17.12.2025 Aufrufe

OCG Journal 04 25: Digitalisierung braucht Sicherheit. Technik verstehen - Wandel gestalten

Die OCG setzt sich für digitale Sicherheit für alle Bevölkerungsgruppen ein und entwickelt gemeinsam mit Partnern praxisnahe Lösungsansätze, etwa zur Sensibilisierung für Online-Gefahren. Zusätzlich engagiert sie sich in Projekten zu Nachhaltigkeit, Green Skills, Entrepreneurship und Resilienz. Herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Informatik werden durch mehrere Preise ausgezeichnet. Ziel ist es, durch die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft technologische Barrieren abzubauen und zur aktiven Mitwirkung in der OCG-Community einzuladen.

Die OCG setzt sich für digitale Sicherheit für alle Bevölkerungsgruppen ein und entwickelt gemeinsam mit Partnern praxisnahe Lösungsansätze, etwa zur Sensibilisierung für Online-Gefahren. Zusätzlich engagiert sie sich in Projekten zu Nachhaltigkeit, Green Skills, Entrepreneurship und Resilienz. Herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Informatik werden durch mehrere Preise ausgezeichnet. Ziel ist es, durch die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft technologische Barrieren abzubauen und zur aktiven Mitwirkung in der OCG-Community einzuladen.

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OCG Journal Ausgabe 04 • 2025 | Coverbild: iStock P.b.b. Verlagspostamt 1010 Wien I 02Z031460M

Ausgabe 04 • 2025 | Jg. 50 | EUR 5,00

Digitalisierung

braucht Sicherheit

Technik verstehen - Wandel gestalten


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Editorial

Sehr geehrtes OCG-Mitlgied,

liebe Leserin, lieber Leser!

Digitalisierung braucht Sicherheit. Sicherheit

für kritische Einrichtungen, aber auch

Sicherheit für jeden einzelnen von uns. Um

Menschen der verschiedensten Bevölkerungsgruppen

die Möglichkeit zu geben,

sich sicher in der digitalen Umgebung zu

bewegen, entwickelt die OCG mit ihren Projektpartnern

zahlreiche theoretische und

praktische Lösungsansätze. Das Projekt

InforMiert, z. B. wendet sich an Frauen mit

Fluchterfahrung, um sie für die Gefahren im

Netz zu sensibilisieren.

Aber auch Themen wie Green Skills, Entrepreneurship,

Nachhaltigkeit und Resilienz

sind Inhalte der zahlreichen nationalen und

internationalen Projekte der OCG, die wir Ihnen

in diesem OCG Journal vorstellen.

Das wissenschaftliche Engagement im

Bereich der Informatik zu unser aller Nutzen

verdient es vor den Vorhang geholt zu

werden. Daher zeichnet die OCG mit ihren

Partnern besondere Leistungen mit verschiedenen

Preisen aus: Die Förderpreise

und den Adolf-Adam-Informatikpreis für

ausgezeichnete Abschlussarbeiten, den

Heinz Zemanek Preis und GI Dissertationspreis

für ausgezeichnete Dissertationen. Der

Roland Wagner Preis wird heuer wieder für

Leistungen im Bereich IKT zum Nutzen von

Menschen mit besonderen Bedürfnissen

vergeben. Außerdem ist die OCG seit 2022

Kooperationspartner im Balzert-Preis für Didaktik

in der Informatik.

Mit der Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft

und Gesellschaft können wir gemeinsam

technologische Barrieren überwinden.

Ich lade Sie ein, sich in der großen OCG

Community aktiv einzubringen.

Herzlichst, Ihr

Wilfried Seyruck, Präsident OCG


Inhalt

Editoral

3 Editorial

Leitartikel

5 Impulse für eine sichere Zukunft

Projekte

6 Digitale Zukunft gestalten mit

Kunst, Technik und Kreativität

InterSTEAM - Innovative MIN(K)T

Materialien

8 Cybersicherheitskompetenz von

Organisationen stärken

CS-AWARE-NEXT

11 Frauen entfalten ihr Potential in

Cybersicherheit

Erasmus+ Projekt CyberMe schließt

den Gender Gap

14 Cybersicherheit für Frauen mit

Fluchterfahrung

InforMiert: Info-Material für

vulnerable Zielgruppen

16 Gemeinsam für digitale Sicherheit

Cybersecurity im Alltag - ein

gemeinsames Projekt der VHS und

der OCG

17 Digitalisierung für alle

ICDL Digital Citizen Plus

Computergesellschaften

18 Wir gestalten Europas digitale

Zukunft

Europäische Computer

Gesellschaften für digitale

Souveränität Europas

20 OCG-Connet-IT

Vernetzungsplattform und

Kompetenzförderung

Publikationen

22 Wissenschaftliche Publikationen

der OCG

Preise

24 Wissenschaftliche Preise

25 Wissenschaftliche Preise -

Ausschreibungen

Intern

27 Veranstaltungen

27 Impressum

4 OCG Journal | 04 • 2025


Leitartikel

Leitartikel

von Martin Kandlhofer

Impulse für eine sichere

Zukunft

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt,

dass Projekte weit mehr sein können als

zeitlich begrenzte Vorhaben. Sie ermöglichen

die Entwicklung und das Testen

innovativer Lösungsansätze, welche im

Laufe der Zeit zu nachhaltigen, positiven

Veränderungen führen können.

Eine Reihe von Best-Practice-Beispielen

zeigt, dass aus projektbasierten und

geförderten Forschungs- und Bildungsvorhaben

erfolgreiche und nachhaltige

Initiativen hervorgehen können.

Die vorangegangene Ausgabe des Journals

widmete sich einer Reihe von aktuellen

OCG Forschungs- und Bildungsprojekten

aus den Bereichen AI Education,

Educational Robotics, Computational

Thinking, Visual Literacy, Smart Cities

und Green Skills und stellte zudem auch

Nachwuchswettbewerbe vor, welche Kinder

und Jugendliche für Informatik begeistern

sollen.

Ein Bereich, in dem die OCG in den letzten

Jahren ebenfalls Expertise aufbauen

konnte ist Cybersecurity (Cybersicherheit).

Ziel ist es, ein grundlegendes Bewusstsein

für digitale Bedrohungen zu

schaffen und in weiterer Folge zu vermitteln,

welche einfachen Schritte jede und

jeder selbst setzen kann, um diese Bedrohungen

zu minimieren.

CYBERSICHERHEIT BRAUCHT

WISSEN

Einen wichtigen Grundstein für diesen

Themenschwerpunkt legte unter anderem

die Entwicklung des OCG Lernmoduls

Cybersecurity, welches in Kooperation

mit der Universität Wien entstand.

Die Überlegung dahinter war: Ein grundlegendes

Verständnis von Cybersicherheit

ist heute für alle Menschen, sowohl

im privaten und schulischen Umfeld als

auch im beruflichen Kontext essentiell

und sollte ohne technisches Vorwissen

vermittelt werden. Entlang dieser Ausgangslage

entstand ein E-Learning Kurs,

welcher in einem iterativen Prozess getestet

und weiterentwickelt wurde. Das

finale Lernmodul umfasst neun Kapitel,

welche die zentralen Cybersicherheitsthemen

behandeln, darunter der sichere

Umgang mit Online-Diensten, Gerätesicherheit

oder die digitalen Bedrohungen

und grundlegende Sicherheitsmechanismen.

Aufbauend auf dieser Expertise entwickelte

sich eine Reihe von nationalen und

internationalen Projekten mit OCG-Beteiligung.

Gemeinsam mit dem gemeinnützigen

Verein Orient Express wurden

im erfolgreich abgeschlossenen Projekt

InforMiert niederschwellige Angebote

rund um das Thema Informationssicherheit

für Frauen mit Migrations- oder

Fluchtgeschichte erstellt. Im Horizon Europe

Projekt CS-AWARE-NEXT arbeitete

die OCG als neu eingestiegener Partner

an der Implementierung und Validierung

eines Cybersecurity-Policy Management

Frameworks von lokalen bzw. regionalen

Organisationsökosystemen. Das kürzlich

gestartete Erasmus+ Projekt CyberMe

entwickelt derzeit ein Weiterbildungsprogramm,

das sich speziell an junge Frauen

richtet und grundlegende Kompetenzen

im Bereich Cybersicherheit vermittelt.

Auch das 2025 gestartete Interreg Projekt

InterSTEAM setzt in Verbindung mit der

Förderung von MINKT (Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaft, Kunst und

Technik) ebenfalls einen Schwerpunkt

auf digitale Sicherheit.

FORSCHUNG UND BILDUNG

In der Implementierung von Forschungs-

und Bildungsprojekten, speziell im Bereich

der Cybersicherheit, zeigt sich die

Wichtigkeit von Interdisziplinarität und

Internationalität. Die Kooperation mit

Partnern aus dem Forschungs- und Bildungsbereich,

der Wirtschaft und Zivilgesellschaft

sowie aus Verwaltung und

Politik aus ganz Europa ist dabei ein

Schlüsselaspekt, da digitale Bedrohungen

weder vor Organisations- noch vor

Landesgrenzen halt machen. Die Zusammenarbeit

über organisatorische und nationale

Grenzen hinweg schafft nicht nur

ein gemeinsames Verständnis zentraler

Problemstellungen, sondern ermöglicht

es der OCG darüber hinaus auch, als

Schnittstelle zwischen Forschung, Praxis

und Bildung zu fungieren. Angesichts

der dynamischen Entwicklung disruptiver

Technologien, speziell im Bereich generativer

KI in Kombination mit Cybersicherheitsaspekten,

wird die OCG in den

kommenden Jahren weiter eine aktive

Rolle spielen.

Martin Kandlhofer

OCG Mitarbeiter im

Bereich Innovation,

Forschung, Produktentwicklung

&

Projekte

04 • 2025 | OCG Journal

5


InterSTEAM - innovative MIN(K)T-Materialien

von Jessica Pirkl

Digitale Zukunft gestalten

mit Kunst, Technik und

Kreativität

Das EU-Projekt InterSTEAM zeigt, wie

technologische und kreative Bildung

gemeinsam die digitale Transformation

vorantreiben. Das Projekt trägt nicht nur

zur digitalen Qualifizierung junger Menschen

bei, sondern stärkt auch die regionale

Wettbewerbsfähigkeit – und damit

die digitale Zukunftsfähigkeit der österreichisch-ungarischen

Grenzregion.

Ziel von InterSTEAM ist es, die digitale

Transformation in Bildung und Wirtschaft

gleichermaßen zu fördern, den

Fachkräftemangel in Zukunftstechnologien

zu mindern und kreative sowie

technische Kompetenzen nachhaltig zu

verankern. Diese Ziele sollen durch praxisorientierte

STEAM-Bildung (Science,

Technology, Engineering, Arts, Math) – im

deutschsprachigen Raum bekannt als

MIN[K]T (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften,

Kunst und Technik) –verwirklicht

werden.

BRÜCKE ZWISCHEN BILDUNG

UND WIRTSCHAFT

InterSTEAM reagiert auf gemeinsame

Herausforderungen in Österreich und

Ungarn: den Mangel an qualifizierten

Fachkräften, den rasanten technologischen

Wandel und die steigenden Anforderungen

an KMUs und Start-ups. Durch

die Verbindung von Künstlicher Intelligenz

(KI), Robotik, Cybersecurity und Multimedia-Design

mit kreativen Methoden

aus Kunst und Design schlägt das Projekt

eine Brücke zwischen Bildung und Wirtschaft.

So werden Jugendliche frühzeitig

an digitale Schlüsseltechnologien herangeführt,

während Unternehmen von

praxisorientierten

profitieren.

Foto: istock

Schulungskonzepten

DIE ROLLE DER OCG: KI UND CY-

BERSECURITY IM FOKUS

Als technologischer Kernpartner entwickelt

die Österreichische Computer

Gesellschaft (OCG) innovative Lehr- und

Lernmaterialien in den Bereichen Künstliche

Intelligenz und Cybersecurity. Dabei

fließen Erkenntnisse aus erfolgreichen

Vorprojekten wie EDLRIS (Robotik und

KI-Zertifizierung), ENARIS (KI-Bildung)

und InforMiert (Cybersecurity-Training)

ein.

Mit ihrem breiten Netzwerk und Initiativen

wie dem „Biber der Informatik“-Wettbewerb

bringt die OCG umfassende

Erfahrung in der Vermittlung digitaler

Kompetenzen ein und sorgt für die Dissemination

der Projektergebnisse in Bildung,

Wirtschaft und Gesellschaft.

INNOVATIVE LERNKONZEPTE

Kern des Projekts ist ein länderübergreifendes

Bildungspaket mit fünf eigens

6 OCG Journal | 04 • 2025


Projekte

entwickelten Unterrichtsmodulen und

einem interdisziplinären Projekt-Kit, das

technische und künstlerische Ansätze

verbindet. Ergänzt wird es durch Creative-Tech-Labs,

in denen Schüler*innen

praxisorientiert mit Themen wie KI, Cybersecurity

und Robotik arbeiten. Die

besten Arbeiten werden in einer Online-Ausstellung

präsentiert.

Alle Materialien werden nach Abschluss

des Projekts über eine Webplattform frei

zugänglich gemacht, um die nachhaltige

Nutzung auch nach Projektende sicherzustellen.

KOOPERATION ÜBER GRENZEN

HINWEG

Die Partnerschaft vereint komplementäre

Stärken:

• BFI Burgenland (Leadpartner) koordiniert

das Projekt und entwickelt Workshops

zur Berufsorientierung.

• Mobilis aus Győr bringt seine Erfahrung

in kreativer STEAM-Vermittlung

und Robotik-Workshops ein.

• Die OCG liefert technologische Expertise

und innovative Lerninhalte zu KI

und Cybersicherheit.

• Die ungarische Wirtschaftskammer

GYMSM KIK sichert den Wissenstransfer

in die Wirtschaft.

NACHHALTIGE WIRKUNG

InterSTEAM wird zeigen, wie technologische

und kreative Bildung gemeinsam

die digitale Transformation vorantreiben

kann. Durch den grenzüberschreitenden

Austausch entstehen standardisierte,

praxisnahe Materialien, die Schulen, Unternehmen

und Lehrkräfte gleichermaßen

unterstützen.

So trägt das Projekt nicht nur zur digitalen

Qualifizierung junger Menschen bei,

sondern stärkt auch die regionale Wettbewerbsfähigkeit

– und damit die digitale

Zukunft der gesamten AT-HU-Grenzregion.

Jessica Pirkl

ist Bildungsberaterin

am BFI Burgenland

mit Schwerpunkt

Projektmanagement

in Interreg- und

Erasmus-Projekten sowie in der

Erwachsenenbildung. Sie absolvierte

eine Fachintensivausbildung in

Mechatronik mit Lehrabschluss und

einschlägige Weiterbildungen, z. B.

in den Bereichen Gender Mainstreaming

und Diversity Management

Das Pojektteam der OCG stellt vor:

InterSTEAM

Digitale Zukunft gestalten

Das Projekt fördert den Zugang zu Robotik und KI in der Bildung. Es stellt ein umfassendes Bildungsangebot bereit, das

Lehrpläne, Materialien und Fortbildungen für Lehrkräfte umfasst, um sowohl Schüler*innen als auch Lehrkräfte auf die digitale

Zukunft vorzubereiten.

Das Projekt verfolgt 3 Hauptziele:

• Entwicklung einer inklusiven Plattform für den Unterricht in Physik, KI und Robotik – Unterstützung der Priorität „Digitale

Transformation“

• Stärkung von Lehrkräften durch berufliche Weiterbildung – Unterstützung der Priorität „Lehrkräfte“

• Förderung einer inklusiven MINT-Bildung – Priorität „MINT/STEAM“

Zur Website:

04 • 2025 | OCG Journal

7


CS-AWARE-NEXT

von Martin Kandlhofer

Cybersicherheitskompetenz

von Organisationen stärken

Organisationen und Organisationsökosysteme

agieren in einem dynamischen

Cybersicherheitsumfeld und

müssen dabei geltenden europäischen

Rechtsvorschriften wie der Richtlinie zur

Netz- und Informationssicherheit (NIS2)

entsprechen.

CS-AWARE-NEXT hat die Verbesserung

von Managementfähigkeiten im Cybersicherheitsbereich

von Organisationen

und lokalen/regionalen Netzwerken zum

Inhalt, um so Cybersicherheitsplattformen

wie CS-AWARE wirksam und effizient

einsetzen zu können.

DYNAMISCHES CYBERSICHER-

HEITSMANAGEMENT

Ein Ziel ist die Verbesserung der Organisationsrichtlinien

für ein dynamisches

Cybersicherheitsmanagement und damit

eine engere Verschränkung von

klassischem Risikomanagement und

Incident-Management. Duch die Bereitstellung

eines Richtlinienrahmens für

das Cybersicherheitsmanagement von

Unternehmen wird der sich ständig verändernden

Cybersicherheitslandschaft

besser Rechnung getragen. Die Zusammenarbeit

innerhalb von Organisationen

und mit externen Akteuren (von der lokalen

Lieferkette bis zu Behörden auf europäischer

Ebene) ist ein wichtiger Aspekt,

der in diesem Rahmen für Cybersicherheitsmanagement

berücksichtigt werden

muss.

ZUSAMMENARBEIT AUF ALLEN

EBENEN

Es ist wichtig, im Bereich Cybersicherheit

die Zusammenarbeit auf lokaler und regionaler

Ebene zu verbessern. In Hinblick

auf die Abhängigkeit in der lokalen Lieferkette,

soll ein soziotechnischer Rahmen

für die lokale/regionale Zusammenarbeit

im Bereich der Cybersicherheit bereitgestellt

werden. Die lokale/regionale

Ebene wird derzeit in dem mehrstufigen

Cybersicherheitsrahmen, der mit der

Europäischen Cybersicherheitsstrategie

2013/2020 und der NIS/NIS2-Richtlinie

geschaffen wurde, nicht strategisch berücksichtigt.

Ziel des Projekts ist es, diese

Lücke zu schließen und die Zusammenarbeit

auf dieser Ebene methodisch und

instrumentell zu fördern.

DATENQUALITÄT UND KI-BA-

SIERTE DATENKORRELATION

Die Bewertung der Datenqualität und

KI-basierter Datenkorrelation soll für die

Nutzung von Threat Intelligence und

Social Media im dynamischen Incident-

und Risikomanagement verbessert

werden. Ziel ist die Bereitstellung eines

Echtzeit-Datenerfassungs- und KI-Frameworks,

das Informationen aus einer

Vielzahl von Quellen sammeln kann und

organisatorische sowie lokale/regionale

Informationen mit kontextbezogenen

Cybersicherheitsinformationen aus Threat

Intelligence oder Social-Media-Diskussionen

korrelieren kann. So sollen

systemische Schwachstellen und Risiken

besser vorgesagt werden können und

Strategien zur Risikominderung und

Notfallwiederherstellung/Business

Continuity/Selbstheilung

abgeleitet werden.

Damit ist der Aufbau einer Wissensbasis

für das dynamische Cybersicherheits-

und Vorfallmanagement möglich.

DYNAMISCHE DISASTER RECO-

VERY, BUSINESS CONTINUITY

UND SYSTEM-SELBSTHEILUNG

Es soll ein Framework für die dynamische

(Echtzeit-)Erstellung und kontinuierliche

Neubewertung von Disaster Recovery-/

Business Continuity-Optionen bereitgestellt

werden. Dabei soll das Framework

systemische, organisatorische und lokale/regionale

Strukturen sowie allgemeine

Strategien zur Risikominderung und

Wiederherstellung/Geschäftskontinuität

berücksichtigen. Ziel dieses Frameworks

ist die engere Verzahnung von Disaster

Recovery/Business Continuity mit dem

täglichen

(Echtzeit-)Incident-Management.

AUSTAUSCH VON BEDRO-

HUNGSDATEN UND INFORMATI-

ONEN

Die Generierung und der Austausch von

Threat Intelligence auf der Grundlage

von Erkenntnissen aus der Praxis ist ein

Schwerpunkt des mehrstufigen kollaborativen

europäischen Rahmens für

Cybersicherheit.

Zusammenarbeit und

Informationsaustausch funktionieren auf

europäischer und nationaler Ebene bereits

in gewissem Umfang, aber wenn es

um die Nutzung von Bedrohungsinformationen

durch einzelne Organisationen

und lokale/regionale Netzwerke in ihrem

8 OCG Journal | 04 • 2025


Projekte

täglichen Management von Cybersicherheitsvorfällen

und -risiken geht, mangelt

es derzeit an Bewusstsein und unterstützenden

Methoden, um diesen Prozess zu

optimieren. Neben technischen Hindernissen

zur Verbesserung des Prozesse,

hindern organisatorische, politische, soziale

und psychologische Probleme die Organisationen

daran, Informationen über

Cybersicherheit auszutauschen, die über

die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehen.

BENCHMARKING UND PROFI-

LING

Durch die Bereitstellung von KPI-basiertem

Benchmarking und Profiling wird

den Organisationen dabei geholfen, ihre

Leistung im Bereich des Cybersicherheitsrisiko-

und Incident-Managements

im Vergleich zu anderen Akteuren in

der europäischen Cybersicherheitsumgebung

zu bewerten. Dazu werden geeignete

KPIs definiert und ein Referenzstandard

zur automatischen Erfassung

und Visualisierung der relevanten statistischen

Informationen implementiert.

Damit werden gleichzeitig Anreize für Organisationen

geschaffen, ihr Cybersicherheitsverhalten

zu verbessern, um so einen

aktiven Beitrag zum gemeinsamen

europäischen Cybersicherheit zu leisten.

REFERENZIMPLEMENTIERUNG

FÜR CYBERSICHERHEIT UND

ZUSAMMENARBEIT

Während die im Rahmen der Projektziele

definierten Frameworks und Methoden

generisch gestaltet sind und im Allgemeinen

an alle fortschrittlichen Cybersicherheitslösungen

angepasst werden

können, ermöglicht eine Referenzimplementierung

aller Frameworks und

Methoden wie sie im mit der CS-AWA-

RE-Plattform bereitgestellt wurde, die in

diesem Projekt entwickelten neuen Aspekte

zu integrieren, indem bestehende

Komponenten erweitert und neue Komponenten

zum CS-AWARE-Framework

hinzugefügt werden.

AGILER UND DESIGN-SCIEN-

CE-ANSATZ

Die Anwendbarkeit und Relevanz der in

diesem Projekt adressierten Ziele im Kontext

realer Szenarien wurde durch agiles,

iteratives und kollaboratives Design, Implementierung

und Validierung sichergestellt.

Dabei wurden die Standpunkte

aller relevanten Stakeholder in alle Projektphasen

mit einbezogen. Gemeinsam

mit den Stakeholdern werden realitätsnahe

Szenarien entwickelt, die als Grundlage

für die Konzeption und Validierung

dienten.

Das Projektkonsortium umfasste relevante

öffentliche und NIS-Sektor-Partner

in zwei lokalen/regionalen Fallstudien

in Griechenland und Italien (darunter

NIS-betroffene Organisationen aus dem

Gesundheitswesen und der Wasserversorgung

sowie wichtige Industrievertreter),

ebenso einen relevanten CERT/

CSIRT-Partner, um die Einbeziehung von

Akteuren aus dem europäischen Cybersicherheitsumfeld

auf mehreren Ebenen

sicherzustellen.

Martin Kandlhofer

OCG Mitarbeiter im

Bereich Innovation,

Forschung, Produktentwicklung

&

Projekte

Das CS-AWARE-NEXT Konsortium beim General Assembly Meeting in Luxemburg im Juni 2025, Foto: CS-AWARE-NEXT

04 • 2025 | OCG Journal

9


Das Pojektteam der OCG stellt vor:

CS-AWARE-NEXT

KI-basiertes Cybersicherheitsmanagement

Projekt im Überblick:

• Entwicklung praxisnaher Werkzeuge für Sensibilisierung, Incident Management und regionale Kooperation im Bereich

digitaler Sicherheit

• Fokus auf modernem Cybersecurity-Management, inklusive Business Continuity, und der Frage, wie sich dynamische

Sicherheitsanforderungen sinnvoll in bestehende organisatorische Abläufe einfügen lassen

• Ziel: klassische Risikosteuerung mit dem täglichen Incident Management verbinden.

• Erstellung und Validierung eines Policy-Management-Frameworks, welches dynamische Sicherheitsprozesse unterstützt

• Strategische Einbettung lokaler und regionaler Zusammenarbeit in ein mehrstufiges digitales Sicherheitsökosystem

Förderung: Dieses Projekt wird im Rahmen des EU Horizon Europe research and innovation programme (Grant Agreement

Nr. 101069543) unterstützt.

Zur Website:

10 OCG Journal | 04 • 2025


Projekte

Erasmus+ Projekt CyberMe schließt den Gender Gap

von Sandra Tomeschek

Frauen entfalten ihr Potenzial

in Cybersicherheit

Cybersicherheit ist ein schnell wachsendes

und sich ständig weiterentwickelndes

Feld. Die Sicherung unserer

digitalen Welt ist ein essenzielles Thema,

sowohl für Einzelpersonen als auch

für Unternehmen, Organisationen und

Behörden. Trotz der unbestreitbar zentralen

Rolle von Cybersicherheit fehlt es

vielerorts an Cybersicherheitsexpert*innen.

trotz der steigenden Bedeutung der

Branche Frauen im IKT-Sektor nach wie

vor unterrepräsentiert sind. Nur ein Drittel

der Frauen macht einen Abschluss im

MINT-Bereich, im Bereich Cybersicherheit

sind sogar nur ein Fünftel der Beschäftigten

Frauen. 2 3

Auch wenn mehr und mehr Unternehmen

und Organisationen Förderprogramme

und Initiativen ins Leben rufen,

um Frauen beim Einstieg in die Cybersicherheit

zu unterstützen und zu beraten,

gibt es immer noch viel zu tun. Bei Mädchen

muss so früh wie möglich Interesse

für Technik und IKT-Themen geweckt,

CYBER-KOMPETENZLÜCKE

Allein in der Europäischen Union gab

es im letzten Jahr ein Defizit von schätzungsweise

300.000 Fachkräften im

Bereich Cybersicherheit. 81 % der Unternehmen

gaben an, Schwierigkeiten bei

der Einstellung von Cybersicherheitspersonal

zu haben, was angesichts der

Bedrohungslage ein wesentliches Risiko

darstellt. Diese kritische Situation - fehlende

Expert*innen und unbesetzten Positionen

- wird sich höchstwahrscheinlich

in den kommenden Jahren noch weiter

verschärfen, da der Bedarf an Personal

für Cybersicherheit steigt, u. a. um den

jüngsten Vorschriften wie der NIS2-Richtlinie

oder auch Verordnungen wie dem

Cyber Resilience Act gerecht zu werden. 1

Es verwundert daher umso mehr, dass

1

https://digital-skills-jobs.europa.eu/en/latest/

briefs/mind-cyber-skills-gap-deep-dive

2

https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/isoc_sks_itsps/bookmark/table?lang=en&bookmarkId=52064aeb-a111-4

9b4-ab71-9ef2348629e3&c=1709201404697

3

2024 Cybersecurity Workforce Report by

GCF - https://gcforum.org/en/research-publications/cybersecurity-workforce-report-bridging-the-workforce-shortage-and-skills-gap/

Eurostat, Employed ICT Specialists by sex (https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/

isoc_sks_itsps/bookmark/table?lang=en&bookmarkId=52064aeb-a111-49b4-ab71-9ef2348629e3

&c=1709201404697)

Es zeigt sich also recht deutlich, dass im

Bereich der Cybersicherheit eine ernstzunehmende

Gender Gap besteht.

GENDER GAP SCHLIESSEN

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen

fällt Frauen aufgrund gesellschaftlicher

Vorurteile der Einstieg in die Welt

der IT auch heute noch häufig schwerer.

Zum anderen gibt es noch immer nicht

genügend zielgerichtete und effiziente

Programme und Maßnahmen, um junge

Frauen diesen Einstieg zu erleichtern.

aufrechterhalten und gefördert werden .

Dies fängt in der Ausbildung an, wo junge

Mädchen mit Freude lernen, digitale

Technologien nicht nur zu konsumieren,

sondern aktiv zu gestalten.

DIVERSITÄT UND ROLE MODELS

In weiterer Folge liegt es in der Verantwortung

der Unternehmen Diversität

zu fördern. Um fertig ausgebildeten

IKT-Absolventinnen faire Chancen zu

bieten, braucht es keine Frauenquoten,

sondern eine echte Chancengleichheit.

Angesichts der heutigen globalen Her-

04 • 2025 | OCG Journal

11


ausforderungen können es sich die Unternehmen

nicht leisten, auf die Hälfte

der Bevölkerung zu verzichten. Diversität

und eine neue Kultur auf Führungsebene

sind wichtige Assets für den Erfolg eines

Unternehmens.

„Ein Mangel an Diversität ist

nicht nur ein gesellschaftliches

Problem – er stellt ein direktes

wirtschaftliches Risiko dar, das

Innovationen einschränken, die

Entscheidungsfindung schwächen

und die Wettbewerbsfähigkeit

eines Unternehmens verringern

kann.“

Andrea C. Johnson, CIO bei Pipedrive

Der Mangel an starken Vorbildern ist ein

weiterer Grund für das Ungleichgewicht

der Geschlechter in der Branche. Netzwerke,

in denen Frauen eine professionelle

und wertschätzende Umgebung

finden helfen dabei, Frauen in die IT zu

bringen und sie auch dort zu halten. Erfolgreiche

Role Models sowie Mentorship

ermutigen, motivieren und bestärken

Frauen darin, in der – nicht zuletzt auch

gut bezahlten – IT-Branche Fuß zu fassen

und sie aktiv mitzugestalten.

CYBERME SCHLIESST DIE LÜCKE

Genau hier knüpft das Erasmus+ Projekt

CyberMe an. Das Projekt hat es sich zum

Ziel gesetzt, die Chancen junger Frauen

CyberMe Projektteam beim Kick-Off Meeting in Berlin, Foto: Stiftung Digitale Chancen

auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Cybersicherheit

zu fördern.

Durch eine Kombination von Workshops,

Hands-on Aktivitäten wie CTF-Challenges,

Lernmaterialien sowie eines Mentorship

Networks sollen jungen Frauen

sowohl die erforderlichen Fähigkeiten als

auch das notwendige Selbstvertrauen

vermittelt werden, um eine Karriere im

Bereich Cybersicherheit zu verfolgen.

Im Rahmen des Projekts wird ein Weiterbildungsprogramm

„Female Youth

Cybersecurity Career Accelerator“ entwickelt,

das speziell für junge Frauen konzipiert

ist und sich auf Cybersicherheitsthemen

für Einsteiger*innen konzentriert.

Ziel ist die Förderung von Kompetenzen

von Frauen, um sie zu selbstbewussten

Akteurinnen im Bereich der Cybersicherheit

zu machen. „Frauen sind in der

Branche leider immer noch signifikant

unterrepräsentiert, insbesondere in Führungspositionen.

Wir möchten mit dem

EU-Projekt CyberMe einen Beitrag dazu

leisten, den Cybersecurity Gender Gap

endlich zu schließen und Frauen fördern,

upskillen und empowern, in diesem

Berufsfeld Fuß zu fassen”, erklärt Laura

Hänsch von der deutschen Stiftung Digitale

Chancen, die das Projekt koordiniert.

ERSTES TREFFEN IN BERLIN:

AUSTAUSCH UND INSIGHTS

Die Projektpartner haben sich am 25. und

26. November 2025 zum Kick-off-Meeting

in Berlin getroffen. Neben der Festlegung

der Strategie für den Inhalt des CyberMe

Launchpad Programs, gab es auch eine

interessante Panel-Diskussion zum Thema

„Women in Cybersecurity“.

Die Teilnehmerinnen der Panel-Diskussion

waren:

• Elisabeth Wisniewski (vor Ort)

• Iryna Schwindt (vor Ort)

• Julia Schütze (vor Ort)

• Dr. Anastassia Lauterbach (remote)

• Gabriela Corşatea (remote)

• Diana Waithanji (remote).

Panel-Diskussion zum Thema „Women in Cybersecurity“, Foto: Stiftung Digitale Chancen

Die 6 Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen

Bereichen, von Strategie über

Software Engineering bis hin zu interna-

12 OCG Journal | 04 • 2025


Projekte

tionaler Cyber Governance, teilten ihre

Erfahrungen als Frauen im IKT-Sektor.

Sie gaben wertvolle Einblicke über ihren

Weg in das Feld der Cybersicherheit sowie

ihre Einschätzungen zu Themen wie

wichtige Skillsets und Future Workforce.

Besonders die Bedeutung von Vorbildern

und der Unterstützung für junger Frauen

bei ihrem Einstieg in die männerdominierte

Cybersecurity-Branche wurden

hervorgehoben.

Durch die Offenheit, mit der die Teilnehmerinnen

der Panel-Diskussion ihre

Wege und Herausforderungen geteilt

haben, haben sie selbst ihre Rolle als inspirierende

Role Models wahrgenommen

und gezeigt, wie wichtig starke weibliche

Vorbilder für kommende Generationen

sind.

Sandra Tomeschek,

OCG Mitarbeiterin im

Bereich Innovation,

Forschung, Produktentwicklung

&

Projekte

REFERENZEN

Eurostat. (n.d.). IT security personnel by sex and age – individuals (isoc_sks_itsps). European Commission. https://ec.europa.eu/

eurostat/databrowser/view/isoc_sks_itsps/bookmark/table?lang=en&bookmarkId=52064aeb-a111-49b4-ab71-9ef2348629e3

&c=1709201404697

European Commission. (n.d.). Women in Digital. Digital Strategy. https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/women-digital

European Commission. (n.d.). Cybersecurity Skills Academy. Digital Skills & Jobs Platform. https://digital-skills-jobs.europa.eu/en/

cybersecurity-skills-academy

Global Cybersecurity Forum. (2023). Cybersecurity workforce report – Bridging the workforce shortage and skills gap. https://gcforum.org/en/research-publications/cybersecurity-workforce-report-bridging-the-workforce-shortage-and-skills-gap/

Das Pojektteam der OCG stellt vor:

CyberMe

Frauen entfalten ihr Potenzial in Cybersicherheit

Das Erasmus+ Projekt CyberMe setzt sich dafür ein, junge Frauen mit den Fähigkeiten und Möglichkeiten auszustatten, eine

Karriere im Bereich Cybersicherheit anzustreben.

Das Projekt verfolgt 4 Hauptziele:

• Entwicklung eines umfassenden Weiterbildungsprogramms, um Interesse zu wecken und Frauen auf Einstiegspositionen

vorzubereiten.

• Angebot interaktiver, praxisnaher Übungen, um die Fähigkeiten und die Berufsbereitschaft junger Frauen zu fördern.

• Bereitstellung von Ressourcen für Pädagogen, um effektives, inklusives Cybersicherheitstraining zu ermöglichen.

• Verbreitung der Ergebnisse des Projekts, um die Geschlechterkluft zu überbrücken und die Resilienz im Bereich Cybersicherheit

zu stärken.

Im Rahmen des Projekts wird das CyberMe Launchpad Program entwickelt – ein 50-stündiges, einsteigerfreundliches Cybersecurity-Training

speziell für junge Frauen.

Ergänzt wird es durch das CyberMe Interactive Tool, das mindestens 48 CTF-Challenges umfasst, sowie durch das Launchpad

Training Toolkit for Youth Educators, das Strategien und praxisnahe Tipps zur Förderung junger Frauen im Bereich Cybersicherheit

bereitstellt.

Zusätzlich finden im Projektverlauf drei Youth Camps statt, in denen die entwickelten Inhalte praktisch erprobt werden und

die Teilnehmerinnen wertvolle Hands-on Erfahrungen sammeln können.

Zudem wird eine Mentorship Database aufgebaut, die den jungen Frauen Zugang zu inspirierenden Vorbildern aus der

Cybersecurity-Community ermöglicht.

Die Projektergebnisse werden auf einer eigenen Plattform in 6 Sprachen veröffentlicht.

04• 2025 | OCG Journal

13


InforMiert - Info-Material für vulnerable Zielgruppen

von Alena Boucher

Cybersicherheit für Frauen

mit Fluchterfahrung

Mangelndes Wissen über Risiken im

Internet sind gesamtgesellschaftlich

ein Problem, das vulnerable Gruppen

besonders stark trifft, insbesondere

bildungsbenachteiligten Personen

mit Migrations- und Fluchtgeschichte.

Durch potenziell vorhandene sprachliche

Barrieren, einen eingeschränkten

Zugang zu formalen Bildungseinrichtungen

und geringere Kenntnisse über

nationale bürokratische Prozesse, sind

diese vulnerablen Gruppen einem größeren

Risiko ausgesetzt Opfer von Cyberangriffen

zu werden.

INFORMATIONSSICHERHEIT FÜR

FRAUEN MIT MIGRATIONSGE-

SCHICHTE

Wie erkenne ich falsche Webseiten? Ist

mein Passwort sicher? Von wem kommt

diese E-Mail? Warum ist die U-Bahn kein

guter Ort für Online-Banking? – Diese

typischen Fragen gilt es zu beantworten,

denn insbesondere Frauen mit Fluchterfahrung,

die in Österreich leben, nutzen

intensiv das Internet, um den Alltag ihrer

Familien zu managen, sie können Apps

bedienen und online einkaufen oder

Bankgeschäfte erledigen. Dabei sind sie

häufig nicht oder nicht ausreichend über

die Gefahren im Netz sensibilisiert. Um

das zu ändern, trat der Verein Orient Express

an die Österreichische Computer

Gesellschaft (OCG) mit einer Projektidee

heran. Unter Förderung aus dem Digifonds

Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer

Wien entstand „InforMiert - Informationssicherheit

von Arbeitnehmer*innen mit

Migrationsgeschichte”, das erfolgreich

abgeschlossen wurde.

KOSTENLOSE, NIEDERSCHWEL-

LIGE UND MEHRSPRACHIGE IN-

FOS

Nach einer Cybersecurity Schulung der

OCG bereitete das Team von Orient Express

gemeinsam mit den betroffenen

Frauen Workshop-Material zu Sicherheit

im Internet, das kostenlos auf der Infor-

Miert-Projektseite von Orient Express zur

Verfügung gestellt wird. Darunter niederschwellige

Clips in Deutsch, Farsi, Türkisch

und Arabisch - den Erstsprache der

Zielgruppe.

Die Videoclips sind über den YouTube-Kanal

des Projekts abrufbar und behandeln

folgende Themen:

• Sichere Passwörter

• Sicherheitsupdates nicht vergessen

• Vorsicht bei verdächtigen Nachrichten

• Öffentliches W-LAN vorsichtig nutzen

• Verantwortungsvoller Umgang mit

Online-Inhalten

INKLUSION VULNERABLER ZIEL-

GRUPPE

Von einer vulnerablen Zielgruppe sind

die Frauen zu wertvollen Multiplikatorinnen

geworden.

„Wir haben festgestellt, dass das

Projekt einen noch größeren Effekt

hat als angenommen, denn

die Frauen wirken sehr stark als

Multiplikatorinnen in ihren Familien

und Freundeskreisen”,

erklärt die Projektleitung vom Verein Orient

Express.

Die erarbeiteten Materialien sind ein erster

Schritt und die Basis für eine umfassendere

Auseinandersetzung mit den

Inhalten. Eine wesentliche Zielsetzung

bestand daher darin, ein Grundverständnis

für digitale Prozesse zu fördern und

somit eine Grundlage für digitale Resilienz

und Souveränität zu schaffen. Ein

langfristiges Ziel des Projekts ist es, neben

der Vermittlung des Grundverständnisses

für digitale Prozesse die Employability

von Arbeitsuchenden mit Migrationsgeschichte

zu erhöhen.

BERATUNG UND BILDUNG

Personen, die in der Beratung, als Coaches

und auch als Kursleiter*innen im

Bereich Deutsch als Zweitsprache tätig

sind stellen eine wertvolle zweite Multiplikator*innengruppe

dar. Als unmittelbare

Kontaktpersonen mit den Frauen mit

Migrations- oder Fluchtgeschichte sind

sie die zweite wichtige Zielgruppe des

Projekts und leisten wertvolle Arbeit.

Auch Kursleiter*innen im Bereich digitale

Kompetenzen im Erwachsenenbildungsbereich

werden im Projekt angesprochen

und erhalten mit dem Workshop- und Video-Material

hilfreiche Unterstützung im

Umgang mit der vulnerablen Zielgruppe.

14 OCG Journal | 04 • 2025


Projekte

Screenshot Youtube (https://www.youtube.com/playlist?list=PLX0wpxiwvhLevG3dVQXmFNIdRKgVvY3eF)

Ziele des Projekts sind:

• Die Schaffung eines bewussten und

sicheren Umgangs mit Daten und

EDV-Einrichtungen,

• die Erhöhung der Employability von

Arbeitnehmer*innen und Arbeitsuchenden

mit Migrationsgeschichte,

• das Identifizieren von Cyberangriffen

und die Erhöhung der Sicherheit am

Arbeitsplatz durch Sensibilisierung,

die Zusatzqualifikationen für Arbeitnehmer*innen,

die in der Beratungs-,

Bildungs- und Coachingarbeit mit

Frauen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte

arbeiten sowie

• der Schutz von Arbeitnehmer*innen

als Konsument*innen.

Das Pojektteam der OCG stellt vor:

INFORMIERT

Informationssicherheit stärken

• Kick-off-Workshop mit Orient Express und OCG: gemeinsamer Austausch zu Informationssicherheit und digitaler Resilienz

• Ergänzende Kompetenzen: Orient Express mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Frauen mit Migrations- und Fluchtgeschichte,

OCG mit digitaler Fach-Expertise

• Mehrtägige Train-the-Trainer-Schulung durch OCG Expert*innen für zwölf Teilnehmerinnen aus Beratung und Bildung:

▶ Abschluss mit Cybersecurity Zertifikat

▶ Ziel: Digitale Sicherheit verständlich und zielgruppengerecht an bildungsbenachteiligte Frauen weiterzugeben –

mit offenem Zugang auch für Mitarbeitende anderer Organisationen

• Produktion eines mehrsprachigen Aufklärungsvideos (Deutsch, Arabisch, Farsi, Türkisch), das in rund fünf Minuten die

wichtigsten im Projekt identifizierten Themen aufgreift

Gefördert aus Mitteln des Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 der AK Wien.

Workshopmaterialien:

Videos:

04 • 2025 | OCG Journal

15


Cybersecurity im Alltag - ein gemeinsames Projekt der VHS Wien und der OCG

von Natalie Harder

Gemeinsam für digitale

Sicherheit

Die Digitalisierung prägt unseren Alltag

– vom Online-Banking bis zur Kommunikation.

Doch mit den Chancen wachsen

auch die Risiken: Cyberangriffe, Datenmissbrauch

und Identitätsdiebstahl

sind längst Realität.

DIGITALE KOMPETENZ ALS

SCHLÜSSEL ZUR ZUKUNFT

Um Menschen für die Bedrohungen in

der Cyberumgebung zu sensibilisieren

und darauf vorzubereiten, haben die

OCG und die Volkshochschule Wien ein

starkes Zeichen gesetzt: Gemeinsam

wurde das OCG Cybersecurity Modul im

Rahmen der Initiative Digital Überall Plus

erfolgreich eingereicht.

WICHTIGE KOOPERATION

Digitale Sicherheit ist keine Kür, sondern

eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe

in einer vernetzten Welt. Das Projekt

verfolgt ein klares Ziel:

• Bewusstsein schaffen für Gefahren

im Netz

• Handlungskompetenz fördern durch

praxisnahe Inhalte

• Selbstbestimmung stärken im privaten

und beruflichen Umfeld

Damit leistet die OCG gemeinsam mit

der VHS Wien einen entscheidenden Beitrag

zur digitalen Bildung in Österreich.

Immerhin soll die Initiative „Digital Überall

Plus“ dazu beitragen, das EU weite Ziel,

80 % der Bevölkerung bis 2030 digital

fit zu machen, zu erreichen. Die Workshopreihe

ist dem Schwerpunkt Digitale

Amtswege & Sicherheit im Internet zugeordnet.

WORKSHOPS FÜR ALLE – KOS-

TENLOS UND PRAXISNAH

Im zweiten Halbjahr 2025 fanden an

mehreren VHS-Standorten in Wien kostenlose

Workshopreihen statt. Die Teilnehmer*innen

erhielten fundiertes Wissen

zu Themen wie Passwortsicherheit,

Phishing, sichere Kommunikation und

Datenschutz. Die Workshops wurden von

erfahrenen, OCG-zertifizierten Trainer*innen

geleitet und durch ein begleitendes

E-Learning ergänzt. So konnten die Inhalte

flexibel vertieft werden. Am Ende

der Reihe bestand die Möglichkeit, eine

Prüfung abzulegen und das OCG Cybersecurity

Zertifikat zu erwerben, ein wertvolles

Plus für Beruf und Alltag.

ERGEBNISSE, DIE BEGEISTERN

Die Resonanz spricht für sich: Die Nachfrage

war groß, die Rückmeldungen

durchwegs positiv. Viele Teilnehmer*innen

betonten, wie wichtig praxisnahe

Tipps und verständliche Erklärungen

sind. Das Projekt zeigt: Digitale Sicherheit

ist ein Thema, das alle betrifft – und das

Interesse daran wächst.

MEHR DIGITALE SICHERHEIT

FÜR ALLE

Die bisherigen Erfolge sind erst der Anfang.

Das OCG Cybersecurity Modul soll

künftig in weiteren Initiativen eingesetzt

werden, um noch mehr Menschen zu

erreichen, denn digitale Kompetenz ist

die Basis für eine sichere Zukunft und gemeinsam

können wir dafür sorgen, dass

niemand zurückbleibt.

OCG

CYBERSECURITY

Sicherheit für die digitale Welt

Coverbild Lernziele OCG Cybersecurity

16 OCG Journal | 04 • 2025


Projekte

ICDL Digital Citizen Plus

von Natalie Harder

Digitalisierung für alle

Die digitale Welt ist längst Teil unseres

Alltags – doch nicht alle fühlen sich darin

sicher. Genau hier setzt das Projekt

„ICDL Digital Citizen Plus“ an, das in

Kooperation mit der Volkshochschule

Wien erstmalig in Österreich umgesetzt

wurde. Ziel ist es, digitale Grundkompetenzen

für alle zugänglich zu machen

und die Angst vor der Digitalisierung zu

nehmen.

Das Modul ist speziell für digitale Anfänger*innen

konzipiert. Es vermittelt die

Grundlagen, die heute unverzichtbar

sind: von Computer-Konzepten über

Desktop- und Dateiverwaltung bis hin

zu Textverarbeitung, Tabellenkalkulation

und Kommunikation. Damit bietet es einen

praxisnahen Einstieg in die digitale

Welt. Mit dem ICDL Digitial Citizen Plus

werden Teilbereiche der Kompetenzstufen

0,1,2,3 und 4 auf Stufe 2 des DigComp

2.3AT abgedeckt.

GEMEINSAM STARK: KOOPERA-

TION MIT DER VHS WIEN

Die Initiative „Digital Überall PLUS“ ist

Teil der digitalen Kompetenzoffensive

(DKO) mit dem Ziel, die grundlegenden

digitalen Kompetenzen in der österreichischen

Bevölkerung zu steigern. Kostenlose

Workshopreihen für digitale Einsteiger*innen

werden im Rahmen dieser

Initiative angeboten und von verschiedenen

Erwachsenenbildungsanbietern

in ganz Österreich durchgeführt. Die Kooperation

zwischen OCG und VHS Wien

umfasst die Module ICDL Digital Citizen

Plus und ICDL Künstliche Intelligenz sowie

das Zertifikat OCG Cybersecurity (siehe

auch Artikel Seite xy). Das Modul ICDL

Digital Citizen Plus erhielt den Zuschlag

für vier Workshopreihen und die ersten

Workshops sind bereits gestartet, weitere

folgen im Jahr 2026. Die Resonanz ist

durchwegs positiv: Die Teilnehmenden

schätzen die verständliche Vermittlung

und die praxisorientierten Übungen.

DER WEG ZUM ZERTIFIKAT

Am Ende der Workshopreihe haben die

Kandidat*innen das Begleitbuch mit seinen

fünf Kapiteln vollständig erarbeitet.

Wer alle Inhalte positiv abschließt, erhält

das Zertifikat „ICDL Digital Citizen Plus“.

Damit nicht genug: Mit dem Zertifikat

erwerben die Teilnehmenden auch ihre

persönliche ICDL-ID – der erste Schritt in

eine weiterführende digitale Bildungsreise.

MEHR ALS EIN KURS: EIN BEI-

TRAG ZUR DIGITALEN TEILHABE

Das Modul soll künftig in weiteren Projekten

eingesetzt werden, um unterschiedlichen

Zielgruppen den Zugang zur

Digitalisierung zu erleichtern. Ob ältere

Menschen, Berufseinsteiger*innen oder

Personen, die bisher wenig Berührung

mit digitalen Tools hatten – „Digital Citizen

Plus“ schafft Vertrauen und Kompetenz.

WARUM IST DAS WICHTIG?

Digitale Fähigkeiten sind heute Schlüsselqualifikationen.

Sie eröffnen Chancen

im Beruf, erleichtern den Alltag und fördern

gesellschaftliche Teilhabe. Mit dem

ICDL Digital Citizen Plus setzen wir ein

starkes Zeichen: Digitalisierung ist für alle

da – mit Selbstvertrauen/Selbstbewusstsein

und Zuversicht können wir ihre Möglichkeiten

nutzen.

icdl.at

ICDL DIGITAL

CITIZEN PLUS

Grundlagen einer Digitalisierung für Alle

Coverbild Arbeitsbuch ICDL Digital Citizen Plus

Natalie Harder

OCG Mitarbeiterin

im Bereich ICDL Test

Center & Vertrieb,

Produktentwicklung

04 • 2025 | OCG Journal

17


Europäische Computer Gesellschaften für digitale Souveränität Europas

von Alena Boucher und Martin Kandlhofer

Wir gestalten Europas digitale

Zukunft

Europas digitale Zukunft hängt entscheidend

davon ab, wie stark Forschung,

Innovation und internationale

Zusammenarbeit gefördert werden.

Computer Gesellschaften wie die OCG

spielen dabei eine zentrale Rolle – als

Brückenbauer, Impulsgeber und Expert*innen-Netzwerk.

Im Mai 2025 fand in der Österreichischen

Computer Gesellschaft (OCG) ein internationaler

Workshop statt, der Vertreter der

CEPIS (Council of European Professional

Informatics Societies), OCG Mitglieder

sowie Stakeholder aus Politik, Wirtschaft

und Forschung zusammenbrachte.

Ziel des Treffens war es, gemeinsam fünf

Leitfragen zur Verbesserung der digitalen

Kompetenzen der europäischen Bürger*innen

zu erörtern sowie die Zusammenarbeit

der Computer Gesellschaften

in ganz Europa zu stärken. In der Diskussion

wurden strategische Maßnahmen

identifiziert, aktuelle Stärken und Chancen

bewertet sowie sektorübergreifende

Kooperationen besprochen, die zur digitalen

Entwicklung, zur Steigerung der

wirtschaftlichen

Wettbewerbsfähigkeit

und zum gesellschaftlichen Wohl Europas

beitragen können.

INTERAKTIVE IDEENFINDUNG

Nach der Begrüßung und Vorstellungsrunde

der Teilnehmer*innen folgten jeweils

zwei kurze Impulsvorträge.

Den Kern des Workshops bildete ein

sogenannter “Gallery Walk”, bei der die

Teilnehmenden zwischen fünf thematischen

Stationen rotierten, die jeweils

einer der Leitfragen gewidmet waren.

An jeder Station führten die Teilnehmer

strukturierte - aber informelle – Diskussionen.

So konnten alle ihre Erkenntnisse

einbringen und in interaktiver Atmosphäre

auf vorherige Beiträge aufbauen.

Dieser Ansatz förderte die gemeinsame

Ideenfindung und ermöglichte die Integration

unterschiedlicher Perspektiven

aller Interessengruppen. Abschließend

wurden die wichtigsten Erkenntnisse jeder

Station im Plenum präsentiert. Nachfolgend

werden die fünf Themengebiete

und Resultate besprochen.

DIGITALE KOMPETENZEN STÄR-

KEN – WIRTSCHAFT STÄRKEN

Wie können europäische Computer Gesellschaften,

Universitäten und politische

Entscheidungsträger gemeinsam branchenübergreifende

Initiativen gestalten,

um sowohl digitale Kompetenzen zu

stärken als auch strategisch zum Wirtschaftswachstum

und zur Wettbewerbsfähigkeit

Europas beizutragen?

Um Bildung und Forschung an den Bedürfnissen

der Industrie auszurichten,

muss Europa eine verpflichtende digitale

Ausbildung, skalierbare Ausbildungsprogramme

und branchenübergreifende

Zusammenarbeit fördern. Initiativen wie

der Wettbewerb “Biber der Informatik”

können frühzeitig Kompetenzen aufbauen,

während praxisnahe Innovationsspielräume

und gemeinsame Standards dazu

beitragen, Forschung in wirtschaftlichen

Mehrwert umzuwandeln.

ALS COMPUTER GESELLSCHAFT

VERSTÄRKT EINFLUSS NEHMEN

Wie können Computer Gesellschaften als

Teil des Innovationsökosystems ihren Einfluss

innerhalb der EU erhöhen, um einen

Beitrag dabei zu leisten jene Maßnahmen

in Politik und Investitionen voranzutreiben,

die wirtschaftliche Stärke, digitale

Souveränität und gesellschaftliches

Wohlergehen in ganz Europa fördern?

Durch die Bildung starker Netzwerke und

die aktive Teilnahme an EU Policy Forums

können Computer Gesellschaften eine

Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis

schlagen. Gemeinsame Positionen zu

KI, digitaler Ausbildung und einer Vision

wie einem „digitalen Schengen“ können

die Sichtbarkeit und den politischen Einfluss

erhöhen.

WICHTIGE BEREICHE ZUR GE-

STALTUNG VON EUROPAS ZU-

KUNFT

In welchen Bereichen verfügen Computer

Gesellschaften derzeit über starke

Expertise und Einfluss – und wo besteht

noch ungenutztes Potenzial bzw. Entwicklungsbedarf,

um die Zukunft Europas

besser mitgestalten zu können?

Die Stärken der europäischen Computer

Gesellschaften liegen in den Bereichen

Bildung, Datenschutz und Interessenvertretung.

Entwicklungsbedarf besteht

in den Bereichen E-Health, Interaktion

mit Nutzer*innen und digitaler Friedensarbeit.

Hier kann die Förderung von

Technologien zum Wohle der Gesellschaft

sowie lebenslanges Lernen einen

Beitrag leisten. Die Diskussion befasste

sich außerdem mit folgenden Themen:

öffentliche Dienste, kritische Infrastruktur,

Open-Source und Daten, digitaler

Humanismus,

branchenübergreifende

18 OCG Journal | 04 • 2025


Computergesellschaften

Workshopgruppe, Foto: OCG

Lobbyarbeit, IKT-Tools für den Alltag, Barrierefreiheit,

IT-Fachkräfte-Bereich und

Informatikausbildung.

BEST PRACTICE

Welche erfolgreichen branchenübergreifenden

Initiativen, die Wissenschaft,

Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen

miteinander verbinden, können als Modelle

für die Förderung digitaler Innovation

und wirtschaftlicher Resilienz in ganz

Europa dienen, und wie können diese

skaliert oder angepasst werden?

Zu den erfolgreichen Initiativen zählen

KI-Hackathons, Open-Source Tools, digitale

Kompetenzvermittlung für politische

Entscheidungsträger sowie

branchenspezifische Projekte. Diese Initiativen

zeigen, wie die Verknüpfung von

Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen

Einrichtungen die digitale Resilienz

Europas stärken kann.

KONKRETE MASSNAHMEN

Welche konkreten Initiativen bzw. Schritte

können Computer Gesellschaften setzen

oder unterstützen, damit diese konkreten

Maßnahmen als Katalysator für Innovation,

Unternehmertum und wirtschaftliche

Chancen in ganz Europa dienen?

Computer Gesellschaften können eine

führende Rolle spielen, indem sie Technologielücken

identifizieren, EuroStack

unterstützen und eine inklusive digitale

Kultur fördern. Zu den Initiativen gehören

Kooperationen zwischen Schulen

und Unternehmen, Veranstaltungen und

Open-Source Engagement, um die kommenden

Generationen zu inspirieren und

Kräfte zu bündeln.

BLICK IN DIE ZUKUNFT

Der Workshop der OCG brachte Expert*innen

der Informatik Gesellschaften,

Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen,

um gemeinsam konkrete Möglichkeiten

zur Stärkung digitaler Kompetenzen

in ganz Europa zu erörtern.

Als Kernpunkte kristallisierte sich die

Notwendigkeit einer obligatorischen

digitalen Ausbildung und skalierbarer

Schulungsprogramme heraus sowie die

Bedeutung eines frühzeitigen Engagements

durch Initiativen wie den “Biber

der Informatik” Wettbewerb. Ebenso ist

eine stärkere Vernetzung zwischen Forschung

und Industrie erstrebenswert.

Die Teilnehmer*innen betonten außerdem

die Bedeutung einheitlicher politischer

Positionen, einer stärkeren Beteiligung

an EU-Foren und der Förderung

branchenübergreifender Zusammenarbeit.

Die Wirksamkeit von Hackathons,

Open-Source Tools und öffentlich-privaten

Innovationsnetzwerken wurde besonders

hervorgehoben.

Die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse

sollen künftig in die strategische

Planung und gemeinsame Maßnahmen

auf nationaler und europäischer Ebene

einfließen. Die Ergebnisse können als

Grundlage für gemeinsame politische

Empfehlungen, neue Projektvorschläge

und zukünftige Veranstaltungen unter

dem Dach der CEPIS und ihrer Mitgliedsgesellschaften

dienen.

Martin Kandlhofer

OCG Mitarbeiter im

Bereich Innovation,

Forschung, Produktentwicklung

&

Projekte

Alena Boucher

OCG Mitarbeiterin im

Bereich Innovation,

Forschung, Produktentwicklung

&

Projekte

04 • 2025 | OCG Journal

19


Vernetzungsplattform und Kompetenzförderung

von Margit Ehardt-Schmiederer

OCG-CONNECT-IT

Das Projekt OCG-CONNECT-IT ist in die

Gesamtstrategie der OCG eingebettet

und soll dazu beitragen, bestehende Formate

und Aktivitäten des Vereins auszubauen,

zu verbessern und nachhaltig

zu verankern. Die mit OCG-CONNECT-IT

gesetzten Aktivitäten sollen dazu beitragen,

eine nachhaltige, attraktive und

sich inhaltlich aber auch organisatorisch

stetig weiterentwickelnde Vernetzungsplattform

für die IT-Forschungscommunity

auf- bzw. auszubauen.

OCG-CONNECT-IT trägt dazu bei, dass

auch zukünftig der Wissenstransfer und

der Austausch zwischen Wissenschaft,

Wirtschaft und Verwaltung gefördert,

dass Kooperationen bei Innovationsvorhaben

gestärkt und dass auch weiterhin

rasch, koordiniert und professionell auf

aktuelle und relevante IT-Themen eingegangen

werden kann.

ÖSTERREICHISCHE IT-COMMU-

NITIES STÄRKEN

Ein wichtiges Ziel des Projekts ist es, die

Vernetzung und Sichtbarkeit der österreichischen

IT-Communities zu stärken

und zusätzliche Interaktionsmöglichkeiten,

die für die Vernetzung zwischen den

Stakeholdern, den OCG-Mitgliedern und

der (jüngeren) IT-Forschungscommunity

dienen, zu schaffen. OCG-CONNECT-IT

soll die OCG dabei unterstützen, junge

Fachkräfte aus der Wissenschaft und

Wirtschaft stärker und nachhaltig in

die bestehenden OCG-Netzwerke - und

damit in die etablierte österreichische

IT-Community – zu involvieren. Neben

zukünftigen IT-Expert*innen sollen immer

wieder auch Nachwuchskräfte aus

anderen – nicht IT-affinen – Bereichen

eingebunden werden, um den interdisziplinären

Informationsaustausch und den

„Blick über den Tellerrand“ zu fördern.

So kann die Bedeutung der Informatik

und die Wichtigkeit des Aufbaus von digitalen

Kompetenzen für Alle sichtbar

gemacht werden. Durch das Organisieren

von Wettbewerben, die Vergabe von

wissenschaftlichen Preisen für junge

IT-Talente und das Abhalten von Veranstaltungen,

durch aktive Kooperationen

und Mitgliedschaften in nationalen und

internationalen Organisationen unterstützt

und stärkt OCG-CONNECT-IT die

österreichische IT-Community und trägt

dazu bei, dass neue Entwicklungen rund

um die Digitalisierung von allen Seiten

kritisch betrachtet und breiter diskutiert

werden. Gezielt sollen Nachwuchskräfte

der unterschiedlichen IT-Schwerpunkte

miteinander (unter dem Motto „über den

Fachbereich hinaus“) vernetzt werden.

Wie oben erwähnt sollen aber auch Expert*innen

aus anderen Bereichen aktiv

eingebunden werden, denn IT relevante

Themen und Technologieentwicklungen

erfordern nicht nur IT-Fachkenntnisse,

sondern müssen breiter gedacht und interdisziplinär

betrachtet werden.

IT-NACHWUCHS FÖRDERN

Ein weiters wichtiges Ziel von OCG-

CONNECT-IT ist die nachhaltige Nachwuchsförderung

im IT-Bereich. Durch

Schul-Workshops, Lehrer*innen Seminaren

und Webinare, durch die Organisation

und die Durchführung von

Wettbewerben und durch das aktive

Beteiligen an zielgruppenspezifischen

Veranstaltungen wird ein innovativer,

niederschwelliger Zugang zur Informatik

vermittelt. Das Interesse und die Freude

an MINT-Themen soll damit bei möglichst

allen geweckt werden. OCG-CONNECT-

IT soll zur Vertiefung der FTI-Themen im

Schulbereich aber auch allgemein bei

der Bevölkerung beitragen, die mit dem

Projekt durchgeführten Aktivitäten sollen

ein weiterer Türöffner für das Vermitteln

von wichtige Zukunftskompetenzen (z.

B. KI & Robotik, Computational Thinking,

Green IT und Cybersecurity) für alle sein.

Durch die Teilnahme an Wettbewerben

soll bei jungen Menschen Interesse an

der Informatik geweckt bzw. ihre Talente

sichtbar gemacht werden. Für Studierende

sind wissenschaftliche Auszeichnungen

ein wichtiger Karriereschritt, der

erhöhte Sichtbarkeit - sowohl auf nationaler

als auch auf internationaler Ebene -

verspricht. OCG-CONNECT-IT unterstützt

die OCG beim Bewerben und Durchführen

von bedeutenden wissenschaftlichen

IT-Nachwuchsförderpreisen wie

z. B. den OCG-Förderpreisen, dem Heinz

Zemanek Preis oder dem Roland Wagner

Preis. Neben diesen Auszeichnungen für

herausragenden österreichische IT-Talenten

unterstützt das Projekt auch bei der

Durchführung des „Biber der Informatik

Wettbewerbs“. Übergeordnetes Ziel

der Biber der Informatik Wettbewerbe

ist es, Schüler*innen einen innovativen,

niederschwelligen Zugang zur Informatik

zu vermitteln und das Interesse und

die Freude an MINT-Themen bei allen zu

wecken. Barrieren sollen abgebaut und

die Scheu vor Informatik soll genommen

werden.

GENDER-GAP VERRINGERN

Unser besonderes Augenmerk legen

wir auch hier darauf, den bekanntlich

im MINT-Bereich besonders stark ausgeprägten,

Gender-Gap nachhaltig zu

reduzieren. Unser Ziel ist es, „Biberaktivitäten“

so zu gestalten, dass sich alle beim

Mitmachen wohlfühlen und für jeden interessante

Aspekte vorhanden sind. Um

hier auch weiterhin up-to-date sein zu

können, bedarf es der kontinuierlichen

Kooperationen der OCG in relevanten

inter- und transdisziplinären Aktivitäten,

das aktive Einbeziehen unserer Gen-

20 OCG Journal | 04 • 2025


Computergesellschaften

50 Jahre OCG - 50 Jahre digital verbunden, (v.l.n.r.)Vizepräsidentin Ingrid Schaumüller-Bichl, Präsident Wilfried Seyruck, Vizepräsidentin Eva Kühn,

Generalsekretär Ronald Bieber, Foto: OCG

derexpert*innen sowie unserer zahlreicher

Netzwerkpartner*innen aus den

unterschiedlichsten Disziplinen. Mit dem

gegenständlichen Projekt wird gewährleistet,

dass der „Biber dieser Informatik“

auch weiterhin als ein „Wettbewerb für

Alle“ attraktiv bleibt und sich stetig weiterentwickelt.

CHANCENGLEICHHEIT UND BIL-

DUNG FÜR ALLE

Die unterschiedlichen Aktivitäten des

Projekts tragen dazu bei Ungleichheiten

abzubauen, Chancengleichheit und

nachhaltige Bildung für alle zu fördern

und so die Gesellschaft und den Standort

Österreich nachhaltig zu stärken. Sie

sollen die Basis dafür schaffen, eine nachhaltige,

attraktive und sich sowohl inhaltlich

aber auch organisatorisch stetig

weiterentwickelnde Vernetzungsplattform

für die IT-Forschungscommunity

auf bzw. auszubauen: Die Bewältigung

globaler Herausforderungen kann nur in

Kooperation und durch Kompetenzaufbau

über die Disziplingrenzen hinaus

erfolgen. OCG-CONNECT-IT trägt damit

wesentlich zu einer nachhaltigen und

gestärkten Vernetzung der österreichischen

IT-Community im Sinne des Gründungsgedankens

der OCG bei, dass bei

allem Fortschritt immer der Mensch im

Mittelpunkt steht und die Möglichkeiten

der Informatik als Herausforderung und

Chance für den Menschen und die Gesellschaft

zu betrachten sei.

Margit

Ehardt-Schmiederer

OCG Mitarbeiterin,

Leitung Bereich Innovation,

Forschung

& Projekte

04 • 2025 | OCG Journal

21


Wissenschaftliche

Publikationen der OCG

Die Österreichische Computer Gesellschaft ist Initiator und Partner in vielen Forschungsprojekten aus denen auch wissenschaftliche

Publikationen hervorgehen.

In den Jahren 2024/25 wurden im Rahmen folgender Projekte Paper publiziert und bei verschiedenen nationalen und internationalen

Veranstaltungen präsentiert :

ARAISE

Martin Kandlhofer, Karl Kruusamäe, Benjamin Breiling, Tatjana Marinkvic, Edin Skalijic,

Ronald Bieber, Accessible Robotics and AI Supporting Education, in: Proceedings of the 2nd

International Conference on Digital Skills and IT Professionalism 2025, Inés López Baldominos,

Vera Pospelova (ed.)

CYBER ME

Laura Hänsch, Borislava Zaharieva-Tomova, Marco De Cave, Stephen Bezzina, Toumazis Toumazi,

Ronald Bieber, Martin Kandlhofer, CyberMe - Unleashing the Cyber Potential of Young

Women, in: Proceedings of the 2nd International Conference on Digital Skills and IT Professionalism

2025, Inés López Baldominos, Vera Pospelova (ed.)

COMETHINKAGAIN

Martin Kandlhofer, Bernadette Spieler, Harald Burgsteiner, Thomas Schaberreiter, Ronald

Bieber: Computational Thinking Meets Green Skills and Entrepreneurship Education, in: Proceedings

of the 2nd International Conference on Digital Skills and IT Professionalism 2025,

Inés López Baldominos, Vera Pospelova (ed.)

Spieler, B., Kieber, M., Lanz, J., Burgsteiner, H., Tomeschek, S., Kandlhofer, M., Ayciriex, L., & Kruusamae,

K. (2025): Constructionism as a Key to Interdisciplinary Competences. Combining

Computational Thinking, Entrepreneurship, and Green Skills. Constructionism Conference

Proceedings, 8/2025, 249–260, https://doi.org/10.21240/constr/2025/70.X

Ein Artikel zum ComeThinkAgain Projekt wurde im Jahresbericht 2023/2024 der Gesellschaft

für Informatik publiziert: Jahresbericht 2023/2024 (gi.de)

Das Short-Paper ComeThinkAgain - COMputational and Entrepreneurship THINKing And

Green Agenda Innovations wurde auf der International Conference on Digital Skills and IT

Professionalism (ICODSIP) im November 2024 vorgestellt und in den Proceedings der ICOD-

SIP 24 publiziert.

OPEN-TEA LEAF

Open source and portable educational kits for enabling robotics education (2024), International

Conference on Robotics in Education 2024 Proceedings, Springer Verlag

22 OCG Journal | 04 • 2025


Publikationen

INFORMATICS IN SCHOOLS (BIBER DER INFORMATIK, ENARIS PROJECT)

Stephan Keller, Martin Kandlhofer, Gerald Steinbauer-Wagner: Exploring the Foundations of

Artificial Intelligence in Secondary Education – A Workshop-Based Study, in Brian K. Smith,

Marcela Borge (Hrg.): Learning and Collaboration Technologies, HCII 2025 Conference Proceedings,

Springer Verlag, Seiten: 93-104. (online seit: 25 Mai 2025).

Das Paper der OCG mit der TU Wien “Effects of the pandemic on the Bebras Computational

Thinking Challenge” sowie das Paper “Education and Awareness for Artificial Intelligence

– ENARIS Project” der OCG, der TU Graz sowie Mobilis Györ wurden im Rahmen der International

Conference on Informatics in Schools (ISSEP) 2023 präsentiert und im Springer Verlag

unter dem Titel Informatics in Schools veröffentlicht.

TRAINDL

Professional Development for Teachers in Artificial Intelligence and Data Literacy (2025),

Conference Paper, published in Digitally Transformed Education: Are We There Yet?, Springer

Verlag

4th IFIP TC 3 Open Conference on Computers in Education, OCCE 2024, Bournemouth, UK,

February 27 – March 1, 2024, Revised Selected Papers

Assessing data literacy and AI education in digital education policies—Insights from the

TrainDL Erasmus+ project (2024), Special Issue im Magazin Informatik Spektrum, Springer

Verlag

Professional Development for Teachers in Artificial Intelligence and Data Literacy (2024),

Springer Verlag

Promoting Artificial Intelligence and Data Literacy within Teacher Education (2023)

Introduction of Artificial Intelligence Literacy and Data Literacy in Computer Science Teacher

Education (2023)

VIS4SCHOOLS

Magdalena Boucher, Christina Stoiber, Magdalena Kejstova, Martin Kandlhofer, Alena Ertl,

Simone Kriglstein, Wolfgang Aigner (2024): Mapping the Landscape of Data Visualizations

in Schools and Educational Resources, Eurographics Digital Library, https://doi.org/10.2312/

eved.20241052.

Magdaléna Kejstová, Christina Stoiber, Magdalena Boucher, Martin Kandlhofer, Simone

Kriglstein, and Wolfgang Aigner (2023): Construct and Play: Engaging Students with Visualizations

through Playful Methods, In: Companion Proceedings of the Annual Symposium on

Computer-Human Interaction in Play (CHI PLAY Companion ‚23). Association for Computing

Machinery (ACM), pp. 96–101. https://doi.org/10.1145/3573382.3616082.

Zu den Publikationen:

04 • 2025 | OCG Journal

23


Wissenschaftliche Preise

GI DISSERTATIONSPREIS 2025

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) vergibt gemeinsam mit der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) und der Schweizer

Informatik Gesellschaft (SI) jährlich einen Preis für eine hervorragende Dissertation (GI-Dissertationspreis). Der Preis zeichnet

besonders bedeutende Arbeiten junger Wissenschaftler*innen aus. Ziel ist es, wichtige wissenschaftliche Fortschritte in der Öffentlichkeit

sichtbar zu machen und den Wissenstransfer von Universitäten und Hochschulen in Technik, Wirtschaft und Gesellschaft

zu fördern. Vorschlagsberechtigt sind alle wissenschaftlichen Universitäten/Hochschulen in Deutschland, Österreich und

der Schweiz, die das Promotionsrecht im Bereich der Informatik besitzen.

Für den renommierten GI-Dissertationspreis 2024 waren 30 Dissertationen nominiert, darunter auch vier aus Österreich:

• Barbara Gigerl, TU Graz, „Effiziente und Sichere Maskierungsschemen gegen Seitenkanalangriffe“

• Lucas Klemmer, Universität Linz, „Vielseitige Techniken zur Hardwareanalyse“

• Matthias König, TU Wien, „Kosten und Nutzen von kollektiven Attacken in Abstrakter Argumentation“

• Beate Wais, Universität Wien, „Weiterentwicklung von Decision Mining“

Der Gewinner des GI Dissertationspreises 2024 ist Bo Xiong, mit in seiner Dissertation „Geometric

Relational Embeddings“ (Institut für Künstliche Intelligenz der Universität Stuttgart).

neuartige geometrische Modelle entwickelte, die symbolische Datenstrukturen in algebraische

und geometrische Repräsentationen übersetzen. Aktuell forscht der Preisträger im Bereich

KI für Biomedizin an der Stanford University in Kalifornien.

HELMUT UND HEIDE BALZERT PREIS 2025

Seit 2022 wir ein von Helmut und Heide Balzert gestifteter Preis für einen herausragenden Beitrag zur Vermittlung von Inhalten

der Informatik und zur Ausbildung/Didaktik der Informatik (IAD)vergeben.

Ziel des von der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) in Kooperation mit der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) und der

Schweizer Informatik Gesellschaft (SI) verliehenen Preises ist es, die Aufmerksamkeit für die Bedeutung der „digitalen Didaktik“

bei der Vermittlung von komplexen Sachverhalten in der Informatik zu fördern und zu unterstützen. Insbesondere sollten dabei

die heutigen und zukünftigen digitalen Möglichkeiten für die didaktische Vermittlung von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten

bis hin zur umfassenden Handlungskompetenz genutzt werden. Der Preis soll die Entwicklung und Erprobung innovativer Konzepte

für digitale Lehr- und Lernformen fördern.

Es wird jährlich ein Preis in Höhe von 10.000 € verliehen. Der

Preis wird jeweils auf der GI-Jahrestagung verliehen.

Preisträger*innen des Helmut und Heide Balzert Preis 2025 ist das Projekt InstaClone von

Anna Hartl, Elena Spörer und Angelina Voggenreiter. Prof. Dr. Helmut Balzert: „Mithilfe von

InstaClone verstehen Lernende, wie soziale Medien funktionieren, wie Algorithmen Inhalte

auswählen, und wie dabei Daten gesammelt werden. Im Gegensatz zu sozialen Medien bietet

InstaClone einen sicheren und geschlossen Lernraum. In diesem reflektieren sie Themen

Bo Xiong, Foto: boxiong.io

wie Filterblasen und Fake News, Datenschutz und AGBs, Content-Strategien, algorithmisches

H. Balzert, A. Hartl, E. Spörer, U. Lucke,

Denken und ethische Fragen zu digitalen Systemen.“

Foto: Mike Auerbach

ADOLF-ADAM-INFORMATIKPREIS 2025

Der Adolf-Adam-Informatikpreis wird für hervorragende Masterarbeiten am Fachbereich Informatik der Johannes Kepler Universität

Linz verliehen. Die Linzer Informatik-Absolvent*innen können so ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit allgemein verständlich

vorstellen. Im Rahmen einer Veranstaltung mit Schüler*innen aus Oberösterreich werden die Arbeiten dann prämiert. Der

Preis in der Höhe von EUR 1.500,- wird vom Fachbereich Informatik ausgeschrieben und von der OCG und von Firmenpartnern

unterstützt.

Die besten Informatik-Masterarbeiten des Jahres 2025, die Ende Dezember 2025 beim Voting teilnehmen:

• Lukas Freiseisen: Was macht mein Code? — Auf Spurensuche in verteilten Systemen

• Tobias Herber: Inside the Machine — Wie Computer Programme verstehen

• Alexander Voglsperger: Spiele an der Basis hacken — Programme zur Laufzeit verändern

24 OCG Journal | 04 • 2025


Preise

Wissenschaftliche Preise - Ausschreibungen

ROLAND WAGNER AWARD

Mit dem Roland Wagner Award on Computers Helping People with Special Needs werden Personen

bzw. Institutionen ausgezeichnet, die sich besonders um IKT für Menschen mit besonderen

Bedürfnissen verdient machen. Der Preis wurde 2001 von der OCG gestiftet und wird alle zwei

Jahre verliehen. Er ist mit 3.000,- Euro dotiert.

Es können Personen, Organisationen, Projekte, Dienstleistungen und Produkte nominiert werden,

die sich im Bereich IKT für Menschen mit besonderen Bedürfnissen verdient gemacht haben.

Der Preis wird bei der ICCHP 2026, die vom 15. bis 17. Juli 2026 an der Masaryk University Brno,

Tschechei, stattfindet verliehen.

Bis 22. Juni 2026 können Nominierungen für den Preis abgegeben werden: office@icchp.org

Roland Wagner (geb. 1952 in Linz; † 2020) war einer der IKT Pioniere für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Österreich und

viele Jahren die treibende Kraft in diesem Bereich. Sein frühes visionäres Verständnis der Rolle der IKT bei der Verbesserung der

Perspektiven für behinderte Menschen und sein engagiertes Eintreten für gleiche Rechte, haben wichtige Impulse für den Bewusstseinswandel

in der Gesellschaft geliefert. Dieser Preis soll als Anreiz dienen und die wichtige Arbeit unterstützen, die Prof. Dr.

Wagner in den letzten Jahrzehnten leidenschaftlich verfolgt hat.

Link zu den bisherigen Preisträger*innen: https://icchp.org/award

HEINZ ZEMANEK PREIS

Der Preis ist nach dem österreichischen Computerpionier Heinz Zemanek benannt und mit

5.000 Euro dotiert. Alle zwei Jahre werden mit diesem Preis hervorragende Dissertationen auf

dem Gebiet der Informatik oder fachverwandter Bereiche ausgezeichnet.

Nominierungsberechtigt sind die Universitäten und Forschungsstätten in Österreich, die das

Promotionsrecht in der Informatik bzw. in fachverwandten Bereichen haben. Jede dieser Universitäten

und Forschungsstätten darf max. zwei Dissertationen aus diesen Bereichen für den Preis

vorschlagen. Nominierungen werden bis zum 13. März 2026 akzeptiert.

Informationen:

OCG FÖRDERPREISE

Die OCG verleiht zur Förderung der Informatik und Wirtschaftsinformatik jährlich den OCG Förderpreis

(seit 1988) und den OCG Förderpreis FH (seit 2008). Die Preise für hervorragende Diplom-

bzw. Masterarbeiten an österreichischen Universitäten bzw. Fachhochschulen auf dem

Gebiet der Informatik, Wirtschaftsinformatik und ihren Anwendungen verliehen. Der Preis ist

mit Euro 2.000,- dotiert.

Alle Studierenden einer österreichischen Universität mit Diplomarbeiten bzw. Masterarbeiten

auf dem Gebiet der Informatik, Wirtschaftsinformatik und ihren Anwendungen mit der Benotung

Sehr Gut können Ihre Arbeiten bis zum 14 März 2026 einreichen.

Informationen:

04 • 2025 | OCG Journal

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OCG Cybersecurity

MEHR SICHERHEIT FÜR IHRE DIGITALE WELT

Mit diesem Zertifikat erwerben Sie fundierte Kenntnisse im verantwortungsvollen Umgang mit Daten und Informationen. Sie

lernen, wie Sie sich und Ihre Daten in der digitalen Welt optimal schützen - sowohl privat als auch beruflich.

Ihre Lernziele.

• Datenschutz & Privatsphäre: Sie verstehen Datensicherheit und setzen Datenschutz professionell um.

• Bedrohungen erkennen: Sie erkennen Risiken wie Identitätsdiebstahl oder Cloud-Gefahren und wissen, wie Sie sich schützen.

• Sicherheitsstrategien: Passwörter und Verschlüsselung schützen Ihre Daten effektiv.

• Malware-Schutz: Sie erkennen Malware-Gefahren, schützen Geräte und Netzwerke und reagieren korrekt bei Angriffen.

• Netzwerksicherheit: Firewalls, sichere Hotspots und verschlüsselte Verbindungen gewährleisten Sicherheit.

• Geräteschutz: Computer und mobile Geräte werden vor unberechtigtem Zugriff geschützt; Passwörter werden sicher verwaltet.

• Sicher im Web: Browser-Einstellungen, Website-Prüfung und verantwortungsbewusste Nutzung sichern Ihre Online-Aktivitäten.

• Sichere Kommunikation: Sie nutzen E-Mail, VoIP, Messenger und soziale Netzwerke geschützt.

• Datenmanagement: Daten werden sicher gespeichert, wiederhergestellt, gelöscht und Geräte fachgerecht entsorgt.

Weitere Informationen zum Modul Cybersecurity


Intern

Veranstaltungen

Zukunftskompetenzen fördern

ComeThinkAgain - Modulkurs Computational Thinking

26. Jänner - 11. Februar 2026, Online und OCG

IRIS§26

Internationale Rechsinformatik Symposium 2026

18. - 20. Februar, 2026, Wien

Zukunftskompetenzen fördern

ComeThinkAgain - Modulkurs Entrepreneurship

Education

24. Februar - 17. März 2026, Online und OCG

All Digital Weeks

Enhance your digital skills

09. - 25. März 2026, online

RiE 2026

International Conference on Robotics in Education

15. - 17. April 2026, Wolfenbüttel, Deutschland

dHealth 2026

Health Informatics meets Digital Health

12. Mai 2026, Wien

EGOI 2026

European Girls´Olympiad in Informatics

12. - 18. Mai 2026, Cesenatico, Italien

ICCHP 2026

20th International Conference on Computers Helping

People with Special Needs

15. - 17. Juli 2026, Brno, Tschechien

IOI 2026

International Olympiad in Informatics

09. - 16. August 2026, Tashkent, Uzbekistan

OCG Impulse Linz

13. Oktober 2026, Linz

OCG Impulse Graz

22. Oktober 2026, Graz

OCG Impulse Wien

12. November 2026, Wien

IMPRESSUM

Das OCG Journal ist die Mitgliederzeitschrift der Österreichischen Computer

Gesellschaft (OCG). Inhaltlich wird das Journal in völliger Unabhängigkeit gestaltet

und berichtet über die OCG Leitthemen Ausbildung und Qualität, Innovation und

Start-ups, internationale Vernetzung und digitale Zivilgesellschaft.

ISSN 1728-743X

Medieninhaber und Herausgeber:

Österreichische Computer Gesellschaft (OCG)

Präsident: DI Wilfried Seyruck

Generalsekretär und Leitung der Redaktion: Dr. Ronald Bieber

Redaktion: Katharina Resch-Schobel, Josefine Hiebler

Layout und DTP: OCG | Josefine Hieble

Fotos: Archiv OCG, Autor*innen, Privatarchive, istock

Kontakt: info@ocg.at | URL: www.ocg.at

Alle: Wollzeile 1, 1010 Wien | Tel.: +43 1 512 02 35-0

Druck: Print Alliance HAV Produktions GmbH, 2540 Bad Vöslau

https://printalliance.at/fairprint


OCG

CERTIFICATION

ISO/IEC 27001

IT-Sicherheit zertifizieren

ISO/IEC 27001

Wir zertifizieren Ihre Informationssicherheit

nach ISO/IEC 27001 und bieten als

Qualifizierte Stelle auch Prüfungen nach

dem NISG an.

Informationen:

Österreichische Computer Gesellschaft • 1010 Wien • Wollzeile 1

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