Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg Januar 2026
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Ab dem 2. Februar ändern sich die Durchwahlen in der IHK. Mehr dazu auf ihk-emden.de/ansprechpartner
Titelthema Interview
Zwischen Aufbruch
und Anspruch
IHKN S. 22
Dicke Bretter –
klare Prioritäten
Porträt S. 26
Helmut Hansen:
50 Jahre Ehrenamt
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Editorial
Wirtschaft braucht
Rückenwind
Max-Martin
Deinhard
IHK-Hauptgeschäftsführer
Foto: IHK
Das Jahr 2025 liegt hinter uns
– ein Jahr, das unsere Unternehmen
erneut gefordert
hat, aber auch wichtige
Schritte nach vorn gebracht hat.
Wie es wirtschaftlich weitergeht und
welche Weichen in Berlin und Brüssel
jetzt entscheidend sind, darüber sprechen
wir in dieser Ausgabe mit unserem
Präsidenten Theo Eilers im großen
Titelinterview. Sein Fazit zeigt: Die Wirtschaft
braucht Rückenwind – und wir
als IHK setzen uns dafür ein, dass unsere
Region Wachstum und Wohlstand
auch künftig aus eigener Stärke generieren
kann.
2026 wird für uns ein besonderes Jahr.
Im November wählen über 33.000 Mitgliedsunternehmen
eine neue Vollversammlung
– das Parlament der
Wirtschaft. Hierzu werben wir in den
nächsten Monaten um engagierte Unternehmerinnen
und Unternehmer, die
bereit sind, für dieses höchste Ehrenamt
der IHK zu kandidieren. Sie sind gefragt,
der regionalen Wirtschaft, eine
Stimme zu geben.
Auch intern haben wir uns weiterentwickelt.
Ab sofort erreichen Sie uns unter
neuen Telefonnummern. Alle Kontakte
finden Sie in dieser Ausgabe und auf unserer
Website – damit Sie uns schnell erreichen,
wenn es darauf ankommt. Denn
wir bleiben: Ihre erste Adresse in allen
Wirtschaftsfragen und stets direkt erreichbar.
Und: Wir haben viel vor! Ob Weiterbildung,
Beratungsangebote oder Netzwerkevents
– auch 2026 erwarten Sie
zahlreiche Service- und Informationsangebote.
Einen Überblick gibt Ihnen unsere
neue Broschüre „Projekte und Veranstaltungen“.
Ich freue mich, wenn wir
uns dort begegnen.
Herzliche Grüße
Ihr
Max-Martin Deinhard
Hauptgeschäftsführer
Foto: Mr. Music/Stock Adobe
Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
3
Inhalt
Foto: Idprod/StockAdobe
Foto: Xxxx
Nichts verpassen:
Auf unseren Online-Kanälen
finden Sie top-aktuelle
Informationen rund um
die IHK-Arbeit!
Berufserfahrung offiziell
28 anerkannt
Mit einem neuen Feststellungsverfahren
macht die IHK berufliche Kompetenzen
sichtbar, die bislang keinen formalen Abschluss
hatten. WOP stellt das Verfahren vor.
4 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
8Titelthema
Zwischen Anspruch
und Aufbruch
Im Interview berichtet
IHK-Präsident Theo Eilers von den
Höhepunkten und Herausforderungen
des vergangenen Jahres.
Foto: IHK
20 Interview
IHK-Abteilungsleiter Reinhard Hegewald
ist neuer Sprecher für „Sicherheit und Verteidigung“
der IHKN. Im Interview spricht er über eine
Zeitenwende für die Wirtschaft.
26 Porträt
Helmut Hansen ist
seit 50 Jahren ehrenamtlicher
Prüfer der IHK. Im Porträt
berichtet er über die
Erfüllung des Ehrenamts.
Foto: IHK
Editorial
Wirtschaft braucht Rückenwind 03
Positionen
Weichen stellen 06
Titelthema
Interview: Zwischen Anspruch und Aufbruch 08
van Buten un Binnen
Firmen & Personen 12
Meldungen 16
Termine 18
Interview: Sicherheit ist ein Wirtschaftsthema 20
Interview: Wir brauchen Menschen, die
Verantwortung übernehmen 21
Neues von der IHKN 22
Weiterbildung von A bis Z 24
Porträt: Helmut Hansen 26
Berufserfahrung offiziell anerkannt 28
IHK-Ratgeber
Recht kompakt 30
Das letzte Wort
Mitgestalten verbindet 32
Termin: Sitzung der Vollversammlung
Die Vollversammlung bestimmt die Richtlinien
der IHK-Arbeit in Ostfriesland und Papenburg.
Die nächste Sitzung der Vollversammlung ist am
03. März 2026 in Wittmund.
Vorschau
Torfwirtschaft 34
Die Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg
gibt es auch als Onlineversion im Internet.
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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
5
Position Wirtschaft im Fokus
6 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Weichen stellen
2026 verspricht Chancen – wenn wir sie mutig
nutzen. Zugleich fordert uns das neue
Jahr heraus, Kurs zu halten und gemeinsam
Verantwortung zu übernehmen.
Im November sind die
IHK Vollversammlungswahlen
Foto: MichaelJBerlin/StockAdobe
Mit dem Regierungswechsel haben sich 2025
erste, zarte positive Effekte für die regionale
Wirtschaft abgezeichnet. Die Entschärfung
des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes, die
Absenkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie und das
Entgegenkommen beim Industriestrompreis setzen wichtige
Impulse für Unternehmen, die zuvor schwer unter drei
Rezessionsjahren in Folge litten und Investitionen vielfach
zurückgestellt haben. Diese Maßnahmen schaffen wieder etwas
Planungssicherheit, verbessern die Liquidität vieler Betriebe
und stärken das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort.
Doch der Wind bleibt rau: Die Zollpolitik der USA und die expansive
Industrie- und Exportstrategie Chinas belasten weiterhin
internationale Wertschöpfungsketten, verschärfen
den Wettbewerbsdruck und schmälern Exportchancen –
auch für viele Betriebe in unserer Region, die stark vom Außenhandel
abhängig sind.
Gerade deshalb braucht es 2026 mehr denn je eine wirtschaftsnahe,
unternehmerfreundliche Politik in Deutschland
und Europa – mit weniger Bürokratie, mehr Tempo bei
Genehmigungen und Planungsverfahren sowie klarer Verlässlichkeit
bei energie-, steuer- und industriepolitischen
Rahmenbedingungen. Nur so lassen sich Investitionen mobilisieren
und Zukunftsprojekte realisieren. Wenn diese Voraussetzungen
stimmen, können unsere Betriebe Innovationen
vorantreiben, Beschäftigung sichern und neue Märkte
erschließen.
Die IHK wird auch im kommenden Jahr als starke Stimme der
regionalen Wirtschaft auftreten und die Interessen unserer
Unternehmen gegenüber Kommunen, Land, Bund und EU
vertreten. Voraussetzung dafür ist ein aktives Ehrenamt. Im
November wählen die Mitgliedsunternehmen ihre neue Vollversammlung.
Dafür suchen wir Unternehmerinnen und Unternehmer,
die Verantwortung übernehmen und die Zukunft
unserer Region aktiv mitgestalten möchten. Jetzt ist der richtige
Zeitpunkt, sich einzubringen – für ein starkes 2026.
Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
7
Titelthema Interview
Der Emder Hafen ist das Seetor
im Nordwesten der Republik.
Zwischen Aufbruch
und Anspruch
Im Gespräch mit Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg zieht IHK-Präsident Theo Eilers Bilanz.
Er spricht über Entlastungen für Unternehmen, die Zukunft der Energiewende, den Kampf
gegen Bürokratie und die drängende Frage nach Fachkräften. Sein Appell an die Politik:
Deutschland muss wieder schneller werden.
Foto: Otmar Smit/StockAdobe
WOP: Der neue Kanzler Friedrich Merz
(CDU) versprach nach seinem spektakulären
Wahlsieg im Februar den
wirtschaftlichen Aufschwung. Wenn
Sie eine Note geben müssten: Wie fällt
Ihr Urteil zum ersten Regierungsjahr
aus?
Eilers: Insgesamt eine 3+. Natürlich
bleibt noch viel zu tun. Aber insbesondere
die Beschlüsse des Koalitionsausschusses
im Oktober senden das wichtige
Signal, dass die Politik bereit ist, die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
endlich zu verbessern.
WOP: Wo sehen Sie aktuell den dringendsten
Handlungsbedarf?
Eilers: Unsere Infrastruktur ist die
Grundlage für Wachstum und Wohlstand.
Die angekündigten Verfahrensbeschleunigungen
und der Abbau bürokratischer
Hürden sind zentral, damit
wir bei Verkehr, Energie und Digitalisierung
wirklich Tempo aufnehmen.
WOP: Vor allem die Industrie klagte
2025 über hohe Energiekosten. Wie bewerten
Sie in diesem Bereich die aktuelle
Arbeit der Regierung?
Eilers: Die im Oktober beschlossene
Abschaffung der Gasspeicherumlage
und der gesenkte Strompreis für große
Industriebetriebe sind bereits vielversprechende
Weichenstellungen. Damit
stärken wir mittelfristig die industrielle
Wettbewerbsfähigkeit und sichern Arbeitsplätze.
Theo Eilers
IHK-
Präsident
Foto: Brunke
WOP: Steht das nicht im Widerspruch
zum klaren Bekenntnis der IHK zur
Energiewende?
Eilers: Ganz und gar nicht. Allein in den
Bereichen Energie, Gebäude und Verkehr
müssten sich die jährlichen privaten
Investitionen bis 2035 mehr als verdoppeln.
Schon heute stoßen die hohen
Kosten auf schwindende Akzeptanz.
Transformation gelingt nur, wenn Wirtschaft
und Gesellschaft mitgehen können
– dafür braucht es effiziente und bezahlbare
Lösungen.
WOP: Was schlagen Sie vor?
Eilers: Ein CO₂-Zertifikatehandel, der
sich regelmäßig an einer internationalen
Peer-Group orientiert, ermöglicht ambitionierten
Klimaschutz ohne Standortnachteile.
Gleichzeitig müssen wir den
Technologiewettbewerb fördern und bestehende
Infrastruktur – etwa die Gasnetze
als künftige Wasserstoffleitungen –
weiter nutzen. Das wäre der richtige Weg.
8 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Vor allem die Industrie
war 2025 von hohen
Energiekosten betroffen.
WOP: Für die Kommunen gab es zum
Jahresende eine Überraschung: Niedersachsen
hat die Gewerbesteuereinnahmen
aus Offshore-Windparks an
Wilhelmshaven umgeleitet. Wie hat die
IHK reagiert?
Eilers: Wir sind wie die betroffenen
Kommunen äußerst irritiert und haben
Foto: IHK
umgehend beim Land protestiert. Diese
Entscheidung ist schlicht nicht nach-
vor Ort, damit Gewerbegebiete, Straßen
gewiesen. Umso mehr freuen wir uns,
vollziehbar.
und Dienstleistungen funktionieren. Wer
dass Brüssel im November nachgebes-
mehr Windkraft will, darf den Regionen
sert hat. Kleine und mittlere Unterneh-
WOP: Welche Haltung hat die IHK
nicht den Wind aus den Segeln nehmen.
men sind nun weitgehend entlastet.
kommuniziert?
Eilers: Die Küstenregionen tragen die
WOP: Auf EU-Ebene sorgte 2025 vor al-
WOP: Auch die A20 stand 2025 zeitwei-
Energiewende mit Infrastruktur, Flächen
lem das Lieferkettensorgfaltspflichten-
se auf der Kippe.
und erheblichen Belastungen. Es ist un-
gesetz für Verunsicherung.
Eilers: Ja – und wir haben uns gemein-
fair, ausgerechnet die Kommunen zu
Eilers: Das stimmt. Gemeinsam mit
sam mit unseren Nachbar-IHKs mit
schwächen, die Offshore-Wind möglich
machen. Wir brauchen die Einnahmen
zahlreichen Verbänden haben wir frühzeitig
auf die überzogenen Auflagen hin-
Nachdruck für das Projekt eingesetzt.
Die Küstenautobahn ist eine der zentra-
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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
9
Titelthema Interview
Foto: Lichtspiele/StockAdobe
>>
Der IHK-Bezirk gehört mit
seinen Inseln, wie Borkum zu
den beliebtesten Urlaubsregionen
in Deutschland.
len Verkehrsadern für unsere regionale
Wirtschaft.
WOP: Das Gastgewerbe ächzte unter
hohen Kosten und enormer Bürokratie.
Was tut die IHK und besteht Hoffnung
auf Entlastungen?
Eilers: Das Gastgewerbe steht exemplarisch
für die gesamte Wirtschaft. Seit
Jahren mahnt die IHK-Organisation
Entlastungen an. Erste Maßnahmen wie
„Bau-Turbo“ und „Vergabebeschleunigungsgesetz“
sind richtig – aber erst der
Anfang. Die Kabinettsklausur im November
zum Thema Bürokratieabbau
macht Hoffnung auf spürbare Verbesserungen,
etwa durch Pendlerpauschale,
Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie
und der Aktivrente.
WOP: 2023 kam ChatGPT, 2025 ist
Künstliche Intelligenz aus der Wirtschaft
nicht mehr wegzudenken. Wie
steht der IHK-Bezirk da?
Eilers: In den USA nutzen bereits 25 Prozent
der Unternehmen KI produktiv, in
Deutschland erst rund fünf Prozent. Auch
wir liegen bestenfalls im Schnitt. Deshalb
haben wir als bundesweit erste IHK schon
2024 eine Weiterbildung zur KI in der
Buchhaltung angeboten – eines unserer
gefragtesten Formate. Nur wenn Unternehmen
die Chancen der Technologie
nutzen, bleiben wir wettbewerbsfähig.
Foto: IHK
WOP: Im Sommer war eine usbekische
Delegation zu Gast, Thema Fachkräftesicherung.
Was ist daraus geworden?
Eilers: Usbekistan ist ein interessanter
Partner: Junge Menschen sprechen
Deutsch, die Jugendarbeitslosigkeit ist
hoch – beide Seiten profitieren. Wir stehen
im engen Austausch mit der usbekischen
Botschaft und planen eine Unternehmerreise
dorthin.
WOP: Nur mit Usbekistan wird man
den Fachkräftemangel nicht lösen.
Eilers: Das ist richtig. Jeder dritte Betrieb
kann heute nicht mehr alle Ausbildungsplätze
besetzen. Usbekistan ist
ein Baustein von vielen. Wir müssen alle
Wege nutzen, um Talente für die Region
zu gewinnen.
WOP: Was hat die IHK 2025 noch getan?
Eilers: Neben unserer bundesweiten
Kampagne „#könnenlernen – Ausbildung
macht mehr aus uns“ haben wir
gemeinsam mit der Stadt Emden und
den Wirtschaftsjunioren über 1.000 Besucher
auf unserer Ausbildungsmesse
begrüßt. Außerdem haben wir zahlreiche
Betriebe mit dem Qualitätssiegel
„TOP-Ausbildung“ ausgezeichnet – ein
wichtiger Beitrag zur Attraktivität der
beruflichen Bildung.
WOP: 2026 ist ein besonderes Jahr: Im
September wird die neue Vollversammlung
gewählt. Was bedeutet das?
Eilers: Die Vollversammlung ist das Parlament
der Wirtschaft. Mehr als 33.000
Mitgliedsunternehmen wählen 50 Unternehmerinnen
und Unternehmer als ihre
Vertreter, die fünf Jahre lang die Leitlinien
unserer Arbeit bestimmen. Das ist gelebte
wirtschaftliche Selbstverwaltung.
WOP: Was wünschen Sie sich für die
Wahl?
Eilers: Die regionale Wirtschaft braucht
Stimmen. Jede einzelne zählt. Das ist
unser Motto für die anstehende Wahl.
In diesem Sinne wünsche ich mir engagierte
Unternehmerinnen und Unternehmer,
die bereit sind, für dieses
höchste IHK-Ehrenamt zu kandidieren,
sich einzubringen und die regionale
Wirtschaft mitzugestalten. Darüber hinaus
würde ich mich natürlich über eine
hohe Wahlbeteiligung freuen. Die IHK
lebt vom mit machen – Bei der Vollversammlungswahl
hat jeder Unternehmer
die Chance sich zu beteiligen.
Stefan Claus
Die Infrastruktur wie die
A31 bei Riepe ist eine
Grundlage für Wachstum
und Wohlstand.
10 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Van Buten un Binnen IHK Nord
Vor allem die Industrie
ächzt unter den hohen
Energiekosten.
Foto: Kostiatyn /StockAdobe
Energiewende belastet
Wettbewerbsfähigkeit weiter
Unternehmen in Niedersachsen blicken trotz leichter Verbesserung des Stimmungsbildes skeptisch
auf die Energiewende. Hohe Energiepreise, Bürokratie und unsichere politische Rahmenbedingungen
bremsen Investitionen und verschärfen insbesondere in der Industrie den Druck.
Eine Mehrheit der niedersächsischen
Unternehmen bewertet die Auswirkungen
der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit
weiterhin negativ.
Das zeigt das „Energiewende-Barometer
Niedersachsen 2025“, das die IHK
Niedersachsen (IHKN) in der aktuellen
Ausgabe der Reihe „IHKN Fokus Niedersachsen“
vorstellt. Mehr als 300 Unternehmen
aus Niedersachsen beteiligten
sich an der bundesweiten Umfrage
der IHK-Organisation.
Der Barometer-Wert, der die Sicht der
Wirtschaft auf die Energiewende abbildet,
verbesserte sich zwar leicht von
minus 9,8 Punkten im Vorjahr auf minus
4,4 Punkte. Für die Industrie gilt diese
Entwicklung jedoch nicht: Hier liegt
der Wert bei minus 32,1 Punkten. „Durch
den erleichterten Ausbau von Windund
Sonnenenergie ist das Stromangebot
zwar gestiegen, doch die Preise
bleiben hoch und die zögerliche Energiepolitik
der Bundesregierung sorgt
für Unsicherheit. Beides beschleunigt
die Abwanderung von Industrie ins Ausland“,
sagt IHKN-Hauptgeschäftsführerin
Monika Scherf. Dies beschleunige
die Abwanderung von Industrie ins Ausland.
48,8 Prozent der Unternehmen bewerten
die Auswirkungen der Energiewende
auf ihre Wettbewerbsfähigkeit als
„sehr negativ“ oder „negativ“. Lediglich
16,7 Prozent sehen positive Effekte.
Überbordende Bürokratie, unsichere
politische Rahmenbedingungen sowie
hohe und schwer kalkulierbare Energiepreise
belasten die Betriebe erheblich.
Fast jeder dritte Betrieb verschiebt Investitionen
in Kernprozesse, jedes vierte
Unternehmen investiert künftig weniger
in den Klimaschutz. 42 Prozent berichten
von einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit,
in der Industrie sind es
fast zwei Drittel.
„Wenn ich heute nicht weiß, ob meine
Investition in eine Technologie in Zukunft
bezahlbar oder überhaupt legal
ist, erlaube ich mir als Unternehmer keine
hohen Investitionen“, warnt Hartmut
Neumann, IHKN-Sprecher Energie. Besonders
besorgniserregend sind die Signale
aus der Industrie: Bei fast einem
Drittel der Betriebe ist eine Produktionsverlagerung
oder Abwanderung ein
Thema.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen
halten die Unternehmen an ihren
Klimazielen fest. Zwar arbeiten erst
knapp drei Prozent klimaneutral, doch
fast 90 Prozent haben sich ein konkretes
Zieljahr gesetzt. Die Mehrheit nennt
2045. „Damit stellt sich zunehmend die
Frage, ob das ambitionierte Klimaziel
des Landes Niedersachsen – Klimaneutralität
bis zum Jahr 2040 – realistisch
und wirtschaftlich erreichbar ist“, sagt
Björn Schaeper, IHKN-Sprecher Umwelt.
Um Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit
zu verbinden, fordert die Wirtschaft
gezielte Maßnahmen: 87 Prozent
sprechen sich für niedrigere Strompreise
durch reduzierte Abgaben aus, fast
80 Prozent für bessere Bedingungen
bei Eigenstromerzeugung und Direktlieferverträgen.
78 Prozent fordern weniger
Bürokratie sowie Technologieoffenheit.
„IHKN-Hauptgeschäftsführerin Scherf
appelliert abschließend: „Mit verlässlicher,
pragmatischer Politik, die den Unternehmen
mehr Eigenverantwortung
gibt, kann Niedersachsens Wirtschaft
die Transformation zum Erfolg führen.
Wachstum und Klimaschutz sind keine
Gegensätze – wenn jetzt die richtigen
Weichenstellungen erfolgen.“
Stefan Claus
Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
11
van Buten un Binnen Jubiläen | Zahlenspiegel
Firmen&Personen
Arbeitsjubiläen
35 Jahre
Geschäftsjubiläen
Marion Bleeker, beschäftigt bei ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland
GmbH, Leer (1. Januar)
25 Jahre
Rolf Wiechers, beschäftigt bei Hollweg Arbeitsplatten GmbH
ESZ Emder Schulungszentrum GmbH, Emden (1. Januar)
& Co. KG, Papenburg (8. Januar)
Ostfriesland Touristik – Landkreis Aurich GmbH, Norden
(1. Januar)
25 Jahre
Anna Plascher, Norden (1. Januar)
Thomas Konietzko, beschäftigt bei Ostfriesische Landschaftliche
Brandkasse, Aurich (1. Januar)
Horst Tenhaken, ERGO Versicherung, Aurich (1. Januar)
Wilfried Plöger, beschäftigt bei Landgard Blumen & Pflanzen
GmbH, Wiesmoor (1. Januar)
Dietmar Kirchhoff, Wiesmoor (2. Januar)
Helmut Meyer, beschäftigt bei Hollweg Arbeitsplatten GmbH
Hans-Peter Schapp, Moormerland
(2. Januar)
& Co. KG, Papenburg (10. Januar)
Waldemar Grosmann, beschäftigt bei LEDA Werk GmbH &
Marco Wilkens, Ostrhauderfehn (15. Januar)
Co. KG, Leer (15. Januar)
Alfred Janßen Verwaltungs GmbH, Krummhörn
(22. Januar)
Uwe Jauken, beschäftigt bei KLINGELE PAPER WEENER SE &
Co. KG, Weener (4. Januar)
Zahlenspiegel
Preisindex für die Lebenshaltung 1
Industrie-Beschäftigte im IHK-Bezirk
Verbraucherpreisindex für Deutschland 1
Basis 2020 = 100 2 Prozent 3
2023 JD 4 116,7 + 5,9
2024 JD 4 119,3 + 2,2
2024 November 119,9 + 2,2
2025 Oktober 123,0 + 2,3
2025 November 122,7 + 2,3
1
Angaben nach Verbrauchsverhältnissen des Jahres 2020
2
Basisumstellung von 2015 auf 2020 erfolgte im Februar
2023
3
Veränderungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum
4
Jahresdurchschnitt
26.000
25.000
24.000
23.000
22.000
21.000
20.000
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Grafik: IHK für Ostfriesland und Papenburg
Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)
2024 2025
12 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Rubrik Artikel
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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
13
van Buten un Binnen IHK Nord
Maritime Wirtschaft zwischen Auf- und
Gegenwind
Gegenläufige Entwicklungen prägen die maritime Wirtschaft Norddeutschlands im Herbst 2025: Während
Schiffbau und Schifffahrt spürbar zulegen, gerät die Hafenwirtschaft weiter unter Druck. Das zeigt die aktuelle
Konjunkturumfrage der IHK Nord, die zugleich wachsende Sorgen der Unternehmen über wirtschaftliche
Rahmenbedingungen, Kosten und Auslandsnachfrage offenlegt.
Die Stimmung in der maritimen Wirtschaft
Norddeutschlands ist im Herbst
2025 uneinheitlich. Während Schiffbau
und Schifffahrt spürbar zulegen,
trübt sich die Lage in der Hafenwirtschaft
leicht ein. Das zeigt die aktuelle
Konjunkturumfrage der IHK Nord,
dem Zusammenschluss von 13 norddeutschen
Industrie- und Handelskammern.
Sorge bereiten den Unternehmen
vor allem die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen, die Energieund
Rohstoffpreise, die Entwicklungen
der Arbeitskosten sowie die Auslandsnachfrage.
Hafenwirtschaft unter Druck
Der Geschäftsklimaindex der Hafenwirtschaft
sinkt um 0,5 Punkte auf 97,1.
Rund ein Fünftel der Unternehmen erwartet
eine Verschlechterung der Geschäftslage.
Knapp drei Viertel der
Betriebe sehen Risiken bei der Entwicklung
der Arbeitskosten. Knapp 57 Prozent
der Unternehmen klagt über den
Fachkräftemangel und mehr als 78 Prozent
über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Die Auslandsnachfrage
sehen über 70 Prozent der Betriebe als
wirtschaftliches Risiko.
Thomas Buhck, Vorsitzender der IHK
Nord, fordert klare Signale aus Berlin:
„Ohne intakte Kaimauern steht die Versorgungssicherheit
auf dem Spiel. Deshalb
unterstützen wir die Forderung des
Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe
nach 15 Milliarden Euro aus
dem Sondervermögen des Bundes, um
den über Jahrzehnte gewachsenen Sanierungsstau
in unseren Häfen endlich
aufzulösen. Zusätzlich braucht es eine
dauerhafte Beteiligung des Bundes von
mindestens 500 Millionen Euro jährlich,
um die maritime Infrastruktur langfristig
zu sichern.“
14 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Der Hafen in Leer. Foto: IHK
Schiffbau stabilisiert sich
Leicht zulegen konnte das Konjunkturbarometer
im Schiffbau mit einem Plus
von 1,5 Punkten. Dabei schätzen rund
96 Prozent der befragten Unternehmen
die Entwicklung der Geschäftslage
als gleichbleibend oder günstiger
ein. Mehr als zwei Drittel bezeichnen
ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder
befriedigend. Wirtschaftliche Risiken
sehen die Werften mit Blick auf die Entwicklung
der Arbeitskosten (79,7 Prozent)
und der Energie- und Rohstoffpreise
(53,6 Prozent). Die Entwicklung
der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen
sehen alle befragten Betriebe
zurzeit als größtes wirtschaftliches
Risiko an.
Schifffahrt mit deutlichem Plus
Die Schifffahrt verzeichnet den stärksten
Zuwachs: plus 6,7 Punkte auf 82,7
beim Geschäftsklimaindex. Dennoch
bleibt die Branche vorsichtig. 66,1 Prozent
der Reedereien sehen die Auslandsnachfrage
als größtes Risiko. Thomas
Buhck warnt: „Die Unsicherheit
über die amerikanische Zollpolitik und
ihre globalen Folgen für den Außenhandel
ist nach wie vor erheblich. Das
bremst Investitionen und Planungssicherheit.“
Weitere Risiken sehen die Unternehmen
bei den wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen (60,4 Prozent),
bei den Arbeitskosten (32,2 Prozent) sowie
bei den Energie- und Rohstoffpreisen
(45,7 Prozent).
Die maritime Wirtschaft steht zwischen
Hoffnung und Herausforderung. Während
Schiffbau und Schifffahrt positive
Impulse setzen, bleibt die Hafenwirtschaft
unter Druck. Die Unternehmen
fordern verlässliche politische Rahmenbedingungen
und eine stärkere finanzielle
Beteiligung des Bundes.
Anna Louise Schröder
„Die Unsicherheit
über die
amerikanische
Zollpolitik und
ihre globalen
Folgen für den
Außenhandel
ist nach wie
vor erheblich.
Das bremst
Investitionen
und Planungssicherheit.“
Thomas Buhck,
Vorsitzender der
IHK Nord
Grafik: Xxxxxx
Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
15
van Buten un Binnen Meldungen
Entwicklungspolitischer
Dialog in Norden
Vertreter der norddeutschen Wirtschaft
haben sich am 8. Dezember bei einem
Treffen der Industrie- und Handelskammer
für Ostfriesland und Papenburg mit
dem Parlamentarischen Staatssekretär
im Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ), Johann Saathoff (SPD), über die
Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit
ausgetauscht. Die Veranstaltung
fand im Ostfriesischen Teemuseum statt.
Saathoff stellte dabei die entwicklungspolitischen
Leitlinien der schwarz-roten
Bundesregierung vor und erläuterte neue
Ansätze für eine vertiefte Kooperation mit
der Wirtschaft. In der anschließenden Diskussion
ging es um die Frage, wie Außenwirtschaftsförderung
und Entwicklungszusammenarbeit
besser verzahnt werden
können, um nachhaltige Impulse zu setzen
– sowohl für deutsche Unternehmen
als auch für die Partnerländer.
Foto: IHK
Staatssekretär Johann Saathoff (Mitte) informierte
in Norden Unternehmen über die Zukunft
der Entwicklungszusammenarbeit.
Die IHK wird den Dialog zwischen Wirtschaft
und Politik weiterhin aktiv begleiten.
Unternehmen mit Interesse an
Geschäften in Entwicklungs- und
Schwellenländern können sich an Lars
Heidemann wenden. Kontakt: Lars
Heidemann, Telefon: 04921/ 8901-24,
E-Mail: lars.heidemann@emden.ihk.de
Stefan Claus
Neue Rufnummern für
Mitarbeiter der IHK
Die IHK für Ostfriesland
und Papenburg ändert
zum 2. Februar 2026 die
Telefon-Durchwahlen
ihrer Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Grund für die
Umstellung ist eine Modernisierung
der Telefonanlage.
Während die Hauptrufnummer
der IHK (04921
8901-0) unverändert bleibt,
werden Ansprechpartner
und Fachbereiche zukünftig
über eine dreistellige
Durchwahl erreichbar sein.
Eine Übersicht mit allen
neuen Rufnummern ist
auf der Webseite der IHK
verfügbar.
Unternehmerinnen gestalten Zukunft
Mitte November trafen sich über 50 Un-
und Politik sowie die Rolle der IHKN vor.
ternehmerinnen aus Niedersachsen
In einer offenen Gesprächsrunde disku-
in Hannover zu einem Austausch über
tierten Unternehmerinnen, Politikerinnen
Wirtschaft und Politik. Ziel war es, ak-
und IHKN-Vertreterinnen praxisnah über
tuelle Herausforderungen zu diskutie-
relevante Themen. Im Landtag vertief-
ren und Einblicke in politische Entschei-
ten die Teilnehmerinnen Gespräche mit
dungsprozesse zu gewinnen.
Carina Hermann (CDU) und Anne Kura
Stationen des Besuchs waren die ener-
(Grüne) zu Mutterschutz, Aktivrente für
city AG und der Niedersächsische Land-
Selbstständige, Steuerfragen, Fachkräfte-
tag. Bei enercity erläuterte Vorstands-
sicherung, Bildung, Förderlandschaft und
vorsitzende Aurélie Alemany ihre
Innovationskraft im Mittelstand.
Perspektive auf wirtschaftliche Trans-
Der Besuch machte deutlich, dass Un-
Foto: IHK
formation und die Verbindung von persönlicher
Motivation und Verantwor-
ternehmerinnen aktiv gestalten wollen
und Strukturen benötigen, die dies un-
50 Unternehmerinnen tauschten sich in
Hannover aus.
tung. Monika Scherf (IHKN) stellte die
Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft
terstützen
Anke Hölscher
16 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Gesundheit gestalten –
Unternehmen stärken
Neues Jahr, neue Vorsätze? Nicht nur
privat, sondern auch beruflich lohnt es
sich, an die Gesundheit zu denken. Gesunde
Mitarbeiter sind die Basis für leistungsfähige
Unternehmen und eine
starke Region.
Unter dem Motto „Gesundheit gestalten
– Unternehmen stärken“ lädt die
IHK am 22. Januar 2026 von 14:00 bis
18:00 Uhr in die IHK für Ostfriesland
und Papenburg, Ringstraße 4, 26721
Emden, zum Gesundheitsforum ein.
Die Veranstaltung zeigt, wie Betriebe
Gesundheit aktiv fördern können – und
warum dies ein entscheidender Stand-
ortfaktor für wirtschaftlichen Erfolg ist.
Freuen Sie sich auf spannende Impulse:
Prof. Dr. Maren Grautmann von der
Hochschule Emden/Leer gibt Einblicke
in das Thema „Gesundheit als Wirtschaftsfaktor
– Chancen für Unternehmen
und Region“. Anschließend
beleuchtet Alina Wilkens, M.Sc. Psychologin,
die Bedeutung der psychischen
Gesundheit am Arbeitsplatz.
Darüber hinaus erwarten Sie verschiedene
Informationsangebote. Hier erhalten
Sie praxisnahe Ansätze und können
sich direkt mit Expertinnen und Experten
austauschen. Abgerundet wird die
Die IHK bietet am 22. Januar Workshops
zum Thema Gesundheit an. Foto: udra11/StockAdobe
Veranstaltung durch einen offenen Teil
für Networking und Austausch – eine
ideale Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen
und individuelle Beratung in Anspruch
zu nehmen.
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Dok.-Nr. 6822084
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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
17
van Buten un Binnen Termine
Foto: Alterfalter/StockAdobe
28.01. Online-Sprechtag
CE-Kennzeichen
Die IHK für Ostfriesland und Papenburg bietet gemeinsam
mit der Oldenburgischen IHK sowie den
Handwerkskammern Ostfriesland und Oldenburg
am 28. Januar 2026 einen kostenlosen digitalen
Sprechtag zur CE-Kennzeichnung an. In vertraulichen
Einzelgesprächen von rund 45 Minuten
beantworten CE-Experten Fragen zur Herstellung,
zum Import oder zum Umbau von Produkten.
Dabei werden alle relevanten Produktgruppen,
einschließlich Maschinen, berücksichtigt.
Auch Themen der neuen Produktsicherheitsverordnung
(GPSR) können angesprochen werden,
die wichtige Änderungen für Hersteller, Importeure
und Händler mit sich bringt. Für die Teilnahme
an den Beratungen ist eine vorherige Anmeldung
erforderlich.
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Dok.-Nr. 4402326
29.01.2026. Bulgarien
Chancen für
Unternehmen
In einer Online-Veranstaltung am 29. Januar 2026 stellt die IHK von
Bulgarien bietet als EU-
und
10 bis 11 Uhr den Wachstumsmarkt Bulgarien vor. Thema sind aktuelle
wirtschaftliche Entwicklungen sowie Geschäftsmöglichkeiten
für deutsche Unternehmen.
Schengen-Mitglied
attraktive Rahmenbedingungen.
Mit
der Einführung des
Euro am 1. Januar 2026
wird die Geschäftsabwicklung
zusätzlich
erleichtert. Dank seiner
Lage im Südosten Europas fungiert das Land als logistischer
Knotenpunkt in Richtung Türkei, Naher Osten und Zentralasien.
Ein unternehmensfreundliches Steuerumfeld, wettbewerbsfähige
Lohnkosten und gut ausgebildete Fachkräfte eröffnen Chancen
insbesondere für Unternehmen aus Produktion, IT und Dienstleistungen.
Auch die Modernisierung der bulgarischen Streitkräfte und die
NATO-Mitgliedschaft schaffen zusätzliche Potenziale für Anbieter
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Dok.-Nr. 6838658
technologischer Lösungen
und Dienstleistungen
im Verteidigungssektor.
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Foto: Ekta A/StockAdobe
04.02. Unternehmen
Nachfolgeberatung
in der Region
Foto: Sandor Jackal/StockAdobe
Das Netzwerk Unternehmensnachfolge Ostfriesland bietet auch 2026 kostenfreie Beratungssprechtage
zur Unternehmensübergabe an. Vor Ort erhalten Unternehmerinnen und
Unternehmer Hinweise zur erfolgreichen Gestaltung der Nachfolge, zur Suche geeigneter
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Dok.-Nr. 121
Nachfolger, zur Unternehmensbewertung sowie
zu möglichen Übergabemodellen. Eine Anmeldung
ist erforderlich. Ansprechpartnerin ist
Anke Hölscher. Telefon: 04921 8901-34
18 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
van Buten un Binnen Termine
25.02. Ideenschutz
Patentberatung
Die IHK bietet gemeinsam mit der Oldenburgischen IHK sowie
den Handwerkskammern Ostfriesland und Oldenburg
am 25. Februar 2026 eine kostenlose Patentberatung an. Die
Gespräche finden online oder vor Ort in der Oldenburgischen
IHK in der Moslestraße 6 in Oldenburg statt. In halbstündigen
Einzelterminen können Teilnehmende ihre Entwicklungen
oder Erfindungen vertraulich vorstellen. Ein Patentanwalt informiert
darüber, welche Schutzrechte infrage kommen und
wie diese beantragt werden können. Gesprächstermine sind
zwischen 9 und 17 Uhr möglich.
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Dok.-Nr. 7307
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19
van Buten un Binnen Interview
„Sicherheit ist ein Wirtschaftsthema“
Die IHK Niedersachsen (IHKN) hat die Federführung für Sicherheits- und Verteidigungspolitik an die IHK für
Ostfriesland und Papenburg übertragen. Verantwortlich ist Reinhard Hegewald, Verkehrs- und Hafenexperte
sowie Reserveoffizier und ehemaliger Landtagsabgeordneter. Im Gespräch erklärt er, warum Sicherheit
für Unternehmen immer wichtiger wird – und wie die IHKs gemeinsam darauf reagieren.
WOP: Herr Hegewald, Sie haben für
die IHK Niedersachsen die Federführung
für Sicherheits- und Verteidigungspolitik
übernommen. Was steckt
dahinter?
Reinhard Hegewald: Sicherheitsund
Verteidigungspolitik war lange
Zeit eher ein Randthema für Unternehmen.
Doch durch die militärische
Bedrohungslage und geopolitische
Spannungen ist klar: Wenn Lieferketten
ausfallen oder kritische Infrastruktur
angegriffen wird, steht auch die
Wirtschaft still. Wir bündeln daher das
Know-how der sieben niedersächsischen
IHKs und vertreten die Interessen
unserer Unternehmen klarer gegenüber
der Politik.
WOP: Welche Rolle spielt dabei die
Bundeswehr?
Hegewald: Eine sehr zentrale. Wirtschaftliche
Resilienz und militärische
Verteidigungsfähigkeit hängen eng zusammen.
Ich halte daher als Ansprechpartner
den Kontakt zur Bundeswehr
Reinhard
Hegewald,
Verkehrsund
Hafenexperte
Foto: xxxx
im Land – sowohl auf Landes- als auch
auf regionaler Ebene. Gleichzeitig fungiere
ich als Schnittstelle zur DIHK in
Berlin.
WOP: Was bedeutet die neue Aufgabe
für die IHK in Emden?
Hegewald: Unsere IHK ist bereits
Sprecherin für Energie und Tourismus.
Mit der Sicherheits-und Verteidigungspolitik
kommt ein weiterer,
enorm wichtiger Bereich hinzu. Ich
freue mich, dass wir hier Verantwortung
übernehmen – auch als Sprachrohr
der Wirtschaft gegenüber der
Landesregierung in Niedersachsens.
WOP: Sie bringen umfangreiche Erfahrung
mit in ihre neue Position ein. Wie
fließt diese ein?
Hegewald: Ich bin seit 1990 bei der
IHK tätig und war zwischen 2005 und
2013 Abgeordneter im Niedersächsischen
Landtag. Außerdem bin ich
Reserveoffizier und als solcher im
Kreiverbindungskommando meiner
Heimatstadt Emden aktiv. Diese
Schnittstellenperspektive hilft, wirtschaftliche
Interessen in sicherheitspolitische
Entscheidungen einzubringen.
WOP: Was möchten Sie in den nächsten
Monaten erreichen?
Hegewald: Wir wollen die Unternehmen
sensibilisieren, wie wichtig Vorsorge,
Notfallplanung und Schutz kritischer
Infrastruktur geworden sind.
Sicherheit ist längst ein Wirtschaftsthema
– und dabei unterstützen wir
sie.
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20 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Ehrenamt
„Wir brauchen Menschen, die
Verantwortung übernehmen“
Die IHK sucht Unternehmer und Fachkräfte, die sich als ehrenamtliche
Prüfer in der dualen Ausbildung engagieren. Bernd Schnare, Abteilungsleiter
für berufliche Bildung, erklärt im Gespräch, warum die
Region auf dieses Ehrenamt angewiesen ist.
Bernd
Schnare
IHK-Abteilungsleiter
Berufliche
Bildung
Foto: Brunke
Die duale Ausbildung steht immer wieder
auf dem Prüfstand: Ist sie noch zeitgemäß?
Braucht es verbindliche Standards –
oder reicht betriebliche Praxis allein aus?
Gleichzeitig wird der Ruf nach Fachkräften
lauter, während ehrenamtliche Prüfer fehlen.
Im Interview erläutert Bernd Schnare,
IHK-Abteilungsleiter für Berufliche Bildung
und Fachkräft, warum die duale
Ausbildung unverzichtbar bleibt, welche
zentrale Rolle das Prüferehrenamt spielt.
WOP: Herr Schnare, viele Betriebe fragen
sich: Brauchen wir die duale Ausbildung
noch? Wäre eine rein betriebliche
Ausbildung nicht effizienter?
Bernd Schnare: Nein. Die duale Ausbildung
bietet bundesweit einheitliche
Qualitätsstandards. Und genau das
macht sie so stark. Andere Länder beneiden
uns um dieses System, weil es
Praxis und Theorie verbindet.
WOP: Wie groß ist der Prüfungsaufwand,
den die IHK zu bewältigen hat?
Schnare: Wir nehmen pro Jahr rund
2.000 Prüfungen ab – Zwischen- und Abschlussprüfungen
in allen Ausbildungsberufen.
Ohne unsere ehrenamtlichen
Prüfer wäre das schlicht nicht möglich.
WOP: Das klingt nach viel Arbeit. Was
haben Prüfer persönlich davon?
Schnare: Erstens bleiben sie durch ihr
Ehrenamt fachlich am Puls der Zeit. Viele
berichten, dass sie dadurch auch im eigenen
Betrieb eine topaktuelle Ausbildung
nach neuesten Standards anbieten können.
Zweitens profitieren sie vom Austausch
mit anderen Unternehmen und
Experten. Das ist ein echtes Netzwerk.
Und drittens – das ist mir am wichtigsten
– leisten sie einen zentralen Beitrag
zur Fachkräftesicherung. Wir brauchen
gut ausgebildete Fachkräfte hier vor Ort.
Das gelingt am besten, wenn engagierte
Menschen Verantwortung übernehmen.
WOP: Finden sich denn genügend Prüfer?
Schnare: Leider nicht. Der Bedarf
wächst, aber die Bereitschaft sinkt. Dabei
geht es nur um wenige Einsatztage
im Jahr. Wir brauchen dringend Unternehmer
und Fachkräfte, die sagen: Ich
mache das.
WOP: Warum sollten sich gerade junge
Fachkräfte engagieren?
Schnare: Weil das Ehrenamt für sie eine
enorme Chance ist. Sie erweitern ihre
Perspektive, entwickeln Führungskompetenz
und zeigen Verantwortungsbereitschaft.
Viele werden später Ausbilder
– und haben dafür schon den
perfekten Einstieg.
WOP: Was ist Ihre Botschaft an potenzielle
Prüfer?
Schnare: Jeder, der sich engagiert, gestaltet
die Zukunft unserer Wirtschaft
mit. Wer prüft, sichert Qualität – und
gibt jungen Menschen eine echte berufliche
Perspektive.
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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
21
van Buten un Binnen IHK Niedersachsen
„Dicke Bretter, klare Prioritäten“
Geopolitische Krisen, hohe Energiekosten und Fachkräftemangel stellen die Unternehmen in Niedersachsen
weiterhin vor große Herausforderungen. Monika Scherf, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen,
zieht im Interview eine Bilanz des Jahres 2025, spricht über erreichte Erfolge wie das Azubi-Ticket und benennt
die zentralen wirtschaftspolitischen Baustellen für die kommenden Monate.
WOP: Frau Scherf, wenn Sie das Jahr
2025 revuepassieren lassen, welche Erfolge
kommen Ihnen als erstes in den Sinn
– oder welche noch offenen Baustellen?
Monika Scherf: Scherf Es gab im vergangenen
Jahr wieder jede Menge Herausforderungen
für unsere Unternehmen
– nicht zuletzt getrieben von
geopolitischen Umwälzungen, sei es
die Wahl des US-Präsidenten Trump
oder der Krieg in der Ukraine und im
Nahen Osten. Als Stimme der niedersächsischen
Wirtschaft konnten wir
aber an einigen Stellschrauben drehen,
um nachhaltige Verbesserungen
zu erreichen. Ganz aktuell hat das
Land eine langjährigen Forderung umgesetzt:
das Azubi-Ticket für Niedersachsen.
Dafür haben wir mit Blick auf
das Thema Fachkräfte lange gekämpft.
Ebenso erfreulich ist, dass wir uns
als Partner hochkarätiger Veranstaltungen
in Niedersachsen etablieren
konnten - von der Fachtagung „Unblock
Design“ über die „horizons“ bis
zum „next Startup-Day“. Auch die Veranstaltungen
unserer Federführungen
wie der „Tourismustag Niedersachsen“
oder der Handelskongress
„Handel.Zentren.Zukunft“ waren ein
voller Erfolg – sowohl bei der Besucherzahl
als auch bei den Ergebnissen.
Es bleiben aber noch jede Menge „Dicke
Grafik: Xxxxxxx
22 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
IHK Niedersachsen
Monika
Scherf
IHKN-Hauptgeschäftsführerin
Foto: IHKN
Bretter“, die wir in diesem Jahr hoffentlich
durchbohren werden.
WOP: Wo drückt denn der Schuh?
Scherf: Ganz oben stehen nach wie vor
die „Big Five“, wie ich sie nenne: Energiekosten,
Bürokratiebelastung, Fachkräftemangel,
Investitionsstau und Steuerbelastung.
Hier sind wir – gemeinsam
mit der DIHK – am Ball, denn das sind
Bundes- und EU-Themen. Hier in Niedersachsen
wollen wir z.B. das Thema
SmartStores, Innenstadtförderung und
Entwicklung des Wasserstoffmarkts voranbringen.
WOP: Was planen Sie sonst noch?
Scherf: Nur zwei Beispiele: Unsere Federführung
Verkehr entwickelt gemeinsam
mit dem Verkehrsministerium und
weiteren Partnern einen niedersächsischen
Logistikpreis, der 2026 vergeben
werden soll. Ferner werden alle sieben
niedersächsischen Kammern mit Ausbildungsunternehmen
aus den IHK-Regionen
mit einem Gemeinschaftsstand
auf der Ideen-Expo im Juni 2026 präsent
sein.
Martine Noske
IHKN fordert Augenmaß
bei Mobilitätswende
Die Mobilitätswende verändert die Innenstädte
in Niedersachsen spürbar
und hat direkte Auswirkungen auf Erreichbarkeit,
Kundenfrequenz und
wirtschaftliche Entwicklung. Die IHK
Niedersachsen (IHKN) fordert deshalb,
verkehrspolitische Entscheidungen
mit Augenmaß zu treffen und die
Wirtschaft frühzeitig einzubinden.
„Die Erreichbarkeit der Innenstädte ist
ein zentraler Standortfaktor für Handel,
Dienstleistungen und Gastronomie“,
sagte Monika Scherf, Hauptgeschäftsführerin
der IHKN. Eine erfolgreiche
Mobilitätswende müsse alle Verkehrsträger
berücksichtigen, auf belastbaren
Daten beruhen und im Dialog mit
der Wirtschaft gestaltet werden. Politik
und Kommunen seien aufgefordert,
Entscheidungen faktenbasiert zu treffen
und gemeinsam mit den Betrieben
tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Nach Einschätzung der IHKN können
Maßnahmen wie Verkehrsversuche,
Baustellen oder der Rückbau von
Parkplätzen erhebliche Folgen für die
Innenstadtwirtschaft haben. Häufig
fehlten jedoch valide Datengrundlagen,
ein frühzeitiger Austausch mit
den Betrieben sowie ein gemeinsam
entwickeltes Baustellenmanagement.
Zugleich spricht sich die IHKN für eine
multimodale Erreichbarkeit der Innenstädte
aus. Besucher sollten selbst entscheiden
können, ob sie zu Fuß, mit
dem Fahrrad, dem öffentlichen Nahverkehr
oder dem Auto in die Zentren
gelangen. Auch Liefer- und Wirtschaftsverkehre
müssten weiterhin
zuverlässig möglich bleiben.
„Die Mobilitätswende kann nur gelingen,
wenn wirtschaftliche Realität
und kommunale Ziele zusammengeführt
werden“, sagte IHKN-Handelssprecherin
Kathrin Wiellowicz. Erforderlich
seien Dialog, belastbare Daten
und Lösungen, die der jeweiligen Situation
in Städten und im ländlichen
Raum gerecht werden.
Foto: Muhammad/StockAdobe
Stefan Claus
Energietechnik, Automatisierungstechnik
Wir sind eine erfolgreiche mittelständische Unternehmensgruppe der Elektroindustrie.
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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
23
van Buten un Binnen Weiterbildungskalender
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Eine Übersicht aller Angebote finden Sie unter
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Termine Angebote Ansprechpartner
Lehrgänge
02.02.2026 -
13.02.2026
02.02.2026 -
03.06.2026
04.02.2026 -
22.04.2026
05.02.2026 -
29.04.2026
10.02.2026
30.04.2026
12.02.26 -
13.04.2026
17.02.2026 -
09.04.2026
23.02.2026 -
27.02.2026
Online-Zertifikatslehrgang „Lean Manager – Administration
(IHK)“
Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
Online-Zertifikatslehrgang „Data Analyst (IHK)“ Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
Online-Zertifikatslehrgang „Fachkraft für Buchführung
(IHK)“
Nina Ubben, Tel: 04921 8901 187
Online-Zertifikatslehrgang Agiler Projektmanager Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
Online-Zertifikatslehrgang „Fachpersonal für Buchführung
(IHK)“
Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
Online-Zertifikatslehrgang „Personalentwickler/-in (IHK)“ Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
Webinar: Lohnbuchhalter/in IHK Nina Ubben, Tel: 04921 8901 187
Online-Zertifikatslehrgang „Beauftragter für Lean Management
(IHK)
Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
23.02.2026 -
09.06.2026
Online-Zertifikatslehrgang „Sustainability Expert Human
Resources (IHK)“
Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
23.02.2026 -
11.05.2026
Betriebliche/-r Datenschutzbeauftragte/-r Nina Ubben, Tel: 04921 8901 187
26.02.2026 -
11.06.2026
02.03.2026 -
10.06.2026
Online-Zertifikatslehrgang „Fachpersonal für Kosten- und
Leistungsrechnung (IHK)“
Online-Zertifikatslehrgang „Betrieblicher Klimamanager
IHK“
Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
24 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Seminare
27.01.2026 Aktuelle Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 2026 Nina Ubben, Tel: 04921 8901 187
29.01.2026 Live-Online-Seminar: „Arbeitszeugnisse im Fokus – professionell,
aktuell und rechtssicher formulieren und analysieren“
04.02.2026 -
05.02.2026
Live-Online-Seminar: „MS Outlook 365 - Die besten Tipps für Ihren
virtuellen Posteingang“
Nina Ubben, Tel: 04921 8901 187
Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
05.02.2026 Live-Online-Seminar: „Digitale Organisation mit MS OneNote“ Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901-17
10.02.2026 -
11.02.2026
Live-Online-Seminar: MS Excel – Tipps & Tricks für mehr
Tempo im Office
11.02.2026 Live-Online-Seminar: Neue Mitarbeiter erfolgreich einführen und
binden
Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901 17
Nina Ubben, Tel: 04921 8901 187
12.02.2026 Wie aus Anfragen Aufträge werden Nina Ubben, Tel: 04921 8901 187
12.02.2026 Live-Online-Seminar: „ Social Recruiting – Personalgewinnung mit
Instagram, LinkedIn, Facebook & Co.“
Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901-17
16.02.2026 Praxisforum: Reisekosten- und Bewirtungsrecht Nina Ubben, Tel: 04921 8901 187
26.02.2026 Live-Online-Seminar: „ChatGPT in der Unternehmenspraxis:
KI erfolgreich für Marketing und Prozessoptimierung einsetzen“
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Für Auszubildende
10.02.2026 Live-Online-Seminar: MS Excel 365 für Azubis Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901-17
11.02.2026 Live-Online-Seminar: MS Excel 365 für Azubis Andrea Schumacher, Tel: 04921 8901-17
12.01. -
23.02.2026
12.02. -
04.05.2026
18.02. -
04.05.2026
25.02. -
15.04.2026
Live-Online-Seminar: Rechnungswesen für Auszubildende Nina Ubben, Tel: 04921 8901 187
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Fachinformatiker (Systemintegration) (Teil 2)
Live-Online-Seminar: Fit für die Abschlussprüfung –
Fachinformatiker (Daten- und Prozessanalyse) (Teil 2)
Live-Online-Seminar: Fit für die Abschlussprüfung –
Kaufleute im Einzelhandel (Teil 1)
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Online: Prüfungsvorbereitung „Zertifizierter WEG-Verwalter“ Anne Brau, Tel. 04921 8901-151
Online: Prüfungsvorbereitung „Zertifizierter WEG-Verwalter“ Anne Brau, Tel. 04921 8901-151
Schulungen nach dem Niedersächsischen Spielhallengesetz
04.02.2026 Personalschulung gemäß § 8 NSpielhG in Emden – Auffrischungsschulung
(4 Unterrichtsstunden)
23.02.2026 Personalschulung gemäß § 8 NSpielhG in Emden (8 Unterrichtsstunden)
26.03.2026 Personalschulung gemäß § 8 NSpielhG in Emden – Auffrischungsschulung
(4 Unterrichtsstunden)
Beate Zurmahr, Tel. 04921 8901 49
Beate Zurmahr, Tel. 04921 8901 49
Beate Zurmahr, Tel. 04921 8901 49
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25
van Buten un Binnen Porträt
Kooperativ statt konfrontativ – Helmut
Hansen über fünf Jahrzehnte als Prüfer
Fünfzig Jahre Prüferehrenamt, unzählige Prüfungen – Helmut Hansen hat die duale Ausbildung in der
Gastronomie wie kaum ein anderer erlebt und geprägt. Doch erst beim Zurückblicken wird klar, wie sehr sich
alles verändert hat.
Der Rauch von Zigarretten hing schwer
im Raum, als Helmut Hansen im Herbst
1975 seine erste Prüfung begleitete.
„Es war ein anderer Ton damals“, erinnert
er sich. „Die Prüfer waren Herren
mit Stehkragen. Prüflinge wurden gedutzt,
die Prüfer selbstverständlich gesiezt.“
Autorität war Teil des Rituals – und
die Prüfung oft eine Machtdemonstration.
„Man wollte wissen, was der Prüfling
nicht weiß“, sagt Hansen ernst. Heute sei
das anders: „Wir begegnen uns auf Augenhöhe.
Wir wollen dem Prüfling helfen,
das Beste aus sich herauszuholen.“
Mit dem Wandel im Auftreten hat sich
auch die gesellschaftliche Wahrnehmung
verschoben. „Früher war man
als Prüfer eine Respektsperson. Wer im
Ausschuss saß, genoss Ansehen. Heute
ist das Ehrenamt in der Öffentlichkeit
kaum sichtbar – und leider oft auch
nicht mehr so hoch angesehen.“
Das Schulungsrestaurant der Berufsbildenden
Schulen II in Emden liegt still
an diesem Nachmittag. Nur das leise
Klirren eines entfernten Bestecks hallt
nach. An einem der Tische sitzt Helmut
Hansen, allein, den Blick in den Raum
gerichtet, in dem er unzählige Prüfungen
erlebt hat. „Hier ist ein großer Teil
meines Lebens vergangen“, sagt er ruhig.
Geboren auf Borkum, ausgebildet
im Parkhotel Bremen, später beim
„Ich glaube an Engel.
Und Du?“
Alina Süggeler
von Frida Gold
Gut für mich.
Gut für die
Umwelt.
Foto: Jim Rakete
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26 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Seit 50 Jahren prüft
Helmut Hansen ehrenamtlich
in der dualen Ausbildung. Foto: IHK
Bund und in der Hotellerie, führte ihn
sein Weg schließlich an die Fachhochschule
Hannover. Dort wurde er Restaurantfachmeister
und erwarb seine
Lehrbefähigung – der Beginn einer langen
Laufbahn als Berufsschullehrer und
Prüfer an der BBS II in Emden.
„Ich wollte immer etwas zurückgeben“,
sagt Hansen und streicht mit der Hand
über die Tischkante. „Als Prüfling habe
ich selbst von der Erfahrung anderer
profitiert. Mein Ehrenamt ist eine Art
Dankeschön dafür.“
Fünfzig Jahre hat Helmut Hansen als
Prüfer gearbeitet – kaum jemand war
länger dabei. Wenn er heute in die leeren
Reihen blickt, sieht er die Gesichter
vieler Generationen. „Jede Prüfung ist
auch eine Prüfung für uns selbst“, sagt
er. „Man lernt, sich zu hinterfragen, die
eigene Arbeitsweise zu reflektieren.
Wer nimmt sich im Alltag noch die Zeit
dafür?“ Für ihn ist das Prüferehrenamt
mehr als eine Pflicht – es ist eine Gelegenheit
zum Wachsen. „Ich gehe jedes
Mal mit dem Gefühl nach Hause, selbst
etwas gelernt zu haben.“
Eine Szene hat sich besonders eingeprägt:
„Eine Schülerin sollte Canapés
servieren – und kippte das ganze Tablett
der Prüferin in den Schoß. Statt zu
weinen, lachte sie laut los.“ Es war Nervosität
keine Absicht. Dennoch war die
Situation skuril. Heute schmunzelt Hansen
darüber. „Damals war das undenkbar.
Die Prüferin war entsetzt, die Situation
verkrampft.“ Doch die junge Frau
bestand beim zweiten Versuch.
Für Hansen steht diese Episode sinnbildlich
für den Wandel des Prüfungswesens.
„Früher war eine Prüfung ein
Ort, an dem Prüfer Macht ausüben
konnten. Heute sind wir Begleiter, keine
Richter. Wir führen die Prüflinge durch
eine Ausnahmesituation – und helfen
ihnen, ihre beste Leistung zu zeigen.“
Auch die Berufe selbst haben sich verändert.
„Früher wurde der Abstand zwischen
Messer und Gabel mit dem Lineal
gemessen“, erzählt Hansen. „Heute
geht es stärker um Serviceverständnis,
Freundlichkeit und den Verkauf.“
Theoretische Inhalte seien praxisnäher
geworden: „Allergene, Zusatzstoffe,
Nachhaltigkeit – das sind Themen,
die heute jeder kennen muss.“ Zugleich
sei das Berufsfeld vielfältiger geworden.
„Aus dem Kellner wurde der Fachmann
für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie.
Die Ausbildung zum Hotelfachmann
entwickelte sich immer
stärker kaufmännisch und dieses wird
durch die aktuelle Ausbildungsverordnung
noch gestärkt.“
Trotz aller Fortschritte sieht Hansen die
duale Ausbildung vor großen Herausforderungen.
„Wir brauchen kleinere Klassen,
mehr Lehrer und mehr finanzielle
Mittel“, sagt er nachdrücklich. „Gerade
jetzt, wo Fachkräfte aus dem Ausland zu
uns kommen, müssen wir sie gut anleiten.
Die jungen Menschen haben enormes
Potenzial – aber sie brauchen Unterstützung,
Sprachförderung, Geduld
und Nähe.“ Die Berufsschulen müssten,
so Hansen, wieder stärker in den Mittelpunkt
rücken. „Wenn wir die duale Ausbildung
als Erfolgsmodell erhalten wollen,
müssen wir investieren – in die Köpfe
und in die Rahmenbedingungen.“
Wieder blickt Hansen in den leeren
Raum. Auf dem Tisch vor ihm liegt ein
zerlesenes Prüfungsprotokoll, das letzte,
das er selbst führen wird. Im kommenden
Jahr wird er nach fünf Jahrzehnten
im Ehrenamt aufhören. „Ein
bisschen Wehmut ist dabei“, gibt er zu.
„Aber ich gehe mit dem Gefühl, etwas
Sinnvolles getan zu haben.“
Er schaut auf die gedeckten Tische, als
würde er die Prüflinge noch einmal vor
sich sehen. „Man sagt ja, man soll aufhören,
wenn’s am schönsten ist“, sagt er
leise und lächelt. „Und ehrlich gesagt –
schön war es fast immer.“
Stefan Claus
Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
27
van Buten un Binnen Fachkräfte
Berufserfahrung offiziell anerkannt
Mit dem neuen Feststellungsverfahren macht die IHK berufliche Kompetenzen sichtbar, die bislang keinen formalen
Abschluss hatten. In Osnabrück hat mit Natalia Frolov erstmals eine Teilnehmerin das Verfahren erfolgreich
durchlaufen – und bundesweit als Erste im Beruf Verkäuferin die Stufe „teilweise Vergleichbarkeit“ erreicht.
Seit 1.1.2025 bundesweit
Aufgabe der IHKs
Mit Natalia Frolov hat erstmals eine Teilnehmerin
in Osnabrück – organisiert
durch unsere IHK – das neue Feststellungsverfahren
erfolgreich durchlaufen
– und bundesweit als Erste die Stufe
„teilweise Vergleichbarkeit“ im Beruf Verkäuferin
erreicht. Das Verfahren soll Menschen
ohne Berufsabschluss neue Perspektiven
eröffnen und Unternehmen bei
der Fachkräftesicherung unterstützen.
Menschen ohne Abschluss
profitieren von dem Modell
„Wir sehen hier, wie wertvoll praktische
Erfahrung sein kann – und wie
sehr Menschen ohne Abschluss von einer
anerkannten Validierung profitieren“,
sagt Petra Schmidt, Feststellungsund
Anerkennungsberaterin der IHK
für Ostfriesland und Papenburg. Frolov
war im Oktober 2025 zugleich die bundesweit
erste Teilnehmerin, die im Beruf
Verkäuferin die Ergebnisstufe „teilweise
Vergleichbarkeit“ erreichte.
Die Mitarbeiterin des REWE-Marktes
„Kaluscha und Wehling“ überzeugt ihr
Team seit Jahren mit Zuverlässigkeit und
Routine – trotz Lernbeeinträchtigung.
Im neuen Verfahren stellten die Fest-
Über das neue
Feststellungsverfahren
können
jahrelange Berufserfahrungen
anerkannt
werden
(Stockbild).
Foto: Idprod/StockAdobe
steller Wolfgang Emke und Sandra Büscher,
beide langjährige Prüfer der IHK
und nun auch Feststeller im neuen Verfahren,
schnell fest, wie sicher Frolov in
ihrem Arbeitsbereich agiert. „Frau Frolov
hat den Tiefkühlbereich super im Griff“,
erklärten die beiden übereinstimmend.
Begleitet wurde sie von Erika Lehnert
aus dem AWO-Projekt „Perspektive“, die
Frolov seit Jahren unterstützt.
„Ich bin so stolz auf das, was ich erreicht
habe. Es zeigt, dass man alles schaffen
kann, wenn man die richtige Unterstützung
bekommt“, sagte Frolov nach
der Übergabe des IHK-Zertifikats. Ihrem
Arbeitgeber bedeutet das Ergebnis
viel: Die Marktinhaber Jens Kaluscha
und Oliver Wehling sehen in dem
Verfahren eine neue Chance, Fähigkeiten
sichtbar zu machen und Fachkräfte
langfristig zu binden.
Das Validierungsverfahren ist seit dem
1. Januar 2025 bundesweit Aufgabe der
jeweiligen Kammern. Es richtet sich an
Menschen ab 25 Jahren, die über langjährige
Berufspraxis verfügen, aber keinen
formalen Abschluss besitzen. Voraussetzung
ist mindestens das Anderthalbfache
der üblichen Ausbildungszeit im
jeweiligen Beruf; für Menschen mit Behinderung
entfällt die Altersgrenze. Die
Feststellung kann je nach Vorerfahrung
zu einer überwiegenden, vollständigen
oder – ausschließlich für Teilnehmende
mit Behinderung – teilweisen Vergleichbarkeit
führen. Bei voller Vergleichbarkeit
stellt die IHK ein offizielles Zeugnis
über die Gleichwertigkeit mit dem ausgewählten
Referenzberuf aus.
Bereits im Vorgängerprojekt „Vali-
Kom Transfer“ wurden von 2019 bis
2024 in der Region der IHKs Ostfriesland/Papenburg
und Osnabrück–
Emsland–Grafschaft Bentheim insgesamt
196 Verfahren durchgeführt. Der
durchschnittliche Teilnehmende war
44 Jahre alt, rund ein Drittel hatte einen
Migrationshintergrund.
Für viele ist das Verfahren ein Türöffner.
Stefan Claus
Feststellungsverfahren: Vorteile für Unternehmer
Das Verfahren macht die beruflichen Kompetenzen von Beschäftigten
ohne formalen Abschluss sichtbar. Unternehmen können Qualifizierungsbedarfe
gezielt erkennen, Mitarbeitende weiterentwickeln und Fachkräfte
langfristig sichern. Die Kosten liegen – je nach Beruf und Ergebnisstufe –
zwischen rund 1.500 und 2.200 Euro.
28 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Rubrik Artikel
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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
29
IHK-Ratgeber Recht kompakt
Recht kompakt Mediation
Mediation ist eine Form der außergerichtlichen Streitbeilegung mit dem Anspruch, für alle Seiten eine
vorteilhafte Regelung zu finden. Recht kompakt erklärt die Vorteile.
Formen von Mediation
Es sind verschiedene Formen der Mediation
zu unterscheiden. Die außergerichtliche
Mediation ist ein eigenständiges
Verfahren unabhängig von
einem Gerichtsverfahren. Die gerichtsnahe
Mediation wird während des Gerichtsverfahrens
außerhalb des Gerichtes
auf Initiative des in der Sache
erkennenden Richters durchgeführt.
Die gerichtsinterne Mediation wird
während eines Gerichtsverfahrens innerhalb
des Gerichtes von einem nicht
erkenntnisbefugten Richter durchgeführt.
Ein Mediator gibt den Verhandlungen
Struktur und unterstützt eine zukunftsorientierte
Lösung. Dabei trifft er inhaltlich
keine Entscheidungen und macht
keine Kompromissvorschläge. Das Mediationsergebnis
kann in einer verbindlichen
Vereinbarung festgehalten
werden. Bei der Suche nach einem geeigneten
Mediator hilft das gemeinsame
Verzeichnis der niedersächsischen
IHKs.
Welche Ziele werden mit der trieblicher Ressourcen sowie die Vermeidung
der Öffentlichkeit.
Mediation verfolgt?
Eine Mediationsvereinbarung kann jederzeit
getroffen werden. Wenn Sie aber
Die Zielsetzung des Mediationsverfahrens
ist die konstruktive, individuelle, schon beim Vertragsschluss für den Fall
zukunftsorientierte, kooperative, tragfähige,
nachhaltige, das heißt dauer-
einer gütlichen Einigung vorsorgen wol-
späterer Meinungsverschiedenheiten
hafte und befriedende Konfliktlösung
mit persönlichem und
len, empfehlen wir folgende Mediationsklausel:
„Die Parteien ver-
§
sachlichem Gewinn für
pflichten sich, im Falle einer
alle Beteiligten. Wichtig
für die Zielerrei-
ergebenden Streitig-
sich aus diesem Vertrag
chung ist eine offene
Kommunikation
bei einem ordentlichen
keit vor Klageerhebung
zwischen den Parteien
und der selbstänricht
ein Mediationsver-
Gericht oder Schiedsgedige
und eigenverantwortliche
Umgang mit dem
fahren durchzuführen.“
Konflikt. Ziele außerhalb des Mediationsverfahrens
können sein: die
Vorteile der Mediation
Berücksichtigung von Interessen, Mediation ist schnell und effizient. Der
die in einem Zivilprozess unbeachtet
bleiben würden, die Reduzierung tive Form des Umgangs. Ein klarer Vor-
Mediator bemüht sich um eine produk-
der Verfahrenskosten und der Konfliktfolgekosten,
die Möglichkeit eines ren ist die Erhaltung und Optimierung
teil gegenüber einem Gerichtsverfah-
unbürokratischen, flexiblen Verfahrens,
die Schonung personeller und bekunft
sowie der Imageerhalt durch die
von Geschäftsbeziehungen für die Zu-
Vertraulichkeit des Verfahrens. Weitere
Pluspunkte sind die Zeit- und Kostenersparnis
gegenüber einem herkömmlichen
Gerichtsverfahren, die lösungsorientierte
Konfliktbearbeitung und die
Flexibilität des Verfahrens.
Veranstaltungshinweis
Wenn zwei sich streiten, vermittelt der dritte – in vielen Streitfällen kann eine Mediation
eine vorteilhafte Lösung für alle Parteien bieten. Foto: Best/StockAdobe
In einer kostenlosen Online-Live-Mediation
können Unternehmen am 9. Februar
2026 von 14 bis 18 die Mediation
als Streitbeilegungsverfahren kennenlernen.
Anmelden können Sie sich über
www.ihk.de/emden, Dok.-Nr. 7459.
Sophie Rother
30 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
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Rubrik Artikel
Digitale Steuerbescheide ab 2026:
Was Unternehmer jetzt wissen müssen
Copyright (c) 2024 Andrey_Popov/Shutterstock.
Ab 2026 ändern sich die Regeln für die Bekanntgabe von Steuerbescheiden
grundlegend. Die Finanzverwaltung wird Steuerbescheide
künftig standardmäßig elektronisch zum Abruf bereitstellen. Diese
Neuerung basiert auf der Neufassung von § 122a der Abgabenordnung
(AO), die mit dem Bürokratieentlastungsgesetz IV (BEG IV) beschlossen
wurde. Ziel ist es, Verwaltungsprozesse zu digitalisieren,
Fristen transparenter zu machen und gleichzeitig effizientere Arbeitsabläufe
in Unternehmen zu ermöglichen.
Für Unternehmer bedeutet dies: Wer bisher auf Papierbescheide gesetzt
hat, muss seine internen Prozesse prüfen und gegebenenfalls
anpassen. Die Bereitstellung elektronischer Bescheide erfolgt ohne
Zustimmung des Steuerpflichtigen. Papierbescheide bleiben zwar
möglich, müssen jedoch aktiv formlos und ohne Begründung beantragt
werden – ein einmal gestellter Antrag gilt immer nur für die Zukunft.
Auch die Berechnung der Einspruchsfristen ändert sich: Ein elektronischer
Bescheid gilt am vierten Tag nach Bereitstellung als bekannt
gegeben. Die bisherige Benachrichtigung per Post dient künftig lediglich
als Hinweis; entscheidend bleibt der Abrufzeitpunkt. Unternehmen
sollten sicherstellen, dass zuständige Mitarbeitende Bescheide
regelmäßig abrufen und Fristen zuverlässig überwachen, um Risiken
von Versäumnissen zu vermeiden. Dies erhöht die Rechtssicherheit
und verhindert unnötige Verzögerungen bei Einsprüchen oder Nachzahlungen.
Die Umstellung bietet gleichzeitig Chancen zur Optimierung interner
Abläufe. Unternehmer können die digitale Zustellung nutzen, um den
Posteingang zu verschlanken, Abläufe zu automatisieren und die Zusammenarbeit
zwischen Buchhaltung, Controlling und Steuerberater
effizienter zu gestalten. Zusätzlich können durch digitale Prozesse
Fehler reduziert und Dokumentationen einfacher archiviert werden,
was insbesondere für Prüfungen durch Finanzämter relevant ist.
Empfehlenswert ist, bereits jetzt folgende Punkte zu prüfen:
• Einrichtung und Pflege von Nutzerkonten beim Finanzamt,
z. B. über Mein ELSTER
• Überprüfung der Vollmachten und hinterlegten E-Mail-Adressen
• Festlegung, wer in der Organisation den Abruf der Bescheide
übernimmt
• Entscheidung, ob für bestimmte Mandanten oder Abteilungen
weiterhin Papierbescheide gewünscht werden
• Integration des Datenabrufs in Urlaubs- und Vertretungspläne,
um Ausfälle zu vermeiden
• Schulung der Mitarbeitenden, um den Umgang mit
elektronischen Bescheiden und Fristen effizient zu gestalten
Unternehmen, die die neuen digitalen Prozesse frühzeitig einführen,
profitieren nicht nur von reduziertem Papieraufwand, sondern auch
von schnelleren Informationsflüssen, transparenteren Fristen und
besserer Compliance. Die elektronische Bekanntgabe von Steuerbescheiden
ab 2026 ist damit nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern
zugleich eine Chance, Bürokratie zu reduzieren, Prozesse zu modernisieren
und die Finanzverwaltung auf zeitgemäße digitale Abläufe umzustellen.
Wer die Umstellung proaktiv angeht, kann interne Prozesse
effizienter gestalten, Fehler vermeiden und rechtliche Risiken deutlich
minimieren.
Benjamin Kelhüseyin
Steuerberater, Diplom-Finanzwirt (FH),
Master of Laws (L.L.M),
Partner bei der Sozietät VOSS
SCHNITGER STEENKEN
BÜNGER & PARTNER in Oldenburg
Die Berater.
www.obic.de
26129 Oldenburg · Ammerländer Heerstr. 231 · Telefon: 04 41 - 97 16 - 0 | Beratungsbüros Wirtschaft in Oldenburg · Ostfriesland&Papenburg Bremen · Remels (Ostfriesland) · Twist 01 (Emsland) 2026
31
Das letzte Wort Die erste Adresse in allen Wirtschaftsfragen
32 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
Mitgestalten
verbindet
2026 wird ein Jahr, in dem Unternehmen nicht nur
reagieren, sondern aktiv gestalten können. Und genau
dafür bietet die IHK in diesem Jahr eine besondere
Chance.
Im November haben
33.000 IHK-Mitgliedsunternehmen
die
Gelegenheit, ihre
Vollversammlung zu
wählen.
Foto: Diane/StockAdobe
Die IHK ist eine Mitmachorganisation. Als Körperschaft
des öffentlichen Rechts übernimmt sie
wichtige hoheitliche Aufgaben – allen voran die
Organisation der dualen Ausbildungsprüfungen.
Über 3.000 ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer sorgen dafür,
dass junge Menschen qualifiziert ins Berufsleben starten
und unsere Region langfristig Fachkräfte gewinnt. Dieses
Engagement zeigt: Wirtschaft ist mehr als Zahlen – sie lebt
von Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Dieses Prinzip gilt auch für die IHK-Vollversammlung, dem
„Parlament der Wirtschaft“. Hier bestimmen 50 gewählte
Unternehmerinnen und Unternehmer die Leitlinien der
IHK-Arbeit und setzen Impulse für Wettbewerbsfähigkeit,
Standortqualität und Wachstum. Wer in der Vollversammlung
sitzt, entscheidet mit, welche Themen wir voranbringen,
wofür wir uns politisch einsetzen und wie wir die regionale
Wirtschaft stärken.
2026 wird ein Jahr voller Herausforderungen, aber auch voller
Chancen für unsere Region. Die drängendsten Aufgaben
– wie die Weiterentwicklung der regionalen Infrastruktur, die
wirtschaftsnahe Umsetzung der Energiewende, und die Verzahnung
von Wirtschaft und Militär zu einer funktionierenden
Gesamtverteidigung – erfordern die Zusammenarbeit
von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Unternehmen müssen
sich auch weiterhin den globalen und lokalen Herausforderungen
stellen: von der Digitalisierung bis zur Sicherung
von Fachkräften. Hier bieten die IHK und ihre Vollversammlung
eine Plattform, auf der unternehmerische Perspektiven
eingebracht und Lösungen gemeinsam entwickelt werden
können.
Bereits heute möchten wir in diesem Rahmen auf die anstehende
Wahl der IHK-Vollversammlung im November hinweisen.
Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich für eine
aktive Mitgestaltung der regionalen Wirtschaft interessieren,
können sich diesen besonderen Beitrag zur Zukunft unserer
Region schon einmal bewusst machen.
Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
33
Vorschau
Torfwirtschaft
Foto: Privat
In kaum einer Region wird soviel Torf produziert wie im IHK-
Bezirk. Doch die Branche steckt vor großen Herausforderungen
– in der nächsten Ausgabe geben wir einen Einblick in
eine der ältesten Branchen Ostfrieslands.
Die nächste Ausgabe der WOP erscheint am 10. Februar.
Impressum
Herausgeber: Industrie- und Handelskammer
für Ostfriesland und Papenburg, Ringstr. 4
26721 Emden, Tel. 04921 8901-0, Fax -9230
info@emden.ihk.de, www.ihk-emden.de
Redaktion: Max-Martin Deinhard (verantwortlich)
Stefan Claus, Tel. 04921 8901-30
stefan.claus@emden.ihk.de
Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge
geben nicht in jedem Fall die Ansicht des
Herausgebers und der Redaktion wieder. Keine
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Umsetzung: Rieke Giese
Abonnement-Service: Tel. 0511 8550-8822,
vertrieb@schluetersche.de
Erscheinungsweise: monatlich
Erscheinungstermin dieser Ausgabe:
8. Januar 2026
Bezugspreis: Die Zeitschrift ist das offizielle Organ
der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland
und Papenburg. Der Bezug ist für IHK-zugehörige
Unternehmen kostenlos. Für andere Bezieher kostet
das Jahresabonnement 16,- € (inkl. Versandkosten
und MwSt.), Mindestbezug ein Jahr, danach gilt
eine Kündigungsfrist von zehn Wochen zum Halbjahresende.
Einzelpreis 2,- € zzgl. Versandkosten.
Druck: Druckkontor Emden, Wolthuser Str. 1,
26725 Emden
Verbreitete Auflage:
10.814 Exemplare, 3. Quartal 2025
Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen
Beitragspflicht als Mitglied der IHK.
34 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 01 2026
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