Wir Frauen - Die Zeitung für politische Frauenpower
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Ausgabe: November 2025
IR FRAUEN
DIE ZEITUNG FÜR
POLITISCHE
FRAUENPOWER
WEIL ZUKUNFT
GLEICHSTELLUNG
BRAUCHT!
Chancengerechtigkeit für alle
Frauen in Österreich – das ist
das zentrale Ziel des neuen
Leitantrags der ÖVP Frauen.
WIR FRAUEN WIRKEN
Julia Berchtold, Angelika Benzer, Martina Rüscher, Andrea Mallitsch, Heidi Schuster-Burda
"Mut machen &
Perspektiven öffnen."
Mit großer Vorfreude starten wir in eine neue Periode,
die uns viele Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten
eröffnet. Frauenpolitik bedeutet für uns nicht
nur, bestehende Herausforderungen zu benennen,
sondern vor allem Mut zu machen, Perspektiven zu
öffnen und Räume zu schaffen, in denen Frauen ihre
Stärke entfalten können.
Die Frauen der Vorarlberger Volkspartei stehen für
ein klares Ziel: Frauen in allen Lebensbereichen zu
empowern – in der Familie, im Beruf, in der Gesellschaft
und in der Politik. Wir wissen: Jede von uns
bringt einzigartige Erfahrungen, Ideen und Kompetenzen
ein. Wenn wir diese Vielfalt sichtbar machen
und fördern, profitieren wir alle.
Es geht uns nicht um Schlagworte, sondern um
konkrete Unterstützung: bessere Vereinbarkeit
von Familie und Beruf, faire Chancen für Frauen
in Führungspositionen, Rahmenbedingungen,
die Eigenständigkeit und Selbstvertrauen stärken.
Gleichzeitig wollen wir Netzwerke schaffen, die Halt
geben und Inspiration bieten.
Die kommende Periode ist für uns eine Einladung,
gemeinsam weiterzugehen. Mit Zuversicht, Zusammenhalt
und der Überzeugung, dass Veränderung
immer dann gelingt, wenn Frauen ihre Stimme
erheben und Verantwortung übernehmen. Packen
wir es an – für ein starkes Vorarlberg, in dem Frauen
Zukunft gestalten.
Martina Rüscher
Landesobfrau
Julia Berchtold
gf. Landesobfrau
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WIR FRAUEN WIRKEN
DEMOKRATIE ERLEBEN
Ein Blick in den Landtag
mit Klubobfrau Veronika Marte
Mehr Partnerschaftlichkeit in der Care-Arbeit ist für
mich einer der Schlüssel in Richtung echter Gleichstellung.
Dafür braucht es die Bereitschaft, Veränderungen
anzustoßen – auch dann, wenn traditionelle
Rollenbilder noch dagegensprechen.
Der Vorarlberger Landtag ist das Herzstück unserer
Demokratie – hier werden die großen und kleinen
Fragen des Landes offen debattiert und entschieden.
Als Klubobfrau der Volkspartei ist es mir ein
Anliegen, diese Arbeit sichtbar zu machen. Ich lade
alle herzlich ein, eine Landtagssitzung zu besuchen
und Politik hautnah zu erleben.
Verantwortung für das ganze Land
Die Aufgaben des Landtags sind vielfältig: Wir beraten
und beschließen Gesetze, kontrollieren die
Landesregierung und vertreten die Interessen der
Bevölkerung. Politik ist kein Selbstzweck – sie soll
den Menschen dienen, Perspektiven eröffnen und
Probleme lösen. Meine Aufgabe als Klubobfrau ist es,
die Arbeit unseres Teams zu koordinieren, Schwerpunkte
zu setzen und die Anliegen der Menschen
geschlossen zu vertreten.
Politik, die anpackt
Die Führerscheincausa hat gezeigt, wie wichtig rasches
Handeln ist: Durch zusätzliche Prüfkapazitäten
konnten lange Wartezeiten schnell reduziert werden.
Auch beim Wohnen setzen wir gezielt auf Unterstützung
für junge Menschen und Familien – mit der
Reform der Wohnbauförderung als wichtigen Schritt
zu leistbarem Wohnraum. Große Fortschritte gibt es
auch in der Kinderbetreuung: mehr Gruppen, längere
Öffnungszeiten und höhere Qualität bedeuten mehr
Wahlfreiheit und bessere Vereinbarkeit von Beruf und
Familie.
Mehr Frauen als Männer – ein starkes Signal
In unserem Klub sind zum ersten Mal mehr weibliche
Abgeordnete vertreten. Das ist nicht nur eine
Zahl, sondern auch ein starkes Signal. Denn damit
verbunden ist der klare Auftrag, Gleichberechtigung
auf allen Ebenen weiter voranzutreiben.
Politik braucht Nähe
Mir persönlich ist wichtig, dass Politik nicht in den Mauern
des Landtags stehenbleibt. Der direkte Austausch mit
Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen oder Unternehmen
ist unverzichtbar. Politik lebt vom Zuhören, vom Verstehen
und vom gemeinsamen Gestalten.
Klubobfrau zu sein bedeutet daher nicht nur, Sitzungen
zu leiten, sondern Brücken zu bauen – zwischen Landtag
und Bevölkerung, zwischen Ideen und deren Umsetzung.
Ich lade Sie herzlich ein
Besuchen Sie den Vorarlberger Landtag, verfolgen Sie die
Debatten live und tauschen Sie sich im Anschluss mit Abgeordneten
und Regierungsmitgliedern aus. Machen Sie
sich selbst ein Bild davon, wie intensiv hier diskutiert,
abgewogen und entschieden wird. Denn lebendige Demokratie
entsteht dort, wo Menschen hinsehen, zuhören
und mitdenken.
Wer einmal miterlebt hat, mit welchem Engagement im
Landtag gearbeitet wird, erkennt schnell: Politik passiert
hier – für Vorarlberg und seine Menschen.
Sie möchten den Landtag besuchen?
Melden Sie sich gerne bei uns im Landtagsklub unter:
landtagsklub@volkspartei.at
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WIR FRAUEN WIRKEN
WIR SICHERN BESTE MEDIZIN FÜR
DIE NÄCHSTEN JAHRZEHNTE
Interview mit LR Martina Rüscher
Das Land stellt mit dem „Spitalscampus Vorarlberg“
die gesamte Spitalsversorgung neu auf.
Warum braucht es diesen Schritt gerade jetzt?
Wir müssen heute die Entscheidungen treffen,
die uns auch in Zukunft eine hochwertige medizinische
Versorgung ermöglichen. Die Vorarlberger
Bevölkerung wird älter, gleichzeitig gehen viele
erfahrene Fachkräfte in Pension, während immer
weniger junge Menschen Gesundheitsberufe
ergreifen. Zudem steigen die Erwartungen: mehr
Spezialisierungen, modernste Medizintechnik,
mehr ambulante Angebote. Auch unsere Mitarbeitenden
wünschen sich mehr Teilzeitmöglichkeiten
und eine gestärkte Ausbildung. Diese Entwicklungen
machen es notwendig, die Strukturen neu zu
denken.
Ein zentrales Thema ist die Frauengesundheit
im Unterland. Was ist hier geplant?
In Bregenz entsteht ein großes Eltern-Kind-Zentrum,
das für Geburten, gynäkologische Versorgung
sowie Kinder- und Jugendheilkunde
hervorragende Bedingungen bieten wird. Damit
sichern wir langfristig die notwendigen Personalressourcen
und können Spezialisierungen weiter
vertiefen. Zudem bleiben wichtige Bereiche
wie Beckenbodenmedizin, Brustgesundheit oder
gynäkologische Onkologie weiterhin auf hohem
Niveau bestehen – teils auch in überregionalen
Versorgungsmodellen.
Was bedeutet das konkret?
Was leistet der Spitalscampus?
Wir bündeln Kompetenzen, stärken spezialisierte
Angebote und schaffen moderne Strukturen,
die langfristig tragfähig sind. Es geht darum, das
vorhandene Know-how zusammenzuführen um
die Versorgungsqualität langfristig zu sichern
und zu steigern. Nur so können wir effizient arbeiten
und weiterhin das hohe Versorgungsniveau
garantieren, das die Vorarlbergerinnen und
Vorarlberger gewohnt sind.
Foto: A. Serra
Welche Verbesserungen können Patientinnen und
Patienten erwarten?
Sehr viele. Weil wir bestimmte Behandlungen
bündeln, steigt die Routine in den Teams – das bedeutet
mehr Qualität. Patientinnen und Patienten
werden von hochspezialisierten Fachkräften behandelt,
mit der neuesten Technik. Gleichzeitig
reduzieren wir Aufenthalte durch deutlich mehr
ambulante Angebote. Und vor allem: Die Versorgung
bleibt rund um die Uhr gesichert.
Ein solcher Umbau betrifft immer auch das Personal.
Wie verändert sich der Arbeitsalltag?
Positiv. Es entstehen attraktivere Arbeits- und
Ausbildungsbedingungen, mehr Dienstplansicherheit
und bessere Entwicklungsmöglichkeiten in
spezialisierten Teams. Das stärkt die Motivation
und hilft uns, auch künftig ausreichend Fachkräfte
im Land zu halten.
Viele fragen sich: Wann wird all das tatsächlich
Realität?
Die 17 Maßnahmen greifen zeitlich unterschiedlich.
Der Fächerabtausch zwischen Bregenz und Dornbirn
ist für das Jahr 2028 geplant. Andere Schritte
hängen vom Neubau in Feldkirch ab, der erst nach
2030 abgeschlossen sein wird.
Wichtig ist: Die vorbereitenden Arbeiten starten
gemeinsam mit den Teams überall schon jetzt,
damit die Übergänge gut gelingen.
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WIR FRAUEN WIRKEN
Was macht den Spitalscampus aus Ihrer Sicht zu
mehr als einer reinen Strukturreform?
Er ist ein Versprechen: beste Medizin am richtigen
Ort, getragen von hoher fachlicher Expertise
– heute und in Zukunft. Der Spitalscampus steht
für moderne, qualitativ hochwertige Versorgung
und gleichzeitig für den verantwortungsvollen
Umgang mit unseren Ressourcen.
Wie ist dieses neue System organisiert?
Alle Spitäler – von Bregenz bis Bludenz – werden
zu einem gemeinsamen Versorgungsnetz zusammengeschlossen,
mit klar definierten Schwerpunkten.
Drei Punkte stehen im Zentrum: eine
flächendeckende Akut- und Notfallversorgung,
die Bündelung spezialisierter Fachbereiche und
der massive Ausbau ambulanter und tagesklinischer
Angebote. Wir erhöhen die entsprechenden
Plätze von heute 55 auf künftig 163. So wird jede
und jeder dort behandelt, wo das höchste Maß an
Expertise vorhanden ist.
Ein umfassender Prozess – wie wurde er erarbeitet?
In vielen medizinischen Fachbereichen haben
über 300 Expertinnen und Experten – aus
Ärzteschaft, Pflege und Verwaltung – gemeinsam
analysiert, wie wir Doppelstrukturen
vermeiden, Qualität steigern und die Versorgung
modernisieren können. Dieses breite Fachwissen
war entscheidend.
Stimmt es, dass es
"keinen Plan" gibt, wie die
Verlagerung der Gynäkologie,
Geburtshilfe und Pädiatrie
von Dornbirn nach Bregenz
erfolgen soll?
Falsch ist, dass es keinen Plan gibt. Natürlich gibt
es einen Plan für die gesamte Spitalsplanung in
Vorarlberg. Richtig ist, die Details für die Zusammenführung
müssen in den kommenden Jahren
genau erarbeitet werden. Wir brauchen dazu die
Mitarbeit aus den Teams um alle Details sehr gut
vorbereiten zu können. Auch die Teams werden gut
unterstützt und begleitet. Die Mittel sind vorgesehen.
Das wird uns sicher gelingen.
Zum Redebeitrag
im Landtag
Unter www.vorarlberg.at/xsund finden Sie alle
aktuellen Informationen zur Spitalsstruktur und
zum Gesundheitsprogramm „xsundblieba“.
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WIR FRAUEN WIRKEN
UNSERE ARBEIT FÜR VORARLBERG
Bianca Moosbrugger-Petter
Obfrau Regio Bregenzerwald
Sophia Kircher
Mitglied des Europäischen
Parlaments
Heike Eder
Nationalrätin
Unsere Region gestalten
Für Vorarlberg in Europa
Für Vorarlberg im Nationalrat
Foto: judithmoserphotography, Gemeinde Reuthe
Als Obfrau der Regio Bregenzerwald
und Bürgermeisterin
von Reuthe liegt mir die Weiterentwicklung
unserer Region
besonders am Herzen.
Mit der bevorstehenden Regio
Klausur wollen wir – erstmals vor
der Budgeterstellung – gemeinsam
Schwerpunkte setzen.
Gerade in herausfordernden
Zeiten braucht es Offenheit,
Vertrauen und ehrliche Gespräche.
Nur wenn wir zusammenarbeiten,
können wir Projekte
umsetzen, die unseren Lebensraum
langfristig stärken.
Auch in Reuthe stehen wichtige
Schritte bevor: Die Erweiterung
der Kinderbetreuung ist ein klares
Bekenntnis zu unseren Familien.
Gleichzeitig denken wir mit dem
geplanten Neubau des Gemeindeamts
über eine moderne, funktionale
und nachhaltige Lösung
nach.
Ich freue mich, diese Aufgaben
gemeinsam mit einem engagierten
Team anzupacken und unsere
Gemeinde Schritt für Schritt
weiterzuentwickeln.
Seit meiner Angelobung als Mitglied
des Europäischen Parlaments
im Juli 2024 ist es mir ein großes
Anliegen, die Interessen der
Menschen in Westösterreich und
besonders in Vorarlberg auf EU-
Ebene stark zu vertreten.
Meine Schwerpunkte liegen in den
Bereichen Verkehr, Tourismus,
Jugend und Frauen. Als stellvertretende
Vorsitzende des Verkehrsausschusses
und Präsidentin
der Jungen Europäischen Volkspartei
arbeite ich daran, Brücken
zwischen Regionen, Generationen
und Ideen zu schlagen.
Vorarlberg ist mit seiner Lage
im Herzen Europas ein echtes
Erfolgsbeispiel – innovativ, wirtschaftsstark
und offen für Zusammenarbeit
über Grenzen hinweg.
Besonders wichtig ist mir, Frauen
eine starke Stimme in der Politik
zu geben und junge Frauen zu ermutigen,
sich aktiv einzubringen.
Europa steht vor großen Herausforderungen.
Umso wichtiger ist
ein geeintes, handlungsfähiges
Europa, das Chancen schafft und
Menschen verbindet. Dafür setze
ich mich jeden Tag mit vollem Einsatz
ein – für Europa.
Für Österreich.
Und besonders für Vorarlberg.
Seit meiner Angelobung als Nationalratsabgeordnete
im Oktober
2024 setze ich mich dafür ein, die
Anliegen der Vorarlbergerinnen
und Vorarlberger in Wien klar zu
vertreten – mit Fokus auf sozialer
Teilhabe, Eigenverantwortung
und einem starken Miteinander.
In den Ausschüssen für Arbeit und
Soziales, Sport sowie Bürgerinitiativen
und Petitionen arbeite ich
an praxisnahen Lösungen – von
Erwerbsarbeit über Pensionen bis
zu Anliegen aus der Bevölkerung.
Als Sprecherin für Menschen mit
Behinderung treibe ich Inklusion
voran. Es geht um Sichtbarkeit,
Selbstbestimmung und echte
Teilhabe.
Familie und Vereinbarkeit liegen
mir ebenfalls am Herzen. Aus eigener
Erfahrung weiß ich, wie herausfordernd
Teilzeit und Elternschaft
sein können – und setze
mich für gute Rahmenbedingungen
ein.
Gerade in herausfordernden Zeiten
braucht es Optimismus. Mein
Leben mit Querschnittslähmung
hat mich gelehrt, nach vorne zu
blicken. Diese Haltung macht Veränderung
möglich – für Österreich
und für Vorarlberg.
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WIR FRAUEN WIRKEN
WEIL ZUKUNFT
GLEICHSTELLUNG
BRAUCHT!
Kolumne von
Juliane Bogner-
Strauß
Chancengerechtigkeit für alle Frauen in Österreich –
das ist das zentrale Ziel des neuen Leitantrags der ÖVP
Frauen. Unter dem Motto „Frauenpolitik neu denken
– weil Zukunft Gleichstellung braucht“ präsentieren
die ÖVP Frauen ein zukunftsweisendes Programm, das
die Lebensrealitäten von Frauen in all ihren Facetten
sichtbar macht und in allen Bereichen ansetzt: Familie,
Beruf, Bildung, Gesundheit, Politik und Altersvorsorge.
„Wir wollen Frauen stärken – und eine Politik, die
Frauen stärkt“, betont Bundesleiterin Dr.in Juliane
Bogner-Strauß. Der Leitantrag 2025 ist Einladung und
Verpflichtung zugleich: Einladung, Frauenpolitik neu
zu denken und Verpflichtung, konkrete Schritte für
mehr Gleichstellung und echte Wahlfreiheit zu setzen.
Im Mittelpunkt stehen Chancengerechtigkeit, Einkommenstransparenz
und Frauen in Führungspositionen.
Mit der zukünftigen Umsetzung der EU-Richtlinie zur
Lohntransparenz und der Neubewertung typischer
Frauenberufe, insbesondere in Pflege, Handel und
Pädagogik, wollen die ÖVP Frauen faire Entlohnung
sichern. Familienbedingte Erwerbsunterbrechungen
sollen besser pensions- und gehaltswirksam angerechnet
werden, Frauen in Führungspositionen werden
durch die EU-Richtlinie Frauen in Aufsichtsräten
gestärkt.
Gleichstellungspolitik
Jedes Kind soll Anspruch auf einen wohnortnahen
Betreuungsplatz haben. Die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf, Unterstützung für Alleinerziehende und
der Ausbau der Väterkarenz sind zentrale Anliegen.
Familienfreundliche Arbeitsmodelle und flexible Öffnungszeiten
in Kinderbetreuungseinrichtungen sind
entscheidend, um echte Wahlfreiheit zu schaffen und
unterschiedliche Lebensrealitäten von Familien abzubilden.
Bogner-Strauß betont: „Wir wollen, dass Frauen
und Männer ihre Familien- und Berufsentscheidungen
frei treffen können, ohne strukturelle Hürden oder
finanzielle Nachteile.“
Bildung und Empowerment
Bildung und Empowerment bilden das Fundament für
Selbstbestimmung. Mädchen und Frauen sollen in allen
Bereichen, besonders in MINT-Berufen, gestärkt
werden. Sprachförderung, finanzielle Bildung und Stipendien
für Wiedereinsteigerinnen fördern Unabhängigkeit
und neue Chancen im Berufsleben.
Frauengesundheit
Im Bereich Frauengesundheit fordern die ÖVP Frauen
den Ausbau von Frauengesundheitszentren, mehr
Forschung zu frauenspezifischen Krankheiten und die
Verankerung von Gendermedizin in der Ausbildung.
Auch mentale Gesundheit und Prävention stehen im
Fokus, von der Vorsorge bis zur psychologischen Unterstützung
in Lebensphasen wie Schwangerschaft
oder Menopause.
Gewaltschutz
Gewaltschutz bleibt ein unverrückbarer Schwerpunkt.
Ein nationaler Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen,
härtere Strafen für Täter, besserer Opferschutz und
Aufklärung in Schulen sollen Sicherheit und Bewusstsein
schaffen.
Frauen in der Politik
Die Stärkung von Frauen in der Politik ist den ÖVP
Frauen ein Herzensanliegen. Paritätische Vertretung,
geschlechtergerechte Sprache und Mutterschutzregelungen
für Politikerinnen sollen Frauen motivieren,
politische Verantwortung zu übernehmen.
Altersvorsorge
Zum Abschluss rückt der Leitantrag das Thema Altersvorsorge
ins Zentrum: automatisches Pensionssplitting,
faire Anrechnung von Kindererziehungszeiten
und verbessertes Karenzmanagement sind entscheidende
Schritte gegen Altersarmut bei Frauen.
Mit diesem Leitantrag zeigen die ÖVP Frauen: „Gleichstellung
ist kein fernes Ziel, sondern unser gemeinsamer
Auftrag. Wir wollen eine Gesellschaft gestalten,
in der jede Frau die Freiheit hat, ihren eigenen Weg zu
gehen – selbstbestimmt, stark und chancengerecht“,
bekräftigt die Bundesleiterin der ÖVP Frauen, Abg. z.
NR, Dr.in Juliane Bogner-Strauß.
Juliane Bogner-Strauß
Bundesleiterin
Foto: Parlamentsdirektion/Thomas Topf
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WIR FRAUEN WIRKEN
FRAU IN DER
WISSENSCHAFT
"Ich wollte zeigen, dass dieses Museum
Potenzial hat"
Ruth Swoboda
Geschäftsführende Direktorin, inatura
Foto: Petra Reiner
Wie sind Sie zur inatura gekommen – und schließlich
Direktorin geworden?
Als sich die Stelle der wissenschaftlichen Leitung
öffnete, habe ich mich beworben – nicht, weil ich
dachte, ich würde sie bekommen, sondern um zu
zeigen, dass dieses Museum so viel Potential hat und
dass dort Menschen mit Leidenschaft arbeiten. Dass
ich schließlich als 33-jährige Niederösterreicherin Direktorin
wurde, hat mich völlig überrascht.
Die Zusammenarbeit mit meinem damaligen
Geschäftsführer Peter Schmid war ein Glücksfall: Erfahrung
traf auf Begeisterung – und vor allem auf die
Fähigkeit, echte Teams zu entwickeln. Gemeinsam
konnten wir das Netzwerk der inatura und das Haus
selbst weiterentwickeln.
Als Sie später die geschäftsführende Direktion übernommen
haben – was hat sich verändert?
Das war eine völlig andere Situation. Diesmal wollte
ich die Position wirklich – und damit kam das Thema
Gleichbehandlung sehr konkret auf den Tisch.
„Gleiches Gehalt bei so viel mehr Verantwortung?“ –
das kam für mich nicht infrage. Ich musste hart verhandeln
und das war unangenehm. Aber genau dort
habe ich gelernt, dass es sich auszahlt, klar zu bleiben,
dranzubleiben und dagegenzuhalten.
Als ich schließlich die Zusage in der Hand hielt, war
das ein besonderer Moment: eine Mischung aus Wut
darüber, wie zäh solche Gehaltsverhandlungen sein
können und großer Freude darüber, mit dem Team
der inatura weiterarbeiten zu dürfen.
Wie würden Sie das Konzept der inatura beschreiben?
Die inatura ist ein modernes, sehr interaktiv ausgerichtetes
Museum. Unser Ziel ist es, Wissenschaft
lebendig und zugänglich zu machen. Wir verbinden
Forschung, Bildung und Naturerlebnis – so, dass
Menschen aller Altersgruppen etwas mitnehmen
können. Wir erzählen nicht nur über Natur, sondern
lassen sie spürbar werden.
Unser Team vereint Wissenschaftler:innen, Pädagog:innen,
Kreative und Techniker:innen. Das Haus
ist geprägt von einem hohen Maß an Eigenverantwortung
in den einzelnen Bereichen – das kann man sich
als Chefin nur wünschen. Wir wollen Wissen nicht nur
vermitteln, sondern Begeisterung auslösen: für Natur,
nachhaltiges Handeln, Staunen und Forschen
Wie gelingt Ihnen die Balance zwischen Verantwortung
und Erholung?
Balance ist nichts, das man einfach hat – sie ist etwas,
das man immer wieder neu sucht und mit sich selbst
aushandeln muss. Ich bin gerne draußen, brauche
die Natur, Bewegung, Yoga, auch das Alleinsein. Das
sind meine Quellen, um den Kopf freizubekommen.
Was wünschen Sie sich, damit mehr Frauen in Wissenschaft
und Forschung Fuß fassen können?
Wir brauchen Strukturen, die nicht nur Lippenbekenntnisse
sind, sondern echte Chancengleichheit
ermöglichen – flexible Modelle, faire Bezahlung,
Sichtbarkeit. Ganz wichtig ist das genaue Hinsehen:
Als Gesellschaft sind wir gerade dabei, vieles zu
verlieren, was mühsam erkämpft wurde.
Es gibt diesen schönen Satz, dass wir Frauen auf
den Schultern von Riesinnen stehen. Das bestärkt
mich immer wieder. Es bedeutet, dass wir uns trauen
müssen, Positionen einzunehmen, Verantwortung zu
übernehmen und uns mehr zuzutrauen – auch wenn
es unbequem ist.
An welchen Projekten arbeitet Ihr Team derzeit?
Angesichts der finanziellen Situation im Kulturbereich
konzentrieren wir uns auf unsere Kernaufgaben:
Forschen, Sammeln, Ausstellen und Interpretieren –
und das mit höchster Qualität. Unsere Kooperationen,
etwa mit der FHV, anderen Museen, Tierparks, Zoos
oder universitären Einrichtungen sind breit und lebendig.
Die inatura hat sich als offenes, aktives Haus
etabliert, in dem wir mit engagierten Pädagog:innen,
Naturinteressierten und jungen Forschenden zusammenarbeiten.
Es gibt kaum etwas Schöneres, als gemeinsam zu
forschen, zu lernen und zu vermitteln – und dabei
zu sehen, wie Menschen plötzlich selbst neugierig
werden. Das ist für mich gelebte Wissenschaft.
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WIR FRAUEN WIRKEN
NEUERSCHEINUNGEN UND TIPPS
In dieser Ausgabe tauchen wir tief in die Welt der Natur ein.
Was sagen uns die Verhaltensweisen der Graugänse im erklärten Lieblingsbuch von Ruth Swoboda?
Was können besonders wir Frauen vom Netzwerken der Pilze lernen? Sind Geschenke manchmal
trojanische Pferde und welche konkreten Auswirkungen hat unser Verhalten?
Rebellin, Kraftprotz oder Influencer –
jede Graugans hat ihren eigenen Charakter.
Ihre Persönlichkeit entscheidet
über Erfolg in Liebe, Gemeinschaft
und Überleben. Die klugen Pflanzenfresser
erkennen einander – und
auch uns Menschen – am Gesicht und
ergessen nie. Mit der Erforschung
der Graugänse durch Konrad Lorenz
begann vor 50 Jahren die moderne
Verhaltensforschung. Verhaltensbiologin
Sonia Kleindorfer eröffnet neue
Perspektiven auf die faszinierenden
Tiere, die einst als göttlich verehrt
wurden und bis heute wichtige Stabilisatoren
unserer Ökosysteme sind.
Die erstaunliche Welt der
Graugänse
Sonia Kleindorfer | € 25.-
Sie sind überall – in der Erde, in der
Luft, in uns. Pilze halten uns am Leben,
reinigen die Atmosphäre, beeinflussen
Tiere und prägen unser
Denken. Sie existieren an der Grenze
zwischen Leben und Tod, verfügen
über Intelligenz ohne Gehirn und
können ihre Umwelt gezielt steuern.
In Verwobenes Leben erforscht
Merlin Sheldrake das unsichtbare
Netzwerk der Pilze und liefert faszinierende
Einblicke in eine Welt, die
unser Verständnis von Natur und
Verbundenheit grundlegend verändert.
Ein eindrucksvolles Buch, das
zeigt, wie eng alles Leben auf dieser
Erde miteinander verflochten ist.
Verwobenes Leben
Merlin Sheldrake | € 20,60
Elefanten mitten in der Großstadt
– und es werden immer mehr.
Was zunächst absurd klingt, entpuppt
sich als politische Botschaft:
Botswanas Präsident schenkt
Deutschland 20.000 Elefanten,
nachdem ein Jagdtrophäenverbot
den Menschen seiner Heimat
die Existenzgrundlage entzogen
hat. Mit pointiertem Humor und
klarem Blick zeigt Gaea Schoeters,
was passiert, wenn gut gemeinte
Entscheidungen globale Folgen
haben – und lädt dazu ein, über
Verantwortung, Perspektiven und
Zusammenleben neu nachzudenken.
Das Geschenk
Gaea Schoeters | € 22,70
Inspirierende Buchtipps der Buchhandlung
Brunner www.brunnerbuch.at
„Good night stories for rebel girls
– 100 außergewöhnliche Frauen
Elena Favilli und Francesca Cavallo,
Carl Hanser Verlag
100 illustrierte Kurzportraits und Geschichten beeindruckender
Frauen. Ein Buch, das ich allen Frauen, jedoch
besonders jungen Frauen und Mädchen ans Herz legen
möchte, denn es inspiriert, motiviert und macht Mut, trotz
Widerständen die eigenen Ziele und Träume zu verfolgen.
Während die Geschichtsbücher oft von Männern
schreiben, zeigt dieses Buch herausragende Frauen,
die in Politik, Wissenschaft, Sport, Kultur,.. Großartiges
vollbracht www.brunnerbuch.at
und Geschichte gemacht haben. Sie waren
Rollenbrecherinnen, Einzelkämpferinnen und Vorreiterinnen
ihrer Zeit und damit Vorbild für nächste Generationen.
Ein Buch, das man am besten auf den Schreibtisch
oder Nachtisch legt und zwischendurch zur Hand nimmt.
Ideal als Geschenk.
Monika Vonier
Landtagsvizepräsidentin
9
WIR FRAUEN WIRKEN
MENSCHEN, DIE ES
MÖGLICH MACHEN
Interview mit Karin Furtner,
GF Frau in der Wirtschaft
Warum ist es so entscheidend, mutige Frauen und ihre
Erfolgsgeschichten „vor den Vorhang zu holen“? Welche
Wirkung haben solche Role Models?
Erfolgsgeschichten von Unternehmerinnen und Frauen
in Führungsrollen zeigen, was möglich ist, und
schaffen Identifikation. Wenn Frauen sehen, dass
andere mit Mut und Durchhaltevermögen ihren Weg
gegangen sind, entsteht Motivation und Vertrauen in
die eigenen Fähigkeiten. Sichtbarkeit ist kein „nettes
Extra“, sondern entscheidend, um alte Rollenbilder
aufzubrechen und neue Perspektiven zu eröffnen.
Role Models inspirieren und zeigen: Erfolg hat viele
Gesichter, vor allem auch weibliche.
Viele Frauen wählen die Selbstständigkeit, um flexibler
zu arbeiten. Wie unterstützt Frau in der Wirtschaft
Gründerinnen und warum ist finanzielle Unabhängigkeit
so wichtig?
es ein gutes Zusammenspiel von Politik, Betrieben und
Gesellschaft.
Rahmenbedingungen wie verlässliche Kinderbetreuung,
flexible Arbeitszeitlösungen und steuerliche Anreize
können dazu beitragen, dass Familien partnerschaftlich
leben und beide Eltern beruflich engagiert bleiben können.
Dies ermöglicht insbesondere Frauen erwerbstätig
zu bleiben und reduziert die Teilzeitfalle. Viele Unternehmen
sind bereits auf einem sehr guten Weg und
zeigen, dass neue Arbeitsmodelle sowohl für Mitarbeitende
als auch für Betriebe Vorteile bringen, etwa durch
höhere Motivation, Loyalität und eine moderne Unternehmenskultur.
Welche Botschaft möchtest du Frauen in Vorarlberg
mitgeben, die überlegen, einen mutigen Schritt in
Richtung Selbständigkeit oder in Führungsposition zu
gehen, sich aber noch unsicher fühlen?
Foto: Marina Schedler
Das Hauptgründungsmotiv bei Frauen ist mit 75,8 % die
freie Zeit- und Lebensgestaltung. Wir begleiten Gründerinnen
von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung.
Frau in der Wirtschaft bietet mit Netzwerktreffen,
Mentoring, Fachvorträgen, Workshops und individueller
Beratung ein breites Angebot – nicht nur zu wirtschaftlichen
Fragen, sondern auch zur persönlichen Stärkung.
Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet Freiheit,
Selbstbestimmung und Sicherheit. Frauen,
die wirtschaftlich unabhängig sind, gestalten
ihr Leben selbstbestimmt und
stärken damit auch unsere Gesellschaft.
Zukunftsmodelle wie „80/80-Arbeiten“
oder stärkere Väterkarenz – welche
Veränderungen braucht es, damit
solche Modelle Realität werden?
Zum einen brauchen wir den Mut,
neue Wege auszuprobieren. Zum
anderen können Zukunftsmodelle
wie das „80/80-Arbeiten“ oder
eine stärkere Väterkarenz zeigen,
wie vielfältig moderne Arbeitswelten
aussehen können. Damit solche
Modelle Realität werden, braucht
„Trau dich – Erfolg hat nur
drei Buchstaben: TUN“
Karin Furtner, MSc
GF Frau in der Wirtschaft
Trau dich – Erfolg hat nur drei Buchstaben: TUN
Such dir ein starkes Netzwerk. Niemand muss diesen
Weg allein gehen. Erfolg beginnt oft mit dem ersten
Schritt, auch wenn er sich klein anfühlt. Umgib dich mit
Menschen, die dich stärken, und lass dich von Zweifeln
und Unsicherheiten nicht bremsen.
Führung und Selbstständigkeit bedeutet nicht, perfekt
zu sein, sondern Verantwortung zu übernehmen,
Perspektiven zu öffnen und andere mitzunehmen.
Wir brauchen mehr Frauen, die
ihre Ideen und Werte einbringen. Denn
jede Frau, die sich traut, verändert ein
Stück weit das Bild von Führung in
unserer Gesellschaft.
Frau in der Wirtschaft
Wirtschaftskammer Vorarlberg
Wichnergasse 9
6800 Feldkirch
fiw@wkv.at
www.wko.at/fiw/start
10
WIR FRAUEN WIRKEN
21. LANDES-
FRAUENTAG DER
WIR FRAUEN
Mehr Sichtbarkeit,
mehr Mitsprache:
„Wir Frauen“ setzen
neue Impulse
Der 21. Landesfrauentag der „Wir Frauen – Vorarlberger
Volkspartei“ im Architektur Institut in Dornbirn war weit
mehr als ein organisatorisches Treffen. Er war ein starkes
Statement: Frauen wollen gestalten – auf allen Ebenen,
in allen Bereichen und mit klarem politischen Anspruch.
Unter dem Motto „Mehr Sichtbarkeit, Mitgestaltung und
Mitentscheidung“ kamen Delegierte aus ganz Vorarlberg
zusammen, begleitet von LH Markus Wallner und ÖVP-
Frauen-Bundesleiterin Juliane Bogner-Strauß.
Im Zentrum des Landesfrauentags stand die einstimmige
Wiederwahl von Landesrätin Martina Rüscher zur
Landesobfrau. Mit ihrem Team – bestehend aus den
Stellvertreterinnen Angelika Benzer, Andrea Mallitsch,
LAbg. Gerda Schnetzer-Sutterlüty und LAbg. Heidi
Schuster-Burda – will sie die politischen Schwerpunkte
der kommenden Jahre konsequent weiterentwickeln.
In ihrer Rede sprach Martina Rüscher eine zentrale Herausforderung
klar an: Frauen seien trotz hoher Qualifikation
in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert.
Die sogenannte gläserne Decke bestehe nach wie vor, obwohl
Frauen heute in vielen Bereichen besser ausgebildet
seien als Männer. „Diese Schieflage lässt sich fachlich nicht
begründen. Wir brauchen gezielte Anreize, damit Frauen
den Schritt in Leitungsfunktionen noch häufiger wagen“,
betonte Rüscher – und unterstrich damit die Notwendigkeit
einer modernen, chancengerechten Frauenpolitik.
so Berchtold. Sie wolle nicht nur Bewusstsein schaffen,
sondern konkrete Wege öffnen, damit Frauen ihre
Kompetenzen sichtbar machen und aktiv in Entscheidungsprozesse
einbringen können.
"Es braucht Rahmenbedingungen und
Netzwerke, die Frauen ermutigen,
Verantwortung zu übernehmen".
Julia Berchtold
Geschäftführende Obfrau "Wir Frauen"
Der Landesfrauentag zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig
und kraftvoll das Engagement von Frauen in der Vorarlberger
Volkspartei ist. Mit der Bestätigung von Martina
Rüscher, der neuen Rolle von Julia Berchtold und einem
motivierten Team setzt „Wir Frauen“ ein klares Zeichen:
Gleichberechtigung ist keine Vision, sondern ein Auftrag
und diesen Auftrag wollen sie mit Entschlossenheit,
Kompetenz und Zusammenhalt weiter vorantreiben – für
mehr Sichtbarkeit, mehr Mitsprache und mehr Mitentscheidung
von Frauen in Vorarlberg.
Ein weiterer Höhepunkt des Landesfrauentags war die
Wahl von Julia Berchtold zur neuen geschäftsführenden
Landesobfrau. Die Feldkircher Stadträtin und Landtagsabgeordnete
folgt Gabriele Graf nach und wurde ebenfalls
einstimmig bestätigt. Ihre Wahl markiert einen wichtigen
Schritt in der Weiterentwicklung der Organisation. „Julia
Berchtold steht für ein modernes, selbstbewusstes Frauenbild.
Sie wird mit klarem Blick und viel Energie Impulse
setzen, die unsere Arbeit stärken“, erklärte Rüscher und
zeigte sich erfreut über diese personelle Entscheidung.
Berchtold selbst formulierte in ihrer Antrittsrede ambitionierte
Ziele: Mehr Frauen sollen ermutigt werden, politische
Verantwortung zu übernehmen – und zwar langfristig,
gut begleitet und unter passenden Rahmenbedingungen.
„Politisches Engagement braucht Raum, Unterstützung
und stabile Netzwerke. Ich sehe es als unsere Aufgabe,
genau solche Netzwerke aufzubauen und zu pflegen“,
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WIR FRAUEN WIRKEN
PROGRAMMVORSCHAU
1. Halbjahr 2026
BESUCH FRAUENMUSEUM HITTISAU
Führung durch die Ausstellung „Frieden tun.
Über Gerechtigkeit, Demokratie, Geschlecht.“
Anschließend Austausch mit Bürgermeister Gerhard Beer.
WOMENAR MIT CARMEN BEREITER
2026 ist unser Jahr – Ein Abend ganz im Zeichen von
Frauen, Empowerment und Mut. Ein Abend, der Frauen
inspiriert, den nächsten Schritt zu gehen. Ein Abend,
der Frauen ins Tun bringt. Dabei gibt Carmen Bereiter
praxisnahe Tipps, wie Frauen ihren Mut stärken und ihre
Ziele aktiv erreichen können.
Weitere Infos: www.carmenbereiter.com
Montag, 16. Februar | 19:30 Uhr
Mittwoch, 21. Jänner | 17:30 Uhr
WIR.FRAUEN.WIRKEN.
Ein Jahr Gemeindevertreterin. Lernen,
Gestalten, Wirken in der Kommunalpolitik.
In der Inatura in Dornbirn.
Montag, 23. März | 19:00 Uhr
WIR.FRAUEN.NETZWERKEN
Frauen in der Politik im Austausch
Diskussionsrunde & Unternehmensbesuch
bei der Firma Pfanner in Lauterach.
Montag, 20. April | 19:00
Foto: Angela Lamprecht, Carmen Bereiter, Pfanner Fruchstäfte, Lisa Mathis
WOMENAR MIT ANDREA KAUFMANN
Resilienz in der Politik – kurze Tools für
stressige Phasen. Wie bleibe ich in politischen
Stressmomenten handlungsfähig?
Weitere Infos: www.andreakaufmann.at
Montag, 8. Juni | 19:30 Uhr
POLITIK ERLEBEN
Mittwoch, 13. Mai | 15 Uhr
Hast du Interesse? Dann melde dich bei Andrea Sallmaier
unter andrea.sallmaier@volkspartei.at.
Besuch im Landtag und VP-Landtagsklub.
Landhaus, Bregenz.
PS: Du erhältst noch keine Einladungen per Mail? Schreib uns eine Email und wir laden dich gerne persönlich ein!
Alle Veranstaltungen der Ortsgruppen findet ihr unter www.frauen-vorarlberg.at
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WIR FRAUEN WIRKEN
NATIONALRÄTIN,
FAMILIENFRAU &
POLITIKERIN
Mein Blick auf
Arbeit und
Teilzeit
Foto: judithmoserphotography
Als Abgeordnete im österreichischen Nationalrat
setze ich mich täglich dafür ein, dass Politik nah
am Leben der Menschen ist. Ob in Ausschüssen, bei
Gesprächen mit Organisationen oder im Parlament
– ich möchte Themen voranbringen, die Familien,
Arbeitnehmer:innen und unsere Gesellschaft bewegen.
Dabei ist mir besonders wichtig, die Verbindung
von politischem Handeln und persönlicher Erfahrung
sichtbar zu machen. Ein Thema, das mich
dabei immer wieder beschäftigt, ist Teilzeit – und
wie sie mit unserem Wohlstand zusammenhängt.
Mehr Zeit, weniger Arbeit – wie viel Teilzeit verträgt
unser Wohlstand?
Familienalltag am Limit
Zwei Kinder, zwei Jobs, ein enger Zeitplan: Unser
Alltag ist ein permanentes Koordinationsprojekt.
Mein Mann arbeitet Teilzeit, ich flexibel und oft unregelmäßig
– so stemmen wir Familie und Beruf
gemeinsam. Ein Modell, das Kraft kostet, aber auch
eine größere gesellschaftliche Frage aufwirft.
Teilzeit-Boom: Österreich im EU-Schlussfeld
Teilzeit ist in Österreich längst Normalität – mit klaren
Folgen:
• Österreich liegt bei der realen Arbeitszeit in der EU
auf dem vorletzten Platz.
• Unsere Teilzeitquote ist rund doppelt so hoch wie
der EU-Durchschnitt.
• Gleichzeitig haben wir mit 31,8 % die höchste
Sozialquote in der EU.
Fakt ist: Wenn wir unser Niveau an Sozialleistungen
und Wohlstand halten wollen, müssen alle ihren
Beitrag leisten.
Wahlfreiheit ja – aber richtige Anreize setzen
Es geht nicht darum, jemanden vorzuschreiben, wie
er oder sie leben soll. Jede Familie, jede Person soll
das Modell wählen, das zum eigenen Leben passt
– ob Vollzeit, Teilzeit oder etwas dazwischen. Aber
die Politik muss sich fragen: Setzen wir die richtigen
Anreize für Vollzeitarbeit?
Warum Vollzeit so unattraktiv wirkt
Rund ein Viertel aller Teilzeitbeschäftigten arbeitet
nicht wegen Betreuung, Pflege oder Krankheit reduziert,
sondern schlicht „ohne Grund“. Warum ist
der Schritt von 80 auf 100 % so unattraktiv? Ein
zentraler Punkt ist unser Steuersystem: Österreich
besteuert Arbeit im EU-Vergleich besonders hoch
– und die Steuerstufen steigen sprunghaft an. Wer
mehr arbeitet, hat oft kaum mehr Netto im Börserl.
Das ist demotivierend.
Ein Vorschlag: Steuerkurve linear und fair
Eine budgetneutrale, linearere Steuerkurve könnte
Abhilfe schaffen. Keine Sprünge, keine demotivierenden
Brüche – wer mehr arbeitet, hat am Ende
spürbar mehr im Geldbörserl, ohne dass der Staat
auf dringend benötigte Einnahmen verzichten muss.
Wohlstand sichern durch faire Rahmenbedingungen
Am Ende geht es nicht um ein Gegeneinander von
Vollzeit und Teilzeit, sondern darum, gute Rahmenbedingungen
zu schaffen. Wer mehr arbeiten
möchte, soll dafür auch spürbar belohnt werden
– nur so können wir unseren Wohlstand und unser
Sozialsystem nachhaltig sichern.
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WIR FRAUEN WIRKEN
WIR FRAUEN - RÜCKBLICK
Unsere Frauen gemeinsam unterwegs
in Vorarlberg und den Gemeinden.
Treffen der Obfrauen des Bezirks Feldkirch in Sulz
Jahreshauptversammlung | Wir Frauen Götzis
Führung durch das Jonas Schlössle mit
Alt-Bgm. Werner Huber | Wir Frauen Götzis
Ein unvergesslicher Ausflug nach Ravensburg |
Wir Frauen Am Kumma
Rathaus in Wien | Wir Frauen Hohenems
Betriebsbesuch Lustenauer Senf |
Wir Frauen Dornbirn
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WIR FRAUEN WIRKEN
25 Jahre Obfrau Frauenbewegung in Feldkirch
Wenn es nicht so uncharmant klingen würde: Ruth
ist ein echtes Urgestein der Wir Frauen Feldkirch.
Seit sie im Jahr 2000 das Amt der Obfrau übernommen
hat, prägt sie mit unzähligen Veranstaltungen
und Initiativen das gesellschaftliche Leben.
Ihr Ziel war und ist immer, Menschen zusammenzubringen,
Beziehungen zu pflegen und das Miteinander
zu stärken.
2023 wurde sie als erste Frau zur Vorsitzenden des
Feldkircher Seniorenbeirats gewählt – mit Schwerpunkten
auf Vorsorge, digitale Teilhabe, Barrierefreiheit
und soziale Themen älterer Menschen.
Ruth ist eine Brückenbauerin – über Parteigrenzen
und Generationen hinweg. Sie hört zu, versteht
und packt an. Ohne sich je in den Vordergrund zu
stellen, verbindet sie Menschen und stärkt das
Miteinander in ihrer Stadt.
VIELEN DANK
FÜR SO VIEL
ENGAGEMENT
Zwei starke Frauen mit Herz und Haltung:
Ruth Aberer (25 Jahre Obfrau der WIR Frauen
Feldkirch) und Reingard Gohm (bis 2022 ebenfalls
25 Jahre Bezirksobfrau Feldkirch) stehen für
Engagement, Zusammenhalt und gelebte Frauenpower
von Anfang an.
JHV der GUTA Bregenz im Gasthaus Lamm
Spendenübergabe aus dem Erlös der humorvollen
Lesung an die Pfarre St. Gallus | GUTA Bregenz
Workshop: Aromapflege, das ist Natur für die Haut
und Balsam für die Seele | Wir Frauen Götzis
21. Landesfrauentag der Wir Frauen VVP
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Titel: VP Vorarlberg | Ausgabe 6/2025