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CLICK KUNST JAN/FEB 26

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CK CLICK KUNST

Das E-Magazin für Kunst, Fotografie, Design und Architektur

JAN/FEB 26


EDITORIAL

HINWEIS:

Wenn nicht anders

vermerkt, findest du

die Bildlegenden auf

unserer Website.

«In eigener Sache erlaube ich

mir, auf ein Ausstellung

hinzuweisen, die noch bis am

22. Februar 2026 im Kunsthaus

Zofingen zu sehen ist, und die

auf einer Ausstellung in

meinem Schloss im deutschen

Sachsen-Anhalt basiert.»

Felix Schenker, Chefredaktor arttv.ch

Cover: Videoprojektion aus «The Hunting Cycle» (or Nature Morte) von Ruth Baettig, Kunsthaus Zofingen.


Liebe CLICK-KUNST-Community

Aus CLICK ART wird CLICK KUNST

Manchmal liegt die Veränderung in einem einzigen Wort. Unser Magazin trägt ab sofort einen

neuen Namen: CLICK KUNST. Nicht, weil sich unser Auftrag verändert hätte – sondern damit er

klarer ersichtlich wird. Wir verabschieden uns bewusst von einem Anglizismus und entscheiden

uns für eine Bezeichnung, die in unserer Sprache zuhause ist: direkt, verständlich, nah an

unserem Publikum. Wir setzen auf ein Magazin, das sich in der deutschsprachigen Kultur

verankert und hier seine Identität schärft.

Ein neues Jahr, neue Namen

Auch unser Schwesterportal startet mit frischer Klarheit ins Jahr: Aus CLICK CINEMA wird CLICK

FILM – letzteres nicht zuletzt, um Verwechslungen mit unserer französischsprachigen Filmseite

clickcinema.ch zu vermeiden. Denn obwohl uns das Bundesamt für Kultur sämtliche

Filmfördergelder gestrichen hat, arbeiten wir intensiv daran, neue Finanzierungsmöglichkeiten zu

erschliessen. Ist es nicht paradox? Einerseits wird überall betont, wie wichtig der Austausch

zwischen den Sprachregionen sei. Andererseits trifft ausgerechnet jene Sparte harte Einschnitte,

die diesen Austausch fördert. Das bestärkt uns umso mehr darin, die Brücken zwischen den

Landesteilen weiter auszubauen. Kultur lebt davon, dass sie geteilt wird.

Frühling und Kunst im Grünen

Der kommende Frühling lädt dazu ein, Kunst wieder draussen zu erleben. Das Enea

Baummuseum ist dafür ein idealer Ort: Wo Natur, Architektur und künstlerisches Denken

aufeinandertreffen und uns daran erinnern, wie inspirierend dieser Dialog sein kann – besonders

dann, wenn alles zu neuem Leben erwacht.

In eigener Sache und mit offener Karte

Im Kunsthaus Zofingen ist aktuell eine Ausstellung zu sehen, die auf einer Schau in meinem

Schloss im deutschen Sachsen-Anhalt basiert. Von den 33 Künstler:innen, die dort zu sehen

waren, sind in Zofingen nun 13 vertreten. Es ist für mich spannend zu beobachten, wie sich die

Arbeiten im musealen Kontext verändern. Einige wirken sachlicher, andere verlieren an Kraft.

Wiederum andere gewinnen deutlich – dazu gehört für mich besonders die Installation von Ruth

Baettig.

Der übergrosse Greifvogel, der nachts als Videoprojektion aus dem Raum hinaus in den Park

blickt, entfaltet in Zofingen eine besondere Präsenz. Wenn vorbeifahrende Autos mit ihren

Scheinwerfern den Raum streifen und der Raubvogel kurz den Lichtspuren folgt, entsteht ein

starker Moment: Das Innen reagiert auf das Aussen – und Kunst wird unerwartet Teil der

Wirklichkeit, die draussen weiterläuft.

Auf einen inspirierenden Frühling und viele Begegnungen mit der Kunst – online und vor Ort.

Felix Schenker, Chefredaktor arttv.ch


AUSSTELLUNG

02.12.2025 bis 04.10.2026

Die

ganz

schön

vielfältig

Pfäffikon SZ


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KOSMOS[KA·OS]

im Kunsthaus

Zofingen


KOSMOS[KA·OS]

im Kunsthaus

Zofingen


Titelbild zum Artikel:

Arbeit von Daniel

Bracher

Eine

Gruppenausstellung

zwischen Ordnung und

Unordnung, Mikro- und

Makrokosmoserfahrung

Nach einem Pre-Meeting auf dem

Gotthard und der Ausstellung im

Schloss Gleina, im deutschen

Bundesland Sachsen-Anhalt im Jahr

2024, hält nun ein Teil der Werke Einzug

ins Kunsthaus Zofingen. Von den in

Gleina gezeigten 30 Kunstschaffenden

sind 13 vertreten. So öffnet

KOSMOS[KA·OS] nach Deutschland

auch in der Schweiz einen

Resonanzraum, in dem unterschiedliche

künstlerische Haltungen

aufeinandertreffen, sich spiegeln,

verbinden und weiterentwickeln.


Raum. Zeit. Ausnahmezustand.

KOSMOS[KA·OS] ist mehr als nur eine Ausstellung – es ist eine Einladung, das

Verhältnis von Ordnung und Chaos, von Mikro- und Makrokosmos neu zu

begreifen. Im Spannungsfeld zwischen Struktur und Zufall eröffnen die

teilnehmenden Künstler:innen eine Reise durch Raum und Zeit, die den Blick

schärft und die Sinne weckt. arttv.ch + kunsthauszofingen.ch + Die Schau,

kuratiert von Eva Bigler (Künstlerische Leiterin des Kunsthauses) und Claudia

Waldner (freie Kuratorin), bringt Werke ins Kunsthaus Zofingen, die zuvor an

einem künstlerischen Residenz- und Ausstellungsprojekt im Schloss Gleina (D)

entstanden sind.

Ein Kaleidoskop aus Medien, Themen und Wahrnehmungen

Die Ausstellung vereint 13 künstlerische Positionen aus der Schweiz und

Deutschland. Ruth Baettig untersucht in ihren Videoarbeiten die Beziehung

zwischen Mensch und

Tier und eröffnet damit

ein Nachdenken über

das Verhältnis von

Lebendigem. An

dieses Spannungsfeld

knüpft Eva Borner an,

die Wasser in

immersiven

Videoinstallationen als

Metapher für

Transformation und

Erinnerung einsetzt.

Auch Costantino Ciervo

greift Fragen nach Wandel und Identität auf, wenn er in medienbasierten

Arbeiten Ökonomie und Technologie reflektiert. Während hier gesellschaftliche

Dynamiken sichtbar werden, richtet Daniel Bracher den Blick auf das Konkrete,

indem er Naturfundstücke und Alltagsobjekte zu poetischen Collagen verbindet.

Davina Andrea Deplazes führt diesen Ansatz ins Fragile weiter und stellt in

zerbrechlichen Skulpturen Fragen nach Heimat und Geborgenheit. Eine

dokumentarische Erweiterung erfährt dies in den Filmen von Lea Fröhlicher, die

Einblicke in gesellschaftliche Strukturen ermöglicht.




Bildlegenden: Fliesstext: Duo sarnawirz; Vorderseite: Arbeit von Ruht Baettig; oben:

Eva Borner; unten: Costantino Ciervo


Kunst als bewegtes Gefüge: Körper, Raum und Wahrnehmung im

Fluss

Auch performative Strategien spielen eine zentrale Rolle: Manuela

Hartel entwickelt Arbeiten, in denen Körper und Handlung im

Vordergrund stehen, während Victorine Müller raumgreifende

Installationen zwischen Skulptur, Performance und Körperlichkeit

schafft. Ursula Palla schliesst daran an, wenn sie mit

Zucker und Karamell ephemere, sinnliche

Räume entstehen lässt. Einen spielerischen

und zugleich technischen Zugang

verfolgt das Duo sarnawirz, das

interaktive Installationen im

Spannungsfeld von Wahrnehmung

und Teilhabe realisiert. Die

Auseinandersetzung mit Raum

prägen auch die Positionen von

Tanja Nittka, die Licht und Malerei in

atmosphärischen Interieurs verbindet,

und Barbara Schmitz-Becker, die fragile

Gefüge aus Fadenstrukturen entfaltet.

Paula Wolber wiederum setzt mit

Neonschriften prägnante Kommentare, die

Ordnung und Chaos gleichermassen befragen.

Sei dabei:

Donnerstag, 22. Januar 2026, 19 Uhr

Rundgang durch die Ausstellung mit

Eva Bigler, Claudia Waldner und Katharina

Hürzeler

–––––––––––––––––––––––––––

Rundgang

Donnerstag, 19. Februar 2026, 19 Uhr

Die Direktorin des Museums Zofingen, Heidi

Pechlaner Gut, führt mit dem Künstler Daniel

Bracher durch die Ausstellung.

VIDEO

KOSMOS[KA·OS] | Kunsthaus

Zofingen | bis 22. Februar 2026 |

Die Ausstellung wird kuratiert

von Eva Bigler, Direktorin

Kunsthaus Zofingen, und der

freien Kuratorin Claudia

Waldner, die auf Initiative von

arttv.ch-Chefredaktor und

Besitzer von Schloss Gleina die

Ausstellung in Deutschland

kuratierte.


EINLADUNG

BLUMEN FÜR DIE KUNST

Wenn Floristik mit Kunst spricht –

und der Frühling ins Museum zieht

Aargauer Kunsthaus | 4.–8. März 2026

Als Mitglied bist du

kostenlos dabei

THE SECRET AGENT

von Kleber Mendonça Filho

DETAILS UND ANMELDUNG SIEHE SEPARATES MITGLIEDER-

MAIL


Noch nicht Mitglied?

JETZT ANMELDEN

Die erfolgreichste Kunstausstellung der

Schweiz

Nach dem Winter kommt

der Frühling nicht nur

draussen – sondern mitten

ins Museum. Bereits zum

zwölften Mal laden das

Aargauer Kunsthaus und

FLOWERS TO ARTS zu

Blumen für die Kunst:

Florale Interpretationen

reagieren auf Werke aus

der Sammlung, spinnen

Farben, Formen und

Geschichten weiter und

schaffen ein temporäres

Zusammenspiel aus Kunst,

Natur und Imagination.

Keine öffentliches Museum der Schweiz zieht in so

kurzer Zeit so viele Menschen an wie das Aargauer

Kunsthaus mit seinem Format BLUMEN FÜR DIE KUNST.


Neubeginn nach

Turbulenzen


Das Kunsthaus Zug

präsentiert ein

vielversprechendes

Jahresprogramm 2026

Die Schweizer Kunstwelt blickte

verwundert nach Zug, als der langjährige

und verdiente Direktor Matthias

Haldemann erst freigestellt und dann

entlassen wurde. Es folgten monatelange

Spekulationen, Rechtsstreitigkeiten und

ein Rätselraten um die genauen

Hintergründe. Mit der Präsentation des

Jahresprogramms 2026 und nach seinem

Annus horribilis scheint das Kunsthaus Zug

den Blick entschlossen nach vorne zu

richten. Es ist mehr als nur ein Neustart –

es ist eine Ansage!


Ein neues Kapitel

Die Ausstellungen im kommenden Jahr haben das Potenzial, das

Kunsthaus Zug ganz nach vorne in der Schweizer Museumslandschaft

zu katapultieren. Das neue Programm steht unter einem poetischen

Motto: «Was erzählen Dinge, wenn man ihnen zuhört?» Diese

Herangehensweise, die die reichhaltigen Bestände des Hauses in den

Dialog stellt mit bedeutenden Namen der Kunst, ist genau das, was

wir uns von einem modernen Museum wünschen: Transparenz, Dialog

und eine Neugier, die Besucher:innen einbezieht. Es geht nicht

darum, fertige Antworten zu präsentieren, sondern Fragen zu stellen

und die Kunst für alle zugänglich zu machen.

Ein Jahresprogramm, das uns begeistert

Das Jahresprogramm 2026 ist thematisch dicht und kuratorisch

sorgfältig aufgebaut. Max von Moos neu entschlüsselt: Der Auftakt

mit Max von Moos, einem Meister des Schweizer Surrealismus,

verspricht, sein bekanntlich düsteres Werk neu zu beleuchten und

überraschend heitere Facetten zu zeigen. Die «Aufschlüsselung»

anhand zentraler Themen (formal, kunsthistorisch, Selbstbefragung)

öffnet neue Perspektiven, ohne das Geheimnis der Werke ganz zu

lüften.


Chamber, Chamber: Zeitgenössische Positionen: Mit Kyra Tabea

Balderer und Raphael Egil folgt im Herbst ein spannendes

«Kammerspiel der Bilder» im Dialog mit der Sammlung. Das Spiel mit

Referenzen, Wiederholung und Transformation greift die Idee des

dialogischen Museums perfekt auf.

Das Kunsthaus Zug Schaudepot als lebendiger Ort: Auch das

Kunsthaus Zug Schaudepot im KunstCluster Zug auf dem historischen

V-Zug-Areal wird bespielt. Nach der monumentalen Installation «The

Tennis Game» von Ilya & Emilia Kabakov, die noch bis Juni 2026 zu

sehen ist, wird der Zuger Künstler Markus Kummer die Bestände neu

inszenieren. Sein archäologischer Blick auf Materialien und Räume

verspricht überraschende Einblicke in die eingelagerten Schätze.

Fazit: arttv.ch sieht im Jahresprogramm vom Kunsthaus Zug einen

starken, selbstbewussten Schritt nach vorne. Wir sind gespannt,

welche Geschichten dieses Haus in Zukunft schreiben wird und sind

überzeugt: Mit den kommenden Ausstellunge.n wird die Zuger

Institution eine noch präsentere Rolle als bisher in der Schweizer

Museumslandschaft einnehmen.


in&out 2025


Wer ist Max von Moos?

Das Kunsthaus Zug nähert sich dem Luzerner

Künstler – und lässt das Rätsel seines Werks

bewusst offen.

Die Frage nach dem Künstler Max von Moos (1903–

1979 ist bis heute aktuell. Als einer der

bedeutendsten Vertreter des Schweizer Surrealismus,

entzieht er sich nach wie vor einer eindeutigen Lesart.

Sein Werk ist düster und verspielt zugleich,

intellektuell durchdrungen und von einer grossen

Offenheit geprägt. Ein Œuvre, das nicht zwingend

erklärt werden will, sondern zum Sehen, Denken und

Weiterfragen einlädt. >> Zum Artikel


Chronologie der Ereignisse:

Der Eklat um Matthias Haldemann

Die Krise im Kunsthaus Zug entwickelte sich über mehrere Monate im Jahr 2025 und

gipfelte in der Entlassung des langjährigen Direktors.

April 2025: Der Konflikt eskaliert. Am Ostersamstag gibt die Zuger Kunstgesellschaft

bekannt, dass sie ihren Direktor Matthias Haldemann per sofort bis Ende Mai beurlaubt hat.

Gleichzeitig tritt der Präsident der Kunstgesellschaft, Reto Fetz, zurück. Als Gründe werden

«seit längerem bestehende Differenzen zwischen Direktion, Personal sowie den Gremien des

Hauses» genannt. Die Beurlaubung sei als «Denkpause» gedacht. Matthias Haldemann

äussert sich öffentlich und zeigt sich «völlig überrascht» von der Massnahme. Er betont, die

genauen Gründe nicht zu kennen.

Juni 2025: Die Beurlaubung wird über den

ursprünglich geplanten Termin (31. Mai 2025)

hinaus verlängert. Haldemann bleibt beurlaubt.

Die Interimsvorsitzende der Kunstgesellschaft,

Silvia Grämiger, meldet sich zu Wort und spricht

von der Beurlaubung als «Notbremse». In der

Kunstwelt regt sich Solidarität für Haldemann.

Über dreissig Persönlichkeiten aus der

Kunstszene kritisieren das Vorgehen in einem

Protestbrief. Haldemann selbst nimmt in einem

offenen Brief Stellung.

Juli 2025: Es wird bekannt, dass Haldemann die Kündigung erhalten hat – auf Ende Jahr.

Haldemann bezeichnet die Kündigung umgehend als «missbräuchlich» und kündigt

rechtliche Schritte an. Ein Rechtsstreit beginnt.

August 2025: Der Zuger Regierungsrat beantwortet eine Kleine Anfrage aus dem

Kantonsrat zum Betrieb und der Zukunft des Kunsthauses. Es wird bestätigt, dass der

Regierungsrat die Trennungsgründe kennt, aber die Details bleiben weitgehend intern.

September 2025: Die «Zuger Zeitung» berichtet von einem «Eklat, Kursänderung und

Modernisierung» im Kunsthaus. Die ungeklärten Umstände der Entlassung belasten

weiterhin das Haus, aber der Blick richtet sich zunehmend auf die Zukunft und die

Neuorganisation.

November 2025: Die neue Präsidentin der Zuger Kunstgesellschaft, Silvia Grämiger, spricht

in Interviews über die Turbulenzen und die Zukunft des Kunsthauses, um Vertrauen

zurückzugewinnen. Das Kunsthaus Zug präsentiert sein Programm für 2026.

Die Chronologie zeigt das Ausmass der internen Krise, die das Kunsthaus Zug durchlaufen

hat, bevor es nun mit dem neuen Jahresprogramm 2026 einen positiven und äusserst

vielversprechenden Neustart wagt.

in&out 2025


Jahresprogramm 2026 |

Kunsthaus Zug


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Filmstill: «Didy», Gaël Kamilindi, François-Xavier Destors, 2024


Holzbuchstaben und

Schriftgeschichte



Eine Reise in eine Zeit,

in der am Anfang

eines gedruckten

Buchstabens noch ein

Stück Holz stand

Stell dir vor: Jeder Buchstabe auf

einem Plakat — handverlesen,

geschnitzt, aus Holz. Die

Ausstellung «Holztypen» im

Museum im Bellpark macht genau

das erlebbar. Zwischen originalen

Holzlettern und alten

Musterbüchern öffnet sich ein

Fenster in eine vergangene Welt

typografischer Handwerkskunst —

visuell, haptisch und historisch.


Von der Säge zur Druckerei: Die Holztypenfabrik Roman Scherer

Gegründet 1877 in Luzern, verlegte die Fabrik Anfang der 1890er-Jahre

ihren Sitz nach Kriens und spezialisierte sich auf Holzbuchstaben für Plakate

und Grossformate. Holz war leichter und günstiger als Metall – ideal für

grosse Schriftgrössen, die mit Bleilettern kaum wirtschaftlich herstellbar

waren. Die Schriften waren bald weit mehr als regionales Handwerk: Kunden

kauften sie von Deutschland über Frankreich bis Russland. Um 1900

produzierte die Fabrik bis zu 50 000 Buchstaben pro Monat — ein

beeindruckendes Volumen für

handgefertigte Lettern. Doch mit dem

Aufkommen neuer Drucktechnologien

wie Offsetdruck in den 1960er-Jahren

wurde Holztype zunehmend obsolet.

1966 verkaufte die Fabrik ihre

Produktion an die Haas’sche

Schriftgiesserei in Basel – und eine Ära

ging zu Ende.

Warum Holzletter faszinieren – damals

wie heute

Holztypen boten entscheidende

Vorteile: Sie waren leichter, billiger und

erlaubten grosse Zeichenhöhen –

perfekt für Poster, Theater- oder

Werbeschilder. Mit der Entwicklung

mechanisierter Herstellungsmethoden

im 19. Jahrhundert (z. B. Router und Pantograph) konnten Holzlettern

massenhaft reproduziert werden – und eröffneten eine neue Freiheit in der

Schriftgestaltung. Die Vielfalt der damals gefertigten Schriften ist

verblüffend: Von klaren, einfachen Groteskschriften bis zu expressiven

Plakatfonts – alles war möglich. Die ausgestellten Musterbücher zeigen

eindrücklich: Schrift war nicht nur Funktion, sondern auch visuelles

Statement.



Die Ausstellung als Brücke zwischen

Vergangenem und Heute

Heute, in einer Zeit, in der Schrift meist digital

erzeugt wird, wirkt Holztype wie Nostalgie —

und doch ist ihre Wirkung frisch: Die

Ausstellung «Holztypen» lädt ein, Schrift als

Material zu begreifen. Die Tasten- und

Bildschirmwelten, die unsere Typografie

dominieren, wirken plötzlich abstrakt — echte

Holzlettern hingegen erzählen Geschichten von

Handwerk, Economy und Gestaltung. Für

Designer:innen, Typografie-Fans und alle, die

wissen wollen, woher unsere Schriften kommen:

«Holztypen» ist eine kleine Zeitmaschine in eine

Ära, in der ein Buchstabe noch greifbar war.

VIDEO

«Holztypen» | Museum im

Bellpark | bis 12. April 2026


Wurzeln in der

Zukunft



Im Enea

Baummuseum in

Rapperswil-Jona

werden Bäume zu

Skulpturen und Kunst

zu Landschaft

Das vom Landschaftsarchitekten Enzo Enea

2010 gegründete Gesamtkunstwerk, lädt zu

einer Zeitreise ein, die weit über Erinnerung

und Nostalgie hinausgeht. Auf rund 75 000

m² Parkfläche nahe dem Zürcher Obersee

entfaltet sich ein weltweit einzigartiges

Freilichtkonzept: rund 50 gerettete Bäume –

teils über hundert Jahre alt – stehen Seite an

Seite mit Werken von rund 40

internationalen Künstler:innen und

verwandeln Natur in Kunst und Kunst in

Natur.



Künstlerische Positionen im Dialog mit der Natur

Im Jahr 2025 feierte das Baummuseum sein 15-jähriges Jubiläum und war für

Gründer Enzo Enea ein willkommener Anlass, zwei neue künstlerische

Positionen vorzustellen: die immersive Installation «Arboreal Serenade» von

Sara Kieffer (1992, Zürich) sowie die filigranen Naturtypografien «Weltgrenzen»

von Maximilian Prüfer (1986, Weilheim, Oberbayern). Sara Kieffer, eine

Schweizer Konzept- und Installationskünstlerin mit Lebensmittelpunkten in

Zürich und New York, reagierte in ihrer Arbeit auf das

Kommunikationsverhalten

von Bäumen und übersetzte

dieses in visuelle und

akustische Kompositionen.

Ihre Werke wurden unter

anderem an der Art Dubai,

der Art Basel Miami Beach

und der London Design

Biennale gezeigt. Ihre

Installation fügt sich nahtlos

in den Geist des

Baummuseums ein – ein Ort,

an dem Natur und Kunst als

lebendige Einheit wirken.

Auch die Arbeit

«Weltgrenzen» von

Maximilian Prüfer, geboren

in Bayern, knüpft daran an.

Er entwickelt seit über 15

Jahren seine Technik der

Naturantypie und war Artist in Residence an Institutionen wie der Rockefeller

University in New York. Mit natürlichen Prozessen wie Regen, Insekten oder

Erdrotation macht er das Unsichtbare sichtbar. Seine Arbeiten reflektieren

Bewegung, Gesellschaft sowie den Zyklus von Zeit und Vergänglichkeit –

Themen, die auch die kuratierte Sammlung des Museums durchziehen. Beide

Arbeiten vertiefen den Dialog zwischen künstlerischer Interpretation und

natürlicher Transformation und knüpfen damit direkt an die Grundidee des

Baummuseums an.


Enzo Enea wächst in der Schweiz in einem familiären Umfeld auf,

das von Gärten, Pflanzen und handwerklicher Arbeit geprägt ist –

sein Vater war Steinmetz, und schon früh lernt er die Sprache von

Holz, Erde und Stein zu verstehen.

Diese Erfahrung prägt ihn so stark,

dass er nach einer Ausbildung im

Industriedesign in London

Landschaftsarchitektur studiert und

1993 den elterlichen Betrieb

übernimmt, aus dem er die heute

international tätige Firma Enea

GmbH machte – mit Standorten u.

a. in Zürich, Miami, New York und

Milano. Als Landschaftsarchitekt

wird er immer wieder damit

konfrontiert, dass alte,

charaktervolle Bäume grossen

Bauprojekten weichen sollen –

Bäume mit Geschichte, Lebensraum

und Identität. Aus dieser Irritation

entsteht seine entscheidende Idee:

Bäume retten, statt sie zu opfern. So

eröffnet Enzo 2010 sein

Baummuseum. Sein Statement:

Enzo Enea | Copyright Joël Hunn

Architektur endet nicht bei der

Fassade – sie wächst weiter, in die

Landschaft hinein und zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht Verzicht

bedeutet, sondern Wertschätzung, Schönheit und Zukunft.

Landschaftspark | Enea

Baummuseum | Buechstrasse

12, 8645 Rapperswil-Jona


Die Sagrada

Família und der

100. Todestag

eines Meisters



2026 jährt sich der

Todestag des

visionären

Architekten Antoni

Gaudí zum

hundertsten Mal

Das Jubiläumsjahr ist nicht nur Anlass für

weltweite Gedenkveranstaltungen,

sondern markiert auch einen

historischen Meilenstein: die

angestrebte Fertigstellung seines

monumentalen Lebenswerks, der

Sagrada Família in Barcelona. Dank

modernster Technologie und

unermüdlicher Handwerkskunst steht die

einzigartige Basilika kurz vor ihrer

Vollendung.


Ein Jahrhundert-Finale: Gaudís Traum wird 2026 Realität

Der 10. Juni 2026 wird in Barcelona nicht nur als hundertster Todestag von

Antoni Gaudí in die Geschichtsbücher eingehen, sondern könnte auch das

Ende von über 140 Jahren Bauzeit an der berühmtesten Baustelle der Welt

bedeuten. Als der visionäre Architekt 1926 bei einem Strassenbahnunfall

ums Leben kam, war die Sagrada Família erst zu einem Viertel vollendet.

Sein Vermächtnis jedoch inspirierte Generationen, sein ehrgeiziges Projekt

zu vollenden. Heute, fast ein Jahrhundert nach Gaudís Tod, befindet sich

die Basilika in ihrer Endphase, angetrieben von rund 40 Architekt:innen und

200 Arbeitern. Die jüngsten Fortschritte sind spektakulär. Die Sagrada

Família erreichte im Oktober 2025 mit der Montage des zentralen Jesus-

Turms eine Höhe von 162,91 Metern und ist damit vorübergehend die

höchste Kirche der Welt. Die Glorienfassade und die Himmelfahrtskapelle

befinden sich in ihren letzten Bauphasen, mit einer geplanten Fertigstellung

bis 2025. Der Einsatz moderner Technologie wie Computermodelle und

CNC-Maschinen hat die Baugeschwindigkeit erheblich beschleunigt.



Antoni Gaudí (1852–1926) war mehr als nur ein Architekt. Er

war ein Visionär des katalanischen Modernismus, dessen

einzigartige, organische Bauwerke Barcelona für immer prägen

sollten. Schon früh entwickelte er eine tiefe Verbindung zur

Natur, die sich in seinen kurvenreichen

Entwürfen manifestierte. Gaudí war zudem

ein zutiefst religiöser Mensch, dessen

katholischer Glaube jeden Aspekt seines

Lebens und Schaffens durchdrang. Seine

Architektur war für ihn eine Form der

spirituellen Hingabe, ein Ausdruck seiner

Frömmigkeit. Nach seiner Ausbildung in

Barcelona schuf er Meisterwerke wie den

Parc Güell und die Casa Batlló, die heute

zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Ab

1883 widmete er sein Leben ganz der

Sagrada Família, die er als sein grösstes

Gebet betrachtete. Er zog zuletzt auf die

Baustelle und lebte dort asketisch, ganz im Dienst seines

Glaubens und seines Werks. Sein tragischer Unfalltod im Jahr

1926 beendete sein Leben, doch sein Vermächtnis in Form

eines bald fertiggestellten Meisterwerks lebt weiter und

fasziniert die Welt bis heute.

Antoni Plàcid Guillem Gaudí i

Cornet | Sagrada Família


BRAFA 2026 –

Design, das

Haltung zeigt



Auf der

traditionsreichen

Brüsseler Kunstmesse

wird Design zur Bühne

für mutiges Material,

Formradikalität und

ikonische Handschriften

Wie verwandelt sich Material in

Bedeutung? Diese Frage steht im

Zentrum des Design-Schwerpunkts der

BRAFA 2026 in Brüssel – und die

Antworten sind so vielfältig wie

überraschend. Zwischen Collectible

Design, postminimalistischen Positionen

und Mid-Century-Ikonen entfaltet die

Messe ein Panorama, das Gestaltung als

kulturelle Aussage versteht.


Material als Manifest

Die BRAFA 2026 zeigt eindrucksvoll, wie Materialien zu Haltungen werden.

Bei Objects With Narratives hebt Ben Storms Stein, Metall und Glas

gewissermassen aus ihrer physischen Schwere und verwandelt sie in

schwebende Möbelskulpturen – roh, meditativ, mit einem Hauch Magie.

Ganz anders, doch ebenso eindrucksvoll, begegnet man bei Mass Modern

Design einem Dialog zwischen brasilianischer Moderne und italienischem

Lichtdesign: organische Hölzer, raffinierte Proportionen, sinnliche

Strahlkraft. Laurent Schaubroeck wiederum präsentiert Mid-Century-Ikonen

mit skulpturaler Präsenz, die Räumen einen unverwechselbaren Charakter

verleihen. Und wenn PRON Paris historische und zeitgenössische Positionen

spielerisch miteinander in Beziehung setzt, entstehen immer wieder

überraschende Funken. Maisonjaune Studio schliesslich verbindet Ingo

Maurers legendäre Uchiwa-Leuchten mit neuen Entwürfen und schlägt

damit eine glänzende Brücke zwischen Designgeschichte und Gegenwart.


Design als kulturelle Aussage

Dass Design weit über das Ästhetische hinausreicht, demonstriert die

Galerie Greta Meert mit Donald Judd: Seine Möbel erscheinen als

Fortsetzung seiner minimalistischen Logik – klare Formen, reine

Notwendigkeit, keine Ablenkung. Martins&Montero öffnet den Blick für die

gesellschaftliche Dimension von Design und zeigt mit Lina Bo Bardis

„Cadeira Sertaneja“, wie Handwerk, Haltung und Funktionalität zusammen

eine soziale Vision formen können. Dazu unterstreicht eine starke Schweizer

Präsenz den internationalen Anspruch: Almine Rech bringt

Gegenwartskunst mit Strahlkraft, Repetto Gallery vertieft den Dialog

zwischen Kunst und Design mit Arte Povera und Land Art, von Vertes setzt

auf modernistische Entwürfe mit kantigem Profil, während De Jonckheere

historische Meisterwerke im neuen Licht erscheinen lässt. Und nicht zuletzt

steht Objects With Narratives für die Innovationskraft des Schweizer

Collectible Design. Die BRAFA 2026 zeigt damit: Design ist nicht

Dekoration – es ist Denkweise, Zukunftsentwurf und ein kraftvolles

Statement im Raum.


Was gutes Design wirklich kann

Gutes Design beginnt nicht mit einer hübschen Form, sondern mit einer

klaren Idee: Was braucht der Mensch? Was braucht die Welt? Erst daraus

entstehen Objekte, die nicht nur funktionieren, sondern unseren Alltag

intelligenter, leichter und angenehmer machen. Gutes Design ist nicht

schön, weil es gefällt –, sondern weil es wirkt. Es denkt langfristig,

respektiert Ressourcen, erzählt etwas über seine Zeit und bleibt dennoch

zeitlos. Man spürt es sofort: Es fühlt sich richtig an. Beispiele dafür sind der

elegante Barcelona Chair von Ludwig Mies van der Rohe oder der Eames

Lounge Chair, der Komfort und Handwerk perfekt verbindet. Das

Produktdesign der Firma Braun von Dieter Rams zeigt, dass wahre

Gestaltung vor allem funktional und zurückhaltend sein muss. Der Panton

Chair beweist, wie mutig Materialinnovation sein kann. Und die Savoy-Vase

von Alvar Aalto macht sichtbar, dass gutes Design auch weich, organisch

und leise sein darf. Diese Ikonen zeigen exemplarisch, was bleibt.

Wenn Show wichtiger wird als Sinn

Schlechtes Design dagegen versucht, mit Aufmerksamkeit zu übertünchen,

was ihm fehlt. Es ist laut, modisch und schnell wieder vergessen. Es kopiert,

statt zu fragen, und produziert Dinge, die die Welt nicht braucht – und die

ebenso schnell zu Müll werden. Wenn Funktion und Material nicht

zusammenfinden, bleibt Design eine hohle Geste. Philippe Starck wird etwa

für manche Produkte kritisiert, die zwar spektakulär aussehen, aber wenig

taugen – der Zitronenpresser Juicy Salif ist zum Symbol dafür geworden: ein

Kultobjekt, das kaum presst. Auch Alessi dient oft als Beispiel für «zu viel

Form, zu wenig Nutzen». Billige Kopien berühmter Klassiker opfern Qualität

und Idee für reine Optik. Und Gadget-Produkte mit kurzer Lebensdauer

zeigen, wie schnell Design seinen Zweck verfehlt, wenn es nur beeindrucken

will. Kurz gesagt: Schlechtes Design ist Show – gutes Design ist Haltung.

Und wer erleben will, wie sich diese Haltung anfühlt, ist an der BRAFA 2026

am richtigen Ort.

Schwerpunkt Design |

BRAFA 2026 | Die Messe

findet vom 25. Januar bis

1. Februar 2026 statt.


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Zwischen Körper,

Raum und

Erinnerung


Eine vielstimmige

Ausstellung über

Übergänge,

Wahrnehmung und

Identität im B74

Kunstraum Luzern

Künstlerische Positionen treffen

aufeinander, die das Dazwischen

erkunden: zwischen Körper und Technik,

Material und Bedeutung, individueller

Erfahrung und gesellschaftlicher Realität.

Die Ausstellung versammelt

unterschiedliche Handschriften, die Kunst

als offenen Denk- und Erfahrungsraum

begreifen. Zeichnung, Installation, Video,

Sprache und Performance greifen

ineinander und bilden einen Parcours,

der nicht erklärt, sondern Wahrnehmung

herausfordert.


Übergänge, Körper, Material

Im Zentrum der Ausstellung stehen Übergänge – als Zustand, als

Bewegung, als produktive Spannung unserer Gegenwart. Thematisch

kreisen die Arbeiten um Wahrnehmung, Erinnerung und Identität. Digitale

Bilder lassen Körper verschwinden, Zeichnungen verdichten sich zu

mentalen Landschaften, Installationen verhandeln Nähe, Berührung und

Distanz. Andere Positionen setzen auf Materialität: Papier, Textilien oder

gefundene Objekte tragen Spuren von Zeit und Gebrauch. Handwerkliche

Gesten werden zu Akten der Reparatur, Sprache zu einem performativen

Element, Migration zu einer Bewegung zwischen inneren und äusseren

Räumen. Inhaltlich bieten die Arbeiten ebenso handwerkliche wie auch

konzeptuelle Ansätze. Der B74 Kunstraum Luzern bietet dafür einen

Rahmen, der verschiedene Positionen zusammenführt, ohne sie auf ein

gemeinsames Narrativ festzulegen.


Beteiligte Künstler:innen

Olga Antonova / Carmela

Gander / Lotta Gadola

Susanne Henning / Patricia

Jacomella-Bonola

Gian Kaegi / Anna Sabina

Zuerrer

Monica Germann und Daniel

Lorenzi / Alexander Obretenov

Pablo Haller / Johanna Rast

«Radikal» Linie als Stimme |

B74 Kunstraum Luzern | bis 30.

Januar 2026



Nina Stähli in der

Gewürzmühle


Von Buenos Aires

nach Zug: Skulptur,

Film und Installation

von Nina Stähli

Die Zuger Künstlerin verbrachte

Ende 2025 eine inspirierende Zeit

im Artist in Residence-Programm

Proyecto'Ace in Buenos Aires. Dort

arbeitete sie sowohl mit neuen

Drucktechniken und entwickelte

auch eine fantasievolle Landschaft

aus instabilen Türmen. Diese

Werke – zusammen mit ihrem

neuen Film THE TOWER – zeigt sie

nun im im Kulturhaus

Gewürzmühle.


Zwischen Bühne und Bildraum: Nina Stähli

Nina Stähli, geboren 1961 in Cham (ZG), findet ihren Weg in die Kunst nicht

im stillen Atelier, sondern auf der Bühne. Früh zieht es sie ins

Schauspielstudium nach Rom – in eine Stadt, in der Körper, Raum und

Geschichte untrennbar ineinandergreifen. Später folgt die Bildhauerei in

Zürich. Zwei Ausbildungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und

die sich in ihrem Werk bis heute gegenseitig befragen, widersprechen und

ergänzen.

Viele Jahre arbeitet Stähli im Theater, bevor sie sich immer entschiedener

der bildenden Kunst zuwendet. Ihre Arbeiten entstehen seither zwischen

Skulptur, Film, Installation, Malerei und Performance. Kein Medium steht für

sich allein. Jedes ist Teil eines grösseren Zusammenhangs, eines

fortlaufenden Erzählraums, den sie über Jahre hinweg weiterbaut. Ihre

Kunst denkt nicht in abgeschlossenen Werken, sondern in offenen Kosmen:

Was heute als Skulptur beginnt, kann morgen als Film weiterleben oder sich

in einer Performance verwandeln.

Thematisch kreist Stählis Arbeit um die menschliche Existenz – um Körper,

Rollen, Verletzlichkeit und gesellschaftliche Spannungen. Sie interessiert

sich für das, was unter der Oberfläche liegt: für Übergänge, Brüche,

Zustände des Dazwischen. Ihre experimentellen, transdisziplinären Ansätze

sind dabei nie Selbstzweck. Sie dienen einer Erzählweise, die nicht linear

ist, sondern tastend, suchend, manchmal widersprüchlich – so wie das

Leben selbst.

Internationale Ausstellungen und Projekte führen sie unter anderem nach

Berlin, Luzern, Mendrisio oder aktuell in die Gewürzmühle in Zug. Doch

egal, wo ihre Arbeiten entstehen: Sie wirken immer wie Fragmente einer

grösseren Geschichte, die nie abgeschlossen ist. Nina Stähli arbeitet weiter

an diesem offenen Erzählen – mit jedem neuen Werk ein weiteres Kapitel.



THE TOWER

Nina Stähli stellt grundlegende Fragen des Menschseins und verbindet

dafür viele künstlerische Ausdrucksformen: Skulptur, Film, Installation und

Malerei. So entsteht ein ganz eigener ästhetischer Kosmos – eine

«Gesamtgeschichte» –, ein offenes Erzählfeld, das aus der künstlerischen

Forschung unserer Gegenwart erwächst. Im ihrem Film THE TOWER

begegnen wir ikonischen Kopfskulpturen «Big Heads», jenen lebhaften,

hybriden Figuren aus Mensch, Tier und Skulptur. Sie erklimmen ein rohes

Bauwerk, das sich von einem einfachen Turm in eine Rakete verwandelt.

Macht und Verwandlung stehen im Zentrum dieser visuellen Erzählung.

Zwei Gegenspieler

Im Rahmen der Ausstellung von Nina Stähli vertonen die Zuger Musiker

Linus Meier und Linus Amstad drei ihrer jüngsten Filme. Musik und Sound

haben bekanntlich einen grossen Einfluss auf unsere Wahrnehmung

bewegter Bilder. Sie verschieben Stimmungen, Erzählrhythmen und

Bedeutungen und können eine Szene fast willkürlich von Zärtlichkeit oder

Bedrohung, Stille oder Bewegung verwandeln. Da es Nina Stählis Filme

keine gesprochene Sprache gibt, entsteht alles in der Spannung zwischen

Bild und Ton. Die Vertonung von Linus Meier und Linus Amstad wird so zu

einem gleichwertigen Partner der Filmerin, zuweilen auch zu ihrem

Gegenspieler.

VIDEO

Nina Stähli | Gewürzmühle Zug |

bis 25. Januar 2026 |

Vernissage mit Artist Talk: 15.

Januar 2026 | Filmabend mit

Live-Vertonung: 22. Januar 2026


Ein Schweizer

Bauhausschüler im

Fokus


Hans Fischli

(1909–1989) im

Zentrum Paul

Klee

Hans Fischli gehört zu jener Generation

von Schweizer Künstler:innen und

Architekt:innen, die zwischen Bauhaus-

Idealen, politischer Unruhe und

persönlicher Suche nach Ausdruck eine

eigene Bildsprache entwickelten. Mit

zarten Gefängniszeichnungen, frühen

Architekturentwürfen und der Nähe zu

Paul Klee macht die Ausstellung ein

überraschend vielschichtiges Frühwerk

sichtbar. Zu sehen sind Fischlis Arbeiten

Im Rahmen der Dauerausstellung

«Kosmos Klee».


Bauhaus, Klee und die Suche nach eigener Sprache

Ab 1928 studierte Hans Fischli am Bauhaus in Dessau. Die Begegnung mit

Lehrern wie Paul Klee, Josef Albers, Wassily Kandinsky und Oskar

Schlemmer prägte ihn nachhaltig, doch er blieb kein Epigone. Nach seiner

Rückkehr in die Schweiz arbeitete er als Bauzeichner und Architekt,

widmete sich jedoch über mehrere Jahre beinahe ausschliesslich der

Zeichnung. In den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren entstand eine

umfangreiche Serie zarter Farb- und Tuschezeichnungen, die zwischen

innerer Welt und äusserer Bedrohung oszillieren. Werkgruppen wie

Zellengebilde, Celerina und

Montana zeigen eine poetische,

fragile Moderne – jenseits reiner

Konstruktion und formaler Strenge.

Zeichnen in der Zelle

Ein Schlüsselkapitel in Fischlis

Frühwerk entstand unter extremen

Bedingungen. 1930 wurde er

wegen Dienstverweigerung zu drei

Monaten Haft im Bezirksgefängnis

Meilen verurteilt. In der

Isolationshaft, mit minimalen

Mitteln, zeichnete er kleinformatige

Fantasiegebilde: organisch, filigran,

manchmal menschenähnlich,

manchmal tierisch oder

pflanzenhaft. Diese nummerierte

Serie nannte er Zellengebilde –

nach dem Ort ihrer Entstehung.

Später sagte Fischli über diese

Zeit: «…drei Monate Isolationshaft, die für mich enorm wichtig gewesen

sind, weil ich endlich einmal nichts anderes machen konnte als zu

zeichnen.»

Das Träumerische dieser Bilder widerspricht der Vorstellung einer streng

rationalen Moderne – und öffnet einen emotionalen, inneren Zugang zur

Avantgarde.


Architektur zwischen Ideal und Realität

Neben dem zeichnerischen Werk zeigt sich Hans Fischli auch als Architekt einer

bewegten Zeit. Gezeigt werden frühe Projekte aus den 1930er- und 1940er-Jahren,

die politische Unsicherheit und wirtschaftliche Not widerspiegeln. Ein kaum

beachtetes Beispiel ist das ab 1936 geplante Atelierwohnhaus im Schwarzwald für

seinen früheren Bauhaus-Lehrer Oskar Schlemmer. Nachdem die Reichsversicherung

ihren Baukredit zurückgezogen hatte, wurde das Projekt zum Zeugnis des Bauens

am Existenzminimum. Fischli verstand Architektur zugleich als gesellschaftlichen

Dienst: als Ausstellungsarchitekt der Wanderausstellung «Kriegsgefangen» (1945)

des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz oder als pädagogisch interessierter

Erbauer des Kinderdorfs La Rasa für Kriegswaisen in Norditalien (1949/50). Kuratiert

wird die Präsentation von Fredi Fischli und Niels Olsen und ergänzt durch einen frei

zugänglichen Digital Guide sowie eine Folge der englischsprachigen Podcast-Serie

«bauhaus faces», in der Hans Fischlis Sohn Peter Fischli sowie seine Enkel Fredi und

Gina Fischli vom Leben und Werk des Künstlers erzählen – persönlich, familiär und

zugleich historisch verankert.

Hans Fischli | Zentrum Paul

Klee | 24. Januar – 3. Mai

2026 | Kuratoren: Fredi

Fischli, Niels Ols


Von Cleopatra bis

Taylor Swift – alle

lieben Glitzer


Das Gewerbemuseum

Winterthur zeigt eine

schillernde Schau

zwischen Glamour,

Protest und Ökologie

Der Glitzer, ein faszinierendes und

zugleich kontroverses Material, steht im

Mittelpunkt der schillernden Ausstellung.

Die Schau, die bereits in Hamburg ein

Publikumsmagnet war, beleuchtet Glitzer

als vielschichtiges Symbol für

Zugehörigkeit, Empowerment,

Selbstbestimmung und gesellschaftliche

Vielfalt. Sie präsentiert rund 40

internationale Positionen aus Kunst und

Design, die den Einsatz von Glitzer in der

Popkultur, bei Performances, im Protest

und als alltäglichen Gegenstand zeigen.


Die Freude am Funkeln verbunden mit ökologischen und

gesellschaftlichen Debatten

Die Ausstellung präsentiert eine breite Palette an Exponaten: von einem

glitzernden Schweizer Jugendzimmer der Künstlerin Jenny Schäfer über

Fotografien von Quil Lemons und GIFs von Molly Soda bis hin zu

Showperücken der Designer Karl Gadzali und Mohamad Barakat-Götz

sowie Bühnenoutfits, darunter jene von Bill Kaulitz. Das Publikum ist

ebenfalls aktiv eingeladen, teilzunehmen. Dies geschah bereits im Vorfeld

durch den «Call for Glitter», bei dem private Lieblingsobjekte eingesendet

werden konnten. Vor Ort können Besucher:innen wichtige Glitzer-Ereignisse

in einer funkelnden Timeline zur Geschichte des Materials ergänzen und in

einer offenen Werkstatt selbst kreativ werden. Ein besonderer Fokus der

Winterthurer Ausstellung liegt auf der Nachhaltigkeit. Die Schau nimmt das

Material selbst unter die Lupe, stellt Fragen wie: Was passiert, wenn es

glitzert? Gibt es natürliche Vorbilder? Und ist Bio-Glitzer tatsächlich

umweltverträglich? Damit verbindet die Ausstellung die Freude am Funkeln

mit wichtigen ökologischen und gesellschaftlichen Debatten.


GLITZER / GLITTER |

Gewerbemuseum Winterthur |

bis 17. Mai 2026



Die Uhr des

Krieges: Ein

ukrainisches

Fototagebuch


Seit dem 24.

Februar 2022 misst

die Zeit in der

Ukraine anders

In der Photobastei Zürich wird diese

Verschiebung erfahrbar: Tage verlieren

ihre Ordnung, Wochen ihre

Verlässlichkeit, Zukunft ihre

Selbstverständlichkeit. Ein «ukrainisches

Fototagebuch» versammelt Bilder von

Profis, Kindern und Zivilist:innen – eine

visuelle Chronik der schleichenden

Verluste mitten aus dem Alltag eines

Landes im Ausnahmezustand, das seit nur

vier Jahren unter dem feigen

Angriffskriegs Russlands leidet.


Wenn Zeit zerbricht

Krieg zerstört nicht nur Häuser und Infrastrukturen, er greift tiefer: in

Routinen, Beziehungen, Gewissheiten. Das schweizerisch-ukrainische

Projekt Ukrainisches Fototagebuch macht sichtbar, was oft unsichtbar bleibt

– den langsamen Verlust von Normalität. Die Bilder erzählen nicht von

Frontlinien, sondern von Küchen, Schulwegen, Schlafzimmern,

Wartezimmern. Von Momenten, in denen nichts explodiert, aber alles kippt.

Zeit wird gedehnt, angehalten, wiederholt sich – und verliert dabei ihre

Richtung

Ein offenes Archiv des Alltags

Initiiert wurde das Projekt 2022 vom Schweizer Fotografen Patrick Lüthy aus

Olten. Während er Evakuierungen ukrainischer Kriegsflüchtlinge in die

Schweiz begleitete, entstand aus Begegnungen die Idee eines offenen,

zugänglichen Fototagebuchs. Seither wächst das Online-Archiv

kontinuierlich weiter: Auf www.ukrainianphotodiary.org stehen

professionelle Fotografien neben Handyaufnahmen von Kindern und

Privatpersonen. Kein kuratierter Blick von aussen, sondern ein vielstimmiges

Archiv von innen.


Zwölf Kapitel des Verlusts

Aus diesem Bildfundus entwickelte sich die Ausstellung Die Uhr des

Krieges. Ihr Konzept folgt der Metapher einer Uhr: Zwölf Kapitel, zwölf

Gesichter des Verlusts. Jede Station steht für etwas, das mit

fortschreitender Dauer des Krieges schwindet – Sicherheit, Nähe,

Unbeschwertheit, Vertrauen. Zusammen ergeben sie ein beklemmend

klares Bild davon, was Zeit im Krieg bedeutet: nicht Fortschritt, sondern

Abtrag. Die Photobastei Zürich zeigt nun eine kuratierte Auswahl dieser

Arbeiten – konzentriert auf zivile Lebensrealitäten und auf das, was nicht

plötzlich verschwindet, sondern Tag für Tag weniger wird.


Die Uhr des Krieges |

Photobastei Zürich | 15. Januar

– 22. Februar 2026 | Vernissage:

Donnerstag, 15. Januar ab 18

Uhr in Anwesenheit des

Künstlers | Öffnungszeiten:

Mittwoch & Sonntag: 12–18 Uhr,

Donnerstag bis Samstag:

12–21 Uhr | Eintritt: Prix libre

www.ukrainianphotodiary.org



Wildlife Wow!

Die weltbesten

Naturfotos in Basel



in&out 2025


Die spektakulärsten

Naturaufnahmen des

Jahres – exklusiv im

Naturhistorischen

Museum Basel

Die 61. Ausgabe der renommiertesten

Naturfoto-Schau der Welt macht Halt im

Naturhistorischen Museum Basel – als einzigem

Ort in der Schweiz. Aus über 60 000

eingereichten Bildern haben es die 100

herausragendsten Fotografien in die

Ausstellung geschafft. Sie berühren,

schockieren – und machen definitiv Lust auf

mehr Natur. Ins Finale geschafft haben es auch

eine 17-jährige Schweizerin und ein Genfer

Prinz.



Meisterwerke der Wildnis

Eine hochkarätige Jury wählte aus 60 363

Einsendungen aus 113 Ländern die stärksten

Bildgeschichten aus. Die Werke zeigen Tiere in

ekstatischen Momenten, seltene Arten im Verborgenen

und Landschaften von atemberaubender Schönheit. Sie

halten uns zugleich vor Augen, wie fragil dieses Wunder

namens Natur ist – und wie dringend wir es schützen

müssen. Stolz kann auch die Schweiz sein: Die 17-

jährige Leana Kuster aus Männedorf und der Genfer

Naturschutzfotograf Prinz Hussain Aga Khan zählen zu

den Ausgezeichneten. Seit 1965 setzt der Wettbewerb

des Londoner Natural History Museum Jahr für Jahr

neue Massstäbe in der Naturfotografie – in Basel nun

hautnah erlebbar.


Erlebnisprogramm: Fotokunst trifft Museumsvibes

Begleitend sorgt das Museum für ein Publikumserlebnis

mit Tiefgang und Spassfaktor. Bei Fokusführungen

geben Expert:innen Einblick in die Geheimnisse starker

Naturfotografie – mit Fachwissen, Anekdoten und

Blicken hinter die Linse. Einmal im Monat verwandelt

sich das Haus bei den AFTER HOURS in eine Kultur-

Lounge: freier Eintritt bis 23 Uhr, Bar-Atmosphäre und

Live-Sound von DJ D.Haze The Blaze. Für Schulklassen

gibt es speziell entwickelte Workshops, die Themen wie

Artenvielfalt, Tierverhalten und Mensch-Natur-

Beziehungen spielerisch mit den Fotos verknüpfen. Und

mit dem hausinternen Wettbewerb SCHNAPPSCHUSS

ruft das Museum Hobby-Fotograf:innen – inklusive

Nachwuchs – auf, ihr Naturtalent zu beweisen.

Unterstützt von Fotohaus Basel und IWB wird sogar ein

Publikumspreis vergeben.

Wildlife Photographer of

the Year |

Naturhistorisches

Museum Basel | bis 28.

Juni 2026


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NOT

ON PAPER

Zeichnen auf unkonventionellen Materialien

Dessin – Zentralschweizer Zeichnung

23.10.2025

24.5.2026

?

www.verkehrshaus.ch/hansernimuseum

HANS ERNI

MUSEUM


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Ute Behrend

reitet in den

Mythos der

Männlichkeit


Die Künstlerin

nimmt die

legendärste Ikone

der Popkultur ins

Visier: den Cowboy

Seit 150 Jahren verkörpert der Cowboy

ein romantisiertes Ideal, das in der

kollektiven Vorstellung tiefe Spuren

hinterlassen hat – obwohl die historische

Figur nur ein kurzes Intermezzo zwischen

1865 und 1880 war. Ute Behrend

dekonstruiert mit Witz und analytischer

Schärfe in «Cowboys. After Barbed Wire»

den Mythos und zeigt die Diskrepanz

zwischen historischer Realität und

medialer Überhöhung. Warum prägen

Cowboys bis heute unser Bild von

Männlichkeit und Heldentum?



Von der Realität zur Legende: Ein globales Phänomen

Die Initialzündung für die unsterbliche Popularität des

Cowboys war keine historische Tatsache, sondern eine

Inszenierung: Die mythologische Aufladung der Figur

begann erst 1883, durch Buffalo Bill und seine populären

Westernshows. Diese Shows zementierten den Cowboy für

die nächsten dreissig Jahre als zentrale amerikanische

Ikone – ein Bild, das seither in Kunst, Medien und im Alltag

immer wieder neu interpretiert wird. Von

Rodeoveranstaltungen über Westernreiten, Reenactments

und Tanzpartys bis hin zu Film, Musik und Mode – die

Faszination für den

Cowboy ist global und

unabhängig von der

historischen Realität

ungebrochen. Doch

was steckt hinter

dieser anhaltenden

Wirkmacht?


Klischees auf dem Prüfstand: Die Faszination der

Rolle

Ute Behrend schaut genauer hin. In ihrer Arbeit stellt sie

die Fragen: Inwiefern entsprechen die Klischees den

Realitäten von gestern und heute? Wie findet die

Identifizierung mit der Rolle des Cowboys heute statt?

Und welche Rolle spielt der Cowboy in aktuellen

Gender-Diskursen? Mit einer markanten Ästhetik und

erzählerischer Dichte stellt Behrend die gängigen

Klischees auf den Prüfstand. Sie

beleuchtet die Sehnsucht nach

männlichen heroischen Figuren,

die unser kollektives

Bewusstsein formt. Behrends

künstlerische und humorvolle

Auseinandersetzung entlarvt

die modernen Cowboys als

Darsteller in einem kulturellen

Schauspiel – nimmt ihnen dabei

aber niemals ihre Würde. Sie

zeigt, dass die Geschichte des

Cowboys weniger eine

Geschichte der Prärie ist, als

vielmehr eine der kulturellen

Imagination.


Ein besonders prägnantes Beispiel

für die moderne Inszenierung des

Mythos ist der «Marlboro Man».

Jener Werbefigur, die von 1954 bis

1999 weltweit für die

Zigarettenmarke Marlboro warb,

verlieh der Schweizer Fotograf

Hannes Schmid durch seine

ikonischen Aufnahmen in den

1980er- und 1990er-Jahren

entscheidend Gestalt. Schmid

formte das Bild des einsamen,

rauchenden Cowboys in der weiten

Prärie, das bis heute im kollektiven

Gedächtnis verankert ist.

Ute Behrend |

«Cowboys. After Barbed

Wire» | BUMMBUMM

BOOKS | 192 Seiten, mit

etwa 127 Farbabbildungen

| ISBN 978-3-948059-13-2 |

Texte von Ute Behrend

und Anja Schürmann;

Übersetzung ins

Englische durch Tom

Ashforth; Design von

Florian v. Wissel


Ein Prozent, das

den Unterschied

macht


Zehn Jahre Stiftung

ERBPROZENT

KULTUR – ein

Rückblick mit

Zukunft

Vor einem Jahrzehnt entstand in der

Schweiz eine Idee, die so simpel wie

kraftvoll ist: Wer ein Prozent seines

Nachlasses der Kultur widmet, stärkt

die Vielfalt unserer Gesellschaft.

Heute ist die Stiftung ERBPROZENT

KULTUR längst mehr als ein

innovatives Modell der

Kulturförderung – sie ist zu einer

Bewegung geworden, die Menschen

verbindet und Kulturschaffenden

spürbar den Rücken stärkt.


Eine halbe Million für die Kultur

Seit ihrer Gründung hat die Stiftung über eine halbe Million Franken an

Künstler:innen, Institutionen und Initiativen weitergegeben – dank rund 140

Erbversprechenden, die sich langfristig engagieren und ihre Ideen aktiv

einbringen. In den sogenannten FOREN prägen sie die Weiterentwicklung

der Stiftung mit, bestimmen Jahresthemen und setzen Impulse für die

zukünftige Ausrichtung. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums hat sich der

Stiftungsrat im Herbst 2025 zur Retraite in Andeer getroffen. Bilanz ziehen,

Erfolge reflektieren, Mut für die nächsten Schritte fassen – so lässt sich die

Agenda zusammenfassen.

Im Mittelpunkt stand das

Projekt «Diskurs», das die

Mitwirkung der

Unterstützer:innen vertieft

und den gesellschaftlichen

Austausch über Kultur

fördert. Die Vision bleibt

klar: wachsen und noch

mehr Menschen für die

Idee eines Erbprozents

begeistern. Die

Vergabefeier 2025 im Kino Rosental in Heiden zeigte, wie lebendig die

kulturelle Landschaft im Umfeld der Stiftung ist. Moderatorin und

Stiftungsrätin Gianna Mina führte charmant in drei Landessprachen durch den

Abend. Das Publikum kam aus allen Landesteilen – und mit ihm die

Gewissheit: ERBPROZENT KULTUR lebt durch seine Gemeinschaft.

Zehn Jahre ERBPROZENT KULTUR bedeuten zehn Jahre Vertrauen,

Gemeinsinn und kulturelle Verantwortung.

Ein kleines Prozent, das für viele Kulturschaffende einen grossen Unterschied

macht. Die Geschichte geht weiter – und sie lädt ein, mitzuschreiben.


Wie werde ich Erbversprechende:r?

Wie werde ich Erbversprechende:r?

Wer die Idee von ERBPROZENT KULTUR unterstützen möchte, kann

dies einfach und mit grosser Wirkung tun: Bereits ein Prozent des

eigenen Nachlasses genügt, um Kulturschaffende in der Schweiz

langfristig zu stärken.

So funktioniert’s:

Erbversprechen festhalten: Mit einem handschriftlichen Erbversprechen

oder dem Einbezug im Testament vererbst du ein Prozent deines

zukünftigen Nachlasses an die Stiftung.Oder mit einem Vorlass, im

juristischen Sinn einer Schenkung, kannst du deinen Beitrag für die

Kultur schon jetzt leisten.

Ein kleiner Schritt mit grosser Wirkung – für eine vielfältige, lebendige

Kunst- und Kulturlandschaft in der Schweiz.

10 Jahre Engagement |

ERBPROZENT KULTUR

www.erbprozent.ch


Verborgene

Schätze: Zu

Besuch im

Kunstdepot der

Fundaziun

Capauliana


Ein Rundgang durch

die wohl grösste

private

Kunstsammlung

Graubündens

Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen,

Drucke, Plakate, Fotografien, Landkarten

und Postkarten: Die breit angelegte

Sammlung der Fundaziun Capauliana ist

aus einer ehemaligen Privatsammlung

hervorgegangen. Sie wurde 1986 vom

Ehepaar Duri Capaul und seiner Frau

Clara Capaul-Hunkeler gegründet. Beide

widmeten sich zeitlebens dem Aufbau

der nahezu 30 000 Werke umfassenden

Sammlung mit kultur- und

kunsthistorischen Bezügen zu

Graubünden.


Die Kunst der Tischkultur

Die aktuelle Ausstellung in der Sala Capauliana vereint

Stillleben und Werke rund um den Tisch aus dem

frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart –

Arrangements aus Blumen, Früchten, Geschirr, Büchern

und Alltagsobjekten, die auf vielfältige Weise das

Zusammenspiel von Vergänglichkeit, Genuss und Kultur

thematisieren. Der Ausdruck à table – zu Tisch –

verweist nicht nur auf den Ort des Essens, sondern auch

auf das soziale Ritual, die Einladung zum Innehalten, zur

Begegnung und zur Betrachtung. In diesem

Spannungsfeld bewegt sich die Ausstellung: zwischen

opulenter Inszenierung und meditativer Stille, zwischen

historischer Referenz und zeitgenössischer Befragung.

Die gezeigten Werke eröffnen einen Dialog über das,

was auf dem Tisch liegt – und das, was

unausgesprochen mitschwingt: Erinnerung, Symbolik,

Konsum, aber auch Leere, Überfluss oder Verlust.


Die Fundaziun Capauliana hat sich zum Ziel gesetzt ihre kunst- und

kulturhistorische Sammlung mit grosser Sorgfalt zu erhalten,

erweitern und erschliessen. Als kulturhistorisches Gedächtnis

Graubündens soll die Sammlung der breiten Öffentlichkeit frei

zugänglich sein. Hierzu dienen der

umfassende Online-Katalog und die

Sala Capauliana als permanente

Ausstellungsfläche. In

Wechselausstellungen zeigt die

Fundaziun Capauliana ausgewählte

Werke, um die einzigartige Vielfalt ihrer

Sammlung einer interessierten

Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Kunstgeschichtlich beheimatet die

Sammlung Werke von der frühen

Neuzeit bis in die Gegenwart, wobei der Schwerpunkt der Moderne

zugeordnet werden kann. Geografisch fokussiert sich der Bestand

auf den Kanton Graubünden, weshalb die Sammlung auch als ein

Zeitspiegel zu betrachten ist, der Aufschluss über die

gesellschaftlichen, historischen und geografischen

Entwicklungslinien des Kantons gibt. Aus diesem Grund wird die

Sammlung auch als kulturhistorisches Gedächtnis bezeichnet.

VIDEO

Stille Tafel | Fundaziun

Capauliana | bis 31. Januar 2026

| Sala Capauliana, Chur


VORSCHAU

Hinter Glas –

historische und

zeitgenössische

Positionen im

Dialog


Hinter Glas – historische und

zeitgenössische Positionen im

Dialog | Nidwaldner Museum

Winkelriedhaus, Stans | bis 7.

Juni 2026 | Kuration: Bettina

Staub


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Nicht hier für

den Gossip.

Hier für

die Kunst.


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8004 Zürich

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PRÄSIDIUM

Dr. Jean-Pierre Hoby

GESCHÄFTSLEITUNG

lic. phil Georg Kling

CHEFREDAKTION

lic. phil Felix Schenker

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