Kick & Kult Dezember 2025
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Fans von Kick & Kult, das Ende der ersten Saisonhälfte für viele Mannschaften ist erreicht – und gleichzeitig steht die Weihnachtszeit vor der Tür. Hinter uns liegt erneut ein ereignisreiches Sportjahr, und auch für unser Magazin war es ein Jahr voller positiver Entwicklungen. Die stetig wachsende Nachfrage und eure Treue zeigen uns, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Auch in dieser Ausgabe erwarten euch viele Highlights: » In dieser Dezemberausgabe werfen wir noch einmal einen Blick auf die jüngsten Spiele der SV 07 Elversberg, deren beeindruckende Erfolgsserie zuletzt leicht ausgebremst wurde. » Natürlich richten wir den Fokus auch auf die Landeshauptstadt: Beim 1. FC Saarbrücken bleibt man aktuell hinter den eigenen Ansprüchen zurück und steht vor großen Herausforderungen. » Der FC 08 Homburg hat jüngst eine bemerkenswerte Kooperation mit dem Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 abgeschlossen, erlebt sportlich jedoch weiterhin eine wechselhafte Saison. » Mit Peter Neururer haben wir zudem einen Experten zu Wort kommen lassen, der aus dem Nähkästchen plaudert und uns seine Sicht auf den modernen Fußball vermittelt – und selbstverständlich spricht er auch über seine Zeit beim 1. FC Saarbrücken. » In unserer Rubrik Was macht eigentlich…? haben wir dieses Mal keinen Geringeren als Manfred Bender zu Gast – einst Profi beim FC Bayern München und beim 1. FC Saarbrücken. » Wusstet ihr übrigens, dass Weltklassespieler Jay-Jay Okocha seine Karriere im Saarland begann? Richtig – bei Borussia Neunkirchen. Wir blicken für euch noch einmal auf diese spannende Geschichte zurück. » Und auch die nächsten Talente kommen nicht zu kurz: Max Reis, der junge Rennfahrer, verbessert sich von Rennen zu Rennen – was für eine beeindruckende Saison! » Die HG Saarlouis zeigt bislang eine stabile Leistung, und ebenso sorgen die Basketballerinnen der Royals für starke Momente. Beide Teams machen das Saarland stolz. Abschließend wünschen wir euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Genießt die Feiertage und bleibt gesund! Euer Kick & Kult-Team
Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Fans von Kick & Kult,
das Ende der ersten Saisonhälfte für viele Mannschaften ist erreicht – und
gleichzeitig steht die Weihnachtszeit vor der Tür. Hinter uns liegt erneut ein
ereignisreiches
Sportjahr, und auch für unser Magazin war es ein Jahr voller
positiver Entwicklungen. Die stetig wachsende Nachfrage und eure Treue
zeigen uns, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind. Dafür möchten
wir uns ganz herzlich bedanken.
Auch in dieser Ausgabe erwarten euch viele Highlights:
» In dieser Dezemberausgabe werfen wir noch einmal einen Blick auf die jüngsten
Spiele der SV 07 Elversberg, deren beeindruckende Erfolgsserie zuletzt leicht
ausgebremst wurde.
» Natürlich richten wir den Fokus auch auf die Landeshauptstadt: Beim
1. FC Saarbrücken bleibt man aktuell hinter den eigenen Ansprüchen zurück
und steht vor großen Herausforderungen.
» Der FC 08 Homburg hat jüngst eine bemerkenswerte Kooperation mit dem
Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 abgeschlossen, erlebt sportlich jedoch weiterhin
eine wechselhafte Saison.
» Mit Peter Neururer haben wir zudem einen Experten zu Wort kommen lassen,
der aus dem Nähkästchen plaudert und uns seine Sicht auf den modernen Fußball
vermittelt – und selbstverständlich spricht er auch über seine Zeit beim 1. FC
Saarbrücken.
» In unserer Rubrik Was macht eigentlich…? haben wir dieses Mal keinen Geringeren
als Manfred Bender zu Gast – einst Profi beim FC Bayern München und beim
1. FC Saarbrücken.
» Wusstet ihr übrigens, dass Weltklassespieler Jay-Jay Okocha seine Karriere im
Saarland begann? Richtig – bei Borussia Neunkirchen. Wir blicken für euch noch
einmal auf diese spannende Geschichte zurück.
» Und auch die nächsten Talente kommen nicht zu kurz: Max Reis, der junge
Rennfahrer, verbessert sich von Rennen zu Rennen – was für eine beeindruckende
Saison!
» Die HG Saarlouis zeigt bislang eine stabile Leistung, und ebenso sorgen die
Basketballerinnen der Royals für starke Momente. Beide Teams machen das
Saarland stolz.
Abschließend wünschen wir euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in
das neue Jahr. Genießt die Feiertage und bleibt gesund!
Euer Kick & Kult-Team
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AUSGABE #03
DEZEMBER 2025
INTERVIEW MIT
PETER NEURURER
Diese Ausgabe wird
präsentiert von:
© Foto: Thomas Rodenbuecher (xtranews.de), CC BY 2.0
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VORWORT 03
Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Fans von Kick & Kult,
das Ende der ersten Saisonhälfte für viele Mannschaften ist erreicht – und
gleichzeitig steht die Weihnachtszeit vor der Tür. Hinter uns liegt erneut ein
ereignis reiches Sportjahr, und auch für unser Magazin war es ein Jahr voller
positiver Entwicklungen. Die stetig wachsende Nachfrage und eure Treue
zeigen uns, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind. Dafür möchten
wir uns ganz herzlich bedanken.
Impressum
Redaktion Fußball-News Saarland
Wir freuen uns über euer Feedback
und Themenvorschläge:
→ info@fussball-news-saarland.de
3. Ausgabe
© 2025
Herausgeber
Fußball-News Saarland
Nelz & Sand Sportagentur OHG
Kaiserstraße 104
66386 St. Ingbert
Geschäftsführung
Torsten Nelz, Kai-Uwe Sand
Redaktion
Nelz & Sand Sportagentur OHG
Layout
Christian Zintel
Systemhaus Saarland | SHS GmbH
In der Sandgrube 1
66583 Spiesen-Elversberg
Druck
KernDruck | Kern GmbH
In der Kolling 120
66450 Bexbach
Auch in dieser Ausgabe erwarten euch viele Highlights:
» In dieser Dezemberausgabe werfen wir noch einmal einen Blick auf die jüngsten
Spiele der SV 07 Elversberg, deren beeindruckende Erfolgsserie zuletzt leicht
ausgebremst wurde.
» Natürlich richten wir den Fokus auch auf die Landeshauptstadt: Beim
1. FC Saarbrücken bleibt man aktuell hinter den eigenen Ansprüchen zurück
und steht vor großen Herausforderungen.
» Der FC 08 Homburg hat jüngst eine bemerkenswerte Kooperation mit dem
Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 abgeschlossen, erlebt sportlich jedoch weiterhin
eine wechselhafte Saison.
» Mit Peter Neururer haben wir zudem einen Experten zu Wort kommen lassen,
der aus dem Nähkästchen plaudert und uns seine Sicht auf den modernen Fußball
vermittelt – und selbstverständlich spricht er auch über seine Zeit beim 1. FC
Saarbrücken.
» In unserer Rubrik Was macht eigentlich…? haben wir dieses Mal keinen Geringeren
als Manfred Bender zu Gast – einst Profi beim FC Bayern München und beim
1. FC Saarbrücken.
» Wusstet ihr übrigens, dass Weltklassespieler Jay-Jay Okocha seine Karriere im
Saarland begann? Richtig – bei Borussia Neunkirchen. Wir blicken für euch noch
einmal auf diese spannende Geschichte zurück.
» Und auch die nächsten Talente kommen nicht zu kurz: Max Reis, der junge
Rennfahrer, verbessert sich von Rennen zu Rennen – was für eine beeindruckende
Saison!
» Die HG Saarlouis zeigt bislang eine stabile Leistung, und ebenso sorgen die
Basketballerinnen der Royals für starke Momente. Beide Teams machen das
Saarland stolz.
Abschließend wünschen wir euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in
das neue Jahr. Genießt die Feiertage und bleibt gesund!
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04 FUSSBALL SV 07 ELVERSBERG
ZWISCHEN RÜCKSCHLAG,
AUFSCHWUNG UND
STABILITÄT
Nach einem Tief auf Schalke kämpft sich die SVE eindrucksvoll zurück, triumphiert
in Karlsruhe und behauptet sich im Spitzenspiel gegen Darmstadt.
» Jan Gyamerah (l.) von der SV 07 Elversberg im intensiven Laufduell mit Philipp Förster (r.) vom Karlsruher SC.
SV 07 ELVERSBERG FUSSBALL 05
Der November brachte für die SV Elversberg
drei sehr unterschiedliche Partien mit sich.
Nach einem ernüchternden Auftritt auf
Schalke folgte ein emotionaler Befreiungsschlag
in Karlsruhe, ehe die SVE sich im Spitzenspiel
gegen Darmstadt mit einem torlosen
Remis zufriedengeben musste. Insgesamt
zeigte der Monat, dass die Saarländer trotz
Schwankungen in der Lage sind, sich in der
Spitzengruppe der 2. Liga zu behaupten.
Schwacher Monatsstart: 0:1 auf Schalke
Der Auftakt in den November verlief aus Elversberger
Sicht alles andere als ideal. Beim
FC Schalke 04 kassierte die SVE nach nur vier
Minuten das entscheidende Gegentor, als Hasan
Kurucay nach einem Standard am schnellsten
reagierte. Dieser frühe Treffer stellte den
Spielverlauf auf den Kopf und zwang Elversberg
früh zu mehr Risiko gegen ein äußerst
aggressives Pressing der Gastgeber. Offensiv
tat sich die Mannschaft von Vincent Wagner
jedoch schwer. Zwar kamen mit Maximilian
Rohr und Younes Ebnoutalib wichtige Spieler
zurück, doch klare Torchancen blieben Mangelware.
Ein Abseitstreffer von Ebnoutalib
sowie ein später Versuch von Jarzinho Malanga
waren die einzigen ernstzunehmenden Annäherungen.
Schalke verteidigte kompromisslos
und brachte die knappe Führung über neun
Minuten Nachspielzeit hinweg sicher über die
Zeit. Für Elversberg bedeutete die Niederlage
das vierte Spiel ohne Sieg – ein ernüchternder
Zwischenstand nach dem guten Saisonstart.
» Felix Keidel bejubelt den späten Siegtreffer in Karlsruhe.
Spektakel in Karlsruhe: Last-Minute-Erfolg
als Wendepunkt
Eine Woche später folgte für die SVE jedoch
ein bemerkenswerter Umschwung. Beim
Karlsruher SC entwickelte sich ein temporeiches
und intensives Spiel, das Elversberg letztlich
dank eines späten Treffers mit 3:2 gewann.
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase
übernahm Elversberg zunehmend die Kontrolle.
Der Führungstreffer fiel nach einem Fehler
in der KSC-Abwehr: Bambasé Conté luchste
Marcel Franke den Ball ab und legte perfekt für
Younes Ebnoutalib auf. Auch danach blieb die
SVE gefährlich, verpasste jedoch, die Führung
auszubauen. Der KSC kam nach der Pause zurück
und glich durch Roko Simic aus, doch Lukas
Petkov antwortete mit einem sehenswerten
Distanzschuss zur erneuten Elversberger
Führung. Weil die SVE weitere Chancen ungenutzt
ließ, wurde es noch einmal eng – Simic
traf per Kopf zum 2:2. In der Nachspielzeit
drängte Elversberg jedoch weiter nach vorne
und wurde belohnt: Felix Keidel erzielte in der
90.+ Minute sein erstes Zweitligator und sicherte
den Saarländern einen emotionalen
Auswärtssieg. Dieser Erfolg brachte die SVE
vorübergehend bis auf Rang 3 und stoppte die
Negativserie eindrucksvoll.
Intensives Remis: 0:0 gegen Darmstadt
Im abschließenden November-Spiel empfing
Elversberg den SV Darmstadt 98 zu einem
Verfolgerduell an der Kaiserlinde. Beide Teams
starteten mutig und suchten den Weg nach
vorne, wobei die Gäste die ersten großen
Chancen hatten. Isac Lidbergs Lattenkracher
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06 FUSSBALL SV 07 ELVERSBERG
» Die SV 07 Elversberg bejubelt den späten Sieg in Karlsruhe.
nach sieben Minuten war das deutlichste
Signal. Elversberg fand anschließend besser
in die Partie und kam selbst zu guten Möglichkeiten,
ließ diese aber ebenso fahrlässig liegen
wie der Gegner. Nach dem Seitenwechsel verflachte
die Partie zunehmend. Beide Teams
agierten organisiert, aber ohne die letzte Konsequenz
im letzten Drittel. In der Schluss phase
bot sich der SVE dennoch die große Chance
auf den Sieg, doch Younes Ebnoutalib vergab
frei vor Schuhen. Letztlich blieb es beim leistungsgerechten
0:0, dass beiden Mannschaften
half, ihre Position im oberen Tabellendrittel
zu sichern.
Nach einem schwierigen Start auf Schalke bewies
die Mannschaft Moral und Qualität, als sie
in Karlsruhe ein turbulentes Spiel für sich entschied.
Das Remis gegen Darmstadt unterstrich
die Stabilität, die die SVE sich im Laufe
des Monats zurückerarbeitet hatte.
Unterm Strich geht Elversberg mit Rückenwind,
aber auch mit klaren Ansatzpunkten in
den Dezember: mehr Effizienz im Abschluss,
mehr Durchschlagskraft im Ballbesitz – und die
Gewissheit, dass die Mannschaft auch in engen
Spielen bestehen kann.
Fazit: Ein Monat der Trendkorrektur
Die SV Elversberg zeigte im November sowohl
Schwächen als auch deutliche Fortschritte.
Text & Bilder:
Jan Sebastian Bach
Meisterbetrieb
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08 FUSSBALL 1. FC SAARBRÜCKEN
ZWISCHEN FRUST,
PFLICHTSIEG UND
TRAINERBEBEN
Der November sollte ein Neubeginn werden.
Stattdessen offenbarte er eine Mannschaft
im Spannungsfeld zwischen Anspruch, Verunsicherung
und Strukturproblemen. Ein
verkrampftes Remis, ein kurzer Pokalrausch,
eine bittere Auswärtspleite, ein
Trainerwechsel – und zum Monatsende ein
wilder Schlagabtausch, der erneut ohne
Punkte endete. Dieser Monat zeigte vor
allem eines: Der FCS steckt tiefer in seiner
Blockade, als lange sichtbar war.
8. November: Verkrampftes Remis
gegen Havelse
Der FCS startete gegen den TSV Havelse
ideal. Fahrner erzwang einen frühen Ballgewinn,
Baumann vollendete kompromiss los
zum 1:0. Doch die erhoffte Stabilität stellte
sich nicht ein. Saarbrücken verlor den Zugriff,
agierte ungenau, wirkte hektisch und ließ
Havelse immer stärker werden. Der Ausgleich
per Kopf war folgerichtig. Mehr und mehr
prägte ein Bild den Auftritt der Blau-Schwarzen:
verunsicherte Abläufe, fehlende Klarheit,
zögerliche Entscheidungen und ratlose
Gesichter. Trotz Führung reichte es nur zu
einem 1:1, das sich wie ein Rückschritt anfühlte.
13. November: 9:0 im Saarlandpokal
Im Saarlandpokal folgte ein kurzer Moment
der Leichtigkeit. Beim deutlichen 9:0 gegen
Bliesmengen-Bolchen trafen Wollschläger,
Wilhelm, Groune, Elongo-Yombo, Schmidt
und Schumacher nach Belieben. Ein Abend,
der dem Selbstvertrauen guttat, aber nicht
darüber hinwegtäuschte, wie zerbrechlich die
Form des FCS in der Liga geblieben ist.
» Calogero Rizzuto ist enttäuscht.
1. FC SAARBRÜCKEN FUSSBALL 09
» Jürgen Luginger stand als Cheftrainer zum ersten Mal an der Linie.
23. November: Ernüchterung in München
Gegen 1860 München zeigte sich das alte
Muster wieder. Ein unglücklicher Abpraller
führte zum frühen 0:1, doch der FCS kämpfte
sich zurück, erspielte Chancen und forderte
einen Elfmeter – jedoch ohne Erfolg. Als Saarbrücken
in der Schlussphase alles riskierte,
führte ein Ballverlust im Strafraum zum Elfmeter
und zum 0:2-Endstand. Wieder viel
Aufwand, wieder kein Ertrag. Im Umfeld war
erstmals vorsichtig zu hören, man müsse den
Tabellenkeller im Blick behalten, falls der
Trend sich nicht rasch umkehrt.
25. November: Trainerbeben – Schwartz
muss gehen
rios Moutas und Co-Trainer Yannic Thiel wurden
freigestellt. Ein deutlicher Schnitt – und ein
Zeichen, dass die Verantwortlichen die Lage
ernst nehmen. Interimsweise übernahm Sportdirektor
Jürgen Luginger, unterstützt von
Karsten Specht, dem Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.
Luginger machte klar, dass
es für ihn selbstverständlich sei, in dieser Situation
Verantwortung zu übernehmen.
26. November: Satzungsänderung
offiziell eingetragen
Sicherheit und Struktur –
Kurz darauf folgte die nächste wichtige Mit BEcura Nachricht:
Die auf der außerordentlichen
und Confidion Service
an Ihrer Seite
Mitgliederversammlung
am 11. Oktober beschlossene
Satzungsänderung wurde offiziell ins
29. November: Intensiver Schlagabtausch
gegen Rot-Weiss Essen – 2:3
Zum Monatsende wartete mit Rot-Weiss Essen
ein Spitzenteam der Liga – und das erste
Spiel unter Luginger bot direkt eine Achterbahnfahrt.
Der FCS begann mutig und hatte
früh die Chance auf den perfekten Start: ein
aberkanntes Abseitstor von Schmidt, eine geblockte
Großchance und eine vergebene Dreifach-Gelegenheit
kurz vor der Pause. Nach
Wiederbeginn gelang dann die verdiente Führung.
Pick brachte eine Ecke scharf an den
ersten Pfosten, Schmidt köpfte zum 1:0 ein.
Essen antwortete sofort und glich nach einer
sehenswerten Kombination aus. Doch Saarbrücken
zeigte Moral und schlug zurück: Ein
sauber ausgespielter Angriff landete über
Pick zum 2:1 im Netz. Die Schlussphase aber
wurde wild. Nach einem Handspiel entschied
der Schiedsrichter auf Elfmeter – Arslan traf
zum 2:2. Kurz darauf vergab Elongo-Yombo
die große Chance zum 3:2, und fast im Gegen-
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10 FUSSBALL 1. FC SAARBRÜCKEN
zug traf Bouebari eiskalt zum 2:3. Der FCS
warf noch einmal alles nach vorne, kam zu
Abschlüssen, doch die Wende gelang nicht
mehr. Ein intensives, leidenschaftliches Duell
– und erneut stand die Mannschaft trotz großem
Einsatz mit leeren Händen da.
Frostiger Dezember, aber die Hoffnung lebt
Der 1. FC Saarbrücken besitzt ohne Zweifel
die Qualität, aus dieser schwierigen Phase
herauszufinden. Der Kader bringt Klasse, Erfahrung
und Charakter mit – doch all das wird
derzeit von einer spürbaren Unsicherheit
überlagert. Viele Aktionen wirken gehemmt,
vieles ist schwerer als es sein müsste – und
wie es im Fußball nun mal läuft: Dort, wo das
Glück fehlt, kommt oft auch noch Pech hinzu.
Trotz allem bleibt eines sicher: Der Befreiungsschlag
wird kommen. Die Mannschaft hat
die Mittel, um die Kurve zu kriegen – sie darf
nur nicht mehr viel Zeit verlieren. Passend
zur Jahreszeit ist die Stimmung im Ludwigspark
frostig geworden. Doch unter der Oberfläche
brodelt die Sehnsucht nach einem
Wendepunkt.
Und man spürt: Dieser Verein hat genug Herz,
um sich aus dieser Phase herauszukämpfen.
Es bleibt spannend – vielleicht spannender,
als dem FCS lieb ist.
Text:
Bilder:
Torsten Nelz
Jan Sebastian Bach
» Manuel Zeitz vom 1. FC Saarbrücken hier mit viel Körpereinsatz im Luftduell mit Jannik Mause von Rot-Weiss Essen.
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12 FUSSBALL FC 08 HOMBURG
AUCH IM NOVEMBER EIN
STETIGES AUF UND AB BEIM
FC 08 HOMBURG
nach einer Ecke das 0:1. Trotz guter Möglichkeiten
– darunter ein Lattenkopfball von Jörg
– blieb der Ausgleich verwehrt. Die Hinrunde
endete mit 25 Punkten.
22.11. – 0:0 beim KSV Hessen Kassel
Auf gefrorenem und kaum bespielbarem Untergrund
entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel.
Gelt glänzte mehrfach, Steinhart traf den Pfosten
und Joachims sowie Gonçalves vergaben
weitere Chancen. Am Ende stand ein gerechtes
0:0 und Punkt Nummer 26.
» Mendler bejubelt sein Tor.
Der FC 08 Homburg blickt auf einen intensiven
November zurück – geprägt von engen Ligaspielen,
einem klaren Pokalerfolg,
wichtigen strukturellen Entscheidungen und
einem starken Abschluss vor der Winterpause.
08.11. – 1:1 beim FC Bayern Alzenau
Gegen den Aufsteiger kontrollierte der FCH
über weite Strecken das Spiel und ging durch
Ken Mata verdient in Führung. Nach der Pause
nutzte Alzenau einen Fehler zum Ausgleich.
Trotz eines späten Pfostentreffers blieb es
beim 1:1 und einem Punkt, der angesichts vieler
Chancen eher zu wenig war.
12.11. – 7:1 im Sparkassen-Pokal beim SV
Auersmacher
Im Pokal zeigte der FCH seine Offensivqualitäten.
Jörg, Schumann und ein Doppel-
pack von Mata stellten früh klare Verhältnisse
her. Petermann und Baum erhöhten in der
zweiten Halbzeit auf 7:1. Der souveräne Auftritt
bedeutete den Einzug ins Achtelfinale.
14.11. – Kooperation mit Mainz 05 vorgestellt
Zwischen den Spielen präsentierte der Verein
eine bedeutende Weichenstellung: Der FC 08
Homburg wird regionales Ausbildungszentrum
des 1. FSV Mainz 05. Trainerfortbildungen, gemeinsame
Camps, Sichtungen und Hospitationen
sollen die Nachwuchsarbeit professionalisieren.
Nachwuchskoordinator Peter Tretter
sprach von einem „riesigen Schritt“ für die
Talentförderung im Verein.
15.11. – 0:1 gegen den SV Sandhausen
Gegen den Zweitliga-Absteiger zeigte die
Mannschaft viel Einsatz, kassierte jedoch früh
30.11. – 4:1-Heimsieg gegen den SC Freiburg II
Im letzten Heimspiel vor der Winterpause zeigte
der FCH eine starke Leistung. Manuel Kober hob
den Ball früh zum 1:0 ins Tor, Freiburg glich durch
Adomah aus, doch Nico Jörg stellte vor der Pause
die Führung wieder her. Nach dem Seitenwechsel
dominierte Homburg klar: Markus
Mendler traf doppelt – beide Male vorbereitet von
Jörg – und stellte auf 4:1. Der überzeugende Sieg
brachte den FCH auf 29 Punkte und Platz 8.
Fazit
Ein November voller Arbeit, Intensität und richtungsweisender
Schritte: wichtige Punkte, ein
klarer Pokalsieg, ein starkes Heimfinale – und
eine Kooperation, die den Nachwuchsbereich
nachhaltig verändern wird. Der FCH geht
gestärkt in die Winterpause.
Text: Torsten Nelz
Bilder: Jan Sebastian Bach
Tel. +49 6821 40297 0
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14 BASEBALL SAARLOUIS HORNETS
präsentiert von
PROFESSIONALISIERUNG
UND WEICHENSTELLUNG
FÜR EINE STARKE ZUKUNFT
» Man blickt freudig in die Zukunft.
Das Jahr 2026 wird für die Saarlouis Hornets
ein entscheidendes Jahr des Neuaufbaus,
der Professionalisierung und der
strukturellen Weiterentwicklung. Sportlich
wie organisatorisch stehen wichtige Weichenstellungen
an, die den Verein langfristig
in eine neue Dimension führen sollen.
Neuer Headcoach und klare Struktur im
Trainerteam
Für die Herrenmannschaft der 2. Bundesliga
stehen wir aktuell in intensiven Gesprächen
mit mehreren Trainerkandidaten aus dem
In- und Ausland. Ziel ist es, erneut einen
externen Headcoach zu verpflichten, der
frische Impulse setzt und die junge Mannschaft
langfristig weiterentwickelt. Courtney
Miles soll sich 2026 wieder voll auf das
Softballteam konzentrieren – mit klarer
Zielsetzung: erneut Meister werden und
perspektivisch den Aufstieg in die 1. Bundesliga
anpeilen.
SAARLOUIS HORNETS BASEBALL 15
Fokus auf Nachwuchs und Neuaufbau
In der zweiten Bundesligamannschaft der
Herren setzen wir bewusst auf einen generationellen
Umbruch. Mehrere Junioren-
Spieler werden fest in den Kader integriert.
Uns ist bewusst, dass dadurch sportlich ein
Jahr mit möglicher schwächerer Tabellenposition
entstehen kann. Doch der Plan ist
langfristig: Ein nachhaltiger Neuaufbau mit
jungen, entwicklungsfähigen Spielern, die in
den kommenden Jahren das Fundament eines
starken Bundesligateams bilden sollen.
Landesleistungszentrum Saarlouis – ein
Großprojekt wird Realität
Gemeinsam mit dem Saarländischen Turnerbund,
dem TV Saarlouis und der Stadt Saarlouis
arbeiten wir daran, Saarlouis als Landesleistungszentrum
Baseball & Softball zu
etablieren. Der erste große Meilenstein ist
bereits bestätigt: Bau eines dritten Spielfelds
in Softballgröße im kommenden Jahr.
Parallel dazu wird das Hauptfeld modernisiert:
Ausbau der Flutlichtanlage für längere
Trainingseinheiten, Nightgames sowie die
Ausrichtung internationaler Turniere und
Länderspiele.
Professionalisierung mit hauptamtlichen
Trainern
Gemeinsam mit dem STB entsteht ein umfassendes
Landesleistungskonzept, das eine
neue Ära der Nachwuchs- und Leistungsförderung
einläutet. Ab Januar beginnt der
» Eine große Familie … die Hornets.
erste hauptamtliche Trainer Patrick Lauer,
der parallel zusätzliche Qualifikationen erwirbt.
Zudem entstehen ein saarländischer
Landeskader, sowie ein offenes Leistungsangebot
für alle Kinder im Saarland, die
Baseball oder Softball ausprobieren und
professionell gefördert werden möchten.
Regionale Kooperationen und neue Spielstätten
Die Hornets möchten ihre Rolle als Baseball-
Motor im Saarland weiter ausbauen. Dazu
laufen Gespräche mit mehreren Partnern
wie z.B. der Stadt Saarwellingen bzgl. der
Umwandlung eines brachliegenden Geländes
zu einem zusätzlichen Baseballfeld. Mit
dem Saarbrücker Baseballverein spricht
man über den Aufbau einer gezielten Kooperation,
um Spieler zu fördern, Austausch zu
schaffen und talentierten jungen Spielern
und Spielerinnen eine klare Perspektive zu
bieten – bis hin zur Bundesliga in Saarlouis.
Ein Verein wie eine Familie
Darüber hinaus zeichnet sich der Verein
durch einen außergewöhnlich starken Zusammenhalt
aus. Es fühlt sich an, als wäre
man Teil einer großen Familie. Jeder, der einmal
bei den Hornets war, spürt sofort dieses
Gefühl, ein festes Mitglied zu sein – getragen
von einer herzlichen, offenen und einladenden
Atmosphäre, die sich im deutschen
Baseball sicher nicht verstecken muss.
Text: Florian Maaß
Bilder: Marc Lange
16 KENNST DU NOCH...? JAY-JAY OKOCHA
TANZ MIT MIR
DEN OKO-CHA-CHA
» Jay-Jay macht sich warm.
Vor-Rück-Cha-Cha-Cha, Rück-Vor-Cha-
Cha-Cha – das Tänzchen, zu dem Eintracht
Frankfurts Stürmer Jay-Jay Okocha Ende
August 1993 im alten Waldstadion die Karlsruher
Abwehrspieler Reich, Bilic und
Schmidt aufforderte, hätte auch in der
Neunkircher Tanzwerkstatt zum Landesmeistertitel
gereicht. Mit fünf Haken und
zwölf Ballberührungen spielte der 20-
Jährige selbst Oliver Kahn schwindlig, ehe
er den Ball mit links ins Netz setzte und
Frankfurts 3:1-Sieg perfekt machte.
Dabei wollte er den Ball gar nicht so lange halten.
„Ich hatte keine gute Möglichkeit abzuspielen“,
erinnert er sich. Beobachter sahen
es spektakulärer: „Mindestens eine Minute“,
meinte die Frankfurter Legende Bernd Hölzenbein,
damals Vizepräsident der Eintracht.
„Mindestens neunmal habe ich ‚Schieß doch!‘
gerufen“, sagte Trainer Klaus Toppmöller
später. Okocha selbst: „Ich wollte das gar nicht
so lange ziehen.“ Nach dem Spiel scherzte
Toppmöller, er hätte Okocha nie wieder eingesetzt,
wäre der Ball nicht reingegangen.
Oliver Kahn bekannte noch 2016 auf Twitter:
„Mir ist heute noch schwindlig.“ Kein Wunder,
dass der Treffer auf YouTube bis heute Kult ist
und später zum „Tor des Jahres“ gewählt
wurde — nicht zuletzt dank Jörg Dahlmanns
ekstatischem Kommentar: „Das ist das Beste,
was der Fußball bieten kann!“
Der Anfang einer großen Karriere: Neunkirchen
als Sprungbrett
Wenn Okocha über seine Laufbahn spricht,
beginnt er fast immer im Ellenfeld. Sein Bruder
Emanuel finanzierte ihm das Flugticket nach
Deutschland; eigentlich stand er in Nigeria bei
den Enugu Rangers unter Vertrag. Doch Borussia
Neunkirchen wurde sein erster Verein in
Europa — der Ort, an dem sein Stern aufging.
Trainer Horst Brand erinnert sich noch heute
begeistert an den 17-Jährigen: „Der hat fünfzigmal
auf dem ausgestreckten Schienbein
jongliert!“ Eigentlich wollte Brand gar keinen
weiteren Probespieler sehen, weil Spieler Carlos
Nimebi Numa immer wieder Landsleute
mitbrachte, die selten die Erwartungen erfüllten.
Doch Okocha überraschte alle: unglaubliche
Technik, beidfüßige Schüsse, weite Einwürfe.Brand
holte ihn nicht nur nach Neunkirchen
— er kümmerte sich auch menschlich. Zu Ostern
nahm ihn mit zu sich nach Hause nach
Butzweiler. Im Garten trickste Okocha Brands
Kinder aus, ganz so wie später die Gegner in
der Oberliga Südwest. In Neunkirchen sorgte
der junge Nigerianer sofort für Furore: Dribblings,
Tempowechsel, Ballgefühl. Mit sieben
Toren hatte er wesentlichen Anteil am Oberliga-Titel
1991. Doch wegen fehlender DFB-
Spielberechtigung durfte er in der Aufstiegsrunde
nicht spielen — ein herber Verlust, wie
Brand bis heute überzeugt ist. Wichtig für Okochas
Entwicklung war auch Borusse Theo Britz,
der ihn privat unterstützte und in Neunkirchen
heimisch machte. Für Okocha war die Stadt
mehr als ein Zwischenstopp: Sie war sein
erstes Zuhause in Europa, der Ort, an dem er
Vertrauen, Förderung und Freundschaft fand —
und das Fundament für eine Weltkarriere legte.
Vom Ellenfeld zur Eintracht – und fast zu
Bayern
1992 nahm seine Laufbahn eine kuriose
Wendung: Ein Mann mit Schnauzbart und
Sonnenbrille – Eintracht-Trainer Dragoslav
Stepanovic – tauchte im Saarland auf und
fragte Okocha, was er außer Fußball mache.
„Schlafen.“ – „Dann kannst du auch zu uns
kommen.“ Für gerade einmal 25.000 Mark
wechselte Okocha nach Frankfurt. Stepanovic
glaubte an ihn: „Immer wenn ich über rechts
kam, rief er: ‚Geh, mach ihn nass!‘“. Fast wäre
Okocha jedoch beim FC Bayern gelandet. Er
spielte als Gastspieler ein Turnier, Uli Hoeneß
lud ihn ein. Doch ein Profivertrag war wegen
seines Alters nicht möglich, und Bayern bot
nur eine mündliche Vereinbarung. „Den
Amateurvertrag hätte ich unterschrieben“,
sagt er heute.
Ein Dribbelkünstler erobert die Welt
Das Tor gegen Kahn machte Okocha weltweit
bekannt. „Es hat mein Leben verändert“, sagt
er. Auch Toppmöllers Kritik war Teil der Geschichte:
„Meine Karriere wäre vorbei gewesen,
wenn ich nicht getroffen hätte“, witzelte
der Coach. Nach Frankfurt führte Okochas Weg
zu Fenerbahce Istanbul, Paris St. Germain, den
Bolton Wanderers, Qatar SC und Hull City, wo
er noch einmal den Aufstieg in die Premier
League schaffte. Für Nigeria absolvierte er 75
Länderspiele, erzielte 14 Tore, wurde 1994
JAY-JAY OKOCHA KENNST DU NOCH...? 17
Afrikameister und 1996 Olympiasieger. Mario
Gomez klebte sich als Jugendlicher Okocha-
Poster ins Zimmer, Blaise Matuidi nannte ihn
ein Vorbild. 2004 nahm Pelé ihn in die Liste der
125 besten lebenden Fußballer auf.
Der Mann nach der Karriere
Heute ist es ruhiger um ihn geworden. Laut
90min.de ist Okocha CEO der Jay-Jay-
Okocha-Group West Africa, betreibt Restaurants,
Importgeschäfte, Immobilienprojekte,
Infrastruktur- und Straßenbau. Zudem fördert
er über seine Stiftung junge Talente und
arbeitet als TV-Experte. Trainer wollte er nie
werden: „Der Druck wäre mir zu groß.“
Bleibt also Zeit für anderes – vielleicht sogar
wieder für ein Tänzchen: Vor-Rück-(Oko)-Cha-
Cha, Rück-Vor-(Oko)-Cha-Cha!
Text & Bilder:
Jo Frisch
Deine Kupferkern
Pfanne fürs Leben
myolavson.com
18 WAS MACHT EIGENTLICH...? MANFRED BENDER
WAS MACHT EIGENTLICH...
MANFRED
BENDER?
Das „schlampernde Genie“ zwischen Glanz und Kampfgeist.
Er war keiner, der zurücksteckte. Manfred
Bender war ein Spieler mit Haltung, einer
klaren Meinung und einem ansteckenden
Lachen. Immer gut gelaunt, für jeden Spaß
zu haben – und doch jemand, der auch mal
etwas Verrücktes machte. Zwischen Genie
und Wahnsinn, zwischen Leichtigkeit und
Leidenschaft: Bender war einer, der für seine
Mannschaft durchs Feuer ging.
Die Jahre beim Rekordmeister – jung, mutig,
erfolgreich
Als der damals 21-Jährige im Sommer 1989
vom Zweitligaaufsteiger SpVgg Unterhaching
zum großen FC Bayern München wechselte,
galt er als eines der spannendsten Talente im
deutschen Fußball. Mit der bayerischen Landesauswahl
hatte er kurz zuvor den Länderpokal
gewonnen – der Sprung zum Rekordmeister
war der verdiente Lohn. In München
traf er auf Stars wie Jürgen Kohler, Alan
McInally oder Radmilo Mihajlovi – und trotzdem
setzte er sich durch. Schon in seiner ersten
Saison kam er auf 20 Bundesligaeinsätze,
erzielte zwei Tore und feierte am Ende seinen
ersten Meistertitel. Sein Premierentor beim
FC St. Pauli war typisch Bender: frech, technisch
sauber, mit Zug zum Tor.
In der folgenden Spielzeit reifte er zum
Stammspieler – 33 Einsätze, fünf Treffer und
ein weiteres Highlight mit dem Gewinn des
DFB-Supercups. Doch die Saison 1991/92
brachte Unruhe: Drei Trainer in einem Jahr,
interne Spannungen, Platz zehn. Für Bender
war klar, dass es Zeit für einen Neuanfang war.
Er wechselte nach Karlsruhe – und im Gegenzug
kam Mehmet Scholl zu den Bayern. Trotz
des frühen Abschieds bleibt seine Zeit in München
unvergessen. Besonders sein erstes
Europapokalspiel, das er von Beginn an machte,
ist legendär: Halbfinale im San Siro gegen
den großen AC Mailand – Van Basten und Maldini
standen dem jungen Bender gegenüber.
Und er machte ein überragendes Spiel im
Trikot des FC Bayern München – ruhig am Ball,
mutig im Zweikampf, technisch brillant. Ein
Auftritt, über den man in München noch heute
spricht. Bender war kein Ja-Sager, sondern
einer, der auf dem Platz seinen eigenen Weg
ging – und genau das machte ihn so besonders.
Späte Blüte im Saarland – Erfahrung trifft
Leidenschaft
Nach erfolgreichen Jahren in Karlsruhe, wo er
beim legendären Wunder vom Wildpark am
2. November 1993 gegen den FC Valencia
glänzte – jenem 7:0, über das man bis heute
spricht –, führte ihn sein Weg im Jahr 2000
zum 1. FC Saarbrücken. Schon ein Jahr zuvor,
am 1. November 1992, hatte er mit dem KSC
beim 4:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt zwei
Tore erzielt – Spiele, die bis heute mit seinem
Namen verbunden bleiben.
In Saarbrücken war Bender dann nicht mehr
der junge Wilde, sondern der erfahrene
Stratege, der Verantwortung übernahm und
seine Mitspieler antrieb. In 35 Zweitliga-
Partien erzielte er fünf Tore und wurde schnell
zum Führungsspieler. Wenn’s eng wurde, war
er da – laut, präsent und mit dieser typischen
Mischung aus Lockerheit und Leidenschaft,
die ihn immer ausgezeichnet hatte. Bender
war beim FCS mehr als nur ein Spieler: Er war
einer, der voranging, der mit Emotion und Witz
eine Mannschaft zusammenhielt.
Ein Leben für den Fußball
Nach seiner aktiven Karriere blieb Bender dem
Fußball treu – als Trainer, Co-Trainer und Manager.
Er arbeitete in Österreich, bei Kickers
Offenbach, in Nigeria und zuletzt in verschiedenen
Funktionen in Bayern. Was ihn immer
auszeichnete, war seine Art, Menschen mitzunehmen
– ehrlich, humorvoll, mit klarer
Kante. Manfred Bender war nie der Lauteste,
aber immer einer, den man spürte. Einer, der
Fußball nicht nur spielte, sondern lebte.
MANFRED BENDER WAS MACHT EIGENTLICH...? 19
20 WAS MACHT EIGENTLICH...? MANFRED BENDER
Manfred Bender: Dieses „Gewinner-Gen“,
das ich habe – und das ich bis heute nicht
losgeworden bin. Das treibt mich immer
noch an.
Peter Neururer hat in seinem Interview
über die schönen, aber auch chaotischen
Seiten des FCS gesprochen. Hast du das
ähnlich erlebt?
Manfred Bender: Ja, natürlich. Wir sind damals
in die 2. Liga aufgestiegen und hätten
fast den Durchmarsch in die Bundesliga
geschafft. Die Mannschaft hat super zusammengepasst.
Dann ging Toppmöller nach
Leverkusen, Thomas von Heesen kam – und
holte 15 neue Spieler. Für mich völlig unverständlich,
wie man eine so intakte Mannschaft
auseinanderreißen konnte.
Verfolgst du den saarländischen Fußball
heute noch?
Manfred Bender: Ja, natürlich – der 1. FC
Saarbrücken interessiert mich immer noch.
» Manfred Bender heute.
Wie kam es damals zu deinem Wechsel
nach Saarbrücken – was hat dich am FCS
gereizt?
Manfred Bender: Klaus Toppmöller hat
mich in der Winterpause angerufen. Er war
sehr hartnäckig – und am Ende hat er mich
überzeugt, zum FCS zu wechseln.
In Saarbrücken warst du einer der
Führungsspieler. Wie hast du diese Rolle
in einer jungen, hungrigen Mannschaft
erlebt?
Manfred Bender: Damals hatte ich schon
über 300 Pflichtspiele in der Bundesliga absolviert
und stand dreimal in einem internationalen
Halbfinale. Trotzdem wollte ich
im Training immer meine Spiele gewinnen –
dieser Ehrgeiz war einfach in mir drin. Ich
glaube, das hat sich ein Stück weit auf die
Mannschaft übertragen. Es war einfach ein
Puzzlestück, das perfekt gepasst hat.
Wie hast du deine Zeit, die Menschen und
die Fußballkultur im Saarland erlebt?
Gab es etwas, das dich besonders überrascht
oder beeindruckt hat?
Manfred Bender: Als echter Münchner war
es am Anfang im Saarland nicht ganz einfach
für mich. Die Saarländer sind – ähnlich wie
die Bayern – ein eigener Schlag. Aber aufgrund
meiner sportlichen Leistung war dann
alles relativ schnell in Ordnung.
Man hat dich damals als echten Antreiber
erlebt. Was hat dich in dieser Phase
deiner Karriere besonders motiviert?
Du kamst als junger Spieler zu einem
Star-Ensemble beim FC Bayern. Wie
schwer war es, dich dort durchzusetzen?
Manfred Bender: Ich bin von Unterhaching
zum FC Bayern gekommen. Damals gab es
noch eine klare Hierarchie – ich sage immer:
Sogar der Platzwart stand am Anfang über
mir! (lacht) Aber mein Ehrgeiz und dieser
ständige Wille zu gewinnen haben mir
geholfen, mich bei Bayern durchzusetzen.
Was hast du aus deiner Zeit in München
mitgenommen – als Spieler, aber auch als
Mensch oder Trainer?
Manfred Bender: Wenn man drei Jahre
beim besten Verein Deutschlands spielt,
nimmt man sehr viel mit. Von den Besten
kann man am meisten lernen – und bei Bayern
sind (meistens) die Besten.
Wenn du heute zurückblickst: Waren die
Bayern-Jahre für dich eher Sprungbrett
oder Bewährungsprobe?
Manfred Bender: Definitiv ein Sprungbrett.
Millionen Fußballer würden alles dafür
geben, einmal beim FC Bayern zu spielen –
und ich hatte als gebürtiger Münchner diese
Chance. Darauf bin ich sehr stolz.
MANFRED BENDER WAS MACHT EIGENTLICH...? 21
Wie verdienst du heute deine Brötchen –
was machst du aktuell beruflich?
Manfred Bender: Im Laufe der Jahre habe
ich mir ein großes Netzwerk aufgebaut.
Ich bin als Markenbotschafter viel unter wegs
und veranstalte einmal im Jahr das „Legenden
Masters“ – das wohl beste Golfturnier
überhaupt. Das Turnier geht über drei Tage
– rund 80 ehemalige Fußballer spielen im
Matchplay-Format gegeneinander: Bayern
– 1860, Köln – Gladbach, KSC – VfB Stuttgart,
Schalke – BVB. Dabei sind Leute wie Bernd
Schuster, Andi Möller, Klaus Fischer,
Balakov, Gaudino, Horst Heldt, Benny Lauth,
Uli Borowka, Pizarro, Tarnat, Aumann und
viele mehr – zusammen kommen wir auf
rund 20.000 Bundesligaspiele!
Der Fußball hat sich enorm verändert –
Ablösesummen und Gehälter sind heute
astronomisch. Ist das noch dein Fußball?
Manfred Bender: Ich bin da eher pragmatisch:
Es ist, wie es ist – also bleibe ich
entspannt.
Wenn du auf deine Karriere zurückblickst:
Welche Momente sorgen heute
noch für Gänsehaut – und was würdest
du am liebsten ungeschehen machen?
Manfred Bender: Definitiv Gänsehaut: das
Halbfinale mit Bayern im San Siro gegen den
AC Mailand – und ein Jahr später das Halbfinale
in Belgrad. Mit dem KSC das legen däre
7:0 gegen Valencia – und natürlich das
Heimspiel mit dem FCS beim Aufstieg in die
2. Liga (ich glaube, es war gegen Elversberg).
Alles, was ich lieber ungeschehen
machen würde, habe ich verdrängt. (lacht)
Warum hat es eigentlich nie den Bundesliga-Trainer
Manfred Bender gegeben?
Lag’s an den Umständen – oder fehlte dir
selbst der Drang nach oben?
Manfred Bender: Ich war lange Trainer in
Österreich – in der 1., 2. und 3. Liga. Leider
hat es sich einfach nicht ergeben, Bundesliga-Trainer
zu werden.
Hast du heute noch Kontakt zu ehemaligen
Mitspielern aus deiner Karriere?
Manfred Bender: Ja, durch das Golfturnier
habe ich mit sehr vielen Ex-Spielern noch
regelmäßig Kontakt.
Welches Buch sollte man deiner Meinung
nach unbedingt gelesen haben – egal ob
Fußball oder etwas ganz anderes?
Manfred Bender: Ich bin keine große Leseratte.
Nur im Urlaub lese ich – meistens
Spionagethriller. Mein absolutes Lieblingsbuch
ist „Der Matarese-Bund“ von Robert
Ludlum.
Wer war dein unangenehmster Gegenspieler
– der, gegen den du gar nicht
gerne gespielt hast?
Manfred Bender: Uwe Scherr – der war
genauso schnell wie ich! Und in der eigenen
Mannschaft? Ganz klar: Jürgen Kohler.
Und wer war der beste Mitspieler, mit
dem du je zusammengespielt hast?
Manfred Bender: Brian Laudrup – er war ein
unglaublicher Fußballer.
Was würde der Manfred Bender von heute
dem 18-jährigen Bender von damals
raten?
Manfred Bender: Mach alles genauso – sei
nur ein bisschen diplomatischer.
Manfred, vielen herzlichen Dank für
das Gespräch!
Text:
Bilder:
Torsten Nelz
Imago und Archiv Bender
» Der Fanliebling, auch in Saarbrücken.
22 VEREINSGESCHICHTE BORUSSIA NEUNKIRCHEN
Das Auf und Ab geht weiter
Aus der traditionsreichen Historie der Neunkircher Borussia.
Diesmal: Nach dem Abstieg aus der Regionalliga muss in der Oberliga neu
gestartet werden / Querelen und Finanzprobleme bleiben ständiger Begleiter
0:1-Heimniederlage gegen den SC Verl zwei
Spieltag vor Saisonschluss verlieren sich
nur noch 320 Zuschauer im weiten Rund des
Ellenfelds. Auch der per personelle Aderlass
ist groß: Torjäger Ralph Flausse wechselt
zum aufstrebenden Nachbarn nach Elversberg,
die Stammkräfte Frank Lebong, Uli
Kiefer und Markus Kneip schließen sich unterklassigen
Clubs an. Der Finanznot geschuldet
setzt Borussia in der Folge auf
Akteure aus dem eigenen Nachwuchs und
verpflichtet nur zwei, drei renommierte
Spieler – in der Hoffnung, in der Oberliga
einen guten Neuanfang zu machen.
» Blicken einer ungewissen Zukunft entgegen: Die Borussen-Fans in Block 5 des Ellenfeld-Stadions.
Mit solch einem Absturz hatte eigentlich ausgezeichnet hatten, scheinbar wie weggeblasen.
So hatte sich der Abschied aus der
keiner gerechnet. In der Vorsaison als eine
der besten Auswärtsmannschaften auf damaligen 3. Liga schon frühzeitig abgezeichnet.
Selbst ein letzter verzweifelter
einem beachtlichen Platz 8 gelandet und
renommierten Gegnern aus dem traditionell Versuch, durch einen Wechsel auf der
starken Fußballwesten der Republik wie Trainer bank noch ein Fußballwunder herbeizuführen,
ist zum Scheitern verurteilt:
Arminia Bielefeld, Alemannia Aachen,
Preußen Münster, Rot-Weiss Essen das Schwickert-Nachfolger Uwe Grub, Polizeibeamter
aus Homburg und Intimkenner des
Leben schwer gemacht – Anlass für Präsident
Martin Bach, im Sommer 1995 sogar Vereins, der für Borussia in der zweiten Liga
von der 2. Liga zu träumen. Doch in der nun die Stiefel geschnürt hatte und zuvor die A-
folgenden zweiten Regionalliga-Saison Jugend im Ellenfeld gecoacht hatte, kann
waren alle Tugenden, die die Borussen zuvor das Ruder nicht mehr herumreißen. Bei der
Erstmals in ihrer Geschichte kicken die Borussen
jetzt viertklassig. Dort warten jetzt weitaus
weniger attraktive Gegner: Statt der Rot-
Weißen aus Essen und Oberhausen oder des
Wuppertaler SV sind jetzt die VfL´s aus Trier
und Hamm, die Rot-Weißen aus Alzey, der
Nachbar aus Schiffweiler und der SV Wittlich
zu Gast im Ellenfeld, statt an den Aachener
Tivoli, den Bocholter Hünting oder die Wattenscheider
Lohrheide muss Borussia in den tiefsten
Westerwald zum TuS Montabaur und nach
Nentershausen zur den Sportfreunden Eisbachtal
reisen, in der höchsten Eifel beim
SV Prüm hoffen, dass noch kein Schnee gefallen
ist sowie am Bingener Hessenhaus und
beim Wormser Vorortclub TSG Pfeddersheim
die Visitenkarte abgeben – Spiele, die alles andere
als Selbstläufer sind, obwohl die Konkurrenz
naturgemäß dem Regionalliga-Absteiger
die Favoritenrolle zuschanzt. Die nimmt
man im Ellenfeld auch an, denn es sind nicht
nur etliche Leistungsträger aus der Regionalliga-Elf
geblieben, sondern man ist auch von
der eigenen Stärke überzeugt.
Doch Trainer Uwe Grub und dem zuvor recht
optimistische Borussen-Anhang bläst schon
zum Auftakt ein rauer Wind entgegen: Nahe an
BORUSSIA NEUNKIRCHEN VEREINSGESCHICHTE 23
» Gegen Auersmacher reicht es im Ellenfeld nur zu einem 3:3. Auersmachers Jörn Birster versucht in dieser Szene,
Borussias Jens Kiefer (li.) den Ball abzujagen.
der Grenze zum benachbarten Frankreich lässt
Borussia beim saarländischen Aufsteiger
SSV Überherrn gleich mit 2:3 die ersten
Federn. Da kommt als Stimmungsaufheller der
DFB-Pokal gerade recht: Durch den 2:1-Sieg im
Saarlandpokalfinale gegen den FC Homburg
vor 3.000 Zuschauern in Rohrbach hatten sich
die Borussen für die erste Hauptrunde qualifiziert.
„Am 7. Juli 1996 herrscht Gedränge im
Borussia-Heim am Ellenfeld-Stadion. Gespannt
sitzen die Verantwortlichen, Spieler, Ehemalige
und Anhänger vor dem Bildschirm in der Vereinsgaststätte
mit ihren holzvertäfelten Wänden,
die behängt sind mit verblassten Bildern
aus besseren Tagen. Um 18.23 Uhr hält Winfried
Schäfer ein Zettelchen mit der Aufschrift
‚Borussia Neunkirchen‘ in die Kamera. Der
Abend endet mit einer Enttäuschung: Der
Trainer des Karlsruher SC hat Borussia Neunkirchen
nicht Bayern München zugelost, sondern
den VfB Leipzig“, erinnert Tobias Fuchs
im 100-Jahre-Ellenfeld-Buch an den Abend der
Auslosung. Die Prominenz war wenig begeistert:
„Ein unglückliches Los! Die bringen doch
keine Zuschauer mit ins Ellenfeld“, meinte
» Markus Hummel erzielt die 1:0-Führung beim 2:0 gegen
die Amateure des 1. FC Saarbrücken.
Borussias früherer Bundesliga-Kapitän Günter
Kuntz, dessen Sohn Stefan gerade mit der
deutschen Nationalmannschaft in England
Europameister geworden war. Torhüter Sascha
Purket versuchte mit dem ihm eigenen positiven
Mindset, dem Ganzen etwas Gutes abzugewinnen:
„Ein Erstligist wäre mir zwar lieber
gewesen, aber ich hoffe, dass wir dann in der
zweiten Runde mehr Glück haben“, sagte der
Pfälzer im Borussen-Trikot augenzwinkernd
und signalisiert: Das Selbstverständnis im
Ellenfeld ist seinerzeit noch das eines kurzzeitig
abgetauchten Proficlubs. Eine Prise
Brisanz enthielt das Pokalspiel auf jeden Fall,
denn mit den Gästen aus Sachsen kehrt der
vormalige Borussen-Präsident Martin Bach
nach Neunkirchen zurück, der sich als
Geschäftsführer in den Profibereich verabschiedet
hatte und jetzt die Geschicke in
Leipzig lenkte!
1.800 Fans finden an jenem 18. August 1996
den Weg ins altehrwürdige Ellenfeld, darunter
doch schon ein paar Anhänger aus Leipzig, die
noch nicht ahnen, welch spannender Nachmittag
sie erwartet. „Ein Spiel dauert 90 Minuten“.
Diese „Binsenweisheit des Fußballs“ wird ja
dem 54er-Weltmeistertrainer Sepp Herberger
zugeschrieben – an diesem Nachmittag ein
typischer Fall von „Denkste!“. Entgegen mancher
Erwartungen spielt im VfB-Duell der VfB
aus Neunkirchen von Beginn an groß auf, auch
wenn man sich zunächst nicht mit einem
Treffer belohnt und bis zur 44. Minute warten
muss, ehe Frank-Peter Seibert per Kopf die
Führung für den Außenseiter erzielt. Doch die
aufkeimenden Hoffnungen der Borussen
scheinen ein schnelles Ende zu finden, denn
„nach der Halbzeit verfinstert sich plötzlich der
Himmel“, berichtet Tobias Fuchs, „ein Gewitter
bricht über das Ellenfeld herein. Schiedsrichter
Holger Dehmelt unterbricht die Partie, die nun
vor einem vorzeitigen Ende steht. 45 Minuten,
eine ganze Halbzeit lang, ruht der Ball. Nervosität
verbreitet sich auf den Rängen, es kommt
zu Prügeleien. Dann pfeift Dehmelt wieder an,
ein anderes Spiel als zuvor.“ Denn die Leipziger
wollen es jetzt wissen und kommen gegen
tapfere Borussen, die ihre Führung mit Mann
und Maus verteidigen, zum Ausgleich, als Spielmacher
Kujtim Shala sich das Leder unmittelbar
vor der Strafraumlinie zurecht legt und den
Freistoß über die Mauer vorbei am Pfosten
landenden Sascha Purket ins Netz zirkelt.
Wenig später ertönt der Abpfiff, ein Elfmeterschießen
muss entscheiden. Hier hat Leipzigs
Kujtim Shala als erster Schütze weniger Glück:
Diesmal landet kein Torwart am Gestänge,
sondern der Ball! Anschließend haben alle
Schützen eiserne Nerven, für Borussia verwandeln
Catalin Racanel, Elvir Melunovic, Ojokojo
Torunarigha, Adetunji Adeyemi ihre Elfmeter.
Als letzter Schütze überhaupt muss Mittelfeldspieler
Dirk Schäfer ran. Lassen wir erneut
Tobias Fuchs die entscheidenden Momente
schildern: „Ernst schaut Schäfer drein, entschlossen.
Er nimmt einen kurzen Anlauf. Tor!
Schäfer reißt die Arme hoch, dann verschwindet
er unter dem Berg seiner Mitspieler. Ihre Emotionen
haben sich über mehr als drei Stunden
angestaut. Nach den Regentropfen fallen nun
Freudentränen auf den Rasen des Ellenfelds.“
» Dirk Schäfer (li.), als aufmerksamer Beobachter eines
Kopfballduells.
24 VEREINSGESCHICHTE BORUSSIA NEUNKIRCHEN
» Immer wieder Gaudi für die Fans: Borussen-Leo, der
„größte Elfmeterschütze von St. Pauli“ forderte die
gegnerischen Torhüter heraus.
Man hat die Stimme von Herbert Zimmer mann
aus dem Berner Wankdorf-Stadion von 1954
im Ohr: „Aus, aus, aus – das Spiel ist aus,“
Borussia ist in der zweiten Runde!
Doch in der Punkterunde konnte die Mannschaft
nicht recht überzeugen: „Ein mal hui,
einmal pfui“, heißt es in „Mythos Ellenfeld“,
der Borussen-Chronik zum 100. Geburtstag.
Man dümpelt im Mittelfeld herum, spielt alles
andere als meisterlich. 6:0 gegen den
VfL Trier, 5:0 jeweils gegen Schiffweiler und
» Nahezu einziges Konstante in einem wenig konstanten
Team: Torhüter Sascha Purket, ein würdiger Nachfolger
von Torwart-Legende Willi Ertz.
die SG Betzdorf, aber 3:5 gegen Auersmacher
und 0:5 bei den Amateuren des 1. FC Kaiserslautern
– allein diese Resultate zeigten: Die
einzige Konstante war eine Unkonstante! Rang
9 zur Winterpause ist zu wenig gemessen an
den eigenen Ansprüchen, auch wenn sich die
Mannschaft langsam fängt und während der
Rückrunde in 13 Partien hintereinander ungeschlagen
bleibt. Positiv zu vermelden ist, dass
immer mehr Eigengewächse ihre Chance erhalten,
wie zum Beispiel Pascal Euler und
Marco Schmitt, die sich einen Platz unter den
ersten Elf erkämpfen und die in sie gesetzten
Erwartungen voll erfüllen können.
Sehr gut schlagen sich die Schützlinge von Uwe
Grub in der zweiten Hauptrunde des DFB-
Pokals: Beim 1:3 gegen den FC St. Pauli schnuppern
die Neunkircher Jungs vor 6.000 Fans im
Ellenfeld lange an der Überraschung. Markus
Hummels 1:0-Führung kurz nach der Pause
lässt richtig Stimmung aufkommen und hält bis
in die Schlussphase, ehe die Gäste aus
Hamburgs berühmt-berüchtigten Vergnügungsviertel
eiskalt zuschlagen: Die Tore von
Thomas Sobotzik (77.), Oliver Schweißing (79.)
und nochmal Thomas Sobotzik (89.) schlagen
auch dem Borussen-Leo schwer auf den
Magen. Gerade der bundesweit bekannte Edelfan
vom Ellenfeld hatte sich schon im Vorfeld
besonders auf die Pokalpartie gefreut, hatte
er doch schon seit einiger Zeit den Titel „der
beste Elfmeterschütze von St. Pauli“ inne.
„Dieses Prädikat war allerdings nicht dem
Pokalspiel geschuldet, sondern rührt aus diversen
Begegnungen in den Aufstiegsrunden
zur Bundesliga, in denen die Hamburger des
öfteren auf die Borussia trafen“, klärt Ellenfeld-Experte
Wolfgang Rausch auf und erläutert:
„In diesen Spielen hatte es sich Leo zur
» Catalin Racanel versucht sich als Freistoßschütze gegen die Abwehrmauer der TSG Pfeddersheim.
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BORUSSIA NEUNKIRCHEN VEREINSGESCHICHTE 25
» Leo ist gegangen, seine Utensilien sind geblieben: Pullover, Trommel, Fahne und „Tröte“ des legendären und beliebten
Borussen-Fans sind bei Stadionführungen in den musealen Räumen im Keller der Ellenfeld-Sporthalle zu besichtigen.
Angewohnheit gemacht, in der Halbzeit immer
dem gegnerischen Torwart ein paar Elfmeter
aufs Tor zu schießen. Das war ein regelrecht
zelebriertes Spektakel für die Fans, auch die
gegnerischen! Erst hat Leo mit links ein paar
Mal angetäuscht und dann das Leder – mit
wohlwollender Unterstützung der Torhüter, die
da ‚mitspielten‘ – mit rechts meist im Netz versenkt.
Der Beifall des Publikums war ihm sicher“,
so Wolfgang Rausch, der diese geradezu
zeremonienhaften Szenen noch lebhaft in Erinnerung
hat. Überhaupt der Leo: „Er war gerade
durch solche Aktionen auch bei den gegnerischen
Anhängern bekannt und beliebt und
hat das auch immer gespürt, wenn er mit seinem
BMW-Motorrad inklusive Fahne durch die
Republik zu den Spielen der Borussia gefahren
ist. Von ihm hat man nie ein böses Wort Richtung
Gegner gehört. Nicht umsonst gilt er auch
mehr als 25 Jahre nach seinem Tod bis heute
als freundschaftlichster Bote der Borussia.“
Nicht nur die wenig überzeugenden Vorstellungen
der Schwarz-Weißen auf dem grünen
Rasen machten dem Borussen-Leo in dieser
Spielzeit Sorgen, sondern auch die Querelen
im Umfeld. Die Entlassung von Coach Uwe
Grub, „die hernach wieder zurückgenommen
wurde, die Unstimmigkeiten nach Rücktritten
von Vorstandsmitgliedern und die desolaten
Finanzen“, so Rolf Purper in der Festschrift
„Mythos Ellenfeld“, hätten die Stimmung erheblich
gedrückt, auf diese Weise sei es schwer,
„der Borussia zu altem Glanz zu verhelfen. Das
Schwelgen in sportlichen Erfolgen, die teils
Jahrzehnte zurückliegen, kann zurzeit nicht
weiterhelfen. Im Ellenfeld muss wieder jeder in
die Speichen greifen, denn nur gemeinsam
kann die Karre aus dem Dreck gezogen werden“,
bilanziert der Chronist eine Spielzeit, in
der die Borussen von 17 Heimspielen nur 8 ge-
winnen und auch auswärts wenig erfolgreich
sind (4 Siege in 17 Partien). Es kann nur besser
werden – so die Hoffnung der immer noch zahlreichen
Fans, die allerdings registrieren
müssen, dass insgesamt 11 Spieler des Erste-
Mannschaftskaders das Ellenfeld verlassen,
darunter Alexander Quirin, David Weidner,
Elvir Melunovic und Dirk Schäfer. Besonders
bitter: Allein sechs Akteure laufen in der neuen
Saison 6 Kilometer weiter im Trikot des Emporkömmlings
SV Elversberg auf. Die Truppe von
der Kaiserlinde wird nach dem Abstieg aus der
Regionalliga in der Saison 1997/98 die Klingen
mit der Borussia kreuzen – ein Duell, auf das
die Fußballfreunde im östlichen Saarland sehr
gespannt sind!
Text: Jo Frisch
Bilder: Ellenfeld-Verein e.V. &
Archiv Borussia Neunkirchen
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Text: Torsten Nelz
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HAND
AUF'S
HERZ
30 HAND AUF'S HERZ! PETER NEURURER
„W ä r e ‚ L e t ’ s
Dance‘ nicht
etwas für dich?“
Der die schwierigen Fälle
Peter Neururer, geboren am 26. April 1955 in Marl, gehört zu
den schillerndsten Figuren des deutschen Fußballs. Als
Spieler brachte er es nur in den Amateurbereich, doch an der
Seitenlinie machte er sich schnell einen Namen – nicht nur
wegen seiner markigen Sprüche, sondern vor allem wegen
seiner Fähigkeit, kriselnde Vereine wiederzubeleben. Kaum
ein Trainer wurde so oft geholt, wenn der Abstieg drohte –
und kaum einer ging mit so viel Leidenschaft ans Werk.
Nach seinem Sportstudium begann Neururer seine
Trainerlaufbahn beim TuS Haltern. Schon früh wurde
deutlich, dass er das Fußballgeschäft nicht als Zuschauer,
sondern als Gestalter erleben wollte. Über den Kontakt zu
Horst Hrubesch kam er als Co-Trainer zu Rot-Weiss Essen,
wo er 1987 nach Hrubeschs Entlassung zum Cheftrainer
befördert wurde. Gleich das erste Spiel gewann sein Team
mit 3:0 – der Startschuss für eine außergewöhnliche
Laufbahn. Nach Stationen bei Alemannia Aachen und
seinem Herzensverein FC Schalke 04 sammelte Neururer
weiter Erfahrung im Profifußball – mal erfolgreich, mal
umstritten, aber immer mit einer klaren Haltung: kein Blatt
vor den Mund zu nehmen.
PETER NEURURER HAND AUF'S HERZ! 31
Zwischen Euphorie und Absturz – und jede
Menge Geschichten aus Saarbrücken
1991 übernahm Peter Neururer den 1. FC Saarbrücken
– und das Saarland bekam in kürzester
Zeit einen Trainer, über den man sprach.
Unter seiner Leitung gelang dem FCS 1992
der Aufstieg in die Bundesliga, doch das
Abenteuer endete nur ein Jahr später wieder
mit dem Abstieg. Die Euphorie wich der Ernüchterung
– aber gerade diese Zeit war geprägt
von Geschichten, die im Saarland bis
heute weitererzählt werden. Neururer war im
Saarland mehr als nur Trainer – er war ein
Phänomen. Mal laut, mal witzig, mal unberechenbar,
aber immer authentisch. Seine
Sprüche gingen herum wie Lagerfeuerlegenden.
Über seinen Torwart Stefan Brasas witzelte
er: „Der ist so lang, der kann aus der
Dachrinne saufen.“ Und als Ministerpräsident
Oskar Lafontaine persönlich auf der Tribüne
auftauchte, klopfte Neururer ihm jovial auf
die Schulter und fragte: „Na, was machen Sie
denn so beruflich?“ Wie turbulent seine Zeit
im Saarland tatsächlich war, brachte Neururer
später selbst auf den Punkt: „Wenn neben
mir eine Bombe einschlägt, zucke ich nicht
mal zusammen. Immerhin bin ich schon eineinhalb
Jahre Trainer des 1. FC Saarbrücken.“
Obwohl der Klassenerhalt verpasst wurde,
bleibt Neururers Zeit an der Saar unvergessen
– als turbulentes Kapitel voller Typen,
Emotionen und Geschichten, wie sie nur der
Fußball schreiben kann.
Der „Feuerwehrmann“ der Liga
Nach dem Kapitel Saarbrücken entwickelte
sich Peter Neururer endgültig zum Inbegriff
des „Feuerwehrmannes“. Ob in Köln, Düsseldorf,
Hannover oder Offenbach – immer wieder
übernahm er Vereine, die mit dem Rücken
zur Wand standen. Seine emotionale Art, seine
Motivationsfähigkeit und sein Gespür für
Mannschaften in der Krise machten ihn zu
einer Ausnahmefigur im deutschen Fußball.
Seine Wortgewandtheit wurde dabei fast legendär.
Neururer selbst sagte einmal: „Ich
beherrsche die Verbalerotik.“ Und wer ihn
kennt, weiß: Er meinte das durchaus ernst.
Glanzzeit beim VfL Bochum
Seine erfolgreichste Zeit erlebte Neururer
beim VfL Bochum. 2001 übernahm er den
Klub in der 2. Liga, führte ihn sofort in die
Bundesliga und erreichte 2003/04 mit Platz
5 sogar die Qualifikation für den UEFA-Pokal
– ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Unvergessen
auch sein legendärer Tanz vor der
Fankurve, als er die Ruhrpottler in den UEFA-
Cup führte. Diese spontane Showeinlage bescherte
ihm absoluten Kultstatus. Später
sagte er selbst augenzwinkernd: „Ich gebe zu,
mein Tanz war eher Breakdance für Arme.“
Die Fans aber feierten ihn frenetisch – als echten
Mann des Volkes, der ihre Leidenschaft
teilte. Doch wie so oft im Fußball folgte auf
die Euphorie der Absturz: 2005 stieg der VfL
wieder ab, und Neururer musste gehen.
Köln, Chaos und Kultstatus
Auch beim 1. FC Köln hinterließ Neururer seine
Spuren – sportlich und sprachlich. Auf die Frage
nach seiner Verbindung zum Verein antwortete
er einst: „Ich war schon FC-Fan, als
Overath noch als Quark im Schaufenster ausgestellt
war.“ Über seine Entlassung nahm er
es mit Humor: „In Köln rauszufliegen, ist keine
Schande. Ich habe meinen Vertrag sogar zweimal
verlängert – wer hat das denn in Köln sonst
noch geschafft? Einen Fußball-Nobelpreis gibt
es ja nicht. Aber eigentlich hätte ich ihn verdient.“
Und auf die Frage, warum er trotz Rückschlägen
nie aufgegeben habe, antwortete er
mit einem Augenzwinkern: „Immerhin war ich
schon Trainer, da wussten andere noch nicht
mal, wie man Fußball schreibt.“.
Ein Original mit Sprüchen für die Ewigkeit
Peter Neururer hat nie versucht, sich anzupassen
– und genau das machte ihn zum Kulttrainer.
Seine Zitate sind eine Mischung aus
Selbstironie, trockenem Humor und herrlicher
Übertreibung. Sie gehören längst zu den
Klassikern des deutschen Fußballs:
» „Ich? Mich bewerben? Ich muss gefunden
werden.“
» „Ich werfe elf Trikots hoch. Wer eines fängt,
darf spielen.“
» „Ich kriege keine Probleme mit Spielern. Ich
bin selbst ein Problemfall.“
» „Nach den heutigen Regeln hätte ich damals
schon beim Aufwärmen eine Gelbe Karte
gekriegt.“
» „Wir feiern nicht, bis der Arzt kommt. Den
nehmen wir gleich mit auf die Party.“
» „Wir waren alle vorher überzeugt davon,
dass wir das Spiel gewinnen. So war auch
das Auftreten meiner Mannschaft – zumindest
in den ersten zweieinhalb Minuten.“
» „Die Droge Bundesliga fasziniert mich – und
sie finanziert mich.“
» „Kriminaltechnisch gesehen ist eine Heimniederlage
wie ein Einbruch.“
» „Wäre es kälter gewesen, wär vielleicht
einer von ihnen am Boden festgefroren.“
» „Bochum kann Meister werden, wenn auch
nicht sofort.“
Diese unverwechselbare Mischung aus Humor,
Klartext und einem Hauch Größenwahn
machte ihn zu einem der unterhaltsamsten
Trainer, die der deutsche Fußball je hatte.
Auch ehemalige Spieler erinnern sich gerne
an ihn. So sagt Michael Krätzer, der unter
Neururer spielte und mit ihm den Aufstieg in
die 1. Bundesliga feierte: „Peter war ein toller
Kerl und ein herausragender Trainer – gradlinig,
ehrlich und immer für einen da, wenn
man ihn wirklich brauchte. Das war eine großartige
Zeit.“
Späte Rückkehr und neue Wege
2013 kehrte er nach Bochum zurück – wieder
als Retter. Der Verein stand am Abgrund,
doch Neururer führte ihn mit vier Siegen in
Serie zum sicheren Klassenerhalt. Nach anfänglicher
Euphorie kam es jedoch erneut
zum Bruch. Doch das hielt ihn nicht auf: Ob
als Trainer arbeitsloser Profis bei der Vereinigung
der Vertragsfußballspieler (VDV), als
TV-Experte bei Sport1 oder als Funktionär in
Wattenscheid und Wuppertal – Peter Neururer
blieb eine feste Größe im deutschen Fußball.
Ein Original bleibt sich treu
Heute ist Neururer aus der Fußballwelt nicht
wegzudenken. Im Doppelpass, im Fantalk
oder in Doku-Formaten wie FC Arbeitslos –
Zurück ins große Spiel zeigt er, dass Leidenschaft
und Humor keine Altersfrage sind. Im
Saarland erinnert man sich an ihn als den
Mann, der kam, um den FCS groß zu machen
– und der dabei für unvergessliche Geschichten
sorgte. Ein Trainer, der polarisiert, fasziniert
und inspiriert. Ein echtes Original – laut,
ehrlich, manchmal unbequem.
Kurz gesagt: Peter Neururer.
32 HAND AUF'S HERZ PETER NEURURER
präsentiert von
» Michael Krätzer und sein Trainer Peter Neururer während ihrer Zeit beim 1. FC Saarbrücken.
Peter, du hast Anfang der 90er den 1. FC
Saarbrücken trainiert – eine Zeit, über die
bis heute viele Geschichten kursieren.
Wenn du an diese Monate zurückdenkst:
Was war für dich das Prägendste an deiner
Saarbrücker Zeit – sportlich, aber
auch menschlich?
Peter: Oha, haben wir fünf bis sechs Stunden
Zeit ? Die Zeit beim 1. FC Saarbrücken
war schon speziell. Da war viel Politikum –
Verträge ohne Gültigkeit und so weiter. Es
war eine verrückte Zeit. Aber es gab auch
schöne Momente und besondere Dinge. Zum
Beispiel: Der erste US-Amerikaner, der nach
Deutschland wechselte – das war damals
schon außergewöhnlich.
Dein Satz „Wenn neben mir eine Bombe
einschlägt, zucke ich nicht mal zusammen
– ich war schließlich Trainer des 1.
FC Saarbrücken“ ist legendär.
Peter: Ja, das habe ich gesagt – und dazu
stehe ich auch heute noch zu 100 Prozent.
Wenn du zu dieser Zeit dort warst, hast du
wirklich alles erlebt!
Verfolgst du den 1. FC Saarbrücken eigentlich
noch?
Peter: Ja klar! Und ganz ehrlich – ich drücke
ihnen die Daumen, dass sie mal wieder in die
zweite Liga aufsteigen.
Und wie siehst du die Entwicklung der SV
Elversberg, die in den letzten Jahren ja
richtig für Furore gesorgt hat und mittlerweile
in ganz Fußball-Deutschland Beachtung
findet?
Peter: Das ist Wahnsinn, was dort entstanden
ist! Ich habe die Familie Holzer kennengelernt
und vor Kurzem wieder getroffen – es
macht immer Spaß, sich mit ihnen zu unterhalten.
Frank und seine Söhne – da ist unglaublich
viel Fußball-Sachverstand vorhanden.
Mit welcher Ruhe sie Dinge bewerten
und Entscheidungen treffen, wie die Leute im
Umfeld in Ruhe arbeiten können, mit klaren
Strukturen und perfekt verteilten Aufgabenbereichen
– das ist beeindruckend. Auch wie
Frank Holzer die Firma aufgebaut hat und
jetzt gemeinsam mit seinen Söhnen führt,
zeigt, dass das alles kein Zufall ist. Wie Dominik
den Verein heute führt – oder wie Frank
ihn zuvor geführt hat – das ist geprägt von
Erfahrung, Kompetenz und dem Gespür, im
richtigen Moment die richtige Entscheidung
zu treffen. Da steckt enorm viel Sachverstand
und Leidenschaft drin. Nochmals: Ich ziehe
all meine Hüte vor dem, was dort geleistet
wurde. Das Ergebnis, wo der Verein jetzt
steht, ist keine Überraschung.
Du hast in deiner Karriere viele Spieler
erlebt – vom Kämpfer bis zum Künstler.
Wer war für dich der beste Spieler, den du
je trainiert hast – und warum?
Peter: Ganz ehrlich – diese Frage bekomme
ich oft gestellt. Und weißt du was? Dümmer
kann man fast nicht fragen! (lacht) Die Frage
ist einfach falsch. Wie soll man bewerten, wer
besser ist: Cristiano Ronaldo oder Manuel
Neuer? Das ist unmöglich. Zu meiner Zeit gab
es noch den klassischen Libero – da habe ich
mit den Besten trainiert. Michael „Balu“ Kostner
war ein unfassbarer Kicker, auf dieser
Position absolut überragend. Und auch Wolfram
Wuttke – im Mittelfeld – der hätte eigentlich
100 Länderspiele haben müssen. Ein toller
Fußballer!
Gerade weil du schon so viel erlebt hast,
eine Frage, die ich mir immer wieder stelle:
Das Phänomen DFB-Pokal – warum
kommt es immer wieder vor, dass kleine
Mannschaften die haushohen Favoriten
aus dem Wettbewerb werfen? Wie erklärst
du dir das?**
Peter: Naja, ich würde sagen, das ist alles
Kopfsache. Solche Spiele verlierst du nicht in
den 90 Minuten, sondern schon vor dem Anpfiff
– mit der Einstellung. Guck mal, als Bayern
München in Saarbrücken ausgeschieden
ist: Es ist einfach schwer, mittwochs gegen
Real Madrid im höchsten Wettbewerb zu spielen
und dann einige Tage später bei einem
Drittligisten mit derselben Einstellung anzutreten.
Wenn du nach 20 Minuten merkst:
„Oh, das wird hier kein Selbstläufer“, dann
kriegst du den Schalter nicht mehr umgelegt.
Hat man ja schon oft genug erlebt.
2003/2004 hast du mit dem VfL Bochum
Großes erreicht – Europa, Euphorie, Emo-
PETER NEURURER HAND AUF'S HERZ! 33
tionen. Dein Tanz vor der Fankurve ging
in die Klubgeschichte ein. Wie kam’s zu
dieser spontanen Aktion – und was ging
dir in dem Moment durch den Kopf? Auch
deine unverschönten Antworten oder dieser
Tanz – war das immer spontan? Bist
du jemand, der einfach direkt sagt oder
macht, was er in dem Moment empfindet?
Peter: Ich sage meine Meinung immer gerade
heraus – aber nur noch, wenn ich zu Dingen
gefragt werde. Früher habe ich auch mal zu
Sachen was gesagt, zu denen ich gar nicht gefragt
wurde – das würde ich heute nicht mehr
machen (lacht). Und was viele nicht wissen:
Dass dieser berühmte Tanz erst in Bochum
entstanden ist, stimmt gar nicht. In der Saison
1991/92 gewannen wir mit dem 1. FC Köln das
Derby in Leverkusen mit 2:0. Danach haben
unsere Jungs vor der Kurve unserer Fans getanzt.
Ich kam nochmal raus, um den Fans zu
winken und mich für ihre Unterstützung zu bedanken.
Plötzlich riefen die Zuschauer: „Peter,
wir woll’n dich tanzen seh’n!“ Nun gut – was
soll ich sagen ... dann habe ich mein Bestes
gegeben (lacht)! Was mir in dem Moment nicht
bewusst war: Eine Kamera war direkt auf mich
gerichtet – und meine kleine Einlage erlangte
von heute auf morgen Kultstatus.
Wäre „Let’s Dance“ bei RTL nicht etwas
für dich?
Peter: (lacht) Da hatte ich tatsächlich mal
eine Anfrage! Ich habe aber abgelehnt – und
Mario Basler ist dann eingesprungen.
Würdest du heute nochmal auf der Trainerbank
Platz nehmen, wenn ein Verein
deine Hilfe bräuchte?
Peter: Aushelfen würde ich – aber nur bei drei
Vereinen: Schalke, Bochum und Köln. Da würde
ich ohne zu überlegen einspringen. Als
Trainer im Alltagsgeschäft zu arbeiten, das
würde ich nicht mehr machen – auch wenn ich
topfit bin. Wenn ich mir vorstelle, dass ich mir
die Mannschaft nicht mehr selbst zusammenstellen
darf – für mich ein Unding. Wenn man
Spieler verkaufen muss, aus finanzieller Not
heraus – okay. Aber wenn man einen verkauft,
nur damit der Verein einen verpflichtet, den
ich gar nicht will, dann würde ich dem Manager
meinen Trainingsanzug geben und sagen:
„Hier, mach selbst.“ Die heutigen Trainer ma-
chen ihre Sache sehr gut, aber für mich sind
das Übungsleiter, keine Trainer. Die kommen
mit einem riesigen Staff – das ist nicht meine
Welt. Aber Manager oder Sportdirektor – das
könnte ich mir schon vorstellen. Je nach Angebot
würde ich mir das ernsthaft überlegen.
Wenn du heute auf das Fußballgeschäft
schaust – Ablösesummen, Gehälter, Beraterhonorare
– wie siehst du diese Entwicklung?
Peter: Ich sage immer: Die Gehälter stören
mich nicht. Wenn ein Spieler das verdient,
dann ist er es wohl wert – die Vereine verdienen
ja auch sehr gutes Geld mit den Spielern,
mit Merchandising und so weiter. Was
mich aber stört: In einer Welt, in der immer
noch Menschen hungern, werden 200 Millionen
Euro Ablöse für einen Spieler gezahlt –
das ist schon Wahnsinn. Allgemein finde ich,
dass der Fußball völlig überfrachtet ist. Hier
ein Freundschaftsspiel, da ein Qualifikationsturnier
und dann noch eine Relegation. Eine
Champions League, die ihrem Namen längst
nicht mehr gerecht wird – und ständig neue
Wettbewerbe, nur um noch mehr Geld zu
scheffeln. Auf Dauer kann das für einen Profi
nicht gut sein. Wenn ein Spieler 60 bis 70
Spiele im Jahr macht, leidet irgendwann die
Qualität – das ist einfach zu viel. Dazu kommt,
dass der Fußball künstlich aufgebläht wird.
Irgendwann interessiert das niemanden
mehr. Wer will denn in drei Jahren achtmal
Bayern gegen Real sehen? Niemand – die Leute
werden satt! Gut, oftmals weiß man ja gar
nicht mehr, wo das Spiel überhaupt übertragen
wird. (lacht)
Das heutige Fußballgeschäft ist schnelllebiger
denn je. Trainerjobs gleichen oft
einem Schleudersitz – heute wirst du gefeiert,
morgen bist du der Buhmann. Nur
ein kleines Beispiel: Ein Sandro Wagner
wird plötzlich als arrogant dargestellt,
nachdem man ihn vorher für seine Lausbubenart
gefeiert hat.
Peter: Du, das ist aber unsere Gesellschaft
– so hat sich das entwickelt, auch wenn es
nicht schön ist. Wenn du heute Ja zum Fußballgeschäft
sagst, dann sagst du auch Ja zu
all den negativen Dingen, die dazugehören.
Sandro zum Beispiel ist ein toller Typ. Ich
habe ihn beim MSV Duisburg trainiert, wir
haben uns gut verstanden – aber ich glaube,
einmal pro Woche sind wir aneinandergeraten
(lacht). Er ist sehr gradlinig und sagt
offen und unverblümt seine Meinung – ich
auch. Da kann’s schon mal krachen. Und so
ist das jetzt auch: Es gibt Leute, die nur darauf
warten, dass du Misserfolg hast. Erst
wirst du gefeiert, und sobald’s nicht läuft,
machen sie dich nieder. Ich habe das ja auch
selbst am eigenen Leib erfahren. Wie oft wurde
ich über den grünen Klee gelobt – und mindestens
genauso oft in den Medien zerrissen.
Oder wie oft wurden einfach Dinge behauptet,
die gar nicht stimmten! Zum Beispiel wurde
damals geschrieben, ich sei in Hannover
entlassen worden – das stimmt nicht, ich bin
zurückgetreten. Auch beim 1. FC Saarbrücken:
Mein Vertrag war nicht mehr gültig, ich wurde
nicht gefeuert. So entstehen dann Geschichten,
die sich jahrelang halten, obwohl sie nie
der Wahrheit entsprachen.
Wenn du heute auf deine Karriere zurückblickst
– würdest du alles nochmal so entscheiden
wie damals? Oder gibt es Dinge,
bei denen du heute sagen würdest: Das
hätte ich vielleicht anders gemacht?
Peter: Ja, direkt – die Unterschrift bei Hertha
BSC Berlin. Das war ein Fehler. Ich war gerade
auf einem Aufstiegsplatz mit Schalke 04, als
ich beurlaubt wurde. Dann kam dieses sehr
gute Angebot von der Hertha. Eigentlich hätte
ich warten sollen, vielleicht abwarten, was
noch kommt – ich hatte ja auch ein Angebot
aus der Premier League. Aber ich wollte unbedingt
vor Schalke in die erste Liga – und
dachte, Berlin wäre der richtige Verein dafür.
Mit Saarbrücken war es übrigens das Verrückteste,
was ich erlebt habe – die haben
damals bezahlt wie Bayern München und
auch diese Ansprüche gehabt … das war’s
aber auch schon (lacht).
Text: Torsten Nelz
Bilder: Imago
34 FUSSBALL NATIONALMANNSCHAFT DER FRAUEN
DFB-FRAUEN DOMINIEREN,
DOCH DER LOHN BLEIBT AUS
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» Janina Minge (rechts) Deutschland klärt gegen Eva Navarro.
Viele Chancen, viermal Aluminium: Deutschlands
Nationalteam verpasst gegen Spanien
trotz starkem Auftritt den Sieg.
Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat
im Hinspiel des Nations-League-Finals gegen
Weltmeister Spanien ein torloses Remis erreicht
– trotz klarer Überlegenheit und zahlreicher
Chancen. Bundestrainer Christian
Wück rotierte auf mehreren Positionen und
sein Team setzte Spanien früh unter Druck.
Besonders Bühl, Brand und Knaak sorgten
immer wieder für gefährliche Abschlüsse,
doch Spaniens Torhüterin Cata Coll parierte
mehrfach stark. Zusätzlich verhinderten zwei
Pfostentreffer die deutsche Führung. Nach
der Pause kam Spanien kurzzeitig besser ins
Spiel und traf durch Esther ebenfalls den
Pfosten. Deutschland fand anschließend wieder
mehr Kontrolle und setzte weiter Offensivakzente,
doch auch zwei weitere Aluminiumtreffer
brachten keinen Erfolg. Am Ende
blieb es beim 0:0, das dem engagierten Auftritt
der DFB-Frauen nicht gerecht wurde. Vor
dem Rückspiel am Dienstag in Madrid ist damit
weiterhin alles offen.
Text Bilder: Jan Sebastian Bach
NATIONALMANNSCHAFT DER FRAUEN FUSSBALL 35
» Giulia Gwinn (rechts) im Zweikampf mit Olga Carmona.
» Giulia Gwinn ist mit dem deutschen Spiel hochzufrieden.
» Giulia Gwinn und Ann-Katrin Berger erhalten Auszeichnung zu Nationalspielerin des Jahres.
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36 YOGA LAURA DINCAY (TEIL 1 VON 2)
YOGA – SPORT, DER WEIT
DARÜBER HINAUSGEHT
präsentiert von
» Offen, stark und ganz bei mir – die Pose „Wild Thing“ zeigt, was Yoga alles kann.
Viele halten Yoga für „nur Dehnen“ oder und merkte, wie intensiv diese ruhigen, kontrollierten
„nichts für Unsportliche“. Doch wer sich
Bewegungen tatsächlich sind. Yoga
einmal wirklich darauf einlässt, merkt fordert körperlich, aber auch mental. Ich
schnell: Yoga ist nicht einfach nur Bewegung
musste präsent bleiben, meine Gedanken los-
– es ist Sport für Körper, Geist und lassen und mich vollständig auf den Moment
Seele. Und es ist weit mehr, als man auf den einlassen. Genau diese Kombination aus Anstrengung
ersten Blick vermuten würde. Yoga eröffnet
und Achtsamkeit hat mich von An-
einen Raum, in dem man sich selbst und die fang an fasziniert. Es zeigt, dass Sport auch
eigenen Grenzen besser kennenlernen kann. leise und bewusst sein kann, ohne dass man
sofort ins Schwitzen kommt. Yoga hat mir beigebracht,
Als ich das erste Mal von Yoga hörte, wusste
achtsam mit mir selbst umzugehen
ich sofort: Das möchte ich ausprobieren. Ich – fordernd, aber ohne Druck. Jede Haltung
wollte verstehen, was dieser besondere Mix bringt mich ins Gleichgewicht, fordert Kraft
aus Bewegung, Atmung und Achtsamkeit mit und Stabilität, aber auch Geduld und Gelassenheit.
mir macht – völlig unabhängig davon, ob Yoga
Und genau das macht Yoga für mich so
als „richtiger Sport“ gilt oder nicht. Schon besonders: Es trainiert nicht nur den Körper,
nach der ersten Stunde war mir klar: Ja, Yoga sondern auch den Geist. Es schafft Raum, innerlich
ist Sport. Und zwar einer, der auf ganz besondere
zur Ruhe zu kommen und gleichzeitig
Weise fordert. Es ist ein Training, das Kraft aufzubauen. Diese Verbindung zwischen
Körper und Geist gleichermaßen beansprucht
Anspannung und Entspannung ist ein-
und einen auf subtile Weise herausfordert. zigartig und macht Yoga zu einem ganzheitlichen
Erlebnis.
Jede Pose verlangt Kraft, Gleichgewicht, Flexibilität
und Konzentration. Ich spürte Muskeln, Ich gebe zu: Ich schaffe es nicht immer, täglich
die ich vorher kaum wahrgenommen hatte, zu üben. Aber jedes Mal, wenn ich auf die
Matte zurückkehre, spüre ich, wie gut es mir
tut. Yoga fühlt sich an wie ein Neustart – es
klärt den Kopf, stärkt den Körper und hilft mir,
dem Alltag mit mehr Gelassenheit zu begegnen.
Es erinnert mich daran, dass Sport nicht
laut, schnell oder messbar sein muss, um
effektiv zu sein. Gerade diese sanfte, aber effektive
Art der Bewegung macht Yoga für viele
Menschen so wertvoll. Überrascht haben
mich jedoch die vielen Vorurteile. Die einen
behaupten: „Yoga ist doch nur Dehnen – da
passiert ja nichts!“ Andere denken, Yoga sei
nur etwas für sehr flexible Menschen und trauen
sich deshalb gar nicht erst auf die Matte.
Beides könnte nicht falscher sein. Yoga ist kein
passives Herumliegen, sondern ein ganzheitliches
Training. Es kräftigt, stabilisiert und
dehnt gleichzeitig. Und es ist für jede und jeden
geeignet – unabhängig von Alter, Fitnesslevel
oder Beweglichkeit. Niemand muss akrobatische
Posen können. Yoga beginnt immer
dort, wo du gerade bist, und wächst mit dir.
Auch der Profisport zeigt mittlerweile, wie viel
Kraft und Potenzial in Yoga steckt. Im Fußball
etwa hilft Yoga, die Verletzungsgefahr zu reduzieren.
Durch gezielte Dehnung, Stärkung
der Tiefenmuskulatur und eine verbesserte
Beweglichkeit wird der Körper widerstandsfähiger.
Viele Profis nutzen Yoga, um ihre Muskeln
zu entspannen, die Regeneration zu fördern
und gleichzeitig die Konzentration zu
schulen. Auch Läuferinnen, Tänzer oder Kraftsportler
profitieren: Yoga gleicht muskuläre
Dysbalancen aus, verbessert Haltung, Bewegungsfluss
und Körpergefühl. Es stärkt den
Rumpf, verbessert die Balance und fördert
eine bewusste, kontrollierte Bewegung – alles
grundlegende Elemente für jede Sportart.
Yoga wirkt also auf den gesamten Körper und
kann präventiv wie leistungssteigernd eingesetzt
werden.
Neben der körperlichen Wirkung stärkt Yoga
auch die mentale Widerstandsfähigkeit. Durch
LAURA DINCAY (TEIL 1 VON 2) YOGA 37
» Laura Dincay
die bewusste Atmung lernt man, ruhig zu bleiben, selbst wenn
es anstrengend wird. Diese Fähigkeit hilft nicht nur auf der Matte,
sondern auch im Wettkampf oder im Alltag. Genau darin liegt
für mich eine seiner größten Stärken. Wer regelmäßig übt, bemerkt,
dass sich diese Ruhe und Konzentration nach und nach
auf alle Lebensbereiche übertragen. Ich wünsche mir, dass noch
mehr Menschen dafür offen werden – dass sie Yoga nicht als
„Soft-Sport“ missverstehen, sondern als das, was es wirklich ist:
ein anspruchsvolles, vielseitiges Training, das Körper, Geist und
Seele stärkt. Yoga ist Kraft, Balance, Bewusstsein und Ruhe zugleich.
Es ist eine Einladung, sich selbst besser wahrzunehmen
und die eigene Stärke zu entdecken. Wer Yoga ausprobiert,
merkt schnell: Es ist nicht immer leicht, manchmal sogar unbequem.
Aber genau das macht es wertvoll. Yoga fordert, stärkt
und verändert – auf allen Ebenen. Es ist Sport, und weit mehr als
das. Es ist eine Begegnung mit sich selbst. Und genau deshalb
lohnt es sich, es auszuprobieren. Schön zu sehen ist jedoch, dass
viele genau das schon erkannt haben – gerade diejenigen, deren
Alltag eigentlich kaum hektischer sein könnte: Spitzensportler,
Rennfahrer, Manager. Ob Cristiano Ronaldo, der FC Bayern München
oder Teams aus der Formel 1: Immer mehr Leistungsträger
finden ihre Balance auf der Yogamatte. Was früher als „sanftes
Dehnen“ galt, ist heute ein fester Bestandteil moderner Trainingspläne
und Mentalprogramme.
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Warum das so ist – und was genau Profisportler und Topmanager
an Yoga so schätzen – darum geht es im nächsten Teil.
Text & Bilder: Laura Dincay
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38 FIT & GESUND EISBADEN
EISBADEN – DIE KRAFT
DES KALTEN WASSERS!
präsentiert von
Hinweis: Folgender Text versteht sich
als allgemeiner Ratgeber. Er ersetzt keine
ärztliche Beratung. Bei Unsicherheit oder
ernsthaften Beschwerden sollte unbedingt
ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht
werden.
Gesundheit durch Kälte
Beim Eisbaden wird der Körper extremen
Temperaturen ausgesetzt – ein echter
Stresstest für das Nervensystem. Dabei
schüttet der Körper Endorphine aus, die
sogenannten Glückshormone. Sie sorgen
nicht nur für gute Laune, sondern lindern
auch Schmerzen. Gleichzeitig kurbelt die
Kälte die Durchblutung an, stärkt das Immunsystem
und regt den Stoffwechsel an.
Studien zeigen: Regelmäßige Kältebäder
können die Anfälligkeit für Erkältungen
senken und das allgemeine Wohlbefinden
steigern. Auch das Herz-Kreislauf-System
profitiert: Das kalte Wasser lässt die Blutgefäße
kurzzeitig zusammenziehen, nach
dem Aufwärmen weiten sie sich wieder – ein
Training für die Gefäße, das den Blutdruck
reguliert und die Sauerstoffversorgung
verbessert.
Boom der Eistonnen
Der Trend ist unübersehbar: Der Verkauf von
Eistonnen boomt. Immer häufiger sieht man
Spitzensportler:innen, die auf Kältetherapie
schwören. Fußballer nutzen die Eistonne zur
Regeneration, weil die Kälte Entzündungen
reduziert, den Abtransport von Stoffwechselprodukten
beschleunigt und Muskelkater
vorbeugt. Sobald sich der Körper wieder aufwärmt,
erweitern sich die Gefäße, was die
Durchblutung und Nährstoffversorgung der
Muskeln steigert und die Heilung beschleunigt.
Portugal-Star Cristiano Ronaldo investierte
sogar rund 45.000 Euro in eine persönliche
Kältesauna. Andere, wie die Spieler des
FC Arsenal, steigen nach dem Training in umfunktionierte
Mülltonnen voller Eiswasser.
Ob Hightech oder improvisiert – das Ziel ist
dasselbe: den Körper nach intensiver Belastung
schnell wieder fit zu machen.
Muskelkater adé
Leistungssportler verkürzen mit Eisbädern
ihre Regenerationszeit und reduzieren Muskelkater,
der durch mikroskopisch kleine Risse
im Muskelgewebe entsteht. Diese sogenannten
Mikrorisse entstehen bei intensiven
oder langen Trainingseinheiten; der Körper
reagiert mit Entzündungen, die sich ein bis
zwei Tage später schmerzhaft bemerkbar machen.
Eine 2015 im Fachmagazin Sports Medicine
veröffentlichte Metaanalyse zeigte:
Kaltwasseranwendungen wirken besser gegen
Muskelkater als völlige Ruhe – wenn sie
direkt nach dem Training erfolgen. Sie helfen,
beschädigtes Muskelgewebe schneller zu reparieren
und die empfundene Müdigkeit zu
verringern. Eine weitere Studie von 2017 ergab,
dass Eisbäder besonders dann Vorteile
bieten, wenn zwischen Wettkämpfen nur wenig
Zeit zur Erholung bleibt.
Besserer Schlaf durch Kälte
Eisbäder können nicht nur Muskeln entspannen,
sondern auch den Schlaf verbessern. Die
Kälte senkt die Körpertemperatur – ähnlich
EISBADEN FIT & GESUND 39
wie beim Einschlafen. Eine 2021 veröffentlichte
Studie mit Ausdauerläufern ergab, dass
Kaltwasseranwendungen die Schlafqualität
verbessern, vor allem den Tiefschlaf. Sie reduzieren
nächtliche Aufwachphasen und fördern
die Regeneration über Nacht. Wer also
abends ein kurzes Eisbad oder eine kalte Dusche
wagt, kann tatsächlich erholsamer
schlafen.
Immunsystem und mentale Stärke
Kaltwasseranwendungen stehen im Verdacht,
das Immunsystem zu stärken. Studien
deuten darauf hin, dass regelmäßiges Eisbaden
die Aktivität von Abwehrzellen erhöhen
kann. In einer Untersuchung der sogenannten
Wim Hof-Methode zeigte sich: Teilnehmer:innen,
die zehn Tage lang Atemtechniken und
Kaltwasserbäder trainierten, entwickelten
seltener grippeähnliche Symptome. Auch auf
die Psyche wirkt sich Eisbaden positiv aus.
Eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigte, dass
Schwimmen in kaltem Wasser Stress, Anspannung
und Erschöpfung verringert. Wer regelmäßig
ins Eiswasser steigt, stärkt seine mentale
Resilienz – denn der Körper lernt, mit
Stress umzugehen, und diese Gelassenheit
lässt sich auf den Alltag übertragen.
Sicherheit geht vor
So wohltuend Eisbäder sein können – sie sind
nicht für jeden geeignet. Menschen mit Herz-
Kreislauf-Erkrankungen, hohem Blutdruck,
offenen Wunden, Kälteempfindlichkeit oder
Kreislaufproblemen sollten vorher ärztlichen
Rat einholen. Auch Kinder und Schwangere
sollten auf Eisbäder verzichten. Achte auf die
richtige Dauer: Expert:innen empfehlen ein
bis zwei Eisbäder pro Woche mit 3–5 Minuten
Kälteeinwirkung, insgesamt etwa 11 Minuten
pro Woche. Und: niemals allein baden! Bei
Schwindel, Benommenheit oder starkem Zittern
sofort aus dem Wasser gehen – Unterkühlung
ist ein reales Risiko.
Mehr als ein Trend
Eisbaden ist eine bewusste Entscheidung
gegen den Komfort, eine Rückkehr zu den
elementaren Kräften der Natur. Es ist eine
mentale wie körperliche Herausforderung –
und für viele ein Weg, innere Ruhe, Stärke
und Gemeinschaft zu finden. Mit Respekt,
Achtsamkeit und der richtigen Technik wird
das Bad im Eiswasser zu einem Ritual, das
Körper und Geist gleichermaßen belebt.
Fazit: Eisbaden ist keine Mutprobe – es ist
eine Einladung, die eigene Grenze zu spüren
und die Kraft der Kälte für sich zu entdecken.
Wer einmal die erfrischende Wirkung erlebt
hat, versteht, warum dieses uralte Ritual heute
wieder so viele begeistert.
Text: Torsten Nelz
Bilder: freepik / @EyeEm
40 LOST PLACES SAARBRÜCKEN
RADRENNBAHN
AM SCHANZENBERG
Ein Lost-Ground-Idyll vom Allerfeinsten
Normalerweise sind eher Sportplätze Gegenstand
einer Lost-Ground-Besichtigung. Doch
eine historische Sportstätte wie die alte Radrennbahn
auf dem Schanzenberg in Saarbrücken,
die seit Ewigkeiten brach liegt und über
einen beträchtlichen Ausbau verfügt, muss
man einfach gesehen haben. Das Areal zeigt
sich in einer Art verwunschenen Zustand:
Nicht mehr ganz neu, ganz sicher nicht in
einer Verfassung, dass man direkt wieder
sportlich in irgendeiner Art und Weise tätig
werden könnte, aber dennoch soviel Aura
ausstrahlend, dass die Sportgeschichte zum
Greifen nah schien, auch wenn dem Betrachter
beim Besuch selbst vielleicht noch gar
nicht oder bekannt ist.
Im Juli 1935 wurde die Anlage eröffnet. Ab 1962
war auch der Reiterbund Saarbrücken auf dem
Schanzenberg beheimatet. Direkt neben dem
Radstadion gab bzw. gibt es die alte Reithalle
mit den Stallungen. Bis Mitte der 90er Jahre
trainierten und fuhren die besten Radrennfahrer
des Saarlandes auf dieser Anlage. Doch gut
60 Jahre nach der Eröffnung wurde die Bahn
aus Kostengründen stillgelegt. Eine Sanierung
oder auch Renovierung hätte Unsummen verschlungen,
so dass mit rudimentären Mitteln
gegen den Verfall angekämpft wurde – allerdings
vergeblich. 2011 konnte der Reiterbund
sich durch einen Erbpachtvertrag mit der Stadt
Saarbrücken die gesamte Anlage sichern. Die
Reitstunden waren gut besucht und der Klub
erfreute sich gerade unter Reitsportfans einer
gewissen Beliebtheit. Was allerdings hinter den
Kulissen lief, trat erst nach und nach zu Tage.
Denn der Verein war finanziell stark angeschlagen
und hätte bereits gut eine Dekade, wenn
nicht noch früher saniert werden müssen. Als
dann auch noch die Vorsitzende starb, fühlte
sich keiner mehr zuständig. Investoren und Interessenten
gab es genug, allerdings wollten
sie alle die Hoheit über das Gelände haben. Was
angesichts von 2 bis 3 Millioen Investitionssumme
auch durchaus verständlich ist. Hier spielte
aber die Stadt Saarbrücken nicht mit. Und ge-
mäß der Erbpacht hätte danach alles der Stadt
gehört. Dass dieses Spiel keiner mitmacht, ist
selbstredend. Und so wurde der Vertrag 2021
mit dem Reiterbund gelöst, da dieser insolvent
ging und die Stadt erhielt die Oberhand über
das Areal zurück. Seitdem hat sich aber wenig
getan: Das Gebiet ist sich selbst überlassen,
hinzukommen auch diverse Angriffe von Vandalen.
Zuletzt wurde der alten Reithalle Baufälligkeit
attestiert, nachdem es dort gebrannt
hatte. 2017 keimte der Radsporttraum aber
dennoch kurz auf. Denn der saarländische Radfahr-Bund
hatte sich überlegt hier sein Trainingszentrum
zu errichten. Es wäre eine schöne
Symbolik gewesen, hier ein regionales
Trainingszentrum für das gesamte Saarland zu
haben, zumal der Bahnrad-Vierer-Olympiasieger
von 1992, Andreas Walzer, hier für seinen
Erfolg trainierte. Eine historische Stätte für
eine goldene Zukunft des Radsports – doch
auch daraus sollte leider nichts werden, obwohl
die Radsportler dringend eine Trainingsstätte
suchten, um kurz- bis mittelfristig konkurrenz-
SAARBRÜCKEN LOST PLACES 41
Wir bieten Ihnen folgende Leistungen an:
Verputzarbeiten
Malerarbeiten
Schimmelbeseitigung
fähig zu sein. Aus einem Artikel der Saarbrücker Zeitung (SZ) vom
09. Oktober 2017 geht hervor, dass die besten Radsportler - aufgrund
der mangelhaften Trainingsbedingungen - reihenweise das
Saarland verließen. Derweil liegt der Schanzenberg immer noch
brach, längst hat sich die Natur das Terrain zurückerobert.
Und so kann der interessierte Besucher in aller Ruhe eine gemütliche
Fotorunde durch das Areal ziehen, die zugewachsenen Stehstufen
bestaunen, die alte und (im Verhältnis zum restlichen Geläuf)
von Unkraut freie Tribüne betreten. Wer über die 333 Meter
lange Steilbahn schlendert, kann noch alte Markierungen unter
dem Moos erkennen und sich in seiner Phantasie vorstellen, was
hier einmal los war. Jetzt steht die Zeit einfach still. Trotzdem
keine Frage: Für Sport-Nostalgiker, selbst wenn sie im Fußball beheimatet
sind, ist dieser Ort etwas ganz Besonderes!
Text & Bilder: Tobias Amelong
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42 HANDBALL HG SAARLOUIS
präsentiert von
HG SAARLOUIS MIT
DEM NOVEMBER
RUNDUM ZUFRIEDEN
Drei Partien, drei Siege und die Tabellenführung verteidigt.
» Hubert Kornecki im Flug kurz vor seinem Wurf.
HG SAARLOUIS HANDBALL 43
Saarlouis. Drei Spieltage, 3 Siege und nach
wie vor die Tabellenspitze in der Südwestgruppe
der 3. Handball-Bundesliga: Das ist
die erfreuliche Monatsbilanz der HG Saarlouis
für den November. Und den Höhepunkt
gab es vor ausverkauftem Haus (1500 Zuschauer)
in der Stadtgartenhalle mit dem
30:26 Heimsieg gegen die bis dahin ungeschlagene
Truppe vom TV Gelnhausen.
Begonnen hatte der November für den Top-
Club aus dem Saarland ebenfalls mit einem
Heimspiel - und zwar genau viereinhalb Stunden
vor Monatsbeginn am 31.10.2025 mit der
Freitagspartie gegen die SGSH Dragons aus
dem Sauerland. 1100 Zuschauer feierten am
Ende einen hart erarbeiteten 32:26 (16:15)-Erfolg.
„Ich bin stolz auf die Jungs“, sagte HGS-
Cheftrainer Jörg Lützelberger nach der Partie
und hängte mit Augenzwinkern noch einen
Wunsch an sein Gegenüber Lars Faßbender an:
Die Dragons sollten doch bitte schön den Konkurrenten
künftig die Punkte wegnehmen. Der
Saarlouiser Coach verband damit ein Lob für
die Gäste, die er schon im Vorfeld stärker eingeschätzt
hatte, als es deren aktueller Tabellenplatz
aussagt.
Das Team des Tabellenführers ließ sich auch
eine ganze Weile lang von den Dragons aus dem
Sauerland ärgern. Ursache dafür war sicherlich
die Tatsache, daß Lützelberger nach zehn Spielen
erstmals eine größere Umstellung in der
Startformation vornehmen musste. Einmal
fehlte mit Meti Durmishi eine wichtige Säule in
Angriff und Abwehr, weil er mit dem Kosovo in
der WM-Quali sein erstes Länderspiel in Großbritannien
gewann (32:26). Zum Anderen spielte
Kapitän und Leader Tom Paetow nur kurz,
weil er in der Vorbereitungswoche krank war.
Und schließlich war es nach der schmerzlichen
Niederlage in Nieder-Roden nicht besonders
gut um das Selbstvertrauen des Teams bestellt.
Andere – wie Sven Eberlein, Philipp Kockler,
Yves Kunkel und Joshua Reitz – mussten in der
Partie die Haupt-Last schultern. Dazu kam, ein
guter Michel Fiedler im HGS-Gehäuse und die
HGS-Top-Talente Marko Jelicic, Silas Geis und
Gil Kunkel verdienten sich ein Extra-Lob von
ihrem Trainer, erhielten viel Einsatzzeit und
hatten Anteil am Erfolg.
In Halbzeit 2 hatte die Lützelberger-Sieben
dann Spiel und Gegner im Griff und legten für
die nächste anstehende Auswärtspartie bei den
Bergischen Panthern in Sachen Selbstbewußtsein
eine gute Grundlage. Und die Gastgeber
wehrten sich redlich, so daß Saarlouis erneut
hart arbeiten mussten, um am Ende beim 32:29
(20:13)-Auswärtssieg zwei weitere Punkte auf
ihr Konto buchen zu können. In der leider nur
mit 100 Zuschauern - die Hälfte davon aus dem
Saarland - besetzten Burscheider Schulberghalle
behielten die Saarländer auch auf der
Platte die Oberhand und holten sich beim 29:32
(13:20) den fünften Auswärtssieg. Dabei machten
es Paetow, Eberlein und Co. nach einer ordentlichen
1. Halbzeit in der zweiten Spielhälfte
„unnötig spannend“ (Coach Lützelberger). So
stand dem Monats-Höhepunkt jetzt wieder in
Saarlouis nichts mehr im weg. Mannschaft und
Umfeld fieberten schon die ganze Woche vor
dem Spiel gegen den bis dahin ungeschlagenen
Tabellen-Dritten aus Gelnhausen der Begegnung
entgegen. Und es wurde ein absolutes
Highlight. Schon am Dienstag waren die Sitzplätze
in der Halle ausverkauft und am Spieltag
hieß es dann „komplett ausverkauft“. Und es
passte einfach alles bei diesem Handballfest
Riesen: Stimmung, spannende Handball-Action
und am Ende ein hoch verdienter 30:26
(15-11)-Heimsieg gegen den bislang ungeschlagenen
TV Gelnhausen im Top-Spiel des 13.
Spieltages. Beide Teams zeigten 60 Minuten
lang Herz und Kampfgeist und lieferten eine
Partie auf bestem Drittliga-Niveau. So gab es
hinterher zwei durchaus zufriedene Trainer:
Matthias Geiger würdigte die kämpferische
Leistung seines Teams und die Tatsache, daß
sie nie aufgegeben hätten. Jörg Lützelberger
war stolz auf seine Jungs, die mit diesem Spiel
einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht
hätten. Er strich insbesondere das Rückzugsverhalten
seiner Mannschaft heraus, das das
Tempospiel des TVG und einfache Tore daraus
vereitelt habe. Erfreulich übrigens auch, dass
mit Janus Kubera ein weiteres Top-Talent aus
dem eigenen Nachwuchs seine beiden ersten
blitzsauberen Drittliga-Tore von Rechtsaussen
erzielen konnte.
Insgesamt gesehen war dieser Sieg das Ergebnis
einer geschlossenen Team-Leistung der HG
Saarlouis: Eine stabile und schnellbeinige Abwehr
mit einem bärenstarken Michel Fiedler
dahinter, eine Offensive, in der Yves Kunkel (7
Tore), Sven Eberlein (5 Tore), Tom Paetow (4
Tore) und Lars Weißgerber (4 Tore) die entscheidenden
Akzente setzten waren die Faktoren,
die gegen eine starke Mannschaft aus
Gelnhausen den Unterschied machten. Jetzt
warten auf die Saarländer bis zum Jahreswechsel
noch drei Spiele.
Text: Peter Wagner
Bilder: Jan Sebastian Bach
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44 GT MASTERS MAX REIS
EIN JAHR VOLLER
ERFOLGE, PODIEN UND
CHARAKTERBILDUNG
Rückblick: Die starke 2025er Saison von Max Reis im ADAC GT Masters.
» Max Reis (r.) und David Schumacher feiern am Nürburgring.
MAX REIS GT MASTERS 45
Die Saison 2025 im ADAC GT Masters war
für Max Reis ein echter Reifeprozess. Der
18-jährige Ramsteiner zeigte einmal mehr,
warum er zu den besten Nachwuchstalenten
im deutschen GT-Sport gehört: ehrgeizig,
fokussiert und mit einem außergewöhnlichen
Gespür für die Rennstrecke.Gemeinsam
mit dem Haupt Racing Team stellte er
sich der Herausforderung, den neuen Ford
Mustang GT3 Schritt für Schritt weiterzuentwickeln
– und dieser Weg zahlte sich aus.
Max legte den Fokus auf stetige Verbesserung,
für das kontinuierliche Arbeiten am
Detail. Einer, der nicht ruht, bis jedes Timing
für den Bremspunkt, jede Ideal-Linie und
jeder Reifendruck analysiert ist. Seine Saison
war geprägt von Lernkurven, starken
Momenten und der mentalen Stärke eines
Fahrers, der weiß, was er will.
Am 27. Mai setzte Max ein Zeichen:
Gleich beim ersten Saisonrennen am Lausitzring
gelang ihm ein beeindruckender Einstand.
Kaum Training, neues Auto – und direkt auf
dem Podium: Gemeinsam mit Niklas Kalus fuhr
er von Startplatz zwölf auf Rang drei und holte
damit das Premierenpodium der Saison.
Trotz abbauender Reifen verteidigte er den
dritten Platz bis ins Ziel. Ein technischer Defekt
verhinderte am Sonntag weitere Punkte,
dennoch lag Max nach dem Auftaktwochenende
auf einem starken fünften Gesamtrang.
Starkes Sommerhighlight am Nürburgring
Einen ersten großen Höhepunkt setzte Max
Reis beim Gastspiel auf dem Nürburgring
Mitte Juli. Nachdem sich sein Teamkollege
Niklas Kalus verletzt hatte, sprang David Schumacher,
Sohn von Ralf Schumacher, kurzfristig
ein – doch die spontane Umstellung hinderte
Max nicht daran, eines seiner besten GT-Masters-Wochenenden
überhaupt abzuliefern.
Bereits im Qualifying zeigte er sein Talent: Mit
einer brillanten Runde sicherte er sich die
zweite Pole Position seiner Karriere – ein klares
Zeichen seiner Entwicklung und seines
feinen Gefühls für Grip, Rhythmus und Ideallinie.
Im Samstagsrennen verteidigte er die
Führung souverän, holte Platz vier und ein
Podium im Silver Cup. Am Sonntag folgte das
nächste Ausrufezeichen: Gesamtrang zwei gemeinsam
mit David Schumacher. In der Meis-
» Ford Mustang GT3
terschaft kletterte Max damit bis auf Rang drei
– ein Meilenstein seiner noch jungen Laufbahn.
Herausforderung Salzburgring – wichtige
Punkte trotz Rückschlägen
Der Salzburgring, eine der schnellsten Strecken
in Europa, stellte Fahrer und Material vor
extreme Herausforderungen. Nach wenig
Fahrzeit und technischen Problemen kämpften
sich Max und sein Teamkollege Niklas
Kalus dennoch zurück. Gerade auf dieser
Hochgeschwindigkeitsstrecke zeigte sich erneut,
dass Max ein besonderes Gespür für
Rennstrecken entwickelt hat, für ihren Charakter
und ihre Ideal-Linien. Mit Platz neun
im zweiten Rennen holte er trotz widriger
Umstände wertvolle Punkte.
Podium und starke Pace auf dem Red Bull Ring
Nur eine Woche später meldete sich Max Reis
eindrucksvoll zurück. Auf dem Red Bull Ring
knüpfte er an seine Nürburgring-Form an. Im
ersten Lauf stürmte das Duo auf einen hart
erkämpften dritten Platz– das vierte Podium
der Saison. Auch im zweiten Rennen zeigte
Max Kampfgeist. Nach einem turbulenten
Start bewies er erneut seine Stärke in Zweikämpfen,
arbeitete sich zurück und übergab
das Auto in einer soliden Position an Niklas,
der schließlich Platz fünf sicherte. In der Meisterschaft
lag Max zu diesem Zeitpunkt punktgleich
mit dem Viertplatzierten – und voll im
Rennen um das Podium.
Saisonfinale in Hockenheim: Zwei Mal Top
Ten und Teamtitel
Beim großen Finale auf dem Hockenheimring
zeigte Max erneut Konstanz und Präzision. Mit
Platz sechs und neun rundeten er und Teamkollege
Niklas eine Saison ab, in der sie als
Team fast nie Fehler machten. Besonders bemerkenswert:
Bereits am Samstag feierte das
Haupt Racing Team den vorzeitigen Gewinn
der Teammeisterschaft – ein Erfolg, zu dem
Max mit seiner stabilen Saisonleistung entscheidend
beigetragen hat.
Konstant, kämpferisch, gereift – ein Fazit
Max schloss die ADAC-GT-Masters-Saison
2025 mit 134 Punkten auf Gesamtrang sechs
ab. Er fuhr in elf von zwölf Rennen in die
Punkte, erreichte vier Podestplätze, eine Pole
Position und zeigte eine klare, stetige Leistungssteigerung
über das gesamte Jahr hinweg.
2025 präsentierte er sich als ein Rennfahrer,
der nicht nur den Speed besitzt,
sondern auch Ehrgeiz, Lernbereitschaft und
die Fähigkeit, jedes Wochenende besser zu
werden. Und wie man im Rennsport so schön
sagt: „Max hat Benzin im Blut – und fühlt sich
auf dem Asphalt zuhause.“
Max selbst fasst das Jahr treffend zusammen:
„Wir haben mit dem neuen Ford Mustang bei
null begonnen und uns stetig verbessert. Der
Nürburgring war sicher das Highlight, wir können
insgesamt sehr zufrieden mit der gesamten
Saison sein.“
2025 war das Jahr, in dem sich Max Reis endgültig
im GT Masters etablierte – und bewies,
dass sein Weg im Motorsport noch lange nicht
zu Ende ist.
Text: Torsten Nelz
Bilder: Team Reis
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Das Ergebnisse ist beeindruckend: Die
Mäntel werden zunächst vollständig
zerlegt und anschließend in einem
modernen, zeitgemäßen Schnitt neu
gestaltet.
Das Fell wird in einem aufwändigen
Verfahren geschoren und danach in
dezenten oder – auf Wunsch – auch in
markanten Modefarben wie Rot, Blau
oder Grün eingefärbt.
Das Ergebnis ist eine völlig neue,
leichte und geschmeidige Felljacke, die
als Fellmantel oder beispielweise als
Innenfutter in einem sportlichen Parka
gearbeitet wird – vergleichbar mit
Kreationen italienischer Top-Designer.
Unser Atelier steht für Sie bereit.
Tel: 06831 - 40618
IMMER
AUF
ERFOLGS-
KURS
Andreas Waschburger bei
seiner Durchquerung der
Tsugaru Straße in Japan
Die Ocean’s Seven gelten als eine der härtesten Prüfungen im Langstreckenschwimmen.
Wer diese ultimative Herausforderung meistern will, muss sieben der gefährlichsten
Meerengen weltweit bezwingen. Willenskraft und Ausdauer sind hier unerlässlich.
Andreas Waschburger ist der 42. Athlet, dem diese Extremleistung gelungen ist.
Mit drei Streckenrekorden und der schnellsten Gesamtzeit beweist er, dass Grenzen
nur da sind, um verschoben zu werden.
Diese und viele weitere sportliche Erfolgsgeschichten gibt’s bei HYLO ® Sport.
hylo.sport