GSV Jahrbuch Mobilität 2025
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ZUKUNFT DER MOBILITÄT
vie mobility 2025
E-Mobilität ist gekommen, um zu bleiben
Foto: Christian Mikes
Foto: Christian Mikes
Die E-Mobilität startet neben dem öffentlichen
Verkehr nun auch im motorisierten Individualverkehr
durch, wie die 15. vie mobility von Vallon
Relations in Kooperation mit der GSV im Rahmen
der Wiener Elektrotage Ende September 2025 eindrucksvoll
zeigte. Das Expertenpanel, moderiert
von Ralph Vallon, Initiator der vie-mobility, und
Mario Rohracher, Generalsekretär der GSV, lieferte
Einschätzungen zum Hochlauf auf den Märkten
und die Entwicklung der Lade-Infrastruktur.
Elektroautos sind mittlerweile top
Christian Pesau, Geschäftsführer Arbeitskreis
der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung,
betont, dass die E-Mobilität
gekommen ist, um zu bleiben: „Es wird wohl etwas
länger dauern, als Politik und vielleicht auch
die Industrievertreter ursprünglich geglaubt haben
– 2035 wird sich möglicherweise nicht ganz
ausgehen. Aber was wir auf den Wiener Elektrotagen,
die heuer bereits zum fünften Mal stattfinden,
beobachten, ist ein gesteigertes Interesse
der Besucher an E-Autos, die absolut top sind,
mit Reichweiten, die man sich vor wenigen Jahren
noch nicht vorstellen konnte. Das spiegelt
sich auch in den Neuzulassungen wider: Über 20
Prozent aller neuzugelassenen Autos in Österreich
sind batterieelektrische Fahrzeuge, damit liegen
wir über dem EU-Schnitt.“
Elektrische schwere Nutzfahrzeuge
bleiben herausfordernd
Christian Holzhauser, Spartenobmann Transport
und Verkehr, Wirtschaftskammer Wien,
sieht im gewerblichen Bereich Chancen und Herausforderungen
bei der E-Mobilität. Im Falle von
kürzeren Strecken und leichten Fahrzeugen funktionieren
E-Fahrzeuge sehr gut, bei längeren Strecken
und schweren Fahrzeugen stehe man hingegen
weiterhin vor Herausforderungen: „Wir sehen
das auch in der Zulassungsstatistik: Im Bereich
leichter Nutzfahrzeuge bis dreieinhalb Tonnen
(N1-Bereich), haben wir schon 15 Prozent Anteil
von Elektrofahrzeugen. Bei schwereren Fahrzeugen
aus den Bereichen N2 (bis 12 Tonnen) und
N3 (über 12 Tonnen) waren es nur 100 im ersten
Halbjahr dieses Jahres.“ Auch die Ladeinfrastruktur
für schwerere Fahrzeuge habe deutlichen
Ausbaubedarf. Außerdem gilt bei Kleintransporten
nach wie vor das 3,5 Tonnen Limit, bei privaten E-
Pkw wurde das Limit von 3,5 Tonnen auf 4,25 Tonnen
erhöht, da bestehe dringender Reformbedarf.
Information ist entscheidend
Jacqueline Erhart, Leiterin ITS Vienna Region,
betont, dass die mittlerweile 10 jährige Verkehrsauskunft
Österreich VAO sich auch für die
E-Mobilität und das Finden von Ladepunkten ideal
eigne, neben dem Finden von möglichen Wegen
von A nach B: „Diese Informationen, die wir bereitstellen,
sind essentiell, um die Transformation
in der Mobilität voranzubringen und auch eine Verhaltensänderung
zu bewirken, die damit einhergehen
muss, weil im Falle von Reisen mit E-Mobilität
ein bisschen mehr geplant werden muss. Wir sind
auch stolz darauf, im öffentlichen Nahverkehr in
einem immer höheren Ausmaß elektrisch unterwegs
zu sein.“
Vallon (Vallon Relations), Tatzer (MOON Power), Erhart (ITS Vienna Region), Holzhauser (WKW), Voglsam (Arge2Rad), Pesau (Arbeitskreis der
Automobilimporteure), Berger (Wien Energie), Rohracher (GSV)
Ladeinfrastruktur aktuell gut ausgebaut,
muss weiterwachsen
Markus Tatzer, Geschäftsführer MOON Power,
nimmt zur Ladeinfrastruktur Stellung: „Wir
müssen berücksichtigen, dass in Österreich etwa
4% der Fahrzeuge, die auf der Straße sind, elektrisch
fahren. Wenn wir das im Verhältnis zum aktuellen
Ladeinfrastrukturbestand setzen, sind wir gut
unterwegs. In den Großstädten und an den Autobahnen
würde ich sagen, ist die Ladeinfrastruktur
bereits sehr gut ausgebaut, im ländlichen Raum
gibt es in diversen Gemeinden noch Aufholbedarf.
Auf europäischer Ebene ist ein Nordwest zu Südost
Gefälle zu sehen. In Skandinavien bis hinunter
nach Österreich ist es schon gut ausgebaut. Wenn
es dann weiter südlich oder in den Osten geht, haben
wir noch richtig viel zu tun. Jedoch legen viele
Förderungsprogramme der EU auch den Fokus darauf,
dass wir die Ladestationen quer durch Europa
zur Verfügung haben. Wir müssen darauf achten,
dass mit dem Wachstum der E-Mobilität auch
die Ladeinfrastruktur Schritt für Schritt mitwächst.
David Berger, Leiter Geschäftsentwicklung E-
Mobilität, Wien Energie, stimmt Tatzer zu: „Mit
über 2.300 öffentlich zugänglichen Wien Energie-
Ladestellen im Großraum Wien sowie über 20.000
österreichweit in Zusammenarbeit mit unseren
Roamingpartnern haben wir aktuell ein wirklich
sehr gutes Angebot für die die E-Pkw. Beim
Schwertransport braucht es sicher noch mehr Infrastruktur,
sowie unter anderem Lösungen bei den
Depots und bei den Logistikern. Wir wollen viele
tausende Ladepunkte in den kommenden Jahren
und Jahrzehnten errichten. Dafür brauchen wir
aber auch geeignete Plätze und die entsprechende
Netzinfrastruktur. Nur wenn wir all diese Variablen
zusammenführen, können wir am Ende des Tages
das beste Angebot für sämtliche Sparten zur Verfügung
stellen.“
Bei Zweirädern ist E-Mobilität angekommen
und wird angenomen
Hanno Voglsam, E-Mobility-Experte Arge-
2Rad, ist überzeugt, dass das Zweirad aufgrund
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