GSV Jahrbuch Mobilität 2025
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SCHIENE
Foto: imh/Studio NEXT
Grafik: DB InfraGo
Forum Verkehr 2025
Zusammenarbeit führt zum Erfolg
Ossberger, DB InfraGo
2020 -2025 -2027
Transit-Ebene
Ende Februar 2025 fand in Wien wieder das alljährliche
Forum Verkehr des Instituts Manfred
Hämmerle (imh) statt, die GSV war wieder Kooperationspartner.
Inhaltlich spannte sich der Bogen
über die Themen „ÖPNV der Zukunft“, „Schienen-
Enorme Dimensionen auf der
Schiene im Raum Frankfurt
Auszug einzelner Maßnahmen des Masterplans Frankfurt Hbf.
Bahninfrastruktur im Großraum Frankfurt am Main:
„Die deutschen Kollegen schauen intensiv nach Österreich
und sind beeindruckt, wie pragmatisch und
umsetzungsorientiert wir sind. Wien ist international
Vorbild und generell auch dafür, was Österreich
im Bereich Mobilität und Infrastruktur schafft.“
Wenn man sich Hessen und Frankfurt ansehe, ist
dieser Raum hinsichtlich Einwohnerzahl und Verkehrskennzahlen
mit Österreich durchaus vergleichbar.
Das Netz Frankfurt, eines der 34 Netzbezirke
der DB InfraGo, umfasst 2.200 Kilometer
(Deutschland 60.748 km), 167 Stellwerke mit 13
Technologien (Herausforderung Behebung Störungen
und entsprechendes Personal), 1.161 Brücken
(D: 25.740) und 107 Tunnel. 2024 standen Ossberger
300 Mio. Euro Budget zur Verfügung, jeweils
zur Hälfte für Instandhaltung und Investitionen.
In einer 10 Jahresvorschau werden es rund 8
bis 10 Milliarden Euro. Durch den Raum Frankfurt
fährt ein Großteil des europäischen Zugverkehrs.
Erneuerung der techn.
2022 2024
2026
Anlagen auf allen Bstg.
2030 2032
2028
203x
EM 06/2024
Herstellung der Wegebeziehung
(B-Ebene Nord)
infrastruktur“, „KI & Digitalisierung“ sowie
„Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement“. In
vorliegendem Bericht werden u.a. die Themen
Infrastruktur im Großraum Frankfurt am
Main, die Situation der österreichischen Busbranche,
Wasserstoff in der Mobilität sowie
Digitalisierung der Schiene wiedergegeben.
Markus Ossberger, Leiter Anlagen- und
Instandhaltungsmanagement des Netzes
Frankfurt am Main, DB InfraGO (Infrastruktureinheit
der deutschen Bahn), berichtet im
Rahmen seiner Eröffnungskeynote über die
2026 - 2028
Tiefgarage
2026 -2030
Ausbau Schalterhalle
2022 - 2027
Erneuerung der
Hauptversorgunganlagen
(TGA /50Hz)
2026 - 2027
2026
Erneuerung Gleisbrücken
Gleis 15/16
2026 - 2030
Restrukturierung Nordbau
2026 - 2027
Neubau Gleis
25 (Fahrwege)
vsl. 2028- 2030
Umbau Tramhaltestelle (VGF)
2025-02-25 | WIEN | DB InfraGO AG | Dr. Markus Ossberger, Anlagen- und Instandhaltungsmanagement Netz Frankfurt(Main), I.IA-MI-N-FFM
Auszug einzelner Maßnahmen des Masterplans Frankfurt Hauptbahnhof
2030 - 2032
Erneuerung
Brücken Gleis 22/23
Ver- und Entsorgungszentrum /
Neue Bundespolizeizentrale
Baubeginn Tiefbahnhof ab 203x
(Fahrwege)
23
Ossberger: „Es fahren von Berlin aus dem Ruhrgebiet
im Dreiminutentakt Stahl/Auto/Chemiezüge
sowie ICEs ab. Bau- und Erhaltungsarbeiten sind
aufgrund dieses konzentrierten Verkehrs äußerst
schwierig. Der Frankfurter Hauptbahnhof entspräche
mit 150 Mio. Fahrgästen pro Jahr derzeit beinahe
dem größten Flughafen der Welt, nur Hamburg
und Paris sind noch etwas größer.“
Deutschland verfüge generell über eine andere
räumliche Struktur als Österreich: wenige große
Städte, aber sehr viele kleine im Bereich von 300
bis 400 Einwohnern. Ossberger: „Die Finanzierungsstrukturen
in Deutschland sind vergleichsweise
noch komplexer als in Österreich. Man
rechne alles mal 16 und dazu dann noch die kommunale
und Bundesebene mit kurz-, mittel- und
langfristigen Finanzierungen. Ich bediene mich zur
Finanzierung nur aus 16 bis 18 Töpfen, es gibt auch
Bundesprojekte mit über 200 Finanzierungen.“
Beeindruckend sind die Dimensionen des Netzes:
18 Eisenbahnlinien gehen auf die Stadt Frankfurt
radial zu. Auf vielen Abschnitten stehen 6, 8 oder
10 Gleise zur Verfügung. Ossberger: „Das sind Dimensionen,
die man aus Österreich nicht kennt.
Jeder dieser Magistrale bewältigt 120 Züge pro
Tag, die „Rennstrecken“ in Summe 400. Das heißt,
an jeder Strecke bewegt sich 1 bis 2x Österreich.
Auch die Intervalle sind ungewöhnlich dicht.“
Es gebe viele wichtige Strecken mit Sanierungs-
und Erweiterungsbedarf. Ein besonders umfangreiches
Projekt ist die Umplanung des Frankfurter
Hauptbahnhofes, einem Kopfbahnhof. Geplant ist,
den ICE-Verkehr sechs Ebenen unter den Hauptbahnhof
auf 4 neue Gleise zu verlegen, um die
heutigen Trassen für den Regional- und den Güterverkehr
freizubekommen. Denn das „Stürzen“
(also das Wenden) von Zügen führe zu vielen Verspätungen,
obwohl der Bahnhof bereits 24 Gleise
hat und gerade über die Bahnhofsoffensive saniert
wird. Dieser Umbau wird aus der Sicht von Ossberger
äußerst herausfordernd und voraussichtlich
erst Ende 2030, Anfang 2040 Realität werden.
Volkswirtschaftlicher Exkurs: leichter,
aber verhaltener Optimismus
Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank
Austria, betont, dass uns gesamtwirtschaftlich
mittlerweile das Wasser bis zum
Hals stehe und der Handlungsbedarf
unübersehbar sei. Andererseits
gehe die Inflation zurück
und die Energiepreise sind auch
nicht höher als vor einem Jahr.
Daher erwartet Bruckbauer einige
Zinssenkungen (Anmerkung:
Diese sind auch eingetreten). Viele
Güter kommen weiterhin aus
China, Europas Exportanteil sinke
kontinuierlich. Chipprodukte
boomen, die weltweite Stahlproduktion
liege dagegen darnieder.
China wird immer produktiver,
das Verlagerungsbestreben aufgrund
der dortigen niedrigeren Kosten sei hoch.
Der Einzelhandel laufe in Österreich schlechter als
in Deutschland, bei der Industrieproduktion liege
Österreich zwar noch vor Deutschland, jedoch sinke
auch diese kontinuierlich.
Haben die Menschen kein Geld mehr? Laut Bruckbauer
sei das nicht der Fall, er verweist auf sensationell
hohe Sparquoten, die auf den Konsum drücken:
„Die Menschen geben das Geld einfach nicht
aus.“ Die US-Wirtschaft gehe seit Donald Trump
zurück, vergleichsweise gute Jahre gab es unter
Biden. Generell stimme der Ausblick positiv, das
Motto lautet: „Irgendwann müsse es doch besser
werden.“ In der Bauwirtschaft laufe es im Tiefbau
im Gegensatz zum Hochbau gut, obwohl letzterer
um 40% gestiegen sei. Der Baupreisanstieg habe
Bruckbauer, Bank Austria
Foto: imh/Studio NEXT
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