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Gastro 2-2025

Das Fach- und Verbandsmagazin von GastroGraubünden

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Gastro

Das Fach- und Verbandsmagazin von GastroGraubünden Dezember '25

Einzelverkaufspreis CHF 6.-

Gastliche Winterreise

Einmal quer durch Graubünden

Innovatives Tool

graubünden job match


Gastro-Versicherungen

nach Ihrem Geschmack

Als Partner von GastroSuisse bieten wir erstklassige Lösungen rund

um Krankheit und Unfall. Haftpflicht- sowie Sachversicherungen

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Wir verkuppeln

Arbeitgeber und

Stellensuchende

EDITORIAL

Diese «Gastro»-Ausgabe nimmt Sie mit auf ein Abenteuer. Auf eine

Winterreise quer durch Graubünden, von Curaglia in der Val Medel bis

nach Scuol im Unterengadin. Wir besuchten Touristiker, Bergbähnler,

Gastronomen und Hoteliers. Wir durften allerlei Neuigkeiten erfahren

und konnten bei all den unterwegs angetroffenen Projekten und

Initiativen nur zu einem Schluss kommen: Da geht was im

Tourismuskanton, da wird freudvoll ausgeheckt und umgesetzt.

Unsere Winterreise zeigt gleichzeitig, wie wichtig jeder Einzelne in diesem

Gefüge ist. Dass es genauso Menschen braucht, die mit Weitsicht die

grossen Linien für eine erfolgreiche Zukunft zeichnen, wie auch jene, die

tagtäglich die Ärmel hochkrempeln, um im Arbeitsalltag zu reüssieren.

Damit wir in den Tourismusbranchen weiterhin Qualität abliefern und

für Wertschöpfung sorgen können, ist jede und jeder von Bedeutung.

Damit alle da arbeiten können, wo sie sich wohlfühlen und ihre Stärken

gefragt sind, durften auch wir innovieren. Gemeinsam mit den

Bergbahnen Graubünden und HotellerieSuisse Graubünden lancierten

wir auf diese Wintersaison die App «graubünden job match». Im Stil

von «Tinder» verkuppeln wir nun Arbeitgeber und Stellensuchende. Es ist

zu erwarten, dass sich der eine oder andere bald in einen Bündner

Tourismusjob verlieben wird.

FRANZ SEPP CALUORI

Präsident GastroGraubünden

MARC TISCHHAUSER

Geschäftsführer GastroGraubünden


MAGAZIN 2I2025

Inhalt

8

Aus einem Gedanken, der im Hotel Medelina in Curaglia

entstand, ist eine Interessengemeinschaft erwachsen:

Seit diesem Herbst treten mehrere Hotels im Kanton als

«Kulturhotels Graubünden» auf.

23

Kevin Fernandez und Lisa Carlevero

sind seit einem Jahr die neuen Gastgeber

im Talvo in Champfèr. Sie brillieren mit

Feinem und herzlichem Service.

32

Die Franzosen Lucie und Rémy Bailloux

produzieren mit ihrem Unternehmen

«Garde-Manger» im Unterengadin

Pâtisserie-Manufakturen seltenster Güte.

4

GASTRO 2|2025


GASTROGRAUBÜNDEN

Gastliche Winterreise | Einmal quer durch Graubünden 6

graubünden job match | Swipen und job finden 14

Forum für Lernende | Digitale Helden 18

BETRIEB & ENTWICKLUNG

Kulturhotels Graubünden | Neue Interessengemeinschaft 8

Schlüsselübergabe in Chur | Neue Gastgeber 12

Mazlareia Ela | Regionale Fleischverarbeitung 21

RECHT & POLITIK

Kaffeepause | Jürg Schmid, Präsident Graubünden Ferien 17

Marcus fragt Markus | Regierung im Gespräch mit Bähnler 26

SPEIS & TRANK

Zu Tisch | Im Talvo in Champfèr 23

Garde-Manger | Pâtisserie aus dem Unterengadin 32

HOTELGESCHICHTEN

Valeria Walther | Skijöring und Hotelalltag 28

Hotel Scaletta S-chanf | Ein Hotelprojekt mit Ambitionen 30

Check-in | Im Hotel Üja in Scuol 37

AUS & WEITERBILDUNG

Leadership 360 | Für eine zeitgemässe Führungskultur 40

Kurse | Überblick Januar - Juli 2026 41

DIES & DAS

Informiert | News aus der Branche 43

Gastro

Das Fach- und Verbandsmagazin von

GastroGraubünden. Die Zeitschrift für

Gastronomen, Gastronominnen, Hoteliers,

Hotelières, Lernende und Interessierte.

Auflage

1900 Exemplare

Erscheinungsweise

2x jährlich

Herausgeber

GastroGrau bünden, Loëstrasse 161,

7000 Chur, Tel. 081 354 96 96,

www.gastrogr.ch, info@gastrogr.ch

Projektleitung/Redaktion

Martin Hoch, 7158 Waltensburg,

Tel. 078 740 01 40, mh@gastrogr.ch

Layout

LehmannVisual, 7015 Tamins,

info@lehmann-visual.ch, lehmann-visual.ch

Druck/Vertrieb

Druckerei Landquart, 7302 Landquart

Abonnemente

Sie können Gastro auch abonnieren,

kaufen und verschenken:

Ein Jahresabonnement kos tet Fr. 12.–,

Ausland Fr. 17.–, Einzelverkaufs preis Fr. 6.–,

für GastroGrau bün den-Mitglieder kostenlos.

Abo-Bestellungen

GastroGraubünden, Te l. 081 354 96 96,

info@gastrogr.ch

Papier

Munken Kristall

Titelbild

Geselligkeit auf der Skipiste.

Foto: Arosa Bergbahnen AG

Hinweis

Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in

den Texten nur die männliche Form verwendet.

Die weibliche Form ist selbstverständlich

immer mitgemeint.

IMPRESSUM

5

GASTRO 2|2025


Text MARTIN HOCH

GASTROGRAUBÜNDEN

Graubünden

Eine gastliche

Winterreise

Lust auf ein Abenteuer? Auf eines, bei dem

Genuss und Gastlichkeit nicht zu kurz kommen?

Dann folgen Sie uns auf den nächsten Seiten

einmal quer durch Graubünden.

Falera

Trun

Ilanz

Disentis

Curaglia

Start

Wir treffen unterwegs spannende

Persönlichkeiten, neue Projekte,

Feinschmeckendes und Zuckersüsses.

Wir gleiten mit Langlaufskiern über

Hochebenen, erkunden die weissgepuderte

Landschaft zu Fuss, carven mit Skiern die

Hänger hinunter oder blicken aus Bahn

und Postauto auf das Vorüberziehende.

Spass wird es bereiten, ein Erlebnis wird

es sein – ob gedanklich oder unterwegs.

Wir wünschen viel Spass!

6

GASTRO 2|2025


Postauto

Rhätische Bahn

Langlauf / Winterwandern / Skifahren

Stadtbummel

Stadtbus

Bergbahn

Chur

Flims

Laax

Trin-Mulin

Lenzerheide

Lantsch/Lenz

Arosa

Lavin

Susch

Motta Naluns

Prui

Scuol

Ftan

Guarda

Ziel

Zernez

Cunter

Tinizong

Zuoz

la punt

S-Chanf

Mulegns

St. Moritz

Samedan

ChampFér Lej da Staz

St. Moritz Bad

Silvaplana Silvaplana Surlej

Corvatsch

7

GASTRO 2|2025


Text MARTIN HOCH Foto ZVG

Curaglia

BETRIEB & ENTWICKLUNG

Kulturhotels

Graubünden

Ein neuer gemeinsamer Auftritt

Aus einem Gedanken, der im Hotel Medelina in

Curaglia entstand, ist eine Interessengemeinschaft

erwachsen: Seit diesem Herbst treten mehrere

Hotels im Kanton als «Kulturhotels Graubünden» auf.

Sie stärken damit ihre Positionierung und sehen sich

als Begegnungsort von Einheimischen und Gästen.

Dicke Schneeflocken tanzen vor den Fenstern.

Am Dachvorsprung glitzern Eiszapfen.

Sie reihen sich dicht aneinander, als

wollten sie sich gegenseitig wärmen. In

den Innenräumen des Hauses hingegen

herrscht Wärme – in Temperatur und Atmosphäre.

An den Tischen im Restaurant

des Hotels Medelina klimpern Besteck

und Gläser, lachen Menschen oder sitzen

im Nebenraum am Stammtisch und diskutieren

über lokale Novitäten.

Derweil geht Rico Tuor, der Hotelier

des Hauses, in schnellen Schritten an der

Rezeption vorbei und öffnet einen weiteren

Nebenraum. «Hier drinnen finden die

meisten unserer Kulturanlässe statt», verrät

er und ein Blick aufs aktuelle Kulturprogramm,

«das uns bei der Positionie-

rung als Hotel hilft», zeigt, dass dies rund

zwei Dutzend pro Jahr sind.

Vom Altersheim zum Kulturhotel

«Als ich jung war, wollte ich in die Stadt»,

sagt Rico Tuor, der in Disentis aufwuchs.

In Zürich studierte er Geografie und

schon bald zog es ihn noch weiter hinaus

in die weite Welt. In Laos arbeitete er für

die UNDP, das Entwicklungsprogramm

der Vereinten Nationen, als Entwicklungshelfer.

Später war er fürs Schweizer Korps

für Humanitäre Hilfe tätig. Doch seine

Heimat hat ihn nicht losgelassen. So kehrte

er zurück und fand seine Aufgabe darin,

dem ehemaligen, leerstehenden Altersheim

von Curaglia eine neue Bestimmung

zu verleihen: als Kulturhotel. 2017 öffnete

es nach einem Umbau durch den Medelser

Architekten Conrad Pally. Und schafft

«mit einem Kulturprogramm und Handwerkskursen

einen direkten Bezug zum

Ort», wo man auch einen Beitrag leisten

möchte, das soziale Leben mitzugestalten.

Und schliesslich, vor etwas über einem

Jahr, «begannen wir darüber nachzudenken,

ob es nicht noch weitere Hotels im

Kanton gibt, die eine ähnliche Ausrichtung

haben», sagt er und ist auf Gleichgesinnte

gestossen. In mehreren Treffen

«tauschten wir uns aus, um herauszufinden,

wo wir uns gegenseitig unterstützen

könnten».

Fortsetzung Seite 11

Graubünden

WINTERREISE

Stiva Grischuna

Ustria dalla Staziun

Ustria Cruna

Hotel Greina

POSTAUTO

LANGLAUF

Curaglia

Disentis

Sumvitg

Rabius

8

GASTRO 2|2025


Die Initiative

Die Initiative «Kulturhotels Graubünden»

ist ein Netzwerk von Hotels in den

Bündner Bergen, die Kultur bewusst

in den Mittelpunkt stellen. Ziel ist es,

natur- und kulturnahen Tourismus zu

fördern, den Austausch zu stärken und

die kulturelle sowie sprachliche Vielfalt

der Regionen zu pflegen. Aktuell

gehören das Kurhaus Bergün, das Hotel

Medelina in Curaglia und das Pontisella

Stampa im Bergell dazu.

kulturhotels.ch

Die Kulturhotels

Graubünden setzen auf

Kultur und Genuss.

Pizzeria Ristorante Da Stefano

Pizzeria Trattoria Centro

Stiva Veglia

Casa Casutt

RHÄTISCHE BAHN

POSTAUTO

FALERA

Trun

Schnaus

Ilanz

9

GASTRO 2|2025


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Kulturhotels Graubünden

Eine Interessengemeinschaft

entsteht

Die drei Hotels, die sich fanden, sind in

vielerlei Hinsicht ungleich. Sie befinden

sich in unterschiedlichen Sprachräumen,

das KulturGasthaus Pontisella im italienischsprachigen

Bergell, das Hotel Medelina

und das Kurhaus Bergün im romanischen

Sprachraum. Sie unterscheiden

sich aber auch in ihrer Grösse. So verfügt

das KulturGasthaus Pontisella über vier

schicke Zimmer, das stolze Kurhaus in

Bergün über siebzehnmal so viele. Und

doch verbindet sie weit mehr, als sie unterscheidet:

Alle drei Hotels verfügen

über ein lebhaftes Kulturprogramm mit

je zwanzig bis vierzig Kulturveranstaltungen

pro Jahr. Und Daniel Erne, Gastgeber

im KulturGasthaus Pontisella, hebt hervor,

dass alle drei Kulturhotels die Begegnung

von Gästen mit Einheimischen fördern

und dadurch die Tourismusakzeptanz

stärken würden, denn es seien Orte

«des Dialogs und der gegenseitigen Wertschätzung».

Damit bezieht er sich auf den Charakter

der Häuser, der eine ähnliche Klientel

anspricht. Christof Steiner, Gastgeber im

Kurhaus Bergün, sieht darin genauso einen

Mehrwert: «Sich mit Gleichgesinnten

auszutauschen und gemeinsam für eine

übergeordnete Idee einzustehen, ist inspirierend

und lohnt sich.» Und wenn dieser

Funke auch auf die Gäste überspringe,

«haben wir eine Win-win-win-Situation

zwischen Künstlern, Gästen und Hotels.»

Denn genau da möchte man ansetzen:

Kunstschaffende sollen die Möglichkeit

erhalten, dank diesem Netzwerk nicht nur

für ein Konzert nach Graubünden anzureisen,

sondern gleich auf mehreren Bühnen

auftreten zu können. Kulturaffine

Gäste wiederum sollen auf die Partnerhotels

aufmerksam werden und die Hotels

untereinander sollen von einem stetigen

Wissensaustausch profitieren.

Stärkung des kulturtouristischen

Angebots

Auch Graubünden Cultura, das sich die

Förderung, Sichtbarmachung und Weiterentwicklung

des Kulturtourismus in

Graubünden auf die Fahne geschrieben

hat, ist auf die Initiative der Kulturhotels

aufmerksam geworden. Und übernimmt

durch den Präsidenten Stefan Forster und

den Geschäftsführer Kaspar Howald inzwischen

eine treibende Rolle bei der

Entwicklung der Interessengemeinschaft.

«Mit dem Projekt Kulturhotels Graubün-

Rico Tuor ist Gastgeber

im Hotel Medelina.

den möchten wir das Profil der Kulturhotels

schärfen und über einen gemeinsamen

Auftritt nach aussen die Sichtbarkeit

dieser Hotels stärken», so Howald. Ziel sei

es, «ein Netz von Kulturhotels zu spannen,

das alle Regionen des Kantons abdeckt

und das kulturinteressieren Gästen bereichernde

Aufenthalte ermöglicht». Damit

tönt er auch an, «dass wir bereits im

Dialog mit weiteren Hotels sind, die zur

Idee der Kulturhotels Graubünden passen

würden». Graubünden-Cultura-Präsident

Forster sieht für die Kulturhotels

Graubünden «ein grosses gegenseitiges

Potenzial bei gemeinsamen Programmierungen,

beim Teilen von Ideen und beim

gemeinsamen Auftritt». Er spricht von

Multiplikation – und bezieht dies nicht

nur auf die Synergien der Hotels, sondern

«auch auf die Gästeerlebnisse».

Ustria Aurora

Tegia Larnags • Signina Hotel

Falera

WINTERWANDERN

Laax

POSTAUTO

FLIMS

11

GASTRO 2|2025


Text MARTIN HOCH Foto ZVG

Chur

BETRIEB & ENTWICKLUNG

Schlüsselübergabe

in der Hauptstadt

Gleich in zwei renommierten Churer Gastrobetrieben

fand in den letzten Monaten eine Schlüsselübergabe

statt. Bei beiden traten Urgesteine der Branche ab und

übernahmen engagierte Unternehmer mit Weitsicht.

Die Rede ist vom Hotel Stern und vom Café Caluori.

Und von deren ehemaligen und neuen Gastgebern.

Adrian K. Müller hat den Schlüssel seines

«Stern» dem Unternehmer und Neo-

Hotelier Toni Curdin Foppa am 15. Juli

übergeben. «Ich übernahm damals noch

den Mittagsservice.» Am Abend habe

dann Foppa an der Front die Gäste willkommen

geheissen. Demnach eine reibungslose

Schlüsselübergabe? Unisono

erklingt von beiden Seiten ein klares «Ja».

Ihr Anwalt habe nach der Übergabe resümiert,

gibt Toni Curdin Foppa mit einem

zufriedenen Lächeln von sich, «dass

er noch nie einen solch angenehmen Verkaufsprozess

abwickeln durfte». Die erfolgreiche

Übergabe ist nicht zuletzt der

Freundschaft der beiden geschuldet, die

sich über die letzten Jahre entwickelt hat

und «in der wir uns fast wöchentlich, oft

spät abends nach Arbeitsschluss, zu einem

Austausch trafen», verrät Müller.

Die Geschichte geht weiter

Adrian K. Müller spricht gerne über sein

ehemaliges Hotel, über dessen mehr als

300 Jahre gelebte Geschichte, «die viel

von gestern erzählt, die aber auch im Heute

spielt und in der Zukunft Neues hervorbringen

wird». Hier im «Stern» absolvierte

er bereits seine Kellnerlehre, später

während der Hotelfachschule ein Praktikum,

und die letzten neunzehn Jahre

krönte er als Gastgeber des Hauses. Ähnlich

tönt es beim neuen Gastgeber, der in

seiner Kochlehre ebenfalls in der hiesigen

Küche hantierte: «Man redet vom ‘Stern’,

mit Achtung in der Stimme, «ein solches

Haus zu übernehmen, ist gleichzeitig Privileg

und Verantwortung.» Es sei ein Haus

mit Tücken, «das man lieben muss». Keines

der siebzig Zimmer sei wie das andere,

«Ein solches Haus zu

übernehmen, ist

gleichzeitig Privileg

und Verantwortung.»

Toni Curdin Foppa

Hotel Restaurant Chesa • Bistro Kaufmannfrauen

Restaurant Conn

Ustria Parlatsch

Flims

WINTERWANDERN

Conn

Trin Mulin

POSTAUTO

12

GASTRO 2|2025


«Wir werden nicht alles

umkrempeln, sondern

die bisher gute Arbeit

weiterführen.»

Ralph Treuthardt

«Café Aurora», ansonsten aber «werden

wir nicht alles umkrempeln, sondern die

bisher gute Arbeit weiterführen». Der Unternehmer,

der fast zeitgleich auf der Lenzerheide

mit dem Bergcafé Aurora ein

ähnliches Konzept umsetzte, setzt in all

seinem Schaffen «auf eine hohe Qualität

und Regionalität». Man darf sich also in

der Altstadt von Chur weiterhin auf Zuckersüsses

und Knuspriges freuen.

Noch voller Tatendrang

«dazu hat das Restaurant lauter Winkel

und Nischen», die zu überschauen einiges

an Geschick benötige. Und so macht der

neue Gastgeber, was der ehemalige zu einer

Kunstform erhob: Von früh morgens

bis zum Verabschieden des letzten Gastes

am späten Abend präsent zu sein und den

Servicegedanken zu leben. Oder wie es

Müller formuliert: «Ich war immer gerne

Kellner, obwohl ich ein Hotel hatte.»

Ein zuckersüsses Leben

Einige Strassen weiter gab es im Café Caluori

eine weitere Schlüsselübergabe. Hier

übergoss Franz «Seppo» Caluori in seinem

Café Caluori in Chur über 41 Jahre

Törtchen mit Zucker, Pralinen mit Kuvertüre

und genoss den Austausch mit seinen

Stammgästen. «Was an umtriebigen

Samstagen gut und gerne eine Stunde in

Anspruch genommen hat.» Er lebte das

Gastgebertum, wie Adrian K. Müller im

‘Stern’, «nahe am Gast», und in diesem

Sinne möchte es auch sein Nachfolger

Ralph Treuthardt pflegen. Er werde wohl

einen Geschäftsführer haben, sagt Treuthardt,

«aber man weiss, dass ich gerne an

der Front bin».

Apropos Stammgäste, von denen das

Café an der Poststrasse 2 oft und gerne

frequentiert wird, «die dürfen sich hier

auch in Zukunft wohlfühlen». Das Lokal

ändert wohl den Namen und heisst neu

Und «Seppo» Caluori – wird er sich peu

à peu auch von der Politik und von seinem

Amt bei GastroGraubünden zurückziehen?

Seine von Neugierde und Tatendrang

glänzenden Augen sind Antwort

genug und er bestätigt: «Ich werde als

Grossrat wie auch als Präsident von GastroGraubünden

bestimmt nochmals für

eine Legislaturperiode kandidieren.» Und

privat werde man ihn in Zukunft nicht

nur regelmässig im Café Aurora antreffen,

«ich werde mit meiner Frau noch so einige

schöne Flecken bereisen». Beispielsweise

möchte er einfach mal spontan ins Auto

steigen und für einen Monat nach Frankreich

fahren. «Nur nicht in einem Camper

– wir beide lieben schöne Hotels!»

Rätushof

Hotel Stern

Flavour' Restaurant

Restaurant Calanda

Chur Bahnhof

STADTBUMMEL

13

GASTRO 2|2025


Text MARTIN HOCH Foto ZVG

Arosa

GASTROGRAUBÜNDEN

Für den passenden Job

nach rechts swipen

Dem Fach- und Arbeitskräftemangel im Tourismus

begegnet die Tourismusallianz Graubünden mit einer

innovativen App: Mit dieser soll man den passenden Bündner

Tourismusjob – in der Gastro, der Hotellerie oder bei den

Bergbahnen – so einfach finden wie auf Tinder ein Date.

Café Caluori Museumscafé Merz Restaurant Loë • GastroGraubünden

CHUR BUS

Chur Alexanderplatz

Chur Bahnhof

RHÄTISCHE BAHN

14

GASTRO 2|2025


So fand Mia Röthlisberger ihren

Traumjob in Arosa

Gerne nehmen wir Sie mit in eine fiktive

Geschichte. Die aber genauso wohl schon

bald dutzendfach geschehen wird – Dank

der neuen App «graubünden job match»

der Tourismusallianz Graubünden.

Mia Röthlisberger schlendert durch

Zürich. Es ist Anfang Dezember und der

Nebel hängt ungefähr so tief wie in ihrer

Heimat in Arosa die Zimmerdecken in

den alten Häusern. Wie wäre es, sie könnte

wiedermal einen Winter in den Bergen

verbringen? Tagsüber, wenn die Sonne

scheint, mit den Skiern die Hänge hinunterfahren?

Mia, die in einem angesagten

Restaurant für einen geregelten Serviceablauf

sorgt, setzt sich auf eine Parkbank.

Der Gedanke wandelt sich innert kürzester

Zeit von Sehnsucht zu einer Idee. Erst

gestern erzählte ihr eine Kollegin von einer

App namens «graubünden job match»,

die genau das biete: mit wenigen Klicks

solle man da einen massgeschneiderten

Job finden.

Arno Gredig sitzt an seinen Büroarbeiten

in seinem Berggasthaus «Mungga-

Blick» in Arosa. Dabei bereitet ihm etwas

Kopfschmerzen: Sein Chef de Service hat

ihm heute in der Früh gekündigt. Ausgerechnet

jetzt, kurz vor der Wintersaison!

Er scrollt durch seine E-Mails und hält

inne: Im Newsletter von GastroGraubünden

steht etwas von einem neuen Tool,

das Arbeitssuchende und Arbeitgeber unkompliziert

vernetzen soll. Ob er so einen

neuen Chef de Service finden könnte?

Gredig macht sich schlau, setzt bei «graubünden

job match» ein Profil auf und beginnt

fleissig zu klicken: Er benötige jemanden,

der von Mittwoch bis Sonntag

Die Plattform

graubünden job match hilft Stellensuchenden,

die auf sie zugeschnittenen

Stellen zu finden. Lanciert wird die

innovative Plattform von der Tourismusallianz

Grabünden.

graubuenden-job-match.ch

arbeiten möchte, jeweils mit Zimmerstunde

und bei den Benefits setzt er ein Häkchen,

dass er eine Mitarbeiterunterkunft

anbieten könne.

Das funktioniert ja tatsächlich wie

Tinder! Mia Röthlisberger ist begeistert.

Sie gibt in der App an, dass sie eine Saisonstelle

suche, bei den Arbeitstagen flexibel

sei, aber eine Zimmerstunde möchte.

Das Skifahren am frühen Nachmittag

muss sein. Und natürlich benötige sie eine

Mitarbeiterunterkunft – klick. Es dauert

nicht lange und Mia erhält Jobausschreibungen.

Eine hat eine Übereinstimmung

von 90%. Mia klickt die Stelle an. Es ist

Liebe auf den ersten Bilck: ein Bergrestaurant

an der Skipiste mit Mitarbeiterunterkunft,

das eine Chef de Service sucht, jeweils

für Mittwoch bis Samstag mit Zimmerstunde.

Aber ganz alles passt nicht:

Die Stelle ist als Festanstellung, nicht als

Saisonstelle ausgeschrieben. Ob sie dennoch

eine Chance hat? Mia swiped nach

rechts. Ein Versuch ist es wert.

Als Arno Gredig sieht, dass er eine Interessentin

hat, die fast komplett seinen

Anforderungen entspricht, klickt er an,

dass er Interesse an einer Kontaktaufnahme

habe. Und so einigen sich die beiden

kurz darauf bei einem Telefongespräch,

dass Mia Röthlisberger für die Wintersaison

als Chef de Service bei Arno Gredig in

Arosa willkommen sei. Gredig fügt noch

an: «Vielleicht gefällt es dir bei uns dann

doch so gut, dass du fest hierbleiben

möchtest.» Den Gedanken hatte Mia tatsächlich

auch schon.

Der Test der neuen App läuft an

Marc Tischhauser, Geschäftsführer GastroGraubünden,

ist von der Idee überzeugt:

«Damit werden in Zukunft Stellensuchende

in unseren Branchen unkompliziert

Jobs finden, die auf ihre Bedürfnisse

zugeschnitten sind». Eine schweizweit

einzigartige Lösung. Sie führt weg von

der Idee, dass es für jegliche Jobs ein aufwendiges

Bewerbungsprozedere benötigt.

In dieser Wintersaison befindet sich

das Projekt in der Testphase mit rund

dreissig Betrieben, «verläuft diese erfolgreich,

werden wir die Plattform öffnen –

erst für weitere Betriebe aus der Gastrobranche,

der Hotellerie und den Bergbahnen,

danach können wir sie für den

gesamten Tourismus oder gar darüber

hinaus öffnen».

Haus Strela

Hotel Restaurant

Pagigerstübli

Güterschuppen • Aifach Arosa • Hotel Stoffel

Langwies

Pagig

Arosa

SKIFAHREN

15

GASTRO 2|2025


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Text MARTIN HOCH Foto ZVG

Lenzerheide

«

Wünschen Sie sich für Graubünden

noch mehr Touristen?

Ja, und zwar solche, die länger bleiben

und dadurch nicht zusätzlichen Verkehr

verursachen. Die Bündner Hotellerie hat

eine Nettoauslastung von rund 50% – das

heisst, wir leisten uns 50% leere Betten.

Wie stark ist Graubünden von Übertourismus

(overtourism) betroffen?

Wir haben keinen Übertourismus. Es

gibt Ausflugsorte, die während Spitzenzeiten

eine Frequenz aufweisen, die es zu

lenken gilt. Nun ist Übertourismus aber

mehr als nur eine Anzahl an Touristen:

Es ist ein Empfinden. Und solche Gefühle

müssen wir sehr ernst nehmen.

Kaffeepause

mit Jürg Schmid

Wie entwickelt sich der Sommertourismus

in Graubünden?

Wir sehen einen klaren Aufwärtstrend.

So wie uns die Klimaveränderung

im Winter Probleme schafft, so profitieren

wir touristisch im Berggebiet von

wärmeren und längeren Sommersaisons.

Wenn die Mittelmeerregion heisser wird,

zieht es Touristen vermehrt in den Norden

und in die Alpen.

Welches sind aktuell die grossen Trends

im Tourismus?

Ein grosses Thema ist der demografische

Wandel. Die Generation der Babyboomer

verabschiedet sich sukzessive

vom Arbeitsmarkt, gleichzeitig werden sie

dank der neu gewonnenen Zeit vermehrt

touristische Dienstleistungen nachfragen.

Als Branche entstehen dadurch beim

Arbeitsmarkt Herausforderungen, bei der

Nachfrage wiederum Chancen. Es ist eine

Zwickmühle, die uns beschäftigen wird.

Weitere Themen sind der Klimawandel

sowie die Tourismusakzeptanz. Letztere

ist ein fragiles Thema. Denn wir brauchen

Tourismus, aber immer im Einklang mit

der einheimischen Bevölkerung.

Was machen die Bündner Gastgeber

goldrichtig?

Graubünden ist touristisch fit. Die

Qualität hier ist top. Das hat auch damit

zu tun, dass Graubünden seit Jahrzehnten

mit den umliegenden Nachbarländern

im Wettbewerb steht.

RECHT & POLITIK

Zur Person

Jürg Schmid, 62, ist Mitinhaber der

Marketing- und Kommunikations-

Agentur Schmid Pelli & Partner AG,

präsidiert den Vorstand von Graubünden

Ferien und den Verwaltungsrat von

The Living Circle Hotel-, Gastronomie-

und Landwirtschaftsgruppe. Der Vater

von drei erwachsenen Kindern hat

mit seiner Frau Wohnsitz auf der Lenzerheide.

Was könnten die Bündner Gastgeber

besser machen?

Wir alle im Tourismus müssen uns

stets dessen bewusst sein, dass Gäste wegen

des Erlebnisses zu uns kommen. Vergessen

wir also nie, auch wenn uns der

Alltag übermannt, darüber nachzudenken,

wie wir Gästen emotionsreiche Erlebnisse

bieten können.

»

Hörnlihütte

Motta Hütte

Bergrestaurant Scharmoin

Privâ Alpine Lodge

SKIFAHREN

Lenzerheide

17

GASTRO 2|2025


Text MARTIN HOCH Foto ELIANE SCHMID

Lenzerheide

GASTROGRAUBÜNDEN

Ein Zusammentreffen

digitaler Helden

Wenn die Tourismusallianz Lernende zum «Forum für

Lernende» lädt, folgen die Jugendlichen dem Ruf gerne.

Auch dieses Jahr war der Anlass wieder früh ausgebucht.

Nicht zuletzt dank eines inhaltsstarken, auf Jugendliche

zugeschnittenen Programms.

Das Forum für Lernende fand am 1. September

2025 bereits zum 22. Mal statt. Im

Hotel Schweizerhof auf der Lenzerheide

trafen 110 Lernende aus den unterschiedlichsten

Betrieben der Gastronomie, Hotellerie

und der Bündner Bergbahnen aufeinander.

Es versprach ein spannender

und unterhaltsamer Tag zu werden. Mit

dem Forum möchte man, so GastroGraubünden-Geschäftsführer

Marc Tischhauser,

«den Lernenden Wertschätzung entgegenbringen»

und setze dabei auf «Themen,

die dem Zeitgeist entspringen». Das

diesjährige Thema «Digital Heroes» reihte

sich da bestens ein.

Freestyle-Aktivitäten sorgten am Forum für Bewegung.

Alp Nova June Hütte Acla Grischuna

Marola Hütte Piz Scalottas Hotel Schweizerhof

Lenzerheide

LANGLAUF

18

GASTRO 2|2025


Das Forum für Lernende war

erneut ausgebucht.

«In der digitalen Welt,

insbesondere in den

sozialen Netzwerken,

lauern Gefahren.»

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

In der morgendlichen Eröffnungsrede

stellte Ernst «Aschi» Wyrsch, Präsident

HotellerieSuisse Graubünden, in Jugendsprache

klar, «dass heute niemand ein

Gefühl von FOMO* haben muss. Ihr seid

hier und heute genau am richtigen Ort.»

Schliesslich hätten sich mehr Interessierte

angemeldet, als es Plätze gegeben habe.

Nach der beschwingten Rede folgte die

Auseinandersetzung mit einem ernsten

Thema. Sibylle Schmuki, Medienpädagogin

und Mitgründerin von Medienschutz,

führte durch den Tag und klärte gleich,

was sich hinter dem Schlagwort «Digital

Heroes» verberge. «Ich möchte euch aufzeigen,

wie man mit den digitalen Herausforderungen

richtig umgehen kann. So

werdet ihr gesunde digitale Helden sein.»

Denn die Bandbreite an Herausforderungen

sei gross. «In der digitalen Welt, insbesondere

in den sozialen Netzwerken,

lauern Gefahren», wie Romance Scam,

Cybergrooming, Sexting oder Sextortion.

Erstaunliche Umfrageresultate

Das Referat und der darauffolgende Workshop

waren nicht nur lehrreich, sondern

auch interaktiv und damit für die Jugendlichen

unterhaltsam. So wurde beispielsweise

per digitaler Live-Umfrage getestet,

wer sich mit den genannten Begriffen

auskennt und weiss, um was es sich dabei

handelt. Oder es gab eine Umfrage, die

aufzeigte, wer bereits Opfer einer dieser

Gefahren war. Tatsächlich förderte diese

Erstaunliches zutage und zeigt auf, wie

aktuell das Thema ist: Nur ein Drittel der

Lernenden war noch nie von einem der

Themen betroffen.

Medienpädagogin Schmuki bestätigte,

dass Jugendliche von der digitalen Welt

mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert

werden. «Und oft fällt es den Jugendlichen

schwer, darüber zu sprechen.»

Mit solchen Workshops möchte sie Gefahren

aufzeigen und die Jungen motivieren,

untereinander darüber zu sprechen.

«Denn es fällt ihnen einfacher, mit Gleichaltrigen

darüber zu sprechen, als mit solchen

Themen auf die Eltern zuzugehen.»

Damit nicht nur auf den Stühlen gesessen

wurde, sorgte das Forum zusätzlich

für Bewegung bei verschiedenen Freestyle-Aktivitäten

wie Breakdance oder

Parkour. Und so pflichteten nach diesem

abwechslungsreichen Tag wohl alle Ernst

«Aschi» Wyrsch bei, dass sie den Tag am

richtigen Ort verbracht hatten. Ein Gefühl

für FOMO müssten damit auch nächstes

Jahr wohl nur diejenigen haben, die es

verpassen werden, sich rechtzeitig zum

23. Forum anzumelden.

*FOMO steht für fear of missing out. Auf

Deutsch: Angst haben, etwas zu verpassen.

Sibylle Schmuki führte durchs Forum.

Little Coffe & Things

Hotel Albula

Restaurant Pizzeria Dafora

POSTAUTO

POSTAUTO

Tinizong

Lantsch/Lenz

Tiefencastel

Cunter

19

GASTRO 2|2025


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Text ROLAND FALK Foto ZVG

Cunter

Sinnvolle

Genossenschaft

Die Mazlareia Ela in Cunter ist für regionale

Direktvermarkter von Fleisch ein Vorzeigebetrieb.

BETRIEB & ENTWICKLUNG

«Kurze Transportwege

machen ökonomisch

Sinn und verhindern

Stress fürs Vieh.»

Der Tag der offenen Tür im September

«war ein voller Erfolg», sagt Carlo Klein,

Betriebsleiter der Mazlareia Ela von Cunter

im Val Surses. Eine Menge Interessierte

sahen sich im Schlachthof um, der ab

Mai neu konzipiert wurde und seit August

von einer Genossenschaft betrieben wird,

in der vornehmlich lokale Bauern organisiert

sind. Das freut Klein, der seit 30

Jahren Metzger ist: «Mittlerweile haben

wir schon 76 Mitglieder, die einen Anteilschein

von 1000 Franken erworben haben».

Beachtlich, aber «wir sind froh um

Gönner, die uns zusätzlich unterstützen».

Die Mazlareia Ela gehört in den Rahmen

des regionalen Aufbauprojekts «Ela

Genusswelt», dessen Träger der am 31. Mai

2005 gegründete Verein Parc Ela ist. Dieser

kümmert sich um den grössten regionalen

Naturpark der Schweiz und entwickelt

ein weites Netzwerk von Produzenten

hochwertiger Lebensmittel. An den

Umbaukosten des Schlachthofs von Cunter,

in dem nebst Carlo Klein ein Metzger

und eine Sekretärin arbeiten, haben sich

der Bund und Kanton mit insgesamt 1,3

Millionen Franken beteiligt. Die Genossenschaft

achtete darauf, nur das Nötigste

zu realisieren: Eigentlich, sagt ihr Präsident

Matthias Christen, habe man die

Mazlareia Ela vor allem «für sämtliche der

neuen Vorschriften konform gemacht».

Kurze Wege fürs Tierwohl

Der Betrieb, fügt er an, funktioniert als

Dienstleister für Direktvermarkter. Bauern

bringen ihre Tiere zum Schlachter

und bekommen das Fleisch bestens präpariert

und portioniert für ihre Hofläden

zurück. Auch die Hotellerie und Gastronomie

sollen künftig vom neuen Konzept

profitieren, aber das «wird die Stufe zwei

sein». Wichtig ist Christen, dass die Wege

des Tiertransports kurz sind: «Das macht

ökonomisch Sinn und verhindert zudem

viel Stress für das angelieferte Vieh.»

Früher musste Letzteres zur Verarbeitung

in weit entlegene Schlachthäuser gebracht

werden, «was der Kreatur gegenüber

wenig respektvoll war», sagt Klein,

der auch für sich schätzt, was nahe liegt:

«Die Mazlareia Ela steht nur einen Katzensprung

von meiner Haustür entfernt.»

Hotel Piz Mitgel • Florians Weinstube

Hotel Restaurant Guidon

WINTERWANDERN

POSTAUTO

Silvaplana

Savognin

Tinizong

Mulegns

Bivio

21

GASTRO 2|2025


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Text MARTIN HOCH Foto ZVG

Champfèr

Gast

8

8

Zu

im…

Talvo

SPEIS & TRANK

«Das ehemalige Talvo by Dalsass heisst

neu einfach nur noch Talvo», sagt Kevin

Fernandez, der das gehobene Restaurant

vor einem Jahr gemeinsam mit seiner

Partnerin Lisa Carlevero übernommen

hat. Beide arbeiteten bereits davor mehrere

Jahre im Betrieb – Fernandez hat sich

hier als 23-Jähriger vom Commis de Cuisine

zum Sous-Chef hochgearbeitet. Nach

der Stabsübergabe vom renommierten

Sternekoch Martin Dalsass an die junge

Riege verkürzte diese jedoch nicht nur

den Namen. Auch beim Schriftzug entfernte

«das äusserst motivierte Team» einige

Schnörkel und noch mehr beim Gedeck.

«Da ersetzten wir mitunter das Porzellangeschirr

und die Glasteller.» Neu

kommt das Talvo einen Tick schlichter

und frischer daher. Geblieben ist der hohe

Standard beim Service.

Ein Blick ins Restaurant zeigt, wie die

aus Italien stammende Gastgeberin jovial

mit ihren Gästen in unterschiedlichen

Sprachen parliert und mit ihrem Charme

für eine angenehme, unkomplizierte Atmosphäre

sorgt. Betreten Gäste mit Vierbeinern

das Lokal, wird vom Serviceteam

aufmerksam ein Hundebettchen hingestellt.

Auch sonst entgeht den wachsamen

Augen des Serviceteams kaum etwas.

Nebst dem aufmerksamen Service

überzeugt das Talvo wie eh mit einer hochwertigen

Küche. Zum Start kredenzt Carlevero

einen Sparkling Tea, «der von Gästen,

die zu Mittag auf ein alkoholisches

Getränk verzichten möchten, sehr geschätzt

wird», dazu kommt nebst einem

filigranen Gruss aus der Küche hausgemachtes

Sauerteigbrot, eine Foccacia,

Grissini und Olivenöl aus Sizilien auf den

Tisch. Bei den Vor- und Hauptspeisen darf

man sich genauso Exquisites wie ein Stundenei

mit Périgord-Trüffeln bestellen oder

sich auf bodenständige Kutteln mit Knoblibrot

freuen. Letztere, die «Trippa bianco»

an einem Weisswein-Sud, mit Essiggurken,

Karotten und Senfkörnern, sind

hier ein beliebtes Gericht. Im kommenden

Winter hat Chef Fernandez zudem etwas

Neues im Köcher: «Es wird ein komplettes

Kaviar-Menü geben.» Vieles ist neu

im Talvo, was geblieben ist, sind die hohe

Qualität der Gerichte, der hervorragende

Service «und glücklicherweise die Stammgäste».

Gastgeber

Kevin Fernandez & Lisa Carlevero

Restaurant Talvo

Via Gunels 15

7512 Champfèr-St. Moritz

Service:

Restaurant, Terrasse (im Sommer)

Kontakt:

info@talvo.ch / 081 833 44 55

talvo.ch

Albana Hotel • Ristorante Da Franco • Restaurant The Hut

Silvaplana

POSTAUTO

Restaurant Talvo

Champfèr

WINTERWANDERN

Silvaplana

Surlej

23

GASTRO 2|2025




Text MARTIN HOCH Foto ROMANO SALIS

Corvatsch

BETRIEB & ENTWICKLUNG

«International

erfährt der Skisport

einen Aufschwung»

Markus Moser, CEO der Bergbahnen Corvatsch,

Diavolezza und Lagalb, amtet seit letztem Jahr

als Präsident der Bergbahnen Graubünden.

Im Gespräch mit Regierungspräsident Marcus

Caduff gibt er Ein- und Ausblicke.

Restaurant Pizzeria Magun • Hotel Bellavista Restaurant 3303

Silvaplana Surlej

BERGBAHN CORVATSCH

SKIFAHREN

Corvatsch Bergstation

26

GASTRO 2|2025


Markus Moser, Präsident

Bergbahnen Graubünden (BBGR).

«

Marcus Caduff: Ihr erster Winter als

Präsident der Bergbahnen Graubünden

war ein Erfolg – die beste Saison seit 15

Jahren. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Markus Moser: Das ist weder mein

Erfolg noch der des Verbands. Das erfreuliche

Resultat erzielten die einzelnen

Bergbahnunternehmen mit ihren Mitarbeitenden.

Eine stimmige Kombination

von Sonne und Schnee half dabei bestimmt.

Ebenfalls mit reingespielt haben

dürfte, dass der Wintersport in den umliegenden

Ländern teurer wurde und

dass viele Gäste aus der Schweiz während

Corona ihre Liebe zu den Bergen

entdeckt haben.

Haben Sie einen guten Draht zu Petrus?

Hätte ich einen guten Draht zu Petrus,

hätte ich ihm den Schlüssel zum Himmelstor

längst abgenommen. Schliesslich

wäre es verlockend, hie und da das Wetter

beeinflussen zu können.

Der Erfolg der Bergbahnbranche hängt

tatsächlich stark vom Wetter ab.

Ja, spielt das Wetter nicht mit, mindert

dies unseren Erfolg. Natürlich verfügen

wir dank technischer Beschneiung über

eine hohe Planbarkeit. Doch Gäste sehnen

sich nicht nur nach gut präparierten

Pisten, sondern genauso nach Winterzauber:

nach einer in Schnee gehüllten

Winterlandschaft und Sonnenschein.

Die Bündner Bergbahnen erwirtschaften

92% ihres Transportumsatzes im

Winter. Das ist ein erhebliches «Klumpenrisiko»

– besonders im Wissen um

die Abhängigkeit von Petrus.

Die Weiterentwicklung in Richtung

Sommertourismus ist zeit- und kostenintensiv.

Es gilt, die aktuell hohe Wertschöpfung

der Wintersaisons zu nutzen, um

zukunftsträchtige Angebote zu schaffen.

Hier sehen wir uns als Bergbahnunternehmen

in der Verantwortung, als Motor

der Wirtschaft in den verschiedensten

kantonalen Talschaften. Gleichzeitig können

wir den Weg nur gemeinsam mit den

weiteren touristischen Anbietern gehen.

Dabei sollten wir nicht vergessen, dass es

für eine erfolgreiche Entwicklung auch

einen gesellschaftlichen Wandel benötigt.

Denn wir können im Sommer nur

dann Wertschöpfung generieren, wenn

der Sommertourismus beim Gast auf Anklang

stösst.

Wo steht Graubünden denn in diesem

Prozess in Richtung Sommer- und

Herbsttourismus?

Wir konnten den Verkehrsertrag der

Sommersaisons in den letzten 20 Jahren

um 150% erhöhen und stecken gleichwohl

noch in den Kinderschuhen. Wir müssen

weiter an einem gemeinsamen Vorgehen

arbeiten und die Rahmenbedingungen

verbessern. Auch zu Bedenken gilt es, dass

nicht alle Tourismusgebiete im Kanton

über dieselben Opportunitäten verfügen.

Hier spielt mitunter die geografische Lage

eine Rolle. Exemplarisch dafür stehen

bei uns im Engadin die beiden Gipfelziele

Diavolezza und Corvatsch. Während die

Diavolezza auf der touristisch beliebten

Route Mailand – Innsbruck – München

liegt und dadurch Gäste anzieht, kriegt

der Corvatsch mit ähnlich eindrücklichen

Ausblicken aufs Bernina-Massiv

kaum etwas davon ab.

Heute fahren längst nicht mehr alle

Schweizerinnen und Schweizer Ski wie

damals in der von Vico Torriani besungenen

«Alles fährt Ski»-Ära der 1960erund

1970er-Jahre. Wie beurteilen Sie

diese Entwicklung?

Wir benötigen in den Wintersportgebieten

einen grösseren Angebotsmix –

Skigebiete sollen zu Erlebniswelten werden.

Dazu bieten sich Chancen durch eine

dynamische Preisgestaltung sowie bei

den Zweitheimischen, die dank dem Arbeiten

im Homeoffice vermehrt im Berggebiet

unterwegs sind. Ausserdem dürfen

wir den Blick in die Welt nicht vergessen,

denn international erfährt der Skisport

einen Aufschwung. Somit sind ausländische

Gäste eine grosse Chance für die

Branche.

Zum Schluss haben Sie noch einen

Wunsch frei – direkt an Petrus. Was

wünschen Sie sich?

Den Schlüssel zum Himmelstor kriege

ich wohl nicht? Dann gerne den richtigen

Mix aus Schneemenge und Sonnenstunden.

Und wenn ihr mir von der Regierung

auch noch einen Wunsch gewährt: Bleibt

volksnah und habt ein offenes Ohr für

die Anliegen der Wirtschaft.

»

Restaurant Hahnensee

Hotel Laudinella

LANGLAUF

Lej da staz

St. Moritz Bad

27

GASTRO 2|2025


Text MARTIN HOCH Foto MAYK WENDT / STEPHAN ULRICH

St. Moritz

GASTROGRAUBÜNDEN

Eine mutige

Anpackerin

Seit 1907 findet auf dem St. Moritzersee jährlich ein

weltexklusiver Event statt: das White Turf. Pferde und

Jockeys aus aller Welt messen sich auf dem zugefrorenen

See. Eine von ihnen ist Hotelière Valeria Walther.

Alles hat seinen Rhythmus. Alles hat seine

Zeit. Der Tag wird zur Nacht. Die Erde

umrundet die Sonne. Der Winter löst den

Herbst ab. Und so haben auch die Renntage

des White Turf in St. Moritz ihren

Rhythmus. Der Rhythmus spielt im Halbstundentakt.

Immer zur halben und vollen

Stunde strömen Hunderte Gäste aus

den VIP-Zelten und begeben sich auf die

Tribünen und an die Banden der Rennbahn.

Jockeys laufen sich mit ihren Pferden

warm. Wetten werden abgeschlossen.

Die Spannung steigt. Kurz vor dem Start

wird es ruhig. Und mit dem Öffnen der

Startboxen beherrscht eine ungezähmte

Energie die Rennbahn. Ein Raunen geht

durch die Zuschauertribünen. An den

Banden feuert man die Reiter und ihre

Pferde an. Jubel bricht aus. Der Sieger

wird gekürt. Dann ziehen sich wieder alle

in die Zelte zurück.

Eine, die bereits seit zehn Jahren an

vorderster Front an diesem Spektakel teilnimmt,

ist Valeria Walther. «Seit ich das

Mindestalter von 18 Jahren erreicht habe,

nehme ich am White Turf teil.» Ihre Lei-

Valeria Walther

am White Turf

in St. Moritz.

Hotel Lej da Staz

Hotel Waldhaus am See

Lej da Staz

SPAZIERGANG

St. Moritz

RHÄTISCHE BAHN

28

GASTRO 2|2025


«Es ist das

Adrenalin, das

mich fasziniert.»

denschaft gilt dem Skikjöring. Bei dieser

Disziplin sitzt der Reiter nicht auf dem

Pferd, sondern steht auf Skiern und lässt

sich vom Pferd an Seilen über die Rennstrecke

ziehen. Dicht an dicht mit anderen

Pferden und Fahrern. Die Startphase ist

explosiv, die Positionskämpfe sind hart –

Skikjöring ist ein gefährlicher Tanz, der

Mut, Konzentration und Ehrgeiz fordert.

«Es ist das Adrenalin», sagt sie auf die Frage,

was sie daran fasziniere. Die Rennen

beschreibt sie als «ein Wechselbad der Gefühle».

Nach der anfänglichen Nervosität

und Ungewissheit folge ein hohes Mass

an Konzentration und dann beim Umfahren

des letzten Zielbogens, beim Toben

des Publikum, «kommt der Moment purer

Freude».

Vom Engadin in die Welt und zurück

Es ist offensichtlich: Valeria Walther mag

Geschwindigkeit. So wie sie sich an den

Rennen am White Turf temporeich mit

ihren Kontrahentinnen misst, so verlief

bisher auch ihre Karriere. Ab Mitte Dezember

wird die erst 28-Jährige gemeinsam

mit ihrem Partner die Direktion des

Meisser Resorts in Guarda übernehmen.

Begonnen hat Valeria Walther ihre Laufbahn

mit einer kaufmännischen Lehre

im Hotel Waldhaus in Sils-Maria, danach

folgten verschiedene Stationen im In- und

Ausland und ein Studium an der Hotelfachschule

in Thun. Zuletzt leitete sie die

Rezeption des Hotels Hof Weissbad im

Appenzellerland. Aber auch ihre private

Leidenschaft – die Pferde – kam in den

Jahren nicht zu kurz. So arbeitete sie in

den USA als «Wrangler». Auf einer Ranch,

die auf über 2500 m ü. M. liegt, pflegte sie

Pferde und zog mit diesen «auf Pack Trips

mit Gästen raus in die Wildnis, wo wir

campierten». Und nun kehrt sie zurück ins

Engadin und freut sich auf «eine Aufgabe,

die mich positiv herausfordern wird».

Mit Valeria Walther, die gerne auf

ihren Bauch hört «und Entscheidungen

nicht umschifft», übernimmt eine neue

Generation das Ruder. Wird es eine Generation

mit neuen Ideen sein? «Bei einigem

werden wir sicherlich andere Prioritäten

setzen als die Generation vor uns»,

sagt sie. Ihr sei es beispielsweise «wichtig,

als Ausgleich Zeit mit meinem Pferd Samurai

zu verbringen». Sie stecke gerne

viel Energie in den Hotelalltag und sei es

gewohnt, voller Tatendrang Ziele zu verfolgen.

«Aber ich möchte mich nicht zwischen

dem Beruf und dem Pferd entscheiden

müssen.» Generell sieht sie aber

keinen Generationenkonflikt. «Denn in

unserer Branche sind wir es uns seit jeher

gewohnt, mit der Zeit zu gehen.» Jede Generation

habe ihre Krisen durchlebt, die

Herausforderungen gemeistert und sich

neuen Gästeerwartungen angepasst, «ansonsten

gebe es das Hotel Steinbock in

Pontresina nicht schon seit 1651». Ein Hotel,

das sie bestens kennt. Schliesslich

gehört es zum Hotel Walther, das aktuell

von ihren Eltern Anne-Rose und Thomas

Walther geführt wird. Und irgendwann

von ihr? «Ja!» – die Antwort kommt wie

aus der Pistole geschossen. Valeria Walther

ist eine mutige Anpackerin, die weiss,

was sie will – beim Skikjöring genauso

wie im Beruf.

Weisses Kreuz • Hotel Donatz

Restaurant da Primo

Krone Säumerei am Inn

LANGLAUF

LANGLAUF

Zuoz

Samedan

Bever

La punt

29

GASTRO 2|2025


Text ROLAND FALK Foto FLORIAN GRAF / ZVG

S-Chanf

HOTELGESCHICHTEN

Alles andere als ein

säumiger Umbau

Die Stiftung Scaletta ermöglicht dem gleichnamigen

Hotel in S-chanf eine Renaissance.

Ein augenfälliger Zeitzeuge ist es, das Hotel

Scaletta in S-chanf, dessen Ursprünge

auf zwei Bauernhäuser aus dem 16. Jahrhundert

zurückgehen. Seit 2013 steht es

leer und drohte lange zu einem Schandfleck

des Dorfes mit 700 Einwohnern zu

werden. «Sein Zerfall wäre ein herber Kulturverlust

gewesen», sagt Herbert Schmid,

ein Teammitglied von SSA Architekten in

Basel. Er gehört zu den treibenden Kräften,

die den Niedergang der ehemaligen

Säumerherberge verhindern. Das Haus,

seit dem Frühling dieses Jahres eine Baustelle,

soll in rund zwei Jahren in neuem

Glanz und im mittleren Preissegment wiedereröffnet

werden.

Für Schmid, der von Beginn weg «Feuer

und Flamme» war für die Rettungsaktion,

ist das geschichtsträchtige Hotel

nicht einfach ein Projekt, sondern «eine

Herzenssache». Vor fünf Jahren gründete

er die Stiftung Scaletta, zusammen mit

Fredi Gmür, dem ehemaligen und 2023

verstorbenen CEO der Schweizer Jugendherbergen,

und Niculin Arquint, dem Vertreter

des vormaligen Scaletta-Besitzers

und Unternehmer in Zuoz. «Seit 2024 gehört

das Objekt unserer Stiftung, die auf

hervorragende Weise von der Denkmalpflege

unterstützt wird», sagt Schmid, der

wie der ganze Stiftungsrat unentgeltlich

arbeitet. Der Kauf des Hauses war nur

dank grosser Unterstützung von Privaten

und anderen Stiftungen möglich.

Wertschöpfung und Arbeitsplätze

Finanziell wie gestalterisch ist das Scaletta

eine Herausforderung, obwohl die Gemeinde

nach einem zweimaligen Ja der

Bevölkerung 1,8 Millionen Franken beisteuert.

«Gönner sind uns deshalb jederzeit

willkommen», sagt der Architekt, der

als Walliser die Bedürfnisse von Berggegenden

kennt und in S-chanf seit 2019 ein

denkmalgeschütztes Haus besitzt.

Das historische Scaletta, so das Anliegen

der Stiftung, soll im Dorf nach der

Renovation «Identität und Integration»

schaffen. Und zudem wesentlich zur

Wertschöpfung des Standorts beitragen.

Geschätzt wird, dass das Haus, welches

künftig «für mindestens 20 Jahre» von

der Reka geleitet wird, Waren und Dienstleistungen

aus der Gegend beziehen und

bis 20 Arbeitsplätze schaffen wird.

Chesa Colani

Castell Zuoz • Restaurant Dorta

Villa Flor

WINTERWANDERN

LANGLAUF

Madulain

Zuoz

S-Chanf

30

GASTRO 2|2025


Im Hotel Scaletta soll wieder Leben einkehren.

Die Stiftung

Seit das Hotel Scaletta geschlossen ist,

erscheint der zentrale Platz in S-chanf

unbelebt, es fehlen «warme» Hotelbetten

sowie ein Ort der Begegnung

für die einheimische Bevölkerung und

Gäste. Doch die Türen des Hauses sollen

sich bald wieder öffnen, Gäste wieder

durch dessen Flure schlendern. Dafür

setzt sich die Stiftung Scaletta ein.

stiftung-scaletta.ch

Stätte der Geselligkeit

Etliches im und am Scaletta wird im originalen

Zustand belassen, etwa die Sgraffiti

an der Fassade, die 1905 Antonio de

Grada geschaffen hat, ein Jugendfreund

des legendären Künstlers Giovanni Segantini.

Neu dagegen ist der Ausbau des

Dachstocks und die Gestaltung der 35

Zimmer «in spannendem Kontrast zwischen

zukunftsweisend und zeitversunken».

Rechnung getragen wird diesbezüglich

dem Fakt, dass nicht alle Besucher

von S-chanf, das Zielpunkt des Engadiner

Skimarathons ist, sportlich unterwegs

sind: «18 der Zimmer sind barrierefrei.»

Ein wesentlicher Aspekt für Schmid

und die Stiftung ist bei der Revitalisierung

des Scaletta am Rande des Nationalparks

das Soziale, «der Wert als Stätte für Geselligkeit,

Austausch und Feste», den das

Haus bis zu seiner Schliessung hatte. Im

Annex, wo früher die Säumerpferde untergebracht

waren und später die Autos

der Gäste, wird ein Restaurant mit Sonnenterrasse

zum Verweilen laden, das wie

der Rest des Hauses ganzjährig geöffnet

ist. Und der darüberliegende Saal soll offenstehen

«für Kulturelles wie Lesungen

und wechselnde Ausstellungen».

Wanderer, Skifahrer, Touristen und

Kunstbeflissene – die Rettung des Scaletta

dürfte ein breites Segment von Gästen

begeistern. Dementsprechend ambitiös

ist die erwartete Zahl von jährlich 15 000

Übernachtungen. «Wenn die Finanzen die

Realisierung aller Vorhaben ermöglichen,

dürfte das erreicht werden», sagt Herbert

Schmid. Findige Köpfe könnten dafür sorgen,

dass pekuniär alles in Minne endet.

Immerhin stand in S-chanf im 18. Jahrhundert

die erste Bank des Engadins.

Hotel Veduta

Hotel Spöl • Hotel Crusch Alba • Hotel Baer & Post

RHÄTISCHE BAHN

Susch

Cinuos-chel

Zernez

31

GASTRO 2|2025


Text ROLAND FALK Foto ZVG

Ardez

SPEIS & TRANK

Mal douce, mal süss

Die Franzosen Lucie und Rémy Bailloux produzieren im

Unterengadin Pâtisserie-Manufakturen seltenster Güte.

Klipp und klar, das Konzept der Geschwister.

Lucie und Rémy Bailloux, sie 32, er 34

Jahre alt, sind bei all ihren Aktivitäten

stets «auf der Suche nach kompromissloser

Qualität». Das Duo aus dem französischen

Hochsavoyen kreiert im Unterengadiner

Kleinort Ardez Pâtisserie seltenster

Güte. Sein Unternehmen Garde-

Manger, zu deutsch Speisekammer, ist für

Schleckmäuler weitum ein Begriff. Und

das, obwohl die Sterne bei der Gründung

nicht vielversprechend standen: «Gestartet

sind wir mitten im Covid-Sommer

2021 – ziemlich gewagt, aber wir haben

reüssiert.»

In diesem Jahr waren die passionierten

Bailloux sogar für den Prix Montagne

nominiert, aber der ging im September

schliesslich an die Milchmanufaktur Einsiedeln.

«Schade, aber unsere Courage

bleibt ungebrochen», sagt Rémy, der unter

anderem für die Kommunikation und

Entwicklung von Garde-Manger zuständig

ist und das Tüfteln an delikaten Mixturen

hauptsächlich Lucie überlässt, die

beim Top-Pâtissier Ferrandi in Paris «die

ultimativen Finessen» gelernt hat. Die beiden

sind ein bestens eingespieltes Team

und setzen «auf die Identität unserer Produkte».

In den Anfängen ihrer Pop-up-Firma, so

Rémy, seien auf einen Rutsch jeweils gerade

mal zwölf Tartelettes gefertigt worden:

«Jetzt ist es das Zehnfache.» Das Sortiment

besticht mit 15 verschiedenen und

abwechselnd angebotenen Süssigkeiten,

die als kulinarische Kunstminiaturen optisch

wie geschmacklich gleichermassen

speziell und begeisternd sind. Tartelettes,

Éclairs, Entremets – bei Garde-Manger finden

Kenner von Naschwerk nahezu alles.

Von A bis Z hausgemacht

Nebst Klassikern wie der Tartelette citron

zaubert Lucie Petitessen mit oft wunderlichen

Namen hin. «Opéra» etwa ist eine

Schnitte mit Schokolade und Kaffeebuttercrème,

«Persepolis» eine mit Pistache

und Kardamom. «Die Pistazien beziehen

wir aus Sizilien und rösten sie selber», sagt

Rémy, der darauf spürbar stolz ist wie auf

diverse andere Details. Darauf etwa, dass

es in sämtlichen Süssigkeiten weder Geschmacksverstärker

noch Farbstoffe gibt.

Und dass enorm viele Zutaten in der Gegend

von Ardez geerntet werden. Verwertet

werden zum Beispiel Lärchenblüten

und in der Leckerei «Fain» geben sich

Fortsetzung Seite 35

Staziun Lavin

Crusch Alba

WINTERWANDERN

POSTAUTO

WINTERWANDERN

Susch

Lavin

Guarda

32

GASTRO 2|2025


«Fertigprodukte verwenden

wir nicht, alles ist von A bis Z

hausgemacht.»

Chalamandrin Hotel und Restaurant

SESSELLIFT

Prui

Ardez

Ftan

33

GASTRO 2|2025


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Heu, Buchweizen und selbstgesammelte

Preiselbeeren ein Stelldichein. Fain – das

ist romanisch und bedeutet Heu. Ein anderes

Wort aus dem heimischen Idiom ist

«Marenda», übersetzbar mit «Pause» und

der Name für eine Kreation aus Kaffee,

Baumnüssen und Schokolade. «Fertigprodukte

verwenden wir nicht – alles ist von

A bis Z hausgemacht», sagt Rémy, der vom

Dialekt seiner örtlichen Kunden «vielleicht

200 Begriffe» kennt.

Cafés im Engadin und in Zürich

Von Garde-Manger geht wenig an Wiederverkäufer,

und wenn, dann nur an handverlesene

Kunden wie das Café Quintacoira

in Chur, «das voll und ganz unserer

Philosophie entspricht». Die Bailloux lassen

ihre Köstlichkeiten von sechs Angestellten

in drei eigenen kleinen Cafés servieren.

Eines ist der Produktionsort in

Ardez, eine ehemalige Dorfbäckerei, «die

nach Aufgabe des Geschäfts zu einem Laden

für Arbeitskleidung werden sollte».

Das zweite befindet sich im Zürcher Stadtteil

Wiedikon und wird zweimal wöchentlich

mit einem delikat gefüllten Kühltransporter

beliefert. Das dritte schliesslich

ist im bilderbuchschönen Guarda in

einem Haus von 1612 untergebracht, das

die Mutter der Geschwister gekauft hat.

«Sie, Lucie und ich haben je eine Wohnung

darin», sagt Rémy, «ich liebe Architektur

mit Seele.»

Unkonventionell unterwegs

Guarda – diesen Ort hatten die pfiffigen

Jung-Bailloux schon auf Kindsbeinen

kennen gelernt. «Wir verbrachten hier mit

unseren Eltern fast jedes Jahr die Sommer-

und Winterferien». Fast logisch deshalb,

dass es Lucie und Rémy von Annecy

hierhin verschlug. Nach einem Weg mit

diversen Zickzacks, der so spannend war

wie die beiden Unternehmer selbst.

Lucie hatte in Lausanne ein Finanzstudium

absolviert und jahrelang «eher

halbherzig» mit grossem Geld zu tun, ehe

sie zur Leidenschaft für kleine süsse Sünden

fand. Pekuniäres beschäftigte auch

Rémy, der an der St. Galler HSG Ökonomie

büffelte und mit einem Bachelor sowie einem

Master abschloss. «Vor kurzem habe

ich auch noch ein Jus-Studium beendet.»

In dieses war er eingestiegen, «als noch

unklar war, wie Garde-Manger sich entwickelt».

Etwas, das Rémy nebst der Pâtisserie

wesentlich ist, ist sein Reisebüro Kodiak,

das er 2015 gründete und mit dem er

«massgeschneiderte Jagdexpeditionen»

in Berg- und Nordländern organisiert.

«Ich gehe enorm gerne auf die Pirsch und

schiesse in Graubünden vor allem Gämsen.»

Die Tiere nimmt er in einem speziellen

Raum in Guarda selbst aus. Ihr

Fleisch entspricht seinem Faible für einen

Bereich, auf den sich Garde-Manager

ursprünglich spezialisieren wollte und

der weiterhin auf der Homepage erwähnt

ist: «Feinkost mit engadiner Würzeln»,

liest man dort im très sympa halbdeutschen

Text. Noch immer sind von den

Baillouxs Konfitüren oder Pastasaucen zu

haben, «unter anderem eine weisse Bolognese

mit Wildschwein».

Im übertragenen Sinne Schwein hatten

Lucie und Rémy Bailloux bisher «mit

allem, was wir in unserem Idealjob angingen».

Auch wenn das Geschäft mitunter

ein schwieriges ist, weil es «vor allem an

Wochenenden und Feiertagen gefragt» ist.

Süss – oder halt douce – ist eine existenzielle

Vokabel für die zwei Frankreich-

Abgänger, die fast jedem Wunsch gerecht

werden. «Wir machen auch Hochzeitstorten,

aber nach unserer Façon und nichts

in Kitschrosa», sagt Rémy. Längst überraschen

die drei Läden zudem mit Exotischem

aus Nahost, hergestellt etwa aus

Orangenblüten oder mit Rosenwasser aus

Damaskus. Die Baillouxs gönnen sich von

allem aus ihrer Manufaktur immer wieder

mal Kostproben, denn «wir sind begeisterte

Esser». Und sie bleiben trotzdem

beneidenswert gertenschlank.

Prümaran Prui

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Text MARTIN HOCH Foto ZVG

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8K

Der Grund, weshalb es die neuen Gastgeber

des Hotels Üja von flachen Gefilden

hoch nach Scuol zog, ist erfrischend einfach.

«Weil wir in die Berge wollten», so

Simona – «man ist im Üja per Du» –, und

das war fürs Haus an bester Lage im Tourismusort

ein Glücksfall. Eigentlich haben

Simona und Claudio keinen Hotelbetrieb

gesucht. Während sie erfolgreich in

der Start-up-Szene tätig war, dient Claudio

als Berufsmilitär. Aber als sie erfuhren,

dass dieses charmante Haus von 1900

«mit einer wunderbaren Grundstruktur»

zum Verkauf stand, überlegten sie nicht

lange. «Wir wollten es zu einem Ort machen,

in dem auch wir gerne einchecken

würden», einem, der sich im mittleren

Preissegment bewegen sollte.

Mit einem Flair für Inneneinrichtung

«und Umbauarbeiten in den Badezimmern»

hübschte das Paar das Haus auf die

Sommersaison 2025 auf. Das Resultat ist

ein Hotel mit Wohlgeruch – dank Arvenzimmern,

aber auch einer gastlichen Atmosphäre,

die auf Entschleunigung setzt.

«So findet man in den Zimmern keine

Fernseher», darf sich aber gerne im Aufenthaltsraum

bei einer Lektüre die Zeit

vertun oder sich mit anderen Gästen bei

einem Gesellschaftsspiel vergnügen. «Wir

haben die Rezeption bewusst mit einem

Café kombiniert, in dem auch Einheimische

gerne verkehren», verrät die aufgestellte

Neo-Gastgeberin Simona, «und

haben ausserdem den Check-in komplett

Scuol

Hotel Üja

digitalisiert, um mehr Zeit für persönliche

Gespräche mit unseren Gästen zu haben.»

Die grosse Freude bei einem Aufenthalt

ist, nach einer Nacht in den heimeligschicken

Zimmern, das Frühstücksbuffet:

mit Alpkäse, dem dreieckigen Salsiz des

Dorfmetzgers Hatecke und Müesli, das

von einem Untermieter in der Hotelküche

hergestellt wird.

«Das Üja ist ein

Wohlfühl-Ort

für Menschen mit

jungem Geist.»

Gastgeber

Simona, Claudio (die Zweibeiner)

und Jäx (der Vierbeiner)

Hotel Üja

Via da l'Ospidal 199

7550 Scuol

Doppelzimmer: ab CHF 190.-

Kontakt: admin@uja-scuol.ch,

+41 78 344 77 90

uja-scuol.ch

HOTELGESCHICHTEN

Bergrestaurant La Motta

Motta Naluns

SKIFAHREN

Graubünden

WINTERREISE

Scuol

Ziel

37

GASTRO 2|2025


JUNIOR CARD

FÜR DIE ZUKUNFT DER GASTRONOMIE

Mit Transgourmet/Prodega in die Zukunft

Avec Transgourmet/Prodega vers le futur

Con Transgourmet/Prodega verso il futuro

Diese Kundenkarte für Lernende und junge Erwachsene berechtigt

zum selbständigen Einkauf in allen Prodega-Märkten.

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38

GASTRO 1|2025


Junior Card – Kundenkarte

für junge Erwachsene

Junge Talente tauchen bei Prodega in die Welt

der Profis ein, erweitern während des Einkaufs

die Produktkenntnisse und profitieren

von unschlagbaren Angeboten.

PUBLIREPORTAGE

Mit der Junior Card bietet Prodega Lernenden

und jungen Berufsleuten die Möglichkeit,

in den schweizweit 31 Märkten

einzukaufen. Die Junior Card ist eine persönliche

Kundenkarte und ausschliesslich

für Lernende und junge Talente aus Gastronomie,

Hotellerie und Bäckerei-Confiserie

erhältlich.

Ob direkt vor oder während der Berufslehre,

Prodega unterstützt junge Berufstalente

bereits mit dem Ausbildungsstart

und erleichtert mit einem attraktiven

Starterset den Einstieg in die Lehrzeit.

Das Set enthält wichtige Utensilien, die

im Berufsalltag benötigt werden. Wer die

Ausbildung bereits gestartet hat, profitiert

selbstverständlich auch nachträglich

noch vom persönlichen Geschenkset.

Weitere Infos in Ihrem

Prodega-Markt

Prodega-Markt

Grossbruggerweg 2

7000 Chur

Tel.: +41 81 286 14 14

39

GASTRO 2|2025


Text MARTIN HOCH Foto ZVG

AUS & WEITERBILDUNG

«Leadership 360»

Um dem Fach- und Arbeitskräftemangel

in unserer Branche entgegenzuwirken,

sind an vorderster Front die Führungskräfte

in den Betrieben der Gastronomie

und Hotellerie gefordert. «Denn gute Arbeitsbedingungen

sind dann vorhanden,

wenn die Teamkultur, das Verhalten von

Vorgesetzten und die Wertschätzung von

ihnen gegenüber Mitarbeitenden stimmen»,

sagt GastroGraubünden-Geschäftsführer

Marc Tischhauser. Um Verantwortliche

in Führungspositionen dahingehend

die richtigen Werkzeuge zur Verfügung

Für eine zeitgemässe Führungskultur

zu stellen, entwickelte GastroGraubünden

in Zusammenarbeit mit externen Referenten

die Kursserie «Leadership 360».

Sie enthält drei Teilkurse, die einzeln

oder als Serie gebucht werden können.

Die 5-tägige Kursserie wird an drei Daten

2026 ein erstes Mal stattfinden und richtet

sich an Führungskräfte aus der Gastronomie,

der Hotellerie und den Bergbahnbetrieben

– vom Betriebsleiter über

Bereichsleiter bis zu Teamleitern. Voraussetzung

ist, dass die Person bereits eine

Führungsrolle innehat.

Weitere Infos

www.gastrogr.ch/leadership360

Wir servieren.

Schweizweit.

gehriggroup.ch


Nächste Kurse

2026

Januar

Jederzeit G1 E-Learning (Wirtekurs)

15.01.2026 Webinar für Führungskräfte - TAB (Stufe 1)

19.01.2026 G3 Gastro-Unternehmerseminar mit eidg. Diplom (Zürich)

Infos und

Anmeldung

www.gastrogr.ch

info@gastrogr.ch

081 354 96 96

AUS & WEITERBILDUNG

Februar

05.02.2026 Future Skills & Future Management kompakt (ibw)

11.02.2026 Unternehmensnachfolge in KMU (ibw)

März

10.03.2026 Einstiegskurs - TAB (Stufe 1)

16.03.2026 Reklamationen sind ein Fest

18.03.2026 Halbtageskurs Bildungsverordnung Hotellerie-Hauswirtschaft

19.03.2026 Halbtageskurs Bildungsverordnung Küche

24.03.2026 Nothelferkurs Refresher

April

08.04.2026 G1 Gastro-Grundseminar (Wirtekurs)

08.04.2026 Grundkurs: Gastgewerbliches Recht & Hygiene (G1-Modul 1)

08.04.2026 Lebensmittelrecht, Hygiene und Selbstkontrolle

13.04.2026 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz - KOPAS-Seminar

14.04.2026 Diplomlehrgang Berufsbildner:in mit eidg. anerkanntem Diplom

15.04.2026 Erfolgreich in den Familienbetrieb einsteigen (ibw)

16.04.2026 Grundkurs: Betriebsführung (G1-Modul 2)

16.04.2026 Angebots- und Preisgestaltung

20.04.2026 Kursserie «Leadership 360»

20.04.2026 Führung mit Klarheit: Grundlagen wirksamer Führung

27.04.2026 Moderne Führung im Gastgewerbe - Webinar und Kurs

28.04.2026 WSET-Kurs Level 1 Wein

28.04.2026 Grundkurs: Rechnungswesen (G1-Modul 3)

Mai

04.05.2026 Berufsbildnerkurs für Hotellerie und Gastronomie (ibw)

04.05.2026 Webinar für Führungskräfte - TAB (Stufe 1)

18.05.2026 Professionelles Auftreten

19.05.2026 Mithilfe des Ausbildungsberichts nachhaltig ausbilden - TAB (Stufe 2)

Juni

01.06.2026 Psychische Gesundheit im Fokus - als Ersthelfer Jugendliche unterstützen - TAB

02.06.2026 Führung mit Wirkung: Menschen motivieren & entwickeln

03.06.2026 Lernende fordern, fördern und Zukunftskompetenzen entwickeln (ibw)

04.06.2026 Einstiegskurs - TAB (Stufe 1)

15.06.2026 Die Weinschätze Graubündens

23.06.2026 Barista Level 1 - in der Gourmetrösterei Don George

23.06.2026 Entdeckendes Lernen - TAB (Stufe 2)

29.06.2026 Progresso Service oder Küche - Kurs 1

Juli

02.07.2026 Webinar für Führungskräfte - TOP-Ausbildungsbetrieb (Stufe 1)

41

GASTRO 2|2025


Dienstag, 27. Januar 2026

Plantahof in Landquart

1. Bündner Käseforum

Erleben Sie Fachwissen, Vielfalt und

Vernetzung rund um den Bündner Käse.

Ob Gastgeber:in, Küchenchef:in oder Fachhändler:in – das neue

Fachforum bringt wertvolles Wissen, Ideen für den Einsatz von Käse

in Gastronomie und Hotellerie sowie direkte Begegnungen.

Das Programm

Vormittag

«Käse-Sommelier-Schnupperkurs» – Käse differenziert

wahrnehmen, beschreiben und attraktiv präsentieren.

Nachmittag Marktplatz mit Bündner Käsereien – Degustationen,

Fachgespräche und Begegnungen.

Abschluss

Netzwerk-Apéro – Kontakte knüpfen und den Tag

genussvoll ausklingen lassen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Informationen und verbindliche Anmeldung:

graubuendenviva.ch/kaeseforum


Text MARTIN HOCH Foto ZVG

Krönung fürs

Badrutt’s Palace

Wir gratulieren Richard Leuenberger – von der Bilanz zum

«Hotelier des Jahres 2025» ausgezeichnet – und seinem Team

des Badrutt’s Palace in St. Moritz zur Wahl als Gault-Millau-

«Hotel des Jahres 2026». Dazu gesellen sich die im Oktober

erneut erhaltenen drei «keys» von Guide Michelin hervorragend.

Es zeigt: Das historische Hotel, das bereits seit 130 Jahren

Gäste verwöhnt, ist keineswegs verstaubt oder eingerostet,

sondern glänzt strahlender als eh und je.

DIES & DAS

badruttspalace.com

Hausgemachtes

von Lili’s

In Zizers eröffnete im Oktober eine kulinarische Manufaktur,

die für viele bereits ein Rettungsanker und Verwöhnprogramm

ist oder vielleicht schon bald sein wird. Mit «Lili’s Hausgemachtes»

liefert Köchin Elisa «Lili» Galasi feine Menüs in «Restaurant-Qualität»

zu ihren Kunden. Sie kocht wenn möglich mit

regionalen Zutaten – von einem Biogemüsebauer aus Untervaz,

Fleisch aus dem Prättigau oder Eiern von einem Biohof in

Zizers – und setzt auf Saisonales. Damit möchte sie alle diejenigen

beglücken, die hochwertiges Essen schätzen, das Einkaufen

und Kochen aber weniger.

lilis-hausgemachtes.ch

Neuer Gastgeber im

Berggasthaus Turrahus

Nachdem sich der langjährige Pächter des Berggasthauses

Turrahus, Beda Kurath, im vergangenen September in seine

wohlverdiente Pension verabschiedet hat, begrüsst ab dem

26. Dezember 2025 Oliver Seifert Gäste im urchigen Gasthaus

zuhinterst im Safiental. Selber ein «Bergler», freut er sich auf

die kommende Wintersaison. Und mit ihm alle, die der Skitourensaison

im Safiental entgegenfiebern. Somit schreibt das

Gasthaus inmitten der spektakulären Naturkulisse ein weiteres

Kapitel – wir wünschen dem neuen Gastgeber viel Erfolg!

turrahus.ch

43

GASTRO 2|2025


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Text MARTIN HOCH Foto ZVG

Moses Ceylan in

Celerina

Das Cresta Palace Celerina startet mit einem neuen Restaurantkonzept

in die Wintersaison. Küchenchef ist Moses Ceylan,

der im «Einstein» in St. Gallen zwei Michelin-Sterne erkochte.

Nun feiert er im «Ya Mama by Moses Ceylan» eine Fortsetzung.

Dort begeistert er Hotelgäste und Foodies mit kreativer

Levante-Küche. Casual Dining ist das Motto – einfache,

aber herzliche Gerichte mit Seele.

DIES & DAS

Ya-mama.ch

Zwei neue Bündner

«swiss historic hotels»

Die «swiss historic hotels» kriegen Zuwachs: Zwei neue Hotels

stossen zur Marketing-Kooperation. Und beide Hotels sind aus

Graubünden. Das eine ist das Post Hotel Löwe in Mulegns, dass

die Kulturinstitution Nova Fundaziun Origen vor dem Zerfall

rettete und umbaute, das andere die Chesa Spuondas in St. Moritz,

bei dem jedes der 19 Zimmer ein Unikat ist.

swiss-historic-hotels.ch

La Punts Baron ist

neu auch Bäcker

Mitten im historischen Dorfkern von La Punt haben James

Baron und sein Team der gegenüberliegenden «Krone» mit dem

«Fö e Flamma Dal Barun» ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Hier wird Herzhaftes und Geschmackreiches aufgetischt und

in der Auslage im Eingangsbereich des Lokals werden variantenreiche,

knusprige Backwaren aus dem Holzofen feilgeboten.

Ein guter Grund mehr, in La Punt einen Stopp einzulegen.

dal-barun.ch

45

GASTRO 2|2025


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Für Menschen mit Geschmack.

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Mit der Südostschweiz bleiben Sie immer am Puls der Region – von Politik

bis Panorama, von Wirtschaft bis Wein.

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Einladung zum

1. Bündner Käseforum

PUBLIREPORTAGE

Am 27. Januar 2026, lädt graubündenVIVA zum ersten

Bündner Käseforum am Plantahof in Landquart ein. Das neue

Fachforum bietet Gastronomie, Hotellerie und Käsereien

eine Plattform für Austausch und Inspiration. Im Mittelpunkt

stehen Fachwissen, Vielfalt und Vernetzung.

Graubünden steht wie kaum eine andere

Region für Käsevielfalt mit Charakter.

Von kräftigem Alpkäse, feinem Bergkäse

bis hin zu innovativen Spezialitäten

entstehen hier Produkte, die Handwerk,

Leidenschaft und Innovationsgeist vereinen.

Genau diese Vielfalt macht das

Bündner Käseforum erlebbar: als Bühne

für den Austausch, als Ort der Inspiration

und als Impulsgeber für neue Ideen

rund um den Einsatz von Käse in Gastronomie

und Hotellerie.

Die Teilnehmenden aus Gastronomie

und Hotellerie erwartet ein kompaktes

Programm voller Wissen, Praxisnähe

und Genuss. Am Vormittag gibt es einen

«Käse-Sommelier-Schnupperkurs».

Dort geht es darum, Käse differenziert

wahrzunehmen und zu beschreiben. Dazu

gibt es Tipps für eine attraktive Präsentation

auf Buffets oder Menükarten

und Inputs zu Regionalität, Nachhaltigkeit

und Storytelling im Käseangebot.

Am Nachmittag wird der Marktplatz eröffnet:

Käsereien aus Graubünden präsentieren

ihre Käsespezialitäten an kleinen

Ständen, laden zur Degustation ein

und stehen für direkte Gespräche bereit.

Der Austausch steht dabei im Vordergrund.

Es wird ausreichend Zeit zum

Netzwerken und Austauschen geben.

Moderierte Beiträge runden das Programm

ab.

Zum Abschluss bietet der Netzwerk-

Apéro Gelegenheit, neue Kontakte zu

knüpfen und den Tag genussvoll ausklingen

zu lassen. Das Vormittags- und

Nachmittagsprogramm sind individuell

buchbar.

Das erste Bündner Käseforum ist ideal

für Gastro- und Hotelfachleute, Gastgeber:innen,

Köche und Köchinnen und

alle, die Käse gezielt ins Menü, aufs

Frühstücksbuffet, Apéro oder ins Sortiment

bringen wollen. Es stärkt die

Regionalität, vermittelt wertvolles Wissen

und schafft neue Geschäftsbeziehungen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und

darauf, Ihnen neue Perspektiven, spannende

Kontakte und echte Geschmackserlebnisse

zu bieten.

Programm und Anmeldung

Weitere Informationen zum

Programm sowie für die Anmeldung

finden Sie hier:

graubuendenviva.ch/kaeseforum

47

GASTRO 2|2025


Special Edition

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