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Popscene Januar 01/26

Das total umsonste Popkulturmagazin!

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26

01

Biffy Clyro

Musik mit Adrenalin

Die Sterne

UNTERHALTUNG FÜR SCHRÄGE VÖGEL

Nusantara Beat

INDONESIA REVISITED

AUCH ALS E-PAPER

MIT INTERAKTIVEN

INHALTEN!

DAS TOTAL UMSONSTE POPKULTURMAGAZIN | POPSCENE.CLUB


Tickets

ab 20. Dez. unter

www.ffmop.de

19–25 JAN 2026

SAARBRÜCKEN


Was kann man

2026 eigentlich

so machen?

Erstmal: tief durchatmen. Laut Zukunftsforschern

ist die Zukunft kein Ort, sondern ein Dauer-Update

– mit Megatrends wie Konnektivität

(alles und jeder ist vernetzt) und Neo-Ökologie/

„Ökointelligenz“ (Nachhaltigkeit als Normalzustand,

nicht als Wochenend-Hobby). Damit du

nicht nur „irgendwas mit Zukunft“ machst, hier

der POPSCENE-Serviceplan für 2026:

1. Einen KI-Sidekick einstellen (ohne ihn zu duzen):

Agentic AI & Co. rücken näher an „macht

Dinge für dich“ – und dazu kommen Regeln,

Governance und Schutz gegen Desinformation.

Klingt unsexy, spart aber Nerven.

2. Reality-Check: Digital Trust & Cyberhygiene.

Passwortmanager ist das neue Deodorant: Man

merkt erst, wie wichtig es ist, wenn’s fehlt.

4. Micro-Abenteuer & „IRL-Communities“: Wenn

schon Vernetzung, dann auch analog. Geh zu

Dingen hin, nicht nur in sie hinein (Apps).

5. Skill-Refresh als Freizeitpark: Die Jobwelt verschiebt

sich Richtung Tech & Green Skills – wer

lernt, hat 2026 mehr Optionen (und bessere

Dinner-Stories).

Kurz: 2026 wird nicht „ein Jahr“, sondern ein Betriebssystem.

Du musst es nicht lieben – aber

ein Update schadet selten.

3. Green Glam statt Green Guilt: Reparieren,

mieten, teilen, regional reisen – und das mit

Stil. Neo-Ökologie ist kein Verzicht, sondern ein

Text: Markus Brixius | Bild: Photodesign MB Professional

Upgrade der Ansprüche. Markus Brixius

04 TITEL

Biffy Clyro

Die Sterne

Nusantara Beat

14 TRAVELS

Bremen

18 LESELUST

Litha Nova

19 GENUSS

Funky Stuff aus

dem Weinberg

20 GAMES

Basteln für

Pen-&-Paper-Rollenspiele

22 BERLIN GONZO

Aggressiver E-Roller

im Homeoffice

3

EDITORIAL

26 TIPPS

Musik, Filme, Serien

34 TERMINE

Kultur & Veranstaltungen

54 FIN

Comic & Impressum


E-Paper

Video im

BIFFY

CLYRO

WARUM SCHREIST DU MICH AN?


Die schottischen Alternative Rocker

Biffy Clyro landeten gerade mit ihrem

zehnten Album „Futique“ auf Platz

eins der UK-Charts. Bevor sie auf Europatournee

gehen, sprachen wir mit

den Brüdern James (Bass) und Ben

Johnston (Schlagzeug).

Ben, James, wann wisst Ihr, dass es Zeit

ist, mit der Arbeit an einem Album zu

beginnen?

Ben: „Wenn man etwas zu sagen hat.“

James: „Genau. Simon (Neil, Sänger und

Gitarrist - d. Verf.) arbeitet ständig an

neuen Songs. Im Hintergrund brodeln

und sprudeln ständig neue Ideen. Aber

die Vergangenheit hat gezeigt, dass es

immer einen Punkt gibt, an dem ein

Song eine bestimmte Ebene erreicht, entweder

emotional oder musikalisch oder

dass die Melodie stark genug ist, um sich

von den anderen Ideen abzuheben, und

sozusagen zum Totempfahl wird, zum

Ziel, das man mit allen Songs erreichen

möchte. Plötzlich bist du im Basislager

und kannst die Flagge auf dem Gipfel sehen,

und das gibt dir einfach Energie. Die

kann auch auf andere Songs übergreifen.

Es ist erstaunlich, wie viel Schwung

man bekommt, wenn man Wind in den

Segeln hat. Und mir fallen gleich noch

ein paar weitere Metaphern ein. (Ben

lacht) Es gibt immer diesen Moment, in

dem ein Song die Führung übernimmt

und man denkt: Verdammt noch mal,

wir müssen die anderen Songs auch auf

den Weg bringen, damit die Armee marschieren

kann.“

Die lässt sich dann nicht mehr aufhalten.

James: „Eben. Natürlich haben wir einen

Plattenvertrag und nach ein paar

Jahren wollen sie ein Album. Wenn man

es nur deswegen macht, dann macht

man es, weil es Zeit ist und im Vertrag

steht. Doch darum geht es bei Kunst und

Musik eigentlich nicht. Der Schlüssel ist,

Musik nicht nur um der Musik willen zu

machen. Warte, bis du etwas zu sagen

hast, und dann sag es so laut du kannst.“

Sind Eure Songs jemals fertig oder

verändern sie sich auf Tour?

James: „Wir schicken sie einfach an

Kanye West und fragen: ‚Kanye, ist das

fertig?‘ (lacht) Nein, das ist eine berechtigte

Frage. Sobald wir die Aufnahmen

fertiggestellt haben, halten wir uns in

der Regel ziemlich genau an das, was

man auf der Platte hört. Wir sind aber

keine Sklaven davon. Manchmal ändern

wir vielleicht die Tonart. Normalerweise

spielen wir sie live immer etwas schneller.“

Wegen Ben, nehme ich an?

Ben: „(lacht) Wegen des Adrenalins.

Wenn man die Songs endlich auf die Bühne

bringt und versucht, sie im gleichen

Tempo wie auf Platte zu spielen, fühlt

es sich immer etwas langsam an. Und

ich finde es schön, dass es diesen Unterschied

zwischen den Aufnahmen und

dem Live-Erlebnis gibt. Man ist also immer

etwas schneller. Es hat live immer

etwas mehr Schwung.“

James: „Es gibt einige Fans des Songs

‚Many Of Horror‘. Wenn Simon den live

brüllt, ist das auf eine schöne Art und

Weise etwas ganz anderes als auf der

Platte. Viele denken dann aber: ‚Warum

schreist du mich verdammt noch mal an,

Mann? Was ist los?‘“ (lacht)

Text: Kai Florian Becker | Bild: Eva Pentel

Rockhal, Esch-sur-Alzette

Do, 19. Feb // 19.00

biffyclyro.com

5

TITEL


E-Paper

Video im

DIE STERNE

ÜBER 35 JAHRE KOMPROMISSLOS RELEVANT


Die deutschsprachige Indiepop-Band

Die Sterne wurde 1991 in Hamburg ins

Leben gerufen, ihre eigentliche Gründung

erfolgte aber bereits zuvor in Bad

Salzuflen. Daher stammt Sänger/Gitarrist

Frank Spilker, heute einzig verbliebenes

Gründungsmitglied der Formation.

Zusammen mit ihm lasse ich

die Geschichte der Band Revue passieren.

Ihrer umfangreichen Diskografie

fügen sie am 9. Januar mit „Wenn es

Liebe ist“ (PIAS Germany) ein neues Album

hinzu. Damit festigen Die Sterne

ihren bedeutenden Status und gehen

im März/April auf eine ausgedehnte

DACH-Tournee.

Was ab Anfang der 1990er Jahre in

größerem Umfang in Hamburg gelaufen

ist (Hamburger Schule) begann schon

einige Jahre zuvor in Bad Salzuflen?

Das könnte man sagen. Es fing dort mit

dem 1985 gegründeten Fast Weltweit-Label

und deren Veröffentlichungen an. Einige

der Künstler wie Jochen Distelmeyer

(Blumfeld), Bernd Begemann, Thomas

Wenzel (Goldene Zitronen, bis 2018 auch

Bassist bei Die Sterne) und ich zogen dann

von dort aus nach Hamburg um unsere

Karriere mit Nachdruck fortzusetzen.

Was war denn anfänglich der gemeinsame

musikalische Nenner der Mitglieder?

Wer war damals Mitglied der

Gruppe, mit wem davon hast Du heute

noch Kontakt?

Vom New Wave kommende die deutsche

Sprache, dann vermehrt Funk und HipHop.

Ein bewusster Umgang mit Zitaten. Eigentlich

bis heute noch. Man konnte und sollte

zu der Musik tanzen. Auf der ersten EP

wurde ja fast schon gerappt. Thomas Wenzel

(Bass, Gesang), Frank Will (Keyboard),

Christoph Leich (Schlagzeug, ex-Kolossale

Jugend) und ich. Thomas und ich sehen

uns gelegentlich in Hamburg. Christoph ist

in Berlin und Christoph lebt in der Schweiz,

die sehe ich meistens bei einer Tournee.

Mit „Hallo Euphoria“ (2022) war die

letzte Umbesetzung abgeschlossen.

Wer gehört neben Dir aktuell zu Die

Sterne?

Dyan Valdés (Gesang, Keyboard), Jan

Philipp Janzen (Schlagzeug) und Phillip

Tielsch (Bass).

Du bist seit 35 Jahren der Texter von

Die Sterne. Wie wichtig sind die Inhalte?

Gehen sie über reine Unterhaltung

hinaus?

Ja. Ich erzähle nicht direkt persönlichen

Geschichten, wichtig ist was nach der

Story kommt. Ich nannte das früher

auch mal ´Unterhaltung für schräge

Vögel´ mit Wechsel der Perspektive. Mit

Bezugspunkten zur Lebensrealität.

Wo wurde das Album aufgenommen,

dem ihr u.a. die Singles „Ich nehme

das Amt nicht an“ und „Open Water“

vorausgeschickt habt.

Die Vorproduktion haben wir in Hamburg

gemacht, die meisten der Aufnahmen

dann in der Eifel, im Tonstudio von Thomas

D unter der Regie vom Produzenten

und Schlagzeuger Philipp, der dorthin

sein Equipment aus Köln verbracht hat.

Als Kopf der Band formulierst Du

erneut scharf, ironisch und aktuell.

Zusammen übersetzt ihr präzise

gesellschaftliche Entwicklungen in

Musik. Neben deutschen Texten gibt

es englischsprachige Songs. Auf zwei

Stücken übernimmt Dyan den Gesang

und insgesamt hat man den Eindruck,

dass die Band mehr in den Vordergrund

rückt und die stilistischen Einflüsse

breiter gehalten sind.

Durch die Umbesetzungen sind wir final

mutiger geworden. Und weder wir

noch das Publikum ´fremdeln´ damit.

Ja, „Open Water“ wurde komplett von

Dyan komponiert/arrangiert, ein Stück

das in seiner stillen Intensität überzeugt.

Und auf einem weiteren Titel singt


sie auch. Damit trifft sie komplett die

Sterne-Ästhetik, ohne das Band-Konzept

umzukrempeln.

Eure Diskografie ist sehr umfangreich.

Wenn Du heute zurückblickst, welche

Alben würdest Du selber neben dem

neuen als bedeutende Meilensteine

der Bandgeschichte einordnen?

„In Echt“ (1994), weil das Album den

Mainstream erreicht hat. „Posen“ (1996)

und „Von allen Gedanken schätze ich

doch am meisten die interessanten“

(1997), weil beide kommerziell erfolgreich

waren. „Wo ist hier“ (1999) wegen

der verwendeten Elektronik. Und „Irres

Licht“ (2002) weniger für mich, aber für

andere, als Art Résumé der bisherigen

Zeitleiste. Und dann „24/7“ (2010) als Art

Verjüngung einer neu denkenden Band.

Und nach den personellen Umbesetzungen

das Album „Die Sterne“ (2020).

Die aktuelle Tracklist umfasst 10 vertraute

Indiepop-Momente im typischen

Sterne-Sound. Hast Du den ein

oder anderen Favoriten auf „Wenn es

Liebe ist“?

Einen Favoriten: Immer wenn ich denke,

der Song ist mehr als die Summer der

einzelnen Teile, egal in welchem Kontext

er dann besser funktioniert, im Stillen,

zum Tanzen, auf der Bühne.

Bei welchen Labels sind denn insgesamt

eure Veröffentlichungen erschienen?

Anfänglich bei L´age d´or, dann bei Sony

Music/Epic und zuletzt bei PIAS. Und mit

Tapete Records haben wir ein Paket für

die Wiederveröffentlichung von sechs

Alben zusammengestellt sowie die erste

EP und LP. Die Wiederveröffentlichungen

sollen Sammlern und jungen Leuten das

Vinyl wieder zugänglich zu machen. Da

geht es weniger darum in die Charts zu

kommen, sondern die Platten im Shop

und auf Tour verfügbar zu haben.

Bist Du als Sterne-Mastermind noch auf

Nebenprojekte angewiesen, oder kannst

Du nach wie vor von der Musik leben?

Die Sterne sind immer noch meine

Haupteinnahmequelle. Ich profitiere von

dem großen Back-Katalog der Band. Und

dann nehme ich ab und an Hörspiele auf

und habe ein Buch geschrieben. „Ich

Scheiss Auf Deutsche Texte“ erschien

2024 beim Ventil Verlag.

Den Tourneeabschluss am 24. April in

Potsdam/Nikolaisaal bietet eine Besonderheit.

Es ist ein Auftritt mit dem

Filmorchester Babelsberg. Was darf

man sich darunter vorstellen?

Eine Reihe, die es schon lange gibt und

Arrangeur Max Knoth, der mit uns viel

arbeitet, hat den Kontakt hergestellt. Da

wird das Programm aufgrund der langen

Vorlaufzeit aus älteren Stücken bestehen.

Und natürlich ist es super mit einem

solchen Klangkörper arbeiten zu dürfen.

Max hat alles akribisch vorbereitet und

es gibt tatsächlich nur eine Probe vor

der Show.

Text: Frank Keil | Bilder: Stefan Braunbart

www.diesterne.de

8

TITEL



E-Paper

Video im

NUSANTARA

BEAT

INDONESISCH GEPRÄGTE SOUNDS

ZWISCHEN TRADITION UND MODERNE


Die Geschichte des niederländischen

Rock´n Roll wurde in den 1960er

Jahren maßgeblich von Bands geprägt,

die ihre Wurzeln im weltweit größten

Inselstaat Indonesien hatten. Gruppen

wie The Fire Devils, The Tielman Brothers

und The Javalins konnten auch hierzulande

mit ihrem Indo-Rock´n Roll

überzeugen und für Aufmerksamkeit

sorgen. Auch wenn Nusantara Beat

heute einem anderen musikalischen

Ansatz folgen, haben die erfahrenen

MusikerInnen das Potential auch in

Deutschland Erfolg zu haben. Nicht

zuletzt aufgrund der Tatsache, dass

ihr selbstbetiteltes Debüt kürzlich auf

dem Hamburger Label Glitterbeat Records

erschien. Zusammen mit Gitarrist

Jordy Sanger lassen wir die bisherige

Bandgeschichte überblicksartig

Revue passieren.

Welche Musik hat dich in Deiner Kindheit

und Jugend inspiriert selber ein

Instrument zu erlernen?

Die Musik die ich als Teenager gehört

habe, hat kaum mit der Musik zu tun,

die wir mit Nusantara Beat spielen. Ich

wuchs bei meiner alleinerziehenden Mutter

auf, die als Mitglied der Hippie-Bewegung

lange Jahre in Berlin lebte. So hörte

ich viel Bob Dylan und Jimi Hendrix. „All

Along The Watchtower“ weckte dann

mein Interesse für die Gitarre.

Bist Du Autodidakt oder hast Du professionellen

Unterricht erhalten?

Ich wuchs in der Gemeinde Lochem/Gelderland

in der Nähe zu Deutschland auf.

Der Unterricht an der Musikschule war

zu teuer, also habe ich mir die ersten

Griffe selber beigebracht. Mit 18 wurde

ich an der Hermann Brood Academie in

Utrecht angenommen und machte dort

meinen Abschluss. Danach ging ich zum

Musikstudium nach Amsterdam, wo ich

nach und nach die anderen fünf Bandmitglieder

kennenlernte.

11

Bassist Michael Joshua wurde in der

indonesischen Provinz West-Java geboren

und kam im Alter von 15 Jahren

in die Niederlande. Alle anderen Mitglieder

der Gruppe, Sängerin Megan

de Klerk, Gitarrist/Keyboarder Rouzy

Portier, Schlagzeuger Sonny Groeneveld,

Perkussionist Gino Groeneveld

und du sind in den Niederlanden geboren

und aufgewachsen, stammen aber

aus indonesischen Familien. Wie kam es

zur Bandgründung im Jahr 2022?

Richtig. Wir waren in unterschiedlichen

Jahrgängen am gleichen Institut und

kannten uns mehr oder weniger nur vom

Sehen. Einige Mitglieder spielten bereits

bei bekannten Bands wie EUT, Jungle By

Night und Altin Gün. Sonny und ich hatten

schon länger die Idee unsere gemeinsamen

indonesischen Wurzeln durch

Musik weiter zu entdecken. Wir wollten

zunächst zum Spaß für ältere Menschen

traditionelle indonesische Musik spielen.

Diese Idee entwickelte sich durch Rouzy,

sein jüngerer Bruder Gino und Michael

zu einer Band, der nur noch eine passende

Sängerin fehlte. Die fanden wir

mit Megan. Aber wir mussten sie erst

überzeugen auf Indonesisch zu singen,

was sie damals nicht sprach.

Wie würdest Du den Sound von Nusantara

Beat stilistisch beschreiben?

Welche Bedeutung kommt dem Bandnamen

zu?

Zunächst haben wir die Tradition des

Sunda Pop, die traditionelle Musik von

West-Java wiederbelebt. Beim Schweizer

Label Bongo Joe Records erschienen

dazu die Singles „Djanger“, „Kota Bandung“

und „Mang Becak“, die jeweils eine

bekannte indonesische Melodie aus dem

20. Jahrhundert neu interpretierten. Sie

drehen sich inhaltlich um Liebe und Essen.

Nusantara bezeichnet als altes Wort

alle Inseln aus denen Indonesien besteht.

Es umfasst das Zusammenkommen vieler

Kulturen und Rhythmen zu einer Einheit.

TITEL


Aus dem Kollektiv, dass zunächst zum

Spaß auf Spurensuche ging, wurde

durch energetische Live-Shows und

professionelles Management eine

zukunftsträchtige Band. Für euer

Debütalbum (LP/CD) hat das deutsche

Label Glitterbeat Records (Indigo) den

Zuschlag bekommen. Wie lassen sich

die 11 Stücke zwischen „Ke Masa Lalu“

bis hin zu „Cinta Itu Menyakitkan“

charakterisieren?

Wir vereinen unsere indonesischen

Wurzeln mit westlichem Folk, Pop und

Rock. Allerdings haben wir für das Debüt

11 Eigenkompositionen geschrieben und

im eigenen Proberaum vorproduziert.

Aufgenommen wurde das Album dann

in einem Studio in Haarlem. Wir konzentrieren

uns weiterhin auf die sundanesische

Musiktradition auf Basis der

Gamelan-Tonleiter Pelog. Aber durch die

Einflüsse aus Surf, Funk, Elektronik und

Psychedelia bekommen die Titel eine

ganz besondere Frischzellenkur verpasst.

Um welche Themen drehen sich die

Texte und wer hat diese verfasst?

Sie werden von Megan geschrieben und

von Michael und Rouzy ins Indonesische

übersetzt. Viele davon befassen sich inhaltlich

mit der Liebe in all ihren Facetten.

Aber natürlich geht es in ihnen auch

um mehr als reines Entertainment. Die

Ausnahme ist „Kalankang“. Den hat Michael

geschrieben. Der handelt von einer

Person, die von Geistern heimgesucht

wird, was den sundanesischen Kontext

verstärkt hervorhebt. „Kalangkang“

wurde von Michael auf Bahasa Indonesia

geschrieben und von Rouzy ins Bahasa

Sunda übersetzt.

Mit „Tamat“ wurde bereits im Herbst die

erste Single aus dem Album veröffentlicht,

die auf große Resonanz bei Fans

und Medien stieß. Wie schwer fällt es

dir, weitere Lieblingstitel zu nennen?

Jeder von uns hat da seine Favoriten,

aber alle lieben das Album. Als E-Gitarrist

mag ich natürlich die Tracks,

in denen die Gitarren tragende Rollen

übernehmen, aber zum Beispiel auch

„Bakar“ mit seinem treibenden Elektro-Groove

gefällt mir sehr gut.

Live-Auftritte sind ein wichtiger Bestandteil

von Nusantara Beat. Kann

man euch demnächst auch wieder in

Deutschland erleben?

Nach dem Album-Release wird es Shows

in den Niederlanden und u.a. in der

Türkei, Frankreich und England geben.

Und weitere deutsche Auftritte sind bereits

in Planung. Wir lieben es aufzutreten

und erstaunlicherweise treffen wir dort

auch immer nette Menschen aus Indonesien,

wie zuletzt auf den Färöer-Inseln

und in München. Unabhängig davon,

dass wir auf TikTok, Instagram und Facebook

mit unseren Fans in Kontakt sind.

Viel Zeit zum Entspannen bleibt da für

dich in naher Zukunft kaum. Wie nutzt

du die knappe Freizeit bestmöglich aus?

Mit meinem Kind, meiner Freundin und

der Familie. Und ich habe zwei Hobbies.

Ich spiele gerne Schach und praktiziere

Karate. So kann ich entspannen und den

Kopf für die Musik freibekommen.

Text: Frank Keil | Bild: Pascal Dominique Amade

nusantarabeat.com

12

TITEL


13

TITEL


E-Paper

Video im

WARRIOR

SOUL

ICH BIN ROCK’N’ROLL


Warrior Soul ist das Kind von Kory

Clarke. Die Hardrock’n’roll-Band aus

New York sorgte Anfang der Neunziger

mit ihren ersten drei Alben für großes

Aufsehen. Unter anderem wegen

Clarkes poetischer Texte und einzigartiger

Stimme. In diesem Monat sind

Warrior Soul in Saarbrücken zu Gast.

Kory, du nimmst gerade neue Musik

auf. Ist ein neues Warrior Soul-Album

in Planung?

„Ja, es wird ein neues Warrior Soul-Album

geben. Es war wirklich ein Auf

und Ab. Ich habe mich jetzt schon seit

ein paar Jahren damit beschäftigt. Aber

jetzt wird es wohl im April erscheinen.

Das ist jedenfalls mein Ziel. Es gibt keinen

Grund, warum es bis dahin nicht

fertig sein sollte, und ich müsste schon

ziemlich dumm sein, wenn ich es nicht

fertigstellen würde. (lacht) Es ist wirklich

gut und hat etwas Aggressives. Es hat alles,

was Warrior Soul ausmacht.“

Du hast Deine Karriere als Schlagzeuger

für Bands in Michigan und

Pennsylvania begonnen. Dann bist

Du nach New York City und wurdest

Frontmann - zunächst als Solokünstler

bzw. Ein-Mann-Band, und dann in einer

Band. Wann hattest Du den Mut, die

Führungsrolle zu übernehmen?

„Wenn man mich Schlagzeug spielen

sieht, merkt man, dass ich dort hinten

vielleicht etwas gehemmt bin. Also

habe ich in meiner letzten Band in Detroit

namens The Trial gesungen und

Schlagzeug gespielt. Schließlich fand

ich einen Schlagzeuger und bin nach

vorne gewechselt. Ich war ein ziemlich

guter Schlagzeuger und in Detroit

bekannt. Die Leute wollten mich gar

nicht vorne singen sehen. Also sagte ich

mir: Okay, gut. Dann sind einige Dinge

in meinem Leben passiert, die mich dazu

veranlassten, Detroit zu verlassen. Als

ich nach New York ging, sagte ich mir:

Fuck, ich bin Rock’n’Roll. Bands, das

ist alles so eine antiquierte Art, das zu

machen. Also beschloss ich, einfach zu

Backing-Tracks zu singen und Percussion

zu spielen. In New York war die Szene

viel künstlerischer und grooviger. Ich

begann durchzustarten und meine Show

wurde extrem. Es war wirklich beängstigend.

Einer der Clubpromoter meinte

dann: ‚Kory, du musst dir eine Band

suchen.‘ Also gründete ich eine Band mit

dem gleichen Namen wie meine Performance-Kunst:

Warrior Soul. Ich machte

immer noch Poesie, nur mit Band. Ich war

sehr von Jim Morrison beeinflusst, und

von seiner ganzen Bühnenpräsenz. Und

Johnny Rotten. Die beiden sind meine

wichtigsten Vorbilder. Iggy Pop nicht zu

vergessen. Er ist ein dynamischer Frontmann;

ich wollte so sein wie er.“

Du hast mit Warrior Soul einige sehr

politische Songs veröffentlicht. Die

aktuell düsteren Zeiten, siehe die Situation

in den USA, sollten für Dich der

ideale Nährboden für neue wütende

Texte sein.

„Oh, ja. Ich habe einige auf dem neuen

Album. Ich habe einen über KI drauf.

Dann habe ich einen Song über den

Immobilienmarkt verfasst. Ich spreche

alle möglichen Sachen auf dem neuen

Album an. Es wird cool.“

Kleiner Klub, Saarbrücken

Do, 29. Jan 2026, 19.00

instagram.com/warrior.soul.music

Text: Kai Florian Becker | Bild: Emma Schofield

15

TITEL


TRAVELS

Bremen

NORDDEUTSCHE HANSESTADT AN DER WESER


Deutschlands grünste Universitäts- und Großstadt

mit ihren rund 586.000 Einwohnern ist aufgrund

ihrer historischen Vergangenheit (Schifffahrt, Kaffee-Kontore,

Brauereien) ein beliebtes ganzjähriges

Reiseziel. In den letzten Jahren konnte sich

die Stadt an der Weser zudem als Wissenschaftsstadt/Zentrum

der europäischen Raumfahrt neu

positionieren. Zu den Top Sehenswürdigkeiten

zählen u.a. der Marktplatz mit seinen historischen

Bauwerken (über 1.200 Jahre alt), die Bremer

Stadtmusikanten (Bronzeplastik von 1951), das

gotische Rathaus mit Renaissance-Fassade (UN-

ESCO Welterbe, prächtige Säle) der Ratskeller

(größte Sammlung deutscher Weine), der Bremer

Roland (eine 5,5,m hohe Steinfigur als Symbol

für die Handelsfreiheit), der St. Petri Dom (zwei

mittelalterliche Krypten, Aussichtsplattform, bedeutsame

Orgeln), das Haus der Bürgerschaft,

das Schütting, die Böttcherstraße, der Martinianleger

mit Dreimaster Alexander von Humboldt,

die Weserpromenade, das Schnoorviertel, das

alternative Ostertor-Viertel und die Überseestadt.

Das alles lässt sich am besten bei unterschiedlichen

Stadtführungen, wie z.B. mit Experte Bjarne

Hell (bjarnehell@hotmail.com) erkunden. Alle

wissenswerten Informationen zu vielfältigen Kultur-

und Veranstaltungsangeboten (u.a. SIXDAYS

(Radsport), TATOO (Marschmusik), Holiday On

Ice) und der lohnenswerten Bremen Card finden

sich unter bremen.de/tourismus

Steigenberger Hotel Bremen –

Qualität im

Weserquartier

Das in der Nähe der Innenstadt

(ca. 15min zu

Fuß) direkt an der Weser

im gleichnamigen Quartier

gelegene 4-Sterne-Hotel

überzeugt in seinen 137 Zimmern

und Suiten mit schlichter

Eleganz. Alle sind mit Klimaanlage, Smart-TV,

Mini-Kühlschrank sowie einer Nespresso-Kaffeemaschine

und einem Wasserkocher für Tee ausgestattet.

Das am Flussufer gelegene Restaurant

mit Bar und Smokers Lounge serviert neben dem

sehr guten, reichhaltigen Frühstücksbüffet am

Mittag und Abend u.a. regionale Spezialitäten.

Für Meetings und Events (geschäftlich/privat)

stehen sechs Tagungs- und Seminarräume für bis

zu 160 Personen zur Verfügung. Auf der sechsten

Etage bietet sich ein gut ausgestatteter Fitnessraum

sowie ein Spa mit Dampfbad und zwei Saunen

für Sport und Wellness an. PKW-Stellplätze

finden sich im benachbarten Parkhaus und eine

Straßenbahnhaltestelle ist in 2min Fußweg zu erreichen.

Außerdem befindet sich das beliebte GOP

Varieté-Theater direkt neben dem Hotel.

hrewards.com/de/steigenberger-hotel-bremen

Kunsthalle Bremen – herausragende Besonderheit

in der deutschen Museumslandschaft

Das denkmalgeschützte Kunstmuseum liegt

altstadtnah am Ostertor und ist Teil der Kulturmeile.

In seinen Ursprüngen geht es auf den

1823 gegründeten Kunstverein zurück, heute

der gemeinnützige, private Träger mit mehr als

10.000 Mitgliedern. Das Gebäude in dem sich die

umfangreiche Kunstsammlung (Gemälde, Skulpturen,

Graphiken, Installationen) mit zahlreichen

Werken des 14. bis 21. Jahrhunderts befindet,

wurde seit Inbetriebnahme mehrfach erweitert,

umgebaut und instandgesetzt. Inhaltlich gliedert

sich die Kunsthalle in Alte Meister des 14. bis

18. Jahrhunderts (u.a. Jan Lievens, Brueghel d.

J.), Deutsche und französische Kunst des 19. und

frühen 20. Jahrhunderts (u.a. Max Liebermann,

Claude Monet), Kunst des 20. Jahrhunderts (u.a.

Max Beckmann, Pablo Picasso), Kunst des 21.

Jahrhunderts (u.a. Franz Ackermann, Pipilotti

Rist), Themenräume mit wechselnden Ausstel-

17

TRAVELS


lungen, das Kupferstichkabinett und die Große

Galerie. Das Programm 2026 präsentiert neben

dem Remix, dem Überblick über 700 Jahre Kunstgeschichte,

u.a. Alberto Giacometti – Das Mass

Der Welt (verlängert bis 15. Februar), Natur Und

Antike – Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom/

Nerly in Venedig – Von Gondeln und Palästen (14.

März bis 5. Juli) das Herbst-Highlight Der Dackel

– Eine Ikone geht Gassi (ab. 31. Oktober) sowie

der außergewöhnliche Kiosk von Ben Vautier Bizart

Baz´art & die wirklich sehenswerte Rauminstallation

von Pipilotti Rist – Pixelwald Wisera.

Begleitend zum Museumsbesuch bietet der Art

Surfer (artsurfer.de), die Medienplattform der

Kunsthalle Bremen, verschiedene digitale Angebote.

kunsthalle-bremen.de

alle, die intensiver auf Spurensuche gehen wollen,

empfiehlt sich das Magazin „Der Blaue Kontinent“

und das Buch „Spurensuche – Geschichte eines

Museums (2019), die im Museumsshop erhältlich

sind. Fazit: Zeit mitbringen, die zwei Lichthöfe

und das Übermaxx mit naturkundlicher Sammlung

auf fünf Etagen bietet Unterhaltung, Bildung

und Erlebnis zugleich. uebersee-museum.de

Übersee Museum – Bremen und die Welt

Asien, Amerika und Afrika sind hier nur ein paar

Schritte voneinander entfernt. In einer einzigartigen

Mischung vereint das 1896 eröffnete Haus (seit

1993 unter Denkmalschutz) am Bahnhofsplatz

handels- völker- und naturkundliche Themen und

Sammlungen. In einer integrierten Ausstellung

über Natur, Kultur und Handel präsentiert man

Aspekte überseeischer Lebensräume mit Dauerausstellungen

zu Asien, der Südsee/Ozeanien,

Amerika und Afrika. Einen breiten Raum nehmen

die immer bedeutender werdenden Globalisierungsthemen

ein. Noch bis 7. April ist mit ´Magie´

eine Sonderausstellung zu sehen, die mit mehr als

400 Exponaten Wunder und Wirkung der Magie

in Vergangenheit und Gegenwart aufspürt. Für

18

Böttcherstraße -

´Heimliche Hauptstraße´ Bremens

Diese Fußgängerpassage ist die ´heimliche

Hauptstraße´ Bremens mit vergoldetem Relief

„Der Lichtbringer“ (Blick in die Kulturpolitik der

NS-Zeit), dem Paula Modersohn-Becker Museum

(Hommage an die Malerin aus Worpswede), dem

Roselius-Haus (Patrizierhaus mit Kunst und Kunsthandwerk)

und dem Glockenspiel aus Meißener

Porzellan (30 Glocken spielen Seemanns- und

Volkslieder, im Drehturm sind 10 holzgeschnitzte

Tafeln mit Darstellungen von Weltumseglern

zu sehen). Der Bremer Kaffeekaufmann Ludwig

Roselius war durch die Erfindung des koffeinfreien

Kaffes und die Gründung der Firma Kaffee HAG

seit 1906 zu erheblichem Wohlstand gekommen

und hatte die gesamte Böttcherstraße erworben.

Er ließ die Handwerkergasse von 1923 bis 1931

komplett umgestalten, traditionell durch die Architekten

Runge & Scotland, provokativ-modern

durch den Bildhauer Bernhard Hoetger. Nach den

Zerstörungen des 2. Weltkriegs wurde die Böttcherstraße

wieder aufgebaut, seit 1988 befinden

sich alle Gebäude bis auf das Haus Atlantis (heute

TRAVELS


Radisson Blu, mit Himmelssaal und Treppenhaus

von 1931) unter der Obhut der Sparkasse Bremen.

boettcherstrasse.de

Bremer Geschichtenhaus –

Historie im Schnoorviertel erleben

In Bremens ältestem Viertel aus dem 15./16.

Jahrhundert wird seit Mai 2006 erfolgreich Bremer

Stadtgeschichte als ´lebendiges Museum´ dargeboten:

In der historischen Kulisse des St. Jakobus

Packhauses schlüpfen arbeitslose Menschen in die

Rollen berühmter Bremer und präsentieren sich

in historischen Kostümen dem Publikum auf einem

sechzig Minuten dauernden Rundgang. Der

spielerische Berufseinstieg umfasst verschiedene

Stationen (u.a. ein Böttchermeister rettet Bremen

vor den Schweden, die Pest in Bremen, anheuern

auf einer Fleute, Schokolade und Tee in Bremen,

Giftmischerin Gesche Gottfried, Schnorrer Heini

Holtenbeen). Die Führungen vermitteln unterhaltsam

Wissen und gestalten sich immer ein wenig

anders, da DartsellerInnen und Stationen täglich

wechseln. bremer-geschichtenhaus.de

Kulinarisches Bremen –

So schmeckt die Hansestadt

Zu den Bremen Spezialitäten gehören u.a. Grünkohl

und Pinkel, Labskaus (Kartoffelgericht mit

Rindfleisch und Rote Beete) und Knipp (norddeutsche

Grützwurst in der Pfanne gebraten).

Selbstverständlich kommt die internationale Gastronomie

in der Großstadt nicht zu kurz. Unter

bremen.de/gastrofinder entdeckt man Tipps, die

19

mit Sicherheit den Appetit anregen. Und auch wir

haben drei Empfehlungen: Wer Torte und Tradition

mag, ist im Café Knigge richtig, einem 1889

gegründeten Konditorei-Familienbetrieb (Teeund

Kaffeespezialitäten, Baumkuchen, Bremer

Klaben und Pralinen). Eine gute Adresse für Business

Lunch und Abendessen im Weserquartier ist

der Chilli Club Bremen. Direkt am Wasser gelegen,

wird hier im Restaurant und auf der Terrasse moderne

asiatische Küche (Asian Soul Food) serviert.

Neben Sushi gehört auch die Cocktail-Auswahl

zum bei den Gästen beliebten Restaurant-Angebot.

Überzeugend war sowohl der Starter ´Brotmix´

(Drei verschiedene Brotsorten/Dips) als auch

die ´Crispy Chicken Bowl´mit Hähnchenbrustfilet

in Tempuramantel, Tandoori Blumenkohl und

Jasminreis. Für die Kombination aus Biergenuss

und einheimischer Küche ist die Gasthausbrauerei

Schüttinger (650 Sitzplätze innen) ein Muss. Im

Restaurant mit den langen Bänken und rustikalen

Holztischen sollte man vor/an Feiertagen und am

Wochenende reservieren, da es aufgrund der günstigen

Lage zwischen Altstadt und Böttcherstraße

gleichermaßen beliebt bei Einheimischen und

Touristen ist. Unter den Getränken

dominieren naturbelassene,

hefetrübe und unfiltrierte

Bierspezialitäten, es gibt

sogar Fässer zum selber

zapfen am Tisch. Und für

den Hunger gibt es ein

breites Angebot aus der

Küche, darunter Brauhaus

Schnitzel, Schweinshaxe

und Backfisch. Aus Bremen

und ein Klassiker: Die Elbe Weser

Platte mit Knipp, Bratkartoffeln, Labskaus

mit Spiegelei, Rote Beete und Gewürzgurke. chilliclub-bremen.de

und schuettinger.de

Text: Frank Keil | Bilder: Frank Keil

Die Presserecherche wurde unterstützt durch die Stabsstelle

Kommunikation, Geschäftsbereich „Marketing und

Tourismus“, speziell durch Frau Maike Bialek.

TRAVELS


LESELUST

Litha

Nova

AUTORIN AUS BERLIN

„Neues Licht“, so könnte man das Pseudonym

der gebürtigen Düsseldorferin, die

seit ihrem Studium der Gesellschafts- und

Wirtschaftskommunikation an der Universität

der Künste in Berlin lebt. Entschieden

hat sie sich dafür, um Job und Autorendasein

nicht zu vermischen – und weil sie ihren

jahrelangen Gamertag phonetisch mochte.

2025 ist ihr Debüt „Ein letztes Lied. Die Gefallenen“

erschienen, eine düstere Fantasy,

die nicht nur aus glorreichen Helden und finsteren

Bösewichten besteht

Wie empfandest du den Einstieg in die Buchbranche?

Das erste gedruckte Exemplar meines Romans

in der Hand zu halten, war großartig und

gleichzeitig surreal. Mir war klar, dass ich mit

meinem Dark-Fantasy-Debüt nicht gerade ein

Nischenprodukt auf einen ohnehin gesättigten

Markt werfe. Ich habe also nicht mit der Erwartungshaltung

veröffentlicht, die nächste Bestsellerautorin

zu werden. Das ist auch nicht der

Grund, warum ich schreibe. Das muss man wohl

schon aus Überzeugung, Leidenschaft und

schwer zu bremsender Kreativität heraus tun.

20

Du hast als Redakteurin für die Bundeswehr

gearbeitet – hatte das Einfluss auf dein

Schreiben?

Da ich auch Lektorin war, hat natürlich allein

das schon Einfluss auf mein Schreiben. Ich liebe

Sprache und bin sehr darauf bedacht, freundlich

mit ihr umzugehen. Aber auch das militärische

Umfeld hat sich sicherlich ausgewirkt.

Ich habe Respekt und Achtung vor dem, was

Soldatinnen und Soldaten leisten. Das ist ein

Job, der einen enorm hohen Einsatz fordert und

in letzter Instanz auch das Leben kosten kann.

Damit konfrontiert zu werden, schärft den Blick

darauf, was es bedeutet, Gewalt anzuwenden

und zu erfahren. Ich habe in Geschichten strahlende

Helden nie gemocht. Gewalt hinterlässt

immer Spuren – wenn nicht am Körper, dann

auf der Seele. In „Ein letztes Lied“ sind die Auswirkungen

von Gewalt ein Kernthema, das in

den Handlungen und Entscheidungen des Protagonisten

immer eine Rolle spielt.

Wie lange hast du an der Hintergrundwelt

gearbeitet?

Mehrere Jahre. Das lag sicher auch daran, dass

es mein Debüt war. Aber ich habe auch etliche

Ideen und Themen, die mich beschäftigt haben,

darin verarbeitet. Und ich hasse es, wenn Dinge

unlogisch sind oder nicht funktionieren. Entsprechend

habe ich auch viel recherchiert und

mitunter auch ausprobiert, um zu wissen, wie es

sich anfühlt: Z. B. habe ich Grundzüge des Schwertfechtens

erlernt oder Fleisch in der Pfanne

verbrennen lassen, um besser beschreiben zu

können, wie es riecht. War keine schöne Szene.

Interview: Tanja Karmann | Foto: Phrenetica

litha-nova.de

LESELUST


GENUSS

Funky Stuff

aus dem

Weinberg

Ute Bruland will niemanden bekehren. Naturwein

ist für sie keine Mission, eher ein Tipp für

Menschen, die experimentierfreudig sind und

geschmacklich gerne auf Abenteuerreise gehen.

„Naturweine sind etwas für Liebhaberinnen

und Liebhaber“, sagt sie und erklärt: „Mit

spontanvergorenem Wein kommt nicht jeder

zurecht.“ Da kennt sich Ute Bruland aus. Seit

elf Jahren führt sie nun schon den „Baden im

Wein“-Laden gegenüber der Kulturbrauerei in

Berlin. Wo, wenn nicht hier in Prenzlauer Berg

kann man solche Weine anbieten, haben ihr

Mann damals gedacht.

Die Weinkarte ist breit gefächert. Naturwein

nimmt allerdings einen besonderen Platz ein. Er

steht unter der Rubrik „Funky Stuff“. Während

Winzerinnen und Winzer normalerweise sehr

gezielt und gekonnt mit Hefe arbeiten, um ihre

Trauben zu vergären, wird beim Naturwein die

Hefe auf den Traubenschalen genutzt, erklärt

die „Baden in Wein“-Gastgeberin. Die Arbeit

der Winzerinnen und Winzer sei „natürlich

leichter mit Reinzuchthefen“, sagt sie. Und

auch für die Gastronomie sei der Umgang mit

nach herkömmlichen Methoden hergestellten

Weinen einfacher. Die Naturweine, wegen ihrer

Farbe auch Orangenweine genannt, halten sich

nicht so lange, wenn die Flasche erstmal geöffnet

ist. Naturweine sind schwach bis gar nicht

geschwefelt und unfiltriert. Manchmal lagere

und reife der Wein vor der Abfüllung in Flaschen

aber so lange, dass sich die Trübstoffe absetzen

und man – fast – denken könne, er sei filtriert.

Einer von Ute Brulands Lieblings-Naturweinen

kommt von der Mosel. „Tun und Lassen“ hat das

Weingut in Niederfell seinen Naturwein-Riesling

genannt – und erklärt das so: „Hier wurde

getan, was zu tun war und alles andere gelassen.“

Auf dem Lubentiushof sei man Experte für

den „langsamen Riesling“. Das heißt: „Er gärt

ungewöhnlich lange, sogar bis weit in den Sommer

hinein. Von Hand gelesen und spontan mit

natürlichen Hefen vergoren.“

„Natur“, das klinge gut, sagt Ute Bruland, aber

es sei zumindest geschmacklich kein Qualitätsversprechen.

Es gebe viele Naturweine, die

ihr überhaupt nicht schmecken. Wer sich an

dieses Produkt heranwagen möchte, dem wünscht

sie einen Winzer oder eine Weinbar des Vertrauens

– also jemanden, der Neugierige auf der

ersten Ertappe dieser besonderen Wein-Abenteuerreise

zum coolen Zeug ehrlich begleitet.

Text und Foto: Martin Rolshausen

21

GENUSS


GAMES

Basteln für Pen-&-Paper-

Rollenspiele

MEHR ATMOSPHÄRE MIT EIGENEN HÄNDEN

Pen-&-Paper-Rollenspiele leben von Vorstellungskraft

– doch mit ein paar selbstgemachten

Requisiten wird aus „wir stellen es uns vor“

schnell ein Abend, den alle noch Wochen später

zitieren. Das Beste: Vieles lässt sich günstig

basteln, an den eigenen Spielstil anpassen und

immer wieder verwenden.

1) Spielmaterial für den Tisch Klassiker sind

Battle-Maps: Raster auf Papier, abwischbare Folie

oder selbst laminierte Karten. Dazu passen

Marker, Token und Miniaturen – von bemalten

Plastikfiguren bis zu Pappaufstellern. Besonders

praktisch sind Statusringe (z. B. „vergiftet“,

„betäubt“) aus Karton oder farbigen Gummibändern,

die du direkt an Figuren/Token legst.

2) Gelände und Dungeons Wer’s plastisch mag:

3D-Terrain aus XPS-Schaum, Karton oder Kork

(Wände, Türen, Brücken, Ruinen). Modular gebaut

(Kacheln, Steckteile) bleibt es flexibel für

viele Abenteuer. Auch Dungeon-Tiles aus Graupappe

mit Struktur (Stein, Holz, Erde) bringen

sofort Tiefe auf den Tisch.

3) Handouts und In-Game-Dokumente Für Immersion

sorgen Briefe, Steckbriefe, Karten,

Tagebuchseiten, Rätselzettel oder „alte“ Urkunden

(Tee/Kaffee zum Altern, Wachssiegel

22

aus Heißkleber). Kleine Details wie Münzen,

Gildensiegel oder Alchemie-Etiketten machen

besonders viel her.

4) Orga-Helfer für Spielleitung und Gruppe

Sehr beliebt: Initiative-Tracker (Karten am DM-

Schirm, Klammern, Leisten), Spielleiterschirm-

Einlagen, Condition-Cards, Spell-/Talentkarten,

Loot-Karten und Ordner-Register für NSC, Orte

und Fraktionen. Für Würfel kannst du Würfelschalen

aus Filz/Kunstleder oder eine kleine

Dice-Tower-Konstruktion basteln.

5) Atmosphäre: Licht, Sound, Tischbild Selbst

wenn du kein Elektronik-Fan bist: Kerzen-LEDs,

farbige Papierlaternen oder thematische Tischdeko

(Stoff, „Karten“-Unterlage) verändern die

Stimmung enorm. Ein paar gebastelte Props

(Trankfläschchen, Schlüssel, Amulette) reichen

oft schon.

Fazit: Basteln ist im Rollenspiel kein Muss, aber

ein mächtiger Verstärker. Starte klein – ein Set

Token, ein paar Handouts, eine einfache Map –

und baue dir Schritt für Schritt genau die Welt,

in der ihr spielen wollt.

Text: Markus Brixius | Bild: Photodesign MB Professional

GAMES


Wrreestlliiinng iiim Saaaaaarrllaaannd

Live Wrestling im Saarland

Liiivee

21.02.2026

22221..002222..22220022226

Dado Eventsaal

Eveeeeenttssssaaaaaaaaaall

Daaaaado

19

Laaaaaueeeeerrrssssttrrraaaaasssssssseeeee Lauerstrasse 19

Schiffweiler

Schiiffffweeeeeiilleeeeerrr

WWWWWWWWWWWW..CCHHAMMPPIIIOOONNSSHHIIIPPOOOFWWWWRESSTLIIINNG..CCOOOMM


BERLIN GONZO

Aggressiver

E-Roller im

Homeoffice

Berlin ist hart. Da stehen draußen so viele friedliche

E-Roller rum, aber man springt man im Homeoffice

aus dem Fenster, weil der E-Roller zuhause

aggressiv ist – und das Ganze geht dann

nicht mal als Arbeitsunfall durch. Dabei gilt

doch für Homeoffice: „Ihr sollt glückloch sein!“

Wer im Homeoffice arbeitet und zur Selbstrettung

aus dem Fenster seiner Wohnung springt,

steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen

Unfallversicherung. Das hat das Landessozialgericht

Berlin-Brandenburg entschieden. Der

Kläger war als Softwareentwickler beschäftigt.

Er lebte im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses.

Das Wohnzimmer nutzte er als Homeoffice.

Er befand sich der Kläger gerade in einer Telefonkonferenz,

als er bemerkte, dass Rauch in

Wohnzimmer waberte. Er öffnete die Tür zum

Wohnungsflur, um zu schauen, wo der Rauch

herkam. In diesem Moment explodierten die

beiden E-Roller-Akkus, die der Heimarbeiter

neben seiner Wohnungstür gelagert hatte. Er

berichtete von einer Stichflamme und noch

mehr Rauch.

„Wegen der starken Qualm-Entwicklung flüchtete

der Kläger zum Fenster des Wohnzimmers

und ließ sich schließlich vom Fensterbrett in den

Innenhof fallen. Hierbei zog er sich Knochen-

24

brüche an beiden Füßen zu. Die nachfolgenden

Ermittlungen der Feuerwehr ergaben, dass der

Brand auf einen Akku-Defekt zurückzuführen

war.“, heißt es in der Mitteilung des Gerichts,

das die Auffassung der Berufsgenossenschaft

bestätigte: Ein Arbeitsunfall war das nicht.

Eine ernste Sache für den Kerl. Darf man trotzdem

lachen, wenn man die Begründung des Gerichts

liest? „Die konkrete Verrichtung des Klägers

zur Zeit des Unfalls habe nicht im inneren

Zusammenhang mit seiner grundsätzlich versicherten,

im Homeoffice ausgeübten Tätigkeit

als Softwareentwickler gestanden“, heißt es da.

Konkret: „ Der Sprung aus dem Fenster sei nicht

mehr in eine hinreichend enge sachliche Beziehung

mit der Telefonkonferenz zu bringen.“

Beim Sprung aus dem Fenster habe der Kläger“

in erster Linie sein eigenes Leben retten wollen

und damit ein überragend wichtiges privates

Motiv verfolgt“. „Vollkommen nachrangig“ sei

demgegenüber, „dass er hierdurch (auch) seine

Arbeitskraft erhalten wollte, um etwa die

Telefonkonferenz fortsetzen zu können“. Wir

lernen: Das Headset auflassen und mit dem

Laptop in der Hand aus dem Fenster springen!

Text und Foto: Martin Rolshausen

BERLIN GONZO


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NICK CAVE &

THE BAD SEEDS

GÖTTLICH!

DRAIN

DRITTER KRACHER

MUSIK-TIPP Die Studioalben von Nick Cave &

The Bad Seeds sind immer ein Ohrenschmaus.

Aber so richtig kommt ihre Musik erst auf der

Bühne im Zusammenspiel miteinander und vor

allem mit dem Publikum zur vollen Entfaltung.

Das wird einmal mehr deutlich, wenn man sich

das neue Livealbum „Live God“ anhört. Das entstand

während der bisherigen Shows zur Welttournee

zu ihrem 2024er Album „Wild God“.

Daraus gibt es hier zahlreiche Songs zu hören,

aber auch eine Best-Of-Sammlung aus älteren

Songs der Band – etwa „From Her To Eternity“,

„Tupelo“, „Red Right Hand“ und „Into My

Arms“. Im Sommer kehrt die Band auf deutsche

Bühnen zurück und es gibt wirklich kaum einen

Grund, nicht hinzugehen. Nur die Preise

könnten etwas abschrecken. Ein Trostpflaster

ist dann vielleicht „Live God“, auf dem es viele

Höhepunkte gibt, etwa den Song „Conversion“,

in dem das dramatische Element durch einen

Frauenchor und Caves totaler Hingabe akzentuiert

wird. Grandios!.

Nick Cave & The Bad Seeds „Live God“

(PIAS/Integral)

nickcave.com

Text: Kai Florian Becker | Bild: Bad Seed

26

MUSIK-TIPP Auf der Bühne zünden Frontmann

Sammy Ciaramitaro, Gitarrist Cody Chavez

und Schlagzeuger Tim Flegal regelmäßig ein

mächtiges Feuerwerk und strotzen nur so voller

Energie und Wut. Dies haben sie dank Produzent

Jon Markson (The Story So Far, Drug

Church) nun verlustfrei auf ihr drittes Album

„…Is Your Friend“ übertragen können. Das Trio

aus dem kalifornischen Santa Cruz gibt Vollgas

und schmettert uns zehn Songs ins Gesicht, die

Hardcore mit Thrash Metal-Riffs und Härte mit

Melodien verbinden. Und das alles zum Lauthals-Mitschreien.

Der Slogan „…Is Your Friend“

ziert übrigens schon seit ihren Anfängen anno

2014 ihr Merchandise. Seitdem ist die Band immens

gewachsen und bedeutender geworden.

Laut Ciaramitaro hat sich dadurch aber rein

gar nichts an ihrer Grundeinstellung geändert:

„Drain ist dein Freund, Drain war dein Freund,

Drain wird für immer dein Freund sein.“ Sei

auch Du ein Freund von Drain und Drain wird

es Dir danken.

Drain „…Is Your Friend“ (Indigo)

drain831.com

Text: Kai Florian Becker | Bild: Epitaph

TIPPS


THE NOTWIST

FEINGEISTIGE RARITÄTENSAMMLUNG

SUPERSUCKERS

FUNKTIONIEREN IMMER NOCH!

MUSIK-TIPP Sie sind vielleicht nicht so präsent

wie die internationale Konkurrenz, daher mag

man schnell vergessen, wie gut The Notwist

doch waren und immer noch sind. Die Süddeutschen

zählen zu den experimentierfreudigen

Vertretern der Gitarrenmusik (um das Genre

mal ganz groß zu fassen). Ihr Weg von ihrem

frühen harten Sound bis hin zur Avantgarde

ist bemerkenswert. Dieses Attribut umschreibt

auch die Raritätensammlung „Magnificent

Fall“, auf der 13 Songs aus verschiedenen Phasen

der Band nebeneinandergestellt werden.

Da wäre die Warp Records-Phase im verspielten

Titelstück herauszuhören. In „Blank Air“ bricht

sich Indietronica Bahn, Chamber Pop-Avantgarde

ist in „Come In“ dominierend und in „Who

We Used To Be“ ist es der Folk. Dazwischen

gesellen sich Remixe von Grizzly Bear, Ada

und Odd Nosdam. Spannende, feingeistige Zusammenstellung.

Im April gehen sie wieder auf

Europatournee, nur machen sie leider nicht im

Raum SaarLorLux Station.

The Notwist „Magnificent Fall“ (Morr Music/

Indigo) notwist.com

Text: Kai Florian Becker | Bild: Alien Transistor

27

MUSIK-TIPP Funktioniert die Musik der Supersuckers

auch nach vier Dekaden noch? Die

Antwort im Fall von „Liquor, Women, Drugs &

Killing“ ist ganz klar mit einem Ja zu beantworten.

Der mit Klischees vollgepackte Titel ist sicherlich

nicht ernst gemeint. Die Punk-Country-

Rock’n’Roller Supersuckers sind für ihren Humor

bekannt. Für ihr zwölftes Album arbeiteten sie

endlich wieder mit einem Produzenten zusammen,

genauer gesagt mit Billy Joe Bowers. Der

Sound ist wie immer roh, knackig und direkt.

Die Songs sind überaus eingängig und auch

vielfältig. Das Album startet mit dem flotten

Ohrwurm „Maybe I’m Just Messin’ With You“.

Es folgen ein Zwinkern in Richtung Country (in

der Ballade „Unsolvable Problems“ und im Highlight

„Let Down, Forgotten, and Alone“), das

ruppige „Time To Put It Down“, das rock’n‘rollige

„How Many Turns Will Take…“, der Kracher

„I Don't Enunciate“ und das Anti-Arbeitslied

„Doin' Work You Don't Enjoy (With People That

You Don't Like)“. Ein kurzweiliges Vergnügen!

Supersuckers „Liquor, Women,

Drugs & Killing“ (Integral)

supersuckers.com

Text: Kai Florian Becker | Bild: Blue Elan Records

TIPPS


SIMPLY RED

KLASSIKER AUS 40 JAHREN

BANDGESCHICHTE

YVONNE MORIEL

SWEETLIFE QUARTET

JAZZPREIS-GEWINNERIN IM BANDKONTEXT

MUSIK-TIPP Die britische Soul- & Pop-Band

Simply Red wurde bereits 1984 gegründet und

setzt sich bis heute aus Sänger Mick Hucknall

und wechselnden Musikern zusammen, von

denen Ian Kirkham (u.a. Keyboards) bereits seit

1986 dabei ist. Im Zuge ihrer umfangreichen

Diskografie, die 1995 mit der LP „Picture Book“

begann und vorläufig mit der LP/CD Time“

2023 abschloss, haben sie zahlreiche Auszeichnungen

erhalten. Anlässlich ihres Jubiläums

feiern sie mit ihren Fans und haben dafür das

vorliegende 3-CD-Set mit 40 ihrer größten Hits

veröffentlicht. Alle Tracks auf „Recollections“

sind neu aufgenommene Versionen ihrer bekannten

Klassiker wie u.a. „Money´s Too Tight

(To Mention)“, „Holding Back The Years“, „The

Right Thing” oder “Ev´ry Time We Say Goodbye”.

Und so kann man mit Simply Red auf Zeitreise

gehen und die großartige Stimme ihres

Frontmanns wiederentdecken. Dann wird klar,

warum die Band in ihrer Karriere weltweit über

60 Millionen Alben verkauft hat. Live-Auftritte

sind derzeit aber keine angekündigt.

Simply Red “Recollections” (Artone/Bertus)

www.simplyred.com

Text: Frank Keil | Bild: Artone

28

MUSIK-TIPP Die Alt-Saxophonistin Yvonne Moriel

hat 2024 den Österreichischen Jazzpreis in der Kategorie

„Best Newcomer“ gewonnen. Zuvor pendelte

sie für Studienzwecke erfolgreich zwischen

Wien, Linz und Zürich. Mit der Auszeichnung hat

sie für sich und ihr Quartet-Projekt an Aufmerksamkeit

gewonnen. Die 11 Stücke auf „Sweetlife

III“ zwischen „Entrez“ über „Dome“ und „Finitude“

bis hin zu „Wood“ entstanden über ein Jahr

hinweg in intensiven Sessions in der Besetzung

Saxophon, Trompete, Synthbass/Keyboards und

Schlagzeug. Das gesamte Album bewegt sich stilistisch

strak in Richtung akustische Klangwelten.

Über „Sweetlife III“ sagt die Musikerin und Komponistin

selber: „Ich wollte das Album nutzen,

um das Projekt voranzubringen – alle Beteiligten

einzubeziehen und unseren gemeinsamen Sound

konsequent zu schärfen. Nach Auftritten in den

USA und Mexico stehen Anfang 2026 Shows in der

DACH-Region auf dem Programm, bei denen man

sich persönlich von den hochgelobten Fähigkeiten

des Quartetts überzeugen kann.

Yvonne Moriel Sweetlife Quartet “Sweetlife

III” (Minor Seven Records/The Orchard)

www.yvonnemoriel.com

Text: Frank Keil | Bild: Minor Seven Records

TIPPS


ARRESTED DENIAL

STREETPUNK AUS HAMBURG

THE VELVET SPIRAL CLUB

FRISCH UND PROFESSIONELL

DURCHGESTARTET

MUSIK-TIPP Arrested Denial debütierten 2010 als

Trio mit der EP „Church On Friday“, gefolgt vom

Debüt-Album „Our Best Record So Far” 2013. Maßgeblich

im Genre Streetpunk heimisch, haben sich

Arrested Denial in den Folgejahren konsequent

weiterentwickelt. Für ihr drittes Album „Nirgendwo

angekommen“ werden Ska-Offbeats und gelegentlich

auftauchende Trompeten-Klänge um Einflüsse

aus Hardcore, Rock, Indie und Alternative

erweitert. Die 11 Stücke zwischen „Alles wie es war“

über „Hamburg“ bis hin zu „Nirgendwo. Angekommen.“

(feat. Sunny/Kitty Coaster) entstanden

über einen langen Zeitraum hinweg. Die Wartezeit

hat sich gelohnt, zumal man sich für zwei weitere

Stücke professionelle Partner ins Boot geholt hat.

Steff von Alarmsignal veredelt „Für ein paar Stunden“,

während Tex Brasket (Teluxe, Slime) „Mauern“

zu einem besonderen Hörerlebnis macht. Arrested

Denial beziehen insgesamt klar Stellung für

eine linksorientierte Gesellschaft und Politik. Und

ab Januar sind sie mit dem neuen Album auch in

Deutschland unterwegs.

Arrested Denial “Nirgendwo angekommen”

(Bakraufarfita Records/Broken Silence)

www.arresteddenial.de

Text: Frank Keil | Bild: Bakraufarfita Records

29

MUSIK-TIPP Nachdem Gitarrist Markus „Brix“

Brixius und Bassist Matthias „Nuss“ Mühlum

2024 mit The Apemen in den USA tourten,

kehrten sie voller Tatendrang nach Saarbrücken

zurück. Den eher puristischen Mod-Sound des

Quartetts lassen sie im Projekt The Velvet Spiral

Club zusammen mit Schlagzeuger Timm Richter

hinter sich. Erste Songs sind aufgenommen

und konnten u.a. das englische Detour Label

überzeugen, auf dem die Single „Mitsubishi

Zero“ erscheinen wird. Der Rhythm & Blues,

Soul und Beat der 1960er Jahre tritt jetzt in

den Hintergrund. Das Trio erinnert musikalisch

eher an die Psychedelic-& Progressive Bands der

späten 1960er Jahre sowie erfolgreiche Brit-Pop

Gruppen wie Kula Shaker. Erweitert um Post

Punk und Dream Pop gestalten sich die ersten

Hörproben vielversprechend, zumal es Brix und

Nuss gelingt auch als Sänger stimmliche Akzente

zu setzen. Zum Titel „Mitsubishi Zero“, der

von der Zerrissenheit eines japanischen Kampfpiloten

im 2. Weltkrieg handelt, wurde auch ein

atmosphärisch überzeugendes Video gedreht.

The Velvet Spiral Club “Mitsubishi Zero”

(Detour Records) thevelvetage.band

Text: Frank Keil | Bild: Detour Records

TIPPS


JAY KELLY

CLOONEY UND SANDLER IM GESPANN

THE LONG WALK

MARSCHIEREN ODER STERBEN

FILM-TIPP Für Netflix hat Regisseur Noah

Baumbach (auch Drehbuch mit Emily Mortimer)

George Clooney und Adam Sandler zusammen

vor die Kamera gebracht. Ein ungewöhnliches

Gespann, das in „Jay Kelly“ perfekt

harmoniert. Clooney ist der beliebte und weltweit

bekannte Schauspieler Jay Kelly, dessen

Tochter Daisy (Grace Edwards) auf dem Sprung

zum Studium in Europa ist. Zeitgleich verstirbt

sein langjähriger Manager. Dann hat er noch

eine Schlägerei mit Tim Galligan (Billy Crudup),

seinem damaligen Mitbewohner auf der

Schauspielschule. Das war zu viel, er steigt aus

einem Filmprojekt aus und reist überhastet mit

seinem aktuellen Manager Ron Sukenick (Adam

Sandler) und seiner überrumpelten Entourage

Daisy hinterher. Was er in Europa erlebt wird

gepaart mit Rückblenden, in denen Charlie

Rowe den jungen Kelly verkörpert. Baumbach

ist eine tolle Dramedy gelungen, in der Sukenick

versuchen muss, Kelly, der auf Schritt und

Tritt erkannt wird, den Rücken freizuhalten.

„Jay Kelly“ (Netflix)

netflix.com

Text: Kai Florian Becker | Bild: Netflix

FILM-TIPP Stephen King ist omnipräsent. Auf

Netflix ist die Serie „Mr. Mercedes“ zu sehen,

die auf drei seiner Bücher basiert. WOW/Sky

zeigt die Serie „Es - Welcome To Derry. Obendrein

hat Regisseur Francis Lawrence („Die

Tribute von Panem“) Kings 1979er Richard Bachman-Roman

„The Long Road“ verfilmt. In einem

(fiktiven) tyrannischen US-Polizeistaat, der in

einer Wirtschaftskrise steckt, will eine Gruppe

junger Männer der Armut entwandern. Wer den

„Long Walk“ überlebt, dem stehen Geld und

ein Wunsch offen. Alle anderen werden unterwegs

erschossen, sofern sie mehr als drei Mal

verwarnt werden. Dafür sorgt der Major (Mark

Hamill) mit seinen eiskalten Soldaten, die den

Marsch in Schützenpanzern begleiten.

„The Long Walk“ ist einerseits schonungsloser

Horror, andererseits ein soziologisches Kammerspiel.

Es bilden sich unterwegs Freundschaften,

obwohl klar ist, dass nur einer überleben

wird. Und dann ist da die Frage: Was ist einer

bereit zu tun, um ein vermeintlich sorgenfreies

Leben zu haben?

„The Long Walk“ (LEONINE Studios)

thelongwalk.movie

Text: Kai Florian Becker | Bild: Vertigo Entertainment

30

TIPPS


LYSSA

DER ERSTE GEHEIMNISKRÄMER-FALL

DIE LOTOSSCHUHE

HISTORIENDRAMA IM ALTEN CHINA

BUCH-TIPP Maxim Voland ist das Pseudonym

des erfolgreichen Fantasy-Autors Markus Heitz,

der hier vortrefflich beweist, dass er auch ohne

fantastische Elemente handfeste Spannung

schreiben kann. „LYSSA“ erschien bereits vor

einigen Jahren unter dem Namen Markus Heitz

als ebook und ist auch als Hörbuch zu finden.

Nun ist der Thriller zum ersten Mal als Print

erhältlich: In einem Leipziger Gerichtssaal erschießt

der Richter selbst mehrere Verbrecher.

Was zuerst wie Rache aussieht, entwickelt sich

zu einer Mordserie. Täter und Orte sind stets

verschieden, nur ein Satz findet sich immer

wieder am Tatort: Gott mit uns. Tycho Krämer,

Millionär und Hobby-Ermittler, will herausfinden,

wer im Hintergrund die Fäden zieht. Seine

Recherchen führen ihn von Leipzig nach Berlin

und Hamburg bis nach Wien und Monte Carlo.

Wo liegt die Verbindung und wieso sterben die

Mörder kurz nach ihrer Tat? Aber auch Krämer

hat Geheimnisse, die er keinesfalls gelüftet wissen

möchte ...

tolino media

244 Seiten, Taschenbuch 11,99 Euro

ISBN 978-3453274563

Text: Tanja Karmann | Bild: Markus Heitz

BUCH-TIPP „Goldene Lilien“ – für die Mutter

von Kleine Blume sind sie der Inbegriff von

Schönheit und ein Garant für eine bessere

Zukunft. Und so formt sie die Füße ihres Kindes

mit festen Bandagen und verkauft sie zudem

als Dienstmädchen an Linjing, Tochter einer

angesehenen Familie. Bereits auf den ersten

Seiten wird klar, dass „Die Lotosschuhe“ von

Jane Yang von Schmerz handelt, körperlichem

und seelischem. Eifersüchtig auf die schönen

Füße ihrer Dienerin und deren Stickkünste, tut

Linjing alles, um Kleine Blume jede Chance

auf eine gute Zukunft zu verbauen. Doch ihre

Schicksale sind eng miteinander verflochten

und nur gemeinsam können sie zwischen Tradition

und Träumen ihren Weg finden.

Für ihr Debüt ließ sich Autorin Jane Yang von

der eigenen Familiengeschichte inspirieren. Ihr

Roman zeigt auf eindringliche Weise nicht nur

ein China zwischen Traditionsbewusstsein und

Aufbruchswille, sondern auch die Notlage von

Frauen in patriarchalischen Strukturen.

Piper Verlag

384 Seiten, gebunden 23,40 Euro

ISBN 978-3492073394

Text: Tanja Karmann | Bild: Piper Verlag

31

TIPPS


DAS SCHIFF DER

VERLORENEN KINDER

ATMOSPHÄRISCH, ABER DÜSTER

COMIC PREISKATALOG

2026

WAS IST LETZTER PREIS?

BUCH-TIPP Wenn einem Roman Auszüge aus

„Peter Pan“ und „Enter Sandman“ vorangestellt

werden, weiß man ziemlich schnell, was einen

erwartet, und ja, Boris Koch bleibt mit „Das

Schiff der verlorenen Kinder“ ganz in der Tradition

seiner düster-fantastischen Reihe „Die

Dornen von Ycena“. In seinem aktuellen Buch

erzählt er die Geschichte zweier Brüder, deren

Zuhause alles andere als schön ist: „Nichts. Das

war das Wort, das sie in ihrer Familie am häufigsten

verwendeten. Nichts war, wenn man

gefragt wurde. Nichts galt. Nichts kümmerte

irgendwen. Nichts stand einem laut dem Vater

zu.“ Wer würde sich da nicht wünschen, einfach

zu verschwinden? Doch für Leo und Felix wird

dieser Wunsch bittere Wahrheit: Nach einem

heftigen Streit finden sie sich unvermittelt auf

einem gewaltigen Schiff wieder, dessen Kapitän

Opfer von Entführungen, Gewalt oder Mobbing

rettet. Doch schon bald wird klar, dass die beiden

Jungen auch hier nicht in Sicherheit sind …

Heyne Verlag

544 Seiten, gebunden 24,00 Euro

ISBN 978-3453275102

Text: Tanja Karmann | Bild: Heyne Verlag

32

BUCH-TIPP Als Verzeichnis und Katalog (je eine

Softcover und Hardcover-Ausgabe im Angebot)

gilt der 1. Allgemeine Deutsche Comic-Preiskatalog

als Standardwerk für Leser, Fans und Sammler.

Unter dieser Bezeichnung (anfangs Comic Heft

Katalog) erscheint seit 1976 ein jährlich aktualisiertes

Verzeichnis nahezu aller in deutscher Sprache

veröffentlichten Comics mit ihren aktuellen

Sammlerpreisen sowie editorischen Notizen und

Hintergründen zu einzelnen Ausgaben. Wer wissen

will, ob der eigene Dachboden- oder Kellerfund

wirklich wertvoll ist, der schaut direkt auf Seite

9, wo das Micky Maus 1951/1 in der 1. Auflage und

Zustandskategorie 1 immerhin 50.000,- Euro einbringt,

das Mosaik 1 noch mit 25.000,- Euro bewertet

ist. Neben den Comics von A-Z, finden u.a. auch

Werbe- und Vorkriegscomics, Sekundärliteratur

und Klubartikel ihren Platz im umfangreichen Katalog.

Im Marktreport-Spezial erfährt man u.a. Wissenswertes

zu Wunder Girl (Ehapa), Modesty Blaise

und den Gespenster Geschichten. Für Sammler auf

jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung.

Stephan Riedl UG Verlag

Softcover, mit Abb., 770 Seiten, 44,90,- Euro

ISBN 978-3-9478005-7-5

Text: Frank Keil | Bild: Stephan Riedl UG Verlag

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Kultur

kalender

UNTERSTÜTZT VON

Engagement


FILMFESTIVAL

MAX OPHÜLS PREIS 2026

TÜREN AUF FÜR DEBÜTS, DISKURSE UND

GEMEINSAME FILMMOMENTE

Das Filmfestival Max Ophüls Preis richtet den

Blick auf Debüts und frühe Handschriften aus

Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wo

andere Reihen Rückschauen pflegen, wird hier

der erste große Schritt sichtbar: Figuren, die

noch unsicher sprechen dürfen, Formen, die

sich erst finden, und eine Regie, die Risiken

nicht versteckt. In mehr als 200 Vorführungen

verdichtet sich dieses Suchfeld zu einem Stadtgespräch

aus Bildern, Fragen und schnellen

Begegnungen. Nach den Filmen wird weitergesprochen

– in Q&As, bei SR-Talks, in Diskussionsrunden,

im Festivalclub, später auch auf

der Filmparty nach der Preisverleihung. Das

Festival versteht Kino als gemeinschaftliche

Praxis: offen, nahbar, nicht nur für Branchenblicke,

sondern für alle, die Geschichten im Entstehen

sehen wollen. Zur Eröffnung läuft Nicolas

Steiners Tragikomödie „Sie glauben an Engel,

Herr Drowak?“, begleitet vom Filmteam sowie

Luna Wedler und Karl Markovics. Eine Matinée

mit Marcel Ophüls’ Dokumentarfilm „The Memory

of Justice“ schärft den historischen Blick

auf Recht, Verantwortung und öffentliche Erinnerung.

Parallel öffnet ein Streaming-Angebot

ausgewählte Titel für den zweiten Bildschirm,

ohne die Präsenz im Saal zu ersetzen. So entsteht

eine Woche, in der Erwartungen geprüft,

Karrieren sichtbar und die Idee eines Kinos von

morgen verhandelt wird. Im Wettbewerb und

in Nebenreihen stehen kurze und lange Formen

nebeneinander; die Auswahl lässt Komödie, Dokument

und Genre aneinanderreiben und zeigt,

wie Gegenwart in Bildern denkt, nah und roh.

Festivalspielstätten, Saarbrücken

18. bis 25. Januar 2026 (Matinée am 18. Januar)

ffmop.de

Text: Peter Parker | Bild: Oliver Dietze

37

TERMINE


TATORT: DAS BÖSE IN DIR

GRENZKRIMI ÜBER HERKUNFT, SCHULD UND DEN PREIS

DES SCHWEIGENS

Ein Grenzdorf wirkt wie eingefroren, als der

Unternehmer Emil Feidt tot aufgefunden wird.

Für das Ermittlerteam wird der Fall zur Rückkehr

in eine Vergangenheit, die Hauptkommissarin

Esther Baumann lange abstreifen wollte:

In ihrer Herkunftsregion treffen Erinnerungen

auf Schweigen, Loyalitäten auf Misstrauen. Der

Verdacht führt zum ungeklärten Tod von Feidts

Tochter Becky, die vor Jahren im Fluss ertrank.

War es ein Unfall, oder steckt Claire Louis dahinter,

einst Beckys engste Freundin? Mit jeder

Befragung verdichtet sich ein Geflecht aus

Schuld, Rache und verdrängten Wahrheiten, bis

die Gewalt nicht mehr nur Tat, sondern Klima

wird. „Das Böse in Dir“ erzählt vom Sog einer

Gemeinschaft, die den Einzelnen formt und

verschlingt – und von Ermittlungen, die mehr

freilegen als Indizien. Produziert von Bavaria

Fiction im Auftrag von ARD Degeto Film und

SR, verantwortet von Jan Kruse, redaktionell

betreut von Christian Bauer, Alexandra Fritsch

und Birgit Titze. Das Drehbuch schrieben Daniela

Baumgärtl und Kim Zimmermann, Regie

führte Luzie Loose, die Bildgestaltung übernahm

Jan Mayntz. In der Inszenierung wird

das Dorf zur Bühne eines Erinnerungssturms:

Text: Peter Parker | Bild: Pasquale D’Angiolillo

Gesichter bleiben zu lange im Bild, Gespräche

kippen unvermittelt in Drohung, und jede private

Kränkung trägt den Schatten einer kollektiven

Vergangenheit. So entsteht ein Krimi, der

weniger auf Rätsel setzt als auf Reibung – zwischen

Herkunft und Selbstbehauptung, Nähe

und Verrat. Die Kamera hält Distanz, bis sie am

Wendepunkt jedoch unerbittlich nahe kommt.

Das Erste

08. Feb 2026 // 20.15

GEWINNSPIEL

ZU GEWINNEN: 5 × 2 TICKETS

Am Donnerstag, den 22. Januar, veranstaltet

der SR im Theater am Ring erneut

die große, exklusive Tatort-Preview 2026.

Dabei könnt ihr den neuen Film „DAS BÖSE

IN DIR“ – gemeinsam mit einem Großteil

der Darstellerinnen und Darsteller – bereits

wenige Tage vor der Erstausstrahlung im

Ersten (Sonntag, 8. Februar) vorab sehen.


DAS BÖSE IN DIR

Der neue Tatort aus Saarbrücken

8. FEB 20∶15

2

AB 8. FEB STREAMEN

M

39

TERMINE


GOOD WILL HUNTING

THERAPIE, TALENT UND HERKUNFT IM SPIEGEL

EINES FILMKLASSIKERS

Eine Film- und Diskussionsreihe von SHG-Kliniken

Sonnenberg, Camera Zwo und POPSCENE

sucht die Nahtstellen zwischen Popkultur

und Praxis. Gezeigt werden Werke, die psychische

Krisen, medizinische Routinen und

gesellschaftliche Zuschreibungen nicht als

Randnotiz behandeln, sondern als Erzählmotor.

Nach dem Abspann öffnet sich der Saal

für ein Gespräch: Priv.-Doz Dr. med. Ulrich

Seidl, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für

Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik,

moderiert den Austausch mit eingeladenen

Gästen und dem Publikum – sachlich,

offen, ohne Diagnosen aus der Ferne. „Good

Will Hunting“ führt in die Welt eines jungen

Mannes, der zwischen Freundschaft, Gelegenheitsjobs

und Selbstsabotage pendelt.

Das Drehbuch von Matt Damon und Ben

Affleck verankert die Geschichte in einem

Milieu, in dem Talent schnell als Bedrohung

gilt. Ein Zufallsfund an einer Uni-Tafel macht

Will zum Objekt akademischer Neugier, doch

erst die beharrliche Arbeit eines Therapeuten

bringt Bewegung in die erstarrten Muster. Im

Gespräch rücken Trauma, Bindung und soziale

Herkunft erneut ins Licht. Hinter Witz und

Widerstand steckt eine Begabung, die ebenso

beunruhigt wie beflügelt, und ein Blick

auf Herkunft, Loyalität und Scham. Der Film

von Gus Van Sant zeichnet Therapie nicht als

Wunder, sondern als Prozess, in dem Sprache

tastet, Grenzen gesetzt werden und Nähe

riskant bleibt. So entsteht ein Kinoabend, der

Fragen nach Bildung, Klasse, Bindung und Verletzlichkeit

stellt – und nach dem, was Heilung

im Alltag bedeuten kann. 2026

Camera Zwo, Saarbrücken

Do, 05. Feb 2026 // 18.30

camerazwo.de

Text: Markus Brixius/Redaktion | Bild: Paramount

40

CAMERA ZWO // ANZEIGE



01099

GENERATION NACHHALTIG

BLOND

HAST DU SCHON GELEBT?

01099 gelten als der HipHop/Pop-Act der Generation

Nachhaltig. Ohne Sexismus, sondern

mit einer erstklassigen musikalischen Ausbildung:

Gustav spielt Horn, Paul lieber Saxophon

und Piano und Zachi das Akkordeon.

Aufgewachsen in der Dresdner Neustadt (die

Postleitzahl lautet eben 01099), ist ihre Musik

stark von ihrer Heimat geprägt und steht für

Freundschaft, Nostalgie und unbeschwerte

Momente. Und auch politisch positioniert sich

die Band immer wieder deutlich: gegen rechts.

Im Jahr 2023 feierten 01099 den bisher wohl

größten Meilenstein in ihrer Karriere: Ihr Album

„Blaue Stunden“ erreichte Platz eins der

deutschen Albumcharts, ein Jahr später folgte

eine Tour, für die fast 100.000 Tickets verkauft

wurden. Wahnsinn! Nun hat die Band aus

Dresden Ende September ihr neues Album

„orange“ veröffentlicht, benannt nach der

Lieblingsfarbe von Zachi. Der Durst nach neuer

Musik von 01099 kann also endlich wieder

gestillt werden. Also, dreht die Lautsprecher

auf und lasst euch von ihnen durch die Nacht

tragen. Und vergesst nicht, Euch flugs eine

Karte für ihre Show im März im Saarbrücker

E-Werk zu sichern.

E-Werk, Saarbrücken

Do, 05. März 2026 // ab 19.00

instagram.com/01099official

Wer noch nie auf einem Blond-Konzert war,

hat nie gelebt. Irgendwann ist noch jede*r

in einen Club oder auf ein Festival gestolpert

und reingezogen worden in den unglaublichen

Sog der Welt von Lotta, Johann und

Nina - um beim nächsten Mal schon loud und

proud im Glitzeroutfit reinzustolzieren. Denn

bereits nach wenigen Minuten stellt man fest:

Ein Konzert von Blond ist eine gottverdammte

Messe. Die dazu gehörenden Fangesänge hat

man nach anderthalb Runden drauf - und hört

auch dann nicht auf, sie mit anzustimmen,

wenn man längst von der Security rausgekehrt

wird. Man seufzt süße Popschnulzen mit,

während man in ferne Sphären abhebt, man

stampft mit dem Fuß zu kämpferischen Hymnen

und lässt sich erden. Blond-Songs sind

mit angemessener Bitterkeit versehen, haben

aber auch immer umarmende Ironie für einen

parat, die einen frohen Mutes und siegessicher

aus der Messe entlässt. Nachher nimmt man

sich eine CD, eine Platte oder eine Streaming-Playlist

mit nach Hause und fühlt nochmal

alles nach. Willst Du das auch erleben und

fühlen? Dann kommt jetzt Deine Chance!

Garage, Saarbrücken

Sa, 02. Mai 2026 // ab 19.00

blond-band.de

Text: Peter Parker | Bild: Jo Hannes Klingelhöfer, Mia Morgan

42

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4 P L U S 1 K O N Z E R T E P R Ä S E N T I E R T :

SAMPAGNE

13.02.26 SEKTOR HEIMAT SAARBRÜCKEN

DANI LIA

22.03.26 KLEINER KLUB SAARBRÜCKEN

BLOND

02.05.26 GARAGE SAARBRÜCKEN

01099

05.03.26 E WERK SAARBRÜCKEN

VON WEGEN LISBETH

06.09.26 GARAGE SAARBRÜCKEN

TICKETS AN ALLEN BEKANNTEN VORVERKAUFSSTELLEN UND BEI TICKETS AM MARKT

(ST. JOHANNER MARKT 37 | 66111 SAARBRÜCKEN | TICKETSAMMARKT.DE | 0681 68664231)


DINGLE FOLKFEST

ON TOUR

WENN STIMMEN UND FLÖTEN DEN

FESTIVALGEIST AUF TOUR TRAGEN

JAN PHILIPP ZYMNY –

ILLEGALE STRASSEN-

THERAPIE

ABSURDER HUMOR ALS GEGENENT-

WURF ZUM THERAPIE-ALLTAG

Das Dingle FolkFest ist in Irland mehr als ein

Wochenendprogramm: Es bündelt eine Tradition,

in der Songs, Tanzrhythmen und Erzählweisen

im Gespräch entstehen. In der Tourfassung

wird dieses soziale Geflecht auf die

Bühne übertragen – ohne Folklore-Staffage,

dafür mit klaren Stimmen und dem atmenden

Puls von Flöten und Whistles.

Teresa Horgan verbindet warmen Gesang mit

präziser Querflöte; Michael Coult wechselt

zwischen Tin Whistle und Flöte, geprägt von

frühen Lehrjahren und internationalen Produktionen.

Éilís Kennedy setzt vokale Akzente,

die an die intime Pub-Kultur ihrer Heimat

erinnern. Matt Griffin hält das Quartett mit

Gitarre und feinem Rhythmus zusammen und

öffnet Räume für Zwischentöne. So treffen

Melodien aus West Kerry auf mehrstimmige

Arrangements, die Tradition als Gegenwart

hörbar machen. Unterstützt wird das Projekt

von Culture Ireland.

TUFA, Großer Saal, Trier

Di, 20. Jan 2026 // 20.00

tufa-trier.de

Jan Philipp Zymny behandelt Stand-up wie

einen Laborversuch: präzise Sprache, absurde

Abzweigungen, Ironie mit unerwartetem Ziel.

„Illegale Straßentherapie“ verschiebt den Blick

auf seelische Verfassung weg von Ratgeberton

und Selbstoptimierung – hin zu schiefen Bildern,

Gedankensprüngen und überraschend logischen

Umwegen. Er kombiniert Lesung, Improvisation

und klassisches Setup, lässt Crowdwork in kleine

Szenen kippen und baut aus beiläufigen Sätzen

Mini-Theorien über Alltag, Angst und die Komik

des Unpassenden. Als running gag taucht ein

Aktenordner auf: „Ich bin verrückt. Ich habe Dokumente,

die das belegen.“ Pointe und Parodie

auf Diagnosen und Bürokratie zugleich. Kritiken

nennen ihn schwer einzuordnen, als „Philosophen“

unter den Comedians – zwischen Vortrag

und Blödsinn. Bekannt wurde er auch als zweifacher

deutscher Meister im Poetry Slam; Preise

wie der Prix Pantheon und der Schwerter Kleinkunstpreis

markieren die Laufbahn, ohne den

Ton zu glätten. Der Abend bleibt beweglich: mal

scharf, mal verspielt, immer mit Lust, Wirklichkeit

zu zerlegen und neu zusammenzusetzen.

TUFA, Großer Saal, Trier

Fr, 23. Jan 2026 // 20.00

tufa-trier.de

Text: Markus Brixius/Redaktion | Bild: Dingle FolkFest on Tour, Fabian Stuertz

44

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KULTUR

ERLEBEN

TUCHFABRIK TRIER

KULTUR- UND KOMMUNIKATIONSZENTRUM

VERANSTALTUNGEN

WORKSHOPS

AUSSTELLUNGEN

PARTYS

Mehr Infos zu unserem Programm:

Tuchfabrik Trier e.V.

Wechselstr. 4 -6| 54290 Trier

info@tufa-trier.de


SLIME &

THE EXPLOITED

DOUBLE-PUNK-TROUBLE

D-A-D & THE 69 EYES

SKANDINAVISCHES

ROCK-PACKAGE

Wer bereits zu Lebzeiten so etwas wie Legendenstatus

innehat, der wird meist schnell beim

Mittagsschläfchen auf den eigenen Lorbeeren erwischt

oder bei großen Kneipentresen-Gesten zu

den immer gleichen Storys von damals. Nicht so

die 1979 gegründete Punkrock-Institution Slime.

Nach einem Jahr Kreativpause kamen Slime im

letzten Jahr mit neuer Platte und Tour zurück. Im

August veröffentlichten sie ihre 13. Platte seit Bandgründung

und die zweite mit Sänger Tex. Das heiß

erwartete Stück trägt den kryptischen Titel „3! + 7

(hocheins)“ und hat mal wieder für Überraschungen

und Diskussionsstoff gesorgt. Denn eins steht

fest: Slime bleiben unberechenbar und erfinden

sich in regelmäßigen Abständen neu. Die mittlerweile

nicht mehr ganz neue Besetzung ist erfolgreicher

als jemals zuvor. Viele neue Fans wurden

dazugewonnen und viele alte Fans, die der Band

im Laufe der Jahre den Rücken gekehrt hatten,

sind seit dem letzten Album wieder zurückgekehrt.

In Bälde werden Slime ihr neues Album auf Tour

vorstellen. Das wird nicht nur interessant für Punks

der alten Schule, denn Slime bringen Generationen

von Musikbegeisterten auf zusammen. Zudem haben

sie The Exploited im Schlepptau.

Garage, Saarbrücken

So, 25. Jan 2026 // ab 19.00

slime.de

Nach der Veröffentlichung ihres neuesten,

von Kritikern hochgelobten Studioalbums

„Speed Of Darkness“, das anlässlich ihres

40-jährigen Bandjubiläums rauskam, haben

sich die dänischen Hardrock-Ikonen D-A-D mit

den finnischen Dark-Rockern THE 69 EYES für

die „Cowpunks And Glampires Tour 2025“ zusammengetan.

D-A-D kommentieren diesen

Coup wie folgt: „Sie sind langjährige Freunde

und verdammt heavy. The 69 Eyes und D-A-

D schließen sich für eine solide Tour durch

Europa zusammen. Das wollten wir schon

seit Jahren machen. Beide Bands haben alles

überstanden und sind gestärkt daraus hervorgegangen.

Also, begleitet uns zu einigen großartigen

Abenden, gemeinsam, aus der Dunkelheit

heraus!“ „Diese Jungs waren eine frühe

Inspiration für uns, als wir die Band gründeten“,

erklären wiederum The 69 Eyes, deren

neuestes, schicksalsträchtiges Album „Death

Of Darkness“ heißt. „Wir haben den Ruf der

Wildnis gehört und verstanden. Und wir teilen

ihre Weisheit: Lange Haare sind der Schlüssel!“

Garage, Saarbrücken

Sa, 31. Jan 2026 // ab 19.00

d-a-d.com

Text: Peter Parker | Bilder: Mirja Nicolussi, Karen Rozetsky

46

GARAGE SAARBRÜCKEN // ANZEIGE



MÜNCHGESANG & LAYES

EIN DUO, DAS KLANG ALS GESPRÄCH FÜHRT

UND KONTRASTE AUSLOTET

Wenn Sigrid Münchgesang und Thomas Layes

gemeinsam auf die Bühne treten, entsteht

Kammermusik als Gespräch: Das Cello setzt

eine Linie, das Klavier antwortet, beide hören

nach innen und zueinander. Kennengelernt

haben sie sich über ihre Zusammenarbeit an

einer Musikhochschule; seither ist das Duo in

verschiedenen Reihen mit wiederholten Auftritten

präsent und hat sich ein aufmerksam

lauschendes Publikum erspielt. Das Programm

öffnet die Spannweite zwischen dem intuitivmeditativen

Atem eines Adagios und den zugespitzten,

leidenschaftlichen Gesten schneller

Sätze. Bekannte und weniger bekannte

Werke treffen aufeinander, große Namen

neben entdeckungswürdigen Stimmen, ohne

dass der Abend zur Lektion gerät. Im Kern

steht die klassische Duoformation, die seit

Beethoven und Brahms als Prüfstein gilt: Hier

trägt jedes Detail, jede Atemwendung wird

hörbar. Der Abend setzt auf Kontraste, aber

auch auf Übergänge, in denen sich Melodie

in Begleitung verwandelt und wieder zurück.

Gerade darin liegt die Spannung dieser Besetzung,

die Intimität zulässt und doch große

Farben streifen kann. Münchgesang und Layes

zeichnen feine Reaktionen auf kleinste Impulse

des Partners aus: ein zurückgenommenes

Rubato, ein plötzliches Aufglühen im Bass, ein

Bogenstrich, der die Harmonie färbt. So wird

der Klangraum transparent, zugleich warm

und konzentriert. Für Neulinge kann diese

Form des Musizierens ein stiller Einstieg sein;

Kenner finden darin präzise ausgearbeitete

Details und die Lust am gemeinsamen Risiko.

Theater im Viertel, Saarbrücken

So, 18. Jan 2026 // 17.00

dastiv.de

Text: Markus Brixius / Redaktion | Bild: Zippo Zimmermann

48

TIV // ANZEIGE


SA, 03. JAN // 19.30 SO, 04. JAN // 17.00 DO, 08. JAN

// 19.30 FR, 09. JAN // 19.30

DAS war 2025 … – Satirischer Jahresrückblick mit Musik,

Tommy le Rouge & Marcelo Penna

SO, 11. JAN // 17.00

MUSIK-SALON-AM SONNTAG – „Wir sind die Buben …“ –

Klavierwerke der Bachsöhne

SA, 17. JAN // 19.30

ELENA SEEGER – Liedermacherin, Musikkabarettistin,

schwäbische Chansonière

SO, 18. JAN // 17.00

MÜNCHGESANG & LAYES – Konzert für Cello und Klavier

FR, 23. JAN // 19.30

JÜRGEN BRILL: „Eben nur geträumt“ – Poetry und Songs

SA, 24. JAN // 19.30

KLEINES KINO – „Merkwürdige Musik mit deutschen Texten“

SO, 25. JAN // 17.00

Duo Intermezzo: LADY LEGENDS OF SONG – Suzanne Dowaliby

& Achim Schneider

FR, 30. JAN // 19.30

IVO MÜLLER & BLUES FRIENDS – Eine Reise durch die Welt des Blues

SPIELPLAN JAN 2026

SA, 31. JAN // 19.30

DIE BLUMEN DES BÖSEN – Charles Baudelaire in Wort und Klang

SA, 28. DEZ // 19.30, MO, 30. DEZ // 19.30

BRUNNER UND BARSCHECK: DER JAHRESRÜCKBLICK 2024

unterstützt durch

INFOS UND TICKETS

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TINA DICO &

HELGI JONSSON

SCANDIFOLK-TRAUMPAAR

AVKRVST

NORWEGISCHER

PROGRESSIVE-ROCK

Das Scandifolk-Traumpaar Tina Dico & Helgi Jonsson

ist zum dritten Mal gemeinsam auf Tour. Die

Dänin und der Isländer teilen live die Geschichte

ihrer Liebe. Die Sängerin und ihr musikalischer

Begleiter und Ehemann erzählen bei hyggeligen

Konzert-Abenden mit kuratierten Songs und Anekdoten

voller liebevollem Drama von ihrem Weg

zueinander. Schon die erste gemeinsame Tour im

März 2024 stellte unter Beweis, dass das in Island

lebende Singer/Songwriter-Paar nicht nur privat

die jeweils beste Ergänzung des anderen ist –

auch musikalisch sind sie eine perfekte Einheit.

Der Erfolg des Couple-Konzertabends spornte

sie im Januar ’25 zu einer zweiten Tournee an.

Für Tina Dico sind diese gemeinsamen Touren

mit ihrem Mann etwas ganz Besonderes: „Diese

Konzerte erzählen unsere Geschichte – natürlich

durch die Songs, aber auch mit Anekdoten, viel

Intimität, Spaß und auch ein bisschen Drama.“ Sie

lernten sich übrigens vor 15 Jahren auf einer Reise

nach Kanada kennen und fühlten sich magnetisch

von der Musik des anderen angezogen und

tourten einige Jahre lang on und off zusammen,

bevor sie schließlich ein Paar wurden.

Entstanden aus der tiefen Freundschaft ihrer

Kindheit, tauchte die norwegische Progressive-Rock-Band

AVKRVST wie aus dem Nichts

auf. Simon Bergseth und Martin Utby sind

Musiker, die instinktiv und intuitiv agieren,

und die euphorischen Reaktionen auf ihr 2023

veröffentlichtes Debütalbum „The Approbation“

beweisen, dass viele Menschen die Magie

dieser Musik erkennen. Zwei Jahre nach ihrem

fesselnden Debüt hat der Nachfolger „Waving

At The Sky“, der über das renommierte Label

InsideOut erschienen ist, all das, was „The

Approbation“ so fesselnd machte, und treibt

es weiter in Richtung progressiver Perfektion.

„Waving At The Sky“ ist ein faszinierendes

Werk, das anspruchsvolles Songwriting, technische

Brillanz und meisterhaftes Storytelling

vereint. Die düstere, beunruhigende Erzählung

basiert auf den erschütternden Ereignissen,

die sich in der Kindheit von Simon und

Martin im ländlichen Norwegen zutrugen.

Obwohl von grausamen und traumatischen

Ereignissen inspiriert, ist „Waving At The Sky“

nicht gänzlich von Dunkelheit geprägt.

Neue Gebläsehalle, Neunkirchen

Di, 20. Jan 2026 // ab 20.00

tinadico.com

Stummsche Reithalle, Neunkirchen

Di, 27. Jan 2026 // ab 20.00

avkrvst.com

Text: Peter Parker | Bild: Marinó Thorlacius, Kristian Rangnes

50

NK KULTUR // ANZEIGE


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Neue Gebläsehalle

STUMMSCHE REITHALLE

Stummsche Reithalle

17

JAN

2026

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27

JAN

2026

AVKRVST

& PHOSPHORUS

23

FEB

2026

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WHITE LIES

UNGELOGEN GUT

THE KOOKS

BRITPOP-LEICHTIGKEIT

Oftmals kommt eine Band ihren Songs am

nächsten, wenn sie auf Tournee geht. Da moderne

Aufnahmetechniken selbst die am besten

vorbereiteten Songs und Ideen auf elementare

Weise zusammenführen, versteht eine Band

erst dann wirklich, wie ihre einzelnen Parts

und Ideen zusammenpassen, wenn eine Tournee

bevorsteht und die Proben dazu beginnen.

Für ihr neues Album „Night Light“ beschlossen

White Lies, diesen Prozess auf den Kopf zu stellen

und ihre neuen Songs erst dann aufzunehmen,

nachdem das Trio – Gitarrist und Frontmann

Harry McVeigh, Bassist Charles Cave und

Schlagzeuger Jack Lawrence-Brown – wirklich

verstanden hatte, was jeder einzelne von ihnen

zu den elf Songs des Albums beitrug. Und

das ging nur, indem sie sie spielten. „Bei all

unseren bisherigen Alben fand ich immer, dass

sie besser klangen, wenn wir sie für Live-Auftritte

vorbereitet hatten. Deshalb war es uns

dieses Mal sehr wichtig, diesen Prozess vor der

Aufnahme des Albums zu durchlaufen“, sagt

McVeigh. Er war von der Idee begeistert, alles

gemeinsam aufzunehmen, nachdem er sich

alte Folgen von „The Midnight Special“ auf

YouTube angesehen hatte.

Atelier, Luxemburg

Mit, 04. Feb 2026 // ab 19.00

whitelies.com

The Kooks, deren Debüt von 2006 über zwei

Millionen Mal verkauft wurde, haben sich unerwartet

eine neue Generation von Fans erschlossen.

Während ihre ursprünglichen Hörer:innen

ihnen treu geblieben sind, hat sich eine

begeisterte Gen-Z-Fangemeinde dazugesellt.

Sie headlinen Festivals, spielen ausverkaufte

Shows auf der ganzen Welt – Social Media hat

sie zu den neuen Lieblingen einer weiteren Generation

gemacht und ihre unverwechselbare

Britpop-Leichtigkeit einem frischen Publikum

vorgestellt. Doch der Weg von globalem Ruhm

zu diesem neuen Aufschwung war nicht ohne

Rückschläge. Im vergangenen Jahr kehrten The

Kooks zu ihrem Fundament zurück – der gemeinsamen

Vision, eingängige, gut gemachte

Popmusik zu schreiben – nachzuhören auf dem

Album „Never Know“. Gitarrist Hugh Harris

bringt es auf den Punkt: „Im Kern wollen wir

dasselbe – und das ist eine unglaublich starke

Kraft.“ Für Frontmann Luke Pritchard lag die

Wiederbelebung der Band darin, loszulassen:

„Ich habe das Gefühl, wir haben unseren Swagger

zurück, einfach indem wir die Dinge geschehen

lassen und nicht alles zu perfekt machen

wollten.“

Rockhal, Esch sur Alzette

Do, 05. Feb 2026 // ab 19.00

thekooks.com

Text: Peter Parker | Bilder: Jono White, Maria Villanueva

52

DEN ATELIER // ANZEIGE


Katy Perry

Robbie Williams

Lenny Kravitz

Gorillaz

Jamiroquai

The Offspring

Moby

Jovanotti

Beirut

Clueso

Zaz

atelier.lu


WAVING THE GUNS

ZWEI SHOWS IN DER REGION

THE AUSTRALIAN

PINK FLOYD SHOW

GREATEST HITS-TOUR

Wenn Waving The Guns Konzerte geben, wird

die textliche Spannbreite von bewusst stumpf

bis unverkrampft tiefgründig einmal ausgeschöpft.

Eine solche Show ist niemals eintönig

oder beliebig, sondern hat eine eigene musikalische

und inhaltliche Dramaturgie. Was

die Live-Fähigkeiten betrifft, muss sich hinter

niemandem versteckt werden. Humor ist

dabei immer vorhanden, mal mehr und mal

weniger subtil. Kommentare und Gedanken

zum Zeitgeschehen werden mit Battle-Rap-

Attitüde transportiert und auch, wenn die

politische Haltung stets klar ist, stehen Witz

und Entertainment immer an erster Stelle. Die

Rostocker haben sich in mehr als zehn Jahren,

ohne plötzlichen Hype oder musikalische

Strohfeuer, eine stabile Fanbase erspielt, und

für nicht wenige Menschen spielen sie eine

wichtige Rolle in der musikalisch-politischen

Sozialisation. Statt sich darauf auszuruhen,

entwickeln sie das eigene Projekt konstant organisch

weiter, ohne irgendetwas zwanghaft

anders machen zu wollen.

Sektor Heimat/Kulturgut Ost, Saarbrücken

Samstag, 21. Februar 2026, ab 19.00

Mergener Hof, Trier

So, 22. Feb // 19.00

audiolith.net

Ihre Erfolgsgeschichte lässt sich nicht anders als

„beeindruckend“ bezeichnen: Mehr als 37 Jahre

nach ihrem ersten Gratis-Gig im australischen

Adelaide vor einer kleinen Gruppe aus Freunden

und Familienmitgliedern ist The Australian Pink

Floyd Show heute mit mehr als fünf Millionen

verkauften Tickets weltweit zweifelsfrei die erfolgreichste

Pink Floyd Tributeband dieses Planeten.

Mehr noch: Sie war die erste Pink Floyd-Tributeshow,

die das Konzept in die großen Arenen

der Welt brachte. Sie trat gar bei David Gilmours

50. Geburtstagsfeier auf und stand gemeinsam

mit ihm und Rick Wright auf der Bühne. Mit einem

brandneuen Bühnenbild, einer erstklassigen

Licht- und Lasershow, aufwendigen Videoanimationen,

hochmoderner LED-Bildschirmtechnologie

und anderen Spezialeffekten sowie einem

makellosen Live-Sound garantiert The Australian

Pink Floyd Show auch 2026 erneut einzigartige

Konzerterlebnisse. Note für Note, Akkord für

Akkord reproduziert The Australian Pink Floyd

Show die Musik ihrer Vorbilder dabei so vollständig

und so respektvoll wie nur denkbar und vermittelt

tatsächlich das Gefühl, Pink Floyd noch

einmal live erleben zu können.

Saarlandhalle, Saarbrücken

Mi, 25. Feb // ab 18.00

aussiefloyd.com

Text: Peter Parker | Bilder: Bryck, Mark Gibson

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PRÄSENTIERT VERANSTALTUNGS-HIGHLIGHTS

TOCOTRONIC

SLIME

SLIME

WAVING THE GUNS

PAVELO & SCHNELL

MADELINE JUNO

JANUAR 2026

• TOCOTRONIC 23.01. SAARBRÜCKEN GARAGE

• SLIME & THE EXPLOITED 25.01. SAARBRÜCKEN GARAGE

FEBRUAR 2026

• LION‘S LAW & FIRST ATTACK 18.02. SAARBRÜCKEN

KLEINER KLUB

• RUMOURS OF FLEETWOOD MAC 19.02. NEUNKIRCHEN

NEUE GEBLÄSEHALLE

• WAVING THE GUNS 21.02. SAARBRÜCKEN SEKTOR HEIMAT

22.02. TRIER MERGENER HOF

• THE AUSTRALIAN PINK FLOYD SHOW

25.02. SAARBRÜCKEN SAARLANDHALLE

• PAVELO & SCHNELL 28.02. SAARBRÜCKEN STUDIO 30

MÄRZ 2026

• MADELINE JUNO 02.03. SAARBRÜCKEN GARAGE

• MO-TORRES 04.03. TRIER TUCHFABRIK

• FORTUNA EHRENFELD 13.03. TRIER TUCHFABRIK

• HINTERLANDGANG 13.03. SAARBRÜCKEN STUDIO 30

• INGO APPELT 15.03. TRIER TUCHFABRIK

• SVEN BENSMANN 19.03. SAARBRÜCKEN GARAGE

• SSIO 21.03. SAARBRÜCKEN E-WERK

• QUERBEAT 28.03. TRIER EUROPAHALLE

APRIL 2026

• THE HARLEM GLOBETROTTERS 22.04. SAARBRÜCKEN

SAARLANDHALLE

• MY‘TALLICA 24.04. SAARBRÜCKEN GARAGE

• ENNIO 24.04. TRIER EUROPAHALLE

• MNOZIL BRASS 29.04. NEUNKIRCHEN NEUE GEBLÄSEHALLE

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