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CLICK STAGE WINTER 25/26

Das E-Magazim für Bühne, Literatur, Musik und mehr

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CS CLICK STAGE

Das E-Magazin für Theater | Musik | Literatur | & +

WINTER 25/26


GRÜEZI

Felix Schenker, Chefredaktor arttv.ch

HINWEIS:

Die Bildlegenden und

Copyrights zu den

verwendeten Fotos -

wenn nicht anders

vermerkt - finden sich

auf unserer Website.

«Wer zeitgenössischen Tanz

liebt, darf sich freuen:

STEPS und tanzmehr laden

ein, mit anderen in

Bewegung zu treten — offen,

neugierig, empfänglich. Tanz

in all seinen Facetten –

schön, roh, inklusiv,

bewegend.»

Cover: Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps 2026: ma by GöteborgsOperans

Danskompani (Choreografie von Sharon Eyal), © Tilo Stengel


Lieber CLICK STAGE Community

Wenn Körper erzählen – wird Bewegung zur Gemeinschaft.

Ich gebe es gerne zu: Mein eigener Zugang zum Tanz war lange eher oberflächlich.

Für mich bedeutete diese Kunstform vor allem Schönheit, perfekte Körper,

ansprechende Musik. Doch in den letzten Jahren habe ich erlebt, wie viel breiter

und tiefer Tanz sein kann. Das verdanke ich Festivals wie dem Migros-Kulturprozent

STEPS oder dem «Tanzmehr anderes festival commun».

STEPS bietet modernes, mutiges Tanztheater, quer durch die Schweiz — nicht nur

in Metropolen, sondern auch in kleinen Städten. Das Festival zeigt, was Tanz sein

kann: provokant, vielfältig, bewegend — mit Compagnien aus dem In- und

Ausland, mit neuen Geschichten, mit ästhetischer wie inhaltlicher Tiefe.

Und dann gibt es Tanzmehr Festival. Hier performen nicht nur Perfektionist:innen,

sondern Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen, mit unterschiedlichen

Körpern, mit oder ohne formale Tanzausbildung – alle gemeinsam auf einer Bühne.

Tanz als Gemeinschaft, als Ausdruck, als Möglichkeit für Teilhabe und Verbindung.

Projekte im Modus des «Community Dance» — so anders, so nahbar, so kraftvoll.

Ich bin froh, dass Institutionen wie STEPS und Tanzmehr Festival existieren. Sie

öffnen Tanz für alle — und zeigen, dass Tanz so viel mehr ist als die perfekte Welt

der Ballettcompagnien an den etablierten grossen Häusern. Ich will aber ehrlich

sein: Für mich persönlich bleibt das klassische Ballett meine favorisierte

Leidenschaft. Doch ich freue mich auf diese beiden Festivals, die Tanz zu etwas

Grösserem machen als zu einem rein ästhetischen Vergnügen.

STEPS und Tanzmehr Festival laden ein, mit anderen in Bewegung zu treten —

offen, neugierig, empfänglich. Tanz in all seinen Facetten – schön, roh, inklusiv,

bewegend.

Mehr dazu aber auch zu anderen Besonderheiten auf unseren Bühnen, zu Literatur

und Musik findet sich in diesem CLICK STAGE.

Mit lieben Grüssen

Felix Schenker, Chefredaktor arttv.ch


20. Festivalausgabe:

v

Tanzfestival Steps 2026


v

Hammer by

GöteborgsOperans

Danskompani © Tilo

Stengel


Fine Lines by Skånes

Dansteater © Tilo Stengel

(Choreografie von Roser

López Espinosa)


Tanzliebhaber:innen

dürfen 2026 ein

Jubiläum voller

Energie, Emotion und

Weltklasse-Tanz

erwarten.

Vom 5. bis 29. März 2026 verwandelt

Steps die Schweiz erneut in eine

grosse Bühne für zeitgenössischen

Tanz. Zum 20. Jubiläum tourt das

Festival mit zwölf Compagnien aus

aller Welt durch 33 Städte und

Gemeinden. 74 Vorstellungen auf 38

Bühnen versprechen Begegnungen

mit dem Tanz — nahbar,

überraschend und unmittelbar wie

selten zuvor.


Hammer by GöteborgsOperans Danskompani © Tilo Stengel



38 Jahre Tanzgeschichte – und ein Jubiläum voller Highlights

Seit seiner Gründung 1988 setzt das Tanzfestival Steps Massstäbe:

Zeitgenössischer Tanz soll nicht nur in grossen Städten, sondern in allen

Regionen der Schweiz erlebbar sein. Genau das macht das Festival einzigartig.

Auch 2026 reist die Tanzkunst vom Tessin bis Basel,

von Graubünden bis an den

Genfersee – und bringt Menschen

und Bewegungen zusammen. Der

Auftakt gelingt mit der

Weltpremiere «IN THE BRAIN»

von Shechter II — der jungen

Compagnie des britisch–

israelischen Starchoreografen

Hofesh Shechter. Ein Stück, das

pulsiert vor Energie: rohe Kraft

trifft auf hypnotische Rhythmen —

und dringt tief in die Psyche vor.

Ebenso eindrucksvoll: «Beyond»

der belgischen Compagnie

Circumstances.

Tanz trifft auf Zirkus und

waghalsige Akrobatik —

ein poetisches Spiel mit der

Schwerkraft für die ganze Familie.

Dances Like a Bomb by Junk Ensemble ©Fionn McCann


Internationale Exzellenz und grosse Wiedersehen

Ein Höhepunkt für Tanzliebhaber:innen ist die Rückkehr der

GöteborgsOperans Danskompani — eines der führenden Ensembles

Europas. Ein Doppelabend mit Sharon Eyal sowie Tiffany Tregarthen &

David Raymond zeigt die ganze Bandbreite zeitgenössischer

Tanzkunst. Für ein fulminantes Finale im LAC Lugano sorgt

«Hammer» von Alexander Ekman — energiegeladen, humorvoll,

unvergesslich. Auch «Sphynx» von tanzmainz setzt Zeichen:

Rafaële Giovanola erforscht die Mechanik der menschlichen

Fortbewegung — präzise, poetisch, ausgezeichnet mit dem

Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Die international anerkannte

Schweizer Choreografin entwickelt seit 2000 eine experimentelle

Tanzsprache, die den «ungedachten Körper» erforscht.

Schweizer Kreativkraft – mutig, frisch, überraschend

Wenn das Bern Ballett und die St. Gallen Dance Company für «Twi/

light» erstmals gemeinsam auf Tournee gehen, entsteht ein

künstlerischer Dialog voller Spannung. Zwei Handschriften, eine

Bühne – und ein starkes Zeichen für die Vielfalt der Schweizer

Tanzszene. Auch «Play Dead» aus Montréal verbindet Tanz, Akrobatik

und Storytelling zu einem berührenden Coming-of-Age auf der

Bühne. Und wer urbane Energie liebt, lässt sich von «Le Grand Bal»

der Compagnie Dyptik hinwegfegen: Breakdance, Hip-Hop und

Ballett verschmelzen zu einem ekstatischen Tanzfieber. Mit «Timeless

Encounters» treffen schwedische und niederländische Compagnien

aufeinander: Institution versus freie Szene, zeitgenössischer Tanz

versus Breaking – zwei Stücke, die überraschende Perspektiven

eröffnen.


Oben: Sphynx by tanzmainz ©Andreas-Etter, Unten: Hammer by GöteborgsOperans

Danskompani © Tilo Stengel


Beyond by Circumstances, © Tim Liebaert

STEPS

TRAILER

Tanz, der Brücken baut

Das Jubiläum zeigt, was das Festival ausmacht:

Offenheit, Vielfalt — und Verbindung. Internationale

Grössen, neue Talente und Schweizer Choreografie im

Austausch: ein Fest der Bewegung,

das Menschen zusammenführt.

Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps |

5. bis 29. März 2026 | Diverse Spielorte in

der ganzen Schweiz


Lisa Lareida Dance Co.:Nicole Pfister

v

Ein Festival, das Tanz neu

denkt


v


v

Femtak: Dlovan Shaheri

BewegGrund Performance Gruppe: David Fürster


«Tanzmehr anderes

festival commun» bringt

Menschen verschiedenster

Herkunft, Alter und

körperlicher

Voraussetzungen

zusammen.

Das Festival, das 2026 zum dritten Mal

stattfindet, gibt dem Tanz in der Schweiz ein

neues Gesicht. Es steht für Community

Dance auf höchstem Niveau. Auf der Bühne

tanzen für einmal keine Profis, sondern

Menschen, die im klassischen Tanzbetrieb oft

keine Bühne finden: mit und ohne

Behinderung, jung und alt, mit

unterschiedlichen Lebensgeschichten und

Körpern. Was sie eint: die Lust, sich zu

bewegen und gemeinsam Geschichten zu

erzählen.


Gemeinschaft statt Perfektion – Tanz als Einladung an alle

Tanzmehr Festival macht deutlich: Tanzkunst lebt nicht ausschliesslich

von makellosen Linien oder elitären Standards — Tanzkunst lebt

genauso von Vielfalt, Ausdruck und Gemeinschaft. Bei diesem Festival

entstehen Aufführungen durch ko-kreative Prozesse: Professionelle

Choreograf:innen erarbeiten die Stücke gemeinsam mit

Teilnehmer:innen, und die Bühne gehört allen, die sich bewegen

wollen. Die Festivalmacher:innen wollen Tanz demokratisieren und

Barrieren abbauen: Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen,

Fähigkeiten und Körperlichkeiten begegnen sich auf Augenhöhe —

und zeigen, wie vielfältig Tanz sein kann. Gleichzeitig setzt sich der

Verein auch zwischen den Festivalausgaben dafür ein, Community

Dance als festen Bestandteil der Schweizer Tanzszene zu verankern —

durch Workshops, Austauschformate und kulturpolitische Arbeit.

Luzern 2026 – Eine Bühne für Vielfalt und Gemeinschaft

Die dritte Ausgabe des Festivals findet vom 22. bis 25. Januar 2026

im Theater Pavillon Luzern statt — erstmals in der Zentralschweiz.

Zusätzlich findet ein Mitmach-Wochenende am 17./18. Januar 2026

im Tanzhaus Luzern statt, für alle, die Bewegung selbst erleben

möchten. Wer also Tanz nicht nur konsumieren und zuschauen will,

sondern mitgestalten möchte, laden die Festivalmacher:innen herzlich

dazu ein. Das Mitmach-Programm ermöglicht niederschwellige

Zugänge — unabhängig von Alter, Herkunft oder Tanzerfahrung und

ist eine Einladung, Teil der Tanzmehr-Community zu werden. Das

Festival selber bietet 16 Tanzgruppen aus der ganzen Schweiz:

Tanztheater, inklusive Formate, urbane Stile und performative

Experimente. Unterschiedliche Sprachen, Körper, Generationen und

Lebensrealitäten begegnen sich auf der Bühne und erzählen ihre

Geschichten in Bewegung.


v

Cie Tamara Mancini: Muriel Rieben

Cie. Vis ä vis: Janna Petersen


Vier arttv Festival-Empfehlungen

«Stille Tanzparty» von Lieblingssongtänzer:innen & mehr

(Do, 22. Januar 2026)

Eine partizipative Kopfhörer-Performance mit Tanzbegeisterten

unterschiedlichster Herkunft: ein Spiel mit Klang und Körper, Bild und Bewegung.

Atmosphäre, Intimität und gemeinsamer Rhythmus — Tanz als vertrauliche,

gemeinschaftliche Erfahrung.

«Das isch Musig!», «Le chant des récifs» & «FANTASEA»

(Fr, 23. Januar 2026)

Stücke mit Tänzer:innen mit und ohne sichtbare oder unsichtbare Behinderungen

— eine kraftvolle Kombination aus Musik, Natur und Empowerment. Hier wird

sichtbar, wie inklusiver Tanz Diversität feiert

Cie C2C: Laura Hänni

und Grenzen sprengt.

«Bodies Unbound», «Resistor» & mehr

(Sa, 24. Januar 2026)

Ein Abend, in dem «andere» Körper,

Generationen und Geschichten tanzen —

queere, generationenübergreifende,

marginalisierte Perspektiven treffen

aufeinander. Tanz als Widerstand, als

Selbstermächtigung, als Statement: roh,

ehrlich, unkonventionell.

«Sickle Moon»

(So, 25. Januar 2026)

Sieben junge Erwachsene zeigen ein

Tanzstück über das Leben mit

Sichelzellenanämie. Es handelt vom

Aufwachsen des selbst von dieser Krankheit

betroffenen Choreografen.


Sickle Cell Warrior: Hendro Lendys

ARTTV

VIDEO

Nationales Festival für Künstlerischen

Community Dance (KCD) | 3. Edition |

Tanzmehr anderes festival commun |

Donnerstag, 22. bis Sonntag, 25. Januar 2026 |

Das Mitmach-Wochenende findet bereits vor

dem Festival am 17. und 18. Januar 2026 im

Tanzhaus Luzern statt.


AUSSTELLUNG

02.12.2025 bis 04.10.2026

Die

ganz

schön

vielfältig

Pfäffikon SZ


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Untote

Podcaster

und Sterben

als Self-Care-

Ritual?


In einer Zeit, die den

Tod zu vergessen

sucht, bleibt auch

das Leben im

Transitbereich

stecken.

In ihrer Uraufführung am Luzerner

Theater entführen Autorin Sarah

Calörtscher und Regisseurin Anna-

Maria Lipponen in eine Zwischenwelt,

in der Sterben zum Self-Care-Ritual

und Unsterblichkeit zur Verheissung

wird. «Die Rückkehr der Fährfrauen»

erzählt grotesk und poetisch vom

Verlust der Übergänge.


Zwischen Wellness-Tod und Zukunftsangst

Unsere Gesellschaft verdrängt den Tod — und riskiert

dabei, auch den Wandel zu verlernen. In einer Kultur,

die Selbstoptimierung predigt, wird Sterben zur letzten

Problemzone: kontrolliert, verschoben, am besten

unsichtbar. «Die Rückkehr der Fährfrauen» am Luzerner

Theater nimmt diese Verdrängung ins Visier. Sarah

Calörtscher und Regisseurin Anna-Maria Lipponen

führen uns in ein absurd-satirisches «Happy Dying

Retreat», wo Sterben zum Self-Care-Ritual mutiert und

moderne Menschen Effizienz auch im Endlichen

suchen. Untote Podcaster, ein ausrangierter

Schauspieler im Rausch des Nachruhms und eine

Filmemacherin auf der Suche nach dem perfekten

Werbespot – das Stück zeigt mit bitterer Komik eine

Gesellschaft, die sich unsterblich glaubt und deshalb im

Übergang stecken bleibt.


Was wir verlieren, wenn wir Endlichkeit verleugnen

Calörtscher erinnert daran, dass Enden Voraussetzung für

Erneuerung sind. Doch wer den Tod leugnet, leugnet

Veränderung — und riskiert Stagnation. Das Stück

spiegelt ein kollektives Dilemma: In Zeiten globaler Krisen

halten wir an falscher Stabilität fest, statt den Mut zur

Transformation zu entwickeln. Die Fährfrauen*, einst

Hüterinnen von Übergängen, sind arbeitslos geworden –

und genau darin liegt die Warnung: Ohne Rituale des

Loslassens verlieren wir die Zukunft. «Die Rückkehr der

Fährfrauen» macht sichtbar, wie dringend wir wieder

lernen müssen, Abschiede zu gestalten — als Einladung

zum Neubeginn.


Zur Autorin: Sarah Calörtscher

Sarah Calörtscher schreibt dort, wo die Gegenwart Spannungen

erzeugt – und wo Humor eine ernsthafte Frage nicht entkräftet,

sondern schärft. Die 1996 geborene Schweizer Dramatikerin

interessiert sich für das Verdrängte, das Unbequeme und die

Grenzbereiche zwischen Lachen und Unbehagen. Während ihrer

Zeit als Hausautorin am Luzerner Theater entstand der Text zu

«Die Rückkehr der Fährfrauen». 2024 wurde sie für «Herz aus

Polyester» mit dem Kleist-Förderpreis ausgezeichnet. Calörtscher

arbeitet nah an der Bühne, im Austausch mit Ensembles und

Regieteams.

Zur Regie: Anna-Maria Lipponen

Anna-Maria Lipponen studierte an der Zürcher Hochschule der

Künste und bringt internationale Theatererfahrung mit: Seit 2019

inszeniert sie auf Bühnen in Skandinavien, Mitteleuropa und

dem Baltikum. Mit «Die Rückkehr der Fährfrauen» gibt sie ihr

Debüt am Luzerner Theater — ein Schritt, der ihre Vision von

Theater als offenes, vielstimmiges Feld unterstreicht. Lipponens

Inszenierungen setzen bewusst auf eine Mischung aus Ästhetik und

radikaler inhaltlicher Klarheit, mit einem feinen Gespür für Stimmung,

Raum und Haltung.

ARTTV

VIDEO

Die Rückkehr der Fährfrauen* | Luzerner

Theater | 13. November bis 19. Dezember 2025


Kinder, Kinder, Kinder


Das Theaterstück

«Atmen» beschäftigt

sich mit der Kinder-

Frage …

Ein Kind haben, sich fortpflanzen:

Für manche der Sinn des Lebens,

für manche ist es nicht vorstellbar.

Wieder andere verbringen Jahre mit

Grübeln: Sollen wir, sollen wir nicht.

Dabei werden sie selbst fast wieder

zu Kindern, weil sie sich eine

scheinbar so einfache Frage stellen:

Wofür ist das eigentlich gut, das

Leben?


Wie leben, lieben und entscheiden, wenn die Welt brennt?

Das Theater St.Gallen zeigt die grossen Fragen einer Generation – mit

Humor und Tiefgang - Das preisgekrönte Stück «Atmen» von Duncan

Macmillan wirft eine Frage auf, die viele Paare umtreibt: Kann man

heute noch guten Gewissens ein Kind in die Welt setzen? Zwischen

Billy-Regalen und Sofabezügen kippt im Möbeldschungel von Ikea ein

Alltagsmoment in eine Lebensentscheidung. Was folgt, ist ein

Crashkurs in Zukunftsangst und Hoffnung: Überbevölkerung,

Klimakrise, kollabierende Systeme – aber auch der Traum, dass

vielleicht genau dieses Kind alles retten könnte. Die Welt, die Liebe,

die Eisbären.


Eltern werden – Befreiungsschlag oder

Kontrollverlust?

Das Schauspiel von Duncan Macmillan verhandelt

die gigantischen Fragen ums Kinderhaben mit

britischem Humor und entwaffnender

Leichtigkeit. «Atmen» zeigt ein Paar, das sich

zwischen Idealismus und Wirklichkeit neu

erfinden muss. Was verliert man, wenn man ein

Kind bekommt – und was gewinnt man vielleicht

erst dadurch? Panik, Euphorie, Überraschung und

Ernüchterung wechseln im Sekundentakt und

spiegeln den emotionalen Ausnahmezustand

wider, den viele kennen. Ein Stück, das berührt

und zugleich spiegelt, wie fragil unsere

Zukunftsträume sind – und wie viel Mut es

braucht, sie trotzdem zu verfolgen.

ARTTV

VIDEO

Atmen | Theater St. Gallen | bis 31. Januar

2026 | Schauspiel von Duncan Macmillan


Das Theater Uri feierte

drei Tage sein 100-

jähriges Jubiläum


Höhepunkt der

Festivitäten war die

Jubiläumskomödie «Die

Rampenschau», die vom

Mythos Tell und den

Eigenheiten des

Tellspielhauses erzählte.

Die ehrwürdige Theaterinstitution,

die noch heute als Tellspielhaus im

Bewusstsein der Bevölkerung

verankert ist, heute aber als Theater

Uri auftritt, blickt auf 100 Jahre

bewegte Kulturgeschichte zurück.

Ein dreitägiges Festival zelebrierte

das Bestehen des Hauses und

demonstrierte eindrucksvoll die

lebendige Verbindung von Tradition

und moderner Theaterkunst.


100 Jahre Tradition

Ein ganzes Jahrhundert Kulturgeschichte im Herzen der

Urschweiz: Das Tellspielhaus in Altdorf – heute Theater Uri

– hat sein 100-Jahr-Jubiläum gebührend gefeiert. Vom 21.

bis 23. November 2025 öffnete das geschichtsträchtige

Haus seine Türen für ein dreitägiges Festival, das die

Vergangenheit ehrte und gleichzeitig mutige Blicke in die

Zukunft des Theater Uri warf. Das 1925 aus einem

ehemaligen Gemeindehaus entstandene Gebäude ist

untrennbar mit dem Mythos Wilhelm Tell und Schillers

Drama verbunden. Die Altdorfer Tellspiele, die hier alle

paar Jahre aufgeführt werden, sind weit über die

Kantonsgrenzen hinaus – ja im ganzen deutschsprachigen

Raum – bekannt. Doch das Jubiläum hat gezeigt, dass das

Haus weit mehr als nur traditionelle Aufführungen kann

und ein vitaler Ort für vielfältige Kulturformen ist.

Originelles Stück

Im Zentrum der Feierlichkeiten stand die eigens für diesen

Anlass geschriebene und gefeierte Jubiläumskomödie:

«Die Rampenschau». Das Stück, geschrieben von Stefan

Arnold, war eine humorvolle Hommage an das Haus

selbst, seine Eigenheiten und die Menschen, die es mit

Leben füllen. Unter der Regie von Livio Beyeler und mit

dem brillierenden Schauspieler Rolf Sommer auf der

Bühne nahm das Einpersonen-Stück das Publikum mit auf

eine urkomische Auseinandersetzung mit der reichen

Tradition. Im Mittelpunkt stand der kantonal angestellte

Sicherheitsbeauftragte Hanspeter Gisler, der die

Vorschriften durchsetzen will. Er prallt auf eine chaotische

Theaterwelt voller eigenwilliger Charaktere, was zu einem

amüsanten Konflikt führt. Die Komödie spielte mit dem

Kontrast zwischen Bürokratie und Theaterleidenschaft und

nutzte absurde Situationen, um das Publikum zum Lachen

und Nachdenken über Tradition und Moderne anzuregen.

Bleibt zu hoffen, dass es nicht bei den drei Vorstellungen

bleiben wird. Eine Wiederaufnahme, wäre wünschenswert.


ARTTV

VIDEO

DIE RAMPENSCHAU | 100 Jahre Tellspielhaus

Das Jubiläum wurde ausgiebig vom 21. bis 23.

November gefeiert. Das Solostück mit Rolf

Sommer unter der Regie von Livio Beyeler,

aus der Feder von Stefan Arnold, war der

eigentliche Höhepunkt.


Geri Dillier – ein Mann

der Sprache


arttv.ch zu Besuch

beim Preisträger

des Obwaldner

Kulturpreises

Geri Dillier hat sich ein Leben lang auf

vielfältige Weise mit literarischen

Ausdrucksformen beschäftigt – sowohl im

Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als

Radioproduzent wie auch durch unzählige

Aktivitäten im Bereich des Theaterschaffens

und der Kulturvermittlung. Sein persönliches

Engagement für die künstlerische

Entwicklung talentierter Kulturschaffender

hat das Obwaldner Kulturleben während

eines halben Jahrhunderts nachhaltig belebt

und geprägt.


Der Klanghandwerker

Wenn Geri Dillier spricht, lauscht man automatisch genauer.

Rhythmisch präzise, verspielt, mit einem untrüglichen Gefühl für

Klang: Sprache ist für ihn keine Theorie, sondern Resonanzraum. Seit

Jahrzehnten wirkt er als Radiomann, Hörspielregisseur,

Theatermacher und Kulturförderer – ein hartnäckiger Anwalt dafür,

dass die Stimmen einer Region nicht verstummen. Er ist keiner, der

sich nach vorne drängt. Sein Ort ist dort, wo Sprache hörbar wird.

Heimat als Hörlabor

Aufgewachsen im obersten Stock des

Sarner Rathauses, war seine Kindheit von

Stimmen geprägt: Marktlärm,

Kirchenglocken, Dialekt in allen Tonlagen.

Nach dem Studium in Zürich ging Dillier

zum Schweizer Radio – und blieb fast

vierzig Jahre. Über hundert Hörspiele

tragen seine Handschrift: aufmerksam,

präzise, poetisch. Doch er war nie nur im

Studio zu Hause. Schon früh stand er mit

der Jungen Bühne Sarnen auf den Brettern

und prägte später das Theaterschaffen in

Obwalden. Für ihn entsteht Kunst im

Austausch: als Dialog mit der Welt, als

Einladung zum Mitreden.

Kultur als Gemeinschaftswerk

Dillier war Dramaturg, Lektor, Kurator, Herausgeber, Initiant. Er

förderte Talente, setzte sich für die Mundart ein und gründete

Projekte, die Menschen verbinden. 2008 eröffnete er mit seiner Frau

die Buchhandlung Bücher Dillier – ein Ort, der nicht nur Bucheinband

riecht, sondern nach Gesprächen. Mit dem Obwaldner Kulturpreis

2025 wird nun sichtbar, was er seit Jahrzehnten tut: Kultur lebendig

halten. Nicht laut. Aber wirkungsvoll. Denn vieles, was bleibt, muss

gar nicht glänzen – es muss einfach klingen.


ARTTV

VIDEO

Geri Dillier | Obwaldner Kulturpreis 2025


EINLADUNG

NICOLE KIDMAN

Als Mitglied bist du

kostenlos dabei

DETAILS & ANMELDUNG SIEHE SEPARATES MITGLIEDER-MAIL


Das Zürcher Kino Xenix würdigt

Superstar Nicole Kidman im Dezember

mit einer Retrospektive. Mit seiner

Filmreihe stellt das Xenix Kidmans Talent

in den Vordergrund, die sich über

Jahrzehnte hinweg immer wieder neu

erfunden hat – von australischen

Anfängen bis hin zum internationalen

Superstar.

Noch nicht

Mitglied?

JETZT ANMELDEN


Traumwelt Musical -

Robin Ziehbrunner


arttv.ch hat den

aufstrebenden

Schweizer Musical-

Darsteller zum Interview

getroffen.

Robin Ziehbrunner fand seine Liebe

zum Musical im Alter von fünf

Jahren, als sein Vater die CD von

«Tanz der Vampire» mit nach Hause

brachte. Der 28-jährige Zürcher

spricht im Interview über seine

Leidenschaft, warum er seine

Ausbildung an der Stage School in

Hamburg absolvierte, die

Herausforderungen des Show-

Business und warum sich der Weg

trotzdem lohnt.


Mit seinen 28 Jahren ist der Schweizer Robin

Ziehbrunner bereits ein erfahrener

Musicaldarsteller. Seine Reise begann vor

acht Jahren an der Stage School in Hamburg,

wo er seine Ausbildung mit Auszeichnung

beendete. Seitdem hat der vielseitige

Künstler in zahlreichen Bühnenproduktionen

wie The Rocky Horror Show, Best of Musicals

von Wacky Productions und Ludwig II sein

Talent unter Beweis gestellt aber auch auf

Kreuzfahrtschiffen wie der Artania die Welt

kennen gelernt.


INTERVIEW

>hier lesen

Robin Ziehbrunner | Musical-Darsteller |

Kommende Produktionen:

bis 28. Dezember 2025: Geist der Weihnacht,

Festspielhaus Neuschwanstein, Füssen

31. Dezember 2025 bis 11. Januar 2026:

Cinderella, Metronom Theater Oberhausen

6. bis 22. Februar 2026: Die Päpstin,

Festspielhaus Neuschwanstein, Füssen

20. März 2026: Rocky Horror Show, Alte Oper

Erfurt


Wenn

Freundschaft

stärker ist als

Angst



Die Shake Company

lässt mit

S’Dschungelbuech

den Urwald

erklingen

Bis am 11. Januar 2026 verwandelt sich

das Bernhard-Theater Zürich in eine

farbenfrohe, wilde und herzerwärmende

Abenteuerwelt. Das Dialekt-

Familienmusical s’Dschungelbuech bringt

den zeitlosen Klassiker in einer frischen,

modernen Dialekt-Fassung auf die Bühne

– energiegeladen, humorvoll und mit viel

Gefühl. Eine Geschichte über Mut,

Freundschaft und Zugehörigkeit, die

Generationen verbindet und gerade in

der dunkleren Jahreszeit ein Licht

entzündet.


Mowgli zwischen Freiheit und Gefahr

Der Tiger Shir Khan hat Mowglis Vater getötet und den Jungen im Urwald

zurückgelassen. Wölfe nehmen sich seiner an und ziehen ihn gross – als «wildes

Kind», das ungebändigter kaum sein könnte. Doch die Bedrohung durch Shir

Khan bleibt bestehen. Baghira und Balou wollen Mowgli deshalb in Sicherheit

bringen – zurück zu den Menschen. Der aber weigert sich: Sein Herz schlägt für

den Dschungel und seine tierischen Freunde. Trotz Warnungen läuft er davon,

gerät in aufregende Abenteuer und stellt sich immer wieder selbst in den Weg.

Erst ein Mädchen in der Menschenwelt lässt ihn begreifen, wer er wirklich ist.

Eine Suche nach Identität, die sehr menschlich ist – auch im Urwald.

Klassischer Stoff mit modernen Blickwinkeln

Rudyard Kipling schrieb die Mowgli-Geschichten 1894/95 – zwei Werke, die die

Abenteuer des Menschenkindes literarisch unsterblich machten. Disney-

Zeichentrickfilme, Realverfilmungen und Animationsserien hielten den Kultstatus

über Generationen wach. Gleichzeitig wird der Stoff heute differenzierter

betrachtet: Kiplings kolonial geprägte Weltbilder werfen Fragen auf. Die

Faszination bleibt dennoch ungebrochen, denn seine Erzählungen verhandeln

zeitlose Themen: Zugehörigkeit. Verantwortung. Zusammenhalt. Das Musical

greift einzelne Kapitel heraus – die Phase vom Kind zum Jugendlichen. Wie in

modernen Adaptionen üblich, sind Geschlechterrollen offener: Der Dschungel

ist ein vielfältiger Lebensraum, in dem Identität neu verhandelt wird.


Theatermagie für alle Generationen

Autor und Regisseur Kamil Krejčí hat eine witzige, kluge Dialektfassung

geschaffen, die Kinder begeistert und Erwachsene zum Schmunzeln

bringt. Eine Erzählerin fungiert als Kompass durch die Handlung – und

sorgt dafür, dass auch Smartphones Pause haben. Regisseur Krejčí

verbindet Spannung und Spass mit sicherem Instinkt für die

Wahrnehmung des jungen Publikums. Nichts wirkt überdreht, nichts

wird verniedlicht – das Abenteuer bleibt greifbar und emotional. Nur

sieben Darsteller:innen verkörpern 21 Rollen: durch kräftige

Körperarbeit, klare Stimmen, fantasievolle Masken. Die Musik von

Konstantin Wecker und die farbenfrohen Choreografien von Annatina

Hug verwandeln die Bühne in ein pulsierendes Urwaldspektakel. Beim

Hinausgehen verraten die Gesichter alles: rote Wangen, funkelnde

Augen, breite Lächeln. S’Dschungelbuech ist lebendiges Theater – ein

Event, der Zürich durch die Winterzeit trägt und den Glauben an

Freundschaft frisch entfacht.

Für uns gesehen hat das Stück: Alain Ziehbrunner


Rudyard Kipling – Der Mann, der

Mowgli erfand

Geboren im kolonialen Indien,

aufgewachsen zwischen zwei Welten –

Rudyard Kipling wusste früh, wie sich

Fremdheit und Zugehörigkeit

anfühlen. Schon als junger Journalist

schrieb er über das britische Empire,

später wurde er einer der

meistgelesenen Autoren seiner Zeit.

Mit «The Jungle Book» (1894/95)

schuf er Figuren, die bis heute

lebendig sind: Mowgli, Balu, Baghira

– Ikonen einer Welt, in der Mensch

und Tier die Grenzen ihrer Identitäten

ausloten. Kipling wurde 1907 als

jüngster Literaturnobelpreisträger der

Geschichte ausgezeichnet.

Gleichzeitig bleibt sein Werk

ambivalent: Die kolonialen Machtstrukturen, die darin

immer wieder durchscheinen, werden heute kritisch

beleuchtet. Und doch hat er etwas geschaffen, das weit

über seine Zeit hinausreicht: Geschichten, die

Generationen begleiten und kulturelle Codes prägen –

vom Kinderzimmer bis zur grossen Bühne.

S’Dschungelbuech | Bernhard-Theater | bis

11. Januar 2026 | Regie: Kamil Krejčí


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Ein Projekt von 20

Jahre arttv.ch –

stellvertretend für

die Künstlerinnen

einer Generation,

die viel bewegt

haben und doch zu

wenig gesehen

wurden.

BUCH BESTELLEN

Eine vielseitige Künstlerin

wiederentdeckt:

Erna Schillig und ihr Werk

Gebunden

224 Seiten, 170 farbige und

38 s/w-Abbildungen

20 x 26,5 cm

ISBN 978-3-03942-295-1

CHF 49.00

zzgl. Versandkosten


Zwölf menschliche

Bühnentiere trotzen dem

Alter



FOREVER YOUNG

im Theater im

Seefeld

Die Shake Company präsentiert eine

musikalische Komödie über das Leben, den

letzten Vorhang und die grössten Hits aller

Zeiten. Der poppige Liederabend basiert – als

Schweizer Fassung – frei auf dem

Theaterstück «Ewig jung» von Erik Gedeon.

Sieben Senior:innen trotzen dem Alter und

lassen frühere Zeiten wiederaufleben. Die

tattrigen Pensionär:innen schmettern

musikalische Klassiker und geben selbst Züri-

Chansons wie «Mir mag halt niemer öppis

gunne» eine ganz neue Bedeutung.


TRAILER

> Zum Bericht auf arttv.ch

FOREVER YOUNG | Theater im Seefeld |

bis 31. Dezember 2025 | Mit: Gigi Moto, Eric

Hättenschwiler, Myriam Wittlin, Fabio

Romano, Markus Schönholzer, Hans Ueli

Schlaepfer und Fabienne Louves | | Regie:

Dominik Flaschka

Die Shake Company hatte mit FOREVER

YOUNG an den «Swiss Comedy Awards» den

Hauptpreis gewonnen. Das Stück wurde zur

besten Produktion in der Kategorie

«Ensemble» und «Publikumsliebling»

gewählt.


Die Langeweile als

Spiegel des eigenen Ichs


Das Vögele

Kulturzentrum widmet

sich einem alles

anderen als

langweiligen Thema.

Ein unterschätztes Gefühl im

Rampenlicht: Die multimediale

Ausstellung «Die Langeweile – ganz

schön vielfältig» enthüllt die vielen

Facetten der Langeweile. Entdecke,

wie sie uns herausfordert, inspiriert

und bereichert. Sei aber gewarnt:

Langeweile kommt hier garantiert

nicht auf. Nur schon weil zwölf

Positionen der zeitgenössischen

Kunst die Ausstellung auch zu

einem visuellen Erlebnis machen.




Direkt und zugänglich

Jeder kennt diese Momente: im Lift, im Stau, beim

Zahnarzt. Dort, wo die Zeit stillzustehen scheint, meldet

sich die Langeweile. Doch sie ist mehr als nur Untätigkeit.

Psychologisch gesehen ist sie ein Spannungszustand, den

Dr. John Eastwood so definiert: «Langeweile ist das

unangenehme Gefühl, einer zufriedenstellenden Tätigkeit

nachgehen zu wollen, es aber nicht zu können.» Viele von

uns versuchen, sie mit dem Handy, Smalltalk oder anderen

Beschäftigungen zu überwinden. Aber gerade in der

Langeweile liegt ein besonderer Wert. Sie kann ein

produktiver Zwischenzustand sein, der Kreativität weckt,

neue Ideen hervorbringt und zum Nachdenken anregt.

Langeweile ist wie ein Spiegel, der uns zeigt, welche

Wünsche und Bedürfnisse in uns verborgen sind. Die

Ausstellung «Die Langeweile – ganz schön vielfältig»

beleuchtet diese unterschiedlichen Seiten der Langeweile

auf tiefgründige Weise und mit künstlerischen Mitteln.


Insgesamt zwölf Positionen der

zeitgenössischen Kunst bilden einen

bedeutenden Teil der Ausstellung. Die

Künstler:innen setzen sich in ihren Werken

spezifisch mit dem Thema Langeweile

auseinander mittels ausdrucksstarker

Fotografien, Videos, Zeichnungen und

weiteren Installationen. Mit dabei sind:

Myrien Barth, Manon de Boer, Monsignore

Dies, Leonie Dittli, Jeppe Hein, Claudia

Kübler, Dagmar Küsters, Living Museum Wil,

Dawn Parsonage, Eric Pickersgrill und

Andrina Schmid.

ARTTV

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Die Langeweile – ganz schön vielfältig |

Vögele Kulturzentrum | bis 4. Oktober 2026 |

Kuratiert von Karolina Widla und Anouk

Estermann


Perlen der Baukultur

in Appenzell

Ausserrhoden


Drei neue

Rundgänge durch

Heiden, Rehetobel

und Teufen

Der Schweizer Heimatschutz lädt

ein, die bewegte Baukultur des

Appenzellerlands neu zu

entdecken: Drei Rundgänge

führen durch Heiden, Teufen und

Rehetobel — und zeigen, wie

Architektur Geschichte erzählt:

von Wirtschaftswunder über

Brände bis zum

Wandel der Moderne.


Aufbruch, Brände und Baukunst – Appenzeller Orte im Wandel

Heiden, Teufen und Rehetobel zeigen beispielhaft, wie stark wirtschaftliche

Entwicklungen und städtebauliche Umbrüche das Appenzellerland geprägt

haben. Vom Textilboom über verheerende Brände bis zur Nähe zur Stadt: Die

Geschichte dieser Gemeinden erzählt vom ständigen Wandel zwischen

Tradition und Fortschritt.

Heiden – Neuaufbau mit grossem Stil

Heiden entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum wirtschaftlichen Zentrum des

Vorderlandes. Der Textilboom und die zahlreichen Kurhäuser brachten

Wohlstand – und die 1875 eröffnete Bergbahn verband den Ort mit der Welt.

Nach dem Grossbrand von 1838 entstand das Dorf neu im klassizistischbiedermeierlichen

Stil, geplant auf einem Raster. Diese Anlage zählt bis heute

zu den bedeutenden des 19. Jahrhunderts in der Schweiz. Im 20. Jahrhundert

setzten innovative Architekten und Ingenieure weitere Akzente: etwa Beda

Heftis Schwimmbad oder die modernen Bauten Otto Glaus’, geprägt vom

«Neuen Bauen» im Geist Le Corbusiers.

Teufen – Wachstum dank Stadtnähe

Vom ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Siedlungsgebiet wurde Teufen

ab dem 18. Jahrhundert zu einer wohlhabenden Textil- und

Fabrikantengemeinde. Historische Geschäftshäuser zeugen noch heute

davon. Mit der wachsenden Bedeutung der Stadt St. Gallen veränderte sich

auch Teufens Struktur: Villen, Vorortcharakter, Bauboom. Die Entwicklung

brachte Verdichtung – und ein Nebeneinander unterschiedlichster Baustile.

Rehetobel – ein Dorf ohne Platz, aber mit starkem Charakter

Rehetobel wuchs erst mit Kirche und Gemeindegründung ab 1669 zu einem

eigentlichen Dorf heran. Die Heimindustrie der Textilverarbeitung prägte

Architektur und Alltag. Typische Weber- und Stickerhäuser mit hohen,

funktionalen Sockelgeschossen bilden dichte Strassenzüge – ein Ortsbild, das

die Blüte der regionalen Textilindustrie einzigartig widerspiegelt. Nach

Abwanderungstendenzen im 20. Jahrhundert führten neue Wohngebiete

wieder zu Wachstum – allerdings mit weniger Bezug zur historischen Struktur.

Fazit: Die drei Dörfer zeigen: Baukultur ist ein Spiegel gesellschaftlicher

Entwicklungen. Wirtschaftliche Höhen, Brüche und Erneuerung haben im

Appenzeller Vorderland Spuren hinterlassen – architektonisch vielfältig,

regional prägend und bis heute erlebbar.


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Baukultur in Appenzell Ausserrhoden |

Schweizer Heimatschutz


Zwischen Diesseits

und Jenseits


Wie stellen sich

Gesellschaften vor,

was nach dem Tod

geschieht?

Jeder Mensch, der die Erde betritt, muss

sie auch wieder verlassen – und lebend

hat dies noch niemand getan. Der Tod

ist Bestandteil des Lebens. Nach dem

Tod begibt sich die Seele oder die

verstorbene Person auf eine Reise … Die

Ausstellung geht der Frage nach, wie

sich Gesellschaften den Übergang

zwischen Diesseits und Jenseits

vorstellen, welchen Weg die Seele oder

die verstorbene Person dabei zurücklegt

und welche Vorbereitungen es braucht.


Nicht todernst

Jede Gesellschaft und jede Religion hat ihre eigene Vorstellung darüber

entwickelt, was im Augenblick des Todes und nach dem Tod geschieht.

Damit der Weg ins Jenseits richtig begangen werden kann, braucht es

Vorbereitungen sowie die Hilfe und Unterstützung der Hinterbliebenen aus

dem Diesseits. Es ist aufwendig, Verstorbene oder Seelen mit den nötigen

Dingen auf den richtigen Weg zu schicken. Die Ga in Ghana kennen eine

einzigartige Sarg- und Beerdigungskultur. Dieser Einstieg in die Ausstellung

macht klar: Das Thema ist zwar todernst, hat aber auch seine farbigen und

lebensbejahenden Seiten. So stellt sich etwa der indonesische Künstler

Eddie Hara in seinem riesigen Wandbild «See you on the other side» das

Jenseits vergnüglich vor. Der

Altar des mexikanischen

Künstlers Pepe Villegas ist

ein buntes Zeugnis des

Volksfestes Día de Muertos

zu Ehren der Toten jeweils

am 1. und 2. November.

Sicher begleitet

Der Beginn des Weges, der

Tod, ist oft von traditionellen

Prozessen und Zeremonien

charakterisiert. Die

Bestattung ebenso. Hier wie

später auch kommt den

Hinterbliebenen und

Objekten wichtige Bedeutung zu. Das Totenbuch Bardo Thödol aus Tibet

beschreibt die ersten 49 Tage nach dem Tod – und die Begegnungen mit

guten und bösen Gottheiten. Auf Bali spielen Kremationstürme,

Verbrennungssärge und Effigien eine wichtige Rolle bei der

Seelenreinigung. Die sich über Monate ziehen kann und im Zentrum der

Ausstellung steht. Versehen mit schützenden Objekten werden die

Verstorbenen oder die Seelen auf ihrem Weg zudem von Tieren und

Instrumenten begleitet. Ein eigentliches Ziel gibt es nicht, dafür ist die

letzte Station der Erinnerung gewidmet. Und zum Schluss bringen

todschöne Musik und Filmauszüge nochmals eine leichtere Note in die

Ausstellung.


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Der Weg ins Jenseits | Museum der Kulturen

Basel | bis 26. April 2026


Woher kommen

eigentlich

Kieselsteine?


Voller Energie in die

Zukunft


Einblicke in die

Kulturgeschichte des

Kieselsteins – eines

Wegbereiters der

Zivilisation

Die Ausstellung «Kleiner Kiesel ganz

gross» lädt ein, in die Vielfalt und

Schönheit der Kieselsteine einzutauchen

und darüber hinaus ihre verborgenen

Geschichten zu erfahren. In übergrossen

Kieselsteinen präsentiert das

Naturmuseum Thurgau eine Fülle an

Objekten, die es zu entdecken gilt und

die Antworten auf spannende Fragen

rund um die kleinen, rundlichen

Wegbegleiter geben.


Ein Stück Erdgeschichte

Eine Ausstellung im Naturmuseum Thurgau entdeckt die verborgene

Welt der Kieselsteine: Sie liegen am Flussufer, im Park oder im Garten –

meist unbeachtet. Dabei lohnt sich ein zweiter Blick. Denn ihre Farben,

Maserungen und Formen verraten eine lange Reise durch Zeit und

Landschaft: Aus hartem Gestein herausgebrochen und von Wasser und

Eis geschliffen, werden kantige Brocken zu jenen glatten Steinen, die wir

gerne in die Hand nehmen.

Kleiner Stein, grosse Geschichte. Dass in Kieseln und zwischen ihnen

auch ein erstaunlich lebendiger Mikrokosmos existiert – mit Kleintieren,

Algen oder Moosen – zeigt das Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld.

Naturwunder vor der Haustür

Die Sonderausstellung «Kleiner Kiesel ganz gross» widmet sich dem

kleinen Naturwunder vor unserer Haustür. Überdimensionale

Kieselmodelle machen sichtbar, was wir sonst übersehen, und geben

Einblick in die geologischen Kräfte, die einen Kiesel formen. Eine

interaktive Schau, die Naturgeschichte begreifbar macht.

Das Naturmuseum Thurgau ist bekannt dafür, Naturwissen anschaulich zu

vermitteln – mit Sammlungen und Erlebnisstationen, die Gross und Klein

gleichermassen begeistern. «Kleiner Kiesel ganz gross» knüpft nahtlos

daran an: Wer nach dem Rundgang einen Kiesel betrachtet, hält nicht

einfach einen Stein in der Hand, sondern ein Stück Erdgeschichte.

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Kleiner Kiesel ganz gross | Naturmuseum

Thurgau | 6. Juni 2025 bis 19. April 2026


Voller Energie in die

Zukunft


Die «Helle Nacht»

2025 der Industriewelt

Aargau punktete mit

Innovation und

Geschichte.

Unter dem Motto «Voller Energie» öffneten

zahlreiche Institutionen, Unternehmen und

Kulturstätten ihre Türen und boten dem

Publikum Einblicke in die reiche

Industriekultur der Region – von historischen

Meilensteinen bis hin zu zukunftsweisenden

Projekten. Organisiert vom Netzwerk

Industriewelt Aargau (NIWA), machte die

Veranstaltung Industriegeschichte von

gestern, heute und morgen an

verschiedenen Standorten erlebbar, darunter

Aarau, Baden, Lenzburg, und Rheinfelden.


Industriekulturnacht mit Rekordbeteiligung

Der Kanton Aargau erstrahlte im November 2025 in einem besonderen

Licht. 46 Institutionen und Unternehmen, von historischen Stätten bis hin zu

modernen Forschungszentren, luden die Besucher:innen ein, die

Industriegeschichte von gestern, heute und morgen zu erkunden. Ob in

Aarau, Baden, Lenzburg oder Rheinfelden das Publikum erlebte eine

beeindruckende Palette an Führungen, Ausstellungen und interaktiven

Projekten, die das industriekulturelle Erbe des Kantons zum Leuchten

brachten. Die gute, alte Stempelkarte für den öffentlichen Verkehr ist bald

schon Industriekulturgut: Es wird geswipt und nicht mehr gestempelt. An

der Hellen Nacht wurde sie zum Leben erweckt.

Energische Zeitreise:

Vom Wasserrad zum

«Sound Gate»

Die Veranstaltung bot

eine Mischung aus

traditionellem Handwerk

und futuristischer

Technologie. Die

industrielle

Vergangenheit stand

zum Beispiel in Lenzburg

im Fokus, wo ein frisch

revidiertes, historisches

Wasserrad wieder in

Betrieb genommen

wurde. Gleichzeitig gab

die «Helle Nacht» Einblicke in die Energiewende: Bei Hitachi Energy in

Aarau konnten die Besucher:innen erfahren, wie an einer nachhaltigen

Energiezukunft gearbeitet wird, während die Berufsfachschule BBB in

Baden mit der begehbaren Kunstinstallation «Sound Gate» ein einzigartiges

Hörerlebnis schuf. Weitere Events waren Einblicke in das nationale Projekt

«industriekultur.ch», die World Robotic Olympiad und die Vernissage der KI

Ausstellung im Stadtmuseum Aarau. Die «Helle Nacht» hat damit erneut

verdeutlicht, dass der Aargau ein pulsierendes Zentrum ist, in dem

industrielle Geschichte und Innovation Hand in Hand gehen.


Industriewelt Aargau: Wenn Geschichte auf

Zukunft trifft

Das Projekt Industriewelt Aargau macht die

reiche, 300-jährige Industriekultur des

Kantons erlebbar und schlägt eine Brücke

zwischen historischem Erbe und moderner

Innovation. Die Initiative, die aus dem

Themenjahr «#ZeitsprungIndustrie»

hervorging und heute vom Verein Netzwerk

Industriewelt Aargau getragen wird, hat das

Ziel, die Bedeutung des Aargaus als einen

der wichtigsten Industriestandorte der

Schweiz für alle Bürger:innen zu

unterstreichen. Durch Veranstaltungen wie

die «Helle Nacht», die Erfassung historischer

Zeugnisse in einem Online-Inventar und

spezielle Bildungsangebote wird die

industrielle Vergangenheit bewahrt und ihre

Relevanz für die Zukunft gezeigt. Der Kanton

unterstützt das Projekt, um die faszinierenden

Geschichten und Orte der Aargauer

Industrielandschaft für Einheimische und Tourist:innen

gleichermassen sichtbar zu machen.

Helle Nacht | Industriewelt Aargau | Die

sechste «Helle Nacht» fand am 8. November

2025 statt. Nächstes Jahr ist der Event auf

Mittwoch, 4. November 2026, 14–22 Uhr,

zusammen mit der Nacht der Aargauer

Wirtschaft geplant


Geschichten aus dem

scheinbar banalen Alltag


Jürg Gautschis

freudvolle, ärgerliche,

amüsante und

abgründige

Begegnungen mit der

Welt und mit sich

selbst.

In den Kurzgeschichten des Bündner

Autors trifft man auf Ameisen, die Pommes

Chips verschmähen, macht Bekanntschaft

mit der wilden Weinrebe, die ihren Platz

im Wohnzimmer einfordert, und verspürt

den permanenten Drang zur

Selbstoptimierung bei der Ernährung, in

Liebesbeziehungen oder am Arbeitsplatz.

Aus diesen Alltagsszenen entsteht ein

unterhaltsames Textmosaik, lakonisch,

humorvoll und temporeich erzählt.


Jürg Gautschi – Geschichten aus dem Herzen des Romanischen

Der Autor, Theatermacher und Radiomann aus Trun erzählt vom Leben, wie

es klingt – zwischen Bündner Bergen, Bühne und Mikrofon. Wer Jürg

Gautschi (*1963) begegnet, trifft auf einen Menschen, der Sprache liebt – und

ihr vertraut. Aufgewachsen in Trun, studierte er zuerst Sekundarleherer, bevor

ihn die Theaterwelt packte. An der Hochschule für Musik und Theater Zürich

erwarb er einen MAS in Theaterpädagogik. Später arbeitete er als Reporter,

Dokumentarfilmer und Produzent für Liveshows im Fernsehen. Seit 2020

prägt er bei RTR die Kultursendung «Cuntrasts» – immer nah an den

Menschen, ihren Geschichten und dem rumantschen Alltag. Und wann immer

Zeit bleibt, zieht er sich zurück an den Schreibtisch: für neue Szenen, Stimmen

und überraschende Begegnungen auf dem Papier.

Literatur mit Humor, Herz und Haltung

Gautschi schreibt kurze Texte, die aus dem Moment geboren sind – oft für die

Sendung «Impuls» auf Radio Rumantsch. Mal heiter, mal tiefgründig, immer

mit neugierigem Blick auf die Welt. Sein Talent blieb nicht unentdeckt: 2005

gewann er den «Premi Term Bel» und den Publikumspreis der Romanischen

Literaturtage in Domat/Ems, 2023 überzeugte er beim OpenNet-Wettbewerb

der Solothurner Literaturtage. Was seine Arbeiten ausmacht? Eine Stimme,

die das Romanische feiert – nicht als Folklore, sondern als lebendige Sprache

voller Kraft, Witz und Gegenwart. Sein aktuelles Buch «Gegenrauch –

Alltagsgeschichte» ist das beste Beispiel dafür.


ARTTV

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Jürg Gautschi | Portrait | Gegenrauch –

Alltagsgeschichten | Autor: Jürg Gautschi |

Übersetzung:Claudio Spescha | ISBN:

978-3-03981-016-1 | Edition Bücherlese


Eine Schweizer Autorin

im Höhenflug


Dorothee Elmigers

dreifacher Preissegen

und ein Geschenk für

unsere Gönner:innen

Die Literaturszene feiert ihre neue

Königin: Dorothee Elmiger. Mit ihrem

Roman «Die Holländerinnen» hat sie

das beinahe Unmögliche geschafft

und das «Preis-Triple» aus Deutschem,

Bayerischem und nun auch dem

Schweizer Buchpreis gewonnen. Eine

erfreuliche Sensation! Elmigers Werk

ist ein Triumph der anspruchsvollen

Literatur.


Dreifacher Triumphzug

Die Bücher von Dorothee Elmiger sind keine leichte Kost, sondern mutige,

vielstimmige Erkundungen von Migration, Geschichte und menschlichem

Begehren. Sie schreibt gegen den Strich, sprengt Konventionen und fordert

ihre Leser:innen heraus – und wird dafür gefeiert. Mit «Die Holländerinnen»

hat die Schriftstellerin ein poetisches Werk geschaffen, das durch seine

Dichte und Radikalität besticht und die Jurys unisono begeisterte. Elmiger

hat damit nicht nur ein

herausragendes Buch geschrieben,

sondern auch bewiesen, dass

tiefgründige, ästhetisch innovative

Literatur ein breites Echo findet. Ein

grossartiger Erfolg für eine der

wichtigsten Stimmen der

Gegenwartsliteratur.

Zum Buch

Der Roman «Die Holländerinnen»

von Dorothee Elmiger basiert auf

dem realen, unaufgeklärten

Verschwinden zweier

niederländischer Touristinnen in

Panama im Jahr 2014. Eine

namenlose Schriftstellerin reist an

den Schauplatz, um den Fall zu

recherchieren. Die Handlung ist eine

fragmentarische, intellektuelle

Spurensuche im Dschungel und der

lokalen Gesellschaft, bei der

Gerüchte, Medienberichte und die

koloniale Vergangenheit des Landes

thematisiert werden. Elmiger

reflektiert die Grenzen der Sprache,

die Konstruktion von Wahrheit und

die Ethik der künstlerischen Verarbeitung realer Tragödien. Der Roman

bietet keine Auflösung des Kriminalfalls, sondern endet in Ratlosigkeit und

thematisiert die Ohnmacht angesichts des Unerklärlichen und der

Komplexität der Realität.


Siegerliteratur für Gönner:innen von arttv.ch

Eine schöne Tradition lebt weiter: arttv.ch-Gönnermitglieder bekommen auch

dieses Jahr das Gewinnerbuch des Schweizer Buchpreises geschenkt. Mit «Die

Holländerinnen» von Dorothee Elmiger liegt eine weitere exklusive

Weihnachtslektüre unter den Weihnachtsbaum. Nach Peter Stamm (Die sanfte

Gleichgültigkeit der Welt, 2019), Sibylle Berg (GRM. Brainfuck, 2020), Anna

Stern (das alles hier, jetzt, 2021), Martina Clavadetscher (Die Erfindung des

Ungehorsams, 2022), Kim de l’Horizon (Blutbuch, 2023), Christian Haller (Sich

lichtende Nebel, 2024) und Zora del Buono (Seinetwegen, 2025) setzen wir mit

Elmigers aktuellem Preisträger-Roman diese Tradition fort.

Kulturvermittlung unterstützen!

Möchtest auch du Teil einer vitalen kulturellen Bewegung sein? Es geht nicht

nur darum, exklusive Vorteile zu geniessen, sondern aktiv etwas zurückzugeben

und die unabhängige Kulturlandschaft der Schweiz zu stärken. Geben ist

seliger als Nehmen – besonders im Bereich der Kultur, wo jede Unterstützung

zählt. Werde jetzt Gönner:in und setze ein Zeichen! Für einen jährlichen Beitrag

ab 250 Franken geniesst du zahlreiche Vorteile und bewirkst Grosses:

Das Buchgeschenk (als Dankeschön): Du erhältst jedes Jahr zu Weihnachten

das druckfrische Gewinnerbuch des Schweizer Buchpreises.

Exklusive Einladungen: Du wirst zu speziellen Veranstaltungen, Premieren und

Apéros eingeladen.

Kultur unterstützen (die Hauptsache!): Dein Beitrag ist der Treibstoff für unsere

Arbeit. Er hilft direkt mit, unabhängige Kulturberichterstattung, kritische

Stimmen und innovative Projekte im Schweizer Kunst- und Medienbereich zu

ermöglichen – etwas, das in der heutigen Medienlandschaft immer seltener

und wichtiger wird.

So einfach geht’s: Kontaktiere Sylvia Wettstein direkt (sylvia.wettstein@arttv.ch /

+41 76 335 03 09), um Gönnermitglied zu werden. Wir freuen uns, dich in

unserer kulturellen Gemeinschaft willkommen zu heissen und zusammen die

Kultur hochleben zu lassen!

Dorothee Elmiger

Die Holländerinnen, Carl Hanser Verlag

ISBN (Hardcover): 978-3-446-28298-8


Ein Autor, zwei

Bücher über das

Leben


Daniel Mezger vertiefte

sich während seiner

Schreibresidenz im

Thurgau in eine

Ostschweizer

Familiengeschichte.

Mit «Bevor ich alt werde» legt Daniel

Mezger seinen aktuellen Roman vor: die

Geschichte einer Musikerin, die sich ins

volle Leben stürzt, bevor sie sich einer

schweren Diagnose stellen muss. Der

gebürtige Glarner arbeitet bereits am

nächsten Buch. Einen Schreibaufenthalt im

Bodmanhaus des Literaturhauses Thurgau

nutzte er, um das Projekt voranzutreiben –

eine Ostschweizer Familiengeschichte im

Schatten des Niedergangs der

Textilindustrie im Glarner Hinterland.


Bevor ich alt werde - Ein Roman über Freiheit, Liebe – und die

Angst vor dem eigenen Körper

Charlotte – Charlie – wächst in Hanover, Ontario auf. Ein Ort, an

dem die Träume klein bleiben sollen und jeder weiss, dass man

irgendwann gehen muss. Für Charlie ist der Weg klar: Die Gitarre

in der Hand, die Bühne vor Augen. Mit ihrer Band jagt sie dem

Durchbruch nach, erst in Toronto, dann in Detroit, schliesslich in

Berlin. Die Welt scheint offen, ihr Leben schnell, laut,

verheissungsvoll. Doch in Charlie schlummert ein Schatten. Ihre

Mutter ist an einer tückischen Erbkrankheit erkrankt – einer

Diagnose, die in der Familie wie ein Damoklesschwert

weitergegeben wird. Auch sie könnte betroffen sein. Während sie

um ihre künstlerische Freiheit kämpft, holt sie die Frage immer

wieder ein: Will sie wirklich wissen, was die Zukunft für sie

bereithält? Als Jason in ihr Leben tritt und plötzlich ein

Kinderwunsch Raum bekommt, wird diese Frage existenziell. Soll

sie sich testen lassen? Was, wenn Altwerden für sie viel früher

beginnt, als es jeder Jugendtraum erlaubt? Zwischen Liebesglück,

Karrierehoffnungen und der Angst vor dem eigenen Erbe erzählt

Autor Daniel Mezger von einer jungen Frau, die sich weigert, sich

von ihrem Schicksal bestimmen zu lassen. Mit kraftvollem

Rhythmus, lakonischen Dialogen und einem Gespür für die lauten

wie leisen Momente des Lebens bringt Mezger Charlie zum

Leuchten – und lässt die Krankheit nie stärker sein als ihren Mut.

«Bevor ich alt werde» ist ein Roman über Selbstbestimmung,

Rock‘n’Roll und die grosse Frage: Wie frei ist ein Mensch, wenn

sein Körper vielleicht schon die Antwort kennt?


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Daniel Mezger | Bevor ich alt werde | Roman |

ISBN 978-3-7152-5046-5 | Atlantis Verlag,

Zürich



Thomas

Röthlisberger

erzählt von einer

Reise in die

Emanzipation


Eine

Lebensgeschichte,

erzählt in einer

wunderbar

sinnlich-poetischen

Sprache.

Es ist die Geschichte einer Emanzipation

unter widrigsten Umständen. «Am Saum

der Jahre», der neue Roman von Thomas

Röthlisberger (*1954 in Ittigen), stellt das

Schicksal einer im Emmental geborenen

Schneiderin in den Mittelpunkt. Mit «Steine

zählen» schaffte er es 2022 auf die Shortlist

des Schweizer Buchpreises.


Am Saum der Jahre – Ein Leben zwischen Traum und Trauma

Thomas Röthlisberger erzählt die Geschichte einer Frau, die sich nicht

brechen lässt. Margret Bergmann wächst in einer grossen Familie im

Emmental auf. Früh zeigt sich ihr handwerkliches Talent: Sie will – wie ihr

Vater – die Kunst der Schneiderei erlernen. Die feinen Stoffe, das präzise

Gestalten, das Schöne und Zarte – all das scheint ihr Weg zu sein. Doch

wo ein Traum beginnt, lauert auch das Dunkel: In der

Lehrlingsschneiderei von Paul Pfund wird sie nicht nur in Nadel und

Faden unterwiesen, sondern auch den Übergriffen ihres Meisters

schutzlos ausgeliefert. Die Folgen dieses Missbrauchs lasten schwer auf

ihrem weiteren Leben. Eine eigene Familie zu gründen, bleibt ihr

verwehrt. Von Schuldgefühlen und Ängsten begleitet, wagt Margret den

Bruch mit der Vergangenheit und sucht in der Westschweiz einen

Neuanfang. Doch nicht einmal die neue Umgebung kann ihr die

Befreiung geben, die sie sucht. Also nimmt sie all ihren Mut zusammen:

Paris – die Stadt der Mode, der Sehnsucht, der unbegrenzten

Möglichkeiten. Hier hofft Margret, ihren Traum als Modeschöpferin zu

verwirklichen. Doch bleibt dieser mutige Schritt ein Aufbruch zur

Selbstbestimmung? Oder doch nur eine weitere Flucht vor dem, was sie

geprägt – und gezeichnet – hat?

Thomas Röthlisbergers Roman «Am Saum der Jahre» ist eine feinfühlige

Erkundung eines Frauenlebens im 20. Jahrhundert – voller Brüche,

Verletzungen und unbeirrbarer Hoffnung. Ein literarisches Porträt über

das Ringen um Freiheit und Würde.

Am Saum der Jahre | Thomas Röthlisberger |

Roman | ISBN 978-3-03981-019-2 | Verlage:

edition bücherlese


Die starke

neue Stimme

im Schweizer

Folk-Pop


Ehrliche Texte und

warme Folk-Sounds

sind das Erfolgsrezept

der musikalischen

Senkrechtstarterin

Linda Elys.

Zu Besuch im Winterthurer Studio Rosen

ihres langjährigen Produzenten Benjamin

BNJI Schmid erinnert sich die Schwyzer

Musikerin Linda Elys an ihre musikalischen

Anfänge. Sie erzählt von ihren ersten

Songentwürfen, die sie damals auf dem

Handy schrieb, und davon, wie wichtig es

für Nachwuchsmusiker:innen ist, eine

Plattform zu haben, auf der sie sich

ausprobieren können.


Linda Elys – Eine Stimme, die berührt

Der Traum, mit selbstgeschriebenen Liedern grosse Bühnen zu

erobern, begleitet Linda Elys schon seit Teenagerzeiten. Sie feilte mit

unermüdlicher Leidenschaft an ihrer Stimme, brachte sich

autodidaktisch die Gitarre bei und stand bereits früh in Bars und Clubs

auf der Bühne. Rasch wurde sie zur vielversprechenden Entdeckung –

eine junge Künstlerin mit unverwechselbarer, emotionaler Stimme, die

im Gedächtnis bleibt. Mit 19 wagte sie den Sprung ins Rampenlicht:

Bei «The Voice of Germany», damals noch als Linda Elsener, sang sie

sich bis ins Finale. Heute legt Linda Elys mit ihren neuen Songs den

Grundstein für die nächste Etappe ihrer Reise – authentisch, nahbar

und mit einer Stimme, die bewegt.

Viel Gefühl

Schmerzliche Abschiede, Sehnsucht nach Leichtigkeit, Schuldgefühle

in hektischen Zeiten – ihre Musik erzählt von Gefühlen, wie wir sie alle

kennen. In «Seeing You Missing Him Sucks» verarbeitet sie die Lücke,

die ein geliebter Mensch hinterlässt. «Homecoming» träumt vom

Zurückfinden in eine unbeschwerte Welt, während «Hurry» das

schlechte Gewissen offenlegt, wenn vor lauter Stress gerade jene zu

kurz kommen, die einem am wichtigsten sind.

Im Song «Maggie» wird es persönlich: Linda Elys reflektiert ihre eigene

Coming-of-Age-Geschichte. Die Figur Maggie ist ihr jüngeres Ich –

unsicher, hoffnungsvoll und im Ringen mit Erwartungen von aussen.

Der Song richtet sich an alle, die sich in den Wirren des

Erwachsenwerdens wiederfinden und nach ihrem eigenen Platz

suchen.


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Linda Elys | FONDATION SUISA

Musiker:innenportraits | Dieser

Beitrag wurde ermöglicht durch die

FONDATION SUISA.


NNAVY –

Sound mit

Seele


Eine Musikerin

zwischen Soul und

Jazz über das Finden

ihrer künstlerischen

Sprache

In den letzten Jahren hat die Lausanner

Musikerin NNAVY – dank ihrer

einzigartigen musikalischen Welt aus

R’n’B, Soul und Jazz sowie ihrer

unverkennbaren Stimme – national und

international Erfolge feiern können.

Davon zeugen begeisternde Auftritte an

Festivals wie dem Montreux Jazz Festival

oder bei Jazz à Vienne. Ihre mittlerweile

vier EPs wurden zudem über 20 Millionen

Mal auf Spotify gestreamt.


Die Schweizer Musikerin NNAVY, deren warme, soulig-jazzy

Stimme bereits viele Herzen erobert hat, erzählt in unserem

Videoportrait, wie sie in der Musik ihre tiefsten Gefühle,

Sehnsüchte und künstlerischen Visionen findet — und wie sie

mit Soul, R’n’B und Jazz ihren ganz eigenen Sound formen

möchte. Zwischen Schichten aus ruhigen Balladen und

sensiblen Soul-Grooves zeigt NNAVY nicht nur musikalisches

Talent, sondern auch die Sehnsucht nach Authentizität. Ihr

Sound ist intim, verletzlich, kraftvoll..


Get Going!

Aktuell ist NNAVY dabei, ihr kreatives Universum zu erweitern,

indem sie neue musikalische und visuelle Ansätze erforscht.

Durch interdisziplinäre Kooperationen mit Produzent:innen,

Songwriter:innen und visuellen Designer:innen möchte sie ihre

künstlerische Identität weiterentwickeln und festigen. Auf der

Suche nach einer einzigartigen Ästhetik, die mit ihrer

künstlerischen Vision in Einklang steht, plant sie, durch Reisen

neue Einflüsse einzubringen und ihre Arbeit zu bereichern. Im

Austausch mit Künstler:innen mit unterschiedlichen Visionen

und Sensibilitäten sieht NNAVY ein enormes kreatives

Potenzial. Der Beitrag «Get Going!» unterstützt diesen Ansatz

und bietet ihr einen Freiraum für ihre künstlerische Arbeit.

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NNAVY | FONDATION SUISA

Musiker:innenportraits | Dieser

Beitrag wurde ermöglicht durch die

FONDATION SUISA.



Der erste Pop-Journalist

der Schweiz


In seiner Biografie

«Beat by Beat»

grüsst Beat Hirt

posthum ein letztes

Mal aus dem

Pophimmel.

Der 2024 verstorbene Musikjournalist und

Filmproduzent Beat Hirt hinterlässt ein

besonderes Vermächtnis: seine posthum

erschienenen Memoiren mit dem Titel

«Beat by Beat». Das Buch,

herausgegeben vom Berner

Popchronisten Sam Mumenthaler, ist ein

ungeschminktes Zeitdokument über die

wilden 1960er-Jahre und die Anfänge der

Popmusik in der Schweiz.


Beat Hirt. (Bild: zVg)

Am Puls der Pop-Revolution

Früh vom «Plattenvirus» befallen, erkannte der Zürcher Beat Hirt das

gesellschaftliche und musikalische Potenzial der aufkommenden

Pop- und Beat-Musik. Als Mitbegründer und Reporter der

legendären Schweizer Musikzeitschrift Pop war er ab 1965 an

vorderster Front dabei. Das Buch schildert seine Erlebnisse mit einer

direkten, knackigen Sprache, die den Enthusiasmus der Ära

widerspiegelt. Hirt beschreibt, wie er als einer der ersten die

kulturelle Sprengkraft der neuen Musik erkannte und versuchte,

diese in einem noch konservativen Schweizer Umfeld zu vermitteln.

Seine Perspektive bietet einen faszinierenden Kontrast zur heutigen,

durchkommerzialisierten Musikbranche.


Rolling Stones, Dylan und Bowie: Hautnah erlebt

«Beat by Beat» ist gespickt mit Anekdoten und persönlichen Begegnungen, die

heute Kultstatus haben. Hirt moderierte 1967 die chaotische Pressekonferenz der

Rolling Stones in Zürich und schildert die Hysterie, die überkochende Stimmung

und wie er versuchte, inmitten des Tumults die Kontrolle zu behalten. Das Buch

enthält auch Erinnerungen an Interviews mit Ikonen wie Bob Dylan, David Bowie

und The Who, die oft unter unkonventionellen und spontanen Bedingungen

stattfanden. Hirt fängt die Persönlichkeiten hinter den Superstars ein.

Mehr als nur Musik: Das Lebensgefühl der 60er

Über die musikalischen Highlights hinaus fängt Hirt das gesamte Lebensgefühl

dieser Umbruchszeit ein. Er schreibt über die Mode, die aufkommende

Drogenszene und die gesellschaftlichen Veränderungen, die in der Schweiz erst mit

Verzögerung, aber dann mit voller Wucht einschlugen. Ergänzt wird der Text durch

zahlreiche private, teils unveröffentlichte Fotos, die Hirt selbst bei seinen

Streifzügen durch die internationale Musikszene geschossen hat und die dem Buch

eine authentische, visuelle Ebene verleihen.

Vom Print zum Film

Der 2024 im Alter von 84 Jahren in Zürich verstorbene Beat Hirt wechselte später

vom Printjournalismus in den Radio- und Fernsehbereich, arbeitete als Filmkritiker

für DRS 1 und entwickelte innovative TV-Formate wie die Mediensatire «Ventil» mit

Frank Baumann. Einem breiteren Publikum wurde er auch durch seine Arbeit für

Sendungen wie «Supertreffer» oder «Risiko» bekannt. 1977 realisierte er das

wegweisende, aber kommerziell wenig erfolgreiche Popmusical «Tell» mit Toni

Vescoli in der Hauptrolle, das seiner Zeit weit voraus war. Gegen Ende seiner

Karriere gründete er, umtriebig wie Beat Hirt immer war, die Filmproduktionsfirma

Mesch & Ugge, mit der er zahlreiche vielbeachtete Dokumentarfilme realisierte,

unter anderem BACK AROUND THE CLOCK indem er die Schweizer

Popgeschichte dokumentierte oder JOLLY ROGER in dem er die Piratensender-Ära

um Roger Schawinski festhielt.


Biografie | Beat by Beat | Samuel

Mumenthaler (Hg.): «Beat by Beat – Im

Strudel der Sixties. Die Pop Memoiren von

Beat Hirt». Verlag Sturm & Drang, 2025.


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Das Leben eines

Star-Chirurgen


Thierry Carrel

blickt in seiner

Auto-Biografie

zurück: persönlich,

kritisch, emotional

«Von Herzen I», das vor rund zehn Jahren

erschien und über 12.000 Mal verkauft

wurde, stellte die Patient:innen des wohl

berühmtesten Herzchirurgen der Schweiz in

den Mittelpunkt. Das Nachfolgebuch, «Von

Herzen II», ist nun ganz der Karriere und

dem Leben von Carrel gewidmet. Darin

erzählt er von Erinnerungen, Krisen und

Anekdoten, setzt sich aber auch kritisch mit

dem aktuellen Gesundheitswesen

auseinander. Zudem gibt es viel

Persönliches und Verblüffendes zu erfahren.


Weiss sich auch musikalisch zu behaupten: Thierry Carrel mit Musikerkollegen am Alphorn

Menschlichkeit im OP: Thierry Carrels Weg an die Weltspitze

Wie hat Professor Dr. med. Thierry Carrel seine Karriere als weltweit gefragter

Herzchirurg erlebt? Wie fand er nach dem belastenden Abgang von seiner

«Herzensklinik» am Inselspital neue Möglichkeiten, um herzkranken Menschen zu

helfen? Wie organisiert man einen dicht gefüllten Arbeitsalltag, und wie wird man

«bester Ausbildner Europas»?

Thierry Carrel erzählt offen aus seinem Leben. Warum Gespräche mit Patient:innen

für ihn zentral sind. Welche Vorbilder ihn geprägt haben. Weshalb er sich

herzkranken Kindern in fernen Ländern widmet. Was sein Grossvater ihm mit auf

den Lebensweg gab. Und wie er damit umgeht, nahe bei Leben und Tod zu sein. In

«Von Herzen ll» kommen auch Patient:innen zu Wort. Wie haben sie Operationen

überstanden? Wovor hatten sie Angst? Und wie geht es ihnen heute? Ein Buch, das

über den ersten Band «Von Herzen I» (Weber Verlag 2015) hinausgeht und viel über

Durchhaltekraft, Liebe zum Beruf und Menschlichkeit zeigt.


ARTTV

VIDEO

Die Buchvernissage fand am 18. Oktober

2025 im Casino Bern statt. Als Ehrengäste

waren unter anderem die Alt-Bundesräte

Hans-Rudolf Merz, der vielleicht

prominenteste Patient von Thierry Carrel,

und Samuel Schmid vor Ort.

Von Herzen ll | Weber Verlag | 440 Seiten,

Hardcover, mit 170 Abbildungen, ISBN

978-3-03818-653-3


Weihnachtskrippen

als globaler Raum der

Hoffnung


Das Landesmuseum

Zürich lädt erneut zu

einer faszinierenden

Weltreise rund um die

Krippe ein.

Das Jesuskind in einer Futterkrippe – so

weit, so bekannt. Doch was, wenn die

Krippe plötzlich in einer peruanischen

Felshöhle mit einem Geistheiler auf dem

Dach steht, in einer antiken Ruine oder

gar in einer modernen Kathedrale? Die

traditionelle Krippenausstellung im

Landesmuseum Zürich nimmt dich dieses

Jahr mit auf eine faszinierende Weltreise

durch 18 Krippenszenen und rückt deren

verborgene Symbolkraft in den

Mittelpunkt.



Von der Anden-Höhle bis zur Kathedrale: Das Jesuskind auf Weltreise

Die traditionelle Krippenausstellung im Landesmuseum Zürich rückt dieses Jahr die

faszinierende Vielfalt des Raumes in den Fokus, der die Heilige Familie umgibt.

Anhand von 18 Exponaten aus aller Welt wird deutlich, wie Künstler:innen und

Handwerker:innen die biblische Geschichte in ihren eigenen kulturellen Kontext

stellen und die Krippe zu einem

globalen Phänomen machen. Die

Offenheit der biblischen Texte zum

Geburtsort Jesu inspirierte

Kunstschaffende zu

unterschiedlichsten Interpretationen.

Das Museum präsentiert

Darstellungen, die das Jesuskind in

Grotten, antiken Ruinen,

Wohnhäusern oder sogar in einer

Kathedrale zeigen. Jede Kulisse

transportiert eine spezifische Botschaft

und spiegelt die kulturellen

Prägungen der jeweiligen Region

wider.

Globaler Glaube, lokale Farben:

Wenn indigene Spiritualität auf

Weihnachten trifft

Die Exponate aus Europa, Südamerika, Afrika und Asien sind eindrucksvolle

Beispiele für Inkulturation. Eine Krippe aus Peru etwa zeigt die Geburt in einer

Anden-Felshöhle, auf deren Dach ein Geistheiler die Geister anruft. Hier

verschmelzen indigene Spiritualität und christliche Erzählung zu einem einzigartigen,

lokalen Glaubensbild. Die Ausstellung verdeutlicht, dass Krippen weit mehr als nur

festliche Dekoration sind: Sie sind komplexe kulturelle Artefakte und laden dazu ein,

die Weihnachtsgeschichte aus einer neuen, globalen Perspektive zu entdecken.

Weitere Informationen und das Begleitprogramm finden sich auf der Website des

Landesmuseums Zürich.

Weihnachten und Krippen | Landesmuseum Zürich |

bis 4. Januar 2026


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GESCHÄFTSLEITUNG

lic. phil Georg Kling

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