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STARK!STROM 43

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© CEFILM/Heckspoiler, © Pascal Riesinger/Rokko Ramirez, © Ravenous

Ausgabe #43 – Winter 2025

Bock auf Stress

Sabaton

Shredhead

Vienna Metal Meeting

Metal4Friends

STARK!STROM Partner

ravenous

Rokko Ramirez


THURSDAY - 11 TH JUNE

VOLBEAT

BAD OMENS · SEX PISTOLS feat. FRANK CARTER · KALEO

TRIVIUM · TOM MORELLO · FEINE SAHNE FISCHFILET · MASTODON

BLACK VEIL BRIDES · BILMURI · STATIC X · LEMO · DARTAGNAN

SOFT PLAY · RETURN TO DUST

FRIDAY - 12 TH JUNE

THE CURE

THE OFFSPRING · A PERFECT CIRCLE · ICE NINE KILLS

SOCIAL DISTORTION · BREAKING BENJAMIN · THE PRETTY RECKLESS

THE PLOT IN YOU · ROYAL REPUBLIC · PRESIDENT · THROWN

CATCH YOUR BREATH · SIX FEET UNDER · MAGNOLIA PARK · JUST MUSTARD

SATURDAY - 13 TH JUNE

IRON MAIDEN

SABATON · ALTER BRIDGE · A DAY TO REMEMBER · SEPULTURA

ROY BIANCO & DIE ABBRUNZATI BOYS · MADSEN · ALL TIME LOW

KANONENFIEBER · THE RASMUS · KUBLAI KHAN TX

QUERBEAT · BAD NERVES · FUTURE PALACE

SUNDAY - 14 TH JUNE

BRING ME THE HORIZON

PAPA ROACH · ARCHITECTS · THREE DAYS GRACE

HOLLYWOOD UNDEAD · P.O.D. · MALEVOLENCE · VOILÀ

Liebe Leserinnen und Leser, kein Zweifel, es

weihnachtet ordentlich, da und dort bricht schon

leicht die Hektik aus – nicht bei uns!

Einmal mehr ist das nämlich die höchst erfreuliche

Gelegenheit, sich bei unseren treuen Partnern

zu bedanken, ohne die dieses Heft gar nicht

möglich wäre, und zwar: STADT WIEN, BARRACUDA,

ROCKHOUSE SALZBURG, T-ON, ROCK ANTENNE

AUSTRIA, ARENA WIEN, PLANET MUSIC, SZENE

WIEN, TON MUSIC, DISTRICT 19, KALTENBACH, SONY

PICTURES, WARNER MUSIC, MASTERS OF ROCK.

Weiters geht ein Dankeschön an die vielen

Künstlerinnen und Künstler, die wir präsentieren

konnten, und nicht zuletzt an euch, liebe

Leserinnen und Leser, denn ihr seid für dieses

Magazin mehr als nur essenziell!

Mein persönlicher Dank geht an die beste Redaktion

der Welt – ihr seid wie immer der Hammer, an

Jeff, der nicht nur die grafische Gestaltung mit

Bravour erledigt, sondern immer auch das Heft als

„Gesamtkunstwerk“ im Auge behält!

Ich wünsche euch allen frohe Festtage und ja –

Friede auf Erden oder, dass Rapid Meister wird –

kleines Scherzchen muss auch sein!

Bleibt uns gewogen!

Friede auf Erden

Eure Claudia Jusits (Herausgeberin)

Stark! und gratis:

Unser Mag liegt in vielen

Clubs und Stores gratis auf (eine Liste

findet ihr unter www.starkstrom.live),

wird euch aber auch gerne ins Haus

geschickt (+ Versandspesen),

bei Interesse einfach Mail an

strom@starkstrom.live

STARK!STROM Merchandise

www.starkstromshop.myspreadshop.at

Facebook/StarkStromMag

Instagram/starkstrom_magazin

www.starkstrom.live

LIVE IM

28.01.

21.02. LET THERE BE ROCK

11.03.

SALZBURG

SONGS FROM

LED ZEPPELIN, TOTO, PINK FLOYD AND MORE

RECKLESS ROSES

PERFORM

GUNS N‘ ROSES

TO PERFECTION

Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg, www.rockhouse.at



STROM!STRESS

So laut wie fünf Blasmusikkapellen

Wir hatten sie schon 2022 auf dem Cover und im Interview, seither verfolgen wir den Werdegang von HECKSPOILER

mit großem Interesse und freuen uns, sie auch in dieser Ausgabe mit Cover und ausführlichem Artikel einmal mehr

vorzustellen zu dürfen. Wie wir sehen konnten, ist das immer weniger notwendig, denn die Burschen sind schon

länger dabei, ihren Weg zu machen. Helfen wird ihnen dabei ganz sicher die Veröffentlichung ihres dritten

Studioalbums „Bock auf Stress“ – aber alles der Reihe nach:

© CEFILM/Heckspoiler

D

as oberösterreichische Duo HECKSPOILER bestehend

aus Thomas Hutterer (Bass, voc.) und

Andreas Zelko (Schlagzeug, voc.), arbeitet seit 2016

unermüdlich daran, ihren unverwechselbaren Sound

zu entwickeln und zu etablieren. Dafür brauchen sie

gar nicht viel, die scheinbare Selbstbeschränkung auf

Dialekt-Gesang, Bass und Schlagzeug erzeugt ein erstaunlich

dichtes Soundgewand, das nicht nur ausgesprochen

druckvoll rüberkommt, sondern ebenso die

nötige Wucht erzeugt, um direkt in der Magengrube

zu landen – im übertragenen Sinn.

Schon ihr 2020er Debüt „Synthetik Athletik“ ließ

mächtig aufhorchen, denn was hier geboten wurde,

hatte mensch mit größter Wahrscheinlichkeit

noch nicht gehört. Unerschrocken ist wohl das Wort,

dass HECKSPOILER, wenn auch nur unzureichend,

beschreibt, und so wirbelte „Synthetik Athletik“

schon mal ordentlich Staub auf in der Noiserock-

Community und auch darüber hinaus, weil es wild

war und ungezügelt und sich weder textlich noch

musikalisch was um die Meinung anderer schiss,

wenn ich das mal so sagen darf.

Zwei Jahre später erblickte das zweite Studioalbum

das Licht der Welt. „Tokyo Drift“ hielt, was „Synthetik

Athletik“ versprochen hatte und legte noch einen

drauf. Musikalisch gut geerdet und verfeinert, schlagen

HECKSPOILER zwar weiter in die gewohnte Kerbe,

das ist aber nicht dem Mangel an Fantasie geschuldet,

sondern dem Festhalten an einer grandiosen Idee.

Metal braucht keine Gitarren. Selten wurde etwas so

Ketzerisches so erfrischend unter Beweis gestellt. Das

beweist Humor. Den haben HECKSPOILER. Der lässt

sich kaum bremsen. Der schlägt auf alles ein, was

nicht bei 3 im Feuilleton ist. Es gibt kein Entkommen.

„Wir wissen, wo dein E-Bike steht“.

Im Juni 2025 folgt dann das erste Live-Album „Live

am Heck Meck Fest 2024“, aufgenommen in der

Arena in Wien und im Bauhof Pettenbach, da zeigt

sich sehr deutlich, wie sehr sich HECKSPOILER auch

live ins Zeug legen, was vom Publikum dahingehend

honoriert wird, dass es abgeht, als gäbe es kein

Morgen mehr. Das ist mit die Stärke dieses Duos, für

den Moment zu musizieren, ohne Rückschau, ohne

Ausblick, einfach nur im Jetzt voll aufgehen und sich

trauen, zu leben, aus dem Vollen zu schöpfen, eben,

weil es nicht nur greifbar nah, sondern tatsächlich

erlebt werden kann! – Auf Vinyl selbstverständlich!

Weiters zeigt sich natürlich, dass es von Vorteil ist,

an die 200 Gigs in den Knochen zu haben und das

quer durch Europa bis nach Großbritannien. What

the Heck! Ist es nun Aggro-Punk oder Metal-Punk

oder ganz was anderes, diese Frage bleibt unbeantwortet

– weil, egal, wie man es nennt, es foaht afoch

höllisch!

Mit „Bock auf Stress“ erschien am 5.Dezember die dritte

Studio-Langrille über Noise Appeal und siehe da,

HECKSPOILER haben in Sachen Härte eindeutig zugelegt.

Schon der erste Eindruck ist extrem erfreulich,

die HECKSPOILER-Eckpunkte sind alle identifizierbar,

garniert mit einer Spielfreue und Leichtigkeit,

die unmittelbar auf den Hörer/die Hörerin abzielt

und zugreift, sprich, je öfter man das Album hört,

desto besser wird es.

Und einmal mehr sind es mehrere Kombinationen,

die HECKSPOILER einzigartig machen: Zum einen das

unerbittliche Bassmonster zusammen mit dem genauso

unerbittlichen Drums, zum anderen die helle

ausdrucksstarke Stimme von Thomas, die den wütend

knurrenden Bass konterkariert und es sind die Lyrics,

die gut überlegt sind – vordergründig polternd enthüllen

sie bei genauem Hinhören eine feine Poesie,

die dem Intellekt und wer daran glauben mag, auch

der Seele gut tut ...

Claudia

www.heckspoiler.org

Nachtrag: Irgendetwas muss passiert sein, denn 2022

waren die Ärmel an den weißen Pullovern noch dran ...

4

5



STARK!E SAITEN

Der Fusion-Rebell

Der äußerst vielseitige Musiker

Rupert Träxler hat in seiner

musikalischen Laufbahn schon die

verschiedensten Genre-Grenzen neu

definiert, altes neu erklingen lassen,

Rhythmen neu gedacht.

6

Das unterstrich er in verschiedensten

Formationen. Jetzt ist er solistisch

unterwegs. Dabei surft er weiter

auf der Fusion-Welle, lässt Genres

kollabieren und hat eine klare Ansage

an alle Algorithmen:

Die Gitarre bleibt der Boss.

E

s gibt sie noch, die Musiker, die das Handwerk

nicht aus der Hand (!) geben. Einer, der in dieser

Debatte eine erfrischend klare Kante zeigt, ist

Rupert Träxler. Er ist kein KI-Muffel, aber er hat einen

fundamentalen Unterschied verstanden: Die KI ist

nur das Was, aber der Künstler ist das Warum.

Für Rupert, dessen musikalischer Lebenslauf von Jazz-

Studium über Rock-Bands bis hin zu Funk-Projekten

reicht, geht es darum, die KI zu nutzen, um seine

eigene Stimme oder die Instrumentenvielfalt zu

erweitern. Das Faszinierende daran: Er muss die KI

klar und deutlich „füttern“. Beispielsweise singt er

einen Satz ein, die KI erkennt die Intonation und

den Ausdruck und formt ihn um – zum Beispiel in

eine glaubwürdige Frauenstimme. „Nicht nur meine

männliche, sondern auch meine weibliche Seite, die

ich auf diese Weise entdeckt habe. Und das ist genial!“,

fasst der Musiker seine Erfahrung zusammen.

Aber Vorsicht: Das ist ein feiner Tanz. Rupert verweigert

sich dem, was er als den „Fehler“ der KI sieht: Sie

zu benutzen, „damit du selber nichts mehr tun musst.“

Das ist für ihn der Moment, in dem die Kreativität

stirbt. Die KI soll nicht die Kontrolle übernehmen,

sondern gemeinsam mit ihm arbeiten. Den Weg, ein

vorgefertigtes Klavier-Intro zu verwenden, kommentiert

er lapidar mit: „Ist mir zu billig.“

Wer Rupert Träxler hört, kann ihn kaum festnageln.

Die erste Single seines Solo-Projekts, ist Heavy Rock.

Die zweite Single ist Indie-Alternativ-Pop-Rock. Und es

ist ihm herzlich egal, ob das zusammenpasst. Der rote

Faden ist für ihn nicht das Genre, sondern seine DNA:

Die Gitarre! Sie war das erste Instrument, mit dem er

sich ausdrücken wollte, und sie ist und bleibt der Anker.

Trotz seiner profunden Kenntnis anderer Instrumente

(er spielt sie fast alle selbst) - die Gitarre ist sein

Herzstück. Mit ihr beginnt sein kreativer Prozess.

Rupert Träxler veröffentlicht seine musikalischen

Reisen unter seinem eigenen Namen – ein Statement

für die künstlerische Freiheit. Und die Titel seiner

Songs sind kein Zufall, sondern Teil einer übergreifenden

philosophischen Sichtweise.

Es geht ihm immer um die Reise und die Spannung

– dieses Fragile, das er für wichtiger hält als erzwungene

Perfektion. Schließlich sind die besten Sachen

oft die, die nicht perfekt sind.

Patrick

www.ruperttraexler.com

© Michael Mistelacher



STROM-SCHLAG

?

KI ist scheiße -

und genau das müssen wir jetzt mal sagen. *

8

Es gibt Dinge, die gehören zur Rockmusik wie

Feedback zum Verstärker: Dreck, Reibung, Fehler,

Charakter. Und dann kommt plötzlich diese aalglatte

Künstliche Intelligenz daher, behauptet,

sie könne Songs schreiben, Stimmen imitieren,

Gitarrenriffs generieren – und irgendwie soll

das dann die Zukunft sein. Ich sag’s mal direkt:

KI ist scheiße. Und zwar nicht, weil sie technisch

unbeeindruckend wäre, sondern weil sie das

Wichtigste nicht kann: kaputt sein.

Musik entsteht aus Unfällen. Aus einer Saite, die

reißt, aus einer Aufnahme, die zu heiß gefahren

ist, aus einem Schlagzeuger, der gefühlt minimal

hinter dem Beat hängt, aber genau dadurch die

Welt rettet. Algorithmen kennen solche Momente

nicht. Sie kennen nur Muster. Und Muster sind

das Gegenteil von Magie.

Ja, klar, KI kann dir heute in fünf Sekunden einen

„Metalcore-Song im Stil von XY“ ausspucken. Aber

es ist derselbe faule Zauber wie Pressspanmöbel:

Sieht erstmal stabil aus, bricht aber bei der ersten

Belastung auseinander. Kein Schweiß, keine

Haltung, kein Leben. Nur mathematisch optimierte

Mittelmäßigkeit.

Und dann dieses Argument, KI sei ein „Werkzeug“.

Ein Werkzeug? Meine Güte. Ein Werkzeug ist ein

kaputtes Wah-Wah-Pedal, das auf mysteriöse Weise

plötzlich den besten Sound liefert. Ein Werkzeug

ist ein altes 4-Spur-Gerät, das die Stimmen

so komprimiert, dass es klingt, als würden Geister

mitsingen. KI dagegen ist eine Excel-Tabelle

im Lederjacken-Kostüm.

Natürlich wird sie bleiben. Natürlich wird sie

besser werden. Aber solange Musik etwas ist, das

aus Bauch und Herz kommt, bleibt KI ein Fremdkörper

– wie ein steriler Handschuh in einem

verschwitzten Proberaum.

Also, liebe Maschinen: Macht eure synthetischen

Spielchen. Aber lasst das Menschliche den Menschen.

Denn die lauteste, dreckigste, schönste

Wahrheit bleibt: KI ist scheiße – und Rock’n’Roll

wird’s auch weiterhin beweisen.

* HINWEIS:

Der komplette obenstehende Text wurde von einer

KI geschrieben, die offenbar selber kapiert

hat, wie scheiße sie ist. Ich habe einfach den Text

„Schreibe eine Kolumne für das Musikmagazin

‚Starkstrom‘ und berichte darin, dass KI scheiße

ist!“ eingegeben, und DAS kam dabei raus! Natürlich

werde ich weiterhin meine Kolumnen selber

verfassen, es soll ein einmaliges „Experiment“

bleiben. Ich wollte einfach wissen, was die KI von

sich selber hält. Und ausnahmsweise bin ich

mit ihr da mal einer Meinung.

Besinnliche Tage

ohne allzu viel Firlefanz

wünschen euch

Mike & die Stark!Strom-Redaktion.

.at

DER PODCAST



STROM!LEGENDEN

Wie würdest du persönlich eine Legende definieren, da das

Album „Legends“ heißt?

Thobbe: Ich denke, eine Legende ist für mich jemand,

der einen solchen Abdruck in der Geschichte hinterlassen

hat, dass er heute noch lebendig ist. Man kann

über lebende Legenden sprechen, aber das ist wahrscheinlich

eine falsche Verwendung des Wortes, weil

eine Legende jemand ist, der einen riesigen Einfluss

über Jahrhunderte hatte. Das ist meine persönliche

Sicht darauf.

Welche Legende auf dem Album, die beschrieben und besungen

werden, hat dich am meisten angesprochen und

warum?

T: Es macht stolz und demütig. Es ist wirklich schön,

ein Teil des Geschichtsunterrichts sein zu dürfen.

Einmal kam sogar ein Geschichtsprofessor nach

einer Show in Amerika auf uns zu und er sagte, er

würde SABATONs Musik zu Bildungszwecken nutzen.

Das war ziemlich cool. Ich finde, wenn du dich für

Musik interessierst, die du hörst, bekommst du

vieles anders mit. Die Story wird auf eine andere

Weise erklärt. Wenn du aber 50 Seiten in einem

Geschichtsbuch lesen würdest, bleibt das wahrscheinlich

anders hängen.

Wie unterscheidet sich das Schreiben für SABATON für

dich heute im Vergleich zu der Zeit, bevor du wieder in die

Band zurückgekehrt bist?

10

Timing ist alles!

Kurz vor der großen SABATON-Show in der Wiener Stadthalle

sprach Gitarrist und Rückkehrer Thobbe Englund

mit uns offen über Legenden, Kindheitsträume und die Kunst,

historisches Storytelling mit Metal zu verbinden.

Mit sehr persönlichen Noten versehen erzählt er,

welche „Elefanten“ er selbst über die Alpen tragen musste –

und warum Hannibal für ihn mehr als nur ein Albumthema ist.

T: Ich würde sagen, Hannibal war eine interessante

Geschichte. Es ist ziemlich faszinierend, darüber zu erfahren,

wie er etwa 39 – ich wollte sagen Dinosaurier,

aber ich meine Elefanten – über die Alpen gebracht

hat. Das war eine ziemlich coole Leistung, also war das

auf eine einzigartige Weise inspirierend.

Gibt es irgendwelche historischen Helden oder Legenden,

mit denen du dich persönlich irgendwie identifizieren

konntest, besonders als Künstler?

T: Das bringt mich tatsächlich wieder zurück zu

Hannibal. Mein „Elefant“ ist die harte Arbeit, die ich

als Kind in das Lernen meines Instruments gesteckt

habe. Weißt du, ich hatte damals diese Vision, dass ich

Rockstar werde, um die Welt reise und Gitarre spiele.

Das sind meine Elefanten und das Ziel war, sie über

die Alpen zu bringen und dann, zack, hinunter ins

grüne Tal. Es ist ein Privileg, diesen Kindheitstraum

jetzt leben zu können.

Was sind deine persönlichen Kernbotschaften oder die

Kernbotschaften des Albums „Legends“ ?

T: Es gibt eigentlich keine Botschaft. So arbeiten wir

nicht. Wir wollen keine Gedanken in die Köpfe der

Leute pflanzen. Wir singen einfach über historische

Fakten. Nun, über Legenden, wenn du sehr weit zurückgehst,

sagen wir Tausende Jahre, ist es schwer,

Fakten zu finden. Da stellen wir uns die Frage, wo

enden Fakten und wo beginnen Spekulation und

Märchen?

Wenn du weißt, dass vielleicht auch Wissenschaftler den

Themen, über die ihr singt, zuhören, was macht das mit dir?

T: Ich denke, historisch genau zu sein, ist sehr wichtig.

Wenn du ein Lied herausbringst, willst du nicht Dinge

durcheinanderbringen, Namen und Wir singen über

historische Fakten. Das ist gut etabliert. Trotzdem

musst du wirklich alles überprüfen. Manchmal haben

wir ein paar Historiker eingestellt, um einen zweiten

Blick zu haben, und zu prüfen, ob alles korrekt ist.

Was löst es in dir aus, wenn du hörst, eure Musik wird in

Schulen oder im Unterricht verwendet?

T: Ich würde sagen, da hat sich nicht viel verändert.

Joakim (Broden, Sänger) und ich haben uns immer

getroffen, wenn er bei mir in der Stadt war. Wir haben

uns schon zusammengesetzt, um Songs für das

Album „The Great War“ (Release 2019) zu schreiben.

Von „Legends“ haben wir den Song „Lightning At The

Gates“ gemeinsam geschrieben. Als wir das machten,

wussten wir noch nicht, dass ich zwei Monate danach

wieder zur Band zurückkomme.

Da ihr gerade eine sehr spezielle Tour habt, bei der ihr

nicht nur spielt, ihr habt das Orchester mit euch, wie waren

deine ersten Gefühle, nachdem du gehört hast, das

wird real, dieses große Projekt?

T: Es ist immer Pär (Anm. Sundström), er ist derjenige,

der all diese Ideen hat. Wir waren so: „Ja, nun, das

klingt cool, aber, weißt du, hm, wir werden sehen“. Als

sich die Dinge in das verwandelten, was jetzt diese

Tour ist, dachten wir einfach nur: „WOW!“. Ich meine,

es ist verrückt. Es ist so riesig und so cool.

Hatte dieses Mega-Projekt einen anderen Einfluss auf

deine Performance oder auf deinen Blick auf die Songs?

T: Wir haben hier und da ein paar kleine Dinge geändert.

Zum Beispiel, als wir den Chor auf der Bühne

hatten, haben wir einen Schritt zurück gemacht. Chris

(Rörland) und ich haben uns mehr auf unser Riffing

konzentriert.

Was ist die größte Herausforderung dabei, so eine große

symphonische Orchestration in eine sehr kraftvolle

Metal-Band, wie ihr es seid, zu integrieren und diese beiden

Welten zu kombinieren?

T: Ich denke, es ist, das Ganze nicht zu vermasseln.

Es ist eine riesige Produktion. All diese Signale und

Kostümwechsel, Gitarrenwechsel und dies und das,

und du musst dort stehen, sonst explodierst du. Also

geht es darum, sehr präsent zu sein. Timing ist alles.

Ich denke, das fasst es ziemlich gut zusammen.

www.sabaton.net

Patrick

11



STARK!SHRED

Wie geht es euch nach direkt nach einer Show?

Aharon Ragoza: Großartig. Vor einer Show kreisen

die Gedanken um den Auftritt, danach fällt alles von

einem ab. Das ist echte Katharsis.

Yotam Nagor: Vor allem, wenn es eine starke Show

war und alle Spaß hatten.

Und heute warst du zufrieden?

A: Absolut. Es lief richtig gut. Wir hatten Spaß auf der

Bühne und das Publikum ebenso.

Ich habe gesehen, dass du, Aharon, direkt nach dem Gig

ins Publikum gegangen bist. Ist das typisch für dich?

A: Immer. Für mich ergibt das Sinn. Nach hinten zu

verschwinden, wirkt distanziert. Die Leute nehmen

sich Zeit, uns zu sehen – ich gehe deshalb sofort zu

ihnen, um zu reden, Fotos zu machen, zu feiern. Diese

besondere Verbindung zwischen Band und Publikum,

genau dafür machen wir Musik.

Wenn es um Katharsis geht: Was magst du mehr – den

ersten Song oder den letzten Ton?

A: Wenn ich wählen muss, den letzten. Da gibst

du noch einmal alles. Der beste Moment liegt für

mich aber oft in der Mitte, wenn alles fließt und das

Publikum voll einsteigt.

Y: Für mich ist es der letzte Song. Man ist völlig erschöpft

und muss trotzdem dieselbe Energie bringen

wie am Anfang. Das ist ein innerer Kampf, aber zusammen

mit dem Publikum trägt man ihn jedes Mal.

Ihr habt auf der Bühne gesagt, dass Musik Menschen verbindet.

Ist Musik eine Sprache, die jeder versteht?

Ihr habt viele unterschiedliche Einflüsse. Mögt ihr das

oder sagt ihr: „Wir brauchen keine Einflüsse“?

A: Natürlich haben wir Einflüsse. Man hört die Musik,

die man liebt, und sie prägt den eigenen Sound.

Y: Unsere Einflüsse reichen von Death Metal, Groove,

Nu Metal und Core bis Old School und etwas Grind.

Jeder bringt etwas anderes mit – Black, Death, Thrash –

und daraus entsteht unser Stil

Dennoch habt ihr einen klaren eigenen Sound. Wer sind

eure großen Vorbilder auf der Bühne?

Y: PANTERA. Und für mich persönlich METALLICA.

Das Intro allein reicht, um Gänsehaut zu bekommen.

Gibt es etwas, das ihr immer sagen wolltet, aber niemand

euch je danach gefragt hat?

A: Schwierige Frage. Niemand hat mich je gefragt, wie

ich meinen Bart pflege (lacht).

Welche sind eure nächsten Schritte? Kommt neue Musik?

Y: Im September spielten wir die letzte Show der aktuellen

Tour in Israel. Jetzt konzentrieren wir uns

komplett auf das neue Album.

A: Das wird unser Hauptfokus. Wir wollen so schnell

wie möglich neues SHREDHEAD-Material bringen –

mit einem neuen Twist. Was wir bisher haben, klingt

jedenfalls sehr stark!

www.shreadhead.com

Patrick

Hate the Hate

A: Auf jeden Fall. Wenn du Metal magst, ist egal,

woher du kommst. Du bist irgendwo auf der Welt,

siehst jemanden mit einem Metal-Shirt, zeigst das

Handzeichen – und du weißt: Wir verstehen uns.

Y: Wir sprechen Hebräisch, andere sprechen

Tschechisch – trotzdem verstehen wir uns.

© Shredhead

12

SHREDHEAD aus Israel gehören zu den

absoluten Zukunftsversprechen des

Extreme-Metal. Eigentlich fast schon

eine Schande, dass sie für ihre Skills, live

und recorded, nicht viel mehr High Slots

bekommen. Frontmann Aharon Ragoza

und Gitarrist Yotam Nagor haben mit uns

über alles gesprochen, was Metal wirklich

ausmacht: echte Verbindung mit dem

Publikum, Musik als Gegenpol zu Hass und

Grenzen, kreative Einflüsse von Death bis

Groove und die Frage, wie man nach einer

Stunde Vollgas überhaupt noch genug

Power für den letzten Song hat.

Wir sprechen Musik.

Y: Wir sprechen Metal. Niemanden interessiert, woher

du kommst.

A: Gerade jetzt ist das wichtig. Viele versuchen,

Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Selbst

Künstler. Ich verstehe das nicht. Wir stehen für Liebe

und Frieden.

Manche nutzen ihre Bühne, um Hass zu verbreiten.

Warum? Ich persönlich hasse den Hass.

A: „Hate the Hate“. Das merke ich mir.

Könnte ein Songtitel sein …

A: Den klaue ich (lacht).

Human Nature

(2011)

Live Unholy

(2019)

Death Is Righteous

(2015)

I Saw You Burn

(2023)

13



STROM!GOTT

© Pascal Riesinger

Sieben Jahre danach sitzen wir nun wieder hier, beim

Wirten des Vertrauens, etwas ergraut, aber immer noch

frisch. Und der gute ROKKO RAMIREZ hat seine zweite

Platte mitgebracht –„No World Order II“. Geändert hat

sich in der Welt ja einiges seitdem. Ist eine „No World

Order“ denn nun besser als eine „New World Order“?

RR: Das Album heißt in Wirklichkeit ja „Retrogott –

The Return: No World Order II“, eben weil sich nichts

geändert hat. Weil immer alle noch genau so deppert

sind wie früher. Weil es immer noch genug Krieg gibt.

Es ist ja auch der zweite Teil einer Trilogie: Wo der erste

Teil über den 1. Weltkrieg handelte, haben wir jetzt

den 2. Weltkrieg behandelt. Und die Conclusio davon

ist: auch 80 Jahre danach sind die Menschen noch genauso

dumm.

Der 1. Weltkrieg beim letzten

Interview (www.youtube.com/

watch?v=f5Uumd0ESFM) war

schon ein sehr schweres Thema,

als Brücke zum neuen Album ist

aber immer noch Georg Trakl

da, der das erste Album inspiriert

hat und im 1. Weltkrieg

jung gefallen ist …

RR: Ja, der hat 1914 schon

das Zeitliche gesegnet, mir

hat seine Geschichte aber

gefallen. Ich muss gestehen,

Georg Trakl ist so ein wenig

ein Hobby für mich geworden,

vor allem seine Gedichte

zu vertonen. Also haben wir

diesmal auch eines vertont,

das thematisch auch sehr gut passt. Ein Vorreiter war

er da schon, der Georg …

Es geht in der heftigen Musik dann teilweise ja eh unter, ob

Englisch oder Deutsch – diese ist auch diesmal irgendwo

zwischen Industrial, Neofolk und Black Metal angesiedelt.

Sind das auch deine privaten Musikvorlieben?

RR: Als ich die Texte geschrieben hab, hab ich bemerkt:

Da bildet sich in meinem Kopf Musik dazu. Da gab

es also gar keine andere Möglichkeit, als eine Metal-

Platte draus zu machen. Eine christliche Platte mit

Pfadfinder-Folklore fürs Lagerfeuer in Jesolo wäre

sich jetzt nicht ganz ausgegangen, wenn es hauptsächlich

um Verwüstung geht. Wäre aber mal was

Neues: Überall ballern die Raketen und Granaten,

und du singst dazu „Herr, deine Liebe ist wie Gras

und Ufer“, Hahaha! „Näher mein Gott zu dir“ ist sich

aber dann noch ausgegangen.

Jedenfalls hab ich alle

Instrumente, die ich ein wenig

beherrsche, selbst eingespielt.

Bass, Gitarre, ein

bisschen drüberlallen oder

„singen“ tu ich auch noch.

Die Eve singt wunderbar, die

Drums hat ein wirklicher

Schlagzeuger eingespielt,

es wurde am Computer

dann halt noch geschnitten.

Da ist kein digitaler

Schmarrn drauf, da brüllen

die Gitarren noch echt aus

einem Verstärker!

Seit 2018 hat sich viel verändert

auf der Welt, und nicht unbedingt

zum Guten. Hast du

das auf NWO II auch verarbeitet?

Covid, Russland, das Erstarken Chinas, der Weg der

USA in die Diktatur …

14

ROKKO RAMIREZ

No Sleep Till Gloggnitz

„Österreichs härtester DJ der Welt“. So kennt man ROKKO RAMIREZ aka Gerold „Haubi“ Haubner

schon länger in der Szene. Der ehemalige Frontmann der Ska-Legenden JESUS CHRIST SMOKES HOLY GASOLINE

beschäftigt sich musikalisch aber in den letzten Jahren wenn, dann mit seinem Geisteskind, dem Retrogott.

2018 gab es „No World Order“, akustisch eine heftige Watschen und Hardcore-Geschichtsunterricht.

Und wie wir vom letzten Mal wissen: Der wahre Begründer

des „Club 27“…

RR: Haha, ja, vielleicht hockt er da oben eh grad neben

Jim Morrison, Janis Joplin, Amy Winehouse und

Jimi Hendrix … aber er war zu Lebzeiten damals schon

ziemlich „im Eck“.

Die restlichen Lyrics hast du selber geschrieben? Letztes

Mal war auf Englisch viel dabei, dieses Mal mehr auf

Deutsch, oder?

RR: Die Lyrics hab ich letztes Mal auch großteils selber

geschrieben, und es ist nicht alles in Deutsch,

das halte ich für einen Schmäh. Die Songtitel sind in

Deutsch geblieben, die wichtigsten Passagen wurden

wieder übersetzt, es ist aber viel mehr Deutsch dabei.

Mir ist halt wichtig: Die Leute sollen nicht glauben,

das wäre jetzt eine supertolle neue Nazi-Platte, Zweiter

Weltkrieg und so, geil, whoa! Sondern es ist genau das

Gegenteil. Und um es für alle verständlich zu machen,

kommt Englisch halt besser rüber als Deutsch.

RR: Hm, es ist irgendwie genau das Gegenteil gewesen,

ich hab versucht, einzelne Menschen-schicksale

zu verarbeiten, soweit sind wir noch gar nicht, dass

wir über Russland oder China reden. Es geht wirklich

um Schicksale im Zweiten Weltkrieg, etwa im Lied

„Blutgericht“ – ein ganz wichtiger Titel für mich –

wo jemand noch mal seine Familie sehen will, und

quasi „stiften geht“, wie man früher gesagt hat… wie

sagt man da heute, wenn man sich aus der Armee

„schleicht“?

Desertieren?

RR: Genau. Also er desertiert, und am Ende hängen

sie ihn auf, so wie man noch die Bilder kennt aus den

letzten Tagen des 2. Weltkrieges, mit Schild um den

Hals „Ich habe mit den Kommunisten paktiert“. Oder

es gibt ein Lied über eine schwere Verwundung im

Lazarett, und eines über meinen Großvater - er wurde

von den Nazis noch in einen der letzten Güterzüge

gesteckt und zum Volkssturm nach Deutschlang gebracht.

Gottlob ist dann der Nazi, der ihn erschießen

15



STROM!GOTT

hätte sollen, als erster erschossen worden.

Nur so hat er überlebt.

Es ist sehr viel Persönliches drinnen,

sehr viel Historisches drinnen. Mit diesem

Album haben wir jetzt den Zweiten

Weltkrieg quasi „aufgearbeitet“, aber ich

muss ja niemandem die Welt erklären,

denn was jetzt gerade passiert sehen

wir eh alle. Recht viel dagegen tun wir

aber nicht. Die Geschichte wiederholt

sich. Alle haben ihre Großeltern immer

gefragt: Warum habt ihr damals nichts

getan? Und heute sitzen wir da in dieser

blutigen Badewanne, schauen ein wenig

über den Rand… und was tun wir?

Nichts.

Um auf das Musikalische zurückzukommen:

Von welchen Gastmusikern hattest

du diesmal Unterstützung?

RR: Also die Eve von KLEHI ist natürlich

auch diesmal wieder die Haupt-

Sängerin, ich hab da nur zwei Parts

selber übernommen, weil mir einfach

danach war. Die wichtigen, richtigen Lieder sind

wieder von ihr vertont, was mir auch immer sehr

viel Spaß macht. Jetzt kann ich ja auch ein wildes

Geheimnis lüften: Jedes Mal, nachdem ich ein Album

mit ihr mache, ist die Eve schwanger! Und die Zeiten

dazwischen werden immer kürzer, nach dem Album

2018 ist sie 2021 schwanger geworden, und dieses

Mal war sie beim Release schon mit einem leichten

Bäuchlein unterwegs.

Aber keine Verschwörung oder so …

RR: Nein, nein, sicher nicht. Es ist biologisch hochwertig

so passiert, wie es eben normal passiert. Das brauche

ich euch ja nicht erklären, was man da so macht.

Eben, alle wissen, wie das geht da draußen, Biene, Blume,

et cetera. Verschwörung ist aber ein gutes Stichwort:

Verschwörungstheorien sind viele in Umlauf, hast du

da eine, die du besonders magst, und wenn ja, warum?

RR: Es gibt einen Bonus-Track namens „Neuschwabenland“,

und das ist gleichzeitig meine Lieblings-

Verschwörungstheorie. Dass die Nazis versuchen, mit

U-Booten nach Argentinien zu flüchten, dass in der

Antarktis UFOs herumfliegen, sie sogar damit zum

Mond gelangen, und lauter so Schas. Ich finde das ja

großartig, es gibt immer noch Menschen, die Bücher

© Pascal Riesinger

darüber schreiben, und es gibt nicht

wenige Leute, die den Schmarrn auch

glauben! Admiral Byrd, der nach einer

Antarktis-Expedition damals gesagt hat:

Es ist möglich, von einem Pol zum anderen

in rasender Geschwindigkeit zu fliegen.

Das ist so unfassbar deppert teilweise.

Drum hab ich in „Neuschwabenland“

auch ein eigenes Szenario entwickelt:

Jetzt ist alles schiefgegangen im 2.

Weltkrieg, die Nazis haben alles verschissen,

was machen sie nun? Sie fliegen

zum Mond, weil die Maria Ortisch

als Gottesmutter ihnen den Weg zeigen

wird. Sie hat immerhin die UFO-

Baupläne von den Außerirdischen mit

ihren Haaren empfangen.

Ich habe es auch nicht anders erwartet,

ich kenne dich ja auch schon relativ

lang, und es ist natürlich alles mit einem

Augenzwinkern gemeint.

RR: Natürlich. Ich hab mir auch zu

Herzen genommen, dass die Leute gemeint

haben, sie verstünden die Texte nicht. Jetzt hab

ich sie diesmal auf der Innenseite des Gatefold-Covers

einfach abgedruckt. Es gibt übrigens auch 50 Stück

Audio-Kassetten, wenn die Maria schon Botschaften

über die Haare empfängt, dann bringen wir das natürlich

auch gleich auf Kassette! Ich wollte das auch

einfach ein wenig so aufziehen, wie zu der Zeit, als

wir beide aufgewachsen sind, da gab es halt nur Platte

und Kassette, das war geil - und ist es immer noch!

Abschließend noch eine Botschaft an unsere Leser?

RR: Ja! Kauft bitte die verdammte Platte, die hat

mich viel Geld gekostet … mein Urlaubs- und

Weihnachtsgeld ist dabei draufgegangen, nur damit

ich für uns alle so ein schönes Produkt habe machen

können. Ich freu mich, dass die Scheibe so toll geworden

ist und auch einen ganz argen Sound hat. Man

muss echt aufpassen, weil es so „brettleben“ hart ist!

Oder, wie ein Freund von mir nach dem ersten Hören

meinte: „Wäre ich suizidgefährdet, würde ich mich

jetzt umbringen!“

Na, wenn das kein Argument ist, dem Rokko seinen nächsten

Urlaub im Neuschwabenland oder sonst wo zu finanzieren?

Mike

www.facebook.com/RokkoRamirez

METAL4FRIENDS

Martin selbst ist glücklich verheiratet mit seiner

Ingrid, Vater von drei Kindern, steht voll im

Berufsleben und – seit er denken kann, ist Metal

die einzige Musik, die für ihn in Frage kommt.

Weil Metal aber besonders in Gemeinschaft noch

mehr Freude macht, organisierte Martin vorerst

noch diverse Feste als Privatperson im wahrsten

Sinn des Wortes urigen Minoritenkeller in Tulln,

um die Möglichkeit zu haben, alte Freunde wiederzutreffen,

gemeinsam Metal zu hören und einfach

eine gute Zeit zu haben – aber bereits mit dem Ziel,

Spenden zu lukrieren. Diese kamen der Rotkreuz-

Soforthilfe und dem Verein „Wertvolles Schaffen“,

einer Institution in Baumgarten, die gehandicapten

Menschen einen geregelten Tagesablauf nebst vielfältiger

Betreuungstätigkeiten bietet, zugute.

Um auf die Anfänge zurückzukommen betont Martin

im Gespräch, wie unendlich mühsam die Corona-Zeit

für Veranstaltungen war mit Auflagen und Testungen

und Anwesenheitslisten – das war aber kein Grund,

nicht weiterzumachen.

Jedenfalls erfreuten sich Martins Events immer

wachsender Beliebtheit, bis die Entscheidung fiel,

aus METAL4FRIENDS ebenfalls einen Verein zu machen

– die Grundausrichtung: Metal hören und dabei

Eine große Familie

DIE GUTE SEITE!

Ja, die Metaller und Metallerinnen sind eine große Familie – über den ganzen Erdball zerstreut und doch ganz in Ihrer

Nähe, wenn ich das so sagen darf. Ich trete auch gleich den Wahrheitsbeweis an und wir lenken den Fokus auf das

niederösterreichische Tulln. Dort nämlich hat Martin Schneider etwas auf die Beine gestellt, was sensationell gut ist,

und zwar in vielerlei Hinsicht.

Spenden sammeln, blieb jedoch eine feste Konstante.

Weil Metal hören UND sehen noch viel mehr Spaß

macht, etablierte sich bei den METAL4FRIENDS-Events

folgerichtig auch Live-Musik – sämtliche Künstler

spielen bei den Live-Events kostenfrei für den guten

Zweck. Stellvertretend seinen hier SIX@AGE und die

Newcomer NON AGE erwähnt.

Ab 2024 ist der „Lichtblickhof“ ins Spiel gekommen,

ein Hospizzentrum für schwerkranke Kinder mit

unter anderem Tiertherapie, aber auch vielem anderen,

um den Kindern ein wenig Lebensfreude zu

vermitteln. Voraussichtlich wird der Lichtblickhof

zukünftig die Institution sein, die in erster Linie

unterstützt wird.

Hier kommt Kabarettist GERRY SEIDL ins Spiel, der ein

begeisterter Botschafter des Lichtblickhofs ist und

sich beim heurigen M4F-Event per Videobotschaft

ans Publikum wandte. Auch für die mittlerweile

15. Veranstaltung von Martin und Freunden wird

er sich auf diese Weise einbringen – ein feiner Zug!

Stattfinden wird diese am 21.03. 2026 im Atrium Tulln,

aufgeigen werden PARABOLA PULSE, AMPLYTUNES und

PSYCH aus Graz – Stark!Strom-Lesern bestens bekannt!

Unsere Empfehlung: Hingehen, Spaß haben, Freunde

mitnehmen, Gutes tun!

Claudia

tickets

16

Besucht unseren STARKSTROM-YOUTUBE-KANAL

Hier gibt es das aktuelle Interwiev

in voller Länge:

https://youtu.be/qLnZD8VCub8

(oder scanne den QR-Code)

https://www.facebook.com/events/atrium-tulln/metal4friends/364829719424429/

17



STROM!RAUM

© Geoff Brooke

Doch der Viper Room ist mehr als nur Konzertlocation.

Auch abseits der Live-Gigs punktet der Club mit

Events unterschiedlichster Genres und zieht Gäste

mehrerer Generationen an: 80er-Sounds, Punk,

Mittelalterklänge, Electro, ABBA-Night, für die härtere

Fraktion „Jump Da Fuck Up“ oder das beliebte

„Breakdown“. Diese Vielfalt und das Miteinander machen

das „Schlangenstüberl“, wie ein lieber Freund zu

sagen pflegte, so besonders.

Kürzlich gewährte mir Martin einen tieferen Einblick

in die Geschichte des Clubs – gespickt mit herrlichen

Anekdoten über Bands, unvergessliche Auftritte, legendäre

Partys, Überschwemmungen zwei Stunden

vor Einlass und sogar Fotos seiner geliebten und noch

immer schmerzlich vermissten Hündin Samoa.

Für die sportlich Ambitionierten finden monatlich

Wuzzel-Turniere statt – eine weitere Passion von „Igu“,

der seit Jugendjahren im Tischfussball-Verband spielt

und sogar an Weltmeisterschaften teilnimmt. Wem

das noch nicht sophisticated genug ist: Es gibt auch

eine Viper Room Schachmannschaft!

Und ich? Null Ahnung von Whisky und zu potschert

fürs Wuzzeln. Dennoch, während ich das hier schreibe,

geht mir ein Kaleidoskop an magischen Momenten

durch den Kopf. Ich erinnere mich lebhaft an unzählige

großartige Konzerte, unglaublich lustige Abende

und Nächte. Ich habe dort die liebsten Leute kennengelernt,

die besten Freunde gefunden, ganz viel

gelacht, mich verliebt, geschmust – und auch mal

geweint.

Hat er die Übernahme des Lokals jemals bereut?

„Nein, bereut definitiv nicht! Zwischendurch mal kurz

gezweifelt – vor allem 2016 war teils hart. Da wurden

rückblickend schlicht zu viele Konzerte gebucht, die

leider nicht so gut besucht waren wie gehofft. Die

Kosten stiegen, die Einnahmen nicht – und ich hatte

Bammel, ob ich mich verspekuliert hatte.“

Der Viper Room ist kein Laden wie jeder andere, nicht

nur ein Lokal. Er wächst einem sofort ans Herz, und

deshalb wird er für mich als Location immer die

Nummer 1 sein. Ein Stück Zuhause. Punkt.

https://www.viper-room.at/

Sabina Lorenzetto

18

inigen wird die Adresse noch als „Avantgarde“

oder „Monastery“ im Gedächtnis sein – damals

ein Gothic-Lokal mit legendären Events wie dem

Decadance. Anfang Mai 2007 übernahm Martin

Borovnik (damals gemeinsam mit Kine) den Club

und erfüllte sich damit einen lange gehegten Traum

und bereicherte die Wiener Szene mit einem Metal-

Schuppen im idealen Maß für mittelgroße Live-Gigs.

Es folgten umfassende Umbauarbeiten: Bühne und

Backstage-Räume wurden geschaffen, frische Farbe

und neues Interieur verliehen dem Lokal neuen Glanz

– und natürlich ein neuer Name! Glücklicherweise

ist „Viper Room“ in Europa nicht geschützt, und so

wurde der Viper Room Vienna samt markantem

Schlangenlogo geboren. Seither bietet er Konzerte und

Party-Events an (fast) allen Tagen der Woche – und ist

längst Fixpunkt in der Wiener Musiklandschaft.

Hat man die von allen Bands, Crew-Mitgliedern und

Besucherinnen in High Heels verhassten 51 Stufen

A Place to be

Wir stehen mitten im 3. Bezirk, Landstraßer Hauptstraße 38, gegenüber des urigen Rochusmarkts,

im Herzen von Wien. Untertags eher unscheinbar, lacht uns abends und nachts das

grellgelbe Schlangenlogo entgegen und zieht uns magisch ins Untergeschoß.

Viper Room Vienna – angesagte Konzertlocation und Lieblingsclub für Jung und Alt.

überwunden, ist schnell klar, dass sich jeder Schritt –

nicht nur auf den Stufen, sondern auch Martins

Entschluss – gelohnt hat. Rund 8.000 Auftritte von

etwa 4.000 Künstlern sprechen für sich – da braucht

es keine weiteren hochtrabenden Lobeshymnen.

Einen Favoriten zu nennen, ist schwer, denn es waren

über die Jahre einfach zu viele! Für mich persönlich,

um ein paar zu nennen, vielleicht die damals noch

unbekannten JINJER, die wuchtigen DOOL, SWALLOW

THE SUN, die saulustigen Jungs von UMC, das ausverkaufte

Suffocation-Konzert zwei Tage vor dem ersten

Lockdown – oder der DIME-BASH, wenn alle Freunde

gemeinsam auf der Bühne stehen.

Die neue Soundanlage und die Subwoofer über der

Bühne überzeugen selbst die kritischsten audiophilen

Ohren. Dank dieser Investition stehe selbst ich bei

den düstersten Doom- oder Black-Metal-Konzerten –

etwa bei Shores of Null oder GRIMA – mit Gänsehaut

und Tränen in den Augen im Publikum und spüre jeden

Saitenanschlag direkt im dicken Herz.

Speziell während der Corona-Zeit zeigte sich

der Zusammenhalt der Szene eindrucksvoll. Die

Unterstützung war enorm, und das war auch für

Martin ein riesiger Push. Er spürte von der ersten

Sekunde an, dass die Leute den Club lieben und

unbedingt erhalten wollen. Die Situation war für

alle schwierig und ungewiss. Wie lange dauert der

Wahnsinn? Was ist danach? Gibt es ein Danach??

Binnen kürzester Zeit wurde eine Spendenaktion

ins Leben gerufen, während der Light-Lockdowns

gab es Veranstaltungen mit Abstand und Maske, erste

Sitzkonzerte mit Cocktails, Sperrstunden nach behördlichen

Auflagen. (Oag, wie skurril das heute erscheint

– erst ein paar Jahre her und doch kaum

noch greifbar!) Mit der Rückkehr zur Normalität

wurde das Weggehen umso besonderer. Man genoss

das Beisammensein, das unbeschwerte Lachen und

Feiern.

Und wenn Martin von seinem Team spricht, huscht

ein Strahlen über sein Gesicht: „Sie sind die Besten –

nicht nur was die Arbeit betrifft, sondern menschlich!

Jeder einzelne!“ Und genau das merkt man bei

jedem Besuch – wie die Mitarbeiter mit den Gästen

umgehen, aber auch untereinander: immer lachend,

hilfsbereit, familiär, flott.

Martin hat es sogar geschafft, seine eigenen Leidenschaften

in den Club zu verlagern und sie mit

den Gästen zu teilen. Bei (regelmäßig ausgebuchten)

Whisky-Tastings werden seltene und besondere

Whiskys gemeinsam verkostet und bewertet –

Fachsimpeln bei passender Musik, sich gepflegt betrinken,

im Auftrag der Forschung! Grandios! Und der

Lieblingswhisky wird für einen Monat als Special auf

die Karte gesetzt.

Martin Borovnik

Sabina Lorenzetto (m) beim Lokalaugenschein

© Werner Nowak / stills.eraserhead.at

© Geoff Brooke

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STARK!ER ABSCHIED

EIS!STROM

Unholy bis zum Schluss

Seit über eineinhalb Jahrzehnten ist das Unholy X-Mess Jamboree der BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE

ein Fixpunkt der Wiener Alternativ- und Horrorszene. Ob ABBA im Viper Room, Kiss in der Szene Wien oder zuletzt

Iron Maiden in der Arena – jede Ausgabe trägt ein anderes musikalisches „Opferlamm“, das die Zombies zerlegen

und als Horrorbilly-Frankenstein wieder zusammennähen.

Allein gegen

die Düsternis

20

© Andreas Graf & BZFOS

H

euer steht das 14. Jamboree am 20.12. in der Arena

Wien an – das vorletzte, bevor 2026 zur finalen

15. Ausgabe noch einmal richtig blutig gefeiert

werden soll. Und dort wird Ozzy Osbourne

persönlich „entweiht“ – als der letzte große Cover-Act

der legendären Reihe. Vor diesem Hintergrund haben

wir Dead Richie Gein getroffen – und mit ihm über

Abschiede, Chaos und alte Anekdoten gesprochen:

Ist der Act, den ihr fürs Jamboree covern werdet, auch wieder

geheim?

Dead Richie Gain: Wir machen diesen Freitag (21.11.)

ein Instagram-Live und ziehen Zetteln, was wir covern

werden. Ob wir es dann verraten oder nicht, das lassen

wir dann die Zuschauer entscheiden, da wird’s

eine Abstimmung geben.

Habt ihr dann die möglichen Sets schon so vorausgewählt,

dass es sich dabei um Bands handelt, wo ihr ohnehin schon

Kenntnis der jeweiligen Songs habt oder ist da auch was

dabei, das für euch... Naja, „oasch“ wär?

DRG: Es muass spannend bleim! (Lacht) Naja, nachdem

wir uns die Acts ja im Vorfeld schon selber aussuchen,

nehmen wir uns jetzt nix, was uns im Vorfeld zu viel

Zeit in Anspruch nehmen würde. Wir hatten ja auch

schon viele Ideen, von denen wir einige wieder verworfen

haben…

Jetzt aber mal zum Programm. Ihr habt ja diesmal mit

Bernie Wagner einen Kabarettisten als Vor-Act. Wie kam

es dazu?

DRG: Weil wir uns wahnsinnig gut mit ihm verstehen!

Passiert ist das ganze witzigerweise über Social Media.

Er hat uns mal aus irgendeinem Grund irgendwo

mal erwähnt und wir haben uns dann langsam „angekumpelt“.

Letztes Jahr war er sogar bereits als Krampus

bei uns auf der Bühne! Und heuer hat es sich dann

endlich ergeben, dass der Bernie bei uns im Vorprogramm

auftritt.

Interessensfrage! Was war bislang dein liebstes Jamboree?

DRG: Tatsächlich eines von den ganz frühen, Abba! Das

war so absurd, damit hat keiner gerechnet. Da gings

damals nur um den Spaß, da hatte das ganze noch

keinen so „professionellen“ Hintergrund. Heute ist

das halt schon eher stressig. Da bist dann eh schon

geschminkt und verkleidet, dann warst schon für eine

halbe Stunde auf der Bühne, dann gehst wieder runter

und kommst verschwitzt wieder rauf und dann ist

das Adrenalin für die eigene Show schon wieder ein

bisschen unten und dann bist auch ein bissl draußen.

Es ist komisch.

Wie wär’s, ihr dreht den Spieß um und spielt das Cover-Set

im Zugabenteil?

DRG: Das ist eine gute Idee! (Lacht) Des homma nie

gmocht! Nächstes Jahr vielleicht!

Stefan

www.zombies.at

Eigentlich wollte er „nur“ ein

Stark!Strom-Abo, das er auch bekommen

hat. Dann stellt sich heraus, dass Burkhard

Lettner, so der Name, auch Musiker ist,

ein sehr eifriger sogar.

Nun, wir sind schon krummere Wege

gegangen, um neue Talente aufzuspüren

und nicht zuletzt passt der Bandname

saisonal wie die behandschuhte Faust aufs

frierende Auge. In dieser Ausgabe lassen

wir den Künstler selbst zu Wort kommen,

aber in einer der nächsten Ausgaben werden

wir sehr viel mehr ins Detail gehen!

inter’s Breath ist ein Ein-Mann-Projekt, das

2020 in Wien begann. Ich bin seit fast 30 Jahren

Metal-Fan, diese Musikrichtung hat mich schon

immer fasziniert. Mein Interesse an verschiedenen

Stilen hat sich im Laufe der Jahre von klassischem

Thrash Metal über Black Metal bis hin zu diversen

Subgenres entwickelt. Ich wollte schon immer selbst

Musik machen, also fing ich an, Schlagzeug zu spielen

und versuchte, mit ein paar Jungs aus meiner

Schulzeit eine Band zu gründen – was aber letztendlich

nicht klappte. Manche Dinge brauchen Zeit,

um sich zu entwickeln und den richtigen Zeitpunkt

zu finden – so war es auch bei Winter’s Breath.

Nach meinem Umzug nach Wien musste ich mein

geliebtes Schlagzeug zurücklassen und fing an,

Gitarre zu spielen. Mit der Gitarre eröffnete sich mir

eine völlig neue Welt, und der richtige Zeitpunkt für

Winter’s Breath war im Sommer 2020 gekommen.

Ich möchte nicht sagen, dass es ein Corona-Projekt

ist – Corona gab mir die Zeit und den Raum, dieses

Projekt zu starten, und ich bereue es nicht. Am

Anfang war ich erstaunt, was alles möglich ist und

wie sich die Dinge entwickelt haben. Winter’s Breath

war immer ein Teil von mir, in einem tiefen Schlaf ...

Seitdem habe ich ununterbrochen an meiner Musik

gearbeitet, EPs und LPs veröffentlicht und mit anderen

Musikern an Split-Alben und Samplern zusammengearbeitet.

© Privat

Musikalisch orientiere ich mich am Symphonic

Black/Progressive Metal, wobei ich stets Wert auf

Melodie und Eingängigkeit lege. Meine Texte sind

immer in eine Geschichte eingebettet und spiegeln

Aspekte des Alltags wider.

Claudia

www.wintersbreath.at

Winter’s Breath –

Eine düstre Winternacht

(Running Wild Productions),

ab 6. Dezember

auf CD, digital oder per Stream

© Band

21



STROM!LEGENDEN

Vier Dekaden Metal oder „Aufgeben? Gibt’s nicht!“

Die Geschichte von RAVENOUS ist eine Geschichte von Hindernissen, verpassten Möglichkeiten und den so oft

vorkommenden „Twists“ des Lebens. Auf gut österreichisch halt „blöd grennt“. Dass es die Band nach fast 40 Jahren

immer noch – oder besser: wieder - gibt, ist aber auch wieder die typisch österreichische „Stehaufmandl“-Geschichte:

Aufgeben? Gibt’s nicht! Und die Hartnäckigkeit wird am Ende belohnt. Mike begab sich ins Band-Domizil im niederösterreichischen

Pottschach, um Band-Chef Jochen Koglbauer, Stefan Müllner und Joe Brunner mit Fragen zu löchern.

© Band

Ravenous 1991

© Band

„The Fourth Decade“ - Das zweite Album in 40 Jahren.

Jochen, wie und warum hast du die Band reaktiviert und

wie bist du auf die beiden gestoßen?

JK: Also, 2014 kam ein Angebot vom KALTENBACH

OPEN AIR, zu einer guten Zeit zu spielen, wenn wir

noch mal was machen wollen. Das hat uns gereizt,

und wir haben gesagt: Okay, spielen wir noch das eine

Konzert. Mit dem Joe hab ich sowieso schon davor in

anderen Bands gespielt, wir hatten also Kontakt. Max,

unser alter Drummer, war sowieso immer überall dabei.

Dann haben wir noch schnell einen Bassisten ausgegraben

und die Band für dieses eine Konzert reaktiviert.

Danach kam aber sofort eine Anfrage für das

nächste Konzert. Das ging dann immer weiter und

weiter. Da hat uns wieder die Lust gepackt, das Proben

hat Spaß gemacht, die alten Nummern waren cool zu

spielen. Und irgendwann kam der Gedanke: Machen

wir doch was Neues, das man live auch präsentieren

kann, denn immer dieselben 15 Tracks zu spielen, da

wird dir halt recht schnell fad. Dann kamen halt auch

immer wieder coole Auftritte dazu, wie das „Alpine

Steel“ in Innsbruck oder das „Thrash Nightmare“ in

Tschechien. Und irgendwann will man die neuen

Nummern auch aufnehmen und schauen, ob man damit

wo unterkommt. Material hatten wir genug, und

es sind ja auch viele alte Sachen dabei. „Destructor“

etwa, der Bonustrack auf „TFD“, ist älter als alles auf

„Book Of Covetous Souls“, unserem ersten Album!

Also wirklich ungelogen ein Album aus vier Dekaden …

JK: Ja, denn wenn ich etwa „Black Widow“ hernehme,

das hab ich irgendwann Anfang der 2000er mal für

mich selber aufgenommen, da gab es die Band quasi

gar nicht. Natürlich sind auch neue Songs drauf,

etwa „Just The End“, das von Joe stammt. Der Solo-

Teil von „Invisible“ wiederum stammt aber aus einem

uralten Lied.

Ab 2014 kommt ihr beiden dann ins Spiel, Joe und Stefan.

Wart ihr da gleich Feuer und Flamme, als Jochen euch gefragt

hat, RAVENOUS zu reaktivieren?

JK: Joe kam zu mir in mein damaliges Studio, wir haben

ein wenig gejammt und viel getrunken. Und ich

hab mir das Thema eh bis nach Mitternacht aufgehoben.

Und dann hab ich gesagt: „Sepperl, wie schauts

aus? Wir bräuchten noch einen zweiten Gitarristen.

Wärst du dabei?“ Wo er hingeschaut hat in dem

Moment, weiß ich nimmer, aber seine Hand war zum

Einschlagen schon da und er sagt nur „Kogerl, das

mach ma!“! Und dann konnte er nicht mehr aus!

JK: Erzähl mal Stefan, wie war es bei dir?

SM: In dem Betrieb, wo ich meine Lehre gemacht habe,

war Max (der ehemalige RAVENOUS-Drummer Markus

Gruber; Anm.) Kunde. Ich wusste, dass es RAVENOUS

gibt und wir haben immer wieder drüber geplaudert.

Irgendwann rief mich Max dann an und sagte: „Du

spielst ja Gitarre … Wir bräuchten einen Bassisten!“

Da ging es erstmal nur um das „Alpine Steel“ Festival

und einen Gig im Wiener „Escape“.

JK: Wie war deine erste Probe?

SM: Unheimlich sympathisch! Als ich Jochen traf,

wusste ich, das ist keine Spaßpartie, die meinen das

schon ernst! Und neun Jahre später sitze ich immer

noch hier …

JK: Gottseidank, möchte ich sagen!

Wie seid ihr mit dem Endresultat von „The Fourth Decade“

zufrieden?

SM: Es war ein langer Weg, aber es hat sich ausgezahlt.

JB: Wir haben da drauf geschaut, dass der Sound so

wird wie wir ihn uns vorstellen. Wichtig war, dass es

sich auch ein wenig nach den RAVENOUS von früher

anhört. Also gezielt nicht der ganz moderne Sound,

den viele neue Produktionen so haben. Entstanden

ist alles in Eigenregie, wir haben selber gemischt

und gemastert.

JK: Anscheinend haben wir es tatsächlich geschafft,

den Gitarrensound von „BOCS“ auch hier wiederzugeben,

das kann man ja selber oft gar nicht mehr so genau

beurteilen, wenn man die Songs fünfzigtausend

mal hört beim Mischen. Die Plattenkritiken waren

bis jetzt auch durchwegs positiv, die Plattenfirma ist

auch happy, und in den meisten Reviews erkennt man

auch die Absicht, den alten Sound zu reproduzieren.

Wie sieht es jetzt mit einem Schlagzeuger aus, nachdem

Max ja nicht mehr an Bord ist?

JB: Nach ein paar Drummern, wo es nicht so ganz

hingehaut hat, sind wir jetzt beim Werner Pollross

angelangt, den ich noch aus CONTEMPT-Zeiten kenne.

Beim offiziellen Release (am 24.1.2026 im Wiener

Escape zusammen mit MORTAL STRIKE! Anm.) wird

er dann schon an den Drums sitzen.

JK: Es war vor allem Stefan ein Anliegen, dass da eben

kein Drumcomputer im Hintergrund läuft, sondern

ein Drummer aus Fleisch und Blut, der die Songs so

richtig schön runternagelt.

Da kann ich Stefan nur beipflichten! Dann sehen wir uns

im Jänner im Escape!

www.facebook.com/ravenous2014

Mike

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© Privat

Besucht unseren STARKSTROM-YOUTUBE-KANAL

Hier gibt es das aktuelle Interwiev

in voller Länge:

https://youtu.be/pmvPjrV90Yk

(oder scanne den QR-Code)

23



STROM!ARENA

hypocrisy

opeth

Nicht betriebsblind werden

Anfang Oktober war es zum verflixten 7. Mal so weit: Das Vienna Metal Meeting – Wiens Tagesfestival ganz in Schwarz,

präsentiert von TON music productions und District 19 – ging wieder über die Arena-Bühne.

O

der eigentlich Bühnen: Also Mehrzahl. Open

air starteten nachmittags HEIDNIR (aus

Oberösterreich) und WARFIELD. Gemeinsam mit

HYPOCRISY bereiteten sie die Bretter für den Abend

auf, der mit den kultigen W.A.S.P. und dem schwedischen

Leuchtfeuer von OPETH abgefeiert wurde. Da

riss sich sogar das Wetter devot zusammen und wurde

erst recht spät recht schlecht. In der großen Halle wiederum

ging es bis in den frühen Morgen mit VÍGLJÓS,

FIRTAN, GRAB, THYRFING, ANAAL NATHRAKH und

BATUSHKA ab. Mit HOULE nicht. Malheureusement

non. Ihr Nightliner war liegengeblieben. Vígljós

und Thyrfing bekamen dafür mehr Spielzeit eingeräumt.

Als Veranstalter darf man spontan sein, und

apropos Veranstalter: Genau die, namentlich Moritz

Wagner und Roman Hödl, baten wir im Nachklang

zur Reflexionsrunde.

Erinnert ihr euch noch an das erste VMM 2017?

man in den vorhergehenden Ausgaben nicht berücksichtigen

musste und die dann Thema werden. Das

beginnt bei – von Speditionen zu spät oder gar nicht

beantragten – Ausnahmegenehmigungen für LKW-

Wochenendfahrverbote und geht bis zur richtigen

Farbe der Handtücher oder zum Strombedarf. Es ist

auch nicht immer einfach, alle Catering-Requests der

Bands zu erfüllen. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Wo liegt die regelmäßige Haupt-Challenge?

Man weiß jedes Jahr aufs Neue nicht, ob man das

richtige Line-up auf die Beine gestellt hat, um auch

ausreichend Publikum zu motivieren. Manchmal

kommt raus, dass die Synergie doch nicht so ideal

war, wie man dachte. Daher holen wir uns regelmäßig

Rückmeldungen aus unserem Umfeld, um

nicht betriebsblind zu werden oder nur nach eigenem

Geschmack zu buchen.

Alle Fotos © Björn Franck, Shade Grown Eye Photography

w.a.s.p.

Die Idee eines Metal-Festivals in der Hauptstadt hat

sich um 2015 angebahnt. Nach vielen Überlegungen,

der Suche nach einer passenden Venue und der

Möglichkeit, ein starkes Line-up zu bieten, hat 2016 die

konkrete Planung begonnen. Ein Festival steht und fällt

mit dem Line-up, darum wollten wir uns, gerade bei der

ersten Ausgabe, sicher sein, keinen Bauchfleck hinzulegen.

Dafür haben wir uns entsprechend Zeit genommen.

Mit den Zusagen von Mayhem und Sodom war

uns aber schnell klar, dass wir uns auf einem richtigen

Weg befinden. Bereits die erste Ausgabe konnten wir

ausverkaufen, das VMM wurde sehr gut angenommen.

Apropos Herausforderungen.

Als Tipp für eine schöne Bescherung:

Blind Bird Tickets fürs VMM 2026

sind bereits erhältlich.

In der Tat haben wir bereits den Headliner bestätigt

und auch schon angekündigt: Wir freuen uns sehr,

mit SATYRICON eine Band am VMM zu begrüßen, die

noch nie dabei war. Am weiteren Line-up wird noch

geschraubt. Ziel ist es wieder, internationale Größen

nach Wien zu holen – aber auch nicht auf heimische

Bands zu vergessen.

Wenn alles ideal läuft, können wir noch heuer den

ersten Teil des Line-ups ankündigen.

24

Ja, auch nach so vielen Jahren lernt man bei jedem

Festival noch etwas dazu. Es gibt immer Dinge, die

viennametalmeeting.com

Althea Karoline Müller

w.a.s.p.

25



SCHMANKERL!STROM

fiesen Gehörsturz vor 3 Jahren - mental und auch ein

wenig finanziell - zu unterstützen.

Wintertage sucht, ist bei „DOG HEAD KING“ genau

richtig!

Froasli's

Karls Großvater lehrte ihm das Spiel auf

der mächtigen Kirchenorgel in seiner

Salzburger Heimat. Die Begeisterung war

fortan riesig für diesen gewaltigen Sound! Bald darauf

bekam der kleine Karl eine für zu Hause vom Opa

geschenkt. Und genau diese alte Orgel wurde für die

Aufnahmen verwendet.

Multi-Instrumentalist Charlie nahm die Songs - voller

Emotion und sogar, als er Covid hatte - selbst auf,

spielte sämtliche Gitarren, Keyboards, Synthesizer

und Orgelsounds ein. Daraus entstanden ist die

selbstbetitelte EP „Dog Head King“ mit fünf Nummern.

Musikalisch wie atmosphärisch bewegt man sich im

Doom/Gothic-Metal-Bereich.

Bands wie MY DYING BRIDE, PARADISE LOST, CROWBAR

oder Peter Steele mit Mannschaft, standen für dieses

Projekt Pate. Es befindet sich ein grandioses „Love Me

To Death“-Cover auf der EP.

Schmankerl-Eck

Eine Story – fast schon filmreif … oder

„Ein Froas sie alle zu einen und in Freundschaft zu treiben!“

Bei meiner heutigen Bandvorstellung möchte ich euch DOG HEAD KING aus Graz vorstellen.

Mastermind Karl „Charlie“ Steinpatz erschuf dieses tolle Projekt, bei dem es sich um die Vertonung einer

alten serbisch-kroatischen Sage handelt. Doch dazu später mehr ...

So haben zum Beispiel alle Bands, welche bei meinem

letzten „Froas Fest“ gespielt haben, derweil

schon bei Charlie aufgenommen und es sind wahre

Freundschaften daraus entstanden, was sehr schön ist.

Wie es zu Dog Head King kam,

ist fast wie aus einem Drehbuch:

Die Idee dafür gab es eigentlich schon länger. In

seinem Urlaub in Starigrad Paklenica (Kroatien),

kam Charlie die Idee und der Name zur Band –

aufgrund einer alten volkstümlichen Sage über

den Hundekopfkönig, welche dort bei einer alten

Burgruine (Večka Kula / Večka Turm) zu lesen war. Er

wusste: So soll mein nächstes Doom-Projekt heißen!

Die Ideen sprudelten und

erste Riffs und Aufnahmen begannen ...

Viele Musiker:innen aus der Grazer und steirischen

Rock-, Alternative- und Metal-Szene machten bei dieser

„Tribute to Froas-CD“ mit.

An dieser Stelle nochmal Danke von ganzem

Herzen an euch alle! Das hat mir soviel Liebe und

Wertschätzung zurückgegeben und das werde ich

nie vergessen!

Nun aber zurück zur Story:

Als Recording- und Mix-Ingenieur mischte auch

Charly bei einigen Songs mit und wurde so auf die

lebende Legende – den „General“ Stefan Pichler aus

Weiz – aufmerksam. Pichler (Evocation, Ex-Kissing

Disease) verlieh damals (dem vom Cle gecoverten)

Froas-Hit „ Scheißn im Reg’n “ seine Stimme (saugeiles

doomiges Cover mit Hammer-Vocals übrigens!)

Angetan von dessen Gesang wurde Stefan kontaktiert

und nur kurze Zeit später traf man sich schon

in Charlies Aufnahmestudio in Graz. Nach der ersten

Aufnahmesession waren bereits zwei Songs im

Kasten und nicht lange danach waren auch die restlichen

Vocal-Recordings zur vollsten Zufriedenheit

aller Beteiligten fertiggestellt.

Die Songs sind sehr gefühlvoll, dann mächtig, doomig,

Stefans Growling ist immens kraftvoll und geht

einem durch und durch, Charlies cleane Backing-

Vocals bei den Refrains sind einfach wunderschön,

die Drums exzellent und ein starker Bass rundet das

fette Package ab.

Wer melancholisch-traurige, aber trotzdem gefühlvolle

Metalmusik für nebelverhangene Herbst- und

Erhältlich als CD, LP oder Digital - über GRAZIL Records.

Das alles wird es bald auch live zu Hören und

Bestaunen geben, denn am 31.01.2026 findet das

„Live-Debüt“ im „Club Wakuum“ in Graz statt.

Diese Band ist gekommen, um zu bleiben, weitere

Live-Auftritte sind bereits in Planung und es gibt sogar

schon Ideen für ein zweites Album.

Übrigens: Für die Live-Auftritte wird es wieder eine

Allstar-Besetzung geben:

Zu Charlie, Stefan und Philipp kommen dann Gregor

von der Band Lehm und David von Guyod dazu.

Einfach Stark!

Mochts as guat und Heavy X-Mas,

eicher Hannes „Froas“

PS: Sehr informative und rührende Videos

zum Erschaffung dieses Projekts, gibt es auf:

https://www.instagram.com/dog_head_king/

https://www.facebook.com/DogHeadKingBand

26

Steinpatz, ein gebürtiger Salzburger, lebt mit seiner

Familie in Graz und ist ein wahrer Tausendsassa.

Neben seiner Stammband „Noise Transmission“

nimmt er unzählige Bands mit großer Geduld, Freude

und Hingabe in seinem kleinen Studio auf. Ich kenne

den guten Charlie nun schon sehr lange. Alles, was er

angreift, wird top. Es ist in den letzten Jahren ein sehr

herzlicher Kreislauf entstanden - zwischen Charlie,

mir selbst, der Grazer Musikszene und deren Bands.

Es geht hier um Wertschätzung, um ein Miteinander

und Unterstützung - einfach ums Zusammenhalten!

Seine Mitstreiter Philipp Nuster (The Goatjuring,

Saturnists, Ex-Froasli´s Genialitäten, Ex-Check her

Pulse) - in meinen Augen der beste Metal-Drummer,

der bei uns in der Steiermark herumfleucht - und

Sebastian Lackner (Nekrodeus, Ellende und Black Yen)

am Bass, steuerten alsbald gemeinsam ihre Spuren bei.

Auf der Suche nach einem Sänger kam nun sogar ich

selbst indirekt ins Spiel:

Der liebe Cle Pecher (Chef von Grazil Records) organisierte

ein Benefiz-Album, um mich nach meinem

31.01.2026 - Live-Debüt im Club Wakuum in Graz

27



ROSEN!STROM

STARK!E WORTE

Endlich ist sie da, die lang erwartete EP 1kR!

Grund genug für Stark!Strom, bei den TAUSEND ROSEN ordentlich nachzuwassern:

Faschismus

ist keine

Meinung

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Erzählt doch mal über euren Werdegang und wie ihr zueinander

gefunden habt?

Gegründet wurde die Band von Hannes „Koko“ Koller

(Gesang, Gitarre) und Chris Grabner (Schlagzeug) als

Rückbesinnung auf ihre musikalischen Anfänge. Geprägt

von Rock, Grunge und Punk der 90ger-Jahre verbrachten

die zwei schon während ihrer Schulzeit viele

Stunden im Proberaum. Über die Jahre sammelten

sie Erfahrung in den unterschiedlichsten Projekten

von Metal bis Austropop. Gemeinsam tourten die beiden

mit ihrer Metal-Band Artas durch Europa. 2017

hieß es schließlich „back to the roots“. Schnell wurde

eine beachtliche Anzahl neuer Songs geschrieben und

eines wurde immer klarer: diesmal wird veröffentlicht.

Sebastian Risavy (Seiler & Speer, u.a.) wurde als

Bassist in die Band geholt und kurz darauf war die

Besetzung mit Roland Kerschbaumer (Rudl, u.a.) und

Dominik Sommer komplett.

Welche waren die Highlights beziehungsweise Milestones

bis dato, auf die ihr zurückblicken könnt?

Nach unserer ersten EP „Zwanzig Zwanzig“ nahmen

wir unser Debütalbum „Das kleine Schwarze“ im legendären

S.T.R.E.S.S. Studio live auf. Danach folgten

die ersten Konzerte. Dazu zählten der Support Gig für

New Model Army im WUK sowie als österreichweiter

Opening Act der Seiler & Speer Tour 2023. Vor dem Release

von 1kR haben wir ein Konzert im ausverkauften

Chelsea gespielt – und nach dem Release gleich

noch einmal. Für uns war es etwas Besonderes zu erleben,

wie viele Menschen dann die neuen Texte und

Melodien bereits kannten und feierten.

Welches Thema liegt der Band textlich besonders am Herzen?

Tausend Rosen ist eine Wiener Redewendung und

heißt so viel wie „Pfeif drauf“ oder „Ist doch egal“. Für

uns ist das mehr als nur ein Spruch – das ist eine Haltung.

Es geht darum, die Dinge nicht immer so ernst

zu nehmen und den Druck rauszunehmen. Genau

dieses Gefühl stecken wir in unsere Songs – eine Einladung,

sich ein Stück Leichtigkeit und Freiheit zurückzuholen

und auch sich selbst dabei nicht zu ernst

zu nehmen.

Kommen wir nun zur neuen EP, da gibt es sicher einiges

zu erzählen!

Wir haben bei 1kR sieben Singles veröffentlicht – jeden

Monat eine. Die Reihenfolge war dabei nicht als

lineare Geschichte gedacht, sondern eher als Möglichkeit,

nach und nach unterschiedliche Facetten von

Tausend Rosen zu zeigen.

„Letzte“ Worte an die Stark!Strom-Leserschaft?

Gerade konzentrieren wir uns stark auf neues Material.

Wir bauen unseren Proberaum zu einem Studio

um, so dass wir beim Proben direkt aufnehmen können,

um Ideen und Emotionen im Moment einzufangen,

wenn sie entstehen. Da liegt schon einiges bereit,

das nur darauf wartet, aufgenommen zu werden.

Gleichzeitig wollen wir natürlich auch live spielen,

und da wird sich in nächster Zeit bestimmt auch noch

einiges tun.

Claudia

www.tausendrosen.com

ie Spezies des Menschen mit Haltung ist leider

Dim neuen Jahrtausend vom Aussterben bedroht.

Daher wären Persönlichkeiten wie Georg Danzer

oder Sigi Maron wichtige Gegenpole zu Fremdenhass,

Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Leider sind beide

schon tot. Danzer ist 2007, Maron 2016 gestorben.

Dem Poeten und Sänger Sigi Maron widmete das

Duo Margit Niederhuber und Walter Gröbchen einen

Reader, der bereits 2024 im mandelbaum-verlag erschienen

ist.

In diesem Buch versuchen Niederhuber und

Gröbchen, das Bild des vielschichtigen Künstlers

und Menschen Sigi Maron zu zeichnen. Wie bei einer

komplexen Skulptur ändert sich das Bild mit jedem

Baustein, mit jedem Text der hinzugefügt wird. Aus

unterschiedlichen Blickrichtungen erkennt man verschiedene

Facetten. Text für Text wird der Sänger, der

Musiker, der Dichter, der Aktivist, der Kommunist,

der Vater und der Ehemann Sigi Maron sichtbar. Am

Ende des Buches kommt man dem Menschen Sigi

Maron sehr nahe.

Zu Beginn erzählen unter anderem Marons Bruder

Otto und Peter Turrini von ihrem Leben und ihren

Begegnungen mit einem Menschen, den viele für

schroff und laut hielten, weil sie seine konsequente

Haltung mit Querulantentum verwechselten. Einen

berührenden Beitrag lieferte Heidi List, die einige Zeit

lang Marons Arbeitskollegin war.

Im zweiten Kapitel widmen sich die Herausgeber:innen

dem Werk Sigi Marons. Zum Beispiel führt Robert

Rotifer durch die Discografie, erklärt und ordnet ein.

Das dritte Kapitel zeigt den politischen Menschen

und Aktivisten. Und je tiefer man in das Buch eintaucht,

desto mehr wird man als Leser:in vermutlich

mit der eigenen Geschichte konfrontiert. Anti-

Atomkraft-Bewegung? Hab ich schon gehört, war

vielleicht noch zu jung. Amerlinghaus? Hab ich ein

Konzert mit Maron gesehen. Hainburg? Natürlich!

Immer wieder begegnete man dem wütenden, lauten,

humorvollen, liebenswerten Mann im Rollstuhl mit

seiner Gitarre. Und überall sang man mit Freude und

Engagement den Refrain der Ballade einer Harten

Woche lauthals mit.

„Redn kaun ma boid“ zeichnet das Bild eines vielschichtigen

Menschen, der nie verstanden hat, warum

es in einer Gesellschaft wie der unseren Menschen

geben muss, die auf der Straße schlafen müssen,

die nicht genug zum Leben haben, denen selbst das

Wenige, das sie haben, nicht vergönnt ist. Es erzählt

die Geschichte eines Mannes, der einen schwierigen

Weg ging, der lernte, buchstäblich Hürden zu

überwinden. Eines Mannes, der eine klare Haltung

hatte. Eine Haltung, die vielleicht Yasmo und Mieze

Medusa in der Überschrift ihres Beitrages am besten

auf den Punkt bringen: „Faschismus ist keine

Meinung.“ Rassismus und Sexismus ebenfalls nicht,

es sind Zumutungen.

Eines haben viele Text gemeinsam: Sie kommen zu

dem Schluss, dass in einer Zeit wie heute Sigi Maron

schmerzlich vermisst wird.

Christian Orou

Margit Niederhuber, Walter Gröbchen (Hg.)

Redn kaun ma boid – Sigi Maron Lesebuch

mandelbaum verlag, 2024

296 Seiten, ISBN: 978-3-9913-6044-5

www.mandelbaum.at

29



MOOR!STROM

In de Goschn im Prater

ein Kriminalroman

Zum diesjährigen Weihnachts-Prater-Catchen (12. und 13.12.2025) ist ein Krimi erschienen.

Das Buch arbeitet ein unglaubliches Verbrechen auf, das sich im Vorfeld zugetragen und beinahe zur

Absage der beliebten Show geführt hat. Das Opfer war der Prater-Catchen-Promoter Marcus Vetter.

Er erzählt Stark!Strom von den bangen Stunden.

STARK!E SEITEN

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Wo Jacobs Moor draufsteht, ist Power, Thrash und Progressive Metal drin, und das stets in Top Qualität!

eit ihrer Gründung im Jahr 2013 – damals noch als

STrio mit Richard Krenmaier (Ex-Stygma IV), Johnny

Sommerer und Rainer Lidauer – beglücken sie uns

kontinuierlich mit hochgelobten EPs, Alben und

Singleauskoppelungen, die allesamt ausgezeichnete

Bewertungen erhalten haben.

Im Laufe der Jahre wuchs die sympathische österreichische

Band zu einem Quartett heran und veröffentlichte

mittlerweile zwei EPs und zwei Alben. Ihr aktuelles Werk,

das malerisch betitelte „Anthems For The Apocalypse“,

verspricht Großes! Thematisch widmen sich die Herren,

wie schon das düstere Cover-Gemälde vermuten lässt,

den Bereichen Chaos, Widerstandsfähigkeit und der

menschlichen Existenz im Angesicht der Zerstörung,

treffend bezeichnet mit z.B. „Falling Apart“, „Human

Stain“ oder „Endgame“.

JACOBS MOOR

Anthems For The Apocalypse

Technisch versiert, intelligent komponiert und mit

spürbarer Leidenschaft eingespielt. Ritchie Krenmaiers

Gesang sticht besonders hervor, der eine kraftvolle

Melodik mit einer rauen Intensität vereint – ein Stil,

der sowohl Druck als auch tiefgehende Emotionen

spüren lässt und immer wieder mal an Rob Halford

erinnert.

Die Songs sind energiegeladen und abwechslungsreich,

mit ausgeklügelten Arrangements und Grooves, die

direkt ins Ohr gehen. Jeder der acht Tracks überzeugt

auf seine Weise, professionell geballt zu einem absolut

starken Album!

jacobsmoor.com

Sabina Lorenzetto

Marcus, das neue Buch sorgt für Gesprächsstoff. Es macht

klar, dass die Wochen vor dem Prater-Catchen eine äußert

brenzlige Zeit waren. Was ist passiert?

Vetter: Es gab massiven Druck von einer Gruppe, die

im Immobiliengeschäft tätig war. Diese Leute wollten

das Prater-Catchen verhindern und gingen dabei

auf eine Art vor, die man nicht für möglich hält.

Das waren keine harmlosen Störaktionen, sondern

hochkriminelle Methoden.

Du sprichst die sogenannte Immobilien-Mafia an?

V: Ja. Die wollten das Prater-Gelände für eigene

Bauprojekte frei bekommen. Wir mit unserer

Show waren dort im Weg. Die Stimmung war angespannt.

Jeden Tag kamen neue Drohungen. Doch bei

Drohungen ist es nicht geblieben. Das habe ich am

eigenen Leib gespürt.

Wie knapp stand die Show vor einer Absage?

V: Sehr knapp. Beinahe hätten sich die kriminelle

Bagage durchgesetzt. Das Buch beschreibt, wie instabil

alles war und wie skrupellos gegen mich vorgegangen

wurde.

Wie hast du persönlich diese Phase erlebt?

V: Es war eine Mischung aus Druck, Müdigkeit und

wütender Ohnmacht. Ich möchte nicht alle Details

aus dem Buch vorwegnehmen, aber es gab Momente,

in denen ich mir nicht sicher war, ob ich aus der Sache

heil rauskomme. Dass es überhaupt weiterging, lag

an der Arbeit des Wrestling-Magazins In De Goschn.

Marcus

Vetter

© Privat

Welche Rolle spielte In De Goschn in diesem Fall?

V: Das Magazin hat eine saukritische Recherche gestartet.

Die haben Dinge herausgefunden, die sonst

niemand entdeckt hätte. Sie haben Verbindungen

aufgezeigt, die vorher im Dunkeln lagen. Ohne In De

Goschn würde ich wahrscheinlich jetzt nicht hier stehen

und es würde kein Prater-Catchen geben.

Bedeutet das, dass die Verantwortlichen für die Angriffe

auf dich und die Show gefasst wurden?

V: Sagen wir so: Die Leute, die dahinterstanden, mussten

sich auf nicht ganz schmerzfreie Art verantworten.

Mehr will ich nicht verraten. Aber es ist wichtig,

dass klar wird: Man kann nicht einfach mit kriminellen

Methoden ein Traditionsevent aus dem Weg

räumen.

Und das Prater-Catchen?

V: Es lebt. Trotz aller Angriffe. Die Show stand auf der

Kippe, aber sie hat stattgefunden. Und sie wird auch

weiter stattfinden.

Was können Wrestling-Fans aus diesem Buch mitnehmen?

V: Dass Dinge manchmal viel gefährlicher sind, als

sie wirken. Und dass man für etwas, das man liebt,

kämpfen muss.

Mehr verrate ich nicht – das Ende sollen die Leser

selbst entdecken.

Ronny Raab-Bauki

Autorenkollektiv IndeGoschn

In de Goschn im Prater /

Prater-Catchen-Krimi

story.one publishing, 2025

72 Seiten

ISBN: 978-3-7118-0668-0

www.jpc.de

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STROM!MASTER

ward, mit viel Energie ausgestattet, liefern sie sehr

kraftvolle Songs, die empowernde Lyrics haben. Der

aktuelle Konflikt in ihrem Heimatland wird nicht genutzt.

Vielmehr appelliert die Band auch in Stagetalks

an den Zusammenhalt, den Musik über Landesgrenzen

hinaus verwirklicht. Abgesehen von dieser positiven

Energie seitens der Band ist sie auch musikalisch ein

Act, dem der große Aufstieg in den kommenden

Jahren mehr als nur vergönnt wäre. Rein von den

Skills haben sie es mehr als nur verdient!

me and that mAn

floor jansen

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Du warst einmal mehr meisterlich! Teil 2

Tschechien, genauer gesagt, Vizovice, noch genauer gesagt, am Gelände der Robert Jelinek Slivo Distillery.

Seit über 20 Jahren ist hier beim Masters of Rock Mitte Juli ein Festivalfixpunkt, der einfach beeindruckt.

Und das Stark!Strom Magazin? Natürlich mittendrin statt nur dabei!

Hier nun die Fortsetzung und ein kleinwenig Wehmut, was den vergangenen Sommer betrifft ...

Samstag, 12. Juli

Auch an Tag drei gilt es nicht nur Musikalisches zu

entdecken. Das Glamping-Thema hat schließlich

auch hier nun einen Raum gefunden. So können am

Masters of Rock Tipi-ähnliche Zelte nun auch bei entsprechendem

Aufpreis als Nächtigungsquartier gebucht

werden.

Unweit davon befindet sich etwas, wo Bierliebhaber:-

innen einfach nur staunen dürften. In einem größeren

Festzelt wird das Bier in Gläsern und nicht in

Plastikbechern frisch gezapft und kann dort sitzend

auf Bierbänken oder stehend genüsslich verzehrt

werden. So schmeckt das ohnehin schon sehr bekömmliche

Hopfenkaltgetränk noch besser. Gerade

auch bei vorerst sehr heißen Temperaturen, die nun

mit zunehmend um das Gelände kreisenden Wolken,

ist das ein echter Genuss.

Fast pünktlich zum Start der All Female Band

BURNING WITCHES entladen sich die Wolken in einem

ordentlichen Platsch, was vielleicht die Menge

im Publikum reduziert, der starken Show dieser Band

aber gar keinen Abbruch tut. Nach deren Auftritt ist

es Zeit für einen der bekanntesten Schwarzmetaller,

Adam „Nergal“ Darski. Dieses Mal zwar nicht mit

BEHEMOTH, sondern mit ME AND THAT MAN. Weniger

Diabolik und doch ist die gewisse Düsterkeit nun

mehr on stage als am Himmel. Darski zeigt eine sehr

solide und spielsichere Show, die wenige Wünsche

offenlässt. Die darauffolgenden GLORYHAMMER sind

naturgemäß in anderen Genre-Gefilden unterwegs.

Drachen, Goblins und andere Kreaturen bekommen

hier ihre Hymnen präsentiert. Weil wir vorher schon

beim Hopfengetränk waren, wer GLORYHAMMER genießen

möchte, darf sich, das Leben und die Band

selbst nicht zu bierernst nehmen. Mit diesen

Voraussetzungen steht einer entertainenden Show

nichts mehr im Wege. FLOOR JANSEN wiederum hat

mit ihrer beeindruckenden Stimme, ihrer tollen

Bühnenpräsenz leichtes Spiel, um das Publikums in

ihren Bann zu ziehen Sie bietet eine Best-of-Setlist,

die eigenen Lieder, Songs von NIGHTWISH, aber auch

von AFTER FOREVER und sogar einem RE-VAMP geschickt

vereint.

HAMMERFALL sorgen als musikalische Tempelritter

dafür, dass selbst vermeintliche „kleinere Großbands“

als Headliner mehr als verdient diesen Slot ihr Eigen

nennen dürfen. Als Raushauer gibt es noch ein verfrühtes

Halloween-Feeling mit TRICK OR TREAT.

Sonntag, 13. Juli

Tag vier und somit der letzte Masters of Rock Tag

bricht an und auch dieser hat vieles für den

Gehörgang der Metal-und-Rockheads zu bieten. Sagte

ich Rock? - Ja, und das beabsichtigt.

Die Truppe von MOONSHOT fällt nicht nur wegen

ihres Bühnenbildes auf, das unter anderem den Mond

(!) zeigt, sondern durch ihren frischen modernen teils

sehr melancholischen und zugleich kraftvollen

Alternative Rock. Anders die ihnen folgenden israelischen

Burschen von SHREDHEAD. Sie sind absolute

Könner in allen Sparten des Extreme Metal. Vor allem

im Death sind sie mehr als nur daheim. Straight for-

Besagten Aufstieg hat HERMAN FRANK bereits durchgemacht.

So präsentiert das Urgestein äußerst souverän

seine Setlist. Etwas später wird es musikalisch

und visuell sehr kriegerisch, wenn die WARKINGS mit

ihren goldenen Helmen und Masken die Bühne betreten.

Viel Epicness, Bombast und visuell ein Meer

an Schmankerln begleitet diese sehr starke Show!

Nun steht ein Wechsel auf die zweite Bühne an. Auf

dieser betritt die Band ALIA TEMPORA die Stage. Das

Genre für Unwissende (wehe, ihr gehört dazu) Unicorn

Metal. Da ist der Name Programm. Es stehen verkleidete

Einhörner auf der Bühne, tanzen zu der von in

Pink getauchten Frontfrau Marketa gesungenen

Musik an. Diese Frau ist aber nicht nur Sängerin. Sie

betreibt einen Instagram Channel, ist federführend

als Redakteurin bei einem Metal magazin aus

Tschechien und ist einfach generell eine Person, die

durch ihr Sein die Musiklandschaft im härteren

Gefilde vielseitigst bereichert. Die Setlist besteht aus

tschechischen Songs, aber auch aus Pop-Nummern

im Metal-Gewand. Während der Titel geht die extrovertierte

Sängerin durch die Crowd, verteilt rosa

Sonnenbrillen, Seifenblasen und alles weitere Bunte.

Sie umarmt Fans, zeigt mehr als nur Nähe für das

Publikum und schafft mit Leichtigkeit einen

Safespace für alle Anwesenden. Ein Schauspiel, das

seinesgleichen sucht und einfach Freude bereitet.

Auf der Hauptbühne steigt nun aber auch die

Vorfreude auf den letzten Headliner des Festivals. Das

Wolfsrudel von POWERWOLF macht sich bereit, die

Dio Stage in einen wahren Hexenkessel zu verwandeln.

Angefangen mit den ikonischen Outfits, dem

unfassbar großartigen Bühnenbild, inszenierten

Verbrennungen bis hin zu echt starkem Spiel der gesamten

Band sorgen die Deutschen für einen

Abschluss des Masters of Rock 2025, der würdiger

nicht hätte sein können.

Vielen Dank an alle Beteiligten, die dafür sorgten und

sorgen, dass dieses Festival so legendär geworden ist,

wie es war. Von Mastermind George, über das HoP

Team, die Shuttler, die Redakteur:innen, die Bands

und alle weiteren. Wir freuen uns schon aufs nächste

Jahr.

Patrick

www.mastersofrock.cz

Alle Fotos © Sabine Böhm

hammerfall

herman frank

alia tempora

shredhead

warkings

powerwolf

33



STROM!KREIS

AVATAR

Don’t Go In The Forest

(Black Waltz Records)

Die Freakshow ist wieder in der

Stadt. Nach dem Album „Dance

Devil Dance“, das Avatar 2023 auch

am Nova Rock präsentiert haben, hat die Band rund

um den diabolischen Clown Johannes Eckerström Ende

Oktober zehn neue Songs unter dem Titel „Don´t Go

In The Forest“ veröffentlicht.

Der Opener „Tonight We Must Be Warriors“ erinnert ein

wenig an eine Mischung aus Zirkus- und Seemannslied,

aber schon ab zweiten Track geht es mächtig zur Sache.

Drums und Bass legen eine gnadenlose Basis, schneidende

Riffes und die markante Stimme von Eckerström

nehmen die Hörer:innen auf eine Reise in die Abgründe

der Fantasie mit.

Dass Avatar nicht nur gnadenlos ihre Instrumente malträtieren

können, beweisen unter anderem auf dem

Titeltrack, der beinahe an einen Hardrocksong der alten

Schule erinnert. Und bei „Howling At The Waves“ und

„Dead and Gone and Back Again” geht es fast schon in

Richtung Ballade.

„Don´t Go In The Forest” ist ein unterhaltsames Album,

das augenzwinkernd mit Versatzstücken aus Metal und

Rock spielt und viele Facetten hat.

www.avatarmetal.com

Christian Orou

REVIEWS

Me“, „S.I.T.F.O.A.“ und „Tear Down The Walls“ sind

eingängige Songs, die mit treibenden Rhythmen und

authentischen Street-Feeling punkten. Den Abschluss

bildet „Warriors“, das nochmals ordentlich Fahrt aufnimmt.

Am Ende lässt sich sagen: Das Album in klassischer

Originalbesetzung ist rundum gelungen. „The Gang

is back“!

https://biohazardtour.com

Mike Ramone

DAYSEEKER

Creature In The Black Night

(Spinefarm Records)

Ja, die Melancholie spielt eine große

Rolle bei DAYSEEKER – zumindest

laut Frontmann Rory Rodriguez.

Doch die Südkalifornier sind mehr als nur Kinder von

Traurigkeit, haben sie sich doch zu einer der eigenständigsten

und vielseitigsten Bands der aktuellen Heavy-

Szene entwickelt. In ihren Songs verarbeiten sie nicht

nur zum Teil auch sehr persönliche Trauer und die

daraus resultierenden Traumata – schlussendlich aber

überwiegt die Entschlossenheit und die Kraft, diese

tiefen Täler der Tränen zu überwinden.

„Creatures In The Black Night“ ist ein weiterer

Schritt zu noch mehr Emotion, aber auch Schärfe

und Bestimmtheit – und das kommt richtig gut an!

DAYSEEKER können sich Millionen von Streams auf

die Fahnen heften, aber auch im wirklichen Leben,

sprich live wissen sie zu überzeugen. Selbst wenn die

Nacht vorüber ist – diese „Creatures“ bleiben auf Kurs!

www.facebook.com/dayseeker/

Claudia

Szene markiert. Nach über fünfzehn Jahren fand die

Originalbesetzung mit Keyboarder Kristian Nygaard

Olsen (ehemals Oh No Ono, Christian Hjelm) wieder

zusammen und arbeitete mit Produzent Brian Batz im

Grapehouse Studio, um eine Reihe von Songs zu erschaffen,

die gefühlvollen Post-Punk mit symphonischen

Rock-Elementen kombinieren.

Das Album fängt die Energie ihrer Reunion-Konzerte

ein, darunter mehrere ausverkaufte Events, wo Fans

die Rückkehr von Decorate. Decorate. auf die Bühne

feierten. Mit dem Vertrag bei Target Records hat die

Band zudem den idealen Partner gefunden, um „Swerve

Of Atoms“ würdig zu präsentieren.

www.decoratedecorate.bandcamp.com

Jay

DOG HEAD KING

Dog Head King

(Grazil Records)

Die Debüt EP dieser „Super Group“

rund um „Karl Steinpatz“ besticht

außerordentlich!

Sie handelt von der Sage vom "Dog Head King", aus

dem Raum Kroatien/Serbien. Karl hat diese Geschichte

weitergesponnen: es geht um Aufstieg, Machtrausch

und Fall des neuen Hundekopfkönigs.

Die erste Nummer - von Chopin inspiriert und als Intro-

Nummer zu sehen - ist auch quasi der Todesmarsch für

den alten "King", der zu Grabe getragen wird.

Das ganze Werk ist voller Melancholie, doomig, gefühlvoll,

verspielt schönste Melodien durch tiefe Gitarren,

der mächtige Gesang von Stefan / General (Main Voc.)

und den tollen Klargesang von Karl (Backing Voc.) reißen

einem die verschlossene Seele auf! Das Artwork ist

von Stefan Rindler (Nekrodeus / Saturnists) und Max

Winter (Teratogen / Violenta Domestica)

Fazit: Ein Werk voller Hingabe, Seele und Leidenschaft

- absolute Kaufempfehlung!

www.dogheadking.bandcom.com

Froas

vier Jahrzehnte Bandgeschichte. Dieses Album ist ein

absolutes Muss für jeden langjährigen Fan, da es die

Band in einer seltenen Phase neu entfachter Energie

und Chemie festhält. Die Aufnahme stammt von der

ausverkauften Jubiläumstour in Paris und präsentiert

eine überwältigende Setlist, die einen Bogen über

die gesamte Karriere spannt. Ikonische Hymnen wie

„Metropolis Pt. 1“, „Panic Attack“, „Octavarium“ und

„Pull Me Under“ gewinnen durch die vereinte Kraft

der Originalbesetzung eine bemerkenswerte neue Kraft.

Dieser Langspieler ist eine Feier der virtuosen Präzision

und der epischen Kompositionen von DREAM

THEATER, wodurch es sich gezielt an eine bestimmte

Fangruppe richtet: jene, die das technische Können und

die komplexen, ausgedehnten Arrangements der Band

schon länger schätzen. Wer sich in Rhythmuswechseln

und komplexen Solo-Strukturen wohlfühlt, bekommt

bestes Verwöhnprogramm für den Hörgang geliefert.

Für Fans, die vielleicht den direkten, „In your face“

Metal-Fokus anderer Artists oder Genres schätzen

(nichts gegen Thrash oder andere Subgenres), mag das

Album vielleicht weniger unmittelbar ansprechend sein.

www.dreamtheater.net

Patrick

ELECTRIC BOYS

Shady Side Of Town

(EP, Mighty Music/Target)

Ihr letztes Studioalbum „Grand

Explosivos“ erhielt zu Recht jede

Menge positiver Resonanz. Zum

einen, weil sich das Quartett darauf einmal mehr von

einer überaus motivierten Seite zeigte. Und zum anderen,

weil es den Herren damit abermals gelungen ist,

für beste Stimmung zu sorgen und zugleich jede Menge

potenzielle Hits zu veröffentlichen.

Da es jedoch nicht ausreichend Platz auf dieser

BIOHAZARD

Veröffentlichung gab, schicken die BOYS dieser Tage

Divided We Fall

eine EP nach, deren Tracks allesamt aus eben jenen

(Black II Black)

Sessions stammen.

Biohazard sind nach vielen Jahren

Die vier Nummern kommen allesamt gewohnt schmissig

mit einem Album zurück, das direkt

aus den Boxen und lassen logischerweise auch das für die

auf die Zwölf geht. In den 90er-Jahren

gehörten sie zu den Pionieren des Hardcore-Punk

DREAM THEATER

Als besonders gelungen entpuppen sich der überra-

Band typische Hard Rock/Funk-Fundament erkennen.

– und mit „Divided We Fall“ melden sie sich nun kraftvoll

zurück. Balladen sucht man auf dem Album ver-

DECORATE. DECORATE.

(INSIDEOUT Music)

erwähnten 2023er-Rundlings sowie das an den legen-

Quarantième: Live à Paris

schenderweise bislang zurückgehaltene Titeltrack des

geblich; stattdessen startet „Fuck The System“ sofort

Swerve Of Atoms

Was wir hier haben, ist das dären Johnny Winter erinnernde ‚Looking For Vajayay‘.

mit Vollgas. „Death Of Me“ groovt wie zu alten Zeiten

(Target Records)

Tondokument einer historischen Aber auch das ausnahmsweise nicht von Bandoberhaupt

und hätte problemlos auf den legendären Crossover-

DECORATE. DECORATE. sind

Wiedervereinigung: Die legendäre Conny Bloom, sondern von Gitarrist Slim Martin gesungene

‚Keep It Dark‘ weiß zu gefallen und animiert

Partys meiner Jugend bestehen können. „World To

zurück mit „Swerve Of Atoms“,

Kernbesetzung von DREAM THEATER – James

The Wise“ überzeugt mit seinen Gang-Vibes und dem

ihrem lang erwarteten Album, das

LaBrie, John Petrucci, John Myung, Jordan Rudess auf Anhieb zum Abgehen. Kurzum, ein echter Fantypischen

New Yorker Hardcore-Sound. „War Inside die ersehnte Rückkehr der Band in die Alternative-Rockund

der heimgekehrte Mike Portnoy – feiert hier live Leckerbissen für zwischendurch. Der etatmäßige

34 35



STROM!KREIS

Nachfolger für „Grand Explosivos“ darf aber dennoch

jederzeit gerne nachgereicht werden!

https://www.electricboys.com

Walter

MISANTHROPIC MIGHT

Qualzucht

(HFC Records)

Alter, was für ein Brett! Dass die

Truppe um die Marath-Brüder

Manfred und Markus (die nebenbei

auch noch die nicht minder heftigen PARENTAL

ADVISORY „betreiben“) das Zeug zu Großem hat,

haben sie in intensiven Live-Shows schon genügend

bewiesen. Mit dem vierten Album „Qualzucht“ liefern

sie jedoch endlich – nach 25 Jahren! - ihr Opus

Magnum ab. Der breitflächige, exzellent produzierte

Black Metal ist zwar keine Innovation an sich, aber das

Quartett macht alles richtig und überrascht zwischendurch

gar mit Maiden-haften Gitarren-Einschüben! Die

acht Tracks mit einer Spielzeit knapp über einer halben

Stunde (…einziges Manko? Eventuell. Aber weniger ist

ja oft mehr…) haben keine unnötigen Längen, die Riffs

sind auf den Punkt, ja fast schon auf den Punk (sic!)

gebracht – early DARKTHRONE lassen ab und an

grüßen. Immer wieder hängt der Stil aber in den Brutal

Death hinein, was den Songs auch guttut. Schön garstig

über allem das Gift und Galle spuckende Gekeife von

Manfred „Purgatory“ Marath, herausragend auch das

überirdische Drumming von Christoph „Slavetrader“

Schäfer. Wenn das der Schwarzkrach der Gegenwart ist,

dann immer her damit!

All hail the mighty Headfuck-Crew!

www.linktree.ee/misanthropicmight

Mike

PHANTOM

CORPORATION

Time and Tide

(Supreme Chaos Records)

Nun ja, das ist jetzt nicht der

Soundtrack für einen gemütlichen

Sonntagnachmittag auf der Couch mit einem gepflegten

Tässchen Tee in der Hand, so viel sei vorausgeschickt.

„Time And Tide“, nach der 2023-er-Langrille „Fallout“

endlich wieder ein ganzes Album, und das ist insofern

gut so, weil sich PHANTOM CORPORATION hier

quasi in ihrer ganzen Pracht präsentieren können und

das tun sie auch mit – natürlich nur musikalisch – aller

ihnen zu Gebote stehenden Gewalt. Vom Opener

„Frantic Disruption“ über „Pound Of Flesh“ bis hin

zu „Western Apocalypse“ wird gnadenlos eingeschenkt,

über dem tobenden Orkan, den Arne und Philipp an

den Gitarren, Ulf am Bass und Marc an den Drums

entfesseln, schwebt unablässig Unheil verkündend die

Stimme von Sänger Leif, dem angesichts dieser massiven

instrumentalen „Wall Of Terror“ gar nichts anderes übrig

bleibt, als sich um Kopf und Kragen zu shouten – auch

das ist gut so, denn auf diese Weise liegt hier ein völlig

beharrlich eigensinniges Werk vor, das nicht nur genreintern

seinesgleichen sucht.

Schön, dass es so etwas gibt!

www.supremechaos.com

Claudia

RAVENOUS

The Fourth Decade

(Iron Shield Records)

Älteren Semester wird der Name

mit Sicherheit noch geläufig sein.

Schließlich galten die Burschen aus

dem südlichen Niederösterreich in den frühen 90er-Jahren

als eines der Aushängeschilder der heimischen Szene.

Und das nicht nur, wenn von brachialem Thrash Metal

die Rede war, mit dem sich Jochen „Jo“ Koglbauer und

seine Kumpels bei den zahlreich absolvierten, energiegeladenen

Gigs etablieren konnten.

Das von Ralph Hubert (MEKONG DELTA) produzierte

91er-Debüt „Book Of Covetous Souls” brachte

RAVENOUS auch auf internationalem Parkett jede

Menge positives Feedback ein, sollte aber dennoch die

einzige Veröffentlichung der ab Mitte der 90er-Jahre

inaktiven Formation bleiben. 2014 nahm „Jo“ jedoch

den Bandbetrieb wieder auf und legt nun mit runderneuerter

Besetzung endlich ein zweites Album vor.

Dieses ist nicht nur vom Artwork her sofort als logischer

Nachfolger zu erkennen, auch stilistisch sind sich

RAVENOUS treu geblieben. Brachialer Thrash der

technisch versiert dargebotenen Manier steht demnach

auch auf „The Fourth Decade“ auf dem Programm

und zusätzlich hat man den jahrelang Live-erprobten

„Bandklassiker“ ‚Destructor‘ als Bonustrack neu eingespielt.

Da auch die Stimme des Masterminds unverwechselbar

geblieben ist, sollten all jene Zeitgenossen,

die ihren Thrash Metal auch nach langer Zeit (also so

ungefähr seit „vier Dekaden“) bevorzugterweise ungehobelt,

rau und mit Wucht zu sich nehmen, dieses

Album in ihr Herz schließen (Interview auf Seite 22f).

https://www.facebook.com/ravenous2014

Derlei Sounds verlangen natürlich auch nach einer

entsprechend hingebungsvollen Art und Weise, mit

der diese unters Volk gestreut werden sollen. Mit

Iron Shield Records (https://ironshieldrecords.

de) hat sich ein rühriges, deutsches Label für die

Niederösterreicher gefunden, das zuletzt auch noch

einige andere Metal-Schmankerl veröffentlicht hat:

„From Us With Hate“ etwa,

das vierte Langeisen der Niedersachsen

RAVAGER. Diese

fünf Burschen haben sich vor

etwas mehr als zehn Jahren zusammengetan

und konnten ihre

Klasse schon x-fach auf deutschen Bühnen unter

Beweis stellen. Tief verwurzelt in der „alten Schule“

kredenzen uns die Jungs zum wiederholten Mal

Klänge, denen man Inspirationsquellen aus dem

Ruhrpott ebenso anhört wie solche aus der Bay

Area. Apropos: Mit einer satten Coverversion von

‚Bonded By Blood‘ runden RAVAGER ihre erneut

gelungene Vorstellung gekonnt ab.

https://www.ravager-thrash.de

Gut 20 Jahre sind die Berliner

FATAL EMBRACE mittlerweile

schon im Geschäft, mussten

jedoch nach ihrem letzten

Studioalbum „Operation

Genocide“ (2019) eine kurze,

organisatorische Pause einlegen, um mehrere

Posten neu besetzen. Das ist der Truppe jedoch

bestens gelungen, denn auf ihrem aktuellen

Dreher „Seventh Sadistic Serenade“ wirkt die

Formation nicht nur ambitioniert, sondern auch

blendend aufeinander eingespielt. Die nach wie

vor von der markanten Stimme von Dirk Heiland

geprägten Nummern vereinen klassisches Thrash-

Gebretter mit zeitgemäß sozialkritischen Texten

und kommen mit einem hohem Aggressivitäts- und

Intensitätslevel aus den Boxen. Überraschend wirkt

die Interpretation von ROSE TATTOOs ‚Nice

Boys‘, die sich jedoch gut ins Gesamtbild einfügt.

Thumbs Up!

https://www.facebook.com/fatalembraceofficial

Eher unerwartet kam 2020

die Szene-Rückkehr der

aus Brighton stammenden

HYDRA VEIN. Wie ernst

es den Herren nach ihrem

Auftritt beim „Brofest“ in jenem

Jahr war, zeigten die UK-Thrasher 2022 mit

ihrem Comeback-Album „Unlamented“, dem sie

TRAILER & MEHR

AB 16. JÄNNER NUR IM KINO

36



STROM!KREIS

GEGEN DEN STROM!

nun die EP „Perpetual Violence Machine“ nachfolgen

lassen. Wie schon in der Vergangenheit, kredenzen die

(inzwischen mit zwei Niederländern im Line-Up zur

„international“ besetzten Truppe avancierten) Briten

ihren Thrash in sehr abwechslungsreicher, von variablen

Tempi geprägter Manier, und haben mit ‚Iron Men‘ sogar

einen offensichtlichen BLACK SABBATH-Tribut-

Song aufgenommen. Bitte mehr davon (und vor allem

nicht wieder in der Versenkung verschwinden, wie damals

in den 90ern …)!

https://www.facebook.com/hydravein

Keineswegs als untätig sind die seit

2007 aktiven Sizilianer THRASH

BOMBZ zu bezeichnen, deren

Diskografie inzwischen drei

Longplayer und zwei EPs umfasst.

Mit „Bio Decay“ steht dieser Tage

das bereits vierte Langeisen am Start, auf dem der Fünfer

seine Spielfreude ebenso zur Schau stellt wie die inzwischen

erlangte Routine als Songschreiber. Aber auch was

die Texte betrifft, wird keineswegs leichte Kost geboten.

Wie es der Titel bereits verheißt, hat sich das Quintett

Gedanken zu diversesten, aktuellen Themen gemacht,

weshalb für diese Scheibe sogar SACRED REICH-

Vergleiche zulässig sind. Stark!

https://www.facebook.com/ThrashBombzOfficial

Doch nicht nur Thrash Metal-

Veröffentlichungen gibt es von Iron

Shield Records zu vermelden. Mit

„Rise Of The Immortals“, dem zweiten

Album der Turiner HOUNDS,

kredenzt man uns aktuell obendrein

auch noch ein im episch angelegten, klassischen Heavy

Metal zu verortendes Teil. Dass sich diese Burschen von

Heroen wie PRIEST und VIRGIN STEELE beeinflusst

sehen, lässt sich nachvollziehen, auch wenn die Klasse der

Referenzen logischerweise noch nicht erreicht werden kann.

Als Freund traditioneller Klänge sollte man der

Formation aber dennoch zumindest eine Chance geben.

https://www.facebook.com/houndsmetalband

Walter

THE GOOD THE BAD

AND THE ZUGLY

November Boys

(Indie Recordings)

Seit 2013 veröffentlicht die norwegische

Band The Good The Bad and

The Zugly in schöner Regelmäßigkeit alle zwei bis drei

Jahre ein neues Album. Und seit 2013 hat die Band ihren

Stil kaum verändert. Auch auf „November Boys“ bauen

sie ihre Songs auf einer soliden Punk-Basis auf.

Zusätzlich zu den einfachen Riffs und dem mehrstimmigen

Gesang streuen sie immer wieder verschiedene

Versatzstücke aus anderen Genres ein. Bei „Norwegians

Abroad“ versuchen sie sich in mehrstimmigen Gitarren.

„Dig A Ditch“ beginnt wie eine Ballade und entwickelt

sich fast zu einer Hymne. Und bei „FOMO“ kommt

zum Punk noch eine gute Portion Black Metal. Das ist

nicht verwunderlich, ist Sänger Ivar Nikolaisen doch

seit 2018 auch ein Teil von Kvelertak.

Wer die anderen Alben von The Good The Bad and

The Zugly im Regal stehen hat, sollte auch „November

Boys“ in die Sammlung aufnehmen. Wer die Band noch

nicht kennt, hat mit diesem Album die Möglichkeit, eine

interessante Band kennen zu lernen, die Punk irgendwo

zwischen Green Day (die frühen Jahre) und Dropkick

Murphys (ohne Dudelsack und Akkordeon) spielt.

https://www.facebook.com/goodbadzugly/

Christian Orou

VALFEANOR

Saturn’s Screeches

(Running Wild Productions)

Mit „Saturn´s Screeches“ feiern

VALFEANOR ihr 20-jähriges

Bestehen und vertiefen konsequent

ihren Stilwandel hin zu atmosphärisch-kosmischem

Black Metal, der hier erstmals durch den Einsatz binauraler

Beats eine zusätzliche, körperlich spürbare Ebene

erhält. Das Album gliedert sich in drei klar getrennte

Kapitel: Saturn’s Rings, Saturn’s Screeches und Saturn’s

Law, die jeweils als eigener Abschnitt innerhalb einer

übergeordneten kosmischen Reise fungieren und deutliche

stilistische Nuancen setzen.

Der Einstieg mit Saturn’s Rings eröffnet das Album

besonders spacig und experimentell – ein Kapitel,

das sofort zeigt, wie kompromisslos VALFEANOR

ihre neue Ausrichtung verfolgen. Saturn’s Screeches

ist hingegen dann mehr straightforward und rutscht

gelegentlich in den Gothic-Bereich, in Summe mehr

mein Geschmack. Der dritte Part Saturn’s Law setzt

diesen Weg stilistisch fort. Auf der CD sind noch sieben

weitere Tracks als Bonus unter dem Namen Awareness

zu finden. Insgesamt fasst die CD 17 Tracks bei weit

über einer Stunde Laufzeit. Alles in allem sicherlich

für Enthusiasten des Genres interessant. Mein Fall ist

es nicht ganz, dennoch ist es für mich aufgrund des

künstlerischen Aufwands eine 7/10.

https://valfeanorofficial.bandcamp.com/

Philipp Gaveriaux

efeiert wurde ausgiebig am 21. November diesen

GJahres, Schauplatz war „Die Neue Zukunft“ in

Berlin. Da ist der Name fast schon Programm, denn

das von Arne Gesemann gegründete Label hat sich

immer schon seine ganz eigene Vorstellung von den

Dingen an sich geschaffen und diese unbeirrt weiterverfolgt

– gegen den Strom.

Das kostet viel Kraft und setzt echte Begeisterung

voraus, das wiederum wird immer mehr zu einem

Kriterium in der Rezeption von Kunst, hier Musik im

Beispielsweise ZHAAT aus Leipzig mit „Other

Prophets“. Ein spannendes Album zwischen Post-

HC, psychedelischen Stoner-Sounds und Doom und

dann tauchen hier und da (Achtung, hinsetzen!)

orientalische Melodien auf.

Sehr eigen, sehr gekonnt.

DIRTY SOUND MAGNET hingegen sind alte

Bekannte, die mit 30.1.2026 über Tonzonen Records

ihr mittlerweile viertes Studioalbum veröffentlichen.

Alles selbstgemachte Musik, die sich im

Underground durchaus wohlfühlt.

Dirty. Magnetisch.

Ein großes Herz für Minderheiten

Noisolution begleitet das Stark!Strom ja schon seit geraumer Zeit und versorgt uns zuverlässig

mit immer neuen Entdeckungen, die wir gerne aufgreifen und präsentieren.

Und siehe da – jetzt sind sie doch tatsächlich 30 geworden – ein schönes Alter!

Speziellen, kurz gesagt: „Die Neue Zukunft“ war brechend

voll und es war ein extrem gelungener Abend.

An dieser Stelle gratuliert das Stark!Strom ganz

herzlich und freut sich mindestens auf die nächsten

30 Jahre.

Und hier einige Noisolution-Empfehlungen, bei

denen es sich immer auszahlt, reinzuhören, mag es

auch zuweilen sperrig sein oder weit weg von jeglicher

Wohlfühlzone, lohnt es sich allemal! Claudia

Ein weiteres Tonzonen-Album ist „Atom“ von

APEX TEN aus Belgien. Hiermit debütiert das Trio

und das gleich mit einer gelungenen Melange aus

Stoner, Space und Psychedelic.

Endlich Atom, das auf eine erfreuliche Weise explodiert.

WEREWOLF ETIQUETTE hingegen sind ein gutes

Beispiel dafür, wie es klingt, wenn alte Freunde

wieder miteinander musizieren, in diesem Fall

MOTHER TONGUE-Frontmann, Sänger und Bassist

Davo Gould mit Geoff Haba, Mitbegründer selbiger.

„s/t“ heißt die hervorragende Debüt-EP – da ist der

Ausdruck „Sideproject“ fast schon zu schade.

www.noisolution.at

38 39



STROM-SCHMIEDE

TRÜFFELSCHWEINCHEN of

Wärmstens ans Herz legen möchte ich Euch

„The Dead Don’t Run“ (Eigenproduktion)

von den Belgiern SANITY’S RAGE. Zum

einen, weil Belgier ihre, in über 20

Bandjahren erlangte Erfahrung gekonnt in

den zehn Songs integrieren konnten. Und

zum anderen, weil es den Jungs erneut gelungen

ist, eine abwechslungsreiche

Thrash-Melange aus Aggression, anspruchsvoller

Technik, Spielfreude und

Hooks zu kredenzen. Chapeau!

https://www.facebook.com/SanitysRage/

Ein überaus hörenswertes Werk haben auch

die Norweger ZEBULON abgeliefert. Der

Fünfer hat sich gediegenen Lava-Sounds

verschrieben und offeriert auf seinem ersten

Langeisen „Come Day Of Reckoning“

(Apollon Records) gleichermaßen knallharte

wie tiefschürfende Doom Metal-Epen.

Gesondert hervorgehoben muss aber definitiv

die emotionsgeladene, von verzaubernd

bis verbittert klingende Stimme von

Frontmann Kristian Nessa werden.

Gänsehaut!

https://www.facebook.com/ZebulonNOR/

Vom variantenreichen Gesang von Jean-

Pierre Abboud, noch mehr aber von der

abwechslungsreichen Mixtur, aus der 70er-

Prog Rock (z.B. frühe RUSH) ebenso herauszuhören

ist wie traditioneller 80er-Metal,

lebt „Time Out Of Place“ (Ocula Records),

das zweite Album der kanadisch/USamerikanischen

Formation SYRINX. Der

Vierer mag zwar optisch einen seltsamen

Eindruck hinterlassen, die Farbpracht des

Covers und die Musik der Burschen haben

es aber definitiv in sich.

https://www.facebook.com/SyrinxAstralBand/

UNENTDECKTE SCHÄTZE VOR JAHRESENDE

Kurz vor dem Jahreswechsel werden traditionellerweise allerlei „Bestenlisten“ veröffentlicht.

Das ist okay und darf auch gerne so sein. Da jedoch auch kurz vor dem Jahresende noch jede Menge Veröffentlichungen

darauf warten, überhaupt erst einmal entdeckt zu werden, widme ich mich einmal mehr jener Kategorie:

aus Osaka stammenden Jungs von BLAZE.

Die Truppe schien zwar in der Versenkung

verschwunden, kann aber locker an ihr

selbstbetiteltes Debüt von 2007 anknüpfen.

Die Asiaten lassen uns einmal mehr

hören, dass sie mit Szenegrößen wie den

SCORPIONS, RAINBOW oder MSG nicht nur

sozialisiert wurden, sondern diese auch

immer noch verehren. Das ist nicht nur auf

dem ausgeprägt melodiösen Spiel von

Gitarrist Hisashi Suzuki anzumerken, sondern

auch dem überraschend akzentfreien

Gesang von Wataru Shiota, der vor allem in

den getragenen, balladesken Tracks an den

jungen Gary Barden denken lässt. Keine

Frage, hier zelebriert man auch anno 2025

förmlich die Verehrung von „alten Meistern“

aus dem fernen Europa.

https://blazeosakajpn.ninja-x.jp/

Ein ausgeprägter Hang zu vergangenen

Tagen ist auch dem aus Melbourne stammenden

Trio FLITCRAFT anzuhören. Vor

fünf Jahren erst aus der Taufe gehoben,

offerieren die Jungs auf „Transmission

Echo“ (Pitch Black Records) eine in sich

stimmige Mixtur, die Einflüsse früher YES

ebenso offenbart wie Uralt-UFO und diverse

Spät-70er-Metal-Protagonisten. Dass

der Sound dabei dennoch keineswegs altbacken

klingt, spricht ebenso für diese

Australier, wie ihre Kompetenz, Space Rock

auf zeitgemäße Weise zu intonieren.

https://www.facebook.com/flitcraft.aus

WARLORD und frühe MANOWAR nun ebenso

an wie jene für BATHORY und MERCYFUL

FATE.

https://www.instagram.com/fates.hand/

In eine ähnliche Kerbe schlagen auch die

Portugiesen LADON HEADS, die mit „Steel

For Fire“ (Lost Realm Records) ein gleichermaßen

rohes wie tiefschürfendes Debüt

abliefern. Dass sich die Jungs in erster Linie

von CIRITH UNGOL, MANILLA ROAD und

OMEN inspiriert fühlen, hört man den sieben

brandneuen Tracks ebenso an wie den

beiden älteren Demo-Songs, die als Bonus-

Material auf der Scheibe verewigt wurden.

https://www.facebook.com/p/Ladon-Heads-61557457173172/

Eine stilistisch völlig andere Richtung

schlagen die Chilenen ARMOURED

KNIGHT ein. Doch speziell im Hinblick auf

die Glanzzeit ihrer Inspirationsquellen sollten

traditionsbewusste Banger auch mit

„The Quest For The Sacred Melody“ (Dying

Victims Productions) ihre Freude haben.

Schließlich lassen sich neben frühen

SAVAGE GRACE, SORTILEGE und alten

HELLOWEEN auch diverse RAGE-Klassiker

heraushören. Ein Test auf der Bandcamp-

Seite (wo es auch jede Menge älteres

Material zu hören bzw. erstehen gibt) wird

euch überzeugen!

https://www.facebook.com/armouredknightchile

Der imposante Entwicklungsprozess, den

die aus Cleveland, Ohio stammende Power

Metal-Horde MEDALYON von frühen

Demoaufnahmen bis zum zweiten (und

leider auch letzten) Longplayer durchwanderte,

lässt sich anhand der (soundtechnisch

gelungen überarbeiteten und um

rares Fotomaterial im Booklet erweiterten)

Neuauflage von „In The Test Of Time“

(Arkeyn Records) nachvollziehen. Die bereits

zum ursprünglichen Veröffentlichungs

zeitpunkt des Albums 1999 getätigten

Vergleiche zu Größen wie den frühen

SAVATAGE haben immer noch ihre

Berechtigung. Den beiden, nun erstmals

offiziell veröffentlichten Demos aus den

Jahren 1988 und 1992 hört man indes an,

dass die Jungs erst ihre Gangart finden

mussten. Coole Sache, weil das vergriffen

geglaubte Album nun völlig unerwartet

wieder verfügbar ist!

https://steelgallery.com/metal-store/product/medalyon-in-the-test-of-time-cd-pre-order/

Of Anguish“, das 2003 für ein ähnlich zufriedenes

Gurren in der Prog-Metal-

Gemeinde sorgte, wie aktuell CEA SERIN.

Das Frühwerk, sprich die beiden Demos aus

den Jahren 1996 und 1997, klang zwar

noch nicht ganz so anspruchsvoll, eine

Anschaffung der auf Silberling kompilierten

Tracks (in einmal mehr überaus edel

aufgemachter Sammler-Edition) ist für

Proggies aber dennoch empfehlenswert.

https://www.facebook.com/PowerOfOmens

Zu den größten Überraschungen dieses

Veröffentlichungsjahres zählt für mich der

Umstand, dass die aus San Francisco stammenden

THOUGHT CHAMBER mit „Myst

Of Lyriad“ (Lion Music (Digital) / Arkeyn

Steel Records (CD, inkl. drei Bonus-Tracks!)

ein neues Album aufgenommen haben. Da

seit der letzten Scheibe „Psykerion“ (sprich,

seit über einer Dekade!) so gut wie nichts

mehr von dieser Formation zu vernehmen

war, sei angemerkt, dass ENCHANT-

Frontmann Ted Leonard nicht mehr dabei

ist. Mastermind Michael Harris (u.a. auch

DARKOLOGY) konnte mit dem aktuellen

CRIMSON GLORY-Fronter Travis Wills,

Mikro-Multi-Tasker John Jaycee Cuijpers

(u.a. PRAYING MANTIS) und Devon Graves

jedoch überaus kompetentes Personal rekrutieren.

Das Ergebnis erweist sich als rundum

durchdacht arrangiertes und bis ins

kleinste Detail ausgeklügeltes Prog-Metal-

Opus. Sollte Fans von THRESHOLD und

SHADOW GALLERY ebenso ansprechen, wie

Huldigern von FATES WARNING und sämtlichen

Formationen mit Devon am Mikro.

https://www.facebook.com/ThoughtChamber

Als echte „Wundertüte“ erweist sich die

4-CDs umfassende Box „Beware The Blade

– Classic, Rare & Unreleased 1983-2025”

(Dissonance Records) aus dem Hause

TOKYO BLADE. Neben zwei Tonträgern,

auf denen die essentiellsten Songs der über

40-jährigen Bandhistorie enthalten sind,

gibt es einen bis dato unveröffentlichten

Live-Mitschnitt vom Auftritt der Briten

beim legendären „Earthquake“-Festival in

den Niederlanden im Jahr 1984 zu hören.

Noch spannender dürfte sich für Fans aber

die von Bandchef Andy Boulton kuratierte,

14 Songs umfassende Compilation erweisen,

auf der bislang ausnahmslos unveröffentlichte

Songs aus dem Bandarchiv zu

hören sind. Ein MUSS!

https://www.tokyoblade.com/

Aus der florierenden Szene in „Down Under“

Mittlerweile wohl überhaupt nicht mehr

stammen auch FATE’S HAND, die mit

auffindbares Material beinhaltet „Demo

„Steel, Fire & Ice“ (Dying Victims Productions)

Days“ (Arkeyn Steel Records) von den texa-

ihr erstes Langeisen präsentieren.

nischen Proggies POWER OF OMENS. Den

Seit ihrer selbstbetitelten 2021er-Debüt-

Burschen war weder in den späten 90ern

EP zwar zum Duo geschrumpft, hat der

mit „Eyes Of The Oracle“ der Durchbruch

Als überraschend farbenfroh erweist sich

Anteil an erhabener Epik aber nichtsdestotrotz

(trotz Interviews in einschlägigen, inter-

auch „Out Through The Door“ (No Remorse

deutlich zugenommen. Fazit: Man

nationalen Presse-Organen wie etwa dem

Records), das zweite Studiolangeisen der

merkt den Protagonisten ihre Vorliebe für

„Marterpfahl“) vergönnt, noch mit „Rooms

by Walter

40 41



SCHWARZ!STROM

standen wäre. Was sich 32 Jahre später mit dieser

exzellenten Platte kompensieren lässt. Neben

bewährter musikalischer Expertise und coolen

Farben überzeugt das modern-präzise, heiß-kühle

Klangbild, das auf Vinyl optimal zur Geltung

kommt. Keineswegs bloß in der grauen Theorie.

Klangkultur für Hörer.

Vinyl only

by Christian Prenger

AUSTRIAN

UNDERGROUND

Seit Langem wieder mal ein paar

kurze Berichte von mir über Underground

Bands, die unsere Heimat verschönern.

STARK!E SCHWARZE

42

ASPHYX

Crush The Cenotaph

(Supreme Chaos Records/

Red Flame Distribution)

Licht ist die Antithese zum Verborgenen, Licht

fällt durch diese Wiederveröffentlichung auf ein

fast vergessenes Old School-Klassewerk. Jene EP

von 1992 liefert wuchtigen doomigen Death

Metal und kann wieder käuflich auf Vinyl erworben

werden. Neben einer auf 200 Stück limitierten

Goldauflage oder Alternativen wie „Bloody

Wood“ finden sich weitere Farbausführungen

exklusiv im Shop des Labels. Eine sinnvolle

Rückschau, ein erhellendes Licht.

JOHN COLTRANE

A Love Supreme / Mono Edition

(Impulse Records/Universal Music)

Es ist ein Leuchtturm der Jazz-Evolution,

ein visionärer Geniestreich des Saxofonisten,

eingespielt 1964. Fünf Dekaden später existiert

wieder eine Mono-Schallplatte, gepresst

auf 180 Gramm, gemastert von den analogen

Originalbändern. Damit darf dann der „Was tönt

besser“ - Vergleichsdiskurs starten. Subjektiv gesehen

liefert jene Version noch mehr Intensität

und räumliche Kompaktheit. Ob ein oder zwei

Kanäle: Solche Liebe hält für alle Zeiten.

CORONER

Dissonance Theory

(Century Media/Sony Music)

Dieses Comeback eröffnet einen zweiten

Bildungsweg. Coroner haben

einst bedingt jene Resonanz geerntet,

die den Pionieren für progressiven

Thrash-Metal zuge-

DAVID GILMOUR

The Luck And Strange Concerts

(Sony Music)

Gilmour bleibt ein Ausnahmekönner für die

Transformation von Gitarrensaiten in nachhaltige

Emotionsbeschleuniger. Jetzt liefert der ehemalige

Pink Floyd-Musiker eine Live-Bestandsaufnahme

seines Qualitätslevels. Jene feine und würdige Box

reflektiert auf vier Scheiben seine Tour im Jahre

2024. Die hochwertigen Aufnahmen klingen

sensitiv, facettenreich, bodenständig, kompakt.

Verwandelt jedes traute Heim sofort zu einer imposanten

Konzertdestination.

CHARLES LLOYD

Figure In Blue

(Blue Note/Universal)

Jedes Album des Saxofonisten inkludiert eine unsichtbare

Frischhaltefolie. Über viele Dekaden

umkurvt die Jazz-Legende alle Trägheitsmomente,

sein aktuelles Trio-Opus hält auf bewährte Weise

strikte Distanz zum künstlerischen Ablaufdatum.

Das Fertigungsniveau dieser Doppel-LP in

schwarzer sowie roter Auflage zählt ebenfalls zur

Oberliga: Stilsicheres Design, Klappcover,

ausgefeilte Produktion, ausgewogener

Sound mit gehöriger

Dynamik. True Blue.

QUEEN

A Night At The Opera

(EMI/Universal Music)

Denkmalpflege gehört im Musikgeschäft zu den

kulturell-kommerziellen Elementarfunktionen.

Damit avanciert das 50-Jahre-Jubiläum zum perfekten

Anlass, um exakt den Klassiker zu vitalisieren,

der eine stilistische Reformation von

Queen markierte. Clear Vinyl plus Klappcover

werden geboten, die optische Ausführung dieser

Edition ist royal gelungen. Der Sound wiederum

überzeugt durch Kraft plus hohe theatralische

Vehemenz. Große monarchische Oper.

WINGS

Wings

(Capitol/Universal Music)

Der Hitflieger stand bereit. Nach dem Beatles-

Schlussakkord startete Paul McCartney seine

neue Band und verzeichnete ab 1971 einen

Höhenflug. Akustisch skizziert ist ihre Karriere

nicht nur auf der Ausgabe mit einer LP. Das erweiterte

limitierte Set punktet auch mit drei farbigen

Tonträgern und 32-Seiten-Booklet. Jene

ansehnliche Variante inklusive Poster sollte Fans

Zusatz-Adrenalin bescheren. Das Abspielgerät

darf jetzt abheben.

SPECIAL:

Ikonenemotionsdokument

Ewige Strahlkraft umhüllt das Schaffen dieser Ikonen.

Was lässt sich noch viel über die Beatles erzählen, jenes Larger than life-

Phänomen, das die Musikwelt neu definiert hat. Hörbeweise auf 191 Tracks liefert

„Anthology Collection“: Diese limitierte Box umfasst 4 x 3 LPs, bestehend aus Hits,

Radioaufnahmen, Studio-Outtakes, neuen Mixes oder Demos. Vier Bilder in

speziellen Kuverts sind Zugaben jener eindrucksvollen dokumentarischen

Huldigung. Eine kreative Wundertüte, prall gefüllt mit endlosen Emotionen.

Dissemination

Wiener Symphonic Band, die seit 2022 jedes Jahr

eine Single veröffentlichten. Besonders angetan bin

ich von dem Lied „End Of Time“.

Eine frische neue junge Band, die versteht, wie sich

Symphonic Metal anhören muss. Geile Melodien,

die sich einprägen und eine weibliche Stimme mit

viel Kraft und Emotionen. „Wie Will Rise“, das erste

Musikvideo ist 2025 erschienen, die erste EP „Pain“

wurde im Oktober desselben Jahres veröffentlicht.

Normalerweise liebt meine gottlose Seele Black

Metal, aber bei dieser Band fängt selbst mein Herz

schneller zu schlagen an. Hier hören wir eine neue

Band, die sich langsam emporkämpft und melodischen

Metal aus Österreich in die Welt verbreitet.

Ruin Rising

Tiroler Symphonic Deathcore, seit 2023 ist diese

Band aktiv und jetzt starten sie so richtig durch.

Nach ein paar Singles haben sie auch ihre erste CD

herausgebracht, „Kingdom of Misery“ heißt das gute

Teil. Die Stimme des Sängers könnte euch bekannt

vorkommen, er ist nämlich auch der Sänger von

„Embrace the Fire“, Metal Core aus Tirol.

Ruin Rising spielten schon am „Aaargh Festival“

und brachten somit österreichischen Core nach

Deutschland. Typische Deathcore Breakdowns

© Privat

mit Symphonic Elementen, ein wirklich spezieller

Ohrenschmaus, der euch hier geboten wird.

Diese Band bringt mich vielleicht auch noch dazu,

Deathcore-Fan zu werden. Unbedingt reinhören!

Draugr

Black Metal aus Kärnten - langsam erobert diese

Band die Black Metal-Szene in Österreich. Alles, was

man sich von einer Black Metal wünschen kann,

wird hier vereint.

„Unter Yggdrasils Schatten“ ist die erste CD der Band,

hier findet man 6 lange dunkle schnelle Lieder,

die dich im Winter bestimmt aufwärmen werden.

Geile Riffs, ranzige Stimme und Blastbeats, die den

Untergang der Welt einläuten. Die deutschen Lyrics

machen das Album noch interessanter.

Blutbad - „Ihr Blut als Opfer für unsere Götter, ertränkt

sie im ewigen Blutbad“. Welches metallische

Herz schmelzt nicht dahin bei so viel Poesie?

Draugr, definitiv eine Neuentdeckung aus Kärnten.

Below Babylon

Breakdowns, melodische Riffs und tiefe Growls,

das ist die Deathcore Band Below Babylon aus Rust.

Textlich sind sie auf die Stadt Babylon im Irak und

die Zerstörung der Welt durch Religion fixiert.

Was mir hier extremst gefällt, ist der brutale tiefe

Gesang von Sänger Jakob.

Na Serwas, der Hund singt geil! „Hellfire“ hat es mir

besonders angetan, es ist sehr melodisch und mit

der tiefen Stimme bekommt es eine gewisse Härte.

Lauscht also den Deathcore-Klängen auf der EP

„Abandoned Kingdom“.

Und seht euch das Musikvideo „Kingdom“ auf

Youtube an.

Für mehr

Austrian Metal:

metal_xes:

Instagram / Youtube /

Spotify

Jeden DO / FR 20 Uhr

Laut.fm

Euer Mario „Ragnar“ Glöckl

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46

SCHLUSSAKKORD

Liebe Stark!Strom-Redaktion,

zunächst einmal DANKE für die zugesandten Stark!Strom-Magazine,

die für mich immer mehr an Stellenwert gewinnen und genau deshalb

möchte ich ein paar Gedanken mit euch teilen.

KI-Musk überschwemmt gerade das Netz und was in elektronischen

Genres vielleicht kaum der Rede wert sein mag, fühlt sich im handgemachten

Rock und Metal doch eher ein wenig nach Seuche an. Was

ist echt, was kommt aus der Konserve? Gibt es diese oder jene Band

überhaupt? Wer nach „echten“ neue Acts Ausschau hält, steuert aktuell

gerade in eine KI-Nebelwand.

Übersättigt und angenervt von fragwürdigen „Newcomern“, die momentan

wie Pilze aus dem Boden zu schießen scheinen und verdächtig

oft nach Plastik klingen, lobe ich mir doch euer Magazin, mit echten

Redakteur:innen und echten Bands. Da weiß man doch wenigstens

noch, was man hat! BÄÄÄM… und da ging mir ein Licht auf.

Was, wenn es nicht nur mir so geht? Was, wenn Echtheit und Exklusivität

das neue Gold im KI-Wahnsinn werden? Analoge Magazine könnten

ein Revival erleben „Wenn du da reinguckst, siehst du nur echte Bands“,

könnte die Message lauten.

Das Smartphone mal zur Seite legen, offline gehen und in Ruhe durchs

Stark!Strom „blättern“ und richtige Bands entdecken, wie früher, als

die Musik noch aus dem Radio und dem Plattenladen kam, echt und

authentisch, ganz ohne KI.

Vielleicht hat das Ganze ja auch etwas Gutes, für euch, fürs Stark!Strom,

für Leute, die noch mit Leuten reden, die selber schreiben und echte

Storys drucken. Ich denke, dass es künftig einen Bedarf für „Echtheit“

geben wird! In diesem Sinne wünsche ich euch schon mal vorsorglich

eine schöne Weihnachtszeit!

Liebe Grüße!

Seit Längerem wieder mal ein LESERBRIEF

und dann gleich einer, der´s echt in sich hat:

Wir verlosen drei

STARK!STROM T-Shirts.

Schreibe uns ein Mail mit dem

Betreff „STARK!STROM Shirt“

an strom@starkstrom.live.

Nicht vergessen: Größe angeben!

Einsendeschluss: 31. Dezember 2025

Andy von PSΨCH

Viel Glück.

neu!

STARK!STROM Merchandise

www.starkstromshop.myspreadshop.at

stark! und gratis:

Unser Mag liegt in vielen Clubs und

Stores gratis auf (eine Liste findet ihr

unter www.starkstrom.live),

wird euch aber auch gerne ins Haus

geschickt (+ Versandspesen),

bei Interesse einfach Mail an

strom@starkstrom.live

starkstrom_magazin

StarkStromMag

IMPRESSUM /

Offenlegung gem. Gesetz:

Stark!Strom – das neue

österreichische Rock & Metal Magazin

Medieninhaber:

Stark!Strom, Claudia Jusits,

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Herausgeberin:

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Chefredaktion:

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Redaktion:

Anita Petzold, Claudia Jusits, Christine Cizek,

Walter Scheurer, Willi Winter,

Christian Prenger, Manuel Dauböck, Mansn,

Florian Meingast, Patrick Meerwald,

Anna Otto, Sabina Lorenzetto,

Luna Niederberger, Charles Steiner,

Thomas Hutterer, Stefan Mair,

Christian Orou, Bernhard Weber,

Celia Woitas, Althea Karoline Müller,

Andi Appel, Hannes „El Froas“ Trummer

Lektorat:

Claudia Jusits

FOTOS:

Falls nicht anders angegeben, handelt es

sich um uns zur Verfügung gestelltes Promotionmaterial

der Künstler und Firmen.

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STARK!STROM #44

erscheint am 27. märz 2026

In Wien auf UKW 101,6 & 104,6

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