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unternehmen [!]

RESSORT

1

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 99 | Dezember 2025 | 3,00 €

+

Erbach

spezial

Katja Maier

Handwerk

ist Glück

Vorurteile gibt es zuhauf – auch heute noch. Alles

Quatsch. Die Handwerkspräsidentin zeigt, welche

großartigen Chancen in den Berufen stecken.

MEDIZINTECHNIK

Wie das Göppinger Start-up

Miravision mit KI die Diagnostik

revolutionieren will.

Seite 26

DIGITALISIERUNG

Cloud-Computing und KI - eine

Bestandsaufnahme zwischen

Fortschritt, Hype und Risiko.

Seite 44

PERSPEKTIVEN

Ein Besuch bei Ulrike Freund: wie

die Brauerei-Chefin denkt und ihr

Unternehmen lenkt.

Seite 40


2

RESSORT unternehmen [!]

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unternehmen [!] EDITORIAL/INHALT 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Ausbleiben des „Herbsts der Reformen“ und

die schwierige wirtschaftliche Lage können

schnell mal zur „German Angst“ führen. Und wer

will das so kurz vor Weihnachten? Niemand. Deshalb

setzen wir zur Abwehr einer aufkommenden

Winterdepression in dieser Ausgabe auf

„Swabian Mut“. Und von dem gibt‘s reichlich.

Folgt man Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer

Ulm, so sollten Eltern den Mut haben,

die Entscheidungen ihrer Kinder zu akzeptieren.

Das gilt aus ihrer Sicht insbesondere für

die Hinwendung zu einem Handwerksberuf, der

nebenbei noch glänzende Perspektiven bietet.

Lukas Mürdter und Leonid Mill von Miravision

nehmen es mit schwäbischem Tüftlergeist und KI

bei der medizinischen Diagnostik mit Microsoft

auf. Die Ansage steht, die Bundesagentur für

Sprunginnovation unterstützt das Göppinger

Deep-Tech Start-up.

Der Mut, offen auszusprechen, was ihr wichtig

ist, zeichnet Ulrike Freund schon immer aus. Ihr

liegt der offene Austausch, sie will niemandem

gefallen, sie steht für ihre Traditionsbrauerei und

vor ihren Mitarbeitenden und deren Familien.

Bei Dieter Grauling ist nicht nur die erzeugte

Energie nachhaltig, sein Mut ebenso. Er ist Projektentwickler

für erneuerbare Energie mit hohem

Einsatz. Er bringt die Energiewende ganz persönlich

voran.

Das müsste doch Mut machen!

Viel Vergnügen bei der Lektüre.

Ihr Tobias Lehmann,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

08 Gut überlegt in neue Märkte

Was Unternehmen beachten müssen und

wo sie Hilfe bekommen.

12 KI ist Chance für das Handwerk

Interview mit Katja Maier, erste Frau an der

Spitze der Handwerkskammer Ulm.

22 Obstkorb war gestern

Warum immer mehr Unternehmen in die

Gesundheit ihrer Beschäftigten investieren.

26 Microsoft im Visier

Wie das Göppinger Start-up Miravision die

medizinische Diagnostik revolutionieren will.

32 Die unterschätzte Kraft des Lesens

Warum Bücher gerade heute unverzichtbar

sind - nicht nur für Führungskräfte.

34 Standort Erbach im Porträt

Bau-Booster für Erbachs Innenstadt und die

schwierige Suche nach Wohnraum.

40 Sie zieht den Karren

Ein Besuch bei Ulrike Freund: Wie die Brauerei-

Chefin denkt und ihr Unternehmen lenkt.

44 Innovation trifft Skepsis

Cloud-Computing verändert Arbeitswelten -

was Unternehmen abwägen müssen.

56 Das Energiebündel von Tomerdingen

Dieter Grauling hat die Mission, die Energiewende

anzutreiben.

58 Das Büro kann mehr als Schreibtisch

Workspaces im Wandel: Hybride Arbeit und

wandelbare Räume erfinden die Arbeitswelt

neu.

64 Vorbeigeschaut bei Rainer Frey

Ein Antreiber und Macher, wie es ihn nur

selten gibt.

56

26

40

58

44


Altmühl

4

RESSORT unternehmen [!]

Ihr Mercedes-Benz Partner in Ulm/Neu-Ulm

Zwei starke Familienunternehmen bündeln ihre Kräfte –

für Qualität, Kundennähe und Zukunftssicherheit in der Region.

Zum 1. Dezember 2025 übernahmen die Unternehmen

Abel+Ruf aus Nördlingen und KreuterMedeleSchäfer

mit Hauptsitz in Weilheim gemeinsam die Mercedes-

Benz Niederlassung Ulm/Neu-Ulm.

Mit Gründung der STERNE GRUPPE GmbH entsteht

einer der größten und renommiertesten Mercedes-

Benz Partner Deutschlands – geprägt von regionaler

Stärke, hoher Investitionskraft und konsequenter

Kundenorien tierung.

Als mittelständisches Familienunternehmen steht

die STERNE GRUPPE für Verlässlichkeit, langfristiges

Denken und Mitarbeiterbindung – mit starken

Teams und klaren Werten. „Wir freuen uns in Ulm auf

ein außerordentlich kompetentes und leistungsstarkes

Team, das perfekt zu unseren Unternehmenswerten

passt,“ so die Geschäftsführer.

Die Unternehmensgruppen vereinen künftig 15 Standorte

in Bayerisch-Schwaben, beschäftigen über 1.460

Mitarbeitende, darunter 280 Auszubildende, und erzielten

2024 einen Umsatz von über 800 Millionen Euro.

Mit dem neuen Standort Ulm/Neu-Ulm wird das

Vertriebsgebiet weiter gestärkt – für eine flächendeckende

Betreuung der Kunden.

Wir denken in Generationen,

nicht in Quartalen –

und investieren in Menschen,

Qualität und Zukunft.

Göppingen

Schwäbisch Gmünd

Don

Donau

Joachim Fellner, Peter Schäfer und Lukas Ruf –

Geschäftsführer der STERNE GRUPPE

„Unser Ziel ist ein zukunftsorientiertes, finanzstarkes

Unternehmen, das die Marken Mercedes-Benz und

smart mit höchster Qualität und regionaler Verwurzelung

repräsentiert“, so die Geschäftsführer Peter

Schäfer, Lukas Ruf und Joachim Fellner.


unternehmen [!] RESSORT 5

Willkommen bei der

STERNE GRUPPE

Ein neuer Name. Die gleiche Leidenschaft. Ihr vertrautes Team.

Wir – Ihr bekanntes und erfahrenes Team der Mercedes-Benz

Niederlassung Neu-Ulm – gehen gemeinsam neue Wege.

Ab sofort sind wir als STERNE GRUPPE für Sie da:

mit der gleichen Leidenschaft, Kompetenz und Nähe,

die Sie seit Jahren an uns schätzen.

Wir freuen uns auf Sie!

STERNE GRUPPE GmbH | Von-Liebig-Str. 10 | 89231 Neu-Ulm | info@sterne-gruppe.de

Neu-Ulm | Dornstadt | Biberach an der Riß | Günzburg | Memmingen | Riedlingen | www.sterne-gruppe.de


6

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Hensoldt steigert Umsatz

Wachstum Der Radarspezialist profitiert von steigenden Verteidigungsinvestitionen in

Europa und verzeichnet deutliche Zuwächse bei Umsatz, Aufträgen und Ergebnis.

Hensoldt, dessen größtes

Werk sich in Ulm

befindet, wächst weiter.

In den ersten neun

Monaten des Jahres konnte das

Unternehmen seinen Umsatz

im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

um 11,6 Prozent auf knapp

1,54 Milliarden Euro steigern.

Die beiden Segmente Sensorik

und Optronik trugen zu dieser

positiven Entwicklung bei, teilte

Hensoldt mit. Das Unternehmen

stellt etwa Radare zur Flugüberwachung

und Luftverteidigung,

Wärmebild- und Restlichtgeräte

und Instrumente für

Flugzeug-Cockpits und U-Boote

her.

Steigende Auftragseingänge

„Die Verteidigungsinvestitionen

in Deutschland und Europa gewinnen

weiter an Dynamik“,

fasste Chef Oliver Dörre zusammen.

„Das spüren wir nicht nur

in unseren Auftragsbüchern,

sondern auch in unseren Werken.“

Die steigenden Investitionen

Deutschlands und weiterer

europäischer Länder in ihre Verteidigungsfähigkeit

führten zu

einem Anstieg des Auftragseingangs.

Dieser stieg in den ersten

neun Monaten um 10,4 Prozent

auf knapp 1,54 Milliarden Euro.

„Der Rekord-Auftragsbestand

verschafft uns eine hohe Planungssicherheit“,

sagte Finanzchef

Christian Ladurner. Der bereinigte

Gewinn vor Zinsen,

Steuern und Abschreibungen

(Ebitda) legte um 11,4 Prozent

auf 211 Millionen Euro zu.

Aktualisierte Prognose

Bereits im Oktober wurde bekannt,

dass Hensoldt seine

Prognose für das Gesamtjahr

anpasst. So soll die bereinigte

Ebitda-Marge auf 18 Prozent

oder noch höher steigen. Das

Unternehmen investiert aktuell

etwa in Softwarelösungen und

erweitert sein Angebot von Systemlösungen.

Das im MDax notierte

Unternehmen beschäftigt

etwa 9000 Mitarbeiter, davon

arbeiten rund 2300 für Hensoldt

in Ulm. [!]

tv

Umsatz, Ertrag und Aufträge bei Hensoldt legen zu. Davon profitiert

auch der Standort Ulm.

Foto: Matthias Kessler

Emag streicht hunderte Stellen

Stellenabbau Beim Salacher

Werkzeugmaschinenhersteller

Emag herrscht großer Schock:

Nach der Betriebsversammlung

im November erhielten zahlreiche

Beschäftigte ihre Entlassungspapiere,

darunter auch

langjährige Führungskräfte. Insgesamt

sollen an den deutschen

Standorten 455 Stellen gestrichen

werden. Wie viele Arbeitsplätze

in Salach und Eislingen

betroffen sind, bleibt unklar; im

Raum stehen Schätzungen von

250 bis 300. Die Betroffenen sollen

in eine Transfergesellschaft

wechseln.

Kritik kommt von der IG Metall.

Mehrere Beschäftigte hätten

Umfangreicher Personalabbau

bei Emag. Foto: G. Carlucci

sich unmittelbar nach der Ankündigung

an die Geschäftsstelle

in Göppingen gewandt, berichtet

Geschäftsführer Michael

Kocken. Er moniert, dass die Betroffenen

nur eine Woche Bedenkzeit

für den Wechsel in die

Transfergesellschaft erhalten:

„Das ist kein schöner Umgang.“

Die Dauer der TG sei zudem auf

die doppelte Kündigungsfrist begrenzt.

Emag begründet die Maßnahmen

mit massiven Einbrüchen

bei den Auftragseingängen. Die

Branche befinde sich „in einem

der schwierigsten Marktumfelder

der letzten zehn Jahre“. Seit

2023 wurden durchgehend Rückgänge

verzeichnet, vor allem im

Inland. Bereits zuvor hatte Emag

unter anderem mit Kurzarbeit

reagiert. Firmenchef Markus

Clement spricht von einer notwendigen

Anpassung an „die geringen

Auftragsvolumina“ und

betont: „Unser Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit

der Emag Gruppe

zu sichern.“

Die Krise trifft ein Unternehmen,

das vor zwölf Jahren noch

als wachstumsstarker Musterbetrieb

galt. Nach Jahren der Expansion

und großen Plänen folgten

Sparkurs und der Verkauf

von Flächen. Nun soll die Belegschaft

um fast ein Drittel

schrumpfen. [!]

dg


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 7

Deutscher Gesundheits-Award für Beurer

Auszeichnung Das Ulmer Traditionsunternehmen

Beurer darf

sich über die Auszeichnung mit

dem „Deutschen Gesundheits-

Award 2025“ freuen. Und das

gleich doppelt: in der Kategorie

„Digitale Herzzentren & mobiles

EKG“ sowie als Gesamtsieger

im Bereich „Gesundheitspflege/-produkte-Hersteller“.

Die Auszeichnung würdigt eine

besonders hohe Kundenzufriedenheit

und stützt sich auf eine

umfangreiche Verbraucherbefragung.

Der Award wird jährlich vom

Deutschen Institut für Service-

Qualität (DISQ) und dem Nachrichtensender

ntv vergeben. Insgesamt

prämiert er die beliebtesten

Anbieter in 68 Kategorien

– von medizinischer Versorgung

über Pflege bis hin zu digitalen

Gesundheitsangeboten. Grundlage

ist eine repräsentative Online-Befragung,

in der dieses

Jahr mehr als 43.000 Kundenmeinungen

zu 858 Unternehmen

bewertet wurden. Abgefragt

wurden Preis-Leistungs-Verhältnis,

Angebot und Servicequalität.

Mehrfach ausgezeichnet

Beurer wurde bereits 2023 und

2024 mit dem Award ausgezeichnet.

Die erneute Ehrung bestätigt

laut Unternehmen die kontinuierliche

Qualitätsarbeit.

„Wir schätzen die doppelte Auszeichnung

mit dem Deutschen

Gesundheits-Award 2025 sehr –

besonders, da sie auf den Meinungen

unserer Kundinnen und

Kunden basiert“, sagt Robin

Landgraf, Teamleiter Produktmanagement

Medical bei Beurer.

[!]

pm/dos

Robin Landgraf, Teamleiter Produktmanagement Medical bei

Beurer, freut sich über die Auszeichnungen. Foto: Beurer GmbH

Vitawell Ulm

2026 zurück

Messe Am 22. und 23. März 2026

geht die vitawell Gesundheitsmesse,

veranstaltet von der

SÜDWEST PRESSE, zum dritten

Mal in der Donauhalle der Messe

Ulm an den Start. In diesem

Jahr findet parallel die Gartenmesse

„Gartenträume“ statt,

weshalb die Veranstalter erneut

mit guten Besucherzahlen rechnen.

Die Messe bildet den Gesundheitsstandort

Ulm/Region

ab und informiert bei freiem Eintritt

rund um Medizin, Prävention,

Sport, Fitness, Ernährung

Wellness, Beauty, gesundes

Wohnen und Reisen. Die wiederholte

Partnerschaft mit dem Universitätsklinikum

Ulm, dem

Agaplesion Bethesda Ulm, der

AOK Ulm-Biberach und Caelistic

- Ärzte & Ästhetik sowie die

Teilnahme zahlreicher weiterer

regionaler Gesundheitsdienstleister

gewährleistet ein fachlich

hochwertiges Vortragsprogramm,

das die Messe zu einer

etablierten Plattform für den

Austausch rund um Gesundheitsfragen

macht. [!] jun

Abt schließt

endgültig

Schließung Das Ulmer Traditionskaufhaus

Abt schloss früher

als vom Müller-Konzern angekündigt

seine Pforten. Bereits

Mitte November war der Zeitpunkt

erreicht, an dem nach 146

Jahren die Geschichte des Hauses

endete.

In einem internen Schreiben

verabschiedet sich die Verkaufsleitung

vom Team: „Am 15. November

2025 sagen wir ,Auf Wiedersehen‘

– und es fällt uns nicht

leicht.“ Die Erinnerungen an

„viele gemeinsame Jahre“ blieben,

heißt es weiter. Den Beschäftigten

werden neue Stellen

in Müller-Filialen angeboten, der

Wechsel beginnt wegen der vorgezogenen

Schließung ebenfalls

früher.

Abt war erst 2019 in der

Hirschstraße wiedereröffnet

worden. Der Müller-Konzern begründet

die Aufgabe des Standorts

mit einer veränderten Wettbewerbssituation,

in der das eigenständige

Kaufhauskonzept

„langfristig als nicht tragfähig“

galt. [!]

mak

Rehm in Indien

Standort Der Smart City Index

2025, das Digitalranking der

deutschen Großstädte mit mehr

als 100.000 Einwohnerinnen und

Einwohnern, ist nun veröffentlicht.

Demnach hat sich Ulm

beim Punktwert weiter verbessert

und erreicht 2025 den Indexwert

von 83,7 von maximal 100

möglichen Punkten. Damit beweist

Ulm Kontinuität und liegt

im bundesweiten Vergleich aller

83 teilnehmenden Städte auf

Niederlassung Die Rehm Thermal

Systems GmbH aus Blaubeuren-Seissen

hat ihre neue Niederlassung

„Rehm Thermal Systems

India“ in Bengaluru offiziell

eröffnet.

Mit dem neuen Standort rückt

das Unternehmen noch näher an

Elektronikfertiger in Indien heran,

um Marktpotenziale gezielter

zu erschließen, die Servicewege

zu verkürzen und die Beratungen

direkt an Prozesse zu

binden bzw. zu koppeln.

„Innovativ sein bedeutet Weiterentwicklung

und Nähe zum

Kunden. Mit der neuen Rehm-

Niederlassung in Bengaluru können

wir unsere Kunden in Südindien

noch direkter betreuen

und ihre Prozesse gezielter begleiten“,

erklärt Sreekanth

Krishnamurthy, Sales Manager

India. [!]

pm

Spitzenplatz für Ulm

Rang 11. Mit seinen ca. 130.000

Einwohnern markiert Ulm in der

Größenkategorie von Städten

mit 100.000 bis 150.000 sogar den

Spitzenplatz im Bundesvergleich.

„Wir können stolz auf dieses

Ergebnis sein, weil es zeigt, dass

Ulm die Digitalisierung kontinuierlich

und erfolgreich voranbringt“,

freut sich Oberbürgermeister

Martin Ansbacher über

das Ergebnis. [!]

pm


8

MACHEN unternehmen [!]

Gut überlegt in neue Märkte

Auslandshandel Steigende Zölle und eine lahmende Konjunktur belasten die

Exportumsätze. Regionale Initiativen bieten Hilfen bei der Verlagerung ins Ausland.

Exportumsätze

im Vergleich zum

Vorjahr (in Prozent)

22

34

Steigende Umsätze

Rückläufige Umsätze

unverändert

44

Die Statistik spricht

eine klare Sprache:

Die Wirtschaft in Baden-Württemberg

lebt vom Welthandel. Laut der

IHK-Konjunkturumfrage aus

dem vergangenen September

mit 1230 Teilnehmenden sind

vier von fünf (81 Prozent) Industriebetrieben

aus der Region

im Export tätig. Doch die

Einführung immer neuer Zölle

hat dazu geführt, dass das

Auslandsgeschäft vieler Betriebe

schwächelt.

44 Prozent der Unternehmen

gaben an, dass ihre Exportumsätze

in den vergangenen

vier Monaten unter dem

Vorjahresniveau lagen. Bei 34

Prozent blieb das Exportgeschäft

unverändert, während

etwas mehr als ein Fünftel (22

Prozent) steigende Umsätze

verzeichnete. Per Saldo hat

sich damit die Lage im Vergleich

zu den Ergebnissen der

Befragung im Frühsommer

verschlechtert. „Das Auslandsgeschäft

läuft nicht

mehr von selbst“, kommentiert

Claus Paal, Vizepräsident

des Baden-Württembergischen

Industrie- und Handelskammertages

(BWIHK) und

Präsident der im BWIHK für

die Außenwirtschaft federführenden

IHK Region Stuttgart,

die Ergebnisse. Ihm zufolge

geben die Unternehmen

in der Region aber alles, um

sich zu behaupten. „Sie investieren,

sie exportieren und sie

suchen neue Märkte“, so Paal.

Der Weg ins Ausland fordert

Geduld und Ausdauer

Der Sprung in neue Länder

sollte jedoch gut vorbereitet

sein, damit das Vorhaben nicht

zum Flop wird. „Ein bisschen

mehr zu internationalisieren

wegen der aktuell schwachen

Konjunktur in vielen Bran-

ILLUSTRATIONEN & GRAFIK: MAX MESCHKOWSKI


unternehmen [!] MACHEN 9

chen – das wird erfahrungsgemäß

nicht funktionieren“, weiß

Tassilo Zywietz, Geschäftsführer

Bereich International bei

der IHK Region Stuttgart. „Der

Eintritt in neue Märkte verlangt

eine strategische Entscheidung,

die Unternehmensverantwortliche

nachhaltig treffen müssen.“

Denn mit dem Weg ins

Ausland sind Investitionen verbunden

und viele Fragen rund

um Organisation, Steuern und

Recht müssen vorab geklärt

werden. Das gilt vor allem

dann, wenn geplant ist, neue

Produktionskapazitäten in der

Ferne aufzubauen – etwa, um

Lieferketten zu diversifizieren

Der Eintritt in

neue Märkte

verlangt eine

strategische

Entscheidung.

Tassilo Zywietz

Bereichsgeschäftsführer IHK

oder Zollhindernisse zu umgehen.

Doch was viele Firmen bei

ihren Planungen übersehen: Sie

müssen Geduld und finanzielle

Ausdauer mitbringen, wenn

sie auf einem neuen Auslandsmarkt

Fuß fassen wollen. „Wir

stellen immer wieder fest, dass

bei Auslandsengagements der

zeitliche Horizont bis zur Erfolgsschwelle

zu kurz kalkuliert

wird“, stellt Zywietz fest. „Bis

das Engagement anfängt, profitabel

zu werden und der Return

on Invest in Sicht kommt, vergehen

nach unseren Beobachtungen

im Durchschnitt zwei

Jahre – wobei es je nach Branche

und Produkt durchaus Ausnahmen

von dieser Faustregel

gibt.“

Hilfe und

Unterstützung im Neuland

Ein Grund für die lange Einstiegsphase:

Viele deutsche Unternehmen

haben zwar einen

guten Ruf auf den Weltmärkten,

sodass potenzielle Neukunden

vor Ort die Produkte und Services

bereits kennen. Dennoch

warten viele von ihnen erst einmal

ab, ob sich der neue Player

auf dem heimischen Terrain

auch hält, bevor sie Aufträge erteilen.

Gerade der US-Markt

hätte viele europäische und

auch deutsche Unternehmen

kommen und gehen gesehen,

die sich dann nach vergleichsweise

kurzer Frist wieder zurückgezogen

hätten, so IHK-Experte

Zywietz. Gerade bei technisch

komplexen Produkten,

die in der Wartung und im Service

anspruchsvoll sind, stellen

sich Kunden jedoch vorbehaltliche

Fragen. Zum Beispiel:

Wie zuverlässig sind zukünftig

Ersatzteile verfügbar? Wie

schnell ist ein Techniker vor

Ort?

So muss das Vertrauen in

den Kundenservice erst einmal

wachsen, ehe die ersten Bestellungen

hereinkommen. Diese

Phase gilt es durchzustehen.

Nicht jeder Betrieb hat allerdings

die finanziellen und per-

baut mit Holz.

Wenn beim Bau alles

rund läuft.

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10

MACHEN unternehmen [!]

Vielfältige Unterstützungsangebote

häufig bei den Steuersystemen

und anderen rechtlichen Bestimmungen.

Außenhandelsexperten

wie Gunnar Mey, Geschäftsführer

von Baden-Württemberg International

(BW_i), empfehlen

daher, sich vor Ort nach lokaler

Expertise umzuschauen. Die Angebote

der BW_i sind eine Möglichkeit

dafür. „Wir werden im

kommenden Jahr neben vielen

Informationsveranstaltungen

hier in der Region rund ein Dutzend

Delegationsreisen in unterschiedliche

Länder anbieten und

mit Gemeinschaftsständen, an

denen sich hiesige Unternehmen

beteiligen können, auf zwanzig

Messen im In- und Ausland vertreten

sein“, stellt Mey die Planungen

der Standortförderungsagentur

des Landes Baden-Württemberg

vor. „Interessierte Unternehmensverantwortliche

haben damit die Gelegenheit,

sich vor Ort und aus erster Hand

über die spezifischen Gegebenheiten

einzelner Auslandsmärkte

zu informieren.“

Neben der IHK Region Stuttgart

(ihk.de/stuttgart) und der

Standortförderungsagentur Baden-Württemberg

International

(bw-i.de) sind die deutschen

Auslandshandelskammern (ahk.

sonellen Ressourcen dafür. Doch

muss es gleich eine eigene Betriebsstätte

sein, um im Ausland

Fuß zu fassen?

Die Gründung eines Joint-

Ventures mit einem Partner vor

Ort oder eine Kooperation mit

einem freien Handelsvertreter

sind mögliche Alternativen. Gerade

in fernöstlichen Volkswirtschaften

haben alteingesessene

Handelshäuser oftmals eine

hohe Vertriebskraft in ihren

Märkten. „Am erfolgreichsten

sind baden-württembergische

Unternehmen allerdings, wenn

sie aus der Heimat heraus exportieren

oder mit eigenen

Tochtergesellschaften lokal

operieren“, so IHK-Experte Zywietz.

„Auf diese Weise lässt

sich das Auslandsgeschäft am

besten steuern und kontrollieren.“

Es muss zudem nicht immer der

Sprung über den großen Teich

sein. Seit dem Ende der Pandemie,

in dessen Folge es teils

massive Lieferkettenprobleme

gegeben hat, erlebt Europa als

Produktionsstandort eine Renaissance.

„Das gilt vor allem

für einige Länder in Osteuropa,

die ein durchaus wettbewerbsfähiges

Produktionskosten-

Leistungsverhältnis haben“,

sagt Zywietz. Ein zusätzlicher

Standort in der Europäischen

Union profitiert zudem von den

Vorteilen des gemeinsamen

Marktes mit weitgehend vereinheitlichen

Rechtsregeln. „Für

Unternehmen bedeutet das ein

Plus an Zuverlässigkeit und kein

Ärger mit Zollregeln“, so der

IHK-Mann.

Unterschiede gegenüber

Deutschland gibt es allerdings

de/de) erste Anlaufstellen für

Unternehmensverantwortliche,

die auf der Suche nach Unterstützung

bei ihren Auslandsplänen

sind. Die Experten der Auslandshandelskammern

informieren

über Markteintritt,

rechtliche Anforderungen und

lokale Geschäftsmöglichkeiten.

Die Erstberatung ist, wie auch

einige Angebote der anderen

beiden Institutionen, kostenfrei.

Zur Person

Gunnar Mey (59)

verfügt über langjährige

Erfahrungen im

Messe- und Veranstaltungsgeschäft.

Seit Oktober 2025

ist der gebürtige

Schwabe der Geschäftsführer

von

BW_i.

Wir werden

dutzende

Delegationsreisen

in unterschiedliche

Länder anbieten.

Gunnar Mey

Geschäftsführer BW_i

Mey zufolge schauen sich derzeit

viele Unternehmen vor allem aus

den Bereichen Maschinen- und

Anlagenbau, Automotive und

Medizintechnik nach Möglichkeiten

um, ihr Know-how oder

ihre Produkte in anderen Branchen

und Märkten einzubringen.

„Eine Messebeteiligung ist gerade

für kleinere und mittlere

Unternehmen, die über eine Erweiterung

ihres Auslandsgeschäfts

nachdenken, eine wirksame

und vergleichsweise kostengünstige

Gelegenheit dafür.

Wir organisieren diese Events

und kümmern uns um die Administration.

Die Teilnehmer können

sich darauf fokussieren, sich

beim regionalen Fachpublikum

zu präsentieren und das eigene

Netzwerk zu erweitern.“

[!] Thomas Luther


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

11

Digitale Stärke für CFOs:

Finanzberichterstattung in Echtzeit

CFOs stehen aktuell unter hohem Druck. Wirtschaftliche

Unsicherheit, neue Regulierungen,

zunehmende Anforderungen an das Berichtswesen

und der Fachkräftemangel treffen auf

den Anspruch, Daten in Echtzeit und tagesaktuell

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Sie dabei, eine strategische Unternehmenssteuerung

aufzubauen.

Konjunkturelle Schwankungen, fragile Lieferketten

und geopolitische Spannungen erschweren

eine verlässliche Finanzplanung. Szenarien müssen

heute mehr denn je schnell neu berechnet

werden können, um Auswirkungen auf Liquidität

und Ergebnis frühzeitig zu erkennen.

Eine transparente, ganzheitliche Planung auf Basis

aktueller Daten sind heute Grundvoraussetzung

für die finanzielle Steuerungsfähigkeit eines

Unternehmens. Der schnelle Überblick über

Bilanz, Cashflow und Liquidität sowie die Möglichkeit,

verschiedene Szenarien durchzuspielen,

sind entscheidend für zielgerichtete nächste

Schritte.

Das Spannungsfeld von Finanzabteilungen

Herausforderung

Keine einheitliche Datenbasis:

ERP-, HR- und CRM-Systeme arbeiten

getrennt voneinander

Excel-Chaos:

Viele Tabellen und manuelle Prozesse

Langsame Abschlusserstellung durch

manuellen Abstimmungsaufwand

Fehlender Überblick: Keine tagesaktuellen

Daten über Cashflows und Kennzahlen

Hoher Audit-Aufwand und mühsame

Nachweispflichten gegenüber dem

Wirtschaftsprüfer

Moderne Finance-Systeme sollten operative und

finanzielle Kennzahlen zu einem Gesamtbild verknüpfen,

als Basis für fundierte strategische Entscheidungen.

Automatisierte Prozessschritte der Konzernabschlusserstellung

in Kombination mit integrierter

Planung sorgen für Effizienz und Genauigkeit.

Am Ende spart sich das Team des CFOs Zeit, die

nicht mehr darauf verwendet werden muss,

Excel-Tabellen und unterschiedliche Quellsysteme

miteinander abzustimmen.

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unternehmen [!] TITELTHEMA 13

„KI ist keine

Gefahr für uns“

Handwerkskammer Ulm Katja Maier ist Zimmererin, Firmenchefin und in der 125-jährigen

Geschichte der Handwerkskammern im Südwesten die erste Frau an der Spitze. Ein

Gespräch über alte Rollenbilder, digitalen Wandel und die Gründe, warum Beschäftigte im

Handwerk einer Studie zufolge besonders glücklich sind.

Welches Vorurteil über das Handwerk ärgert Sie am

meisten?

Katja Maier: Ich finde es vor allem schade, dass viele

Menschen in der Gesellschaft immer noch den

Gedanken haben: Mein Kind soll nicht ins Handwerk

gehen. Da bist Du nichts, da verdienst Du

nichts, da wirst Du nichts. Das stimmt einfach nicht.

Aber Vorurteile halten sich mitunter hartnäckig.

Ja, leider. Nehmen Sie nur Bauberufe als Beispiel. Da

heißt es immer noch, die Arbeit sei schmutzig und

schwer. Doch dieses Berufsbild hat sich komplett gewandelt:

Dank Digitalisierung und maschineller Unterstützung

müssen die Beschäftigten heute körperlich

nicht mehr so schwer arbeiten

wie früher. Und unsere Baustellen

sind auch nicht dreckig. Dazu gibt es

viele Aufstiegschancen im Handwerk

und beim Verdienst können

wir gut mit der Industrie mithalten.

Eltern sollten

bewusste

Entscheidungen

ihrer Kinder

akzeptieren.

Wie reagieren Sie, wenn Sie solche

Vorurteile hören?

Ich versuche immer, mit den Leuten ins Gespräch

zu kommen. Ich lasse sie ihre Vorurteile genau benennen

und kann diese dann mit konkreten Beispielen

ausräumen. Ich zeige ihnen, wie es wirklich

ist, damit es in den Köpfen „Klick“ macht. Aber ja,

in der Gesellschaft herrscht immer noch zu oft ein

altes Bild vom Handwerk.

Zimmererin galt lange als ein klassischer Männerberuf.

Haben Sie viel Unverständnis erlebt für ihre berufliche

Entscheidung?

Im Handwerk ist vieles in Bewegung. Der weibliche

Anteil in den Handwerksberufen steigt seit einigen

Jahren wieder kontinuierlich an. Ich habe also

kein Unverständnis wahrgenommen. Bei uns im Ort

kennt man unseren Betrieb aber auch, da war es

keine Überraschung, dass ich mich für diesen Beruf

entscheide. Auf der Meisterschule war es

schwieriger. Da gab es einen Lehrer, der noch alte

Rollenbilder im Kopf hatte. Ansonsten habe ich nur

positive Reaktionen erfahren.

Wie sah Ihr Weg ins Handwerk aus?

Ich habe nach dem Abitur 1996 eine Lehre als Bauzeichnerin

in einem Architekturbüro gemacht, anschließend

den Bautechniker und dann meinen

Meister im Zimmererhandwerk. Für mich war dann

klar, dass ich in den Beruf einsteige, auch weil meine

Mutter zu diesem Zeitpunkt krank geworden ist.

Aber ursprünglich wollten Sie etwas ganz anderes

machen.

Das ist richtig. Ich hatte mich zunächst für ein Lehramtsstudium

für Grundschulen entschieden und

hatte schon einen Studienplatz. Ich bin aber noch

einmal in mich gegangen, ob das für mich das Richtige

ist, weil ich sehr heimatverbunden

und im Familienbetrieb

aufgewachsen bin. Deshalb habe

ich mich dann für die Lehre entschieden.

Ihr Vater hat nicht versucht, Einfluss

auf Ihre Entscheidung zu nehmen?

Nein, meine Eltern haben mich und meine Geschwister

die Wahl treffen lassen, die wir wollten.

Das ist für mich ein sehr wichtiger Punkt. Eltern

sollten sorgfältig getroffene Entscheidungen ihrer

Kinder akzeptieren und nicht versuchen, sie umzustimmen,

auch wenn sich die Kinder für eine Ausbildung

im Handwerk entscheiden. Denn dann machen

die Kinder das, was sie möchten, und sind

glücklich.

Viele Kinder sind aber mit den hohen Erwartungshaltungen

der Eltern konfrontiert.

Das führt dann dazu, dass die jungen Menschen das

von den Eltern favorisierte Studium abbrechen. Bei

uns im Handwerk sind auch Studienabbrecher willkommen.

Für den besseren Weg halte ich, dass die

Jugendlichen Praktika machen, sehen welcher Beruf

zu ihnen passt und sich frei entscheiden können,

in welche Branche sie gehen. Da kommt es

auch vor, dass man sich etwas heraussucht, was

nicht funktioniert. Aber das kann man korrigieren.

Zur Person

Katja Maier leitet

seit 2013 mit ihrem

Bruder Christoph den

1934 gegründeten Familienbetrieb

in

Westhausen-Lippach

(Ostalbkreis) in der

dritten Generation,

der sieben Mitarbeitende

beschäftigt,

davon drei Auszubildende.

Die gebürtige

Aalenerin (50, eine

Tochter) absolvierte

nach dem Abitur eine

Ausbildung zur Bauzeichnerin

und Bautechnikerin,

legte

2003 ihre Meisterprüfung

im Zimmererhandwerk

ab und

stieg dann in den elterlichen

Betrieb ein.

2012 folgte die Ausbildung

zur Sägewerksmeisterin

in

Rosenheim. Sie engagiert

sich seit 2005

ehrenamtlich im

Handwerk, zunächst

in der Innung Aalen,

in der sie bis zur

Obermeisterin aufstieg.

Von 2021 bis

2024 war sie Kreishandwerksmeisterin,

bevor sie zur Präsidentin

der Handwerkskammer

Ulm

gewählt wurde.


14

TITELTHEMA unternehmen [!]

Was sind die schönsten Seiten an Ihrem Beruf?

Dass sie jeden Tag abends sehen, was sie buchstäblich

geschafft haben. Aktuell bin ich draußen

bei den Kunden und auf den Baustellen, aber dort

mitzuarbeiten, ist zeitlich nicht mehr machbar.

Wenn wir früher im Auto unterwegs waren, hat

unser Vater auf die Bauten gezeigt und gesagt:

Das habe ich gebaut, das habe ich gemacht. Heute

zeige ich das meiner neunjährigen Tochter, die

schon Pläne macht, was sie einmal bauen möchte.

Das gibt mir ein gutes Gefühl.

Wie kriegen Sie all Ihre Aufgaben unter einen

Hut?

Ich führe unseren Familienbetrieb gemeinsam mit

meinem Bruder. Nur so ist es mir möglich, dieses

großartige Ehrenamt zu bekleiden, das man

vom Zeitaufwand nicht unterschätzen darf. Bevor

ich mich beworben habe, habe ich mit der Familie

und den Mitarbeitern gesprochen. Ohne deren

Rückhalt geht es nicht.

„Ich finde es schön,

Frauen zu zeigen, dass

alles machbar ist und

dass man vieles erreichen

kann“, sagt Handwerkspräsidentin

Katja Maier.

Ich möchte

die alten

Rollenbilder

aus den Köpfen

bringen.

Was ist die größte Herausforderung in Ihrer Rolle

als erste Frau an der Spitze einer Handwerkskammer

in Baden-Württemberg?

Ich bin mit keinen Erwartungen in das Amt gegangen.

Eine anfängliche Herausforderung war

vielleicht zu sehen, wie die Handwerkerinnen,

Handwerker und die Gesellschaft mich als Frau

annehmen und akzeptieren. Aber das ist überhaupt

kein Problem und funktioniert sehr gut.

Bundesweit sind wir vier Präsidentinnen in den

53 Kammern. Für mich spielt das Geschlecht keine

Rolle. Wir sind ein super Team und versuchen

zusammen, das Handwerk in Baden-Württemberg

voranzubringen.

Was ist Ihre Motivation für das zeitaufwendige

Ehrenamt?

Ich habe viel Gutes in meinem Leben erfahren

und mir ist es wichtig, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Ich möchte das Handwerk voranbringen

und die alten Rollenbilder aus den Köpfen

schaffen. Ich habe ja schon in der Innung mit

dem Ehrenamt begonnen. Das macht Spaß, man

vernetzt sich, lernt tolle Leute kennen und kann

viel Gutes fürs Handwerk erreichen.

Welche Rolle spielen Sie als Firmenchefin und

Mutter in dieser Spitzenposition als Vorbild?

Keine Frage, es ist eine Vorbildfunktion. Und ich

finde es schön, Frauen zu zeigen, dass alles machbar

ist und dass man vieles erreichen kann. Ich

leite einen Betrieb, ich setze mich als Präsidentin

fürs regionale Handwerk ein, ich bin Mutter

und was man nicht vergessen darf, ich habe einen

Haushalt, um den ich mich kümmern muss,

inklusive Wäsche waschen.

Welches Thema beschäftigt Sie als Präsidentin

derzeit am meisten?

Das ganz große Thema ist der Fachkräftemangel.

Wir benötigen Fachkräfte, um die Versorgung

aufrechtzuerhalten, die Transformation und die


unternehmen [!] TITELTHEMA 15

Klimawende zu schaffen. Trotz eines Plus von

fast vier Prozent bei den Ausbildungszahlen in

unserem Kammergebiet in diesem Jahr haben wir

noch ungefähr 500 freie Ausbildungsstellen. Unsere

Ausbildungszahlen sind zwar gut, aber nicht

gut genug. Wir müssen alle ansprechen, um mehr

Fachkräfte zu gewinnen: aus dem Ausland, Schulabbrecher,

Studienabbrecher, Abiturienten und

Frauen.

Warum sollten sich junge Menschen für eine Karriere

im Handwerk entscheiden?

Sie können mich anschauen: Mir geht es gut, ich

bin glücklich und mache jeden Tag, was mir Spaß

macht. Man kann sich verwirklichen. Eine Studie

der IKK Classic aus dem Jahr 2023 hat übrigens

ergeben, dass im Handwerk die Beschäftigten

am glücklichsten sind.

Woran liegt das?

Handwerkerinnen und Handwerker erfahren viel

Wertschätzung für ihre Arbeit. Die große Mehrheit

der befragten Personen aus dem Handwerk

empfindet ihren Beruf als sinnhaft und hilfreich

für andere. Auch die Tatsache, dass 80 Prozent

der befragten Handwerkerinnen und Handwerker

glücklich in ihrem Beruf und 87 Prozent stolz

auf ihre berufliche Tätigkeit sind, belegt die Zufriedenheit

in der Branche. Handwerk macht einfach

glücklich.

Glücklich sein ist wichtig. Aber gibt es noch weitere

Gründe?

Das Handwerk bietet auch hervorragende Aufstiegschancen.

Sie können den Meister oder den

Bachelor machen, Führungskraft sein oder einen

Betrieb übernehmen. Zudem stehen in den nächsten

Jahren in unserem Kammergebiet, das von

der Ostalb bis zum Bodensee reicht, ungefähr

3800 Betriebe zur Übergabe an. Das liegt daran,

dass viele Betriebsinhaber zu den Babyboomer-

Jahrgängen gehören und in naher Zukunft in den

Ruhestand gehen. Dafür brauchen wir junge Fachkräfte,

die Verantwortung als Meister und Betriebsnachfolger

übernehmen wollen. Wenn diese

gut laufenden Handwerksbetriebe einfach

schließen, würde das große Löcher in die Versorgung

reißen und es würden viele Arbeitsplätze

verloren gehen.

Wie viele Azubis haben im neuen Lehrjahr begonnen

und woher kommen sie?

Seit jeher arbeiten im Handwerk Menschen verschiedenster

Nationen gemeinsam. Von den 2811

neuen Auszubildenden im Kammerbezirk Ulm

besitzen 759 eine ausländische Staatsbürgerschaft,

also rund jeder vierte Auszubildende. Sie

kommen aus mehr als 70 verschiedenen Ländern.

Für das regionale Handwerk sind auch künftig

Arbeitskräfte aus dem Ausland essenziell. Nur

so kann auch für die kommenden Jahre die regionale

Versorgung der Bevölkerung mit handwerklichen

Dienstleistungen und Produkten sichergestellt

werden.


Wie unterstützt die Handwerkskammer die Betriebe

bei der Gewinnung von Nachwuchs?

Da gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen. Neben

der Beratung der Betriebe und dem Besuch von

Ausbildungsmessen haben wir unter anderem das

Projekt Ausbildungsbotschafter. Aktuell informieren

270 Auszubildende Schülerinnen und Schüler

aus erster Hand über Karrierechancen, geben Berufsberatung

aus erster Hand und beantworten bei

ihrem Besuch in Schulen die aufkommenden Fragen.

Zudem arrangieren wir Partnerschaften zwischen

Betrieben und Schulen, mittlerweile fast 700

in unserem gesamten Gebiet.

Was hat es mit dem Projekt Beschäftigungsbrücke

auf sich?

Die Beschäftigungsbrücke Indien

ist ein großes Projekt von uns, bei

dem wir in Zusammenarbeit mit

einer Agentur vor Ort jedes Jahr

neue Auszubildende für unser

Handwerk rekrutieren. In diesem

Jahr haben 19 junge Männer und eine junge Frau

aus Indien eine handwerkliche Ausbildung begonnen.

18 von ihnen beginnen im Fleischerhandwerk,

zwei im Bäckerhandwerk.

Wir sind im

Handwerk seit

jeher krisensicher

und halten unsere

Leute.

Ist das für die jungen Leute nicht ein Kulturschock?

Bevor die jungen Azubis nach Deutschland kamen,

haben sie in Indien eine mehrmonatige Vorbereitungsphase

absolviert, bei der wir mit einer Partneragentur

zusammenarbeiten. Die Vorbereitung umfasst

nicht nur intensive Sprachkurse bis zum B1-Niveau,

sondern auch interkulturelle Schulungen,

Grundkenntnisse zu Arbeitskultur, Sicherheit, Hygiene

und Lebensalltag in Deutschland. Damit sollen

sie optimal auf ihre Ausbildung und das Leben

vor Ort vorbereitet werden. Ziel ist, dass sie sich

schnell zurechtfinden, im Team einleben und in den

Betrieben von Anfang an mitarbeiten können.

Ein anderes bestimmendes Thema ist die Konjunkturflaute:

Wie gehen die Betriebe damit um?

Das ist von Gewerk zu Gewerk sehr unterschiedlich.

Wir haben rund 130 verschiedene Handwerksberufe.

Klar ist aber: Das Handwerk hat gelernt, mit Krisen

umzugehen; es ist immer eine Wellenbewegung.

Wenn wir die Richtung kennen, können wir damit

umgehen. Wir sind im Handwerk

schon immer krisensicher gewesen

und halten unsere Leute auch dann,

wenn es mal nicht so gut läuft.

Wie ist die Stimmung in den Betrieben?

Im dritten Quartal haben mehr als

60 Prozent unserer Betriebe die

Auftragslage als positiv eingeschätzt,

nur zehn Prozent als etwas schlechter. Aber

natürlich: Der eine oder andere industrienahe Zulieferbetrieb

schluckt schwer und muss kämpfen. Daher

sind wir in Gesprächen mit der Politik und machen

klar, dass Impulse nötig sind, um die Konjunktur

wieder in Schwung zu bringen, sei es der Bau-

Turbo oder die Förderung der E-Mobilität. Wir

müssen aufpassen, dass sich die Flaute nicht durch

die Wertschöpfungskette durchfrisst und noch mehr

Betriebe in Schwierigkeiten bringt.

Warum ist die Meisterprämie für Sie ein so wichtiges

Thema und warum muss sie ihrer Ansicht nach

erhöht werden?


unternehmen [!] TITELTHEMA 17

Das ist eine Frage der Gerechtigkeit. Wir müssen

dahinkommen, dass die akademische und berufliche

Bildung gleichwertig behandelt werden. Derzeit

ist die akademische Ausbildung nahezu kostenfrei,

die berufliche ist es nicht. Ein Meisterstudium

kostet etwa 10.000 Euro. Die Erhöhung der

Meisterprämie ist ein längst überfälliger Schritt, den

Nachbarbundesländer wie Bayern und Hessen bereits

vorgemacht haben. Zudem benötigen wir viele

Meister für die anstehenden Betriebsnachfolgen.

Die Erhöhung der Meisterprämie von derzeit 1500

Euro auf 3000 Euro wäre da ein wichtiges Zeichen.

Wie stehen die Chancen darauf?

Die Spitzenkandidaten der Landtagswahl, Cem Özdemir

(Die Grünen) und Manuel Hagel (CDU), haben

mir in persönlichen Gesprächen beide bereits

zugesagt, dass sie sich für die Erhöhung der Meisterprämie

einsetzen wollen.

Was sind die drängendsten Themen der Betriebe neben

dem Fachkräftemangel?

Der Bürokratieabbau: Jeder spricht davon, aber es

passiert zu wenig. Die Auflagen und Dokumentationspflichten

– sei es das Lieferkettengesetz oder

anderes – gelten für große Industriebetriebe genauso

wie für kleine Handwerksbetriebe mit 10 bis 15

Mitarbeitern. Das ist eine Ungerechtigkeit.

Wie sieht das im Alltag aus?

Bei mir im Betrieb bin ich zu fast 100 Prozent nur

noch im Büro tätig und nicht mehr auf der Baustelle,

weil die Bürokratie so zugenommen hat. Mein

Vorgänger Joachim Krimmer hatte da ein anschauliches

Beispiel dafür: Für den Austausch von drei

Waschbecken an einer öffentlichen Schule hatte er

einen Leitz-Ordner voll mit Vorbemerkungen, sei

es Lieferkettengesetz oder Dokumentationspflichten.

Das ist Wahnsinn! Viele Betriebsinhaber erledigen

die Büroarbeit am Samstag und Sonntag. Aber

das kann es ja nicht sein. Die überbordende Bürokratie

ist auch ein Grund, warum sich junge Meisterinnen

und Meister nicht selbstständig machen

wollen.

Welche Rolle spielen Digitalisierung und KI im Handwerk?

Die Digitalisierung hat bereits stark Einzug in die

Betriebe gehalten, auch Künstliche Intelligenz wird

genutzt. Es gibt Tools, die das möglich machen. Ein

Beispiel: Eine App für Bäcker, die Materialbedarf

nach Wochentagen, Ausschuss und Restbestände

Ich bin nur

noch im

Büro wegen der

gestiegenen

Bürokratie.

Liebe Handwerkskammer Ulm,

von Herzen gratulieren wir dir zum 125. Jubiläum!

Seit über einem Jahrhundert stärkst du unsere Region – geprägt vom Handwerk, das mit

Können, Leidenschaft und Innovationskraft Zukunft schafft. Als verlässlicher Partner stehst

du an der Seite tausender Betriebe, Meisterinnen und Meister, die Werte schaffen und unsere

Wirtschaft bereichern. Du bist Heimat für Ausbildung, Weiterbildung und Meisterschaft. Du

eröffnest Chancen für Talente, stärkst Unternehmerinnen und Unternehmer und begleitest

sie sicher durch den Wandel – immer mit dem Blick nach vorn.

125 Jahre voller Meisterschaft und Miteinander – auf eine starke Zukunft an deiner Seite!

Deine

Volksbank Ulm-Biberach


18

TITELTHEMA unternehmen [!]

Unsere

Mentorinnen

helfen

weiblichen

Auszubildenden.

Das Titelinterview wurde

geführt Alexander

Bögelein, Teamleiter

der SWP-Wirtschaft.

Fotos: Marc Hörger

erfasst. Das automatische Aufmaß für Häuser, das

mit Sensoren Messungen vornimmt und Daten direkt

an den PC überträgt, ist ein anderes Beispiel.

Dachdecker, die Drohnen für Aufnahmen des Daches

nutzen. Und natürlich können ChatGPT & Co.

auch die Arbeit im Büro erleichtern, sei es bei Personalplanung

oder der Erstellung von Inhalten für

die Website.

Sehen Sie Risiken durch KI und Automatisierung für

traditionelle Handwerksberufe?

Nein, bisher sehe ich nur Chancen. Wir können das

Handwerk nicht komplett digitalisieren. Es gibt natürlich

Grenzen, zum Beispiel beim Friseur, der die

Haare schneidet. Für die Klimawende sehen wir

großes Potenzial im seriellen Bauen und Sanieren,

bei dem Gewerke wie Elektro und Fenster im Werk

vorgefertigt werden.

Wie bereitet die Handwerkskammer ihre Betriebe

auf den digitalen Wandel vor?

Unsere Handwerksbetriebe sind sehr offen für die

Digitalisierung. Wir bieten von der Kammer aus

Schulungen und Seminare zu Digitalisierung und

KI an, um zu zeigen, wie man diese im Betrieb umsetzen

kann. Dazu gehören auch Themen wie die

Nutzung von ChatGPT und anderen Language Tools

für die Unternehmensstruktur, Webseiten oder Social

Media. Außerdem bieten wir mit unseren Beraterinnen

und Beratern individuell Hilfe an, um

Prozesse effektiver zu gestalten., die den Betrieben

helfen, Prozesse effektiver zu gestalten.

Was fordern Sie von der Politik für die kommenden

Jahre?

Die Erhöhung der Meisterprämie und damit die

Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen

Bildung. Außerdem müssen die Sozialbeiträge bei

den Lohnzusatzkosten auf 40 Prozent gedeckelt

werden; sie liegen aktuell bei knapp 42 Prozent und

müssen wieder sinken. Gerade im Handwerk ist der

Anteil an Personalkosten immens hoch: In unserer

Zimmerei liegt dieser bei ungefähr 60 Prozent. Ein

weiteres wichtiges Thema sind die Energiekosten.

Die von der Bundesregierung versprochene Stromsteuersenkung

muss für alle Betriebe gelten, nicht

nur für die großen. Besonders energieintensive Gewerke

wie Textilreinigungen oder Kfz-Werkstätten

mit einem hohen Energiekostenanteil sind auf eine

Entlastung angewiesen.

Zurück zu Ihrer Vorbildfunktion: Was raten Sie jungen

Frauen, die über eine Karriere im Handwerk

nachdenken?

Mädchen und junge Frauen sollen offen und frei

entscheiden dürfen, was sie möchten, egal was das

Umfeld sagt. Es gibt keinen typischen Männer- oder

Frauenberuf. Die Gewerke sind für alle offen. Es

gibt genügend Betriebe, die man übernehmen kann.

Ich kann einen eigenen Betrieb gründen. Ich kann

als Führungskraft arbeiten, ich kann als Ausbilder

arbeiten. Ich kann einen Meister machen, ich kann

ein Studium dranhängen. Es gibt so viele Möglichkeiten

und ich kann das Beste für mich raussuchen

und das dann umsetzen. Die Handwerkskammer

unterstützt dies auch mit einem Mentorinnen-Programm

für weibliche Auszubildende. Diese können

sich mit Fragen und Problemen an die Mentorinnen

wenden. Dieses Angebot müssen wir noch verstärkt

nach außen tragen. Aber es ist vollkommen

klar: Handwerk macht Spaß und bietet sinnstiftende

Arbeit.


unternehmen [!] TITELTHEMA 19

125 Jahre alt, 20.000 Betriebe und 120.000 Beschäftigte

Der Sitz der Handwerkskammer in der Olgastraße in Ulm. Die Zimmerer-Meisterin Katja Maier steht an ihrer Spitze.

FOTO: HANDWERKSKAMMER ULM & LARS SCHWERDTFEGER

Die acht Handwerkskammern im Südwesten

feiern in diesem Jahr ihr 125-jähriges

Bestehen. Nach anfänglicher Zurückhaltung

vieler Handwerker entwickelten sich die

Kammern zu wichtigen politischen Interessenvertretungen.

Die Handwerkskammer

Ulm betreut 20.000 Betriebe mit mehr als

120.000 Beschäftigten und 8.000 Auszubildenden

in den Landkreisen Ostalb, Heidenheim,

Alb-Donau, Biberach, Ravensburg, Bodensee

und Ulm. Die Betriebe erwirtschafteten

2024 einen Umsatz von rund 17 Milliarden

Euro. Zu den Aufgaben gehören Aus- und

Weiterbildung, Prüfungswesen, das Führen

der Handwerksrolle und Beratungen.

Freitag, 13. November 2026

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20 NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Ruhestand für

Verdi-Chefin

Maria

Winkler

verabschiedet

sich in den

Ruhestand.

Teil-Rettung

für Huber

Verdi 25 Jahre

lang hat Maria

Winkler als Geschäftsführerin

die Geschicke

des Verdi-Bezirks

Ulm-

Oberschwaben

geführt und dabei

unzählige

Verhandlungen

und Streiks begleitet.

Zum 1. Dezember verabschiedet

sie sich in den Ruhestand.

Eine der größten Aktionen,

an denen sie beteiligt war,

war wohl der neunwöchige

Streik Anfang 2006 gewesen, der

sich gegen die Verlängerung der

Arbeitszeit bei den kommunalen

Arbeitgebern richtete.

„Die Aktion war sehr erfolgreich“,

erinnert sich Winkler. Als

einen ihrer größten Erfolge betrachtet

die 66-Jährige, dass die

Ulmer Gewerkschaften heute in

einem gemeinsamen Haus am

Weinhof sitzen.

Investor Im September hatte die

Mühlhausener Firma Huber Automotive

Insolvenz anmelden

müssen. Nun wurde jedoch ein

erster Investor für den Entwicklungsbereich

gefunden. Die für

die Insolvenz zuständige Kanzlei

Grub Brugger aus Stuttgart

teilte mit, dass die Firma Neura

Robotics mit Hauptsitz in Metzingen

diesen Bereich mit mehr

als 30 Mitarbeitern mit Wirkung

zum 16. Oktober übernommen

habe. Die Suche nach einem Investor

für den restlichen Betrieb

gehe indessen mit Hochdruck

weiter, so der zuständige Insolvenzverwalter

Martin Mucha.

Das Unternehmen Huber Automotive

wurde im Jahr 2000 gegründet

und ist der Kern der Huber

Firmengruppe. Es hat sich

vor allem auf die Hard- und Softwareentwicklung,

Gehäusekonzepte

und Serienfertigung von

Steuergeräten für die Automobilindustrie

spezialisiert – und

dabei auch auf die Umrüstung

von Fahrzeugen auf Elektroantrieb.

Die Firma hatte zum Zeitpunkt

des Insolvenzantrags 133

Mitarbeiter.

In Zukunft leiten die Geschäftsführer Ludwig Kränzle und Mario Kordt (links) die Geschicke des

Illertisser Unternehmens.

Foto: Josef Kränzle GmbH & Co. KG

Führungswechsel bei Kränzle

Messtechnik

Blaubeuren

Jubiläum Der Maschinenbauer

Wenzel Group hat in den vergangenen

zehn Jahren viele Millionen

Euro in seinen Messtechnik-Standort

Blaubeuren investiert.

In dem noch recht neuen

Firmen-Gebäude im Industriegebiet

Seißen sind allein 2025

Messgeräte im Wert von rund einer

Million Euro installiert worden.

Im November feierte die

Firma das erfolgreiche zehnjährige

Bestehen. „Nach einer Corona-Delle

sind wir jetzt wieder

auf dem früheren Umsatz in

Blaubeuren“, sagte Dr. Heike

Wenzel, Geschäftsführerin der

Firmengruppe.

Internationale

Forschung

Kooperation Mit vereinten

Kräften die internationale Forschung

im Bereich Biotechnologie

vorantreiben: Das ist Ziel

der neuen BioTech-Initiative,

die der Freistaat Bayern mit seiner

südafrikanischen Partnerprovinz

Westkap auf den Weg

gebracht hat. Gemeinsam mit

weiteren Forschungseinrichtungen

trägt die Hochschule Neu-

Ulm (HNU) diese Initiative mit:

HNU-Präsidentin Prof. Dr. Uta

M. Feser unterzeichnete Anfang

November die Kooperationsvereinbarung

im Beisein von Ministerpräsident

Markus Söder in

Stellenbosch, Südafrika.

Nach über 51 Jahren an der Spitze der Josef Kränzle

GmbH & Co. KG aus Illertissen verabschiedet sich

Firmengründer Josef Kränzle in den wohlverdienten

Ruhestand. Mit 81 Jahren übergibt er die Unternehmensführung

offiziell an die nächste Generation.

Bereits seit 2010 ist sein Sohn Ludwig Kränzle in der

Geschäftsführung aktiv. Er wird künftig gemeinsam

mit Dr. Mario Kordt, der neu in die Unternehmensleitung

eintritt, die Geschicke des weltweit erfolgreichen

Herstellers von Hochdruckreinigern und Reinigungstechnik

leiten.

„Ich möchte mich mehr den Dingen des Alltags widmen

und mit einem guten Gefühl loslassen. Es ist

Zeit, den Staffelstab weiterzugeben“, erklärt Josef

Kränzle. Der Senior wird dem Unternehmen jedoch

weiterhin beratend verbunden bleiben.

Beteiligung

an PV-Anlage

Energiewende Die Bürgerbeteiligung

der Stadtwerke Ulm/

Neu-Ulm an der Photovoltaikanlage

im Örlinger Tal ist ein voller

Erfolg: Sämtliche Anteile in

Höhe von insgesamt 3 Millionen

Euro waren bereits in der ersten

Zeichnungsphase vergeben. Insgesamt

272 Anleger zeichneten

Anteile in der Größenordnung

von 500 Euro bis maximal 25.000

Euro.

„Die Resonanz zeigt, wie stark

das Bewusstsein und die Bereitschaft

in der Region sind, aktiv

zur Energiewende beizutragen“,

sagt Klaus Eder, Geschäftsführer

der SWU. [!]


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

21

Ein hoch spezialisiertes und einfühlsames Team arbeitet mit Dr. Anderhofstadt (Mitte) Hand in Hand.

Fotos: Zahnärzte Burgau

Rückenschmerzen wegen

wurzelbehandelter Zähne?

Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Verspannungen,

Migräne, häufige Infekte, Gelenk- oder

Muskelschmerzen oder Schlafstörungen. Oft

verbergen sich hinter solchen Beschwerden

nicht diagnostizierte Entzündungen. Diese

können die Leistungsfähigkeit auf Dauer stark

beeinträchtigen.

Dr. Sarah Anderhofstadt ist darauf spezialisiert,

chronischen Entzündungen in Mund und Kiefer

zahnmedizinisch auf den Grund zu gehen. Häufig

kommen Menschen in ihre Praxis, die jahrelangem

Stress ausgesetzt waren und dabei ihre

körperliche Gesundheit vernachlässigt haben.

Der Entzündung auf der Spur

Drei Bereiche hat sie besonders im Blick:

„Liegen die Beschwerden an chronischen

Entzündungen im Kiefer, Schlafproblemen

durch Schnarchen oder Atemaussetzer oder

an einem ungünstigen Biss?“

Um Stressoren im Mund-Kieferbereich zu

identifizieren, setzt Dr. Anderhofstadt auf

Konzepte aus der Umweltzahnmedizin bzw.

der „Biologischen Zahnmedizin“, mit dem

Ziel, sowohl das Immunsystem als auch das

vegetative Nervensystem maximal zu entlasten.

Denn als Zahnärztin sei man immer gezwungen,

ein Fremdmaterial in den Mund des Patienten

einzubringen, erklärt Dr. Anderhofstadt.

Das Höhentrainingsgerät in der Praxis in Burgau.

Bei sensibilisierten Patienten könne dieses

Fremdmaterial zu immunologischen und toxischen

Wirkungen mit unspezifischen Symptomen

führen.

Neben Amalgam können auch Kunststoffe,

Kleber, Titan und andere Metalle chronische

Entzündungen hervorrufen.

Die Therapie ist minimalinvasiv und arbeitet

ohne Fremdmaterial. In ihrer Praxis verwendet

sie ausschließlich speziell designte, metallfreie

Keramikimplantate, die aufgrund ihrer

extrem gewebefreundlichen Oberfläche

kein Risiko für eine Zahnfleischentzündung

darstellen.

Maximale Entspannung

Werden beherdete Zähne entfernt und durch

Implantate ersetzt, erfolgt der Eingriff in einer

einzigen Sitzung – die Praxisabläufe hat Dr.

Anderhofstadt so angepasst, dass auch Operationen

über mehrere Stunden hinweg erfolgen

können, und der Patient danach schnell

wieder einsatzbereit ist.

Während der OP setzen die Zahnärztin und ihr

Team auf größtmöglichen Patientenkomfort,

um den Körper so wenig Stress wie möglich

auszusetzen und die Regeneration von Beginn

an zu unterstützen:

„Dazu gehören beispielsweise Infusionen

während des Eingriffs, minimalinvasive

Schnittführungen, abschließende Lymphdrainagen

und eine Lockerung der Nackenmuskulatur,

aber auch Mikronährstoffe und Höhentraining.“

Alles ist individuell auf die Bedürfnisse der Patienten

zugeschnitten. Große Aufmerksamkeit

liegt auch auf der Nachsorge:

„Nach der Behandlung bin ich rund um die

Uhr für den Patienten erreichbar.“

Das Konzept habe sich bewährt, so die Zahnärztin:

„Immer wieder berichten mir Patienten

bei der Nachsorge, dass sich langjährige

Beschwerden, etwa ein schmerzendes Knie,

seit meiner Behandlung deutlich verbessert

haben.“

Dr. med. dent.

Sarah Anderhofstadt

Sarah Anderhofstadt

ist Zahnärztin. Das Behandlungskonzept

in

ihrer Praxis nimmt den

gesamten Körper der

Patienten in den Blick

und umfasst Umweltzahnmedizin

und Biologische

Medizin, Sofort- und Miniimplantate,

Schlaf-Zahnmedizin, Sportzahnmedizin sowie

IHHT-Sauerstofftherapie mit dem Ziel, den Körper

während der Behandlung sowenig Stress

wie möglich auszusetzen und das Immunsystem

so zu schonen.

Zahnärzte Burgau

Dr. Anderhofstadt und Kollegen

Kapuzinerstraße 2a

89331 Burgau

Tel.: 08222 / 41 93 030

info@zahnaerzte-burgau.de

www.zahnaerzte-burgau.de


22

GESUNDHEIT unternehmen [!]

Kaffee und Obstkorb reichen lange nicht

aus. Zur Förderung der Gesundheit ist es

wichtig, Sportaktivitäten und Arbeitsplatzoptimierungen

anzubieten.

MONTAGE MESCHKOWSKI

FOTO: LUKAS, PNG LAB, TIM UR,

ASRAF ALI, ACHIRA22, XAVIER

& 2D /ADOBESTOCK.COM

Obstkorb

war gestern

Prävention Warum immer mehr Unternehmen in die Gesundheit

ihrer Beschäftigten – und damit in ihre wirtschaftliche Zukunft –

investieren. Von Julia Rizzolo

Fachkräftemangel und

steigende Fehlzeiten sind

zwei der größten Herausforderungen

deutscher

Unternehmen. Alleine im Jahr

2024 verursachten die Fehlzeiten

laut dem Institut der Deutschen

Wirtschaft Kosten in Höhe von

82 Milliarden Euro. Die drei häufigsten

Gründe für die Arbeitsausfälle:

Atemwegserkrankungen,

psychische Erkrankungen

und Muskel-Skelett-Erkrankungen

– wobei mentale Probleme

auf dem Vormarsch sind. Eine

Maßnahme gibt es, die beiden

Problemen entgegenwirken

kann: betriebliches Gesundheitsmanagement

(BGM). Und dazu

gehört weit mehr als kostenloser

Kaffee und Obstkorb.

Von Rückenschule bis

Ruheraum

Die Aktionen und Maßnahmen

können breit gefächert sein –

von Rückenschule über Suchtprävention

bis hin zu Blutspende-Tagen,

Impfaktionen, Ausstattung

von Arbeitsplätzen, Einrichtung

von Ruheräumen oder

auch Eingliederungsmanagement

und spezielle Schulungen

für Führungskräfte. Ziel: Die Gesundheit

der Mitarbeitenden zu

erhalten und zu fördern. Das

bringt viele Vorteile mit sich: Zufriedenheit

und Motivation steigen,

die Attraktivität als Arbeitgeber

erhöht sich, Langzeiterkrankungen

und Fluktuation sinken.

Werden ältere Mitarbeitende

mit einbezogen, bleibt dem Unternehmen

das Betriebswissen

länger erhalten. Ähnliche „Spielregeln“

wie in privaten Unternehmen

gelten im öffentlichen

Dienst. Die Unfallkasse Baden-

Württemberg (UKBW) setzt

sich dort für Sicherheit und Gesundheit

ein: „Entscheidend ist,

dass Prävention zur gelebten

Unternehmenskultur wird – also

nicht nur Regeln erfüllt werden,

sondern Gesundheit als Teil des

gemeinsamen Erfolgs verstanden

wird“, sagt Abteilungsleiterin

Karin Hoffmann und erklärt

den Unterschied zwischen

Pflicht und Kür: „Gesundheitsschutz

ist gesetzlich vorgeschrieben:

Er sorgt dafür, dass

Arbeitsbedingungen sicher und


unternehmen [!] GESUNDHEIT 23

gesundheitsgerecht gestaltet

sind – etwa durch Maßnahmen

der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung.

Gesundheitsförderung

dagegen ist freiwillig

und zielt darauf ab, das Wohlbefinden

und die Motivation

der Beschäftigten aktiv zu stärken

– beispielsweise durch Bewegungsprogramme,

Ernährungskurse

oder Stressprävention.

Beides lässt sich ideal verbinden,

wenn Unternehmen ein

ganzheitliches Betriebliches

Gesundheitsmanagement etablieren.“

Prävention

muss

zur gelebten

Unternehmenskultur

werden.

Karin Hoffmann

Abteilungsleitung UKBW

FOTO: CONTRASTWERKSTATT/ADOBESTOCK.COM

So kann BGM die Motivation steigern: Tägliche bewegte Pausen, Ernährungsund

Sportkurse und Maßnahmen zur Stressprävention.

Zur Person

Dr. Fabian Krapf

ist Sport- und

Gesundheitswissenschaftler

und

Leiter der Studie

#whatsnext. Zu

seinen Schwerpunkten

zählen

die Themen

Schlaf und Männergesundheit.

Bei der Firmengruppe Liebherr

am Standort Biberach wird die

Betriebliche Gesundheitsfürsorge

als Teil des Arbeitsalltags

verstanden. Bei vielen Liebherr-

Gesellschaften gibt es zum Beispiel

Angebote, die jeden Tag

wahrgenommen werden können,

jährliche Aktionen oder

welche, die über einen längeren

Zeitraum hinweg stattfinden.

Darunter tägliche bewegte Pausen,

Sportkurse wie Rückenkurse

oder Muskelaufbau, Beratungsangebote

oder Informationsveranstaltungen

zur Blutspende.

Die individuellen

Bedürfnisse und Lebenssituationen

der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

spiegeln sich im Angebot

wider: Es gibt spezielle

Aktionen für Auszubildende,

Führungskräfte, Mitarbeiter und

Mitarbeiterinnen in der Produktion

oder im Büro. Ergebnis:

Laut der Firmengruppe sei die

Erfolgsmessung komplex, trotzdem

ließen sich positive Tendenzen

zum Beispiel im Bereich

der Rückengesundheit beobachten.

Das Feedback der Teilnehmenden

sei ebenfalls positiv.

Etwas weiter südlich, in Konstanz,

sitzt die IFBG GmbH. Die

Beratungsfirma ist als Ausgründung

der Universitäten Konstanz

und Karlsruhe entstanden.

Hier wird zum Themenkomplex

beraten – und auch wissenschaftlich

geforscht. Geschäftsführer

Dr. Fabian Krapf sagt:

„Betriebliches Gesundheitsmanagement

legt die Grundlage für

zufriedene und leistungsfähige

Beschäftigte. Dies macht sich

auch im Employer Branding bemerkbar

und macht das BGM

durch seine Wirkung auf allen

Betriebsebenen zu einem wichtigen

Thema der Unternehmenskultur.“

Er wagt einen Blick in die Zukunft.

Basierend auf der IFBG-

Studie „#whatsnext 2025 – gesund

arbeiten in herausfordernden

Zeiten“ in Zusammenarbeit

mit der Techniker Krankenkasse

und dem Personalmagazin

kann Dr. Fabian Krapf sagen:

„Die Handlungsfelder Resilienzaufbau,

Arbeiten über das Rentenalter

hinaus und Krisenmanagement

für psychische Gesundheit

werden laut den Teilnehmenden

in den nächsten

Jahren den größten Bedeutungszuwachs

erfahren. Die Gesundheit

der Beschäftigten rückt weiterhin

zunehmend in den Fokus.“

Der BGM-Experte weist aber

darauf hin, dass es viele Themenbereiche

gibt, die bisher

Unser Betriebliches

Gesundheitsmanagement.

Von der Krankenstandsanalyse bis zur

Umsetzung konkreter Maßnahmen:

Wir unterstützen Sie dabei, in Ihrem Unternehmen

wertvolle Gesundheitsangebote

für Ihre Mitarbeitenden zu etablieren.

Mehr dazu unter

aok.de/fk/bw/betriebliche-gesundheit

AOK Baden-Württemberg

Die Gesundheitskasse Ulm-Biberach.

RWK · 659393 · 11/25 · Foto: peterheck.de


24

GESUNDHEIT unternehmen [!]

Mehr Krankmeldungen wegen Depressionen

Angebote werden aktiv genutzt“,

sagt Corinna Sorg. „Der Erfolg unseres

BGM zeigt sich in der geringen

Fluktuation und einem stabilen,

wertschätzenden Miteinander. Wir

fördern deshalb bewusst gemeinsame

Pausen und zwischenmenschliche

Begegnungen, denn Austausch

und Teamgeist tragen wesentlich

zum Wohlbefinden bei.“

Die

Gesundheit

der Beschäftigten

rückt zunehmend

in den Fokus.

Dr. Fabian Krapf

BGM-Experte

Fehltage nehmen zu Laut

BKK Landesverband Süd fehlten

im Jahr 2024 Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer

krankheitsbedingt an durchschnittlich

18,7 Kalendertagen.

Der Psychoreport der DAK

zeigt: Der häufigste Grund für

wenig Berücksichtigung erfahren

haben. Dazu zählen Schlaf und Erholung,

aber auch „Klimaschutz und

Nachhaltigkeit, die geschlechterspezifische

Gesundheit im Arbeitskontext

oder neue Arbeitsformen.“

Trotzdem betont er: „Organisationen,

die in die Gesundheit ihrer Beschäftigten

investieren, kommen

nicht nur einer sozialen Verantwortung

nach, sondern investieren in die

unternehmerische Zukunft.“

Die BS software development

GmbH & Co. KG aus Ulm hat im Gegensatz

zu einem Konzern wie Liebherr

deutlich weniger Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, etwas über 50.

„In den letzten Jahren ist das Be-

eine psychisch bedingte Krankschreibung

war 2024 eine Depression.

Bei den älteren Beschäftigten

fällt auf, dass ein

psychischer Erkrankungsfall

wesentlich langwieriger sein

kann. So steigt die Krankschreibungsdauer

bei den über

Zur Person

Karin Hoffmann

Leiterin der Abteilung

Sicherheit und

Gesundheit bei der

Unfallkasse B.-W.,

zuständig für Präventionsmaßnahmen

im Bereich Arbeits-

und Gesundheitsschutz.

FOTO: IMAGESINE/ADOBESTOCK.COM

60-Jährigen auf rund 58 Tage

an. In Baden-Württemberg hatten

im Vergleich zu 2022 die erwerbstätigen

Männer zwischen

20 und 24 Jahren den stärksten

Anstieg bei den psychisch bedingten

Fehltagen: plus 46 Prozent.

wusstsein für Gesundheit, Selbstfürsorge

und Teamkultur deutlich gewachsen.

Themen wie Bewegung,

Ernährung und mentale Gesundheit

werden offener angesprochen und

nehmen einen festen Platz in unserem

Arbeitsalltag ein“, erzählt Feel-

Good-Managerin Corinna Sorg, die

dort unter anderem für das BGM

verantwortlich ist. Angebote umfassen

beispielsweise wöchentlichen

Bürosport mit einer Physiotherapeutin,

Gesundheitstage, selbstgemachte

Ingwershots, eine ergonomische

Arbeitsplatzgestaltung, aber auch

Duschen für Radpendler, Schulungen

zu Resilienz und Zeitmanagement

sowie flexible Arbeitszeiten

und Homeoffice-Regelungen. „Die

Eine besondere Rolle beim Betrieblichen

Gesundheitsmanagement

spielen die Führungskräfte. Sie

sollten einerseits in ihrer eigenen

physischen und psychischen Gesundheit

gestärkt werden, andererseits

Maßnahmen und Verständnis

für ihre Mitarbeitenden mittragen.

Beispielsweise bei der Liebherr-

Werk Biberach GmbH. Dort durchlaufen

Führungskräfte die Schulung

„Gesundheitsverantwortung

in der Führung“, die Themen wie

Arbeitsmedizin, Sucht oder psychische

Belastung beinhaltet. „Es

hilft, eine Präventionskultur mit einer

gesunden Unternehmens- und

Führungskultur zu schaffen“, erklärt

Karin Hoffmann von der

UKBW. „Sie kann das Verhalten der

Mitarbeitenden sowie das Erscheinungsbild

des Unternehmens positiv

prägen und trägt somit zu einer

gesunden und sicheren Arbeitsumgebung

bei.“ Und Dr. Fabian

Krapf betont: „Das

Führungsverhalten kann eine wertvolle

Ressource für die Gesundheit

von Beschäftigten darstellen. Im

Sinne einer positiven Vorbildfunktion

ist sowohl das Verhalten einer

Führungskraft gegenüber den Beschäftigten

als auch die gesunde

Selbstführung unerlässlich. Sie gestalten

die Arbeitsbedingungen aktiv

mit und können so zu Zufriedenheit,

Leistungsfähigkeit und

Motivation auf Seiten der Beschäftigten

beitragen.“ Bestenfalls ist

die Gesundheit eine Investition,

die sich für alle Beteiligten auszahlt.[!]


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In praxisnahen Seminaren werden die Teilnehmer bei der Firma Meißner im fachgerechten Umgang

mit den Sicherheitssystemen geschult.

Bild: Meißner Sicherheitstechnik

100 Prozent Technik

für 100 Prozent Sicherheit

Bereits in vierter Generation

im Familienunternehmen der

Meißner Sicherheitstechnik GmbH

am Standort in Ulm-Einsingen –

einem der ältesten Hersteller von

Schutzausrüstungen gegen Absturz:

Geschäftsführende Gesellschafterin Caroline

Liebler und Geschäftsführer Stefan Liebler.

Im Familienunternehmen steht seit vier Generationen die Qualität an erster Stelle.

Arbeit in großer Höhe fordert die ganze

Konzentration der Profis. Dafür, dass sich

diese in jeder Situation zu 100 Prozent auf ihr

Equipment verlassen können, bietet die Firma

Meißner die Sicherheitstechnik. Das Unternehmen

aus Einsingen ist eines der ältesten

und erfahrensten Hersteller von persönlichen

Schutzausrüstungen (PSAgA) gegen Absturz.

Qualität steht hier an erster Stelle.

Herstellung in der hauseigenen Werkstatt

Die geschäftsführende Gesellschafterin Caroline

Liebler erklärt: „Die Meißner Sicherheitstechnik

ist ein familiengeführtes Unternehmen

in vierter Generation. Am Ulmer Standort

werden persönliche Schutzausrüstungen gegen

Absturz, Auffanggurte, Seilkürzer, Bandfalldämpfer

und alles, was zur Ausrüstung dazugehört,

produziert.“ In enger Betreuung und

Absprache mit den Kunden werden in der Metallwerkstatt

individuelle Absturzsicherungen

als Schienensystem oder Einholmleitern für

Masten und Schornsteine hergestellt. Den

richtigen Umgang mit der persönlichen Sicherheitsausstattung

lernen Kursteilnehmer

in den Schulungen von Meißner Sicherheitstechnik.

Entweder im modernen Seminarraum,

der für etwa 30 Personen ausgestattet

ist, auf dem Übungsturm und dem Dach der

hauseigenen Trainingsanlage oder vor Ort am

Arbeitsplatz. Gunar Leupolt ist Fachmann für

Arbeitssicherheit und erklärt: “Keine Schulung

gleicht der anderen, darum gehen wir auf die

Bedürfnisse unserer Kunden ganz spezifisch

ein, vom ersten Kontakt zum Außendienstmit-

arbeiter, einer ausführlichen Prognose, bis zur

Ausstattung und Unterweisung.“

Praxiserfahrung statt trockene Theorie

Die praxisorientierte Umsetzung der Sicherheitskonzepte

statt theoretischer Strategien

ist eines der Erfolgsrezepte von Meißner Sicherheitstechnik.

Gunar Leupolt hat viele Jahre

als Monteur gearbeitet und kennt den Joballtag

der Höhenarbeiter nicht nur aus der

Theorie, sondern in voller Lebenswirklichkeit.

„Oft will man etwas noch kurz vor Feierabend

fertigstellen, wird leichtsinnig und bringt sich

oder seine Kollegen durch Flüchtigkeitsfehler

in Gefahr.“ Ein falscher Griff, ein Schritt daneben

oder ein Moment der Unachtsamkeit führen

dann in die Katastrophe mit oft schrecklichen

Folgen. Um die Wichtigkeit und Bedeutung

der Sicherheitssysteme immer wieder

bewusst zu machen, sind die Seminare bei

Meißner Sicherheitstechnik keine realitätsfremde

Veranstaltung, sondern praxisnahe

Seminare, deren Teilnehmer für die vorhandenen

Risiken sensibilisiert werden. Leupolt

bringt es auf den Punkt: „Wir wollen, dass jeder

Mitarbeiter am Ende des Tages gesund und

unbeschadet nach Hause kommt.“ Besonders

schlimm sei es, wenn Angehörigen die Mitteilung

überbracht werden muss, dass ein Familienmitglied

durch einen Arbeitsunfall zu Schaden

gekommen ist, verletzt wurde oder

Schlimmeres, weil vorhandene Sicherheitsmaßnahmen

nicht ordnungsgemäß angewendet

wurden.

Unerwartete Unfallgefahren

Die meisten Unfälle geschehen übrigens nicht

in großen Höhen, sondern von Leitern, Hochregalen

oder Laderampen, wo sich die Aktiven

scheinbar sicher fühlen. „Stürze aus drei bis

fünf Metern Höhe können durchaus schlimme

Folgen haben“, sagt Leupolt. Das Schulungsangebot

von Meißner Sicherheitstechnik beinhaltet,

neben der sachgerechten Benutzung

der persönlichen Sicherheitsausrüstung, Trainingskursen

zum Steigen und Retten, auch die

Sachkundeausbildung für Meißner Absturzsicherung

zur jährlichen Überprüfung und Herstellerangaben.

Zudem bietet Meißner Sicherheitstechnik

regelmäßig auch Grund- und Wiederholungskurse

für die Ausbildung zum

Sachkundigen an oder die Überprüfung von

persönlicher Schutzausrüstung sowie Rettungsschulungen

aus Höhen- beziehungsweise

Schachtanlagen. Die Seminare sind produktneutral

und produktoptimiert.

Meißner Sicherheitstechnik GmbH

August-Nagel-Straße 21,

89079 Ulm

Tel.: 07305 96 35 0

info@meissner-ulm.de

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26

MEDIZINTECHNIK unternehmen [!]

Microsoft

im Visier

Medizin Mit synthetischen Gewebemustern

und KI macht ein junges Unternehmen die

Diagnostik schneller, präziser und

kostengünstiger – und setzt dabei auf

Göppingen als Standort.

Zeigt das Bild eine echte Gewebeprobe oder synthetische Daten? Die KI-Diagnostik kann auf viele

Anwendungen ausgeweitet werden.

Foto: Miravision

Jedes Jahr bekommen in

Deutschland etwa 500.000

Menschen die Diagnose

Krebs, weltweit sind es

rund 20 Millionen. Bis zum Jahr

2050 könnten es sogar 35 Millionen

werden. Um Krebs richtig

zu erkennen, sind eine Vielzahl

von Untersuchungen nötig – das

kann je nach Art und Stadium

der Krankheit Tage oder Wochen

dauern.

Das junge Technologie-Unternehmen

Miravision aus Göppingen,

mit etwa 20 Mitarbeitern,

will diesen Prozess einfacher

und schneller machen und

damit sogar den Branchenriesen

Microsoft in diesem Bereich

übertreffen. Dem deutschen Gesundheitssystem

könnte das viel

Geld sparen. Der Name „Mira“

bedeutet auf Latein „Wunder“.

Doch das, was Miravision macht,

ist kein Wunder, sondern das Ergebnis

harter Arbeit und kluger

Technik. Das Unternehmen

nutzt Künstliche Intelligenz

(KI), um Krebszellen auf Bildern

von Gewebeproben zu erkennen

und braucht dafür keine echten

Patientendaten.

Kosten sparen und

Behandlung verbessern

Lukas Mürdter erklärt, dass Miravision

mit künstlich erzeugten

Gewebe- und Zellmustern aus aller

Welt trainiert wird, bei denen

alle Eigenschaften genau bekannt

sind. Dadurch lernt Miravision

sehr genau, wie normale

Strukturen aussehen. So kann

das System selbst kleinste krankhafte

Veränderungen auf winzigster

Ebene zuverlässig erkennen

und immer wieder mit gleicher

Genauigkeit feststellen. Das

macht die Diagnosen präziser

und verlässlicher als bisher. So

werden die Diagnosen zuverlässiger

und schneller.

Das Potenzial von Miravision

zeigt sich auch darin, dass das

Unternehmen von der deutschen

Bundesagentur für Sprunginnovation

(SPRIND) unterstützt

wird – eine Förderung, die nur

wenige Start-ups erhalten.

Mit seiner einzigartigen Technologie

ist Miravision weltweit

führend. Die schnellere und genauere

Diagnose kann nicht nur

die Behandlung von Patienten


unternehmen [!]

MEDIZINTECHNIK

27

verbessern, sondern auch große

Kosten sparen – ein wichtiger

Vorteil für das deutsche Gesundheitssystem.

Das Unternehmen

ist noch dabei, die offizielle Zulassung

für den Einsatz in der

Krebsdiagnose zu bekommen,

die in etwa zwei Jahren erwartet

wird. Bis dahin arbeitet Miravision

bereits für Kunden aus der

Pharmaindustrie und aus verschiedenen

Laboren, zum Beispiel

bei der Untersuchung von

Pilzsporen oder der Kontrolle

von Reinräumen.

Mit kleinem

Datensatz und

geringem Budget

sind wir deutlich

besser.

Lukas Mürdter

Mitbegründer und CEO

Die Aussichten für das Unternehmen

scheinen großartig. Das

Selbstbewusstsein ist entsprechend

groß: „Im Januar werden

wir Microsoft outperformen“,

sagt Mürdter. Anfang des kommenden

Jahres würde ein entsprechendes

Paper veröffentlicht,

der große öffentliche Aufschlag

soll dann im März auf der

Messe SXSW in Texas stattfinden,

wo sich Künstler und Branchenführer

der Technologie aus

aller Welt treffen. „Wir werden

in den USA zeigen, dass wir mit

unserem lächerlich kleinen Datensatz

und unserem verschwindend

geringen Budget besser

Aus dem Containerbüro in Göppingen fordern Lukas Mürdter

und Leonid Mill den Branchenriesen Microsoft heraus.

FOTO: STAUFENPRESS

sind als Microsoft – deutlich besser.“

Und das liege an dem bereits

ausgeführten neuen Ansatz:

Statt wie Microsoft 500 Millionen

Dollar nur für die Bilddaten

zu bezahlen und diese zu verarbeiten,

sei Miravision kurz davor,

den weltgrößten Algorithmus

der Welt mit neuerer intelligenterer

Vorgehensweise zu

schlagen, erklärt Mürdter. Es

klingt ein wenig wie die Geschichte

von Dinosaurier und

Mensch. Und ganz falsch ist dieser

Vergleich zumindest in diesem

Bereich wohl nicht.

Dem Standort verbunden

Hat der Standort Göppingen bei

dieser Perspektive auf die große

Konkurrenz in der neuen Welt

überhaupt eine Chance hinsichtlich

der Zukunftsplanungen des

Unternehmens? Lukas Mürdter

lässt keinen Zweifel an seinem

Bekenntnis zum Standort: „Göppingen

ist und bleibt Hauptstandort,

da gibt es auch keine

Diskussion!“ Es sei nicht nur

„überhaupt kein Problem bei uns

in der schwäbischen Provinz“

ein derartiges Start-up aufzubauen,

sondern exakt der richtige

Ort dafür: „Weil genau hier sitzen

die entsprechenden Leute

dafür und ich glaube fest an die

nächste Generation der Hidden

Champions, die da gerade entsteht.“

Ein wichtiger Teil des Erfolgs

sind auch sogenannte Business

Angels – Unternehmer, die

Miravision finanziell und mit Rat

unterstützen. Über 75 Prozent

der Firma gehören aber weiterhin

den Gründern. Obwohl das

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MEDIZINTECHNIK unternehmen [!]

Zukunftsforschung

FOTO: ART STOCK CREATIVE/ADOBESTOCK.COM

Die künstliche Intelligenz erobert auch die

Medizin und wird eine immer größere Rolle

spielen. In der Diagnostik werden in Zukunft

große Datenmengen, wie Röntgenbilder, Laborwerte

oder Patientenhistorien immer

schneller und präziser analysiert. Dadurch

werden Krankheiten früher erkannt, Kosten

gespart und Fehldiagnosen reduziert.

KI unterstützt Mediziner bei der Auswahl

passender Therapien, kann individuelle Risikoprofile

erstellen und hilft, personalisierte

Behandlungspläne zu entwickeln. Zudem

kann sie Routineaufgaben automatisieren,

sodass medizinisches Personal entlastet

wird und mehr Zeit für die Patientenbetreuung

bleibt. Insgesamt ermöglicht KI eine effizientere,

genauere und individuellere Diagnostik.

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29

MODERNE BÜRORÄUME IN BESTEN LAGEN

Große Datemengen aus

der diagnostischen

Medizin können mit der

KI leichter gehandhabt

werden.

Miravision

zeigt,

welches Potenzial

in Göppingen

steckt.

Alex Maier

Oberbürgermeister

Unternehmen viel Geld in seine

Forschung steckt, wird es

dieses Jahr voraussichtlich

rund eine Million Euro Umsatz

machen.

Begonnen hat die Geschichte

von Miravision im Jahre 2021

mit einer Vision des Doktoranden

Leonid Mill, der während

seines Studiums KI-Anwendungen

für medizinische Zwecke

aufwendig trainierte. „Das geht

einfacher“, habe er sich damals

während seiner Doktorarbeit

am Lehrstuhl für Mustererkennung

an der Universität Erlangen

gedacht, erzählt sein

Schwager Lukas Mürdter, den

er bald als betriebswirtschaftlichen

Kopf mit ins Boot nahm

und für die Unternehmensgründung

begeisterte. Seit kurzem

engagiert sich Lukas Mürdter

auch als Vorsitzender beim

Verein Hive – „Hub for Innovation,

Vision and Execution“ –

dem Technologiecampus auf

dem Boehringer-Areal.

Wo einst die industrielle

Produktion das Areal prägte,

gibt es jetzt in einem House-in-

House-Prinzip Raum für zukunftsweisende

Entwicklungen,

Anwendungen und Produktionen.

„Wir sehen es einfach

als notwendig an und wir

freuen uns riesig, dass sowas in

Göppingen entsteht, unterstützen

von ganzem Herzen sehr,

sehr gerne von unserer Seite

und freuen uns natürlich auch

einfach über die Möglichkeit,

mit Menschen, die in dieselbe

Richtung denken, dann auch an

einem Platz zusammenzuarbeiten.“

Der Oberbürgermeister von

Göppingen, Alex Maier, gibt

dem Unternehmer recht und

fügt hinzu: „Miravision zeigt

eindrucksvoll, welches Potenzial

in Göppingen steckt – gerade

wenn innovative Ideen auf

ein passendes Umfeld treffen.

Mit Hive haben wir gemeinsam

ein echtes Vorzeigeprojekt angestoßen,

und Miravision ist

ein tolles Beispiel dafür, wie aus

einer guten Idee hier etwas

Großes entstehen kann.“

[!] Axel Raisch

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Günzburgs erste KfW 40 Plus Wohnanlage in Holzhybridbau.

Bauen mit Weitblick

Foto: bendl Günzburg

Wenn Erfahrung Zukunft gestaltet

Das Bauunternehmen bendl und das Planungsbüro

kreaplan aus Günzburg gestalten

gemeinsam die Zukunft des Bauens: mit 80

Jahren Bauerfahrung, digitaler Planungskompetenz

und einem klaren Ziel – nachhaltige,

wirtschaftliche und zukunftsfähige

Bauprojekte für Mensch und Umwelt.

Tradition trifft Technologie

Wenn 80 Jahre Bauerfahrung auf digitale Planung

treffen, entsteht eine Symbiose, die Bauprojekte

in eine neue Dimension hebt. Das

Günzburger Bauunternehmen bendl steht für

handwerkliche Qualität, regionale Verantwortung

und Innovationsgeist. Mit rund 200 Mitarbeitenden

in fünf Geschäftsbereichen schafft

bendl Gebäude, die Generationen überdauern

– ökologisch durchdacht, wirtschaftlich sinnvoll

und technisch präzise. Planungspartner

kreaplan ergänzt dieses Fundament um digitale

Intelligenz: Building Information Modeling

(BIM) ermöglicht es, Projekte von Anfang an effizient,

transparent und ressourcenschonend

zu gestalten.

Gemeinsam stark

für die Region

Was bendl und kreaplan verbindet, ist

der Anspruch, das Bauen von morgen

heute schon besser zu machen –

regional verankert, zukunftsorientiert

im Denken. Beide Unternehmen setzen

auf kurze Wege, klare Kommunikation

und langfristige Partnerschaften.

Das Ergebnis: Projekte, die nicht nur

architektonisch überzeugen, sondern

auch ökologisch und ökonomisch

Bestand haben. Oder wie Peter Finkel,

geschäftsführender Gesellschafter von

bendl sagt:

„Wir bauen CO ²

-ärmer –

mit Teamgeist, Verantwortung und

einem klugen Materialmix.“

Foto links: Natürlich effizient: Wenn Holz und Beton zusammenarbeiten, entsteht mehr als ein Bauwerk

– ein Statement für nachhaltige Architektur. Foto rechts: Balkone aus Carbonbeton beim Wohnbauprojekt

ON in Offingen.

Fotos: bendl Günzburg

So entsteht eine Partnerschaft, die Tradition

und Technologie verbindet – für

eine Baukultur mit Zukunft.


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31

Idee in Linien gefasst: Frühe Konzeptzeichnung als Grundlage für nachhaltige

Architektur.

Digital geplant, real gebaut: Mit Twinmotion werden Architekturideen foto realistisch

erlebbar – ein zentrales Werkzeug für Planungssicherheit und Bauqualität.

Fotos: kreaplan Günzburg

Bauen für Generationen

Für bendl bedeutet Nachhaltigkeit Verantwortung

– gegenüber Kunden, Umwelt und Gesellschaft.

Das Unternehmen setzt auf Holzhybridbauweisen,

natürliche Baustoffe und langlebige

Materialien wie Carbonbeton. So entstehen

Bauwerke, die nicht nur CO ²

einsparen, sondern

über ihren gesamten Lebenszyklus wirtschaftliche

Vorteile bieten.

Ein Beispiel dafür ist der Einsatz von Carbonbeton

bei den Balkonen eines Bauprojekts in

Offingen, der über 4,5 Tonnen CO ²

eingespart

hat – keine Vision, sondern gelebte bendl-

Praxis.

Digital planen, klar entscheiden

Michael Maurer, Leiter bei kreaplan, sieht in der

Digitalisierung den Schlüssel zu effizientem

und nachhaltigem Bauen.

Das Bauunternehmen bendl mit Sitz in Günzburg

steht seit über 80 Jahren für Qualität, Innovation

und Nachhaltigkeit im Bauwesen.

Rund 200 Mitarbeitende realisieren Projekte in

fünf Geschäftsbereichen – vom Hochbau bis

zum Tiefbau – mit einem klaren Fokus auf ressourcenschonendes,

wirtschaftliches und zukunftsorientiertes

Bauen.

Dipl.-Ing. H. Bendl GmbH & Co. KG

Bauunternehmen

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Tel. 08221/90 09-0

Mail: info@bendl.de

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Das Planungsbüro kreaplan aus Günzburg

verbindet kreative Architektur mit digitaler Präzision.

Mit modernsten Planungstools, nachhaltigen Konzepten

und interdisziplinärer Kompetenz entwickelt

das 11-köpfige kreaplan-Team Lösungen, die

Design, Funktion und Wirtschaftlichkeit

vereinen – von der Idee bis zur Ausführung.

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08221 / 274 03-0

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Mit BIM schaffen wir Transparenz,

Planungssicherheit und

Qualität. Wir erkennen früh, wo wir

nachjustieren müssen, und vermeiden

teure Nachträge. So sparen wir Zeit,

Kosten und CO²“

Michael Maurer

Leiter bei kreaplan

Digitale Werkzeuge ermöglichen es kreaplan,

komplexe Bauvorhaben exakt zu modellieren

und mit den Teams von bendl nahtlos zu vernetzen

– ein entscheidender Faktor, wenn Klimaziele

und Bauqualität zusammen gedacht werden.

Personen v.l.n.r.: Die geschäftsführenden Gesellschafter Peter Finkel und Stefan Wiedemann vom

Bauunternehmen bendl sowie Michael Maurer – Leiter des Planungsbüros kreaplan. Foto: bendl Günzburg


32

ANSICHTSSACHE

unternehmen [!]

GEMÄLDE: MASSIMO ECOSI

ILLUSTRATION: MAX MESCHKOWSKI

Die unterschätzte

Kraft des Lesens

Literatur Zwischen TikTok und Termindruck verlieren

Bücher an Bedeutung. Warum sie gerade heute unverzichtbar

sind – nicht nur für Führungskräfte.

Reisezeit ist Wartezeit.

Und so saß ich vor kurzem

in einem Flughafen

und wartete auf das

Boarding. Ich nutzte die Zeit und

las auf meinem E-Book-Reader

ein Buch der Investment-Legende

Charlie Munger über die

Kunst der klugen Gedanken.

Nachdem ich ein Kapitel zur

Psychologie menschlicher Fehleinschätzung

beendet hatte,

blickte ich auf: Zwei Plätze weiter

erklärte jemand am Telefon,

warum es Probleme mit einem

Lieferanten gab. Gegenüber

scrollte eine junge Frau unablässig

durch Instagram. Ein Teenager

spielte Candy Crush auf seinem

Smartphone, ein Mann im

Anzug schaute Squid Game auf

dem iPad. Fast niemand hielt einen

E-Book-Reader oder ein

Buch in der Hand. Das Rascheln

von Papierseiten, einst selbstverständlich,

wirkt inzwischen

wie eine vom Aussterben bedrohte

Gattung.

Und ich fragte mich: Lesen wir

eigentlich noch genug? Oder verdrängen

Push-Benachrichtigungen

und Social-Media-Snippets

zunehmend das tiefe Eintauchen

in Texte?

Durchhaltevermögen

Ein Blick in Studien zeigt eine

beunruhigende Tendenz. Laut

Allensbach-Umfrage ist die Zahl

der regelmäßigen Buchleser in

den letzten Jahren gesunken. Die

OECD dokumentiert in der

PISA-Studie rückläufige Lesekompetenzen

bei Jugendlichen.

Viele Studierende berichten,

dass sie Mühe haben, komplexe

Texte durchzuhalten. Ursachen

sind nicht fehlende Motivation,

sondern mangelnde Übung und

die ständige Ablenkung durch

digitale Medien. Neurowissenschaftler

sprechen von „Aufmerksamkeitsfragmentierung“:

Wir springen von Reiz zu Reiz,

lesen in Häppchen, aber verweilen

nicht mehr.

Gerade deshalb ist Tiefenlesen

– das konzentrierte Verarbeiten

längerer Texte – so entscheidend.

Es ist die Schlüsselkompetenz

für kritisches Denken, Empathie

und Urteilsvermögen.

Geht sie verloren, verlieren wir

sprachliche Präzision, Einfüh-


unternehmen [!] ANSICHTSSACHE 33

lungsvermögen und die Fähigkeit,

komplexe Zusammenhänge

zu erfassen.

Besonders Führungskräfte

brauchen diese Fähigkeiten. Wer

Teams leitet, muss Widersprüche

aushalten, Alternativen abwägen

und langfristige Folgen

bedenken. Bücher schulen genau

das: Sie lehren uns, Argumente

zu prüfen, Fragen zu stellen und

Muster zu erkennen. Romane

und Biografien ermöglichen es,

„durch fremde Augen zu sehen“.

Wer liest, trainiert Empathie –

eine Kernkompetenz, um Menschen

zu verstehen und zu motivieren.

Und Lesen schärft die

Konzentration. Schon sechs Minuten

täglich senken messbar

das Stresslevel.

Dass dies nicht nur Theorie

ist, zeigen Persönlichkeiten, die

ihre Führungsstärke direkt aus

Büchern gewonnen haben. Einer

von ihnen ist Admiral James

Stavridis, früherer NATO-Oberbefehlshaber.

In „The Admiral’s

Bookshelf“ beschreibt er, wie

ihn 25 Werke geprägt haben –

von Sun Tzus „Die Kunst des

Krieges“ über Hemingways „Der

alte Mann und das Meer“ bis zu

Atwoods „Report der Magd“. Jedes

Buch verband er mit einer

Lektion in Führung: Sun Tzu

lehrte ihn Strategie und Geduld,

Hemingway Durchhaltevermögen,

Atwood die Kraft des unabhängigen

Denkens. Biografien

schärften seinen Blick für Verantwortung,

Romane seine Fähigkeit,

sich in andere hineinzuversetzen.

So entstand eine persönliche

Bibliothek, die weniger

eine Sammlung von Titeln ist als

vielmehr ein Werkzeugkasten

für Leadership.

Stavridis’ Botschaft ist klar:

Wer führen will, braucht Lesestoff,

der irritiert, inspiriert, herausfordert.

Lesen ist für ihn kei-

Wer liest,

trainiert

Empathie.

Zur Person

Prof. Dr. Martin

Hörmann ist Partner

und Geschäftsführer

der Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft

mbH sowie Fachanwalt

für Insolvenzund

Sanierungsrecht

und Wirtschafts

mediator.

ne Nebentätigkeit, sondern ein

zentraler Weg, um Entscheidungen

zu reflektieren, Charakter zu

formen und Verantwortung zu

begreifen.

Die digitale Welt schenkt uns

Zugang zu unendlichen Informationen

– aber sie verführt uns, in

der Oberfläche zu verharren. Es

wäre die vielleicht größte Fehleinschätzung

zu glauben, dass

man durch Buchzusammenfassungen

oder TikTok-Rezensionen

Weisheit erlangt. Tiefe entsteht

nur, wenn wir uns Zeit nehmen.

Charlie Munger hat es auf

den Punkt gebracht: „Wenn du

Weisheit suchst, wirst du eine

Menge Zeit auf deinem Hintern

verbringen – lesend.“ Vielleicht

liegt genau darin der Unterschied

zwischen Candy Crush im Wartebereich

und einem Buch: Das

eine vertreibt Minuten – das andere

verändert Gedanken.

[!] Martin Hörmann

Werden Sie Pate!

Zeitungspatenschaft für Schulen

Sie möchten das Interesse von jungen Menschen am lokalen

Geschehen, an Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport

wecken? Dann übernehmen Sie eine Zeitungspatenschaft

für eine Schule in Ihrer Region!

Als Zeitungspate schenken Sie einer weiterführenden

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Die Schule legt die Zeitung an einem Ort aus, der den

Schülerinnen und Schülern zugänglich ist und zum

Lesen einlädt.

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spezial

SPEZIAL unternehmen [!]

Standort

im Porträt

Bau-Booster

für Erbachs

Innenstadt

Planung Mit der Innenstadtoffensive setzt

die Stadt auf eine lebendige Mischung

aus Wohnen, Nahversorgung und

Begegnungsorten und will damit die

düsteren Jahre hinter sich lassen.

Unternehmen aus anderen Branchen,

gerade solche, die sich anderswo

im ländlichen Raum eher

zurückziehen, haben dagegen

bereits am neu entwickelten

Standort investiert: Die örtliche

Genossenschaftsbank, die Donau-Iller-Bank,

hat nicht nur

eine neue Geschäftsstelle eröffnet,

sondern entwickelt aktuell

mit den „Raiffeisen Höfen“ ein

weiteres zentrales Areal neben

dem Komplex aus Rathaus und

Marktplatz.

2026 werden die „Raiffeisen

Höfe“, eine Mischung aus

Wohn- und Gewerbeflächen, erwww.swp-unternehmen.de

FOTO: MARCEL HECHLER/ADOBESTOCK.COM

In der Innenstadt wird ordentlich

gebaut. Dieser Satz

ließe sich wohl über so manche

Stadt in der Region

schreiben. In Erbach ist es die

sogenannte Innenstadtoffensive,

die gerade ihrem Höhepunkt

entgegengeht. Denn ein echter

Stadtkern war in dem 2002 zur

Stadt erhobenen Ort im Ulmer

Speckgürtel bislang nicht vorhanden

– mit entsprechenden

Auswirkungen für die Geschäfte

in der Innenstadt.

Das ändert sich gerade mit

der großen Bauoffensive, die seit

2014 läuft. Bürgermeister Achim

Gaus war von Anfang an mit dabei.

Er sagt: „Da hat sich tatsächlich

viel getan.“ Viele neue Gebäude

seien entwickelt worden,

von öffentlicher wie privater Seite.

So gibt es zentral 60 neue

Wohnungen.

Der nächste Schritt: „Das

Thema Rathaus mit Tiefgarage

und Neugestaltung des Marktplatzes“,

erläutert der Bürgermeister.

Für Gaus und seine Mitarbeitenden

heißt das: Sie sind

aktuell ausquartiert, arbeiten in

einem ehemaligen Bankgebäude.

Das bestehende Rathaus wird saniert

und erweitert, erhält unter

anderem eine Tiefgarage. Der

bestehende Teil wird umgenutzt,

erhält eine Bibliothek.

Das ganze Areal soll zu einer

„Örtlichkeit, wo man sich treffen

kann“ werden, erklärt Gaus.

So soll mehr Frequenz in der Innenstadt

geschaffen werden.

Dabei wissen die Erbacher genau,

was geht und was nicht

geht angesichts der beschränkten

Platzmöglichkeiten: Große

Flächen für Handel etwa gibt es

in der Innenstadt bislang und

auch weiterhin nicht. „Gleichzeitig

muss es natürlich schon

so sein, dass die Innenstadt irgendwie

am Leben erhalten

wird“, sagt Gaus.

Gleichzeitig

muss es so sein,

dass die Innenstadt

irgendwie am Leben

erhalten wird.

Achim Gaus

Bürgermeister der Stadt Erbach


unternehmen [!] SPEZIAL 35

öffnet. Unter anderem zieht

dort eine Metzgerei ein – eine

solche gibt es in Erbach bereits

seit Jahren nicht mehr. Er sei

froh, dass sich wieder jemand

aus dieser Branche in Erbach

ansiedelt, sagt Gaus: „Wir haben

da wirklich düstere Jahre

hinter uns.“

Die Kombination aus Wohnen

und Nahversorgung ist eine

Kernidee der Erbacher Innenstadtoffensive.

Gastronomie und

öffentliche Einrichtungen wie

die erwähnte Bibliothek sollen

das Angebot ergänzen. Die

Wohnflächen sieht Gaus hier

nicht nur als Selbstzweck, sondern

auch als Mittel gegen die

Verödung der Innenstadt. „Dann

sind die Leute vor Ort und es ist

belebt.“ Wenn viele fußläufig die

Unternehmen erreichen können,

sei das auch für die von Vorteil.

Gleichzeitig spiele auch das

Auto als Verkehrsmittel nach

wie vor eine große Rolle, sagt

Gaus – trotz der guten Zuganbindung

an Ulm per Regio-S-Bahn.

„Wir sind auf dem Land“, sagt

Gaus. Das bedeutet: Die Stadtteile

liegen einige Kilometer

voneinander entfernt. Wer zum

Einkaufen will, nimmt häufig das

Auto. „Insofern ist das Thema

Parken trotz allem ein schwieriges

Thema in der Innenstadt.“

Kritikern rechnet Gaus vor,

dass es mittlerweile mehr Parkplätze

gebe als vor der Innenstadtoffensive.

Gegenstand der

Debatte ist allerdings deren

Lage. „Es wird auch in diesem

ländlichen Bereich erwartet,

dass man wirklich nah ran kommen

kann an die Läden“, gibt

Gaus selbst zu: „Das versuchen

wir letztendlich mit einem Mix.“

Direkt vor die Ladentür kann

man in Erbach nicht überall fahren.

Parkplätze entlang der Straßen

wurden entfernt, Platz für

Zur Person

FOTO: HENRI GALLBRONNER

Achim Gaus ist

seit dem 1. Januar

2011 parteiloser

Bürgermeister von

Erbach. Zuvor war

Gaus, der 1972 in

Ehingen geboren

wurde und zwei

Kinder hat, in den

Finanzverwaltungen

von Merklingen

und Ulm tätig. 2018

wurde er für eine

zweite Amtszeit

wiedergewählt.

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36

SPEZIAL unternehmen [!]

Fußgänger und Radfahrer geschaffen.

„Das stößt nicht überall

auf Gegenliebe“, weiß Gaus,

sagt aber auch: „Wie gesagt: Der

Platz ist halt endlich.“

Stattdessen wurden die Parkplätze

zentralisiert. Von Kurzzeitparkplätzen

für schnelle Einkäufe

bis hin zu Plätzen, auf denen

man länger parken darf, gibt

es verschiedene Möglichkeiten,

in der Innenstadt sein Auto abzustellen.

Erbach bleibt stabil

Die vielen Krisen der letzten

Jahre sind zumindest am Erbacher

Stadtsäckel weitestgehend

vorübergegangen, sagt Gaus. Das

Gewerbesteueraufkommen sei

stabil. Dennoch sei ihm bewusst,

dass es auch vor Ort Unternehmen

gebe, die zu kämpfen haben.

Als Vorteil sieht er die Prägung

Erbachs durch kleine und mittlere

Unternehmen: „Diesen einen

großen Player haben wir

nicht.“ Das führe einerseits dazu,

dass man im Vergleich zu anderen

Kommunen auch in der

Nachbarschaft wenig Gewerbesteuer

einnehme, sorge andererseits

aber auch für Stabilität –

nicht nur finanziell, sondern

auch, was etwa Arbeitsplätze angehe.

„Die Nähe zum Donautal

tut dann ihr übriges“, meint

Gaus mit Blick auf das nahegelegene

Ulmer Industriegebiet.

Die neu gebaute Querspange der

B 311 möchte Gaus nutzen, um

weiteres Gewerbe anzusiedeln.

„Das ist unser Ziel.“ Aktuell stocken

die Planungen allerdings.

„Geplant war eigentlich ein Gewerbegebiet

im Bereich der Auffahrt

auf die B 30.“ Das sei aus

raumordnerischer Sicht allerdings

schwierig zu realisieren.

„Wir sind jetzt gerade daran, Alternativen

zu prüfen an der

Querspange.“[!]Henri Gallbronner

Die Lage im Überblick

donau-iller-bank.de

Wir sind persönlich

für Sie vor Ort!

Als verlässlicher Partner für

Unternehmen und Menschen

in der Region gestalten wir gemeinsam

den Weg nach vorne

- innovativ, nachhaltig und mit

Herz für unsere Heimat.

Bei Erbach treffen die B 311 und

die B 30 aufeinander. Die B 311

verlief bis 2024 direkt durch die

Stadt. Um Erbach, aber auch

Ulm, zu entlasten, wurde sie auf

einem Abschnitt neu gebaut –

als sogenannte Querspange zur

B 30. Die Ende 2024 eröffnete

Trasse beginnt auf der Höhe von

Oberdischingen, verläuft nördlich

von Ersingen, südlich von

Dellmensingen und schließt östlich

an die B 30 Ulm - Biberach

an. Foto: Volkmar Könneke


unternehmen [!] SPEZIALAnzeige

37

Seit 35 Jahren bauen Galls aus Erbach öffentliche Außenanlagen und wunderbare Gärten.

Fotos: Gall GmbH/ Elisabeth Hahn

Die Geschwister Gall starten durch!

Der Generationenwechsel bei den Gebrüdern Gall ist vollzogen –

nun nimmt die nächste Generation die Zukunftsgestaltung in die Hand.

Dass Peter Gall, in der Stadt Erbach bestens

bekannt, den von ihm gegründeten Gartenbaubetrieb

übergeben hat, hat sich längst herumgesprochen.

Das über Jahre als „Gebrüder

Gall“ bekannte Unternehmen firmiert seit dem

Einstieg von Alexandra und Florian Gall – den

Kindern von Siegfried Gall – im Jahr 2019 als

Gall GmbH. Nach einer intensiven Einarbeitungsphase

und der Corona-Zeit haben sich

die beiden neuen Geschäftsführer inzwischen

fest in ihren Rollen etabliert.

Von der Planung bis zur Schlussrechnung

Die Mitarbeitenden sind konstant mit Aufträgen

aus dem öffentlichen, gewerblichen und

privaten Bereich ausgelastet. Auch die Aufgabenverteilung

im Führungsteam hat sich bewährt:

„Als Landschaftsarchitektin landen bei

mir die Planungsanfragen auf dem Schreibtisch,

während Florian nicht nur unsere Kunden

betreut, sondern sich auch um die Auszubildenden

und unseren Fuhrpark kümmert.

Aber auch ich habe viel über unsere Bagger

und Maschinen gelernt – schließlich begleiten

wir jedes unserer Projekte persönlich bis zur

Schlussrechnung“, berichtet die 38-Jährige

Alexandra Gall mit einem Augenzwinkern.

Mir gefällt es hier“ und

„Macht weiter so“

Mitarbeiter­ Feedback

führenden Teams auf den Baustellen. Die

jüngste Mitarbeiterbefragung bestätigt zudem,

dass das Unternehmen mit dem eingeschlagenen

Kurs auf dem richtigen Weg ist.

Seit diesem Jahr sind die Veränderungen im

Unternehmen auch auf dem Außengelände

sichtbar: Der Vorgarten wurde komplett neu

gestaltet. Schritt für Schritt entstanden neue

Wege, Mauern, Sitzgelegenheiten und vor allem

großzügige Grünflächen. Neben Rollrasen

wurden klassische Staudenbeete und artenreiche

Magerstandorte angelegt, die das Gelände

bereichern. „So können unsere Kunden

mit eigenen Augen sehen, was wir fachlich leisten

und welche unterschiedlichen Begrünungsarten

möglich sind“, erklärt Alexandra

Gall die Idee hinter dem Entwurf. „Und für unser

Team gibt es jetzt endlich schöne Aufenthaltsmöglichkeiten

im Freien“, ergänzt ihr

Bruder Florian Gall.

Nachhaltig mit 4­Tage­Woche und E­Flotte

Aktuell wird zudem der Ausbildungsbereich

weiter ausgebaut und die Elektrifizierung der

Firmenflotte vorbereitet. Denn Nachhaltigkeit

ist für die Familie Gall ein zentrales Element –

Gärten mit individuellem Charakter

Mit ihren eigenen Entwürfen ist es Alexandra

und Florian Gall gelungen, den Gärten ihrer

Kunden eine unverwechselbare Handschrift

zu verleihen – sehr zur Freude auch der aussowohl

bei der Mitarbeiterbindung als auch

bei der Auswahl der Produkte. „Unsere Vier-Tage-Woche,

das faire Miteinander und die Förderung

körperschonenden Arbeitens zeichnen

unser Unternehmen schon lange aus. Das

hat bereits unser Vater vorgelebt“, berichten

die Geschwister.

Ein starker Familienbetrieb dank gegenseitiger

Unterstützung

Trotz des allgemeinen Fachkräftemangels

konnte das Team seit 2023 verstärkt werden:

Jedes Jahr bewerben sich neue Auszubildende,

und auch eine Landschaftsarchitektin bereichert

das Team. „Familienbetriebe sind besonders

stark, wenn man sich gegenseitig unterstützt

– und genau das erleben wir

tagtäglich in unserem Team“, freut sich Alexandra

Gall.

Garten Gall

Benzstraße 8

89155 Erbach

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FOTO: JÜRGEN HOFSTÄTTER ULM & STADT ERBACH

Das Thema Wohnen ist

nicht nur in den Großstädten

ein großes.

„Dass sie den Mitarbeitern,

die man braucht, um die

Unternehmen am Laufen zu halten,

adäquaten Wohnraum bietet“,

wie Thomas Knöpfle, der

Vorsitzende des Handwerkerund

Gewerbevereins Erbach

sagt. Dies sei eine der großen

Chancen der Innenstadtoffensive

– jenseits der Möglichkeiten,

die für kleinere Handelsgeschäfte

in der Innenstadt entstehen.

Auch in Erbach brauchen die

Unternehmen dringend Arbeitskräfte.

Knöpfle sieht Wohnmöglichkeiten

als wichtigen Standortfaktor,

der Menschen dazu

bringen kann, sich Erbach als

Wohn- und Arbeitsheimat herauszusuchen.

Die aktuelle Lage beschreibt

er so: „In Erbach eine Wohnung

zu finden, das ist beinahe ein

Sechser im Lotto. Sie kriegen gar

nichts – und zwar egal, in welcher

Preisklasse. Ob Sie das mieten

oder kaufen wollen, spielt

keine Rolle.“ In der Region sei

es wie überall: In Zentren wie

Ulm wird alles teurer, also ziehen

die Leute weiter raus – was

auch dort die Preise nach oben

treibt.

Arbeitskräfte

brauchen

Wohnraum

Ressourcen Die Innenstadtoffensive

bietet viele Chancen zur Entwicklung und

fordert gleichzeitig einen sorgsamen

Umgang mit Gewerbeflächen, Wohnraum

und Verkehr.

Thomas Knöpfle

ist Vorsitzender

des Handwerkerund

Gewerbevereins

(HGV)

Erbach, der 1722

gegründet wurde

und damit der

älteste Verein

seiner Art in

Deutschland ist.

Beruflich führt

Knöpfle er ein

Autohaus.

Auf die Eröffnung der neuen

Querspange der B 311 vor rund

einem Jahr blickt Knöpfle mit gemischten

Gefühlen zurück. „Da

bin ich nicht ganz glücklich und

zufrieden“, sagt er: „Wir haben

natürlich einen erheblichen

Rückgang an LKW, die durch Erbach

durchfahren. Das muss man

ganz klar sagen.“

In Erbach

eine Wohnung

zu finden, ist wie

ein Sechser im

Lotto.

Allerdings ließe sich nach

Knöpfles Meinung der Durchgangsverkehr

noch weiter reduzieren,

indem die alte B 311 unattraktiver

gemacht wird. Knöpfle

schlägt zum Beispiel einen

Kreisverkehr vor. Auch beim

Thema Erschließung neuer Gewerbeflächen

wünscht sich

Knöpfle mehr Weitblick: Statt

neue Gewerbegebiete im Außenbereich

zu schaffen, wünscht er

sich, dass mehr in die Höhe gebaut

wird. „Das macht es teurer,

das weiß ich.“ Man müsse mit

knappen Flächen aber sorgsamer

umgehen.[!] Henri Gallbronner


unternehmen [!] SPEZIALAnzeige

39

Innovativ und präzise, von der Planung bis zur fertigen Montage: Das Team von Stahlbau Brandner betreut Projekte international.

Weltweit Maßstäbe setzen!

50 Jahre Stahlbau Brandner

Fotos: Thomas Löffler

Von der Bauschlosserei in einem kleinen Dorf bei Ulm hin zu internationalen Großaufträgen

für Stahlkonstruktionen: Stahlbau Brandner liefert Meisterleistungen.

Seit 50 Jahren hat Stahlbau Brandner Rang

und Namen. Auszuführende Aufträge kennen

keine Grenzen, weder was Größe noch

was die Entfernung zum Kunden betrifft. Geländer

und Überdachungen von Stahlbau

Brandner findet man nicht nur in der Region,

sondern bundesweit und sogar weltweit.

Zukunft des Unternehmens gesichert

Der Betrieb wurde 1975 von Helmut und Margarete

Brandner durch die Übernahme einer

Bauschlosserei in Ulm-Ermingen gegründet.

Wegen Platzmangels zog man 1977 ins Industriegebiet

nach Erbach um. 1976 stieg Sohn

Herbert in den Betrieb ein, nachdem er auf

Grund seines jungen Alters die Meisterschule

mit Sondergenehmigung absolviert hatte. Die

gute Auftragslage führte 1985 und 1995 zu

baulichen Erweiterungen, 2015 kam mit dem

Werk 2 eine weitere Produktionsstätte hinzu,

die ausschließlich Edelstahl und Leichtmetall

verarbeitet.

Mit der nächsten Generation – Tochter Tanja,

die die betriebswirtschaftliche Führung innehat

und Sohn Sebastian, der die Technik leitet

– ist die Zukunft des Unternehmens dauerhaft

gesichert.

Das Unternehmen beschäftigt 44 Mitarbeiter

– ein eingespieltes Team, bei dem jeder Handgriff

sitzt. „Wir tun alles dafür, dass es unseren

Leuten gut geht“ so Herbert Brandner. Die

Mannschaft zeigt große Einsatzbereitschaft,

besonders wenn Termine eingehalten oder

Projekte kurzfristig gestartet werden müssen.

Die komplexen Konstruktionen von Stahlbau

Brandner erfordern viel Know-how, um sich

die Einzelteile im späteren Verbund dreidimensional

vorzustellen. Neben dem Stahlbau

übernimmt eine Abteilung Werkplanung,

Statik und technische Zeichnungen auf CAD-

Arbeitsplätzen. Vier Montageteams sind auf

Bau stellen im Einsatz, hauptsächlich für Industriekunden.

Unser wertvollstes Gut sind

unsere langjährigen Mitarbeiter,

von denen viele dem Betrieb seit

zehn bis 40 Jahren treu sind“

Familie Brandner

Projektschwerpunkte sind Stahlkonstruktionen,

komplette Hallen und Überdachungen.

Ein kleinerer Bereich widmet sich der Bauschlosserei

für Großprojekte mit Geländern

und Treppen, verzinkt oder lackiert.

Großprojekt in Saudi-Arabien

Dass das Team von Stahlbau Brandner jeder

Herausforderung gewachsen ist, zeigt die Größe

seiner Projekte. Grenzen nach oben gibt es

keine – das Unternehmen nimmt auch internationale

Aufträge an. Ein Meilenstein war

2014 ein Großprojekt aus Saudi-Arabien: Für

die Modernisierung der Al-Haram-Moschee in

Mekka lieferte Brandner Unterkonstruktionen,

bewegliche Dachsysteme, Geländer und die

Kuppel des Uhrenturms. Nur vor Ort montieren

durfte das Team von Brandner nicht. Da

Nicht-Muslime die heilige Stätte nicht betreten

dürfen, erfolgte die Montage zunächst im

Hof, bevor alle Teile zerlegt und in 200 Containern

verschifft wurden.

Nicht minder spektakulär waren Aufträge der

Lufthansa-Zentrale in Frankfurt, wo Glasdächer

mit 45 Metern Spannweite zwölf Gebäudeteile

verbinden. Weitere Arbeiten aus Brandners

Werkstatt finden sich als architektonisch

anspruchsvoll geschwungene Wendeltreppe

in einer historischen Berliner Poststation, im

höchsten Wohnturm Frankfurts und am Flughafen

Zürich. In Ulm stammen die Überdachung

des ÖPNV-Knotenpunkts am Ehinger

Tor sowie die Montage der wieder erstellten,

vergoldeten Kronen der Kienlesbergbrücke

aus Erbach.

Brandner Stahlbau GmbH & Co. KG

Benzstr. 6

89155 Erbach

Tel: 07305/96990

info@stahlbau-brandner.de

www.stahlbau-brandner.de



unternehmen [!] MEIN SCHREIBTISCH – MEINE PERSPEKTIVE 41

Ulmer Wahrzeichen

Sie

zieht den

Karren

Gold Ochsen Mal unbequem, oft

unkonventionell, immer leidenschaftlich:

Ulrike Freund hält seit über 30 Jahren die

Zügel ihrer Brauerei fest in der Hand – und

denkt noch lange nicht ans Aufhören.

Frauen sind die besseren

Manager: Einen Zeitungsartikel

mit dieser

Überschrift hat Ulrike

Freund in ihrem Büro an die Innenseite

des offenstehenden

Aktenschranks geheftet. Eine

These, der sie nur zustimmen

kann. Genauso wie einem Zitat

von Winston Churchill, das gerahmt

hinter ihrem Schreibtisch

an der Wand hängt. Die

vielen Artikel über sie und ihre

Arbeit als Brauerei-Chefin würden

Ordner füllen, werden aber

nur in Ausnahmen archiviert.

Ihr Büro unterscheidet sich

wenig von den Räumen der

meisten Mitarbeiter, repräsentative

Attribute sind ihr nicht

wichtig. Das alte Mobiliar wurde

im Rahmen der Umbau- und

Sanierungsmaßnahmen vor einigen

Jahren gegen funktionale

Möbel und zwei Monitore

ausgetauscht. Ulrike Freund

nutzt moderne Technik überall

im Unternehmen, vertritt daneben

aber durchaus traditionelle

Werte, die, aus ihrer Sicht, in

vielen Bereichen ausreichen

würden, um das Zusammenleben

zu regeln. „Stattdessen immer

mehr Bürokratie und Gesetze,

die Traditionen und Gewohnheitsrecht

einfach aushebeln“,

so die Unternehmerin.

„Die Brauerei befindet sich

seit 1896 auf dem Gelände am

Veitsbrunnenweg und genauso

lange nutzen wir das Wasser

der Veitsquelle für unser Bier.

Aus Erzählungen meiner Eltern

weiß ich, dass wir die Quelle

im Krieg auch für die Menschen

in der Stadt zugänglich

gemacht haben. Das tun wir natürlich

nach wie vor – mit unserem

Bier“, fügt sie augenzwinkernd

hinzu. „Jetzt müssen

wir für die Nutzungsrechte unserer

Quelle bezahlen.“

Alkohol wird

verteufelt.

Das macht es uns

nicht unbedingt

leichter.

Wenn Ulrike Freund ins Erzählen

kommt, fällt ihr immer

wieder etwas ein, was sie nicht

nachvollziehen kann. „Die Beleuchtung

von unserem historischen

Sudhaus wurde trotz

LED-Lampen von der Stadt

nicht gewünscht, weil sie Insekten

irritiert. Alkoholkonsum

wird verteufelt. Alles Dinge, die

es uns nicht unbedingt leichter

machen. Der Anteil von alkoholfreiem

Bier beträgt nur rund

10 Prozent, das Geschäft machen

wir mit den anderen Sorten.

Dazu kommt die traditionelle

Brauweise ohne Pasteurisierung,

die qualitativ hochwertiger,

aber aufwändiger ist.

Geht der Konsum zurück, wird

das Bier irgendwann teurer

werden müssen. Dann werde

ich als diejenige wahrgenom-

Der Malzturm der Gold Ochsen Brauerei leuchtet gegenüber

dem Ulmer Münster.

Foto: Volkmar Könneke

Die Brauerei „Zum

Goldenen Ochsen“

wurde 1597 in

Ulm gegründet und

befindet sich seit

1867 in Familienbesitz.

Das „Gold Ochsen

Original“ ist das

bekannteste Bier,

rund 150.000 Liter

werden davon täglich

gebraut, außerdem

Hefeweizen,

Jahrgangsbiere, Pils

und alkoholfreie Varianten,

produziert

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ausschließlich mit

Wasser aus dem

Veitsbrunnen, der

auf dem Brauereigelände

steht. Die

Brauerei beschäftigt

derzeit rund 200

Mitarbeitende.


42

MEIN SCHREIBTISCH – MEINE PERSPEKTIVE unternehmen [!]

men, die die Preise treibt.“

Aufzugeben oder zu verkaufen

war dennoch nie eine

Option. Nennenswert zu erweitern

auch nicht. „Wir haben

11.000 Quadratmeter Gelände

hinzukaufen können,

das reicht. Das erklärte Ziel

ist es, die 428-jährige Tradition

der Brauerei ins nächste

Jahrhundert zu führen. Sicher

nicht mehr von mir“,

schränkt sie schmunzelnd

ein, „aber die Nachfolge ist

geregelt. Noch habe ich viel

vor.“

Die 70-Jährige ist seit 1991

alleinige Geschäftsführerin.

Sie weiß, was sie kann und

sagt ihre Meinung – auch,

wenn das selten Mainstream

ist. Dass das nicht allen passt,

nimmt sie in Kauf. Ihr sind

der offene Austausch, auch

gegensätzliche Meinungen, lebendige

Diskussionen einfach

wichtig. „Man muss nicht einer

Meinung sein, aber man

muss bereit sein, dem anderen

zuzuhören und über kontroverse

Ansichten wenigstens

nachzudenken. In der Coronazeit

wollte ich für die IHK-

Vollversammlung einen wissenschaftlichen

Vortrag sieren. Der Redner war ein re-

organinommierter

Professor für

Onkologie aus Ulm. Allerdings

hatte er Ansichten, die die Politik

damals nicht teilte. Das wurde abgelehnt

– und ich habe meine Mitgliedschaft

in der Vollversammlung

konsequent gekündigt. Die Brauerei

ist weiterhin IHK-Mitglied, aber

eingeladen werde ich nicht mehr.“

Die Perspektive wechseln

Das sei nur ein Beispiel, aber die Bereitschaft,

die Perspektive zu wechseln

und die Sicht des anderen einzunehmen,

sei immer weniger vorhanden.

In diesem Zusammenhang

kommt sie auf das Zitat von Winston

Churchill zurück: „Es gibt Leute,

die halten den Unternehmer für

einen räudigen Wolf, den man totschlagen

müsse. Andere meinen, der

Unternehmer sei eine Kuh, die man

ununterbrochen melken könne. Nur

wenige sehen in ihm das Pferd, das

den Karren zieht.“ Genauso würde

sie es selbst immer wieder empfinden,

sagt sie und verweist damit auf

Neider, die nicht nachvollziehen

In einer Rede am 26. April 1931 wandte sich Winston

Churchill an seine „sozialistischen Opponenten“.

können, dass sie es geschafft hat: Mit

einer Ausbildung zur Bankkauffrau

und ergänzendem Abendstudium

Betriebswirtschaft zur alleinigen

Geschäftsführerin einer Brauerei,

die Krisen überstanden hat und heute

besser als viele andere Unternehmen

der Branche dasteht. „Wenn ich

dafür Lob bekomme, tut mir

das ausgesprochen gut. Das

Unternehmen steht für mich

im Mittelpunkt. Dazu gehört

die Verantwortung für 200

Mitarbeiter und ihre Familien,

das Sponsoring von Sport und

Kultur, der Anspruch ein gutes

Bier zu brauen und die Tradition

fortzuführen. Die Nachfolge

ist bereits geregelt – leider

nicht aus der eigenen Familie.“ Eine

gemeinsame Unternehmensführung

mit ihren drei Geschwistern scheiterte

schon zu Lebzeiten ihres Vaters,

sie selbst hat keine Kinder und

ihre acht Nichten haben kein Interesse.

„Bleiben die zwei Neffen – bei-

FOTO: MARC HÖRGER

Wer als

Unternehmer

Gewinne in den

Vordergrund stellt,

hat schon verloren.

de mit entsprechender Ausbildung

im Brauwesen und Betriebswirtschaft,

aber mit Vorstellungen,

die für mich einfach

nicht passen. Wer Gewinne in

den Vordergrund stellt, hat als

Unternehmer schon verloren.

Gewinne sind wichtig, aber

nicht für den persönlichen Luxus,

sondern als Kapital für Investitionen

und Rücklagen.

Nur so viel ausgeben, wie man

hat, ist meine Devise. Damit

bin ich gut durch boomende

Jahre, aber auch durch Krisen

gekommen. Ich werde das Unternehmen

in eine Stiftung

umwandeln und so dafür sorgen,

dass es nicht verkauft

wird. Das war für mich nie ein

Thema.“ Wann es so weit ist,

lässt Ulrike Freund offen.

Eines der letzten Highlights

war der von Gold Ochsen

und Kabarettist Christoph

Sonntag ausgelobte Comedy-Preis

„Goldener Bulle“,

als Nächstes plant sie eine

Eventgastronomie auf dem

Brauereigelände. „Und

wenn ich dann mal aufhöre,

könnte ich mir vorstellen,

ein Seniorenheim zu leiten.“

„Einspruch, euer Ehren“,

meldet sich ihr Mann Ekkehard

Freund, Staatsanwalt im Ruhestand,

zu Wort. Er ist bei unserem Gespräch

dabei – wie so oft machen

die beiden vieles gemeinsam.

„Er ist mein juristischer Berater,

aber weit mehr mein Partner, um

positive und negative Dinge zu besprechen.

Zugegeben, manchmal

auch mein Blitzableiter.“ Die Leitung

eines Seniorenheims, nein, das

komme für ihn nicht infrage, das sei

wieder so eine spontane Idee

von ihr. „Ulrike arbeitet jetzt

schon von 7 Uhr morgens bis

abends, und dann gibt es oft

noch gesellschaftliche Termine.

Das reicht.“ Nachvollziehbar,

denn eine Leidenschaft,

für die er seine Frau begeistert

hat, ist das Reisen – die

Zeit dafür muss sein. Die beiden

sind seit 1986 verheiratet, längst

hat er sich an die oft impulsiven

Ideen seiner Frau gewöhnt. „Emotional,

schon mal aufbrausend, aber

immer auch versöhnlich, spontan

und voller Ideen – im Unternehmen

und privat.“

[!] Sigrid Balke


unternehmen [!]

NAMEN & NACHRICHTEN

43

Maichle erhält

Goldene Nadel

Der Geislinger Bestattungsunternehmer

Markus Maichle wurde

bei der jüngsten Mitgliederversammlung

als Vizepräsident

des Bundesverbands Deutscher

Bestatter (BDB) bestätigt. Bei

der Versammlung würdigte der

baden-württembergische Innenminister

Thomas Strobl die Bedeutung

der Bestatter, unter anderem

als Einsatzkräfte bei

Großschadenslagen.

Markus Maichle wurde bei

der Zusammenkunft in Reutlingen

auch für sein Engagement in

und außerhalb seines Amtes geehrt:

Er erhielt die goldene Nadel

des BDB.

McDonald’s in

Donzdorf

Rund 50 neue Arbeitsplätze in

der Systemgastronomie sollen

bald in Donzdorf entstehen.

Dies sagte Investor Jamshed

Dezham beim Richtfest auf der

Baustelle des neuen McDonald’s-

Restaurants in Donzdorf. Der

Franchise-Nehmer der Fast-

Food-Kette plant die Eröffnung

des Restaurants am 9. Dezember.

Man liege voll im Zeitplan,

sagte Dezham in Anwesenheit

von Vertretern des Generalunternehmers,

der Firma Heim Infrastrukturbau

GmbH, sowie

der Firma Lindner SE und der

beteiligten Architekten und Ingenieure.

DAS Automotive

ist insolvent

Das im Gewerbegebiet Voralb

angesiedelte Unternehmen DAS

Automotive hat einen Insolvenzantrag

gestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter

Steffen Beck

hält die Fortführung für nicht

möglich. Die Firma vermittelt

bei Hagelschäden zwischen Versicherungen

und Kfz-Werkstätten.

Das ist zu einem erheblichen

Teil ein saisonales Geschäft, teilt

Beck mit. Auf den Sommer komme

es an. 2025 sei der Umsatz

deutlich unter den Erwartungen

geblieben und die Firma konnte

ihre laufenden Kosten nicht

mehr decken.

Allgaier-Areal

in Uhingen

Der 31. Dezember 2025 markiert

nach Insolvenz und letztlich erfolgloser

Investorensuche das

endgültige Ende des Uhinger

Traditionsbetriebs Allgaier. Mit

der Vermarktung des Areals des

Automobilzulieferers „Allgaier

Automotive“ wurde die Fachpartner

Gewerbe-Immobilien

GmbH beauftragt.

„Das rund 120.000 Quadratmeter

große Grundstück zählt zu

den größten Industrie-Arealen

der Region und bietet erhebliche

städtebauliche Entwicklungspotenziale“,

heißt es in einer Pressemitteilung.

RaiBa-Fusion für

2026 geplant

Im kommenden Jahr soll es zur

Fusion der beiden kleinen Raiffeisenbanken

aus Gruibingen und

Ottenbach kommen, um sich den

wachsenden Herausforderungen

des Bankensektors besser stellen

zu können. Diese sind insbesondere

gestiegene regulatorische

Anforderungen, der Fachkräftemangel

und die Notwendigkeit,

wettbewerbsfähig zu bleiben sowie

die Chancen der Digitalisierung

gemeinsam besser zu nutzen.

Im Juni 2026 soll der Beschluss

zur Fusion durch die

Mitglieder in den ordentlichen

Generalversammlungen gefasst

werden.

Richy Bauer, der neue Wirtschaftsförderer der Stadt Göppingen, will

Impulse setzen.

Foto: Constantin Fetzer

Neuer Wirtschaftsförderer

der Stadt Göppingen

Richy Bauer ist seit Juli neuer Wirtschaftsförderer der Stadt Göppingen.

Der 32-Jährige wohnt in Hattenhofen und hat Sozialwissenschaften

(B.A.) sowie Sozialökonomik (M.Sc.) studiert. Vor seinem Wechsel nach

Göppingen war er mehrere Jahre in selber Funktion bei der Stadt Wendlingen

am Neckar tätig. Darüber hinaus bringt er mehrjährige Erfahrung

in der Marktforschung mit. Er folgt auf Christine Kumpf, die über 30

Jahre lang die Position innegehabt und geprägt hatte und die Stelle in

ihre heutige Form gebracht hatte.

Göppingen habe laut Bauer eine sehr vielseitige Wirtschaftsstruktur –

von international tätigen Unternehmen über mittelständische Betriebe

bis hin zu kreativen Einzelunternehmern und innovativen Start-ups. Dieses

Potenzial will er weiter voranbringen.

Neue Halle für

Baumaschinen

Das Göppinger Bauunternehmen

Leonhard Weiss übernimmt

das ehemalige Papierfabrik-Gelände

in Salach. Auf den rund

drei Hektar zwischen Bahntrasse

und Fils im Westen der Gemeinde

plant das Unternehmen

eine Halle, in der Baumaschinen

gewartet und repariert werden

sollen. Die neue Halle soll im

östlichen Teil des Areals gebaut

werden, Baustart soll frühestens

im übernächsten Jahr sein. Vorher

soll das Bürogebäude, das in

der südöstlichen Ecke des Geländes

steht, saniert und bis

Ende 2026 oder Anfang 2027 bezogen

werden.[!]


44

DIGITALISIERUNG unternehmen [!]

Innovation

trifft

Skepsis

Digitalisierung Cloud-Computing verändert

Arbeitswelten, doch Risiken durch

US-Gesetze und steigende Kosten bremsen

den Hype.

MONTAGE MESCHKOWSKI

FOTO: LUCAS & PATRICK P. PALEJ/ADOBESTOCK.COM


Das ist einer der Gründe, warum

manche Unternehmen wieder

„zurückrudern“, wie Daniel

Schaudt bemerkt hat. Der Geschäftsführer

des Transferzentrums

für Digitalisierung, Analytics

& Data Science Ulm

(DASU) sagt: „Die Daten sind

dann quasi in den Händen auch

von anderen, von Dritten.“ Und

die Cloud-Dienste sind „durchaus

teuer“ geworden, ergänzt

Jens Kolb, Professor an der

Hochschule für angewandte

Wissenschaften Neu-Ulm:

„Manche Firmen ziehen sich einfach

aus Kostengründen wieder

zurück.“

Tatsächlich betrachten laut einer

aktuellen Studie des US-

Technologieunternehmens VM-

Ware Cloud-Experten zu hohe

Kosten inzwischen als ein zentrales

Risiko moderner Unternehmens-IT.

Ihrer Einschätzung

nach liegt die Ursache nicht allein

in der Technik, sondern vor

allem in der Entwickler- und IT-

Kultur vieler Firmen. Eine veränderte

Haltung zu Cloud-Investitionen

– kombiniert mit eiunternehmen

[!] DIGITALISIERUNG 45

Vor einiger Zeit galt

Cloud-Computing als

das Zukunftsmodell:

Daten werden von PC,

Tablet, Smartphone über das Internet

auf einem entfernten Server

abgelegt. Dort können sie

dann von beliebigen anderen Geräten

wieder abgerufen werden.

Besonders Unternehmen profitieren

von diesem endgeräteund

ortsunabhängigen Zugriff

auf gespeicherte Informationen.

Denn eigene Server und die damit

verbundenen Ausgaben für

Hardware und IT-Personal werden

überflüssig. Soweit die Theorie

zu einem Mega-Geschäftsmodell.

Die Plattform Amazon

zum Beispiel erwirtschaftet inzwischen

mehr Geld mit seinem

Cloud-Dienst AWS als

mit seinem Kerngeschäft. Der

Umsatz des größten Cloud-

Anbieters der Welt lag allein

im ersten Quartal dieses Jahres

bei 30 Milliarden Dollar. Ein

Schock dürfe es für die Nutzerschaft

allerdings gewesen sein,

als Millionen von Menschen letzten

Oktober ihre Online-Dienste

sowie Apps, die sie dort abgelegt

hatten, wegen einer technischen

Panne nicht mehr nutzen konnten.

Dazu kommt, dass die größten

Clouds von amerikanischen

Unternehmen, darunter Amazon,

Google oder IBM und chinesischen

Playern wie Alibaba betrieben

werden. Der „Kommunikationshub

für digitale Demokratie“

etwa sieht das kritisch und

verweist als Beispiel auf die „Delos-Cloud“,

die als Musterlösung,

auch für Behörden dargestellt

wird: Eine Tochterfirma von SAP

betreibt das entsprechende Rechenzentrum

in Deutschland –

Microsoft liefert nur die Software,

ist am Unternehmen aber

nicht direkt beteiligt.

Geheimdienste haben Zugriff

Vor kurzem hat die Landesregierung

Baden-Württemberg aber

nach einer Nachfrage in einer

Stellungnahme an den Landtag

mitgeteilt: „Das Risiko des US-

Cloud-Acts bleibt bestehen, da

die Kontrolle über die Software

letztlich beim US-Anbieter

liegt.“ US-Sicherheitsbehörden

könnten den Softwarelieferanten

Microsoft beispielsweise an-

Was sind Sprachmodelle?

FOTO: JROBALLO/ADOBESTOCK.COM

Wer heute von „KI“, wie etwa ChatGPT oder Copilot

spricht, meint eigentlich große Sprachmodelle.

Large Language

Models bzw.

Sprachmodelle

wurden entwickelt,

um menschliche

Sprache zu

verstehen und zu

generieren. Das

System basiert

auf maschinellem

Lernen mit riesigen

Textdatensätzen.

Große

Sprachmodelle

werden einem

strengen Trainingsprozess

unterzogen,

der Milliarden

von Parametern

umfasst,

die dazu beitragen,

das nächste

Wort in der Sequenz

vorherzusagen

und andere

Sprachaufgaben

auszuführen. Zu

den bekanntesten

Beispielen für diese

Technologie gehören

GPT-4 und

GPT-5 von OpenAI,

Gemini von

Google, Llama von

Meta und Copilot

von Microsoft.

weisen, „einen Datenabfluss in

seine Software zu integrieren,

ohne dass der Kunde darüber in

Kenntnis gesetzt wird.“

Denn nach der Verabschiedung

von Patriot Act und Cloud-Act in

den Vereinigten Staaten sind alle

US-Cloud-Anbieter auch im Ausland

zur Zusammenarbeit mit der

US-Regierung, der NSA und anderen

US-Geheimdiensten verpflichtet.

Laut Baden-Württembergs

Innenminister Thomas

Strobl (CDU) kann daher „nicht

in vollem Umfang von vollständiger

Souveränität gesprochen

werden, da theoretisch Zugriffe

auf Anwendungsdaten durch

Drittstaaten – zumindest in einer

Grauzone – nicht ausgeschlossen

werden können“.

Manche Firmen

ziehen sich

einfach aus

Kostengründen

wieder zurück.

Jens Kolb

Professor an der HNU


DIGITALISIERUNG unternehmen [!]

Künstliche

Intelligenz,

Sprachmodelle und

Cloud-Computing

sind aus der Welt

nicht mehr wegzudenken.

Wie bei

den meisten (neuen)

Technologien gibt es

negative Aspekte,

aber auch Chancen.

Foto: Firoz_Stock /

adobestock.com

ner kritischeren Prüfung von

Vertragsbedingungen für Cloud-

Dienste – könne erhebliche Einsparungen

ermöglichen, schätzen

Branchenbeobachter.

Für Kolb jedenfalls sind die Begriffe

Cloud-Computing und

Künstliche Intelligenz „wesentliche

Elemente“ der digitalen

Transformation. Und beide Bereiche

bedingen sich, erläutert der

Hochschulprofessor, denn Künstliche

Intelligenz benötige „enorm

viel Rechenkapazität“, um ausgeführt

werden zu können. Und dafür

wiederum werde die Cloud benötigt:

„Hier sehen wir seit kurzem

auch eine gegenteilige Bewegung,

dass auch KI-Modelle

immer kleiner werden und zum

Beispiel jetzt mit Apple auf dem

Handy oder dem lokalen Laptop

laufen, sodass man auch unabhängiger

von der Cloud werden und

damit vielleicht auch datenschutzkonformer

die KI-Modelle

ausführen kann.“

Aber auch die gängigen KI-

Systeme stammen meistens aus

den Vereinigten Staaten oder

China. „Und da erhält man

manchmal einen unterschwelligen

Bias, erzeugt durch die Datenlage,

der zunächst gar nicht

so offensichtlich ist, aber zum

Beispiel zuweilen antieuropäische

Züge haben kann“, so

Schaudt. „Gerade, wenn es um

bestimmte Bereiche geht, ist es

vollkommen klar, dass es wertegeprägt

ist, und das ist natürlich

auch eine Gefahr.“

In passenden

Prozessen

sehen wir große

Effizienzgewinne

durch KI.

Daniel Schaudt

Geschäftsführer DASU

Für Firmen unverzichtbar

Er beschreibt zudem eine aktuelle

wissenschaftliche Diskussion:

Können KI-Modelle, deren

aktueller Ansatz das große

Sprachmodell ist, wirklich als

„Intelligenz“ gewertet werden?

„Es geht hier ja um autoregressive

Modelle, die immer versuchen,

das nächste Token oder

das nächste Wort vorherzusagen.“

Aber können diese Massen

an Internettext letztlich ein Abbild

der Welt erschaffen? Können

die großen Sprachmodelle

dahin kommen, dass sie wirklich

annähernd menschliche Intelligenz

besitzen werden und die

Menschen entsprechend unterstützen

können? Darüber gehen

die Meinungen auseinander.

Dennoch rät der DASU-Chef

dazu, dass sich Unternehmen

trotz offener Fragen unbedingt

mit der Technologie auseinandersetzen

sollten: „In den passenden

Prozessen sehen wir große

Effizienzgewinne durch den

Einsatz von KI bei unseren Kunden.

Die große Kunst liegt aktuell

in der Erkennung solche Prozesse

und der Entwicklung von

maßgeschneiderten Lösungen.“

Kolb prognostiziert schließlich,

dass KI viele, wenn nicht alle Berufsbilder

verändern wird:

„Manche Tätigkeiten werden

dann komplett übernommen, gerade

wenn es um repetitive Tätigkeiten

geht, etwa Recherchen

in Dokumentenbelegen.“ Bei den

neuen KI-Agentensystemen werde

gar schon sichtbar, dass die

Technologie in Geschäftsprozesse

integriert wird, etwa bei der

Verarbeitung von Formularen innerhalb

eines Arbeitsablaufs.

[!] Wilfried Urbe

Zur Person

Jens Kolb ist Professor

für das Gebiet

Digitalisierung und

Technologiemanagement

an der Hochschule

Neu-Ulm, wo

er auch als Vizepräsident

für Transfer und

Weiterbildung aktiv

ist.

Zur Person

Daniel Schaudt ist

Geschäftsführer des

DASU (Transferzentrum

für Digitalisierung,

Analytics &

Data Science Ulm),

gegründet unter anderem

von der Universität

Ulm. Das

Zentrum ist Anlaufstelle

für Unternehmen,

wenn es um Digitalisierung

geht.


Anzeige 47

Wie die NetCom BW Unternehmen für

eine digitale Zukunft rüstet

Mitarbeiter im Homeoffice, Videokonferenzen

mit Zulieferern an den unterschiedlichsten Orten,

Cloudservices zur Datenspeicherung, vernetzte

Produktionsstandorte und Kunden, die

Produkte immer häufiger online bestellen – in

einer stetig digitaler werdenden Welt nimmt

die Bedeutung hochleistungsfähiger und sicherer

Datenverbindungen auch für Unternehmen

kontinuierlich zu.

Foto: stock.adobe.com/Christian Schwier

Seit zehn Jahren Motor für den

Breitbandausbau in Baden-Württemberg

Dafür, dass Unternehmen auch in Ostwürttemberg

im regionalen ebenso wie im globalen

Wettbewerb um Arbeitskräfte und Kunden im

wahrsten Sinne des Wortes nicht den Anschluss

verlieren, sorgt die NetCom BW

GmbH. Denn seit nunmehr zehn Jahren treibt

das Telekommunikationsunternehmen aus

Ellwangen den Breitbandausbau in ganz Baden-Württemberg

voran und schafft damit

vielerorts die Grundlage der Digitalisierung.

Auf Basis eines der größten und modernsten

Glasfasernetze im gesamten Bundesland ist

die EnBW-Tochter heute in über 40 % der baden-württembergischen

Kommunen aktiv

und versorgt dort fast 100.000 Kund*innen.

Vielfältiger Service für Geschäftsund

Industriekunden

Darunter finden sich aktuell auch rund 14.000

Geschäfts- und Industriekunden, die wiederum

von einer großen Vielfalt an Produkten und

Dienstleistungen profitieren. Dazu zählen neben

Standardinternet- und -telefonieprodukten

mit Datenübertragungsraten bis 10 Gbit/s

auch Festverbindungen und Standortvernetzungen

mit Geschwindigkeiten von bis zu 100

Gbit/s. Zusätzlich bietet die NetCom BW dedizierte

Cloud-Standleitungen, verschiedenste

Rechenzentrumsservices und viele weitere

Dienste an.

Persönliche Lösungen für Unternehmen vor Ort

Ein weiterer Vorteil: Dank ihrer regionalen Verwurzelung

kennt die NetCom BW die speziellen

Gegebenheiten vor Ort. Angebote können

so im persönlichen Austausch direkt auf die

Bedürfnisse von Unternehmen angepasst und

Betriebe dadurch individuell auf ihrem Weg in

eine digitale Zukunft begleitet werden.

Haben Sie Fragen? Wir sind für Sie da:

netcom-bw.de/kontaktformular


48 RessoRt unternehmen [!]


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Foto: stock.adobe.com/Jess rodriguez

Glücksspiel IT-Sicherheit

– wie Unternehmen sich vor Cyber-Angriffen schützen können

Unternehmen stehen heute mehr denn je im Fokus

von Hackern. Sie wurden bisher noch nicht

angegriffen? Ein Blick auf die Sicherheitsprotokolle

genügt, um festzustellen, dass Angriffe

längst unbeachtet stattfinden.

Adidas, Oettinger, guenstiger.de, Rheinmetall,

Samsung, Südkabel, Alltours, Fasana – die Liste

der angegriffenen Unternehmen in diesem Jahr

ist scheinbar endlos. So rechnet der Bitkom allein

für 2025 bereits mit einem Wirtschaftsschaden

von 289 Mrd. Euro durch Cyber-Angriffe in

Deutschland (Wirtschaftsschutz 2025). Wie oft

solche Angriffe stattfinden, zeigt der Microsoft Digital

Defense Report 2025: So registriert Microsoft

in seinem Netzwerk bereits 100 Billionen verdächtige

Datenpakete – davon allein in Deutschland

rund 3,3 Billionen – täglich!

Die häufigsten Schäden entstehen dabei durch

Ransomware, gefolgt von DDoS-Attacken. Die Angreifer

sind meist organisierte Gruppen größtenteils

aus China und Russland.

Warum merken Unternehmen

die Cyber-Angriffe nicht?

Der Grund dafür ist, dass viele Angriffe systematisch

nach Schwachpunkten suchen oder es sich

beispielsweise um Login-Versuche handelt. Diese

Attacken laufen oft ins Leere oder scheitern, bis

sie letztendlich einen Angriffspunkt finden, um

dann ihre zerstörerische Kraft zu entfalten.

Das Problem: Die Angriffe auf die IT-Systeme werden

meist erst sichtbar, wenn man sich die Firewall-Reportings

und die „Attack Rate“ ansieht.

Erst dann stellen viele Betroffene fest, wie oft sie

bereits angegriffen wurden. Selbst bei kleinen Unternehmen

können das bereits Tausende Male pro

Monat sein.

IT-Sicherheit funktioniert nur proaktiv

Die eigene IT zu schützen ist keine einmalige Aufgabe,

sondern erfordert regelmäßige Überprüfungen,

Updates, Patches und Sicherheitstrainings

für alle Mitarbeitenden. Nur so lassen sich die Risiken,

Opfer einer Cyber-Attacke zu werden, einigermaßen

eingrenzen.

Aber wie viel IT-Sicherheit benötigt ein Unternehmen

und wie umfassend muss diese sein?

Und noch viel wichtiger: Wer soll sich im Unternehmen

darum kümmern?

IT-Sicherheit weitergedacht

LEW kennt die Herausforderungen von Unternehmen.

Viele haben weder das Personal noch das

Know-how, um sich permanent um die eigene

IT-Sicherheit zu kümmern. Aus diesem Grund bietet

LEW IT-Sicherheit im Doppelpack: Managed

Security Gateway & DDoS Protection.

Während mit Managed Security Gateway eine

Next-Generation-Firewall den Netzzugang kontrolliert

und vor unerwünschten Zugriffen schützt,

sorgt DDoS Protection dafür, dass das IT-System

nicht von Bot-Angriffen lahmgelegt wird.

Die Vorteile für Unternehmen: sichere Überwachung

und Schutz Ihrer Internetverbindung;

schnelle Erkennung von DDoS-Attacken, geringer

Administrationsaufwand; modernste Next-Generation-Firewall-Lösung

und vieles mehr.

Kurz gesagt: Unsere LEW IT-Security-Spezialisten

kümmern sich um Ihre IT-Sicherheit, damit Sie

sich ganz auf Ihr Business konzentrieren können.

Benötigt Ihre IT-Sicherheitsstrategie ein

Update? Wir beraten Sie gerne persönlich.

Unternehmensporträt

LEW TelNet GmbH

Die LEW TelNet GmbH ist einer der

führenden Anbieter für Telekommunikation

im Südwesten Bayerns und

angrenzenden Gebieten.

Wir verfügen über ein eigenes

Nachrichten netz sowie über ein breites

Produkt- und Dienstleistungsangebot

in den Bereichen Internet und Telefonie,

IT-Sicherheit, Rechenzentrum, Standortvernetzung

und Cloud-Dienstleistungen.

Neben Privatkunden betreuen wir

namhafte Kunden aus Industrie, Dienstleistung

und der öffentlichen Verwaltung.

Seit mehr als 25 Jahren beraten wir

Unternehmen aus der Region in IT- und

Telekommunikationsfragen – und unterstützen

sie gerne bei der Entwicklung

ihrer individuellen hybriden IT-Strategie.

LEW TelNet GmbH

Oskar-von-Miller-Str. 1b

86356 Neusäß

T +49 821 328-2929

gk-service@lewtelnet.de

telnet.lew.de/it-security


50

Transformations-Tannenbaum

7 praxis-Tipps für

Ihre Digitalstrategie

Destilliert aus über 200 Jahren gelebter Mittelstandserfahrung und mehr

als 170 Digitalprojekten des mesakumo-Beratungsteams.

Starten Sie mit dem „Warum“

Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Erst

wenn klar ist, warum Sie digitalisieren,

lassen sich die richtigen Technologien und

Projekte ableiten.

1

2Fokussieren Sie auf wenige,

3

Führen Sie durch Vorbild

Transformation beginnt an der Spitze. Nur

wenn Führung sichtbar digital denkt und handelt,

entsteht Glaubwürdigkeit. Dazu gehören

Transparenz, Mut zur Veränderung und die

Bereitschaft, eigene Routinen zu hinterfragen.

5

Verknüpfen Sie Effizienz mit

Kundennutzen

Interne Automatisierung ist wichtig, entscheidend

ist jedoch, was Ihr Kunde von der Digitalisierung hat.

Denken Sie End-to-End: von Produktentwicklung

über Service bis Vertrieb. Wer Prozesse digitalisiert,

um Kundenerlebnisse zu stärken, schafft echten

Mehrwert.

7

Nutzen Sie Ökosysteme

Kein Mittelständler muss das Rad neu erfinden.

Kooperieren Sie mit Partnern, Start-ups und

Kunden. Gemeinsame Plattformen, Datenräume

oder Service-Netzwerke erhöhen Innovationsgeschwindigkeit

und Resilienz.

4

Bauen

messbare Ziele

Digitale Transformation ist kein Sprint, sondern eine

strategische Reise und eher ein Marathon. Wählen Sie

wenige, aber strategisch relevante Handlungsfelder

und messen Sie den Fortschritt anhand konkreter

Kennzahlen: z. B. Effizienz, Umsatzbeitrag, Kundenzufriedenheit,

Mitarbeiterakzeptanz.

Sie digitale Kompetenz und

Lernfähigkeit systematisch auf

Technologie ändert sich. Ihr Unternehmen muss

lernen, sich mitzuwandeln. Investieren Sie in

Kompetenzen wie Data Literacy, KI-Verständnis,

Prozessdenken und Veränderungsfähigkeit.

Technologie folgt Kultur, nicht umgekehrt.

6

Fördern Sie eine Kultur, die

Fehler als Fortschritt versteht

Transformation braucht Mut zum Ausprobieren.

Schaffen Sie ein Umfeld, in dem Scheitern erlaubt

ist und Lernen erwartet wird. So entwickeln sich

Organisationen, die sich selbst ständig erneuern

können.

Das Team der

Digitalberatung

mesakumo

wünscht

www.mesakumo.com/frohe-weihnachten


51 Anzeige

Zukunft entsteht dort,

wo Technologie Haltung zeigt

artiso solutions gehört zu den „Innovativsten Unternehmen 2025“ und zeigt,

wie technologischer Fortschritt heute entsteht: durch Mut, Tiefe – und echte Partnerschaft.

Wenn über Innovationsstärke in Deutschland

gesprochen wird, fällt 2025 ein Name besonders

auf: artiso solutions. Das Blausteiner

Softwareunternehmen erreichte im aktuellen

Ranking des SZ Instituts Platz 77 der „Innovativsten

Unternehmen 2025“ – und gehört damit

zu den 100 Vorreitern unter mehr als 2.700

analysierten Firmen. Ein Ergebnis, das zeigt,

wie konsequenter technologischer Anspruch,

strukturiertes Vorgehen und echte Neugier zusammenwirken

können. „Innovation entsteht

nicht im Vorübergehen, sondern wenn man

bereit ist, Gewohntes infrage zu stellen und

neue Wege wirklich zu gehen“, sagt Geschäftsführer

Volker Rath.

Partner für die digitale Zukunft

Seit 1991 versteht sich artiso als Entwicklungs-,

Technologie- und Innovationspartner

für Unternehmen, die die digitale Transformation

nicht nur beobachten, sondern aktiv gestalten

wollen. Der Anspruch: digitale Produkte

entwickeln, die nicht von der Stange kommen

– sondern aus technischer Tiefe,

Kreativität und einem klaren Verständnis dafür,

was Technologie bewirken kann.

Dabei verbindet artiso langjährige Expertise

mit einem frischen, flexiblen Mindset. Es ist

genau diese Kombination, die Geschäftskunden

überzeugt: solide Erfahrung trifft auf moderne,

proaktive Entwicklungsarbeit – ein verlässlicher

Partner für Unternehmen, die sich

auf den Weg gemacht haben, innovativer zu

werden.

Technologie mit Verantwortung

Im aktuellen Innovationsranking bestätigt

sich, wie stark artiso Forschung, Wissenstransfer

und Partnerschaften verankert hat.

Nicht laute Ankündigungen, sondern substanzielle

Entwicklungen prägen die Arbeit des Unternehmens.

Dazu gehört auch der bewusste

Einsatz von KI: dezent, zielgerichtet und immer

dann, wenn sie echte Mehrwerte schafft –

sei es für Effizienz, Qualität oder neue digitale

Geschäftsmodelle.

Mit visionären Ideen und klarer technologischer

Orientierung setzt artiso Impulse in Bereichen,

in denen digitale Lösungen gesellschaftlichen

Nutzen stiften können. Ein Beispiel

ist die KI-gestützte Pflege-App „stand-by.

care“, die gemeinsam mit der Hochschule

Neu-Ulm entwickelt wurde und derzeit in einen

eigenen Innovations-Spin-off überführt wird.

Sie soll künftig dazu beitragen, pflegerische

Versorgung in einer Zeit zu stärken, in der der

demografische Wandel zu einem der größten

Herausforderungen der kommenden Dekade

wird. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Technologie

helfen kann, reale Probleme zu lösen –

verantwortungsvoll und menschenorientiert.

Auszeichnung als Antrieb

Die Platzierung im Innovationsranking versteht

artiso nicht als Ziel, sondern als Bestätigung

und Aufbruch zugleich. Als Beteiligungsunternehmen

der börsennotierten Uzin Utz SE

ist das Unternehmen stabil und langfristig

ausgerichtet – und arbeitet dennoch mit der

Wir entwickeln digitale Produkte,

die Zukunft gestalten – und wir

tun das mit Leidenschaft, Präzision

und einem klaren Blick für das, was

möglich ist.“

Volker Rath

Energie, Offenheit und Dynamik eines Startups.

Für Kunden bedeutet das: Innovation mit

Substanz und ein Partner, der Entwicklungen

nicht nur begleitet, sondern aktiv vorantreibt.

artiso bleibt seinem Weg treu: erfahren, aber

frisch; solide, aber stets auf dem Weg der Erneuerung;

und immer mit dem Anspruch,

Technologie so einzusetzen, dass sie Unternehmen

wirklich weiterbringt.

artiso solutions GmbH

Oberer Wiesenweg 25

89134 Blaustein

Telefon: +49 7304 803-0

E-Mail: service@artiso.com

www.artiso.com


52 ZAHLEN, DATEN & FAKTEN unternehmen [!]

Jetzt gibt‘s

Prozente

Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft

schreitet relativ langsam voran. Die Unternehmen sind

sich der damit einhergehenden Herausforderungen bewusst.

86

32

66

29

Prozent planen, KI im Bereich

„Kundenkontakt“ einzusetzen.

Prozent sehen sich als Vorreiter

bei der Digitalisierung.

Prozent der Unternehmen entwickeln

neue digitale Produkte.

Prozent planen, künftig mehr in

die Digitalisierung zu investieren.

89

97

82

61

Prozent der deutschen Unternehmen

verfolgen eine Digitalisierungsstrategie,

davon 28 Prozent

zentral und 61 Prozent in einzelnen

Bereichen.

Prozent sehen insbesondere „Big

Data“ als wettbewerbsentscheidend

an. Dicht gefolgt von „Internet

of Things“ (92 Prozent) und

„KI“ (90 Prozent).

Prozent der Industrieunternehmen

sind überzeugt, dass der Einsatz

von KI zukünftig entscheidend

für die Wettbewerbsfähigkeit

der Branche sein wird.

Prozent der befragten Unternehmen

planen, KI für den internen

Geschäftsbetrieb zu verwenden,

34 Prozent für Produkte bzw.

Dienstleistungen.

88

71

49

50

Prozent der Unternehmen sehen

die Anforderungen an den Datenschutz

als die größte Hürde im Bereich

Digitalisierung.

Prozent der Unternehmen, die

„Künstliche Intelligenz“ einsetzen

oder planen, sind bereit, für externe

KI-Tools zu zahlen.

Prozent der Gesamtkapazitäten

in den deutschen Rechenzentren

entfallen auf Cloud-Infrastrukturen.

Prozent aller befragten Unternehmen

haben eine Weiterbildungsstrategie

für digitale Kompetenzen.

QUELLE: „DIGITALISIERUNG DER WIRTSCHAFT“ - BITKOM-STUDIE 2025 &

„RECHENZENTREN IN DEUTSCHLAND“ – BITKOM DATA CENTRE SUMMIT 2025


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

53

35 Jahre Digitalisierung aus einer Hand

Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz und Cyber-Security

sind die Treiber der digitalen Transformation.

Für mittelständische Unternehmen

bedeutet das: Prozesse neu denken, Daten

schützen und Zusammenarbeit effizient gestalten.

Genau hier setzt die SOFT-CONSULT Häge

GmbH aus Langenau an.

Über 35 Jahre Erfahrung für den Mittelstand

Seit 1989 begleitet das Unternehmen Betriebe in

der DACH-Region bei der Digitalisierung. Mit

über 70 Mitarbeitenden bietet SOFT-CONSULT

Beratung, IT-Services und HR-Digitalisierung

aus einer Hand – praxisnah, persönlich und

ISO-zertifiziert.

Ganzheitliche Lösungen für Ihre Zukunft

Ob ERP mit Microsoft Dynamics 365 Business

Central, Modern Workplace mit Microsoft 365

und Azure oder sichere IT-Infrastrukturen:

SOFT-CONSULT entwickelt Lösungen, die Prozesse

vereinfachen und Daten zuverlässig schützen.

Ergänzt wird das Portfolio durch HR-Digitalisierung

– von Payroll-as-a-Service über digitale

Personalakten bis zu Bewerbermanagement-

Systemen.

Wer die digitale Transformation im Mittelstand

erfolgreich gestalten will, braucht einen Partner,

der Technologie und Praxis verbindet.

SOFT-CONSULT steht dafür seit über drei Jahrzehnten

– mit Erfahrung, Kompetenz und einem

klaren Blick für die Anforderungen von morgen.

Firmensitz CON5 & Geschäftsführung Anja Stegmann und Marin Capek

Fotos: coredia - Medienproduktion GmbH

SOFT-CONSULT Häge GmbH

Riedheimer Straße 5

89129 Langenau

T +49 7345 9611-0

sc@soft-consult.net

www.soft-consult.net


Anzeige 54 RESSORT unternehmen [!]

Die beiden Gründer Thomas Seruset (links: zeroseven design studios GmbH) und Marc-Gregor Weidt (rechts: Einmaleins GmbH) schlagen als Agenturgruppe

ein gemeinsames Kapitel auf.

Foto: Jana Schrenk, zeroseven

Einmaleins GmbH

Im Weitblick 1

88483 Burgrieden

+49 7392 9696­11

info@einmaleins.net

www.einmaleins.net

zeroseven design studios

Frauenstr. 83

89073 Ulm

+49 731 71 57 32 100

dialog@zeroseven.de

www.zeroseven.de

EINMALEINS plus

zeroseven macht 2

30 Jahre EINMALEINS, 25 Jahre zeroseven –

55 Jahre geballte Erfahrung in Produktdesign

und Markenentwicklung. Es gibt Momente, in

denen sich Dinge nicht addieren, sondern

potenzieren. Wenn aus gemeinsamen Werten

ein neues Miteinander entsteht.

EINMALEINS aus Burgrieden und die zeroseven

design studios aus Ulm schlagen ein neues

gemeinsames Kapitel auf – als Agenturgruppe,

die Unternehmen begleitet, von der Strategie

bis zum marktreifen Produkt.

Der Zusammenschluss zum 01.01.2026 läutet

den nächsten Schritt zweier etablierter regionaler

Größen ein. EINMALEINS – mit 30 Jahren

Expertise in Produktdesign, UI/UX und Visualisierung

– wird Teil der zeroseven design studios,

die zuletzt ihr 25­jähriges Jubiläum gefeiert

haben. 55 Jahre Erfahrung, 55 kreative Köpfe.

Ein gemeinsames Zuhause für starke Ideen.

Menschlich auf einer Linie wächst das interdisziplinäre

Team beider Agenturen zusammen,

bleibt neugierig und inspiriert. Das macht das

Kollektiv zum verlässlichen Partner für Lösungen,

die inhaltlich, visuell und funktional tragfähig

sind.

EINMALEINS und zeroseven – die erste Adresse

für strategisch geführte Marken­ und Produktentwicklung

im B2B­Bereich, mit ästhetischem

Anspruch und technologischem Know­how.


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

55

Über EINMALEINS

EINMALEINS steht für Produktdesign, Grafikdesign,

UI/Screen Design und Visualisierung. Mit

bewährter Methodik und leidenschaftlichem Gestaltungsanspruch

wird Design zu einem strategischen

Werkzeug für einzigartige Nutzererlebnisse

– abgestimmt auf Markenstrategie, Customer

Experience und unternehmerische Ziele.

Leistungen

• Strategische Marken­ und

Produktentwicklung

• Strategie Workshops

• Produkt Design

• Grafik Design

• Corporate Design

• Visual Design

• Digital Design (UX/UI)

Mehr unter: www.einmaleins.net

Firmengebäude der EINMALEINS GmbH in Burgrieden.

Foto: Stefan Schmid, Achstetten

Über zeroseven design studios

Die zeroseven design studios transformieren die

individuelle DNA von Marken in relevante Kommunikationslösungen

mit Zugkraft. Das Spektrum

reicht von fundierter Markenstrategie und

hohem Designanspruch über Web­Entwicklung

bis hin zu datengetriebenem Online­Marketing.

Agenturräume der zeroseven design studios in der Zionskirche in Ulm.

Foto: Conné van d´Grachten

Leistungen

• Marken Strategie

• Corporate Identity

• Employer Branding

• Corporate Design

• Corporate Publishing

• Webdesign

• Markenführung mit KI

• Marken im Raum

• Messe Design

• Online Marketing

• Suchmaschinenoptimierung (SEO)

• Online Advertising (SEA)

• Performance Marketing

• Website Entwicklung

• App Entwicklung

• E­Commerce Lösungen

• Cloud Infrastrukturen

• Digitale Geschäftsanwendungen

Mehr unter: www.zeroseven.de


MONTAGE MESCHKOWSKI FOTO: LARS SCHWERDTFEGER, CHRIS52 & PETERSCHREIBER.MEDIA/ADOBESTOCK.COM

Bereits im Anschluss an sein Windkraft-Engagement hat Grauling einen Solarpark installiert.

Das Energiebündel

von Tomerdingen

Macher Dieter Grauling hat die Mission, die Energiewende

anzutreiben. Dafür hat er seinen Ruhestand abgesagt.

Dass Dieter Grauling seit

2015 „im Ruhestand“

sein soll, ist eine etwas

abwegige Vorstellung.

Offiziell ist der Mittsiebziger

dies zwar tatsächlich, doch in

Wirklichkeit ist der Übergang

vom Berufsleben in den ruhigeren

Lebensabschnitt bei ihm

schlichtweg ausgefallen. Grauling

machte einfach weiter im

bisherigen Tempo, nur wieder

mal auf einem komplett anderen

Gebiet. Seit der „Ruhestand“

immer näher rückte, entwickelt

er größere Projekte auf

dem Gebiet der erneuerbaren

Energien.

Tomerdingen, Teilort von

Dornstadt auf der Schwäbischen

Alb, wo Grauling aufgewachsen

ist und bis heute lebt: Dass die Silhouette

des einstigen Bauerndorfs

sich stark verändert hat, ist größerenteils

sein Werk. Elf Windräder

sind hier seit den Nullerjahren

aus den Äckern gewachsen

und überragen die Ortsgebäude

bei Weitem. Die jüngsten sechs

Anlagen gehen auf Graulings Konto.

Sein Part daran war der eines

klassischen Projektentwicklers: Er

hat sie, unterstützt durch einen

Berater, bis zur Genehmigungsreife

vorangetrieben und danach die

Projektrechte veräußert.

Hunderttausende

Euro mussten

vorgestreckt

werden.

Dieter Grauling

Rentner im Unruhestand

Die ersten seiner drei Anlagen

brachte 2013 die Greenpeace-Gesellschaft

Planet Energy

ans Netz, die drei baugleichen,

die im Jahr 2017 nachfolgten,

übernahm die Solarinvest

AG der Stadtwerke Schwäbisch

Hall. Von den 28 Prozent Aktien

in Streubesitz hält er selbst ein

kleines Paket. Die Spanne zwischen

der Idee bis hin zur Umsetzungsreife

– sie füllt bei Grauling

eine ganze Batterie an Aktenordnern.

Wie er die Energiewende voranbrachte,

ist bei Grauling nicht

in eine chronologische Erzählung

geordnet. Oft springt er

zwischen den Projekten hin und

her, landet auch mal wieder in

früheren beruflichen Stationen.

Was er dort an Rüstzeug und Organisationsfertigkeit

erworben

hatte, sei ihm dabei sehr zugutegekommen.

Dann schlägt er wieder

einen Bogen zu den Windrädern

und den Solarparks, die

auf sein Konto gehen.

Wie er nun so in dem Ordner

blättert, bildet der Schriftwechsel

mit Behörden nur einen Teil


unternehmen [!]

NACHHALTIGKEIT

57

darin. Er musste sich um Investoren

kümmern, um Gutachten,

und die Anpachtung von Grundstücken,

um die technische Planung,

um Rentabilitätsberechnungen

und nicht zuletzt darum,

Einspeisepunkte ins Stromnetz

zu ergattern, was wiederum

langwierige Verhandlungen mit

dem Netzbetreiber mit sich gebracht

habe. Und all dieses verursachte

natürlich auch Kosten.

Hunderttausende Euro seien

erst einmal abgeflossen und

mussten vorgestreckt werden,

ohne Garantie, dass am Ende ein

„Go“ stehen würde oder nicht

doch etwa in den Bieterverfahren

weitere Mitbewerber die

Nase vorne haben würden. Allein

die Genehmigungen hätten

pro Windrad mit bis zu 50.000

Euro zu Buche geschlagen,

schätzt Grauling.

Jeder Meter bringt ein Prozent

mehr

Von gänzlich anderen beruflichen

Stationen kommend, hat er

sich regelrecht reingefuchst in

die komplizierte Materie der erneuerbaren

Energien und wie

man sie gewinnbringend ans

Netz bringt. Sein erstes Windrad,

das habe er schnell gemerkt, sei

zu klein dimensioniert und „passte

daher wirtschaftlich nicht.“

Die anderen, mit einer Höhe von

199,5 Metern vom Boden bis zur

Rotorspitze, zählten dann schon

zu den damals höchsten in Baden-Württemberg.

„Jeder Meter mehr bringt ein

Prozent mehr Stromertrag“,

nennt der Entwickler eine Faustformel.

Und jede Verzögerung in

der Realisierung minderte die

Höhe der auf 20 Jahre fixierten

Einspeisevergütung. Drei Jahre

Rechtsstreit beim zweiten Projekt

verursachten einen wirtschaftlichen

Schaden von nach seinen

Angaben 2,5 Millionen Euro, weil

es nun statt der angepeilten 9,13

Cent pro Kilowattstunde nun einen

Cent weniger gab.

Oft verstrichen viele Monate,

bis es weiterging, erzählt er. Der

Druck, unter dem er gestanden

habe, sei immens gewesen. Nicht

nur einmal sei er nachts aufgestanden,

um an Lösungsmöglichkeiten

zu tüfteln. Wobei, das unterschlägt

Grauling nicht, ihn

Nicht

stehen

bleiben,

immer

weitermachen.

Bruttostromverbrauch

(gesamt) 528 Mrd. kWh

45,9

%

54,1

Erneuerbare Energien

Fossile Energieträger,

Kernenergie

und Stromimporte

Anteile der erneuerbaren

Energien (54,1 %)

286 Mrd. kWh

9,3

14,3

4,3

%

Wind an Land

Wind auf See

Photovoltaik

Biomasse

Wasserkraft

GRAFIK MESCHKOWSKI

QUELLE: SWP, DPA

4,9

21,4

seine Frau Marlene tatkräftig

buchhalterisch unterstützt und

er auf den Sachverstand aus seinem

persönlichen Umfeld zurückgreifen

konnte.

Grauling ist hervorragend

vernetzt, sonst wäre er wohl

nicht so weit gekommen. Bei der

Investorensuche hätten ihn

Tippgeber auf die Spur geführt.

So öffneten sich viele Türen,

aber nicht alle. Nicht gelungen

sei ihm beispielsweise die Initiierung

eines „Bürgerwindrads“,

an dem sich die örtliche Bevölkerung

hätte beteiligen können.

Hier habe es ihm an der notwendigen

Unterstützung gefehlt, was

ihn bis heute wurmt.

Vor ein paar Jahren bereits einmal

auf all die Mühen angesprochen,

meinte er damals: „Nein,

das würde ich heute nicht mehr

machen.“ Und heute? Fällt die

Antwort gleichlautend aus – und

es stehen doch schon wieder weitere

Pläne im Raum. Bereits im

Anschluss an sein Windkraft-Engagement

hat Grauling einen Solarpark

installiert. Drei weitere,

auf 40 Megawatt ausgerichtet,

sind bereits in Planung. Sie

durchliefen gerade das Genehmigungsverfahren.

Laut Zielhorizont

sollten sie ab 2027 Strom liefern.

Graulings Ordner-Bestand

wächst also munter weiter.

Eine besonders hohe Hürde

sei auch diesmal wieder der Anschluss

ans Stromnetz. Weil die

Leitung des Nahverteilnetzes so

viel zusätzlichen Strom nicht

aufnehmen kann, brauche er Zugang

zum überörtlichen Hochspannungsnetz.

So wie es derzeit

ausschaut, wird Grauling

nicht umhinkommen, dafür wieder

einmal – und auf eigene Kosten

– Leitungen zu legen.

Wird er damit dann sein Lebenswerk

abschließen und in

den Ruhestand gehen? Grauling

hält sich ein Hintertürchen offen.

Ein Batteriespeicher zur

Aufnahme von im Moment nicht

benötigten Stroms sowie ein

kleines Umspannwerk seien weitere

seiner Überlegungen. Alles

andere als weitere Pläne wären

aber auch eine Überraschung bei

einem Mann, dessen Lebensmotto

lautet: „Nicht stehen bleiben,

immer weiter machen.“

[!] Thomas Vogel

Zur Person

Dieter Grauling ist

Geschäftsführer der Dieter

& Marlene Grauling GbR.

Das Unternehmen befasst

sich mit der Projektierung

von Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

Die Philosophie

ist die Erzeugung von

Strom aus regenerativen

Energien.

Die dezentrale Stromerzeugung

in der Region durch

Wind und Sonne steht im

Vordergrund des Unternehmens.

Im November 2013 wurde

unter Graulings Mitwirkung

die bis dato höchste Windkraftanlage

Baden-Württembergs

mit 199 Meter Gesamthöhe

in Tomerdingen-

Bermaringen aufgestellt.

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Stilvolles Wohnen in direkter

Bahnhofsnähe. Die Ulmer

Sedelhöfe sind ideal für Pendler,

die in Stuttgart oder München

arbeiten. Foto: Matthias Kessler

FOTO: ZORAN_JESIC/ADOBESTOCK.COM

Das Büro

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Schreibtisch

Workspaces im Wandel Hybride Arbeit,

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Flexibilität dabei zum Erfolgsfaktor wird.

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unternehmen [!] SPEZIAL 59

Wer aktuell ein Büro

neu einrichtet oder

gar baut, steht vor

einer ganzen Reihe

an Fragen. Wie viele Leute kommen

in Zeiten von mobilem Arbeiten

und Homeoffice überhaupt

noch ins Büro? Wie motiviere

ich meine Mitarbeitenden,

den persönlichen Austausch vor

Ort zu suchen? Wie viel Fläche

brauche ich überhaupt noch?

Und vor allem: Wie wird das alles

in einigen Jahren aussehen?

Es ist Flexibilität gefragt, das

sieht auch Thomas Beyerle so,

Professor für Immobilienwirtschaft

und Immobilienforschung

an der Hochschule Biberach. Die

Planungshorizonte würden immer

kürzer. Mietverträge liefen

mittlerweile eher über fünf als

über zehn Jahre. „Da müssen Unternehmer

und auch Immobilienmenschen

flexibler werden.“

Eine Ausnahme bilde hier der

Öffentliche Dienst. Hier sei noch

alles relativ standardisiert und

planbar.

Flexibilität bedeutet unter

Umständen auch: „Man muss

sich schon vorstellen können,

dass man aus ‚Büro alt‘ irgendwann

‚Wohnen neu‘ macht.“ Ohnehin

spielt die Verzahnung von

Wohnen und Arbeiten laut Beyerle

eine zentrale Rolle – ob es

um „Corporate Living“ geht, also

die gute alte Werkswohnung, die

aktuell eine Renaissance erlebt,

oder das Konzept der 15-Minuten-Stadt.

Das besagt, dass Wege in der

Stadt so verkürzt werden, dass

die wichtigsten Orte – Wohnung,

Arbeitsplatz, Nahversorgung,

Ärzte, Freizeitmöglichkeiten –

binnen 15 Minuten erreichbar

sind. Beyerle sieht hier Ulm

schon gut dabei. Regelmäßig

fährt er mit seinen Studierenden

an die Sedelhöfe, wo es neben

Die

Verzahnung

von Wohnen und

Arbeiten spielt

eine zentrale

Rolle.

Prof. Thomas Beyerle

Professor für für Immobilienwirtschaft

und -forschung

Geschäften auch Wohnungen

gibt. Die seien zwar teuer, aber

durch die Bahnhofsnähe für

Pendler gut geeignet. „Das hat

schon seine Zielgruppe erfasst.“

Es muss aber nicht immer gleich

ein neues Stadtquartier sein.

Auch im Bestand lasse sich vieles

gut verwirklichen. „In dem

Moment, wo ich Wohnen reinbringe,

habe ich den ersten

Schritt schon gemacht“, sagt

Beyerle. Auch der Gesetzgeber

habe dieser Entwicklung mit der

Einführung des „Urbanen Gebiets“

im Bauplanungsrecht

Rechnung getragen.

Doch auch im Büro selbst verändert

sich derzeit natürlich einiges.

Was bleiben wird: Die

Funktion des Büros als Kommunikationsraum

– wenngleich

auch die einem Wandel unterworfen

ist. „Man stellt einfach

dem Co-Pilot oder ChatGPT die

Frage, die man vielleicht vorher


60

SPEZIAL unternehmen [!]

Das ist wichtig beim Büromöbelkauf

Im Büro der Zukunft

ist auch bei den

Möbeln Flexibilität

und Anpassungsfähigkeit

gefragt.

Foto: ImageFlow/

adobestock.com,

Industrieverbands

Büro und Arbeitswelt

(IBA) & HBC

Hochschule Biberach

Zur Person

Prof. Dr. Thomas

Beyerle lehrt und

forscht an der Hochschule

Biberach zu

Immobilienmanagement

und Immobilienresearch.

Zu seinen

Forschungsthemen

gehört unter anderem

die

Transformation im

Bestand. Neben seiner

akademischen Tätigkeit

produziert er

auch den Podcast

„Immo Insider“.

Zur Person

Jasmin Najiyya ist

Pressesprecherin des

Industrieverbands

Büro und Arbeitswelt.

In diesem Verband

mit Sitz in Wiesbaden

haben sich die Unternehmen

der Büromöbel-

und -Einrichtungsbranche

organisiert.

In Zeiten von häufig nicht mehr

bestimmten Mitarbeitenden

zugewiesenen Arbeitsplätzen

muss das Mobiliar schnell an

die Körpermaße der einzelnen

Nutzer angepasst werden

können, sagt Jasmin Najiyya

vom IBA.

„Sitzhöhe und Armlehnenhöhe

am Stuhl sowie die Arbeitshöhe

des Tisches sollten sich mit jeweils

einem Griff anpassen

lassen“, empfiehlt sie: „Weitere

Anpassungen können automatisch

erfolgen.

Bei Stühlen zum Beispiel über

eine automatische Gewichtserkennung

und flexible Materialien,

die Tischhöhe kann alternativ

über Knopfdruck oder per

App und Sensortechnik angepasst

werden.“

dem Kollegen gestellt hätte“, so

Beyerle.

Trotzdem sei es wichtig, dass

das Büro über eine „Kommunikationszone“

verfüge, erklärt der

Immobilienexperte – und meint

damit nicht nur die klassische

Kaffeeküche. „Die Kaffeeküche

wurde ja nach der Pandemie

komplett verklärt.“

Wie die Kommunikationszone

dann genau aussieht, das komme

ganz auf den Einzelfall an –

also auf die Arbeitsprozesse im

Unternehmen. So seien etwa im

Consulting-Bereich die Leute

häufig bei den Kunden vor Ort

und schon allein deshalb weniger

im Büro. Gestaltet werden

kann der Bereich dann je nach

Anforderung: Von einer Art

„größere Telefonboxen für zwei

Menschen“ bis zu einer Lounge

mit Barista ist alles möglich.

Laut Jasmin Najiyya, Pressesprecherin

des Industrieverbands

Büro und Arbeitswelt (IBA), in

dem sich die Büromöbel- und

-Einrichtungsbranche organisiert

hat, macht es die Mischung:

„Gefragt sind vielseitig nutzbare

Kommunikationsbereiche –

von offenen Treffpunkten bis hin

zu Rückzugsräumen für informelle

Gespräche. Zusätzlich gewinnen

Workshop- und Projektflächen

an Bedeutung, damit

Teams gemeinsam kreativ und

effizient arbeiten können.“

Klar müsse nur sein, sagt Beyerle:

„Die fünf Tage Büro in der

Woche sind vorbei.“ Heißt: Dass

sich Menschen von anderswo

zuschalten, muss bei der Gestaltung

und Einrichtung des Büros

mitgedacht werden.

Dass es hier nicht bei Laptop

und Webcam enden muss, sehen

Workshopund

Projektflächen

gewinnen an

Bedeutung.

Jasmin Najiyya

Pressesprecherin des

Industrieverbands Büro und

Arbeitswelt

sowohl Beyerle als auch die

Trendforscherin Birgit Gebhardt

so, die im Auftrag des IBA eine

Studie zum Thema KI in der Arbeitswelt

auf Grundlage von Experteninterviews

erstellt hat.

Beide sind sich einig, dass Virtual

und Augmented Reality

künftig eine stärkere Rolle spielen

werden.

In der Studie, es ist die insgesamt

sechste der „New Work Order“-Studien

des Industrieverbands,

in dem sich die Büromöbel-Branche

organisiert hat, ist

nachzulesen, wohin die Reise gehen

könnte: Physische und digitale

Arbeitswelten verschmelzen

miteinander. „Das Büro dient als

Brutkasten für Ideen – mit allen

physischen und digitalen Facilities,

die schnelles Prototyping

und Co-Creation ermöglichen.“

Die Studie arbeitet drei Konzep-


unternehmen [!] RESSORT 61

Nething Generalplaner GmbH

Ulm

Arbeitswelten mit Weitblick

Mittelständische Unternehmen verändern

sich: neue Arbeitsweisen, mehr Mitarbeitende,

höhere Ansprüche an Nachhaltigkeit.

Wer heute baut, sollte in zehn

Jahren nicht neu planen müssen.

Doch wie gelingt das? Zwei Projekte in der

Region zeigen unterschiedliche Wege.

Weiterbauen statt Abreißen

Der Campus Schneider Geiwitz ist das Ergebnis

einer klaren Entscheidung: Die Wirtschaftskanzlei

wählte bewusst die Transformation eines ehemaligen

Hochschulgebäudes in Ulm. Entstanden

ist daraus ein Campus mit 10.500 m² Nutzfläche,

bei dem sich Alt und Neu nicht nur ergänzen, sondern

in einen Dialog treten.

Der sanierte Bestand mit seiner weißen Mosaikfassade

erhielt einen selbstbewussten Gegenpart:

einen sechsgeschossigen Neubau mit Glasfaserbetonfassade,

die je nach Lichteinfall mal

plastisch, mal ruhig wirkt. Die beiden Baukörper

neigen sich einander zu, rahmen einen halböffentlichen

Platz und formen so ein Ensemble, das

zur Stadt spricht.

Dabei macht die Architektur die Unternehmenswerte

erlebbar: Transparenz nach außen, Diskretion

im Inneren. Das Raumkonzept verbindet ruhige

Einzelarbeitsplätze an den Fassaden für

konzentriertes Arbeiten mit flexiblen Teamzonen

und atmosphärische Aufenthaltsbereichen für

Austausch und Begegnung.

Schnell bauen durch Vorfertigung

Einen anderen Weg ging Nething Architekten

beim eigenen Bürogebäude in Neu-Ulm. Hier entstand

ein Neubau in Holz-Hybrid-Bauweise – und

das in bemerkenswerten 20 Monaten. Die Holz-

Nething Office: Offene Strukturen mit klaren Sichtbeziehungen schaffen Transparenz und Austausch

Fotos: Nikolay Kazakov

fassade verleiht dem kubischen Bau eine warme

Ausstrahlung, während die Konstruktion die Stärken

von Holz und Beton verbindet.

Die schnelle Bauzeit gelang durch konsequente

Vorfertigung: Alle technischen Arbeiten wurden

in der Werkshalle montiert und nicht erst auf der

Baustelle. So entstanden Rohbau, Holzbau und

Fassade in nur vier Monaten. Im Inneren verbindet

ein zentraler Lichthof mit Treppen die Geschosse

und schafft vielfältige Sichtachsen durch

das gesamte Gebäude.

Das Raumkonzept für über 100 Mitarbeitende

folgt dem Activity Based Working – eine flexible

Struktur, bei der Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz

je nach Aufgabe wählen können.

Nachhaltigkeit als Standard

Was beide Projekte verbindet, ist ihr selbstverständlicher

Umgang mit Nachhaltigkeit: Bspw.

ermöglichen Geothermie und Photovoltaik eine

nahezu CO ²

-neutrale Energieversorgung.

Was bleibt

Bürogebäude sind keine reinen Zweckbauten. Sie

prägen die Unternehmenskultur, bilden Arbeitsprozesse

ab und tragen damit unmittelbar zu Effizienz

und Produktivität bei. Gleichzeitig sind sie

im Wettbewerb um Fachkräfte ein entscheidender

Faktor. Die beiden Projekte zeigen: Bestand transformieren

oder neu bauen – beides kann funktionieren,

wenn die Arbeitswelt die Prozesse im Unternehmen

unterstützt. Denn gute Architektur

entsteht aus einem Dialog heraus.

Der Campus Schneider Geiwitz macht Unternehmenswerte räumlich erlebbar.

Nething Generalplaner GmbH

Edisonallee 33

89231 Neu-Ulm

+49 731 800 080

info@nething.com

www.nething.com


Workshop- und Projektflächen gewinnen in der modernen Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung.

Foto: Jacob Lund, Photographee.eu & Prostock-studio/adobestock.com

Mobile Trennwände schaffen die Möglichkeit, auf veränderte

Personalsituationen flexibel zu reagieren.

Platz für Kommunikation – bei der Gestaltung dieser Möglichkeit

sind keine Grenzen gesetzt.

te für das Büro der Zukunft heraus:

So wird das Büro mal zur

Leitzentrale, mal zum Innovationslabor

und mal zum „hybriden

Playground“ im Rahmen einer

Gaming-Challenge, wie Jasmin

Najiyya erläutert.

Flexibilität

muss zum

Grundprinzip jeder

Bürogestaltung

werden.

Jasmin Najiyya

Pressesprecherin IBA

Auch sie unterstreicht, dass

bei einer zukunftsfähigen Büroarchitektur

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

im Vordergrund

stehen. „Die meisten Unternehmen

müssen mindestens

zwei, wenn nicht sogar alle drei

Formen der Zusammenarbeit

unterstützen, um künftigen Anforderungen

gerecht zu werden“,

meint sie: „Wie viel Raum für die

einzelnen Bereiche benötigt

wird, wird sich dabei immer wieder

ändern. Mobile Trennwände,

verschiedene, leicht anpassbare

Zonen für Austausch und

konzentriertes Arbeiten sowie

technisch vorbereitete Umgebungen

und vielfältig nutzbare

Möbel ermöglichen kurzfristige

Anpassungen.“ Grundsätzlich

sagt Najiyya zum Thema Flexibilität:

„Wer heute in Büroflächen

investiert, muss mit tiefgreifenden

Veränderungen und immer

neuen Anforderungen rechnen.

Die wichtigste Empfehlung aus

Branchensicht: Flexibilität muss

zum Grundprinzip jeder Bürogestaltung

werden.“

Zur hybriden Arbeitslandschaft

der Gegenwart und Zukunft

gehört neben dem Büro

vor Ort auch das Homeoffice.

Wie ist es um die Einrichtung

der Büros in den eigenen vier

Wänden bestellt? Gar nicht mal

so schlecht, wie man vielleicht

vermuten würde, meint Najiyya.

Umfragen des Meinungsforschungsinstituts

Forsa im Auftrag

ihres Verbandes würden zeigen,

dass zwei Drittel der Menschen,

die im Homeoffice arbeiten,

dort auch über einen

Arbeitsplatz verfügen, „der diesen

Namen auch verdient“.

Bei der Ausstattung gebe es

Nachholbedarf. „Entsprechend

groß ist das Potenzial für unsere

Branche“, so Najiyya: „Gleichzeitig

ist der Bereich Homeoffice ein

Markt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Arbeitgeber sind im Rahmen

des Arbeitsschutzes auch

bei mobiler Arbeit für die jeweiligen

Arbeitsbedingungen verantwortlich.

Die konkreten Entscheidungen

über die Ausstattungen

der Homeoffices und häufig

auch deren Finanzierung überlassen

sie dennoch meist ihren Angestellten.“

Der Markt sei daher

vergleichsweise stark volatil.

[!] Henri Gallbronner


unternehmen [!] RESSORT 63

Scheurer RaumConcepte

Ulm

Von hochwertigen Büroeinrichtungen bis hin zu exklusiven Wohnmöbeln – bei Scheurer RaumConcepte findet jeder das Passende.

Fotos: Hersteller-Bilder

Ergonomische Arbeitsplätze –

genau auf Sie abgestimmt

Ob Arbeitsplätze, Garderoben, Küchen oder

komplette Büro-Komplexe – die Einrichtungs-Spezialisten

im Ulmer Norden verstehen

ihr Handwerk und betreiben es mit Herzblut.

Namhafte Großkunden in Ulm & Umgebung

wissen das zu schätzen und erweitern die

Stammkundschaft Jahr um Jahr.

Persönlicher Einsatz mit Leidenschaft

Geschäftsführerin Irmgard Scheurer leitet den

Betrieb mit großer Begeisterung: „Nach gemeinsamen

Gesprächen erstellen wir 2- und

3-D-Ansichten, damit unsere Kunden sich ein

realistisches Bild ihrer neuen Räumlichkeiten

machen können. Wenn man nach der Planung,

Bestellung und dem Aufbau schließlich einen

vollständig eingerichteten Raum sieht, ist das

immer wieder eine große Bereicherung – unabhängig

davon, ob es sich um ein großes oder

kleines Projekt handelt.“ Als Familienbetrieb

legen wir großen Wert auf persönlichen Einsatz

und Leidenschaft für unsere Arbeit.

Wir nehmen uns Zeit für individuelle Wünsche

und schaffen Räume, in denen man sich wohlfühlen

kann.

Tochter Sarah Elisa Steck ist seit einigen Jahren

aktiv im Unternehmen tätig und bringt sich

mit vollem Engagement ein.

Regelmäßige Atkionen

„Neben der Beratung und Planung nach

Arbeitsstättenrichtlinien sowie der Gestaltung

ganzheitlicher Raumkonzepte mit Leuchten

und Esstischen bietet Scheurer RaumConcepte

auch Produkte, bei denen das außergewöhnliche

Design im Mittelpunkt steht. Der Name

Scheurer RaumConcepte steht sowohl im

Bereich der Büro- als auch der Wohn- und

Geschäftseinrichtungen sowie bei individuellen

Schreinerlösungen für höchste Qualität – und

das in Kooperation mit namhaften Herstellern.

Ob es sich dabei um ein großes Projekt oder einfach

nur ein neuer Schreibtischstuhl handelt –

ein Besuch lohnt sich immer.

Zudem erwarten Sie regelmäßig attraktive Aktionen,

beispielsweise zu motorischen Tischen,

Drehstühlen, Besucherstühlen und vielem

mehr.“

Entdecken Sie in unserem Showroom individuelle

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Öffnungszeiten: Termine gerne nach Vereinbarung.

Scheurer RaumConcepte

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Vorbeigeschaut

bei ...

FOTO: G. CARLUCCI

FOTO: MARC HÖRGER


unternehmen [!] NACHGEFRAGT 65

Rainer Frey

Nachgefragt Aus der Uhinger Handels- und Politiklandschaft ist der Unternehmer Rainer

Frey nicht wegzudenken – ein Antreiber und Macher, wie es ihn nur selten gibt. Ein

Gespräch über Service, Sprengstoff und Speck.

Guten Tag Herr Frey. Wie geht es

Ihnen?

Gut. Wir hatten einen sehr guten

September – die Herbst-/Wintersaison

wird gut. Kurz: Wetter

passt, Geschäft passt.

Sie sind Jahrgang 1960, die

„Boomer“ gehen langsam in

Rente. Warum sind sie als Unternehmer

noch aktiv?

Ich sage immer spaßeshalber „ich

habe lebenslänglich“. Es gibt immer

was zu tun, wir wohnen hier

im Haus, haben vier Geschäfte,

mir macht die Arbeit Spaß und

meiner Frau genauso.

Es reicht

ein Wort:

„Ungeduldig“

Neben Ihrem eigenen Unternehmen

sind Sie auch noch im Uhinger

Gemeinderat und Vorsitzender

des Handels- und Gewerbevereins.

Können Sie ohne Arbeit

oder Ehrenamt gar nicht leben?

Ich bin jetzt 35 Jahre Vorsitzender

des größten Handels- und

Gewerbevereins im Landkreis

mit über 150 Mitgliedern. Die

ehrenamtliche Tätigkeit als

Gemeinderat und stellvertretender

Bürgermeister mache

ich seit 1994. Ich wurde gebeten

weiterzumachen und habe

ein siebtes Mal zugestimmt.

Alle diese Ämter kann man nur

mit einer tollen Frau an seiner

Seite machen und wenn in der

Familie alles stimmt und das

Geschäft auf dem Laufenden

ist – so ist es bei mir.

Wie würden Sie sich selber in einem

Satz beschreiben?

Es reicht ein Wort: „Ungeduldig“.

Wie schalten Sie ab?

Mit Lesen – lokale Krimis, Biographien,

Zeitungen, Bücher und

Fachzeitschriften rund um

LKWs und Oldtimer – ich bin gelernter

Spediteur. Sehr gerne bin

ich auch mit dem Motorrad unterwegs

oder treffe mich mit

Kumpels beim Stammtisch.

Die Frey-Firmengeschichte beginnt

im Jahr 1895 mit einem Gemischtwarenladen

und dauert

nun schon 130 Jahre an. Sie beziehungsweise

Ihre Familie hat

viel ausprobiert: Trial & Error.

Wie lange überlegen Sie, was

bleibt und was eingestellt wird?

Eher nicht lang. Bevor wir eine

Entscheidung treffen, informieren

wir uns gründlich. In Sortimentsfragen

gehen mein Sohn Simon

und die Mitarbeiterinnen

voran. Unser Haus hat mit Kolonialwaren

begonnen, wir haben

sogar Sprengstoff verkauft – wir

wandeln uns ständig, sonst könnten

wir nicht überleben. Zum Beispiel

liegen an unserer Kasse

Speck, Kaminwurzen, Schüttelbrot

und Wein aus – das habe ich

letzte Woche in Südtirol direkt

bei den Herstellern geholt – seit

20 Jahren gefällt unseren Kunden

diese Aktion. Viele fragen schon

immer nach: „Wann kommt der

Speck?“ Für ein Modehaus haben

wir gute Stückzahlen mit Speck

und Wein (lacht)!

Haben Sie eigentlich eine Einzelhandelsausbildung

im Unternehmen

gemacht?

Ich habe eine Ausbildung als

Speditionskaufmann gemacht,

weil ich Lust darauf hatte. Meine

Eltern haben mir keine Vorschriften

für die Lehre gemacht.

Ich war sogar LKW-Fahrer – ich

wollte einfach sehen, wie das so

ist. Irgendwann fragte mich dann

meine Mutter, ob ich nicht einsteigen

will. Und mir war klar,

dass damals mit 25 Jahren ein guter

Zeitpunkt zum Einstieg war,

da ich als junger Mann mit der

vollen unternehmerischen Motivation

hier investieren und was

bewegen kann. Und so bin ich

dann 1985 eingestiegen. Und

dann bin ich es angegangen.

Handel ist Wandel. Kolonialwaren

und Mode – schön und gut.

Aber wie war das mit dem

Sprengstoff?

Mein Urgroßvater hatte in den

1920er-Jahren die Lizenz zum

Verkauf von Sprengstoff. Für die

umliegenden Sandbrüche und

die Beseitigung von Felsen in

Baugruben war Sprengen damals

eine normale Vorgehensweise.

Im heutigen Haldenwald hatten

wir einen Bunker als Lager. Meine

Großtante Berta hat den

Sprengstoff vom Bahnhof abgeholt

und dann mit dem Leiterwagen

ins Lager gebracht und

auch wieder ausgefahren. Zum

Glück ist nie etwas passiert.

Jetzt ist das Modegeschäft ihr

Schwerpunkt. Wie halten sich

die Modewelten Frey in Uhingen

in Zeiten von Online-Shopping?

Ich glaube an den Innenstadthandel,

wenn man alles richtig

macht. Die Auswahl und der Service

sind natürlich ganz wichtig.

Wir haben ein treues und wachsendes

Publikum. Und wir machen

alles für unsere Kunden,

auch mit Events außerhalb der

klassischen Öffnungszeiten.

Sie führen das Geschäft mit Ihrem

Sohn Simon. Wer entscheidet

bei Meinungsdifferenzen?

Mein Sohn ist der Chef und die

Zukunft – ich unterstütze ihn.

Was ist die Lieblingskleidung von

Rainer Frey?

Zur Person

Rainer Frey, geboren am

28. September 1960, ist gelernter

Speditionskaufmann.

Mit 25 Jahren ist er in

den elterlichen Familienbetrieb

Mode Frey eingestiegen.

In dieser Zeit ist die

Verkaufsfläche von 300

Quadratmeter auf rund

1.100 Quadratmeter angewachsen,

die Mitarbeiterzahl

hat sich von 8 auf 30

vergrößert. Dazu ist Rainer

Frey seit über 30 Jahre in

der Lokalpolitik und im Handels-

und Gewerbeverein

engagiert. Mit seiner Frau

Beate hat er 3 Kinder und 5

Enkelkinder.

Jeans, gute Schuhe und immer

ein Hemd.

Jetzt nochmal zur Politik. Welche

Ämter und Aufgaben haben

Sie derzeit inne?

Seit 1994 bin ich im Gemeinderat,

seit 2004 Fraktionsvorsitzender

der Freien Wähler und seit 2024

wieder stellvertretender Bürgermeister.

Ich bin halt interessiert

am öffentlichen Leben und wie

meine Stadt aufgestellt ist. Und

man muss den Menschen auch erklären,

was möglich ist und was

nicht, von den Kita-Gebühren bis

zu den Kosten fürs Freibad. Man

muss Akzeptanz schaffen.

Was war Ihre prägnanteste Erfahrung

in der Lokalpolitik?

Der Bau unseres Uhinger Uditoriums.

Es gab natürlich viele Einwände,

aber es wurde im Budget

gebaut. Heute ist es voll akzeptiert

mit seinen rund 220 Veranstaltungen

jährlich in der Stadtmitte.

Jetzt zum HGV. Warum floriert der

in Uhingen so?

Zum einen ist der Mitgliedsbeitrag

niedrig, das senkt die Hürden.

Zum anderen machen wir

viele tolle Aktionen – dabei bringen

wir mit Unterstützung von

Sponsoren sogar noch viel Geld

für gute Zwecke auf. Ich spreche

viel mit Leuten, vermittle und

werbe für die Zusammenarbeit.

Wie behaupten sich Handel und

Gewerbe in der Kleinstadt Uhingen

zwischen der Kreis- und Landeshauptstadt?

Wir heißen die Kunden „Herzlich

willkommen“. Alle, die kommen,

müssen sagen, „das ist hier

gut“ – und das bezieht sich aufs

Thema Parken, die Auswahl in

den Geschäften bis hin zur Gastfreundschaft.

Wir wollen uns positiv

in den Köpfen der Besucher

aus dem Umland verankern.

Sie sind jetzt 65. Wie lange sind

Sie noch aktiv?

So nach und nach will ich mit

meiner Frau schon kürzertreten.

[!] Tobias Lehmann


66 NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Iveco saniert

Teststrecke

Mobilität Bereits seit den

1980er-Jahren gibt es eine Teststrecke

für Lkws im Ulmer Donautal,

die zum Hersteller Iveco

gehört. Nun wurde die Bahn

grundlegend erneuert. Dafür investierte

die Iveco Group mit

Sitz im italienischen Turin einen

„mittleren zweistelligen Millionenbetrag“,

wie es in einer Pressemitteilung

heißt.

Auf dem Testgelände im Donautal

werden Lkws auf Herz

und Nieren geprüft: Es gibt

Bremstests, aber auch das Verhalten

an Steigungen und bei hohen

Geschwindigkeiten werden

überprüft. Darüber hinaus lassen

sich Systeme zum automatisierten

Fahren testen.

Liebherr baut in

Biberach um

Investition In den vergangenen

Monaten gehört der Standort Biberach

zu den Sorgenkindern

der Liebherr-Gruppe. Angesichts

der Wirtschaftsflaute und

der Krise am Bau stockte das

Neugeschäft.

Nun vermeldet die Liebherr-

Gruppe, dass sie bis zum Jahr

2034 einen dreistelligen Millionenbetrag

in die umfassende

Modernisierung ihres Standorts

in Biberach an der Riß steckt. In

der ersten Phase fließe eine

zweistellige Millionensumme in

den Um- und Neubau der Produktion.

Damit bekenne sich

Liebherr klar zum Standort und

zu seinen hoch qualifizierten

Mitarbeitenden in der Region.

Dr. Mario Rometsch, Team Leader Analytics & AI (links) und Florian Wahler, Strategic Manager Digital

Innovation bei Uhlmann Pac-Systeme nahmen die Auszeichnung entgegen.

Uhlmann Pac-Systeme gewinnt Award

Uhlmann Pac-Systeme wird für das KI-basierte Assistenzsystem

Uhlmann SmartAssist mit dem Allianz

Industrie 4.0 Award 2025 in der Kategorie „Winner“

ausgezeichnet. Mit dem Award werden Industrieunternehmen

aus Baden-Württemberg geehrt, die die

digitale Transformation vorantreiben und Digitalisierungslösungen

umsetzen.

Neue Mieter in

Universelle Ulm

Standort Mit dem Forschungsund

Entwicklungsunternehmen

BMW Car IT sowie dem automotive

Software-Experten Elektrobit

ziehen weitere namhafte

Unternehmen in den markanten

und sehr gefragten Bürokomplex

„Universelle Ulm“ im Science

Park der Wissenschaftsstadt

ein.

Liqui Molys neue

Markenstrategie

Relaunch Unter der Markenstrategie

„For the Drivers“ rückt

Liqui Moly Kunden stärker ins

Zentrum. „Diese drei Worte stehen

für unsere komplett neue

Markenstrategie“, sagt Marketingleiter

Marco Esser. Der Relaunch

für den internationalen

Auftritt hat das Ziel, die Marke

einheitlich auftreten zu lassen.

Uhlmann SmartAssist ist ein KI-basiertes System,

das die Uhlmann Pac-Systeme Mitarbeitenden bei

der Einrichtung komplexer, kundenindividuell ausgestatteter

Verpackungsmaschinen unterstützt. Das

Unternehmen baut Maschinen, mit denen Pharmaunternehmen

weltweit Pharmazeutika in Blister,

Trays, Flaschen oder Faltschachteln verpacken.

Finanzlage

der Stadt Ulm

Rekord Die Stadt Ulm wird

2025 voraussichtlich 180 Millionen

Euro an Gewerbesteuer einnehmen,

57 Millionen mehr als

im Haushaltsplan geschätzt –

ein Rekordwert. Die Finanzlage

ist jedoch nicht völlig rosig. Die

Investitionen der Stadt betragen

in diesem Jahr 150 Millionen

Euro.[!]

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG

Frauenstraße 77, 89073 Ulm

Redaktion

Tobias Lehmann (verantwortlich),

Alexander Bögelein, Andreas Brücken,

Ulrike Hoche, Julika Nehb,

Dominik Schele, Anschrift wie Verlag

unternehmen.redaktion@n-pg.de

ÜBERSICHT DER LOGOVARIANTEN

Fotos Marc Hörger (Titel + Titelinterview),

Volkmar Könneke, Werkfotos, PR, Archiv

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Druck

C. Maurer GmbH & Co. KG

Schubartstraße 21

73312 Geislingen/Steige

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@n-pg.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@n-pg.de

Nächste Ausgabe: 14.03.2026

Anzeigenschluss: 13.02.2026

KOMPAKT MINIMIERT LÄNGLICH

www.swp-unternehmen.de

Gestaltung

Max Meschkowski (Junior Art Director),

Jacqueline Schuon (Bild)

Mediaberatung

Christine Blum, T 0731 156-500

christine.blum@n-pg.de

tergrund

x. 14 mm

FOTO: ALLIANZ INDUSTRIE 4.0/LUDMILLA PARSYAK


unternehmen [!] RESSORT 67

10 Jahre

Winterliche

Genussmomente

Ein Fest wird unvergesslich, wenn jedes Element berührt – auch der Geschmack. Unser Team

kreiert kulinarische Erlebnisse, die Ihre Feier nicht nur begleiten, sondern definieren: ob Flying

Dinner, Signature Fingerfood, Live-Cooking oder ein gesetztes Fine-Dining-Menü – wir gestalten

ein Catering, das Ihre Geschichte widerspiegelt und Ihrem Event einen unverwechselbaren

Charakter gibt.

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Settele Event & Catering | Dornierstraße 11, 89231 Neu-Ulm | 0731/ 8 34 56 | info@settele-catering.com

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68

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