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GSV Jahrbuch Mobilität 2025

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STRASSE

Foto:imh

FutureHub: Straßeninfrastruktur & Verkehrstechnik

Die Straße ist nach wie vor bedeutend und innovativ

Konzett, BMK

In Kooperation mit der GSV fand Mitte März 2025

erstmals der vom Institut Manfred Hämmerle

(imh) organisierte FutureHub zum Thema Straßeninfrastruktur

& Verkehrstechnik statt. Die Premiere

war ein Erfolg: In vielen praxisorientierten

Vorträgen wesentlicher Stakeholder wurde ein

spannender Themenmix zum Thema Straße unter

der bewährten Moderation von GSV-Generalsekretär

Mario Rohracher geboten: Der Bogen spannte

sich von Erhaltungsstrategien, Digitalisierung,

Innovationen, Finanzierung bis hin zu Bau, Materialien

und Umweltaspekten. Rund 100 Experten

tauschten sich auch in den Pausen intensiv zu dem

Thema aus.

BMK: Ausbau der digitalen

Mobilitätsinfrastruktur

Gilbert Konzett, Stabsstelle Intelligente Verkehrssysteme

& Digitale Transformation im

BMK, weist in seiner Keynote eingangs auf die europäische

Richtlinie für IVS (Intelligente Verkehrssysteme)

hin, die die Ausgangslage für die digitale

Transformation im Bereich der Mobilität bilde

und schwerpunktmäßig die Straße, aber auch die

Schnittstellen zur Schiene und anderen Verkehrsträgern

abdecke. U. a. schaffe diese Richtlinie

den Rahmen für die Verpflichtung von privaten

Navi- und Routingdiensten, qualitätsgesicherte

Informationen der österreichischen Infrastruktur-

betreiber – wie Abfahrtsperren

oder Fahrverbote – in die eigenen

Dienste zu übernehmen. Konzett:

„Wir wollen verkehrliche Informationen

auch direkt in Fahrzeuge

einspielen können, im Endausbau

mit der rechtlichen Verbindlichkeit

physischer Verkehrsschilder.“

Ein Schwerpunkt des BMK ist für

Konzett der weitere Ausbau der

digitalen

Mobilitätsinfrastruktur,

zusammen mit den österreichischen

Infrastrukturbetreibern

und den Bundesländern. Mit der Graphen-Integrationsplattform

(GIP), der Echtzeit-Verkehrsinformation

EVIS und der Verkehrsauskunft Österreich

(VAO) verfüge Österreich bereits über sehr

gute digitale Grundlagen für den Verkehrsbereich.

Dieses Fundament gelte es weiter auszubauen,

die entsprechenden Vorarbeiten werden derzeit

seitens des Ministeriums erbracht. Ein nationaler

Mobilitätsdatenraum werde bestehende und

neue Datenökosysteme zusammenführen und das

Wachstum neuartiger datengesteuerter Angebote

und Lösungen ankurbeln, was für das Ziel eines

EU-weiten Binnenmarktes für Daten von grundlegender

Bedeutung wäre. Mit dem Mobilitätsdatenraum

werden österreichische Mobilitätsdatengrundlagen

und Datenangebote sichtbarer und

mit anderen Sektoren vernetzt, so Konzett.

Großes Potential ortet Konzett auch für den Bereich

der regionalen und überregionalen Verkehrslenkung.

Hierzu habe das von der ASFINAG geleitete

SAM.AT Projekt Handlungsfelder aufgezeigt

und ein Zielbild mit einem länder-, städte- und

modi-übergreifend ausgestalteten Verkehrsmanagement

entworfen, das die Informationsflüsse

zwischen den operativen Akteuren wesentlich

verbessern und so auch bessere Dienste für die

Nutzer über alle Mobilitätsformen hinweg bringen

werde.

ASFINAG: Netzerhaltung und

Umweltauswirkungen im Fokus

Andreas Fromm, Geschäftsführer, ASFINAG

Bau Management, hebt eingangs das Spannungsfeld

hervor, in welchem sein Unternehmen

täglich arbeitet: „Die Autobahn steht für Mobilität,

individuelle Freiheit, wirtschaftlichen Austausch,

für Erreichbarkeit von Arbeit und Urlaubszielen

sowie vielem mehr. Schön, könnte man sagen.

Gleichzeitig ist die Autobahn bzw. der Verkehr

darauf jedoch auch für sehr hohen CO 2

-Ausstoß

verantwortlich, für Bodenversiegelung, für Trennung

von Ökogebieten, was auch immer wieder

Quellen: SAM-AT Projekt, ASFINAG

einmal zu Baustellenbesetzungen führt. Dieses

Spannungsfeld wollen wir als ASFINAG möglichst

professionell auflösen, indem wir einerseits das

System Autobahn erhalten und uneingeschränkt

zur Verfügung stellen und andererseits etliche

Maßnahmen wie Lärmschutz, Gewässerschutz,

Ausgleichsflächen, Grünbrücken, Wildschutzzäune

etc. setzen, um die negativen Wirkungen von

Autobahnen und Schnellstraßen auf Umwelt und

Anrainer gering zu halten.“

Die ASFINAG sieht sich als Mobilitätspartner der

Zukunft, denke jedoch stark über ihren Stammkundenkreis

hinaus und will sich u.a. mit dem

öffentlichen Verkehr noch stärker vernetzen: Beispielsweise

wurde bei der Baustelle entlang der

Tunnelkette Werfen (A10) aufgrund von Kapazitätseinschränkungen

gemeinsam mit den Salzburger

Verkehrsbetrieben und den ÖBB das ÖV-Angebot

entlang dieser Route verstärkt. Unter anderem

besteht die Möglichkeit, mit einem Bus, der an

extra errichteten Park and Ride Stellen hält, am

Stau vorbeizufahren. Ein weiteres Beispiel ist die

erste Bushaltestelle auf einer Autobahn in Gleisdorf

(A2), die 2026 in Betrieb gehen soll. Fromm

dazu: „Gleisdorf bietet sich deshalb an, weil dort

der Bahnhof in der Nähe ist und damit entsprechende

Umstiegsmöglichkeiten gegeben sind. Oft-

SAM.AT Studie*: Empfohlene Handlungsfelder

(*Ergebnisse in Evaluierung)

bmk.gv.at

SAM.AT Studie: Empfohlene Handlungsfelder

mals ist es aber leider so, dass die Zuglinien durch

die Ballungszentren geführt und die Autobahnen

meistens außerhalb geplant wurden, weshalb es

schwer ist, derartige Verknüpfungspunkte zu finden.“

Weiters befürwortet die ASFINAG elektrische oder

alternativen Antriebe im Verkehr. Fromm: „Dazu

müssen auch wir einen Beitrag leisten. So haben

wir bereits 260 Ladepunkte auf Raststationen für

Pkw und 10 für Lkw installiert und aktuell bemühen

wir uns, unsere Rastplätze mit ausreichend

Energie zu versorgen. Für weitere Schritte müssen

wir die Raststationsbetreiber, genauer gesagt die

großen Mineralölfirmen noch

von zusätzlichen Ladestationen

überzeugen. Dabei würde uns

helfen, wenn das entsprechend

im Bundesstraßengesetz verankert

werden würde.“

Die ASFINAG selbst will ihren

Energieverbrauch, der ungefähr

so hoch wie der der Stadt

Innsbruck ist, reduzieren bzw.

bilanziell energieautark werden.

Fromm: „Einen Großteil

der Energie verbrauchen wir

Fromm, ASFINAG

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Foto:imh Grafik: BMK | Quellen: SAM-AT Projekt, ASFINAG

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