04.01.2026 Aufrufe

DSP im Fokus - Ausgabe 1/2026

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DEUTSCHES SPORTPFERD

GERMAN SPORTHORSE

Ausgabe 16

Januar 2026

Fotos: Björn Schroeder

Impressionen der Hengsttage 2025

DSP-Hengsttage:

90 Köraspiranten · ONLIVE-Auktion · Show & Emotionen

Der Alleskönner:

Uwe Schwanz, eine

Berufsreiter-Ikone!

Lea Siegl:

Mit DSP-Pferden an

die Weltspitze!

DSP-Mutterstämme:

Ein neues System für

unsere Stutenlinien!

O F F I Z I E L L E S M A G A Z I N D E S D E U T S C H E N S P O R T P F E R D E S D S P



EDITORIAL 3

Liebe Leserinnen und Leser,

Liebe Freunde des Deutschen Sportpferdes,

Mit großer Vorfreude auf die 23. Hengsttage des Deutschen

Sportpferdes in München begrüße ich Sie zur

neuen Ausgabe unserer beliebten Verbandszeitschrift.

Zum Jahreswechsel möchten wir Sie auf das Highlight

des neuen Veranstaltungsjahres einstimmen und mit

interessanten Infos, Einblicken, Portraits und Interviews

zum Lesen animieren und auf das kommende

Zuchtjahr innerhalb der DSP-Familie einstimmen.

In dieser Ausgabe portraitieren wir ein höchst erfolgreiches

Paar, in einer Disziplin die sonst nicht immer im

absoluten Rampenlicht steht: Lea Siegl und das Deutsche

Sportpferd Van Helsing P. Die Österreicherin war in

diesem Jahr bei den Europameisterschaften der Vielseitigkeitsreiter

mit ihrem 15jährigen Wallach von Van

Gogh – Carismo, aus der bekannten brandenburgischen

Zuchtstätte Pfitzmann GbR, sowohl in der Einzel-,

wie auch der Mannschaftswertung äußerst erfolgreich.

Längst überfällig hat eine große Berufsreiter-Persönlichkeit

die Aufnahme in unsere Portrait-Reihe

gefunden. Uwe Schwanz auf seine eigene, vermutlich

unerreichte Siegesbilanz in den höchsten Klassen aller

Disziplinen zu reduzieren, würde ihm nicht gerecht.

Auch als Pferdesportzentrum-Betreiber, Trainer,

Veranstalter, Talentförderer... – und nicht zuletzt als

Mitglied unserer DSP-Vorauswahlkommission für die

Hengsttage in München ist er eine Ikone unseres Sports.

Foto: Björn Schroeder

Ein weiterer Bericht in dieser Ausgabe widmet sich

dem eigentlichen Schatz der DSP-Pferdezucht, unseren

Stutenstämmen. In mühevoller Arbeit haben unsere

Zuchtleiter, mit Unterstützung des Journalisten und

Zuchtexperten Claus Schridde, DSP-Stutenstämme

identifiziert, die unsere Zucht geprägt haben und die

wir künftig besonders herausstellen wollen.

Und dann bereiten sich bereits über 90 Hengste vor,

um sich im Januar bei den 23. Hengsttagen des Deutschen

Sportpferds zu präsentieren, dem Körurteil zu

stellen und gefeiert zu werden. Und für alle, die auf eine

erfolgreiche Zukunft setzen, ist unsere, die Hengsttage

abschließende Auktion in München der richtige Ort!

Ein herzliches Dankeschön allen Unterstützern, Sponsoren,

Züchtern, Besitzern und Freunden. Ihr alle macht

das Deutsche Sportpferd zu dem was es heute ist. Auf ein

gesundes Neues Jahr und ein Wiedersehen in München.

Carsten Grill • 1. Vorsitzender

DEUTSCHES SPORTPFERD • GERMAN SPORTHORSE


4

DSP-HENGSTTAGE

23. DSP-Hengsttage: 2026 erneut

mehr als 90 Hengste im DSP Kör-Lot!

Der Run auf die DSP-Hengsttage ist ungebrochen groß: Knapp 300 Junghengste waren für die Auswahltermine

angemeldet worden – ein neues Rekordergebnis! Erneut mehr als 90 der vielversprechendsten Kandidaten

wurden für den großen Auftritt vom 21. – 24. Januar auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem zugelassen.

Schon der Blick in die Pedigrees der Körkandidaten lässt die Herzen von Hengsthaltern und ambitionierten

Turnierreitern gleichermaßen höherschlagen: International gefragte Vatertiere und hocherfolgreiche Mutterstämme

– die Genetik des Lots ist ebenso breit gefächert wie vielversprechend.

Legendäre Väter, top erfolgreiche Mutterstämme >>>

Zur Springkollektion beispielsweise gehören gleich vier

Söhne des Conthargos, zu dessen Nachkommen Olympia-Teilnehmer

ebenso zählen wie zahlreiche, rund um

den Globus in 1,60 Meter-Parcours erfolgreiche Pferde

und hochdekorierte Stuten. Je zwei Söhne schicken der

Nationenpreis-Sieger Million Dollar, der ebenfalls in

Großen Preisen erfolgreiche Jasper und der aus einer der

weltbesten Mutterlinien stammende Denzel van het

Meulenhof ins Rennen um die Gunst der Körkommission.

Auch Hengstlegenden wie Cornet Obolensky, die

aktuelle Nummer eins der Springpferde-Vererber weltweit

und sein Sohn Cornet’s Balou, einst Bundeschampion

und lange auf internationalem Parkett erfolgreich,

zeichnen sich als Vatertiere von Talenten verantwortlich.

Söhne des Linienbegründers Diamant de Semilly

und von dessen Söhnen Diro, Emerald van het Ruytershof,

und Diarado, der nicht nur mehr als 60 über 1,60 m

erfolgreiche Nachkommen im Parcours aufzuweisen

hat, sondern auch Platz eins in der Vielseitigkeits-

Vererberliste des Weltzuchtverbandes innehat,

bereichern die Kollektion genauso wie die des Chacco-

Blue und dessen Sohn Chacoon Blue, der 2024 gleich

zwei Springpferde-Bundeschampions stellen konnte.

Nicht zu vergessen Zirocco Blue, bei der EM 2015 in

Aachen Teil des niederländischen Gold-Teams, oder

der auf Fünf-Sterne-Niveau siegreiche DSP-Masters-

Hengst Vingino – die Liste ließe sich fortsetzen, 35

vielversprechende Körkandidaten umfasst das Lot der

Springpferde.

Auch die Stutenstämme lesen sich wie ein Who’s Who

der Springpferdezucht: So ist beispielsweise die

vierte Mutter des Körkandidaten von Darry-Lou/Casall

Usha van’t Roosakker, die selbst international erfolgreich

war und zu deren Nachkommen gleich neun bis

1,60 m-Niveau erfolgreiche gekörte Hengste und Sportpferde

gehören. Ein weiterer Junghengst des Lots von

Diamant de Semilly/Cornet Obolensky hat die Mutter

von DSP-Elitehengst Colestus in seiner Ahnentafel

Livestream auf

www.clipmyhorse.tv

Livestream von Donnerstag

bis Samstag sowie alle

Aufzeichnungen in der

Mediathek während der

Hengsttage auch ohne Abo

frei abrufbar.

DSP im Fokus · 1/2026


DSP-HENGSTTAGE 5

stehen und auch der in Bayern im Hause Schrötzlmair

gepflegte Mutterstamm, der bereits fünf gekörte Hengste,

darunter den über 1,60 Meter erfolgreichen Van de

Vivaldi, hervorgebracht hat, ist mit einem Sprössling

von Vigaro/Quidams Rubin vertreten.

Von Siegerhengsten und Olympia-Cracks >>>

Auch das 57 Hengste starke Lot der Dressurfraktion lässt

keine Wünsche offen. Mit besonderer Spannung wird der

erste Körjahrgang des DSP-Prämienhengstes Feliciano

erwartet. Der Nachwuchsstar der Station Wadenspanner

ist gleich mit vier Nachkommen im Körlot vertreten.

Auch Hauptprämiensieger Zackerey, der international

begehrte Sohn des Weltranglisten-Fünften Blue Hors

Zack, ist mit vier Söhnen vertreten, darunter einer aus

einer Mutter von Dante Weltino, dessen Urgroßmutter

unter anderem die unter dem US-Amerikaner Jan Ebeling

bis hin zu den Olympischen Spielen 2012 in London

erfolgreiche Stute Rafalca brachte. Zack ist auch der

Vater von Zalando, der ebenfalls mit einem Sohn das

Körlot bereichert. Drei weitere Körkandidaten haben

Secret zum Vater, der nicht nur selbst WM-erfolgreich

war, sondern mit seinen Nachkommen die Jungpferde-

Championate der letzten Jahre auch international dominierte.

Stempelhengst Vitalis zeichnet ebenso als Vater

zweier Körkandidaten verantwortlich wie sein Enkel

Va Bene, der 2025 neunjährig bereits in S***-Nachwuchs-Grand

Prix erfolgreich war. Mit dem Dressurpferde-WM-Finalisten

Valdiviani ist ein weiterer

Vitalis-Enkel als Vater in der Liste der Körkandidaten

vertreten, dazu kommen Nachkommen der Vitalis-

Söhne Va‘ Pensiero, 2020 Bundeschampion der dreijährigen

Hengste, Velvedere und Vision.

Je zwei Körkandidaten

stellen Vize-Bundeschampion

Despacito,

Fanegro, der einstige

Vize-Weltmeister Floricello

und Benicio, Bundeschampion,

HLP-Rekordhalter und Grand

Prix-Sieger. Bei einem Sohn des

Dutch Dream ist Benicio außerdem als Muttervater

vertreten, die bekannte Mutter des Junghengstes Baroness

Bibi gewann 2021 das Bundeschampionat der Dreijährigen.

Auch das Blut des berühmten Totilas ist in

München vertreten – durch seine Söhne Total Hope, den

Burgpokal- und Louisdor-Preis-Sieger, der 2024 bei

den Olympischen Spielen in Paris Kür-Zehnter wurde,

und Toto Jr., der ebenfalls in Paris erfolgreich war, und

einen Enkel, Taurus von Toto Jr. Und auch hier finden

sich bekannte Erfolgspferde auch auf der Mutterseite:

Die Großmutter des Körkandidaten von Toto Jr./Secret

beispielsweise ist unter anderem Mutter des gekörten,

unter Tinne Vilhelmson Silfvén im internationalen

Grand Prix-Sport erfolgreichen Van Vivaldi. Stark vertreten

ist auch die Dynastie des niederländischen HLP-

Siegers Franklin, unter anderem Vater von Fendi, mit

Sönke Rothenberger im Sattel Deutscher Meister und

Olympia-Reservist. Er ist nicht nur selbst Vater eines

Körkandidaten, auch seine Söhne, Grand Prix-Hengst

Fair Deal, Feinsten und Fusionist sind mit Nachkommen

vertreten. Einige der Körkandidaten übrigens sind in

DSP-Kreisen keine Unbekannten – allein 18 der jungen

Hengste wechselten über eine der DSP-Fohlenauktionen

erstmals den Besitzer. Und so wird sich im Januar in

München so mancher Kreis schließen.

mic

Infos + Tickets online:

21.– 24.1. 2026

Olympia-Reitanlage

München-Riem

Fotos: Björn Schroeder

DEUTSCHES SPORTPFERD • GERMAN SPORTHORSE


6

DSP-HENGSTTAGE

Zeitplan • 23. Hengsttage des

Deutschen Sportpferdes 2026

Alle Zeitangaben

sind ca. Zeiten –

Änderungen möglich.

Stand 19.11. 2025

DSP

DSP

Mittwoch, 21. Januar

15.00 Uhr Freispringen Dressurhengste

(Eintritt frei)

Donnerstag, 22. Januar

8.00 Uhr Pflastermusterung

10.30 Uhr Longieren der Dressurhengste

16.00 Uhr 1. Freispringen Springhengste

Im Anschl. Welcome-Abend mit ‘Sau am Spieß’,

Schmankerln, Freibier u. Blasmusik.

Freitag, 23. Januar

7.30 Uhr Freilaufen Dressurhengste

Im Anschluss Schrittringe aller Dressurhengste

mit Verkündung der Körurteile.

Neuer Kartenabschnitt

14.30 Uhr 2. Freispringen Springhengste

Im Anschluss Schrittringe aller Springhengste

mit Verkündung der Körurteile.

Neuer Kartenabschnitt

20.00 Uhr DSP-Hengstgala

anschließend

DSP-Party

Samstag, 24. Januar

9.00 Uhr Präsentation und Ehrung DSP-

Prämienhengste (Vorstellung dreijährige

und ältere Vererber unter

dem Sattel mit Kommentierung

der Zuchtleiter und Hengsthalter-

Interviews.

10.00 Uhr Vorstellung der gekörten Hengste

mit ihren Züchtern und Ausstellern.

11.00 Uhr Proklamation der Sieger- und

Prämienhengste der Körung 2026

Anschließend Mittagspause

14.00 Uhr Auktion

gekörter und nicht gekörter

Hengste (Ende ca. 19.30 Uhr)

Online bieten möglich!

Kartenvorverkauf

Hippo GmbH

Online: www.deutsches-sportpferd.de

Tel.-Tickethotline: 089/926967455

Mo.–Do. Von 9 bis 17 Uhr (vom 19.12.2025

bis 06.01.2026 ist die Hotline nicht besetzt)

DSP

Olympia-Reitanlage

München-Riem

21.– 24.1.2026

23. DSP-HENGSTTAGE

SPRINGHENGSTE

Sie haben drei Möglichkeiten

in der Auktion

zu bieten:

1. Handzeichen vor Ort in traditioneller

Auktions-Atmosphäre

(Ticketreservierung erforderlich)

2. Online in der Auktion

(Registrierung: dsp.horse24.com)

3. Telefonisch bieten in der Auktion

(Vorherige Anmeldung erforderlich)

1

Blue Diamond (Hagbar du Lozon) –

Dallas VDL

2

3

4

Cero I – Arezzo VDL

Chacco-Blue – Ugano Sitte

Chacoon Blue – Contagio

DSP im Fokus · 1/2026


Abstammung, Hengstvideos, online bieten:

https://dsp.horse24.com (bitte vorab registrieren)

DSP-HENGSTTAGE 7

5

6

7

Charaktervoll – United Way

Chartago Blue – C-Indoctro

Cicero Z – Cassini II

8

9

10

Clarimo – Corrado I

Comilfo Plus Z – Casallco

Conthargos – Balou du Rouet

11

12

93

Conthargos – Chacco-Blue

Conthargos – Cornet Obolensky

Conthargos– Zirocco Blue

13

14

15

Cornet Obolensky

(Windows v.h.Costersv.) – Contendro I

Cornet's Balou – Chellano Z

Darry Lou – Casall

16

17

18

Denzel van het Meulenhof – Cellestial

Denzel van het Meulenhof –

Diamant de Semilly

Diamant de Semilly – Cornet Obolensky

(Windows v.h.Costersv.)

DEUTSCHES SPORTPFERD • GERMAN SPORTHORSE


19

20

21

Diro – Cornado I

Dominatorré – Numero Uno

Emerald van het Ruytershof –

Balou du Rouet

22

23

24

Heartbreaker – Diarado

I'm Special de Muze – Colman

Jasper – Carolus I

25

26

27

Jasper – Diarado

Kincsem – Diaron

Martini VDL – Glenfiddich VDL

28

29

30

Million Dollar – Caretino

Million Dollar – Diarado

Orient Express ES – Dibadu L

31

32

33

Rob Roy vd Bisschop – Zambesi

Tangelo van de Zuuthoeve – Levisto

Vigaro – Quidams Rubin


Abstammung, Hengstvideos, online bieten:

https://dsp.horse24.com (bitte vorab registrieren)

34

35

Olympia-Reitanlage

München-Riem

Vingino – Stolzenberg

Zirocco Blue – Askari

21.– 24.1.2026

23. DSP-HENGSTTAGE

DRESSURHENGSTE

36

37

38

Benicio – Floriscount

Benicio – Fürst Romancier

Bonds – Quaterback

Der erstgenannte Name ist der Vater des Hengstes, der zweitgenannte der des Muttervaters.

i Die Zahl in der DSP-Rosette steht für die Kopfnummer des Hengstes bei der Körung und Auktion.


10

DSP-HENGSTTAGE

Alle Informationen zum Event:

www.deutsches-sportpferd.de

39

40

41

De Chirico – Millenium/T.

Despacito – Finest

Despacito – Rock Forever I

42

43

44

Don Romance – Christ

Dutch Dream – Benicio

Energy – Sezuan

45

46

47

Escanto PS – Vitalis

Escolar – Rubin-Royal

Expectation PS – Hennessy

48

49

50

Extra Gold – Showmaker

Fabletic – Quaterback

Fair Deal – Lahnstein

51

52

53

Fanegro – Bequia

Fanegro – Bon Coeur

Feinsten – Florencio I

DSP im Fokus · 1/2026


Abstammung, Hengstvideos, online bieten:

https://dsp.horse24.com (bitte vorab registrieren)

DSP-HENGSTTAGE 11

54

55

56

Feliciano – Don Martillo

Feliciano – Fürst Wettin

Feliciano – Quaterback

57

58

59

Feliciano – San Amour I

Filox – Feinrich

Flashbang – Benetton Dream

i

Offizielle DSP-Bekleidung für Vorführer, Aussteller, Repräsentanten und Freunde (m/w/d) des Deutschen Sportpferdes erhalten Sie unter:

www.deutsches-sportpferd.shop


12

DSP-HENGSTTAGE

Alle Informationen zum Event:

www.deutsches-sportpferd.de

60 61

62

Floricello – Sir Donnerhall

Floricello – Zack

Franklin – Zoom

63

64

65

Fusionist – Brentano II

Fürst Samarant – De Niro

Fynch Hatton – Sir Donnerhall I

66

67

68

Global Player – Floriscount

Iron – Quaterback

Juwel – Vitalis

69

70

71

Morricone I – Descolari

Negro – Quaterback

Quaterback – Damsey

72

73

74

Red Viper – Sir Donnerhall I

Secret – Asgard's Ibiza

Secret – Finest

DSP im Fokus · 1/2026


Abstammung, Hengstvideos, online bieten:

https://dsp.horse24.com (bitte vorab registrieren)

DSP-HENGSTTAGE 13

75

69 76

77

72

Secret – Revolution

Sir Heinrich – Don Juan de Hus

Taurus – Floriscount

78

69 79

80

Total Hope – Feenkönig xx

Toto Jr. – Secret

Va Bene – Quaterback

i

Die DSP-Körkommission 2026 besteht aus Torsten Große-Freese, Dr. Carina Krumbiegel, Christian Kubitz, Lynn Sander und

Antje Lembke. Sportkommissare: Jörg Schrödter, Andy Witzemann.


14

DSP-HENGSTTAGE

Alle Informationen zum Event:

www.deutsches-sportpferd.de

81

82 83

Va Bene – San Amour I

Va' Pensiero – Secret

Valdiviani – De Beau

84

85

86

Velvedere – Goldberg

Vision – Fürst Romancier

Vitalis – Millenium/T.

87 88

89

Vitalis – Rock Forever I

Zackerey – Dante Weltino

Zackerey – Fürst Heinrich

90

Zackerey – Lord Leopold

91 92

Zackerey – Sarkozy

Zalando – Fürstenball

Fotos: Hubert Fischer, Björn Schroeder

ALLES WICHTIGE ZU DEN 23.

-HENGSTTAGEN

Vermarktungsleitung:

Fritz Fleischmann (Bild)

Tel. +49(0)151-53 11 57 83

Auktionsbüro:

Heike Blessing-Maurer

Tel. +49(0)151-43 11 26 12

Kaufberatung:

Norbert Freistedt

Tel. +49(0)1525-271 78 88

Livestream

Von Mi. bis Sa. auf www.clipmyhorse.tv

Dennis Meschke

Leiter Ausbildungs-, Vermarktungs- und

Leistungsprüfungszentrum München-Riem

Tel. +49(0)172-85 10085

DSP im Fokus · 1/2026



16

INTERVIEW

Olaf Krause: Vom Cello zum Pferd

Der Pferdefreund ist Geschäftsführer des Futtermittelherstellers Equovis GmbH in Münster

Foto: Stefan Lafrentz

Seit Jahren gehört der international agierende Futtermittelhersteller EQUOVIS, bekannt vor allem durch

seine Marken Höveler, Derby, Galopp, derbymed und Nature’s Best zu den treuen Partner des Deutschen

Sportpferdes. Im Interview mit DSP im Fokus spricht EQUOVIS-Geschäftsführer Olaf Krause über das

Engagement seiner Firma, seine persönliche Motivation und die aktuellen Trends in Sachen Pferdefutter.

DSP im Fokus: Herr Krause, Ihre Firma ist mit Höveler

nicht nur seit Beginn des Jahres 2025 Hauptsponsor der

Deutschen Reiterlichen Vereinigung, sondern unter

anderem seit Jahren auch Sponsor des DSP.

Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit?

Olaf Krause: Wir wollen die Basis stärken und haben

eine hohe intrinsische Motivation, soll heißen:

Wir haben alle – aktuell besteht unser Team aus

90 Mitarbeitern – den Pferdetriller unterm Pony.

Wir freuen uns, das DSP-Team dabei unterstützen

zu können, für die Züchter erfolgreich zu sein.

Es geht langfristig darum, dass die deutsche Pferdezucht

ihren Status behält beziehungsweise in manchen

Bereichen wiedergewinnt. Bei einigen Verbänden

beobachte ich eher eine Bewahrerstruktur, beim DSP

dagegen eine große Zukunftsorientiertheit, sich abzeichnende

Themen werden eher vorweggenommen.

Und wir unterstützen gerne ganz konkret mit unseren

auf die jeweilige Veranstaltung abgestimmten Produkten,

etwa mit Futter für Fohlen und Stuten oder

speziellem Futter für die Junghengste. Damit können

wir Kunden und potentiellen Kunden etwas Gutes tun

und nichts ist auch für uns eine bessere Werbung als

ein gut aussehendes Pferd.

Kommt dazu, dass die DSP-Hengsttage eine ganz

besondere Leuchtturmveranstaltung sind – eine

Mischung aus familiärer Atmosphäre, Toppferden aus

ganz Deutschland und einer Kundschaft, die durchaus

international geprägt ist. Für uns sind die Hengsttage

auch immer ein Treffpunkt für unser Vertriebsteam Süd,

aber auch Kollegen aus anderen Teams besuchen diese

Veranstaltung gerne.

Sie haben Landwirtschaft studiert. Stammen Sie aus einer

sogenannten „Pferdefamilie“? Oder wie sind Sie zum Pferd

gekommen?

Schon als Kind haben mich Pferde fasziniert. Ich war in

der sechsten Klasse, als ich das Cello verkauft und mein

erstes Pferd gekauft habe. Vielleicht hätte ich fürs Cello-

DSP im Fokus · 1/2026


INTERVIEW 17

spielen mehr Talent gehabt. Aber ich war und blieb mit

Begeisterung dabei, bin bis 2017 auch Turniere geritten,

Springen bis Klasse M, Dressur bis L. Wenn’s die Zeit erlaubt,

möchte ich auch irgendwann wieder in den Sattel,

dann aber nicht mehr mit turniersportlichen Ambitionen.

Auch meine Frau ist Reiterin und von unseren Kindern

– sie sind 19, 15 und elf Jahre alt – reitet der Jüngste.

Und Ihre Affinität zur Zucht? Woher kommt die?

Als Jugendlicher habe ich Trakehner gezüchtet, später

Holsteiner – nicht im größeren Stil, sondern immer nur

mit einer Stute. Aktuell haben wir Isländer, das Hobby

meiner Frau, und aus eigener Zucht noch einen Holsteiner

Hengstjährling.

Schließlich haben Sie ihr Hobby zum Beruf gemacht …

Ja, ich habe in Osnabrück Landwirtschaft studiert und

war im ersten Jahrgang, in dem man „Pferdemanagement“

belegen konnte. Über ein Praktikum in Münster

habe ich dann Dr. Hans-Peter Karp, den damaligen

Geschäftsführer der Equovis GmbH, kennengelernt.

Nach verschiedenen Stationen im Unternehmen – vom

Praktikanten bis zum Produktmanagement, immer auch

in Verbindung mit Vertrieb – habe ich dann 2021 zusammen

mit Dr. Susanne Marx-Nowak seine Nachfolge

als Geschäftsführer angetreten. Und das macht mir nach

wie vor große Freude – die Kombination aus dem

Thema, für das ich brenne, und der Zusammenarbeit

mit einem hervorragenden Team ist meine Motivation.

Mit einem Kaiserlichen Patent für Müsli, sozusagen das

„Ur-Müsli“, legte Arnold Höveler vor 120 Jahren den

Grundstein für die Firma. Seitdem hat sich viel getan und

es gibt immer neue Erkenntnisse und Entwicklungen.

Was sind denn die aktuellen Trends in Sachen Futtermittel?

Ein anhaltender Trend ist, dass Pferdehalter das Thema

Fütterung sehr ernst nehmen. Auch das Thema Magengeschwüre

beziehungsweise empfindlicher Magen-

Darm-Trakt spielt nach wie vor eine Rolle. Das Pferd ist

kein Getreidefresser, wir haben längst auch getreideund

melassefreie Futtermittel selbst für Hochleistungspferde

im Sortiment. Ich glaube, unseren Pferden ging

es noch nie so gut wie heute. Und für spezielle Probleme

bieten wir eine kostenlose telefonische Beratung – im

Interesse der Pferde übrigens auch für Nicht- oder

„Noch nicht“-Kunden.

Ein relativ neuer Trend bei uns ist außerdem unsere

Produktpalette „Höveler Dog“. Auf jedes Pferd

hierzulande kommen durchschnittlich 1,6 Hunde bei

Pferdehaltern. Und wir kennen das ja – Hunde mopsen

im Stall gerne auch mal Pferde-Mash. Aktuell ist

übrigens „Höveler Dog Mash“ der absolute Renner.

Da gibt es einen gewissen Vertrauens-Transfer von

den Pferdehaltern, die bereits in Sachen Pferdefütterung

auf unsere Produkte setzen. Und die wissen, was ihre

Hunde von den Pferden stibitzen …

Interview: Michaela Weber-Herrmann

DEUTSCHES SPORTPFERD • GERMAN SPORTHORSE


Dreijährige Stuten

Vierjährige Hengste

Sechsjährige Springpferde

Fünfjährige

und Wallache

Fiene-Liene

v. Fineline-Quadrofino

R.: Valentina Bronner

Bronzemedaille Bundeschampionat

Z. u. B.: Anton Herre

Dreijährige Hengste

Ambers Solomon Vandy

v. Si Senor M-Millennium

R.: Alexandra Sascha Vilmar

Z.: Andreas Lorenz

B.: Martin Höck

Vierjährige Stuten

und Wallache

Bon Benthley

v. Bon Coeur-Londontime

R.: Michele Schulmerig

Z.: Heike Schulmerig

B.: Dressurstall Schulmerig

Boccacio

v. Belantis II-Morricone I

R.: Stephanie Fiedler

Z.: Herbert Lichtenberg

B.: Haupt- und Landgestüt

Neustadt / Dosse

Vierjährige Springpferde

Askaryan

v. Asca-Little Rock Gold

R.: Eva-Maria Lühr

Z.: Heinz Walz

B.: Haupt- und Landgestüt

Marbach

Fünfjährige Springpferde

Ascan BM

v. Asca-Coupe de Alb

R.: Marian Müller

Z.: ZG Müller u. Hess-Müller

B.: Bernd Müller

DSP Like Special

v. Like Angel-

I’m Special de Muze

R.: Maximilian Gräfe

Gekört DSP-Hengsttage

2022

Z.: Paul Alexander

B.: Matthias Schlamminger

GmbH

Youngster-Champion

Springen

(7- und 8-Jährige)

Cellestano

v. Cellestial-Kolibri

R. u. B.: Sven Göller

Z.: Astrid Banik

Dressurpferde

DSP Birkhof’s Elocin

v. Escamillo-Fürstenball

R.: Anna Casper

Z.: Karl Franz Martin

B.: Thomas Casper

Sechsjährige

Dressurpferde

DSP Dante’s Sunrise

v. Dante Weltino-Fürstenball

R.: Ines Fleischmann

Z. u. B.: Sabine Reisenauer

Rising Champion Dressur

(7- Jährige)

Royal Heritage

v. Royal Doruto-Florencio I

R.: Michele Schulmerig

Z. u. B.: Michelle Moos


1

2

3

Next Dancer C

mit Michele Schulmerig: DSPund

Bundeschampion 2025.

Fiene-Line

mit Valentina Bronner: DSP-

Championesse und die Bronzemedaille

in Warendorf.

DSP Like Special

Gekört auf den DSP-Hengsttagen

2022 und 2025 DSP-

Champion!

Herzlichen Glückwunsch

den qualifizierten, platzierten,

Medaillengewinnern

und Siegern bei den DSP-

Championaten 2025 sowie

allen die das Deutsche Sportpferd

bei den Al Shira'aa

Bundeschampionaten so

!glanzvoll vertreten haben.

Youngster Champion

Dressur

(8- und 9-Jährige)

Barnaby

v. Barroso-Florencio I

R.: Thomas Wagner

Z.: ZG Kemmerer

B.: Petra Wirth

Fünfjährige

Ponychampions

• Vierjährige Reitponys

• Sechsjährige Dressurponys

Vielseitigkeitspferde

Amigo Fiel

v. Asca Z/Heraldik xx

R.: Christopher Forsberg

Z.: Fabian u. Verena Buchele

B.: BG Amigo Fiel

Sechsjährige

Vielseitigkeitspferde

Balou Du Lorne

v. Balou du Rouet / Firth of

Lorne

R. u. B.: Antje Schöniger

Z.: Petra Langhammer

• VS-Ponychampion

Gin Tonic 174

v. Glück auf A /

Wengelo’s Nelson

R.: Anja Schöniger

Z. u. B.: Nathaly Kolm

• Dreijährige Reitponys

Next Dancer C

v. FS Next Diamond-

Geronimo B

R.: Michele Schulmerig

Bundeschampion 2025

Z. u. B.: Myriam Charar

DSP Goldschatz

v. Genesis B-Dimension AT

NRW

R.: Michele Schulmerig

Silbermedaille Bundeschampionat

Z.: Heike Schulmerig

B.: Dr. Anja Koban

• Fünfjährige Dressurponys

Mr. Moccachino MS

v. FS Mr. Right-Morricone I

R.: Paula Wendel

Z. u. B.: Melanie Schütz

Dornfelder

v. Dreiklang AT-Blanchet

B. u. R.: Isabel Jebing

Silbermedaille Bundeschampionat

Z.: Mario Husung sen.

• Fünfjährige Springponys

Monti’s Mister Knister S

v. Moonlight Montano

S-Timberland

R.: Maleen Sina Hepp

Z. u. B.: Maleen u. Monika Sahm

• Sechsjährige Springponys

Mobility’s dream

v. The Breas My Mobility-Paramount

Z. u. R.: Franziska-Milena Vetter

B.: Julian Anton Vetter


20

DSP-STUTENCHAMPIONATE

Foto: HF Fotografie

DSP-Stutenchampionate: Sieger-Schärpen für Töchter von Chardonnay und Zackerey

Tänzerinnen auf der Dreiecksbahn, wahre Flummis im Parcours, eine wunderschöne Kulisse und beste

Bedingungen auf dem Laufsteg, dazu die kompetenten Richter Hausherr Uwe Schwanz, an seiner Seite Uwe

Hannöver und spektakuläre Ehrenpreise – all das boten die DSP-Stutenchampionate 2025, eingebettet in das

Reitsportfestival auf dem Waldhauser Hof in Sauerlach bei München. Eine Tochter des Chardonnay wurde zur

Gesamtsiegerin der springbetont gezogenen Stuten gekürt, Zackerey stelle die Queen der Dressurstuten.

Zur DSP-Stutenchampionesse Springen kürte das

„Uwe-Duo“ Tryis, die Klassensiegerin der Vierjährigen.

Die Fuchsstute ist eine Tochter von Max Kühners Erfolgspferd

Chardonnay, mit dem der Starnberger unter

anderem 2018 Sechster der Weltreiterspiele in Tryon/

USA war. Ihre Mutter ist eine Tochter des einstigen

Oldenburger Spring-Körsiegers Coupe Gold aus einer

Tochter des EM-Bronzemedaillengewinners von 2009

Asti Spumante, einst Aushängeschild des bayerischen

Haupt- und Landgestüts Schwaiganger. Internationale

Sporterfolge mit Bezug zu Bayern – das scheint das

Erfolgsrezept des Zuchthofs Wimmer im niederbayerischen

Arnstorf, wo Triys geboren wurde, zu sein. „Ein

Springpferd, das man sich in den schwersten Parcours

vorstellen kann“, kommentierte Uwe Hannöver. „Sie

war für uns die unangefochtene Siegerin.“ 8,25 war die

Endnote für Triys, die insbesondere in den Kriterien

Übersicht/Vorsicht (9,5) sowie Vermögen und Manier

(je 9,0) glänzte.

Siegerin in der Klasse der Dreijährigen wurde mit 8,0833

Princess, eine Tochter des C-Kathou S, der in den Niederlanden

gezogen wurde. Otto und Florian Stumbeck

aus Unterwössen im Chiemgau sind Züchter, Besitzerin

ist Christina Jungwirth aus Windorf in Niederbayern. Die

Stute punktete nicht nur in Sachen Manier und Vermögen

(je 8,0), sondern auch in puncto Optik und Bewegungsqualität

– für Rasse-/Geschlechtstyp, Gesamteindruck,

Schritt und Trab wurde jeweils die 8,5 vergeben.

„Eine Stute, die sich auch zu bewegen weiß“, so Uwe

Hannöver, der vor allem die Stärke der Hinterhand lobte.

Szenenapplaus für Zoraya >>>

Die dreijährige Dressursiegerin Zoraya beispielsweise

trabte bereits rund sechs Wochen zuvor bei der Stutenschau

Baden-Württembergs in Weilheim-Teck mit der

Schärpe der Landessiegerstute ihre Ehrenrunden. Zoraya

ist eine Tochter des Oldenburger Hauptprämiensiegers

Zackerey aus der Staatsprämienstute Fräulein

Fischer von For Compliment. Man kann sich vorstellen,

dass sie in die Hufspuren ihrer Mutter treten wird,

schließlich war diese nicht nur einst DSP-Elite-Auktionsfohlen,

sondern brillierte später auch unterm Sattel

als Baden-Württembergs Landeschampionesse.

Die Zuschauer honorierten die Bewegungsqualität der

Schwarzbraunen aus der Zucht und im Besitz des

Gestüts Greim, Bärnau, mit Szenenapplaus und teilten

damit die Einschätzung der beiden Richter. „Sehr langbeinig

mit einer absoluten Stärke im Trab“, so der Richterkommentar.

„Für uns die unangefochtene Siegerin.“

In Noten ausgedrückt bedeutete dies die an diesem Tag

über alle Stuten und alle Kriterien hinweg nur ein Mal

vergebene 10,0 (Gesamteindruck), die 9,5 für Rasse-/

Geschlechtstyp und jeweils eine 9,0 für die Qualität des

Körperbaus und den Trab – die Gesamtnote: 8,83.

Geschlagen geben musste sich die Championesse der

vierjährigen Dressurstuten Aurélie. Die Tochter des

DSP-Prämienhengstes Marc Cain, 2016 Vize-Bundeschampion

der dreijährigen Hengste, sechsjährig Finalist

der Dressurpferde-WM und unter Sabine Rüben längst

im internationalen Grand Prix-Sport angekommen,

wurde von Peggy Vité im sächsischen Priestewitz aus

einer Fürst Grandios-Stute gezogen. Besitzer von Aurélie

ist Dominique Vité. Bleibt also alles in der Familie und

das in doppelter Hinsicht, denn auch Marc Cain stammt

aus der Zucht der Familie Vité. 8,5 war ihre Endnote und

die Rechnung war simpel: drei Mal wurde die 9,0 vergeben

– für Schritt, Trab und Gesamteindruck – drei Mal

die 8,0 – für Rasse-/Geschlechtstyp, Körperbau und

Korrektheit.

Dressur-Queen Zoraya kann übrigens zukünftig ebenso

luxuriös reisen wie Tryis: Für die Spring-Championesse

war wie für ihre fürs Viereck prädestinierte Kollegin

dank dem DSP und seiner Sponsoren ein bestens ausgestatteter

Anhänger der Firma Böckmann ausgelobt.

mic

DSP im Fokus · 1/2026



22

DSP SPORTPFERDE

Platz 8 im

Louisdor-Finale 2025

[ Bild rechts ]

Die Zuchtgemeinschaft Krohn & Dötschel

sind auch hoch erfolgreiche Ponyzüchter

DSP Diamante Negro,

ein Ausnahmepferd mit Teamplayer-Qualitäten!

«Dieses Deutsche Sportpferd hat es eigentlich nicht eilig, trotzdem ist es gerne Erster»

Nicht nur in den Qualifikationen zum begehrten Nürnberger Burg-Pokal und zum exklusiven Louisdor-Preis

zogen DSP Diamante Negro und seine Reiterin Juliane Brunkhorst gleich zum Saisonstart in den letzten

beiden Jahren jeweils die ersten vergebenen Finaltickets.

Den zweiten Platz im Finale des 33. Nürnberger Burg-

Pokals beim Internationalen Festhallen-Reitturnier

in Frankfurt belegte Juliane Brunkhorst mit dem damals

achtjährigen DeLorean-Sohn DSP Diamante Negro.

Mit 75,512 Prozent musste sich die Hamburgerin nur

knapp Dorothee Schneider und Maxi Kraft’s Barcelo

geschlagen geben. Für Brunkhorst war der zweite Platz

in diesem starken Starterfeld ein großer Erfolg: „Es ist

keine Schande, hier Zweite zu werden – es ist vielmehr

eine riesige Freude!“ Das Paar hatte zuvor die Einlaufprüfung

sogar gewinnen können.

Die Ausbilderin lobte ihren Partner DSP Diamante

Negro in höchsten Tönen: „Es war ein unglaubliches

Gefühl, in diese Halle einzureiten und dieses Finale zu

reiten. Das sind pure Emotionen! Und wenn man dann

ein Pferd hat, das diese Freude mit einem teilt, ist es einfach

besonders. Ich glaube, wir beide hatten jede Menge

Spaß.“ Der ehemalige DSP-Champion war eine Entdeckung

des Schaufensters der Besten in Neustadt (Dosse).

Siebenjährig hatte er noch knapp das Burg-Pokal-Finale

verpasst. Diesmal waren DSP Diamante Negro und seine

Reiterin erfolgreich dabei. Für Brunkhorst ist der Dunkelbraune

ein absolutes Ausnahmepferd: „Seine Grundgangarten

sind von höchster Qualität, doch besonders

beeindruckend ist sein positiver Charakter. Er ist ein

Teamplayer durch und durch und mein bester Partner

auf dem Weg in den großen Sport.“ Höhepunkte des Auftritts

waren sowohl die Trab- und Galopptouren als auch

der kraftvolle Schritt.

Seit 2022 sitzt die Hamburger Reiterin im Sattel des

DeLorean-Sohnes, der sich im Besitz von Dr. Jana

Alpers befindet. Bereits damals belegten beide Platz 15

im Bundeschampionatsfinale der sechsjährigen Dressurpferde.

Unter Silvia Busch-Kuffner gewann er zuvor

DSP im Fokus · 1/2026


DSP SPORTPFERDE 23

2020 das DSP-Championat der vierjährigen Reitpferde

in Darmstadt.

Die Heimat von DSP Diamante Negro ist im brandenburgischen

Reinsdorf. Hier hat ihn die Zuchtgemeinschaft

Britta Krohn und Kerstin Dötschel aus einer

Mutter von Fürst Romancier–Bazar I–Sanssouci/T.

gezogen. Beide sind mit ihrem Gestüt Brennabor seit

1993 nicht nur seit vielen Jahren sehr erfolgreiche

DSP-Züchter, sondern insbesondere auch im Verband

Brandenburg-Anhalt tonangebend in der Welsh-Zucht.

Britta Krohn vermochte es vielfach, sich mit ihren Welsh

Cobs in Dressurprüfungen der Klasse M gegen etablierte

Reitpferdekonkurrenz durchzusetzen. Auf dem selbstgezogenen

Bundesprämienhengst und Sieger der

Bundes-Sportpony-Hengstschau Brennabor Zandor

gewann sie nicht weniger als 82 Dressurprüfungen bis

zur Klasse M. Auch auf seinem Vater Stubbenhofs Zorro

war Krohn auf diesem Niveau siegreich. Bereits mehrfach

S-erfolgreich ist Britta Krohn auch auf der selbstgezogenen

DSP-Stute Dark Fey, einer 2016 geborenen

DeLorean–Status-Quo-Tochter aus dem direkten

Stamm des DSP Diamante Negro.

Nach der erfolgreichen Saison 2024 ging es 2025

genauso im Louisdor-Preis weiter. Dieser ist bei

den „Horses and Dreams“ auf dem Hof Kasselmann

in die neue Saison gestartet. Über fünf Stationen führt

er zum Finale, das wiederum kurz vor Weihnachten in

der Frankfurter Festhalle ausgetragen wird. Die ersten

beiden Tickets lösten Juliane Brunkhorst (Harsefeld)

mit DSP Diamante Negro.

Nicht nur die Zuschauer schwärmten, auch Bundestrainerin

Monica Theodorescu (Sassenberg) war

von der Qualität vieler junger Pferde im Louisdor-Preis

sehr angetan. „Wir haben sehr schöne Ritte gesehen,

die Pferde gingen in leichter Anlehnung und mit

schöner Selbsthaltung. Das haben auch die Richter

gelobt“, sagte sie zufrieden. Schöne Ritte sah man

wahrlich. In der Einlaufprüfung präsentierten sich die

acht bis zehn Jahre alten, noch recht „grünen“ Dressurpferde

in der Aufgabe Intermediaire II; in der Qualifikation

fürs Finale war die Sonderaufgabe „Louisdor-

Grand-Prix“ gefragt. Dieser enthält zwar alle Lektionen

des regulären Grand Prix, wurde aber im Schwierigkeitsgrad

etwas entschärft und kommt den noch recht

unerfahrenen Pferden entgegen.

Die Aufgabe meisterte Juliane Brunkhorst am besten.

Von der Zuschauertribüne schallten „Bravo“-Rufe,

als sie sich mit dem in Brandenburg-Anhalt gezogenen

DSP Wallach von den Richtern verabschiedete.

Dr. Dietrich Plewa, der den Louisdor-Preis fürs Publikum

kommentierte, sparte nicht mit Lob. „Ein großes

Kompliment an die Reiterin! Das Pferd piaffiert fast auf

der Stelle und beeindruckt mit einem unglaublichen

Gleichmaß und toller Anlehnung.“ Auch Reiterin Juliane

Brunkhorst ist begeistert von ihrem Partner: „Er macht

es mir nicht schwer und auch mich fasziniert seine

Leichtigkeit.“ Das Paar erzielte 73,915 Prozent und hat

sich damit die Teilnahme am Finale in der Frankfurter

Festhalle gesichert.

Kurz vor Weihnachten steht nun der zweite Auftritt

von DSP Diamante Negro und Juliane Brunkhorst in

der Frankfurter Festhalle auf dem Programm. Beide

haben den Plan, dabei an die schönen Ritte und Erfolge

aus dem Vorjahr anzuknüpfen.

DSP-Diamante Negro:

Vierjährig mit der Schärpe des DSP-Champions dekoriert.

Text und Fotos: Björn Schroeder

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24

PORTRAIT

Uwe Schwanz:

Eine bayerische Berufsreiter-Ikone

Foto: One Klick-Foto

Als Reiter, Ausbilder, Trainer, Turnierveranstalter und Talentförderer ist er hochgeschätzt!

Der Gruß „Moin!“ gehört längst nicht mehr zum Vokabular des gebürtigen Bremers Uwe Schwanz, er hat ihn

gegen „Grüß Gott!“ eingetauscht. Denn er war gerade mal acht Jahre alt, als die Familie nach München zog.

Oberbayern wurde seine Heimat und sie ist es geblieben. Auch sein Weg zu den Pferden war vorgezeichnet:

Martina, die ältere Schwester, nahm Reitunterricht. Ihre Begeisterung war wohl ansteckend und so begann

auch der junge Uwe im Alter von zwölf Jahren mit dem Reiten.

Stationen einer Karriere >>>

Der Rest ist Geschichte, genauer gesagt: Reitsport-

Geschichte. Drei Jahre später bekam er sein erstes

eigenes Pferd, den Haflinger Fritz, in dessen Sattel er

Erfolge in Dressur und Springen bis Klasse L feierte.

Sein Berufswunsch stand früh fest: Berufsreiter wollte

er werden und dieses Ziel verfolgte er konsequent.

Bei Uwe Salig in Thann nahe Holzkirchen absolvierte

er ab 1981 die Ausbildung zum Pferdewirt mit Schwerpunkt

Reiten, die Prüfung legte er mit Auszeichnung ab.

Es folgte eine Zeit beim Dresssurausbilder Allan

Gaihede in Königsbrunn, nach der er die Prüfung zum

Pferdewirtschaftsmeister mit Schwerpunkt Reiten

ablegte – auch diese mit Auszeichnung.

Uwe Schwanz war immer selbstständig – zunächst

von 1986 bis 1988 in Thann, dann bis 1995 in

Giesenbach und von 1996 an dann wieder in Thann –

als Angestellter arbeiten war nie sein Ding: „Ich wollte

mir meine Unabhängigkeit erhalten. Lieber habe ich

viele Kunden mit einem Pferd als von einem Kunden

abhängig zu sein“, erklärt er. Vor 17 Jahren schließlich

konnte er sich einen lange gehegten Wunsch erfüllen –

die Pacht einer kompletten Anlage, des Waldhauser

Hofes in Sauerlach im Kreis München. Die Idylle im

bayerischen Voralpenland umfasst rund 70 Boxen, zwei

Reithallen mit 20 x 60 beziehungsweise 20 x 67 Meter,

einen großen Sand-Dressurplatz mit Natursteintribüne,

eine Turnier- und eine Trainingswiese, Reitwege ins

Gelände ab Hof, Koppeln, Paddocks, Führmaschine,

DSP im Fokus · 1/2026


[ Bild links ]

Dhamani: Der 12-jährige Sohn des DSP-Elitehengstes Decurio siegte

unter Uwe Schwanz bislang 9 mal in Grand-Prix-Prüfungen.

PORTRAIT 25

Reiterstübchen … kurz: alles, was Pferde- und Reiterherz

begehren. Das Konzept ist ebenso einfach wie klar:

Bei Uwe Schwanz kann man nicht individuelle Bausteine

buchen, alles – Training ebenso wie Service –

ist inklusive. „Betreutes Wohnen“ nennt er das.

„Die Kunden können alles nutzen, aber sie müssen es

nicht“ ist die Devise. Apropos Kunden. Deren Palette

reicht auf dem Waldhauser Hof vom Ponykind bis

zum Grand Prix-Reiter. „Alle sind gleichermaßen

willkommen“, erklärt Uwe Schwanz. „Jeder von uns

hat schließlich mal angefangen“.

Beruf und Hobby in einem >>>

Sieben Angestellte sind bei Uwe Schwanz beschäftigt

– vier im Sattel, die anderen im Stall und mit der

Pflege der Anlage. Die Pfleger beginnen auf eigenen

Wunsch in den frühen Morgenstunden mit der Arbeit,

sodass alles gerichtet ist, wenn die „Stall-Jockeys“ ab

7 Uhr in den Sattel steigen, ab 7.30 sind auch der Chef

und seine Lebensgefährtin Jessica Neuhauser, die rund

20 Kilometer entfernt in Ascholding leben, auf dem Hof.

Nach dem gemeinsamen Frühstück beginnt um 8 Uhr

auch für Uwe Schwanz der Tag im Sattel. Enden wird

dieser gegen 19 Uhr, auf eine Mittagspause wird verzichtet,

gegessen wird im Vorbeigehen. „Das geht

prima so“, erklärt Schwanz lachend, „unsere Kunden

bringen viel Leckeres mit“. Dieses Pensum ist für

Uwe Schwanz kein Thema: „Jeder Tag ist anders und

jeder ist spannend. Andere betreiben ihr Hobby nach

Feierabend. Ich gehe den halben Tag meinem Beruf

nach, die andere Hälfte des Tages meinem Hobby.

Und dann gibt es diese besonderen Momente.

Ich weiß nicht mehr, wer es gesagt hat, aber an meinem

ersten Tag in der Berufsschule hörte ich den Satz:

‚Wer es nicht fühlt, wird es nie erjagen.‘ Dieses Gefühl,

diese besonderen Momente lassen für mich die Arbeit

mit Pferden nicht zur Routine werden.“

Eine einmalige Bilanz >>>

An rund 40 Wochenenden im Jahr sind Uwe Schwanz,

Jessi Neuhauser und, nicht zu vergessen, Ridgeback-Rüde

Chambo, auf Turnieren unterwegs.

Meist beide im Sattel, inzwischen ab und zu er auch mal

als ihr Coach, beispielsweise bei den Dressur-Europameisterschaften

Ende August im französischen Crozet,

wo die für die Schweiz startende Reiterin mit dem von

Schwanz ausgebildeten Rockson am Start war. Rockson

gehört übrigens ebenso Hildegard Riedmaier wie einige

andere Pferde, mit denen Uwe Schwanz Erfolge feiert.

Mit „Schnecki“, wie Schwanz die Pferdebesitzerin

liebevoll nennt, hat er einige Pferde gemeinsam,

die beiden kennen sich seit Schwanz‘ Lehrzeit, das

gegenseitige Vertrauen ist groß. Eine „gewachsene

Sponsor-Freundschaft“ erklärt der Reiter. „Klar wollen

wir mit den Pferden erfolgreich sein. Aber das ist kein

Muss. Ich habe völlig freie Hand.“

Apropos erfolgreich. Uwe Schwanz reiterliche Bilanz

ist schier unglaublich: 5.225 Platzierungen – und

zwar in Dressur, Springen und Vielseitigkeit – waren

Mitte November in der FN-Datenbank erfasst. Mehr als

400 Pferde hat er bis heute auf Turnieren vorgestellt,

im In- und Ausland im Viereck rund 150 Grand Prix-

Siege und etwa ebenso viele in der schweren Klasse

gefeiert. Dass er das Goldene Reitabzeichen sein eigen

nennt, ist vor diesem Hintergrund kaum erwähnenswert,

dass er es sich auch im Parcours verdient hat,

schon eher. Er ist Nationenpreissieger, feierte Weltcup-

Erfolge, ritt Pferde in Finals des Louisdor-Preises und

sammelte Medaillen bei Bundeschampionaten, wo er

mehrfach als Fremdreiter eingesetzt wurde. Zwei Mal

war er Champion der deutschen Berufsreiter in der Vielseitigkeit,

mehrfach Bayerischer Meister in der Dressur

und einige Zeit auch Mitglied des Bundeskaders.

Kommt dazu, dass Uwe Schwanz nicht nur als Reiter

eine Ausnahmeerscheinung ist, sondern auch ein

erfolgreicher Ausbilder und Trainer. Von Pferden selbstverständlich,

aber auch von Reitern. Seine Schüler

gewannen Medaillen bei Bayerischen, Deutschen und

Schweizer Meisterschaften oder schafften es in die

Bundeskader, allein zwölf wurden mit Goldenen Reitabzeichen

ausgezeichnet. Und, nicht zu vergessen, zwei

Jahre lang setzte auch die argentinische Nationalmannschaft

auf ihn als Trainer.

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26

PORTRAIT

Bei all diesen Pferden, früheren Begleitern und

aktuellen, fällt es ihm schwer, „Lieblingspferde“

zu nennen. Und doch gibt es einen, dem er besonders viel

zu verdanken hat: Ryco, ein Holsteiner, der zunächst

Springen ging, und unter Uwe Schwanz zum

internationalen Crack im Viereck wurde. Mit ihm wurde

er zum Nationenpreis-Sieger und in den Bundeskader

berufen, in seinem Sattel war er in Aachen und bei

Weltcup-Turnieren am Start. „Er war herausfordernd“,

erinnert er sich, „und sehr speziell in vielerlei Hinsicht.“

Doch er bekam ihn auf seine Seite, wie so viele …

Kein Turnier, ein Event >>>

Auch wenn Uwe Schwanz heute meist auf mindestens

Drei-Sterne-Niveau antritt, das eine oder andere

junge Pferd stellt er doch selbst vor. Beispielsweise bei

den Bundeschampionaten in diesem Jahr den vierjährigen

Hengst Datejust, mit dem er im Finale Platz vier

belegte. Entdeckt hatte er den Prämienhengst, der nun

ebenfalls „Schnecki“ Riedmaier gehört,

bei den DSP-Hengsttagen 2024. Nicht

der erste Youngster übrigens, der nach

DSP-Hengsttagen eine Box bei Uwe

Schwanz bezog. „Wir haben in

München schon mehrere

wirklich tolle Pferde gekauft“,

erklärt er. Keine Frage,

Talente erkennt der Mann,

der unter anderem zur

bayerischen Auswahlkommission

für die

Körung gehört.

Auch dann, wenn sie noch deutlich jünger sind als

die Körkandidaten. Denn ansonsten sichert man

sich im Hause Schwanz den Nachwuchs vor allem auf

Fohlenauktionen. Und auch das mit großem Erfolg: Eine

ganze Reihe späterer Grand Prix-Pferde wurden von

Uwe Schwanz als Youngster auf Auktionen gekauft. Und

da gibt’s nicht zuletzt eine auf der eigenen Anlage: Die

„Future Dreams“ des DSP. Diese Auktion ist, ebenso wie

in den vergangenen Jahren auch die DSP-Stutenchampionate,

eingebettet in das große Reitsportfestival des

Waldhauser Hofes mit Dressur und Springsport bis zur

schweren Klasse. „Das passt bei uns sehr gut ins Programm“,

ist Uwe Schwanz überzeugt. „Wir wollen nicht

nur irgendein Turnier veranstalten, wir machen ein

Event. Wir möchten, dass man sich nicht nur Schleifen

abholt, sondern Spaß und Freude an den Pferden vermitteln

und ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen.“ Keine

Frage, das gelingt auf dem Waldhauser Hof bestens.

2026 allerdings wird es kein Reitsportfestival in

Sauerlach geben. Verständlich, schließlich hat Jessica

Neuhauser zum angestammten Termin hervorragende

Chancen, bei den Weltmeisterschaften in Aachen an

den Start gehen zu dürfen. Dann ist Uwe Schwanz mal

wieder als Coach gefordert. Doch die gute Nachricht

zum Schluss: „Auf eine weitere Auflage 2027 darf man

hoffen,“ stellt er in Aussicht. Ein Mann, ein Wort.

Datejust:

Auf den DSP-Hengsttagen 2024 entdeckt – 2025 Platz vier

im Finale der vierjährigen Hengste mit Uwe Schwanz.

Foto: One Klick-Foto

Text: Michaela Weber-Herrmann

Als Turnierleiter ist

Uwe Schwanz auf der

eigenen Anlage auch

mit dem Drahtesel

unterwegs.

Foto: Björn Schroeder

DSP im Fokus · 1/2026



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DSP-PFERDE IM FOKUS

Lea Siegl mit Van Helsing P

Foto: FEI / Benjamin Clark

Lea Siegl: Mit Deutschen Sportpferden

an die Weltspitze

Mit DSP-Wallach Van Helsing P katapultierte sich die Österreicherin Lea Siegl in die Top Ten der Weltrangliste

Vielseitigkeit. Ihr 5. Platz bei der EM im Park von Blenheim Palace war für Österreich historisch!

Schöner geht es kaum >>>

Blenheim Palace, Stammsitz der Dukes of Marlborough

im Süden Englands und Welt-Kulturerbe, bot

die atemberaubende Kulisse der Vielseitigkeits-Europameisterschaften

2025 in der dritten Septemberwoche.

Und wie das im Sport so ist, hielt auch dieses Championat

die eine oder andere Überraschung parat: Beispielsweise,

dass das hochfavorisierte britische Team „platzte“

und damit den Weg für die deutsche Mannschafts-

Goldmedaille frei machte. Aber auch ein Deutsches

Sportpferd, das sich in der Form seines Lebens präsentierte,

sorgte in diesen Tagen für Gesprächsstoff: Van

Helsing P, der 15-jährige Dunkelbraune von Van Gogh-

Carismo aus der bekannten Zucht der in Löwenberger

Land in Brandenburg ansässigen Pfitzmann GbR gehört

zwar schon zuvor zu den bekannten Pferden der Szene –

bereits die EM 2021 im schweizerischen Avenches beendete

er als 16. der Einzelwertung – doch in diesem Feld

hätte kaum jemand ganz vorne mit ihm und seiner 27-

jährigen Reiterin, der Österreicherin Lea Siegl, gerechnet.

Doch der Wallach setzte sich hervorragend in Szene:

Schon nach der Dressur lagen Lea Siegl und ihr „Heli“

mit nur 26,9 Minuspunkten an vierter Stelle, im Gelände

fügten sie ihrem Ergebnis lediglich einige Zeitstrafpunkte

hinzu – die „Bestzeit“ knackte kein Paar – und

im Springen gelang ihnen eine der wenigen fehlfreien

Runden innerhalb des Zeitlimits. Damit trugen die beiden

nicht nur das mit Abstand beste Ergebnis zum fünften

Platz der österreichischen Mannschaft bei, sondern platzierten

sich auch in der Einzelwertung auf dem hervorragenden

fünften Platz. – Ein historisches Ergebnis für

Österreich, eine bessere Championatsplatzierung hatte

es für die Alpenrepublik in der Vielseitigkeit nie zuvor

gegeben! Nach den Europameisterschaften rangierte Lea

Siegl auf dem siebten Platz der weltweiten Rangliste.

Aus bekanntem Hause >>>

Lea Siegl ist zwar erst 27 Jahre jung, doch in der Szene

bestens bekannt: Bereits als Juniorin war sie drei Mal

bei Europameisterschaften am Start – ihren 16. Geburtstag

feierte sie drei Tage nach ihrer ersten EM – es folgten

zwei Championate als Junge Reiterin und mittlerweile

drei im Lager der „Großen“. Sie war die jüngste Vielseitigkeitsreiterin

bei den Olympischen Spielen 2021 in

Tokyo und wurde damals phänomenal 15. – Übrigens im

Sattel von DSP Fighting Line, ihrem damaligen Toppferd,

mit dem sie 2024 in Paris auch ihre zweiten Olympischen

Spiele bestritt. Der liebevoll „Fighty“ genannte, heute

DSP im Fokus · 1/2026


DSP-PFERDE IM FOKUS

29

18-jährige Fuchswallach vom Vollblüter Ostermond xx

aus einer Laretto Diavolo-Stute aus der Zucht von Josef

Fuchs im bayerischen Inzing, der seinem Züchter bereits

den Bronzerang im WBFSH Breeders Ranking einbrachte,

war auch ihr Partner bei den Weltmeisterschaften

2022 im italienischen Pratoni del Vivaro. Damals belegten

die beiden Platz 25 der Einzelwertung. Der Name

verrät es: Lea Siegl fand nicht zufällig zum Vielseitigkeitssport:

Ihr Vater ist Harald Siegl – die Tochter nennt

ihn „die einflussreichste Person für meine sportliche

Karriere“ –, mehrfacher Österreichischer Staatsmeister,

zweimaliger EM-Reiter und Teilnehmer an den Olympischen

Spielen in Athen 2004, und auch ihre Mutter Ute

war einst erfolgreich im Vielseitigkeitssattel. Später,

als die Kinder da waren, konzentrierte sie sich mehr auf

die Arbeit im Viereck, unterstützte so ihren Mann und

später auch die Tochter. Der Vollständigkeit halber sei’s

erwähnt: Lea Siegls Bruder studiert zwar Veterinärmedizin

in Wien und die Schwester hofft, er werde sich

später auf Pferde spezialisieren, doch noch hat er es

mehr mit anderen Tierarten. Erfolgreich mit Tieren ist

aber auch er: Er züchtet Hühner und stellte bereits einen

„Europachampion“.

Am Anfang war Emily >>>

Lea Siegl wurde im oberösterreichischen Hargelsberg

bei Linz geboren und wuchs dort auch auf. Von den

Eltern begleitet, begann ihre Karriere im Sattel früh: Sie

war gerade mal drei Jahre alt – andere Kinder lernen in

diesem Alter einen Turm aus Bausteinen zu bauen – als

sie ihr erstes Pony bekam. Das sie im zarten Alter übrigens

auch prompt zur Ausbilderin machte. Denn, Mini-

Shetty Emily war, wie sie sich erinnert, nicht eingeritten.

Also mussten wir beide gemeinsam lernen. Denn sie

war so klein, kein anderer hätte sie reiten können.“

Nach einigen Jahren – zwischenzeitlich legte Lea

Siegl ihre Matura ab und begann ein Studium der

Geschichte, Philosophie und Psychologie, das sie in der

Vorbereitung auf Tokyo zumindest temporär auf Eis

legte – führte die Karriere steil bergauf. Zumindest liest

sich das so in den internationalen Ergebnislisten. Doch

Lea Siegl reflektiert und relativiert das: „Das ging nicht

so schnell, der Weg wird oft übersehen. Mit Fighting

Line, der echt guckig war, bin ich auch oft ausgeschieden,

beispielsweise bei der Junge Reiter-EM in Millstreet

in Irland 2017. Der dritte Sprung war Blau, da war unsere

Reise zu Ende.“ Und obwohl ihr viele gutmeinende Profis

geraten hatten, das Pferd, das schon mal im Gelände

in den Schritt fiel, wenn ihm etwas nicht geheuer

erschien, ziehen zu lassen, hielt sie an ihm fest. Und sie

fanden zusammen. „Er war sehr skeptisch und ich

musste ihn erst auf meine Seite kriegen, bis zum absoluten

Vertrauen hat das gedauert. Aber ich habe viel Zeit

mit ihm verbracht und musste lernen, nicht zu viel

Druck zu machen. Und irgendwann hatte ich ihn auf

meiner Seite, von da an hat er geliefert, jedes Mal“, erklärt

die Reiterin. „Ich habe ihm so viel zu verdanken.

Er hat mich von der Juniorenzeit bis zu Fünf-Sterne-

Niveau begleitet und durch ihn habe ich gelernt, nicht

aufzugeben und meinem Gefühl zu vertrauen.“

Es war auch Lea Siegls Gefühl, das ihr riet, ihren

„Fighty“ in den Ruhestand zu verabschieden.

Der Plan für sie und ihn war ein Start in Badminton in

diesem Jahr gewesen, beim schwierigsten und traditionsreichsten

Vielseitigkeitsturnier der Welt, doch im

Vorfeld hatte sich Fighty in der Box beim Wälzen leicht

verletzt. Die Alternative war das Fünf-Sterne-Turnier

in Luhmühlen – es wurde Platz sechs im Weltklassefeld.

Nebenbei bemerkt: Mit Van Helsing P belegte Lea Siegl

außerdem Platz 15. 17 war er nun, ihr „Fighty“ und topfit

und viele rieten ihr, das Unternehmen Badminton im

Mit Dressur-Experte Oliver Oelrich bei

der Kommentierung auf clipmyhorse.tv

DSP Fighting Line war jahrelang die Nummer 1 im Stall Siegl.

Hier bei seiner Verabschiedung beim Amadeus Horse Indoors.

Foto: Dill

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PORTRAIT

DSP Fighting Line

Nachwuchshoffnung Conrad P

Foto: Tilly Berendt Media

kommenden Jahr erneut anzugehen. Doch sie entschied

anders: „Er hat es einfach verdient, auf dem Höhepunkt

seiner Karriere gesund abzutreten“ entschied sie.

Und so genießt Fighting Line heute seinen Ruhestand

auf der Koppel bei seinen Besitzern. Sie haben Enkelkinder,

die ihn reiten dürfen und auf die er rührend achtgibt.

„So hat er noch eine Aufgabe, das tut ihm gut“,

sagt Lea Siegl. Auf der Weide ist Fighty übrigens in bester

Gesellschaft – an seiner Seite ist Emily, Lea Siegls

erstes Pony. „Ich glaube, sie ist in ihn verliebt, sie folgt

ihm auf Schritt und Tritt“ beschreibt Lea das Rentnerdasein

ihres Cracks.

Van Helsing P: die neue Nummer eins >>>

Nun ist also EM-Star Van Helsing P die Nummer eins

im Sportstall Siegl und seit Mitte des Jahres wie

seine Reiterin aktuell beim Besitzer des Großteils ihrer

Pferde Andreas Rüedi in Zürich zu Hause. Und der Van

Gogh-Sohn stand zunächst auf der Liste der Siegls nicht

ganz oben. Doch der Draht zum Züchter Tobias Pfitzmann

sei sehr gut, beschreibt die Reiterin: „Wir haben

schon einige Pferde von ihm übernommen, auch für

Schüler. Er züchtet so, wie ich mir das vorstelle: Gute

Springhengste, angepaart mit hoch im Blut stehenden

Stuten.“ Und so habe sie nicht lange gezögert, als ihr

Vater ihr angeboten habe, während ihrer Sommerferien

ein Pferd von Pfitzmann auszubilden. Eigentlich sollte

dieses anschließend verkauft werden. Doch es kam anders,

denn besagtes Pferd war van Helsing P, genannt

„Heli“. „Zunächst hat er uns nicht so überzeugt“,

beschreibt Lea Liegl die ersten Eindrücke, „doch auf

dem Turnier war das plötzlich ein ganz anderes Pferd.

Da hat er erst gezeigt, was in ihm steckt. Er ist ein

Showtyp, genießt es, im Mittelpunkt zu stehen. Und

dann war klar, den kaufen wir selbst.“

„Van Helsing P selbst zu

kaufen war eine der besten

Entscheidungen, die wir je

getroffen haben.

Lea Siegl

Die Reiterin, die übrigens längst auch die österreichische

Reittrainerlaufbahn absolviert hat, freut sich

zwar über den Erfolg, ist aber alles andere als überheblich:

„Es muss passen, man muss an drei Tagen die beste

Leistung abliefern können“, erklärt sie. „Das plant man

zwar, aber klappen kann es nicht immer. Es ist nicht

einfach, sich oben zu behaupten. Das ist immer Teamarbeit

– auch mit dem Pfleger, dem Tierarzt, dem gesamten

Team.“ Dafür, dass aktuell alles passt, steht auch

ihr Lebensgefährte Felix Vogg. Der 31-jährige für die

Schweiz startende Profi, der bereits bei drei Olympischen

Spielen – zuletzt in Paris belegte er in der Einzelwertung

Rang acht – und 13 Europameisterschaften

vom Ponyalter an am Start war, ist ihr Lebensgefährte.

Und Teil des Erfolgsrezeptes! „Ich habe Felix viel zu

verdanken, er hat großen Anteil an meinem Erfolg,“

erklärt Lea Siegl. „Er überlässt nichts dem Zufall,

sondern ist ein Perfektionist, der auch am kleinsten Detail

noch feilt. Und wir sehen uns nie als Konkurrenten,

sondern freuen uns mit für den Erfolg des anderen.“

Lea Siegls nächstse Ziel steht selbstverständlich fest:

die Weltmeisterschaften 2026 in Aachen mit Van

Helsing P! Übrigens steht der nächste potentielle Crack

schon in den Startlöchern: Conrad P aus derselben

Mutter wie Van Helsing P. Er ist gerade mal acht, soll

im kommenden Jahr auf Vier-Sterne-Niveau gehen und

Lea Siegl nennt ihn „vielversprechend“. Das kann also

was werden …

Lea Siegl strahlt

in Blenheim

Text: Michaela Weber-Herrmann | weitere Fotos: Sarah Skillin | Grafiken: Adobe Stock, budenkow, irinamaksimova

DSP im Fokus · 1/2026


VERMARKTUNG 31

Ein erfolgreiches Jahr

für die DSP-Vermarktungs GmbH!

Rück- und Ausblick – Premieren in Berlin, Aach und Rohr

Das Jahr 2025 hat einmal mehr gezeigt, dass das DSP über eine grandiose Teamleistung

auch mit schwierigen Vorzeichen viel erreichen kann. Die Fohlenvermarktung startete

erstmals in Berlin: Familie Voigtländer veranstaltet hier auf Ihrer Anlage ein fantastisches

Dressurturnier mit besten Bedingungen und einmaliger Gastfreundschaft für unsere Züchter.

Am Ende ein voller Erfolg, eine sehr erfreuliche Preisstruktur und tolle neue Kunden.

Zum zweiten Mal war an Pfingsten Winterlingen

Standort einer Springfohlenauktion. Fantastisches

Turnierevent, spitzen Fohlen und eine fantastische

Stimmung ließen dieses Event wieder zu einem vollen

Erfolg werden. Traditionell werden in Viernheim bei

erstklassiger Atmosphäre tolle Ergebnisse erzielt.

Speziell die hohe Verkaufsquote und dass viele Fohlen

direkt den Weg in ambitionierte Sportställe fanden,

lässt hier ein positives Fazit ziehen. Ende Juni war das

Deutsche Sportpferd erstmals bei Familie Scherzinger in

Aach zu Gast. Ein Turnier mit viel persönlichem Einsatz

der Veranstalter und Liebe zum Detail und einer sehr

erfolgreichen Auktionspremiere. Mit rund 80 Fohlen

wartete die DSP-Elitefohlenauktion in Darmstadt auf.

Und es wurde zu einem Fest der DSP-Züchter. Unser

Auktionator Hendrik Schulze Rückamp schaffte es

wortgewandt eine einmalige Auktionsatmosphäre zu

kreieren. Mit einem bisherigen Rekordpreis einer DSP-

Liveauktion von 110.000 € wurde die Preisspitze an diesem

Abend in die USA zugeschlagen. Der Züchterin, die

erstmals ein Fohlen auf einer Auktion ausstellte, standen

die Tränen vor Freude und Rührung im Gesicht.

Mit ausgewählten Springfohlen internationaler

Colour war die Überflieger Auktion auf den

Immenhöfen gespickt. Alljährlich eine einmalige Stimmung

in Donaueschingen, bei einem der wohl schönsten

Springturniere Süddeutschlands. Diese Atmosphäre

macht die Auktion auch jedes Jahr zu etwas Besonderem

und die Ergebnisse sind immer wieder hervorragend.

Ist Immenhöfe eine der besten Adressen des Springsports,

so hat sich Sauerlach vor den Toren Münchens

durch den Einsatz von Uwe Schwanz und seinem Team

zu einer der Top Adressen für Dressurreiter entwickelt.

Ein ganz stimmungsvoller Auktionsabend mit einer

bestens gefüllten Halle und tollen Preisen konnte hier

verbucht werden. Erstmals wurde im Rahmen der Bundeschampionate

eine gemeinsame Fohlenauktion der

deutschen Warmblutzuchtverbände veranstaltet, was

ein voller Erfolg war. Parallel fanden an den beiden Wochen

des Chiemsee Reitfestivals gemeinsam mit dem

Westf. Pferdestammbuch zwei hocherfolgreiche Fohlenauktionen

statt. Eine weitere Premiere 2025 war die

Fohlenauktion im niederbayerischen Rohr. Mit großer

Unterstützung des Hallertauer Reitvereins Rohr wurde

hier aus Sicht des DSP ein weiterer Marktplatz mit

Perspektive für die Zukunft geschaffen. Zufriedene

Gesichter bei allen Beteiligten, nach einer hoch erfolgreichen

Auktion, motivieren auf diesem Weg in den

kommenden Jahren weiterzugehen. Den Abschluss bildete

das Hohenzollern Springturnier in Bisingen. Und

auch hier wurden unsere DSP-Fohlen nochmal gefeiert.

Als kurzfristiger Ersatz für das abgesagte CHI Donaueschingen

wurden die DSP-Züchter wärmstens empfangen

und die Preisstruktur spiegelte einmal mehr die

Begehrlichkeit aus den Züchterställen des DSP wieder.

Das kommende Jahr wird sicher auch kein einfaches

Jahr. Die wirtschaftlichen Vorzeichen sind nicht gerade

allzu positiv und die hippologische Gemeinschaft

steht durch steigende Kosten, kritischer Wahrnehmung

der Öffentlichkeit und Strukturwandel in der Züchterschaft

vor großen Herausforderungen. Durch die erneute

Zusammenarbeit mit Horse24.com ist der Online-

Marktplatz wieder gestärkt und so bin ich optimistisch,

dass es uns zusammen mit den fünf DSP-Mitgliedsverbänden,

den Züchtern und unserer motivierten

Mannschaft an Jungzüchtern auch im kommenden

Jahr gelingt, die Euphorie auf unsere treuen und neuen

Kunden zu übertragen und die Zuchtprodukte unserer

Züchter wieder erfolgreich zu verauktionieren.

110.000 €

für 'TRUE FINO'

Text: Fritz Fleischmann

DEUTSCHES SPORTPFERD • GERMAN SPORTHORSE



Kein ganz einfaches Unterfangen, zumal die einzelnen

Verbände diesbezüglich hinsichtlich der

Anzahl der Mutterstämme, der Entstehungsgeschichte

und einer teilweise bereits vorhandenen Systematik

vollkommen unterschiedlich aufgestellt sind. Der

bekannte Hippo-Journalist Claus Schridde hat in den

letzten 35 Jahren in präziser Recherchearbeit Aufzeichnungen

für alle deutschen Pferdezuchtverbände

zusammengetragen, stellte diese Systematik 2023 unter

anderem dem Westfälischen Pferdestammbuch zur

Verfügung und nunmehr auch den DSP-Verbänden.

Der Schatz der Prignitz >>>

Der Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt e. V.

umfasst zwei Bundesländer, deren in Summe über

200 Stutenstämme eine völlig unterschiedliche Entstehungsgeschichte

haben. Gut 140 aktive Stämme haben

ihren Ursprung im Land Brandenburg. Dabei gilt die

Prignitz, ganz im Nordwesten des Bundeslandes, als

Wiege der brandenburgischen Pferdezucht. Die Gegend

ist schon immer eine bedeutende Pferdezuchtregion

gewesen. Hier grenzen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt,

Brandenburg und Mecklenburg nahe aneinander. Bezeichnend

für Stämme aus dem Bereich der Prignitz ist

die Tatsache, dass ähnlich Westfalen oftmals der Ortsname

mit an den Rufnamen der Stute angehängt wurde.

Namen wie z. B. „Voigtin von Bälow“ oder „Vergißmeinnicht

von Gnevsdorf“ sind keine Seltenheit und geben

sofort Aufschluss über den Heimatort der Stute bzw. des

Stammes. So gehören auch die großen DSP-Aushängeschilder

DSP Alice (Weltmeisterin 2018 in Tryon/USA)

und DSP Chakaria (Europameisterin 2021 in Riesenbeck)

diesen beiden vorgenannten Prignitzer Stämmen an.

Im Bild: Das Denkmal für die wohl zwei wichtigsten Vertreterinnen der berühmten

P-Linie in der Deutschen Sportpferde-Zucht – Poesie & Poetin. Ihre Statuen

stehen im Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt in Neustadt (Dosse).

GGrundsätzlich werden heute in der Landeszucht

alle Stuten nach dem Anfangsbuchstaben des Vaters

benannt. In früherer Zeit war das nicht so. Es gab über

mehrere Jahrzehnte einen Anfangsbuchstaben pro

Stutenjahrgang, ähnlich wie in Holstein, Frankreich und

den Niederlanden, beispielsweise für den Jahrgang 1942

(um bei den Stammstuten von DSP Alice und DSP Chakaria

zu bleiben) den Anfangsbuchstaben V, 1943 W,

1944 Z, 1945 A, 1946 B, 1947 C, 1948 D bis 1955 L. Dann

lief dieses Namensmodell aus, und die Stuten beginnen

seit 1956 (zumindest überwiegend) mit dem Anfangsbuchstaben

des Vaters. Die Stämme des Brandenburgischen

Haupt- und Landgestüts Neustadt (Dosse) nehmen

eine Sonderstellung in der Namensvergabe ein: Die

Namen der Hauptgestütsstuten beginnen grundsätzlich

mit dem Anfangsbuchstaben der Mutter. 65 Stutenfamilien

mit Ursprung in Sachsen-Anhalt sind bisher gelistet.

Die meisten davon basieren auf schwerem Warmblut

Oldenburger Ursprungs (SW), vornehmlich aus dem

Bereich der nordöstlichen Altmark um Arendsee und

Osterburg. Eine Hochburg hannoverscher Zucht war von

jeder das Gebiet um die einstige staatliche Deckstation

Calvörde (bei Haldensleben, heute Landkreis Börde),

einst Braunschweiger Exklave und bis 1945 vom

Landgestüt Harzburg mit hannoverschen Hengsten

beschickt. Hier gibt es etliche Stämme hannoverschen

Ursprungs, andererseits auch neu entstandene Stämme.

Alleinstellungsmerkmale >>>

Gut 85 Stutenfamilien mit Ursprung in Baden-Württemberg

lassen sich ermitteln. Der Württemberger

war traditionell ein schweres Warmblut. Seit 1908 wird

das Stutbuch der Württemberger Zucht geführt, damals

als „veredelter Württemberger Landschlag“, oft mit

anglo-normannischer Blutführung. Die Umstellung in

Richtung modernes Reitpferd erfolgte in Baden-Württemberg

durch sehr intensiven Einsatz von Trakehner

Hengsten; man verschaffte sich so ein Alleinstellungsmerkmal.

Trakehner wie Julmond, Golddollar, Schabernack,

Pregel, Herzbube und Kastor haben die in Baden-

Württemberg vorhandenen Mutterstämme stark geprägt.

Seit Ende der 1980er Jahre gibt es Bestrebungen,

den „Alt-Württemberger“ zu erhalten; dazu sind Pferde

mit besonders hohem Alt-Württemberger Anteil in einer

besonderen Abteilung des Stutbuchs eingetragen.


34

DSP-ZUCHT

Nowell (Züchter: Jänisch) = Stammutter des DSP-Stamms der Allice

Pauline = aus dem berühmten Neustädter P-Stamm

30 Stutenfamilien mit Ursprung in Bayern sind derzeit

wahrnehmbar. Gemeinhin gilt das Rottal in Niederbayern

als Ursprung der bayerischen Warmblutzucht.

Der Rottaler war ein schweres Warmblut, ein Gebrauchs-

und Wirtschaftspferd im besten Sinne, das

stark durch Oldenburger Hengste beeinflusst wurde.

Bis 1963 hatten die Rottaler ein eigenes Brandzeichen,

das in der Folgezeit nicht mehr verwendet wurde.

Es wurde umgezüchtet in Richtung bayerisches Warmblut

bzw. modernes Reitpferd. Einige der Rottaler

Stämme haben diesen Umzüchtungsprozess erfolgreich

durchlaufen und gelten heute als besondere Leistungsträger.

Auch gab es in der Vergangenheit den Versuch

einer Rückzüchtung von Pferden mit möglichst hohem

Rottaler Blutanteil. Eine Maßnahme, die allerdings

kaum wahrnehmbar geblieben ist.

Die heutigen Bundesländern Sachsen und Thüringen

galten zu DDR-Zeiten als Nachzuchtgebiete. Man

kaufte vornehmlich Warmblutstuten aus Mecklenburg

an, um in Sachen Reitpferde aufzuholen. Es dominierte

traditionell das „Schwere Warmblut auf oldenburgischostfriesischer

Grundlage“. Solange es möglich war,

gab es für diese Population auch immer mal eine

Blutauffrischung aus Oldenburg, hin und wieder auch

aus Schlesien, wo ebenfalls der Oldenburger Karossier

alten Schlages gezüchtet wurde. Während der unfreiwilligen

Zuchtpause des Schweren Warmbluts ab Mitte der

1970er Jahre wurden etliche Stutenstämme umgestellt

in Richtung modernes Reitpferd. Knapp 60 bodenständige

sächsische und thüringische Stutenstämme sind

hier gelistet, von denen etwa 45 in der DSP-Population

gepflegt werden.

Die Herkunft im Namen >>>

Das anzahlmäßig traditionell kleine Zuchtgebiet

Rheinland-Pfalz-Saar ist mit 20 Stämmen präsent.

Das Pferdezuchtgebiet Hessen, ursprünglich ebenfalls

zum DSP-Verbund gehörig und vor gut 20 Jahren von

Hannover übernommen, verstand sich über Jahre als

Nachzuchtgebiet der klassischen Karossierszuchten

Holstein, Oldenburg und auch Ostfriesland. Insofern

sind die Ahnentafeln hessischer Pferde mit dieser

Genetik gewissermaßen durchsetzt. Nicht nur Hengste

wurden aus diesen Gebieten importiert, sondern auch

Stuten. Insofern gehen zahlreiche hessische Pferde auf

Holsteiner Stämme sowie Original-Oldenburger- bzw.

Ostfriesenfamilien zurück. Daneben sind aber auch

etliche Mutterstämme direkt in Hessen entstanden

und gepflegt worden. 135 ursprünglich hessische

Stutenfamilien sind ein nicht zu unterschätzendes

Kapital, das vom Hannoveraner Verband nie aufgearbeitet

wurde. Auch hier hat Claus Schridde seine

präzisen Recherchen zur Verfügung gestellt.

Pro Zuchtgebiet wird es jeweils eine bestimmte

Stamm-Kodierung geben, jeweils beginnend mit

DSP, dann das Kürzel des Herkunftsgebiets, dann eine

fortlaufende Nummerierung und der Name sowie das

Geburtsjahr der Gründerstute. Also beispielsweise DSP

(RPS) 1 Cäcilie (1926) für einen Stamm aus Rheinland-

Pfalz-Saar. Ist ein Stamm von außerhalb bereits mehr

als fünf Generationen im jeweiligen DSP-Gebiet oder

hat mehr als 20 registrierte Pferde in der jeweiligen Region,

kann je nach Region eine DSP-Kodierung vergeben

werden, an die sich die Stammbezeichnung im Herkunftsland

anschließt. Die Pläne nehmen Gestalt an,

im Laufe des Jahres 2026 wird die Systematik fertig

sein und in Praxis umgesetzt werden.

Stammherkunft | DSP-Mutterstämme

Baden-Württemberg DSP (BW) 85

Bayern DSP (BAY) 30

Brandenburg und 205

Sachsen-Anhalt DSP (BA)

Hessen DSP (HES) 125

Rheinland-Pfalz-Saar DSP (RPS) 20

Sachsen-Thüringen DSP (ST) 58

Gesamtanzahl DSP-Mutterstämme: 623

Text: Claus Schridde

DSP im Fokus · 1/2026


DSP-SPORTPFERDE 35

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!

Foto: Suzanne Carroll

Grafik: Adobe Stock, KR Studio

World Equestrian Center Ocala

Wenn Norbert Freistedt zur DSP Fohlenregistrierung in die USA reist, dann kann er sich sehr gezielt auf Ocala,

das neue Mekka des US-Pferdesportes konzentrieren. Hier im Herzen des Sonnenstaates Florida leben etwa

75.000 Pferde und während der Wintersaison kommen Tausende hinzu.

Durch sie fließen jährlich 4,3 Milliarden Dollar in

die lokale Wirtschaft. Der Ursprung lag in der

Rennpferdezucht, da der sandige Kalksteinboden hier

ideale Voraussetzungen für einen gesunden Knochenbau

bietet. Doch schon bald entwickelten sich auch andere

Pferdesportarten rund um Ocala. Der erste gewichtige

Magnet war HITS Ocala (Horses In The Sun), wo jede

Saison zwischen November und März knapp 20

Turniere stattfinden, bevor die 200 Hektar wieder für

7 Monate in einen tiefen Dornröschenschlaf verfallen.

Aber dann entstand das wie eine Fata Morgana

anmutende World Equestrian Center, kurz auch

WEC genannt. Nach nur 3 Jahren Bauzeit öffneten sich

im Mai 2021 die Tore zu einer Anlage, die die kühnsten

Träume eines jeden Reiters übertreffen. Es gibt 29

Reitplätze, 6 davon in voll klimatisierten Reithallen,

und 25 feste Stallungen mit insgesamt 3,000 großzügigen

Boxen. Hinzu kommen eigene Hotels, Geschäfte,

Restaurants und sogar eine eigene Tankstelle.

Egal zu welcher Jahreszeit, irgendein Turnier ist immer

im Gange im Disney Land des Reitsports.

Und es ist hier, wo sich dieses Jahr ein DSP-Pferd

einen ganz besonderen Namen machte: Acajou 64,

eine 10-jährige DSP-Stute, die in den USA unter dem

Kolumbianer Ilan Bluman das Publikum in Staunen

versetzt. Die in der Fachpresse als wendiges Reh

bezeichnete Stute gewann am 3. Februar 2025 den mit

200.000 Dollar dotierten Armed Services Grand Prix

CSI4* und verwies Weltklasse Reiter wie Christian

Kukuk und Richard Spooner auf die Plätze. Aber das

war keine Eintagsfliege. Bereits in 5 früheren Starts

im WEC in Ocala hatte sich die von Casallco/Chico’s Boy

abstammende und von Caterina Bader gezüchtete

Bayern-Stute 4-mal unter die Top 10 einreihen können.

Der in Wellington, Florida und North Salem, New York

trainierende Bluman hatte sie 6-jährig erstanden und

beschreibt sie als sehr konzentriert und vorsichtig.

DEUTSCHES SPORTPFERD • GERMAN SPORTHORSE


36

DSP-SPORTPFERDE

Auf 5 Sterne Niveau ist die 12-jährige FBW Graphik

mit ihrer Reiterin Vanessa Hood unterwegs.

In Deutschland hatte Sophie Hinners die Stute von

Graf Rhapsody/Numero Uno unter dem Sattel gehabt,

danach wurde sie von Veronica Tracey in Mexiko vorgestellt,

bis sie plötzlich im März 2025 mit Vanessa Hood

in Ocala auftauchte, wo sie auf Anhieb und mit 3 Sekunden

Vorsprung das 1,45 m Springen gewann. Das Paar

war die gesamte Sommersaison über erfolgreich und

belegte erst kürzlich einen hervorragenden 9. Platz beim

CSI 5* Major League Show Jumping Highlands Cup.

Gezogen wurde FBW Graphik vom Haupt- und Landgestüt

Marbach.

Nach seinen legendären Erfolgen mit dem Württemberger

Antares F setzte McLain Ward noch einmal

auf DSP. Mit Contagious war er einmal mehr auf vielen

Podiumsplätzen anzutreffen, unter anderem bei der

Olympiade in Tokio, wo er erheblich zur Silbermedaille

der US-Springreiter beitrug. Siege beim CHIO in Aachen

und im amerikanischen Devon rundeten die Karriere

des von Andreas Eisenmenger gezogenen Wallachs

von Contagio/For Keeps ab. Im Juni 2025 wurde der

Zweibrücker auf die wohlverdienten Rentnerweide in

Massachusetts verabschiedet.

Ein Pferd, das ebenfalls bereits zu Lebzeiten Legende

schrieb, ist Mai Baum, von seiner Reiterin auch liebevoll

Lexus genannt. Er wurde im Juli 2025 mit einem

triumphalen Sieg des CCI4*-S auf der Rebecca Farm in

den Ruhestand verabschiedet. Einige herausragende

Eckpfeiler seiner Karriere mit Tamie Smith waren 2023

der Sieg des CCI5*-L Defender Kentucky, Team Gold bei

den 2019 Pan American Games, Team Silber bei den

2022 World Equestrian Games und 2015 der Sieg im

CCI4*-L beim Fair Hill International. Die Presse betitelt

dieses von Günter Gerling gezüchtete und aus Sachsen-

Thüringen stammende Pferd gerne auch als den „Fliegenden

Teppich“. Seine Reise in die USA durfte er direkt

nach der DSP-Auktion in München 2010 antreten, wo er

von Michelle Pestl und Ellen Ahearn entdeckt worden

war. Der von Loredano/Leoni abstammende Wallach

fühlt sich am wohlsten, wenn er ein ganzes Team von

Lingh's Sinclair

„Dienstboten“ zu seiner Verfügung hat.

Seine Reiterin Tamie Smith sagte einst über ihn, dass

er so anspruchsvoll wie die Königin von England sei

und sich ebenso gerne vor der Kamera in Szene setze.

Noch in den Startlöchern seiner Karriere als Vielseitigkeitspferd

steht Contendro’s Prinz, der von der

Tierärztin Kim Keeton beim Marbacher Wochenende

2022 entdeckt worden war. Allerdings hat sich der

mittlerweile von Oldenburg USA anerkannte Hengst

bereits einen Namen als Deckhengst gemacht. Seine

Abstammung von Contendro I/Landgraf macht ihn für

die Züchter in den USA sehr interessant. Seine Besitzerin

stellt ihn sowohl mittels TG als auch mittels Frischsamen

zur Verfügung. Kim Keeton sagt, dass sie als

Tierärztin natürlich auf viele Pferde trifft, aber selten

auf eines mit einem so liebenswürdigen Charakter.

Züchter dieses Pferdes aus Bayern ist Josef Fischer.

Ebenfalls vom Marbacher Wochenende aus durfte

Lingh’s Sinclair seine Reise nach USA antreten.

2015 wurde der von Lingh/Lord Sinclair I abstammende

Württemberger dort von dem international für Belgien

reitenden Carl Bouckaert als Wiederverkaufspferd für

die USA erworben. Seine Rechnung ging auf, aber vielleicht

nicht ganz so, wie er sich das vorgestellt hatte.

Seine damalige Bereiterin Ashley Keller verliebte sich in

den knuffigen Wallach, hatte aber nicht die finanziellen

Möglichkeiten, das von Harald Kocher gezogene Pferd

zu erwerben. Da besann sie sich auf eine eher bei Rennpferden

übliche Strategie, sie gründete ein Syndikat.

Und der Erfolg sollte ihr recht geben. Mittlerweile sind

sie und „Baby Lingh“ im ganz großen Viereck angekommen,

und feiern Erfolge in der S*** Dressur.

Auf eine ähnliche Karriere darf der bereits 2012 beim

Marbacher Wochenende erworbene Halston zurückblicken.

Der von der ZG Hellstern gezogene Württemberger

von Hotline/Laurentio wurde von seiner Reiterin

und Besitzerin Kim Schisler-Sosebee sorgfältig und

schonend bis zur S**** ausgebildet, und genießt jetzt

seine Teilzeitrente als FEI Lehrpferd im Stall von Julio

Mendoza in North Carolina, wo er seiner neuen Besitze-

Ilan Bluman mit Acajou

Foto: Susan Stickle

Foto: Catie Staszak Media

DSP im Fokus · 1/2026


rin Nancy Flanders schon erste Erfolge im Sankt Georg

und in der S* beschert hat.

Gerade erst im Sankt Georg angekommen ist der unweit

von Ocala lebende Pramwaldhof’s Vidal. Der

vom Gestüt Pramwaldhof gezogene Wallach von Blue

Horse Veneziano/Ampere wurde 2024 von Eva Oldenbroek

gekauft, nachdem sie ihn ursprünglich als 5jährigen

für eine ihrer Reitschülerinnen erworben hatte,

die dann aber das Interesse am Dressurreiten verlor.

Eva Oldenbroek beschreibt ihn als sehr lernfähig und

fleißig. Aufgrund ihres Umzuges von Texas nach Florida

hatte sie in den letzten 12 Monaten kaum Zeit, Vidal zu

reiten. Er ist daher deutlich häufiger auf der Weide anzutreffen

als auf dem Reitplatz, und dennoch absolviert

er die Anforderungen des Sankt Georgs mit Bravour, und

übt auch schon so ein bisschen Piaffe und Passage.

Und noch ein weiteres Dressurpferd musste seine

süddeutsche Mundart ablegen und stattdessen

Englisch lernen. Der ehemalige Bundeschampion und

Münchner Prämienhengst DSP Domany war 2022 in

die USA verkauft worden. Der von Diamond Hit/Pour

Plaisier abstammende und von Else Schnell gezüchtete

Fuchs war über mehrere Stationen in den Stall von

Benjamin Albright gekommen, der ihn gemeinsam mit

einigen Sponsoren 2025 für sich selbst erwarb. Unter

dieser neuen Konstellation konnte DSP Domany beim

CDI in Ocala im Februar 2025 sowohl den Sankt Georg

als auch die S* für sich entscheiden. Albright ist zuversichtlich,

seinen „tanzenden Kürbis“ 2026 bis zu S***

vorstellen zu können. Aber schon geht es wieder an’s

Kofferpacken für DSP Domany. Sein Reiter wechselt von

der wunderschönen GoldMark Farm in Ocala zu der

Sonnenberg Farm in Oregon, wo unter anderem auch

die deutschstämmige Olympia Medaillengewinnerin

Sabine Schut-Kery trainiert.

Die in den USA wohl beliebteste Disziplin außer Westernreiten

sind die sogenannten Hunter. Hier tat

sich viele Jahre lang ein ehem. Landbeschäler aus Neustadt-Dosse

als ein Star der Szene hervor. In Deutschland

noch unter dem Namen Standing Ovation bekannt,

Contendro's Prinz

DSP-SPORTPFERDE

37

Miss DSP in den USA

Seit Jahren repräsentiert

Susanne Lauda die Deutschen

Sportpferde in den USA.

Sie ist eine hoch motivierte

Dressurreiterin, Richterin und

Ansprechpartnerin für das

Deutsche Sportpferd beim USDF.

wurde er in den USA kurz und bündig nur noch Ovation

genannt. Gezüchtet hatte den Brandenburger Anja

Ulrich, die ihre Azur de Paulstra Stute Allegra mit Sandro

Khan anpaarte. Die Besitzerin Betsee Parker stellte

ihn der jungen Amazone Tori Colvin zur Verfügung

und gemeinsam wurden sie das bis dato einzige Paar,

das die Small Junior Klasse der Pennsylvania National

Horse Show 4 Jahre hintereinander für sich entscheiden

konnten. Die Zeitschrift „The Chronicle of the Horse“

schrieb: Ovation Makes History at Harrisburg. Mittlerweile

ist der Hengst nicht mehr im Sport tätig, aber auch

2025 wurde noch ein Fohlen von ihm als DSP-ler registriert.

Es lebt, wie könnte es anders sein, in Ocala.

Aber auch in jüngerer Zeit machen DSP-Pferde

im Hunter Ring von sich reden. Da ist z.B. der

9 Jahre alte Danke Schoen, der sich regelmäßig unter

Elizabeth Wright bei den 3.3‘ Green Huntern hervortut.

Danke Schoen, der in Deutschland als Didamko registriert

war, befindet sich im Besitz von Andrea Angell

und wurde von Felix Huchzermeyer aus Ulm gezogen.

Abstammend ist der Wallach von Dinken aus einer

Quidam de Revel Stute.

Derzeit auf Platz 6 in der National Hunter Derby

Liste befindet sich Shades of Grey, eine von

Torsten Lenz gezogene Stute, abstammend von Gepsom/Cancoon.

Sie gehört der Fairway Ranch LLC und

wird von Anna Tyler vorgestellt. In Deutschland war sie

bereits unter Robert Bruhns erfolgreich gewesen und

hat in den USA nahtlos an diese Erfolge angeknüpft.

Mai Baum

Foto: Liz Crawley

Text: Susanne Lauda

Foto: Tilly Berendt

DEUTSCHES SPORTPFERD • GERMAN SPORTHORSE


Vom 7. bis 11. Januar 2026 verwandelt sich die Graf von

Lindenau-Halle erneut in das Mekka für Pferdesportfans.

Zum dritten Mal finden dort das internationale

Springturnier CSI Neustadt-Dosse und das „Schaufenster

der Besten“, die Pony- und DSP-Hengstkörung

des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt e.V.,

unter einem Dach statt.

Damit vereinen sich Zucht und Sport auf einzigartige

Weise zu einem Konzept, das in Deutschland seinesgleichen

sucht. Neustadt (Dosse) gilt hier als Vorreiter,

denn nirgendwo sonst erleben Besucher das Beste

aus beiden Welten so dicht beieinander: Veranstalter

Herbert Ulonska und seine Firma Equestrian Sport

Events verantworten das CSI Neustadt-Dosse bereits

seit dem Jahr 2000. Das Turnier hat sich seither zu

einem festen Bestandteil des internationalen Turnierkalenders

entwickelt und markiert alljährlich den sportlichen

Auftakt in der Hauptstadtregion. Für viele Topreiter

ist Neustadt das erste große Highlight der Saison.

Den Auftakt des Events bilden am Mittwoch die Mitteldeutsche

Körung der Pony- und Spezialrassen.

Es folgen am Donnerstag das erste Freispringen und die

Pflasterprüfung der DSP-Hengste, sowie das Longieren

der Dressurhengste. Am Freitag rücken die DSP-Dressur-

und Springhengste besonders in den Mittelpunkt:

Zunächst präsentieren sich am Morgen die Dressurhengste

beim Freilaufen mit anschließender Körung,

danach folgen das zweite Freispringen der DSP-Springhengste

sowie anschließend die Prämienringe mit

Siegerehrung.

Der Neustädter Hengstmarkt findet erneut für die

gekörten und nicht gekörten Hengste in Form einer

Onlive-Auktion zur besten „Sendezeit“ am späten

Samstagnachmittag statt. Auktionator Hendrik Schulze

Rückamp wird nach dem DKB-Championat wieder das

Pult erklimmen und seinen Auktionshammer für die

Gebote vor Ort in der Lindenau-Halle und von zu Hause

am Computer schwingen. Damit haben auch interessierte

Gäste des CSI Neustadt direkt bei der Veranstaltung

die Chance, einen ihrer Hengstfavoriten zu ersteigern.

Die Vorauswahlen der Hengste für die DSP-Körungen

sind mittlerweile erfolgreich beendet und es konnte

eine Kollektion von ca. 50 Kandidaten ausgewählt werden.

Die Abstammungen sind genetisch international

begehrenswert, mehrheitlich erneut deutlich springbetont.

Aber auch Top-Vererber des DSP-Zuchtgebiets wie

Askari, Cellman, Oganero P, Va Bene, Cape Calidus,

Cellestial, Ben Benicio und Bloomingdale sind hier wieder

vertreten. Diese bewährte Genetik findet man so nur

beim Schaufenster der Besten in Neustadt (Dosse).

Wer live dabei sein möchte, wenn sich im Januar die

besten Hengste und Reiter in Neustadt (Dosse)

präsentieren, sollte sich frühzeitig Tickets sichern.

Alle Informationen rund um

das Schaufenster der Besten

und das CSI Neustadt 2026

sind online unter pzvba.de

und csi-neustadt-dosse.de

Foto und Text: Björn Schroeder

Herausgeber: DSP Deutsches Sportpferd GmbH,

Gewerbepark Wiedersbach 10–12, 91578 Leutershausen, Tel. 09823/9242588,

Internet: www.deutsches-sportpferd.de; E-Mail: info@deutsches-sportpferd.de

Redaktion: Verantwortlich i.S.d.P.: Heike Blessing-Maurer (hbm),

Tel. 09823/ 9242588, E-Mail: hbm@deutsches-sportpferd.de

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Björn Schroeder, Sabine Wentsch, Claus Schridde,

Dr. Michaela Weber-Herrmann, Susanne Lauda

Gestaltung + Druckvorlage: Hedrich GmbH | Werbeagentur · #reitsportstickerei

Anzeigenverkauf:

DSP Deutsches Sportpferd GmbH,

E-Mail: info@deutsches-sportpferd.de

Erscheinung:

zwei Mal jährlich Januar und Juli

Druck: Senser Druck, Augsburg

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Ansbach.


feiert

120. Geburtstag!

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