Leben mit Hund & Katze
Leben mit Hund & Katze zeigt, wie eng das Leben von Menschen und ihren Tieren miteinander verbunden ist. Das Magazin erzählt persönliche Geschichten von Hunde- und Katzenhaltern und gibt Einblicke in Alltag, Verantwortung und emotionale Bindung. Im Mittelpunkt stehen reale Erfahrungen. Halter berichten, wie sie mit Krankheit, Alter oder Behinderung ihrer Tiere umgehen. Themen wie Arthrose, chronische Schmerzen, Pflegebedarf oder Verhaltensänderungen werden anhand konkreter Beispiele verständlich gemacht. Ergänzt werden die Porträts durch fachliche Einordnung. Tierärzte und Experten erklären, wie Krankheiten entstehen, woran frühe Warnzeichen zu erkennen sind und welche Therapien im Alltag helfen. Vorsorge, Ernährung, Bewegung und medizinische Begleitung ziehen sich als wiederkehrende Schwerpunkte durch die Ausgabe. Auch Tierschutz spielt eine zentrale Rolle. Das Magazin beleuchtet Adoption, Pflegestellenarbeit und ehrenamtliches Engagement und zeigt, wie individuelle Entscheidungen das Leben von Tieren nachhaltig verändern können. Leben mit Hund & Katze richtet sich an Menschen, die mit Haustieren leben oder Verantwortung für sie übernehmen möchten. Es verbindet persönliche Perspektiven und bietet Orientierung für ein bewusstes, informiertes Zusammenleben mit Hund und Katze.
Leben mit Hund & Katze zeigt, wie eng das Leben von Menschen und ihren Tieren miteinander verbunden ist. Das Magazin erzählt persönliche Geschichten von Hunde- und Katzenhaltern und gibt Einblicke in Alltag, Verantwortung und emotionale Bindung.
Im Mittelpunkt stehen reale Erfahrungen. Halter berichten, wie sie mit Krankheit, Alter oder Behinderung ihrer Tiere umgehen. Themen wie Arthrose, chronische Schmerzen, Pflegebedarf oder Verhaltensänderungen werden anhand konkreter Beispiele verständlich gemacht.
Ergänzt werden die Porträts durch fachliche Einordnung. Tierärzte und Experten erklären, wie Krankheiten entstehen, woran frühe Warnzeichen zu erkennen sind und welche Therapien im Alltag helfen. Vorsorge, Ernährung, Bewegung und medizinische Begleitung ziehen sich als wiederkehrende Schwerpunkte durch die Ausgabe.
Auch Tierschutz spielt eine zentrale Rolle. Das Magazin beleuchtet Adoption, Pflegestellenarbeit und ehrenamtliches Engagement und zeigt, wie individuelle Entscheidungen das Leben von Tieren nachhaltig verändern können.
Leben mit Hund & Katze richtet sich an Menschen, die mit Haustieren leben oder Verantwortung für sie übernehmen möchten. Es verbindet persönliche Perspektiven und bietet Orientierung für ein bewusstes, informiertes Zusammenleben mit Hund und Katze.
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Leben mit ...
Hund & Katze
Seite 8
Arthrose – wie
Aika Lebensqualität
zurückbekam
Seite 14
Lotti, Lori und Lilly –
Petfluencer 2025
Lukas im Interview
Seite 20
Tierschutz – Malte
Zierden: „Oßkar veränderte
mein Leben“
Seite 26
Abschied nehmen –
Trost, Begleitung,
Erinnerung
Gesund von
Anfang an
Was Tierärztin „Doc Polly“ jedem Tierhalter rät,
lesen Sie im Interview im Innenteil der Ausgabe.
2
Vorwort
Tiere bereichern unser Leben
Tiere bereichern unseren Alltag, geben Halt und schaffen Nähe. Das belegen Studien, aber
vor allem erleben wir es selbst. Umso wichtiger ist es, gut informiert zu sein. Was braucht
mein Tier im Alltag? Wie begleite ich meinen Vierbeiner oder meine Samtpfote sicher
durchs Leben? Und vor allem: Wie halte ich mein Haustier gesund?
Dr. vet. Ramona Zühlke
Tierärztin
Aufklärung spielt dabei eine
zentrale Rolle. Viele Tierhalter
möchten fundiert entscheiden,
Zusammenhänge
verstehen und ihr Tier verantwortungsvoll
begleiten.
Dieses Magazin unterstützt genau dort. Wir
greifen Themen auf, die im Alltag wirklich
wichtig sind. Dazu gehören das Erkennen
und Behandeln von Schmerzen, Fragen rund
um Futter und Verdauung sowie die passende
medizinische Versorgung. Auch Versicherungen
sind ein Thema, denn moderne Behandlungsmöglichkeiten
sind wertvoll, aber oft
kostspielig. Wer gut informiert ist, kann besser
planen und in schwierigen Momenten sicher
entscheiden. Auch der Tierschutz spielt in dieser
Ausgabe eine Rolle. Verantwortung endet
nicht an der eigenen Haustür. Es geht darum,
Missstände zu erkennen, seriöse Strukturen
zu unterstützen und Entscheidungen zu treffen,
die dem Tierwohl dienen. Aufklärung
ist dabei ein wesentlicher Schlüssel. Nur wer
Hintergründe kennt, kann sicher handeln –
beim Kauf, bei der Adoption oder im Umgang
mit tierschutzrelevanten Themen. In dieser
Ausgabe widmen wir uns auch einem der
schwersten Themen für Tierhalter, dem Abschied:
Wie gelingt ein würdevoller, liebevoller
Umgang, wenn das Leben zu Ende geht, und
welche Möglichkeiten gibt es, das Tier immer
in Erinnerung zu halten?
Ich wünsche Ihnen wertvolle Erkenntnisse,
Ruhe beim Lesen und viele schöne Momente
mit Ihrem Tier. Dieses Magazin möchte Orientierung
geben. Es soll praxisnah informieren
und gleichzeitig zeigen, dass Wissen und
Empathie zusammengehören. Ich wünsche
Ihnen anregende Einblicke, Klarheit für Ihren
Alltag und viele schöne Momente mit Ihrem
geliebten Weggefährten..
Leben mit Hund & Katze Healthcare Mediapartner GmbH | Pariser Platz 6a | 10117 Berlin | www.healthcare-mediapartner.de
Herausgeberin Franziska Manske Redaktionsleitung Benjamin Pank Layout Elias Karberg
Coverbild privat Kontakt redaktion@lebenmit.de | www.lebenmit.de
Alle Artikel, die mit „in Zusammenarbeit mit“ gekennzeichnet sind, sind gesponserte Beiträge.
Die Texte der Ausgabe schließen alle Geschlechter mit ein. Zur besseren Lesbarkeit wird jedoch nur eine Geschlechtsform verwendet.
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4
Fotos: privat
Was Mateo, Mojo und Rana
über das Leben lehren
Drei Hunde, drei Geschichten – und ein Zuhause, das alles verändert hat. Vanessa hat aus
Tierschutz eine Herzensaufgabe gemacht. Ihre Hunde Mojo, Rana und Mateo kommen aus
schwierigen Verhältnissen: von der Straße, aus der Tötungsstation, aus dem Müll. Heute sind
sie Teil eines Rudels, das zeigt, wie viel Liebe, Geduld und Vertrauen aus traumatisierten Tieren
enge Begleiter macht. Ihr Frauchen Vanessa erzählt im Interview über den Alltag mit drei
Hunden, was hinter jeder Adoption steckt und warum sich der Einsatz immer lohnt.
Redaktion Emma Howe
Liebe Vanessa, stell uns doch bitte einmal
deine Rasselbande vor!
Gern. Rana ist mittlerweile acht Jahre alt und
in Portugal geboren. Ihre große Leidenschaft:
Laufen, laufen, laufen. Für Rana gibt es
nichts Schöneres. Oder doch, gibt es: ihr Ball.
(lacht) Rana wird immer auf ihre schönen
Augen angesprochen. Mojo ist 2012 geboren
und damit der Senior unter den Vierbeinern
des Rudels. Mag physisch vielleicht der
Kleinste sein, fühlt sich aber wie der Größte.
Zwergpinscher eben. Mojo ist aus zweiter
Hand und hat sich bereits im jungen Welpenalter
das Bein gebrochen. Sein Vorbesitzer
hielt es nicht für nötig, mit ihm in die Tierklinik
zu fahren. Daher suchte Mojo dann ein
neues Zuhause und fand seinen Weg zu uns.
Bis auf eine große Narbe ist es gut verheilt.
Mojos Hobby: Steine, Kastanien, kleine Bälle.
Sein Endgegner: Eichhörnchen. Er läuft auch
ganz gern auf zwei Beinen, um den Überblick
zu behalten. Irgendwie muss man sich
ja helfen, wenn man schon eine halbe Portion
ist. Mateo müssen wir erst mal wecken,
bevor er von sich erzählen kann. Er schläft
nämlich für sein Leben gern. Er ist sieben
Jahre alt, kommt aus Griechenland und kam
als Pflegehund nach Deutschland. Ich hatte
mich gleich beim ersten Treffen Hals über
Kopf verliebt. Sogar mein Freund Rafael wurde
weich. Schnell wurden aus zwei Hunden
drei Hunde. Übrigens fehlt ihm eine Pfote,
aber das stört Mateo nicht. Mit Prothese zieht
er immer alle Blicke auf sich. Kein Wunder,
wenn man wie der Terminator höchstpersönlich
aussieht. (lacht)
Wie kam es bei Mateo dazu, und wie ist der
Alltag mit einem Hund mit Handicap?
Wie es dazu kam, wissen wir leider bis heute
nicht. Mateo wurde als kleiner Welpe im
Müll entsorgt, dort fehlte ihm bereits die
Pfote. Anhand von Röntgenbildern, die wir
später beim Tierarzt machen ließen, war aber
schnell klar: Die Pfote fehlt nicht aufgrund ▶
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6
eines Geburtsfehlers, diese wurde unprofessionell
amputiert. Wieso und von wem, wird
für immer Mateos Geheimnis bleiben. Der
Alltag mit Mateo ist eigentlich ganz normal,
außer eben der Tatsache, dass er immer hervorsticht.
Die Leute flüstern oft oder halten
an und fragen, was mit ihm passiert ist. Ich
kläre dann immer gerne auf und versichere
den Menschen, dass Mateo kein armer Hund
ist, ganz im Gegenteil: Er ist sehr glücklich.
Ich habe bei ihm noch nie einen schlechten
Tag erlebt.
Wie sieht ein normaler Tag bei euch aus?
Natürlich ist das Leben mit drei Hunden sehr
zeitintensiv, und ich gehe neben der nebenberuflichen
Selbstständigkeit noch meinem
normalen Job nach. Das bedeutet in erster
Linie: Gutes Zeitmanagement muss man für
das Leben mit drei Hunden organisieren.
Auch haben alle drei natürlich individuelle
Bedürfnisse, auf die im Alltag eingegangen
werden muss. Es ist nicht immer einfach,
aber es lohnt sich – ich könnte mir ein Leben
ohne Hunde nicht vorstellen.
Als Frauchen von drei Hunden: Was ist deine
Vision, die du über deinen Blog und Instagram
in die Welt tragen möchtest?
Ich möchte den Menschen über den Account
@verpinscht zeigen, dass auch Tierschutzhunde
mit einer Vorgeschichte wunderbare
Alltagsbegleiter sein können. Es gibt eigentlich
kaum etwas, wo Mojo, Rana und Mateo
uns nicht mit hinbegleiten. Außerdem möchte
ich mit Mateo Bewusstsein dafür schaffen,
dass auch Hunde mit einer Behinderung ein
unbeschwertes Leben führen können. Durch
unsere ehrenamtliche Arbeit als Pflegestelle
nehme ich die Menschen dabei mit, wie
wir ängstliche Hunde und Hunde mit einer
schlimmen Vergangenheit auf ein neues Zuhause
vorbereiten und auch dorthin vermitteln.
In kurz: Ich möchte als Stimme fungieren
für die Hunde, die es oft nicht leicht im
Leben hatten und haben.
Was war der Moment, in dem du wusstest:
Das mit dem Tierschutz hört bei einem
Hund nicht auf?
Der Moment kam ziemlich schnell. Ich hatte
bei Mateo gemerkt, wie sehr mich das bewegt,
einem Hund mit Handicap den Weg in
ein normales Leben zu zeigen. Als ich sah, wie
gut er sich entwickelte, wurde mir klar: Ich
möchte mehr Tieren helfen, diesen Schritt
zu gehen. Es war kein geplanter Prozess, eher
ein Gefühl – und das wurde mit jedem Hund,
den wir aufnehmen durften, stärker.
Was war die schönste Erfahrung mit einem
Pflegehund?
Da gibt es viele. Aber besonders bleibt mir ein
Hund aus Portugal in Erinnerung, der völlig
verängstigt bei uns ankam, sich tagelang nur
unter dem Tisch versteckte und kaum fraß.
Nach Wochen enger Begleitung fing er plötzlich
an zu spielen – zuerst zögerlich, dann
völlig ausgelassen. Das war wie ein Durchbruch.
Und als er dann in sein endgültiges
Zuhause gezogen ist, konnte ich mit gutem
Gefühl loslassen.
Was war das Schwierigste?
Loslassen zu lernen. Jedes Mal, wenn ein
Pflegehund vermittelt wird, schwingt ein
bisschen Herzschmerz mit. Aber ich weiß,
dass Platz für den nächsten frei werden muss.
Und wenn ich sehe, wie glücklich die Hunde
in ihren neuen Familien sind, weiß ich, dass
es richtig ist.
Du hast mit „Streuner – von der Straße direkt
ins Herz“ ein Buch geschrieben. Wie
kam es dazu?
Die Idee dazu entstand mit der Zeit. Immer
mehr Menschen wollten wissen, wie alles begann,
wie unser Alltag aussieht, wie wir das
machen – mit drei Hunden, Pflegestelle, Job,
Social Media. Irgendwann dachten wir: Warum
nicht all das aufschreiben? Ein Buch ist
persönlicher als jeder Post.
Welche Geschichte aus dem Buch liegt dir
besonders am Herzen?
Die Geschichte von Bruno, ganz klar. Ohne
ihn gäbe es all das nicht. Seine Geschichte ist
der Anfang von allem – und auch emotional
die tiefste. Er war der Erste, der mich gelehrt
hat, was Vertrauen bedeutet.
Was möchtest du den Lesern mitgeben?
Dass Adoption keine zweite Wahl ist. Dass
auch Hunde mit einer schwierigen Vorgeschichte
ein erfülltes Leben führen können.
Und dass jeder Einzelne etwas verändern
kann – mit Geduld, Herz und einem offenen
Blick für die, die oft übersehen werden..
Buchtipp
In ihrem Buch schildert Vanessa ihre
Adoptionserfahrungen, teilt ihr Wissen
über Tierschutz und gibt Tipps für die
Eingewöhnung von Straßenhunden.
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8
Fotos: Zoetis Germany © 2025
Wenn Bewegung
wieder Freude macht
Wenn Hunde sich plötzlich weniger bewegen, Treppen meiden oder Spaziergänge abbrechen,
steckt oft mehr dahinter als bloße Bequemlichkeit. Viele Tierhalter denken zunächst an Müdigkeit
oder das Alter, doch manchmal ist die Ursache ernster: Arthrose. Diese schleichende
Gelenkerkrankung betrifft nicht nur ältere Hunde, sondern kann Tiere jeden Alters treffen. Mit
moderner Schmerztherapie, Bewegung mit Maß und viel Verständnis können Hunde trotz Arthrose
aktiv und glücklich leben. Das zeigt auch die Geschichte von Schäferhündin Aika, die mit
der richtigen Behandlung zu neuer Lebensfreude gefunden hat.
Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit
umgesetzt.
Aika ist sieben Jahre alt, eine
temperamentvolle Schäferhündin
mit dichtem Fell und
wachem Blick. Früher lief sie
neben dem Fahrrad, begleitete
Joggingrunden und war bei
jeder Aktivität dabei. Sie war der Mittelpunkt
der Familie, immer voller Energie und Lebensfreude.
Doch dann veränderte sich etwas. Auf
einmal blieb sie beim Spazierengehen stehen,
legte sich hin und wollte nicht weiterlaufen. Ihr
Herrchen Stefan erinnert sich gut an diese Zeit:
„Aika war immer aktiv und hat nie gezeigt, wenn
ihr etwas wehgetan hat. Deshalb haben wir lange
nicht gemerkt, dass sie Arthrose hat.“ Erst als
die Schmerzen stärker wurden und sie sich zurückzog,
wurde klar, dass etwas nicht stimmte.
Die Diagnose war ein Schock: Aika hat Arthrose.
Aika
Was passiert bei Arthrose?
Arthrose zählt zu den häufigsten chronischen
Gelenkerkrankungen bei Hunden. Sie entsteht,
wenn sich der Knorpel in den Gelenken abnutzt,
etwa durch Alter, Überlastung, Fehlstellungen
oder frühere Verletzungen. Der Knorpel dient
normalerweise als Schutzschicht zwischen den
Knochen und sorgt dafür, dass sich die Gelenke
reibungslos bewegen. Wird dieser Puffer dünner
oder beschädigt, reiben die Gelenkflächen
direkt aufeinander. Das führt zu Entzündungen,
Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit.
Besonders betroffen sind Hüfte, Ellbogen, Knie
und Schulter. Die Tiere bewegen sich weniger,
weil sie Schmerzen vermeiden wollen, was wiederum
die Muskulatur schwächt und die Gelenke
zusätzlich belastet. So entsteht ein Kreislauf,
der ohne Behandlung immer weiter fortschrei-
9
Mehr auf www.lebenmit.de/tiergesundheit | 9
tet. Schätzungen zufolge sind etwa 40 Prozent
aller Hunde im Laufe ihres Lebens betroffen.
Besonders gefährdet sind große Rassen, ältere
Tiere oder Hunde mit sehr aktivem Lebensstil.
Doch auch jüngere Hunde können Arthrose
entwickeln, etwa nach einer Verletzung, Überoder
Fehlbelastungen oder durch genetische
Veranlagung.
Erste Anzeichen ernst nehmen
Die Symptome schleichen sich oft ein. Nach
dem Aufstehen läuft der Hund steif, wirkt beim
Treppensteigen zögerlich oder bleibt auf Spaziergängen
zurück. Viele Halter interpretieren
das zunächst als Alterserscheinung. Andere
bemerken Veränderungen im Verhalten: Der
Hund zieht sich zurück, schläft mehr oder reagiert
empfindlich auf Berührungen. Wer solche
Anzeichen beobachtet, sollte nicht abwarten.
Tierärzte können durch eine gründliche
Untersuchung und bildgebende Verfahren wie
Röntgen feststellen, ob eine Arthrose vorliegt.
Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser
lässt sich der Verlauf beeinflussen.
Moderne Schmerztherapie gibt Lebensqualität
zurück
Arthrose ist nicht heilbar, aber arthrosebedingte
Schmerzen sind behandelbar. Ziel ist
es, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu
hemmen und die Beweglichkeit zu verbessern.
Je nach Stadium kommen verschiedene Therapien
infrage – von Schmerzmitteln über physiotherapeutische
Maßnahmen bis hin zu Injektionen
direkt ins Gelenk. Nach Rücksprache
mit der Tierärztin unternimmt Stefan mit Aika
zunächst nur einmal täglich einen kurzen Spaziergang
auf weichem Waldboden. Seit sie die
passende Schmerztherapie gefunden haben,
können die beiden wieder häufiger und länger
Gassi gehen – und Aika zeigt deutlich, wie
gut ihr das tut. Sie läuft, spielt, freut sich über
jeden Ausflug. „Früher konnten wir nur noch
zehn Minuten spazieren gehen. Heute läuft sie
wieder mit Freude los, springt und ist einfach
wieder sie selbst“, erzählt Stefan. Für ihn ist das
eine enorme Erleichterung: „Man merkt einfach,
dass sie wieder Spaß am Leben hat. Sie
ist wieder mittendrin in unserem Alltag. Das ist
das Schönste für uns.“
Alltag anpassen – Bewegung mit Maß
Neben der medikamentösen Behandlung
spielt auch der Alltag eine große Rolle. Gelenkschonende
Spaziergänge auf weichem
Untergrund, moderates Training und gezielte
Bewegungsübungen halten die Muskulatur
aktiv, ohne die Gelenke zu überlasten. Auch
das Gewicht sollte regelmäßig überprüft werden,
denn jedes überflüssige Kilo belastet die
Gelenke zusätzlich. Ein orthopädisches Liegekissen
kann helfen, den Druck auf die Gelenke
zu reduzieren und für erholsamen Schlaf zu
sorgen. Ebenso wichtig ist eine ausgewogene
Ernährung mit gelenkunterstützenden Nährstoffen
wie Omega-3-Fettsäuren.
„Aktivität und Lebensfreude können bleiben“
Zoetis, ein weltweit führendes Unternehmen
für Tiergesundheit, setzt sich dafür ein, dass
!
Hunde auch mit chronischen Erkrankungen
wie Arthrose schmerzfrei leben können. Ziel
ist, dass Tierhalter früh erkennen, wenn etwas
nicht stimmt, und gemeinsam mit Tierärzten
die beste Behandlung finden. „Aktivität und Lebensfreude
können auch bei Arthrose erhalten
bleiben“, heißt es bei Zoetis. Das Unternehmen
engagiert sich in der Forschung, entwickelt moderne
Schmerztherapien und informiert über
Möglichkeiten, wie betroffene Tiere wieder
mehr Lebensqualität gewinnen.
Wenn Ihr Hund weniger läuft
Wenn Ihr Hund sich weniger bewegt, Treppen
meidet oder nicht mehr springen möchte,
gehen Sie frühzeitig in die Tierarztpraxis. Je
früher die Behandlung beginnt, desto größer
ist die Chance, Schmerzen zu lindern und die
Beweglichkeit zu erhalten. Arthrose ist nicht
heilbar. Die richtige Therapie, viel Geduld und
Liebe können den entscheidenden Unterschied
machen. Denn jedes Tier verdient es, sich frei
zu bewegen und das Leben zu genießen – so
wie Aika es dank moderner und innovativer
Schmerztherapie heute wieder kann..
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5 DOS & DON’TS,
DIE HUNDEN MIT ARTHROSE WIRKLICH HELFEN
Viele Hundehalter fühlen sich nach der Diagnose Arthrose unsicher. Was bedeutet das für den Alltag, wie lassen sich
Schmerzen lindern, was hilft dem Tier wirklich? Genau hier setzt Zoetis an. Das Unternehmen informiert über Ursachen,
Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit chronischen Schmerzen. Auf Basis jahrzehntelanger Erfahrung in der
Tiergesundheit hat Zoetis praxisnahe Dos & Don’ts entwickelt, die zeigen, wie Hunde mit Arthrose besser leben können:
Schmerztherapie Spiel & Bewegung Ernährung Alltagsanpassung Tierarztbesuche
Do: Eine individuell angepasste
Schmerztherapie
lindert Beschwerden und
verbessert die Lebensqualität.
Do: Sanfte, gelenkschonende
Bewegung auf weichem
Boden und regelmäßige
Physiotherapie halten
die Gelenke mobil.
Do: Kalorienbewusst
füttern und nährstoffreiche
Snacks wählen, um
Gelenke zu entlasten.
Do: Wohnumfeld anpassen
– rutschfeste Teppiche,
Rampen und weiche
Liegeplätze entlasten die
Gelenke.
Do: Tierarztbesuche
trainieren und vertraute
Abläufe schaffen, damit
Ihr Hund ruhig und entspannt
bleibt.
Don't: Schmerzzeichen
nie als Alterserscheinung
abtun – lieber früh
tierärztlich abklären.
Don't: Zu viel oder zu
wenig Bewegung vermeiden
– beides kann
Schmerzen verstärken.
Don't: Zu viele Leckerlis
oder Tischreste geben –
jedes Kilo zu viel belastet
die Gelenke zusätzlich.
Don't: Glatte Böden und
hohe Einstiege erhöhen
das Risiko für Schmerzen
und Unsicherheit.
Don't: Ihre Unruhe und
Nervosität übertragen
sich und erschweren die
Untersuchung.
Ein Leben mit Arthrose stellt Hundehalter vor neue Herausforderungen. Doch mit dem richtigen Wissen, gezielten Anpassungen
im Alltag und tierärztlicher Begleitung lässt sich die Lebensqualität betroffener Vierbeiner nachhaltig verbessern.
Für weitere Informationen besuchen Sie die Website www.zoetispets.com.
10
Coverstory
„Wissen ist Tierschutz“
Viele erfüllen sich den Wunsch nach einem Haustier, ohne vorher über Rasse, Herkunft, Gesundheit
oder Kosten nachzudenken. Dann sitzt der Hund mit Atemnot, das Kaninchen mit
Knochenbruch oder die Katze mit faulen Zähnen in der Praxis und alle fragen sich, wie es so
weit kommen konnte. Dr. Tanja „Doc Polly“ Pollmüller sieht genau das täglich in ihrer Praxis.
Sie ist Tierärztin und einem großen Publikum aus TV, Podcasts und Social Media vertraut.
Im Gespräch erklärt sie, warum ein Termin beim Tierarzt vor der Anschaffung so wichtig ist,
woran man Qualzucht und unseriöse Angebote erkennt, welche Vorsorge wirklich Sinn ergibt
und weshalb Tierhaltung immer auch eine finanzielle und moralische Entscheidung ist.
Redaktion Emma Howe
Frau Dr. Pollmüller, Sie sagen, die Beratung in
der Tierarztpraxis vor der Anschaffung eines
Tieres ist extrem wichtig. Warum?
Die meisten Menschen holen sich ein Tier, ohne
sich vorher vernünftig zu informieren. Sie haben
ein Wunschbild im Kopf, aber kein klares Bild
davon, was zu ihrem Leben passt. Und das fängt
schon bei der Tierart an. Nehmen wir eine Familie
mit Kindern im Alter von fünf, sechs Jahren.
Klassiker: Hamster oder Kaninchen. Hamster
sind nachtaktiv. Kleine Kinder schlafen idealerweise
nachts. Das beißt sich total. Der Hamster
wird tagsüber ständig aus dem Schlaf gerissen,
das ist ungesund fürs Tier. Und wenn er nachts
seine Party feiert, ist das ungesund fürs Kind. Kaninchen
sind Fluchttiere. Die springen sehr hektisch
und können sich in Panik mit einem einzigen
Sprung sogar den Rücken brechen. Ich habe
jedes Jahr mehrere Kaninchen mit gebrochenen
Knochen durch Kinderhände. Da sieht man, wie
früh Fehlentscheidungen anfangen.
Wenn die Tierart feststeht, kommt die Rassefrage.
Was läuft da schief?
Die meisten entscheiden nach Optik. Der Hund
soll süß aussehen und auf Fotos gut rüberkommen.
Charakter, Aktivitätslevel, gesundheitliche
Risiken kommen bei der Entscheidungsfindung
oft gar nicht vor. Ein Beispiel: Jemand fährt jeden
Sommer nach Südspanien in den Urlaub und
nimmt den Hund mit. Ein Husky ist dann eine
richtig schlechte Idee. Oder jemand wohnt in
einer Stadtwohnung, ist unsportlich, sitzt viel auf
dem Sofa und holt sich einen Border Collie. Border
Collies sind Hütehunde. Die brauchen viel
Bewegung und Denksport. Das sind keine Hunde,
die nur so nebenher das Leben begleiten. Da
muss der Mensch das Leben des Hundes begleiten.
Wer das ignoriert, bekommt sehr leicht einen
frustrierten Hund, der auffällig wird. Hinzu
kommt das Thema Qualzuchten. Unser Kindchenschema
springt auf kurze Schnauzen, große
Kulleraugen und knautschige Gesichter an. Genau
die Tiere haben aber oft massive gesundheitliche
Probleme. Dazu gehören kurzschnäuzige
Hunderassen, die unter Atemnot leiden, oder
Dr. Tanja Pollmüller
Tierärztin
instagram.com/
doc.polly
besondere Farbmutationen, die chic aussehen,
aber mit Gendefekten einhergehen. Wir sehen
Allergien, Wirbelsäulenschäden, schwere Erkrankungen
und sehr viel Leid. Bei Katzen ist es
ähnlich, und dieses ganze Paket landet am Ende
bei uns in der Praxis auf dem Tisch.
Wie sieht das dann im Alltag bei Ihnen aus?
Teilweise sehr drastisch. Der Hund ist unausgelastet
oder hat das Kind gebissen. Die Eltern
haben keine Zeit für artgerechte Beschäftigung
und stehen dann bei mir und wollen den Hund
einschläfern lassen. Die Bulldogge bekommt
kaum Luft. Im Sommer beim Spielen bricht sie
zusammen, Hitzschlag, Notfall. Wir behandeln
chronische Gelenkprobleme, Schmerzen, Augenentzündungen,
Allergien. Und ich sitze da
und denke: Das alles hätten wir mit einer guten
Beratung vor der Anschaffung verhindern können,
da jeder käufliche Erwerb weitere kranke
Tiere nachrücken lässt.
Neben der Zucht gibt es noch das Thema unseriöse
Herkunft. Was begegnet Ihnen da?
Da erlebe ich sehr viel. Viele holen sich einen
„günstigen“ Hund über Kleinanzeigenportale.
Oder sie fallen auf Mitleidsgeschichten rein, die
extra so gestrickt sind wie zum Beispiel: „Unser
Kind hat eine Allergie bekommen, wir müssen
den kleinen Schäferhund dringend für 800 Euro
abgeben.“ Da denkt man, man hilft der Familie.
In Wahrheit läuft da eine Masche, denn der
Hund kommt aus dem Ausland, illegal eingeführt,
ohne vernünftigen Impfschutz. Nach drei
Tagen bricht der Welpe mit Parvovirose zusammen.
Das kostet Tausende und endet trotzdem
oft tödlich. Der normale Tierhalter kann diese
Fallen alle gar nicht kennen. Genau deshalb plädiere
ich dafür, dass man vor der Anschaffung
zum Tierarzt geht.
Wie kann man sich so einen Beratungstermin
vorstellen?
Man vereinbart einen Termin beim Tierarzt und
dann setzt man sich zusammen hin und redet.
Ich frage zum Beispiel, wie die Menschen leben,
ob sie in einer Wohnung oder in einem Haus
wohnen, ob sie in der Stadt oder auf dem Land
leben, wie viel Zeit sie täglich realistisch für Bewegung
und Beschäftigung haben. Ich möchte
wissen, wie oft sie im Urlaub sind, wohin sie
fahren und wer sich dann um das Tier kümmert.
Ich frage nach Kindern, nach gesundheitlichen
Einschränkungen, nach Allergien. Dann sprechen
wir über die passende Tierart, die passende
Rasse und eine seriöse Bezugsquelle. Wir klären,
woran man einen guten Züchter erkennt und wie
man illegalen Welpenhandel meidet. Und wir
machen einen groben Zukunftsplan. Also zum
Beispiel, wie die Fütterung aussehen kann, welche
Impfungen sinnvoll sind, wie man Parasitenkontrolle
gestaltet und wie man das Tier richtig
versichert. Wir besprechen Erziehungsfragen
und einen Notfallplan mit einer Praxis oder Klinik,
die nachts und am Wochenende aufhat. So
entsteht eine Struktur, mit der Tierbesitzer gute
Entscheidungen treffen können.
Viele Halter denken: „Ich gehe einmal im Jahr
zur Impfung, das reicht.“ Wie sehen Sie das?
11
Mehr auf www.lebenmit.de/tiergesundheit | 11
Das kann reichen, muss aber nicht. Wenn der
Tierbesitzer gut informiert ist und das Tier jung
und gesund ist, reicht in den meisten Fällen einmal
pro Jahr. Je älter und je kränker das Tier ist,
desto enger sollten die Abstände werden. Man
kennt das von sich selbst, mit 20 geht man seltener
zum Arzt als mit 40 oder mit 70 Jahren.
Was aber leider sehr viele Halter unterschätzen:
Tiere können nicht sagen „Mir geht es nicht
gut“. Stellen Sie sich vor, Sie sind krank, aber
man sieht es Ihnen nicht an. Sie dürften auch
nicht darüber sprechen, und erst wenn Sie nicht
mehr aufstehen wollen und nichts mehr essen,
bringt man Sie zum Arzt. Das bedeutet tagelanges
oder wochenlanges Leid, und genau das
passiert bei Tieren ständig.
Was gehört für Sie zu einem guten Tierarztbesuch
als Basisvorsorge, auch um dieses Tierleid
zu vermeiden?
Hier appelliere ich zuerst an uns Tierärzte. Das
fängt schon im Wartezimmer an. Wenn ich ein
Tier aufrufe, beobachte ich, wie es aufsteht und
in den Behandlungsraum läuft. Da sehe ich beispielsweise
beim älteren Hund sofort Hinweise
auf Arthrose. Dann braucht es einen strukturierten
Vorbericht. Bei uns gehört zu jedem Termin,
dass wir nach Fressen und Trinken, Kot- und
Urinabsatz, Impf- und Entwurmungsstatus
fragen. Wir lassen uns zeigen, was gegen Flöhe
und Zecken gemacht wird, und wollen wissen,
welches Futter in welcher Menge gegeben wird.
Wir fragen nach Vorerkrankungen, Medikamenten
und Veränderungen im Verhalten. Also
ob das Tier schwerer aufsteht, ob die Katze noch
auf die Fensterbank springt oder nur noch auf
die Couch, ob es Anzeichen für Inkontinenz,
Schwerhörigkeit, Demenz usw. gibt. Und wir
fragen, ob Auslandsreisen geplant sind. Erst
dann folgt die Untersuchung, und zwar immer
am ganzen Tier, egal ob jemand nur wegen eines
Pickels oder einer Beule kommt. Dazu gehört,
dass Maul, Zähne und Zahnfleisch angeschaut
werden, Kreislauf und Kapillarfüllungszeit geprüft
werden, Augen, Ohren und Nase kontrolliert
werden, Lymphknoten, Herz und Lunge,
Bauch und Säugeleisten abgetastet werden.
Hoden oder Vagina werden angeschaut, Fellund
Hautzustand und Parasitenbefall beurteilt,
Krallen kontrolliert, Temperatur wird gemessen,
Gewicht erfasst und der Chip geprüft. Diese
Gründlichkeit sollte Standard sein, denn sie gibt
Tieren eine Stimme.
Was können Tierhalter zu Hause regelmäßig
selbst checken?
Eine Menge. Man braucht vor allem Aufmerksamkeit
und Routine. Beim Kaninchen zum
Beispiel empfehle ich, einmal pro Woche zu
wiegen, die Schneidezähne anzuschauen, den
Kiefer abzutasten und täglich den Popo zu kontrollieren.
Wenn Kaninchen Durchfall oder eine
Blasenentzündung haben, setzen sich Fliegen
an. Innerhalb eines Tages können sich Maden
in die Haut und ins Gewebe fressen. Ich muss
jedes Jahr Kaninchen deswegen einschläfern,
die buchstäblich von Maden am Hinterteil
aufgefressen werden. Beim Hund und bei der
Katze geht es darum, regelmäßig ins Maul zu
schauen, Zähne zu kontrollieren und zu putzen,
auf Maulgeruch zu achten, den Bewegungsablauf
zu beobachten. Wie steht das Tier auf, wie
springt es, wie lange läuft es gern? Man sollte
das Gewicht im Blick behalten, Augen und Ohren
anschauen und die Krallen nicht vergessen.
Der Satz „Der frisst doch noch“ taugt nicht als
Gesundheitskriterium. Ich habe Tiere auf dem
Tisch, denen läuft der blanke Eiter aus dem
Maul, und der Besitzer sagt: „Der frisst doch
noch.“ Ja, klar, aber eben mit starken Schmerzen.
Ab wann empfehlen Sie eine Altersvorsorge?
Ab dem siebten Lebensjahr, je nach Rasse auch
früher. Bei Katzen sehen wir sehr häufig Nieren-
und Schilddrüsenerkrankungen. Beides
begünstigt Bluthochdruck. Der fällt oft erst auf,
wenn die Katze plötzlich blind ist, gegen Möbel
läuft und riesige Pupillen hat. Da ist die Netzhaut
dann schon abgelöst. Darum empfehle
ich ab etwa sieben Jahren bei Katzen Blutdruckmessungen
und Blutuntersuchungen, um unter
anderem Niere, Leber und Schilddrüse zu
Viele Erkrankungen
bleiben unentdeckt,
weil Tiere nicht sagen
können, dass ihnen
etwas wehtut.
kontrollieren. Wenn man möchte, kann man
zusätzlich einen Bauchultraschall machen. Bei
Hunden ist es ähnlich. Blutcheck, bei älteren
Hunden gern auch Bauchultraschall. Viele alte
Hunde haben Milztumoren. Das sind oft Senioren,
die auf einmal zusammenbrechen, blasse
Schleimhäute haben und als Notfall kommen,
weil ein fußballgroßer Milztumor geplatzt ist.
Hätten wir den vorher per Ultraschall entdeckt,
hätten wir die Milz rechtzeitig entfernen können
und der Hund hätte überlebt. Natürlich kann
man sich auch kaputt suchen. Man kann alles
untersuchen und trotzdem bricht der Hund
zwei Monate später mit einem Knochentumor
zusammen. Aber typische, häufige Krankheiten
kann man früh erkennen und das Leben für den
Vierbeiner deutlich angenehmer gestalten.
Viele scheuen die Tierarztkosten. Wie gehen
Sie damit um?
Der Job des Tierarztes besteht jeden Tag darin,
mit den finanziellen Möglichkeiten der Halter
zu jonglieren und trotzdem das Beste für das
Tier zu erreichen. Natürlich wäre es ideal, jede
Narkose mit Monitor, Infusion, Wärmematte
und allem Drum und Dran abzusichern. Aber
wenn ich eine Katze vor mir habe, der der Eiter
aus dem Maul läuft, und die Leute kaum
Geld haben, dann mache ich eben eine abgespeckte
Narkose und eine pragmatische Zahnsanierung.
Hauptsache, das Tier hat weniger
Schmerzen. Wichtig ist, dass Halter ehrlich mit
uns reden. „Ich habe nicht so viel Geld, aber was
können wir denn machen?“ Damit kann ich gut
arbeiten. Was schwierig ist: gar nicht kommen,
weil man Angst vor der Rechnung hat. Dann leidet
das Tier und bezahlt das Nichtkommen im
schlimmsten Fall sogar mit dem Leben.
Welche Rolle spielen Versicherungen und
Rücklagen?
Eine riesengroße. Man kann eine Krankenversicherung
abschließen oder nur eine OP-Versicherung
wählen. Wichtig ist, genau zu wissen,
was die Versicherung abdeckt. Eine Zeckenkrankheit
mit Klinikaufenthalt, Bluttransfusion
und intensiver Therapie kann mehrere Tausend
Euro kosten. Das ist keine Operation. Eine reine
OP-Versicherung zahlt dann nicht. Deshalb
gehört das Thema Geld für mich schon in die
Erstberatung vor der Anschaffung. Tiere halten
ist eher wie Champagner trinken als wie Wasser
aus dem Hahn. Das muss man sich bewusst
machen, bevor ein Lebewesen einzieht.
Viele Eltern sagen zu ihren Kindern: „Du
wolltest doch die Katze, jetzt kümmerst du
dich.“ Wie sehen Sie das?
Das ist einfach unfair. Kinder können Verantwortung
lernen, aber sie tragen sie nicht allein.
Wer ein Tier anschafft, trifft als Erwachsener
eine Entscheidung. Das Tier lebt zehn, 15 Jahre
oder länger. Das ist kein Experiment für ein
paar Wochen. Ich erlebe oft Eltern, die in meiner
Praxis die Kinder vor mir maßregeln und sagen:
„Hör mal, was Frau Doktor sagt, du wolltest
doch das Kaninchen.“ Ich sage dann sehr klar:
Die Verantwortung liegt bei den Erwachsenen.
Ein Tier ist kein Geschenk für jemand anderen,
auch nicht für die Kinder oder den Partner. Wer
sich ein Tier ins Haus holt, muss es zu 100 Prozent
selbst wollen und lieben.
Und wenn ein älterer Mensch zu Ihnen
kommt und sich einen tierischen Begleiter
wünscht?
Das finde ich eine großartige Idee, wenn es
passt. Wir haben beispielsweise viele alte Tiere
im Tierheim, die ein Zuhause suchen. Und wir
haben viele ältere oder chronisch kranke Menschen,
die nicht mehr gut zu Fuß sind. Da kann
man wunderbare Kombinationen finden. Ich
hatte einmal eine französische Bulldogge aus
dem Tierheim mit neurologischen Störungen
in Behandlung. Die konnte nur wenige Meter
laufen, ist dann zusammengesackt, hatte aber
keine Schmerzen und war ein freudiger Hund.
Die hat über ein Jahr bei einer Freundin mit Fibromyalgie
und starkem Übergewicht im Haus
und Garten gelebt. Die beiden haben perfekt
zusammengepasst. Für jede Lebenssituation
gibt es das passende Tier.
Sie sind auf Instagram, in Ihrem Podcast,
aber auch im TV sehr aktiv. Warum?
Weil ich es leid bin, immer erst zu helfen, wenn
es fast zu spät ist. Ich will Aufklärung leisten,
bevor Tiere leiden. In der Großtiermedizin gibt
es Bestandsbetreuung. In der Kleintiermedizin
fehlt das. Deshalb mache ich das, denn Wissen
ist Tierschutz..
12
Dank starker Absicherung sorglos die Zeit mit
dem Vierbeiner genießen.
Fotos: AGILA
Wenn Hund oder Katze krank werden –
Hilfe für Vierbeiner
Peter und sein Labradorrüde Sammy sind ein Herz und eine Seele. Als Sammy
sich neulich beim Spazierengehen verletzt hat, konnte Peter dank seiner Tierkrankenversicherung
die beste medizinische Versorgung sicherstellen. Aber lohnt sich
so eine Versicherung?
Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit
umgesetzt.
13
Mehr auf www.lebenmit.de/tiergesundheit | 13
Vor zwei Monaten hat Peter
im Tierheim seiner Heimatstadt
einen neuen Mitbewohner
gefunden. Sammy
ist ein Labrador und mittlerweile
19 Monate alt. Der
Vierbeiner ist noch sehr verspielt und achtet
dabei nicht immer auf die Gefahren um sich
herum. Erst neulich ist er beim Herumtollen
in eine Glasscherbe getreten und hat
sich verletzt. Glücklicherweise konnte die
Wunde in der Tierarztpraxis schnell versorgt
werden und ist inzwischen gut verheilt.
Da Peter seinen Liebling vor solchen
Verletzungen leider nicht gänzlich schützen
kann, hat er gleich nach der Adoption aus
dem Tierheim eine Tierkrankenversicherung
abgeschlossen. So ist zumindest
sichergestellt, dass er Sammy jederzeit
und ohne Sorgen um die finanziellen
Folgen die beste medizinische Versorgung
ermöglichen kann.
Wer sich wie Peter gegen hohe
Tierarztkosten absichern möchte,
hat zwei Möglichkeiten. Juliane
Moghimi von der AGILA Haustierversicherung,
einem der führenden
Anbieter von Tierversicherungen
in Deutschland, erläutert:
„Die Tierkrankenversicherung funktioniert
ähnlich wie eine private Krankenversicherung
für Menschen: Man
zahlt regelmäßig Beiträge und profitiert
von den Versicherungsleistungen, wenn
das Tier aufgrund einer Krankheit oder
Verletzung behandelt werden muss. Medizinisch
notwendige Operationen gehören
selbstverständlich dazu. Bei einer OP-Versicherung
beschränkt sich die Kostenerstattung
auf Operationen, die am Haustier
durchgeführt werden, inklusive Voruntersuchungen,
stationärer Unterbringung und
Nachbehandlungen. Die OP-Versicherung
ist etwas günstiger als die vollumfängliche
Tierkrankenversicherung, deckt jedoch
auch weniger Leistungen ab.“
Peter hat für Sammy die Tierkrankenversicherung
gewählt und konnte bei AGILA
selbst entscheiden, wie hoch die jährliche
Versicherungssumme sein soll. Um außerdem
auch die Kosten für Impfungen, Parasitenprophylaxe,
Zahnbehandlungen und
physiotherapeutische Maßnahmen erstattet
zu bekommen, hat er sich für das zusätzliche
Schutzpaket entschieden. Dieses kann
bei AGILA sowohl zur Tierkranken- als auch
zur OP-Versicherung optional hinzugebucht
werden.
Aber nicht nur die hohen Leistungen und
die Flexibilität bei der Tarifgestaltung haben
ihn überzeugt, sondern auch der außergewöhnliche
Kundenservice. So können bei
AGILA beispielsweise Rechnungen ganz
einfach in Sekundenschnelle über die Kunden-App
eingereicht werden. Die Direktabrechnung
mit der Tierarztpraxis oder -klinik
ist möglich und eine Bearbeitung erfolgt in
der Regel innerhalb von nur acht Arbeitsstunden.
Da Peter in Niedersachsen wohnt, musste
er für Sammy zusätzlich eine Hundehalterhaftpflichtversicherung
abschließen.
Denn anders als bei Katzen sind die durch
einen Hund verursachten Schäden nicht in
der persönlichen Haftpflichtversicherung
mit inbegriffen. Diese spezielle Hundehalterhaftpflicht
ist auch in Berlin, Hamburg,
Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein
und Thüringen verpflichtend. Für manche
Hunderassen gilt eine Versicherungspflicht
sogar in fast allen Bundesländern. Peter
ist froh, dass sein noch recht übermütiger
Vierbeiner auf diese Weise abgesichert ist,
denn schnell können selbst im Spiel hohe
Haftungskosten entstehen. Bringt Sammy
zum Beispiel durch Anspringen jemanden
zu Fall, der sich dabei verletzt, müsste Peter
ohne Versicherung mit seinem privaten Vermögen
dafür aufkommen. So übernimmt
das im Ernstfall die Haftpflichtversicherung.
Auf den Beitrag für diesen Schutz erhält er
übrigens einen Kombirabatt von 50 Prozent,
weil er ihn zeitgleich mit dem Tierkrankenschutz
bei AGILA abgeschlossen hat.
Schnelle Hilfe aus der Ferne
Vor einigen Tagen ging es Sammy überhaupt
nicht gut. Er hatte starken Durchfall,
wollte nichts fressen und wirkte insgesamt
sehr angeschlagen. Es war Wochenende, die
Tierarztpraxis hatte geschlossen, und Peter
war unsicher: Sollte er mit Sammy in die
Tierklinik fahren oder erst einmal abwarten?
Als Versicherter bei AGILA stand er mit seinen
Sorgen nicht allein da, sondern konnte
sich über die Website für die tierärztliche
Videosprechstunde anmelden. Peter hatte
Glück, schon 20 Minuten später war ein
Termin frei und er konnte der diensthabenden
Tierärztin die Situation schildern. Da
Sammy nichts Verdächtiges gefressen hatte
und zudem gerade ein Magen-Darm-Virus
grassierte, riet sie Peter dazu, erst einmal
abzuwarten und es mit einem alten Hausmittel
zu versuchen: der Moro-Suppe. Darüber
hatte Peter schon im Tiergesundheits-
Newsletter gelesen, den er regelmäßig von
der AGILA Haustierversicherung bekommt.
Also vereinbarte er mit der Tierärztin, dass
er die Suppe für Sammy zubereiten und
zum Haustierarzt gehen würde, falls sich
sein Zustand nicht innerhalb von zwei Tagen
bessert. Die Abrechnung für dieses Beratungsgespräch
erfolgte direkt zwischen
der Tierärztin und AGILA.
Das Rezept für die Moro-Suppe fand
Peter im Tiergesundheitsbereich
auf der AGILA-Website. Die Zubereitung
war zwar zeitaufwendig,
aber nicht kompliziert, und Sammy
ging es damit zum Glück rasch
besser.
Tipps, Checklisten, Alltagsinfos
Da Sammy Peters erster eigener
Hund ist, hat er immer wieder Fragen.
Bei AGILA findet er jede Menge
Tipps und Informationen zu einer
Vielfalt von Themen. Die ausführlichen
und gut gegliederten Beiträge im Tiergesundheitsbereich
verraten ihm zum Beispiel,
wann und wie oft geimpft wird und
welche Impfungen Pflicht sind. Im Parasiten-ABC
holt Peter sich zusätzlich Informationen
über unerwünschte Gäste wie Zecken
und Würmer – sowohl über die Prophylaxe
als auch notwendige Maßnahmen bei einem
Befall. Im AGILA-Giftlexikon findet er
zudem diejenigen Lebensmittel, Haushaltshelfer,
Pflanzen und weiteren Substanzen,
die für seinen Vierbeiner gefährlich werden
können. Und das Glossar des Tiergesundheitsbereichs
hilft ihm dabei, tiermedizinische
Fachsprache auf der Tierarztrechnung
oder im Gespräch mit dem Praxispersonal
noch besser zu verstehen.
Peter ist rundum zufrieden, denn bei AGI-
LA bekommt er für Sammy eine ganzheitliche
Absicherung. Nach dem Vorfall mit
der Glasscherbe wird er künftig beim Toben
noch vorsichtiger sein. Aber er ist froh
zu wissen, dass im Fall der Fälle bestens für
Sammy gesorgt ist..
!
Scannen Sie den QR-Code und erhalten
Sie weitere Tipps im Tiergesundheitsbereich
der AGILA Haustierversicherung.
Weitere Informationen
zur Tierversicherung
erhalten Sie unter:
www.agila.de
14
Fotos: privat
Lotti, Lori und Lilly
Zwei Katzen, zwei Charaktere und eine Geschichte, die viele Menschen berührt. Lukas und
seine Partnerin teilen ihren Alltag mit Lotti und Lori und geben Einblick in Freude, Chaos und
Abschied. Lilly, ihre verstorbene Katze, bleibt ein wichtiger Teil ihres Lebens und taucht auch
heute noch in ihren Videos auf. Im Interview spricht Lukas über den Anfang ihres Projekts,
den Umgang mit Verlust, das Zusammenleben mit zwei sehr unterschiedlichen Katzen und
darüber, wie die Familie mit Baby und Fellnasen zusammenwächst.
Redaktion Emma Howe
Wer steckt hinter @lilly_lotti_cats – und wie
hat alles begonnen?
Hinter unserem Account steckt ein katzenvernarrtes
Paar. Wir haben vor etwa vier Jahren aus
Spaß begonnen, Videos zu drehen. Was als kleines
Hobby startete, ist zu einer großen Leidenschaft
geworden, die unserer Community und
uns viel Freude bringt.
Als ihr begonnen habt, gehörte Lilly noch zu
eurer tierischen Familie. Wie war Lilly – was
hat sie besonders gemacht?
Lilly war extrem menschenbezogen, sanft und
sehr liebesbedürftig. Sie hat rund um die Uhr
unsere Nähe gesucht. Sobald wir es uns gemütlich
gemacht haben, lag sie schnurrend bei uns.
Sie war eine unglaublich tolle Fellnase.
Wie hast du den Verlust erlebt?
Die ersten Wochen waren wir am Boden zerstört.
Der Tod gehört aber zum Leben dazu. In
unseren Videos lebt Lilly weiter. Das hat uns
Trost gegeben.
Wie hat Lotti darauf reagiert?
Lotti ging es nach Lillys Tod sehr schlecht. Deshalb
ist Lori schon nach wenigen Wochen eingezogen.
Am Anfang gab es Stress, aber die beiden
haben sich schnell angefreundet und sind
heute ein Herz und eine Seele. Das überrascht,
weil sie vom Charakter her völlig verschieden
sind.
Welche Rolle spielen die beiden heute in eurem
Alltag?
Sie gehören zur Familie und prägen unseren
Tagesablauf. Mit ihnen wird es nie langweilig.
Sie treiben viel Schabernack und halten uns
rund um die Uhr auf Trab.
Wie würdest du Lotti und Lori beschreiben,
und worin unterscheiden sie sich? ▶
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16
Lori ist immer präsent. Egal welchen Raum
ich betrete, sie ist sofort da. Sie liebt Nähe
und möchte am liebsten den ganzen Tag kuscheln.
Lotti ist unsere ruhige, feine Dame.
Sie beobachtet vieles aus der Distanz und
bleibt eher zurückhaltend. In der Nacht
wird aber auch sie zur Kuschelkatze.
Was braucht es, um mehreren Katzen gerecht
zu werden?
Man braucht genug Platz, damit jede Katze
ihr eigenes kleines Reich hat. Dazu kommt
viel Zeit. Katzen brauchen Aufmerksamkeit
und Nähe, um ausgeglichen und sicher zu
sein.
Ihr wurdet zum Petfluencer des Jahres
2025 gewählt – was bedeutet dir das?
Als unser Name aufgerufen wurde, waren
wir überglücklich. Dieser Preis von der
TONY Petfluencer Agency ist eine große
Auszeichnung. Er zeigt, dass unsere Arbeit
und unsere Liebe zu unseren Katzen geschätzt
wird.
Was möchtet ihr mit euren Inhalten bewirken?
Wir wollen unseren Followern Freude bereiten.
Für die Dauer eines Reels soll der
Alltag kurz in den Hintergrund rücken. Humor,
typische Katzensituationen und viele
Kuschelmomente helfen dabei.
Humor spielt auf dem Account eine große
Rolle – wie findest du die Balance
zwischen Unterhaltung und Ernsthaftigkeit?
Humor ist für mich wichtig, um positive
Stimmung zu schaffen. Bei ernsten Themen
reduziere ich die Unterhaltung auf das Wesentliche.
Ich setze auf eine ehrliche und
authentische Mischung, auch wenn der Fokus
klar auf Humor liegt.
Lukas
Petfluencer 2025
Welche Reaktionen deiner Community berühren
dich besonders?
Besonders berühren mich Nachrichten von
Menschen, die ihr Tier verloren haben. Davon
bekommen wir sehr viele. Es bedeutet
uns viel, dass unsere Videos ein kleines
Stück Trost geben.
Wie haltet ihr Lillys Erinnerung lebendig –
privat und online?
Lilly taucht weiterhin in unseren Reels auf.
Sie „berichtet“ aus dem Katzenhimmel und
erzählt, wie es ihr dort geht. Außerdem
hängt ein großes Lilly-Porträt im Vorraum.
So sehen wir sie jeden Tag. Sie bleibt ein Teil
unserer Familie und in unseren Herzen.
Was hat sich mit Lori verändert?
Lori hat unseren Alltag komplett verändert.
Sie möchte immer im Mittelpunkt stehen.
Beim Kochen sitzt sie auf mir, beim Sport
macht sie mit und beim Liegen ist sie sowieso
dabei. Unser Leben ist lebendiger und etwas
chaotischer geworden.
Was würdest du Menschen mitgeben, die
selbst eine Katze verlieren?
Jeder trauert anders. Mit der Zeit lässt
der Schmerz etwas nach und irgendwann
kommt wieder ein Lächeln, wenn man an
die verstorbene Katze denkt. Schuldgefühle
braucht niemand zu haben. Die Liebe bleibt.
Seit Kurzem seid ihr zu fünft. Wie sieht
euer Tag aktuell aus?
Unser Tag ähnelt dem vieler anderer Familien.
Arbeiten, Zeit mit unserem Sohn verbringen
und den Alltag meistern. Unsere
Katzen sind immer mittendrin und prägen
unseren Tagesablauf.
Welche Beschäftigungen oder Rituale sind
euch wichtig?
Spielrunden, viel Kuschelzeit und unsere
abendliche Couchroutine mit Zwei- und
Vierbeinern. Diese kleinen Rituale stärken
unsere Bindung.
Worauf legt ihr bei Ernährung, Gesundheit
und Ausstattung besonders Wert?
Bei uns kommt hochwertiges Futter in den
Napf. Regelmäßige Tierarztbesuche gehören
dazu. Unsere Wohnung ist sicher und
katzentauglich eingerichtet.
Was haben dir deine Katzen über das Leben
beigebracht?
Katzen haben im Vergleich zu uns eine kurze
Lebenszeit. Sie genießen jeden Tag bewusst.
Diese Freude an kleinen Dingen kann man
sich abschauen.
Was wünschst du dir für die Zukunft – für
dich und deine Tiere?
Ich wünsche mir Gesundheit für unsere
Familie und unsere Katzen. Viele weitere
gemeinsame Jahre, die wir genießen können.
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18
Foto: Nicky Lloyd
Haare überall – Liebe sowieso
Lisa lebt in einer kleinen, gemütlichen Wohnung, in der ein runder Kuschelsessel das eigentliche
Zentrum bildet. Hier sitzt nicht nur sie selbst, sondern vor allem ihre beiden Tiere:
der aufgeweckte Jack-Russell-Mix Sammy und die schwarz-weiße Katze Mimi. Wer Lisa
besucht, sieht schnell, dass in ihrem Zuhause nicht Design, sondern Nähe und Wärme regieren.
Und natürlich Haare. Viele Haare.
Sammy verliert sein kurzes Fell
überall, und Mimis weiche Katzenhaare
schweben wie feiner
Staub durch den Raum. Wirklich
„tierfrei“ ist hier kein einziger Ort.
Lisa putzt regelmäßig, hat aber
längst verstanden, dass Perfektion und Tiere
nicht zusammenpassen. Deshalb nutzt sie einen
speziellen Staubsauger mit Wasserfiltertechnologie,
der Haare, Staub und Allergene
bindet, die Luft reinigt und ohne Beutel oder
Filter auskommt. „Damit kriege ich das Chaos
zwar nicht weg, aber ich halte es besser in
Schach“, sagt sie.
Zusätzlich nutzt Lisa eine spezielle Tierhaarbürste,
die tief sitzende Haare aus Teppichen,
Decken und Polstern zieht. „Damit bekomme
ich selbst die fiesen, kurzen Haare aus
dem Stoff, die sonst überall festhängen“, sagt
sie. Die Bürste nimmt die Haare zuverlässig
auf und erspart ihr langes Rubbeln. Für sie ist
das die schnellste Methode, um Sofa, Sessel
und Kleidung wieder sauber zu bekommen
– besonders wenn Besuch kommt oder sie
morgens keine Zeit hat.
„Sammy, du kleiner Wirbelwind, schon wieder
überall Haare“, meint Lisa, während sie
ihm über den Rücken fährt. Der Hund liegt
eng an sie gekuschelt im Sessel, völlig zufrieden.
„Ich habe Übung darin, sein Fell von
meinen Klamotten zu ziehen“, sagt sie und
lacht, während sie ein paar Härchen vom
Pullover zupft. Mimi beobachtet alles aus
sicherer Entfernung. Schwarzes Fell, weiße
Pfötchen, ein ruhiger Blick – und das unfehlbare
Talent, sich genau auf die frisch gewaschene
Wäsche zu legen. „Mimi hinterlässt
ihre Spuren erst dann, wenn ich das Haus
verlassen will“, sagt Lisa. „Dann entdecke ich
sie auf dem schwarzen Shirt, das ich zehn Sekunden
vorher noch sauber fand.“
Sammy mag dagegen Abenteuer. Er liebt
Pfützen, Matsch und alles, was unter seinen
Pfoten knirscht. Baden ist nicht sein Highlight
des Tages, aber er hält still, wenn es
sein muss. „Er sieht dann aus wie ein nasser,
zerzauster Wischmopp“, sagt Lisa liebevoll.
Mimi hat ihre eigene Art von Wellness: ausgiebiges
Putzen im warmen Licht der Lampe.
Aber wehe, man kommt mit einem Kamm.
Dann verwandelt sich die sanfte Katze in eine
kleine Diva.
Im Alltag gehört Pflege längst dazu. Tierarztbesuche,
Krallen kürzen, Pfoten kontrollieren
– all das ist Routine. Und einmal pro Woche
startet Lisa ihre große Fellrunde. Dann kommen
Staubsauger, Tierhaarbürste und ein
bisschen Gelassenheit zusammen. „Mit dem
Wasserstaubsauger sauge ich wirklich alles –
Teppiche, Polster, sogar die Matratze“, sagt sie.
„Und ich merke, dass die Luft danach frischer
ist.“
Auch wenn das Leben mit Hund und Katze
manchmal ein Tanz zwischen Fellbergen und
Ordnung ist, ist es für Lisa genau das, was Zuhause
ausmacht. Warm, lebendig und voller
kleiner Momente, die alles wert sind. „Klar,
manchmal nervt es“, sagt sie, während Sammy
seinen Kopf auf ihre Knie legt und Mimi sich
enger an ihren Arm schmiegt. „Aber wenn ich
hier sitze, eingekuschelt mit den beiden, dann
weiß ich, dass ich nichts ändern will. Nicht ein
einziges Haar.“.
Redaktion Leonie Zell
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Fotos: privat
„Oßkar veränderte
mein Leben“
Malte Zierden gehört zu den ungewöhnlichsten Stimmen im deutschen Tierschutz. Ein
Mann, der erst durch Humor bekannt wurde und dann durch eine Stadttaube seinen
Sinn fand. Ein Influencer, der an die Front fährt, um Hunde und Katzen zu retten. Einer,
der im Internet Millionen erreicht und gleichzeitig in Kellern, Hinterhöfen und Krisengebieten
Tiere auf den Arm nimmt, die sonst niemand sieht.
Redaktion Emma Howe
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Seine Geschichte beginnt nicht
mit einem großen Plan, sondern
mit einem Vogel, den
viele übersehen würden. Eine
verletzte Stadttaube landete
auf seiner Fensterbank. Malte
Zierden nahm sie auf, gab ihr den Namen
Oßkar und veränderte damit sein Leben.
Er päppelte Oßkar auf, behandelte sie,
filmte kleine Ausschnitte davon – ohne
Hintergedanken. Doch während dieser
Wochen merkte er, dass er in der Begegnung
mit dem verletzten Tier etwas fand,
was ihm Social Media nie geben konnte:
Sinn, Nähe, Verantwortung. Er beschreibt
die Zeit so: „Vor etwa drei Jahren habe ich
den Tierschutz gefunden und damit meine
wirkliche Aufgabe, meine Mission.“ Aus der
Pflege eines Vogels entstand ein Weg, der
ihn bis heute prägt. Oßkar war für ihn kein
„Projekt“, sondern ein Wendepunkt. Eine
Geschichte, die er immer wieder erzählt,
als Beweis dafür, dass ein einzelnes Tier
ein ganzes Leben auf links drehen kann.
Vom Witzbold zum Aktivisten
Bevor er Tierschutz machte, war Malte
Zierden ein Social-Media-Phänomen. Humor,
Selbstironie, laute Videos. Damit gewann
er Hunderttausende Follower. Doch
irgendwann wirkte diese Welt leer und bedeutungslos.
Der Tierschutz gab ihm eine
neue Identität – nicht aufgesetzt, sondern
ehrlich. Er sagt: „Ich fühle einfach, dass
ich meine Berufung gefunden habe.“ Heute
nutzt er seine Reichweite nicht mehr
als Showbühne, sondern als Sprachrohr
für Missstände. Seine Videos zeigen keine
perfekten Bilder, sondern Realität – blutige
Pfoten, unterernährte Hunde, verängstigte
Katzen, harte Einsätze. Es ist kein Content.
Es ist Arbeit.
Einsätze im Kriegsgebiet
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs
fährt Malte Zierden regelmäßig in die Ukraine
und befreit Tiere aus zerstörten Häusern,
aus Hinterhöfen und aus verlassenen
Dörfern. Er beschreibt die Situation ungeschönt:
„Wir fahren ins direkte Kriegsgebiet
nahe der Front und evakuieren Tiere.“
Sein erster Einsatz machte ihm Angst. „Ich
hatte ziemlich Schiss, erstens weil dort
Krieg herrscht.“ Trotzdem fährt er wieder
los. Immer wieder. Weil er weiß, dass dort
Tiere leben, die sonst niemand rettet. Seine
Haltung bleibt klar: „Für uns geht es
ums Individuum, nicht um Masse.“
Ein Tier nach dem anderen. Ein Transporter
voller Boxen. Stundenlange Fahrten
durch Schneestürme, Explosionen in der
Ferne, Kontrollpunkte, Nächte auf ausgebrannten
Straßen. Dazu Begegnungen
mit Menschen, die trotz allem ihre Tiere
nicht aufgeben wollen. Dieser Einsatz ist
für Malte längst mehr als eine Mission. Es
ist ein Versprechen, nicht wegzusehen –
auch dann nicht, wenn alles um ihn herum
brennt.
Zwischen Erschöpfung und Verpflichtung
Malte Zierden spricht offen darüber, wie
sehr die Einsätze ihn belasten. Über den
Preis, den man zahlt, wenn man dorthin
geht, wo Leid nicht wegzublenden ist.
„Seitdem ich Tiere schütze, gibt es Lebensphasen,
in denen ich absolut gar nichts
mehr fühle. Dann bin ich innerlich längst
schon tot“, sagt er. Diese Ehrlichkeit macht
ihn angreifbar – und glaubwürdig. Zwischen
Transporten und Vermittlungen
sitzt er manchmal stundenlang im Auto
und starrt ins Leere. Trotzdem macht er
weiter. Warum? „Ich will nicht einer dieser
Menschen sein, die das Leid der Tiere zeigen,
um Vorteile für sich selbst zu ziehen.“
Es ist eine Haltung, keine Pose.
So verrückt diese
Geschichte auch
klingen mag: Eine
verletzte Taube hat
mein ganzes Leben
verändert.
Tierschutz ohne Filter
Seine Arbeit endet nicht im Ausland.
In Deutschland zeigt er Missstände in
Mastanlagen und unhaltbare Zustände
in Zuchten schonungslos auf. Nach einer
Recherche in einer Schweinezuchtanlage
sagte er: „Das ist das Schlimmste, was
ich in meinem Leben gesehen habe.“ Viele
loben ihn dafür, andere kritisieren ihn
heftig. Er bleibt klar: „Solange ich lebe,
werde ich Tiere vor Menschen wie euch
schützen.“
Es ist dieser kompromisslose und direkte
Ton, der ihn unterscheidet. Und der seine
Reichweite in etwas verwandelt, das spürbar
Wirkung hat.
„Der traurigste Himmel auf Erden“ – sein
Buch als Protokoll des Tierschutzes
In seinem Buch schreibt Zierden über die
Momente, die ihn gezeichnet haben. Über
Oßkar. Über Hunde, die er aus Ruinen getragen
hat. Über Situationen, in denen er
sich gefragt hat, ob er weitermachen kann.
Es ist kein Heldentext, sondern ein ehrlicher
Einblick in eine Welt, die meistens im
Dunkeln bleibt. Kritiker loben seine Offenheit,
etwa das Magazin art 5|3, das schrieb,
er lasse Leserinnen und Leser an seinen
Zweifeln und Versagensmomenten teilhaben.
Ausgezeichnet, aber nicht abgehoben
Letztes Jahr erhielt Malte Zierden den Deutschen
Tierschutzpreis in der Kategorie
„Stimme für die Tiere“. Er sagt dazu: „Ich bin
kein Held. Ich bin jemand, der hilft, weil er
nicht anders kann.“ Es passt zu ihm. Kein
Pathos, kein Ego. Nur der Versuch, besser
zu sein als gestern. Wer Malte Zierden zuhört,
merkt schnell, dass sein Einsatz nichts
Abstraktes ist. Er zeigt, dass Tierschutz im
Alltag beginnt und oft viel unspektakulärer
aussieht, als viele denken. Für ihn fängt
Verantwortung nicht erst an, wenn man in
einen Transporter steigt und in ein Kriegsgebiet
fährt. Sie beginnt in dem Moment, in
dem ein Tier in unser Leben kommt und wir
entscheiden, wie wir mit ihm umgehen. Jede
Wahl, die man als Halter trifft, hat eine Wirkung,
ob es um medizinische Versorgung,
Ernährung, Erziehung oder den Umgang mit
Angst und Stress geht. Und er zeigt, dass Hilfe
auch dort entsteht, wo niemand zuschaut.
Ein verletzter Vogel auf der Fensterbank,
eine kranke Straßenkatze vor dem Haus, ein
Hund, der beim Spaziergang auffällig humpelt.
Man muss dafür nicht reisen, nicht berühmt
sein und keine Organisation gründen.
Man muss bereit sein, Verantwortung wirklich
anzunehmen und nicht nur zu behaupten,
tierlieb zu sein. Genau das macht seinen
Ansatz so greifbar. Er führt vor Augen, dass
Empathie kein großes Konzept ist, sondern
eine Haltung. Und manchmal reicht ein einziges
Tier, um diese Haltung wachsen zu lassen,
so wie es bei ihm die Taube Oßkar war.
Fragt man ihn, warum er all das macht,
kommt kein langer Vortrag. Er fasst es in einen
Satz, der so schlicht wie entwaffnend ist:
„Ich mache Fehler, aber ich mache wenigstens
etwas.“ Diese Ehrlichkeit macht deutlich,
warum ihn so viele ernst nehmen. Nicht
weil er perfekt ist. Sondern weil er handelt,
selbst dann, wenn Zweifel, Müdigkeit und
Kritik ihn begleiten. Genau darin liegt die
Kraft seines Engagements..
Buchtipp
Malte Zierden zeigt, wie aus einer geretteten
Taube sein Leben im Tierschutz entstand
– ehrlich, nah und kompromisslos
engagiert.
22
Fotos: 12Photostory, A. Matthews, Anatoly (v .o .n. u.)
Die Chance auf ein
neues Leben
Tiere aus Tierheimen wünschen sich vor allem eines: einen
Menschen, bei dem sie ankommen dürfen. Viele hatten
Pech im Leben oder mussten ihr Zuhause verlassen.
Wer ihnen begegnet, merkt schnell, wie offen und liebevoll
sie sein können. Hunde und Katzen im Tierschutz wollen
dazugehören und wieder Teil eines Alltags sein und ein Zuhause
fürs Leben finden.
V
iele dieser Hunde und Katzen
zeigen schon im Tierheim,
wie viel sie geben
wollen. Sie suchen Blickkontakt,
freuen sich über
kurze Streicheleinheiten
und entspannen, wenn jemand Zeit für sie
hat. In einem festen Zuhause gewinnen sie
schnell an Sicherheit. Sie lernen Routinen
kennen, bauen Vertrauen auf und entwickeln
Eigenschaften, die im stressigen Tierheimalltag
kaum sichtbar sind. So zeigt sich,
wie viel Potenzial in ihnen steckt, wenn sie
endlich ankommen dürfen.
Im Tierschutz finden Sie Tiere in jedem Alter.
Welpen, Junghunde, Erwachsene und Senioren.
Große Hunde oder kleine. Langhaarig
oder kurzhaarig. Auch viele Rassehunde
landen im Tierheim oder kommen über den
Auslandstierschutz nach Deutschland. Sie
finden gemütliche Hunde, die ein ruhiges
Zuhause brauchen. Sportliche Tiere, die gern
aktiv sind. Und Tiere mit Handicap, die etwas
mehr Unterstützung brauchen. Die Vielfalt
ist groß und macht die Suche nach dem passenden
Begleiter leichter.
Bevor Sie sich entscheiden, lernen Sie das
Tier persönlich kennen. Sie besuchen Hund
oder Katze im Tierheim oder auf einer Pflegestelle.
Dort sehen Sie, wie das Tier auf Sie
reagiert und ob Sie miteinander harmonieren.
Die Mitarbeitenden kennen ihre Tiere
gut. Sie sagen Ihnen offen, welcher Hund
oder welche Katze zu Ihrem Alltag passt. So
vermeiden Sie Fehlentscheidungen und finden
ein Tier, das wirklich zu Ihrem Leben
passt.
Auch nach der Adoption stehen Sie nicht
allein da. Viele Tiere aus dem Tierschutz
haben wenig erlebt. Manche brauchen Zeit,
um sich einzuleben. Wenn Probleme auftauchen,
haben Sie Ansprechpartner. Gute
Vereine begleiten Sie weiter und vermitteln
Trainer, wenn Sie Unterstützung möchten.
Das gibt Sicherheit und hilft dem Tier, in seinem
neuen Zuhause anzukommen.
Mit einer Adoption setzen Sie ein klares
Zeichen. Sie unterstützen keinen illegalen
Welpenhandel und keine Vermehrer,
die Tiere unter schlechten Bedingungen
aufziehen. Sie entscheiden sich bewusst
gegen eine Branche, die auf Leid basiert.
Jede Adoption nimmt diesen Händlern ein
Stück ihrer Grundlage.
Vor der Vermittlung achten Tierheime genau
auf die Gesundheit ihrer Tiere. Impfungen,
Mikrochip, Entwurmung und tierärztliche
Untersuchungen gehören immer
dazu. Viele Hunde und Katzen sind bereits
kastriert oder sterilisiert. So ziehen gesicherte
und medizinisch geprüfte Tiere bei
Ihnen ein und starten gut vorbereitet in ihr
neues Zuhause.
Wenn ein Tier bei Ihnen einzieht, helfen
Sie gleich doppelt. Ihr neues Familienmitglied
beginnt ein neues Leben. Gleichzeitig
wird im Tierheim ein Platz frei für ein weiteres
Tier, das dringend Hilfe braucht. So
entsteht eine direkte Wirkung, die vielen
Tieren zugutekommt.
Tierheime selbst brauchen Unterstützung.
Sie arbeiten oft am Limit. Hohe Kosten für
Futter, Medizin und Energie belasten den
Alltag. Die Zahl der Abgabetiere steigt,
ebenso die Zahl der Tiere, die aus schlechten
Haltungen gerettet werden. Mitarbeitende
und Ehrenamtliche leisten viel.
Doch ohne Unterstützung reicht das Geld
kaum aus, um alle Tiere gut zu versorgen.
Jede Adoption, jede Spende und jede Mitgliedschaft
hilft, diese Arbeit zu sichern. So
bleiben Tierheime Orte, an denen Hunde
und Katzen eine echte Chance bekommen.
Wer einem Tier aus dem Tierschutz ein Zuhause
gibt, verbessert sein eigenes Leben
und das Leben eines Tieres. Und sorgt zudem
dafür, dass Tierheime weiter für diejenigen
da sein können, die keine andere
Anlaufstelle haben..Redaktion Leonie Zell
Fotos: Deutscher Tierschutzbund e. V., Fotografen: Martin Ziemer (Mensch und Hund),
www.tomasrodriguez.de (Mensch und Katze), Tierheim Feucht – Björn Wening (Kätzchen)
23
Tierheime am Limit
Deutsche Tierheime befinden sich im Ausnahmezustand und sind finanziell am Limit.
Welche Gründe das hat, was sich ändern muss und wie jeder Einzelne helfen kann.
Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit
umgesetzt.
Die Lage in deutschen Tierheimen
ist kritisch. Viele
wissen nicht mehr, wie sie
weitermachen und den
Winter überstehen sollen“,
erklärt Lea Schmitz, Pressesprecherin
des Deutschen Tierschutzbundes,
der als Dachverband für die Belange
von rund 550 angeschlossenen Tierheimen
einsteht. Die Tierschützer vor Ort müssen
immer mehr betreuungsintensive Tiere beherbergen,
die immer länger im Tierheim
verweilen. Steigende Energiepreise, höhere
Kosten für Tierfutter und – durch die Anpassung
der Gebührenordnung – für Tierärzte
sowie die Anhebung des Mindestlohns
haben die Situation verschärft. „Viele Leute
haben sich unüberlegt und vorschnell Haustiere
angeschafft“, sagt Schmitz.
Patrick Kluge, Mitarbeiter der Tierheimberatung
beim Deutschen Tierschutzbund, führt
außerdem an: „Mittlerweile kommen so
viele Tiere in den Tierheimen an, dass diese
immer öfter Aufnahmestopps verhängen
müssen.“ Dabei sei nicht nur die Anzahl an
Tieren eine Herausforderung, sondern auch
ihr hoher Pflegebedarf. Hunde sind, so Kluge,
oft besonders betreuungsintensiv. Etwa weil
sie als Welpen aus tierschutzwidrigen Zuchten
illegal nach Deutschland geschmuggelt
wurden oder weil ihre Vorbesitzer im Umgang
unerfahren und überfordert waren.
Personelle und finanzielle Herausforderungen
Eine grundlegende Problematik sieht Sprecherin
Lea Schmitz beim Verständnis von
Tierheimen in weiten Teilen von Gesellschaft
und Politik. Ihre Arbeit und die Aufnahme
von Tieren seien über Jahre als selbstverständlich
hingenommen worden, kritisiert
sie, „aber es zeigt sich zunehmend, dass das
personell und vor allem finanziell nicht mehr
zu leisten ist“. Der Deutsche Tierschutzbund
fordert deswegen ein finanzielles Rettungspaket
für die betroffenen Heime. Solange es
keine politische Lösung gibt, ist der Dachverband
allerdings stark auf die Unterstützung
tierlieber Menschen und Unternehmen angewiesen.
Helfen auch Sie mit einer Spende
an den Deutschen Tierschutzbund, um die
Versorgung unserer Schützlinge auch weiterhin
sicherstellen zu können..
Das können Sie tun:
Scannen Sie den QR-
Code und spenden
Sie online. Oder helfen
Sie per Überweisung
an Deutscher
Tierschutzbund e. V.
Sparkasse KölnBonn
IBAN DE88 3705
0198 0000 0404 44
BIC COLSDE33
Mit einer Fördermitgliedschaft
sichern Sie die finanzielle Basis der
Tierschutzarbeit. Weitere Informationen:
www.tierschutzbund.de/
mitgliedschaft
24
Fotos: Ricardo Tamado (links), Rhishab
Kampf ums Überleben
In vielen Regionen Europas und darüber hinaus leben Hunde und Katzen dauerhaft draußen. Sie
suchen Futter und ziehen ihren Nachwuchs in Ruinen oder unter Fahrzeugen groß. Die meisten
Jungtiere überleben nicht. Der Straßenalltag zeigt, wie hart das Leben für diese Tiere ist.
Der Tag beginnt, und auf einem
Parkplatz am Rand einer südeuropäischen
Stadt schiebt
sich eine Katze aus dem Motorraum
eines Lieferwagens.
Zwei Hunde durchstöbern
zur gleichen Zeit die Müllcontainer hinter einem
Supermarkt. Sie kennen den Moment, in
dem die ersten Abfälle des Tages anfallen. Ein
dritter Hund liegt zusammengerollt im Eingang
eines geschlossenen Geschäfts. Er hebt
den Kopf, als ein Passant vorbeigeht, steht aber
nicht auf. Die Nacht war lang genug. Solche Szenen
wiederholen sich in vielen Ländern jeden
Tag. Frei lebende Hunde und Katzen gehören
dort zum Stadtbild, doch ihr Alltag bleibt für
viele Menschen unsichtbar. Erst ein genauer
Blick zeigt, wie schwierig ihr Leben ist. Hunger
begleitet sie täglich. Verletzungen bleiben unbehandelt.
Krankheiten verbreiten sich schnell.
Und immer wieder sterben Tiere früh, weil es an
Versorgung fehlt.
Laut einer umfassenden Analyse liegt die weltweite
Hundepopulation bei rund 700 Millionen
Tieren, etwa 75 Prozent davon leben frei und
ohne engen Kontakt zu einem Halter.¹ Für Katzen
reichen die globalen Schätzungen von 600
Millionen bis über einer Milliarde, davon gelten
rund 480 Millionen als streunend oder verwildert.²
In einem Fachartikel wird beschrieben,
dass weltweit jährlich 7,6 Millionen Haustiere
„in die Straße abrutschen“ – darunter 3,4 Millionen
Katzen.³ Diese Tiere verschwinden nicht
über Nacht. Sie werden Teil des städtischen Gefüges.
Ein Hund, der in einer Seitenstraße liegt,
trägt eine alte Verletzung an der Schulter. Sie
ist nie behandelt worden, er läuft seit Monaten
schief. In einer Gasse kauern zwei Katzen
an einer warmen Lüftungsklappe. Eine
von ihnen hat tränende Augen, wahrscheinlich
eine chronische Infektion. Passanten
gehen vorbei, manche werfen Futter hin,
andere schauen kurz weg. Der Alltag ist geprägt
von Risiken. Der Straßenverkehr zählt
zu den größten. In vielen Regionen erkennt
man verletzte Tiere an gebrochenen Gliedmaßen
oder Schürfwunden. Andere Gefahren
kommen aus der Natur: Hitze, Kälte, Parasiten,
Infektionen. Tollwut bleibt in vielen
Ländern eine reale Bedrohung. Laut einer
Analyse sterben jedes Jahr rund 59.000 Menschen
an Tollwut, 99 Prozent der Fälle gehen
auf Hundebisse zurück.⁴ Für die Tiere selbst
endet eine Infektion fast immer tödlich.
Im Kampf gegen unkontrollierte Vermehrung
setzen vor allem Tierschutzorganisationen
und lokale Initiativen auf Kastrationsprogramme.
Sie arbeiten nach dem Prinzip
„Trap-neuter-return“ – einfangen, kastrieren,
zurücksetzen. Diese Methode gilt als
wirksam, um Straßenpopulationen langfristig
zu stabilisieren. Städte unterstützen
das gelegentlich mit Genehmigungen oder
Zuschüssen, die praktische Arbeit leisten jedoch
fast immer die Organisationen vor Ort.
Studien belegen, dass solche Programme
messbare Effekte zeigen, wenn sie regelmäßig
und großflächig durchgeführt werden.⁵
Doch Kastration ist nur ein Baustein. Viele
Tiere brauchen medizinische Versorgung,
die vor Ort nicht möglich ist. Röntgen, Blutuntersuchungen,
Operationen – all das fehlt
in großen Teilen der Regionen, in denen die
Tiere leben. Besonders verletzte Hunde und
Katzen werden deshalb häufig von engagierten
Tierschutzorganisationen in Länder gebracht,
in denen Kliniken besser ausgestattet
sind. Dort kommen sie in Pflegestellen,
bauen Vertrauen auf und können später vermittelt
werden. Es sind stille Übergänge: Ein
Tier, das gestern noch im Staub lag, schläft
heute auf einer Decke im Wohnzimmer einer
Familie. Viele dieser Tiere lernen erst
spät, dass ein Mensch keine Bedrohung sein
muss.
Straßenhunde und Straßenkatzen werden
nicht verschwinden. Aber das Ausmaß ihres
Leids lässt sich verringern. Jede Kastration
senkt die Zahl der Welpen, die ohne Chance
geboren werden. Jede Behandlung nimmt
einem Tier Schmerzen. Und jede Aufklärung
schafft Bewusstsein, das bleibt. Tage
wie dieser beginnen weiterhin auf Parkplätzen,
in Ruinen oder auf Hinterhöfen. Doch
die Geschichten der Tiere müssen nicht immer
gleich enden..
Quellen:
1
LM Smith: „The Effectiveness of Dog Population Management“,
2019, PMC, 2 PetsCare: „How many cats are
in the world in 2025?“, 3 WVJ Science-Line: „Stray Animal
Population Control“, 2021, 4 PetsCare: „Global Dog Population
2025“, 5 B.P.A. Kennedy et al.: „Global Strategies for
Population Management of Domestic Dogs“, 2020, PMC.
Redaktion Leonie Zell
Anzeige
Hilfe für die
Verlassenen
WATSON
WATSON und KAI
wurden in schrecklichem
Zustand auf der Straße gefunden.
Dank Spenden geht es ihnen heute
sehr viel besser und sie sind bereit
für ihr eigenes Zuhause.
KAI
Zu müde zum Stehen oder Gehen,
unmöglich, sich abzulegen,
stand Watson halb geduckt
da und konnte einfach nicht mehr.
Nur noch Haut und Knochen, das Fell
kaputt, die Haut voller offener, wunder
Stellen. Der arme Rüde wurde auf
der Straße gesichtet. Er hatte solche
Schmerzen, dass er sich kaum noch
bewegen konnte. Als ob wir da hätten
nein sagen können. Egal, wie sehr die
Kosten explodieren, wie wenig Platz im
Streunerdorf ist und wie viele Notfälle
bereits auf der Warteliste stehen –
unser Team vor Ort hat sofort zugesagt
und den kleinen Schatz in
die Tierklinik gebracht. Dort wurde
erst die Bandbreite seiner Probleme
sichtbar: schlimmste Unterernährung,
Blutwerte, die komplett durcheinandergeraten
waren, Leishmaniose, Herzwurm.
Schmerzen, die ihn bei jeder
Berührung haben aufweinen lassen.
Ein Fall, den viele aufgegeben hätten.
Doch dank der bedingungslosen
Unterstützung unserer Paten und
Helfer vor Ort hat Watson eine erstaunliche
Transformation durchgemacht.
Heute wirkt er wie ein neuer Hund.
Bereit, die Menschen mit seinem
liebevollen Herzen zu erobern.
Einer von so vielen.
STREUNERGLÜCK e.V.
Seit 2013 hat Streunerglück e.V. das Ziel, die
Situation und die Lebensqualität von Hunden
und Katzen in Bosnien & Herzegowina langfristig
zu verbessern. Durch Populationskontrolle,
bessere gesundheitliche Versorgung
und Aufklärung über artgerechte Haltung.
Und durch die Vermittlung hilfsbedürftiger
Tiere in ein passendes Zuhause. Ein Meilenstein
ist das seit 2019 bestehende Streunerdorf
in Mostar, in dem bis zu 70 Hunde und
15 Katzen Platz finden. Es ist nicht nur Tierheim,
sondern auch Ausreisestation. Dafür
braucht es einen starken Partner vor Ort. Ob
Versorgung der Tiere oder Behördenkontakt
– ohne ANIMAL CARE CENTAR wäre das
alles nicht denkbar!
Ein Leben ohne Leid, Hunger und Misshandlung –
das wünschen wir uns für jedes Tier. Bitte unterstützt
uns, damit wir weiter helfen können!
Mehr Infos unter streunerglueck.de
Unser Streunerdorf in
Mostar, Bosnien & Herzegowina
Und so könnt ihr helfen:
PATEN
GESUCHT!
KONTO-
VERBINDUNG
DE14 2004 0000 0886 6030 00
PAYPAL
paypal.com/paypalme/
streunerglueck
oder monatlich nur
1 Euro mit TEAMING
teaming.net/streunerglucke-v-
Auch ein tolles GESCHENK –
jeder Pate bekommt eine
hübsche Urkunde!
26
instagram.com/
memorytaler
Fotos: Caros Picture World (Header), privat
Erinnerung, die Halt gibt
Der Tod eines geliebten Haustiers trifft uns an einem Ort, den wir oft selbst nicht benennen
können. Plötzlich fehlen Geräusche, Gerüche und ein warmes Gewicht neben uns. Viele kennen
diesen Moment: Wir stehen da, mit einer Leere im Zimmer und einer Leere im Herzen
– und wissen nicht, wohin mit all dem, was bleibt. Genauso ging es Juliane Ossadnik, als sie
ihre Katze Miezi verlor. Aus diesem Gefühl entstand MemoryTaler. Eine Idee, die Menschen
auffängt, die einem Tier Lebewohl sagen müssen. Ein Ritual, das nicht nur den Verlust sieht,
sondern vor allem das Leben, das vorher da war: die Nähe, die Rituale, die gemeinsamen Jahre.
Im Interview erzählt sie von Miezi, der Geschichte hinter MemoryTaler und davon, wie 30 kleine
Schritte dabei helfen können, Erinnerung und Schmerz in etwas Verdaubares zu verwandeln.
Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit mit
umgesetzt.
Der Abschied von einem geliebten Haustier
trifft viele Menschen völlig unvorbereitet.
Warum ist diese Zeit so schwer?
Weil ein Tier ein Familienmitglied ist. Wenn
es stirbt, bleibt eine große Lücke. Bei mir war
es meine Katze Miezi. Als ich ausgezogen bin,
war mir klar: Irgendwann möchte ich eine
eigene Katze haben. Und so kam es dann
auch. Ich hatte meinen ersten Job, meine eigene
Wohnung und bin ins Tierheim gefahren.
Da habe ich sie entdeckt. Es war sofort
eine Verbindung da. Wir hatten viele schöne
Jahre zusammen. Als sie älter wurde, kamen
die gesundheitlichen Probleme, wir waren
oft beim Tierarzt. Und als der Abschied da
war, war es furchtbar. Zu wissen, dass ich sie
gehen lassen muss, um ihr weiteres Leid zu
Miezi
ersparen, hat schrecklich wehgetan. Ich saß
neben ihr, hielt sie fest und wusste, dass ich
sie zum letzten Mal spüre. Das hat mein Herz
unendlich schwer gemacht. Dieser Augenblick
brennt sich ein. Als sie erlöst wurde und
ich sie noch einmal mit nach Hause nahm,
saß ich dort mit ihr und fragte mich: Was
jetzt? Die Stille im Raum war plötzlich zu viel.
Sie hat mir schon in diesem ersten Moment
unendlich gefehlt. Gleichzeitig fehlte mir etwas,
das mir half, Abschied zu nehmen, und
mir Raum gab, meine Gefühle zu sortieren.
Ich wollte die schönen Zeiten wieder spüren.
Ihre Nähe, unsere kleinen Rituale, die Wärme,
die sie mir so viele Jahre gegeben hat. Ich
wollte nicht nur an ihr Ende denken müssen.
Ich brauchte etwas, das mich daran erinnert,
wie viel Liebe in unserer gemeinsamen Zeit
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lag. Etwas, das noch einmal an die schönen
Zeiten erinnert. Nicht nur an das Ende.
War das der Auslöser für MemoryTaler?
Ja, denn ich konnte lange nicht an Miezi
denken, ohne dass sofort dieses letzte Bild
kam. Das hat mich sehr belastet. Und dann
erzählte ein Freund von digitalen Gedenkseiten
für verstorbene Menschen. Das war
bei mir sofort wie ein Schalter. Ich dachte:
Genau das müsste es für Tiere geben. Etwas,
das einen auffängt, wenn man plötzlich mit
dieser Leere dasteht, wenn der Alltag weiterläuft,
obwohl man innerlich stehen geblieben
ist. Etwas, das hilft, Gefühle zu sortieren
und gleichzeitig Erinnerungen zu bewahren.
Was war Ihnen in der Entwicklung besonders
wichtig?
Dass Gefühle Raum bekommen dürfen. Der
Tod eines Tieres wird in unserer Gesellschaft
oft abgetan mit „War doch nur ein Tier“. Aber
für viele ist ein Herzenstier eine Bezugsperson.
Manchmal sogar die einzige. Ich wollte
einen Ort schaffen, an dem Trauer sein darf.
Und einen Weg, der begleitet. Ich habe alles
sehr liebevoll aufgebaut und hoffe, dass man
das spürt.
Ihr MemoryRitual besteht aus 30 pädagogisch
ausgearbeiteten Schritten. Wie funktioniert
das genau?
Das Ritual führt behutsam durch den Abschied.
Es gibt kleine Aufgaben, die helfen,
Erinnerungen zuzulassen und Gefühle zu
ordnen. Man macht alles im eigenen Tempo.
Manche Schritte sind virtuell, andere
real – ein Lieblingsplatz im Freien, eine alte
Decke, ein Geruch, ein Geräusch. Man lädt
Fotos hoch, schreibt Texte, schaut Bilder an,
setzt sich mit Momenten auseinander, die
einem viel bedeuten. Manche Schritte sind
leicht, andere sehr emotional. Und das darf
so sein. Am Ende entsteht automatisch eine
persönliche Erinnerungsseite, die man über
den MemoryTaler jederzeit wieder öffnen
kann.
Was ist das Ziel dieses Rituals?
Dass sich der Blick verändert. Viele bleiben
mental im Schmerz des letzten Tages hängen.
Das Ritual erinnert daran, dass 95 Prozent
der gemeinsamen Zeit aus Leben, Nähe
und Freude bestehen. Der Schmerz wird
leichter, wenn man versteht, dass Trauer und
Dankbarkeit zusammengehören. Und dass
Erinnerungen wieder Wärme geben dürfen.
Kann man das Ritual auch gemeinsam als
Familie oder mit Kindern durchlaufen?
Ja, und ich finde es sogar wichtig. Kinder
wachsen oft mit dem Tier auf, sie teilen ihren
Alltag mit ihm. Für sie ist es ein vollwertiges
Familienmitglied. Trotzdem werden sie bei
der Trauer oft vergessen. Das Ritual gibt Kindern
eine Form, ihre Gefühle auszudrücken,
und schafft Momente, in denen man als
Familie gemeinsam erinnert und Abschied
nimmt.
Welche Bedeutung haben Erinnerungsgegenstände
in dieser Zeit?
Eine große. Ich habe zum Beispiel Miezis
alten Katzenkorb behalten. Er steht nicht
prominent im Wohnzimmer, aber jedes Mal,
wenn ich ihn sehe, denke ich an sie. Deshalb
gibt es den MemoryTaler auch als physischen
Gegenstand. Man kann ihn am Foto
des Tieres anbringen, am Kinderbett, am
Lieblingsplatz draußen. Mit den Memory Art
Frames lassen sich Bilder, Namen und Hintergründe
zudem individuell gestalten.
Wie funktioniert MemoryTaler genau?
Wer den MemoryTaler bestellt, erhält zuerst
ein Paket nach Hause. Darin steckt nicht nur
der Taler selbst, sondern auch eine ausführliche
Anleitung und kleine Gegenstände, die
bei einigen Ritualschritten unterstützen. Das
Paket soll sich anfühlen wie ein liebevoll zusammengestelltes
Set, das einen langsam an
die Hand nimmt. Im Kundenportal wird anschließend
das MemoryRitual freigeschaltet.
Dort findet man alle 30 Schritte – als kurze
Videos, Texte, Impulse und Aufgaben. Man
!
kann das Ritual streng nacheinander durchlaufen,
aber man muss es nicht. Viele wählen
sich einfach die Schritte aus, die sich in
dem Moment richtig anfühlen, oder machen
Pausen, wenn es emotional wird. Alles ist so
angelegt, dass man sein eigenes Tempo bestimmen
darf. Während des Rituals lädt man
Bilder hoch, schreibt Erinnerungen auf oder
ergänzt kleine Gedanken. Manche Aufgaben
macht man zu Hause, andere draußen – an
Orten, die für das Tier eine Rolle gespielt
haben. Am Ende entsteht automatisch eine
persönliche digitale Erinnerungsseite. Über
den QR-Code auf dem MemoryTaler kann
man diese Seite jederzeit wieder öffnen –
egal ob Monate oder Jahre später. Es ist wie
eine kleine Tür zurück zu der Zeit, die man
mit seinem Tier hatte.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft von
MemoryTaler?
Ich wünsche mir, dass Menschen hier wirklich
Unterstützung finden, wenn sie ein Tier
verloren haben. Und ich wünsche mir, dass
ich damit auch Tieren helfen kann, denn ein
Teil der Einnahmen geht an Organisationen,
die sich für Tierschutz und Lebensräume
einsetzen. Außerdem arbeite ich an einem
Memory-Fotobuch, an einem Memory-Journal
für die Trauerarbeit, an Newslettern mit
kleinen Impulsen und an einem Memory-
Blog, auf dem Menschen ihre Geschichten
teilen können. Ich wünsche mir, dass MemoryTaler
eine Plattform wird, die tröstet, verbindet
und zeigt, wie wertvoll die Beziehung
zwischen Mensch und Tier ist..
Wer Abschied nimmt, sucht oft nach
etwas, das bleibt.
Scannen Sie den
QR-Code für weitere
Informationen oder
besuchen die Website:
memorytaler.de