan (36 Prozent), Indien (26 Prozent)
und Südkorea (24 Prozent). International
tätige deutsche KMU sehen das größte Wachstumspotenzial
im Handel mit APAC in den kommenden
12 bis 24 Monaten ebenfalls in China
(59 Prozent), danach folgt jedoch Indien (35 Prozent)
vor Japan (26 Prozent).
Strategische Expansionsmöglichkeiten, umfassende
Logistiklösungen und vorteilhafte Handelsabkommen
werden als entscheidende
Faktoren für den Ausbau des Handels mit APAC
genannt.
Um das Kundenwachstum zu unterstützen, hat
FedEx sein globales Netzwerk im Oktober um
fünf wöchentliche Flüge zwischen Asien und
Europa erweitert. Darüber hinaus wurde die
Verbindung zwischen Vietnam und Europa verbessert,
wodurch sich die Versandzeit um einen
Tag verkürzt. Insgesamt betreibt FedEx nun 26
wöchentliche Flüge zwischen Europa und APAC,
mit Expresslieferungen in wichtige Zielmärkte in
nur 48 Stunden. Innerhalb von APAC profitieren
Unternehmen von vier regionalen Hubs, die 44
Länder und Regionen bedienen, unterstützt von
28.000 Mitarbeitenden.Neben APAC sind die
USA (48 Prozent) und der Nahe Osten (34 Prozent)
die wichtigsten interkontinentalen Regionen,
mit denen europäische KMU Handel treiben.
Trotz der Begeisterung für grenzüberschreitende
Expansion bleiben Herausforderungen bestehen.
Regulatorische Veränderungen, komplexe Zollverfahren
und globale Marktvolatilität stellen
zentrale Hürden dar. 86 Prozent der APAC-KMU
und 78 Prozent der europäischen KMU geben
an, dass diese Faktoren ihre Geschäftstätigkeit
beeinträchtigen.
Tools, um die Transparenz in der Lieferkette zu
verbessern, den Versand zu vereinfachen und
Lieferzeiten zu verkürzen. Gleichzeitig wünschen
sich 27 Prozent der APAC-KMU und 41
Prozent der europäischen KMU mehr Expertise
im Bereich Zoll, um sich in einem sich wandelnden
regulatorischen Umfeld zurechtzufinden,
Verzögerungen zu vermeiden und Kosten effektiv
zu managen.
FedEx reagiert auf die sich wandelnden Kundenbedürfnisse
mit einem erweiterten Portfolio
intelligenter digitaler Lösungen und spezialisierter
Handelsexpertise, die den grenzüberschreitenden
Handel vereinfachen. Die Clearanceund
Compliance-Teams von FedEx unterstützen
Unternehmen bei der Navigation durch komplexe
Vorschriften - unter anderem durch Kunden-Webinare
- um Zollverzögerungen zu vermeiden
und unerwartete Kosten zu minimieren.
Mit Tools wie den "Electronic Trade Documents"
können Kunden Zolldokumente digital hochladen
und so eine pünktliche Zustellung sicherstellen.
Zur weiteren Unterstützung europäischer
KMU bei der globalen Expansion bietet
das FedEx SMB Hub multimediale Ressourcen,
Handelsrichtlinien und lokale Marktinformationen,
die Unternehmen mit dem nötigen Wissen
und den richtigen Werkzeugen ausstatten, um
selbstbewusst über Grenzen hinweg zu wachsen
und zu konkurrieren. (RED)
Weitere Informationen unter fedex.com/trade
"Die Handelsverbindung zwischen Europa und
APAC bietet großes Potenzial für kleine und mittelständische
Unternehmen auf beiden Seiten",
so Stefan Dries, Vice President Ground Operations
Deutschland, Österreich, Schweiz und
Benelux bei FedEx. "Wir stehen als starker Partner
an ihrer Seite und unterstützen sie dabei,
Herausforderungen zu meistern und Wachstumschancen
zu nutzen."
Digitale Innovation und Handelsexpertise als
Schlüssel für grenzüberschreitendes Wachstum
Während KMU nach Möglichkeiten zur internationalen
Expansion suchen, fordern 30 Prozent
der APAC-Unternehmen und 41 Prozent der
europäischen Unternehmen innovative digitale
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S48
Politik und Wirtschaft
im Zukunftsdialog bei
Schwarz Impulse 2025
Bei der Schwarz Impulse Veranstaltung 2025
am 15. Oktober brachten die Unternehmen
der Schwarz Gruppe bereits zum vierten Mal
Entscheider aus der europäischen Politik und
Wirtschaft zusammen, um die drängenden
Themen unserer Zeit zu diskutieren.
Unter dem Leitsatz "The power of
sovereignty" stand die Souveränität
Europas als zentrales Thema im
Mittelpunkt der Veranstaltung. Die
Botschaft dabei: In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten
und wachsender Abhängigkeiten
bedeutet Souveränität mehr als wirtschaftliche
Selbstbestimmung - sie ist die Fähigkeit
Europas, die Zukunft mit einer klaren Vision und
notwendigen Entscheidungen aktiv mitzugestalten.
"Ein souveränes, starkes Europa braucht Mut
und Entschlossenheit. Als größte Handelsgruppe
Europas haben wir allein in den vergangenen
zehn Jahren über 80 Milliarden Euro in
diesen Wirtschaftsraum investiert und beweisen
tagtäglich: Europäische Lösungen sind
erfolgreich. Wo andere Risiken sehen, erkennen
wir Chancen und handeln voraus", betonte
Gerd Chrzanowski, Komplementär Schwarz
Gruppe. "Jetzt ist nicht die Zeit für Alleingänge
- es braucht Partnerschaften und Kooperationen
auf Augenhöhe, um die Zukunft und Rolle
Europas in der globalen Transformation neu
zu gestalten. Dabei geht es nicht um die Kon-
Fotocredit: Schwarz Corporate Affairs GmbH & Co. KG
frontation mit globalen Großmächten, sondern
darum, Europas eigene Stärken zu entfalten
und als gleichberechtigter Partner auf der
Weltbühne zu agieren." Ekaterina Zaharieva,
Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation
bei der Europäischen Kommission, hob
in ihrer Rede hervor: "In einer Welt wachsender
geopolitischer Spannungen ist die digitale
Souveränität Europas das Fundament unserer
Sicherheit, unseres Wohlstands und unserer
Wettbewerbsfähigkeit. Wir müssen die Kontrolle
über unsere kritischsten digitalen Ressourcen
- Daten, Infrastruktur und Schlüsseltechnologien
- in europäischer Hand behalten.
Das ist der Kompass, der unsere öffentlichen
und privaten Investitionen leiten muss."
Neben Kommissarin Zaharieva waren unter den
Sprechern Sabine Verheyen, Erste Vizepräsidentin
des Europäischen Parlaments, Pierre
Bascou, stellvertretender Generaldirektor für
Landwirtschaft und ländliche Entwicklung bei
der Europäischen Kommission, und Günther H.
Oettinger, ehemaliges Mitglied und Vizepräsident
der Europäischen Kommission sowie ehemaliger
Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Als größte Handelsgruppe Europas haben die
Unternehmen der Schwarz Gruppe eine klare
Kernkompetenz: die Versorgung von Millionen
Menschen.
Dafür setzen sie auf strategische Handlungsfreiheit
entlang ihres gesamten Wertschöpfungskreises
und entwickeln systematisch
eigene Lösungen, um in unsicheren Zeiten
reaktionsfähig zu bleiben. Dieser Ansatz
wurde auf der Schwarz Impulse Veranstaltung
2025 anhand von vier Dimensionen erlebbar
gemacht:
Lieferkettenresilienz - Planungssicherheit
der Transportwege: Durch gesicherte globale
Wertschöpfungsketten, Innovation und Automatisierung
ermöglichen die Unternehmen der
Schwarz Gruppe eine belastbare und zuverlässige
Versorgung Europas. Dabei setzen sie mit
eigenen Produktionsstätten auf einen hohen
Selbstversorgungsgrad und stärken mit Containerfrachtschiffen
und LKW-Flotten europäische
Handelsrouten.
Ernährungssouveränität - vom Acker in den
Einkaufskorb: Als einer der führenden Hersteller
des Kontinents gewährleistet die Schwarz Produktion
die sichere Verfügbarkeit und hohe Qualität
von Lebensmitteln und Getränken in Europa.
Mit den Handelssparten Lidl und Kaufland tragen
die Unternehmen der Schwarz Gruppe
zudem zu einer widerstandsfähigen und fortschrittlichen
Lebensmittelindustrie bei, indem
sie regionale Erzeuger stärken und ein nachhaltiges
und gesundes Lebensmittelangebot
fördern.
Foto v.l.r.: Dr. Christian
Groh, Vorstandsvorsitzender
Schwarz Corporate
Solutions; Wolf Tiedemann,
Vorstandsvorsitzender
PreZero; Helene
Banner, Moderation; Gerd
Chrzanowski, Komplementär
Schwarz Gruppe;
Sabine Verheyen, Erste
Vizepräsidentin des
Europäischen Parlaments;
Günther H. Oettinger,
ehemaliges Mitglied
und Vizepräsident der
Europäischen Kommission
sowie ehemaliger Ministerpräsident
von Baden-
Württemberg; Pierre
Bascou, stellvertretender
Generaldirektor für Landwirtschaft
und ländliche
Entwicklung bei der
Europäischen Kommission;
Bodo Lehmann, Leiter
der Landesvertretung
Baden-Württemberg bei
der Europäischen Union in
Brüssel.
Die Schwarz Gruppe ist eine international
führende Handelsgruppe mit rund 14.200
Filialen und rund 595.000 Mitarbeitern. Im
Geschäftsjahr 2024 erwirtschafteten die
Unternehmen der Schwarz Gruppe einen
Gesamtumsatz von 175,4 Milliarden Euro.
Lidl und Kaufland bilden die beiden Säulen
im Lebensmitteleinzelhandel und sind
ein fester Bestandteil im Alltag von Kunden
in 32 Ländern. Eigenmarkenprodukte und
nachhaltige Verpackungen kommen direkt
von der Schwarz Produktion. Der Umweltdienstleister
PreZero fördert mit seinem
Wertstoffmanagement eine Kreislaufwirtschaft
und investiert so in saubere Zukunft.
Schwarz Digits bietet als IT- und Digitalsparte
digitale Produkte und Services, die
den deutschen Datenschutzstandards entsprechen.
Digitale Souveränität - KI & Cloud made in
Europe: Um die digitale Souveränität Europas
zu sichern, schaffen die Unternehmen der
Schwarz Gruppe entschlossen Innovationen.
Die Schwarz Digits vereint fünf Kernbereiche
unter einem Dach: Cloud-Infrastruktur, Cybersicherheit,
Künstliche Intelligenz und Data,
sichere Kommunikation und Lösungen für digitale
Arbeitsplätze.
Kreislaufwirtschaft - Ressourcen im Kreislauf
halten, statt verlieren: Die Unternehmen der
Schwarz Gruppe treiben die europäische Ressourcensouveränität
systematisch voran - von
der kreislauffähigen Produktgestaltung bis zur
Rückführung von Wertstoffen in lokale Kreisläufe.
Gemeinsam mit ihrer Umweltsparte Pre-
Zero tragen sie zur Sicherung wertvoller Ressourcen
bei und unterstützen eine zuverlässige,
unabhängige Rohstoffversorgung für Europa.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S50
TOP 100 Cross-Border
Marketplaces Europe
Cross-Border Commerce Europe, die maßgebliche
Plattform zur Förderung des grenzüberschreitenden
E-Commerce in Europa, hat
die sechste Ausgabe des Berichts „TOP 100
Cross-Border Marketplaces Europe“ veröffentlicht.
Die Studie, durchgeführt von CBCommerce
mit Unterstützung von FedEx
Express und Poste Italiane, zeigt eine
boomende Landschaft des grenzüberschreitenden
Online-Handels, wobei
Marktplätze zur tragenden Säule des europäischen
Cross-Border-Handels werden.
Im Jahr 2024/2025 erreichte der europäische
Markt für grenzüberschreitenden E-Commerce
beeindruckende 358,7 Milliarden Euro, wovon
247,5 Milliarden Euro (70%) durch Online-
Marktplätze erwirtschaftet wurden. Dies unterstreicht
die entscheidende Rolle dieser Plattformen
bei der Verbindung von Verbrauchern
und Unternehmen über Ländergrenzen hinweg
und hebt ihre Bedeutung als zentrale Treiber der
digitalen Wirtschaft in Europa hervor.
Dominante Akteure wie Amazon und eBay
behaupten weiterhin ihre Spitzenposition und
vereinen mehr als die Hälfte des marktplatzgetriebenen
Umsatzes auf sich. Die Top 100 Cross-
Border-Marktplätze stechen jedoch mit einem
bemerkenswerten Umsatz von 216,82 Milliarden
Euro hervor – ein Anstieg von 10 % gegenüber
dem Vorjahr. Dies zeigt die Widerstandsfähigkeit
des europäischen Marketplace-Ökosystems.
Trotz dieses Wachstums wird erwartet, dass
der Marktanteil von Marktplätzen am gesamten
E-Commerce-GMV bis 2026 stabil bleibt, was
auf eine mögliche Marktreife hindeutet. Gleichzeitig
wird das gesamte grenzüberschreitende
GMV voraussichtlich weiter steigen, wobei 98,2
% der Besucher im Jahr 2026 grenzüberschreitend
sein werden – ein klares Signal für das
anhaltende Wachstum dieses Marktes.
Die TOP 10 Marktplätze in diesem Bericht sind:
1. Amazon
2. Temu
3. eBay
4. AliExpress
5. Etsy
6. Vinted
7. OLX
8. Zalando
9. Decathlon
10. Shein
Der TOP 100 eRank basiert auf vier
primären Parametern:
· Grenzüberschreitende Online-Verkäufe in 28
europäischen Ländern (EU + UK, CH, NOR)
· SEO-Indikatoren für
Cross-Border-Performance
· Länderabdeckung (Cross-Border-Score)
· Volumen und Prozentsatz der
grenzüberschreitenden Besuche
Diese Kriterien werden mit fünf sekundären,
gewichteten Parametern kombiniert:
· Geschäftsmodelle von Marktplätzen
(B2B, B2C, P2P, C2C)
· Paneuropäische Markenstrategien
· KI- und Big-Data-Strategien
· Angebotene Kundenservices
· Typ des Marktplatzes (Hybrid oder Pure Player)
Cross-Border Commerce Europe, CBCommerce.eu,
ist die europäische Networkingund
Wissensplattform für alle E-Commerce-
und Omnichannel-Akteure, die in
mindestens drei Ländern Europas tätig sind.
Es verbindet diese Akteure, um ihre Sichtbarkeit
zu erhöhen und ihnen Einblicke in
die Zahlen, Trends und Besonderheiten der
europäischen Länder zu geben. Zu seinen
Mitgliedern gehören Marken und Einzelhändler
jeder Größe, und zu seinen Partnern
zählen Dienstleister aus allen Bereichen des
grenzüberschreitenden Handels.
Infografik: Cross-Border Commerce Europe
TOP 100 Cross-Border Marketplaces Europe
TOP 10
Das Ranking bevorzugt hybride Third-Party (3P)
Company Country Product categories
B2C-Marktplätze, 1 Amazon die auf USeinen höheren Multiple Categories Anteil
schränkter Markensteuerung. Die Wahl des
Type New / Used Business Model
Modells Hybrid ist strategisch New + Used entscheidend B2C und
an 2 3P-Verkäufern Temu und ein CN gesteigertes Multiple Categories grenzüberschreitendes
beeinflusst Pure Marketplace Sichtbarkeit, New Markenpositionierung,
B2C
3 eBay
GMV abzielen.
US Multiple Categories Pure
Umsatzdiversifikation
Marketplace New + Used
und
C2C
regulatorische
4 AliExpress CN Multiple Categories Pure Marketplace New B2C
Risiken. Viele erfolgreiche Marken kombinieren
5 Etsy US Arts, Gifts & Collectibles Pure Marketplace New + Used C2C
Bis 2025 haben sich Marktplätze zu den verschiedene Modelle, um Skalierbarkeit, Storytelling
6 Vinted LT Fashion, Beauty, Luxury Pure Marketplace Used C2C
Betriebssystemen 7 OLX Group des globalen NL Handels Multiple Categories entwickelt.
Pure Marketplace und operative New + Used Kontrolle C2C in Einklang zu
8 Zalando Sie beeinflussen nicht DE nur Fashion, Transaktionen,
Beauty, Luxury
sondern 9 Decathlon auch Logistik, Preisgestaltung, FR Sports and Marketing
Outdoor
bringen. Hybrid
Hybrid
New
New
B2C
B2C
und Regulierung. Europas kulturelle Viel-
10 SHEIN CN Fashion, Beauty, Luxury Pure Marketplace New
Regionale Unterschiede
B2C
falt, sprachliche Unterschiede, regulatorische · Deutschland: Markt Source: dominiert Cross-Border von Commerce Amazon Europe
Komplexität und digital versierte Konsumenten
machen den Powered Kontinent by zu einem sowohl herausfordernden
als auch chancenreichen Umfeld
für Marketplace-Strategien.
Drei Hauptmodelle dominieren
· Generelle Marktplätze (z. B. Amazon, Allegro,
Bol.com) – breites Produktsortiment, starke Infrastruktur
und große Reichweite, jedoch hoch
kompetitiv und preisgetrieben.
· Vertikale Marktplätze (z. B. Zalando, ManoMano,
Farfetch) – kategoriespezifisch, kuratiert, mit
höheren Konversionsraten, jedoch selektiver
und weniger flexibel.
· C2C-Marktplätze (z. B. Vinted, Depop, eBay) –
gemeinschaftsorientiert, zentral für die Kreislaufwirtschaft,
mit niedrigen Eintrittsbarrieren,
jedoch begrenzter Skalierbarkeit und einge-
und Otto, mit zunehmendem Druck durch
vertikale Herausforderer.
· Frankreich: starke Präsenz von C2Cund
Mode-Vertikalen.
· Vereinigtes Königreich: Mischung aus
Generalisten und Nischen-Vertikalen.
· Zentral- und Osteuropa: schneller Anstieg
von Generalisten, wodurch Raum für
spezialisierte Anbieter entsteht.
„Ich möchte unserem Marktforschungsteam
und unseren Partnern, FedEx Express und Poste
Italiane, für diese sechste Ausgabe des Berichts
‚Top 100 Online Marketplaces in Europe‘ meinen
Dank aussprechen. Diese Initiative trägt
zur Transparenz im europäischen Online-
Marktplatz-Sektor bei und fördert das grenzüberschreitende
Wachstum in der gesamten
Branche“, schließt Carine Moitier, Gründerin
von CBCommerce.EU. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S52
Unternehmenskonkurse
in Österreich bleiben
hoch
Die Zahl der Insolvenzen von protokollierten
Unternehmen in Österreich bleibt auch im
dritten Quartal 2025 auf einem hohen Niveau.
Laut einer aktuellen Analyse von Dun & Bradstreet
wurden seit Jahresbeginn 2.901 Unternehmenskonkurse
registriert, ein Anstieg um
8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Während sich die Dynamik
gegenüber dem vorherigen
Quartal leicht abgeschwächt
hat, bleibt das Insolvenzgeschehen
auf einem Niveau, das deutlich über
dem Vorkrisenzeitraum liegt. Die aktuelle Entwicklung
zeigt ein vielschichtiges Bild, das auf
eine wirtschaftliche Umbruchphase hindeutet.
Die österreichische Wirtschaft zeigt zwar erste
Anzeichen einer Stabilisierung, bleibt jedoch
weiterhin mit Unsicherheiten und strukturellen
Anpassungsprozessen konfrontiert. Vor
allem touristisch geprägte - und baunahe Bundesländer
stehen unter Druck, während sich
andere Branchen stabilisieren oder erholen.
Diese Entwicklung verdeutlicht den laufenden
Transformationsprozess der Wirtschaft, in dem
Unternehmen sich an veränderte Rahmenbedingungen
anpassen müssen.
Deutliche regionale Unterschiede
bei den Insolvenzen
Die Analyse von Dun & Bradstreet zeigt große
regionale Unterschiede in der Entwicklung
der Unternehmenskonkurse. Die höchsten
Zuwächse verzeichnen Tirol (+38 Prozent), Kärnten
(+27 Prozent) und Salzburg +(24 Prozent),
insbesondere in Regionen mit starker Tourismus-
und Baukonjunktur. In Wien nahmen die
Konkurse um 16 Prozent zu, in Oberösterreich
um 15 Prozent. Zweistellige Rückgänge gab es
dagegen in Vorarlberg (–38 Prozent), Burgenland
(–18 Prozent) und Niederösterreich (–13 Prozent).
Auch in der Steiermark (–4 Prozent) gingen
die Insolvenzen leicht zurück. Diese Divergenzen
deuten auf unterschiedliche wirtschaftliche
Resilienz und regionale Förderpolitiken hin.
ISABELLA BLUEML
Finanz- und Immobiliensektor mit
deutlichem Anstieg
Nach Branchen betrachtet trifft es besonders die
Finanzindustrie und die Immobilienwirtschaft,
wo die Insolvenzen um 76 Prozent beziehungsweise
um 56 Prozent gestiegen sind. Ebenfalls
deutliche Zuwächse zeigen Freizeit- und Vergnügungsbetriebe
(+33 Prozent), Reparaturdienste
(+31 Prozent) sowie Transport- und Reiseunternehmen
(+21 Prozent). Rückgänge gab
es hingegen im Baugewerbe, in der Herstellung
von Gütern (jeweils –7 Prozent) und im Gastgewerbe
(–6 Prozent).
Dun & Bradstreet, ein weltweit führender
Anbieter von Daten und Analysen
zur Entscheidungsfindung, ermöglicht es
Unternehmen auf der ganzen Welt, ihre
Geschäftsergebnisse zu verbessern. Die
Data Cloud von Dun & Bradstreet liefert
Lösungen und Erkenntnisse, die es den
Kunden ermöglichen, ihre Umsätze zu steigern,
Kosten zu senken, Risiken zu minimieren
und ihr Geschäft zu verändern. Seit
1841 verlassen sich Unternehmen jeder
Größe auf Dun & Bradstreet, um Risiken zu
managen und Chancen zu erkennen.
Neugründungen nehmen weiter zu
Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds
zeigt sich die Gründungsaktivität robust. In den
ersten drei Quartalen 2025 wurden 17.095 neue
Unternehmen im Firmenbuch eingetragen, ein
Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders stark war der Zuwachs in Niederösterreich
(+15 Prozent), in Oberösterreich (+14
Prozent) und im Vorarlberg (+11 Prozent).
Auch die Steiermark und Tirol (je +10 Prozent),
Kärnten (+ Prozent) sowie Wien (+8 Prozent) verzeichneten
deutliche Anstiege. Das Wachstum
der Neugründungen zeigt, dass viele Unternehmerinnen
und Unternehmer die aktuellen Veränderungen
als Chance für neue Geschäftsmodelle
begreifen.
„Die österreichische Wirtschaft befindet sich in
einer Phase der Neuorientierung“, sagt Isabella
Blüml, Managing Director Österreich bei Dun &
Bradstreet. „Während die hohen Insolvenzzahlen
zeigen, wie groß der Anpassungsdruck in
bestimmten Branchen bleibt, deutet die steigende
Zahl der Gründungen darauf hin, dass
viele Unternehmen Chancen im Wandel sehen.
Entscheidend wird sein, welche Betriebe sich
flexibel genug aufstellen, um diese Veränderungen
aktiv zu gestalten.“
(RED)
Die Studie „Insolvenzen & Neugründungen“ ist
hier erhältlich: Link: https://bit.ly/44BwM1s
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S54
Fünf Maßnahmen gegen
ausuferndes Staatswachstum
Immer mehr Verwaltung, immer weniger
Wertschöpfung – jetzt braucht es Effizienz,
Entlastung und Reformen statt neuer Steuern.
Österreich steht an einem entscheidenden
Wendepunkt: Die private
Wirtschaft verliert an Kraft, während
der Staat ungebremst weiterwächst.
Mit einer Staatsausgabenquote
von 56,3 Prozent – ganze 7,1 Prozentpunkte
über dem EU-27-Durchschnitt – konsumiert
der Staat inzwischen mehr als die Hälfte der
gesamten Wirtschaftsleistung des Landes.
Damit droht Österreich, sich von der Marktwirtschaft
in Richtung Staatswirtschaft zu bewegen.
„Wenn mehr als die Hälfte unserer Wirtschaftsleistung
die öffentliche Hand verbraucht, dann
ist das kein Ausdruck von Stärke, sondern ein
Warnsignal. Wir müssen uns trauen, den Staat
neu zu denken. Effizienz heißt nicht weniger
Staat, sondern ein besserer Staat“, betont Georg
Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV).
Industrie schrumpft, Staat wächst
Während die Beschäftigung im öffentlichen
Bereich zwischen 2023 und 2025 um über
51.000 Personen zunahm, gingen im gleichen
Zeitraum in Industrie, Gewerbe und Bau
rund 36.580 Arbeitsplätze verloren. Der produktive,
wertschöpfende Sektor schrumpft –
der vom Staat finanzierte Bereich wächst. Das
mittlere Einkommen in der Industrie lag 2023
bei 47.500 Euro, im öffentlichen Dienst hingegen
bei rund 39.600 Euro. Ein klares Signal:
Wertschöpfung und Wohlstand entstehen
in der Wirtschaft, nicht in der Verwaltung.
„Wenn der Staat wächst, während die Industrie
schrumpft, läuft etwas grundlegend schief. Wir
werden den Wohlstand nicht sichern, indem wir
die produktiven Bereiche schwächen und den
öffentlichen Sektor immer weiter aufblähen“,
warnt Knill.
GEORG KNILL
Neue Steuern sind keine Lösung
Ein zentraler Irrweg in der aktuellen Diskussion
ist laut IV die Forderung nach neuen Steuern.
Um die Staatsausgabenquote auf EU-Niveau zu
bringen, müssten die öffentlichen Ausgaben um
rund 35 Milliarden Euro jährlich reduziert werden.
Neue Abgaben – etwa Vermögens- oder
Erbschaftssteuern – könnten laut Berechnungen
höchstens zwei Milliarden Euro einbringen und
gefährden gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit
des Standorts massiv.
„Es ist absurd, immer neue Steuern zu fordern,
wenn die Leistungsträger schon jetzt den Großteil
des Systems finanzieren. Das oberste Prozent
trägt mehr als ein Fünftel des gesamten
Lohn- und Einkommenssteueraufkommens. Die
obersten 10 Prozent zahlen 59 Prozent der Lohnund
Einkommenssteuer. Auch bei allen Steuern
und Sozialbeiträgen leisten sie rund 24 Prozent
der gesamten Einnahmen. Die starken Schultern
tragen damit längst genug. Was fehlt, ist Ausgabendisziplin
– das ist ein Gebot der Fairness den
Leistungsträgerinnen und -trägern gegenüber“,
so Knill weiter.
Fünf Wege aus der Staatswirtschaftsfalle
Mehr Ausgabendisziplin und Effizienz: Eine wirksame
Ausgabenbremse und Fokussierung auf
Kernaufgaben wie Verwaltung, Sicherheit, Bildung
und Infrastruktur sind notwendig, um den
Staat wieder handlungsfähig zu machen.
• Weniger Belastungen für produktiven Sektor
Energie-, Lohnneben- und Bürokratiekosten
müssen sinken, damit Österreichs Industrie
wettbewerbsfähig bleibt.
• Weniger Bürokratie
Der Bürokratieabbau ist entscheidend, um
Innovation und Wachstum wieder Raum zu
geben.
• Mehr Bildung und Fachkräfte
Eine Stärkung der dualen Ausbildung und der
MINT-Kompetenzen sichert die Basis für eine
starke Industrie.
• Mehr Digitalisierung
Digitale Lösungen sollen Verwaltung und
Betriebe entlasten und Effizienzgewinne
ermöglichen.
Am Ende geht es um die Balance zwischen
öffentlicher Verantwortung und privater Freiheit.
„Wir stehen an einem Scheideweg. Entweder
wir füttern den Staat, bis er uns allen
die Luft nimmt oder wir geben der Wirtschaft
Raum zum Atmen. Nur, wenn die Industrie
wachsen kann, bleibt Österreich ein Land des
Fortschritts, der Fairness und des Wohlstands“,
fasst Knill zusammen.
(RED)
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S56
Sanktionswahn und
Überregulierung der EU
haben uns in ein
energiepolitisches
Desaster geführt!
Nachdem auf der ADIPEC in Abu Dhabi Katars
Energieminister unmissverständlich erklärt
hat, kein Flüssiggas (LNG) mehr nach Europa
zu liefern, sofern die EU ihre überzogenen
Auflagen nicht zurücknimmt, warnet die
EU-Abgeordnete Petra Steger eindringlich
vor den dramatischen Folgen.
Bereits das im EU-Sanktionswahn
selbst auferlegte Einfuhrverbot für
russisches Erdgas ab Ende 2027
kommt einem wirtschaftlichen
Selbstmord gleich. Man hat sich damit sehenden
Auges in eine energiepolitische Sackgasse
manövriert. Statt kostengünstiger und gesicherter
Versorgung setzt die EU auf signifikant
teureres Flüssiggas, das zudem mit enormen
logistischen wie ökologischen Herausforderungen
verbunden ist. Und selbst diese Energiequelle
droht nun aufgrund von Überregulierung
und Überbürokratisierung durch Brüssel wegzubrechen,
womit das energiepolitische Desaster
endgültig perfekt wäre und ein massiver
Wohlstandsverlust unmittelbar bevorsteht!“
Besonders scharf kritisierte Steger das Lieferkettengesetz,
das zu Recht im Zentrum
der öffentlichen Kritik steht: „Dieses Gesetz
ist nichts anderes als ein Bürokratiemonster
– mitgetragen selbst von jener ÖVP, die
sich nach außen hin als ‚Wirtschaftspartei‘
inszeniert, in Wahrheit jedoch der moralischen
Selbstbespiegelung der Brüsseler
Funktionärskaste den Weg bereitet hat.
Die einzige reale Nebenwirkung: die systematische
Schwächung und endgültige Zerstörung
unserer Wirtschaft. Unter diesen überbordenden
Auflagen werden europäische Unternehmen
in immer größerer Zahl zur Abwanderung
gezwungen, und gleichzeitig kündigen ausländische
Unternehmen sowie Staaten zunehmend
an, ihre Aktivitäten in Europa zurückzufahren
oder ganz einzustellen.“
PETRA STEGER
„Ohne Energie zu international konkurrenzfähigen
Preisen wird unser hart erarbeiteter
Wohlstand in Windeseile verfliegen. Wir stehen
vor der größten Deindustrialisierung seit
dem Zweiten Weltkrieg, wenn die EU ihren zerstörerischen
Kurs fortsetzt. Es braucht daher
umgehend eine 180-Grad- Wende: Schluss
mit den selbstzerstörerischen Sanktionen
gegen Russland im Energiesektor und weg
mit regulatorischen Bürokratiemonstern wie
dem Lieferkettengesetz. Die EU muss endlich
wieder Politik für die eigene Wirtschaft
und damit für die Bevölkerung machen – und
nicht gegen ihren eigenen Kontinent“, forderte
die freiheitliche Europaabgeordnete.
(RED)
Austrian
Security
Summit
sicherheitsgipfel.at
22.JAN
SICHERHEITS-
GIPFEL2026
ALBERT HALL, WIEN
LOGISTIK-EXPRESS H&D 5/25 | S58
Konjunktur in Österreich
verläuft flach
Konjunkturell tritt Österreich derzeit auf der
Stelle, das Bruttoinlandsprodukt ist seit Jahresbeginn
nicht gewachsen. Belastend für
die privaten Haushalte ist die hohe Inflation
von zuletzt 4%. Hierin wirkt weiterhin der
zu Jahresanfang beobachtete kräftige Preissprung
bei Strom und Gas nach. Die Beschäftigung
stagniert seit Ende 2024 weitgehend.
Die Arbeitslosenquote steigt in der Tendenz.
Belastend für die privaten Haushalte
ist die hohe Inflation von zuletzt 4%.
Hierin wirkt weiterhin der zu Jahresanfang
beobachtete kräftige Preissprung
bei Strom und Gas nach. Die Beschäftigung
stagniert seit Ende 2024 weitgehend. Die
Arbeitslosenquote steigt in der Tendenz leicht.
"Durch den Anstieg der heimischen Energiepreise
zu Jahresbeginn ist die Kostenschere
zum Euro-Raum neuerlich aufgegangen. Bleibt
dieser Unterschied bestehen, so dämpft dies
mittelfristig die Kaufkraft der privaten Haushalte
und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
in Österreich", so der Autor des aktuellen
WIFO-Konjunkturberichtes Stefan Ederer.
In Österreich verläuft die Konjunktur derzeit
flach. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im III.
Quartal kaum und ist seit Jahresbeginn 2025
mehr oder weniger unverändert. Die privaten
Konsumausgaben entfalteten neuerlich keine
Aufwärtsdynamik. Die Entwicklung der Investitionen
und Exporte ist hingegen durch Vorzieheffekte
infolge der Zollpolitik der USA überlagert.
Die Weltwirtschaft dürfte im Sommer und
Herbst zwar weiter expandiert haben, der Welthandel
und die globale Industrieproduktion
verloren aber zuletzt an Schwung. Das dürfte
vor allem damit zusammenhängen, dass die
Lieferungen in die USA, die im 1. Halbjahr stark
angestiegen waren, nunmehr wegfallen. Die
Konjunktureinschätzungen der Unternehmen
sind dennoch in vielen Ländern überwiegend
optimistisch. In den USA dürfte der budgetäre
"Shutdown" die bislang robuste Konjunktur am
Jahresende bremsen. Zudem rechnen die privaten
Haushalte dort weiterhin mit einer erhöhten
Inflation. Im Euro-Raum trugen hingegen die
Stabilisierung des Preisauftriebs bei etwa 2%
und die anhaltend niedrige Arbeitslosigkeit zu
einer Verbesserung des Verbrauchervertrauens
bei.
Die Konjunktureinschätzungen der österreichischen
Unternehmen hellten sich laut WIFO-
Konjunkturtest in den letzten Monaten etwas
auf und lagen nur mehr knapp im negativen
Bereich. In der Industrie zeigt sich bereits seit
Jahresbeginn ein deutlicher Aufwärtstrend.
Auch in der Bauwirtschaft verbesserte sich die
Stimmung merklich. Im Einzelhandel und im
Dienstleistungsbereich bewegen sich die Indikatoren
hingegen tendenziell seitwärts. Der
von der Europäischen Kommission veröffentlichte
Indikator für das heimische Verbrauchervertrauen
ist seit Jahresbeginn in der Tendenz
unverändert. Zuletzt rechneten deutlich mehr
befragte Haushalte mit höheren Preisen als
noch vor einem Jahr, und die Einschätzung ihrer
finanziellen Situation trübte sich im Herbst ein.
Die Verbraucherpreisinflation ist seit dem Sommer
kaum zurückgegangen und lag im Oktober
laut Schnellschätzung von Statistik Austria bei
4%. Dazu trugen der sprunghafte Anstieg der
Gas- und Strompreise zu Jahresbeginn und eine
kräftige Verteuerung von Nahrungsmitteln im
Frühjahr bei. Auch die Wohnungsmieten zogen
zuletzt wieder stärker an.
Infolge der flachen Konjunktur ist die Zahl der
aktiv unselbständig Beschäftigten seit Ende
2024 weitgehend unverändert. Während der
Personalstand in der Industrie sank, stieg er
im Gesundheits- und Sozialwesen stark. Die
Arbeitslosenquote ist seit Jahresbeginn tendenziell
gestiegen (nationale Definition, saisonbereinigt),
da der Arbeitsmarkt infolge der
schwachen Konjunktur derzeit nicht in der Lage
ist, den Anstieg des Arbeitskräfteangebotes
aufzunehmen.
(RED)
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
LOGISTIK EXPRESS
STRATEGIE
wikifolio-Indexzertifikat
Der Markt zur privaten
Kapitalanlage befindet
sich in einem Umbruch.
FinTech-Unternehmen fordern
die klassischen Anbieter heraus.
Mit der LOGISTIK express
Strategie wollen wir in die
Branche investieren und mit
aktivem Trading ein alternatives
Portfolio anbieten...
E-Mail: info@logistik-express.at
http://www.logistik-express.com