Ein Fest für das Leben
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LEBE
Ausgabe 173 – Dezember 2025
In caso di mancato recapito si restituisca al mittente che si impegna a pagare la relativa tassa Poste Italiane S.p.A. - Spedizione in abbonamento postale - D.L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 n. 46) art. 1, comma 2 e 3 - DCB Bolzano
Ein Fest für das Leben S.
4
Es ist Zeit, wieder für das
Leben zu marschieren
Wer war
Charlie Kirk?
Leben mit
Herausforderungen
„Ich habe jahrelang einem unerreichbaren
Ideal von Mutterschaft nachgejagt…“
S. 6
S. 10
S. 20
S. 30
Inhalt
3 Leitartikel
4 Ein Fest für das Leben
6 Es ist Zeit, wieder für das Leben
zu marschieren
9 Kalender 2026 / Buchempfehlung
10 Wer war Charlie Kirk?
12 Pressesplitter
13 Charlie Kirk’s Debattenkultur
14 Beratungsstelle proFrau Südtirol
16 „Abtreibung kann eine
Depression hervorrufen“
18 Weihnachtsglückwunsch
19 Veranstaltungskalender
20 Fußball ohne Beine –
Clemens zeigt, wie’s geht!
22 Veränderte Zeiten erfordern
Anpassungen
23 Hallo, wir suchen dich!
24 Leihmutterschaft ist „für Gewalt,
Missbrauch und Ausbeutung von
Frauen und Kindern verantwortlich“
25 Dank für Spenden /
Buchempfehlung
26 Wie du heute den Grundstein für
eine lebenslange Beziehung zu
deinem Kind legst
27 Stressfrei durch den Familienalltag
28 Jeder Mensch ist wertvoll!
30 „Ich habe jahrelang einem
unerreichbaren Ideal von
Mutterschaft nachgejagt…“
Bewegung für das Leben Südtirol VFG
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Presserechtlich verantwortlich: Dr. Franz Pahl
Für den Inhalt verantwortlich: Hildegard Tscholl
Für die Redaktion verantw.: Martha Zöggeler
Redaktionsteam: Rosa Asam, Gustavo Brinholi,
Tobias Degasperi, Hildegard Tscholl,
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Layout: Christian Bremer, Martha Zöggeler
Korrektur: Rosa Asam
Druck: Lanarepro GmbH
Auflage: 9.300 Stück
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Foto Titelseite: Marsch für das Läbe®
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Liebe Freunde für das Leben,
das Leben schützen – das Leben feiern!
W
enn sich Lebensschützer auf den Weg machen, dann wird gefeiert, gesungen, gelacht und gebetet. Die
Feiernden bringen ihre Liebe zum menschlichen Leben in all seinen Entwicklungsphasen durch frohe
Musik und Lieder, durch festliche Kleidung, durch die Schönheit der Bilder, durch Ordnung und durch
Freude zum Ausdruck. Familien mit Kindern, junge und ältere Menschen, Leute aller Berufsstände, Priester und
Ordensleute, Menschen mit und ohne Behinderung ergeben überall ein Bild von einem bunt schillernden Strom,
der zähflüssig und geordnet durch die Straßen der Städte fließt. Nichts kann die friedliche Atmosphäre stören,
nicht einmal jene, die mit sinnentleerten, hasserfüllten Parolen lautstark den Tod und die Zerstörung fordern.
Oftmals mit Knallkörper und Rauch, vermummt und in dunkler, finsterer Kleidung stellen sie einen Gegensatz
dar, der mit keiner Künstlerhand drastischer dargestellt werden könnte. Die Polizei hat meist alle Hände voll zu
tun, um diese dunkle Masse in Schranken zu halten und die friedlich marschierenden Menschen vor Gewalt zu
schützen.
Von Anfang an waren alle Märsche für das Leben von den Veranstaltern als friedliche Veranstaltung ausgerichtet.
Sie haben sich dahingehend weiterentwickelt und sind in ihrer Quantität und der Besucherzahl enorm gewachsen.
Sie lassen jedoch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass das Töten ungeborener Kinder weitergeht.
Lasst uns daher mit dem Gebetsaufruf schließen, den der unvergessene Johannes Paul II. vor 21 Jahren in
seiner Enzyklika „Evangelium vitae” an uns alle gerichtet hat. Er ist heute notwendiger denn je: „Bewegt von
der betrübten Sorge um das Schicksal jedes Mannes und jeder Frau, wiederhole ich heute für alle, was ich den
Familien gesagt habe, die sich unter den sie bedrohenden Gefahren in ihren schwierigen Aufgaben engagieren:
es bedarf dringend eines großangelegten Gebetes für das Leben, das die ganze Welt durchdringen soll. Mit
außerordentlichen Initiativen und im gewohnten Gebet möge von jeder christlichen Gemeinde, von jeder
Gruppe oder Vereinigung, von jeder Familie und vom Herzen jedes Gläubigen ein leidenschaftliches, inständiges
Bittgebet zu Gott, dem Schöpfer und Freund des Lebens, emporsteigen. Jesus selbst hat uns durch sein Beispiel
gezeigt, dass Gebet und Fasten die hauptsächlichen und wirksamsten Waffen gegen die Kräfte des Bösen sind
(vgl. Mt 4, 1-11). (Aus Evangelium Vitae, nr.100)
In diesem Sinne wünsche ich allen, die sich für das Leben Ungeborener und Geborener einsetzen, ein segensreiches
und fruchtbares Jahr.
Es grüßt Sie herzlich
Hildegard Tscholl, Vorsitzende der Bewegung für das Leben Südtirol
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 3
TITELTHEMA
Ein Fest für das Leben
Auf der Webseite des Münchner Marsch fürs Leben steht unmissverständlich, für was
der Trägerverein „Stimme der Stillen e.V.“ steht: „Wir gehen auf die Straße für das Leben.
Wir stellen uns gegen Abtreibung, Euthanasie und alle anderen Angriffe gegen das
menschliche Leben. Wir wollen mit unserem Marsch das Leben feiern und die Schönheit
und Würde des menschlichen Lebens in jedem Moment seines Daseins bezeugen.“
LEBE führte ein Gespräch mit Silja Fichtner, der Gründerin des Vereins
„Stimme der Stillen“ zur Organisation des Münchner Marsch fürs Leben.
Von Tobias
Degasperi
Seit wann gibt es den Münchner
Marsch fürs Leben und wie ist es
dazu gekommen?
SILJA FICHTNER: Der erste Marsch fand
im März 2021 unter sehr widrigen
Umständen statt, da die staatlichen
Corona-Maßnahmen sehr einschränkend
gewirkt haben. Doch es war
sehr wichtig, diese Veranstaltung trotz aller Probleme
durchgeführt zu haben, denn so konnte sich eine neue
Veranstaltung etablieren.
Silja Fichtner
Entstanden ist der Marsch aus einer Laune heraus nach
einem inspirierenden Vortrag, bei dem verschiedenste
Lebensschutzgruppen anwesend waren. Die Stimmung
war gut und ein Mann meinte: „Wir sollten doch
auch in München einen Marsch fürs Leben haben.“
Nach der Veranstaltung habe ich ihn gefragt, ob er das
ernst gemeint habe – und nach seiner Bejahung haben
wir uns entschlossen, dieses Projekt anzugehen.
Foto Privat: Silja Fichter®
Wie gelingt es Ihnen, die Menschen für das Anliegen
zu mobilisieren?
SILJA FICHTNER: Der Münchner Marsch fürs Leben ist konzipiert
als ein großes Fest des Lebens. Wir möchten
den Wert, die Würde und die Schönheit jedes Lebens
zum Ausdruck bringen. Dazu setzen wir gezielt lokale,
also bayerische Elemente ein: wir haben zum Beispiel
immer eine großartige bayerische Blaskapelle auf
dem Königsplatz, die die Veranstaltung musikalisch
umrahmt. Gleichzeitig bietet die Stadt München eine
einzigartige Kulisse, die dem Festcharakter weiter Ausdruck
verleiht: das so genannte ludovicianische München,
also die Bauten, die König Ludwig I. von Bayern
hat errichten lassen: angefangen vom Königsplatz
über die Ludwigstraße, einmal das Siegestor umrundet
an St. Ludwig vorbei über den Odeonsplatz – das ist
München von seiner schönsten Seite.
Ich denke, diese Kombination aus Lebensfreude,
bayerischem Lokalkolorit und prächtiger Kulisse können
so auf eine besondere Weise das Thema des
Lebensschutzes in den Mittelpunkt stellen, dass die
Menschen davon angezogen werden.
Welche „Früchte“ trägt der Marsch fürs Leben? Sind
signifikante Fortschritte feststellbar?
SILJA FICHTNER: Die Teilnehmerzahlen haben sich sehr
erfreulich entwickelt und wir können uns sicherlich als
eine der größten Lebensschutzveranstaltungen im
deutschsprachigen Raum bezeichnen. Natürlich reichen
wir nicht an Rom, die Slowakei oder Kroatien
heran, aber eventuell ist die deutsche Mentalität in
Bezug auf das Demonstrieren einfach etwas anders.
Auf dem diesjährigen Münchner Marsch fürs Leben
hat unser Redner Kristijan Aufiero von 1000plus/Pro
Femina die Teilnehmer sinngemäß dazu aufgerufen,
nicht mehr stillschweigend in der Politik zum Lebensschutz
alles hinzunehmen. Ein paar Wochen später
wollte man in Deutschland eine Professorin zur Verfassungsrichterin
machen, die dem Menschenwürdekonzept
des Grundgesetzes doch eher entgegensteht,
was insbesondere fatal für den Lebensschutz
gewesen wäre. Endlich haben Lebensschützer in großer
Anzahl ihren Unmut kundgetan, und letztlich wurde
die Wahl verhindert. Zur Bündelung der Interessen
4
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Foto: © Josef Götz
sind solche Märsche für das Leben daher signifikant
und auch fruchtbringend.
Welches sind die Schwierigkeiten und Hürden, die bei
der Ausrichtung zu bewältigen sind?
SILJA FICHTNER: Ich habe vor jedem Marsch zwei Sorgen:
ob ich geeignete, kompetente Redner finde und dass
kein Dienstleister aufgrund von politischem Druck
abspringt. Mit Gottes Hilfe haben sich beide Sorgen
bisher nicht materialisiert. Natürlich sind solche Großveranstaltungen
immer mit etwas Adrenalinschub verbunden,
was zum Beispiel das Wetter oder Gegenproteste
angeht. Aber diesen Schub brauche ich auch ein
bißchen, um alles für diesen Tag zu geben. Essentiell
ist ein detailliertes Projektmanagement, dazu gehört
zudem ein „Virtual Walkthrough“, wie ich das nenne,
in dem wir die Veranstaltung von vorne bis hinten
durchspielen, einschließlich Ablaufens der Route.
Das klingt nun alles furchtbar kompliziert, die Organisation
des Marschs ist vor allem eine große Freude,
und ich bin dankbar, dies machen zu dürfen. Das Wichtigste
ist, mit Leidenschaft und Herzblut, aber doch mit
kühlem Kopf an die Sache heranzugehen – den Rest
gibt Gott dazu.
Was gibt Ihnen bzw. den Ausrichtern die Kraft, sich für
den Lebensschutz einzusetzen?
SILJA FICHTNER: Einerseits natürlich mein katholischer
Glaube – ohne diese Rückbindung wäre das Engagement
nicht möglich, vor allem nicht der Umgang mit
den Angriffen. Des Weiteren ist das Wissen um die
existenziellen Sorgen und Nöte von Frauen im Schwangerschaftskonflikt,
denen ich jede Aufmerksamkeit
und Hilfe zukommen lassen möchte, meine Antriebsfeder.
Ich möchte mit dem Münchner Marsch fürs Leben
auf kleine, bescheidene Weise dazu beitragen,
eine Kultur des Lebens zu schaffen, in der Frauen im
Schwangerschaftskonflikt nicht verschwiegen und verleugnet
werden, sondern mit ihren Sorgen und Nöten
ernst genommen werden, um Entscheidungen für das
Leben zu ermöglichen.
Wie sehen Sie den Marsch in fünf Jahren?
SILJA FICHTNER: Als das große Lebensfest im deutschsprachigen
Raum, auf dem sich alle Menschen begegnen,
denen der vollumfängliche Schutz des Lebens
am Herzen liegt, und von dem die Botschaft an die
Politik ausgeht: an uns kommt, wer Politik gestalten
will, nicht vorbei: ohne Lebensschutz, ohne Kultur des
Lebens, ohne Hilfe statt Abtreibung keine politische
Mehrheit in Deutschland!
Fänden Sie es auf dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen
sinnvoll, auch in Südtirol solch einen Marsch zu
organisieren?
SILJA FICHTNER: Ja, unbedingt. Ich erachte es für sehr
sinnvoll, wenn in vielen Städten Märsche für das Leben
stattfinden, um für den Wert, die Würde und die Schönheit
jedes Lebens Zeugnis abzulegen. Allerdings sollte
man folgendes bedenken: erstens eine vernünftige
Terminauswahl, so dass es einerseits nicht zu Kollisionen
mit anderen Städten kommt, andererseits zudem
das Thema mehrmals im Jahr öffentliche Aufmerksamkeit
erhält. Zweitens sollte man sich zuvor des angestrebten
Konzepts bewusst sein: ich denke, dass in
unserer Zeit diejenigen Märsche langfristig und dauerhaft
erfolgreich sind, die nicht als Bußgänge, sondern
als Feste des Lebens gestaltet sind wie die Märsche
in London, Wien oder auch München. Auf diese
Weise lassen sich Menschen eher von einer umfassenden
Kultur des Lebens überzeugen.
Außerdem: wir kommen natürlich immer gerne nach
Südtirol und würden uns daher ganz besonders über
einen Marsch dort freuen.
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 5
TITELTHEMA
Es ist Zeit, wieder für das Leben
zu marschieren
Wie ich durch viele „Zufälle“ zum ersten Mal am Marsch fürs Läbe
in Örlikon/Zürich in der Schweiz teilnehmen durfte.
E
nde Mai las ich die historische Biografie
des Hl. Nikolaus von Flüe,
genannt auch Bruder Klaus und
Schutzpatron der Schweiz. Die Biografie
war ein Geschenk der Autorin Kathrin
Benz Morisoli. Bruder Klaus ist wirklich
Von Gustavo
ein besonderer Heiliger: er war verheiratet
und Vater von 10 Kindern, aber im
Brinholi
Alter von 50 Jahren beschloss er, mit der Zustimmung
seiner Frau, als Einsiedler zu leben. Dieser Ruf war so
eindringlich, dass er ihn nicht ignorieren konnte, und
seine Frau verstand es. Er verbrachte die letzten 20
Jahre seines Lebens nur wenige Meter von seinem
Zuhause entfernt, wurde zu einem vertrauten Berater
vieler Politiker und Herrscher und spielte eine Hauptrolle
bei der Förderung des Friedens zwischen den
Schweizer Kantonen. So sehr, dass er als Vater der
modernen Schweiz betrachtet wurde.
Eine Nachricht vom Ende der Welt
Wenige Tage nach dem Lesen des Buches erhielt ich
eine SMS auf meinem Handy: es war Tonio Tavares de
Mello, Gründer der Gemeinschaft „Gesù Bambino“ in
Brasilien. Er teilte mir mit, dass er im September in
Zürich sei und dies vielleicht eine Gelegenheit wäre,
uns wiederzusehen. Es schien mir ein zu großer Zufall
zu sein, dass, sobald ich an die Schweiz dachte, mir
ein Freund vom anderen Ende der Welt schrieb und
mir mitteilte, dass er genau dorthin kommen würde.
Ich hatte früher bereits mit der Gemeinschaft „Gesù
Bambino“ zusammengearbeitet, Antonio Tavares de
Mello kümmert sich um behinderte Kinder, die von
ihren Eltern verlassen wurden. Viele von ihnen leiden
unter Zerebralparese, Krankheiten und Missbildungen,
die auf fehlgeschlagene Abtreibungsversuche zurückzuführen
sind. Er selbst hat über 40 dieser Kinder
Eine kleine Auswahl der Märsche für das Leben in Europa und weltweit:
Washington (USA): 24. Januar 2025 ca. 150.000 Teilnehmer
Madrid (Spanien): 23. März 2025 über 40.000 Teilnehmer
Lima (Peru): 29. März 2025 hunderttausende Teilnehmer
Polen: April Marsch für Leben und Familie in vielen Städten Polens
München (Deutschland): 3. Mai 2025 ca. 6.000 Teilnehmer
Mexiko-Stadt (Mexiko): 3. Mai 2025 Tausende Teilnehmer
Dublin (Irland): 5. Mai 2025
Rom (Italien): 10. Mai 2025
London (England): 6. September 2025
Mehrere Tausend Menschen zogen
durch das Stadtzentrum von Dublin
10.000 Teilnehmer nahmen
an der „Manifestazione per la vita“ teil
etwa 10.000 Personen zogen
durch die Londoner Innenstadt
Berlin (Deutschland): 20. September 2025 Rund 4.000 Menschen marschierten für das Leben
Köln (Deutschland): 20. September 2025 1.200 Teilnehmer
Bratislava (Slowakei): 20. September 2025 rund 3.000 Menschen aller Altersgruppen nahmen teil
Zürich/Örlikon (Schweiz): 20. September 2025
2.000 Menschen marschierten
gemeinsam für das Leben
Wien (Österreich): 4. Oktober 2025 3.000 Teilnehmer
Vilnius (Litauen): 4. Oktober 2025 Tausende nahmen an diesem 1. Marsch in Litauen teil
Den Haag (Niederlande): 15. November 2025 ca. 11.000 Teilnehmer
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Bild: © Marsch fürs Läbe
Gustavo Brinholi mit der Gemeinschaft Jesus Menhino aus Brasilien auf der Rednerbühne beim Marsch fürs Läbe in Zürich.
adoptiert. Die Gemeinschaft ist Teil meines Filmes
„Human Life“, weiters habe ich ihre Teilnahme am
Marsch für das Leben in Washington und in Rom
organisiert und so kam mir sofort der Gedanke, mit
ihnen am Marsch fürs Läbe in Zürich teilzunehmen. Ich
habe nachgeschaut, wann der Marsch stattfinden würde,
und siehe da: das Datum war der 20. September,
exakt in der Zeit, in der Tonio und die Gemeinschaft
in Zürich sein würden.
Die Vorsehung hat gute Arbeit geleistet
Ich hatte die Telefonnummer von Monika Hoffmann,
der Organisatorin des Marsches und schrieb ihr. Innerhalb
weniger Wochen hatten wir vereinbart, dass die
Gemeinschaft „Gesù Bambino“ am Marsch teilnehmen
und auf der Hauptbühne ein Zeugnis abgeben sollte.
Diese Reihe von Zufällen ließ mich trotz meines geringen
Glaubens wirklich glauben, dass mir dieser Monat
Juni, der Monat des Heiligsten Herzens Jesu, einen
Weg weisen würde, dem ich folgen sollte: es war Zeit,
wieder für das Leben zu marschieren.
Zwischen Juni und September hat sich dann allerdings
vieles geändert. Ich wurde wieder an die Musikschule
berufen, um zu unterrichten. Daher fiel es mir schwer,
angesichts der Reise persönliche Termine zu organisieren.
Die Versuchung war groß, alles aus der Ferne
zu organisieren, indem ich einen Übersetzer und Begleiter
für die Gemeinschaft mit der guten und akzeptablen
Ausrede fand, dass ich wegen meiner Arbeit
und meiner Familie in Bozen bleiben musste. Zudem
müsste ich noch eine Unterkunft in Zürich finden und
die Preise sind da bekanntlich nicht gerade die Niedrigsten.
Aber auch da hat die Vorsehung gute Arbeit
geleistet: Monika Hoffmann hat eine gute Seele
gefunden, die sich bereit erklärt hat, mich aufzunehmen.
Und so kam ich am Abend des 19. September,
einen Tag vor dem Marsch fürs Läbe, in Zürich an. Mein
Gastgeber, der junge Benjamin Zürcher, holte mich
sogar vom Flughafen ab.
Während des ersten Teils der Fahrt zwischen dem
Flughafen Zürich und seinem Zuhause, einer eher städtischen
Strecke, berichtete mir Benjamin von der starken
Präsenz von Ideologien, die den Werten der Familie
und des Glaubens in Zürich und Umgebung zuwiderlaufen.
Diese seien vor allem vertreten durch die Gruppe
Antifa (Antifaschistische Aktion), was ich dann mit
eigenen Augen sah. Wir kamen an zahlreichen Häusern
vorbei, an denen Bänder mit der Aufschrift „Antifa“
hingen; ein Haus war sogar als Antifa-Hauptquartier
gekennzeichnet. So hat Benjamin mich auf die Tatsache
vorbereitet, dass es wahrscheinlich viele Demonstranten
gegen den Marsch fürs Läbe geben wird. Tatsächlich
waren wir bereits darüber informiert worden, dass
Die Gruppe mit dem Gastgeber Benjamin Zürcher (Mitte)
Bild: © Privat
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 7
TITELTHEMA
Bild: © Privat
Gianna Jessen hat ihre eigene Spätabtreibung überlebt
Höhepunkt beim Marsch für das Läbe in Zürich war zweifellos der Auftritt
der US-Amerikanerin Gianna Jessen. Jessen überlebte ihre eigene
Spätabtreibung. Sie erklärte: „Ich sollte tot sein, aber ich bin es nicht.“
Die Ärzte prophezeiten ihr, dass sie aufgrund der durch die Abtreibung
entstandenen Schäden niemals werde sitzen, sprechen oder laufen
können. Doch ihr Lebenswille war stärker. Heute reist sie weltweit umher,
um sich für Kinder und ihre schwangeren Mütter einzusetzen. Die 48-
Jährige betonte in diesem Zusammenhang, gerichtet an die männlichen
Teilnehmer: „Es ist wichtig, dass ihr Männer euer Leben für eure Frauen
und Kinder einsetzt!“ Und an die Anti-Lebensaktivisten erklärte sie: „Ich
bin nicht euer Gegner, ich liebe euch.“
der Platz, auf dem die Bühne aufgebaut wird, von mit
schwarzen Planen bedeckten Zäunen umgeben sein
wird, damit man nicht hineinsehen kann.
Wohltuende Natur
Dieser erste Eindruck änderte sich jedoch, als wir auf
unserer Fahrt in eine ländlichere Gegend kamen. Am
nächsten Morgen stand ich früh auf und stellte fest,
dass wir uns in einer Gegend mit viel Landwirtschaft
befanden, man konnte die Tiere hören und sehen:
Kühe, Ochsen, Ziegen und das Zwitschern der Spatzen
an diesem warmen Morgen des letzten Sommertages
des Jahres. Ich sah die nahe gelegenen Felder, sah
junge und alte Menschen, die auf ihren Höfen arbeiteten
oder das Fest in der Grundschule ihres Viertels
vorbereiteten.
Es gab auch schöne Apfelbäume, die extensiv und
natürlich angebaut wurden, ohne die für Großproduktionen
typische Form, die mittlerweile in Südtirol so
verbreitet ist. Keine Graffitis mit der Aufschrift „Antifa“
oder „My body, my choice“ auf den Straßen, sondern
die Ordnung der Natur: Tiere, Obstbäume, junge Menschen,
Erwachsene und ältere Menschen, die friedlich
arbeiteten und Kinder, die spielten.
Gut durch die Polizei geschützt
Am Nachmittag fuhren wir mit dem Zug nach Zürich
Oerlikon, wo sich die Bühne, sowie der Start- und
Zielpunkt des Marsch fürs Läbe befand. Innerhalb der
Umzäunung, welche die Teilnehmer am Marsch gegen
die Gegendemonstranten abschirmte, herrschte eine
Ruhe, die mich an die Felder der Schweizer Landschaft
erinnerte: Familien mit Kinder, Luftballons, die aus
den Händen der Kinder Richtung Himmel flogen,
Priester und Ordensleute in ihren Gewändern, Frauen
und Männer jeden Alters. Auf den Straßen hingegen
waren die Antifa-Anhänger unterwegs: verhüllte Gesichter,
wütende Schreie und graue und schwarze
Kleidung, die sich mit der Stadtlandschaft vermischte.
Man könnte fast sagen, dass für das Leben zu marschieren
bedeutet, dem Rhythmus und den Farben
der Natur zu folgen. Hingegen gegen das Leben zu
sein bedeutet, für das städtische Chaos einzustehen,
wo Lärm und Unordnung den Raum der Schönheit
und des Funktionierens auf dem Land einnehmen.
Als wir uns auf den Weg machten, um durch das
Viertel von Oerlikon zu marschieren, konnten wir
feststellen, dass die Polizei ihre Arbeit sehr gut gemacht
und für einen friedlichen Ablauf gesorgt hat.
Die Antifa versuchte, durch die lärmende Anwesenheit
von 150 Bikern die Veranstaltung zu stören, diese
wurden aber eine Stunde vor Beginn des Marsches
von der Polizei zerstreut. Während des Marsches sahen
wir dann die lächelnden Gesichter der Menschen,
die zum Klang einer in Zürich gegründeten Sambaschule
mitmarschierten.
Diese „Märsche“ sind oft schwer zu organisieren, da
die öffentliche Verteidigung des Lebens zu einem
politisch-sozialen Krieg geworden ist, in dem viele
Stimmen zu hören sind, die letztendlich das Hauptziel
der Märsche verwischen: zusammenzukommen, um
die Schönheit des Lebens in seiner Einfachheit, in
seinem Wesen zu preisen. Heutzutage sind wir alle
leichte Beute für die virtuelle Welt, die uns nicht nur
interaktive Spiele und Essen zum Mitnehmen bietet,
sondern oft auch politische Themen, die weit von unserer
Realität entfernt sind. Die jungen Menschen – vor
allem diejenigen in den städtischen Zentren – leiden
oft unter dieser Situation, ohne jemals ein einfacheres
Leben kennengelernt zu haben, das mit den Rhythmen
der Natur verbunden ist, die uns zeigen, was das Leben
wirklich ausmacht.
Späte Eheschließungen und ein hedonistisches Leben
verzögern, wenn nicht gar verhindern, dass die neuen
Generationen mit der Realität des Familienlebens in
Berührung kommen. Wie schön es zum Beispiel sein
kann, mit dem Lächeln oder Weinen eines Kindes
aufzuwachen, das aus der Liebe zwischen Mann und
Frau geboren wurde, die die Freuden und Schwierigkeiten
des Zusammenlebens unter einem Dach erleben,
um jeden Tag am Geheimnis der Schöpfung der
Welt teilhaben zu können.
◻
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
LEBE Kalender 2026
Lebensfroh und authentisch
Unser druckfrischer LEBE-Jahreskalender begeistert
jedes Jahr aufs Neue mit seinen authentischen, lebensfrohen
und herzerfrischenden Bildern. Er eignet sich
wunderbar als Mitbringsel oder auch als kleines Weihnachtsgeschenk
– für andere oder für sich selbst.
An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen
bedanken, die ihre Bilder eingesandt haben – ohne eure
Beiträge wäre dieser Kalender nicht so besonders.
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Foto: Privat ©
Foto: Privat ©
Foto: Privat ©
BUCHEMPFEHLUNG
VOLLZEITMUTTER
Der wichtigste Beruf der Welt
AUTORIN VICTORIA BONELLI
Darf eine Frau einfach nur Hausfrau und Mutter sein?
Reicht das? Versäumt sie dabei nicht das Wichtigste
im Leben? Victoria Bonelli, Mutter von fünf (mittlerweile
sechs) Söhnen zeigt, wie erfüllend das sein kann
und wie revolutionär scheinbar konservative Lebensmodelle
sind. „Frauen sollen die Karriere machen, die
sie wollen, aber die schönste Karriere besteht darin,
Kinder zu haben“, schreibt sie.
Victoria Bonelli, geboren in
Wien, entschied sich nach einer
vielversprechenden akademischen
Laufbahn inklusive
Studium der Kommunikationswissenschaften
unerwartet gegen
ihre Karriere und für ein
Leben als Hausfrau und Mutter,
und hat diese Entscheidung
nie bereut. Heute lebt
sie glücklich und erfüllt mit
ihren inzwischen sechs Kindern
und ihrem Mann in Wien.
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 9
„ W
enn die Leute aufhören, miteinander zu sprechen,
fangen wirklich schlimme Dinge an: Wenn
Eheleute nicht miteinander sprechen, kommt
es zur Scheidung, und wenn die Gesellschaft nicht
mehr miteinander spricht, folgt der Bürgerkrieg. Wenn
man mit jemandem nicht einer Meinung ist und den
zwischenmenschlichen Kontakt mit ihm abbricht, wird
es sehr viel einfacher, ihm Gewalt antun zu wollen“,
spricht Charles James
„Charlie“ Kirk im Nachhinein
prophetisch in einem
Video, das zurzeit in
sozialen Medien die Runde
macht.
Kirk wusste um die Radikalität
seiner Gegner in
einem sich immer weiter
verengenden Diskurs an
Amerikas Universitäten.
„Im Kern ist der Linke jemand,
der das Schwert
benutzen würde, wenn er
es hätte“, sprach er in einem
seiner Podcasts.
Charlie Kirk
„Weil sie nicht diskutieren
können, weil sie uns nicht schlagen können, werden
sie zur Waffe greifen.“
Er war sich trotzdem nie zu schade, menschliche Nähe
aufzubauen und das Gespräch zu suchen, und zog
dafür in den USA von Campus zu Campus. Die meisten
seiner auf TikTok, Instagram und Co. geteilten Videos
zeigen so auch eine immer ähnliche Szene: Kirk sitzt
in seinem Pavillon und diskutiert mit Studenten, die
ein Auditorium um das Zelt bilden und von einem
davor aufgestellten Mikrofon zu ihm sprechen. Saß
Kirk auf seinem Klappstuhl anfangs ziemlich allein auf
weiter Flur, scharten sich zuletzt Massen um seine
„Outreachs“ der anderen Art.
„Weil sie nicht diskutieren können,
werden sie zur Waffe greifen“
Dass diese Diskussionen gerne mal kontrovers und
hitzig abliefen, darf bei einem Account mit Millionenreichweite
nicht überraschen – geklickt wird bekanntlich,
was triggert: egal ob zu Begeisterungsstürmen
oder spontanen Wutanfällen. Über acht Millionen
Wer war Charlie Kirk?
Tot, weil er nicht mundtot zu kriegen war
Charlie Kirk tat das, was er immer getan hat, als ihn ein tödlicher Schuss traf:
Er diskutierte mit Andersdenkenden. „Prove me wrong“ stand auf seinem
Pavillon geschrieben. Sein Mörder wollte ihn nicht vom Gegenteil überzeugen,
sondern tot sehen – denn mundtot zu kriegen, das war er nicht.
Von Lukas Lange
Menschen folgten Charlie Kirk auf TikTok, knapp sechs
Millionen auf X und neun Millionen auf Instagram.
Charlie Kirk war damit einer der wichtigsten konservativen
Influencer Amerikas, den US-Präsident Donald
Trump zu Recht als denjenigen bezeichnet hatte, der
Amerikas Jugend für die „Make America Great Again“-
Bewegung (MAGA) gewann. Doch welche „Follower“
ihm weit wichtiger waren, verriet Kirk noch zwei Tage
vor seiner Ermordung
gegenüber „The Ingraham
Angle“, einer Talkshow
des konservativen
US-Senders Fox
News.
„Kinder haben ist wichtiger
als eine gute Karriere.
Ich habe zwei
Kinder und auch eine
wahnsinnig gesegnete
Von Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America
Karriere, unser Podcast
läuft gut, aber meine
Kinder sind weit wichtiger
als die Frage, wie
viele Social-Media-Follower
ich habe“, sagte
Kirk dort. Und gab jungen Frauen sogleich den Rat,
das Zeitfenster zwischen 20 und 40 vorrangig Eheschließung
und Familiengründung zu widmen. „Ihr
könnt immer noch später in eure Karriere
zurückkehren.“
Seine beiden drei- und einjährigen Kinder müssen nun
als Halbwaisen aufwachsen. Aber auch Kirks eigene
Laufbahn verlief ganz anders als die der Studenten,
mit denen sich Kirk auf den Universitätscampi von
Stanford bis Harvard seine Schlagabtausche lieferte.
Nachdem ein Artikel im rechtsalternativen Onlinemedium
Breitbart News über linke Indoktrination an Schulen
viral gegangen war, wurde Kirk noch als Schüler
zu Fox News eingeladen.
Das wiederum bescherte ihm die Einladung zu einem
lokalen College, wo er auf seinen Förderer Bill Montgomery
stieß. Beeindruckt von Kirks Redetalent riet
der mittlerweile verstorbene Marketing-Unternehmer
ihm davon ab, aufs College zu gehen. „Du musst eine
Organisation gründen, um damit junge Menschen mit
deiner Botschaft zu erreichen.“ Einen Monat später
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
KULTUR DES LEBENS
gründeten Kirk und Montgomery gemeinsam „Turning
Point USA“ (zu deutsch etwa: Wendepunkt Amerika).
Mittlerweile hat sich die 2013 mit knapp 80.000 Dollar
gestartete Non-Profit-Organisation in ein Unternehmen
mit 85 Millionen Dollar Umsatz verwandelt. Seine
sogenannten „Chapters“ existieren mittlerweile an
3.500 High Schools und Colleges und 850 US-Universitäten
mit Hunderttausenden Mitgliedern, ohne dass
Kirk selbst auch nur ein einziges Semester immatrikuliert
gewesen wäre.
Kirk hielt den Lebensschutz auch
bei Extremfällen hoch
Ins argumentative Hintertreffen geraten ist Charlie Kirk
dadurch während seiner unzähligen Campusauftritte
selten – auch wenn man unterstellen darf, dass vor
allem für ihn vorteilhafte Diskussionsabschnitte ihren
Weg auf seine Kanäle fanden. Gerade weil seine „Prove
me wrong“-Sessions so pointiert, so zugespitzt, so
feurig und polemisch waren, bildeten sie für Freund
wie Feind einen erfrischenden Gegensatz zu den sterilen
„Debating Clubs“ an Universitäten, die mit ihrer
mechanisch einstudierten Gestik entlang enger Meinungskorridore
kaum als Beispiel für eine wirklich
offene Diskussionskultur gelten können.
Sowohl Charlie Kirk als auch seine Gegenüber sprachen,
wie ihnen der Schnabel gewachsen war. Das war
mal sachlich, mal polemisch, mal respektvoll, mal
höhnisch, aber es war immer authentisch.
Immer wieder war dabei auch der Lebensschutz Thema,
den er auch in den von Abtreibungsbefürwortern
gerne bemühten Extremfällen hochhielt. „Das ist zwar
elendig zugespitzt“, antwortete Kirk einmal auf die
Frage, ob er Abtreibung auch ablehne, falls seine eigene
Tochter im Alter von zehn Jahren nach einer
Vergewaltigung schwanger würde. „Aber die Antwort
ist Ja, das Baby würde zur Welt kommen.“
Auch im letzten auf Kirks eigenem Instagram-Profil
hochgeladenen Video debattiert Kirk mit einer Studentin,
die behauptet, ein Baby würde ihre College-Laufbahn
ruinieren. Schon bei der Wortwahl hakt Kirk ein
und weist auf den Segen hin, den jedes Kind darstelle.
Die im Folgenden genannten Argumente werden für
die meisten Lebensschützer nichts Neues sein. Auf
manch linksliberal dominiertem US-Campus dürfte es
aber „nicht von dieser Welt“ klingen, von Kirk darauf
hingewiesen zu werden, dass jedem Geschlechtsakt
auch die Möglichkeit einer Empfängnis innewohne
und Sexualität am besten in der Ehe aufgehoben sei.
„It’s all about Jesus“
Dass Kirk so früh von dieser Welt scheiden würde, hätte
er wohl nicht einmal in Anbetracht der aufgeheizten
Polarisierung der US-amerikanischen Gesellschaft geahnt.
Ganz unvorbereitet geht Kirk, der der charismatisch-evangelikalen
Freikirche Calvary Chapel Association
angehörte, aber nicht ins Jenseits. Auf die Frage,
wie er eines Tages mal in Erinnerung bleiben wolle,
antwortete er vor wenigen Wochen im Podcast „The
Iced Coffee Hour“:
„Ich möchte wegen meines Mutes für meinen Glauben
in Erinnerung bleiben. Das wäre das Wichtigste. Das
Wichtigste in meinem Leben ist mein Glauben.“
Für einen Protestanten bemerkenswert war Kirks Zeugnis
für die Jungfrau Maria: „Wir sprechen nicht genug
über Maria, wir verehren sie nicht genug.“ In der Gottesmutter
sah er ein „phänomenales Vorbild“, das es
in der modernen Zeit wiederzuentdecken gelte, auch
um dem „toxischen Feminismus“ zu begegnen. Kirk
war rechts, rechtskonservativ – vor allem anderen aber
war der 31-Jährige ein Christ, der während seiner
ungeskripteten, spontanen Diskussionen noch für jedes
Gegenargument den passenden Bibelvers schriftgetreu
zitieren konnte.
Das tödliche Attentat ist ein Mord an einem der bekanntesten
Vertreter Amerikas christlicher Rechter,
aber auch ein Schuss direkt ins Herz eines ohnehin
angespannten Diskurses. In einem Land, in dem über
die politischen Gräben immer mehr Freundschaften
und Familien zerbrechen, wollte Charlie Kirk im Gespräch
bleiben. Nicht wie so viele andere Influencer,
die als menschliche Werbefläche zum Gesprächsgegenstand
werden, sondern als jemand, der den Wettbewerb
um die besten Ideen aktiv aufnimmt. Dass nun
ausgerechnet der zum Schweigen gebracht wurde,
der sich allen Anfeindungen zum Trotz stets selbst in
die Höhle des Löwen seines Gegners traute und den
Kontakt auch zu dessen schrillsten Paradiesvögeln
aufnahm, verspricht nichts Gutes.
Ein offener Pavillon eignet sich nicht als Gefechtsstand.
Umso berührender ist es, dass Kirks Anhänger sich
nun zu Gebet, Gesang und Nachtwachen versammeln,
statt Feuer mit Feuer zu bekämpfen. „Radikalisierte
Jugendliche“, die einige deutsche Leitmedien nun aus
ihnen machen wollen, sehen anders aus. Und für jemanden,
der mundtot gemacht werden sollte, dürften
Charlie Kirks Weisheiten noch länger nachhallen, als
seinen Gegnern lieb ist.
◻
Quelle: Onlinemagazin Corrigenda - www.corrigenda.online
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 11
PRESSE-SPLITTER
Abtreibung verherrlichen – Adoption verhindern?
Ein Skandal hat sich im September dieses Jahres im Südtiroler Landtag abgespielt. Statt ein klares Zeichen für das
Leben zu setzen, haben Rosmarie Pamer von der SVP, Madeleine Rohrer von den Grünen und die Mehrheit der
Abgeordneten eine historische Chance vertan. Unter dem Deckmantel vermeintlicher „Frauenrechte“ haben sie den
Antrag von Süd-Tiroler Freiheit und Team K zur erleichterten Adoption abgeschmettert – und damit ein verstörendes
Gesellschaftsbild bekräftigt: Abtreiben ist toll, Adoption dagegen unerwünscht.
Die Antragsteller stellen sich somit die Frage: Ist nicht jedes gerettete Menschenleben es wert, dass man zustimmt?
Dass Frauen in Not die Möglichkeit haben, ihr Kind nicht töten zu müssen, sondern einem Paar zur Adoption
anzuvertrauen? Doch genau das wolle die politische Mehrheit verhindern. Ihnen gehe es längst nicht mehr um echte
Wahlfreiheit, sondern um die ideologische Verklärung der Abtreibung – koste es, was es wolle.
Es sei unbegreiflich, wenn Politiker so tun, als ob Adoption ein Angriff auf die Frauen sei. Nein – ein Angriff auf die
Frauen ist es, wenn man ihnen die Optionen nimmt, wenn man ihnen suggeriert, dass Abtreibung der einzige Ausweg
sei. Wer Adoption blockiert, der spielt mit dem Schicksal von Müttern und Kindern. Dass die Mehrheit im Landtag diesen
Antrag vom Tisch gefegt hat, sei ein Schlag ins Gesicht aller, die Menschlichkeit und Verantwortung ernst nehmen.
Eines ist sicher: Die Ablehnung dieses Antrags ist ein politisches Armutszeugnis.
www.unsertirol24.com
Niederländisches Parlament lehnt Abtreibung als „Menschenrecht“ ab
Das niederländische Parlament hat einen Vorstoß, Abtreibung als „Menschenrecht“ festzuschreiben, abgelehnt – und
zugleich Schritte eingeleitet, um Maßnahmen bei pränataler Diagnostik zu prüfen. Entscheidenden Widerstand leisteten
die christlich geprägten Oppositionsparteien. Die Reformatorische Staatspartei (SGP), die Christenunion (CU) und das
Forum für Demokratie mobilisierten gegen den Antrag und bereiteten einen Gegenantrag vor. In diesem wird die
Regierung aufgefordert, sich EU-Bestrebungen zu widersetzen, Abtreibung als „Menschenrecht“ in europäische Verträge
aufzunehmen. Dieser Gegenantrag soll in den kommenden Wochen zur Abstimmung gestellt werden und könnte auf
starke Unterstützung stoßen. Laut einer Statistik von 2018 wurden in den Niederlanden jährlich rund 31.000
vorgeburtliche Kindstötungen vorgenommen.
Einen weiteren Erfolg konnte die Oppositionspartei SGP mit einem Antrag zu pränatalen Screenings verzeichnen. Mit
76 Stimmen nahm das Parlament eine Resolution an, die die Regierung auffordert, Maßnahmen gegen die
„stigmatisierenden Auswirkungen“ der Pränataldiagnostik zu prüfen. Hintergrund war die Sorge des UN-Ausschusses
für die Rechte von Menschen mit Behinderungen über die weite Verbreitung nicht-invasiver pränataler Tests in den
Niederlanden zur Erkennung frühkindlicher Anomalien, die zu Abtreibungen führen könnten. Eine umfassende
europäische Studie ermittelte, dass in Europa durchschnittlich 54 Prozent aller Schwangerschaften mit Trisomie 21 nach
der pränatalen Diagnose abgebrochen wurden.
CNA
Italiens Geburtenrate weiterhin im freien Fall
Italien steuert in diesem Jahr auf einen weiteren Rückgang der
Geburtenzahlen zu, der ein neues historisches Tief markieren und die
demografische Krise des Landes weiter verschärfen wird. Das teilte das
italienische Statistikamt ISTAT mit. Im vergangenen Jahr wurden lediglich
370.000 Geburten verzeichnet. Dies ist der niedrigste Wert seit der
Einigung Italiens im Jahr 1861. Das 16. Jahr in Folge sinkt die
Geburtenrate in Italien. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2025
setzte sich dieser negative Trend fort: Es kamen knapp 198.000 Kinder
zur Welt – ein Rückgang um 6,3 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum
2024, so ISTAT in einer Mitteilung.
Die Geburtenrate, also die durchschnittliche Anzahl an Kindern pro Frau
im gebärfähigen Alter, sank im Zeitraum zwischen Jänner bis Juli 2025 auf 1,13 – nach dem bisherigen Rekordtief von
1,18 im Vorjahr, erklärte das Statistikamt. Der anhaltende Rückgang der Geburtenrate wird in Italien als nationale Notlage
angesehen. Doch trotz der Ankündigungen von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihrer Vorgänger, das Problem
anzugehen, ist es bisher niemandem gelungen, die Entwicklung aufzuhalten.
Während in Italien immer weniger Kinder geboren werden, verteidigt Südtirol seine Spitzenposition in Sachen Geburten:
1,55 Kinder pro Frau erblickten in den ersten sieben Monaten dieses Jahres in Südtirol das Licht der Welt. Im Jahr 2024
waren es noch 1,51 Kinder pro Frau, im Jahr 2023 lag die Geburtenrate bei 1,6 Kindern pro Frau. Das liegt deutlich
über dem italienweiten Durchschnitt.
www.unsertirol24.com
Foto: Shutterstock
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Charlie Kirk`s Debattenkultur und unsere
Gespräche auf der Straße
Charlie Kirk wurde am 10. August dieses Jahres während einer seiner öffentlichen
Debatten auf dem Universitätscampus Orem im US-Bundesstaat Utah erschossen.
Fast alle öffentlich-rechtlichen Medien haben, wenn überhaupt, sehr polemisch
und teilweise bewusst falsch berichtet.
Von Hildegard
Tscholl
I
ch persönlich kannte den 31-jährigen,
sehr erfolgreichen, konservativ-christlichen
amerikanischen Influencer
Charlie Kirk vor seinem Tod
nicht. Die ungewollte Liveübertragung
seines Mordes hat mich sehr
betroffen gemacht. Mit seinem Motto
„Beweise mir, dass ich falsch liege“
forderte er Andersdenkende zu
Diskussionen über aktuelle Themen
heraus. Ich habe mir viele
seiner Videos angeschaut und
dabei eine starke Verbindung zu
unseren Gesprächen auf der
Straße festgestellt. Zwar nicht in
ihrer Herangehensweise – Charlie
Kirk forderte schließlich öffentlich
zum argumentativen
Schlagabtausch heraus – und
auch nicht in ihrer Reichweite
und Größenordnung, aber im Bewusstsein,
dass Veränderung dort
beginnt, wo man die Kultur des
Schweigens verlässt und in den
aktiven und respektvollen Gedankenaustausch
mit Andersdenkenden
geht.
Junge Leute diskutieren gerne
Seit zwei Jahren gehen wir auf die Straßen der Städte
und Dörfer Südtirols und sprechen die Leute auf ihre
Meinung zu Abtreibung an, nach Möglichkeit auch
außerhalb unserer Landesgrenzen. Wir durchbrechen
die festgefahrene Meinung, dass auf der Straße niemand
angesprochen werden möchte, dass man sich
nur lächerlich macht, dass sich dadurch keine Meinung
ändert, weil nur eine kleine Bandbreite der Bevölkerung
erreicht wird, und vieles mehr.
Wir stellen fest, dass junge Leute sehr gerne diskutieren.
Sie interessieren sich sehr für die Entwicklung menschlichen
Lebens – von der Verschmelzung von Eizelle
und Samenzelle bis zur Geburt. Mit ihren provokativen
Fragen fordern sie uns heraus und sind auch bereit,
über unsere Fragestellungen nachzudenken. Vor allem
nehmen sie die Anregung, mit Freunden und Familienmitgliedern
darüber zu sprechen, positiv auf.
Charlie Kirk
Frauen sprechen oft zum ersten Mal
über ihre Abtreibung
Männer vertreten meist die Meinung, dass sie von
diesem Thema nicht betroffen sind und die Frau darüber
frei entscheiden sollte. Oft gehen sie gestärkt in
ihrer Männlichkeit aus unseren Gesprächen hervor,
indem sie sich zum ersten Mal als Vater wahrnehmen,
der Verantwortung für sein Kind
und dessen Mutter übernehmen
kann und soll.
Mit der Zeit treffen wir auch immer
häufiger auf Menschen,
meist Frauen, die zum ersten Mal
über ihre eigene Abtreibung
sprechen, die sie vor Jahren oder
Jahrzehnten durchführen ließen.
Dabei erleben wir oft Erleichterung,
Trauer, Tränen, Wehmut,
aber auch Wut über die damalige
Desinformation oder eine
hartnäckige Rechtfertigung der
damaligen Entscheidung. Der anonyme
Raum der Straße sowie
unser Respekt und Wohlwollen
regen zum Sprechen an. Es
kommt auch vor, dass medizinisches
Personal offen und selbstsicher das Mitwirken
an Abtreibungen bekennt oder auch kurz innehält und
erkennen lässt, dass ein neues Licht auf sein Denken
fällt.
Foto: Gage Skidmore ® Wikipedia
Es gibt mehr Lebensschützer,
als man meinen möchte
Ältere Menschen sind fast immer der Meinung, dass
sie zu diesem Thema nichts mehr beitragen können
oder wollen. Im Hinblick auf ihre Enkel oder die jüngere
Generation erkennen sie jedoch oft, dass es gut
ist, in bestimmten Situationen seine Meinung zu äußern
und gegebenenfalls Hilfe anzubieten.
Wenn sich überzeugte Abtreibungsbefürworter auf
ein Gespräch mit uns einlassen, sind sie erstaunt, dass
man trotz kontroverser Meinungen ruhig und gelassen
diskutieren kann.
Am wichtigsten ist jedoch, dass wir feststellen: Es gibt
mehr Lebensschützer, als man meinen möchte. ◻
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proFrau
S ü d t i r o l
Hotline für Südtirol
täglich von 8 bis 22 Uhr
(auch an Sonn- und Feiertagen)
+39 0473 1920006
Direkten Kontakt mit unserer
Beratungsstelle gibt es über die
Website und E-Mail-Adresse:
www.profrausuedtirol.com
info@profrausuedtirol.com
Tel. und WhatsApp:
+39 351 7676376
EIN LEBEN AM WENDEPUNKT
Von Eva Hörsig, Beraterin bei der Hotline „Es gibt Alternativen“
Ein Freitagabend im August 2024, es ist 21.37 Uhr.
Die Sonne war längst untergegangen, als unser
Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung:
die leise, zögerliche Stimme eines Mädchens. 15 Jahre
jung – voller Sorgen, voller Fragen, mitten im Leben –
und doch plötzlich mit einer Situation konfrontiert, die
alles verändern könnte. „Ich glaube, ich bin schwanger“,
sagt sie. Dann Stille. Und Tränen.
Sie hatte einen Frühtest gemacht, zwei Stunden zuvor.
Positiv. Erste bis zweite Schwangerschaftswoche. Eigentlich
war alles gut gelaufen – es wurde verhütet.
Doch offenbar ist das Kondom gerissen, unbemerkt.
Jetzt spürt sie die ersten Anzeichen: Ziehen in der
Brust, Müdigkeit, leichte Übelkeit. Und mittendrin:
Angst. Was bedeutet das für ihr Leben, das doch gerade
erst beginnt?
Das Mädchen erzählt: sie hat kürzlich eine Ausbildung
begonnen. Sie hatte Pläne, Ziele und vor allem den
Wunsch, ihr Leben selbstständig zu gestalten. Eine
Abtreibung war für sie nie eine Option – bis zu diesem
Moment. „Ich habe das Gefühl, keine Wahl zu haben“,
sagt sie.
Ein Netzwerk aus Liebe und Unterstützung
In unserem Gespräch weint sie. Doch sie ist nicht allein.
Ihrem Freund hat sie von dem Testergebnis erzählt
– er steht zu ihr, will sie unterstützen, wofür auch
immer sie sich entscheidet. Auch ihre Kusine weiß Bescheid
und ist im Moment ihres Anrufes bei ihr. Und
obwohl sie ihre Eltern noch nicht eingeweiht hat, ist
sie sich sicher: Sie und auch die Mutter ihres Freundes
würden sie nicht verstoßen – sondern ihr zur Seite
stehen, egal wie sie sich entscheidet.
Ich betone, wie wertvoll und besonders dieses Netzwerk
aus Menschen ist, das sie auffängt – das ist keine
Selbstverständlichkeit. So viele junge Frauen stehen
ganz allein da, wenn sie plötzlich ungeplant schwanger
werden.
Beratung statt Überstürzen
Sie möchte mit jemandem sprechen, der nicht direkt
betroffen ist – jemanden außerhalb der Familie. Deshalb
hat sie unsere Hotline angerufen. Gemeinsam sprechen
wir über Alternativen zu einer Abtreibung. Adoption?
Nein, das könne sie sich nicht vorstellen. Das Kind bekommen
– oder doch nicht? Ich erzähle ihr von anderen
Frauen, die bei uns in der Beratung waren. Von vielen,
die nach einer Abtreibung schwer damit zurechtkamen.
Sie hört aufmerksam zu. „Ich weiß nicht, ob ich das
verkraften würde“, sagt sie. Und dann erzählt sie mir von
ihrer Großmutter – auch sie hatte einst eine Abtreibung,
hat es nie ganz verwunden. Eine zweite Verwandte ebenfalls.
Diese Erfahrungen sitzen tief, selbst über Generationen
hinweg.
Gemeinsam sprechen wir über das, was jetzt wichtig ist:
Zeit. Nicht überstürzt entscheiden. Die Schwangerschaft
ist noch nicht ärztlich bestätigt. Es gibt Raum zum Nachdenken,
zum Fühlen, zum Wachsen. Und es gibt Menschen,
die helfen.
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
BERATUNGSSTELLE
Ein Weg voller Mut
Wir tauschen unsere Nummern aus. Sie weiß: Sie kann
sich jederzeit melden. Ein persönliches Treffen war
geplant, wurde jedoch kurzfristig von ihr abgesagt.
Dennoch blieben wir über WhatsApp und Telefon in
Kontakt. Stück für Stück ging sie Schritte. Sie vertraute
sich ihren Eltern an – und wie sie geahnt hatte, standen
auch sie hinter ihr, voller Liebe, voller Rückhalt.
Einige Tage später dann der Anruf: „Ich habe mich
entschieden. Ich bekomme mein Kind.“ Ihre Stimme
klang ruhig. Klar. Entschieden. Vielleicht auch ein wenig
stolz. Und das zu Recht.
Ein JA zum Leben –
trotz Angst und Unsicherheit
Dieser Anruf war nur einer von vielen, die bei uns
eingehen. Aber er zeigt: Junge Frauen brauchen keine
schnellen Lösungen – sie brauchen ehrliche Gespräche,
echte Unterstützung, und das Vertrauen, dass sie
fähig sind, selbst in schwierigen Situationen Entscheidungen
zu treffen, die das Leben achten – ihres und
das des Kindes. Dieses 15-jährige Mädchen hat den
Mut gefunden, sich diesem Leben zu stellen – für sich,
für ihr Kind. Sie hat nicht die einfachste, aber die
stärkste Entscheidung getroffen.
Ein Jahr später –
eine Nachricht, die zu Tränen rührt
Exakt ein Jahr nach diesem Gespräch meldete sich die
junge Frau überraschend wieder – diesmal über
WhatsApp. Ihre Worte berührten zutiefst: „Hab heute
an dich gedacht… heute vor einem Jahr. Danke für
deine Unterstützung. Könnte es mir jetzt nicht mehr
ohne unsere Kleine vorstellen. Wir wohnen zu dritt bei
meinen Eltern in einer eigenen Wohnung. Kann es gar
nicht in Worte fassen, wie glücklich ich bin, mich für
den richtigen Weg entschieden zu haben. Danke nochmal.“
Und sie fügte hinzu, dass sie eine wunderschöne,
natürliche Hausgeburt erleben durfte. Welch eine starke,
mutige junge Frau!
Ein JA zum Leben – das Hoffnung schenkt
Dieser Weg war nicht einfach. Er war geprägt von
Angst, Unsicherheit und Zweifeln. Aber er war auch
voller Liebe, Unterstützung und innerer Stärke. Diese
junge Frau hat sich – entgegen aller Zweifel – für ihr
Kind entschieden. Sie hat sich für das Leben entschieden.
Und heute, ein Jahr später, ist sie erfüllt von einer
tiefen, ehrlichen Dankbarkeit und einem Glück, das
Worte kaum beschreiben können.
Solche Geschichten sind keine Einzelfälle. Sie zeigen,
dass es echte Alternativen zur Abtreibung gibt. Dass
junge Mütter nicht allein sind. Und dass eine Krise
nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Wundervollem
sein kann. Denn jedes Leben zählt – und
jede Entscheidung für das Leben ist ein Schritt in die
Hoffnung.
◻
EINE FREUDIGE WHATSAPP – NACHRICHT
SIE BRACHTE ES NICHT MEHR ÜBERS HERZ, IHR KIND ABZUTREIBEN
Von Sabrina Zechner, Beraterin bei der Hotline „Es gibt Alternativen“
Es gibt eine wundervolle Geschichte, die mich
sehr berührte. Ich bete immer vor der Beratung
um Gottes Willen und Seine Führung. An diesem
Abend kam ein Anruf einer verzweifelten Frau. Sie
erzählte mir weinend, dass sie die erste Abtreibungspille
beim Frauenarzt genommen hatte. Ich ließ sie in
Ruhe erzählen und machte mir sogleich nebenher
Notizen. Die Frau erklärte, dass sie das Kind eventuell
doch wolle, sie aber nicht sicher sei und ob es überhaupt
eine Möglichkeit gäbe, das wieder rückgängig
zu machen. Auch erzählte sie mir vom Kindesvater, der
Beziehung und ihren Problemen.
Ich wusste sofort, dass es sich um einen Notfall handelt,
denn in so einem Fall zählt jede Minute für die
Rettung des Kindes. Als ich von der Möglichkeit einer
Umkehrtherapie erzählte und dass ich einen diesbezüglichen
Kontakt hätte, war die Frau sehr erleichtert.
Sie war sich allerdings bis zum Schluss nicht sicher, ob
sie ihr Kind behalten wolle oder nicht... Wir tauschten
die Telefonnummern aus und dann ging alles Schlag
auf Schlag. Ich wählte die Nummer der Beratungsstelle
www.abtreibungspille.net und die zuständige Beraterin
übernahm sofort alle notwendigen Schritte. Wir
vereinbarten, dass ich meinerseits ein intensives Gebet
veranlassen würde und sie mir später über den
Ausgang der Dinge berichten würde. Ich setzte alle
Hebel in Bewegung, kontaktierte Gebetsgruppen,
unseren eigenen Gebetsdienst der Hotline und ich
selbst flehte den Himmel um Hilfe an.
Am nächsten Tag meldete sich die Beraterin per Waths-
App mit folgender Nachricht: “Liebe Sabrina, mit Verspätung
diese schöne Nachricht für dich zum Anteilnehmen”
und ich las mit Freuden-Tränen in den Augen,
dass sich die Frau zusammen mit dem Kindesvater für
ihr Kind entschieden hat. Sie hatte es nicht übers Herz
gebracht, abzutreiben und sie ist jetzt glücklich darüber.
Die Beraterin bedankte sich auch bei mir persönlich
für die Unterstützung. Gott sei gepriesen für Seine
wundervolle und gütige Fügung!
◻
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 15
ABTREIBUNGSFOLGEN
„Abtreibung kann
eine Depression hervorrufen“
Selbstwertproblematik, Lebenskrisen, sexuelle Gewalt, Leiden nach Abtreibung –
Dagmar C. Müller sucht sich nicht die leichten Themen heraus. Die Traumaberaterin
hat es sich mit „Walkingintofreedom“ zum Ziel gesetzt, Menschen,
die eine schwere Last mit sich herumtragen, „in eine neue Freiheit zu führen“.
Im Gespräch verrät sie, wie es Frauen nach einer Abtreibung geht.
Dagmar C. Müller
Wie kamen Sie dazu, Traumaberaterin zu werden?
DAGMAR C. MÜLLER: Ich war lange in den USA, wo ich in
New Orleans ein Schwangerenberatungszentrum aufgebaut
habe. Dort habe ich viel Erfahrung mit Frauen
gesammelt, die unter dem PAS (Post-Abortion-
Syndrom) gelitten haben.
Zurück in der Schweiz gründete ich meine Beratungsstelle
„Walkingintofreedom“.
Hier kam ich mit viel Not in
Kontakt. Diese Not hat mich
dann dazu bewogen, die Ausbildung
zur Traumaberaterin
zu beginnen.
Sie beraten in Ihrer Praxis
Frauen, die nach einer
Abtreibung leiden. Wie
äussert sich dies?
DAGMAR C. MÜLLER: Alle Frauen,
die eine Abtreibung erlebt haben,
haben auch ein Trauma
erlebt. Trauma hat ja immer
mit Überforderung zu tun. Bei Frauen, die abtreiben,
kann diese Überforderung durch die Not kommen,
entscheiden zu müssen. Viele sind unter Druck, allein
und haben schlicht nicht genug Informationen, um
diese Entscheidung wirklich fundiert zu treffen.
Das Leiden nach der Abtreibung äußert sich durch
Schuld- und Schamgefühle. Übrigens betrifft das nicht
nur gläubige Menschen, sondern auch diejenigen, die
keine besondere religiöse Bindung haben. Wir Menschen
haben einen moralischen Kompass, der uns ins
Herz geschrieben ist, ob wir nun an Gott glauben oder
nicht. So zeigt sich der Schmerz der Betroffenen in
Fragen wie „Warum ist es so weit gekommen?“ Viele
Frauen suchen einen Schuldigen, wo sie ihre Last abladen
können. Eine Frau, die ich beraten habe, sagte
ganz deutlich: „Mein Mann ist schuld.“
In welchem Maß suchen auch Männer, die durch
Abtreibung ihr Kind verloren haben, Ihre Beratung?
DAGMAR C. MÜLLER: In meiner Beratung gibt es keine.
Manche Männer wissen nicht einmal, dass eine
Abtreibung stattgefunden hat. Wenn sie sich vorher
schon schwach gezeigt haben, erzählen ihnen die
Frauen vielfach gar nicht erst von der Schwangerschaft.
Gibt es Möglichkeiten für Außenstehende, Probleme
nach einer Abtreibung bei einer Bekannten oder
Angehörigen zu erkennen?
DAGMAR C. MÜLLER: Jein. Man
muss sich sehr gut kennen und
sehr gut im Wahrnehmen
sein, um das herausspüren zu
können. Wenn jemand plötzlich
eine anhaltende, unerklärliche
Trauer zeigt und sich
über Monate zurückzieht,
kann man natürlich vorsichtig
nachfragen. Es kann sein, dass
eine Abtreibung eine Depression
hervorruft. Ebenso ist es
möglich, dass eine Frau das
Thema Schwangerschaft oder
Familienplanung verdrängt
und vermeidet oder ihm ausweicht. Auch dann kann
man nach dem Warum fragen.
Dagmar C. Müller
Wie kann man der Betroffenen dann helfen?
DAGMAR C. MÜLLER: Durch urteilsfreie Anteilnahme und
echtes Interesse. Wichtig ist es, Mitgefühl zu zeigen,
Da zu sein im Prozess, ohne Tipps zu geben, Zeit zu
schenken und eventuell auch nach Absprache Anlaufstellen
oder professionelle Hilfe zu vermitteln.
Vielen Frauen wird erst spät klar, dass ihre Symptome
mit der Trauer nach einer Abtreibung
zusammenhängen. Was müsste geschehen, damit den
Frauen früher geholfen wird?
DAGMAR C. MÜLLER:Je mehr die Frauen darüber reden,
desto eher wird es zum Thema und desto eher wird
sich in der Gesellschaft etwas ändern. Ich habe das vor
kurzem bemerkt, als ich in einem Seminar über das
PAS gesprochen habe. Danach kam eine Frau zu mir
und sagte: „Du hast alles beschrieben, was ich durchgemacht
habe.“
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Foto: Shutterstock
Die Existenz des PAS (Post-Abortion-Syndrom) wird ja
oft geleugnet, Sie sehen es aber in Ihrer täglichen
Arbeit. Wie kann sich das zeigen?
DAGMAR C. MÜLLER: Oft in einem Minderwertigkeitsgefühl
oder in verminderter Beziehungsfähigkeit zu Partner
und Kindern. Viele Frauen flüchten vor dem Thema
und suchen sich Verbündete, die sich gegenseitig
schützen und stützen nach dem Motto „Wenn die das
auch macht…“ Das geht aber nur so lange gut, bis die
nächste Krise kommt, z.B. bei einer erneuten Schwangerschaft,
einer Partnerschaftskrise oder in Form des
„Anniversary Blues“. Darunter versteht man eine Phase
der Schwermut oder depressiven Verstimmung, die
oft um den Jahrestag der Abtreibung oder des errechneten
Geburtstermins herum auftritt.
Leiden alle Frauen nach einer Abtreibung?
DAGMAR C. MÜLLER: Oft können die Frauen ihre Erlebnisse
bis zu sieben Jahre lang gut verdrängen. Doch irgendwann
bricht das Kartenhaus ein durch Umstände, die
ihnen die Augen öffnen.
Frauen, die zu mir in die Beratung kommen, wollen
dann oft schnelle Lösungen statt der mühsamen Aufarbeitung.
Für sie alle wäre eine 24-Stunden-Bedenkzeit
vor der Abtreibung wichtig, die oft verhindern
würde, dass sie überhaupt in diese Situation kommen.
Wie erfahren die Frauen von Ihrem Hilfsangebot?
DAGMAR C. MÜLLER: Durch meine Vorträge und Präsentationen
und über Organisationen, die mich weitervermitteln,
wie z.B. den Verein Mamma. Viele googlen
auch einfach und stoßen auf meine Homepage.
Wichtig ist mir dann, dass die Frauen wissen, dass
sie nicht verurteilt werden, sondern dass ihre Not
gesehen wird.
Inwiefern werden psychische Folgen einer Abtreibung
bei der Schwangerschaftskonfliktberatung
thematisiert?
DAGMAR C. MÜLLER: Das kann ich nicht sagen, da ich in
der Schweiz nicht berate. Die meisten Frauen wünschen
sich Unterstützung. Ich habe vor kurzem in einem
Zeitungsartikel gelesen, dass die Beratungsstellen
den Frauen, die sie als ambivalent erleben, von einer
Abtreibung abraten. Ziel sei es, für das Thema zu
sensibilisieren. Doch wenn ich sensibilisieren will, muss
ich auch sagen, dass eine Abtreibung nicht nichts ist.
Welche Begebenheit im Rahmen Ihrer
Beratungstätigkeit hat Sie besonders beeindruckt?
DAGMAR C. MÜLLER: Am meisten beeindrucken mich die
starken Frauen, welche ihre Abtreibung aufgearbeitet
haben, die verstehen, wie viel ihnen vergeben wurde.
Das kann lange dauern. Egal aber, wie viel Zeit seit
der Abtreibung vergeht, sie finden keinen Frieden,
bevor sie sich nicht mit dem Geschehenen auseinandersetzen.
Ich habe eine Frau beraten, deren Abtreibung
38 Jahre zurücklag. Sie sagte über ihre drei
lebenden Kinder: „Durch die Abtreibung bin ich nicht
mehr die Mutter, die ich sein könnte. Das ist unfair
gegenüber meinen Kindern.“ Weitere Kinder sind
daher kein „Ersatz“ für das durch die Abtreibung verlorene
Kind, sondern oft ein Spiegel dessen, was nicht
sein durfte.
◻
Quelle: Stiftung Zunkunft CH - www.zukunft-ch
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 17
Foto: © Privat
Wir wünschen eine frohe und
gesegnete Weihnachtszeit
und einen guten Start
ins neue Jahr 2026!
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
VERANSTALTUNGSKALENDER
THEMENBEITRAG:
„SCHUTZ DES LEBENS IN EINER ZEIT DES UMBRUCHS“
Abtreibungspille und Abtreibungspillenumkehr
Am Samstag, den 7. Februar 2026 um 18 Uhr
Referentin: Natalie Bayer-Metzler
Krankenschwester und Schwangerenberaterin
mit Schwerpunkt Abortion Pill Reversal
(Abtreibungspillenumkehr)
„Sobald die Abtreibungspille geschluckt ist, gibt
es kein Zurück“, so lautet die vorherrschende
Meinung. Doch dem muss nicht so sein! Anfragen
von ratsuchenden Frauen häufen sich, die die
Abtreibungspille eingenommen haben und deren
Wirkung stoppen wollen. Dank rascher medizinischer
Hilfe konnten bereits zahlreiche Kinder
gerettet werden und sind gesund geboren worden. Die Referentin
hat in dieser Thematik bereits mehrjährige Erfahrung. Sie wird auch
die Ausstellung „12 Überlebens-Geschichten“ beim Vortrag präsentieren,
in welcher diese Geschichten dokumentiert sind.
Aus Liebe zum Leben gilt: Frauen haben ein Recht auf eine zweite
Chance – und ihre Babys das Recht zu leben!
Im Vereinssitz der Bewegung für das Leben, Gampenstr. 49, Meran
TAG DER
UNSCHULDIGEN KINDER
Sonntag, 28.12. in Bozen
16.00 Uhr Hl. Messe in der
Krypta der Dreiheiligenkirche.
Anschließend Aussetzung,
Rosenkranz und Anbetung mit
Eucharistischem Schlusssegen.
Wir beten gemeinsam mit
den italienischen Lebensschutzvereinen
von Bozen.
Foto: Privat ©
FILMABEND „ZIEMLICH BESTE FREUNDE“
Am Mittwoch, den 14. Januar 2026 um 20 Uhr
Der Film erzählt eine wahre
Lebensgeschichte und erinnert
uns auf berührende Weise
daran, dass das Leben –
selbst in schwierigen Situationen
– immer lebenswert ist.
Philippe führt das perfekte Leben.
Er ist reich, adlig, gebildet
und hat eine Heerschar
von Hausangestellten – aber
ohne Hilfe geht nichts! Philippe
ist vom Hals an abwärts
gelähmt. Eines Tages taucht
Driss, ein junger Mann, der
gerade aus dem Gefängnis
entlassen wurde, in Philippes
geordnetem Leben auf. Driss
will eigentlich nur einen
Bewerbungsstempel für seine
Arbeitslosenunterstützung
und auf den ersten Blick eignet
sich das charmante Großmaul aus der Vorstadt auch überhaupt
nicht für den Job als Pfleger. Doch seine unbekümmerte, freche Art
macht Philippe neugierig. Spontan engagiert er Driss und gibt ihm
zwei Wochen Zeit, sich zu bewähren. Aber passen Mozart und Earth,
Wind & Fire, Poesie und derbe Sprüche, feiner Zwirn und Kapuzenshirts
wirklich zusammen? Es ist der Beginn einer verrückten und wunderbaren
Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird.
Eintritt frei – empfohlen ab 6 Jahren
Im Vereinssitz der Bewegung für das Leben, Gampenstr. 49, Meran
GEBET FÜR
DAS LEBEN
TAG DER UN-
SCHULDIGEN KINDER
Sonntag, 28.12. in Bozen
(Siehe Bild oben)
Sa, 17.01. in Meran
Sa, 21.02. in Bozen
Sa, 21.03. in Meran
Bozen – Gries: 14.30 Uhr
Hl. Messe in der
Dreiheiligenkirche,
Duca D’Aostaallee,
anschließend Rosenkranz
und gestaltete Anbetung
in der Kirche
Meran: 14.30 Uhr
Hl. Messe in der Kapelle
bei den Barmherzigen
Schwestern in Gratsch,
anschließend Rosenkranz
und gestaltete Anbetung
in der Kapelle
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 19
LEBEN MIT HERAUSFORDERUNGEN
Fußball ohne Beine –
Clemens zeigt, wie´s geht!
Clemens kam vor 14 Jahren ohne Beine in Vorarlberg zur Welt. Was für Außenstehende
wie ein schwerer Schicksalsschlag erscheinen mag, war für ihn nur der Anfang einer
außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Nichts kann den quirligen, fröhlichen Jungen in
seiner Bewegungsfreude und Lebenslust bremsen. Mit seinem Rollstuhl flitzt er durch die
Gegend, lacht, musiziert und steckt alle mit seiner Energie an. Das Erstaunlichste aber ist:
Clemens ist leidenschaftlicher Fußballer – und steht regelmäßig gemeinsam mit seinen
Freunden auf dem Platz, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.
Von Hildegard Tscholl
Clemens, du hast bei einem Interview auf die Frage,
welche deine schönste Kindheitserinnerung sei,
spontan geantwortet: meine Geburt. Was meinst du
damit?
CLEMENS: Die Geborgenheit nach meiner Geburt durch
meine Mama und meinen Papa zu spüren, war einer
meiner schönsten Momente in meinem Leben.
Gibt es auch eine schmerzliche Erinnerung in Bezug
auf deine Behinderung?
CLEMENS: Es gibt nicht wirklich was Schmerzliches, was
ich aufgrund meiner fehlenden Beine erlebt habe.
Wenn es den Anschein hat, dass ich irgendwo nicht
mitmachen kann, dann bewahrheitet sich oft das Sprichwort
„Wo ein Wille, da ein Weg“. Und es ist tatsächlich
so: Lösungen werden gefunden. Denn auch ohne Beine
kann ich mich mit Freunden treffen, Fußball spielen
und vieles mehr.
Im besagten Interview wurdest du als Wunderkicker
betitelt. Wie kommst du zu diesem ruhmreichen
Titel?
CLEMENS: Vielleicht dachte sich die Redaktion, dass es
nicht alltäglich ist, dass ein Junge ohne Beine ganz
normal im Fußballverein dabei ist, um mit den anderen
Jungs zu kicken.
Für Fußball interessiere ich mich schon lange. Bei
meinen Eltern habe ich immer wieder gebettelt, weil
ich wie die anderen im Fußballverein dabei sein wollte.
Eines Tages – da war ich 9 Jahre alt – hat dann meine
Mama den Verantwortlichen angerufen, weil ich ihr
keine Ruhe gelassen habe. Er ließ mich schnuppern
kommen. Da hatte ich das große Glück, dass der Trainer,
der für meine Altersklasse zuständig war, ein charakterlich
echt super Typ war. Er hat mich genau gleich
behandelt wie alle anderen auch. Immer, wenn ich eine
Übung nicht mitmachen konnte, durfte ich sein Co-
Trainer sein. Dass er mir das zugetraut hat, hat mich
sehr gestärkt. Und meine Kollegen haben mich in dieser
Rolle akzeptiert.
Du trittst auch als Straßenmusiker auf. Dabei stehst du
in einem ganz anderen Kontext in der Öffentlichkeit.
Welche Erfahrungen machst du dabei?
CLEMENS: Um mein Taschengeld aufzubessern, spiele
ich im Sommer in der Fußgängerzone manchmal mit
der Trompete. Die Reaktionen der Leute sind eigentlich
immer freundlich. Das nehme ich gerne als Kompliment
an und das motiviert mich, mein Bestes zu geben.
Besonders Kinder schauen mich aufgrund meiner
fehlenden Beine oft an und fragen dann ihre Eltern,
warum ich keine Beine habe. Mir ist es grundsätzlich
sehr recht, wenn mich die Leute fragen und nicht einfach
nur schauen.
Du bewegst dich ständig unter Menschen mit
gesunden Beinen. Hast du nie den Wunsch, normal
laufen zu können?
CLEMENS: Es gibt selten Momente, in denen ich mich
wegen meiner Beeinträchtigung benachteiligt fühle.
Natürlich würde ich mich freuen und ich würde „Ja“
sagen, wenn ich Beine bekommen würde. Aber ich
kenne es nicht anders. Ich bin dennoch schnell in
meiner Fortbewegung, entweder auf dem Skateboard
oder mit dem Rollstuhl. Ich habe Beinprothesen, ziehe
diese aber nicht so gerne an, weil ich rasch Druckschmerzen
bekomme und stark schwitze. Zudem
schränken sie mich in meiner Beweglichkeit ein. Deshalb
bin ich gerne einfach so unterwegs, wie ich bin.
Was denkst du, wie sehen dich deine Freunde?
CLEMENS: Ich spüre immer wieder, dass es im Alltag –
besonders in der Schule – keine große Rolle spielt, ob
ich Beine habe oder nicht. Am Turnunterricht nehme
ich ganz normal teil und mache fast alles mit. Kürzlich
hatten wir ein Hallenturnier. Mein Freund fragte mich,
ob ich Hallenschuhe dabei habe. Ich lachte und sah
ihn fragend an. Er wiederholte die Frage nochmals,
ehe er realisierte, dass ich keine Füße habe. Er hat sich
fast ein bisschen geschämt. Mir hat das gezeigt, dass
er mich als Clemens sieht und die fehlenden Beine
gar nicht mehr bemerkt. So erlebe ich es immer wieder
und darüber freue ich mich.
20
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Fotos: Privat ©
Gibt es etwas, was du dir in der Begegnung mit
fremden Menschen wünschen würdest?
CLEMENS: Ich wünsche mir, gleich behandelt zu werden.
Und ich wünsche allen, die eine Behinderung haben,
dass sie sich annehmen können, wie sie sind.
Wie bereits erwähnt, strahlst du Lebensfreude und
Tatendrang aus. Wer oder was hat dich dahingehend
besonders geprägt?
CLEMENS: Die Lebensfreude habe ich von meiner
Mama. Sie ist eine starke Frau. Und auch von meinem
Papa, der immer dafür sorgt, dass ich auch ohne Beine
gut mobil sein kann.
Die Schule ist für lebhafte Jungs meist nicht das Gelbe
vom Ei. Wie steht es bei dir in dieser Hinsicht?
CLEMENS: Ja, da hätte ich einige Vorschläge, wie die
Schule auch für Jungs besser (über-)lebbar wäre.
(lacht). Nach der Schule und den Hausaufgaben ist das
Verbringen der Freizeit mit meinen Freunden mein
großes Glück und mein Ausgleich.
Was sind deine nächsten Zukunftspläne?
CLEMENS: Jetzt bin ich im letzten Schuljahr der Sport-
Mittelschule. Beruflich möchte ich auf jeden Fall etwas
machen, wo ich mit Menschen zu tun habe und kreativ
sein kann. Ich organisiere gerne und interessiere mich
für Marketing. Ich werde voraussichtlich in diesem Bereich
eine Lehre beginnen.
Was macht dich für deine Freunde interessant?
CLEMENS: Ich habe viele Ideen und kann Menschen gut
miteinander verbinden. Zudem bin ich vielseitig interessiert.
Bei KISI-Vorarlberg bin ich seit meinem 4. Lebensjahr
dabei. Die Gemeinschaft in dieser christlichen
Musical-Gruppe trägt sicher auch dazu bei, dass ich
mich traue, vor Leuten zu sprechen. Mein Highlight ist
das Teenager-Programm nach den Proben.
Was denkst du, was hat sich Gott gedacht, als er dich
geschaffen hat?
CLEMENS: Ich bin überzeugt, dass Gott keine Fehler
macht, und deshalb glaube ich, dass Er einen guten
Plan für mein Leben hat. Bis jetzt läuft es ganz gut so
und darüber bin ich sehr dankbar.
◻
Clemens wurde von „RollOn Austria“, einem Format des ORF, interviewt.
Hier der Link zum Beitrag: https://www.youtube.com/watch?v=UVkBXLfdteQ&t
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 21
IN EIGENER SACHE
Veränderte Zeiten erfordern Anpassungen
Dass die Zeiten sich in den letzten Jahren rasant verändert haben, mag wohl niemand
bezweifeln! Technologisch erlebten wir in den letzten 20 Jahren einen noch nie
dagewesenen Umschwung, angefangen bei den Geräten selbst, als auch vor allem in der
Kommunikation. Mit dem Smartphone sind wir in eine neue Dimension eingetreten:
immer und überall haben wir in Sekunden Zugang zu allen möglichen Informationen
weltweit, ohne uns irgendwo hinbewegen zu müssen.
D
em Ganzen den Deckel aufgesetzt
hat die Coronakrise, durch
welche persönliche Kontakte
stark eingeschränkt wurden. Und die
Auswirkungen sind bis in die Gegenwart
spürbar: Veranstaltungen, wie
Von Martha
Zöggeler Vorträge, Seminare, usw. werden
wenig besucht. Ein Phänomen, das
nicht nur unsere ohnehin schwer zu vermittelnde Thematik
des Lebensschutzes betrifft, sondern allgemein
wahrgenommen wird. Das sieht man auch in der Beratung:
die Online-Beratung wird gut frequentiert;
unsere Beraterinnen machen bei unserer Partnerorganisation
„Es gibt Alternativen“ aus Österreich regelmäßig
Telefondienst und Fortbildungen.
Informationen laufen vermehrt
über die Sozialen Medien
Diese gegebene Situation zwingt auch uns zum Umdenken
und Handeln, wollen wir nicht den Anschluss
verlieren. Wir werden in Zukunft mehr Geld, das heißt
auch Ihre Spenden, in die Sozialen Medien investieren
müssen, wie Instagram, TikTok, Facebook, usw., um mit
dem Thema Lebensschutz die Leute aller Altersstufen
effizient zu erreichen. Einen Anfang haben wir bereits
mit der Modernisierung unserer Homepage in diesem
Frühjahr gemacht. Auch unsere Zeitschrift LEBE wurde
in den vergangenen Monaten in einem frischeren, moderneren
Design präsentiert. Für die Sozialen Medien
konnten wir am Anfang dieses Jahres eine junge Frau
gewinnen, die durch verschiedene posts die Reichweite
unserer Accounts erhöht hat. Aber das ist noch nicht
ausreichend, zu wenige Menschen in unserem Land
bekommen sachliche und ideologiefreie Informationen
über die Entstehung und Entwicklung eines Kindes
im Mutterleib, zu wenige Frauen bekommen Informationen
darüber, welche Möglichkeiten und Hilfen
es gibt, wenn sie von einem ungeplanten Kind überrascht
werden.
Konkret bedeutet das für uns, dass wir in diesem Bereich
in Zukunft offensiver vorgehen werden, wenn
unser Einsatz mehr Früchte tragen soll. Deshalb haben
wir mit Anfang Dezember ein junges, engagiertes Paar
mit ihrer Firma beauftragt, unsere Kernbotschaft über
aktuelle Kanäle unter die Menschen zu bringen.
Freiheit der Entscheidung für die Frau
Was ist unsere Kernbotschaft? Unsere Kernbotschaft
besteht darin, den Menschen die Schönheit des Lebens
zu zeigen und bewusst zu machen. Zu vermitteln,
dass das Leben mit der Verschmelzung von Samen
und Eizelle beginnt und nicht erst mit der Geburt. Es
kommen immer wieder Einwände, dass das heutzutage
eh schon alle wüssten. Und da fällt mir immer eine
Begegnung mit einer Oberschulklasse vor einigen
Jahren in Bozen ein, in die ich mit Manuela Steiner von
ProLife Europe eingeladen war und sie über Lebensschutz
reden durfte. Eine dreiviertel Stunde wurde in
der Klasse darüber diskutiert, wann menschliches Leben
beginnt: das ging von ein paar Wochen nach der
Empfängnis bis zur Geburt. Auf die Frage, was es denn
dann dazwischen sei, kamen sehr abenteuerliche und
skurrile Antworten. Wir blieben an dieser Frage bis fast
zum Schluss hängen, als endlich ein junger Mann sich
zu Wort meldete und vorsichtig einwarf, dass das Leben
bei der Empfängnis mit der Verschmelzung von
Samen und Eizelle beginnt.
Neben den Informationen „Was ist Leben?“ „Warum
sich für das Leben einsetzen?“ möchten wir auch auf
die Freiheit der Entscheidung für die Frau hinweisen.
„Aber die Frau kann doch selbst entscheiden“, kommen
dann die Einwände. Leider ist das nicht immer
so, denn den Frauen wird meist als einfache und
schnelle Lösung die Abtreibung angeboten, ohne auf
ihre aktuelle Situation einzugehen. Diese Freiheit wird
sehr oft auch dem Druck des Umfeldes, sowie der
Partner und Eltern geopfert. Eine Frau sollte aber beide
Seiten kennen, auch die seelischen Folgen einer Abtreibung,
um dann eine freie Entscheidung treffen zu
können.
Bürokratie nimmt Überhand
Finanziell bedeutet das für uns zukünftig monatliche
Mehrausgaben von ca. 1.000 Euro. Wir hoffen aber
darauf, dass auch Ihnen, liebe Förderer und Unterstützer,
die Weitergabe dieser Informationen ein Herzensanliegen
sind und Sie uns dabei großherzig unterstützen
können. Denn die Landesbeiträge werden immer
weniger; für Unterstützungsmaßnahmen, wie Beteiligung
an Mieten oder Kondominiumspesen oder Warengutscheine
für Frauen und Familien in
22
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Notsituationen bekommen wir keinen Cent. Da aber
gerade da unsere Soforthilfen greifen, spüren wir die
Einschnitte in diesem Bereich am meisten. Ebenso
KEINE öffentlichen Beiträge bekommen wir für unsere
Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, die einen
Großteil unserer Arbeit ausmacht, wie z.B. unsere
Zeitschrift LEBE! Dazu kommt, dass der Arbeitsaufwand
für die Ansuchen in keinem Verhältnis mehr zu
den Beiträgen steht, die wir noch bekommen. Es türmen
sich immer mehr bürokratische Hürden auf, wir
verbringen viel Zeit vor dem Computer, um den Anforderungen
für die Ansuchen um die verbleibenden
Beiträge nachzukommen. Dabei bleibt unsere
Kernaufgabe, der Lebensschutz, oft auf der Strecke.
Glücklicherweise hat sich nach unserem Aufruf um
eine Mithilfe für das Büro ein Pensionist gemeldet, der
uns einmal wöchentlich ehrenamtlich bei den Bürotätigkeiten
unterstützt!
40 Jahre Bewegung für das Leben Südtirol
Das alles bedeutet für uns, dass wir wieder zurück zu
unseren Wurzeln gehen möchten: im Mai 2026 jährt
sich zum 40. Mal die Gründung der Bewegung für das
Leben Südtirol. Damals im Mai 1986 wurde die Bewegung
vom Arztehepaar Michael und Christiane Paregger,
sowie mehreren Gleichgesinnten als Verein gegründet
als Antwort auf das in Italien im Mai 1978 in
Kraft getretene Abtreibungsgesetz 198. Unter diesem
Link könnt Ihr auf unserer Webseite die Geschichte
der Bewegung in einem Zeitstrahl abrufen:
https://www.bewegungfuerdasleben.com/team
Für dieses „Jubiläumsjahr“ ist geplant, dass wir, neben
dem Aus- und Aufbau unserer Sozialen Kanäle, wieder
vermehrt mit Infotischen in den Städten und Dörfern
unterwegs sein und vor Ort die Menschen ansprechen
werden. Wir werden über unseren WhatsApp-Kanal
die jeweiligen Standorte bekanntgeben: https://whatsapp.com/channel/0029Vb5yGsV3mFY11ImXAu1A
.
Es würde uns freuen, auch Euch/Sie da zu treffen! ◻
Hallo,
wir suchen
dich!
Du bist ein Mensch, der in seinem Leben ehrenamtlich
etwas zum Positiven verändern und seine Talente und
Ressourcen sinnvoll einsetzen möchte? Du erkennst
die aktuelle Notlage ungeborener Kinder und ihrer
Mütter und Väter und informierst dich darüber? Dann
bist du bei uns genau richtig!
• Du bist in Schrift und Rechtschreibung sattelfest?
Dann melde Dich, wir suchen eine engagierte Person
für das Korrekturlesen unserer Zeitschrift LEBE. Der
Wohnsitz spielt keine Rolle, da alles online abläuft.
• Bei gelegentlich organisierten Infoständen und/oder
Straßengesprächen kannst du dein Sprach- und
Redetalent einsetzen.
• Deine journalistischen Fähigkeiten schnell auf Presseartikel
zu aktuellen Lebensschutzthemen zu
reagieren sind gefragt.
• Durch eine monatliche Reinigung unserer Büroräumlichkeiten
hilfst du uns, Zeit und Kosten zu sparen.
• Du verteilst unser Infomaterial regelmäßig in deiner
Umgebung an öffentliche Stellen, Krankenhäuser,
Arztpraxen, Geschäfte, Banken, Pfarreien usw.
• Du bist bereit, im akuten Schwangerschaftskonflikt
eine Frau/Familie aus deiner näheren Umgebung
mit deinen Möglichkeiten zu unterstützen.
• Beim Versenden unserer Zeitschrift LEBE wird deine
Mithilfe gebraucht.
Es zählt dein freudiger Einsatz, nicht dein Lebensalter!
Wir freuen uns jetzt schon auf die ehrenamtliche
Zusammenarbeit mit dir.
Melde dich gerne während der Bürozeiten oder schreib
eine WhatsApp-Nachricht. Wir rufen zurück.
BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Tel. +39 0473 237338
WhatsApp: +39 351 7774669
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 23
LEIHMUTTERSCHAFT
Leihmutterschaft ist „für Gewalt,
Missbrauch und Ausbeutung von Frauen
und Kindern verantwortlich“
UN-Sonderberichterstatterin Reem Alsalem fordert weltweites Verbot aller Formen der
Leihmutterschaft und warnt, dass diese Praxis „durch Ausbeutung und Gewalt gegen
Frauen und Kinder, einschließlich Mädchen, gekennzeichnet ist“.
B
ei einer hochrangigen Veranstaltung der Vereinten
Nationen verurteilte die Sonderberichterstatterin
für Gewalt gegen Frauen und Mädchen,
Reem Alsalem, die Praxis der Leihmutterschaft und
erklärte, sie sei „eindeutig für Gewalt, Missbrauch und
Ausbeutung von Frauen und Kindern in großem Ausmaß
verantwortlich“. Der Bericht, der am 10. Oktober
der UN-Generalversammlung vorgelegt wird, plädiert
für ein weltweites Verbot aller Formen der Leihmutterschaft
und warnt davor,
dass diese Praxis von Ausbeutung
und Gewalt gegen
Frauen und Kinder,
einschließlich Mädchen,
geprägt ist.
Dieser Bericht fordert die
Staaten auf, ein rechtsverbindliches
internationales
Instrument zu verabschieden,
das alle Formen der
Leihmutterschaft verbietet.
Er drängt auf sofortige
Maßnahmen, um die Vermittlung
von Kindern
durch Leihmutterschaftsagenturen
und -kliniken zu
kriminalisieren, um Werbung
dafür zu verbieten,
um Frauen, die bereits in Leihmutterschaftsvereinbarungen
sind, durch rechtliche Unterstützung und psychosoziale
Dienste zu schützen und sicherzustellen,
dass die Rechte der Kinder auf Identität, Fürsorge und
Schutz gewahrt werden. Darüber informiert Alliance
Defending Freedom International (ADF) in einer
Presseaussendung.
Der Bericht beschreibt detailliert, wie Leihmutterschaft
Kinder absichtlich von ihren Müttern trennt, natürliche
mütterliche Bindungen zerreißt und ihre Rechte auf
Identität, Fürsorge und Schutz vor Gewalt untergräbt.
Er betont auch, dass selbst „altruistische“ Leihmutterschaftsvereinbarungen
sowohl Frauen als auch Kindern
schaden, indem sie menschliches Leben als Ware
behandeln.
www.kath.net
Foto: Privat ©
„Ein grundlegendes Problem der Leihmutterschaft
liegt in der vertraglichen Programmierung der Trennung
zwischen Frau und Kind. Dadurch besteht die
Gefahr, dass das Kind als passives Objekt einer Vereinbarung
zwischen Erwachsenen oder als Ware behandelt
wird“, heißt es in dem Bericht.
ADF International, die an der Präsentation teilnahm,
begrüßt den Bericht als Meilenstein für die globale
Bewegung zur Beendigung der Leihmutterschaft. Bei
der Veranstaltung im Vorfeld
der Präsentation betonte
die Rechtsorganisation
die Notwendigkeit
sofortiger Maßnahmen
der Staaten, um Leihmutterschaft
zu verbieten.
„Leihmutterschaft basiert
auf einem System der
Gewalt, das Frauen und
Kinder gleichermaßen
entmenschlicht. Staaten
müssen eine koordinierte
internationale Reaktion
entwickeln, um die
schweren Menschenrechtsverletzungen
zu
beenden, die dieser Praxis
innewohnen“, sagte
Giorgio Mazzoli, Direktor für UN-Advocacy bei ADF
International. „Wir loben die Sonderberichterstatterin
dafür, dass sie die Schäden dieser ausbeuterischen
Industrie aufgedeckt hat, und fordern Regierungen
weltweit auf, sich gemeinsam für die Beendigung der
Leihmutterschaft in all ihren Formen auf allen Ebenen
einzusetzen, unter anderem durch die Verabschiedung
eines UN-Vertrags, der diese Praxis weltweit verbietet.“
Italien war kürzlich das erste Land, das Leihmutterschaft
sowohl innerhalb als auch außerhalb seiner
Grenzen verbietet, stellte die ADF in ihrer Veröffentlichung
fest und fügte hinzu, dass nun auch die Slowakei
eine Verfassungsänderung verabschiedete, die die
Praxis verbietet.
◻
24
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Herzlichen Dank!
Liebe Leser, liebe Unterstützer! Jeder Euro zählt im Kampf für das Leben
der ungeborenen Kinder. Wir konnten Dank Ihrer Spende in den letzten Monaten
aktiv für die Ungeborenen und ihre Mütter sowie Familien tätig sein:
• Durch Ihre Hilfe war es uns möglich, in diesem
Jahr wieder 4 mal LEBE, sowie unseren einmaligen
LEBE-Kalender mit authentischen Kinderbildern an
ca. 9.000 Adressen zu schicken.
• Dank Ihrer wertvollen Unterstützung konnten wir
unsere Präsenz in den Sozialen Netzwerken durch
professionelle Hilfe ausbauen und so unsere Kernbotschaft
und Informationen zum Schutz des Lebens
verbreiten.
• Mit Ihrer Spende ermöglichten Sie es, dass wir
mehrere Familien über unsere Beratungsstelle pro-
Frau Südtirol mit Essensgutscheinen und weiteren
Hilfsleistungen unterstützen konnten.
• Dank Ihrer Spende konnten wir die Neuauflage
des Buches „Auferstehung“ von Manfred Müller
bestellen und haben es bereits großzügig verteilt.
Es ist eine hervorragende Informationsquelle über
die Verwundungen von Abtreibungen und deren
Heilung.
• Durch Ihre Spende war es uns möglich, dass wir
weitere Informationsbüchlein ankaufen und an Interessierte
kostenlos verteilen können, wie z. B.
„Abtreibungsüberlebende“: es ist augenöffnende
Literatur, die unter die Haut geht und die Notwendigkeit
zur Veränderung aufzeigt.
• Wir konnten die Rechnungen für die lebensrettende
Telefonhotline „Es gibt Alternativen“ bezahlen.
Durch sie erfahren Schwangere in Not täglich von
8 bis 22 Uhr Hilfe.
• Es war uns dank Ihrer Hilfe wieder möglich, die
Miete, die Strom- und Telefonrechnungen für unser
Büro zu bezahlen.
Danke! Danke! Danke!
Ihre Spende ist von der Steuer absetzbar!
Aus dem Ausland: Bitte Ihre Spenden direkt
auf das Konto in Meran überweisen.
Unser Spendenkonto der Sparkasse Meran
IBAN: IT84 W060 4558 5910 0000 2711 000
Unser Spendenkonto der Raiffeisenkasse Meran
IBAN: IT69 G 08133 58590 000309024433
Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung!
Über diesen QR-Code
werden Sie mit unserer
Spendenseite verlinkt
(Unser PayPal-Konto lautet auf
den Namen Waltraud Mairhofer)
BUCHEMPFEHLUNG
AUFERSTEHUNG
Frauen und Männer berichten
über ihre Heilung nach Abtreibung
VON MANFRED M. MÜLLER
Gibt es Heilung nach Abtreibung? – Ja!
Abtreibung ist ein globales Phänomen. Darum stehen
im vorliegenden Buch Zeugnisse aus Österreich neben
Zeugnissen aus anderen Ländern. So wird deutlich:
Bei allen Unterschieden der Sprache und des
Temperaments und der kulturellen Identität ist es dennoch
das gleiche Leid, das gleiche schreckliche Danach,
welches die Menschen nach einer Abtreibung
verbindet. In diesem Buch berichten Frauen und Männer
über ihre Erfahrungen, über neue Zuversicht, neuen
Lebensmut, neue Freude. Sie alle haben etwas
gemeinsam: die Teilnahme an einer Rachels-Weinberg-
Einkehr¹. Die Berichte der Frauen
und Männer, die eine oder mehrere
Abtreibungen hinter sich haben,
oder auch Teilnehmer, die
Abtreibungen in ihrem Familienstammbaum
betrauern, sind allesamt
Zeugnisse der Heilung und
des Aufatmens. Mit einem Wort:
Zeugnisse der Auferstehung.
Bestellen Sie das Buch oder holen
Sie es bei uns ab. Wir verteilen es
kostenlos, freuen uns aber über
jede freiwillige Spende. Gerne senden wir Ihnen auch
mehrere Exemplare zu, damit Sie es an Interessierte
weitergeben können.
Immaculata Verlag
¹ Österreich: www.rachelsweinberg.at ; Deutschland: www.rachelsweinberg.de
; International: www.rachelsvineyard.org.
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 25
FAMILIE
Wie du heute den Grundstein für eine
lebenslange Beziehung zu deinem Kind legst
Was unterscheidet Familien, die auch nach Jahren noch eng verbunden sind?
Erwachsene erzählen, was ihre Eltern in der Erziehung richtig gemacht haben.
Von Jana Kalla
S
tell dir vor, dein erwachsenes Kind erzählt anderen
voller Stolz von dir als Mutter oder Vater. Es
besucht dich gerne, holt sich Rat bei dir und
möchte, dass auch seine eigenen Kinder eine enge
Beziehung zu dir haben. Klingt
wie ein Traum? Für viele Familien
ist es Realität – und das hat
konkrete Gründe.
Content Creatorin Rini Frey
stellte auf Instagram eine simple
Frage: „Was haben eure Eltern
in der Erziehung richtig
gemacht?“ Die Antworten gingen
viral und brachten viele
Leserinnen und Leser zum
Nachdenken. Erwachsene mit
einem guten Verhältnis zu ihren
Eltern teilten ihre Erfahrungen
– und die Gemeinsamkeiten
sind verblüffend.
Emotionen ernst nehmen –
in jedem Alter
„Meine Mutter hat meine Emotionen
immer ernst genommen.
Egal, ob ich drei Jahre alt war oder jetzt in meinen
Dreißigern“, schreibt eine Nutzerin. „Sie sagt immer:
Wenn es dir wichtig ist, dann ist es wichtig, unabhängig
vom Alter.“ Diese Haltung zieht sich durch viele Kommentare:
Kinder, deren Gefühle respektiert wurden,
fühlen sich auch als Erwachsene gesehen und gehört.
Fehler zugeben stärkt die Beziehung
Besonders bewegend sind die Berichte über Eltern,
die sich entschuldigt haben: Eine Userin schreibt: „Sie
haben sich bei mir entschuldigt, wenn sie einmal nicht
die beste Version ihrer selbst waren. Das hat mir gezeigt,
dass jeder Fehler macht, auch Eltern.“ Diese
Ehrlichkeit schafft Vertrauen und zeigt Kindern, dass
niemand perfekt sein muss.
Freiheit in sicheren Grenzen
Viele berichten auch positiv von Eltern, wenn diese
ihnen viele Freiräume gelassen haben: „Sie haben
mich selbst entscheiden lassen, wer ich sein will und
haben nicht ihre Erwartungen auf mich übertragen.“
Gleichzeitig boten diese Eltern einen „Safe Space“ –
einen sicheren Ort, zu dem die Kinder immer zurückkehren
konnten.
Foto: Privat ©
Das Geheimnis stabiler
Familien
Was diese Familien auszeichnet,
ist eine besondere Balance:
Die Eltern schaffen klare Strukturen
und vermitteln Werte,
ohne dabei kontrollierend zu
werden. Sie geben ihren Kindern
Halt und Orientierung, lassen
ihnen aber gleichzeitig den
Raum, sich frei zu entfalten. Diese
Kombination aus Sicherheit
und Freiheit scheint der Schlüssel
für eine dauerhafte, vertrauensvolle
Beziehung zu sein.
Zuhören statt urteilen
Eine Mutter mit drei erwachsenen
Töchtern fasst es perfekt
zusammen: „Mein bester Ratschlag ist, den Mund zu
halten und zuzuhören. Haltet euch mit Kritik zurück.“
Diese Haltung ermöglicht es Kindern, sich zu öffnen
und auch später noch gerne Rat bei ihren Eltern zu
suchen.
Die langfristigen Auswirkungen
Kinder, die in einem Umfeld aufwachsen, in dem ihre
Bedürfnisse ernst genommen werden, entwickeln oft
mehr Selbstvertrauen und Resilienz. Sie lernen, dass
ihre Meinung zählt, dass Fehler zum Leben dazugehören
und dass sie bedingungslos geliebt werden. Diese
Erfahrungen prägen sie ein Leben lang und beeinflussen
auch ihre eigenen Beziehungen positiv.
Die gute Nachricht: Es geht nicht um Perfektion. Es
geht darum, authentisch zu sein, zuzuhören und deinem
Kind zu zeigen, dass es wertvoll ist – genau so,
wie es ist. Diese kleinen, alltäglichen Momente sind
es, die eine lebenslange Bindung schaffen. ◻
Quelle: www.hallo-eltern.de
26
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
FAMILIE
Stressfrei durch den Familienalltag
Kein Pausenbrot vorbereitet, die Zeit rennt, die Kinder wollen nicht
mitmachen – und der Stresspegel steigt. Wie sehr lassen wir uns
von Stress-Situationen im Familienalltag mitreißen? Was kann dabei helfen,
solche Situationen nicht eskalieren zu lassen?
I
m jüngsten Expertengespräch des Instituts für Ehe
und Familie der Österreichischen Bischofskonferenz
(„IEF-Talk“) geht es um Resilienzfaktoren: Fähigkeiten,
die uns dabei helfen können, in guter Beziehung
zu uns selbst und zu anderen zu bleiben – und zwar
sowohl in akuten Stresssituationen, als auch während
längerer Krisenzeiten im Leben.
Resilienzfaktoren für den Alltag
Die gute Nachricht: Solche
Fähigkeiten können erlernt
und trainiert werden. Das
Expertengespräch führte
Katharina Mansfeld, psychosoziale
Beraterin am IEF
(Institut für Ehe und Familie),
mit Susanne Pointner,
Psychologin, Psychotherapeutin
sowie Leiterin der
ARISE-Akademie – einem
Ausbildungslehrgang für
Sozial-, Lebens-, Ehe- und
Familienberatung auf Basis
des christlich-humanistischen
Menschenbildes.
Aus der Literatur kenne
man zwar Resilienzfaktoren,
also „Dinge, die uns helfen,
stärker zu sein“, so die Klinische
Psychologin Mansfeld.
Aber „welche Faktoren
bewähren sich wirklich
im Alltag?“ Der „wichtigste
Tipp“ sei paradoxerweise
der, „die Tipps zu vergessen,
die man kriegt, um von
der Selbstoptimierung wegzukommen“, so Pointner.
In der Existenzanalyse spreche man vielmehr von vier
„Grundmotivationen“ für ein gutes Leben.
Wichtig: Gesundes Ausmaß an Selbstfürsorge
Zu diesen gehören erstens ein gesundes Ausmaß an
Selbstfürsorge und damit die folgende Frage: „Was
gibt mir Sicherheit im Leben?“. Teil des eigenen „Beruhigungskoffers“
könne dabei durchaus etwas Banales
wie „die Tasse Kaffee“ sein, die zwar anregt, aber
eben auch Sicherheit und damit Ruhe schenkt.
Quelle: Institut für Ehe und Familie - www.ief.at
Zweitens: Beziehungen. Es gehe dabei zum einen um
die wohlwollende Beziehung zu mir selbst, die stets
verbessert werden könne: „Inwieweit bin ich mir zum
Beispiel eine Trösterin?“ Aber auch um eine wohlwollende
Beziehung zum Anderen: „Du, das war jetzt
schwierig, dass Du vergessen hast, die Kinder abzuholen
und ich bin sehr verärgert, aber ich glaube, es geht
Dir auch nicht gut damit und es tut mir leid – für Dich“,
beschreibt Pointner eine wohlwollende Botschaft an
den Partner in einer angespannten
Situation.
Foto: Privat ©
Wertschätzung, Sinn
und Werte
Drittens, Wertschätzung:
„So wie ich das mache, das
ist meins. Da muss ich mich
auch nicht immer anpassen.“
Denken wir dabei beispielsweise
an das Tempo,
wenn es um die Vorbereitung
des besagten Pausenbrots
geht. Mein Tempo ist
in Ordnung und darf so
sein.
Und last but not least: Sinn
und Werte. Viktor Frankl,
der Begründer der Existenzanalyse,
habe bewiesen,
dass er nur durch Hoffnung,
durch ein „Wohin“ und ein
„Wozu“ eine unglaubliche
Stress-Situation wie das Leben
im Konzentrationslager
durchstehen konnte. Es
geht also bei der vierten
Grundmotivation um die Fähigkeit, zu sagen: „Da gibt
es eine Richtung, in der ich mein Leben trotz aller
Umstände gestalten kann“, so Pointner.
Menschen mit einem „beziehungsvollen Glauben“
würden sich dabei oft leichter tun. Unabhängig vom
Glauben an Gott, der doch immer irgendwie ein Geschenk
bleibe, helfe es, darauf zu vertrauen, dass man
nicht alles im Leben selbst machen muss. Aus diesem
Vertrauen heraus könne man das eigene Leben resilienter
bewältigen.
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
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Fotos: Privat ©
Manfred Hurni
Jeder Mensch ist wertvoll!
Sandra und Manfred Hurni haben eine Tochter mit Trisomie 21. Wie jeder Mensch ist sie
überaus wertvoll. Diese Überzeugung und der Wunsch, Menschen in ähnlicher Situation zu
unterstützen, führten zur Gründung des Vereins Wärtvou 21-3 (https://wertvoll21-3.ch/).
Ein Bericht aus der Schweiz
I
rgendwann, es mag im Jahr 2020 gewesen sein,
kam bei Ehepaar Hurni zum ersten Mal die Idee auf,
einen Verein zu gründen. Das Anliegen dahinter ist
jedoch deutlich älter. 2007 wurde Sandra und Manfred
Hurni eine Tochter mit Trisomie 21 geboren. Bei
Schwangerschaften, in denen eine entsprechende
Diagnose des Ungeborenen gestellt wird, entscheiden
sich nur gerade 10 Prozent der Eltern für ihr Kind.
Hurnis erachten aber auch diese Kinder als gottgewollt
und wertvoll. Deshalb hatten sie es schon früh auf dem
Herzen, sich für diese Menschen zu investieren. Doch
was konnten und sollten sie denn überhaupt tun?
Von der Idee zur Vereinsgründung
Dann begann sich eine konkrete Idee zu formen.
„Schon früh war uns klar, dass unsere Hauptbotschaft
sein sollte, dass jeder Mensch wertvoll ist.“ Und genau
diese Botschaft wollten sie weitergeben. Ein weiteres
konkretes Anliegen war, dass junge Menschen mit
Trisomie 21, welche 18 Jahre alt werden, nicht in ein
Heim abgeschoben werden müssen, sondern in ihrer
Familie bleiben können. Hierfür wollten sie sich einsetzen.
Und als ihre Tochter sich diesem Alter näherte,
wurde das Thema natürlich auch in ihrer Familie aktuell.
Hurnis merkten, dass es für gute Lösungen sowohl
entsprechende Angebote als auch die nötige Finanzierungsmöglichkeit
brauchte.
Es war klar: Neben dem Verbreiten einer guten Botschaft,
welche den Wert eines jeden Menschen unterstreicht,
wollten sie sich auch ganz praktisch einsetzen,
dass junge Menschen mit Trisomie 21 in Tagesstrukturen
arbeiten und bei ihren Familien wohnen können.
Am 21. März 2023 wurde der Verein Wärtvou 21-3
gegründet.
Ein Kind ist eine Berufung
Ein Kind mit Trisomie 21 grosszuziehen, ist für Manfred
keine freie Wahl, sondern eine Berufung. Gerade
durch die Überzeugung, dass jeder Mensch im Ebenbild
Gottes geschaffen und deshalb unsagbar wertvoll
ist, ist dies für ihn klar. Gott hat ihnen ihre Tochter anvertraut
und damit eine verantwortungsvolle Aufgabe
übertragen. Deshalb investieren sie sich – so gut sie
es können und so weit es ihre Kräfte zulassen.
„Warum machst du das?“, fragte jemand, der sich über
das Engagement von Sandra und Manfred wunderte.
„Habt ihr denn nicht sonst schon viel zu tun?“ Für Manfred
ist es logisch, sich zu investieren. „Wir sind seit 18
Jahren dran und es ist unser Alltag“, sagt er und weiß,
dass er nicht aufhören kann. Und sie möchten etwas
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
PRESSE-SPLITTER
Europäische Konferenz fordert Unterstützung und Schutz für die Mutterschaft
Während politische Akteure darauf drängen, Abtreibung zu einem Verfassungsrecht zu machen, setzen sich
Pro-Life-Aktivisten aus ganz Europa für eine Politik ein, die Frauen aktiv dabei unterstützt, sich für das Leben
zu entscheiden. Während einer ausverkauften Konferenz in Brüssel gaben Ärzte, Europaabgeordnete und
Mütter Zeugnisse über schwierige Schwangerschaften ab und forderten die EU auf, die Mutterschaft als ein
grundlegendes Recht zu behandeln, das es wert ist, geschützt zu werden.
Die Veranstaltung mit dem Titel „Unterstützung der Mutterschaft in Europa“ wurde im Europäischen Parlament
von der Plattform Un de Nous und der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) ausgerichtet.
Die Redner warnten davor, dass Brüssel zwar weiterhin Pro-Abtreibungskampagnen subventioniert,
aber wenig tut, um die Netzwerke zu stärken, die Frauen bei der Austragung ihrer Schwangerschaften helfen,
die Mutterschaft werde zu oft als Last und nicht als gesellschaftliches Gut behandelt.
Zur Eröffnung der Sitzung erklärte der ehemalige EU-Kommissar Tonio Borg: „Wir wollen, dass die Mutterschaft
ein geschütztes Gut ist, keine Last. Wenn Europa die Freiheit verteidigen will, muss es damit beginnen, das
Leben zu schützen.“
Mehrere Frauen aus Frankreich, Italien und den Niederlanden berichteten bewegend aus erster Hand über
Schwangerschaften, die von Druck und mangelnder Unterstützung geprägt waren. Eine weinende Niederländerin
erzählte, wie ihr eine Schwangerschaftshilfeorganisation in einem Moment Mut zusprach, als nur eine
Abtreibung als möglich galt: „Es war keine leichte Entscheidung, aber als ich anstelle von ‚Was werden Sie
tun?‘ ‚Herzlichen Glückwunsch‘ hörte, wusste ich, dass es Hoffnung gab.“ Eine andere erzählte von einer Zeit,
in der medizinischer Druck und Isolation dazu führten, dass sie sich zu einer Entscheidung gezwungen fühlte,
die sie später bereute.
Anwesende Gesetzgeber verurteilten die wachsenden Bemühungen, Abtreibung als Verfassungsrecht zu
verankern. Miroslav Adámek, ein slowakischer Europaabgeordneter, prangerte den moralischen Relativismus
an und bestand darauf, dass die Verteidigung der Menschenwürde von der Empfängnis an nicht radikal sei.
„Wir werden als Extremisten dargestellt, weil wir das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod
verteidigen“, sagte er. Die Konferenz endete mit Forderungen nach konkreten politischen Vorschlägen:
Steuererleichterungen, Wohnraumförderung, Beratungsdiensten, Beschäftigungsinitiativen und eine solide
Finanzierung von Schwangerschaftshilfeorganisationen – alles, um die Mutterschaft realisierbar und nicht
unmöglich zu machen.
www.ifamnews.com/de
tun, damit es in Zukunft besser wird. „Wir wollen für
Menschen mit Trisomie 21 die Stimme erheben, ihren
besonderen und unverzichtbaren Wert für die Gesellschaft
aufzeigen.“
Es gibt Möglichkeiten
In den letzten Jahren gab es in der Schweiz einen
Systemwechsel für die Finanzierung der Menschen mit
Beeinträchtigung. Anders als noch vor einigen Jahren,
fließt das Geld heute nicht mehr in die Institutionen,
sondern ab dem 18. Geburtstag direkt an den Betroffenen.
Dadurch haben Familien die Möglichkeit, selbst
nach passenden Lösungen zu suchen. Aktuell ist vieles
in Entstehung, offene Fragen gibt es viele.
Für ihre Tochter Simea konnte ein geeigneter Platz bei
der Tagesstruktur „wielandleben“ gefunden werden.
Dafür sind sie sehr dankbar. Was die Finanzierung
betrifft, kann noch nicht alles abgedeckt werden. Es
bleibt eine Belastung, doch Manfred glaubt, dass die
letzten Hürden überwunden werden können – auch
wenn es viel Geduld braucht und noch etwas dauert.
Dass mit dem Verein Wärtvou 21-3 auch für andere
Familien in ähnlicher Situation beratende Unterstützung
geboten werden kann, motiviert ihn.
Eine himmlische Mentalität
Mit Wärtvou 21-3 soll aber nicht nur Hilfe für betroffene
Jugendliche geboten, sondern grundsätzlich auf die
Thematik aufmerksam gemacht werden. Menschen
mit Trisomie 21 sind wertvoll und eine Bereicherung
für die Gesellschaft. Manfred betont, wie viel Liebe
seine Tochter in sich trägt. „Sie lügt nicht“, sagt er. „Das
kann sie gar nicht.“ Stattdessen versprühe sie viel Lebensfreude
oder habe ein ausgeprägtes Bedürfnis
nach Versöhnung. Mit anderen Worten: Mit vielen ihrer
Eigenschaften drückt sie genau das aus, was eine
himmlische Mentalität ausmacht.
„Ein weiteres Ziel des Vereins ist, an Abendevents über
das Thema Trisomie 21 zu sprechen.“ Dadurch wollen
sie gerade auch Menschen ansprechen, die noch keine
Kinder haben. „Wir wollen Paare aufklären und
beschreiben, was es heißt, ein Kind mit Trisomie 21 zu
haben.“ An diesen Abenden sprechen sie über den
bedingungslosen Wert des Menschen und bringen
auch die Ewigkeitsperspektive ins Spiel, welche die
vielen Herausforderungen relativiert und das Leben
umso wertvoller macht.
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Quelle: Livenet - www.livenet.ch
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 29
„Ich habe jahrelang einem unerreichbaren
Ideal von Mutterschaft nachgejagt…“
Sonia Bruganelli, ehemaliges Topmodel und Ex-Frau des Fernsehmoderators
Paolo Bonolis, gesteht im Interview mit dem „Corriere della Sera“
die toxischen Auswirkungen ihrer Abtreibung.
Sonia Bruganelli, Ihre Autobiografie „Solo quello che
rimane“ (Deutsch „Nur das, was bleibt“) beginnt mit
der Erzählung eines Romans von Annie Ernaux,
„L'événement“. Was ist das „Ereignis”, das Sie betrifft?
SONIA BRUGANELLI: Das gleiche wie in Ernaux' Roman,
eine Abtreibung, zu der ich mich mit 24 Jahren entschlossen
habe, als ich seit einem Jahr mit Paolo zusammen
war, und die unser ganzes gemeinsames Leben
beeinflusst hat. Seitdem habe ich einen Fehler
nach dem anderen gemacht, um das wieder gut zu
machen, wozu ich damals nicht reif genug war. Mutter
zu werden war schon immer mein Traum gewesen. Ich
habe zwar sehr früh lesen gelernt,
aber sehr spät aufgehört, mit Puppen
zu spielen: Mit 12 Jahren lief
ich noch mit einer Puppe herum.“
Wer war die junge Schwangere, zu
der Bonolis sagte: „Ich fühle mich
nicht dazu in der Lage“?
SONIA BRUGANELLI: Ich war gerade dabei,
meinen Abschluss in Kommunikationswissenschaften
zu machen,
und war stolz darauf, mich
dank meiner Arbeit als Model und
in der Fernsehwerbung selbst zu
versorgen. So hatte ich Paolo kennengelernt,
der jedoch eine emotionale
Wunde hatte: Er war bereits Vater, seine beiden
Kinder waren als Kleinkinder nach Amerika
gebracht worden, und für ihn war das ein Verlust gewesen.
Ich habe mich verliebt und mich Hals über Kopf
in diese Beziehung gestürzt. Die Schwangerschaft war
nicht geplant, aber ich hätte mir gewünscht, dass Paolo
zu mir gesagt hätte: „Wie schön, dieses Kind ist die
Frucht unserer Liebe“. Stattdessen war er nicht bereit.
Ich habe das verstanden, habe ihm keine Vorwürfe
gemacht und mich für ihn und gegen das Kind entschieden.
Ich habe geglaubt, dass nach dem Eingriff
alles vorbei sein würde. Ich habe mich geirrt.
Ihre Mutter hatte Sie gewarnt: sie hatte ihnen gesagt,
dass Sie, wenn Sie abtreiben würden, stark genug sein
müssten, um zu vergessen.
SONIA BRUGANELLI: Stattdessen machte sich Wut darüber
breit, was mir genommen worden war. Wenn Paolo
Ich hätte innehalten
und den Schmerz
verarbeiten sollen,
stattdessen habe ich
mich in die Arbeit
gestürzt und nach
Erfolgen gesucht, die
mich stark erscheinen
ließen.“
mir von seinen Kindern erzählte, war ich zerrissen, ich
dachte, er halte mich nicht für wichtig genug, um eine
weitere Vaterschaft zu rechtfertigen. Ich sagte ihm: Sei
still, du verletzt mich. Es war eine toxische Situation.
Wir haben geheiratet, weil wir uns liebten, aber auch
aus einer Vielzahl anderer Gründe.
Und dann wurde Silvia geboren.
SONIA BRUGANELLI: Ja, aber sie hatte einen Herzfehler,
wurde gleich nach der Geburt operiert und litt unter
Sauerstoffmangel: Wir wussten nicht, welche Schäden
sie davontragen würde. Es war ein Schock. Ich verbrachte
die ersten Monate im Bett, während meine
Mutter sich um sie kümmerte. Ich
war am Boden zerstört, zerrissen
von Schuldgefühlen. Ich dachte:
Ich wurde dafür bestraft, dass ich
mein erstes Kind aufgegeben
habe. Ich habe mich in mich selbst
zurückgezogen: Ich hatte versagt,
ich war nicht perfekt gewesen
und ich schämte mich. Seitdem
habe ich jahrelang einem unerreichbaren
Ideal der Mutterschaft
nachgejagt. Wir haben sofort versucht,
ein weiteres Kind zu bekommen.
Davide wurde geboren,
dann Adele, aber ich musste feststellen,
dass dies meine Familie
nicht „normal“ machte.
Und Sie haben nichts unternommen, um Ihre
Schuldgefühle zu heilen?
SONIA BRUGANELLI: Ich hätte innehalten und den Schmerz
verarbeiten sollen, stattdessen habe ich mich in die
Arbeit gestürzt und nach Erfolgen gesucht, die mich
stark erscheinen ließen. Ich habe mich dem zwanghaften
Einkaufen hingegeben. Ich habe mich wie eine
Schlampe benommen, damit niemand merkte, dass
ich litt. Stattdessen hätte ich Silvias Situation akzeptieren
und verarbeiten sollen. Erst als ich das tat, veränderte
sich mein Leben.
Was war das für ein Moment?
SONIA BRUGANELLI: Eines Tages sah Silvia mich weinen,
als ich ihr die Schiene anlegte, berührte mein Gesicht
und fragte mich: Warum weinst du? Ich verstand, dass
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
ABTREIBUNG
sie mir sagen wollte: „Ich bin so, wie ich bin, und mir
geht es gut, und wenn es mir schlecht geht, dann nur,
weil du weinst.“ Ich habe verstanden, dass, wenn das
Schicksal ihr etwas genommen hatte, ich ihr nicht noch
mehr nehmen durfte mit meiner Angst, meinem Ärger,
meiner Wut. Denn ich hatte viel Wut in mir. Ich habe
verstanden, dass Silvias Problem nicht ihre Krankheit
war, sondern ich, die ich meine Tochter nicht ansehen
konnte, ohne mich mit meinen eigenen Projektionen
auseinanderzusetzen.
Das wurde mir noch
deutlicher, als ich
„Sembrava bellezza“
von Teresa Ciabatti las.
Dort habe ich wirklich
gesehen, dass Silvia
von allen meinen Kindern
die Gelassenste
ist.
Kaufen Sie immer
noch zwanghaft ein?
SONIA BRUGANELLI: Als ich
in mein neues Haus
gezogen bin und meinen
begehbaren Kleiderschrank
angesehen
habe, dachte ich:
Das ist meine Krankenakte.
Es war ein Wahnsinn
an Designerlogos,
Schuhen,
Taschen, … Ich habe
Trost im Luxus gesucht,
aber alles hing
zusammen: Zwischen
einer großen und einer
kleinen Tasche
habe ich mich für die
große entschieden,
weil ich gerne dachte:
Ich kann sie mir leisten. Das war meine Art, mir selbst
zu sagen, dass ich alles haben konnte, denn eigentlich
wollte ich nur die Gesundheit meiner Tochter, was
unmöglich war. Heute ist die Leere verschwunden, sie
wird von meinen Kindern gefüllt. Und ich habe einen
anderen Zwang, nämlich den, sie glücklich zu machen.“
Dazwischen gab es Panikattacken.
SONIA BRUGANELLI: Davide war sechs Jahre alt. Ich wollte
einen Urlaub in New York, nur ich, er und Paolo, wie
eine normale Familie, ohne Kindermädchen und mit
Sonia Bruganelli
Silvia zu Hause bei den Großeltern. Stattdessen kommen
wir an und ich bekomme eine unerklärliche Angst.
Ich kann nicht atmen, mein Herz rast, ich bin mir sicher,
dass es ein Herzinfarkt ist. Der Arzt, der mich untersucht,
schließt das aus, gibt mir Beruhigungsmittel,
aber ich verbringe vier Tage mit einem Kloß im Hals,
mein Körper ist wie gelähmt. Die Wahrheit, das verstehe
ich erst jetzt, ist, dass ich ahnte, dass es eine Illusion
war, eine normale Familie vorzutäuschen.
Haben Sie auch
damals weitergemacht
und sich
stark gegeben?
SONIA BRUGANELLI: Natürlich.
Und die Panikattacken
kamen zurück.
Und dann kamen auch
noch Essstörungen
hinzu. Ich wollte die Kilos
verlieren, die ich in
der dritten Schwangerschaft
zugenommen
hatte, also hörte ich auf
zu essen. Davide hat
mich gerettet. Er war
zehn Jahre alt. Ich
schloss mich in meinem
Zimmer ein und
schlief den ganzen
Tag. Bis er zu mir kam
und sagte: „Mama,
stirbst du?“ Dieser Satz
hat mich wachgerüttelt.
Ich sagte mir: Ich
darf mich nicht gehen
lassen, ich habe Kinder.
Endlich habe ich
mir Hilfe geholt. Ich
war beim Psychiater,
habe Medikamente
genommen, es war ein langer Weg.
Was ist am Ende „das, was bleibt“?
SONIA BRUGANELLI: Etwas gelernt zu haben, das ich meinen
Kindern beibringen kann, damit sie nicht dieselben
Fehler machen wie ich. Mein ganzes Leben lang
habe ich geglaubt, stark zu sein bedeute, niemals
zusammenzubrechen, aber die wahre Stärke besteht
darin, sagen zu können „Ich schaffe es nicht“, seine
Schwächen zu zeigen und sich helfen zu lassen. ◻
Aus: corriere della sera – Online Ausgabe vom 19.10.2025. Übersetzt teils mit KI.
Foto: Facebook
LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 31
D
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Unsere Zielsetzungen:
Als Pro-Life-Bewegung setzen wir uns mit Leidenschaft und Überzeugung für
den Schutz des Lebens in all seinen Phasen ein – vom Augenblick der
Zeugung bis zum natürlichen Tod. Es ist uns ein tiefes Anliegen, das Leben
ungeborener Kinder, von Menschen mit Behinderungen, sowie älteren
Mitbürgern zu schützen und ihre Rechte zu wahren.
Unser Engagement konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:
Aufklärung über das Lebensrecht der Ungeborenen
Beratung und Unterstützung von Frauen in Schwangerschaftskonflikten
Hilfe bei der Bewältigung der Folgen nach einer
Abtreibung, insbesondere des Post-Abortion-Syndroms (PAS)
Einsatz für ein würdevolles, natürliches Lebensende
BESUCHE UNS
IN DEN SOZIALEN MEDIEN
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG