LOGISTIK express Journal 5/2025 Intralogistik & ECommerce
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JOURNAL 5/2025
INTRALOGISTIK & ECOMMERCE
Automatisierung in der
Logistik richtig einsetzen
LOGISTIK EXRESS INFORMIERT
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S2
Journal I&E 5/25
04 Österreichs Industrie im Umbruch
06 Unternehmen verlagern Investitionen ins Ausland
08 Deutschland: Realitätscheck für Reformen
12 Stabile Kreditwürdigkeit, bröckelndes Fundament
14 Deutsche Wirtschaft beweist Widerstandskraft
16 FEEI-Branchenevent: EEInabling the Future
18 Summit Industrie 4.0: Industrie im Wandel
22 Reduzierter Aufwand, flexibel skalierbare Performance
24 Digitalisierung in der Logistik richtig einsetzen
26 Gewerbepark Loosdorf in Rekordzeit ausgebaut
28 eMAG setzt auf Zero-Touch-Logistik mit KNAPP
32 foodora Österreich
36 50 Prozent weniger Manpower – 50 Prozent weniger
Lkw-Fahrten für 54.600 verschiedene Artikel
40 Marks & Spencer: Ein Meilenstein-Projekt für TGW
42 Go-live AutoStore FlexBins bei QLS durch Reesink
44 Kardex Mlog baut Shuttle-Lager für Fischer Elektronik
46 Dematic liefert erstes AutoStore-System
für belgische Krankenhäuser
48 ek robotics macht reale Systemperformance messbar
50 Interroll und IMA E-Commerce schließen Partnerschaft
52 Cybersecurity in der Intralogistik
LE 5/2025
IMPRESSUM
LOGISTIK express / MJR MEDIA
Donauwörther Str. 27a/7/4
A-2380 Perchtoldsdorf
Medieninhaber, Herausgeber:
Markus Jaklitsch
+43 676 7035206 / info@logistik-express.at
www.logistik-express.com
Foto: istockphoto.com, Depositphotos.com
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S4
Österreichs Industrie im
Umbruch: Produktionsarbeit
zwischen Krise
und Aufbruch
Die Ergebnisse des aktuellen „Made in Austria
IndustriePANEL” zeigen, dass Unternehmen
trotz der angespannten Lage in Digitalisierung,
KI und Kreislaufwirtschaft investieren.
Die österreichische Produktionswirtschaft
steht weiterhin unter
erheblichem Druck. Wie die siebte
Ausgabe der TU-Studie „Made in
Austria: Zukunft Produktionsarbeit Österreich“
2025 zeigt, bleibt die Stimmung in der Industrie
angespannt und die Wettbewerbsfähigkeit sinkt.
Gleichzeitig treiben jedoch viele Unternehmen
Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit
aktiv voran. „Trotz schwieriger Rahmenbedingungen
arbeiten viele Unternehmen aktiv an
zukunftsfähigen Lösungen“, betont Studienleiter
Sebastian Schlund, Leiter des Forschungsbereichs
Industrial Engineering am Institut für
Managementwissenschaften (IMW) der TU Wien
und Geschäftsführer von Fraunhofer Austria. Die
Ergebnisse der Befragung, an der 2025 wieder
über 100 Führungspersönlichkeiten aus 94 Produktionsunternehmen
in Österreich teilnahmen,
wurden am 13. Oktober 2025 im Rahmen des
„Made in Austria IndustrieFORUM 2025“ vorgestellt.
Angespannte Geschäftslage und sinkende
Wettbewerbsfähigkeit
Die globale Wirtschaft zeigt sich weiterhin instabil.
Neben protektionistischen Tendenzen und
geopolitischen Spannungen prägen auch hohe
Lohnstückkosten die Rahmenbedingungen für
Produktionsbetriebe. Nur 50,5 % der Unternehmen
bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als
positiv – der niedrigste Wert seit Beginn der
Befragung im Jahr 2019. Noch deutlicher fällt
die Einschätzung zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit
aus: 85,4 % der Befragten sehen
eine Verschlechterung der Standortbedingungen
in den letzten fünf Jahren. Damit kämpft die
heimische Industrie nicht nur mit konjunkturellen
Schwächen, sondern auch mit strukturellen
Wettbewerbsnachteilen.
„Die Studie zeigt klar, dass die Wettbewerbsfähigkeit
der österreichischen Industrie unter
Druck steht“, sagt Sabine Hesse, Geschäftsführerin
des Fachverbands Metalltechnische Industrie.
Hohe Kosten, komplexe Vorgaben und globale
Unsicherheiten belasten die Unternehmen.
Gleichzeitig wächst der Druck, sich neu zu positionieren.“
Diese Einschätzung spiegelt die wachsende
Sorge wider, dass Österreich ohne eine gezielte
Standortpolitik und Innovationsförderung als
Produktionsstandort weiter an Attraktivität verlieren
könnte.
Beschäftigungsausblick: Rückgang erwartet
Auch bei den Beschäftigtenzahlen zeichnet sich
ein Rückgang ab. Nur noch 44,7 % der Unternehmen
erwarten in den nächsten fünf Jahren
ein Beschäftigungsplus an österreichischen
Standorten, während 55,3 % mit einem Rückgang
rechnen. Besonders betroffen sind Produktions-
und produktionsnahe Bereiche. Global
bleiben die Erwartungen stabiler, was auf eine
fortschreitende Verlagerung von Produktionskapazitäten
ins Ausland hindeutet.
Hannes Hunschofsky, Managing Director der EIT
Manufacturing East GmbH, warnt: „Der erwartete
Rückgang der Beschäftigung an österreichischen
Standorten ist ein ernstes Signal.
Wir müssen Qualifizierung, Technologieeinsatz
und Standortpolitik zusammendenken, um die
industrielle Basis zu sichern.“ Damit verweist er
auf die Notwendigkeit, Bildung, Forschung und
Industriepolitik stärker zu vernetzen, um Arbeitsplätze
in Hochtechnologiebranchen langfristig
zu erhalten.
Automatisierung und KI als Antwort
auf den Fachkräftemangel
Mit 482 Industrierobotern pro 10.000 Beschäftigten
liegt Österreich über dem internationalen
Durchschnitt und setzt damit ein klares Zeichen
für den steigenden Automatisierungsgrad.
Trotz dieser Entwicklung bleibt die Bedeutung
menschlicher Arbeit hoch: 95,7 % der Betriebe
messen ihr eine große oder sehr große Bedeutung
bei. Parallel dazu nimmt der Einsatz von
KI deutlich zu: 42,4 % der Unternehmen nutzen
bereits maschinelles Lernen, insbesondere im
Qualitätsmanagement, in der Produktionsplanung
und Instandhaltung. Der neue EU AI Act
wird von einer Mehrheit der Befragten als hilfreicher
Rahmen für Innovation und Rechtssicherheit
wahrgenommen.
Für Walter Mayrhofer, Head of Research an der
FHWien der WKW, ist klar: „Automatisierung und
KI sind kein Selbstzweck – sie sind entscheidend,
um dem Fachkräftemangel zu begegnen
und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig
zu sichern. Wichtig ist, die Technologien menschenzentriert
einzusetzen.“ Damit wird deutlich:
Die Digitalisierung der Produktion steht nicht
im Widerspruch zur Bedeutung menschlicher
Arbeit, sondern kann – richtig gestaltet – deren
Potenzial gezielt stärken.
Kreislaufwirtschaft als Zukunftsmodell
Immer mehr Unternehmen halten Kreislaufwirtschaft
für ein tragfähiges Geschäftsmodell. Im
Jahr 2025 werden die befragten Unternehmen
im Durchschnitt 15 % ihres Umsatzes mit zirkulären
Prozessen erwirtschaften. Besonders
stark wachsen Unternehmen, die 25–50 % ihres
Umsatzes mit zirkulären Prozessen generieren.
Damit entwickelt sich die ökologische Transformation
zunehmend zu einem wirtschaftlichen
Erfolgsfaktor.
Die Innovationskraft ist stabil, die
Lieferketten erholen sich
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bewerten
83 % der Betriebe ihre Innovationskraft positiv.
Zudem berichten 67 % von verkürzten Lieferzeiten.
Dies deutet auf stabilisierte Wertschöpfungsketten
und eine verbesserte operative
Effizienz hin. Herausforderungen bestehen weiterhin
bei der Flexibilisierung der Arbeitszeiten.
Nur 37,1 % der Unternehmen berichten von einer
hohen Bereitschaft zur Schichtarbeit.
Fazit: Zwischen Druck und Gestaltungswillen
Das „Made in Austria IndustriePANEL 2025”
zeigt, dass Österreichs Industrie vor tiefgreifenden
strukturellen Veränderungen steht. Zwar
trüben steigende Kosten, Fachkräftemangel
und Unsicherheiten die Wettbewerbsfähigkeit,
doch Innovation, Automatisierung und Nachhaltigkeit
eröffnen auch neue Perspektiven. Die
Forschungspartner sehen darin ein Signal, dass
Österreichs Industrie bereit ist, den Wandel nicht
nur zu bewältigen, sondern aktiv zu gestalten.
„Made in Austria: Zukunft Produktionsarbeit
Österreich“ ist eine jährlich erscheinende Studie
des Instituts für Managementwissenschaften
(IMW) der TU Wien in Kooperation mit dem
Institute for Digital Transformation and Strategy
(IDS) der FHWien der WKW, Fraunhofer Austria,
EIT Manufacturing East und dem Fachverband
der Metalltechnischen Industrie. Ziel der Studie
ist eine regelmäßige und methodisch fundierte
Darstellung des Status quo sowie der Zukunftserwartungen
der heimischen Industrie. Dabei
spielen die Themen Automatisierung, Digitalisierung,
Assistenzsysteme und Nachhaltigkeit
eine zentrale Rolle. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S6
nehmen in Deutschland sehen Energiepreise
als wichtigsten Standortfaktor. COâ''-arme
Energieerzeugung: Regulatorische Unsicherheiten
+ Genehmigungsverfahren größte Hürde
(43 %). Europa: Über 88 % sehen Nachhaltigkeit
als Core-Strategie, aber nur wenige erzielen
greifbare Markterfolge.
Unternehmen verlagern
Investitionen ins Ausland
Deutschland wird als Standort für energieintensive
Unternehmen zunehmend unattraktiv.
Laut der Simon-Kucher Standortperspektiven-Studie
2025 verlagern 42 Prozent der
Konzerne ihre Produktion in andere Länder
Europas, weitere 31 Prozent sogar auf andere
Kontinente.
Die deutsche Industrie steht unter Druck. Laut
der Simon-Kucher Standort-Perspektiven-
Studie 2025 ist die Lage für energieintensive
Unternehmen dramatisch. Und das mit klaren
Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
So verlagern fast 3 von 4 Konzernen (73
Prozent) ihre Investitionen ins Ausland. Überraschend
sei diese Entwicklung nicht. "Die
industrielle Abwanderung ist kein plötzlicher
Exodus, sondern ein langfristiger struktureller
Trend", betont Jan Hämer, Chemicals-Partner
bei Simon-Kucher.
Die deutsche Chemieindustrie zeigt dem Wirtschaftsstandort
Deutschland die rote Karte
Besonders schwer trifft es die Produzenten
von Basischemikalien. "Basischemikalien in
Deutschland zu produzieren, wird zunehmend
unattraktiv - jetzt wandert die Industrie ab",
weiß Hämer. Jeder dritte Betrieb (36 Prozent)
verlässt den Kontinent. Von den Konzernen, die
weiterhin in Europa produzieren, wechselt jeder
Zweite ins europäische Ausland (50 Prozent).
"In Deutschland verlagern deutlich mehr Unternehmen
ihre Produktion als in anderen Teilen
Westeuropas oder in den USA. Die deutsche
Chemieindustrie zeigt dem Wirtschaftsstandort
Deutschland die rote Karte", so Hämer.
Fast alle Unternehmen nennen dabei
Energiepreise als wichtigsten Standortfaktor.
So empfindet beinahe jeder
zweite Konzern lange Genehmigungsverfahren
und regulatorische Unsicherheiten
als größte Hürde zur CO2-armen Energieerzeugung.
Trotzdem bleibt Nachhaltigkeit ein strategischer
Fixpunkt: Der Großteil hat Nachhaltigkeit
fest in seiner Strategie verankert, doch nur
wenige erzielen bislang greifbare Markterfolge.
73 % der energieintensiven Unternehmen in
Deutschland verlagern Investitionen ins Ausland.
Bei Basischemikalien verlagern sogar 86 %:
36 % interkontinental, 50 % in andere europäische
Länder. 97 % der energieintensiven Unter-
Energiepreise sind Standortfaktor Nr. 1
Für nahezu alle befragten Unternehmen (97
Prozent) sind Energiepreise der wichtigste
Standortfaktor. Steigende Kosten verschärfen
Die aktuelle Simon-Kucher Standortperspektiven
Studie wurde von Juli bis September
2025 von Simon-Kucher durchgeführt.
240 Unternehmen aus den USA und Europa
(davon 30 aus Deutschland, 20 aus Österreich
und 10 aus der Schweiz) wurden zu
Investitionen, Verlagerungen und Standortfaktoren
befragt.
Info: simon-kucher.com
die Belastung und gefährden Investitionen in
Deutschland. "Die industriellen Wurzeln bleiben
stark doch der Druck nimmt zu!", sagt Michael
Kässer, Energie-Partner bei Simon-Kucher.
"Energieintensive Industrien stehen vor der
Wahl: sich an steigende Energiepreise, strengere
Regulierung und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen
anzupassen - oder den
Anschluss zu verlieren."
Konzerne kämpfen mit Regularien
und Genehmigungen
Was die Unternehmen besonders belastet?
Allen voran regulatorische Unsicherheiten und
lange Genehmigungsverfahren. Für ganze 43
Prozent der Unternehmen ist dies die größte
Hürde auf dem Weg zu einer COâ''-armen
Energieerzeugung. "Der industrielle Wandel ist
unausweichlich - entscheidend ist, ob Deutschland
ihn gestaltet oder ihm hinterherläuft", so
Kässer. "Und gerade sieht es düster aus."
"Obwohl viele Konzerne das Gefühl haben,
beim Thema viele Steine in den Weg gelegt
zu bekommen, bleibt Nachhaltigkeit fester
Bestandteil der Unternehmensstrategie", weiß
Daniel Hess, Senior Director bei Simon-Kucher.
Auf Europaebene bezeichnen so 88 Prozent
der Unternehmen Nachhaltigkeit als Core-
Strategie. "Energieintensive Unternehmen in
Deutschland sehen bei CO2-armer Energieerzeugung
zwar weniger Hürden als ihre europäischen
Nachbarn, insgesamt bleiben die
Markterfolge aber oft noch aus."
Ende des Industriestandortes Deutschland?
Was das Ganze für die Zukunft bedeutet? "Jetzt
kommt es darauf an, Wettbewerbsfähigkeit,
Planungssicherheit und Nachhaltigkeit in Einklang
zu bringen, um die industrielle Stärke
Deutschlands zu sichern", unterstreicht Hämer.
"Gelingt das nicht, wird es dunkel für den Industriestandort
Deutschland." (RED)
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S8
Deutschland: Realitätscheck
für Reformen
Reformen sind um einiges effektiver, wenn sie
auch zu einer positiven Stimmungswende in
der Privatwirtschaft führen. Hierfür müssen
sie jedoch als notwendig und glaubwürdig
angesehen werden.
Zweifel verhindern Stimmungsaufbruch
Die Regierung hat gerade erste Reformen im
Bundestag beschlossen. Doch es bestehen
erhebliche Zweifel, ob die Maßnahmen ausreichen,
um die deutsche Wirtschaft aus ihrem
Stagnationsloch zu befreien und das Potenzialwachstum
nachhaltig zu steigern. Zudem
bestehen Zweifel, ob weitergehende notwendige
Reformen folgen werden – und ob
Versprechen, etwa zur Stabilität des Rentenniveaus
oder zum Verzicht auf Steuererhöhungen,
tatsächlich eingehalten werden können.
So bleiben Unternehmer und private Haushalte
zurückhaltend hinsichtlich des Reformerfolgs.
Bei der aktuellen Koalition ist ein zwingender
Handlungsdruck jedoch kaum
erkennbar. Denn noch immer scheinen
Feinadjustierungen die Diskussion
zu dominieren, und höhere Staatsschulden
werden genutzt, um Realitäten zu umgehen.
Eine grundlegende Neujustierung des Sozialstaats
sowie eine spürbare Entlastung von
Unternehmen sind jedoch unvermeidlich.
Mutige Reformen können sehr wohl kurzfristig
zu einer unterstützenden Stimmungsaufhellung
von Unternehmen führen; dies hat die
Agenda 2010 in den Jahren 2003 bis 2005
gezeigt. Aktuell braucht es dafür jedoch die
Erkenntnis, wie ernst die Lage ist: Deutschland
befindet sich in einem Prozess der De-Industrialisierung,
und das Potenzialwachstum deutet
auf anhaltende Stagnation hin.
Angesichts der Vielzahl an Herausforderungen
ist diese Einschätzung durchaus nachvollziehbar.
Doch ohne Stimmungswende wird es
schwierig: Denn eine erfolgreiche Stimmungsveränderung
im Privatsektor als Reaktion auf
Reformen ist entscheidend für deren Erfolg.
Vertrauen in die Politik und deren Maßnahmen
würden den Multiplikator der Staatsausgaben
vergrößern. Erfolgreiche Reformen beruhen
deshalb auf der Zustimmung der Privatwirtschaft
– von Arbeitnehmern wie Arbeitgebern.
Seit dem sich abzeichnenden Regierungswechsel
Anfang 2025 zeigte das ifo Geschäftsklima
zunächst eine leichte Erholung. Doch
jüngst gab es einen ersten Rückschlag. Ein
entscheidender Grund sind sicherlich externe
Entwicklungen wie die US-Handelspolitik.
Doch es besteht auch Skepsis gegenüber der
Reformbereitschaft der Regierung. Denn bei en
für Unternehmen wichtigen Standortfaktoren
(Bürokratieabbau, Steuerlast, Lohn- und ohnnebenkosten
sowie Energiekosten) bleibt die
Bundesregierung zögerlich.
Zudem gibt es Herausforderungen, die die
Regierung nach wie vor banalisiert. So ist allgemein
akzeptiert, dass eine weitreichende
Reform des Sozialstaats und insbesondere
des Renten- und Gesundheitssystems unausweichlich
ist. Doch die Bundesregierung setzt
lediglich auf Feinadjustierung und erweckt
damit den Eindruck, „um den heißen Brei“ zu
reden.
Der Staat verliert zudem an Glaubwürdigkeit,
wenn er weiterhin behauptet, das Rentenniveau
bzw. das Sozialsystem sei in seiner aktuellen
Form grundsätzlich tragfähig – man bräuchte
nur höheres Wachstum.
„Tacheles“ über die Notwendigkeit von weitreichenden
Veränderungen Glaubwürdigkeit
ergibt sich durch die Überzeugung, dass die
Reformen unumgänglich sind. So muss eine
Erkenntnis herrschen, dass es keine Alternativen
gibt. Setzen wir den bisherigen Kurs fort,
drohen De-Industrialisierung und wirtschaftliche
Stagnation, was soziale Versprechen noch
unglaubwürdiger machen.
Aktuell herrscht noch viel zu viel der Glaube,
dass es Alternativen gibt. Diese ergeben sich
daraus, dass sich die Politik sowie Gesellschaft
auf Verteilungsthemen fokussiert nach dem
Motto, es ist genug da, es muss nur anders verteilt
werden. Unstimmigkeiten in der Koalition
befeuern diesen Eindruck und geben in der
Tat ein Bild ab, dass es Alternativen zu Kostenreduktion,
Abbau von Sozialleistungen und
einer höheren Arbeitsbereitschaft gibt. Doch
das Potenzialwachstum und die Investitionsbereitschaft
der Unternehmen zeigen, dass das
Sozialsystem auf der einen und die dadurch
entstehenden Belastungen auf der anderen
Seite nicht haltbar sind.
Bereits jeder vierte Euro des Staatshaushalts
fließt in die Subventionierung der Rentenversicherung,
fast die Hälfte ist für Sozialausgaben.
Gleichzeitig ist die Steuerlast im internationalen
Vergleich hoch – vor allem für Unternehmen,
der Quelle von Wachstum und Wohlstand.
Doch solange der Mythos von einem „reichen
Land“ weiter besteht, fehlt die Bereitschaft für
Verhaltensänderungen. Der BIP-Verlauf der
deutschen Wirtschaft lässt jedoch kaum Zweifel
an der Notwendigkeit weitreichender Reformen
zu.
Stimmung der Unternehmen ist entscheidend
Die Beeinflussung der Stimmungslage als
wichtige Grundlage erfolgreicher Reformpolitik
hatte bereits Roosevelt, der 32. Präsident
der USA, früh erkannt. Die große Depression
erforderte tiefgreifende Reformen und höhere
Staatsausgaben, deren Erfolg jedoch nicht
immer sofort ersichtlich war. Roosevelt strahlte
durch seinen politischen Wechsel nicht nur
Hoffnung und Veränderung aus. Er hat diese
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S10
Aufbruchstimmung auch aktiv bei der US-
Bevölkerung vorangetrieben. Zwischen 1933
und 1935 absolvierte er mit der Umsetzung des
„New Deals“ neun sog. Kaminabende – Radioansprachen
an das US-Volk, die Ruhe, Zuversicht
und Orientierung in Zeiten großer Unsicherheit
vermittelten und so die Bevölkerung
auf Veränderungen einschworen.
Doch trotz Beruhigung der Bevölkerung verbesserte
sich die Stimmung der Unternehmen
nicht. Im Gegenteil sie trübte sich bis 1934 fast
unaufhaltsam weiter ein. Roosevelt gelang es
also trotz seines Charismas nicht, Unternehmen
von der Notwendigkeit sowie Richtigkeit seiner
Reformen im Umfeld wirtschaftlicher Realitäten
zu überzeugen. Dies mag auch an seiner demokratischen
und damit arbeitnehmerfreundlichen
Politik (u.a. Stärkung von Gewerkschaften)
gelegen haben. Es könntet aber auch trotz Ausweitung
der Staatsausgaben eine Erklärung für
die lange Dauer der Rezession sein.
Die US-Wirtschaft ist fast vier Jahre lang bis
1933 geschrumpft. Laut National Bureau of
Economic Research lag das BIP am Ende der
Rezession 30 % unter dem Niveau von 1929.
Deutschland ist laut Abb. 1 von solch einer Entwicklung
noch weit entfernt – doch die Industrie
zeigt bereits Parallelen. Die Produktion im
Verarbeitenden Gewerbes befindet seit 2018
auf einem Abwärtstrend, der sich durch die
stark gestiegenen Energiekosten seit 2022
nochmals verschärft hat. So verzeichnete die
Chemieindustrie einen Produktionsrückgang
von 20 %. Auch der Stellenabbau im Verarbeitenden
Gewerbe, der alles andere als temporär
ist, setzt sich fort (s. Stellenabbau im Verarbeitenden
Gewerbe: Temporär oder permanent?).
Ein CDU-Kanzler mit BlackRock-Hintergrund,
der zudem noch in einer Koalition regieren
muss, dürfte es schwer haben, gerade Rentner
und Arbeitnehmer davon zu überzeugen,
dass Veränderungen zu ihren Lasten notwendig
und alternativlos sind. „Genosse“ Schröder
hatte es in dieser Hinsicht womöglich leichter.
Doch auch die Hartz-Reformen stießen damals
auf erhebliche Kritik – nicht zuletzt, weil die
Arbeitslosenquote weiter auf ein Rekordhoch
von 11,2 % im Jahr 2005 anstieg.
Was die Stimmungslage der Unternehmen
betraf, war jedoch ein sofortiger Effekt erkennbar.
Das ifo Geschäftsklima korrigierte mit der
Verabschiedung der Reformen spürbar nach
oben, obwohl sich das Wachstumsbild erst ab
2005/2006 deutlich aufhellte. Der damalige
Bundeskanzler Schröder setzte konsequent
unternehmens- und damit wachstumsfreundliche
Reformen um, was zu einer raschen
Stimmungsaufhellung bei den Unternehmern
führte. Der Reformerfolg zeigte sich im deutlich
sinkenden Anteil der Arbeitnehmereinkommen
am Volkseinkommen bzw. am steigenden
Anteil der Unternehmensgewinne am Volkseinkommen.
Die Kapitalrendite des Standorts hatte
sich also klar verbessert. Nicht überraschend
bildeten die Reformen der Agenda 2010 damit
die Grundlage für einen spürbaren Investitionsboom
in den Folgejahren.
(RED)
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S12
Stabile Kreditwürdigkeit,
bröckelndes Fundament:
Zwei Schlüsselbranchen
im Stresstest
Immobilienbranche trotz Zinswende noch
stabil, Baugewerbe mit doppelt so hoher
Insolvenzquote. Bonität in beiden Sektoren
stark, doch Überschuldung und Materialengpässe
setzen Unternehmen unter Druck.
Die Immobilien- und Bauwirtschaft
zählen zu den tragenden Säulen
der deutschen Wirtschaft und sind
eng miteinander verzahnt. Beide
stehen 2025 unter massivem Druck: Während
die Immobilienbranche mit den Folgen
der Zinswende kämpft, wird die Bauwirtschaft
von Materialknappheit, steigenden Kosten und
einem Einbruch bei Genehmigungen belastet.
Der aktuelle Branchencheck von Creditsafe
wirft einen differenzierten Blick auf die Lage
und zeigt: Die Bonität bleibt hoch, doch die Risiken
verschärfen sich – vor allem für kleinere
Unternehmen.
Nur noch jedes 40. Unternehmen ist eine Neugründung
– vor zwei Jahren war es noch jedes
zwölfte. Die Bauwirtschaft zeigt etwas mehr
Bewegung: Mit 11.000 neuen Betrieben im Jahr
2025 beträgt die Gründungsquote 1,6 Prozent.
Dennoch prägen in beiden Branchen zunehmend
etablierte Player das Bild, ein Zeichen
wachsender Konsolidierung.
Bonität: Kleine Unternehmen unter Druck
Die Kreditwürdigkeit beider Branchen bleibt
überdurchschnittlich. Die Immobilienwirtschaft
erreicht einen Score von 60, während die Ausfallwahrscheinlichkeit
von 1,4 auf 1,3 Prozent
sank. Doch die Überschuldungsquote steigt:
17,1 Prozent der Firmen sind betroffen, besonders
kleine Betriebe geraten ins Wanken. Im
Bau ist der Score mit 66 ebenfalls stabil, die
Überschuldungsquote mit 10,8 Prozent sogar
niedriger. Die hohe Zahl an Auflösungen verdeutlicht,
dass zahlreiche Firmen den Wettbewerb
nicht mehr mitgehen können und den
Markt verlassen.
Zahlungsmoral: Bau zahlt schneller,
Immobilien stärker im Konzernverbund
Die Zahlungsmoral in der Immobilienbranche
ist solide, hinkt aber leicht hinterher: Mit durchschnittlich
9,72 Tagen Verzug liegt die Branche
knapp über dem Gesamtwert von 8,93 Tagen.
Bei der Zahlungsmoral schneidet die Bauwirtschaft
hingegen besser ab. Rechnungen werden
im Schnitt mit 6,5 Tagen Verzug beglichen.
Insolvenzen: Immobilien stabil,
Bau doppelt so hoch
Von einer Insolvenzwelle ist in der Immobilienwirtschaft
bislang keine Rede. Die Quote stieg
in den vergangenen zwei Jahren nur leicht von
0,36 auf 0,42 Prozent und liegt damit weiterhin
unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt
von 0,56 Prozent. Anders im Baugewerbe:
Hier summieren sich 6.800 Insolvenzen
auf eine Quote von 1,0 Prozent – fast doppelt so
hoch wie im Immobiliensektor. Besonders auffällig
ist die Zahl der Geschäftsauflösungen.
Während sie sich in der Immobilienwirtschaft
seit 2023 von 1,29 auf 2,66 Prozent verdoppelt
hat, liegt das Baugewerbe bereits bei 3,34 Prozent.
Im Immobiliensektor trocknet der Zustrom
neuer Unternehmen nahezu aus.
Creditsafe ist die meistgenutzte Auskunftei
der Welt und bietet digitale Lösungen
wie Bonitätsauskünfte, B2B-Marketingadressen
oder Compliance Checks. Das
Unternehmen stellt Informationen aus
mehr als 200 Ländern und Territorien
bereit und hilft somit Firmen, sich auch
international rechtskonform aufzustellen,
ihr finanzielles Risiko zu minimieren und
Geschäftsbeziehungen abzusichern. Insgesamt
umfasst die Datenbank über 430
Millionen Auskünfte. Creditsafe ist in 26
Büros verteilt über 3 Kontinente vertreten
und beschäftigt über 1.500 Mitarbeiter.
In Deutschland ist das Unternehmen seit
2010 tätig und vereint rund 100 Experten
Strukturell sind Immobilienunternehmen häufiger
in Konzernverbünde eingebunden – rund
ein Drittel der Firmen gehört zu größeren Strukturen.
Die Bauwirtschaft bleibt kleinteiliger: Nur
elf Prozent sind Teil von Konzernen, der Mittelstand
dominiert.
Externe Faktoren: Kredite, knappe Ressourcen
Die Kennzahlen geben einen umfassenden
Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Lage
der beiden Branchen. Doch welche Ursachen
stecken hinter diesen Entwicklungen? Warum
geraten Immobilien- und Bauwirtschaft trotz
stabiler Bonität zunehmend unter Druck?
Hinter der steigenden Zahl an Insolvenzen und
Auflösungen stehen vor allem externe Belastungen,
die Immobilien- und Bauwirtschaft
gleichermaßen treffen. Zwei Entwicklungen
stechen besonders hervor: die Zinswende, die
Finanzierungen verteuert und Investitionen
bremst, sowie die anhaltende Materialknappheit,
die Bauprojekte verzögert und verteuert.
• Zinswende: Seit die EZB die Leitzinsen angehoben
hat, haben sich Bau- und Immobilienfinanzierungen
deutlich verteuert (Bundesbank).
Kreditzinsen erreichten teils über 4 Prozent und
bewegen sich auch 2025 noch zwischen 3 und
4 Prozent (Commerzbank).
Das macht viele Projekte unattraktiv oder verhindert
ihre Finanzierung ganz. Neubauten,
vor allem im Wohnungs- und Luxussegment,
werden zurückgestellt oder storniert (Conbau
Nord).
• Materialknappheit: Hohe Energiepreise, Lieferengpässe
und teure Baustoffe belasten die
Bauwirtschaft massiv. Die Zahl der Baugenehmigungen
brach 2024 um mehr als 21 Prozent
ein, bei Einfamilienhäusern sogar um fast ein
Drittel (Welt). Die Bundesbank spricht von „extremem
Druck“ auf die Branche (Bundesbank).
Besonders der Wohnungsbau leidet: Seit 2022
sind die Baustarts um rund 85 Prozent zurückgegangen
(Welt).
Tragende Säulen mit Rissen im Fundament
Die Immobilien- und Bauwirtschaft bleiben
2025 zwar solide aufgestellt, doch die Spannungsrisse
im Fundament sind unübersehbar.
Die Immobilienbranche kämpft mit steigender
Überschuldung und nachlassendem Gründergeist,
das Baugewerbe mit Insolvenzen und
Projektabbrüchen. Positiv bleiben die Bonität
und die solide Zahlungsmoral. Doch die externe
Gemengelage aus Zinsen, Kostenexplosion und
geopolitischen Unsicherheiten zwingt beide
Branchen, ihre Widerstandskraft zu stärken.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S14
Deutsche Wirtschaft
beweist Widerstandskraft
trotz trüber
Stimmung
Bürokratie, Fachkräftemangel und hohe Energiekosten
bremsen den Standort - zugleich
eröffnet Künstliche Intelligenz neue Chancen
für seine Zukunftsfähigkeit Kundenbetreuung,
sowohl für neue Produkte und Lösungen
als auch auf dem Gebrauchtgerätemarkt.
Deutschlands Wirtschaft ist zuversichtlich
und glaubt an das Potential
des Standortes. Pragmatismus
und Handlungsbereitschaft prägen
das Stimmungsbild. 43 Prozent der Unternehmen
erwarten in den nächsten zwölf Monaten
ein Wachstum der deutschen Wirtschaft, 37
Prozent steigende Umsätze im eigenen Haus.
Das zeigt die aktuelle Studie von Boston Consulting
Group (BCG) "Stimmungsbarometer zu
Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit".
Dafür wurden rund 1.000 Unternehmen unterschiedlicher
Größe befragt. Als größte Gefährdungsfaktoren
für den Standort sehen sie
Bürokratie (40 Prozent), Fachkräftemangel (39
Prozent) und hohe Energiekosten (36 Prozent).
Resilient aus eigener Kraft
Die große Mehrheit der Unternehmen vertraut
auf ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit: 86 Prozent
sehen sich gegenüber direkten Konkurrenten
auf Augenhöhe oder im Vorteil. Besonders
Finanzdienstleister und ITK-Unternehmen
schätzen die eigene Stärke hoch ein. Auch die
Standortbedingungen werden überwiegend
positiv bewertet - 56 Prozent der Befragten
stufen sie als gut oder sehr gut ein. Besonders
positiv über den Standort Deutschland äußern
sich die Branchen Lebensmittel und Getränke
(68 Prozent), Medien und ITK (je 66 Prozent).
"Unternehmen sehen die Herausforderungen
klar - aber sie resignieren nicht. Trotz Gegenwind
durch Bürokratie, Fachkräftemangel und
hohe Energiekosten vertrauen sie auf die Substanz
ihrer Produkte, auf Innovationskraft und
auf die Stärke des Standorts", sagt Judith Wallenstein,
Managing Director und Senior Partner
bei der Boston Consulting Group.
International unter Druck
Im globalen Vergleich fällt die Selbsteinschätzung
der deutschen Wirtschaft allerdings deutlich
verhaltener aus. 52 Prozent der Befragten
Fotocredit: Boston Consulting Group GmbH
sind überzeugt, dass deutsche Unternehmen
im vergangenen Jahr gegenüber US-Firmen
an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt haben.
Gegenüber der Konkurrenz aus China sehen
sogar 69 Prozent einen Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit.
Auch auf europäischer Ebene
existiert Skepsis: Rund 20 Prozent der Unternehmensentscheider
machen sich Sorgen,
dass Europa in wichtigen Bereichen zurückfällt.
Sie sehen in der europäischen Wirtschaft zwar
grundsätzliches Potenzial, dieses werde jedoch
durch strukturelle Probleme und langsame Entscheidungsprozesse
gebremst. Wenn die Wettbewerbsfähigkeit
Deutschlands abnimmt, werden
die meisten der befragten Unternehmen
(76 Prozent) mit verstärktem Personalabbau
reagieren - insbesondere Finanzdienstleister
(84 Prozent) sowie IKT- und Industrieunternehmen
(je 80 Prozent). 73 Prozent der Firmen würden
zudem Aktivitäten ins Ausland verlagern.
Zukunftsorientierung: Investitionen in KI,
Qualifizierung und neue Märkte
Damit es nicht so weit kommt, planen viele
deutsche Unternehmen aktuell konkrete Maßnahmen,
um die eigene Wettbewerbsfähigkeit
zu steigern: Im Mittelpunkt stehen vier Hebel:
Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine
weltweit führende Unternehmensberatung.
BCG steht für erstklassige Strategieberatung
mit Technologiekompetenz sowie
unternehmerischer Umsetzungskraft - von
digitalen Geschäftsmodellen bis zu Corporate
Ventures. internationale Teams vereinen
Branchenwissen, funktionale Expertise und
vielfältige Perspektiven - sie hinterfragen
den Status quo und setzen Impulse für echte
Veränderung. Das Beratungsmodell ist einzigartig:
Es setzt auf enge Zusammenarbeit
innerhalb unserer Teams und bei unseren
Kunden - über alle Organisationsebenen
hinweg.
BCG ist mit rund 33.000 Mitarbeitenden in
über 100 Städten und mehr als 50 Ländern
vertreten. Weltweit erzielte BCG im Jahr 2024
einen Umsatz von 13,5 Milliarden US-Dollar.
Kosten senken (32 Prozent), Mitarbeiter qualifizieren
(32 Prozent), Prozesse digitalisieren
(28 Prozent) und neue Märkte und Zielgruppen
erschließen (28 Prozent). Besonders deutlich
zeigt sich der Fokus auf Technologie: 42 Prozent
sehen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz
als entscheidenden Faktor für ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Auch Nachhaltigkeit gewinnt
an Gewicht: 27 Prozent der Befragten stufen sie
bereits heute als strategisch relevant ein.
"Die Ergebnisse verdeutlichen: Deutschlands
Unternehmen warten nicht ab, sondern investieren
in ihre eigene Zukunftsfähigkeit - besonders,
da ihnen die Wettbewerbsfähigkeit im
Vergleich zu den USA und China Sorgen macht",
sagt Judith Wallenstein von BCG. "Digitalisierung,
Qualifizierung und KI werden dabei nicht
als Risiko, sondern als Chance verstanden, den
Standort im internationalen Wettbewerb langfristig
zu stärken."
Politik und Rahmenbedingungen:
Transformation braucht Entlastung
Damit die Wirtschaft ihre Stärke entfalten kann,
sind verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend.
Mehr als die Hälfte der befragten
Unternehmen (52 Prozent) fordert einen spürbaren
Bürokratieabbau, um Innovations- und
Investitionsvorhaben schneller umsetzen zu
können. Auf den weiteren Plätzen folgen eine
entlastende Energiepolitik sowie konkrete Förderung
der Digitalisierung in Deutschland.
Über die Studie
Das Stimmungsbarometer zu Deutschlands
Wettbewerbsfähigkeit wurde im Juni und Juli
2025 von der Boston Consulting Group (BCG)
erhoben. Befragt wurden 1.000 Entscheider
aus deutschen Unternehmen unterschiedlicher
Größe und Branchen - von Industrie und
Bau über ITK bis zu Finanzdienstleistungen. Die
Befragung deckt Unternehmen mit Jahresumsätzen
von unter 200.000 Euro bis über 50 Millionen
Euro ab und bildet damit ein umfassendes
Stimmungsbild zur aktuellen und erwarteten
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
Die Teilnehmer repräsentieren ein breites
Führungsspektrum: 31 Prozent gehören der
C-Level-Ebene an, 37 Prozent leiten Fachabteilungen,
12 Prozent sind Bereichsleiter.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S16
FEEI-Branchenevent:
EEInabling the Future
Elektro- & Elektronikindustrie setzt Signal für
Innovation, Resilienz und Sicherheit in Europa.
Unter dem Motto „EEInabling the
Future“ veranstaltete der Fachverband
der Elektro- und Elektronikindustrie
(FEEI) gestern, Dienstag,
ein Branchenevent mit rund 120 Spitzenvertreter:innen
aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft
in der Wirtschaftskammer Österreich. Im
Zentrum standen aktuelle Herausforderungen
und Chancen für die heimische Industrie am
Zukunftsstandort Europa. Eröffnet wurde das
Branchenevent vom Präsidium des FEEI, darunter
FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun (Siemens Mobility
Austria GmbH), FEEI-Obmann-Stellvertreterin
Sabine Herlitschka (Infineon Technologies
Austria) und Kari Kapsch (Cancom Austria AG).
Auftakt mit klaren Worten
FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun betonte: „Die
heimische Elektro- und Elektronikindustrie
steht vor großen Herausforderungen. Dazu
gehören eine anhaltend hohe und über dem
EU-Schnitt liegende Inflation, steigende Energiekosten
und geopolitische Unsicherheiten.
Für uns als exportorientierte Branche ist entschlossenes
Handeln gefragt. Eine klare Industriestrategie,
Investitionen in Schlüsseltechnologien
und eine starke Fachkräfteoffensive sind
entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit
Österreichs wiederherzustellen.“
Hochkarätige Keynotes
In seiner einleitenden Keynote betonte Innovationsminister
Peter Hanke politische Ansätze
zur Stärkung der heimischen Wirtschaft im
internationalen Wettbewerb und ging auf die
österreichische Industriestrategie ein, die derzeit
in intensiver Zusammenarbeit zwischen
Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erarbeitet
wird. Monika Köppl-Turyna, Direktorin von Eco-
Austria, präsentierte aktuelle Zahlen, Daten und
Fakten der Branche. Sie sieht die Erfordernis
politischer Reformen bei Pensionen, Arbeits-
Fotocredit: FEEI/APA-Fotoservice/Juhasz
markt sowie Föderalismus und plädierte
für eine Stärkung von Innovation, Produktivität
und europäischer Vernetzung.
US-Expertin Hannelore Veit schließlich
analysierte die aktuellen geopolitischen
Umwälzungen mit besonderem Augenmerk
auf die erratische US-Politik unter
Donald Trump und deren weitreichende
Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort
Europa und Österreich. Darüber hinaus
beleuchtete sie die innenpolitische
Stimmungslage in den USA, die Zukunft
der transatlantischen Beziehungen sowie
zentrale Herausforderungen für die europäische
Wirtschaft und Sicherheitspolitik.
und wirtschaftliche Rahmenbedingungen,
die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit
der Branche sichern. Die Diskussion
verdeutlichte, wie die Elektro- und
Elektronikindustrie Innovationen vorantreibt,
neue Märkte erschließt und als
Wegbereiter für nachhaltigen Fortschritt
unerlässlich ist. Einigkeit herrschte darüber,
dass neben politischen Rahmenbedingungen
auch ein gesellschaftlicher
Wandel hin zu mehr unternehmerischem
Denken und Investitionsbereitschaft
entscheidend ist.
Vernetzung als Schlüssel
Der Austausch zwischen Wirtschaft, Politik
und Wissenschaft leistet einen wichtigen
Beitrag für die Zukunft der Branche.
„Die Elektro- und Elektronikindustrie ist
Taktgeber für Innovation und Enabler
der Zukunft“, so Hesoun abschließend.
„Gezielte Kooperationen, der Fokus auf
Schlüsseltechnologien und die Förderung
von Talenten sind entscheidend, um
Resilienz zu stärken und den Technologiestandort
Österreich nachhaltig voranzutreiben.“
(RED)
Podiumsdiskussion zur Zukunft
des Industriestandorts
Ein Highlight der Veranstaltung war die
Podiumsdiskussion, moderiert von Gundula
Geiginger. Staatssekretärin für Energie
Elisabeth Zehetner, FEEI-Obmann
Wolfgang Hesoun, EcoAustria-Direktorin
Monika Köppl-Turyna, US-Expertin
Hannelore Veit und Plattform Industrie
4.0-Geschäftsführer Roland Sommer diskutierten
die Notwendigkeit einer ganzheitlichen
Industriestrategie für Österreich.
Im Mittelpunkt standen politische
Der Fachverband der Elektro- und
Elektronikindustrie vertritt in Österreich
die Interessen des drittgrößten
Industriezweigs mit rund 300 Unternehmen,
72.500 Beschäftigten und
einem Produktionswert von 23,4 Milliarden
Euro (Stand 2024). Gemeinsam
mit seinen Netzwerkpartnern
– dazu gehören u. a. die Fachhochschule
Technikum Wien, UFH, die
Plattform Industrie 4.0, Forum Mobilkommunikation
(FMK), der Verband
Alternativer Telekom-Netzbetreiber
(VAT) und der Verband der Bahnindustrie
– ist es das oberste Ziel
des FEEI, die Position der österreichischen
Elektro- und Elektronikindustrie
im weltweit geführten Standortwettbewerb
zu stärken.
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S18
Summit Industrie 4.0:
Industrie im Wandel
Die heimische Industrie befindet sich im
Umbruch, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu
erhalten. Technologien, Automatisierung, und
Qualifizierung bestimmen den Erfolg.
SPPHIE HERING
Seit zehn Jahren setzt die Plattform
Industrie 4.0 deshalb eine Vielzahl an
Aktivitäten, diesen Strukturwandel zu
begleiten und fokussiert, mit Blick auf
die Zukunft, auf die notwendigen Transformationsschritte.
Automatisierung und Schlüsseltechnologien
– die sogenannten Key Enabling
Technologies – bilden dabei das Fundament.
Entscheidend für deren erfolgreichen Einsatz
ist dabei die Qualifikation der Mitarbeiter:innen.
Diese und weitere Zukunftsthemen standen
im Mittelpunkt der heutigen Pressekonferenz
der Plattform Industrie 4.0 mit Vertreter
aus Politik, Wirtschaft und Sozialpartnerschaft.
Als Fixpunkt für zahlreiche Interessierte fand
im Anschluss der „Summit Industrie 4.0“ der
Plattform Industrie 4.0 Österreich, die heuer ihr
zehnjähriges Bestehen feiert, in Kooperation mit
der Kärntner Betriebsansiedelungs- und Beteiligungsgesellschaft
m.b.H. (BABEG) und dem
Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) im
Lakeside Technology Park in Klagenfurt statt.
Die Plattform Industrie 4.0 Österreich hat sich
dem Ziel verschrieben, positive Impulse, die
aus der Entwicklung neuer Technologien und
der zunehmenden Anwendung von Datenökosystemen
kommen, zu verstärken und zu
verbreiten. Der unabhängige Verein verbindet
seit zehn Jahren mehrere hundert Experten
aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und
Sozialpartnerschaft branchenübergreifend, um
gemeinsam für den Wirtschaftsstandort die
notwendigen Schritte zur erfolgreichen Transformation
zu setzen. Im Jubiläumsjahr fokussiert
die Plattform auf „Triple Transformation“.
Dieser Ansatz vereinigt drei Dimensionen – die
gleichzeitige digitale, nachhaltige und soziale
Transformation: Denn besonders effizient kann
der notwendige Wandel der heimischen Industrie
nur sein, wenn neue Technologien mit
datenbasierten Kreislaufwirtschaftskonzepten
und der konsequenten Orientierung am Menschen
kombiniert werden.
Digitale Schlüsseltechnologien bilden hierbei
die Basis für eine wettbewerbsfähige Industrie.
KI und Daten, Mikroelektronik, Quanten
und Photonik, moderne Produktionstechnologien
und Materialwissenschaften bieten, insbesondere
in ihrem Zusammenwirken, hohes
Potenzial, sei es für intelligente Produkte, eine
hocheffiziente Produktion, datengetriebene
Geschäftsmodelle, transparente Lieferketten,
Energieoptimierung oder Kreislaufwirtschaft.
Im Themenschwerpunkt Neue Technologien
und Innovation werden technologische Trends
auf ihre Anwendung in der Industrie bewertet
und über das Aufsuchen konkreter industrieller
Use Cases deren Anwendbarkeit in der Praxis
gezeigt. Im Themenschwerpunkt Nachhaltige
Produktion werden alle Aktivitäten in Richtung
erneuerbare Energien, Ökodesign und eine
zunehmende Kreislauforientierung gebündelt.
Ein Schwerpunkt in der Plattformarbeit
ist der Digitale Produktpass, der einen Datenaustausch
entlang der Lieferkette erforderlich
macht und gleichzeitig ein hohes Potenzial für
Optimierungen von Wertschöpfungsketten
aufweist. Darüber hinaus widmet sich die Plattform
Industrie 4.0 ebenso der Arbeit 5.0 – der
Schnittstelle zwischen Mensch, Organisation
und Technologie. Menschenzentrierung spielt
hier eine zentrale Rolle. So wurden junge Frauen
bei Digital Pioneers ermutigt, in technische
Berufe hineinzuschnuppern. Mit der Kampagne
Mission: Futurejob wurden technische Berufe
vor den Vorhang geholt, beim internationalen
Projekt BRIDGES 5.0 stehen Skills für Industrie
5.0 im Mittelpunkt.
Um den Produktionsstandort Österreich zu
unterstützen, bietet die Plattform Industrie 4.0
das Programm DIVE (Digitale Industrie Verständlich
Erklärt) an, bei dem speziell dem
österreichischen Mittelstand mit regionalen
Veranstaltungen der niederschwellige Einstieg
in die digitale Transformation erleichtert
werden soll. Ein herausragendes Leuchtturm-
Projekt ist AI5Production: Hier wurden produzierende
Unternehmen bei der risikofreien
Erprobung neuer Technologien unterstützt,
dabei konnten bislang mehr als 150 Pilotprojekte
umgesetzt werden – die Fortsetzung folgt
nun durch AI5Innovation.
Ggemeinsam industrielle Zukunft gestalten
2025 feiert die Plattform Industrie 4.0 ihr
zehnjähriges Bestehen und damit ein Jahrzehnt,
in dem sie sich als unabhängiges Netzwerk
und vor allem Brückenbauer etabliert
hat: Unter ihrem Dach versammeln sich seit
2015 Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft
und Sozialpartnerschaft – mit dem Ziel,
sich über aktuelle Trends auszutauschen, das
Bewusstsein für die digitale Technologien und
Anwendungen in der produzierenden Industrie
zu stärken und praxistaugliche Ideen für die
Zukunft zu generieren. Fokus der Bemühungen
bildeten in den Anfangsjahren der Aufbau von
Expertengruppen, die Erarbeitung erster Positionspapiere
sowie die Initiierung von Pilotfabriken,
um Industrie 4.0 in Österreich greifbar
zu machen. Aus heutiger Sicht ist es notwendig,
Themen wie KI, Datenräume, digitaler Produktpass,
Cyber Resilience Act oder Industrie 5.0 im
Fokus der Plattform Industrie 4.0 zu stellen, und
in einem übergreifenden Ansatz zu verbinden.
Dreh- und Angelpunkt ist und bleibt dabei der
Mensch, dessen Skills die Basis für die digitale
Transformation bilden. Inzwischen auf 65 Mitglieder
angewachsen, fördert die Plattform den
kontinuierlichen Austausch zu aktuellen Trends
und begleitet österreichische wie europäische
Leitprojekte.
„Die Plattform Industrie 4.0 steht seit zehn Jahren
für Zusammenarbeit, Innovation und den
Brückenbau zwischen Industrie, Forschung,
Sozialpartnern und Ministerien. Wir setzen uns
mit voller Überzeugung dafür ein, eine echte,
digitale Transformation in Österreich aktiv zu
begleiten und gemeinsam nachhaltige Lösungen
zu entwickeln. Besonders stolz bin ich auf
die Erfolge, die wir als Plattform erreicht haben.
Über 700 Expert:innen, mehr als 50 Events pro
Jahr und zahlreiche Leitprojekte auf nationaler
und europäischer Ebene zeigen, wie stark unser
Netzwerk ist. Unsere bisherigen Leistungen
sind ein wichtiger Schritt, um Österreich wieder
wettbewerbs- und zukunftsfähig zu machen.
Denn die digitale Transformation gelingt nur mit
einer klaren Vision, gemeinsamem Engagement
und einem positiven, mutigen Mindset“, betont
Thomas Welser, Vorstandsvorsitzender der
Plattform Industrie 4.0 Österreich.
Schlüsseltechnologien und Know-how
„Digitalisierung ist kein Trend, sondern ein
fortlaufender Transformationsprozess, der die
Industrie, die Gesellschaft und den zukünftigen
Wohlstand Österreichs und Europas nachhaltig
beeinflusst. Mit Schlüsseltechnologien wie der
Mikroelektronik und dem Know-how der Fachkräfte
können wir digitale und grüne Innovationen
entscheidend voranbringen. Diese Förderung
der ‚Triple Transformation‘ im Sinne einer
digitalen, nachhaltigen und sozialen Weiterentwicklung
ist ein entscheidender Zukunftsfaktor.
Die Plattform Industrie 4.0 ist seit zehn Jahren
ein wirksamer Taktgeber, um die moderne Produktions-
und Arbeitswelt auf breiter Ebene
zu gestalten. Durch den aktiven Wissens- und
Erfahrungsaustausch haben die Mitglieder
aus Wirtschaft, Forschung und Sozialpartnerschaft
einen wirksamen Hebel, um gemeinsam
an Themen und Projekten am Puls der Zeit
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S20
SPPHIE HERING
zu arbeiten und sie auch umzusetzen. Das ist
ein unverzichtbarer Schulterschluss für einen
zukunftsfitten Standort im globalen Digitalisierungs-
und Innovationswettlauf“, unterstreicht
Sabine Herlitschka, Obmann-Stellvertreterin
im FEEI, Vizepräsidentin IV und Vorstandsvorsitzende
der Infineon Technologies Austria.
Aus- und Weiterbildung beim Einsatz künstlicher
Intelligenz gefragt
"Künstliche Intelligenz bietet Möglichkeiten für
uns alle – richtig eingesetzt, kann sie zur Stärkung
unserer Produktivität und Innovationskraft
beitragen. Das sichert den Standort Österreich.
Sie verändert aber auch die Arbeitswelt,
manche Arbeitsplätze werden verschwinden,
neue werden entstehen. Diese Umbrüche sind
mit Ängsten verbunden. Diese Entwicklungen
lösen bei vielen Menschen Sorgen aus – und
genau deshalb müssen wir diesen Wandel aktiv
gestalten, damit niemand zurückgelassen wird.
Das ist einerseits ein Handlungsauftrag an die
Unternehmen, bei der Einführung neuer Systeme
Belegschaften sowie Betriebsräte frühzeitig
einzubinden und umfassend zu informieren.
Andererseits ist auch die Politik gefordert,
die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen,
damit KI erfolgreich eingesetzt werden kann.
Schlüssel dafür sind gut ausgebildete Fachkräfte,
der Fokus muss daher auf Aus- und Weiterbildung
liegen. Auch der Datenschutz muss
gewährleistet sein, denn die Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer dürfen nicht zum Spielball
künstlicher Intelligenz werden", kommentiert
Reinhold Binder, Vorsitzender der PRO-GE
Produktionsgewerkschaft.
Wo in Kärnten Zukunft gemacht wird
„Kärnten ist heute dort stark, wo Zukunft
gemacht wird: an der Schnittstelle von Technologie,
Forschung und Wirtschaft. Mit dem Summit
Industrie 4.0 setzen wir gemeinsam mit
der BABEG ein klares Signal – wir fördern nicht
nur Digitalisierung, wir leben sie. Leitprojekte
wie der Lakeside Science & Technology Park
in Klagenfurt, der High Tech Campus Villach
oder der entstehende Technologiepark St. Paul
im Lavanttal zeigen, wie Wirtschaft, Forschung
und Bildung in Kärnten Hand in Hand gehen.
Gemeinsam schaffen wir ein innovationsfreundliches
Umfeld, das Unternehmen unterstützt,
Zukunftstechnologien wie Informationsund
Kommunikationstechnologie, Electronic &
Software Based Systems oder Circular & Green
Economy erfolgreich zu entwickeln und umzusetzen“,
führt Ruth Feistritzer, Abgeordnete zum
Kärntner Landtag, aus. Doch Kärnten setzt nicht
nur auf Infrastruktur, sondern auch auf inhaltliche
Tiefe: Die BABEG initiiert und begleitet
Forschungs-, Technologie- und Innovationsprojekte
ebenso wie internationale Betriebsansiedlungen
– mit klarem Fokus auf zukunftsorientierte
Branchen. Ein zentrales Ziel dabei
ist, Unternehmen und Forschung nachhaltig
zu vernetzen. Über Beteiligungen an außeruniversitären
Forschungseinrichtungen wie
Joanneum Research, den Lakeside Labs oder
dem Kompetenzzentrum Holz entstehen enge
Kooperationsbeziehungen, die Forschungsergebnisse
schneller in die Anwendung bringen.
Mit dem Innovationslabor MOBIREG und
dem Digital Innovation Hub Süd wird diese
Brücke weiter gestärkt – durch praxisnahe
Angebote für Digitalisierung und Entwicklung.
Ergänzend fördern Beteiligungen wie das build!
Gründungszentrum und der Carinthian Venture
Fonds innovative Start-Ups entlang der gesamten
Innovationskette – von der Idee bis zur
Internationalisierung.
Ein eindrucksvolles Beispiel für Kärntens technologische
Vorreiterrolle ist Infineon Austria,
forschungsstärkstes Industrieunternehmen
Österreichs: Mit neuen Materialien wie Siliziumkarbid
(SiC) und Galliumnitrid (GaN) wird die
erste 300-mm-GaN-Wafer-Technologie entwickelt
– ein Meilenstein für Energieeffizienz,
E-Mobilität und 5G. Zudem stärkt Forschung zu
Quantenprozessoren Kärntens Technologieführerschaft.
Die Silicon Austria Labs erweitern
am High Tech Campus Villach die Kompetenzen
im Bereich elektronik- und softwarebasierter
Systeme (ESBS). Der Lakeside Science & Technology
Park in Klagenfurt bündelt Wirtschaft,
Forschung und Bildung im Bereich Informations-
und Kommunikationstechnologie (IKT)
– von Robotik über Smart Labs bis zur international
anerkannten Drohnenforschung der
Universität Klagenfurt, die mit ihrer neuen Outdoor-Testanlage
Maßstäbe setzt. Zukunft und
Nachhaltigkeit verbinden sich im entstehenden
Technologiepark St. Paul im Lavanttal, der
auf Kreislaufwirtschaft und smarte Materialien
fokussiert. Gemeinsam mit Villach und Klagenfurt
entsteht so ein starkes Innovationsdreieck,
das Forschung, Wirtschaft und Bildung vereint.
Attraktive Rahmenbedingungen für
Forschung und Innovation schaffen
Die Industrie befindet sich in einem tiefgreifenden
Strukturwandel. Mit dem Regierungsprogramm
und insbesondere dem Pakt für
Forschung, Technologie und Innovation werden
wichtige Unterstützungsmaßnahmen für
die Industrie auf den Weg gebracht. Das Bundesministerium
für Innovation, Mobilität und
Infrastruktur (BMIMI) setzt drei Prioritäten:
Erstens werden möglichst attraktive Rahmenbedingungen
für Forschung und Innovation
in Österreich geschaffen – durch den Aufbau
von Technologie-Kompetenzen, Investitionen
in industrienahe Forschungseinrichtungen wie
AIT, SAL und Comet-Zentren sowie Förderungen
für hochinnovative Unternehmensprojekte.
Zweitens unterstützt eine umfassende Transformationsoffensive
die Industrie bei der
Gestaltung des Wandels und der Eroberung von
Zukunftsmärkten. Österreichische Stärkefelder
in Energie- und Umwelttechnologien, Mobilitäts-
sowie Weltraumtechnologien stehen
dabei im Mittelpunkt. Drittens treibt eine Schlüsseltechnologie-Offensive
die Entwicklung und
Anwendung von grundlegenden, Key Enabling
Technologies (KETs) voran. Insbesondere durch
das Zusammenwirken dieser Schlüsseltechnologien
mit der hohen industriellen Expertise in
Österreich können neue Stärkefelder und internationale
Spitzenpositionen aufgebaut werden.
Im Bereich Industrie 4.0 sind Durchbrüche bei
Chips, industrieller KI, fortgeschrittenen Produktions-
und Werkstofftechnologien sowie
Quanten und Photonik die zentralen Innovationstreiber.
Das BMIMI baut bei der Umsetzung
der Transformations- und Schlüsseltechnologie-Offensiven
auf ein Budget von mehr als
600 Mio. Euro pro Jahr, die jahrelange Erfahrung
im Hightech-Bereich sowie die sehr gute Vernetzung
mit den industriellen Akteur:innen.
Als Mitinitiator und Gründungsmitglied der
Plattform Industrie 4.0 schätzt das BMIMI seit
10 Jahren die partnerschaftliche Zusammenarbeit
für die nachhaltige und menschenzentrierte
Digitalisierung der Industrie sowie die
Gestaltung der „Triple Transformation“. Die
Plattform wird auch für die zukünftigen Herausforderungen
ganz wesentliche Leistungen
für den Industriestandort erbringen.
„Zehn Jahre Plattform Industrie 4.0 sind ein
Anlass zu feiern und sich auf die Stärken Österreichs
zu besinnen. Mit klaren Schwerpunkten
in industriellen Schlüsseltechnologien, mutigen
Investitionen sowie einer Kultur der sozialpartnerschaftlichen
Zusammenarbeit können
wir die Transformation der Industrie zukunftsweisend
gestalten. Als Innovationsministerium
und Gründungsmitglied der Plattform wollen
wir einen wichtigen Beitrag für die Arbeitsplätze,
den Wohlstand und die Lebensqualität
von morgen leisten“, erklärt Beate El-Chichakli,
Leiterin Abteilung III/1 – Grundsatzangelegenheiten
und Forschungseinrichtungen im BMIMI.
Summit Industrie 4.0
Die neunte Ausgabe des Summit Industrie 4.0
findet in diesem Jahr im Lakeside Science &
Technology Park in Klagenfurt statt. Als Fixpunkt
für die heimische Industrie 4.0-Community
widmet sich der Summit auch 2025 einem
abwechslungsreichen Programm rund um den
Industriestandort, Schlüsseltechnologien und
den Ausbau des Wirtschaftsstandorts Österreich.
Am Vormittag hält Assoc.-Prof.in Maria
Eichlseder (Institute of Information Security, TU
Graz) eine Keynote zu Kryptographie – Sichere
Kommunikation für alle?, gefolgt von Stefan
Dietl (Head of Global Vocational Education,
Festo) am Nachmittag, der zum Thema Auf dem
Weg zur Ausbildung 5.1 referiert.
Einblicke in die Zukunft der Industrie gewinnt
man bei zahlreichen konkreten Industrie
4.0-Use-Cases, beim Schüler-Projekt: Tech-
Lab – Zukunftskompetenzen in Aktion des
Alpen-Adria-Gymnasiums Völkermarkt sowie
bei der Verleihung des ÖWGP-Zukunftspreis
2025 zum Thema „Innovative Produktion als
Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“.
Abgerundet wird das Programm durch
spannende Use Cases aus Kärnten und ganz
Österreich.
„Der diesjährige Summit Industrie 4.0 steht
ganz im Zeichen eines besonderen Meilensteins:
Zehn Jahre Plattform Industrie 4.0 Österreich.
Besonders freut es mich, dass wir dieses
runde Jubiläum gemeinsam mit so vielen
engagierten Interessierten in Klagenfurt feiern
und zugleich einen Blick auf die kommenden
Entwicklungen und Chancen von Industrie 4.0
werfen können“, zieht Welser Bilanz. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S22
Reduzierter Aufwand,
maximale Stabilität und
flexibel skalierbare
Performance
Cloud-Infrastruktur und Managed Services
von Element Logic für die Lager-IT.
Wenn das Lager auf Hochtouren
läuft, darf der IT nicht die Luft
ausgehen. Deshalb erweitert
Element Logic sein Managed
Services Angebot. Das Unternehmen übernimmt
die komplette Verwaltung der IT-Infrastruktur
für die Intralogistik. Wahlweise für die
kundeneigene Infrastruktur oder vollständig
in der Cloud. In diesem Fall läuft die IT-Infrastruktur
über Amazon Web Services (AWS) und
ist weltweit verfügbar. Das Angebot richtet sich
an Unternehmen, die ihre Ausfallrisiken senken,
ihren IT-Aufwand reduzieren und den Betrieb
planbarer machen wollen. Dies geschieht mit
klar definierten Service Level Agreements
(SLAs), einer proaktiven 24/7-Überwachung
und durchdachten Sicherheitsmaßnahmen.
Abgestimmt auf AutoStore, ergänzende Automatisierung
und die Element Logic Software
Suite gewährleistet das Unternehmen maximale
Verfügbarkeit und Sicherheit.
Überblick Managed Services:
On-Premises: Die IT-Infrastruktur sowie die
Server stellt der Kunde bereit. Element Logic
sichert Betrieb, Wartung und Patching der
Anwendungen sowie der eingesetzten Server –
inklusive vorausschauender Überwachung und
Support.
Cloud: Element Logic betreibt die Infrastruktur
und die Anwendungen End-to-End in einer
hochverfügbaren, skalierbaren und sicheren
Cloud-Umgebung. Dazu gehören Backups, Notfallwiederherstellung
und Lizenzverwaltung.
JOACHIM KIENINGER
IT-Aufwand messbar reduzieren
Updates, Patches und Wartung für Betriebssysteme
und Datenbanken erfolgen planbar.
Störungen werden zentral erfasst und proaktiv
bearbeitet. SLAs mit bis zu 99,95 Prozent Verfügbarkeit
und automatische Failover-Mechanismen
sorgen für hohe Betriebsstabilität.
Sicherheit und Compliance sind fest verankert
– mit Verschlüsselung gespeicherter und übertragener
Daten sowie mit Firewalls, Intrusion
Detection, Malware-Scans und Audit-Logs.
Rollenbasierte Zugriffe, Multi-Faktor-Authentifizierung
und ein kontinuierliches Monitoring
sichern die Systeme zusätzlich. Der Betrieb
erfolgt DSGVO-konform in den EU-Regionen.
Bei Lastspitzen und Wachstum kann die
Cloud-Infrastruktur flexibel angepasst werden.
Ressourcen können skalieren, ohne dass Vorabinvestitionen
des Kunden erforderlich sind.
»Unsere Kunden stehen heute vor der Wahl:
Entweder sie investieren dauerhaft in eigenes
Know-how und eigene IT-Infrastruktur oder sie
gewinnen mit Managed Services Zeit und Kosten
zurück. Unser Ansatz reduziert Komplexität
und Betriebsaufwand der Kunden, so wird
die Lager-IT berechenbar und entlastet Teams
spürbar«, sagt Dr. Robin Seggelmann, Director
Managed Services bei Element Logic.
Studien zeigen: 80 Prozent der IT-Mittel
binden Ressourcen
Das Cloud-Angebot ist eine direkte Reaktion
auf die zentralen Herausforderungen der Logistikbranche.
In vielen Unternehmen bleiben
IT-Stellen unbesetzt. Managed Services liefern
das nötige Know-how – sofort und ohne
Neueinstellungen. Hohe Wartungskosten und
Investitionen in veraltete oder ungeeignete Infrastruktur
verschlingen bis zu 80 Prozent des
IT-Budgets.
Das zeigen Analysen unter anderem von Gartner
und McKinsey und der US-amerikanischen
Government Accountability Office (GAO). Durch
Nutzung des Cloud-Angebots werden diese
Mittel frei für Innovationen und Wachstum.
Element Logic ebnet den Weg für die nächste
Entwicklungsstufe der Lagerautomatisierung.
»Managed Services sind mehr als nur Outsourcing«,
erklärt Seggelmann.
»Sie sind die logische Antwort auf die heutige
IT-Wirklichkeit. Wir machen Betriebssicherheit,
Performance und Compliance planbar
– damit unsere Kunden sich auf ihr Kerngeschäft
konzentrieren können.« Anstelle reaktiver
IT-Verwaltung erhalten Unternehmen ein
transparentes, erweiterbares Servicemodell
mit kalkulierbaren Kosten. So wird die IT nicht
zum Engpass, sondern zum Motor effizienter,
resilienter Logistikprozesse. »Wir übernehmen
Verantwortung dort, wo unsere Kunden
sie abgeben möchten und gewährleisten im
Hintergrund einen reibungslosen IT-Betrieb«,
ergänzt Seggelmann.
(RED)
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S24
Digitalisierung in der
Logistik richtig einsetzen
Digitalisierung strategisch richtig einzusetzen
ist eine der großen Herausforderungen in der
Logistik Branche in den nächsten 10 Jahren.
Genau deshalb waren die Impulse des
Logistic Days auch so wertvoll für
mich. Exemplarisch ist dafür sicher
die Harmonisierung und Standardisierung
der logistischen Datenströme, die
gerade in unserer Arbeit im logistic-natives e.V.
ein zentrales Anliegen ist.
Produktivität im manuellen Lager:
Unterschätzte Potenziale im E-Commerce
„Was man nicht misst, will man nicht lenken“ –
frei nach Peter F. Drucker. Dieses Zitat stand
sinnbildlich für den Vortrag von Risto
Pfalz Geschäftsführer der IDIH GmbH auf
der diesjährigen Logistiktagung. Sein
Thema: Wie sich die Produktivität im
manuellen Lager – gerade im E-Commerce
– gezielt messen, verstehen und
deutlich steigern lässt.
Effizienz entscheidet über
Wettbewerbsfähigkeit
Im E-Commerce sind die Margen knapp, die
Warenkörbe klein und die Fulfillment-Kosten
entsprechend hoch. In dieser Situation entscheidet
die Produktivität im Lager maßgeblich
über die Rentabilität des Geschäftsmodells.
Insbesondere im manuellen Fachbodenlager
schlummern häufig ungenutzte Effizienzpotenziale
– nicht selten, weil Prozesse gewachsen
statt geplant sind. „Die Kommissionierung ist in
vielen Betrieben der größte Kostenblock in der
operativen Logistik“, betonte Risto Pfalz. Rund
30 bis 40 Prozent der Mitarbeitenden seien
dort beschäftigt. Der entscheidende Hebel für
Effizienz und Kosten sei daher die Pickleistung
– also die Anzahl der Artikelzugriffe oder Rechnungszeilen
pro Mitarbeiterstunde.
60 bis 120 Picks? Weit unter dem Möglichen
In der Praxis gelten Leistungswerte zwischen
60 und 120 Picks pro Stunde oft als Benchmark.
Tatsächlich zeigen zahlreiche Optimierungsprojekte:
Mit durchdachter Prozessgestaltung,
geschickter Wegeoptimierung, paralleler Kommissionierung
und ergonomisch gestalteten
Arbeitsplätzen sind über 200 Picks pro Stunde
möglich. Spitzenwerte von 250 Picks und mehr
wurden bereits in Branchen wie Textil, Elektronik,
Fahrradzubehör und Bürobedarf erzielt –
ganz ohne Vollautomatisierung. Unternehmen,
die sich mit den niedrigeren Werten zufriedengeben,
zahlen laut Pfalz häufig das Zwei- bis
Dreifache der notwendigen Kommissionierungskosten
– sei es über direkte Personalkosten
oder über entsprechende Logistikdienstleister.
Wo liegen die Bremsen?
Warum werden diese Potenziale in der Praxis
so selten ausgeschöpft? Die Ursachen sind
bekannt: Fehlende Prozesskonzeption: Lagerprozesse
entwickeln sich oft „aus dem Bauch
heraus“, ohne klare Methodik oder Leistungsziel.
Unzureichende IT-Unterstützung: Logistiksysteme
bilden Prozesse ungenau oder
ineffizient ab; Rangreihen werden fälschlich
als Wegeoptimierung interpretiert. Ungeeignete
Fördertechnik: Manche Systeme
begrenzen die Kommissionierleistung systemisch
und verhindern höhere Durchsätze.
Über- oder Unterautomatisierung: Technik wird
außerhalb ihres wirtschaftlichen Sweet Spots
eingesetzt – zu viel oder zu wenig Automatisierung
mindert gleichermaßen die Produktivität.
Fazit: Messen, verstehen, lenken.
Die Produktivitätssteigerung im manuellen
Lager ist kein Zufallsprodukt, sondern das
Ergebnis klarer Analyse und gezielter Prozessgestaltung.
Wer Kennzahlen wie die Pickleistung
systematisch erfasst, regelmäßig
hinterfragt und aktiv steuert, kann seine Logistikkosten
erheblich senken – ganz ohne zwingend
in aufwendige Automatisierung investieren
zu müssen. „Produktivität entsteht nicht
durch Technik, sondern durch das Verständnis
des Prozesses“, fasste Risto Pfalz zusammen.
Oder, um mit Drucker zu sprechen: Nur wer
misst, kann auch lenken. (Bei Interesse an einer
Checkliste zur Selbsteinschätzung der Lagerproduktivität
kann diese gerne angefordert
werden. (RED)
#ECOMLOG26
ECOM-
LOG26
E-COMMERCE
LOGISTIK-DAY
SAVE THE DATE:
26.09. 2026
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S26
Gewerbepark Loosdorf in
Rekordzeit ausgebaut
Ein weiterer Bauteil im Gewerbepark Loosdorf
an der Autobahn A1 wurde Ende Oktober dem
Mieter SSA Fluidra Österreich GmbH aus Grödig
bei Salzburg übergeben.
“Bauteil II wurde in nur acht Monaten von der
Unterschrift bis zur Übergabe umgesetzt. Das ist
rekordverdächtig“, freut sich F & S-Geschäftsführer
Ing. Alexander Liebewein. Er bedankte
sich dafür ausdrücklich bei der Gemeinde
Loosdorf, Bürgermeister Vasku und bei der
Bezirkshauptmannschaft Melk: „Wir haben –
wie bei allen Projekten in Loosdorf – mit Partnern
zusammengearbeitet, die immer um
Verständnis, Flexibilität und Effizienz bemüht
waren!“ Durch die multifunktionale Nutzung sei
die Immobilie durchaus anspruchsvoll in der
Umsetzung gewesen, erläuterte Walter Schisernig.
Neben einem Speziallager umfasst das
Gebäude einen Shop sowie Büros in der genau
auf den Mieter SSA Fluidra Österreich GmbH
zugeschnittenen Konstellation.
Österreichs führender Großhändler
für Poolausstattung und Poolbedarf
nutzt ab sofort den multifunktionalen
Standort auf mehr als 6.000
Quadratmetern als neues Zentrallager. Die Entwickler
F & S Real Estate Solutions Gmbh aus
Straßwalchen bei Salzburg sowie SCHISERNIG
Real Estate Investor aus Salzburg sind spezialisiert
auf maßgeschneiderte Gewerbeimmobilien,
die vorzugsweise als „Green Building“
errichtet werden. Der Bürgermeister der Standortgemeinde,
Thomas Vasku (SPÖ), betonte
anlässlich der Schlüsselübergabe das vertrauensvolle
Verhältnis zu den Immobilienentwicklern,
die bereits Projekte in Loosdorf verwirklicht
haben.
Neues Zentrallager für ganz Österreich
Für den Mieter SSA Fluidra wird Bauteil II zu
einer weiteren Drehscheibe des Unternehmens
neben der Zentrale in Salzburg. „Der Standort
liegt an der Achse Linz-Wien und damit im
umsatzstärksten Gebiet Österreichs für Pool
und Wellness“, betonte der Leiter Operations
Hannes Schmid. SSA Fluidra nutzt im neuen
Zentrallager mehr als 6.000 Quadratmeter.
Wareneingang, Lagerung und Warenausgang
mit automatischer Kommissionierung befinden
sich in einer mehrfach gegliederten Halle.
Zusätzlich werden Mitnahmeartikel in einem
Shop für Wiederverkäufer vertrieben. „Wir
haben hier ganz neue Möglichkeiten, als Großhändler
unsere Kunden zu bedienen. Gleich-
zeitig finden wir vor Ort die benötigten qualifizierten
Mitarbeiter. Beides wird sich positiv
auf unseren Wachstumskurs auswirken“, ist
Schmid überzeugt. Er hob weiters die Anbindung
an die Bahn hervor, die den Beschäftigten
die Anreise mit öffentlichem Verkehrsmittel
erlaubt. „Unser Dank geht an die Partner, die
das Gebäude entwickelt und errichtet haben.
Es ist nicht selbstverständlich, dass Zeit- und
Kostenrahmen bei so anspruchsvollen Vorgaben
und einer raschen Umsetzung eingehalten
werden“, sagte Schmid.
Gesamter Gewerbepark wird „Green Building“
SCHISERNIG Real Estate Investor sowie F & S
Real Estate Solutions entwickeln und errichten
den Gewerbepark Loosdorf seit 2022. Das
Projekt entsteht in drei Abschnitten mit je einer
räumlich und funktional individuell zugeschnittenen
Halle, demnächst wird Bauteil III in Angriff
genommen. Der gesamte Gewerbepark wird
auf einer Fläche von rund 35.000 Quadratmetern
mehr als 14.000 Quadratmeter Lagerflächen
umfassen, darunter auch für Tiefkühlkost.
Zusätzliche Nutzflächen für Büros, Shops und
Sozialräume machen knapp 2.000 Quadratmeter
aus. Es sollen mehr als 100 Arbeitsplätze
entstehen. „Die gesamte Anlage wird als `Green
Building` nach dem höchsten (Gold-)Standard
errichtet“, betonte Walter Schisernig. Unter
anderem wird der Energiebedarf selbst für die
Kühlläger komplett von Wärmepumpen und
Photovoltaikanlagen gedeckt. Alleine die PV-
Anlage produziert so viel Strom, wie 400 Einfamilienhäuser
verbrauchen. Der gesamte Aushub
wurde vor Ort wieder verwendet und nicht
abtransportiert. Weiters müssen bei Green
Buildings umweltverträgliche Materialien eingesetzt
werden. Schon vor dem aktuellen Projekt
hatte sich F & S mit SCHISERNIG in Loosdorf
engagiert und eine leerstehende Logistikanlage
neu belebt, umgebaut und binnen eines Jahres
an neue Mieter übergeben.
Investoren sind keine Bittsteller!
Bürgermeister Vasku betont die Bedeutung
der Projekte für die niederösterreichische
Gemeinde. „Wir benötigen als Kommune Investitionen
von außen, um auch über Steuern und
Abgaben die Daseinsvorsorge und die Lebensqualität
im Ort hochzuhalten.“ Die Gemeinde
habe rechtzeitig vorgesorgt und bereits 1998
ein Gewerbegebiet von etwa 25 Hektar ausgewiesen,
erinnerte der Bürgermeister. Die
Fläche liegt direkt an der Westbahn und ist so
vom Siedlungsgebiet getrennt. „Zu F & S und
SCHISERNIG haben wir seit Jahren ein vertrauensvolles
Verhältnis mit Handschlagqualität. Es
gibt bei großen Projekten immer Herausforderungen,
aber Investitionen sind gerade heute
nicht selbstverständlich. Projektwerber werden
deshalb bei uns nicht als Bittsteller behandelt“,
betonte der Bürgermeister. Die Gemeinde
stelle in den Behördenverfahren das gesamte
eigene Netzwerk unterstützend zur Verfügung,
die Kooperation mit der zuständigen BH Melk
werde aktiv unterstützt.
(RED)
Übergabe von Bauteil II im
Gewerbepark Loosdorf.
Ing. Alexander Liebewein
(F & S), Bgm. Thomas Vasku
(Gemeinde Loosdorf), Hannes
Schmid (SSA Fluidra Österreich
GmbH) und Walter
Schisernig (SCHISERNIG Real
Estate Investor).
Foto: Jürgen Kranzler
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S28
eMAG setzt auf
Zero-Touch-Logistik
mit KNAPP
eMAG, führender Online-Händler in Rumänien,
Bulgarien und Ungarn, hat in eine hochautomatisierte
Logistikanlage nahe Bukarest
investiert, um den steigenden Anforderungen
an Geschwindigkeit, Genauigkeit und Skalierbarkeit
im E-Commerce gerecht zu werden.
Die Lösung von KNAPP ermöglicht
eine durchgängige Automatisierung
– von der Einlagerung bis zur Sortierung
– und gilt als Benchmark für
den osteuropäischen Markt.
Effiziente Lagerprozesse:
Vom Wareneingang bis zur Sortierung
Die Handelsware wird palettiert angeliefert
und je nach Produkttyp manuell oder automatisiert
eingelagert. Im automatisierten Bereich
übernehmen Decanting-Stationen die Umverpackung
in Behälter, die anschließend ins Evo
Shuttle 1D-System eingespeist werden. Dieses
Hochleistungssystem mit 432 Shuttles auf 18
Gassen und 24 Ebenen ermöglicht bis zu 12.780
Behälterbewegungen pro Stunde. Die Kommissionierung
erfolgt entweder manuell mit RFID-
Scannern oder automatisiert an 29 ergonomischen
Pick-it-Easy Evo-Arbeitsplätzen.
Nach der Kommissionierung gelangen die
Aufträge über Spiral-Förderer oder manuelle
Zuführung zum Cross-Belt-Sorter. Mit einer
Kapazität von bis zu 15.000 Paketen pro Stunde
werden die Sendungen über 74 Rutschen nach
Auslieferregion sortiert – für eine schnelle und
zuverlässige Zustellung in Rumänien, Bulgarien
und Ungarn. Gemischte Aufträge werden an
Konsolidierstationen zusammengeführt und für
den Versand vorbereitet. Verpackt wird je nach
Bedarf in Kartons, Kuverts oder Polybags.
Zero-Touch-Fulfillment mit Shuttle und Roboter
Mit der Kombination aus dem Evo Shuttle 1D
und dem Pick-it-Easy Robot wurde ein vollautomatisiertes
System geschaffen, das die Bereitstellung
und Kommissionierung von Waren
komplett ohne manuelle Eingriffe ermöglicht.
Diese Zero-Touch-Lösung ist nicht nur ein
technologisches Highlight, sondern auch ein
strategischer Meilenstein für die Zukunft des
Fulfillments bei eMAG. Im Zentrum steht das
Evo Shuttle 1D – ein Hochleistungs-Shuttle-
System, das jede Regalebene und Gasse individuell
bedient und so für maximale Geschwindigkeit
und Durchsatz sorgt.
Das System lernt kontinuierlich dazu, speichert
neues Wissen und optimiert sich selbst. So
entsteht ein intelligentes Gesamtsystem, das
Geschwindigkeit, Genauigkeit und Skalierbarkeit
vereint.
Über einen leistungsstarken Vorzonen-Loop
gelangen die Waren direkt zum Kommissionierroboter,
dem Pick-it-Easy Robot. Dieser
kommissioniert Einzelstückaufträge vollautomatisch
mit bis zu 600 Picks pro Stunde –
eine beeindruckende Leistung, insbesondere
bei starkem Bestellaufkommen. Dank künstlicher
Intelligenz, maschinellem Lernen und flexiblen
Greiftechnologien erkennt der Roboter
unterschiedlichste Artikel, bestimmt präzise
Greifpunkte und platziert die Produkte sicher –
selbst bei spiegelnden Oberflächen oder komplexen
Formen.
KNAPP ist der Technologiepartner für intelligente
Wertschöpfungsketten. Die Unternehmensgruppe
mit Sitz in Österreich
bietet Gesamtlösungen zur Automatisierung
und Digitalisierung von Produktion
über Distribution bis zum Point-of-Sale.
Mit erstklassigem Service und langfristiger
Partnerschaft steht KNAPP hinter dem
Erfolg seiner Kunden aus den Bereichen
Healthcare, Retail, Food Retail, Fashion,
Wholesale und Industry.
Info: knapp.com
„Unsere Kunden profitieren direkt von
der KNAPP-Lösung durch die höhere
Genauigkeit bei der Auftragsverarbeitung
und die schnellere Lieferung.“
Marian Voicu –
Warehouse Manager eMAG
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S30
Die ergonomischen Pick-it-Easy-Arbeitsstationen reduzieren körperliche Belastungen
und erleichtern den Kommissionierprozess Das automatische Kleinteilelager Evo Shuttle
1D ermöglicht die Ein- und Auslagerung von bis zu 12.780 Behältern pro Stunde und Dank
KI-gestützter Objekterkennung und Greifpunktbestimmung kann der Pick-it-Easy Robot
eine breite Palette an Artikeln mit unterschiedlichsten Formen schonend kommissionieren.
Onsite Support und IT-Sicherheit
Ein erfahrenes Resident-Team von KNAPP sorgt
vor Ort für Wartung, Reparaturen und Ersatzteilmanagement.
Unterstützt wird es durch
das SaaS-Produkt KiSoft CMMS, das Aufgaben
automatisiert und Informationen zentralisiert.
Ergänzend sichern IT-Serviceprodukte
die die Systemverfügbarkeit durch Monitoring,
Updates und Ausfallschutz.
Bogdan Salomon – Project Manager eMAG: „Das
Resident Team kennt unsere Anlage bestens,
reagiert schnell und sichert den Betrieb – ein
großer Vorteil für eMAG.“
Zukunftssichere Lösung mit
strategischem Weitblick
Die modulare Architektur der Anlage erlaubt
es eMAG, flexibel auf neue Anforderungen zu
reagieren – sei es durch Sortimentserweiterungen,
neue Märkte oder veränderte Kundenbedürfnisse.
Die enge Partnerschaft mit KNAPP
war dabei entscheidend: Die Lösung ist exakt
auf die Anforderungen des osteuropäischen
E-Commerce-Markts zugeschnitten. Mit dieser
Lösung ist eMAG nicht nur für den nächsten
Black Friday gerüstet, sondern auch für die
langfristige Entwicklung des osteuropäischen
E-Commerce. Ein Projekt, das zeigt, wie Technologie,
Marktverständnis und strategische
Planung zu einem echten Wettbewerbsvorteil
werden können.
(RED)
Copyright: ©KNAPP/Niederwieser
Der Kongress
für den
österreichischen
Handel
handelskolloquium.at
26.MÄRZ
HANDELS
KOLLOQUIUM
2026
APOTHEKERTRAKT
SCHLOSS
SCHÖNBRUNN
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S32
foodora Österreich
Gemeinsam mit foodora erkundeten wir, wie
Einzelhandel, Schnellhandel und Innovation
die Zukunft der Lieferdienste in ganz Europa
verändern.
foodora, eine der führenden Lieferplattformen
Europas, legt ihren strategischen
Fokus auf den Ausbau ihres Quick-Commerce-Bereichs
und betont dabei Bezahlbarkeit,
Kundenauswahl und reibungslose
Lieferung. Die Strategie basiert auf starken
Partnerschaften mit lokalen und internationalen
Unternehmen, um den sich wandelnden
Kundenbedürfnissen gerecht zu werden und
das Geschäftswachstum auf dem gesamten
Kontinent zu fördern.
foodoras Versprechen: Erschwinglichkeit und
Komfort. Im Mittelpunkt dieser Strategie steht
foodoras Bestreben, ein erschwingliches und
bequemes Liefererlebnis zu bieten. Aktuelle
Daten zeigen eine deutliche Veränderung im
Kundenverhalten: In Wohngebieten steigt der
Bedarf an geplanten, familienorientierten Mahlzeiten
und größeren Warenkörben.
Wichtige Lebensmittelkategorien wie Milchprodukte
& Eier, Obst & Gemüse sowie
Getränke verzeichnen einen starken Anstieg
der Bestellungen, was die klare Nachfrage
nach schnell nach Hause gelieferten
Artikeln des täglichen Bedarfs belegt.
„Wir bei foodora möchten ein herausragendes,
schnelles und erschwingliches Erlebnis bieten,
das Kunden mit Unternehmen und Fahrern
verbindet“, so Herbert Haas, Chief International
Officer. „Durch die Fokussierung auf unseren
Quick-Commerce-Bereich und den Aufbau
starker Partnerschaften liefern wir nicht nur
Lebensmittel, sondern auch Komfort und Mehrwert.
Wir stellen sicher, dass unsere Kunden
jederzeit Zugriff auf eine große Produktauswahl
haben. Dieser Ansatz ist der Schlüssel zur Kundenbindung
und zum nachhaltigen Wachstum
unserer Partnerunternehmen.“ Erweiterte Möglichkeiten
für Unternehmen, ob Restaurants
oder Einzelhändler. Die Plattform verzeichnete
im vergangenen Jahr ein starkes Wachstum bei
ihren Restaurant- und Einzelhandelspartnerschaften:
foodora konnte einen Zuwachs von 33
% bei den Restaurants und Einzelhändlern verzeichnen,
die sich der Plattform angeschlossen
haben.
In Österreich ist die L’Osteria ein Paradebeispiel
für Wachstum: Dank der PRO-Wochen
stiegen die Bestellungen um 40 %, und 2.500
Neukunden konnten während dieser Aktionswochen
gewonnen werden. Bezahlbarkeit
und Sichtbarkeit sind die Schlüsselfaktoren
für diesen Erfolg. Gemeinsam mit ihren Partnern
prüft foodora kontinuierlich, wann ein
Produkt ausgebaut, neue Produkte eingeführt
oder Angebote reduziert werden sollten, um
nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten.
Auch Elisabeth Wu, Inhaberin mehrerer Wiener
Restaurants, darunter IKO, Little Koya und Nikkai,
konnte seit ihrem Beitritt zur Plattform im
Jahr 2015 durch foodora Wachstum verzeichnen:
„Unser Geschäft wächst und expandiert
stetig. Heute betreiben wir über 12 Restaurants
in Wien, und ein Teil unseres Erfolgs ist definitiv
der Lieferservice von foodora.“ Der Erfolg beider
Restaurantpartner während der COVID-Pandemie,
insbesondere in den Vororten, unterstreicht
den langfristigen Wert dieser Kooperationen.
Heute gehen über 40 % aller Bestellungen bei
der L’Osteria und dem IKO nach 17:30 Uhr ein,
was die starke Nachfrage am Abend bestätigt.
Mit Blick auf die Zukunft stehen spannende
Entwicklungen bevor: Elisabeth Wu wird diesen
Herbst ein neues kantonesisches Restaurant in
Wien eröffnen, L’Osteria expandiert nach Linz
und Salzburg.
Ein weiterer wichtiger Pfeiler dieser Expansion
ist foodoras partnerschaftlicher Ansatz im
Bereich Quick-Commerce – von großen Einzelhandelsketten
bis hin zu lokalen, unabhängigen
Geschäften. foodora ermöglicht es Unternehmen,
ihre Reichweite über seine Plattform
zu vergrößern, indem es Tools wie Werbemöglichkeiten
zur Steigerung der Sichtbarkeit und
Live-Bestandsmanagement für ein reibungsloses
Online-Shopping bietet.
„Unsere Partnerschaften mit führenden Einzelhändlern
wie PENNY in Mittel- und Osteuropa
sind perfekte Beispiele dafür, wie wir unsere
Partner beim Wachstum ihres Geschäfts unterstützen“,
erklärt Herbert Haas. „Von Österreich
über Ungarn bis Tschechien haben uns diese
HERBERT HAAS
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S34
Kooperationen ermöglicht, Kunden Tausende
von Produkten zu wettbewerbsfähigen Preisen
anzubieten – von frischen Lebensmitteln bis
hin zu Artikeln des täglichen Bedarfs. Dies hilft
uns, mehr Kunden zu bedienen und gleichzeitig
unseren Partnern einen leistungsstarken digitalen
Kanal zur Erweiterung ihrer Reichweite zu
bieten.“ Über traditionelle Lebensmittel hinaus
entwickelt sich foodora zu einer branchenübergreifenden
Plattform mit wachsendem Kundeninteresse
an Non-Food-Kategorien. Bestellungen
in den Bereichen „Beauty & Gesundheit“
und „Haustiere“ verzeichnen ein signifikantes
Wachstum mit einem deutlichen Anstieg der
Bestellungen und der Warenkorb-Penetration
im Vergleich zum Vorjahr. [Die Warenkorbpenetration
ist im Bereich Beauty von 9 % auf 11
% im Jahr 2024 und im Bereich Beauty von 3 %
im Jahr 2023 auf 4,5 % im Februar 2025 gestiegen.]
Diese Expansion unterstreicht die Rolle
von foodora als umfassende Plattform für ein
breites Spektrum an Verbraucherbedürfnissen.
Reibungslose Lieferung durch neue Lösungen.
Um die Effizienz seines Liefernetzwerks weiter
zu steigern, erforscht foodora neue Logistiklösungen.
„Reibungslose Lieferung ist der
Motor unseres Geschäfts“, sagt Herbert Haas.
Der Fokus auf ein reibungsloses Erlebnis liegt
darin, Lösungen zu implementieren, die die Lieferung
für alle Beteiligten vorteilhaft gestalten.
Dazu gehört das neue Programm „foodora on
track“, das Fahrern Hinweise für mehr Sicherheit
im Straßenverkehr gibt. Dieses Programm
umfasst auch Initiativen wie reservierte Parkplätze
in der finnischen Stadt Turku oder die
Einführung einer neuen Fahrersicherheitszeit
in der Fahr-App (zur Geschwindigkeitsmessung
des Fahrzeugs) in Tschechien. Es beinhaltet
auch Innovationen mit neuen Technologien wie
Drohnen- und Roboterlieferungen: „Wir erforschen
ständig neue Technologien, darunter
Drohnen- und Roboterexperimente, um sicherzustellen,
dass unser Liefernetzwerk so effizient
wie möglich ist. Diese Technologien sind
entscheidend für die Bewältigung von schwierigem
Gelände und die Gewährleistung pünktlicher
Lieferungen, insbesondere in schwer
zugänglichen Gebieten, und werden integraler
Bestandteil der Zukunft unseres Unternehmens
sein.“
Durch die konsequente Fokussierung auf
Bezahlbarkeit, die Nutzung strategischer Partnerschaften
und die Anwendung technologischer
Innovationen ist foodora bestens gerüstet,
die Lieferlandschaft in Europa neu zu definieren,
Tausende von Unternehmen mit Millionen
von Kunden zu verbinden und eine effizientere
und bequemere Zukunft für alle zu schaffen.
Über foodora: foodora ist eine Lieferplattform,
die in sechs europäischen Ländern aktiv ist:
Österreich, Tschechien, Ungarn, Finnland, Norwegen
und Schweden. foodoras Mission ist es,
ein herausragendes, schnelles und preiswertes
Liefererlebnis zu bieten, indem Kunden mit
Unternehmen und Fahrern verbunden werden.
So bleibt jedem mehr Zeit für die wirklich
wichtigen Dinge im Leben. foodora liefert eine
Vielzahl von Produkten, darunter Lebensmittel,
Haushaltswaren und Restaurantgerichte, in
maximal 30 Minuten. foodora gehört zu Delivery
Hero, der weltweit führenden Plattform für
lokale Lieferungen.
(RED)
The Startup-
Meetup
retailstartupnight.at
15.APRIL
RETAIL STARTUP
NIGHT2026
WIENER URANIA
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S36
50 Prozent weniger
Manpower – 50 Prozent
weniger Lkw-Fahrten
für 54.600 verschiedene
Trocken-, Frische- und
Tiefkühlartikel
Das AWG-Logistikzentrum beliefert 3.400
Filialen. Kommissioniert werden über 460.000
Handelseinheiten täglich. „WITRON hat eine
hochmoderne automatisierte Anlage geliefert,
die alle Anforderungen unserer Mitglieder
erfüllt.“
RICHARD KEARNS
Richard Kearns weiß eigentlich immer
wie es seiner Supply Chain, seinem
neuen Lager in Hernando (Mississippi)
oder seinen Logistikprozessen geht,
denn er erhält jeden Tag unmittelbares Feedback.
Der Executive Vice President Distribution
& Logistics bei Associated Wholesale Grocers
(AWG) hat anspruchsvolle Kunden, denn die
Filialbetreiber sind alles selbständige Kaufleute
und die gilt es jeden Tag mit seiner Logistik zu
überzeugen. Möglich macht dies ein hochautomatisiertes
Vollsortiments-Logistikzentrum,
geplant und realisiert von WITRON – aus welchem
3.400 Filialen aus einer Produktpalette
von aktuell 54.600 verschiedenen Trocken-,
Frische- und Tiefkühl-Artikel beliefert werden.
Die Anlage ist für eine tägliche Pickleistung von
mehr als 460.000 Handelseinheiten ausgelegt
und gehört zu den innovativsten und leistungsstärksten
Logistikzentren in den USA. Die
erreichten Ergebnisse sind beeindruckend. Die
Kosten für Manpower und den Transport konnten
signifikant reduziert werden.
AWG ist eine genossenschaftliche Handelsorganisation
in der 1.100 Eigentümer von über
3.400 Supermärkten in 33 US Bundesstaaten
gemeinsam mehr als 25 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz
erwirtschaften.
Wer wachsen will braucht neue Filialen, braucht
neue Genossenschaftsmitglieder und die
Logistik ist mittlerweile ein wichtiges Entscheidungskriterium
geworden sich für AWG zu entscheiden.
Anders als bei klassischen US-Handelskonzernen
sind hier alle Händler zugleich
Mitglieder und damit Eigentümer: Sämtliche
Gewinne fließen an die Mitglieder zurück. „Die
Mission meines Teams ist es, unseren Mitgliedern
alle Werkzeuge, Produkte und Dienstleistungen
zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen,
um in den Märkten, in denen sie tätig sind,
wettbewerbsfähig zu sein sowie bestmöglichen
Konsumenten-Service zu bieten – und das
pünktlich, vollständig, in höchster Qualität und
zu den niedrigsten Kosten“, erklärt Kearns.
An Automatisierung führte kein Weg vorbei
Die Anforderungen an ihn und sein Team nehmen
seit Jahren zu. Neben der gestiegenen Produktvielfalt
und der Marktvolatilität belasten
insbesondere der anhaltende Fachkräftemangel
im Lagerbetrieb sowie steigende Transportkosten
und verschärfte Regulierungen das Distributionsmodell.
Logistik spiele unter diesen Rahmenbedingungen
eine „absolut entscheidende“ Rolle, um
die Service Levels sicherzustellen und gleichzeitig
die Kosten im Griff zu behalten. An Automatisierung
führt kein Weg vorbei. Vor diesem
Hintergrund fasste AWG den Entschluss, die
Abläufe im Distributionsnetzwerk zu automatisieren
und damit maximal zu optimieren. Dieses
Vorhaben stellte zugleich das größte Investitionsprojekt
in der nahezu 100 jährigen AWG
Historie dar. Die initiale Evaluierung begann
schon vor rund 15 Jahren, noch nicht als konkretes
Bauvorhaben, sondern als langfristige
strategische Überlegung im Management. Über
diesen Zeitraum wurden verschiedene Anbieter
automatischer Systeme genau analysiert – und
aus einer Handvoll international führender Hersteller
fiel die Wahl schließlich auf WITRON aus
Parkstein.
Vielzahl der WITRON-Referenzen überzeugte
Wesentliche Entscheidungs¬kriterien waren
technische Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit
im Realbetrieb, die Vielzahl der erfolgreich
realisierten Referenzprojekte die positiven
Rückmeldungen und hohe Zufriedenheit
im Austausch mit WITRON-Kunden weltweit
sowie die Frage der kulturellen Kompatibilität
beider Unternehmen. Parallel dazu legte AWG
großen Wert auf den persönlichen Austausch:
Von der Geschäftsführung bis zu den Technik
und Servicemitarbeitern sollten Schnittstellen
und Kommunikation reibungslos funktionieren
– „das ist ein wichtiges Kriterium“, erklärt
Robert Venzl, der das Automatisierungsprojekt
in Hernando, Mississippi, als WITRON-Projektmanager
verantwortete. Die 81.000 Quadratmeter
große Anlage mit in Summe 738.000
Paletten-, Behälter- und Traystellplätzen, 92
Regalbediengeräten sowie elf Kilometern Fördertechnik
ist für eine Pickleistung von mehr
als 460.000 Einheiten pro Tag ausgelegt.
55.000 verschiedene Artikel
„Nachdem die strategische Entscheidung
gefallen war, folgte eine zweistufige Realisierungsphase.
Zunächst wurden innerhalb
von 12 bis 18 Monaten die Detailplanungen
abgeschlossen und das Gebäude errichtet.
Anschließend installierte WITRON seine Technologie“,
erklärt Robert Venzl. „Fast 55.000 verschiedene
Artikel werden mit den Lösungen
OPM (Order Picking Machinery), AIO (All-in-One
Order Fulfillment) und CPS (Car Picking System)
gelagert und kommissioniert. Lebensmittel,
Kosmetik, Healthcare-Produkte, Zigaretten, etc.
Da in der Regel mit jedem neuen Genossenschafts-Mitglied
weitere Artikel ins Sortiment
aufgenommen werden, ist eine hohe Flexibilität
der Anlage gefragt. Dabei komme die WITRON-
Technologie in sämtlichen Temperaturzonen
zum Einsatz – Trocken, Frische und Tiefkühl. 19
vollautomatische COM-Maschinen schlichten
im Temperaturbereich von plus 20 bis minus 26
Grad Celsius Handelseinheiten filialgerecht auf
Paletten. Großvolumige Artikel werden ebenso
in unterschiedlichsten Temperaturzonen wegeoptimiert
mittels Pick-by-Voice-Unterstützung
durch das semiautomatisierte Logistik-Modul
CPS kommissioniert.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S38
Mit dem AIO können kleinvolumige Artikel -
sowohl Schnelldreher als auch Langsamdreher
- im selben Logistik-Modul kompakt gelagert
und kommissioniert werden. Die effiziente
Auftragskonsolidierung zwischen den unterschiedlichen
Logistik-Bereichen und Logistik-Modulen
erfolgt automatisiert und systemgesteuert
– unterstützt durch ein intelligentes
WITRON-Lagerverwaltungssystem. Somit ist
trotz des sehr breiten Artikelspektrums eine
hohe Packdichte auf den Ladungsträgern
gewährleistet“, so der WITRON-Projektverantwortliche.
„Entscheidend war, die Kommissionier-Frequenz
der verschiedenen Logistik-
Module und Logistik-Bereiche so zu takten,
dass sie in der richtigen Verladefrequenz justin-time
zur Auslieferung im Warenausgangsbereich
bereitgestellt werden.“
50 Prozent weniger Personal –
50 Prozent weniger Lkw-Fahrten
Das beeindruckt die Eigentümer und den Logistiker.
„Das ist wirklich kein Lager mehr – sondern
vielmehr eine Produktionsstätte. Es ist
alles sehr strukturiert. Es ist eine leistungsstarke
Fabrik“, erklärt Kearns. Seit Mitte 2023 läuft die
Fabrik, das neue Logistikzentrum, im Vollbetrieb
auf Hochtouren. Die Inbetriebnahme der unterschiedlichen
Temperatur-Bereiche erfolgte
sukzessive anhand eines exakt definierten
Hochlaufplanes. „Jetzt, da wir in allen Bereichen
der Anlage mit der neuen Technologie arbeiten,
kann ich bestätigen, dass unsere Ziele erreicht
wurden – wir liefern effizienter, schneller und
zuverlässig aus“, resümiert Kearns. „Nicht nur
die Prozesse im Logistikzentrum haben sich
signifikant verbessert, sondern auch die innerhalb
der gesamten Supply Chain.
Alle Shareholder in unserer Organisation –
Beschaffung, Lieferanten, Vertrieb, Transport,
Filialen und Konsumenten – profitieren von
diesem ganzheitlichen unternehmensweiten
Transformations-Projekt.“ Für Unternehmen,
die ursprünglich aus einer konventionellen
Lagerlandschaft kommen, versteht es sich
von selbst, dass ein professionelles Change-
Management – sowohl für die Mitarbeitenden
als auch für die Führungskräfte – unabdingbar
ist. „Aber WITRON hat uns hier hervorragend
unterstützt.“ Durch die Konsolidierung von drei
Altstandorten in eine Anlage konnte der Personalbedarf
nahezu halbiert werden. Zugleich
hat sich die Zahl der Lkw Touren um 50 Prozent
reduziert – eine Folge der höheren Palettendichte
und der optimierten Tourenplanung.
„WITRON hat eine hochmoderne automatisierte
Anlage geliefert, die alle Anforderungen
unserer Mitglieder erfüllt und das über alle
Temperaturzonen hinweg. Gleichzeitig können
wir unseren Mitarbeitenden attraktive, ergonomische
Arbeitsplätze anbieten“. Die sind Kearns
wichtig: „Die Einarbeitungs- und Schulungszeit
wurde minimiert. Es wurde eine sicherere
Arbeitsumgebung geschaffen. Und zukünftige
Talente werden von einem modernen Arbeitsplatz
angezogen. Das Logistikzentrum ist für
AWG ein überzeugendes HR-Recruiting-Argument.“
Überzeugendes Feedback
Das neue Logistikzentrum verbessert die Lieferqualität
spürbar: Die erste Lieferung in die
Pilot-Filiale beeindruckte mit einer stabilen,
sofort entlade und einräumbaren Auftrags-
Palette. Die automatischen Packmuster-Algorithmen
gruppieren gleichartige Produkte
lagenweise auf der Palette, wodurch die Entladung
und Regalbefüllung im Markt strukturierter
und zeitsparender erfolgen kann. Dies reduziert
die Bruch- und Retourenquoten erheblich
und erhöht die Regalverfügbarkeit. Kommissionierfehler
werden beinahe komplett vermieden.
Auch können die individuellen Wünsche der
Filialbetreiber sehr gut berücksichtig werden.
Nicht zuletzt unterstützt die Anlage die strengen
Food Safety Protokolle, indem sie Kontaminationsrisiken
durch manuelle Handhabungen
weiter minimiert.
Ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor in so einem
Projekt ist das Lieferanten¬management. Dies
ist notwendig, um beispielsweise gemeinsam
an der Paletten und Verpackungsqualität zu
arbeiten, um diese zu verbessern. AWG pflegt
einen laufenden Feedback Loop: Lieferanten
erhalten Rückmeldungen zu Schäden, Case
Integrität und Palettenstabilität, um den Materialfluss
dauerhaft störungsfrei zu halten.
Zukünftige gemeinsame Projekte
Für die Zukunft ist das Hernando Werk bereits
mit Spielräumen für Erweiterungen versehen.
Parallel evaluieren die Verantwortlichen Retrofit
Optionen in bestehenden Distributionszentren
sowie neue Greenfield Standorte für weitere
Automatisierungs Projekte. Die AWG-Führung
setzt auf Wachstum, ohne die Service Qualität
für Bestandsmitglieder zu gefährden – die
Eigentümer sind zufrieden, fordern hohe Qualität
in der Logistik und die richtige Intralogistik
hat Kearns ja jetzt dafür – und mit WITRON den
richtigen Partner für kommende gemeinsame
Projekte. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S40
Marks & Spencer: Ein
Meilenstein-Projekt für
TGW Logistics
Der Einzelhändler Marks & Spencer (M&S) und
TGW Logistics haben ein Projekt der Superlative
unterzeichnet. Es handelt es sich um
einen der größten Aufträge in der 55-jährigen
Geschichte des Intralogistik-Spezialisten.
Bis zum Frühjahr 2029 entsteht
in Daventry (Großbritannien) ein
zukunftssicheres Fulfillment Center
für Lebensmittel mit zwei Temperaturzonen.
Roboter übernehmen darin Schlüsselaufgaben
und ermöglichen höchste Effizienz:
vom Transport über das Ein- und Auslagern bis
hin zum Zusammenstellen der Rollcontainer.
Marks & Spencer ist einer der führenden Retailer
Großbritanniens. Kunden können in einer
von mehr als 1.000 Filialen Bekleidung, Lebensmittel
sowie Homeware einkaufen oder online
bestellen. Im letzten Geschäftsjahr erzielte das
1884 gegründete Unternehmen mit 65.000
Mitarbeiter:innen einen Umsatz von 13,9 Milliarden
Pfund.
Benchmark bei Innovation und Performance
Bis zum Frühjahr 2029 realisiert TGW Logistics
in Daventry – rund 100 Kilometer nördlich
von London – ein Leuchtturmprojekt für
M&S Food, die Lebensmittelsparte von Marks &
Spencer. Das Distributionszentrum wird Maßstäbe
bei Innovation sowie Effizienz setzen und
die Benchmark in der Filialbelieferung in Großbritannien
bilden. Dank intelligenter Automatisierung
kann M&S manuelle Arbeitsschritte
deutlich reduzieren und die Kommissionier-
Genauigkeit erhöhen. Die Logistikkosten lassen
sich so nachhaltig senken – bei zugleich verbessertem
Kundenservice.
Robotik als Schlüssel zu höchster Effizienz
Das Fulfillment Center ist in eine Normal- und
eine Kühltemperaturzone gegliedert. Der Normaltemperatur-Bereich
umfasst eine Kombination
aus Paletten-Hochregallager und
Shuttle-System mit Tablaren. Eine Flotte von
mobilen TGW Quba-Robotern kümmert sich
um den autonomen Transport der Paletten vom
Wareneingang ins Lager. Roboter übernehmen
außerdem auch das automatische Beladen der
Rollcontainer für die Filialbelieferung. Im Kühlbereich
fungiert ein Shuttle als leistungsstarkes
Herzstück für das Puffern und Sequenzieren,
ein Netzwerk energieeffizienter Fördertechnik
verbindet die beiden Temperaturzonen miteinander.
Beginn einer Automatisierungsreise
„Wir freuen uns sehr, Marks & Spencer als Partner
auf seiner Automatisierungsreise begleiten
zu dürfen“, betont Joel Garbutt, Chief Sales Officer
der Customer Unit North Europe bei TGW
Logistics. „Gemeinsam haben wir eine Lösung
entwickelt, die auf die zukünftigen Anforderungen
im Lebensmittel-Einzelhandel ausgerichtet
ist und neue Maßstäbe bei Innovation und
Effizienz setzt. TGW-Technologie ist ein Möglichmacher
und unterstützt das langfristige
Wachstum von M&S Food.“ (RED)
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
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Innovationen und Trends.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S42
Go-live AutoStore
FlexBins bei QLS
durch Reesink Logistic
Solutions
QLS, einer der größten 3PL-Anbieter in den
Niederlanden, und Reesink Logistic Solutions
geben voller Stolz die erfolgreiche Inbetriebnahme
eines innovativen AutoStore Flex-
Bins-Systems bekannt.
Diese Implementierung ist ein wichtiger
Schritt in der Weiterentwicklung
flexibler und zukunftssicherer
Lagerautomatisierung. Der Bedarf
an dieser Lösung ergab sich aus dem vielfältigen
Produktsortiment von QLS. Der Großteil der
Artikel wurde bereits im AutoStore-System verarbeitet,
doch ein Teil des Sortiments, der nicht
für das bisherige Behälterformat geeignet war,
musste noch manuell bearbeitet werden. Wenn
AutoStore jedoch zwei Behältergrößen aufnehmen
könnte, wäre es möglich, einen einheitlichen
Prozess für fast alle Produkte zu schaffen.
Reesink Logistic Solutions reagierte darauf mit
einer einzigartigen Systemkonfiguration. An die
bestehende AutoStore-Installation in Dordrecht
wurde ein zweites Grid direkt angeschlossen.
Während das bestehende System mit 220-mm-
Behältern arbeitet, kommt im neuen System die
425-mm-Variante zum Einsatz. So konnte QLS
innerhalb einer einzigen Umgebung mit unterschiedlichen
Produktgrößen und -volumina
arbeiten. Diese Konfiguration bildet die perfekte
Grundlage für das FlexBins-System, das
AutoStore nun weltweit einführt. Aufgrund des
erfolgreichen Pilotprojekts bei QLS konnte das
AutoStore-Konzept weiterentwickelt werden
und steht nun weltweit als Standardlösung zur
Verfügung.
Das FlexBins-Konzept ermöglicht die Kombination
mehrerer Behälterhöhen (220, 330 und 425
mm) innerhalb eines Grids. Dadurch erhöht sich
die Lagerdichte um 10–15 % und die Vielfalt
der im System lagerbaren Produkte wird deutlich
erweitert. Darüber hinaus können Prozesse
wie Auftragskonsolidierung und Pufferung nun
vollständig innerhalb der AutoStore-Anlage
stattfinden, ohne dass zusätzliche Systeme
benötigt werden.
Vincent de Koning, Operations Manager bei
QLS, ergänzt: „Mit FlexBins können wir nun
nahezu unser gesamtes Sortiment innerhalb
eines einheitlichen AutoStore-Prozesses
verarbeiten. Dadurch werden manuelle
Arbeitsschritte reduziert, die Lagerdichte
erhöht und die Durchlaufzeiten erheblich
verkürzt. Gemeinsam mit Reesink und
AutoStore gehen wir einen zukunftssicheren
Schritt in Richtung skalierbares E-Commerce-Fulfillment.“
Die Umsetzung des FlexBins-Systems bei
QLS spiegelt den gemeinsamen Innovationsanspruch
von QLS, Reesink Logistic
Solutions und AutoStore wider. Ziel ist es,
Kunden kontinuierlich mit zukunftssicheren
Logistiklösungen zu versorgen. (RED)
Kürzlich realisierten QLS und Reesink auch eine
neue AutoStore-Installation in Alblasserdam,
in die das FlexBins-System, das von AutoStore
unterstützt wird, integriert wurde.
„Mit diesem Upgrade machen wir einen wichtigen
Schritt in Richtung einer noch flexibleren
und zukunftssicheren Lagerautomatisierung“,
sagt Mark van de Weijer, Sales Manager bei
Reesink Logistic Solutions. „Unsere Zusammenarbeit
mit QLS zeigt, wie Innovation zu effizienten
Logistikprozessen und optimaler Raumausnutzung
beiträgt.“
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S44
Kardex Mlog baut
Shuttle-Lager für
Fischer Elektronik
Kardex Mlog errichtet für Fischer Elektronik
ein Kleinteile Shuttlelager von Rocket Solutions,
das jederzeit erweiterbar ist. Quelle:
Kardex Mlog.
Kardex Mlog wird als Generalunternehmer
für die auf Kühlkörper, Gehäuse
und Steckverbinder spezialisierte
Fischer Elektronik GmbH & Co. KG
am Firmensitz in Lüdenscheid ein eingassiges
Kleinteile Shuttlelager mit über 4.400 Behälter-
Stellplätzen errichten. Dabei wird das besonders
raumeffiziente und skalierbare Shuttle
System von Rocket Solution zum Einsatz kommen.
Bereits vier Monate nach Montagebeginn
soll Anfang Juni 2026 die produktive Nutzung
starten.
Die bisher in manuell bedienten Lagerbereichen
untergebrachten Kunststoffbehälter
sollen künftig automatisch gelagert
und bereitgestellt werden. Mit dem
modular aufgebauten Shuttlesystem RSX
von Rocket Solution erhält Fischer Elektronik
eine jederzeit erweiterbare Lösung,
mit der die vorgegebenen Ziele übertroffen
werden.
Auf 10 Ebenen werden sich 10 Shuttle-Fahrzeuge
bewegen, um die
600x400x220 mm (LxBxH) großen Kunststoffbehälter
ein- und auszulagern. Die
einzelnen Lager- und Förderebenen werden
über einen Behälterlift miteinander
verbunden. Dabei wird eine Durchsatzleistung
von mindestens 240 Behältern
pro Stunde (ein- und auslagern) erreicht.
Durch die 4-fach tiefe Lagerung der
Behälter wird der Platz in der bestehenden
Halle optimal genutzt. Gesteuert
wird die Anlage über eine moderne
App-basierte Oberfläche mit intuitivem
Bedienkonzept und einer Echtzeit-
Visualisierung aller Systemzustände.
Shuttle verfügen über Dash-Cams.
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Das Familienunternehmen Fischer Elektronik
hat sich auf das Herstellen von
korrosions- und kratzgeschützten Kühlkörpern,
Aluminium-Gehäusen und
Steckverbindern spezialisiert. Speziell
für die Leuchtenindustrie werden zudem
runde Kühlkörper-Geometrien entwickelt
und hergestellt. Fischer Elektronik
beliefert zum Beispiel weltweit Kunden
aus der Elektro- und Elektronikbranche.
Das Lagersortiment umfasst standardmäßig
mehr als 75.000 Artikel. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S46
Dematic liefert erstes
AutoStore-System für
belgische Krankenhäuser
Dematic, weltweiter Anbieter von Automatisierungslösungen
für Lieferketten, wurde
von Maria Middelares, einer gemeinnützigen
medizinischen Organisation, ausgewählt,
das erste AutoStore-System im belgischen
Gesundheitswesen zu implementieren.
Die Anlage versorgt künftig die Krankenhäuser
in Gent und Deinze sowie
die medizinischen Zentren in Gentbrugge
und Aalter in Ostflandern,
rund 60 Kilometer westlich von Brüssel. Maria
Middelares beschäftigt rund 400 Ärztinnen und
Ärzte sowie 2.500 Mitarbeitende an ihren Einrichtungen.
„Die Implementierung des Auto-
Store-Systems stellt einen wichtigen Schritt
in der Modernisierung unserer Logistikprozesse
dar“, sagt Isabel Verniers, Projektleiterin bei
Maria Middelares und direkt an die Geschäftsführung
angebunden. „Mit dem System erwarten
wir eine Steigerung unserer operativen
Effizienz um rund 30 Prozent. Gleichzeitig
ermöglicht die hochverdichtete Lagerung, mehr
Bestände auf kleinerer Fläche zu verwalten, und
unterstützt unsere strategische Zielsetzung,
künftig auch weitere Krankenhäuser zu versorgen.“
Die Lösung überzeugt durch ihre hohe Skalierbarkeit,
ein integriertes Risikominderungskonzept
mit Back-up-Technologie, niedrige
Gesamtbetriebskosten sowie ein zuverlässiges
Servicepaket. Laut dem Management von Maria
Middelares waren diese Faktoren ausschlaggebend
für die Entscheidung. Die Zentralisierung
der Lagerprozesse, bei der die Integration
des AutoStore-Systems eine Schlüsselrolle
spielt, steigert die Effizienz der Einrichtungen:
Durch den Einkauf größerer Mengen lassen
sich Lieferungen reduzieren und die Verkehrsbelastung
rund um die Standorte verringern.
Das neue Logistikzentrum befindet sich auf
einem Brownfield-Gelände im Industriegebiet
De Prijkels in Nazareth, Ostflandern, und
bündelt die Lager- und Apothekenfunktionen
der Krankenhäuser in Gent und Deinze sowie
der Ambulanzen in Gentbrugge und Aalter.
Foto: Neura Robotics
Das AutoStore-System besteht aus einem 4,5
Meter hohen Gerüst mit Platz für bis zu sechs
Arbeitsstationen und einer Kapazität von über
12.000 Lagerbehältern. In der ersten Ausbaustufe
werden 6.000 Behälter, drei Arbeitsstationen
und elf Roboter installiert. Durch das
Hinzufügen weiterer Behälter und Roboter
kann die Lager- und Kommissionierkapazität
künftig schnell und flexibel erweitert werden.
Dank des breiten Portfolios an Lösungen für
automatische Lagerung und Kommissionierung
konnte Dematic ein maßgeschneidertes
Konzept entwickeln, das exakt den Anforderungen
der Krankenhäuser entspricht. Stijn
Wouters, Senior Sales Manager bei Dematic,
erklärt: „Nach Analyse der spezifischen Produkteigenschaften
und Bestellmuster war klar,
dass ein AutoStore-System die beste Wahl
ist“. Er ergänzt: „Entscheidend waren die kompakte
Bauweise und die optimale Integration
Dematic ist ein weltweiter Anbieter von
Automatisierungslösungen für Lieferketten,
der seinen Kunden aus den Bereichen
Fertigung, Lagerhaltung und Vertrieb
fortschrittliche Technologien und Software-Lösungen
bietet, die deren Geschäft
zukunftssicher machen. Mit Forschungsund
Entwicklungszentren, Produktionsstätten
und Servicezentren in mehr als 26 Ländern
hat das globale Netzwerk von Dematic
mit 10.000 Mitarbeitenden Automatisierungslösungen
für viele der weltweit führenden
Marken integriert und unterstützt.
Dematic hat seinen Hauptsitz in Atlanta
und ist ein Mitglied der KION Group, einem
der führenden Anbieter von Flurförderzeugen
und Supply-Chain-Lösungen.
in die bestehenden Gebäudeproportionen. Die
Lösung überzeugt zudem in Bezug auf Kosteneffizienz,
Zuverlässigkeit und Energieeinsparungspotenzial.“
Die Auswahl von Dematic erfolgte im Rahmen
eines umfassenden europäischen Ausschreibungsverfahrens,
an dem mehrere Auto-
Store-Partner teilnahmen. Die Angebote
wurden anhand vordefinierter Bewertungskriterien
geprüft. Verniers betont: „Dematic
erzielte eine nahezu perfekte Bewertung
– sowohl hinsichtlich der technischen Lösung
als auch bei Gesamtbetriebskosten, Projektansatz
sowie Service und After-Sales-Support“.
Für Maria Middelares seien Zuverlässigkeit
und Kontinuität besonders für die
Standorte in Gent und Deinze entscheidend.
Mit dem lokalen Serviceteam von Dematic
können die strengen Anforderungen an
Reaktionszeiten problemlos erfüllt werden.
„Für ein Krankenhaus ist es essenziell, dass
Störungen sofort behoben werden, da die im
AutoStore kommissionierten Produkte für
unsere Patientinnen und Patienten lebenswichtig
sein können. Lieferverzögerungen dürfen
nicht auftreten“, ergänzt Verniers. Farly Orie,
Leiter des Benelux-Marktes bei Dematic, unterstreicht:
„Dieses Projekt geht weit über reinen
technologischen Fortschritt hinaus. Es ist ein
strategischer Schritt hin zu einer effizienteren
und verlässlicheren Krankenhauslogistik, die
unmittelbar zur Gesundheit und zum Wohlbefinden
unserer Gesellschaft beiträgt. Gleichzeitig
zeigt es, dass wir durch intelligente Automatisierung
das Gesundheitswesen auf ein neues
Niveau heben können – zum Vorteil von Patienten
und medizinischem Personal gleichermaßen.“
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S48
ek robotics macht reale
Systemperformance
messbar
Fahrerlose Transportsysteme (FTS) sind das
Herz moderner Materialflüsse. Doch ihre Leistungsfähigkeit
über Jahrzehnte zu sichern,
erfordert mehr als regelmäßige Wartung:
Datenbasierte Transparenz, kontinuierliche
Analyse und gezielte Modernisierung werden
zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
ek robotics, einer der erfahrensten
Anbieter für Transportrobotik, setzt
mit einem modularen Serviceportfolio
auf Performance-Analysen, praxisnahe
Workshops und gezielte Refits. Aktuelle
Projekte aus Süßwaren-, Verpackungs- und
Pharmaindustrie belegen den Mehrwert datengetriebener
Optimierung. Mit Analysis as a Service
(AaaS) hat ek robotics – a NEURA brand ein
Servicemodell entwickelt, das reale Systemleistung
sichtbar macht, Optimierungspotenziale
aufzeigt und die Lebensdauer automatisierter
Flotten deutlich verlängert. „Wir sehen
häufig, dass Systeme stabil laufen, aber ihr
Potenzial im Alltag nicht ausschöpfen“, erklärt
Marcel Rowe, System Analyst bei ek robotics.
„Mit AaaS machen wir die reale Performance
messbar – auf Basis echter Betriebsdaten, nicht
von Annahmen.“
Der Ansatz kombiniert Betriebsdatenanalyse,
praxisorientierte Beratung und technische
Modernisierung. Engpässe, Stillstände
oder ineffiziente Fahrmuster werden sichtbar
und können, von organisatorischen Anpassungen
bis zu Hardware-Upgrades gezielt
behoben werden. In der Praxis führte dies bei
Kunden aus der Sportartikel- und Süßwarenindustrie
zu höheren Durchsatzleistungen,
stabileren Abläufen und deutlich weniger
manuellen Eingriffen. Ein zentraler Bestandteil
sind Performance-Workshops, in denen
aus Analyseergebnissen konkrete Maßnahmen
wie Layoutoptimierungen oder neue Verkehrssteuerungskonzepte
abgeleitet werden.
„Regelmäßige Analysen und Workshops sind
der wirkungsvollste Hebel, um Laufzeit und ROI
langfristig zu sichern“, betont Ronald Kretschmer,
Chief Sales Officer bei ek robotics. Auch die
Modernisierung bestehender Flotten spielt eine
zentrale Rolle. Im Rahmen des Refit-Programms
werden elektronische und mechanische Komponenten
erneuert und auf den aktuellen Stand
gebracht. Ein Beispiel aus der Pharmaindustrie
zeigt: Nach über 18 Jahren im Drei-Schicht-
Betrieb wurde eine Anlage umfassend modernisiert
und um sieben Fahrzeuge erweitert. Das
Ergebnis: aktuelle Technik, höhere Sicherheit
und viele weitere Betriebsjahre.
Mit über 400 aktiven Anlagen und mehr als
3.000 Fahrzeugen begleitet ek robotics seine
Kunden über den gesamten Lebenszyklus –
von der Planung und Inbetriebnahme bis zur
Modernisierung nach 20 oder 30 Jahren. „Ein
FTS ist keine einmalige Investition, sondern
eine dauerhafte Infrastruktur“, so Marcel Rowe.
„Unser AaaS-Ansatz sorgt dafür, dass Systeme
leistungsfähig und zukunftssicher bleiben.“ (RED)
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S50
Interroll und IMA
E-Commerce schließen
Partnerschaft für eine
effizientere industrielle
Entwicklung
Im Rahmen der Kooperation werden Interroll
und IMA E-COMMERCE gemeinsam an der
kontinuierlichen und effektiven Entwicklung
neuer Lösungen für die intralogistische Automatisierung
und Verpackung arbeiten.
IMA E-Commerce, ein neuer Geschäftsbereich
des marktführenden Verpackungsmaschinenherstellers
IMA und Interroll
haben eine Partnerschaftsvereinbarung
unterzeichnet. Die Kooperation ermöglicht dem
in der italienischen Region Emilia-Romagna
ansässigen Unternehmen die intralogistischen
Fördertechnologien von Interroll zu nutzen und
so Effizienz und Präzision ihrer automatisierten
Verpackungslösungen auf ein neues Niveau zu
heben.
Die Daten zur E-Commerce-Entwicklung sind
beeindruckend. Laut EMarketer erreichte der
weltweite E-Commerce-Umsatz im Jahr 2024
ein Volumen von 6,09 Billionen US-Dollar,
was einem Anstieg von 8,4 % gegenüber dem
Vorjahr entspricht. Bis 2028 wird die durchschnittliche
jährliche Wachstumsrate auf 7,6 %
geschätzt. Auch in Italien ist der Trend ähnlich:
2024 wurden Waren und Dienstleistungen im
Wert von 58,8 Milliarden Euro online eingekauft,
was einem Wachstum von +6 % gegenüber dem
Vorjahr entspricht. Das Konsortium Netcomm
prognostiziert, dass der italienische Markt 62
Milliarden Euro überschreiten wird, wobei Produkte
40,1 Milliarden (+6 %) und Dienstleistungen
22 Milliarden (+8 %) ausmachen werden.
„Angesichts solcher Prognosen muss IMA
E-COMMERCE schnellstmöglich absolute Exzellenz
anstreben, auch im Hinblick auf die Werte
unserer Muttergesellschaft“, erklärt Simone
Capponcelli, Sales Manager & Division Coordinator
von IMA E-Commerce. „Aus diesem Grund
haben wir Interroll für die Fördertechnologien
unserer automatisierten Lösungen ausgewählt,
die der steigenden Nachfrage nach Online-Einkäufen
und den spezifischen Anforderungen
des E-Commerce gerecht werden müssen.“
JOE WHITE
Der Geschäftszweig IMA E-Commerce entwickelt
automatisierte Verpackungslösungen für
die Märkte E-Commerce, E-Fulfillment, Third-
Party-Logistics (3PL) und Intralogistik. Das
Technologieangebot umfasst Falzmaschinen,
Verschließmaschinen und integrierte Systeme
für maßgeschneiderte Verpackungen, die darauf
ausgelegt sind, die betriebliche Effizienz
zu steigern, Abfall und Volumen zu reduzieren
sowie die Nachhaltigkeit der Prozesse zu verbessern.
Die Systeme sind bereits bei Kunden
aus den Bereichen Pharma, KEP (Kurier-,
Express- und Paketbranche) und Automobilindustrie
im Einsatz, mit geplanter Expansion in
der Lebensmittelindustrie.
IMA E-Commerce ist Teil der 1961 gegründeten
IMA-Gruppe, einem weltweit führenden Unternehmen
in der Entwicklung und Herstellung von
automatischen Maschinen für die Verarbeitung
und Verpackung von Pharmaprodukten, Kosmetika,
Lebensmitteln, Tee und Kaffee sowie in
der Automatisierung industrieller Prozesse.
Heute beschäftigt die IMA-Gruppe über 7.400
Mitarbeiter, von denen etwa 3.000 weltweit in
80 Ländern tätig sind, wo 55 Produktionsstätten
betrieben werden. Die IMA-Gruppe hält weltweit
mehr als 3.500 aktive Patente und Patentanmeldungen
und erzielte 2024 einen konsolidierten
Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro.
Maurizio Catino, Chief Sales Officer der Interroll-Gruppe,
erklärt: „Zu den grundlegenden
Qualitäten von Interroll als globales, erfahrenes
und technologisch fortschrittliches Unternehmen,
die perfekt zu den Anforderungen eines
weltweit führenden Unternehmens wie IMA
passen, kommt noch unsere ausgeprägte Kompetenz
in der Entwicklung von Fördertechnologien
für den OEM-Sektor hinzu. Dank unserer
Lösungen für dieses spezifische Segment kann
die kürzlich gegründete Abteilung IMA E-Commerce
dem Markt automatisierte Verpackungslösungen
mit Fördertechnologien anbieten, die
schnell und präzise auf die Anforderungen der
E-Commerce-Welt reagieren.“
Medien im Jahr 2024 weltweit ein Wachstum
von über 20 Prozent verzeichneten. Der
E-Commerce entwickelt sich rasant, und IMA
E-Commerce ist sich dessen bewusst. Diese
Partnerschaft ist ein Ausgangspunkt für die
gemeinsame Entwicklung neuer Lösungen auf
der Grundlage einer gemeinsamen industriellen
Vision und eines gemeinsamen Qualitätskonzepts.“
"Interroll wird uns bei einem grundlegenden
Aspekt des E-Commerce unterstützen: dem
reibungslosen, pünktlichen und konstanten
Transport der Produkte, die Verbraucher – ob
geschäftlich oder privat – online bestellen und
so schnell wie möglich erhalten wollen. Unser
Ziel ist höchste Qualität in Verbindung mit
Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit“, resümiert
Simone Capponcelli. (RED)
Julia Bonamici, Area Sales Manager Solution
bei Interroll Italia, hat die Verhandlungen mit
IMA E-Commerce Schritt für Schritt begleitet
und zeigt sich heute sehr zufrieden über
den Abschluss dieser wichtigen Partnerschaft.
„Die Welt des E-Commerce boomt, wenn man
bedenkt, dass auch die Verkäufe über soziale
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S52
Umstellung. Gleichzeitig ergeben sich Chancen
für Automatisierungsspezialisten wie Unitechnik:
Sie können Verantwortung übernehmen
und Kunden dabei unterstützen, die neuen
Anforderungen zu erfüllen, indem sie progressive
und weitsichtige Serviceangebote bereitstellen.
Cybersecurity in der
Intralogistik
Automatisierte Intralogistikanlagen gelten
als Rückgrat moderner Produktions- und
Distributionsprozesse. Sie ermöglichen eine
präzise, schnelle und effiziente Abwicklung
innerbetrieblicher Materialflüsse. Doch
mit der zunehmenden Digitalisierung dieser
Systeme wächst auch ihre Verwundbarkeit –
insbesondere gegenüber Cyberbedrohungen.
Die Europäische Union hat darauf
reagiert und mit der neuen Maschinenverordnung
(EU 2023/1230),
dem Cyber Resilience Act (EU
2024/2847) sowie der NIS-2-Richtlinie einen
neuen Ordnungsrahmen geschaffen, der auch
Betreiber und Inverkehrbringer automatisierter
Anlagen in die Pflicht nimmt.
Ab dem Jahr 2027 wird es für Unternehmen in
der Intralogistik nicht mehr ausreichen, ihre
neugebauten Anlagen lediglich mechanisch
instand zu halten. Vielmehr sind dann ganzheitliche
Sicherheitsstrategien gefordert, die
auch Software, Kommunikationstechnik und
vernetzte Infrastrukturen einbeziehen. Für viele
Betreiber bedeutet das eine grundlegende
Regulatorischer Umbruch: was sich 2027 ändert
Die neue EU-Maschinenverordnung löst die
bisherige Maschinenrichtlinie ab und definiert
erstmals explizit Anforderungen an die Cybersicherheit
von Maschinen und Anlagen. Damit
wird anerkannt, dass moderne Maschinen
häufig softwarebasiert arbeiten, mit Netzwerken
verbunden sind und über digitale Schnittstellen
verfügen. Herstellende Unternehmen
– und in vielen Fällen auch Betreiber – sind
künftig verpflichtet, digitale Risiken bereits in
der Entwurfsphase zu berücksichtigen. Ebenso
verlangt die Verordnung, dass auch bei Softwareänderungen,
beispielsweise durch die
Integration neuer Funktionen oder Softwareupdates,
eine erneute Risikobewertung durchgeführt
werden muss.
Ergänzt wird dies durch den Cyber Resilience
Act, der branchenübergreifend verbindliche
Anforderungen an die Sicherheit digitaler Produkte
definiert. Für Anbieter von Maschinen mit
digitalem Kern, wie etwa Lagerverwaltungssoftware
oder Automatisierungskomponenten,
bedeutet dies unter anderem die Pflicht, sichere
Grundeinstellungen ab Werk zu gewährleisten,
Schwachstellen (beispielsweise durch verwendete
Drittanbieterprodukte) offenzulegen und
auf empfohlene Sicherheitsupdates hinzuweisen.
Darüber hinaus verlangt die NIS-2-Richtlinie
von sogenannten „wichtigen Einrichtungen“
ein professionelles Risikomanagement in der
Informationssicherheit, inklusive Meldepflichten
bei Sicherheitsvorfällen.
All dies führt zu einer tiefgreifenden Veränderung
in der Betreiberverantwortung. Wer eine
automatisierte Intralogistikanlage betreibt,
muss nicht nur deren Verfügbarkeit und Leistung
sicherstellen, sondern auch ihre digitale
Resilienz dauerhaft gewährleisten. Dazu
gehören Maßnahmen wie Patchmanagement,
Zugriffskontrolle, Protokollierung, sichere
Updateverfahren und ein kontinuierliches
Monitoring. Diese Anforderungen sind kein
einmaliger Akt, sondern verlangen organisa-
Foto: Neura Robotics
torische, personelle und technische Veränderungen
über den gesamten Lebenszyklus einer
Anlage hinweg. Auch wenn der grobe regulatorische
Rahmen bereits festgelegt wurde, gibt es
für die Gremien der EU-Kommissionen noch viel
Detailarbeit zu erledigen. Bis zum Inkrafttreten
von Maschinenverordnung und Cyber Resilience
Act müssen noch etwa 800 relevante
Normen entsprechend angepasst und harmonisiert
werden. Das stellt eine große Herausforderung
für Hersteller und Inverkehrbringer dar,
die heute eine langfristige Lieferverpflichtung
eingehen, aber auch für die mittelfristige Planung
der Betreiber.
Die Betreiberperspektive: Herausforderungen
und Verantwortungsverschiebung
Für Betreiber von Bestandsanlagen stellt sich
insbesondere die Frage, wie sie diesen neuen
Vorgaben gerecht werden können, ohne dabei
laufende Prozesse zu gefährden oder hohe
Investitionen tätigen zu müssen. Denn viele
Anlagen sind über Jahre gewachsen, wurden
modular erweitert und basieren auf Softwareund
Hardwareständen, die nicht mehr dem
aktuellen Stand der Technik entsprechen.
Ein weiteres Problem ist die unklare Trennung
zwischen Hersteller- und Betreiberpflichten.
Wenn Betreiber eigenständig Softwareänderungen
vornehmen oder Komponenten austauschen,
können sie unter Umständen rechtlich
als „neuer Inverkehrbringer“ gelten und
müssen allen damit verbundenen Pflichten der
CE-Konformität nachkommen. Die Einbindung
von Drittanbietern, etwa im Rahmen von Fernwartung
oder Cloud-Anbindungen, erhöht die
Komplexität zusätzlich.
Hier wird deutlich: Betreiber benötigen Partner,
die nicht nur technische Expertise mitbringen,
sondern auch in der Lage sind, regulatorische
Anforderungen zu übersetzen und in konkrete
Maßnahmen zu überführen. Genau an diesem
Punkt setzt Unitechnik mit seinen Leistungen
an.
Sicherheit als Service – am Beispiel Unitechnik
Unitechnik unterstützt Kunden bereits heute mit
mehreren aufeinander abgestimmten Dienstleistungsbausteinen,
die exakt auf die kommenden
Anforderungen ausgerichtet sind –
auch wenn diese erst ab 2027 rechtlich greifen.
Ein zentraler Baustein ist der Softwarewartungsvertrag,
der über die reine Fehlerbehebung
hinausgeht. Regelmäßige Sicherheitsupdates
für Betriebssysteme, Datenbanken
LOGISTIK-EXPRESS I&E 5/25 | S54
und Laufzeitumgebungen werden strukturiert
geplant, getestet und in Abstimmung mit dem
Kunden ausgerollt. Dabei sorgt ein vierteljährlicher
Health Check für Transparenz bezüglich
des Systemzustands, dokumentiert den Patchstatus
und liefert proaktiv Hinweise auf mögliche
Schwachstellen. Die Ergebnisse werden
in Form eines Berichts zur Verfügung gestellt
und können im Sinne der Nachweispflichten
gegenüber Behörden oder Auditoren verwendet
werden.
Ein weiteres zukunftsorientiertes Angebot ist
der Automation-Check-up. Dabei handelt es
sich um eine vorausschauende Wartungsstrategie,
die deutlich mehr leistet als eine technische
Instandhaltung. In einem mehrstufigen
Prozess analysiert Unitechnik systematisch
Störmeldungen, bewertet den Softwarestand
und empfiehlt konkrete Maßnahmen zur Optimierung
und Risikoabsicherung. Besonders
hervorzuheben sind die Integration sicherheitsrelevanter
Softwareupdates und die strukturierte
Nachverfolgung ihrer Wirksamkeit – ein
Vorgehen, das in der neuen Maschinenverordnung
ausdrücklich gefordert wird. Ein Beispiel
für sicherheitsrelevante Softwareupdates sind
Antriebsregler. Hier wird regelmäßig geprüft, ob
die Firmware des Herstellers auf dem neuesten
Stand ist.
Darüber hinaus unterstützt Unitechnik aktiv
bei der Migration veralteter Steuerungssysteme.
Die Umstellung von Siemens Step7 auf
das moderne TIA-Portal ist aus technischer
Sicht längst überfällig und gewinnt durch die
Sicherheitsanforderungen an Dringlichkeit.
Denn ältere Engineering-PCs mit Windows XP
oder 7, wie sie häufig für Step7 benötigt werden,
bergen ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Die TIA-Plattform hingegen erlaubt nicht nur
den Einsatz aktueller Hardware, sondern auch
die Einbindung von sicheren Kommunikationsprotokollen,
Benutzerrechteverwaltung und
Diagnosefunktionen. All dies sind essenzielle
Elemente moderner Cybersecurity-Konzepte.
Auch im Bereich der Systemarchitektur setzt
Unitechnik auf Sicherheit: Der Zugang zu Kundensystemen
erfolgt grundsätzlich über virtuelle
Maschinen. In dieser virtuellen Umgebung,
die exklusiv für einen Kunden genutzt wird, sind
die individuellen Zugangsmechanismen sowie
alle benötigten Entwicklungs- und Diagnosewerkzeuge
installiert. Im Falle eines Angriffs ist
dadurch eine Isolation gewährleistet, die verhindert,
dass Schadsoftware von einem Kundensystem
auf ein anderes übertragen werden
kann. Diese Maßnahme entspricht dem Prinzip
der Segmentierung, wie es in vielen Sicherheitsstandards
empfohlen wird.
Fazit: Cybersecurity wird Pflicht – Anbieter
liefern Lösungen
Die neuen EU-Regularien markieren den Beginn
eines neuen Zeitalters in der industriellen Automatisierung.
Cybersicherheit ist keine nette
Zusatzoption mehr, sondern eine gesetzlich
verankerte Pflicht. Betreiber und Inverkehrbringer
sind gleichermaßen gefordert, über den
gesamten Lebenszyklus ihrer Systeme hinweg
für Schutz, Transparenz und Reaktionsfähigkeit
zu sorgen.
Automatisierungsspezialisten wie Unitechnik
nehmen sich dieser Herausforderung an – nicht
erst ab 2027, sondern schon heute. Mit einem
durchdachten Portfolio von Wartungs- und
Migrationsdienstleistungen sowie einem tiefen
Verständnis der regulatorischen Anforderungen
unterstützen diese Fachfirmen die
Kunden dabei, ihre Anlagen nicht nur effizient,
sondern auch zukunftssicher zu betreiben. So
wird Cybersecurity zum festen Bestandteil der
Intralogistik – technisch, organisatorisch und
rechtlich.
Unterschied zwischen IT-Security und OT-
Security
IT-Security (Information Technology Security)
schützt klassische Unternehmens-IT wie Server,
Netzwerke und Daten vor Cyberangriffen,
wobei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit
im Fokus stehen. OT-Security (Operational
Technology Security) hingegen bezieht sich auf
die Absicherung von industriellen Steuerungsund
Automatisierungssystemen, bei denen
vor allem die Verfügbarkeit und die Sicherheit
physischer Prozesse (z. B. Materialfluss) im Vordergrund
stehen. Während IT-Security stärker
softwaregetrieben ist, erfordert OT-Security ein
tiefes Verständnis für Maschinen und Anlagen
sowie deren Echtzeitverhalten.
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