ChefHeads-Club-Magazin#08/25
ChefHeads Magazin, ChefHeads Sonderausgabe Dezember, Gastronomie Magazin, Food Magazin für Profis, Julius Persoone, Chocolatier, Patisserie Innovation, Mehrwertsteuer Gastronomie, 7 Prozent Mehrwertsteuer, Koch des Jahres 2025, Patissier des Jahres 2025, Geflügel Warenkunde, Peking Ente, Guide Michelin, Michelin Trauben, Fine Dining, Hospitality Magazin
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Nr.8 - Dezember 2025 ISSN 1859-8573
ChefHeads
Food and Journey
SIGNATURE DISHES - STARCHEFS - INTERVIEWS - REPORTAGEN
Julius Persoone
Forscher unter den Chocolatiers
Top-Thema
7 % ODER STERBEN ?
Der große Mehrwertsteuer-Poker
um die Zukunft der Gastronomie
SONDER
Geflügel
alles ausser Weihnachtsgans
- Warenkunde -
Peking Ente
AUSGABE
WWW.CHEFHEADSMAGAZIN.DE
Contents Dezember 2025
6 | News & Aktuelles:
Branchen-News
26 | Neues vom Michelin
Der Guide MICHELIN entdeckt den Wein
32 | Event-Rückblick:
Koch des Jahres & Patissier des Jahres 2025
48 | Titelstory
Julius Persoone | Portrait des Patissiers
54 | Köpfe & Geschichten:
Iginio Massaro | Ehrenpräsident
des Coupe du Monde de Pâtisserie
62 | Köpfe & Geschichten:
Julius Dechenaud - Chocolatier
68 | Reportage:
Agrimontana| Patisserie-Bedarf
76 | Reportage | Warenkunde:
Peking Ente
82 | Reportage | Warenkunde:
Geflügel außer Weihnachtsgans
90 | Neues aus der Hauptstadt:
Mengling Tang – Restaurant Peking Ente Berlin
90
102
118 | Neues aus der Hauptstadt
NYX Hotel übernimmt Kristof Mulack die Küche
102 | Neues aus der Hauptstadt:
Moon Exquisit | Dry-Age-Ente
124 | Neues aus der Hauptstadt:
Sake-Pairing in der Japanischen Botschaft
142 | Redaktionelles:
Impressum | Themen & Termine 2026
124
Titelfoto Julius Persoone von: © Emily
Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Mitglieder, liebe Partner
und Freunde,
das Jahr neigt sich dem Ende zu – die Adventszeit ist da, die
Küchen duften nach Gewürzen, und überall wird auf Hochtouren
gearbeitet, um den Gästen besondere Genussmomente zu
schenken. Während draußen die Lichter erstrahlen, blicken wir auf
ein bewegtes und inspirierendes Jahr in der Gastronomie zurück
– voller Leidenschaft, Kreativität und unermüdlichem Einsatz.
Zum krönenden Abschluss dieses Jahres stand ein echtes
Highlight auf dem Programm: das Finale von „Koch
des Jahres“ und „Patissier des Jahres“ 2025 in Essen. Wir
waren vor Ort und berichten über beeindruckende Leistungen,
Emotionen und die Sieger, die mit Mut, Präzision
und Geschmack auf höchstem Niveau überzeugt haben.
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Unsere Titelstory widmet sich diesmal Julius Persoone, einem
Ausnahmetalent mit belgischen Wurzeln, der mit innovativer
Handschrift und klarem kulinarischem Konzept neue Maßstäbe
setzt. Ein Portrait über Leidenschaft, Handwerk und den Mut,
Dinge anders zu denken. Ein weiteres Thema, das in dieser Ausgabe
für besondere Akzente sorgt, sind die Sake-Weeks in Berlin
– ein Event, das eindrucksvoll zeigt, wie japanische Genusskultur
auf kreative Weise in die deutsche Gastronomie Einzug hält.
Außerdem stellen wir das Hotel NYX vor, das mit seinem neuen
Küchenchef Kristof Mulack frischen Wind und spannende Ideen
in die Hauptstadt bringt. Darüber hinaus erwarten Sie weitere
aktuelle Themen, Einblicke und Neuigkeiten aus der Gastro-Szene
– sowie unser Buchtipp für den Weihnachtsgabentisch,
perfekt für alle, die Genuss auch verschenken möchten.
Zum Jahresausklang möchten wir uns bei allen bedanken, die die
Branche mit Leidenschaft, Offenheit und Zusammenhalt durch
ein herausforderndes Jahr getragen haben. Lassen Sie uns mit
Zuversicht und neuer Energie in das kommende Jahr blicken –
bereit für alles, was die Gastronomie von morgen bereithält.
Mit kulinarischen Grüßen,
und eine genussvolle Weihnachtszeit!
Guido Fritz
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SAVE THE DATE
Von Profis für Profis
Food & Concept Court
Im Restaurant am Wasser
Den Food & Concept Court finden Sie zwischen den Hallen 1, C2, 3 und 4, mit der ganzen Kompetenz rund
um Food und Küchentechnik und der NewFoodX bzw. dem Congress-Center.
CHEFHEADS-MAGAZIN
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Exklusive Einladung
Charity-Küchenparty im UNVERHOFFT
Ein Abend voller Genuss, Leidenschaft und Herz: Am 25. Januar 2026 ab 16.30 Uhr lädt Patrick Hoff in sein
Restaurant UNVERHOFFT in Gelsenkirchen zur Charity-Küchenparty zugunsten der Stiftung KinderHerz ein.
Sechs Spitzen- und Sterneköche aus NRW verwandeln das Restaurant in eine kulinarische Bühne der besonderen
Art – und das für einen guten Zweck.
An mobilen Kochstationen bereiten die Köche live vor den Gästen jeweils einen eigenen Gang zu – kreativ, saisonal und mit einer ordentlichen
Portion Herzblut. Die Gäste dürfen den Profis über die Schulter schauen, ins Gespräch kommen und natürlich genießen.
LOCATION | Ort
25. Januar 2026
16:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Ort
Restaurant Unverhofft
im Golfclub Haus Leythe
Middelicher Straße 72
45891 Gelsenkirchen
Tel. 0209 / 77390
E-Mail: info@unverhofft.de
Web: www.unverhofft.de
Wir freuen uns auf Sie!
• Herbert Brockel
• Tobias Schlimmbach
• Philip Rümmele
• Sönke Höltgen
• Salvatore Bella
• Paul Bednarczyk
• Patrick Hoff
Sichern Sie Ihre Teilnahme für 159 € pro Person.
Ordern Sie Ihr Ticket bequem online https://www.unverhofft.de/eventkalender
Fragen? Ihre Ansprechpartnerin bei der
Stiftung KinderHerz ist Sylvia Paul
0201 865 831 0
s.paul@stiftung-kinderherz.de
Der Reinerlös – mindestens 59 € je Ticket – Wenn Sie mehr über unser
Projekt zur Anschaffung von Defibrillatoren in Kindergärten und Schulen
erfahren wollen, können Sie mich jederzeit anrufen. Gern erkläre ich Ihnen,
was Ihre Spenden bewirken und welche Projekte die Stiftung KinderHerz
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Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass während dieser Veranstaltung fotografiert und gefilmt wird. Das Bildmaterial wird im Zuge unserer Öffentlichkeitsarbeit
eventuell in Print- und Onlinemedien veröffentlicht sowie auf unseren Social-Media-Kanälen und den Kanälen Dritter. Sollten
Sie es nicht wünschen, gefilmt oder fotografiert zu werden, auch im Hintergrund, wenden Sie sich bitte vor Beginn der Veranstaltung per E-Mail
an n.mees@stiftung-kinderherz.de oder direkt an den Veranstalter.
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7 % ODER STERBEN ?
7 % ODER STERBEN?
Der große Mehrwertsteuer-Poker um die Zukunft
der Gastronomie
Von Hoffnung, Frust – und der Frage, ob Politik versteht, wie Essen heute wirklich funktioniert.
Freitagabend, 19:48 Uhr.
Das Restaurant ist ausgebucht, die Weinkühler gefüllt, die Kühlhäuser voll. In der Küche zischeln
Pfannen, Teller klappern, der Pass läuft heiß. Und dennoch steht Inhaber Marco Lenz
im Büro und kalkuliert mit sorgenvoller Miene.
„Wenn die Umsatzsteuer auf 19 Prozent bleibt, verdiene ich heute faktisch an jedem zweiten
Gast nichts“, sagt er – und schiebt seinen Taschenrechner zur Seite. „Und trotzdem
kommen alle nur wegen uns überhaupt in diese Stadt.“
Lenz betreibt ein gut laufendes, modernes Restaurant in einer süddeutschen Mittelstadt.
120 Plätze, ausgebucht an den Wochenenden, solide Bewertung. Noch vor fünf Jahren wäre
das ein Traumbetrieb gewesen. Heute kämpft er ums Überleben.
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TOP - THEMA
Was ihn – und tausende Kolleginnen und Kollegen – aktuell umtreibt, ist eine Zahl:
7 % Prozent.
So hoch war während der Corona-Pandemie der ermäßigte Mehrwertsteuersatz auf Speisen
in der Gastronomie. Er lief Ende 2023 aus, inzwischen gelten wieder 19 Prozent. Nun verspricht
die Bundesregierung – unter massivem Druck der Branche – eine Rückkehr zur Ermäßigung.
Doch noch ist nichts entschieden. Bundesländer bremsen. Finanzminister rechnen. Koalitionspartner
streiten. Die Uhr tickt – und in der Branche wächst das Gefühl, wieder einmal
Spielball der Politik zu sein.
Die Steuerfrage ist kein Luxusproblem –
sie ist eine Existenzfrage
Was für Außenstehende klingt wie eine Detaildebatte, ist für Gastronomen knallharte Realität.
Ein einfaches Rechenbeispiel:
Menüpreis: 30 Euro brutto
Bei 19 % MwSt. bleiben: 25,21 Euro netto
Bei 7 % MwSt.: 28,04 Euro netto
Differenz: fast 3 Euro pro Gast.
Bei 80 Gästen am Abend sind das über 200 Euro Unterschied. Hochgerechnet auf ein Jahr:
mehr als 70.000 Euro – bei einem Betrieb mittlerer Größe.
Und diese 70.000 Euro sind exakt der Betrag, der heute über:
• Einstellung oder Nicht-Einstellung von Personal,
• Renovierungen oder Stillstand,
• Qualität oder Kompromisse
entscheidet.
„Gastronomie lebt von Margen von zwei bis fünf Prozent“, erklärt Betriebsberater Thomas
Weber. „Alles darüber ist Wunschdenken. Alles darunter ist Insolvenz.“
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7 % ODER STERBEN ?
Preisexplosion trifft auf Preissensibilität
Die Situation verschärft sich durch den massiven Kostenanstieg der vergangenen Jahre:
• Lebensmittelpreise: +20–30 %
• Energie: +40–60 %
• Personal: steigende Mindestlöhne und Zuschläge
• Mieten: vielerorts zweistellige Steigerungsraten
Gleichzeitig haben Gastronomen die Preiserhöhungen nur teilweise an Gäste weitergegeben.
Die Angst: Der Besuch im Restaurant könnte endgültig zum seltenen Luxus werden.
Das Ergebnis?
Die kalkulatorischen Kosten steigen schneller als die Verkaufspreise – und drücken Margen
bis zum Nullpunkt.
Marco Lenz macht kein Geheimnis daraus:
„Wir müssten heute eigentlich deutlich teurer sein – aber das akzeptiert der Markt nicht
mehr. Die Leute vergleichen online, bestellen weniger Gänge, trinken nur noch ein Glas Wein
statt einer Flasche.“
„Die Gäste glauben, wir setzen uns die Preise einfach selbst“
Viele Gäste verstehen bis heute nicht, weshalb Restaurantbesuche teurer geworden sind –
oder warum die Preise nicht wieder sinken, nachdem Energiepreise langsam nachlassen.
„In den Kommentaren liest man ständig: Die wollen halt abkassieren“, sagt Lenz bitter. „Aber
von Abkassieren ist hier gar nichts.“
Dabei wird oft übersehen:
• Gastronomen zahlen volle MwSt. auf Getränke, egal ob 7 % kämen oder nicht.
• Sie tragen sämtliche Preissteigerungen selbst vor.
• Viele arbeiten heute mit Stundenlöhnen unter der eigenen unternehmerischen Vergütung.
Kurz gesagt:
Die Betriebe werden zu oft als Preistreiber wahrgenommen – dabei kämpfen sie selbst um
Luft zum Atmen.
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TOP - THEMA
Die Branche ist gespalten
So eindeutig, wie es von außen wirkt, ist die Diskussion innerhalb der Gastronomie nicht.
Während viele Wirte die Steuersenkung als letzte Rettung sehen, gibt es auch kritische
Stimmen:
Die Reformer
„Eine Steuersenkung stopft nur Löcher, löst aber keine strukturellen Probleme“, sagt Systemgastronomin
Sabine Richter.
Ihre Meinung:
• Das Geschäftsmodell Gastronomie habe sich massiv verändert.
• Wer heute erfolgreich sein wolle, müsse radikal effizienter arbeiten.
• Digitalisierung, klare Konzepte, kleineres Menü – statt politischer Subvention.
Die Pragmatiker
Andere sagen: „Bevor wir über Transformation reden, müssen wir erst leben dürfen.“
Denn Transformation kostet Geld – und genau dieses fehlt.
Personal als größter Kostenblock – und größtes Risiko
Besonders dramatisch zeigt sich der wirtschaftliche Druck beim Thema Personal.
„Wir zahlen höhere Löhne denn je – verdienen aber weniger denn je“, erklärt Hotelier Sarah
Behrens.
Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel groß:
Servicekräfte wechseln in besser planbare Branchen, Köche verlassen den Beruf ganz.
Die Branche steckt in einem Paradox:
• Höhere Löhne notwendig, um attraktiv zu bleiben
• Preisgrenzen beim Gast verhindern Gegenfinanzierung
Die Mehrwertsteuer wird hier zum Hebel:
Mit der Ersparnis könnten Betriebe:
• bessere Planstellen schaffen,
• Ausbildungsvergütungen erhöhen,
• Arbeitszeiten flexibler gestalten.
Bleibt sie aus, drohen weitere Einschnitte – bis hin zu verkürzten Öffnungszeiten oder Betriebsschließungen.
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7 % ODER STERBEN ?
„7 % – und dann?“
Eine entscheidende Frage lautet: Würde die Branche bei 7 % wirklich günstiger werden?
Kritiker aus Politik und Verbraucherschutz zweifeln das an. Sie argumentieren:
„Die Betriebe würden die Einsparungen nicht an Gäste weitergeben.“
Die Antwort aus der Praxis:
Teilweise stimmt das – teilweise nicht.
Realistisch betrachtet würden 7 %:
• Preissteigerungen stoppen,
• einzelne Gerichte günstiger machen,
• vor allem aber Insolvenzen verhindern.
Die Wahrheit: Viele Betriebe könnten bei 7 % gerade einmal ihre Verluste ausgleichen – nicht
massenweise Preise senken.
Eine Insolvenzwelle im Schatten
Während Politik streitet, verschwinden Betriebe – leise und meist unbemerkt.
2025 meldeten hunderte Restaurants Insolvenz an oder gaben freiwillig auf.
Vor allem betroffen:
• ländliche Regionen
• inhabergeführte Traditionsbetriebe
• Familienrestaurants
„Es ist kein lauter Knall – sondern ein stilles Sterben“, sagt Dehoga-Sprecherin Miriam Rose.
Was schließt, kommt selten zurück. Damit gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren – sondern
Orte sozialer Begegnung.
Was verlieren wir eigentlich?
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TOP - THEMA
Gastronomie ist weit mehr als Essen:
• Ausbildungsbetrieb für junge Menschen
• Arbeitgeber für Wiedereinsteigerinnen
• sozialer Treffpunkt
• Tourismusfaktor
• kultureller Identitätsstifter
Fällt sie weg, verliert eine Stadt mehr als bloß ein Restaurant.
Digitalisierung als Hoffnungsträger – und neue Belastung
Viele Betriebe versuchen gegenzusteuern:
• KI-basierte Warenwirtschaft
• Tagesaktuelle Menü-Kalkulation
• Personaleinsatz-Software
Doch auch hier gilt:
1. Digitalisierung kostet Investitionen
2. Investitionen sind ohne finanzielle Luft kaum möglich
So verschärft sich der Teufelskreis:
Kein Geld = keine Innovation
Keine Innovation = sinkende Rentabilität
Sinkende Rentabilität = kein Geld
Die politische Ampel des Vertrauens blinkt gelb
Viele Gastronomen fühlen sich politisch:
• überhört,
• missverstanden,
•hingehalten.
„Während Corona waren wir systemrelevant, jetzt sind wir wieder egal“, heißt es oft.
Das Vertrauen, dass Politik die wirtschaftliche Realität der Betriebe versteht, ist brüchig. Ein
Gastronom formuliert es drastisch: „Wir bitten nicht um Hilfe – wir bitten darum, arbeiten zu
dürfen.“
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7 % ODER STERBEN ?
Die drei Zukunftsszenarien
1️. Senkung auf 7 % – die Atempause
• Margen stabilisieren sich
• Investitionen werden möglich
• Ausbildungszahlen steigen langsam
Aber: Ohne strukturelle Reformen bleibt es ein Zeitgewinn – keine Lösung.
2. Keine Senkung – der Kahlschlag
• Weitere Geschäftsaufgaben
• Marktbereinigung zugunsten von Ketten
• weniger Vielfalt, steigende Preise
3️. Kompromiss – zeitliche Befristung
• Kurzfristige Entlastung
• Langfristige Unsicherheit bleibt
Für viele Betriebe das schlechteste Szenario – keine echte Planungssicherheit.
„Was würden Sie heute entscheiden?“
ChefHeads hat über 50 Gastronomen und Hoteliers befragt.
Das Stimmungsbild:
82 % sagen: 7 % sind überlebenswichtig
11 % sagen: wichtig, aber nicht entscheidend
7 % sagen: strukturelle Probleme wiegen schwerer
Typische Aussagen:
• „Ohne Entlastung sperre ich 2026 zu.“
• „Ich brauche Planungssicherheit – keine Versprechen.“
• „Es geht nicht ums billige Essen. Es geht ums Überleben.“
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TOP - THEMA
Fazit: 7 % – Es geht um Respekt
Die Steuerfrage ist längst keine rein fiskalische Debatte mehr.
Sie ist ein Gradmesser dafür, wie viel Wert unsere Gesellschaft der Gastronomie beimisst.
Geht es nur um Essen? Oder um Lebensqualität, Kultur, Arbeitsplätze und Stadtleben?
Marco Lenz räumt sein Büro auf, schließt die Kasse ab. Heute war ein guter Abend – doch
ganz zufrieden ist er nicht.
„Ich liebe diesen Job. Aber ich habe Angst, dass Leidenschaft irgendwann nicht mehr reicht.“
Dann lacht er kurz.
„Und wissen Sie was? Wenn Politiker mal wirklich sehen würden, was hier jeden Abend passiert
– dann bräuchten wir diese Diskussion vielleicht gar nicht.“
Denn dann wäre klar:
7 % sind keine Subvention — sie sind ein Bekenntnis.
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INTERGASTRA 2026
FOOD & CONCEPT COURT:
TREFFPUNKT FÜR FOODSERVICE-PROFIS
Konzept vereint Food-Mall, Convention-Area und Meet & Greet-
Lounge / Praxisnah in originaler GV-Atmosphäre
Der Food & Concept Court bleibt auch
2026 der zentrale Treffpunkt für
Fachleute aus dem Foodservice und
der Gemeinschaftsverpflegung. Im
„Restaurant am Wasser“ bietet das
Konzept eine ebenso inspirierende
wie praxisorientierte Mischung aus
Diskussionsrunden, Lounge-Gesprächen
und intensivem Erfahrungsaustausch
– mit einem klaren Ziel: Menschen aus
der Branche miteinander ins Gespräch
zu bringen, Know-how zu teilen
und gemeinsam Zukunftsthemen
voranzutreiben.
Erstmals finden im Food & Concept
Court Gastlandtage mit Finnland statt.
Finnische Unternehmen präsentieren
ihre neuesten Produktentwicklungen
und bieten sie zur Verkostung an.
Ein besonderer Höhepunkt ist der
angekündigte Besuch des finnischen
Botschafters aus Berlin, Kai Sauer.
Im Restaurant am Wasser treffen sich
die Gäste täglich zum gemeinsamen
Frühstück von 9 bis 11 Uhr sowie zum
GV-Lunch von 12 bis 14 Uhr. Angepasst
an die Themenschwerpunkte der
jeweiligen Messetage wechselt das
Speisenangebot fortlaufend. Themenund
Gastlandpartner servieren dabei
kleine Snacks, um in entspannter
Atmosphäre den persönlichen Austausch
und das Netzwerken zu fördern.
Die Food-Mall: Kulinarische
Highlights zu wechselnden
Schwerpunkten
Herzstück des Food & Concept Court
ist die Food-Mall mit einem kulinarisch
wie inhaltlich abwechslungsreichen
Programm. An zwei Tagen steht alles
im Zeichen von „Pflanzlich durch den
Tag“. Passend zum Thema präsentieren
Unternehmen in der Food-Mall ihre
Produkte und Konzepte. Am Montag
und Dienstag übernehmen finnische
Unternehmen das Ruder und laden
zum Verkosten ihrer ländertypischen
Spezialitäten ein. Ein besonderer
Höhepunkt folgt am Dienstagnachmittag
ab 15 Uhr: Das große Finale des Burger
Battles mit sechs Finalistinnen und
Finalisten findet live im Food & Concept
Court statt.
Convention-Area: Wissenstransfer
und Best Practices
CHEFHEADS-MAGAZIN
NEWS
Foto © Messe Stuttgart
Foto © Messe Stuttgart
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INTERGASTRA 2026
Wissenstransfer und fachlicher
Austausch stehen im Mittelpunkt der
Convention-Area. Hier erwarten die
Besucherinnen und Besucher Symposien,
Kongresse und Diskussionsrunden mit
starken Praxisbezügen und zahlreichen
Best-Practice-Beispielen. Am Samstag
startet auch die Convention-Area mit
dem Thema „Pflanzlich durch den Tag“,
am Sonntag folgen Expertinnen und
Experten aus dem Foodtruck-Bereich, am
Montag findet im Food & Concept Court
das RAL-Symposium „Ernährung“ statt
und am Dienstag lädt die Vereinigung
Euro-Toques zur großen Branchen-
Convention ein. Die Teilnehmenden der
Conventions profitieren von kompaktem
„Brainfood“, also Wissen aus erster Hand,
das direkt für den eigenen beruflichen
Alltag übernommen werden kann.
Meet & Greet-Lounge und
Innovationstour
Für Gespräche abseits des
Messetrubels wurde die Meet & Greet-
Lounge eingerichtet. Hier findet der
Austausch bewusst persönlicher und
intensiver statt. Ergänzend lädt eine
Innovationstour über die Messe dazu
ein, gemeinsam mit Expertinnen und
Experten neue Produkte, Konzepte und
Technologien zu entdecken und mit den
Ausstellenden ins Gespräch zu kommen.
und immer auf Zukunftsthemen
fokussiert. Wir freuen uns, die Branche
hier wieder zusammenzubringen
und mit den Gastlandtagen Finnland
spannende, neue Impulse zu setzen“,
sagt Food & Concept Court Organisator
Michael Möhring vom Erfa Foodservice.
Projektleiter Markus Tischberger
ergänzt: „Die enge Zusammenarbeit aller
Partnerinnen und Partner macht dieses
Format erst möglich. Die Kombination aus
Verkostungen, Diskussionen und Best-
Practice-Beispielen gilt in der Branche
als außergewöhnlich wertvoll. Genau
deshalb ist der Food & Concept Court seit
Jahren unverzichtbar für die Branche.“
Weitere Informationen zu den
ausstellenden Unternehmen und zum
Rahmenprogramm im Food & Concept
Court finden Interessierte unter www.
erfa-foodservice.de/Events/foodconcept-court-2026
Besucherinnen und Besucher
hinterfragen gemeinsam gängige
Strukturen, diskutieren und analysieren
miteinander neue Lösungen und ziehen
Erkenntnisse, die zu neuen Perspektiven
und eigenen Strategien führen. „Der
Food & Concept Court ist ein Ort echten
Austauschs – praxisnah, persönlich
CHEFHEADS-MAGAZIN
NEWS
Foto © Messe Stuttgart
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AKTUELLE - NEWS
Bergische Genusswochen 2025:
Regionaler Glanzpunkt
mit nationaler Strahlkraft
© Bergische Genusstage
Christopher Wilbrand
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLE - NEWS
Die vierte Ausgabe der Bergischen Genusstage 2025 setzte neue Maßstäbe – kulinarisch,
organisatorisch und in Bezug auf die Resonanz. Vom 25. Oktober bis zum 2. November
2025 präsentierte sich das Bergische Land als eine der lebendigsten Genussregionen
Deutschlands: restlos ausverkaufte Veranstaltungen, prominente Küchenpersönlichkeiten,
ein hochklassiges Rahmenprogramm und über 550 begeisterte Gäste prägten das einwöchige
Festival.
Ein Festival mit Identität – und einer klaren Mission
Die Bergischen Genusstage verfolgen seit ihrer Gründung das Ziel, die gastronomische Vielfalt
der Region sichtbar zu machen und gleichzeitig Produzenten, Gastronomen und Hoteliers
miteinander zu vernetzen. 2025 gelang dies mit besonderer Durchschlagskraft.
In Bergisch Gladbach, Odenthal, Engelskirchen, Schildgen, Much und Altenberg boten Restaurants,
Hotels, Manufakturen und regionale Produzenten eine kulinarische Bandbreite, die vom
Gasthaus bis zur Sterneküche reichte.
Festivalinitiator Markus Bartha konnte einmal mehr beweisen, dass das Bergische Land Genusspotenzial
auf höchstem Niveau besitzt – und dass es dafür ein Publikum gibt, das Qualität
zu schätzen weiß.
Grand Opening mit Prominenz und Profil
Den Auftakt bildete ein besonderes Highlight: das Grand Opening im neuen Relais & Châteaux
Landhotel Diepeschrather Mühle von TV-Koch Nelson Müller. 215 Tickets waren in Rekordzeit
vergriffen. Müller, der zahlreiche prominente Gäste begrüßte, setzte mit einem Menü
der Extraklasse ein deutliches Statement für die wachsende gastronomische Attraktivität
der Region.
Auch die weiteren Programmpunkte hatten Format – und Tiefgang.
Kulinarische Höhepunkte mit Sternekraft
Ein weiterer Glanzpunkt folgte mit dem 4Hands-Champagnerlunch im Restaurant Der Hof
in Bergisch Gladbach-Schildgen. Sternekoch Sascha „Stemmi“ Stemberg vom Haus Stemberg
kochte gemeinsam mit Küchenchef Marius Sprenger ein perfekt komponiertes 6-Gänge-Menü,
begleitet von erlesenen Champagnern der Maison Laurent-Perrier. Ein Ereignis, das
nicht nur Feinschmecker, sondern auch Weinkenner vollends begeisterte.
Mit insgesamt fünf Sterneköchen – darunter die renommierten Wilbrand-Brüder und Eiko
Scharfenberger – gelang es dem Festivalteam, die große kulinarische Kompetenz der Region
sichtbar zu machen und zugleich überregionale Akzente zu setzen.
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AKTUELLE - NEWS
© Bergische Genusstage
Markus Bartha | Nelson Müller
© Bergische Genusstage
Wolfgang Fassbender | Eiko Scharfenberger
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLE - NEWS
Austernsommelier | Peter Richter
© Bergische Genusstage
Markus Bartha | Gast
© Bergische Genusstage
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AKTUELLE - NEWS
© Mario Stockhausen
Rahmenprogramm zwischen Genusskultur und Handwerk
Die Festivalwoche bot ein vielseitiges Programm:
• Winzer aus Österreich und Deutschland präsentierten ihre edelsten Tropfen, darunter der
international gefeierte Sauvignon-Blanc-Spezialist Christoph Neumeister.
• Deutschlands einziger Austernsommelier Peter Richter stellte seltene Schalentiere vor.
• Das Jazzduo Mo Peacock sorgte für musikalische Atmosphäre.
• Die gebürtige Bergisch Gladbacherin Marie Duske moderierte mit großer Professionalität.
• Der bekannte Gastro- und Weinkritiker Wolfgang Fassbender begleitete mehrere Veranstaltungen.
In Odenthal präsentierten zudem TV-Star Ross Antony und Sänger Paul Reeves zwei eigens
für das Festival geschaffene Weine – ein aufmerksamkeitsstarker Moment, der die Verbindung
zwischen Kulinarik und Entertainment unterstrich.
Regionale Verbundenheit und prominente Unterstützung
Von Beginn an wird das Festival unterstützt von zwei Genussbotschaftern, die weit über
das Bergische hinaus bekannt sind:
• 3-Sterne-Kochlegende Dieter Müller,
• CDU-Polit-Urgestein Wolfgang Bosbach, der gemeinsam mit Tochter Caroline teilnahm.
CHEFHEADS-MAGAZIN
Sascha Stemberg
AKTUELLE - NEWS
Dieter Müller | Markus Bartha | Wolfgang Bosbach
Bosbach brachte es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Da bin ich nicht nur gerne
dabei, da muss ich dabei sein.“ Müller wiederum betonte: „Es lohnt sich immer wieder, ins Bergische
zu reisen – vor allem wegen der fantastischen Gastronomen.“
Starker Rückhalt durch regionale Partner
© Bergische Genusstage
Die Tourismusorganisation „Das Bergische“, Metzgerei Sonnenschein, die legendäre Messerschmiede
GÜDE, 224 Gin, Bergisches Bräu, Haaner Felsenquelle, die Qualitätsbrennerei Reisetbauer,
Caviar STURIA und viele weitere regionale wie internationale Partner trugen maßgeblich
zum Erfolg bei.
Gabi Wilhelm, Geschäftsführerin von „Das Bergische“, hob die Bedeutung des Festivals hervor:
„Die Bergischen Genusstage sind ein Aushängeschild für die kulinarische Vielfalt unserer
Region – und der Zugewinn von Nelson Müller zeigt, wie zukunftsfähig unsere Genussregion
ist.“
Ein Fazit mit Gewicht: Das Bergische als Genussdestination
Festivalorganisator Markus Bartha zieht ein klares Fazit: „Wir wollten das Bergische Land
auf die Landkarte der deutschen Kulinarik setzen – und das ist uns gelungen.“
Mit ausverkauften Veranstaltungen, Spitzenköchen, herausragenden Produzenten und einem
Publikum, das Qualität honoriert, zeigen die Bergischen Genusstage 2025 eindrucksvoll, dass
regionale Kulinarik weit mehr sein kann als ein Trend. Sie ist Ausdruck von Handwerk, Leidenschaft,
Identität – und einer Zukunft, die gerade erst beginnt.
NEUER TERMIN: 24. Oktober bis 01️. November 2026
Markus Bartha
Bonner Str. 32
D – 53797 Lohmar
Tel: +49 (0) 22 06/60 84-989
info@bergische-genusstage.de
Web: https://www.bergische-genusstage.de/
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90 JAHRE ERBE UND INNOVATION
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1933 GEGRÜNDET: DAS HAUS DER
EXZELLENZ IN DEN VOGESEN
1976 entwickelten Bragard und Paul Bocuse gemeinsam die ikonische Jacke Grand Chef®. Mit
ihrer Eleganz und technischen Perfektion wurde sie zu einem zeitlosen Klassiker, der seit über
45 Jahren in der Spitzengastronomie Bestand hat. Als erste Jacke speziell für Spitzenköchinnen
und Spitzenköche entwickelt, ermöglichte sie Bragard den weltweiten Durchbruch in der
Gastronomie. Auch heute noch werden neue Kollektionen aus dem Hause Bragard von dieser
besonderen Jacke inspiriert, die bis heute großen Erfolg genießt.
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AKTUELLE - NEWS
Der Guide MICHELIN entdeckt den Wein
Neue Auszeichnung setzt Maßstäbe
für Weingüter weltweit
CHEFHEADS-MAGAZIN
Foto © Guide MICHELIN
AKTUELLE - NEWS
Der Guide MICHELIN, seit über einem Jahrhundert Gradmesser für kulinarische Spitzenleistungen,
erweitert sein Bewertungssystem um eine weitere Prestige-Auszeichnung:
MICHELIN Trauben (MICHELIN Grapes). Ab 2026 werden erstmals Weingüter weltweit
nach klar definierten Qualitätskriterien bewertet und ausgezeichnet. Damit schließt MICHE-
LIN eine Lücke zwischen Gastronomie, Hotellerie und Weinwelt – und schafft eine völlig neue
Orientierung für Profis wie Genießer.
Vom Stern zur Traube: Die neue Dimension der Bewertung
Was für Restaurants die legendären Sterne und für Hotels die MICHELIN Keys sind, sollen
künftig die Trauben für Weingüter sein. MICHELIN überträgt damit sein international anerkanntes
Bewertungssystem auf den Weinbau – mit einem entscheidenden Unterschied zu
bekannten Punktesystemen: Nicht einzelne Weine stehen im Mittelpunkt, sondern das gesamte
Weingut mit seiner Jahrgangsleistung.
Das Ziel ist ambitioniert:
MICHELIN möchte langfristige Qualität, handwerkliche Beständigkeit und den authentischen
Ausdruck von Terroir sichtbar machen – jenseits tagesaktueller „Punkte-Highlights“.
• Drei MICHELIN Trauben
Für Weingüter von außergewöhnlichem
Weltrang mit kontinuierlicher Spitzenqualität
über viele Jahrgänge hinweg.
• Zwei MICHELIN Trauben
Für exzellente Betriebe, die regelmäßig
herausragende Weine produzieren und
eine klare Handschrift zeigen.
• Eine MICHELIN Traube
Für sehr überzeugende Weingüter mit
hoher Qualität und stilistischer Präzision
in starken Jahrgängen.
• Empfohlen von MICHELIN
Für Produzenten mit solider, konsistenter
Güte als zuverlässige Empfehlung.
1. Agronomie & Weinbergspflege
Umgang mit Böden, Rebstöcken und
Biodiversität.
2. Technische Meisterschaft
Präzision in Vinifikation, Kellerarbeit und
Ausbau.
3. Identität
Ausdruck von Herkunft, Terroir und Stil –
jenseits modischer Trends.
4. Balance & Harmonie
Zusammenspiel von Struktur, Frische,
Alkohol, Holz und Textur.
5. Beständigkeit
Leistungsniveau über mehrere Jahrgänge
hinweg – kein kurzfristiger Erfolg zählt,
sondern nachhaltige Klasse.
Dieses System grenzt sich bewusst von reinen Blindverkostungs-Rankings ab und stellt die
Arbeit des Winzers ganzheitlich in den Fokus.
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AKTUELLE - NEWS
Foto © Guide MICHELIN
Gwendal Poullennec
MICHELIN Guide International Director
Fotos © Guide MICHELIN
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLE - NEWS
Der Start: Burgund und Bordeaux
Als Pilotregionen wählt MICHELIN zwei historische Zentren der europäischen Weinkultur:
• Burgund – berühmt für Terroir-Vielfalt und filigrane Stilistik
• Bordeaux – Sinnbild für Klassik, Prestige und jahrzehntelange Spitzenbewertung
Hier sollen 2026 die ersten Weingüter ausgezeichnet werden. Anschließend ist eine schrittweise
Ausweitung auf weitere Weinregionen weltweit geplant – inklusive Deutschland, Italien,
Spanien sowie Übersee.
Bedeutung für Gastronomie und Weinwirtschaft
Gerade für die gehobene Gastronomie ist dieser Schritt von hoher Relevanz:
• Neue Referenz für Sommelier-Auswahl
Michelin-Trauben liefern ein international verständliches Qualitätssiegel für Weinkarten und
Pairings.
• Stärkung von Handwerk & Nachhaltigkeit
Der Fokus auf Beständigkeit und Herkunft belohnt Produzenten, die langfristig arbeiten
statt kurzfristigen Punktetrends zu folgen.
• Mehr Sichtbarkeit für kleinere Spitzenbetriebe
Auch exzellente Boutiquewinzer ohne großes Marketingbudget könnten durch die MICHE-
LIN-Plattform international an Profil gewinnen.
• Neue Wertigkeit jenseits von Punkten
Statt einzelner 98-oder-100-Punkte-Erfolge rückt die Stabilität einer gesamten Domäne in
den Mittelpunkt.
Ein neues Bindeglied zwischen Küche und Keller
Mit den MICHELIN Trauben wird die Trennung zwischen Restaurant-Bewertung und Weinwelt
aufgehoben. Küche, Service, Hotel und Weinbau erscheinen künftig als zusammenhängende
Qualitätskette – genau so, wie sie von Gästen im Fine-Dining-Erlebnis wahrgenommen wird.
Die Auszeichnung könnte langfristig eine ähnliche Strahlkraft entwickeln wie der MICHELIN-
Stern: Ein weltweit lesbarer Qualitätscode für exzellente Weingüter.
Fazit
Mit der Einführung der MICHELIN Trauben betritt der Guide konsequent Neuland – und würdigt
erstmals systematisch jene Betriebe, die das Fundament großer Weinerlebnisse schaffen. Für
Weinliebhaber, Sommeliers und Gastronomen entsteht eine neue, verlässliche Orientierung –
frei von kurzfristigen Trends, getragen von handwerklicher und stilistischer Exzellenz.
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KOCH DES JAHRES
Koch des Jahres 2025
&
Patissier des Jahres 2025
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Copyright © Guido Fritz
EVENT-RÜCKBLICK
Am 17. November 2025, fand in der eindrucksvollen Grand Hall Zollverein in Essen das
große Finale der beiden renommierten Wettbewerbe „Koch des Jahres” und „Patissier des
Jahres” statt.
Die Veranstaltung markierte zugleich die 10. Ausgabe des Wettbewerbs „Koch des Jahres” –
ein Jubiläum, das mit einem historischen Doppel-Finale gefeiert wurde.
Veranstaltungsrahmen und Programm
Die Gastgeber verwandelten die Halle bereits ab mittags in einen pulsierenden Treffpunkt
der Gastronomie-Branche:
Einlass & Marktplatz der Innovationen ab 12:00 Uhr mit Ausstellern, Trend-Präsentationen
und Networking.
Ab 13:00 Uhr begann der Live-Wettbewerb auf der großen Bühne – vier Stunden voller
Spannung, kulinarischer Kreativität und technischer Höchstleistung.
Nach dem Finale folgte die offizielle Preisverleihung ab 18:00 Uhr, unmittelbar gefolgt von
der legendären Küchen party ab 19:00 Uhr, bei der Gäste, Finalist:innen und Branche gemeinsam
feierten.
In der atmosphärisch dichten „Grand Hall” war die Stimmung vom ersten Moment an spürbar:
ein Mix aus Konzentration, Hochspannung und feierlicher Erwartung. Der Veranstalter Roika
Solutions GmbH hatte bewusst den Rahmen gewählt, um den Anspruch der Wettbewerbe
eindrucksvoll zu unterstreichen – nicht allein als Show, sondern als Branchenevent mit Signalwirkung.
Der kulinarische Wettkampf
Der Wettbewerb stellte sich wie folgt dar:
Für „Koch des Jahres 2025” mussten die Finalist:innen ein anspruchsvolles Drei-Gänge-Menü
präsentieren, darunter eine frei gewählte Vorspeise, eine Black-Box-Hauptspeise mit Premium-Fleisch
(„Greater Omaha Gold Label“ von Albers) und ein Dessert mit verpflichtender
Verwendung von DOMORI-Schokolade.
Parallel hierzu wurde im Rahmen von „Patissier des Jahres 2025” das süße Handwerk gefeiert:
Finalist:innen präsentierten ihre Dessert-Kreationen und lieferten sich einen eigenen
33
KOCH DES JAHRES
Showdown.
Während sich die Finalrunde über Stunden erstreckte, war die Bühne zugleich Forum für
Dialog, Austausch und Inspiration: auf der Showbühne genauso wie am Aussteller-Marktplatz
und in den Networking-Bereichen. Für die Besucher war dies eine ideale Gelegenheit,
Trends aufzunehmen, Kontakte zu knüpfen und die Spitzenküche „live“ zu erleben.
Persönlicher Eindruck
Mein Besuch begann mit einem ersten Rundgang durch den Marktplatz der Innovationen:
Hersteller feinster Zutaten, Küchentechnik-Innovationen und Show Cooking gaben schon
beim Einlass einen Eindruck der Leistungsdichte und Kreativität, die gleich folgen sollte.
Besonders eindrücklich war die kulisse in der Grand Hall: hohe Decken, industrielle Architektur
– ein moderner Kathedralraum, der der Veranstaltung eine würdige Bühne bot.
Im Live-Wettbewerb war die Atmosphäre elektrisierend: Die Finalist:innen arbeiteten mit
stoischer Konzentration, doch auch mit sichtbarer Leidenschaft. Zwischen den Gängen spürte
man das Pulsieren der Zuschauerränge – Fachpublikum, Medienvertreter:innen, Gastronomen
und eingeladene Gäste – alle waren Teil eines Moments, der nicht bloß Wettbewerb,
sondern Statement war.
Die anschließende Preisverleihung hatte dann fast den Charakter einer Gala: Wertschätzung,
Emotionen und Applaus für alle Beteiligten – und nicht zuletzt der Moment, in dem der Sieger
bzw. die Siegerin gekürt wurde.
Sieger und Bedeutung
Im Rahmen dieser Jubiläumsausgabe wurde der Titel „Koch des Jahres 2025” an Daniel Wallenstein
verliehen – Küchenchef im Restaurant Moya by Daniel Wallenstein im Boutique-Hotel
Die Reichsstadt in Gengenbach.
Wallenstein überzeugte die Jury mit klarer Linie, technischer Perfektion und höchster Kreativität
– eine Leistung, die mehrfach als herausragend kommentiert wurde.
Für die Branche ist dieser Wettbewerb nicht nur eine einmalige Bühne für Talente – er ist ein
Indikator dafür, wo die Gastronomie steht und wohin sie sich entwickelt: Trends bei Zutaten,
Kochtechniken, Präsentation, Nachhaltigkeit und Erlebnisorientierung. In diesem Sinne war
der gestrige Tag nicht „nur“ ein Wettbewerb, sondern ein Branchentreffpunkt mit Signalwirkung.
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EVENT-RÜCKBLICK
Copyright Melanie Bauer Photodesign
Der Koch des Jahres 2025
DANIEL WALLENSTEIN
Küchenchef des Restaurants Moya by
Daniel Wallenstein im Boutique Hotel Die
Reichsstadt in Gengenbach
assistiert von Alexander Kruse, Souschef
des Restaurants
Alois – Dallmayr Fine Dining** in München.
Das Siegermenü
Vorspeise:
Stör | Trüffel | Haselnuss
Hauptspeise:
Geschmorte Rinderschulter -
Greater Omaha Gold Label Schildstück
powered by Albers
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Dessert:
Pistazie | Fenchel | Kardamom
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KOCH DES JAHRES
2. Platz
Fabian Höckenreiner
Küchenchef, Fichters, Ramsau
assistiert von Christian Wurmsam,
Küchenchef im Restaurant Pageou
in München
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3️. Platz
Julio Pizarro
Küchenchef & Geschäftsführer ,
Pizarro Fine Dining, Groß-Gerau
assistiert von Gonzalo Alonso Irigoyen,
Souschef im Pizarro Fine Dining
in Groß Gerau
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EVENT-RÜCKBLICK
Fazit
Der Besuch des Finales von „Koch des Jahres 2025” und „Patissier des Jahres 2025” in der
Grand Hall Zollverein war ein beeindruckendes Erlebnis – und zwar nicht nur wegen der
Wettbewerbsleistung, sondern wegen der Gesamtinszenierung: Event, Kulinarik, Branche in
einem perfekten Zusammenspiel.
Für die Teilnehmenden war es der Höhepunkt eines langen Wettbewerbsweges; für das
Publikum eine seltene Gelegenheit, Spitzenküche live zu erleben; und für die Branche ein
Moment, der zeigt: Die Gastronomie kann weit mehr sein als Restaurant-Alltag – sie kann
Bühne sein, Innovationslabor und Vernetzungshotspot zugleich.
Ich nehme mit: inspiriert zu sein, den Anspruch höher zu setzen – und das Erlebnis „Kochen“
in allen Facetten erneut wertzuschätzen.
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PATISSIER DES JAHRES
Copyright Melanie Bauer Photodesign
Die Patissier des Jahres 2025
JULIA ORSCHIEDT
Souschefin des Restaurants Pietsch**
in Wernigerode
assistiert von Luis Hendricks, Küchenchef
im Restaurant Pietsch**
Das Siegermenü
Freestyle-Dessert:
Topinambur | Banane | Pak Choi | Pandan |
Passionsfrucht
Dessert in 5 Konsistenzen:
Haselnuss | Kokos | Kirsche | Miso | Sake |
Shiso
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Praline:
Schwarzer Knoblauch | Sesam | Himbeere
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Analyse der Menü-Trends & Gewinnerkunst
1️. Siegergericht des Koch des Jahres
EVENT-RÜCKBLICK
Der Gewinner Daniel Wallenstein präsentierte im Finale ein Drei-Gänge-Menü mit folgenden
Komponenten: Vorspeise „Stör | Trüffel | Haselnuss“, Hauptgang Blackbox mit „Greater
Omaha Gold Label Schildstück“ (Fleisch) und Dessert „Pistazie | Fenchel | Kardamom“.
Trend-Aspekte:
• Kombination von hochwertigen Proteinen (Stör, Premiumfleisch) mit klassischen Edelzutaten
wie Trüffel zeigt Luxus und Technik in Einklang
• Einsatz von Nüssen (Haselnuss) und Gewürzen (Kardamom) im Dessert klare Tendenz zu
aromatischer Tiefe statt reiner Süße
• Struktur („Drei-Gänge“, Blackbox-Challenge) und Verwendung einer Pflichtzutat („Greater
Omaha Gold Label“) schaffen Wettbewerbs-Rahmen und fokussieren auf Technik und Qualität.
Einordnung: Wallensteins Menü zeigt eine Balance zwischen handwerklicher Ausführung,
Emotion („Stör“) und „Show“ (Blackbox). Der Dessertteil mit Pistazie, Fenchel, Kardamom
spricht für eine bewusste Reduktion und Raffinesse – nicht überfrachtet, sondern konzentriert.
Relevanz für die Branche: Die Spitzengastronomie setzt verstärkt auf wenige, klare Geschmackspfeiler
statt vieler Komponenten. Außerdem ist der bewusste Einsatz von Luxuszutaten
gepaart mit nachhaltiger Herkunft ein Statement.
2. Sieger-Dessert des Patissier des Jahres
Die Siegerin im Wettbewerb Julia Orschiedt präsentierte unter anderem ein Freestyle-Dessert
mit Topinambur und Passionsfrucht sowie eine Praline mit schwarzem Knoblauch und Himbeere.
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PATISSIER DES JAHRES
2. Platz
Larissa Wehrli
Chef Patissière, LEV. Atelier by larissawehrli,
Igis (Schweiz)
assisiert von Carolie Stettler
3️. Platz
Thomas Le Sueur
Chef Patissier, Restaurant Facil**, Berlin
assisiert von Antonio Amer Baque
Copyright Melanie Bauer Photodesign
Copyright Melanie Bauer Photodesign
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CHEFHEADS-MAGAZIN
EVENT-RÜCKBLICK
Trend-Aspekte:
• Verwendung ungewöhnlicher Zutaten in der Patisserie: Topinambur, schwarzer Knoblauch
Erweiterung des klassischen Dessert-Vokabulars.
• Kombinieren von Frucht (Passionsfrucht, Himbeere) mit tiefen, herberen Noten (Knoblauch)
Kontraste als Stilmittel.
• Handwerklich anspruchsvolle Elemente wie Pralinen, Petit Fours, Konsistenzen-Spiele im
Wettbewerb explizit gefordert.
Einordnung: Orschiedts Ansatz zeigt, dass Patisserie heute mehr ist als Süßigkeit: Es geht
um Konzept, Textur, Überraschung und das Gesamt-Erlebnis.
Relevanz für die Branche: Dessert wird zunehmend wie ein eigenständiger Gang behandelt
mit gleichen Ansprüchen wie ein Hauptgericht – Technik, Innovation, Erlebniswert.
3️. Allgemeine Trends und Beobachtungen
• Live-Performance & Event-Charakter: Dass beide Wettbewerbe („Koch des Jahres“ & „Patissier
des Jahres“) erstmals am gleichen Tag ausgetragen wurden, erhöht den Eventcharakter
und unterstreicht die Bedeutung der Branche als Show & Netzwerkplattform.
Meininger
• Internationalisierung & Vielfalt: Bereits früh im Wettbewerb wurden Teilnehmer aus über
15 Nation en gemeldet.
• Nachhaltigkeit & Herkunft: Auch wenn Luxuszutaten im Spiel sind, rücken Herkunft, Qualität
und bewusster Einsatz stärker in den Fokus (z. B. Premiumfleisch, bewusste Dessertzutaten).
• Technik trifft Kreativität: Wettbewerbsbedingungen wie Blackbox-Challenge oder zwingender
Einsatz bestimmter Ingredienzien nehmen Einfluss auf Menüs – was zu hoher technischer
Qualität und gleichzeitig kreativen Lösungen führt.
• Minimalismus mit Aussage: Der Trend geht weg von Überladung, hin zu sorgfältig komponierten
Gerichten mit wenigen, präzise eingesetzten Komponenten.
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PATISSIER DES JAHRES
Copyright © Guido Fritz
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Copyright © Guido Fritz
EVENT-RÜCKBLICK
Copyright © Guido Fritz
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FRIESENKRONE
Fotos: Schwarz/Friesenkrone
Seafood Star 2026 für Friesenkrone:
beste Fischfeinkost
Innovativ, leicht und modern – Küstensalate mit Meerwert
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Beim Fischwirtschaftsgipfel in Hamburg ausgezeichnet: Die Küstensalate von Friesenkrone
wurden jetzt mit dem Seafood Star 2026 als bestes Fischprodukt in der Kategorie
Feinkost geehrt. Fisch lebt von Frische: Friesenkrone hat deshalb seine abwechslungsreichen
Herings-, Matjes- und Garnelensalate neu aufgelegt. Sowohl moderne Rezepturen als
auch neue Sorten und ein zeitgemäßes Design bringen frischen Wind aufs Buffet und in die
Theke.
Die fein abgestimmten Rezepturen der Friesenkrone Küstensalate schmecken wie selbstgemacht:
Zarte Happen in einer leichten milden Sauce garantieren leckere Vielfalt. Frische,
knackige Gemüse und Kräuter werden sorgfältig in Handarbeit zusammengefügt. Mild im Geschmack
und zart im Biss runden die neuen Küstensalate jedes Frühstücksangebot in Hotel,
Catering oder in den Frischetheken perfekt ab.
Selbst anspruchsvolle Gäste finden bei neun delikaten Sorten ihre Favoriten für ein köstliches
Küstenfrühstück. Friesenkrone verwendet in den neuen Rezepturen Crème fraîche, Joghurt
und Magerquark statt reiner Mayo als Saucenbasis. Die Küstensalate haben eine kurze Zutatenliste
und kommen ohne unnötige Hilfsmittel wie Süßstoffe aus. Sie sehen appetitlich aus,
schmecken wie hausgemacht oder aus der Frischebedientheke.
Zur Markteinführung stellt Friesenkrone seinen Profikunden ein Trio für ein abwechslungsreiches
Küstenfrühstück zusammen: die beliebten Matjeshappen Apfel & Gemüse, den Roten
Heringssalat mit verfeinerter Rezeptur und die neue Sorte Heringshappen Büsumer Art – jeweils
in der wiederverschließbaren 900-Gramm-Schale.
Das komplette Küstensalate-Sortiment umfasst insgesamt neun Sorten in der wiederverschließbaren
900-Gramm-Schale: die drei Neulinge Heringshappen Graved Sauce, Heringshappen
Büsumer Art und Heringshappen Curry sowie Matjeshappen Apfel & Gemüse, Roter
Heringssalat, Heringshappen Dill, Matjeshappen Preiselbeer, Heringshappen Sherry und Garnelensalat
mit neuer Rezeptur. Sechs der Sorten gibt es auch in der kleineren 300-Gramm-
Schale mit wiederverschließbarem Stülpdeckel.
Informationen finden sich auf Facebook, Instagram und www.friesenkrone.de.
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FRIESENKRONE
Marn‘ hol fast: Hering hat Saison
Durch die närrische Zeit mit Friesenkrone
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Statt Helau und Alaaf ruft die Narrenschar am
Sitz von Friesenkrone „Marn‘ hol fast!“
Das bedeutet auf Plattdeutsch „Marne, halte zusammen“! Ein schöneres Motto für die närrische
Gemeinschaft kann es kaum geben. Und einig sind sich die Feiernden auch, was die
Verpflegung angeht: Während der fünften Jahreszeit hat Hering Saison.
Friesenkrone Faschingsstars sind vor allem Bismarckhering und Gabelrollmops. Dazu kommen
Sahnehering und Heringsfilets, die in Kombination mit sauren Gurken, eingelegten Roten
Beten, mit Zwiebeln und Kartoffeln eine gute Grundlage für ausgedehnte Faschingsfeiern
schaffen. Für den kleinen Narrenhunger zwischendurch aber auch als vollwertige Mahlzeit ist
Hering im Januar und Februar der Star.
Mit der Friesenkrone Karnevalsaktion 2026 lohnt sich die närrische Zeit für Gast und Gastgeber
gleichermaßen. Dank der großen Vielfalt an Friesenkrone Herings- und Matjesspezialitäten
können professionelle Gastgeber ihre närrischen Gäste kulinarisch abwechslungsreich
durch den Karneval begleiten. Die Zubereitung gelingt dank der servierfertigen Friesenkrone-
Produkte schnell, sicher und einfach. Jede Rezeptur ist in ein paar einfachen Schritten umsetzbar.
Benötigt werden dazu in der Regel nicht mehr als eine Handvoll Zutaten. Rezeptideen zu
Karneval und Informationen finden sich auf Facebook, Instagram und unter
www.friesenkrone.de.
Zu den Karnevalsaktionsartikeln 2026 gehören 2.500-g-Schalen Friesenkrone
Sahnehering, Heringsfilets nach Matjes-Art, Bismarck-Hering und Gabel-Rollmöpse.
Foto links Oben:
Feste Fastnacht feiern – zum Beispiel mit Friesenkrone Rollmops in einer närrischen Bowl.
Foto links Unten:
Eine gute Basis mit Tradition: Friesenkrone Matjesfilet mit Hausfrauensoße und Kartoffeln.
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TITELSTORY | Julius Persoone
Julius Persoone
Zwischen Labor, Geschmack und Idee
- Text: Tanja Neumann -
CHEFHEADS-MAGAZIN
© Fotodesign Emily
Köpfe & Technik
Er arbeitet nicht mit Zucker, sondern mit Fragen. Julius Persoone, 26, denkt Schokolade
analytisch, neugierig und mit dem Mut, Altes aufzulösen. In seiner “Julius Chocolate Bar”
in Brügge verbindet er Handwerk, Sensorik und Experiment – und verschiebt die Grenzen
dessen, was Patisserie sein kann. Zwischen Kakaobohnen aus Mexiko, medizinischen Projekten
und Modekooperationen entsteht ein neues Verständnis von Geschmack – und führt
Schokolade dorthin, wo sie selten war: in die Tiefe des Geschmacks, jenseits der gewohnten
Süße.
Der Forscher unter den Chocolatiers
Der erste Löffel überrascht. Kein süßes Erlebnis, kein vertrautes Dessertklischee – stattdessen
Salz, Säure, ein tiefer Ton von Umami. In Julius Chocolate Bar in Brügge wird Schokolade
neu erfunden, Schicht für Schicht, Gedanke für Gedanke. Der 26-Jährige steht ruhig und konzentriert
in seiner Manufaktur, jede Bewegung hat Rhythmus. Er arbeitet, als würde er Musik
spielen: präzise, kontrolliert und mit einem Gespür für Zwischentöne.
„Ich denke in Aromen, wie andere in Akkorden“, sagt er. „Wenn alles im Gleichklang ist, wird es
langweilig. Man braucht Pausen, Dissonanzen, Reibung.“ Im Hintergrund läuft Rockmusik: laut
genug, um Energie zu geben; leise genug, um Präzision zuzulassen. Julius lächelt und sagt:
„Musik hilft mir, Geschmack zu verstehen. Beides lebt von Rhythmus und Timing.“
Er träufelt fermentierte Banane auf Kakao, kombiniert Alge mit Tomate und legt Sojasauce
an Limette. Seine Desserts folgen keiner süßen Logik, sondern einer Dramaturgie. Was entsteht,
ist weniger ein Menü als eine Partitur: Jede Textur ist eine Note, jeder Kontrast ein Taktwechsel.
Wer hier ein Dessert erwartet, bekommt ein Stück Musik mit seinem eigenen Sound
auf dem Teller serviert: klar, fordernd, eigenwillig.
Neben seiner eigenen Dessertbar, der „Julius Chocolate Bar“ in Brügge, leitet er als Chef und
Kreativdirektor auch die Produktion des Familienunternehmens The Chocolate Line, das er
gemeinsam mit seinem Vater Dominique Persoone führt. Das Haus zählt zu den renommiertesten
Schokoladenmanufakturen Europas und arbeitet mit Spitzen-Sternerestaurants wie
The Fat Duck, Noma und El Bulli zusammen.
Von Mexiko nach Brügge – die Herkunft als System
Die Geschichte seiner Schokolade beginnt weit entfernt von Brügge, inmitten von dichtem
Grün, feuchter Erde und dem schweren Duft reifer Früchte. In Mexiko liegt die Plantage seiner
Familie – ein Ort, der für Julius mehr ist als nur eine Rohstoffquelle. Dort gedeihen Kakaosorten
wie Porcelana, Tito Blanco und Carmello, deren feine Aromen Julius in seiner Schokolade
weiterentwickelt. Daneben kultiviert die Familie Pflanzen wie Hoya Santa. „Ich kenne jeden,
der dort arbeitet“, sagt er. „Ich weiß, wann es regnet, wann geerntet wird und wann die Fermentation
beginnt. Nur wenn du weißt, wie etwas entsteht, kannst du es wirklich verändern.“
In Brügge übersetzt er dieses Wissen in kontrollierte Räume: Temperatur, Luftfeuchtigkeit
und Zeit. Während im Dschungel Zufall wirkt, sucht er in seiner Manufaktur nach Wiederholbarkeit.
Zwischen der feuchten Wärme Mexikos und dem kühlen, gleichmäßigen Licht seiner
Küche entsteht ein Kreislauf. Ideen reisen, Aromen antworten.
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TITELSTORY | Julius Persoone
© Pieter D’hoop
Kompott aus kandierter Zitrone mit eingelegten Fenchelsamen und einer Ras El Hanout-
Safran-Ganache.
Julius Persoone und Bruno V. Roels haben sich zusammengetan, um diese besondere
Schachtel mit Gourmet-Schokolade zu kreieren, die von der Galerie FIFTY ONE entworfen
wurde.
Julius Persoone hat drei verschiedene Pralinen kreiert, die mit den gleichen Aromen durchzogen
sind, die auch die Werke von Bruno V. Roels inspirieren.
Dieses Projekt bringt Künstler aus zwei völlig unterschiedlichen Bereichen zusammen – mit
verblüffenden Ergebnissen. Bruno führte Julius durch die Hauptthemen seines Werks: den
menschlichen Drang, das Paradies in all seinen Formen zu suchen (Natur, Luxus, Abenteuer,
Ruhe, Schönheit…).
CHEFHEADS-MAGAZIN
© Pieter D’hoop
Köpfe & Technik
„Herkunft ist kein Label“, sagt Julius. „Sie ist eine Philosophie. Für ihn ist sie nicht das Ende der
Lieferkette, sondern der Anfang jeder Kreation. Seine Bohnen sind keine Zutaten, sondern
Geschichten, und die Art, wie er sie „liest“, macht den Unterschied zwischen Handwerk und
Routine.
Wenn er Schokolade temperiert, dann mit dem Wissen, dass der Geschmack bereits Monate
zuvor entschieden wurde – unter der Sonne Mexikos in den Händen der Menschen, die für ihn
arbeiten. Dieses Bewusstsein verleiht seiner Arbeit eine Klarheit, die man schmeckt: konzentriert,
erdig, präzise.
Jenseits der Süße – das Aromadenken von Julius Persoone
„Ich mag Zucker“, sagt Julius Persoone, „aber er interessiert mich nicht.“ In diesem Satz steckt,
was seine Arbeit ausmacht: Neugier statt Anpassung. Seine Desserts sind kein Gegenentwurf
zur klassischen Patisserie, sondern eine Weiterentwicklung. Er nimmt das, was man über
Schokolade zu wissen glaubt, und baut daraus ein neues System. Säure, Salz, Bitterkeit und
Umami sind seine Werkzeuge. Sie erzeugen Spannung, Tiefe und manchmal auch Irritation.
„Süße ist für mich wie Licht“, sagt er. „Wenn sie zu stark ist, sieht man nichts mehr.“ Er dosiert
sie wie ein Gewürz und nicht wie ein Versprechen.
Auf dem Teller treffen dunkler Kakao, Tomatenessenz, eine Spur Soja und ein Tropfen Essig
aufeinander. Der erste Eindruck ist fremd, der zweite faszinierend. Julius liebt diese Momente,
in denen der Geschmack kippt – von der Erwartung zur Erkenntnis.
Sein Denken ist analytisch, sein Zugang intuitiv. Er spricht über Texturen, als wären es Zustände,
und über Aromen, als müssten sie atmen dürfen. „Ich will, dass der Gast erlebt, wie
etwas reagiert, nicht nur, wie es schmeckt.“ In seiner Küche ist das Dessert ein Prozess, kein
Produkt.
Vielleicht rührt diese Haltung aus seiner Kindheit. Schon als Teenager züchtete er im Garten
seiner Eltern fast 300 Tomatensorten – eine Kreuzung daraus wächst bis heute auf der Familienplantage
in Mexiko. „Ich wollte verstehen, wie Pflanzen reagieren“, erinnert er sich. „Und
irgendwann habe ich gemerkt, dass das Gleiche auch für Aromen gilt.“ Wer seine Pralinen
probiert, schmeckt diese Schule der Neugier.
Schokolade, die hilft – Medizin trifft Genuss
2019 entwickelte Julius Persoone gemeinsam mit dem HNO-Arzt Dr. Thomas Moors für den
FoodVision-Kongress eine außergewöhnliche Praline. Ziel war es, Krebspatienten nach einer
Chemotherapie für kurze Zeit ihren Geschmackssinn zurückzugeben. Viele Betroffene verlieren
durch die Behandlung ihre Speichelproduktion – und damit auch das Empfinden für Aromen.
Das Team kombinierte künstlichen Speichel aus Mineralsalzen mit säurebetonter Schokolade
von Julius’ Plantage in Mexiko. Für wenige Sekunden konnten die Patienten wieder schmecken
– ein kleiner Moment, der große Wirkung hatte.
Inzwischen arbeitet Julius mit dem Krankenhaus AZ Groeninge in Kortrijk weiter an neuen
Projekten: zwei medizinische Pralinen, die Geschmack, Gesundheit und Forschung verbinden.
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TITELSTORY | Julius Persoone
© Pieter D’hoop
© Pieter D’hoop
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Köpfe & Technik
Eine davon unterstützt Diagnosetests bei Kehlkopfkrebs, die zweite wurde für Patienten mit
Schluck- und Kauproblemen entwickelt.
„Ich will zeigen, dass Schokolade mehr kann als Freude bereiten“, sagt Julius. „Sie kann trösten,
verbinden – vielleicht sogar heilen.“
Innovation trifft Tradition:
Mode, Musik und der Palast in Antwerpen
Julius Persoone interessiert sich nicht für Grenzen – weder geografische noch gedankliche.
Was bei anderen klar getrennt ist, fließt bei ihm ineinander: Formen, Klänge, Aromen. „Ich
arbeite gern mit Menschen, die anders denken“, sagt er. „Ein Stoff oder ein Parfüm kann denselben
Gedanken auslösen wie ein neuer Geschmack.“
Diese Offenheit hat ihn in die Welt der Mode geführt. Gemeinsam mit Designern entwickelt
er essbare Elemente für Shows und Kollaborationen: hauchdünne Schokoladenschichten, die
mit natürlichen Pigmenten gefärbt und mit Yuzu oder fermentierter Himbeere aromatisiert
sind. Dabei wird Schokolade zu einem Material, das man inszenieren kann – nicht Dekoration,
sondern Ausdruck.
Sein zweiter Standort in Antwerpen spiegelt genau das wider. Er liegt in den alten Küchen
eines Palasts, der einst Napoleon Bonaparte gehörte. In diesen historischen Räumen arbeitet
er heute an neuen Texturen und probiert Kombinationen aus Edelstahl und Backstein sowie
Wärme und Kälte aus. „Tradition ist für mich kein Gewicht”, sagt er. „Sie ist ein Fundament, auf
dem man etwas anderes bauen kann.“
Hier entstehen Kollektionen aus Geschmack – rhythmisch gedacht und strukturiert wie Musik.
Wenn im Hintergrund Rockmusik läuft, spricht Julius über Aromen, als wären es Akkorde. „Beides
lebt von Spannung und Pausen“, sagt er. „Man muss hören, wann etwas fertig ist.“
Auszeichnung und Ausblick – anerkannt und weitergedacht
Im Jahr 2023 wurde Julius Persoone von Gault & Millau zum „Chocolatier des Jahres Flandern”
ernannt. Diese Auszeichnung gilt als eine der wichtigsten in der belgischen Patisserieund
Confiserie-Szene und würdigt seine konsequente Arbeit an der Schnittstelle von Handwerk,
Forschung und Experiment. Für Julius markiert der Titel keinen Endpunkt, sondern eine
Zwischenstation. Er sieht darin vor allem die Bestätigung, dass sich präzises Arbeiten und
Neugierde verbinden lassen. „Eine Auszeichnung ist schön, aber sie verändert nicht den Anspruch“,
sagt er.
Was als Nächstes kommt, verrät er mir im Interview mit einem charmanten Lächeln allerdings
nicht. Zu viele Projekte sind noch vertraulich, zu viele Ideen in Arbeit. Nur eines verrät er mit
einem Augenzwinkern: „Es kommt noch einiges Spannendes.“ Wer ihn erlebt hat, glaubt ihm
jedes Wort.
mehr zu Julius Persoone auf seiner Homepage >> https://juliuspersoone.com/de/
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REPORTAGE | Iginio Massari
Iginio Massari
Wissen, Verantwortung und die Kunst,
nie fertig zu sein
Text: Tanja Neumann
CHEFHEADS-MAGAZIN
© Tanja Neumann
Köpfe & Technik
Wer in der Patisserie von Perfektion spricht, landet unweigerlich bei einem Namen: Iginio
Massari. Der Mann aus Brescia, verehrt von mehreren Generationen von Konditoren,
steht nicht für Glanz, sondern für Konsequenz. Für ihn ist Patisserie eine Schule
des Denkens – ein ständiges Forschen nach dem Punkt, an dem Handwerk zu Wissen wird.
„Wer glaubt, am Ziel zu sein, beginnt seinen Abstieg“, sagt er. Es ist einer jener Sätze, die er
ohne Pathos, fast beiläufig ausspricht – und die bleiben.
Wissen als Prozess
Für Massari ist Perfektion kein erreichbarer Zustand, sondern eine Bewegung. Lernen endet
nie, sondern vollzieht sich in jedem Handgriff neu. „Ein Fehler zeigt, wo das Wissen endet und
das Lernen beginnt.“ Seine Philosophie ist einfach: Wer aufhört zu fragen, hört auf, besser zu
werden.
Seine Schüler berichten, dass er sie lehrt, zu verstehen – nicht zu wiederholen. Warum ein Teig
reagiert, wie er reagiert. Warum eine Creme atmet, wenn sie ruht. Für Massari liegt Professionalität
nicht in der Routine, sondern im Begreifen.
Patisserie als Denken und Ethik
Er bezeichnet sich nicht als Künstler, sondern als Handwerker mit Bewusstsein. Handwerk,
sagt er, sei Denken in Bewegung – eine Verbindung aus Logik, Gefühl und Verantwortung.
„Wissen verliert seinen Wert, wenn es nicht geteilt wird.“ Dieser Satz begleitet ihn durch alle
Jahrzehnte seines Schaffens.
Für Massari ist Teilen keine Geste der Großzügigkeit, sondern Ausdruck von Respekt. Wer
Wissen weitergibt, sichert das Fortbestehen der Qualität. Er fordert von seiner Zunft weniger
Kreativität als Integrität. In einer Welt, in der Geschwindigkeit oft für Fortschritt steht, erinnert
er daran, dass Handwerk Zeit braucht.
Technologie mit Maß
Massari steht moderner Technik offen gegenüber, aber er bleibt ihr gegenüber wachsam. Maschinen
dürfen unterstützen, aber nie entscheiden.
„Technologie darf nicht denken. Wenn sie entscheidet, verliert der Mensch das Gefühl für Verantwortung.“
In seiner Backstube ist Präzision kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für Freiheit. Er
arbeitet mit modernster Ausstattung, doch die entscheidenden Entscheidungen trifft er mit
der Hand und dem Blick. Fortschritt bedeutet für ihn nicht Beschleunigung, sondern Verfeinerung.
Seine Haltung zur künstlichen Intelligenz ist geprägt von Respekt und Skepsis zugleich.
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REPORTAGE | Iginio Massari
Zwei Generationen Patisserie-Exzellenz: Iginio Massari
und Riccardo Bellaera – Mentor und Freund, vereint durch
Präzision und Leidenschaft.
© Tanja Neumann
Ein seltener Moment: Zwei
Ikonen der süßen Kunst – live in
der Masterclass.
Iginio Massari mit Irene Colombo
© Tanja Neumann
© Tanja Neumann
CHEFHEADS-MAGAZIN
Köpfe & Technik
„Die menschliche Intelligenz ist selektiv, die künstliche total – das wird ein Problem.“ KI, sagt
er, könne reproduzieren, aber nicht verstehen. Sie analysiert Daten, kennt aber keine Intuition.
„Man kann Zucker messen, aber nicht das Glück, das er auslöst.“ Für Massari beginnt Denken
immer beim Menschen – dort, wo Erfahrung auf Gefühl trifft.
Das Produkt als Sprache
Kaum ein anderes Gebäck verkörpert Massaris Philosophie so klar wie der Panettone. Für ihn
ist er nicht nur Tradition, sondern geistige Disziplin – ein Werk aus Geduld, Temperatur und
Vertrauen. In der Balance zwischen Hefe, Butter und Zeit entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit
und Gegenwart. Der Duft – warm, zitrisch, voll Erwartung – erzählt von Erinnerungen,
von Festen, von dem Wert des Wartens. „Im Panettone liegt die Geschichte Italiens, aber
auch die jedes Handwerkers, der ihm Form gibt.“
Dass ein Dessert eine Botschaft tragen kann, zeigt auch sein Dolce della Pace, der Friedenskuchen.
Entstanden nach einem frühen Morgen in Südtirol, als er den Tau auf einem Olivenzweig
sah. „Ich wollte etwas schaffen, das Hoffnung ausdrückt, ohne Pathos.“ Zartgrün, leicht,
mit Mandel, Zitrone und einem Olivenzweig aus Marzipan, steht der Kuchen für das, was Massari
antreibt: Ruhe, Balance, Menschlichkeit.
Für ihn ist jedes Dessert Kommunikation – ein Gespräch zwischen Mensch, Natur und Zeit.
Geschmack ist für ihn das Ergebnis von Neugier, Erfahrung und Erinnerung. Er beschreibt Gebäck
als „Form gewordene Idee“ – als ein Werk, das nicht laut ist, aber lange bleibt.
Führung durch Lehre
Wenn Massari lehrt, geschieht das mit Präzision, Geduld und echtem Interesse. Seine Schüler
sagen, er erkenne an einem Handgriff, ob jemand versteht. „Talent zeigt sich nicht im Erfolg,
sondern im Umgang mit Fehlern.“ Dieser Satz beschreibt sein Denken besser als jede Auszeichnung.
Aus dieser Haltung heraus entstand die APEI – Accademia dei Pasticceri Italiani
d’Eccellenza, in der die besten Konditoren Italiens zusammenkommen. Kein geschlossenes
System, sondern ein lebendiges Netzwerk von Könnern, die voneinander lernen. „Nur gemeinsam
können wir Qualität sichern“, betont er.
Zu seinen Weggefährten zählt auch Riccardo Bellaera, World Pastry Star und Corporate Pastry
& Bakery Chef bei Costa Cruises. Zwischen beiden besteht seit Jahren ein stilles Vertrauen
– geprägt von Austausch und gemeinsamer Arbeit an Perfektion. Bellaera nennt Massari seinen
Mentor, denjenigen, der ihm beigebracht hat, dass jede Komposition – sei sie aus Zucker,
Luft oder Zeit – nur so gut ist wie das Denken, das ihr vorausgeht.
Disziplin als kreative Bedingung
Massari beginnt jeden Tag mit Stille und Schreiben. Er nennt seine Notizen le mie preghiere
del mattino – die Gebete des Morgens.
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REPORTAGE | Iginio Massari
Fotocredits Aromi.group
Schicht für Schicht komponiert: Das Tiramisù des
Grande Maestro, Sinnbild seiner Philosophie von
Klarheit und Maß.
CHEFHEADS-MAGAZIN
Köpfe & Technik
© Tanja Neumann
Fotocredits Aromi.group
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REPORTAGE | Iginio Massari
© Tanja Neumann
Ein Symbol italienischer Exzellenz: Iginio Massari
auf der Bühne der Sweet Cruise. – Maestro Riccardo
Belaera (re), Dr. Luigi Bardini (Agrimontana), Maestro
Iginio Massari und Moderatorin Irene Colombo (re)
Show auf der Bühne der
Costa Toscana
© Tanja Neumann
CHEFHEADS-MAGAZIN
Köpfe & Technik
Es sind keine Rezepte, sondern Gedanken über Struktur, Geschmack und Proportion. Schreiben,
sagt er, schärft den Blick. Es zwingt zur Klarheit – dieselbe Klarheit, die er in seiner Arbeit
sucht.
Diese Disziplin ist kein Selbstzweck, sondern Teil seiner Kreativität. Routine schafft Raum für
Präzision, und Präzision schafft Freiheit. „Ich will verstehen, warum etwas funktioniert – nicht
nur, dass es funktioniert.“ In einer Zeit, in der viele das Neue mit dem Guten verwechseln,
bleibt Massari ein Forscher. Seine Neugier ist nicht jugendlich, sondern methodisch – getragen
von Erfahrung, nicht von Impuls.
Die Bühne der Welt
Über Jahrzehnte hat Iginio Massari das Bild der italienischen Patisserie geprägt – und tut es
bis heute. Seine Karriere liest sich wie ein Lehrbuch des Erfolgs, nur würde er selbst nie so
darüber sprechen. Mehr als dreihundert nationale und internationale Auszeichnungen, Ehrenpreise
in Frankreich, Japan und den USA. Seit 2015 ist er Ehrenpräsident des Coupe du Monde
de Pâtisserie.
Gleichzeitig hat er die Patisserie einem Millionenpublikum nähergebracht – in Formaten wie
The Sweetman, Il più grande pasticcere oder MasterChef Italia. Dort tritt er nicht als Showman
auf, sondern als ruhiger Gegenpol. Seine Art zu lehren – präzise, direkt, aber mit Geduld
– machte ihn zum Gesicht einer neuen kulinarischen Professionalität. Millionen Zuschauer begriffen
durch ihn, dass ein Dessert mehr sein kann als ein süßes Ende – nämlich ein Ausdruck
von Identität, geformt aus Tradition, Disziplin und Neugier.
Verantwortung für die Zukunft
Massari beobachtet die neue Generation mit Respekt, aber auch mit Sorge. „Viele wollen heute
sichtbar sein, bevor sie verstanden haben, was sie tun.“ Er meint das nicht als Kritik, sondern
als Erinnerung. Erfolg, sagt er, sei kein Ziel, sondern eine Folge. Er fordert Geduld, Selbstprüfung
und Respekt vor dem Produkt. Fortschritt entsteht nicht durch Effekte, sondern durch
Bewusstsein. „Nie zufrieden, nie fertig“ – das ist für ihn keine Floskel, sondern Prinzip.
Iginio Massari hat die Patisserie nicht nur revolutioniert – er hat ihr ein Gedächtnis gegeben.
Seine Arbeit erinnert daran, dass Handwerk und Denken kein Widerspruch sind. In einer Welt,
die immer schneller wird, bleibt er ein Mann des Maßes. Einer, der beweist, dass Wissen nicht
mit Daten beginnt, sondern mit Beobachtung. Ein Konditor, der weniger über Zucker spricht
als über Verantwortung – und gerade deshalb so süß bleibt in Erinnerung.
mehr zu Iginio Massari auf seiner Homepage >> https://www.iginiomassari.it/
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REPORTAGE | Julius Dechenaud
Julien Dechenaud – Ein Gespräch in
70 Prozent Kakao
- Tanja Neumann -
CHEFHEADS-MAGAZIN
© Tanja Neumann
Julien Dechenaud steht an einem Edelstahltisch in Vincennes, einem ruhigen Vorort im
Osten von Paris. In der Metallschüssel vor ihm glänzt flüssige Schokolade. Er rührt langsam,
prüft mit einem Spatel die Temperatur, die Konsistenz, die Bewegung. „Schokolade ist
empfindlich“, sagt er. „Sie reagiert auf alles – auf Wärme, Luft, selbst auf den Menschen, der
sie berührt.“ Es ist ein Satz, der erklärt, wie dieser Mann denkt.
Dechenaud gehört zu jener Generation französischer Chocolatiers, die ihr Handwerk zurück
zum Ursprung führen wollen. Er röstet seine Bohnen selbst, kontrolliert jeden Schritt, kennt
die Plantagen, von denen sie stammen. Für ihn ist Bean-to-Bar keine Stilrichtung, sondern die
logische Konsequenz eines handwerklichen Anspruchs. „Ich wollte alles verstehen – Röstung,
Fermentation, Zuckeranteil“, sagt er. Er spricht ruhig, fast analytisch, und vermeidet große
Worte.
Lehre und Weg
Julien Dechenaud ist keiner, der von Talent redet. Er spricht von Ausbildung, von Präzision, von
Wiederholung. Er arbeitete bei Jean-Paul Hévin, Patrick Roger und Alain Ducasse – drei Namen,
die in Frankreich für Maß und Struktur stehen. Von Hévin übernahm er den Blick für Proportionen,
von Roger das Auge für Form, von Ducasse das Verständnis für Organisation. „Sie haben
mir gezeigt, dass jedes Detail seinen Moment hat“, sagt er.
Mit 27 Jahren eröffnet er in Vincennes seine eigene Maison. Keine Boutique mit Glasvitrinen,
kein Schaufensterdesign. Eine Werkstatt, in der gearbeitet wird. „Ich wollte keinen Ort, an dem
man schaut“, sagt er. „Ich wollte einen, an dem man macht.“ Vincennes, nah an Paris und doch
außerhalb, passt dazu: überschaubar, konzentriert, ohne Ablenkung.
Geschmack und Methode
Dechenaud spricht über Schokolade, als würde er eine Gleichung lösen. Er glaubt an Reduktion,
nicht an Effekte. „Der Geschmack kommt aus der Materie“, sagt er. Zucker darf stützen,
aber nicht führen. Fett darf binden, aber nicht verdecken. „Süße ist nicht das Ziel, sondern das
Gleichgewicht.“ Die Textur muss tragen, ohne schwer zu wirken, die Bitterkeit soll sich zeigen,
ohne zu dominieren.
Wenn er über das richtige Verhältnis spricht, klingt es fast rechnerisch, aber was er meint, ist
Instinkt. „Ein Grad zu viel, und das Ergebnis verliert Tiefe. Ein Hauch zu wenig, und sie bleibt
still.“ In seiner Arbeit liegt eine Genauigkeit, die nicht nach Perfektion strebt, sondern nach
Stimmigkeit.
Ideenschmiede
Köpfe & Technik
Woher seine Ideen kommen? „Von Dingen, die ich gern esse“, sagt er lächelnd. Er folgt keinen
Trends, sondern dem eigenen Geschmack. „Wenn man alles nachmacht, verliert man seine Linie.“
Er beobachtet, probiert, korrigiert – und lässt weg, was überflüssig ist. „Ich will verstehen,
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REPORTAGE | Julius Dechenaud
© Julien Dechenaud
© Tanja Neumann
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Köpfe & Technik
warum etwas funktioniert – nicht einfach, dass es funktioniert.“
Seine Philosophie: Ein gutes Produkt wiederholt sich, ohne zu ermüden. Schokolade, sagt er,
muss man nicht erklären. Man muss sie so machen, dass man sie wieder essen will.
Herkunft und Verantwortung
Bean-to-Bar, der direkte Weg von der Bohne zur Tafel, ist bei Dechenaud kein Marketing. Er
wählt seine Kakaos selbst aus, besucht Plantagen, achtet auf Anbau, Arbeitsbedingungen,
Klima. „Wir kaufen keinen Kakao, wenn die Menschen dort nicht profitieren.“ Seine Lieferanten
sind Teil des Prozesses, keine Zulieferer. Er spricht über sie, als spreche er über Kollegen. „Es
geht nicht um Exotik“, sagt er. „Es geht darum, dass die Arbeit Sinn hat – für alle, die daran
beteiligt sind.“
Für ihn ist Herkunft kein Verkaufsargument, sondern Verantwortung. Er sagt das ohne Pathos,
fast sachlich, und kehrt mit einem Handgriff wieder zur Schüssel zurück.
Vanille und Erinnerung
Wenn er über Vanille spricht, verändert sich der Ton. „Ich erinnere mich an den Geruch, wenn
mein Vater Eis machte“, sagt er. „Vanille war überall – im Zucker, im Teig, in der Luft.“ Es ist sein
vertrautestes Aroma, das, das geblieben ist. Sein Flan à la Vanille ist schlicht, aber präzise.
Kein Dekor, keine Effekte, keine Verklärung. „Man kann nichts verstecken“, sagt er. „Nur Textur
und Geschmack.“ Ein Dessert wie ein Gedächtnisanker – und doch ganz Gegenwart.
Zusammenarbeit und Maßstab
Dechenaud arbeitet selten allein. Mit Agrimontana entwickelt er neue kandierte Früchte, weicher,
feiner, besser austariert. „Wir haben an der Struktur gearbeitet – weniger Zucker, mehr
Frucht.“ Seine Partnerin Olivia, Künstlerin, gestaltet die Verpackungen. „Sie denkt visuell, aber
mit derselben Präzision, mit der ich an Schokolade arbeite.“
Er erzählt von einem Haselnussbauern, den er seit Jahren kennt. „Ich arbeite gern mit Menschen,
die ich verstehe. Es ist besser, wenn man sich vertraut, statt nur Verträge zu haben.“
Der Bauer verkauft inzwischen direkt, zu besseren Konditionen. „Er verdient besser, und wir
bekommen bessere Qualität. Das ist fair – und das ist genug.“
Vincennes
Julien Dechenaud erzählt von seiner Boutique, als spräche er über etwas, das einfach passieren
musste. „Ich habe den Ort zufällig gefunden“, sagt er. „Es war kein Plan, sondern ein
Glücksfund.“ Vincennes, der ruhige Vorort östlich von Paris, passte zu dem, was er suchte –
Nähe zur Stadt, aber genug Abstand, um in Ruhe zu arbeiten. „Es ist klein, aber es reicht. Ich
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REPORTAGE | Julius Dechenaud
© Tanja Neumann
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wollte keinen großen Laden.“ In seiner Boutique wird produziert, nicht präsentiert. Kein Showroom,
keine Vorführungen – eine Werkstatt, in der Schokolade entsteht. Edelstahl, Holz, klare
Linien. „Ich mag, wenn alles sauber und funktional ist.“ Die meisten, die kommen, wohnen in
der Umgebung. „Ich wollte etwas für die Menschen hier machen, nicht für Touristen.“ Vincennes,
sagt er, sei fast dörflich, und genau das gefalle ihm.
mehr zu Julien Dechenaud auf seiner Homepage >>https://www.juliendechenaud.com/
Produktkatakog als PDF >>
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Süße Intelligenz – Wie Luigi Bardini von
Agrimontana
die Patisserie weiterdenkt
Zucker ist nur ein Teil der Wahrheit. Luigi Bardini lächelt, wenn er das sagt. Der Geschäftsführer
von Agrimontana denkt über Süße nach, als wäre sie ein Forschungsgebiet. Für ihn liegt
die Zukunft der Patisserie nicht im nächsten Trend, sondern in Wissen, Erfahrung und Geduld.
„Der Geschmack eines Produkts beginnt lange, bevor jemand Zucker abwiegt“, erklärt er. Damit
meint er den Moment, in dem eine Frucht geerntet wird, die Luft, das Licht, den Boden.
Alles, was folgt, ist nur die Fortsetzung dieser Geschichte.
Patisserie als Denkaufgabe
Agrimontana, 1972 im piemontesischen Borgo San Dalmazzo gegründet, ist längst mehr
als eine Manufaktur für kandierte Maronen, Konfitüren und Honige. Es ist ein Ort, an dem
Handwerk, Wissenschaft und Ethik sich nicht ausschließen. Bardini spricht von „intelligentem
Handwerk“ – einer Patisserie, die mit dem Kopf denkt und mit den Händen fühlt.
„Nur wer weiß, wie sich ein Produkt verhält, kann es respektvoll behandeln.“ In dieser Formel
steckt die Logik des Hauses. Temperatur, Zucker, Feuchtigkeit – alles wird gemessen, verglichen,
analysiert. Nicht, um die Natur zu kontrollieren, sondern um sie zu verstehen. „Wissen ist
kein Gegensatz zu Gefühl“, sagt Bardini. „Es macht das Gefühl präziser.“
CHEFHEADS-MAGAZIN
Credits: © Agrimontana
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Authentisch ist besser als natürlich
Das Wort „natürlich“ verwendet Bardini kaum noch. „Zu oft missbraucht, zu wenig ehrlich“,
sagt er. Stattdessen spricht er von Authentizität – einem Begriff, der für ihn mehr mit Verantwortung
als mit Romantik zu tun hat.
Jede Frucht, die in Borgo San Dalmazzo verarbeitet wird, ist bis zur Parzelle rückverfolgbar. Die
Bauern, mit denen Agrimontana arbeitet, sind Partner, keine Zulieferer. „Ein Produkt kann nur
so rein sein wie seine Geschichte.“ Kein Aroma soll etwas simulieren, kein Zusatzstoff etwas
beschönigen. Nur Frucht, Zucker, Zeit und Temperatur. Bardini nennt das den „intelligenten
Respekt“. Echtheit entsteht nicht aus Nostalgie, sondern aus Präzision.
Frutta Candita – Wenn Technik dem Geschmack dient
Innovation bedeutet bei Agrimontana nicht Geschwindigkeit, sondern Genauigkeit. Das zeigt
das Verfahren Frutta Candita, eine Eigenentwicklung des Hauses. Dabei werden Früchte bei
niedriger Temperatur und kontrollierter Feuchtigkeit pasteurisiert. Das verlängert die Haltbarkeit,
ohne Geschmack oder Struktur zu verlieren.
„Früchte verlieren bei zu hoher Hitze ihren Duft“, sagt Luigi Bardini. „Also haben wir eine Methode
gesucht, die die Natur schützt, anstatt sie zu verändern.“ Keine Zusatzstoffe, keine
chemische Stabilisierung – nur Temperatur, Zeit, Wissen. Mit dieser Technik gelang Agrimontana
eine kleine Revolution: handwerkliche Qualität, industriell reproduzierbar, ohne Kompromisse.
„Innovation muss der Qualität dienen, nicht dem Tempo.“
Deshalb sucht Bardini den Austausch mit den Besten seines Fachs. Einer von ihnen ist Iginio
Massari, Italiens berühmtester Pâtissier und seit Jahrzehnten eine Referenz in der Welt
der süßen Künste. Auch Riccardo Bellaera, World Pastry Star und Corporate Pastry & Bakery
Chef der gesamten Costa Kreuzfahrten, gehört zu diesem Kreis. Mit ihm arbeitet Agrimontana
an Konzepten, die zeigen, wie sich höchste Konditorkunst auch in großen Küchen umsetzen
lässt: präzise, nachhaltig und geschmacklich konstant. Agrimontana arbeitet außerdem mit
vier renommierten Sterneküchen weltweit zusammen – Partnerschaften, in denen Wissen
und Praxis ineinandergreifen. Neue Produkte entstehen im Dialog: durch Zuhören, Probieren,
Verfeinern. „Viele Firmen hören Köche nicht“, sagt Bardini. „Wir schon.“
Warum Profis auf Agrimontana setzen
Wenn Luigi Bardini über seine Kundschaft spricht, klingt das weniger nach Vertrieb als nach
Vertrauen. „Ein Pâtissier muss wissen, wie sich eine Frucht verhält – sonst kann er keinen
Geschmack planen.“ Dieser Satz beschreibt, warum viele Spitzenköche seit Jahren mit Agrimontana
arbeiten: Verlässlichkeit im Detail.
Die Produkte entstehen aus denselben Parametern, die auch in einer guten Küche gelten –
Herkunft, Reife, Präzision. Jede Frucht ist rückverfolgbar, jedes Glas Konfitüre reproduzierbar,
ohne an Charakter zu verlieren. So entsteht Planbarkeit, ohne Kompromisse beim Geschmack.
„Wir garantieren denselben Geschmack, egal ob in Tokio oder in Mailand – nicht durch Chemie,
sondern durch Wissen“, sagt Bardini. Für Profis bedeutet das: Zeitersparnis mit Bewusstsein.
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Luigi Bardini | Geschäftsführer
Credits: © Agrimontana
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CHEFHEADS-MAGAZIN
Maronen-Produktion
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Die Basis stimmt, das Handwerk bleibt. „Unsere Produkte sind kein Ersatz für Können, sie
machen es reproduzierbar“, erklärt er. Besonders geschätzt wird der Dialog mit der Küche
und Konditorei. Neue Entwicklungen entstehen selten im Büro, sondern aus Gesprächen mit
Patissiers, die täglich mit den Zutaten arbeiten. „Viele Firmen hören Köche nicht“, sagt Bardini.
„Wir schon.“
Lernen als Handwerk
Wer Bardini zuhört, merkt schnell: Er redet nicht über Erfolg, sondern über Entwicklung. „Lernen
ist mehr als Ausbildung“, sagt er. „Lernen entsteht durch Erfahrung, nicht durch Schulung.“
In Borgo San Dalmazzo arbeiten erfahrene Fachkräfte neben jungen Lebensmitteltechnikern.
Hier zählt nicht, wie schnell jemand arbeitet, sondern wie genau. Tempo, meint Bardini, sei der
größte Feind des Geschmacks. „Geschwindigkeit tötet Qualität.“ Geduld dagegen bewahrt
sie. Er sucht junge Menschen, die Fragen stellen. „Wir müssen lehren, zu denken, nicht zu kopieren.“
Wissen sei kein Luxus, sondern die Grundlage handwerklicher Intelligenz.
Die Freude am Verstehen
„Der Geschmack des Regenbogens“, sagt Luigi Bardini, „fängt die Gelassenheit und Freude
ein, die man empfindet, wenn man ihn sieht – und er trägt alle Farben und Nuancen der Welt
in sich.“ Für ihn ist dieser Regenbogen kein poetisches Bild, sondern eine Formel für Gleichgewicht:
zwischen Forschung und Gefühl, Erfahrung und Neugier. Vielleicht ist genau darin
der Kern seines Denkens zu finden – in einem Handwerk, das Wissen in Freude verwandelt.
“La gioia di capire.”
Credits: © Agrimontana
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Credits: © Achenbach
Credits: © Achenbach
Credits: © Achenbach
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Espumas von Achenbach:
Leichtigkeit und Raffinesse für jede Profiküche
Mit den neuen Espumas erweitert die Achenbach Delikatessen-Manufaktur ihr High
Convenience Sortiment um eine Produktlinie, die Leichtigkeit und Raffinesse in der Profiküche
verbindet. Zartschmelzende Espumas mit feinster Textur und elegantem Geschmack heben
Gerichte auf ein neues Niveau – von der Vorspeise bis zum Dessert.
Dank ihrer stabilen, luftigen Konsistenz lassen sie sich sowohl im Glas servieren als auch auf
dem Teller anrichten. So entstehen für abwechslungsreiche Präsentationen und harmonische
Geschmacksakzente. Als fester Bestandteil des Achenbach Baukastensystems Mix & Match
sind die Espumas ideale Teamplayer in Kombination mit weiteren küchenfertigen High
Convenience-Komponenten. Köche sparen dadurch wertvolle Zeit, steigern kulinarische
Individualität und erweitern Ihr Angebotsspektrum – bei minimalem Aufwand.
4 x herzhaft, 2 x süß für grenzenlose Kreativität
• Shiso-Espuma
vegan, pikant, erdig-zitronig frisch, mit Umami perfekt für die asiatische Küche
• Joghurt-Gurken-Espuma
erfrischend zu Fisch/Meeresfrüchten oder Melone und Salat
• Krustentier-Safran-Espuma
aromatisch zu Fischgerichten, warm oder kalt anzurichten
• Beurre blanc-Epuma
feines Butter-Säure-Spiel, ideal für Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel oder Gemüse
• Mango-Passionsfrucht-Espuma
vegan, exotisch-fruchtig
• Weißes Schokoladen-Fichten-Espuma
vollmundiger Schokoladengeschmack mit Waldnote
Espumas von Achenbach: Praktisch, hochwertig und wirtschaftlich
Achenbachs Espumas überzeugen nicht nur durch Geschmack, sondern auch durch ihre
Praxistauglichkeit: Sie sind kompatibel mit dem iSi-System und allen gängigen Whippern,
lassen sich einfach und präzise portionieren und begeistern durch ihre stabile, zugleich luftige
Konsistenz. Dank kleiner 1-kg-Beutel entstehen kaum Verluste, während die Tiefkühlung für
optimale Haltbarkeit und jederzeitige Frische sorgt. Zubereitet aus hochwertigen Zutaten
verbinden die Espumas Qualität und Effizienz.
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Credits: © Achenbach
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CHEFHEADS-MAGAZIN
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Über die Achenbach Delikatessen-Manufaktur
Seit 1954 beliefert die Achenbach Delikatessen-Manufaktur Gastronomie, Hotellerie,
Gemeinschaftsverpflegung, Event- und Travel-Catering mit handgefertigten Food-Spezialitäten.
Das Familienunternehmen in dritter Generation beschäftigt an zwei Standorten (Sulzbach,
Bad Soden) rund 100 Mitarbeiter*innen. Mit dem Rudolf Achenbach Preis, dem Wettbewerb
für Koch-Azubis engagiert es sich seit 1975 zusammen mit dem Verband der Köche Deutschlands
e.V. (VKD) in der Nachwuchsförderung.
Rudolf Achenbach GmbH & Co. KG
Hauptstraße 106,
65843 Sulzbach
Tel: 06196 / 6009-0
Fax: 06196 / 6009-28
Mail: info@achenbach.com
Web: https://www.achenbach.com/
Credits: © Achenbach
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WARENKUNDE
Peking-Ente
Wie ein knusperiges Hofgericht die Welt eroberte
Kulinarischer Streifzug zu Pekings ikonischem Nationalgericht
T
Text & Recherche: Anke Sademann
This is a picture of a w:Peking duck being roasted in a hung oven in a w:Quanjude restaurant in Beijing,
taken by German photographer Helen Morrison in 1933. The photo is in the public domain because it's
published in China over 50 years ago, and before the dates mentioned in the tag below.
CHEFHEADS-MAGAZIN
WARENKUNDE
In Chinas Hauptstadt Peking - oder auch Beijing- ist die kulinarische Vielfalt zu Hause. In der
Stadt mit dem bekannten Himmelstempel lassen sich zum einen alle großen chinesischen
Regionalküchen erschmecken – und längst auch nahezu jede asiatische und viele internationale
Küchen. Für Peking stehen zwei Gerichte: der mongolische Feuertopf und die Peking-Ente
( běijīng), die es vom lokalen Prestigeobjekt zum globalen Kultgericht gebracht hat.
Ein kaiserliches Versprechen aus Hitze, Haut und Ritual
Die Peking-Ente ist in ihrer heutigen Form kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat jahrhundertelanger
Verfeinerung. Schon in der Yuan-Zeit finden sich Hinweise auf geröstete Entengerichte
in der Hofküche. Besonders wichtig ist ein Werk aus dem Jahr 1330, das Yinshan
Zhengyao, in dem Entenzubereitungen für den kaiserlichen Kontext dokumentiert werden.
Die Rezepte ähneln noch nicht eins zu eins dem heutigen Gericht, markieren aber den Beginn
eines kulinarischen Statussymbols.
Mit der Ming-Dynastie nahm die Geschichte Fahrt auf: Als der Kaiserhof seine Macht nach
Peking verlegte, zogen nicht nur Beamte und Militär mit – sondern auch die Besten der besten
Küchenmeister. In dieser Zeit reifte die Idee der „modernen“ Peking-Ente: das kompromisslose
Streben nach einer Haut, die knistert, ohne zu fetten; und nach einem Fleisch, das saftig
bleibt, während außen bereits Karamellfarben wie Lack das Tier ummanteln.
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WARENKUNDE
CHEFHEADS-MAGAZIN
WARENKUNDE
Die Technik hinter der Legende
Wer Peking-Ente nur als „knusprige Ente mit Pfannkuchen“ abtut, unterschätzt die Choreografie
des Handwerks. Traditionell wird die Haut durch Luft vom Fleisch getrennt, die Ente
glasiert (oft mit Malzzucker oder Sirup) und anschließend getrocknet, bevor sie in spezialisierten
Öfen geröstet wird. Das Ziel ist ein physikalisches Kunststück: Fett soll rendern, die Haut
sich spannen und in einem dünnen, glänzenden Mantel enden – während die Fleischfasern
darunter zart bleiben. Das Servieren folgt der Logik des Theaters. In vielen klassischen Häusern
wird die Ente den Gästen präsentiert und von geschulten Tranchiermeistern in präzisen
Scheiben zerlegt. Häufig gilt die Haut – besonders die der Brust – als kostbarster Teil. Dass
manche Restaurants sie zuerst, fast wie eine Vorspeise, zelebrieren, ist weniger Exzentrik als
Tradition: Hier wird die Essenz des Gerichts sichtbar.
Zwei Öfen, zwei Philosophien
Die kulinarische Landkarte Pekings kennt zwei große Schulen, die bis heute identitätsstiftend
wirken:
1️. Der geschlossene Ofen (mènlú)
Dieser Stil wird besonders mit Bianyifang verbunden, einem der ältesten Namen der Stadt.
Bianyifang wurde der Überlieferung nach 1416 gegründet und bewahrte die Tradition des
geschlossenen Ofens, bei dem die Ente eher von der gespeicherten Hitze der Ofenwände
als von offenen Flammen gegart wird. Das Ergebnis: gleichmäßige Wärme, eine oft etwas
zartere Textur und ein runder, milder Charakter.
2. Der offene Hängeofen (guàlú)
Quanjude, 1864 gegründet, machte den Hängeofen weltberühmt. Hier hängen die Enten
frei über dem Feuer – traditionell mit Obstbaumholz aromatisiert – was eine stärker geröstete,
besonders knusprige Haut begünstigt. Diese Methode wurde so prägend, dass die Quanjude-Technik
2008 als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. Beide Stile sind mehr als
Technik: Sie sind Geschmackspolitik. Der eine setzt auf sanfte Wärme und Traditionstiefe,
der andere auf Duft, Drama und krachende Knusprigkeit.
Von der Hofküche in die Stadt – und weiter in die Welt
Spätestens in der Qing-Zeit war die Peking-Ente nicht nur Hofprivileg, sondern Ausdruck urbaner
Esskultur. Dichter und Gelehrte erwähnten sie, Restaurants entwickelten Standards,
und aus einem exklusiven Gericht wurde eine städtische Institution. Im 20. Jahrhundert bekam
die Ente eine zusätzliche Rolle: Sie wurde zum diplomatischen Symbol. Staatsbesuche
und internationale Delegationen machten das Gericht zum essbaren Aushängeschild Chinas.
Die weltweite Sichtbarkeit wuchs – und mit ihr die Vorstellung, Peking-Ente sei so etwas wie
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WARENKUNDE
CHEFHEADS-MAGAZIN
WARENKUNDE
ein kulinarischer Passierschein in die chinesische Kultur.
Der globale Klassiker – und die kleine Überraschung am Tisch
Heute steht Peking-Ente auf Speisekarten von Berlin (Peking Ente Berlin: https://www.peking-ente-berlin.de/
) bis Buenos Aires. Oft wird sie mit dünnen Pfannkuchen, Frühlingszwiebeln,
Gurke und süßer Bohnen- oder Hoisin-Sauce serviert – eine Kombination, die gleichzeitig
knackig, süßlich, salzig und üppig wirkt. Doch das vielleicht Schönste an diesem Gericht ist
nicht nur der Geschmack, sondern sein Rhythmus: die Vorführung, das Tranchieren, das gemeinsame
Rollen, das langsame Verschwinden der Ente in mehreren Gängen – bis schließlich
aus Knochen und Resten eine Suppe entsteht, die das Menü abrundet. Ein Gericht, das sich
Zeit nimmt, schenkt auch Zeit zurück.
Warum die Peking-Ente bleibt
Die Peking-Ente ist nicht einfach „berühmte chinesische Speise“. Sie ist eine Esskultur in Miniatur:
imperialer Ursprung, technisches Handwerk, urbane Restaurantgeschichte, diplomatische
Bühne und weltweite Populärküche – alles in einem einzigen, glänzenden Vogel vereint.
Und vielleicht ist genau das ihr Geheimnis: Sie ist zugleich Vergangenheit und Gegenwart,
Ritual und Genuss, Hochküche und Street-Mythos. Eine kulinarische Legende, die man nicht
nur isst – sondern erlebt.
This is a picture of a w:Peking duck being roasted in a hung oven in a w:Quanjude restaurant in Beijing, taken
by German photographer Helen Morrison in 1933. The photo is in the public domain because it's published
in China over 50 years ago, and before the dates mentioned in the tag below.
Taken by German photographer w:Helen Morrison (Photographer) in 1933.
File:Peking duck, Yokohama Chinatown - Jan 31, 2020.jpg
Ishikawa Ken, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons
Uploaded a work by Ishikawa Ken from https://www.flickr.com/photos/chidorian/49471729162/ with
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Reinhold Möller, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
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WARENKUNDE
Huhn & Hahn © unsplash.com
Geflügel – alles außer Weihnachtsgans:
Warenkunde, Vielfalt & kulinarische Inspiration
Geflügel gehört zu den wandlungsfähigsten Proteinen der Küche. Es ist leichter als klassisches
Festtagsbratenfleisch, bietet je nach Tierart unterschiedliche Aromaprofile und lässt
sich von rustikal bis Fine Dining in nahezu jede kulinarische Richtung interpretieren. Für Köche
und Gastronomen, die im Dezember bewusst nicht auf die allgegenwärtige Gans setzen
möchten, eröffnet Geflügel eine enorme Spielwiese für Geschmack, Technik und Textur.
Im Folgenden eine kompakte Warenkunde – von Huhn bis Taube – samt sensorischen Besonderheiten
und Ideen für die moderne Küche.
CHEFHEADS-MAGAZIN
Hähnchen & Poularde
der Allrounder mit Qualitätsunterschieden
Herkunft & Qualität
Hähnchen gehört zu den weltweit meistverarbeiteten Geflügelarten. In der Gastronomie gewinnt
die Poularde an Bedeutung: ein älteres, schwereres Junghuhn mit höherem Fettanteil. Dieser
sorgt für saftigeres Fleisch und eine kräftigere Aromatik als bei herkömmlichen Masthähnchen.
WARENKUNDE
Sensorik
Zartes, mildes Fleisch
Feiner Eigengeschmack
Ideal für Gewürze, Kräuter und internationale Aromatik
Kulinarische Ideen
Niedrigtemperatur gegarte Poulardenbrust mit winterlichen Kräutern
Geschmorte Keulen in Chardonnay & Schalotten
Crispy Chicken mit Miso-Honig-Lack für die moderne Sharing-Küche
Ente – kräftig, aromatisch, winterlich
Herkunft & Besonderheiten
Die Ente bietet ein reichhaltigeres, dunkleres Fleisch als Huhn, mit höheren Fettdepots und
einem intensiven Eigengeschmack. Besonders gefragt: Barbarie-Enten und Cherry Valley
Ducks aus sorgfältiger Zucht.
Sensorik
Dunkles, aromastarkes Fleisch
Fettige Haut mit Potenzial für perfekte Knusprigkeit
Ideal für elegante, reduzierte Saucen
Kulinarische Ideen
Dry-Aged Entenbrust, rosa gebraten, mit fermentierten Beilagen
Entenconfit als Vorspeise mit Pastinake & Jus
Knusprige Entenhaut als Textur-Element im Fine Dining
Perlhuhn – das elegante Wildgeflügel
Herkunft & Charakteristik
Das Perlhuhn stammt ursprünglich aus Afrika und ist geschmacklich eine Brücke zwischen
Huhn und Wild. Sein Fleisch ist fester, aromatischer und ideal für winterliche Menüs.
Sensorik
Fein-wildiges, leicht nussiges Aroma
Zartes und zugleich strukturreiches Fleisch
Perfekt für Röstaromen
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WARENKUNDE
Geflügel – alles außer Weihnachtsgans:
Warenkunde, Vielfalt & kulinarische Inspiration
Geflügel gehört zu den wandlungsfähigsten Proteinen der Küche. Es ist leichter als klassisches
Festtagsbratenfleisch, bietet je nach Tierart unterschiedliche Aromaprofile und lässt
sich von rustikal bis Fine Dining in nahezu jede kulinarische Richtung interpretieren. Für Köche
und Gastronomen, die im Dezember bewusst nicht auf die allgegenwärtige Gans setzen
möchten, eröffnet Geflügel eine enorme Spielwiese für Geschmack, Technik und Textur.
Im Folgenden eine kompakte Warenkunde – von Huhn bis Taube – samt sensorischen Besonderheiten
und Ideen für die moderne Küche.
Hähnchen & Poularde
der Allrounder mit Qualitätsunterschieden
Herkunft & Qualität
Hähnchen gehört zu den weltweit meistverarbeiteten Geflügelarten. In der Gastronomie gewinnt
die Poularde an Bedeutung: ein älteres, schwereres Junghuhn mit höherem Fettanteil. Dieser
sorgt für saftigeres Fleisch und eine kräftigere Aromatik als bei herkömmlichen Masthähnchen.
Sensorik
Zartes, mildes Fleisch
Feiner Eigengeschmack
Ideal für Gewürze, Kräuter und internationale Aromatik
Kulinarische Ideen
Niedrigtemperatur gegarte Poulardenbrust mit winterlichen Kräutern
Geschmorte Keulen in Chardonnay & Schalotten
Crispy Chicken mit Miso-Honig-Lack für die moderne Sharing-Küche
Ente – kräftig, aromatisch, winterlich
Herkunft & Besonderheiten
Die Ente bietet ein reichhaltigeres, dunkleres Fleisch als Huhn, mit höheren Fettdepots und
einem intensiven Eigengeschmack. Besonders gefragt: Barbarie-Enten und Cherry Valley
Ducks aus sorgfältiger Zucht.
CHEFHEADS-MAGAZIN
WARENKUNDE
Sensorik
Dunkles, aromastarkes Fleisch
Fettige Haut mit Potenzial für perfekte Knusprigkeit
Ideal für elegante, reduzierte Saucen
Kulinarische Ideen
Dry-Aged Entenbrust, rosa gebraten, mit fermentierten Beilagen
Entenconfit als Vorspeise mit Pastinake & Jus
Knusprige Entenhaut als Textur-Element im Fine Dining
Perlhuhn – das elegante Wildgeflügel
Herkunft & Charakteristik
Das Perlhuhn stammt ursprünglich aus Afrika und ist geschmacklich eine Brücke zwischen
Huhn und Wild. Sein Fleisch ist fester, aromatischer und ideal für winterliche Menüs.
Sensorik
Fein-wildiges, leicht nussiges Aroma
Zartes und zugleich strukturreiches Fleisch
Perfekt für Röstaromen
Kulinarische Ideen
Perlhuhnbrust sous-vide mit Kräuterkruste
Geschmorte Perlhuhnkeulen mit Rosmarin & Zitrus
Perlhuhn-Consommé als elegante Vorspeise
Perlhuhn© unsplash.com
Wachtel © unsplash.com
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WARENKUNDE
WARENKUNDE DER SELTENEN ARTEN
Wild & Fein – Die seltenen Geflügelarten im Überblick
Schnepfe (Waldschnepfe)
Aroma: intensiv-wild, erdig, leicht eisenhaltig
Textur: dunkel, dicht, feinfaserig
Küche: rosa Brust, confierte Keulen, klassisch à la presse
Besonders: eine der aromatischsten Wildarten Europas
Rebhuhn (Partridge)
Aroma: fein, mild-wildig, elegant
Textur: extrem zarte Brust
Küche: rosa braten, Keulen confieren
Pairing: Trauben, Cognac, Topinambur
Fasan
Aroma: mild-nussig, leicht wild
Textur: mager, feinfasrig
Küche: sous-vide Brust, geschmorte Keulen
Highlights: ideal für Fonds und consommés
Wildtaube (Ringeltaube)
Aroma: kräftig, dunkel, leicht metallisch
Textur: seidig, intensiv
Küche: Brust rosa, Keulen geschmort
Highlight: perfekte Basis für Rotwein- und Wacholderjus
Moorhuhn (Grouse)
Aroma: tief, erdig, wild
Küche: Brust rosa + Beeren, Keulen geschmort
Besonders: britische Delikatesse, sehr saisonal
Hinweis (Rechtliches):
Der Wachtelkönig (Wiesenralle oder Wiesenknarrer) siehe Foto:
ist in der EU streng geschützt – keine Nutzung erlaubt.
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ZUBEREITUNGSTECHNIKEN
Techniken, die Aromatik bewahren
WARENKUNDE
1️. Rosa Garung
Die wichtigste Technik für alle feinen Bruststücke.
Kerntemperatur: 52–58 °C
Vorteile: maximale Saftigkeit, klare Aromen
2. Confieren
Schonende Fettgarung für Keulen.
Garung: 80–95 °C
Mittel: Entenfett, Fond, Nussbutter
3️. Pressen (à la presse)
Der französische Klassiker für Schnepfe & Taube.
Ergebnis: extrem konzentrierte Jus aus Karkasse, Blut & Innereien.
4. Fonds & Essenzen
Federwild liefert exzellenten Fond.
Idee: hell für Rebhuhn, dunkel für Fasan & Taube.
5. Dry Aging für Geflügel
Kurzreifung (2–7 Tage) intensiviert Geschmack.
Ideal: Taube, Fasan, Ente.
Schnepfe © unsplash.com
Rebhuhn © unsplash.com
Fasan © unsplash.com
Moorhuhn (Grouse) © unsplash.com
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Matching
WARENKUNDE
KOMPONENTEN: SAUCEN
Saucen, die tragen – Die Aromatik im Mittelpunkt
Wacholderjus
Warm, würzig, winterlich.
Ideal: Fasan, Rebhuhn, Taube.
Portweinreduktion
Süß, tief, elegant.
Ideal: Schnepfe, Taube, Moorhuhn.
Variation: Port + Brombeere + Kakao.
Grand Veneur
Französischer Wildklassiker mit Preiselbeeren.
Ideal: Rebhuhn & Fasan.
Schnepfenjus „Schnepfendreck“ (gepresst)
Für die Königin der Wildküche – unverwechselbar intensiv.
ORIENTIERUNG & KO
Der große Fine-Dining-Gu
Art Intensität Beste Technik
Schnepfe sehr intensiv Rosa + Presse
Rebhuhn mild-elegant Rosa + Confieren
Fasan mittel-wild Sous-vide + Schmoren
Taube intensiv Rosa + Jus
Moorhuhn sehr wild Rosa + Beeren
Schlusswort / E
Seltenes Geflügel ist keine Massenware, sondern ein handwerkliches und sensorisches Erlebnis. W
plex und unvergesslich sind.
Eine Küche, die nicht laut sein
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WARENKUNDE
BEILAGEN & PAIRINGS
Beilagen für Balance & Tiefe
• Erdige Wintergemüse
• Selleriepüree (Fine-Dining-Standard)
• Pastinake | Schwarzwurzel
• Rote Bete | Topinambur
• Fruchtige Kontraste
• Brombeere
• Traube | Feige | Quitte
• Preiselbeere
• Stärkezutaten & Texturen
• Nussbutter-Kartoffelpüree
• Brioche | Polenta
• Spätzle | Gnocchi
• Moderner Crunch
• Geflügelhaut-Chips
• geröstete Haselnüsse
• Sauerteig-Crunch
MPLETTÜBERSICHT
ide für seltenes Geflügel
-Tabelle
Passende Sauce Beste Beilagen Kontrast
Portwein, Kakaonus Sellerie, Pilze Brombeere
Grand Veneur Trauben, Topinambur Birne
Wacholderjus Schwarzwurzel, Spätzle Preiselbeere
Rotwein, Port Sellerie, Pastinake Kakao
Portreduktion Rotkohl, Polenta Gewürzbirne
ditorial Note
er die Besonderheit dieser Tiere respektiert und präzise arbeitet, erschafft Gerichte, die tief, kommuss
– weil sie leise brilliert.
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GEFLÜGEL (alles ausser Weihnachtsgans)
Galionsfigur der Berliner Peking Ente
Mengling Tang – Restaurant Peking Ente Berlin
Nominiert als Gastgeberin des Jahres (Berliner Meisterköche 2025)
Text und Fotos: Anke Sademann
ChefHeads-Autorin Anke Sademann trifft Gastgeberin, Restaurantleiterin und Tochter
Mengling Tang zu einem Gespräch über chinesisches Esskolorit –
und eine Runde überirdisch knuspriger Ente.
CHEFHEADS-MAGAZIN
Fotos © Anke Sademann
Neues aus der Hauptstadt
Chinarestaurants gehören neben Italienern und Griechen zu den ersten gastronomischen
Importen Deutschlands. Über Jahrzehnte bedienten viele Häuser vor allem vertraute
Klischees: süß-sauer, Glutamat, an westliche Gaumen angepasste Saucen. Die Familie
Tang aus Peking fand das schade. Mit ihrem Restaurant Peking Ente Berlin positionierte sie
sich konsequent bereits 25 Jahren - von Anfang an bewusst dagegen: keine verwässerte
„China-Cuisine“, keine Fusion-Spielereien, sondern eine Küche, die ihren Wurzeln treu bleibt.
Die traditionelle Peking-Ente steht dabei im Mittelpunkt.
Mengling Tang trägt eine rubinrote „Tangzhuang“-Jacke zur schwarzen Hose. Perlenohrringe
glänzen an ihren Ohren wie kleine Sterne auf der Chinaflagge. Die edle, asymmetrisch geschlossene
„Tang-Satinjacke“ mit Mandarin-Stehkragen unterstreicht nicht nur ihren Namen,
sondern auch ihre zugewandte, herzliche, fast fürsorgliche Art und ihre weltoffene Gelassenheit.
Wie eine strahlende Galionsfigur steht sie an der Reling des elterlichen Segelschiffs
– dem „Restaurant Peking Ente“ in der Voßstraße 1 – und geleitet seit fast zwei Jahrzehnten
fast jeden Abend Stammgäste und neue Gäste an Bord: in den wunderbar klar eingerichteten
Gastraum, der ebenso asketisch wie warm wirkt. Diesen chinesischen Gastrotempel mitten in
Berlins Mitte, unweit des Regierungsviertels, hatten ihre Eltern – Herr Tang und Frau Liu – vor
25 Jahren eröffnet. Wo heute das Restaurant Peking Ente steht, befand sich zwischen 1939
und 1945 die Neue Reichskanzlei; das Hinterhaus existierte noch bis 1990, der vordere Teil
wurde bereits in den späten 1980er-Jahren nicht mehr genutzt. Heute ist die Seele des Ortes
längst kosmopolitisch transformiert.
Mutter Liu kam 1989 nach Deutschland, kochte im damals hier ansässigen „Restaurant Indonesia“
und träumte davon, dieses Haus eines Tages selbst zu führen. Sie arbeitete hart, das
Karma war ihr hold – 1999 erfüllte sich ihr Wunsch: Gemeinsam mit ihrem Mann übernahm sie
das Restaurant und eröffnete es unter neuer Flagge. Sie nannten es nach ihrer Heimatstadt
„Peking Ente Berlin“. Nach dem Abitur in Peking 1994 folgte Tochter Mengling ihren Eltern in
die deutsche Hauptstadt. 2003 lernte sie im neu gegründeten, exklusiven China Club Berlin
im Adlon-Palais den Umgang mit prominenten Gästen aus aller Welt. Im Sommer 2007 übernahm
Mengling die Geschäftsleitung.
Das Restaurant Peking Ente liegt im Regierungsviertel von Berlin-Mitte und bewirtet regelmäßig
Gäste des Bundespresseamtes sowie Delegationen aus Politik und Wirtschaft. Neben
Berlinerinnen und Berlinern finden auch internationale Bekanntheiten den Weg zum rot
leuchtenden, gläsernen Eingangsportal. Der weltbekannte Pianist Lang Lang, Kultmusiker
Alice Cooper oder Megastar Barbra Streisand sind hier zwischengestrandet, aber auch Christian
Thielemann (Chef der Staatsoper) und seine Musiker essen hier beinahe täglich. Berliner
Starkoch Tim Raue bestellt hin und wieder undercover seine Peking Ente online. Neben
Touristen und Reisegruppen halten vor allem Berliner Stammgäste dem Haus seit Jahren die
Treue – was auch die wertschätzende Nominierung zur besten Gastgeberin der Berliner Meisterköche
erklärt: „Ich war überrascht, sehr erfreut, geehrt, aber auch tief berührt und amüsiert
– diese Verleihung hat für viele schon fast etwas Religiöses“, freut sich Mengling Tang.
Auch wir begegneten ihr bei der Gala im Berliner Colosseum und spürten diese Mischung aus
Bescheidenheit, Zurückhaltung und Subtilität. Ganz in ihrem Element treffen wir sie zur Ver-
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GEFLÜGEL (alles ausser Weihnachtsgans)
Fotos © Anke Sademann
Fotos © Anke Sademann
CHEFHEADS-MAGAZIN
Neues aus der Hauptstadt
kostung der „echten Peking Ente“ in ihrem China-in-Berlin-Kingdom wieder.
Mengling Tangs weltoffenes Geleit an Tisch und Teller
Mengling Tang stellt sich empathisch und schnell auf ihre Gäste ein. Sie plaudert ebenso nonchalant
wie weltklug-filigran über Gott und die Welt, während sie Köstlichkeiten aus der gut
bebilderten Speisekarte empfiehlt. Auf dem Weg zu unserem Tisch bleibt sie vor einem großen
Panoramafoto im ersten Saal stehen. Hunderte asiatische Menschen – zumeist Männer,
ein paar Frauen – sitzen und stehen dort in Reih und Glied. Zu sehen sind über 600 Mitglieder
des zweiten Politischen Konsultativkomitees des chinesischen Volkes.
„Das Gremium war – und ist bis heute – eine Art beratendes Komitee, also eine politische
Konsultations- und Beratungsversammlung. In der Mitte, in dem etwas helleren braunen Anzug,
sitzt Mao Tse-tung. Das Foto ist 71 Jahre alt – es stammt aus dem Jahr 1954 und wurde
nur zwei Jahre nachdem die chinesische Volksbefreiungsarmee 1952 in Tibet einmarschiert
ist, aufgenommen. Die Tibeter hatten damals etwa 300.000 bewaffnete Männer – allerdings
waren die meisten davon Mönche oder einfache buddhistische Dorfbewohner. Militärisch war
das Land praktisch nicht in der Lage, sich zu verteidigen.“ Mengling vermutet, dass nur noch
eine Person, die damals auf diesem einmaligen Gruppenfoto zu sehen ist, heute noch lebt. „Er
hat dieses Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert. Erkennen Sie ihn?“, fragt sie, während sie uns
an den Tisch geleitet – und uns zur Antwort noch ihren Lieblingstee ans Herz legt.
Liquids der Erkenntnis mit Geschichten zu Gerichten
Wir bestellen den „Tie Guan Yin Tea“ (eiserner Bodhisattva der Barmherzigkeit), denken an
den Dalai Lama und erfahren von Mengling: „Ihr trinkt den bekanntesten Oolong-Tee aus Fujian
in Südchina. Die halbfermentierte Sorte Tieguanyin ist nicht aromatisiert; ihr Duft und
Geschmack wirken sehr rein und natürlich. Die Oxidation wird frühzeitig gestoppt, indem die
Blätter erhitzt oder ‚gebacken‘ werden. Dadurch behalten sie ihren frischen Eigengeschmack
und ihre typische grünliche Farbe.“ Zu ihren Worten schmeckt der Tee: licht, blumig, cremig,
leicht geröstet.
Sommelier Frank Deutschmann sucht sonst den passenden Wein zur Ente. Rot im Glas leuchtet
dann etwa ein Syrah IGP d’Oc, Gayda, aus dem französischen Okzitanien mit Würze und
Pfeffernote, oder als „Sommelier’s Choice“ ein Chianti Classico DOCG Flori Nero di Venti mit
Noten von Schwarzkirsche und Gewürznelken. Die Weine passen besonders gut zum dunklen
Fleisch der Ente. Wir aber nippen mit Blick zum Dalai Lama ausschließlich weiter an Mengling
Tang*s erkenntnisreichem Tee – und werden später noch das würzige chinesische Tsingtao-
Bier aus dem Berliner-Pilsner-Glas trinken, weil es so gut zur aromatischen und tendenziell
scharfen nordchinesischen Küche aus Peking und der Provinz Szechuan passt.
Der Norden Chinas schmeckt am besten in Berlin-Mitte
Tang erzählt uns von ihrer Mutter Liu: „Sie hat in Peking viel gekocht, meist eher rustikale
Hausmannskost. Viele Gerichte auf unserer Speisekarte sind Traditionsgerichte, andere
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GEFLÜGEL (alles ausser Weihnachtsgans)
gehen auf Lius eigene Rezepte zurück. Zum Beispiel die Peking-Teigtaschen mit Garnelen,
Hackfleisch und Schnittlauch: gekocht, dann in hausgemachter Chili-Öl-Sauce mit Knoblauch
eingelegt und zum Schluss mit grob gemahlenen Erdnüssen bestreut.“
Mengling blättert fast ohne hinzusehen zielsicher in der Karte. Die meisten Vorspeisen kosten
um die zehn Euro. Hier gibt es viel Umami: Wir bestellen den gebratenen Auberginensalat
– außen knusprig, innen weich, mit Knoblauch. Er geht – wie auch die gebratenen grünen Bohnen
– ebenfalls auf ein Rezept von Mutter Liu zurück. Ihre Gerichte sind dunkel-aromatisch,
kraftvoll würzig, aber nicht übermäßig scharf.
Als Gegengewicht wählen wir noch etwas Leichtes: Quallensalat mit Chinakohl und Knoblauch,
in Essig eingelegt. Interessant klingt auch das hausgemachte Kimchi. Das bekannte
„Chinakohl-Gericht“ wird hier mit Birne-Apfelmus, Chilipulver, Frühlingszwiebel und Knoblauch
eingelegt. Das nächste Mal, nehmen wir uns vor, probieren wir mehr von den Vorspeisen –
heute aber liegt die Ente im Fokus.
Das chinesische Essverhalten hängt vom Terroir ab
Familie Tang kommt aus dem Norden Chinas – und dort kocht man anders als im Süden. Mengling
erinnert sich an ihre Großeltern, an Familienfeiern und daran, dass immer jemand in der
Küche stand. „Auch als wir später in Peking lebten, bewahrten meine Eltern – vor allem meine
Mutter – den Geist der Heimatküche. Gleichzeitig hielten südliche Einflüsse Einzug: Meine
Mutter, selbst aus einer nördlichen Provinz, verbindet bis heute die kräftige nordchinesische
Küche mit feineren, südlichen Elementen.“
Im Norden ist das Klima trocken, deshalb nutzt man traditionell weniger Chili. Scharfes Essen
ist eher in südlichen und südwestlichen Provinzen verbreitet, wo es im Sommer extrem feucht
ist. Chili regt das Schwitzen an, wirkt reinigend und beugt Magenproblemen vor. Jede Region
hat ihre eigenen Gewohnheiten: Ein typisches nordchinesisches Gericht ist Lamm mit Kreuzkümmel
und Chili, oft mit großen Mengen Frühlingszwiebeln gebraten – ein Geruch, den viele
im Süden als zu intensiv empfinden, ebenso wie den üppigen Einsatz von Knoblauch. Dort
bevorzugt man mildere, leicht süßliche Aromen. Häufig verwendete Gewürze sind Sojasauce,
Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Lauch und Kreuzkümmel. Ein wichtiges Gewürz ist Sichuan-
Pfeffer, kleiner und rötlicher als schwarzer Pfeffer, der die Zunge leicht betäubt und die Geschmacksintensität
zugleich steigert. Das alles sind direkte, kräftige Aromen, die Wärme und
Energie geben – besonders in den sehr kalten Wintern, in denen es in Peking bis zu minus zehn
Grad oder kälter werden kann, gefolgt von extrem heißen Sommerperioden.
In Südchina, etwa in Fujian oder Guangdong, isst man allgemein weniger scharf. Viele vermeiden
dort sogar Sojasauce, weil sie den Eigengeschmack der Zutaten überdeckt; die Sojabohnen
wachsen traditionell im Norden. Dafür schmeckt das Fleisch in manchen Regionen
leicht süß – beeinflusst von der Küche rund um Shanghai, wo häufig Zucker verwendet wird.
Konfuzius sagt: „Für die Menschen ist Essen der Himmel.“
Das Essverhalten, erklärt Mengling, hänge stark vom Terroir ab – die Menschen essen, was vor
Ort wächst. In Nordwestchina gedeihen vor allem Weizen und Hirse, daher isst man dort kaum
Reis, sondern vor allem Weizennudeln und trinkt Hirseschnaps. In Südchina hingegen ist Reis
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Neues aus der Hauptstadt
unverzichtbar. „Ich kenne Kollegen aus Shanghai und Hongkong, die selbst dann Reis essen,
wenn es eigentlich Nudeln gibt – ohne eine Schüssel Reis fühlt sich die Mahlzeit für sie unvollständig
an“, erzählt sie. Es sei ein tiefes kulturelles Gefühl, vergleichbar mit traditionellen
Gerichten in bestimmten französischen oder deutschen Regionen.
Beliebt sind auch Gerichte mit Klebereis, etwa gefüllte Lotuswurzel, die gedämpft und in Zucker
eingelegt wird. Mengling liebt das, aber es sei eben nicht jedermanns Sache – so wie
Sauerkraut auch nicht jedem schmeckt.
„Man ist durch seine Region geprägt, und doch verändert sich vieles, wenn man in einem anderen
Land lebt.“ Mengling Tang
Süße Zurückhaltung im Norden Chinas – Tee statt Dessert
Was Süßigkeiten betrifft, sind Chinesen – vor allem Menschen wie die Tangs aus dem Norden
– eher zurückhaltend; im Süden kommt Süßes etwas häufiger auf den Tisch. „Wir trinken
meist nur eine leichte Suppe. Nicht einmal Obst ist bei uns ein klassisches Dessert“, erklärt
Tang. Klassische Desserts gibt es im Norden so gut wie gar nicht. Man bevorzugt etwas
Leichtes zum Abschluss – und oft übernimmt chinesischer Tee diese Funktion. Er wird am
Nachmittag wie in einer kleinen Teezeremonie getrunken, aber auch nach dem Essen: als
ruhiger Ausklang, nicht als süßer Nachtisch. In muslimischen Familien in China – etwa bei den
Hui – gibt es ebenfalls keine üppigen Desserts. Dort reicht man eher trockene, sehr einfache
Kekse oder Gebäckstücke: dünn, knusprig, leicht, oft mit nur einer feinen Füllung. Solche Gebäcksorten
sind mehr eine kleine Beigabe als ein Dessert im westlichen Sinn.
Von Geflügel als gekonnt eingesetztem Kompromiss
Kompromisse gehen die Tangs nur selten ein. Es gibt zum Beispiel chinesische Gerichte mit
Innereien, die eigentlich fantastisch schmecken, aber kaum bestellt werden und deshalb von
der Karte verschwinden. Manches aber bleibt, auch wenn es nicht jeder mag – etwa der geschmorte
Schweinebauch.
„Wer den nicht will, kann alternativ Geflügel wie Hühnchen bestellen, das saftiger schmeckt,
wenn es aus Schenkeln gemacht wird. Wir nennen Hühnerbrust ‚totes Fleisch‘, weil sich dieser
Muskel kaum bewegt. Das Fleisch aus Flügeln und Schenkeln nennen wir ‚lebendes Fleisch‘:
Diese Körperteile bewegen sich ständig, werden stärker durchblutet, haben mehr Muskeln –
und deshalb mehr Geschmack“, erklärt Mengling und fügt an: „Beim Fisch ist es ähnlich. Fische,
die sich viel bewegen, haben mehr Kraft und dadurch auch mehr Aroma. Mit vielen Kräutern
schmecken sie dann besonders gut.“
(Geflügel-)Suppen: manchmal – nicht immer, aber oft – und ganz einfach
Mengling Tang erinnert sich gerne an eine schnelle Suppe, die ihre Mutter oft gekocht hat:
etwas gekochtes und ein wenig gebratenes Gemüse, Wasser aufkochen, ein Ei hineingleiten
lassen, eine Tomate in Stücke schneiden, ein paar Tropfen Sesamöl dazu – und das war’s. „Eine
ganz simple Suppe, aber sie harmonisiert den Körper. Deshalb gibt es bei uns oft diese sehr
leichte, fast grüne Suppe – wie eine milde Infusion nach dem Essen. Nichts Schweres, eher
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GEFLÜGEL (alles ausser Weihnachtsgans)
Fotos © Anke Sademann
Fotos © Anke Sademann
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Neues aus der Hauptstadt
etwas, das den Magen beruhigt.“ Wenn ein Chefkoch in die Peking Ente kommt und so eine
Suppe probiert, sagt er oft: „Das klaue ich mir als Idee!“ – manche bauen solche Konzepte dann
in ihre eigene Küche ein“, freut sich Tang.
In China, besonders in Kanton und den südlichen Provinzen, gelten Suppen tatsächlich auch als
eine Art Medizin. Man unterscheidet nach Jahreszeiten, Gesundheitszustand und bestimmten
körperlichen Bedürfnissen. Zutaten werden gezielt ausgewählt, um bestimmte Wirkungen zu
erzielen: wärmend, kühlend, stärkend, beruhigend. In China nennt man diese Zutaten Kräuter
oder sogar Medikamente – je nachdem, wofür sie eingesetzt werden. Im Winter nutzt man
andere Kombinationen als im Sommer. Diese Kräuter werden dann in eine weiße Hühnerbrühe
gegeben, die als Basis dient.
„Für deutsche Gäste ist das nur ein ‚verrutschter Gang‘ – man isst die Suppe erst nach dem
Hauptgang. Für uns Chinesen hat das aber ein klares Konzept und eine bestimmte Funktion“,
erklärt uns unsere Gastgeberin schmunzelnd den Unterschied.
Peking Ente – ein strikt traditionelles, magisches Gericht
„Peking-Ente – das ist bei uns ein aufwendig vorzubereitendes Gericht mit Tradition, aber
ohne Interpretation“, sagt Mengling Tang.
Die Peking Ente sei eine Kunst für sich – ein spezielles Gericht mit ganz eigenem Herstellungsprozess.
Technisch nicht kompliziert, aber sehr zeitaufwendig. Zu Weihnachten ist die Ente
im „Restaurant Peking Ente Berlin“ besonders beliebt, doch „weihnachtlich gewürzt“ wird sie
nicht: Die Zubereitung ist immer dieselbe, egal zu welcher Jahreszeit – und gerade das macht
sie so besonders.
Weil die Nachfrage groß ist, wird die Peking Ente immer frisch zubereitet. Genau deshalb kann
man die „echte“ Peking Ente spontan und ohne Vorbestellung nur in wenigen spezialisierten
Restaurants genießen.
„Man muss die Ente aufblasen, mit Luftdruck arbeiten, die Haut vom Fleisch lösen, sie trocknen
– und gleichzeitig bleibt das Tier hohl“ Mengling Tang.
Peking-Ente – Fragen zur Königin der chinesischen Küche
Die Peking Ente gilt als berühmtestes Gericht der chinesischen Küche. Ihre Zubereitung – vor
allem die Vorbereitung – ist sehr aufwendig und dauert im Grunde einen ganzen Tag. Typische
Gäste-Fragen lauten: Wie entsteht die berühmte knusprige Haut der Peking Ente? Wie alt ist
diese Technik? Wo kommt sie her? Kann man sie nach Hause bestellen?
Mengling Tang hat darauf viele Antworten: Das klassische Rezept stammt aus der vorletzten
chinesischen Ming-Dynastie (1368–1644 n. Chr.). Für die sehr knusprige Haut braucht es
spezielle Geräte; das ist technisch anspruchsvoll und erfordert viel Erfahrung. Im Dezember
haben viele Berliner Lust auf Geflügelalternativen zum typischen Gans-Setting – täglich werden
zehn bis fünfzehn Peking-Enten vorbestellt. Viele Tische ordern gleich mehrere, bis zu
fünf Enten. Am besten isst man sie frisch zubereitet im Restaurant, denn die Haut leidet beim
Transport.
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GEFLÜGEL (alles ausser Weihnachtsgans)
Foto © Anke Sademann
Fotos © Anke Sademann
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Neues aus der Hauptstadt
Menglings Erinnerungen an Peking
„Bis ich China verlassen hatte, gab es in Peking eigentlich nur zwei traditionelle Peking-Entenhäuser.
Zu meinem zehnten Geburtstag habe ich dort zum ersten Mal eine echte Peking-Ente
gegessen. Meine Eltern haben damals die Pfannkuchen, die Beilagen und die Sauce vorbereitet.
Für unsere Familie war das ein besonderes Ereignis – eine ganze Ente kostete ungefähr
ein Viertel des Monatsgehalts meines Vaters.
Meine Mutter hat das Fleisch selbst geschnitten. Als Kind mochte ich es sehr; die Pfannkuchen
sind so dünn wie Filo- oder arabischer Teig – fast durchsichtig. Wir machen den Teig hier
ja auch selbst. Im Dezember, wenn viel los ist, wird es sehr anstrengend – da muss man nachbessern,
wieder ankern, alles stabil halten. Und wenn man sich an das chinesische Essritual
hält: langsam essen, bewusst kauen – dann merkt man, wie viel besser alles schmeckt.“
Die wichtigsten Hacks: Peking Ente von Familie Tang
Unsere Ente wird von Chefkoch TAO WANG zubereitet.
• Luft unter die Haut bringen
Zuerst wird Luft zwischen Haut und Fettschicht gepumpt, sodass sich die Haut vollständig
löst, aber wie ein Bezug am Entenkörper bleibt. Anschließend übergießt man die Ente mit
heißem Wasser – die Haut bläht sich dabei kurz wie ein kleiner Luftballon auf und zieht sich
danach wieder zusammen.
• Brühen, glasieren, trocknen
Die Ente wird in kochendem Wasser gebrüht, gewürzt und mit einer Honigmarinade bestrichen,
dann für mindestens zwölf Stunden zum Trocknen aufgehängt. Anschließend kommt
sie für mehrere Stunden in einen speziellen Ofen, wo sich die Haut erneut aufbläht, knusprig
wird und ihre typische glänzend rotbraune Farbe bekommt. Danach wird sie mit einer Mischung
aus Malzzucker und Wasser eingepinselt, die für Glanz und eine feine Süße sorgt.
Entscheidend ist, dass die Ente komplett durchtrocknet: Sie hängt so lange, bis die Haut
keinerlei Feuchtigkeit mehr enthält. So kann das Fett nicht in die Haut einziehen, die Restfeuchtigkeit
entweicht beim Grillen – und die Haut wird richtig kross, leicht und splitternd.
• Tranchieren und Anrichten
Nachdem wir dem Gast die ganze Ente gezeigt haben, schneidet unser Koch sie in dünne
Scheibchen. Erst dann servieren wir die Ente mit der speziellen süßlichen Soja-Mehl-Sauce,
Lauchzwiebeln, Gurken und hausgemachten Pfannkuchen.
• So isst man Peking-Ente
Die Peking Ente genießt man, indem man Haut und Fleisch zusammen mit Lauch und Gurke
und etwas Sauce in einen Pfannkuchen einrollt.
• Suppe als Abschluss
„Wir Chinesen essen keine Vorsuppe, sondern trinken die Suppe nach dem Essen. Dabei stellen
wir uns vor, dass sie auch noch die kleinste Ritze im Magen füllt.“
Auf Wunsch wird aus den Entenknochen eine Suppe mit Chinakohl und Tofu gekocht. Sie
schließt – wie in China üblich – die Mahlzeit ab.
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GEFLÜGEL (alles ausser Weihnachtsgans)
Fotos © Anke Sademann
Der Twist zur Knusperente ist die Beilage:
klassisch - Sauce: süß auf sehr feinem
Pfannkuchen
„Meine Lieblingszutat ist die süßliche
Sojasauce – eine fermentierte Weizen-
Sojasauce, die man nicht selbst herstellen
kann. Dazu gibt es Lauch und Gurke.
Und dann rollt man Fleisch, Haut, Sauce
und Gemüse zusammen in den dünnen
Pfannkuchen. Die süße Sauce heißt
Tian Mian Jiang – eine süße Würzsauce,
die man ganz dünn aufträgt, etwa einen
halben Teelöffel pro Pfannkuchen.
Der Pfannkuchen selbst ist ganz schlicht,
wie ein sehr dünner Crêpe. Dazu gibt es
eine Portion gebratenes Entenfleisch.
Man nimmt die Stücke auseinander,
manchmal mit den Fingern – das ist normal.
Dieses Entenfleisch kann man auch
ohne Pfannkuchen essen; es wird mit
ein wenig Sauce und Koriander gebraten.
Wer Koriander mag, für den ist das
großartig – es passt eigentlich zu allem.“
– Mengling Tang
Fotos © Anke Sademann
CHEFHEADS-MAGAZIN
Neues aus der Hauptstadt
• Trocknen, Feuer, Aroma
Im Sommer dauert das Trocknen länger, weil die Luftfeuchtigkeit höher ist. Wir trocknen
meist gleich etwa zwanzig Enten auf einmal – jeden Tag. In China grillt man die getrocknete
Ente traditionell über Holzfeuer, was zusätzlich Aroma bringt. Hier verwenden wir Gas, weil
es aus Sicherheitsgründen einfacher ist. Gewürzt wird die Ente nur sehr moderat; die Süße
kommt vom Malzzucker. Starke Gewürze gibt es nicht – der Eigengeschmack soll nicht verfremdet
werden. Die eigentliche Magie entsteht beim Essen.
A la Carte*:
Auszug Menükarte im Restaurant Peking Ente Berlin
Gegrillte Peking Ente mit Lauchzwiebeln, Gurke und 12 hausgebackenen Pfannkuchen.
Traditionell serviert in Scheiben mit Sojamehl-Sauce. Kurz gebraten mit Lauchzwiebeln und
Koriander. 66,90
Entensuppe mit Tofu und Chinakohl. 13,90
*Wir verwenden kein Glutamat.
Adresse:
Restaurant Peking Ente Berlin
10117 Berlin, Voßstraße 1
Telefon: +49 (0) 30 229 45 23
Webseite: www.peking-ente-berlin.de
Facebook: www.facebook.com/pekingenteberlin
Twitter: www.twitter.com/pekingentebln
Bus 200 und U2 bis Mohrenstraße. Oder U6 bis Stadtmitte oder S1, S2, S25 bis Potsdamer
Platz.
Die Wartezeit dauert meistens 20-25 Minuten. Eine Vorbestellung Ihre Wartezeit. Zubereitung
am Abend bis spätestens 21 Uhr.
Auskochen der Enten-Knochen für die Suppe gewünscht? Kellner gleich bei der Bestellung
Bescheid geben.
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GEFLÜGEL (alles ausser Weihnachtsgans)
Moon Exquisite
Berlins einzige Dry-Age-Ente
im winterlichen Aromen Menü
Text und Fotos: Anke Sademann
CHEFHEADS-MAGAZIN
Fotos © TK Mediaberatung
Neues aus der Hauptstadt
Im Berliner Nikolaiviertel, direkt am Spreeufer, hat Hoa Viet Vu im Mai letzten Jahres einen
Ort übernommen, der durch das Balthazar II von Holger Zurbrüggen kulinarische Erinnerung
trägt - und ihn in eine Bühne für vietnamesisch-europäische Edelküche aber auch moderne
Geflügelelaboration verwandelt. Im Moon Exquisite wird Berlins erste und derzeit einzige
Dry-Age-Ente als Signature Dish, konsequent über Produkt, Reifedisziplin und eine hochpräzise
Garlogik definiert.
Vu, der Anfang 40-jährige Sachse mit vietnamesischen Wurzeln und ehemals ausgebildeter
Tänzer, denkt Küche wie ein Atelier: sensorisch, präzise, kompromisslos und höchst kreativ.
Nach dem Start mit Moon Cuisine in Weißensee (Eröffnung 2018) und einem Zwischenkapitel
in Vietnam, wo er ein Café betrieb, war er mit dem Moon Exquisite dieses Jahr nach Berlin
zurückgekehrt – als kreativer Kopf einer südostasiatisch geprägten Handschrift mit europäischer
Technik im Fundament.
In der Küche stehen ihm Hoan Nguyen und drei Sous-Chefs zur Seite. Hoan Nguyen hat seine
berufliche Topografie u. a. über das Berliner Grace, Reinhardts und das Novotel aufgebaut
und ergänzt Hoa Viet Vu mit der technischen Architektur, auf der Vu seine Aromen- und Texturideen
aus Geflügel zu einem eigenständigen Profil verdichtet. Die flüssige Dramaturgie
ergänzt Barmann Bao, der auch in der Grace Bar arbeitete und seit November die Weinkarte
um Sake erweitert hat. Im Moon Exquisite sorgt er für das feine Matching zwischen Umami,
Schärfe, Säure, schwebenden und erdenden Konsistenzen und elegantem Trinkfluss.
Wir hatten bereits im Juli über das Moon Exquisite in unserem Fusion – Inspired by … Special
berichtet: https://www.yumpu.com/de/document/read/70653247/chefheads-club-magazin0525/104
Interview mit Hoa Viet Vu
„Geflügel ist Präzision, nicht Zufall“ sagt Hoa Viet Vu
Unsere Autorin Anke Sademann führte für ChefHeads mit Hoa Viet Vu ein Gespräch über
Dry-Age-Enten, winterliche Aromatik und ein Weihnachtsmenü weit jenseits des Erwartbaren.
Warum Enten nicht gleich Enten sind und Wintergerichte ein perfektes Trainingsfeld für
eine feinstens ausgeklügelte Geflügel-Aromatik sind erzählt er uns in seinem Moon Exquisite.
ChefHeads: Hoa, du bist aktuell der einzige Gastronom in Berlin, der eine Dry-Age-Ente anbietet.
Was macht das für dich so besonders – und so riskant?
Hoa Viet Vu: Es war das schwierigste Gericht meiner Karte. Ich habe drei Monate nur an
diesem Gericht gearbeitet – und 280 Enten dafür elaboriert. Das klingt brutal, aber ich habe
den Effekt gesucht - einen Kick im Abgang, der in Erinnerung bleibt. Wenn du Dry Age bei
Geflügel wirklich ernst praktizierst, musst du bereit sein, „Material“ zu verlieren, bis du die
Parameter verstanden hast.
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GEFLÜGEL (alles ausser Weihnachtsgans)
Fotos © Anke Sademann
Fotos © TK Mediaberatung
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ChefHeads: Was war die wichtigste Erkenntnis über das wie du es nennst „Material“ Ente“?
Hoa Viet Vu: Dass Ente nicht „Ente“ ist. Ich habe das Gericht mit Barbari-Ente probiert –
eine Fluchtente, etwas zäher, das hat nicht gepasst. Dann mit Landente, aber die Aromen
waren nicht konstant. Irgendwann wurde klar: Es muss eine weibliche Ente sein. Nicht aus
irgendeinem ideologischen Grund, sondern weil sie mehr Speck hat – und Fett ist nun mal
der wichtigste Geschmacksträger. Wenn die Ente 18 Tage - bei 3 bis 4 Grad, nicht mehr und
nicht weniger –ziehen die Aromen in den Speck und entfalten sich später beim Grillen. Das
Hängen macht das Aroma nussiger – ähnlich wie beim Dry-Aged-Rind. Viele Gäste sehen
beim Dry Aging etwas irritiert nur auf den weiß-grauen, leicht flaumigen „Schimmel“ – auch
die Rinde oder Kruste genannt. Aber es gibt nur den „guten Edel-Schimmel“, wie beim Käse.
Das gehört zur Reifung dazu.
ChefHeads: Muss die Ente ein bestimmtes Gewicht haben?
Hoa Viet Vu: Absolut. Die perfekte Dry-Age-Ente liegt bei 2,2 Kilogramm, konkret zwischen
2.150 und 2.200 Gramm. Nicht dicker, nicht dünner. Ist die Brust zu dick, bekommst du nicht
diese rosa Punkte beim Durchgrillen – und sie kann die Aromen in der Reifung nicht sauber
aufnehmen. Diese Größe zu definieren war extrem schwer.
ChefHeads: Was kann schief gehen in der täglichen Praxis?
Hoa Viet Vu: Das Gericht ist hochsensibel. Sobald der Gast bestellt, wird filetiert. Meine
Jungs müssen sofort die Dicke der Brust einschätzen. Eine Minute zu viel im Ofen – und der
Punkt ist weg. Zu kurz – dann ist sie noch zu hoch. Dieses Gericht ist die härteste Prüfung in
der Produkt-Garde. Geflügel ist für mich Präzision, Reife und Respekt – und der Mut, so lange
zu scheitern, bis dieser perfekte Kick beim Abgang bleibt.
ChefHeads: Wie sieht dein täglicher Qualitätsprozess für Geflügel aus?
Hoa Viet Vu: Der beginnt mit dem Wareneingang: Ich bin extrem pingelig bei Größe und
Qualität besonders bei der Dry-Age-Ente. Ein Fokus liegt auf der Brustdicke und minutengenaue
Fenster. In der Vorweihnachtszeit mache ich 180 Stück in acht Stunden Arbeit. Wenn
die Enten zu dick oder zu schwer sind müssen wir früher beginnen. Wir hatten diesmal eine
zu dicke 2-Kilo-Ente, die braucht länger im Dry-Age-Schrank. Für mich ist die perfekte Dry-
Age-Ente 2,20 Kilo. Ich bin da sehr genau – da die Aromen davon abhängen. Die Enten hängen
über zwei Wochen zum Reifen - bei kontrollierter Temperatur. Deswegen war Anfang
Dezember die letzte Charge, damit sie pünktlich fertig sind. Die Brust wird mariniert und aufgehangen.
Abschnitte und Knochen kommen in kräftige Saucen. Und ich briefe den Service:
Wenn viel los ist, wird die längere Wartezeit offen kommuniziert – Frische braucht Zeit.
ChefHeads: Bei euch ist alles Order-to-Prep: nichts ist vorgekocht?
Hoa Viet Vu: Gemüse wird erst frisch und direkt zubereitet, wenn bestellt wird. Viele Res-
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taurants braten vor, wenn viel los ist – ich kann das nicht. Ich sage meinen Gästen dann
ehrlich, dass es länger dauern kann, weil alles frisch ist. Viele verstehen nicht, dass ein voll
besetztes Restaurant auch bedeutet, dass frische Zubereitung Zeit braucht. Wenn man
abends essen geht, sollte man mit 30 bis 40 Minuten Wartezeit rechnen. Dafür ist das Essen
aber frisch und perfekt zubereitet.
ChefHeads: Wie beginnt der Zubereitungsprozess, wenn ein Gast eine Ente bestellt?
Hoa Viet Vu: Zunächst kommt die Ente für etwa zehn Minuten in kochendes Wasser, damit
sie warm ist. Danach wird sie vorbereitet, auf den Teller gelegt. Ein wenig Meersalz und eine
Chili-Sriracha-Mischung sorgen für Knackigkeit, leichte Schärfe und Tiefe im Aroma. Dann
wird sie mit dem Flambierer abgeflammt. Dieses Abflämmen sorgt für die charakteristischen
Grillaromen.
ChefHeads: Wie gehst du beim Zerlegen vor?
Hoa Viet Vu: Wichtig ist, niemals durch die Knochen zu schneiden. Die Brust wird vom
Rücken getrennt und anschließend mariniert und aufgehangen. Alles andere – also die Knochen
und Abschnitte – verwende ich für die kräftige Chili-Sauce. Beim Hauptgang bitte ich
den Gast zuerst nur das Fleisch essen – ohne Sauce. Fünf Sekunden im Mund lassen und
dann den nussigen Aroma-Kick wahrnehmen und erst danach mit den Beilagen zu kombinieren.
„Weihnachten ist ein Aromenkonzept. Geflügel ist die Aromenschule.“ Hoa Viet Vu
ChefHeads: Dein Weihnachtsangebot weicht stark vom klassischen deutschen Erwartungsmuster
ab.
Hoa Viet Vu: Weihnachten ist bei uns - einem gehobenen Edel Vietnamesen mit europäischen
Einflüssen - nicht „nur Tradition“, sondern ein Aromenkonzept. Wir hatten die Gans
saisonal von November bis Dezember mit Vorbestellung à la Carte – aber sie ist bereits aus,
weil es in Deutschland gerade kaum noch Gänsekeulen zu bekommen gibt. Das Weihnachtsmenü
mit der Dry Age Ente lebt für mich davon, dass vertraute Komponenten neu codiert
werden.
ChefHeads: Was ist die kulinarische Signatur der Weihnachtsgans und was gibt es zu Weihnachten
bei euch?
Hoa Viet Vu: Die Gänse-Jus und die Kimchi-Shiitake-Klöße. Das ist der Twist. Viele denken
zuerst, Klöße mit Kimchi und Shiitake können nicht zusammenpassen. Nach dem Essen verstehen
sie, dass man Klöße völlig anders denken kann. Dazu kommt ein spezieller Grünkohl,
den ich nur für diese Jahreszeit so mache.
ChefHeads: Erzähle uns etwas über die Beilagen-Kultur?
Hoa Viet Vu: Wir denken Kohl neu: Normalerweise wird Grünkohl 6–7 Stunden totgekocht.
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Fotos © Anke Sademann
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Dann ist er gelb und die Vitamine sind weg. Ich blanchiere ihn nur etwa 10 Minuten, brate
ihn in Schalotten, Senf und Thai-Basilikum. Er kommt grün auf den Teller, weich – aber nicht
zerstört. Viele kennen Rotkohl nur klassisch zur Gans. Ich wollte einen anderen Touch mit
fruchtigem Aroma. Wenn du ihn nicht überwürzt und am Ende Himbeer-Chutney einmischst,
bekommst du ein komplett neues Aromabild. Auch unser Kartoffelpüree – handgemacht und
niemals vorproduziert - ist subtil anders: wird mit Kokosmilch, Sahne und einer sehr präzisen
Abstimmung aus Salz und Zucker gemischt.
ChefHeads: Kannst Du uns etwas zu den Gewürzen sagen?
Hoa Viet Vu: Jetzt in der Weihnachtszeit arbeiten wir mit madagassischem Enten-Gewürz
und schwarzem Pfeffer. Der Madagaskar-Pfeffer ist fruchtig und passt wunderbar zu Himbeeren
und Rotkohl. Anis, Zimt und weitere Gewürze transportieren den asiatischen Touch.
Dadurch entsteht beim Kauen dieses Gefühl, als liefen im Mund verschiedene chemische
Prozesse ab – mehrere Aromaphasen nacheinander. Obwohl Zimt auch eine Komponente ist,
die auch in Europa weihnachtlich kodiert ist.
ChefHeads: Und das Erdende, die Toppings und der Crisp? die Pilze auf dem Teller sind
Shitake?
Hoa Viet Vu: das Umamimoment bringen die Shitake - außerdem Pak Choi. Unsere selbst
gemachten lila Trüffelchips stehen für das „Crunch“-Element. Sie bringen Aroma, Textur und
eine weitere Ebene ins Gericht. Meine Gäste sollen fühlen können, was frisch und handwerklich
gemacht ist.
ChefHeads: Neben den Geflügelgerichten wirken deine Wintergänge wie eine Aromenschule.
Hoa Viet Vu: Die Foie gras und die Maronensuppe als Vorspeise sind echte Winteranker. Bei
der Maronensuppe erkläre ich meinen Gästen bewusst die Dramaturgie: erst ohne Schaum,
dann mit Schaum. Ich suche immer nach einem Kick – ein Abgang, der weich wird, statt
schwer zu bleiben. Diese Logik ist identisch für Geflügel: Layer bauen, nicht erschlagen.
ChefHeads: Woher kommen die Produkte?
Hoa Viet Vu: Wir bekommen vieles aus Asien, aber nutzen überwiegend westliche Produkte.
Das Frische Paradies liefert sehr gute Produkte. Viele bestellen hier nur für Fleisch, aber
wir beziehen auch Gemüse und andere Zutaten. Fisch holen wir jedoch über die Hamburger
Metro oder eine Firma aus Schweden oder Österreich, die nur auf Fisch spezialisiert ist. Auch
die hat gutes Gemüse, aber Hamburger Frische Paradies ist meist frischer. Für Fisch brauche
ich Spezialisten. Meine Ansprüche sind hoch, und das merkt man am Endprodukt. Es sind
europäische Produkte, aber mit asiatischer Seele. Das ist ein Unterschied.
ChefHeads: Wie gehst du mit den Portionierungen um?
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Hoa Viet Vu: Viele Restaurants wollen verkaufen, verkaufen, verkaufen. Ich trainiere mein
Service-Team, genau das nicht zu tun. Wenn ein Gast zu viel bestellt, sollen sie sagen: „Bitte
nicht.“ Ich sättige bewusst nur zu 90 Prozent. Wenn du zu voll bist, bist du träge. Wenn du
leicht rausgehst, erinnerst du dich am nächsten Tag noch an das Essen.
ChefHeads: Wenn du neue Gerichte kreierst – wie entsteht das? Schreibst du etwas auf?
Hoa Viet Vu: Nein. Ich fühle es. Bis heute habe ich nur etwa 90 % dessen wiedergefunden,
wie ich manche Dinge ursprünglich gemacht habe. Die letzten 10 % kommen aus einem
Kanal, den man nicht steuern kann. Das passiert nur, wenn man loslässt. Dann kommt es zu
einem. Erst fühlen – dann konstruieren, wie ein Architekt. „Jedes Gericht ist wie eine Erstgeburt.
Jeder Teller darf jeden Tag anders sein.“ Hoa Viet Vu
ChefHeads: Gibt es feste Vorgaben für das Anrichten der Teller?
Hoa Viet Vu: Nein. Ich nenne das Bild, das am Ende auf dem Teller entsteht „unsere Initialien“.
Jeder Koch hat seine eigene Handschrift. Bei mir erkennt man sofort viele Farben,
viele Ebenen, aber alles harmonisch. Jede Kreation, Farben, Komposition, Optik gehören genauso
zur Choreografie des Gerichts wie der Geschmack. Jedes Gericht ist wie eine Erstgeburt.
Jeder Teller darf jeden Tag anders sein. In der deutschen bzw. westlichen Küche gibt es
oft den weißen Teller, um das Essen präzise zu platzieren. Ich nutze alles, was die Küche mir
gibt, mische Farben, Texturen, Schichten. Bei mir ist es wie malen. Aber Freiheit heißt auch,
dass mein Küchenchef das Bild lieber akkurat, strukturiert und technisch gestaltet.
ChefHeads: Also dein Essen spricht wirklich sehr viele Sinne gleichzeitig an?
Hoa Viet Vu: Ja, absolut. Farbe, Klang, Frequenzen – auch die Musik im Raum beeinflusst
den Geschmack. Ein Gericht hat etwa 40 Frequenzen. Dafür muss alles ruhig sein oder ich
lasse Jazz, Blues oder Mozart laufen. Wenn du mit Klassik isst, spürst du Süße, Säure, Schärfe
zehnmal stärker. Wenn man nach dem Essen fünf bis zehn Sekunden wartet und dann
einen klaren Aroma-Kick spürt, ist es ein Zeichen, dass das Gericht frisch, sauber und mit
Präzision gekocht wurde. Dann weiß man: der Koch versteht sein Handwerk. Jedes Gericht
hat ein komplett anderes Aroma. Nichts ähnelt sich. Darum empfehle ich Gästen, nach jedem
Gang den Geschmack mit Wasser zu neutralisieren. Ich möchte, dass jedes Gericht ein eigenes
Erlebnis ist. Essen ist Energie für die Seele. Nur wenn die Seele frei ist, kann man klar
denken.
ChefHeads: Dürfen die Sous-Chefs ebenfalls Gerichte kreieren?
Hoa Viet Vu: Vorerst kreieren nur Juan und ich. Aber Ideen sind immer willkommen. Ich habe
eine interne „Inspiration-Gruppe“, in der alle Teammitglieder Aromen, Fotos, Ideen teilen können.
Wenn jemand bei einer Kreation nicht weiterkommt, helfe ich – aber ich möchte, dass sie
zuerst selbst Lösungen finden. Nur wer sucht, findet einen Weg. Jedes einzelne Gericht, das
heute auf der Karte steht, ist in diesem Jahr entstanden. Wir haben niemals vorher mit die-
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sen Gerichten gearbeitet.
ChefHeads: Woran erkennst du Leidenschaft?
Hoa Viet Vu: Daran, wie jemand ein Messer hält. Wie jemand Fleisch auf den Teller legt. Wie
jemand Komponenten anrichtet. Wenn jemand Leidenschaft hat, behandelt er das Gericht
wie ein Kunstwerk – wie ein Baby. Die Bewegungen sind vorsichtiger, bewusster, respektvoller.
Ohne Leidenschaft wirkt alles mechanisch.
ChefHeads: Woher hast du dieses Wissen? Hast du e dir selbst beigebracht?
Hoa Viet Vu: Ich habe eine sehr feine Zunge - ein Geschenk von oben. Auch als Tänzer und
Choreograf, musste ich kreativ sein und Menschen fesseln. Genau so ist es beim Essen: Es
muss einen packen. Aromen, Optik, ein kleiner Kick – all das ist Teil meiner Kreativität. Jeder
Künstler braucht Freiheit. Ohne Freiheit gibt es keine Seele, keine neuen Ideen, keine Entwicklung.
Die Machbarkeit durch Technik kommt ergänzend dazu im Team.
ChefHeads: Generell gefragt: Du vermeidest in deinem Küchenkonzept bewusst den Begriff
„Fusion“, why?
Hoa Viet Vu: Die Techniken stammen aus der europäischen, der klassisch französischen
Küche. Das ist die Grundlage. Aber wir bringen die asiatische Seele hinein. Deshalb spreche
ich bewusst von südostasiatischer Küche mit europäischen Einflüssen und Techniken. Mein
Koch Hoan bringt die europäische Kochtechnik rein – Confit, Sous-vide, Grillplanche, Konvektortechnik.
Das sind Techniken, die ich früher gar nicht kannte. Ich arbeite instinktiv, eher
freestyle und koche am liebsten mit offenem Feuer. Ich bringe die Aromen, das Matching, die
asiatische Seele. Hoan sorgt dafür, dass das technisch stabil und reproduzierbar wird. Es ist
keine Vermischung, sondern eine klare Basis mit einem asiatischen Herz.
ChefHeads: Wie läuft die gemeinsame Entwicklung im Team ab?
Hoa Viet Vu: Ideen dürfen alle im Team einbringen. Wir haben eine interne Inspirationsgruppe.
Kreation im Kern machen aktuell vor allem Hoan und ich. Ich will, dass die Leute
selbst Lösungen finden. Wenn sie nicht weiterkommen, helfe ich. Im Team arbeiten nur Leute
mit beruflichen Zielen und Visionen.
ChefHeads: Und wie kam dein Küchenchef eigentlich ins Moon Exquisite?
Hoa Viet Vu: Das war ein Glücksfall. Ich brauchte jemanden, der nicht nur asiatisch denkt,
sondern auch viel europäische Küche gegessen hat. Er war ein Freund meiner Ex-Frau, und
er wollte sich beweisen. Er sagte: „Ich komme nicht zu dir – du kommst zu mir.“ Er hat zwei
Tage lang ein Acht-Gänge-Menü vorbereitet, nur um mich zu überzeugen. Als ich bei ihm am
Tisch saß und alles probiert habe, wusste ich: Das ist der Richtige.
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ChefHeads: Der Standort trägt Geschichte: Früher war hier Balthazar II von Holger Zurbrüggen.
Spürt man bei den Gästen noch die Erwartungshaltung?
Hoa Viet Vu: Natürlich. Viele Gäste verbinden diesen Ort mit einer bestimmten Form von
gehobener Küche. Aber wir definieren unser Konzept neu. Wir haben jetzt seit einem halben
Jahr eröffnet – und Gäste, die von Anfang an dabei sind, erleben unsere Qualitätsentwicklung
live. Und Holger schmeckt es auch, er war schon oft hier.
ChefHeads: Auf den Punkt: die finale Frage: Was nimmt der Gast mit und was macht die
Gerichte einzigartig?
Hoa Viet Vu: Den Kick als Erinnerung, das Bild auf dem Teller, die überraschenden Aromen
und immer nur 90 % Sättigung. Die südostasiatische Seele, Europäische Technik, keine Fusion.
Gäste zahlen hier nicht nur für das Essen sondern für die Arbeit dahinter – die Energie,
die Zeit, das Detail. Das ist mehr als ein Teller Essen. Es ist ein Prozess, Handwerk und Erfahrung.
Und maximale Erinnerung statt maximale Sättigung. Das ist mein Ziel.
Mein Essen trägt Energie. Wenn man mit Liebe kocht - wie eine Mutter für ihre Kinder - dann
überträgt sich diese Energie auf das Gericht. Wir Menschen bestehen aus Energie. Wir spüren
positive und negative Energie in anderen Menschen. Genau so spüren Gäste die Energie
im Essen. Wenn man mit Leidenschaft arbeitet, geht diese Leidenschaft auf den Gast über.
Gäste dürfen - mit Texturen, kleinen Elementen oder Handgriffen - „spielen“ und sollen die
Gerichte erleben.
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Auszug aus dem Tasting aus der Moon Exquisite Weihnachtskarte Karte
Zum Auftakt kam die Foie Gras Flambée mit süß-säuerlicher Tamarinde und feiner Fruchtspannung
– auf karamellisierter Brioche ein bewusst gesetzter Einstieg, der das Prinzip von
Feuer, Säure und elegantem Nachhall ankündigt. Danach folgte die Macadamia-Maronen-
Suppe mit Thai-Basilikum: samtig, nussig, aber mit dem aromatischen Frischeakzent, der die
Schwere bricht und den Gaumen für den Hauptgang vorbereitet. Die Maronensuppe zuerst
ohne Schaum probieren. Viele Maronensuppen sind sehr cremig und schwer. Mit dem Schaum
wird der Abgang weich und leicht.
Die Signature: 18 Tage Dry-Aged-Ente – gereifte Freiland-Entenbrust mit Brombeer-Jus, Himbeer-Rotkohl,
geröstetem Pak Choi und Kimchi-Klößen „Peking Art“ oder auch gebratenem
Hokkaido-Kürbis in einem Schalotten-Honig-Samt-Dressing. Genau hier wurde Vus Philosophie
greifbar: Tiefe durch Reifung, Frucht als Strukturgeber, Fermentation als Gegenpol und
ein Abgang, der den gewünschten „Kick“ auslöst. Ergänzend zeigte sich auch die Bedeutung
handwerklicher Basisprodukte am Teller – etwa ein sehr fein mit Kokosmilch abgestimmtes
Kartoffelpüree, das als Textur- und Aromapartner die Geflügelkomposition trägt.
Das Dessert setzte einen bewusst frechen Schlusspunkt: Popcorn-Eis mit Meersalzflocken
und schwarzem Pfeffer, begleitet von Kalamansi-Kokosschaum. Süße, Salz, Würze und Zitrusfrische
greifen ineinander und schließen das Menü nicht schwer, sondern hell und verspielt –
ganz im Sinne von Vus Idee, Aromen in klaren Schichten aufzubauen und den Gast mit einem
präzisen letzten Eindruck gehen zu lassen.
Geflügel basiertes Wintermenü
Das Menü kostet 68 € mit Weinbegleitung +24 €
Prelude
Foie Gras Flambée
Fein flambiert mit süß-säuerlicher Tamarinde und hauseigenen Feigen aus dem Garten – ein
Spiel zwischen Feuer, Frucht & Finesse.
Macadamia-Maronen-Suppe | Thai-Basilikum
Eine samtige Komposition: nussige Macadamia und winterliche Maronen, verfeinert mit einem
Hauch von Thai-Basilikum, der frische, exotische Akzente setzt.
Earth & Flame
Signature: Exquisite 1️8 Tage Dry Aged Ente
Gereifte Freilandentenbrust
Brombeer-Jus | Himbeer-Rotkohl | geröstetem Pak Choi | Kimchi-Klößen „Peking Art“ oder
hanggemachtes Kartoffelpüree mit etwas Kokosmilch und Trüffel Rotebeete Chips
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GEFLÜGEL (alles ausser Weihnachtsgans)
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Ein festlicher Dialog zwischen Ost und West: zart gereifte Entenbrust mit fruchtig-würzigem
Brombeerjus, begleitet von sanft fermentierten Aromen und samtigen Kimchi-Klößen – inspiriert
von der Eleganz der Pekingente, neu interpretiert für den modernen Gaumen; optional:
konfierte Entenkeule
Pochierte Birne/Glühwein-Orangen-Chutney/Zimt
Eine feine Hommage an die Winterzeit: sanft pochierte Birne, durchzogen von den warmen
Aromen von Glühwein und Orange, begleitet von einer dezenten Zimtnote. Ein festlicher Abschluss
– duftend, elegant und von sinnlicher Tiefe.
Technische Eckdaten Dry Age Ente
• Reifedauer: 18 Tage
• Temperatur: ideal 3–4 °C, konstant. Der sichere Korridor ist 2–5 °C, aber eigentlich
will ich 4 °C stabil.+
• Zeit: Die Gans wird konfiert. Weil sie dicker und fester ist, braucht sie deutlich länger
als Ente. Entenkeule: ca. 6 Stunden und Gänsekeule: ca. 14 Stunden
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SAKE ALS AROMA-BOOSTER
Interview mit BAR-EXPERTISE Bao
Neues aus der Hauptstadt
ChefHeads: Bao, du verantwortest die Pairings. Warum setzt ihr neuerdings nun auch vermehrt
auf Sake?
Bao: Wir brauchen manchmal einen Booster für die verschiedenen Aromaschichten. Sake ist
dafür ideal. Er hat 12–14 Prozent, schmeckt aber sehr leicht, kommt schnell runter und hat
am Ende einen schönen Umami-Nachgeschmack. Besonders mit asiatischer Gewürzwelt
funktioniert das sehr stark. Nur Sake birgt den Umami-Nachgeschmack. Er verbindet sich
wunderbar mit unseren Aromen. Wenn der richtige Sake auf das richtige Gericht trifft, entsteht
eine perfekte Harmonie.
ChefHeads: Was ist für dich der größte Unterschied zu Wein?
Bao: Wein passt natürlich auch zu unserem Essen. Aber Säure und Tannine können sich auf
die Zunge legen und die Geschmacksaufnahme später blockieren. Das hast du beim Sake
viel weniger. Die Zunge bleibt freier – und genau das unterstützt Aromen-Layer von Hoas
Küche. Sake bringt Facetten und Ebenen mit, die Wein oft nicht hat. Am Ende kommt ein
tiefer, langsamer Abgang, der sich perfekt mit asiatischen Gewürzen verbindet.
ChefHeads: Also harmoniert Sake besser mit asiatischer Küche?
Bao: Ja, vor allem zu asiatischen Gewürzen. Wenn sich alle Ebenen – das Essen, die Gewürze
und der Sake – kombinieren, dann entsteht etwas, das sogar noch besser wird als die Summe
der Teile.
ChefHeads: Mit welchen Marken arbeitet ihr?
Bao: Wir arbeiten vor allem mit GO Sake (https://www.go-sake.com/ ) und Ueno-Sake. GO
Sake ist UNESCO Welterbe (https://ich.unesco.org/en/RL/traditional-knowledge-and-skillsof-sake-making-with-koji-mold-in-japan-01977)
und inzwischen in Deutschland deutlich
bekannter. Ueno ist hier noch weniger etabliert, aber qualitativ groß – eine andere Liga. Bei
uns geht es immer darum, dass die Begleitung das Essen trägt, nicht dominieren.
Adresse:
MOON EXQUISITE Berlin
Spreeufer 2, Berlin 10178
Telefon: 030 - 308 821 56
E-Mail: Info@moonexquisite-berlin.com
Öffnungszeiten: Mo: 17-22h | Di- Do, So: 12-22h | Fr - Sa: 12-22:30 Uhr
https://www.moonexquisite-berlin.com/moon-exquisite
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NYX HOTEL BERLIN
The Taste-Gewinner Kristof Mulack
ist neuer Gastropate im Clash KITCHENS
Im NYX Hotel Berlin Köpenick übernimmt Kristof
Mulack mit neuer Berliner Küche das Küchenzepter
von Graciela Cucchiara
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Berlin, 12. November 2025. Im Clash Kitchens & Bar beginnt das nächste kulinarische
Kapitel: Nach Starköchin Graciela Cucchiara übernimmt ab November der Berliner Koch
Kristof Mulack – Gewinner der dritten Staffel von The Taste (2015). Unter dem Motto
"Neue Berliner Küche – kreativ, regional und kompromisslos" bringt er die Hauptstadt jetzt in
Köpenick auf den Teller.
Mit Mulack übernimmt nun nicht nur ein Berliner die Küche, sondern auch ein ehemaliger The
Taste-Kollege von Cucchiara. Er gewann im Team Tim Mälzer die dritte Staffel und ist seitdem
auf der Überholspur. 2018 wurde er mit der Tisk Speisekneipe bei den Berliner Meisterköchen
in der Kategorie 'Szenerestaurant' ausgezeichnet und gewann die Silberne Palme beim Leaders
Club Award.
Heute steht Mulack, der u.a. als Private Chef, Berater und Youtuber bekannt ist, für eine Küche
mit Haltung: ehrlich, laut und mit Berliner Schnauze. Seine Gerichte verbinden Heimatgefühl
mit internationalen Anleihen. Auf der neuen Karte treffen deshalb deftige Klassiker auf feine
Aromen: etwa Blutwurst-Kroketten auf geräuchertem Apfelmus, Königsberger Klopse mit
gebackenen Kapernäpfeln oder Rote Grütze mit Amarenakirschen und Tapiokaperlen. Typisch
Mulack: immer bodenständig und immer mit einem Twist.
„Ich will Menschen an einen Tisch bringen – mit Essen, das verbindet, bewegt und unterhält.
Meine Küche ist ehrlich, kreativ, mit Ecken und Kanten. Dabei liebe ich es, wenn Geschmack
eine Geschichte erzählt. Am besten eine aus Berlin“, sagt Kristof Mulack.
Cucchiara, die als erste Gourmetpatin das innovative Konzept mit ihrer italienischen Mammaküche
und viel argentinischem Temperament eröffnete, bleibt dem Haus symbolisch erhalten.
Ihr Signature Dish 'Polpo con Crema di Patate' (Oktopus mit Mandel und Kartoffelcreme) steht
weiterhin auf der Karte. Die Idee dahinter: Jede Gastropatin und jeder Gastropate hinterlässt
ein kulinarisches Erbe, das die Geschichte des Restaurants weiter schreibt.
Mit Mulacks Takeover startet das Clash KITCHENS AND BAR in die Wintermonate. Inklusive
saisonaler Highlights wie Selleriesuppe „Waldorf Style“ oder Bratapfel-Crumble. Die neue Karte
bleibt bis März 2026 und wurde, wie bei allen Paten, gemeinsam mit dem Küchenteam des
Hauses entwickelt. Alle Clash KITCHENS AND BAR-News werden auf den Instagram-Kanälen
des Hotels @nyxhotelberlinkoepenick sowie des Restaurants @clashberlinkoepenick geteilt
und informieren über Guest-DJs und Special Events im Haus.
Das Clash KITCHENS AND BAR verfügt insgesamt über 168 Plätze im Innenbereich und 100
Plätze auf der Terrasse. Die Öffnungszeiten sind im Restaurant täglich von 12:00 bis 22:00
Uhr, die Bar ist von 12:00 bis 00:00 Uhr geöffnet. Parkplätze stehen in der Tiefgarage zur
Verfügung. Die Adresse lautet Grünauer Str. 1, 12557 Berlin. Alle Infos unter: https://www.
leonardo-hotels.com/berlin/nyx-hotel-berlin-kopenick-by-leonardo-hotels Reservierungen
unter +49 30 (0)30 58 60 400 oder E-Mail an info.berlinkoepenick@leonardo-hotels.com
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Über das NYX HOTEL BERLIN KÖPENICK
Das NYX HOTEL BERLIN KÖPENICK BY LEONARDO HOTELS hat als viertes Haus der Lifestylemarke
NYX in Deutschland im Mai 2025 direkt an der Dahme eröffnet – mit Blick auf das
Schloss Köpenick. 190 individuell gestaltete Zimmer,eine große Open Lobby mit Restaurant,
Bar und Terrasse sowie 14 Veranstaltungsräume auf über 900 Quadratmetern machen das
Haus zum neuen Place to Be für Urban Traveller, Businessgäste und Kreative. NYX Hotels ist
Teil der Leonardo Hotelgruppe und steht für individuellen Lifestyle, Kunst und lokale Kultur.
Instagram: clashberlinkoepenick
Web: nyxhotelberlinkoepenick
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SAKE WEEK 2025 BERLIN
SAKE Event und Experience mit JETRO
in der japanischen Botschaft
Sake-Pairings mit westlichen und japanischen
Speisen
Text und Fotos: Anke Sademann
CHEFHEADS-MAGAZIN
Fotos © Anke Sademann
Neues aus der Hauptstadt
Um die Attraktivität von japanischem Sake sowie anderen japanischen alkoholischen Getränken
zu präsentieren, fand Mitte November in der Botschaft von Japan in Berlin eine
Sake-Pairing-Veranstaltung mit Verkostung der Pairings und Networking statt. Mehr
als zehn vornehmlich in Deutschland tätige Unternehmen, die japanischen Sake und andere
japanische alkoholische Getränke (einschließlich japanischen Weins, Shochu und Umeshu)
vertreiben nahmen teil. Es ging darum Pairings mit westlichen und japanischen Speisen. Vertreterinnen
und Vertreter aus Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Medien sowie verschiedene
Akteure der deutschen und japanischen Wirtschaft, um sich über die wachsende Bedeutung
von Sake auf dem deutschen Markt auszutauschen. Food & Beverage Autorin Anke
Sademann war für ChefHeads in der japanischen Botschaft und nippte und kostete nicht nur
sondern lauschte auch aufmerksam den Experten.
Japanischen Botschafterin SHINO Mitsuko über die Markteroberung
des Sake in Europa
Eröffnet wurde das Event von der japanischen Botschafterin SHINO Mitsuko. Sie verwies darauf,
dass das Interesse an Japan insgesamt steige und sich dies besonders im Bereich japanischer
Getränke zeige. Die Aufnahme von Sake in das UNESCO-Verzeichnis des immateriellen
Kulturerbes (https://www.jetro.go.jp/austria/topics/SakeWorldHeritage.html ) habe zusätzlich
internationale Aufmerksamkeit geschaffen. In ihrer Rede hob die Botschafterin hervor, dass
Sake heute weit über die japanische Küche hinaus gedacht wird:
„Sake wird nicht mehr nur als Getränk für japanische Restaurants wahrgenommen; vielmehr
entdeckt man ihn zunehmend als charaktervolles alkoholisches Getränk – gleichrangig neben
Wein und Craft-Bier.“
Gleichzeitig nannte sie bestehende Herausforderungen. Informationen über Herstellung, Stilrichtungen
und Food-Pairings seien noch nicht weit verbreitet, und Sake sei in der deutschen
Gastronomie vielerorts noch nicht selbstverständlich vertreten. „Obwohl es zweifellos Knospen
für eine wachsende Nachfrage gibt, fehlt bislang ein Ort, der Produzenten, Vertriebe und
die Gastronomie miteinander verbindet,“ erklärte sie.
Genau hier setzte die Veranstaltung an: Ziel war es, den Teilnehmenden einen praktischen
Zugang zu Sake und seinen Einsatzmöglichkeiten zu vermitteln und zugleich den Austausch
zwischen Importeuren, Hotellerie, Restaurants und Medien in Deutschland und Europa zu fördern.
Begleitet wurde der Abend von verschiedenen Degustationen, bei denen Sake mit japanischen
wie europäischen Speisen kombiniert wurde. Die Botschafterin betonte: „Wir sind
überzeugt, dass nicht die Theorie, sondern das unmittelbare Erleben am besten zeigt, welche
Kombinationen harmonieren.“
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den touristischen Chancen, die mit dem gestiegenen Interesse
an japanischer Ess- und Trinkkultur einhergehen. Vertreter der Reisebranche stellten
Möglichkeiten vor, Produktionsregionen und Brauereien in Japan zu besuchen. Der Abend bot
damit nicht nur einen Einblick in die Vielfalt des japanischen Sake, sondern diente auch als
Plattform, um Netzwerke zu stärken und Potenziale für zukünftige Zusammenarbeit auszuloten.
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SAKE WEEK 2025 BERLIN
Fotos © Anke Sademann
Links: Susanne Rost-Aoki
Rechts: Caroline Hayashi
Auslandskoordinatorin für den Agrar- und
Lebensmittelsektor, JETRO
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Neues aus der Hauptstadt
Zwei Keynote-Speakerinnen gaben einen fachkundigen Einblick:
Susanne Rost-Aoki
Inhaberin des Sake Kontors
https://www.sake-kontor.de/
Einführung in die Kultur des japanischen Sake sowie Sake-Pairings
mit japanischer Küche
Susanne Rost-Aoki ist in Gießen geboren, lebt nach Stationen in Bonn, Hamburg, Luzern und
Basel in Berlin und ist mit einem Japaner verheiratet, der eine Kendō-Schule betreibt. Sie erwarb
Ihre Qualifikation als SEC Advanced Professional in den Jahren 2007 und 2008 beim
Sake Education Council in Tōkyō. Zudem ist sie Trägerin des WSET Level 3 Award in Sake und
des Sake Contributor Award 2013, der von der International Wine Challenge London und der
japanischen Sake Samurai Association vergeben wird. Sie kuratiert ihre Sake-Auswahl von
High End-Sakes, Geheimtipps und „saisonale Sakes“ persönlich bei den Brauereien in Japan
und bringt Sake über den direkten Import ins Glas – in Gastronomie und Handel. Um die Qualität
von Sake auf dem Weg von Japan bis nach Europa zu erhalten, führt das Sake Kontor Team
seine Importe sachgerecht im Kühlcontainer bis nach Berlin durch.
Um Sake einzuordnen und miteinander vergleichen zu können, werden in Japan zwei gängige
Systeme verwendet: eine Pyramide und ein Geschmackskreis. Heute konzentriere man sich
aber vor allem auf den Kreis. Susanne Rost-Aoki, Inhaberin des bereits 2004 Sake Kontors –
erläutert die Pyramide erläutern, da ihre Kategorien weit verbreitet sind und sich später gut
in die Einteilung des Kreises einfügen.
Sake-Pyramide
Die Sake-Pyramide ordnet Sake nach Qualitätsstufen. Diese hängen davon ab, wie stark die
Reiskörner vor der Fermentation poliert werden.
• Unterer Bereich der Pyramide: Die Reiskörner werden weniger stark poliert, sodass mehr
Bestandteile der äußeren Schichten erhalten bleiben – Fette, Proteine, Mineralstoffe und
Vitamine. Diese beeinflussen den Geschmack und führen zu dem, was man in Japan „Reisgeschmack“
nennt – ein volleres, manchmal an Getreide erinnerndes Aroma.
• Oberer Bereich der Pyramide: Hier werden mehr als 50 % des Reiskorns wegpoliert. Übrig
bleibt überwiegend Stärke. Dadurch entsteht ein besonders feiner, klarer Sake, in dem durch
langsame, kalte Gärung fruchtige und blumige Noten hervortreten. Zu diesen hochwertigen
Kategorien gehören Ginjo und Daiginjo.
Sake-Geschmackskreis
Der Sake-Geschmackskreis ist das heute angewandte System. Anders als die Pyramide dient
er nicht zur Qualitätsbewertung, sondern zur sensorischen Einordnung in vier Kategorien –
nach Aroma (vertikale Achse) und Geschmackskomplexität (horizontale Achse). Entwickelt
wurde er von einem Forschungsinstitut in Japan, das Sake systematisierbar und leichter mit
Speisen kombinierbar machen möchte.
127
SAKE WEEK 2025 BERLIN
1. „Grün“: Fruchtig-blumige, aromatische
Sake (Ginjo-Typen)
Diese Sake sind besonders duftig und
aromatisch, mit Noten, die an Apfel,
Melone oder Birne erinnern. Sie entsprechen
den oberen Kategorien der Pyramide,
also Ginjo und Daiginjo.
Servierhinweise:
• ausschließlich gekühlt,
• am besten in Weingläsern oder Aromagläsern,
die die Duftnoten betonen.
Food-Pairing:
• leichte, fettarme Speisen,
• feine Gerichte der japanischen Küche
wie Sushi, Sashimi oder andere frische
Zubereitungen.
2. „Blau“: Schlichte, erfrischende und
ausgewogene Sake
Diese Kategorie beschreibt Sake mit weniger
ausgeprägtem Aroma und einem
klaren, unkomplizierten Geschmacksbild.
Sie benötigen kein spezielles Glas, da die
Duftunterstützung weniger wichtig ist.
Servierhinweise:
• ebenfalls gern gekühlt,
• einfache Gläser reichen aus – sogar
Wassergläser funktionieren gut, da sie
den frischen Charakter betonen.
Food-Pairing:
Diese Kategorie ist ein Allrounder:
• Sushi, Sashimi,
• Gemüsegerichte,
• Curryreis, Tofu, Udon, Ramen – nahezu
alles harmoniert gut.
3. „Braun“: Umami-betonte, nussige, malzige Sake
(Junmai-Typen)
Hier findet man Sake mit ausgeprägter Umami-Note,
tiefer Struktur und warmen Aromen wie Nuss
und Malz – typisch für Sake mit stärkeren „Reisgeschmacks“-Anklängen.
Es handelt sich um die
Kategorie, die für warmen Sake (nicht zu verwechseln
mit billigem, „verkochten“ Sake) besonders
geeignet ist.
Servierhinweise:
• leicht erwärmt, um Tiefe und Süße zu betonen,
• serviert in breiten Keramikschalen, die den Sake
großflächig im Mund verteilen lassen.
4. „Rot“: Gereifte und gelagerte
Sake (Jukusei, Koshu)
Dieser Bereich umfasst besondere,
gereifte Sakearten, die in
der Pyramide nicht als eigene
Kategorien auftauchen. Fast
alle Sake-Typen der Pyramide
können reifen oder gelagert
werden, wodurch sie komplexe,
oft oxidative Aromen entwickeln
– teilweise erinnernd an
Sherry oder gereiften Wein.
Food-Pairing:
• kräftige, geröstete Speisen,
• gegrillter Fisch und Meeresfrüchte,
• Yakitori, Tonkatsu, Gyoza – also Gerichte mit Fett
und Röstaromen, mit denen dieser Sake besonders
harmonisch zusammenspielt.
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Neues aus der Hauptstadt
Die Achsen des Kreises: Aus dieser Kreuzung (linke Seite) entstehen vier Kategorien.
• Vertikal (hoch - niedrig): Aromatisch - weniger aromatisch
• Horizontal (links - rechts): Geradliniger Geschmack - komplexer Geschmack
1️. Futsū-shu – Tischsake
• einfachste Qualität
• macht den Großteil der Produktion aus
2. Honjōzō
• Reis zu mind. 70 % poliert
• kleiner Zusatz von Brauzusatzalkohol erlaubt
3️. Junmai
• reiner Reis-Sake (nur Reis, Wasser, Koji, Hefe)
• kein Zusatzalkohol, Poliergrad variabel
4. Premium-Sake – pyramidenspitze
Dazu zählen u. a.:
• Junmai Ginjo / Ginjo (mind. 60 % Restpoliergrad)
• Junmai Daiginjo / Daiginjo (mind. 50 % oder weniger)
Sake und Wein im Vergleich sowie Sake-Pairings mit westlicher Küche
Caroline Hayashi
Auslandskoordinatorin für den Agrar- und Lebensmittelsektor, JETRO (https://www.jetro.
go.jp/germany/)
Obwohl Wein aus Trauben und Sake aus Reis hergestellt wird, und sich auch der Herstellungsprozess
deutlich unterscheidet, beeinflussen diese Unterschiede den sensorischen Eindruck
und die Wirkung auf Speisen.
Während man bei Wein häufig zuerst über Körper, Struktur und Tannine spricht, funktioniert
Sake sensorisch anders:
• Die Textur kann von seidig oder samtig bis hin zu ölig reichen.
• Eine leichte Trübung oder feiner Reisbesatz ist bei manchen Stilen typisch und sensorisch
erwünscht.
Trotz der Unterschiede gibt es eine wichtige Gemeinsamkeit zwischen Sake und
Wein: das Terroir.
Der Begriff umfasst alle klimatischen und geologischen Bedingungen, unter denen die Rohstoffe
– Trauben oder Reis – wachsen. Diese Bedingungen prägen den Charakter des Getränks
maßgeblich. Gleiches gilt für viele Lebensmittel, weshalb Terroir auch eine natürliche Verbindung
zwischen Getränk und Speise schafft.
So liegt es nahe, dass Sake hervorragend zur regionalen japanischen Küche passt. Doch tatsächlich
ist er auch ein äußerst vielseitiger Begleiter westlicher Speisen.
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SAKE WEEK 2025 BERLIN
Caroline Hayashi
Auslandskoordinatorin für den Agrar- und Lebensmittelsektor, JETRO
Fotos © Anke Sademann
Fotos © Anke Sademann
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Neues aus der Hauptstadt
Susanne Rost-Aoki Inhaberin des Sake Kontors
Fotos © Anke Sademann
Fotos © Anke Sademann
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SAKE WEEK 2025 BERLIN
„Ich bin absolut begeistert von der Vielfalt und der Modernität, die Sake heute zeigt – und
davon, wie gut er mit westlichen Gerichten harmoniert.“
Besonders die deutsche Küche, die häufig salzbetont und fettbetont ist, eigne sich hervorragend
für Sake-Pairings. Gerade durch seine Umami-Struktur und die oft weiche, runde Textur
kann Sake Aromen verbinden und Gerichte balancieren – nicht nur in der japanischen Küche,
sondern ausdrücklich auch in der europäischen.
Tatsächlich findet man heute wesentlich mehr Sake auf Getränkekarten als noch vor wenigen
Jahren. Die Entwicklung im vergangenen Jahr war besonders deutlich: Sake erscheint immer
häufiger in Weinkarten, Menübegleitungen und – sehr interessant – auch auf Cocktailkarten.
Viele Bars arbeiten inzwischen mit originellen Sake-Interpretationen und zeigen, wie vielseitig
dieses Getränk eingesetzt werden kann.
Gerade die Bandbreite ist bemerkenswert: kräftigere Sake passen sehr gut zu herzhaften,
deftigen Gerichten, während aromatische, duftige Sake spannende Kontraste zu frischen
oder feineren Speisen setzen können. Sake ist ein ausgesprochen vielseitiges und zugleich
zurückhaltendes Getränk – er begleitet und unterstützt Gerichte, ohne sie zu überlagern.
Ein Beispiel: Ein aromatischer Sake kann wunderbar mit einem cremigen Gericht harmonieren,
während ein eher rustikaler Sake interessante Kontraste zu einem kohlig-gegrillten Aroma
bietet. Überraschende Kombinationen entstehen hier ganz von selbst.
Ein weiterer Aspekt, den wir bereits angesprochen haben, ist die Temperatur. Anders als im
Weinbereich ist sie bei Sake eine wesentliche Komponente, die das sensorische Erleben stark
verändert. In der japanischen Esskultur ist es üblich, mehrere Speisen mit unterschiedlichen
Geschmacksrichtungen parallel zu genießen. In westlichen Menüs hingegen konzentrieren
wir uns meist auf eine dominante Geschmacksrichtung pro Gang. Gerade deshalb ist es interessant,
Sake in verschiedenen Temperaturbereichen auszuprobieren und zu erleben, wie sich
dadurch das Gesamtbild eines Gerichts verändert.
In den letzten Jahren ist ein deutlicher Trend zu gelagertem Sake – sogenannten Aged Sake
oder Koshu – zu beobachten. Es gibt inzwischen auch Brauereien, die sich speziell darauf konzentrieren.
Dieser gereifte Sake unterscheidet sich stark von den frischen Varianten: Er besitzt
einen tiefen, komplexen Geschmack mit Aromen von getrockneten Früchten, Nüssen,
Honig oder Schokolade. Im Geschmackskreis befindet sich dieser Sake oben rechts – er ist
sowohl aromatisch als auch geschmacksintensiv. Solche Sake können in nahezu jedem Temperaturbereich
serviert werden: gut gekühlt, bei Raumtemperatur oder leicht erwärmt.
Gelagerter Sake harmoniert sehr gut mit Speisen, die selbst dunklere, kräftige Aromen besitzen,
etwa Ente, Wild, Schmorgerichte, aber auch mit Desserts. Zudem eignet er sich hervorragend
als Digestif.
Sie sehen: Mit Sake stehen uns viele Möglichkeiten offen – weit mehr kreative
Freiheit, als man auf den ersten Blick vermutet. Wir haben vier unterschiedliche
Sake-Stile, und jeder davon lässt sich auf vielfältige Weise kombinieren.
CHEFHEADS-MAGAZIN
Neues aus der Hauptstadt
Fotos © Anke Sademann
Beispiele für Pairings entlang der vier Kategorien
1️. Unten links – Frische,
klare Sake (z. B. „Soshu“)
Komplementäre Paarung:
• Apfelpfannkuchen mit Apfelmus
(Aromen verbinden
sich über die Fruchtigkeit)
Kontrastierende Paarung:
• Gebratener Kohl oder anderes
herzhaftes Gemüse
2. Unten rechts – Umami-
und körperreiche
Sake („Jun-shu“)
Hervorragend zu:
• Schnitzel
• Lasagne
• Gereiftem Käse
• Cheesecake (die leichte
Süße des Sake verbindet
sich überraschend gut)
3️. Oben rechts – Gereifte
Sake („Jukusei-shu“)
Aromen: getrocknete
Früchte, Nüsse, Schokolade
Dazu passen besonders
gut:
• Schokoladendesserts
• Gereifte, kräftige Käse
• Nussige Desserts
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SAKE WEEK 2025 BERLIN
1. Kun-Shu
Aromatisch, sehr duftig
Beispiel: Sake-Typ Ginjo, Daiginjo
• Hoch aromatisch / duftig /
volles Aroma
• Klarer, eleganter Duft
2. Juku-Shu
Gereift, tiefer Charakter
Beispiel: Sake-Typ Jukuseishu,
Koshu, Vintage
• Komplexer Geschmack
• Komplexer, vielschichtiger
Charakter
• Gereifte Noten
Aroma und Geschmack des Sake – Vier Cluster
3. So-Shu
Frisch, leicht und weich
Beispiel: Sake-Typ Junmai
• Einfacher Geschmack
• Klarer, geradliniger Charakter
• Leicht aromatisch / wenig
Duft / zartes Aroma
4. Jun-Shu
Kräftig und vollmundig
Beispiel: Sake-Typ Junmai, Junmai
Ginjo
• Vollmundiger, runder Geschmack
• Komplexer Charakter
• Zarter Duft, weniger aromatisch
CHEFHEADS-MAGAZIN
Neues aus der Hauptstadt
Diese Kombinationen zeigen, wie breit das Einsatzfeld von Sake ist – und wie sehr er durch
seine Umami-Struktur und die Möglichkeit, ihn in verschiedenen Temperaturbereichen zu servieren,
neue kulinarische Spielräume eröffnet.
Sake bietet eine enorme aromatische Vielfalt und ermöglicht durch Temperaturvariationen
ein außergewöhnlich breites Spektrum an Genussmomenten. Die wichtigste Botschaft lautet
daher: probieren, experimentieren, entdecken.
„Vielleicht schenken Sie sich dieses Jahr zu Weihnachten statt eines Weins einmal einen gereiften
Sake ein – oder Sie kombinieren ihn beim nächsten Menü mit neuen Speisen. Ich wünsche
Ihnen viel Freude beim Ausprobieren“, schliesst Caroline Hayashi und bittet die Gäste
zum Buffet.
Geschmackskreis komplett durchlaufen. Sie werden die Einteilung später während der Verkostung
wiederfinden: Die Sake-Flaschen sind entsprechend farblich markiert, und auch bei
den Speisen finden Sie Hinweise, die die Kategorien zuordnen.
Wir bedanken uns bei japanischen Botschafterin SHINO Mitsuko und der japanischen Botschaft
und der Japan External Trade Organization - Jetro Berlin für die Einladung und
den Einblick in die Welt des Sake.
https://www.jetro.go.jp/germany/, https://www.de.emb-japan.go.jp/itprtop_de/index.html
Club der Küchenchefs - Ihr Netzwerk für kulinarischen Austausch
https://chefheads.de/
Fotos © Anke Sademann
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CHEFHEADS-MAGAZIN
BUCH-TIPP
BUCH-TIPP
Amore per Gusto: Die wahren Rockstars der italienischen
Küche | Von Stefania Lettini
Für den versierten Genussreisenden und jeden ambitionierten
Küchenchef gilt ein guter Vorsatz: Erst das Produkt
verstehen, dann damit arbeiten. Während die meisten
Kochbücher diesen Weg umkehren, geht Stefania Lettini
in „Amore per Gusto“ genau dorthin, wo der wahre Geschmack
entsteht: auf die Felder, in die Olivenmühlen, Käsereien
und Backstuben Italiens.
Dieses Buch ist weit mehr als eine Rezeptsammlung – es
ist eine essenzielle Lektüre für alle, die die Seele der italienischen
Kulinarik ergründen wollen. Lettini präsentiert
ihre „Genusshelden“ als die „wahren Rockstars der italienischen
Küche“: Menschen mit Namen, Adresse und vor allem
klarer Handwerkskunst, deren Leidenschaft man auf
jeder Seite spürt. Sie führt uns durch zwanzig Regionen
und verknüpft Herkunft, Produkt und Küche zu einem logischen,
mitreißenden Weg.
Statt den Parmigiano Reggiano DOP nur als Zutat abzuhandeln,
taucht der Leser in die Emilia-Romagna ein:
Stefania Lettini:
Amore per Gusto –
Meine italienische Küche.
Heel Verlag, 2023.
Hardcover, ca. 240 Seiten,
ISBN 396664715X
Lagerung, die Wahl der richtigen Reib- oder Hobeltechnik und – besonders wertvoll – wie
die Rinde noch gewinnbringend im Fond eingesetzt wird. Ein Detailreichtum, der den feinen
Unterschied in der gehobenen Küche macht. Ebenso überzeugend ist die Hommage an die
Schlichtheit, etwa beim Cedro-Carpaccio aus Kalabrien: Hauchdünne Scheiben, hochwertiges
Olivenöl, Salz. Ein Gericht, das lebt von der fantastischen Qualität seiner regionalen Produkte.
Stefania Lettini, die die authentischen und ungefilterten Fotos direkt bei den Produzenten
selbst aufgenommen hat, schafft ein Gesamtwerk von unglaublicher Liebe zum Detail. Für
vertiefende Einblicke in den Alltag der Erzeuger verlinken QR-Codes zu kurzen Filmen. Dieser
kulinarische Roadtrip, zusammengehalten von drei Lesebändchen in den Nationalfarben
Grün, Weiß und Rot.
Tipp:
137
BUCH-TIPP
CHEFHEADS-MAGAZIN
BUCH-TIPP
Apulien zum Lesen – ein Reisemagazin für alle, die
Küche als Landschaft sehen |
Wenn Genussliebhaber sich auf den Weg machen, suchen
sie mehr als Aussichtspunkte. Sie wollen verstehen, wie
sich eine Region anfühlt: ein Stück Focaccia am Hafen
von Trani, ein Espresso in einer Bar in Bari, eine Olivenölverkostung
in einer Mühle, in der das frische Öl ins Glas
läuft. Genau diese Verknüpfung von Orten, Geschichten
und kulinarischen Momenten macht das „Reisemagazin
Apulien“ von Tanja Neumann sichtbar.
Apulien, der Absatz des italienischen Stiefels zwischen
Adria und Ionischem Meer, ist längst als Reiseziel etabliert.
Die Autorin interessiert sich jedoch weniger für Pflichtprogramme,
sondern für das, was dazwischen liegt: die
Geschichten hinter Orten, Produkten und Menschen. Sie
führt die Leser durch weiße Städte wie Locorotondo und
Ostuni, an die Klippen von Polignano a Mare, ins barocke
Lecce und nach Otranto – und zeigt dabei, was Architektur,
Geschichte und Küche über diese Region erzählen.
Statt klassischer Reiseführer-Struktur mit Listen, Sternchen
und Adress-Sammlungen bietet das Buch reportageartige
Einblicke.
Tanja Neumann:
Reisemagazin Apulien –
Highlights und Genussmomente in
Italiens Süden. Erlebnisberichte,
Kulinarik und Insidertipps.
Independently published, 2025.
101 Seiten,
als Taschenbuch, eBook und Hardcover
erhältlich
ISBN 9798265804112.
Tipp:
Tanja Neumann beobachtet, erzählt, ordnet ein. Sie führt
in Bäckereien, auf Märkte und in einfache Lokale, in denen
es um Hartweizen, Orecchiette, Fisch vom Grill und
ein Glas Primitivo geht. Statt Adressen-Listen dominieren
Szenen und Begegnungen – so entsteht ein Bild von
Apulien, das über Postkartenmotive hinausgeht.
Formal ist das Buch ein Lesemagazin: kompaktes Taschenbuchformat,
klare Gliederung, gut lesbare Textlängen
– geeignet für die Couch, den Flug nach Brindisi oder
das Café zwischen zwei Ausflügen in Apulien. Statt „Top
Ten“ und Checklisten liefert es Reportagen.
Ein Buch für alle, die Apulien nicht einfach nur besuchen,
sondern verstehen wollen – auf dem Teller und unterwegs.
139
BUCH-TIPP
Fromage - Die Geheimnisse des französischen Käsehandwerks:
Alles über Herkunft und Herstellung.
Claude Luisier ist seit fast drei Jahrzehnten Affineur, Spezialist
für die Reifung und Veredelung von Käse. Ansässig hoch
oben in den Bergen des Schweizer Wallis hat er mit seiner
offenen Art, seinem Humor und seinem enzyklopädischen
Wissen bereits die Herzen vieler Käse-Enthusiasten erobert
und begeistert Millionen Follower*innen in den sozialen
Medien.
Der Christian Verlag zählt seit über 30 Jahren zu den renommiertesten
deutschen Verlagen für die schönen Dinge
des Lebens. In den Themenwelten Kochen, Garten, Wohnen
und Lifestyle erscheinen hochwertige und besondere Bücher.
Die Kochbücher aus dem Christian Verlag haben bereits
zahlreiche Preise erhalten, darunter den französischen
»Gourmand Cookbook Award« und die Medaillen der »Gastronomischen
Akademie Deutschland (GAD)«.
Claude Lusier
Fromage
Die Geheimnisse des französischen
Käsehandwerks:
Alles über Herkunft und Herstellung.
Mit herzhaften Originalrezepten
240 Seiten, ca. 120 Abb., Format
19,8 x 27,6 cm Hardcover
ISBN: 978-3-95961-990-5
Christian Verlag
Tipp:
CHEFHEADS-MAGAZIN
BUCH-TIPP
Ikarus
2026 präsentiert sich die Ikarus-Reihe in neuem, ganz besonderen
Design: Passend zum umfangreichen Makeover
des Red Bull Hangar-7 und des Restaurant Ikarus wurden
auch das Bookazine und die digitale »Ikarus Experience«
rundum neugestaltet. Was gleich bleibt: Kochkunst höchster
Klasse und tiefe Einblicke in die Geschichten und Arbeitswei-sen
der Gastköche.
Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant
Ikarus im Red Bull Hangar-7 ist der Lande-platz internationaler
Spitzenköche. Hier erzählen die besten Köche der
Welt, handverlesen von Executive Chef Martin Klein, ihre
kulinarischen Geschichten – denn genau darauf beruht das
weltweit einzigartige Konzept: Monat für Monat öffnet sich
die Küche des Restaurant Ikarus für einen neuen Gastkoch.
Und somit auch für neue Einflüsse, frische Inspirationen und
spannende Aromen.
Ikarus
Die besten Köche der Welt zu Gast
in Salzburg
Von Martin Klein & dem Ikarus
Team
Verlag: BENEVENTO Erscheint
am 3️0. Januar 2026
232 Seiten, 210 mm x 275 mm
ISBN: 13 9783710902321
Ladenpreis: € 35,00 | CHF 46,90
Erhältlich auf Deutsch & Englisch
Die Bookazine-Reihe »Ikarus. Die besten Köche der Welt zu
Gast in Salzburg« dokumentiert diese Begeg-nungen der
Geschmackswelten sowie die gemeinsam entwickelten Rezepte.
Gespräche mit den Gastköchen geben tiefe Einblicke
in deren Biografie und Philo-sophie; Reisetipps der Protagonisten
erwecken die jeweilige Heimatregion zum Leben. Darüber hinaus wird für jeden Monat
ein herausragendes Produkt vorgestellt, das als das Herzstück des Gastkoch-Menüs glänzt.
Rezepte beeindrucken durch Finesse und kulinarische Perfektion – und laden dazu ein, tiefer
in die Welt der Spitzengastronomie einzutauchen, denn dank eines QR-Codes erhalten Sie
exklusiven Zugang zu einer umfangreichen Rezeptdatenbank, die das Gastkochwissen auch
in Ihre Küche bringt. Auch steht Ihnen die digitale »Ikarus Experience« mit den passen-den
TV-Sendungen, Weinempfehlungen und einem Blick hinter die Kulissen zur Verfügung.
Ein kulinarisches Jahrbuch zum Eintauchen, Schwelgen, Staunen – und Nachmachen.
Tipp:
141
REDAKTIONELLES
Das ChefHeads-Magazin ist das monatlich erscheinende, kostenfreie Online-Magazin
für Führungskräfte, Küchenchefs, Gastronomen und Entscheider der Hospitality-Branche.
Als offizielles Magazin des ChefHeads Club – dem Netzwerk der Küchenchefs – bietet
es fundierte Einblicke in die zeitgenössische Gastronomie, Hotellerie und Food-Szene.
Jede Ausgabe vereint exklusive Interviews, inspirierende Porträts, fundierte Branchenanalysen
sowie Best-Practice-Beispiele und Trendthemen. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen
aus Küche und Management ebenso wie Themen rund um Digitalisierung, Nachhaltigkeit,
Arbeitswelt und Food-Innovation.
Das ChefHeads-Magazin versteht sich dabei als kuratierte Wissens- und Inspirationsplattform
für alle, die gastronomische Qualität mit unternehmerischer Verantwortung verbinden.
Mit hochwertigen Inhalten, praxisnaher Relevanz und einem klaren Fokus
auf Führung, Qualität und Zukunftsfähigkeit schafft das ChefHeads-Magazin
einen nachhaltigen Mehrwert. Es verbindet kulinarische Kompetenz mit modernem
Leadership und bietet Orientierung in einem sich wandelnden Marktumfeld.
Das Magazin erscheint ausschließlich digital, ist jederzeit und überall kostenfrei verfügbar –
und richtet sich an Menschen, die die Branche aktiv mitgestalten wollen: informiert, vernetzt
und zukunftsorientiert.
Impressum
ChefHeads-Club der Küchenchefs
Rosenweg 43 – 51519 Odenthal
T: +49 (0) 2174 892 7227
M: info@chefheadsmagazin.de
W : www.chefheadsmagazin.de
Redaktion: Guido Fritz
Lektorat: Christine-Anja Möcklinghoff
Design: Guido Fritz
Fotografie: Anke Sademann • Bergische Genusstage • Friesenkrone • Emily • Tanja Neumann
• Maria Gütig • Melanie Bauer • TK Mediaberatung • Pieter D’hoop • Aromi.group • Agrimontana
• Achenbach • Guido Fritz • Guide Michelin • Bragard
An dieser Ausgabe haben mitgewirkt:
Anke Sademann •Tanja Neumann • Guido Fritz
Copyright: Das Urheberrecht an den Inhalten,
Bildern und Designs der Zeitschrift liegt bei Chef
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REDAKTIONELLES
Themen & Termine 2026
Neben den ständigen Themenbereichen bieten wir Ihnen 2026 wieder eine große Auswahl an Themen und Berichten:
ChefHeads ist das Magazin für Exzellenz,
Inspiration und Haltung.
Jeden Monat präsentieren wir herausragende
Arbeiten aus Kulinarik, Gastronomie,
Hotellerie, Fooddesign, Corporate
Design, Gemeinschaftsverpflegung,
Catering und Küchentechnik – kuratiert,
hochwertig inszeniert und mit journalistischem
Anspruch umgesetzt. Jede
Ausgabe widmet sich zudem einem
klar definierten Fokusthema, das auf
bis zu 200 Seiten fundiertes Wissen
mit visueller Inspiration verbindet.
Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeiten,
Projekte und Produkte mit Substanz. Im
kulinarischen Teil zeigen wir Küchenchefs
und ihre Arbeit aus neuen, oft überraschenden
Perspektiven. Kulinarische Projekte
erhalten im Rezeptteil eine Bühne,
getragen von anspruchsvoller Fotografie
und präziser Redaktion. Der Bereich Produktion
& Einkauf stellt bemerkenswerte
Produzenten und Anbieter vor und vermittelt
tiefe Einblicke in Herkunft, Erzeugung,
Veredelung und Produktionsprozesse.
In der Rubrik Design & Lifestyle
greifen wir neue Gestaltungsansätze, ex-
Januar
ChefHeads-Magazin #01/26
ET: 15. Januar 2026
AS: 10. Januar 2026
RS: 10. Januar 2026
März
ChefHeads-Magazin #03/26
ET: 15. März 2026
AS: 10. März 2026
RS: 10. März 2026
Mai
ChefHeads-Magazin #05/26
ET: 15. Mai 2026
AS: 10. Mai 2026
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Juli
ChefHeads-Magazin #07/26
ET: 15. Juli 2026
AS: 10. Juli 2026
RS: 10. Juli 2026
September
ChefHeads-Magazin #09/26
ET: 15. September 2026
AS: 10. September 2026
RS: 10. September 2026
ET = Erscheinungstermin
AS = Anzeigenschluss
RS = Redaktionsschluss
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laut, sondern nachhaltig.und Designtheorie sowie Arbeiten von
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Februar
ChefHeads-Magazin #02/26
ET: 15.Februar 2026
AS: 10. Februar 2026
RS: 10. Februar 2026
April
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ET: 15. April 2026
AS: 10. April 2026
RS: 10. April 2026
Juni
ChefHeads-Magazin #06/26
ET: 15. Juni 2026
AS: 10. Juni 2026
RS: 10. Juni 2026
August
ChefHeads-Magazin #08/25
ET: 15. August 2025
AS: 10. August 2025
RS: 10. August 2025
Oktober
ChefHeads-Magazin #10/26
ET: 15. Oktober 2026
AS: 10. Oktober 2026
RS: 10. Oktober 2026
November
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ET: 15. November 2026
AS: 10. November 2026
RS: 10. November 2026
Dezember
ChefHeads-Magazin #12/26
SONDERAUSGABE
ET: 15. Dezember 2026
AS: 10. Dezember 2026
RS: 10. Dezember 2026
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LIFESTYLE
CHEFHEADS-MAGAZIN
Knippser by Dana Huschert
Wem ist es im Restaurant noch nicht passiert, oder wer hat es noch nicht beobachtet: die Serviette rutscht
von den Knien auf den Boden, um dann durch eine neue Serviette ersetzt zu werden, oder – noch schlimmer
– sie wird aufgehoben, um danach wieder zum Munde geführt. Das eine ökonomische/ökologisch schlecht,
dass andere hygienisch eigentlich unhaltbar.
Die Inspiration zur Lösung des Problems kam aus dem Familienkreis: ein kleiner Befestigungsclip vom Großvater
für die Serviette (aus den dreißiger Jahren!) wurde gereicht.
Sofort erkannte ich das Potenzial dieses kleinen Helfers und entwickelte ihn zu dem nun vorliegenden „Knippser“
weiter: ein hochwertiges stylisches Accessoire, das Funktionalität (die Serviette bleibt da, wo sie hingehört)
mit ökologischen Anspruch (dutzende Servietten müssen nicht umsonst gewaschen werden) und
edlem Look vereint.
Das der Knippser auf der Vorderseite mit einem „Branding“ der gastronomisch Einrichtung, des Events, oder
der Namen der Mitglieder der Tischgesellschaft versehen werden kann, verwandelt ihn in gleicher Weise in
einen eleganten „Werbeträger“ der gastronomischen Einrichtung, sowie
in ein Erinnerungsstück an die Veranstaltung, - und damit in ein
originelles „give-away“ für den Nutzer.
Mit seinem Potenzial in luxuriösem Look hat er den Einzug in die gehobene
Gastronomie gehalten.
Zu den begeisterten Kunden gehören Hotels (Ritz-Carlton, Waldorf
Astoria), die Gastronomie (Gendarmerie, AusternBank, Pots, Käfer,
Restaurant Belmondo, Dallmayr Catering), Fluggesellschaften (Netjets),
Juweliere (Juwelen Goldberg) und Eventmanagement – Firmen.
Eine neue Kategorie für die „Gastronomie mit Stil“
ist eröffnet!
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LIFESTYLE
DIE VORTEILE
• Hat eine Funktion gegenüber dem Serviettenring
• Ist aus der Gastronomie nicht mehr wegzudenken
• Die Serviette ist an der Kleidung fixiert und kann nicht auf den Boden fallen
• Minimierung der Reinigungskosten
• Fördert die Nachhaltigkeit
• Kleidungsstücke der Gäste werden nicht benutzt
• Innovation für die Gastronomie
• Ideal als Werbegeschenk
• Produkt-Branding möglich (Logo, Initialen, Personalisierungen für Events, Hochzeiten)
• Patentiertes Produkt
• Hochwertiges Accessoire für die Serviette
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Dana Huschert Lifestyle GmbH
Hausvogteiplatz 10
10117 Berlin, Deutschland
Tel.: +49 175 255 49 86
Mail: dana@danahuschert.com
WEB: www.knippser.com/
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Weil Geschmack verbindet
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