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Heimatblätter des Kreises Aachen 1989-1-2

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1989 - 1-2 Heimatblätter

44. Jahrgang des Kreises Aachen


Impressum

Heimatblätter des Kreises Aachen

Bezugspreis im Abonnement: 3,- DM je Heft

Einzelpreis: 4,- DM zuzüglich Porto

Auflage: 2 500

Herausgeber und Vertrieb: Kreis Aachen

5100 Aachen , Zollernstr. 10 (Kreishaus)

Telefon 02 41 / 51 98 - 1

Redaktion:

Rudolf Dieregsweiler, Karl-Heinz Herren

5100 Aachen, Kreishaus

Herstellung :

Weiss-Druck, 5108 Monschau -lmgenbroich

Layout: Michael Grimmelt

Titelbild:

Kreuzanlage Klosterstraße/ Neuhauser Straße

Verfasser : K. H. Grettern

Umzeichnung: Ann Dautzenberg

Photos: Rainer Kistermann , Maren Zerbes

Aus Gründen der vollständigen Jahresfolgen

erscheint dieses Heft unter

44 . Jahrgang, 1989 - 1-2

© Januar 1989 by

Ingeborg Schild, Aachen


Ingeborg Schild

Flurdenkmale der Stadt Würselen

Die vorliegende Untersuchung befaßt sich mit Flurdenkmalen

der Stadt Würselen. Unter diesem Begriff vereinen sich im

Stadtbereich Würselen historische Meilensteine, Grenzsteine

und Kreuzanlagen an Straßen und Plätzen . Einbezogen in die

Untersuchung wurden außerdem die Friedhofshochkreuze.

Nicht berücksichtigt worden sind private Grabmäler auf den

Friedhöfen sowie Ehrenmäler für die Gefallenen der Kriege.

Das Material wurde von einer Gruppe von Studierenden der

Architektur und der Kunst- und Baugeschichte der Technischen

Hochschule Aachen zusammengestellt und in einem Oberseminar

im Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege bearbeitet.

Der Anlaß zur Beschäftigung mit diesem Stoff war eine Anfrage

der Stadt Würselen, ob es möglich sei, Kreuze und Male der

Stadt, deren Aufnahme in die Liste der zu schützenden Denkmale

erwogen werde, zeichnerisch und fotografisch zu erfassen

und auf ihre künstlerische, geschichtliche und volkskundliche

Bedeutung zu untersuchen.

Der Sinn dieser Arbeit für die Studierenden lag in der Schulung

im Erfassen, Darstellen, in der Analyse und der Bewertung

historischer Substanz. Das Ergebnis war ein Katalog, welcher

der Stadtvertretung als Hilfe bei der Entscheidungsfindung

zur Unterschutzstellung diente und der zugleich die wissenschaftliche

Grundlage zur weiteren Bearbeitung des Stoffes

bildete.

Die Erfassung begann mit 24 Objekten, die vom Rheinischen

Amt für Denkmalpflege zur Aufnahme in die Denkmalliste empfohlen

worden waren. Während der Feldarbeit zeigte sich, daß

es bei den Kreuzanlagen noch zahlreiche andere Objekte gab,

welche den vorgeschlagenen Kreuzen vergleichbar waren.

Deshalb wurde das gesamte Gebiet der Stadt anhand der

Deutschen Grundkarte und durch systematische Begehung auf

weitere Kreuzanlagen hin durchgesehen. Das Ergebnis waren

40 zusätzliche Objekte. In Gegenüberstellung mit den genannten

und bereits in Bearbeitung befindlichen Kreuzen erwiesen

sich mehrere der neu erfaßten insofern als vergleichbar, als ihre

Gestalt auf ein gewisses Alter deutet oder sie in der Tradition

der historischen Kreuze gestaltet sind. Sie wurden deshalb dem

Katalog im Anhang beigegeben und schließlich 10 von ihnen in

die spätere Untersuchung mit einbezogen. Die nicht berücksichtigten

Kreuze bleiben für eine zukünftige Bearbeitung zurückgestellt.

Im Katalog wurde die Reihenfolge der Vorschlagsliste des Rheinischen

Amtes für Denkmalpflege beibehalten. Sie ist nach

Stadtteilen gegliedert und bringt den Meilenstein, die Grenzsteine

und die Kreuzanlagen in Mischung. Wir schlossen die zusätzlich

bearbeiteten Kreuzanlagen an und ließen die nicht

untersuchten folgen , ohne dabei die Gliederung nach Stadtteilen

aufzunehmen. In der dem Katalog vorangestellten Untersuchung

und zusammenfassenden Darstellung wurde von diesem

Schema abgegangen, und zuerst der Meilenstein, dann die

Grenzsteine und nachfolgend die Kreuzanlagen behandelt.

Die Arbeiten in der Stadt Würselen bedeuteten für die Studierenden

einen gewissen Verzicht: Nicht »hochkarätigen« Flurdenkmalen

galt ihre Arbeit, sondern verhältnismäßig schlichten

Objekten. Andererseits bot diese Arbeit einen echten Praxisbezug,

wie er für die Ausbildung von Architekten \.md Bau- und

Kunsthistorikern als Vorbereitung auf die spätere Tätigkeit sehr

erstrebenswert ist. Für diese Möglichkeit und für Hilfe und

Unterstützung während der Arbeit ist vor allem Herrn Beigeordneten

Winfried Camphausen, dem Initiator des Vorhabens, und

Herrn Stadtarchivar August Liebenwein zu danken, der stets zu

fachlichem Rat bereit war. Außerdem gilt der Dank vielen Bürgern

der Stadt, welche durch Informationen über die Geschichte

der Objekte Unterstützung boten und hier vor allem den Vertretern

der Kreuzverschönerungsvereine.

Dank gilt sodann Herrn Prof. Dr. Werner Kasig für Hilfe bei der

Identifizierung des Steinmaterials des Meilensteins und der

Grenzsteine sowie Herrn Landesbaudirektor Josef Hoffmann für

Unterstützung bei Recherchen im historischen Straßenbau.

Die Aufarbeitung des Materials zur Drucklegung wurde durch

eine Kleinförderung der DFG unterstützt. Auch ihr gilt unser

Dank.


Der Meilenstein

Im Gebiet der Stadt Würselen blieb ein historischer Meilenstein

erhalten. Er steht an der Westseite der Krefelder Straße in

unbebauter Umgebung zwischen den Häusern 75 und 117. Der

Stein besteht aus einer profilierten vierseitigen Basis und aus

einer Stele mit rechteckigem Querschnitt, deren Schaft sich von

unten nach oben schwach verjüngt und in einen Dreiviertelkreis

übergeht (Nr. 4). Im Übergang vom Schaft zum Kreis zeigt die

seitliche Kontur Reste eines Profils. Die Rückseite (straßenabgewandte

Seite) ist nicht reliefiert, die Straßenseite weist im

Dreiviertelkreis das Relief eines Adlers und im Rand Reste einer

Schrift auf. Im Übergang vom Schaft zum Kreis zeigt die Oberfläche

der Straßenseite zwei waagerecht verlaufende Einkerbungen,

im Mittelteil des Schaftes Schriftreste und am Fuß des

Schaftes die Einritzung eines halbkreisförmigen· Bogens, der

unvermittelt endet. Das Material von Basis und Stele ist Sandstein.

Die genaue Zeit der Aufstellung des Meilensteins war vor

Beginn der Untersuchung nicht bekannt; angenommen wurden

die preußische Zeit und das frühe 19. Jahrhundert.

Der Baubeginn der Straße Aachen - Krefeld bzw. Aachen -

Uer_dingen, an welcher der Stein steht, datiert in das Jahr 1811 ,

also in jene Phase, als das Gebiet französischer Verwaltung

unterstand. Bis zum Übergang des Landes an Preußen war das

Stück von Aachen bis Alsdorf fertiggestellt, aber noch nicht mit

Entfernungsanzeigern versehen . Diese Feststellung wird durch

den Meilenstein selbst belegt, denn die Schriftreste, die als

»Aachen Crefelder Bezirks Straße « zu deuten sind, verweisen

eindeutig auf die preußische Zeit. Die zugehörige Jahreszahl ist

allerdings durch die fortgeschrittene Steinzerstörung nicht mehr

zu entziffern.

In den Akten der Regierung Aachen sind zweimal Hinweise auf

die Art und das Versetzen von Meilensteinen überliefert. Die

frühesten datieren in die Jahre 1816/17 und beziehen sich auf

Steine der Straße Köln - Aachen und weiter zur Landesgrenze

nach Belgien. Die beigegebene Zeichnung zeigt für die volle

Meile einen schlanken Obelisken zwischen zwei Sitzbänken, für

die halbe Meile einen oben abgerundeten Kegelstumpf und für

die Viertelmeile einen entsprechenden, aber niedrigeren Kegel

1 . Meilensteine dieser Art finden sich nicht im Gebiet der

Gemeinde Würselen, wohl aber im weiteren Umkreis, so z. B.

als Stein für die volle Meile in Aachen-Brand an der Straße

Aachen - Trier und in Form eines Kegelstumpfes für die halbe

Meile an der Straße zwischen Herzogenrath und Kohlscheid am

Abzweig nach Kerkrade.

Ein späterer Typus eines Meilensteins aus dem Jahre 1834 ist

durch eine Zeichnung in den Akten der Regierung Aachen

überliefert. Der zugehörige Kostenanschlag bezieht sich auf

Meilensteine »auf den Kunststraßen im Regierungsbezirk Aachen«,

die Zeichnung weist als Stein für die volle Meile einen

konisch zulaufenden Schaft zwischen zwei Sitzbänken auf, der

am oberen Ende in eine halbkreisförmige Rundung ausläuft.

Innerhalb des oberen Halbkreises befindet sich an der Vorderseite

das Relief eines Adlers. 2 Im beigehefteten Erläuterungsbericht

ist die schriftliche Anweisung enthalten, daß die Flächen

des Steins vor dem Versetzen gut zu ölen und anschließend

dreimal mit weißer, Adler, Zahlen und Schrift entsprechend mit

schwarzer Ölfarbe zu streichen seien . Als Material ist, wie auch

für den Typus von 1816/17, » blauer Kalkstein « ausgeschrieben.

Zum Typus des Meilensteins von Würselen konnten entsprechende

Zeichnungen und Leistungsbeschreibungen nicht aufgefunden

werden. Der Stilvergleich als eines der möglichen

Mittel einer Datierung muß ihn einer späteren Phase zuordnen

als die beiden anderen, wobei der Typus von 1834 einen

formalen Übergang bildet zwischen dem frühen und dem späteren

Beispiel: 1816/17 die steile, streng geometrisch bestimmte

Obeliskenform mit scharfen Kanten - beim Stein von Würselen

hingegen ein gedrungener Schaft in Verbindung mit einem

weich konturierten Dreiviertelkreis als Bekrönung - und als

Zwischenglied dieser Entwicklung im Jahre 1834 eine Stele mit

scharfen Kanten und einem gerundeten oberen Abschluß. Diese

Stele ist fast noch als Obelisk zu bezeichnen, würde nicht ein

wesentliches Detail - die Pyramidenspitze - fehlen.

Einen eindeutigen Beweis für die späte Erstellungszeit des

Meilensteins von Würselen erbringt ein Schriftwechsel zwischen

dem damaligen Baurat der Regierung Aachen, Ferdinand

Robert Cremer und Bauinspektor H. E. Martens vom 14. 9.

1864, in dem der Stein als »der im vorigen Jahr bei Station 1.00

errichtete neue Meilenstein « 3 bezeichnet wird. Der von Cremer

angegebene Standort entspricht in etwa dem heutigen. Der

Stein steht 1 preußische Meile, das sind 7,511 km, vom Meßpunkt

entfernt. Dieser Punkt war für die Straße Aachen - Krefeld

in jener Zeit der Brunnen »am Hauptmann« (Hotmannspief).

Das bedeutet, daß der Meilenstein von Würselen im Jahr

1863 aufgestellt worden ist.

Der betreffende Schriftwechsel ?:Wischen Cremer und Martens

gibt zugleich ein Stück Lokalgeschichte wieder: der betreffende

Stein war zuvor von bestimmten Anwohnern der Krefelder

Straße mehrfach umgestoßen und schließlich sogar beschädigt

worden. Deshalb plante Cremer, ihn wegzunehmen und an

einer anderen Straße zu verwenden. Bitten von Bewohnern von

Grevenberg und Birk bewogen ihn jedoch, von einer Versetzung

abzusehen. Allerdings sei eine »Wiederherstellung unbeschadet

der Formverhältnisse nicht möglich «4, heißt es im betreffenden

Schriftverkehr.

Die Schädigung der Formverhältnisse betrifft den Fuß des

Steins. Dieses beweist ein Vergleich des Meilensteins von

Würselen mit einem anderen Stein desselben Typus, der aus

dem Raum Düren stammt und heute im Freigelände der Straßenmeisterei

Erkelenz aufgestellt ist. Dieser Stein besitzt an

seinem Fuß das Relief eines vollen Kreises, im Gegensatz zum

Stein von Würselen, wo dieser - offensichtlich durch das mehrfache

Umwerfen - zu einem Halbkreis reduziert wurde. Der

Vergleich beider Steine läßt außerdem vermuten, daß der Sokkel

des Meilensteins von Würselen erst mit der Wiederaufrichtung

eingebracht wurde und dem Zwecke diente, dem beschädigten

Fuß Halt und dem Stein insgesamt ein besseres Aussehen

zu geben. Beim Beispiel Erkelenz fehlt eine entsprechende

Basis.

Zugleich wird deutlich, daß bei Meilensteinen der betreffenden

Art die Adler nicht grundsätzlich aus dem Stein gearbeitet

wurden, sondern daß, wie beim Beispiel in Erkelenz, auch

reliefierte Gußeisenplatten Verwendung fanden. Der Stein von

Erkelenz ist heute (wieder) gestrichen.

Wie der Erläuterungsbericht zum Meilenstein von 1834 beweist,

ist dieses eine Behandlung, wie sie den Absichten der Entstehungszeit

entspricht. Deshalb ist auch für den Stein von Würselen

ein Anstreichen zu erwägen, wenn auch nicht in Ölfarbe,

sondern mit einem dem Stein zuträglicheren Material. In jedem

Fall wäre dem Meilenstein damit mehrfach gedient: Er würde

historisch getreu behandelt, er würde damit zugleich deutlich

sichtbarer und ins Bewußtsein der Bürger gerückt, und er wäre

- und dieses ist das wesentlichste Argument, das für eine

farbige Fassung spräche - besser vor der fortschreitenden

Steinzerstörung geschützt, die sonst bei der exponierten Lage

des Objektes an einer stark befahrenen Bundesstraße unvermeidlich

ist.

Die Grenzsteine

Innerhalb der Stadt Würselen befinden sich noch zwei historische

Grenzsteine. Beide stehen heute an der Jülicher Straße,

der eine in der Toreinfahrt von Haus Adenaw-Delahaye, Jülicher

Straße 1 (Nr. 14), und der andere auf einem kleinen Platz schräg

gegenüber an der Einmündung der Eschweilerstraße (Nr. 15).

2


Beide sind transloziert, befinden sich aber in unmittelbarer Nähe

zur ehemaligen Grenze zwischen dem Aachener Reich, zu dem

die Quartiere Würselen und Weiden gehörten, und dem Herzogtum

Jülich, Amt Wilhelmstein, dem die heutigen Ortsteile

Bardenberg und Broich zuzurechnen sind. Grenzsteine dieser

Art dienten zur Markierung der Grenzen des Aachener Reichs.

Sie sind spätestens seit 1569 überliefert 5 und wurden, einer

Quelle von 1659 zufolge, bis zur Besetzung Aachens durch

französische Truppen fast alljährlich durch Umritte geprüft.

Diese Umritte dauerten drei Tage. Der Grenzbereich von Würselen

gehörte zum dritten Umritt.

Ein Teil der Steine trug den Aachener Adler als Relief; sie

wurden dementsprechend Adlersteine genannt. Eine gewisse

Anzahl von ihnen besaß außerdem auf der Rückseite das Wappenzeichen

der angrenzenden Herrschaft, so z. B. an der

Grenze zur Reichsabtei Kornelimünster das Korneliushorn und

an der Grenze zu Jülich den Löwen .

Von diesen Steinen ging im Laute der Zeit der größte Teil

verloren. 1777 werden insgesamt 147 Stück gezählt, davon 75

mit einem Adler; 6 1978 hingegen sind nur noch 18 Steine

festzustellen, und zwar ausnahmslos solche mit einem oder

mehreren Emblemen. 7

Die Zählung von 1777 wurde vom damaligen »Stadt-Aachischen

Berg- und Bau-Inspektor« Henricus Coupzoo durchgeführt.

Er erhielt am 24. April 1772 von den regierenden Bürgermeistern

von Aachen den Auftrag , eine Landkarte vom gesamten

Aachener Reich anzufertigen und darin sowohl die »nicht

anwesenden, als anwesenden Grenz- und Scheitsteine .. . «

einzutragen,./ Als Grundlage zu dieser Karte erstellte Coupzoo

mit Hilfe von Ratsprotokollauszügen und unterstützt von den

vereidigten Förstern ein Register, in welchem er die Steine, die

er »Pfähle« nennt, mit Nummern aufführt und ihnen jeweils auf

der linken Seite die protokollarischen Vorgaben und auf der

rechten Seite die tatsächlichen Gegebenheiten, wie sie die

Förster gemeldet hatten, zuwies. Die Zählung begann an der

Grenze zu Burtscheid und wurde im Uhrzeigersinn durchgeführt.

Nach Coupzoo befand sich im Umfeld von Weiden eine sehr

große Zahl von Grenzsteinen. Vom Kantgraben in Bardenberg

im Norden (Pfahl Nr. 58) bis Verlautenheide im Süden (Pfahl Nr.

81 , »am Heiligenhäuschen«) sind insgesamt 23 Nummern aufgeführt.

Davon markieren außer dem Stein am Kantgraben und

einem weiteren am Grenzübergang in Weiden (Pfahl Nr. 59) alle

anderen die Grenze entlang des äußeren Waldsaumes des

Reichswaldes, der den süd-östlichen Grenzverlauf des Aachener

Reiches vom südlichen Teil Weidens bis Verlautenheide

begleitet.

Mehrere Nummern beinhalten jeweils einen alten, zumeist zerbrochenen,

und einen »neuen Pfahl «; die Nummer 68 umfaßt

sogar 7 »Pfähle «, alle ohne Emblem. Insgesamt zählt Coupzoo

in diesem Abschnitt 1 O Steine mit Adler und Löwe, 10 Steine mit

Adler, 2 Steine mit »Hörnchen« und 10 Steine ohne Wappen . 5

Steine bezeichnet er als »Hauptpfähle«.

Der Standort des heutigen Grenzsteins Jülicher Straße / Ecke

Eschweilerstraße entspricht in etwa dem von »Pfahl 59« im

Register von Coupzoo. Daraus könnte geschlossen werden,

daß es sich hier um ein und denselben Stein handelt, d. h. um

einen »Haupt-Pfahl mit Früstlichem und Aachener Wappen stehend«.

Dieser Hypothese ist nicht zu folgen: Der heute an

dieser Stelle befindliche Stein mit einem Adlerrelief an der

Vorderseite und Resten eines Löwenschweifs an der Rückseite

wurde 1967/68 von Mitgliedern des heimatkundlichen Arbeitskreises

der Volkshochschule Würselen im südlichen Grenzbereich

des Reichswaldes gefunden und durch Einsatz dieser

Gruppe unter Leitung von Hans Strack an den heutigen Standort

verbracht. Der Stein lag zuvor, mit der Seite des Adlers nach

unten gerichtet, am Boden und bildete eine Brücke über den

Saubäch. 8 Eine eindeutige Zuweisung dieses Steins zu einem

der von Coupzoo in diesem Gebiet aufgelisteten »Pfähle «

erscheint nicht möglich: Wegen der dichten Abfolge der Grenzmarkierungen

in diesem Bereich können mehrere der dort

vermerkten Steine in Frage kommen.

Zum Grenzstein in der Hofeinfahrt von Haus Jülicher Straße 1,

einem einfachen Adlerstein, ergibt der Vergleich mit dem Register

von Coupzoo, daß 1772/77 an dieser Stelle kein »Pfahl «

stand, es sich also um eine Translozierung handeln muß, die

nach 1777 erfolgte. Zur Zeit von Coupzoo finden sich Steine

dieser Art erst weiter südlich am betreffenden Waldsaum. Die

zunächst stehenden sind die Nummern 61 , 62 und 64, mehrere

andere folgen im weiteren Verlauf der Grenze. Damit scheidet

auch hier wegen der großen Zahl der möglichen Steine die

Möglichkeit einer gesicherten Zuweisung aus.

Zusammenfassend ist demzufolge festzustellen, daß es sich bei

den beiden Grenzsteinen an der Jülicher Straße von Würselen

- Weiden um zwei der von Coupzoo 1772 als „ Pfähle« bezeichneten

Grenzmarkierungen des Aachener Reichs handeln dürfte

und daß beide nachträglich an ihren heutigen Standort transloziert

wurden . Ferner ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen,

daß die betreffenden Steine aus dem ehemaligen Grenzgebiet

zwischen Weiden und dem Jülicher Land stammen.

Die Kreuzanlagen

Bestimmung, Gründe zu ihrer Errichtung

Wie eingangs dargelegt, befaßt sich die vorliegende Untersuchung

mit Kreuzanlagen im öffentlichen Raum sowie mit den

Friedhofshochkreuzen. Nach Gründen, die zur Aufstellung von

Kreuzanlagen im öffentlichen Raum - d. h. an Straßen und

Plätzen - führen und nach der Art ihrer Bestimmung, sind die

Kreuzanlagen in Würselen in Prozessionskreuze und Wegekreuze

zu trennen. Dabei ist allen gemeinsam, daß mit ihrer

Errichtung und durch ihre Gestalt Schutz und Abwehr erstrebt

werden, die Hoffnung auf ein Gebet nach dem Tod bestärkt und

ein Segen erwirkt werden sollen, begründet auf ein materielles

Opfer, welches die Errichtung und Unterhaltung eines Kreuzes

bedeutet. Alle Kreuzanlagen von Würselen sind Ausdruck

katholischer Frömmigkeit.

Prozessionskreuze sind Kreuzanlagen, welche errichtet werden,

um von ihnen aus bei Prozessionen den Segen zu erteilen.

Wegekreuze hingegen werden erstellt, um an ein bestimmtes

Ereignis zu erinnern, um Reue zu bezeugen oder ein Gelübde

einzulösen . Das bedeutet, daß Prozessionskreuze von den

Kirchengemeinden, d. h. von einer Gemeinschaft, veranlaßt

oder von ihnen zu der betreffenden Funktion herangezogen

werden. Letzteres gilt auch für eine nachträgliche Übernahme

von ehemaligen Wegekreuzen als Prozessionskreuze.

Prozessionskreuze stehen im allgemeinen an markanten Stellen

innerhalb einer Pfarre, an Straßenecken, auf Plätzen , Anhöhen

usw. Alter Tradition gemäß machen die sakramentalen

Prozessionen viermal Station, wobei die vier Evangelien gelesen

und vier Segen erteilt werden. Dementsprechend ist bei der

Suche nach Prozessionskreuzen, bzw. nach Stationen feststehender

Prozessionswege, stets nach der Zahl vier zu fragen . 9

In Würselen, einem Ort, der aus mehreren Pfarrgemeinden

durch Zusammenlegung entstand , sind für eine größere Zahl

von Kreuzanlagen Zusammenhänge mit Prozessionen überliefert,

wobei besonders häufig Bezüge zu den Fronleichnamsprozessionen

zu finden sind . Dennoch war für die Bearbeiter nicht

für jede Pfarrgemeinde und ihre Prozessionskreuze eine lükkenlose

Abfolge herzustellen.

Gesicherte Stationen der Fronleichnamsprozession von St.

Sebastian, welche in ihrem Wegeverlauf und ihrer zeitlichen

Abfolge insgesamt überliefert ist, 10 sind das Kreuz an der

Ravelsberger Straße (Nr. 6) als erste und das Kreuz auf dem

Kreuzesplatz (Nr. 11) als zweite Station. Als weitere Haltepunkte

sind eine Station in Morsbach und das Bissener Kreuz

(Nr. 30) bekannt.

3


Als Prozessionskreuze der Fronleichnamsprozession von St.

Balbina werden das Kreuz Gouleystraße (Nr. 2) als erste und

das Kreuz lmmelen an der Neustraße / Ecke Krefelder Straße

(Nr. 5) als dritte Station genannt. Als zweite Station ist die Ecke

Kleine Straße / Gouleystraße, als vierte die Ecke Bardenberger

Straße / Burgstraße überliefert. 1 1

Für die Bardenberger Fronleichnamsprozession ist als Halt das

Kreuz Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21 ), als dritte Station

das Kreuz Am Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße (Nr. 18)

und als vierte das Kreuz Landstraße 223 / Ecke Birker Weg (Nr.

27) belegt.

Ehemalige Haltepunkte der Fronleichnamsprozession von

Broichweiden sind das Kreuz Lindener Straße / Ecke Ackerstraße

(Nr. 16), eine Kreuzanlage an der Endstraße (Nr. 41 ), ein

Kreuz an der Ackerstraße, auch »auf dem Acker« genannt, (Nr.

39) und ein Holzkreuz vor dem Eckhaus Neusener Straße /

Endstraße, das h_eute durch ein Kreuzrelief, eingelassen in eine

Fensternische, ersetzt ist, (Nr. 61 ).

Mehrere Prozessionsstationen in der Stadt Würselen wechselten

den Standort. Der Grund dazu waren zumeist städtebauliche

Veränderungen, so z. B. Straßenverbreiterungen, zu viel Verkehr

o. ä. Kreuz lmmeln an der Neustraße/ Ecke Krefelder

Straße (Nr. 5), Kreuz Am Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße (Nr.

18) und Kreuz Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21) zählen

dazu. Mehrfach versetzt wurde das Kreuz Bergstraße / Ecke

Pleyer Straße (Nr. 19), das in der Vergangenheit im Wechsel mit

anderen Kreuzen in die Fronleichnamsprozessionen einbezogen

war.

Zwei Prozessionskreuze stehen in Zusammenhang mit abgebrochenen

Kapellen. Es sind die Kreuze Gouleystraße (Nr. 2) ,

das zur Erinnerung an die ehemalige Balbina-Kapelle erbaut

wurde und erste Station der betreffenden Prozession war, und

das Kreuz an der Salmanusstraße (Nr. 7), we lches die Stelle der

1818 niedergelegten Salmanus-Kapelle einnimmt. 12

Zu den Prozessionskreuzen zählen auch die Hagelkreuze. Sie

werden von Feldprozessionen aufgesucht, bei denen mit Bittgottesdiensten

der Schutz der Feldfluren vor Hagel und anderen

Unwettern erfleht wird. Der Standort der Hagelkreuze ist

bzw. war innerhalb der Felder. In der Gemeinde Würselen ist mit

Sicherheit das Kreuz am Euchener Viehweg (Nr. 33) als Hagelkreuz

zu deuten und wahrscheinlich auch das Kreuz am Duffesheider

Weg (Nr. 35). Material und Form lassen außerdem auch

beim Kreuz Bergstraße/ Ecke Pleyer Straße (Nr. 19), das später

in allgemeine Prozessionen einbezogen wurde, und beim

Kreuz Play 16 (Nr. 24) auf eine ursprüngliche Bestimmung als

Hagelkreuz schließen.

Schließlich sind noch solche Prozessionskreuze zu erwähnen

die aufgrund von Missionen entstanden und später zu Stations~

kreuzen wurden. Zu ihnen zählt das Kreuz der ersten Station

der Fronleichnamsprozession von St. Sebastian an der Ravelsberger

Straße (Nr. 6) und das Kreuz Lindener Straße / Ecke

Ackerstraße (Nr. 16).

Mehrere Prozessionskreuze waren ursprünglich Wegekreuze.

Ein Beispiel hierfür ist das Kreuz Ecke Südstraße / Meisberg

(Nr. 12), das aus Dankbarkeit einer privaten Stifterin erstellt

wurde, und das Kreuz Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße

(Nr. 3), welches zur Erinnerung an einen Todesfall - hier

verunglückte ein Kutscher - entstand.

Wegekreuze, die nicht in Prozessionen einbezogen wurden ,

sind die Kreuze Scherberger Straße 70/72 (Nr. 9) und Schweilbacher

Straße 51 (Nr. 10). Die Anlässe zu ihrer Errichtung

konnten nicht in Erfahrung gebracht werden. Beide Objekte

stehen nicht völlig frei , sondern unmittelbar vor Hauswänden,

mit denen sie durch Anker verbunden sind . Die Untersuchung

der Geschichte der Prozessions-, Hagel- und Wegekreuze

ergab ferner, daß einige Kreuzanlagen ehemalige Grabkreuze

sind, die nach der Auflassung von den Friedhöfen genommen

und transportiert wurden. Hierzu zählen u. a. das Kreuz an der

Bissener Straße / Ecke Kaiserstraße (Nr. 30), das Hagelkreuz

am Euchener Viehweg (Nr. 33) und das Wegekreuz an der

Landstraße 223 / Ecke Birker Weg (Nr. 27).

Eine gesonderte Gruppe innerhalb der Kreuzanlagen mit öffentlichem

Charakter bilden die Friedhofshochkreuze. Diese Hochkreuze

sind Totenmale für alle diejenigen Verstorbenen innerhalb

eines Friedhofs, die kein eigenes Grabmal haben. Das ist

auf einem christlichen Friedhof in unserer Region, wo der

größere Teil der Gräber nach einer bestimmten Zeit aufgehoben

wird, eine große Zahl. Für die betreffenden Toten ist das Hochkreuz

ein Mal, in dessen Kreuzesform der Tod Christi und durch

ihn die Auferstehung aller Gläubigen ausgedrückt wird.

Entsprechend ihrem Rang erhalten die Hochkreuze innerhalb

der Friedhöfe einen herausgehobenen Standort. Zumeist befindet

sich dieser in der Achse des Hauptzuwegs, häufig auch im

Schnittpunkt zweier Wege.

Friedhofshochkreuze dieser Art finden sich in der Stadt Würselen

u. a. auf dem Friedhof an der Sebastianusstraße, Stadtteil

Würseie·n (Nr. 8), auf dem Friedhof Oststraße, Stadtteil Bardenberg

(Nr. 23), auf dem Friedhof des Stadtteils Broichweiden an

der Friedhofstraße (Nr. 13) und im Stadtteil Morsbach auf dem

Friedhof an der Burgstraße (Nr. 28).

Das Friedhofshochkreuz an der Sebastianusstraße wurde zwischenzeitlich

aus der ihm gebührenden Lage im Schnittpunkt

zweier Wege entfernt, nach Bürgerprotesten aber wieder in die

ursprüngliche Lage gebracht. Das Kreuz an der Kirchenstraße

erlitt möglicherweise eine Versetzung an die Südgrenze des

Friedhofs, behielt aber eine gewisse hervorgehobene Lage, da

es im Schnittpunkt eines Hauptweges mit dem Grenzweg entlang

der Südwestseite des Friedhofs liegt. Der Friedhof an der

Stegerstraße im Stadtteil Linden (Nr. 17) besitzt als Hochkreuz

eine Kreuzanlage, die zuvor ein Priestergrab auf dem Friedhof

des Klosters der Missionare vom Heiligen Geist an der Broicher

Straße gewesen war und welche die Pfarrgemeinde und der

Kirchenvorstand von Broich im Jahre 1862 zwei ihrer verstorbenen

Pfarrer gewidmet hatten. Nach der Einrichtung des Friedhofes

an der Stegerstraße translozierte man das Kreuz und erhob

es zum allgemeinen Hochkreuz, indem man ihm eine gebührende

Stellung inmitten einer Hauptwegekreuzung gab.

Material der Kreuzanlagen

Holzkreuze

Aus Holz bestehen in der Stadt Würselen zwei jener Stationskreuze,

die Missionskreuze waren. Es sind dies das Kreuz an

der Ravelsberger Straße (Nr. 6) und das Kreuz Lindener

Straße / Ecke Ackerstraße (Nr. 16). Außerdem sind Holzkreuze

die beiden Wegekreuze Scherberger Straße 70/72 (Nr. 9) und

Schweilbacher Straße 51 (Nr. 10). Ein weiteres Holzkreuz ist die

Kreuzanlage Elchenrather Straße/ Ecke Nordstraße (Nr. 29).

Andere, in dieser Untersuchung nicht berücksichtigte Holzkreuze,

befinden sich an der Kleine Straße / Ecke Gouleystraße

(Nr. 59, Hängekreuz) und an der St.-Jobser-Straße (Nr. 46,

niedriges Standkreuz). Alle Holzkreuze stehen unterhalb einer

Verdachung, die z. T. ein eigenes Gehäuse bildet, wie beim

Missionskreuz an der Ravelsberger Straße, z. T. am Kreuz

befestigt ist, wie bei den Kreuzen an der Scherberger und

Schweilbacher Straße, oder an der Rückwand des Hauses, wie

beim Kreuz an der Elchenrather Straße / Ecke Nordstraße. Verwendet

wurde vorrangig Eichenholz, bei den Verdachungen und

den rückwärtigen Hinterlegungen z. T. auch Weichholz; das

Missionskreuz an der Salmanusstraße erhielt ein Metallgehäuse.

Metallkreuze

Bei den Kreuzen aus Metall sind solche aus Gußeisen und aus

Schmiedeeisen zu unterscheiden. Aus Gußeisen bestehen das

Wege- und Prozessionskreuz Klosterstraße / Ecke Neuhauser

Straße (Nr. 3), ferner ein Kreuzrest am Teuterhof (Nr. 32) und

ein Kreuz an Haus Neusener Straße 51 (Nr. 26) . Kreuze aus

4


Schmiedeeisen sind das Kreuz Bergstraße/ Ecke Pleyer Straße

(N r. 19), das Kreuz Pley 16 (Nr. 24) und das Kreuz am Euchener

Viehweg (Nr. 33) . Das Kreuz am Duffesheider Weg (Nr. 35)

besteht aus Stahlrohr. Bei den schmiedeeisernen Kreuzen ist

bemerkenswert, daß sie als Hagelkreuze bekannt sind oder

aufgrund der formalen Gestaltung als ehemalige Hagelkreuze

gedeutet werden können .

Steinkreuze

Vorrangig verwendetes Material der Kreuze der Stadt Würselen

ist der steinmetzmäßig bearbeitete Naturstein. Aus ihm bestehen

die fünf Friedhofshochkreuze und der größte Teil der Prozessions-

und Wegekreuze.

Bemerkenswert dabei ist, daß die steinernen Prozessions- und

Wegekreuze fast alle aus Kal kstein und die Friedhofshochkreuze,

von einer Ausnahme abgesehen, aus Sandstein gearbeitet

sind . Diese Gegebenheit geht damit überein, daß die

Friedhofshochkreuze formal reicher gestaltet sind als die

Kreuze der anderen Gruppe.

Als Kalkstein wurde fast ausschließlich jenes Material verwendet,

das in der Aachener Region als Blaustein bezeichnet wird .

Es handelt sich um einen Stein des Unterkarbon, seltener des

Ober- und Unterdevon, der im Gebiet südlich von Aachen in

zahlreichen von Südwest nach Nordost verlaufenden Zügen

zutage tritt und dort von altersher abgebaut und verbaut wird . 13

Die Bezeichnung Blaustein , die etwa bis zum 30jährigen Krieg

zurückzuverfolgen ist, erhielt das Material, weil seine eigentliche

Gestein~farbe - erkenntlich am frischen Bruch oder im

polierten Zustand - eine stark blau bestimmte graue Tönung

aufweist. Durch Verwitterung verwandelt sich diese in ein Silbergrau.

Der Beg riff Blaustein umfaßt sowohl feinkörniges, dichtes als

auch ein grobkörniges Material, das aus kleinsten , hell und

dunkel gefärbten Teilchen zusammengesetzt erscheint. Der

feinkörnige Stein entstand - ganz vereinfacht ausgedrückt - aus

der Versteinerung von Kalkschlamm; der grobkörnige setzt sich

zusammen aus einer Unzahl kleiner Seetiere, einer Art Seelilien

(Stromatoporen) , die versteinerten . Hinzu kommen viele andere

Erscheinungsformen des Blausteins, so zum Beispiel Gefüge,

in denen größere Reste von Seetieren erkenntlich sind, wie

Wurzelfüßler (Foramiferen) als runde oder Muschelkrebse (Ostracoden)

als sichelförmige Formen.

Das grobkörnige Material wird in der Aachener Region irrtümlich

»belgischer Granit« genannt, ist aber eindeutig ein reiner Kalkstein,

während der Stein mit den runden Versteinerungen gern

als »geäpfelt« bezeichnet wird .

Der größte Teil der Kreuzanlagen aus Blausteinen der Stadt

Würselen besteht aus dem grobkörnigen Material. Kreuze, die

ganz aus dem feinkörnigen Stein bestehen , sind hingegen

selten, ebenso wie solche, welche den »geäpfelten« Stein

zeigen. Grobkörniger Stein mit sichelförmigen Muschelresten

findet sich mehrfach.

Als Beispiel für eine Kreuzanlage, die ganz aus dem fei nkörnigen

Material besteht, ist das Kreuz Bissener Straße / Ecke

Kaiserstraße (Nr. 30) zu nennen, für die Verwendung des

»geäpfelten« Steins das Kreuz Ecke Südstraße / Meisberg (Nr.

12) und für das Vorkommen sichelförmiger Muschelreste die

Kreuzanlage Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21 ).

Als bemerkenswertes Ergebnis der vorliegenden Untersuchung

erscheint die Tatsache, daß bei fast allen Kreuzen, d. h. auch bei

denen aus dem grobkörnigen Blaustein, für die unterste Platte -

den Lagersockel - feinkörniges Material gewählt wurde. Offensichtlich

geschah dieses, um den Kreuzanlagen mit dem dichteren,

feinkörnigen und damit wenig saugfähigen Stein als Unterlage

eine gewisse Horizontalisolierung, einen Schutz gegen

kapillar aufsteigende Bodenleuchte zu geben.

Die Wahl des Sandsteins als vorrangig verwendetes Material für

die Hochkreuze auf den Friedhöfen steht sicherlich damit in

Zusammenhang, daß es sich bei diesen Kreuzen um reich

profilierte Objekte handelt und daß der Sandstein leichter zu

bearbeiten ist als der Kalkstein . So findet sich Kalkstein, und

zwar der grobkörnige, nur beim Friedhofskreuz des Friedhofes

Sebastianusstraße (Nr. 8). Die Friedhöfe an der Stegerstraße

(Nr. 17), an der Oststraße (Nr. 23) und an der Friedhofstraße

(Nr. 13) besitzen Sandsteinkreuze. Verwendet wurde ein gelbliches

Material; beim Kreuz an der Friedhofstraße zur Gestaltung

der flankierenden Säulen außerdem roter Sandstein. Das Hochkreuz

an der Burgstraße (Nr. 28) besteht aus einem fast weißen

Material, ähnlich dem des Missionskreuzes an der Lindener

Straße (Nr. 25) .

Ehemals waren diese Kreuze im Farbton des Steinmaterials

gestrichen. Diese Behandlung war in der zweiten Hälfte des 19.

Jh. bei Sandstein allgemein üblich. Reste einer entsprechenden

Farbfassung finden sich heute noch an den Kreuzen der Friedhöfe

an der Burgstraße und an der Friedhofstraße.

Auch die Sandsteinkreuze stehen im allgemeinen auf Lagersokkeln

aus dichtem, d. h. feinkörnigem Blaustein. Das Hochkreuz

an der Friedhofstraße weist zwei Lagersockel, beide aus feinkörn

igem Blaustein, auf; beim Hochkreuz an der Burgstraße

bestehen der Lagersockel und der erste Zwischensockel aus

diesem Material.

Formale Gestaltung der

Kreuzanlagen

Steinerne Kreuzanlagen , hölzerne Kreuze und Kreuze aus

Eisen weisen grundsätzlich unterschiedliche formale Gestaltungsweisen

aus.

Holzkreuze

Die Holzkreuze bestehen aus dem eigentlichen Kreuzkörper mit

Kreuzschaft oder Kreuzstamm und dem Kreuzbalken und sind

entweder unmittelbar auf die Erde gestellt, wie die beiden

Hauskreuze (Nr. 9, Nr. 10), in ein Gehäuse eingefügt, wie das

Missionskreuz an der Ravelsberger Straße (Nr. 6) oder auf

einen Sockelstein aufgesetzt (Nr. 16). Außerdem gibt es einige

kleinere Kreuze, die an den Hauswänden aufgehängt sind (z. B.

das Kreuz Kleine Straße / Ecke Gouleystraße (Nr. 59). Alle

Holzkreuze sind mit Verdachungen versehen, die entweder

unmittelbar am Kreuz befestigt und von ihm getragen werden,

oder die das Kreuz als ein Gehäuse umgeben. Bei einigen

Kreuzen ist die Kreuzesmitte mit einer Verbretterung hinterlegt

(Nr. 9, Nr. 16). Die Ortgangkanten der Verdachungen sind zum

Teil wellenförmig gesägt, nach Art von Schwebegiebeln spätmittelalterlicher

Häuser der Aachener Region (Nr. 9, Nr. 10);

beim Missionskreuz Lindener Straße/ Ecke Ackerstraße (Nr.

16) wurden die unteren Kanten der rückwärtigen Verbretterung

entsprechend gestaltet.

Wesentlich bei den Holzkreuzen ist die Form der Endigungen

von Kreuzschaft und Kreuzarmen. Hier ist vor allem das Missionskreuz

an der Ravelsberger Straße (Nr. 6) zu erwähnen,

dessen Enden mit einem Dreipaß schließen . Derartige Dreipässe

finden sich häufig an Vortragekreuzen; sie sind als

Schutz- und Abwehrzeichen zu deuten. 14 Gleichfalls bemerkenswert

sind die Kreuzendigungen am zweiten Missionskreuz,

der Kreuzanlage Lindener Straße / Ecke Ackerstraße (Nr. 16).

Sie sind jeweils wie Pilaster geformt, mit einer basisartigen

Verdickung am Kreuzmittelpunkt und entsprechenden Verbreiterungen

nach Art von Kapitellen an den Enden . Für diese Form

konnte keine andere als eine formale, vom Zeitstil geprägte

Begründung gefunden werden. Ein sehr wesentliches Detail am

Missionskreuz an der Lindener Straße / Ecke Ackerstraße ist

außerdem eine Nische im unteren Teil des Kreuzschaftes.

Solche Nischen finden sich bei den Kreuzanlagen der Stadt

Würselen selten . Sie werden gedeutet als Abbild jener Nischen,

die bei mittelalterlichen Prozessionen das Allerheiligste aufnahmen

und die aufgegeben wurden, nachdem die Monstranz und

dann der Expositionstisch eingeführt worden waren. 15 5


Eine Besonderheit innerhalb der Holzkreuze bildet die Kreuzanlage

an der Elchenrather Straße / Ecke Nordstraße (Nr. 29). Sie

entstand 1936 in freier Nachgestaltung barocker Formen mit

Kreuz, Korpus und den Gestalten der trauernden Maria und

Johannes unter dem Kreuz. Die Verdachung ist ohne Verbindung

zum Kreuz unmittelbar in der rückwärtigen Hauswand

verankert. Ihre Ortgangkante trägt zwei Engel, die eine Krone

fassen.

Allgemein sind hölzerne Kreuze als billiger in der Anschaffung

und zugleich als weniger dauerhaft eingeschätzt. Zugleich aber

verkörpern sie unmittelbarer, als es Stein- oder Metallkreuze

vermögen, das Urbild, d. h. das Kreuz von Golgatha. Hinzu

kommt, daß Holzkreuze wegen ihres geringeren Gewichts, im

Gegensatz zu den Steinkreuzen, als Vortragekreuze geeignet

sind. Hier mag die Begründung zu suchen sein, warum zwei der

Missionskreuze von Würselen Holzkreuze sind.

Metallkreuze

Bei den Kreuzanlagen aus Eisen sind Form und Art der Aufstellung

unterschiedlich, je nachdem, ob es sich um Kreuze· aus

Guß- oder aus Schmiedeeisen handelt.

Die Gußeisenkreuze besitzen formal hervorgehobene Basen

und unter diesen Zapfen, die auf ein Versenken in ein steinernes

Postament angelegt sind. Das Kreuz an der Klosterstraße /

Ecke Neuhauser Straße (Nr. 3) zeigt die regelhafte Ausführung

eines derartigen Kreuzes mit Basis, versenktem Zapfen und

Sockel; beim Kreuz an Haus Neusener Straße 51 (Nr. 26) ist der

Zapfen frei sichtbar und das Kreuz nur provisorisch auf einen

Sockel aufgesetzt, der nicht ursprünglich zugehörig zu sein

scheint.

Im Gegensatz dazu besitzen die schmiedeeisernen Kreuze von

Würselen keine Basen. Ihre Kreuzschäfte gehen ohne formal

ausgeprägten Absatz unmittelbar in einen Sockelstein oder ein

Postament über, wie beim Kreuz Pley 16 (Nr. 24) und beim

Hagelkreuz am Euchener Viehweg (Nr. 33), oder sie sind in

einen nicht sichtbaren, im Boden versenkten Sockelstein eingelassen,

wie das Kreuz Bergstraße / Ecke Pleyer Straße (Nr. 19).

Dieser Unterschied in der formalen Ausbildung des Kreuzfußes

und der Art der Aufstellung geht überein mit einer grundsätzlich

verschiedenen Gestaltung der gesamten Kreuzform : Die

schmiedeeisernen Kreuze bestehen im wesentlichen aus einer

Durchkreuzung zweier Bandeisen, zu denen im Bereich der

Kreuzmitte und an den freien Kreuzenden noch Verzierungen

treten, die gußeisernen hingegen sind sehr reich ornamental

und z. T. auch figürlich durchgestaltet, wobei der Schmuck an

allen Teilen des Kreuzes auftreten kann.

Hier macht sich die unterschiedliche Fertigungstechnik der

Kreuze bemerkbar: Bei den Objekten aus Schmiedeeisen handelt

es sich um Kreuze, die am Ort von heimischen Schmieden

gefertigt wurden und deren Formenvielfalt durch die Technik

des Schmiedens und das Gestaltungsvermögen des Handwerkers

Grenzen gesetzt waren. Bei den Objekten aus Gußeisen

hingegen wurden die Kreuze von Gießereien bezogen, welche

überregional bekannte Gußformen verwendeten, die durch Modelle

oder durch Musterbücher überall verbreitet waren.

Damit entstanden mit den geschmiedeten Kreuzen in Würselen

insgesamt schlichtere Objekte, die jedoch einen sehr engen

Bezug zum Können des Schmiedes und zu den Vorstellungen

des Auftraggebers besitzen, während die Gußeisenkreuze sehr

reich gestaltete Objekte sind, die aber die unmittelbare Verbindung

zum Auftraggeber und zum örtlichen Handwerker zurücktreten

lassen. Insgesamt sind die geschmiedeten Kreuze von

Würselen Unikate, die gußeisernen hingegen Kreuze, die beliebig

oft reproduziert werden konnten. Ein Beleg hierfür ist das

Kreuz an Haus Neusener Straße 51 (Nr. 26), das in gleicher .

Ausführung auf einem Friedhof in Bozen zu finden ist. 16

Als besonderes Merkmal bei den schmiedeeisernen Kreuzen ist

bei Kreuz Pley 16 (Nr. 24) auf einen sechszackigen Stein in

Kreuzmitte zu verweisen. Er kann als Nimbus, ·d. h. als Abbild

der Sonne gedeutet werden , die hinter dem Kreuz aufgeht und

damit zugleich die Auferstehung und den auferstandenen Christus

symbolisiert. Ein sechszackiger Stern ist in der Volkskunst

aber auch als Glücks- und Abwehrzeichen bekannt, dann allerdings

meist in einem Kreis einbeschrieben. 17

Die Enden der Arme des Kreuzes Pley 16 sind zu Rautenblättern

ausgeschmiedet. Auch Rauten blätter waren in der Vergangenheit

ein häufig verwendetes Zeichen der Abwehr, in diesem

Fall wahrscheinlich des Blitzes und des Hagels. Entsprechendes

gilt für die Kreuzendigungen des schmiedeeisernen Kreuzes

Bergstraße / Ecke Pleyer Straße (Nr. 19). Hier wurden die

Spitzen durch Spleißen des Eisens lanzett- bzw. flammenförmig

ausgearbeitet, eine Art, die gleichfalls nicht nur formal begründet

oder auf die Technik des Schmiedens zurückzuführen ist,

sondern mit der Bedeutung als Zeichen der Abwehr und des

Schutzes in Zusammenhang steht. Diese Deutung wird dadurch

gestützt, daß die Spitzen seit altersh er bis heute weiß gestrichen

werden . Ein wei ßer Anstrich an Kreuzspitzen bedeutet

Schutz gegen Vögel, Wi ldverbiß~ Blitzschlag und Hagel. 18

Das schmiedeeiserne Kreuz am Euchener Viehweg (Nr. 33)

zeigt eine Verbindung der oben erwähnten Motive in besonders

reicher Durchbildung. Bei diesem Objekt sind die lanzettenförmigen

Kreuzenden durch seitlich angebolzte Schleifen in eine

Lilienform gewandelt. Die Kreuzmitte umgibt ein Strahlenkranz

aus Bogen und Spitzen. Die Technik wei st dieses Kreuz als

jünger aus; seine Geschichte berichtet von einer Trans lozierung

vom ehemaligen Klosterfriedhof Broich um 1848 an die Stelle

eines im Krieg zerstörten Hagelkreuzes.

Bei den Gußeisenkreuzen weisen das Kreuz an Haus Neusener

Straße 51 (Nr. 26) und der Rest des Kreuzes am Teuterhof (Nr.

32) eine Hinterlegung der Kreuzmitte mit Strahlen bündeln auf,

die aus den Kreuzecken hervorbrechen und im Sinne eines

Nimbus zu deuten sind . Beim Gußeisenkreuz an der Klosterstraße

/ Ecke Neuhauser Straße (Nr. 3) ist dieses Motiv durch

ein Efeublatt ersetzt, einem Sinnbild der Treue und des ewigen

Lebens. 19

Die Enden der Kreuzarme des Kreuzes am Teuterhof blieben

nicht erhalten; am Kreuz an der Neusener Straße ist eine

Umbildung des Motivs des Dreipasses festzustellen. Die Kreuzarme

sind dreiseitig vortretend ausgebildet und an diesen Vorsprüngen

zusätzlich mit Akanthusblättern besetzt, die jeweils

die Kontur eines kleinen Flammenbündels ergeben. Kreuzstamm

und Kreuzbalken dieses Kreuzes sind durchbrochen

gestaltet. Ihre Füllung stellt einen Rebstock mit Trauben dar, als

Abbild Christi, der sagt: »Ich bin der Weinstock, ihr die Reben

... " (Joh . 15/1). Der Rebstock wächst aus einem Sockel,

den die Figur eines Engels auf einem Lamm füllt, ein Engelskopf

krönt das obere Ende des Kreuzschaftes. Durch eine große

runde Scheibe mit umgebender Girlande unterhalb des Korpus

ist dieses Kreuz als ehemaliges Grabkreuz ausgewiesen (die

Scheibe diente zur Aufnahme der aufgemalten Daten der Verstorbenen)

.

Das Gußeisenkreuz an der Klosterstraße / Ecke Neuhauser

Straße entspricht einer anderen Stilform. An diesem Objekt sind

nicht Sinnbilder der Gestalt Jesu Christi und seiner Auferstehung

in den Schmuck und die Form eines Kreuzes überführt

(Rebstock und Traube, Lamm etc.), sondern Architekturformen

eines historischen Stils - der Gotik - in die Gestalt eines

Kreuzes umgesetzt worden. Der Mittelteil von Kreuzstamm und

Kreuzbalken ist geschlossen und flächig gehalten, die Spitzen

der Kreuzarme, der untere Teil des Kreuzstammes und die

Basis sind durchbrochen geformt. Die Basis wird von einem

Vierschneuß - einem Kreis mit vier Fischblasen - gefüllt. Es

folgen oberhalb eines Gesimses zwei Dreipässe mit aufstehendem

kleinen Wimperg mit Kreuzblume. Darüber lädt der Kreuzschaft

seitlich in zwei durchbrochen gearbeiteten Fialen aus. Die

Kreuzarme enden in durchbrochen gearbeiteten Spitzen mit

Wimpergen und Kreuzblumen, gefaßt von einem mit Krabben

besetzten Rahmen.

Durch diese, dem gotischen Formenkanon entlehnten Details

6


kann das Kreuz an der Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße

(Nr. 3) auf ein Modell aus dem rheinischen Raum und die zweite

Hälfte des 19. Jh. zurückgeführt werden, als dieser Stil - die

Neugotik - besonders eng mit allen katholischen Glaubensäußerungen

verbunden war. Das Kreuz an Haus Neusener Straße

51 (Nr. 26) hingegen ist eher einem süddeutschen Modell

zuzuordnen, was durch das gleichzeitige Vorkommen des Abgusses

in Bozen bestätigt wird . Der stilistischen Durchformung

der Motive entsprechend ist das Modell dieses Kreuzes in die

Barockzeit, den »Zopfstil «, zu datieren.

Steinkreuze

Die in dieser Untersuchung behandelten Steinkreuze besitzen

insgesamt einen einander ähnlichen Aufbau. Dieser entspricht

in seinen wesentlichen Zügen einem Kreuzmaitypus, wie er

sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Einfluß von

Spätklassizismus und Neugotik entwickelte und vor allem bei

Friedhofskreuzen Verwendung fand . Wie bereits beim neugotischen

Gußeisenkreuz Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße

angedeutet, würde der gotische Stil als neugotische Umsetzung

in den preußisch-katholischen Rheinlanden als Gestaltungsmittel

fü r re ligiöse Inhalte bevorzugt und schließlich sogar als

»kirchlicher Stil « gefordert. Die gotischen Formen waren durch

den Kölner Dombau, durch Empfehlungen von August Reichensperger

20 und durch Musterbücher von Vinzenz Statz - einem

der Kölner Dombaumeister - schließlich Allgemeingut aller Architekten

und Steinmetze geworden. 21 Als Vorbilder wurden

überkommerile gotische Grabmale empfohlen, so z. B. ein

Hochkreuz it1l Godesberg von 1342, oder es wurde angeraten,

sich bei Grabmalen und Stationskreuzen ganz allgemein an die

gotische Architektur zu halten. Das Ergebnis waren Kreuzanlagen,

die schließlich fast gotischem Bauzier - wie Fialen oder

Portalpartien - gleichkamen.

Die Steinkreuze der Stadt Würselen zäh len im Vergleich dazu

zu den schlichteren Ausführungen. Der größere Teil beschränkt

sich auf die Übernahme des vorgegebenen Grundtypus und die

Verwendung gotischer bzw. gotisierender Profilierungen. Der

Aufbau dieses Typus besteht - vom Boden aufsteigend betrachtet

- aus einem Lagersockel (Grundplatte), einem Unterbau

mit einem oder mehreren Zwischensockeln, einem Kreuzmittelstück

(Sockelschaft) und einem Kranzgesims. Letzteres

wi rd bei den gotischen Typen auch Kaffgesims und - dies vor

allem von den Steinmetzen - auch »Kapitell « genannt. Über

dem Kranzgesims erhebt sich bei den kleineren Anlagen das

Kreuz, das zumeist mit einem Sockel ausgestattet ist. Bei den

größeren Anlagen tritt zwischen Gesims und Kreuz ein Aufsatz,

der gelegentlich höher und aufwendiger gestaltet ist als der

Unterbau. Bei den Kreuzen des Untersuchungsgebietes zählen

die Friedhofskreuze und zwei der Prozessionskreuze zu den

reicheren Kreuzanlagen, die anderen gehören dem schlichteren

Typ ohne Aufsatz an.

Bei den schlichteren Typen sind solche mit schräg abfallenden

und solche mit geschwungenen Kranzgesimsen zu unterscheiden.

Zu ersteren zählen u. a. die Kreuzanlagen Gouleystraße

(Nr. 2), Neustraße / Ecke Krefelder Straße (Nr. 5) und Grindelstraße

/ Ecke Heidestraße (Nr. 21 ), zu letzteren gehören die

Kreuze Dommerswinkel / Ecke Joststraße (Nr. 1) und Ecke

Südstraße/ Meisberg (Nr. 12). Die Profilierungen der Kranzgesimse

entsprechen zum Teil streng den gotischen Vorbildern ,

wie z. B. bei den Kreuzen Salmanusstraße (Nr. 7) und Heidestraße

/ Ecke Alter Schüttsberg (Nr. 22), zum Teil aber sind sie

ohne strenge Bindung an gotische Regeln und noch von klassizistischen

Gewohnheiten beeinflußt. Hierzu zäheln u. a. die

Kreuze Dommerswinkel / Ecke Joststraße (Nr. 1 ), Ecke Südstraße/

Meisberg (Nr. 12), Am Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße

(Nr. 18), Haaler Straße / Ecke Oppener Straße (Nr. 31) und

Klosterstraße (Nr. 34).

An mehreren der schlichten Steinkreuze befinden sich oberhalb

der Kranzgesimse Konsolen. Diese werden heute zur Aufstellung

von Blumenschmuck genutzt, stehen aber ursächlich mit

der Exposition des Allerheiligsten in Verbindung.

Einen entsprechenden Sinngehalt, wie bereits beim hölzernen

Missionskreuz Lindener Straße/ Ecke Ackerstraße (Nr. 16) erwähnt,

besitzen auch die Nischen, die sich an einigen Steinkreuzen

finden, so z. B. bei den Kreuzanlagen Dorfstraße /Ecke

Niederbardenberger Straße (Nr. 20), Kreuzesplatz (Nr. 11) und

- wenn auch nur als Blendnische ausgebildet - am Missionskreuz

Lindener Straße bei St. Nikolaus (Nr. 25). Eine Kreuzanlage,

die ganz als Nischenstele ausgebildet ist, ist das Kreuz an

der Salmanusstraße / Ecke Dobacher Straße (Nr. 38) . Diese

Kreuzanlagen zählen zu den aufwendigeren, sieht man von den

Friedhofshochkreuzen ab. Bei den beiden ersten (Nr. 11, Nr.

20) wird der zuvor beschriebene Aufbau der Kreuze mit Sockel,

Kreuzmittelstück und Kranzgesims durch einen Aufsatz überhöht,

den nach oben vierseitige Verdachungen abschließen. Die

Nischen sind bei diesen Beispielen in die Aufsätze eingelassen.

Beim Kreuz am Kreuzplatz ist das Kranzgesims heute sehr

störend durch einen Expositionstisch überschnitten. Eine alte

Postkarte zeigt die Kreuzanlage im ehemaligen Zustand. Danach

stand in der Nische die Figur eines segnenden Jesusknaben

. 22

Die Friedhofshochkreuze gehören insgesamt zu den reicher

durchgebildeten Kreuzanlagen . Vier von ihnen besitzen Aufsätze

zwischen den Kranzgesimsen und den eigentlichen Kreuzen,

die mit entsprechenden Verdachungen schließen. Beim

Friedhofskreuz Stegerstraße {Nr. 17) sind die Firstspitzen der

»Dächer« mit Kreuzblumen besetzt, bei den Friedhofskreuzen

Oststraße (Nr. 23) und Friedhofstraße (Nr. 13) ragen Fialen auf,

die im unteren Teil der Aufsätze durch Pilaster (Nr. 23) oder

durch Säulen (Nr. 13) vorbereitet sind .

Abweichend vom Typus der zuvor dargestellten Beispiele ist

das Friedhofshochkreuz an der Sebastianusstraße (Nr. 8) gestaltet.

Hier fehlt der zusätzliche Aufbau mit Pilastern, Säulen,

Verdachungen. Statt dessen wurde das eigentliche Kreuz unmittelbar

auf das Abdeckgesims aufgeschoben und dabei der

Übergang in Gestalt eines »umgestülpten « Knospenkapitells

gestaltet. Das bedeutet eine Abkehr von der Übernahme zusammenhängender

Architekturteile der Gotik zum Gebrauch als

Unterbau von Kreuzanlagen und eine gewisse Verfügung über

einzelne gotische Detailformen im Sinne einer freieren Gestaltung

.

Die eigentlichen Kreuze oberhalb der Unterbauten beschränken

sich bei den untersuchten Objekten auf wenige Arten. Am

häufigsten vertreten ist der Typus des »gotischen Kreuzes« mit

Brechungen oder Keh lungen der Kanten bei gleichzeitiger Aussparung

von sogenannten Nasen, die jeweils paarweise an

jedem Kreuzarm und in gleichem Abstand von der Kreuzmitte

angeordnet sind. Die Urform dieser Kreuzesart blieb in mehreren

Beispielen aus der Originalzeit in der Umgebung von Würselen

erhalten, doch wäre es abwegig anzunehmen, daß diese

und nicht Vorbilder aus den neugotischen Musterbüchern das

Beispiel für die untersuchten Kreuze gaben. 23 Entsprechende

neugotische Kreuze finden sich bei den Kreuzanlagen Gouleystraße

(Nr. 2), Neustraße/ Ecke Krefelder Straße (Nr. 5) , Salmanusstraße

(Nr. 7), Ecke Südstraße / Meisberg (Nr. 12), Am

Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße (Nr. 18), Dorfstraße / Ecke

Niederbardenberger Straße (Nr. 20), Heidestraße / Ecke Alter

Schüttsberg (Nr. 22), Haaler Straße / Ecke Oppener Straße (Nr.

31) und Klosterstraße (Nr. 34).

Als zweite Form ist das Kreuz mit Endungen im Dreipaß mehrfach

vertreten . Es findet sich bei den Kreuzanlagen Bissener

Straße / Ecke Kaiserstraße (Nr. 30) sowie an den Friedhofshochkreuzen

an der Friedhofstraße (Nr. 13) und an der Oststraße

(Nr. 23) ; als reduzierte Form ist dieser Art auch das Kreuz

Dommerswinkel / Ecke Joststraße (Nr. 1 ), zuzuordnen. Auf die

Bedeutung des Dreipasses wurde bereits bei den Holzkreuzen

eingegangen. Letztlich nicht zu deuten sind die Kreuzenden

des Missionskreuzes an der Lindener Straße /

Ecke Ackerstraße (Nr. 16):

7


Die Ch ristusfiguren der

Kreuzanlagen

Die überwiegende Zahl der Kreuzanlagen der Stadt Würselen

besitzt Christusfiguren. Ausnahmen bilden einige jüngere Kreuze,

so z. B. je ein Hochkreuz auf den Friedhöfen Sebastianusstraße

und Friedhofstraße. Der größere Te il der Christusfiguren

ist vollplastisch ausgebildet und in traditioneller Art ans Kreuz

geheftet. Abweichungen von diesem Typus finden sich an einigen

nicht näher untersuchten Kreuzen in Gestalt von reliefierten

Christuskörpern, so am Kreuz Broicher Straße/

Ecke Blumenrather Straße (Nr. 53), an der Jülicher Straße in

Würselen-Broichweiden (Nr. 60) und an der Neusener Straße /

Ecke Endstraße (Nr. 61) sowie als ganzer Christuskörper in den

Stein eingeritzt bei einem jüngeren Kreuz Haaler Straße/ Ecke

Ravelsberger Straße (Nr. 52).

Bei vielen der vollplastischen und an das Kreuz »genagelten «

Figuren ist festzustellen, daß sie jünger als die eigentlichen

Kreuzanlagen sind, oder daß sie zwar gleichfalls älter, aber

dennoch in jüngerer Zeit an die betreffenden Kreuzanlagen

angeheftet wurden . Darauf deutet u. a. das Vorkommen mehrerer

unterschiedlicher Bohrungen an den Kreuzen hin . Andere

Figuren, wie die Holzplastik des Kreuzes an der Landstraße

223 / Ecke Birker Weg (Nr. 27), we rden in Innenräumen aufbewahrt,

während an ihre Stelle ein neuer Korpus trat.

Der größere Teil der Figuren an den untersuchten Kreuzanlagen

besteht aus Zinkguß, ein kleinerer aus Bronze, einige wenige

aus Gußeisen. Aus Holz geschnitzt sind der in die Bardenberger

Kirche verbrachte Korpus des Kreuzes Broicher Straße / Ecke

Birker Weg, der Korpus des Hauskreuzes Schweilbacher Straße

51 (Nr. 10) und der des Missionskreuzes am Ravelsberg (N r. 6),

der zur Zeit der Untersuchung nicht am Kreuz hing. Christusfiguren

aus Stein besitzen die Friedhofstraße (Nr. 13); der Korpus

des Hochkreuzes vom Friedhof Oststraße (Nr. 23) besteht

aus Kunststein.

Die Form der Figuren entspricht historischen Vorbildern. Dargestellt

wird Christus mit der Dornenkrone und mit einer Neigung

des Kopfes in Richtung der rechten Schulter (vom Objekt aus

gesehen). Nur beim Korpus am Kreuz Teuterhof (Nr. 32) ist der

Kopf nach links geneigt. Richtung und Grad der Neigung sind

unterschiedlich. Entsprechend der jeweils dargestellten Phase

im Sterben Jesu Christi werden der letzte Ruf an den Vater oder

der eingetretene Tod abgebildet. Dementsprechend findet auch

die Darstellung des Hängens am Kreuz unterschiedlichen Ausdruck.

Vielfältig ist außerdem die Raffung des Lendentuches

gestaltet. Sie reicht vom strengen senkrechten Fall beim Kreuz

am Dommerswinkel / Ecke Joststraße (Nr. 1) über die schräge

Zusammenfassung auf der Hüfte beim Kreuz an der Salmanusstraße

(Nr. 7) bis zur überreich bewegten Verschlingung am

Kreuz Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21 ).

Desgleichen findet sich sowohl der Typus des Vier- als auch

des Dreinagelkreuzes. Der Dreinageltypus, bei dem Christus

mit übereinandergelegten Füßen und nur einer einzigen Fußnagelung

dargestellt wird, ist im Originalstil die jüngere Art, die

1149 erstmals in Tienen auftrat und seit dem 13. Jh . maßgebend

wurde. 24 Der Viernageltypus ist dementsprechend der ältere; er

wurde nach 1320 nicht mehr verwendet, bis ihn der Historismus

wieder aufgriff.

Hieraus ergibt sich, daß die Christusdarstellungen der Kreuze

der Stadt Würselen nicht in formalem Zusammenhang zu den

Stilmerkmalen der übrigen Kreuzanlagen, sondern frei im Sinne

des Historismus ausgewählt worden sind . Das geschah bei den

Gußfabrikaten nach Katalog der Gießereien und bei den Holzund

Steinfiguren nach Musterbüchern oder nach den Gepflogenheiten

der Schnitzer und Steinmetze. Dieses Vorgehen wird

u. a. dadurch bestätigt, daß dieselbe Form eines Korpus' mehr- -

mals vorkommt, wie z. B. beim Kreuz Am Mühlenhaus / Ecke

Pleyer Straße (Nr. 18) und dem Kreuz an der Klosterstraße (Nr.

34).

Symbole und Insch riften an den

Kreuzan lagen

Symbole, soweit sie unmittelbarer Bestandteil der Kreuzanlagen

sind, wurden bereits bei der Schilderung der formalen Eigenarten

erwähnt (Nischen, Drei paß- und Dreiblattendigungen, Flammenspitzen

etc.). Hinzu kommen bei den untersuchten Objekten

nur noch wenige zusätzliche. Zu ihnen zählt ein Herz, aus

dem ein Kreuz erwächst an der Kreuzanlage Ecke Südstraße/

Meisberg (Nr. 12), ein Herz mit Strahlen am Missionskreuz in

Verbindung mit Inschriften, wie z. B. bei der Kreuzanlage Dorfstraße

/ Ecke Niederbardenberger Straße (Nr. 20) oder beim

Friedhofshochkreuz an der Oststraße (Nr. 23). Die Anbringung

solcher Symbole hat eine lange Tradition. Zuerst waren sie

Schutzzeichen, eingesetzt zur Abwehr des Bösen, dann wurden

sie allgemeiner Ausdruck der Andacht und schließlich

Schmuck im Rahmen dessen, was als schmückendes Beiwerk

für ein Andachtsmal angemessen erschien.

Zu den Symbolen zäh len auch bestimmte Abkürzungen. Hierzu

gehören die Inschrift INRI am oberen Ende des Kreuzschaftes

als Bestandteil des Kreuzes von Golgatha und die Buchstaben

JHS. Dieses Kürzel wird im Volk mit »Jesus, Heiland, Seligmacher«

übersetzt. Tatsächlich geht es auf das griechische Monogramm

des Namens Jesu zurück, wobei das H als griechisches

e zu lesen ist. Diese Leseweise des H als e ging bereits im

Mittelalter zurück. Danach kannte man Deutungen wie Jesus

Hominum Salvator oder In Hoc Signo. Schließlich übersetzten

es die Jesuiten mit: Jesum Habemus Socium. Ein Beispiel für

die Inschrift INRI findet sich an vielen Kreuzmalen, das Zeichen

JHS an den Kreuzanlagen Neustraße / Ecke Krefelder Straße

(Nr. 5) und Burgstraße (Nr. 28), bei denen aus dem H jeweils

noch ein zusätzliches Kreuz erwächst, und am Kreuz Grindelstraße

/ Ecke Heidestraße (Nr. 21 ).

Alle Inschriften, die sich auf den untersuchten Kreuzmalen

finden, sind Anrufungen mit der Bitte um Gnade und Barmherzigkeit

und um Vergebung der Sünden ( »Jesus sei mir gnädig,

Jesus sei mir barmherzig , Jesus verzeih mir meine Sünden«

(Nr. 11 ), »mein Jesus, Barmherzigkeit« (Nr. 18, 22, 30, 31 ). Sie

entsprechen den Anrufungen auf Grabkreuzen und konnten

dementsprechend beibehalten werden, wenn ehemalige Grabsteine

transloziert und zu öffentlichen Kreuzen umgenutzt wurden,

wie z. B. beim Keuz Bissener Straße/ Ecke Kaiserstraße

(Nr. 30). Die Inschriften bekräftigen ferner die Hoffnung, die den

Christen durch den Tod und die Auferstehung Jesu gegeben

wurde ( »Christus unsere Hoffnung« (Nr. 18), »Im Kreuz ist

Heil « (Nr. 20, 21 ).

Bei den Missionskreuzen finden sich Hinweise auf das betreffende

Jahr der Mission, auf den Stifter und das eigentliche

Anliegen, die Glaubenserneuerung (Beispiele: Missionskreuz

Lindener Straße / Ecke Ackerstraße (Nr. 16): »S CRUX MIS­

SIONIS 1756 16 7B RI S CONRAD OTHMANN «; Missionskreuz

Lindener Straße bei St. Nikolaus (Nr. 25): »Rette deine Seele,

Mission 1921 «).

Die Inschriften der Friedhofshochkreuze sind Wiedergaben von

Texten der Heiligen Schrift, die sich auf Tod und Auferstehung

beziehen. »Ich bin die Auferstehung und das Leben . . . Joh. 6/

5« lautet die Schrift im Kreuzmittelstück des Hochkreuzes auf

dem Friedhof an der Sebastianusstraße (Nr. 8). In der Inschrift

des betreffenden Kreuzes auf dem Friedhof an der Friedhofstraße

(Nr. 13) heißt es: »Selig sind die Toten, die in dem Herrn

sterben ... Offenb. 14/13.« Die Texte des Hochkreuzes an der

Stegerstraße (Nr. 17) beziehen sich auf die ursprüngliche

Bestimmung dieser Kreuzanlage als Grabmal für zwei ehemalige

Pfarrer der Gemeinde Broich.

8


Das Sch icksal der Kreuzanlagen

zu Zeiten politischer Wirren

und in Kriegen

Viele der Kreuzanlagen von Würselen erlitten Zerstörungen

oder Beschädigungen in Phasen der Unterdrückung der Volksfrömmigkeit

und in Kriegen. Andere wurden von Diebstählen

betroffen.

Bereits für die Zeit der Besetzung durch die Franzosen ist ein

Verbot aller freistehenden Stations- und Wegekreuze überliefert.

25 Das mag der Grund sein, warum der Bestand an Kreuzen

aus der Zeit vor 1800 so gering ist; nur die Missionskreuze am

Ravelsberg (Nr. 6) und an der Lindener Straße/ Ecke Ackerstraße

(Nr. 16) datieren ins 18. Jh.; das Gußeisenkreuz Neusener

Straße 51 (N r. 26) ist eine jüngere Translozierung .

Nachweislichen Schaden erlitt der Bestand an Kreuzen durch

den Nationalsozialismus. Kreuz Gouleystraße (Nr. 2) wurde

1936 als Ve rkehrshindernis bezeichnet und entfernt; das heutige

stammt von 1947. Aus demselben Grund verschwand ein

großes Prozessionskreuz an der Kaiserstraße. Es wurde 1946/

47 durch ein transloziertes Friedhofskreuz ersetzt, welches in

der Nähe des alten Standortes an der Bissener Straße / Ecke

Kaiserstraße (Nr. 30) Aufstellung fand. Der Holzkorpus der alten

Kreuzanlage konnte gerettet werden und ist heute in einem

Privathaus geborgen. Das Kreuz Klosterstraße/ Ecke Neuhauser

Straße (Nr. 3) wurde in den betreffenden Jahren aus seiner

Verankerung gerissen, durch den Besitzer des angrenzenden

Hauses aber/unmittelbar danach wieder aufgestellt. Das Missionskreuz

am Ravelsberg (Nr. 6) nahmen Bürger von Haal ab,

um es zu verbergen, das Hauskreuz an der Scherberger Straße

(Nr. 9) wurde mutwillig beschädigt, später jedoch restauriert;

das Hauskreuz an der Schweilbacher Straße mußte zweimal

zwangsweise entfernt werden. Dennoch ist kein allgemeines

Verbot und keine umfassende Zerstörung der Kreuzanlagen für

diese Zeit zu behaupten und zugleich festzuhalten, daß es in

Würselen möglich war, zur Zeit des Nationalsozialismus eine

der formal auffälligsten Kreuzanlagen des Ortes, das Kreuz an

der Elchenrather Straße/ Ecke Nordstraße (Nr. 29), zu errichten

ur:id einzuweihen.

Kreuzschäden erlitten viele Kreuzanlagen . Besonders betroffen

waren die Kreuzanlage Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr.

21 ), deren Kreuz 1975 ersetzt werden mußte, sowie die Kreuzanlage

Landstraße 223 / Ecke Birker Weg (Nr. 27), die zuerst

durch ein Holzkreuz, später durch das heutige Steinkreuz - ein

transloziertes Friedhofskreuz - ersetzt wurde.

Unsere Zeit des Wohlstandes und der Nostalgie brachte den

Kreuzanlagen als weitere Gefahr den Diebstahl. Er betrifft vor

allem die Christusfiguren, von denen bisher die des Missionskreuzes

Lindener Straße/ Ecke Ackerstraße (Nr. 16) und die

der Kreuzanlage Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21) gestohlen

wurden. Eine zweite Gefahr ist ein offensichtlich zeitunabhängiger

Vandalismus, der blind zuschlägt, und z. B. den

Holzkorpus des Missionskreuzes an der Ravelsberger Straße

(Nr. 6) aufs stärkste schädigte.

Dennoch ist für die Stadt Würselen festzustellen, daß die Kreuzanlagen

im Bewußtsein des größeren Teils der Bewohner akzeptiert

sind. Das beweist die Kenntnis der Bürger um die

Kreuze bei Befragungen anläßlich dieser Untersuchung, das

beweisen das Verhalten zur Zeit des Nationalsozialismus und in

den Jahren des Wiederaufbaus und nicht zuletzt die Zahl und

das Wirken der Kreuzverschönerungsvereine, die sich die Pflege

eines oder mehrerer Kreuze zur Aufgabe gemacht haben. Ihr

Problem für die Zukunft wird die Abwendung der Steinzerstörung

sein.

Schlußbemerkungen und Ausblick

Die in dieser Untersuchung behandelten Flurdenkmale sind vori

ihrem Wesen und ihrer Bedeutung überaus unterschiedlich. Die

ältesten, die Grenzsteine des Aachener Reiches, sind Ausdruck

von Grenzen und Machtverhältnissen zu r Zeit der deutschen

Kleinstaaten und damit Zeugnisse der »großen Politik«, die

Meilensteine sind Dokumente der Wirtschafts- und Militärgeschichte

des 19. Jh., als die Preußen die von den Franzosen

begonnenen Straßen übernahmen, weiterbauten und mit ihren

Wappensteinen markierten, und die Wege-, Prozessions- und

Friedhofshochkreuze sind Belege des Volkes, seiner Frömmigkeit

und der Eingebundenheit seines Lebens in den Rahmen ,

welchen die katholische Kirche ihm bot.

Gemeinsam ist diesen unter dem Begriff Flurdenkmalen zusammengefaßten

Objekten, daß sie im Freien stehen, allen sichtbar

und zugängig sind und daß sie den Freiraum mitgestalten. Dabei

wurden viele der Kreuzanlagen durch eine gewisse Heraushebung

aus Verkehr und Getriebe zu städtebaulichen Ruhepunkten.

Wünschenswert wäre, daß sie darüber hinaus durch ihre

geschichtlichen und religiösen Rückbezüge den Menschen des

Ortes eine gedankliche Rückwendung und damit das Gefühl

einer historischen Einbindung zu geben vermöchten. Das gilt in

diesem Sinne auch für die Kreuzanlagen im Gegenüber mit

Bürgern, die nicht der katholischen Konfession angehören.

Hierzu sollte die vorliegende Untersuchung beitragen, indem

sie mit den Flurdenkmalen bekannt macht und über sie Informationen

gibt. Erhofft wird durch die Veröffentlichung zugleich die

Erschließung weiterer Quellen zur Geschichte dieser Objekte.

Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Regierung Aachen, Nr. 7623. Die betr. Zeichnung

ist signiert von Weyer. Beigegeben ist eine entsprechende Gruppe von

Meilensteinen mit der Ortsangabe Berlin (als Muster)

2 ebd. Nr. 12 668. Zeichnung und Kostenanschlag signiert von Baukondukteur

Dieterichs

3 ebd. 17. 9. 1864

4 ebd. 14. 9. 1864

5 Ein Grenzstein im Propsteierwald, eingetragen in die Karte: Stat und Reich

Ach 1569 von Cornelius Janson Fries nach Originaltempera-Federzeichnung

von Alois Heusch, Burg Frankenberg Aachen

6 Stadtarchiv Aachen, Registratur Krämer 1/2a, »Grenz oder Mark - Vergleichungs

Register« 1772, Henricus Coupzoo, ebd. »Vollständiger Grundriß

ganzen Gebiets des Kaiserlich Königlichen Stuhls und freyen Reichstadt -

Aachen . .. « 1777, Heinrich Copso

7 W. Hollatz, Aachener Reich, Grenzen, Kelmis 1978, S. 26

8 Aachener Volkszeitung: 15. 11. 1967, 7. 8. 1968, 21 . 10. 1968, 20. 12. 1968;

Aachener Nachrichten: 7. 7. 1967

9 K. Müller-Veltin, Mittelrheinische Steinkreuze aus Basaltlava, Neuss 1980, S.

66

10 Pfarramtliche Mitteilungen St. Sebastian, Würselen Nr. 24, 13. 6. 1954

11 Nach frdl. Mitteilung von F. Griemens, K. Michels, L. Johnen, Würselen

12 Über diese Kapelle vergl. H. Reiners , Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz

IX, Düsseldorf 1912, S. 195

13 Über den Naturstein im Raum Aachen vergl.: W. Kasig, Biofazielle und

feinstratigraphische Untersuchungen im Givetium und Frasnium am Nordrand

des Stavelot-Venn-Massivs, Aachen 1967. - Ders. Zur Geologie des Aachener

Unterkarbons (linksrheinisches Schiefergebirge Deutschland) Aachen

1980

14 K. Müller-Veltin, a. a. 0 ., S. 95 Anm. 74

15 ebd. S. 71, Anm. 11 ; S. 90, Anm. 37

16 F. W. Bredt, Friedhof und Grabmal. In: Mitteilungen des Rheinischen Vereins

für Denkmalpflege und Heimatschutz, Düsseldorf 1916, S. 133

17 K. Müller-Veltin, a. a. 0 ., S. 84, S. 105, Anm. 117

18 ebd. S. 91, Anm. 42

19 J. Seibert, Lexikon christlicher Kunst, Freiburg-Basel-Wien 1980, S. 90

20 A. Reichensperger, Fingerzeige auf dem Gebiet der kirchlichen Kunst, Leipzig

1855, s. 95 f.

21 W. Weyres, A. Mann, Handbuch zur rheinischen Baukunst des 19. Jahrhunderts,

Köln 1968, S. 97 ff.

22 A. Großmann, Würselen - Bardenberg - Broichweiden, lmgenbroich 1985, S.

132

23 R. Jenkens, Die alten Steinkreuze in Aachens Grenzland. In: Veröffentlichungen

des Bischöflichen Diözesanarchivs Aachen, Bd. 6. Mönchengladbach

1938, S. 28, Abb. 6, 8. A. Puters, Croix de la pierre en pay mosan, Liege 1957,

S.21,37

24 K. A. Wirth, Dreinagelkruzifixus. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte,

Bd. IV, Stuttgart 1958, S. 524 f.

25 B. Poil, Geschichte Aachens in Daten, Aachen 1965, S. 113, 11 .-12. April

1798: • Entfernung aller alten Herrschaftszeichen, öffentlich sichtbaren

Kreuze und Muttergottesbilder«

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Kreuzanlage Dommerswinkel /

Ecke Joststraße

Standort:

- freistehend, an der Vorderseite mit einem Eisengitter mit zweiflügeligem

Tor, an den anderen Seiten durch Drahtgeflecht abgeschrankt

- vor zwei Linden, zu Seiten je ein Rotdorn

Datierung:

- 1888 (Eingemeißelt)

Material:

- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)

- Sockel des Kreuzes und Konsole: Kunststein (Beton)

- Korpus und Schrift: Metallguß

Maße und Form :

- Höhe der Kreuzanlage: 2,86 m

- Höhe des Korpus: 0,38 m

- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und

Kranzgesims, Profile an Sockel und Kranzgesims g()tisierend, Oberseite

des Kranzgesims geschwungen und mit Uberleitung zum

Achteck ausgebildet

Kreuz mit achteckigem Sockel, Sockelgesims Abschrägung mit

Überleitung zum Viereck, Kreuzstamm und -balken mit rechteckigem

Querschnitt, Endungen als Dreispitz

Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung vorwärtsabwärts,

vier Nägel, steht auf Konsole

Inschrift:

INRI (auf gerolltem Schild)

Christus hat für uns gelitten - und uns ein Beispiel hinterlassen, daß

wir in seine Fußstapfen - eintreten sollen - 1 Petrus 2 - Erecta sum

anno domine - 1888 (auf Kreuzmittelstück)

Zustand:

Erneuerungen an Mittelstück und Kranzgesims

- gepflegt (betreut von Hans Nolle, Dommerswinkel 95)

Schicksal, Geschichte:

- 1888 errichtet, Sockel des Kreuzes jünger

- steht an der Stelle eines St.-Jodocus-Kapellchens, in dessen Altarbild

die heilige Familie dargestellt ist und der heilige Joseph verehrt

wurde

- 1983 dient das Kreuz als Station der Fronleichnamsprozession

Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983

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Kreuzanlage Gouleystraße

Standort:

- Würselen-Morsbach, neben Haus Gou leystraße 120

- freistehend

- in einem Winkel, gebildet aus der Hauswand und einer Mauer, zur

Vorderseite durch niedriges Geländer abgegrenzt. An der Mauer

eine Tafel mit Hinweis auf die Balbina-Kapelle, die ehemals an

dieser Stelle stand.

Datierung:

- 1947 (nach münd licher Überlieferung)

Material:

Lagersockel: in jüngeren Plattenbelag einbezogen

- Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein, im Kreuz Wechsel von

feinkörnigem und grobkörnigem Material)

Schriftplatte: Muschelkalk

- Korpus und Sch riftband : Messingguß

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 2,59 m

- Höhe des Korpus: 0,61 m

- Lagersockel, Unterbau mit zwei Zwischensockeln, Kreuzmittelstück

und Kranzgesims, Sockelkanten mit Abschrägungen, Gesims mit

gotisierender Profilierung

- Kreuz mit Sockel, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und

Nasen, Endigungen stumpf

- Korpus vollplastisch, Kopf ohne Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- INRI (auf gerolltem Schriftband)

- Oh Kreuz - unsere Hoffnung - sei gegrüßt - (auf Schriftplatte im

Kreuzmittelstück)

Zustand:

- keine Beschädigungen, gepflegt, mit Blumen geschmückt

Schicksal, Geschichte:

- Das Kreuz steht am Standort einer Balbina-Kapelle, die 1879 abgebrochen

wurde, nachdem zuvor im Jahr 1866 eine St.-Balbina­

Kirche errichtet worden war.

- 1936 wurde das Kreuz als Verkehrshindernis beurteilt und entfernt.

- 1947 folgte die Errichtung der heutigen Kreuzanlage.

- Die Kreuzanlage wird als erste Station der Fronleichnamsprozession

der Pfarre St. Balbina genannt. (Nach frdl. Mitteilung von Franz

Griemens, Kasinostraße 27, Würselen-Morsbach)

Verfasser: Michael Hinzen, 1984

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Kreuzanlage Klosterstraße /

Ecke Neuhauser Straße

Standort:

- Würselen-Prick-Neuhaus

- vor der Hauswand Neuhauser Straße 81 und an ihr befestigt

- keine zusätzliche Gestaltung des Standortes

Datierung:

- 1877 (nach frdl. Mitteilung von Familie Heinrich Käppchen, Besitzer

des Hauses Neuhauser Straße / Ecke Klosterstraße)

Material:

- Sockel: Kalkstein (Blaustein)

- Kreuz: Gußeisen, mit schwarzer Ölfarbe mehrfach überstrichen

- Korpus: Zinkguß, silberfarben gestrichen

Maße und Form:

Höhe der Kreuzanlage: 1,98 m

- Höhe des Korpus: 0,44 m

Sockel und Lagersockel, beide nach oben konisch verjüngt, mit

einfachen Abschrägungen

- Kreuz massiv mit durchbrochenen Partien. Hervorgehobener Sockel

mit Vierschneus, gefolgt von zwei Dreipässen unter einem Wimperg.

Darüber seitliche Ausladungen in Form von durchbrochen gearbeiteten

Fialen . Der Mittelbereich im Rücken des Korpus geschlossen

und flächig gehalten, die Enden der Kreuzarme durchbrochen mit

krabbenbesetzten Spitzen. In den Ecken der Kreuzarme Efeublätter.

Alle Formen der Gotik entlehnt

Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- keine

Zustand:

- Im Sockel ein Horizontalriß (Lager). Gepflegt, Eisenteile regelmäßig

gestrichen

Schicksal, Geschichte:

- 1877 zur Erinnerung an den tödlichen Unfall eines Kutschers von

seinen Angehörigen errichtet. Stand ehemals in einem Vorgarten,

der einer Straßenverbreiterung weichen mußte.

- Zur Zeit des Nationalsozialismus von der Wand gerissen, vom

Hausbesitzer wieder aufgestellt.

Das Kreuz war das Gemeindekreuz der Gemeinde Prick-Neuhaus.

Hier wurde der »Große Segen« gegeben. Heute dient dieser Aufgabe

eine gegenüberstehende Kreuzanlage aus 1950. (Nach frd l.

Mitteilung von Familie Heinrich Käppchen, Neuhauser Straße 81,

Würselen)

Verfasser: Karl-Heinz Grettern, 1983

Umzeichnung: Ann Dautzenberg, 1988

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Kreuzanlage Neustraße /

Ecke Krefelder Straße

Standort:

eingeputzt in die Giebelwand des Eckhauses zur Krefelder Straße,

Haus lmmelen genannt

eingelassen in den Belag des Bürgersteiges

Datierung: _

Ende 19. Jahrhundert (Einschätzung aufgrund der Form, seit der

Jahrhundertwende durch Erinnerung von Bürgern gesichert), Korpus

gewechselt

Material:

Lagersockel und Unterbau: Kalkstein {Blaustein)

- Kreuz: »Nievelsteiner Sandstein«

- Korpus: Gußeisen

Maße und Form:

Höhe der Kreuzanlage: 2,45 m

- Höhe des Korpus: 0,23 m

- Lagersockel »verschluckt«, Unterbau mit zwei Zwischensockeln,

Kreuzmittelstück und Kranzgesims. Unterer Zwischensockel mit

Abschrägung, oberer Zwischensockel mit fallendem Karnies, Kranzgesims

mit gotisierender Profilierung

- Kreuz mit Sockel, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und

Nasen, Endigungen stumpf. Bohrungen als Hinweis auf frühere,

größere Christusfiguren

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,

vier Nägel (ein fünfter als eigentliche Fußbefestigung)

Inschrift:

- IHS (im Kreuzmittelstück, mit Kreuz auf dem Querbalken des H)

Zustand:

- zahlreiche kleinere Beschädigungen im Sockelbereich

- z. T. vom Putz der rückwärtigen Hauswand »verschluckt«

Schicksal, Geschichte:

Name des Kreuzes, wie der des rückwärtigen Hauses ist lmmelen.

Dieses Haus war Gaststätte mit Pferdetränke.

Das Kreuz stand ehemals frei vor dem Haus. Nach dem 2. Weltkrieg

wurde es wegen einer Verbreiterung der Krefelder Straße abgebaut

und an den heutigen Standort in einen Torbogen versetzt. Nach

einem späteren Zumauern des Torbogens und Verputzen erhielt es

seine heutige Anordnung. 1

Die Kreuzanlage war ehemals dritte Station der Fronleichnamsprozession

der Pfarre St. Balbina. Nach der Versetzung ging diese

Aufgabe an die Kreuzanlage in der Siedlung Tellebenden über.

(Nach frdl. Mitteilung von Kurt Michels, Bert-Brecht-Str. 11, und

Franz Griemens, Kasinostr. 27, Würselen)

Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983

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Kreuzanlage Ravelsberger Straße

Standort:

- Würselen-Haal, am Ende der Ravelsberger Straße an der Kreuzung

zweier Feldwege

- freistehend auf einem Hügel unter Bäumen

umgeben von zwei Ruhebänken

Datierung:

- 1756

- 1882/1888 besondere Segensjahre

- 1950 Restauri erung (Pfarramt!. Mitteil. St. Sebastian, 3. 12. 1950)

Material:

- Kreuz: Eiche, gestrichen

- Korpus: Lindenholz, zur Zeit der Aufnahme nicht vorhanden

umgebendes Gehäuse: eine Konstruktion aus Blech, Walz- und

Schmiedeeisen

Maße und Form:

- Höhe des Gehäuses: 4,70 m

- Höhe des Kreuzes: 1,52 m

das Kreuz mit durchgehendem Kreuzstamm, alle vier Endungen mit

Dreipässen, die Kanten der Vorderseite weich gebrochen, rückseitig

am Stahlprofi l befestigt

- das Gehäuse aus vier Eckstäben, im Mittelteil gedreht gearbeitet,

Satteldach aus Blech und Walzeisen auf seitlichen Zargen, diese

und die Ortgangkanten durch Bogen mit Voluten und Spitzen verziert

- Kreuzfuß auf treppenartigem Sockel mit Sonnenscheibe und Strahlen

aus Blech aufgesetzt, Rückwand hinter dem Kreuz mit Blech

geschlossen

- unterer Bereich offen, mit Gitter aus geschmiedeten Stäben umgeben

Inschrift:

- 1756, 1888, Mission 1950, 1882-(eingeschnitten in Kreuzfuß, dazu

Herz mit drei Strahlen)

- Wanderer verweile - Gedenke des Erlösers - und aller Verstorbenen

und Gefallenen - (aufgemalt auf Treppensockel unter Kreuz)

Zustand:

- renovierungsbedürftig , Korpus wegen mutwilliger Zerstörung zur

Zeit der Untersuchung entfernt

- 1756 Errichtung Stationskreuz der Fronleichnamsprozession. St.

Sebastian. Erster Segen

- 1882-1888 Jahre besonderen Missionssegens (Pfarramtliche Mitteilungen

St. Sebastian 3. Oktober 1950). Ca. 1888 Errichtung des

eisernen »Gehäuses« (Bauantrag von Severin Schümmer vom 11.

Februar 1888 mit Entwurf (Verwaltungsarchiv der Stadt Würselen)

- 1937/40 Abnahme des Kreuzes und Sicherstellung durch Haaler

Bürger

1944/45 Wiederaufstellung

1950 Renovierung des Gehäuses durch Fa. Hilden

- 1981 Beschädigung des Korpus durch Vandalismus. Abnahme,

Sicherstellung, Restauration durch das Rhein . Amt für Denkmalpflege

Verfasser: Michael Hinzen, 1984

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Kreuzanlage Salmanusstraße

Standort:

am .Ende der Salmanusstraße, am Übergang in die Feldmark

freistehend, am Hang, unter drei Linden

eingefaßt von Gitter, mit drei vorgelegten Stufen, in der Nähe einer

Bank

Datierung:

- 1902 (eingemeißelt)

Material:

Lagersockel, Stufen, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)

- Schriftplatte: weißer Marmor

- Korpus: Gußeisen

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 3,71 m

- Höhe des Korpus: 0,60 m

- Lagersockel, Unterbau mit einem Zwischensockel, Kreuzmittelstück

und Kranzgesims, Sockelprofil mit Wulst und Kehle, Kranzgesims

mit gotisierender Profilierung

Kreuz mit Sockel, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und

Nasen, Endungen mit Diamant

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- Darin haben wir - erkannt die Liebe - daß er für uns sein - Leben

eingesetzt hat. 1. Joh. 6, 13-(auf Marmorplatte im Kreuzmittelstück)

- Mein Jesus - Barmherzigkeit - (eingemeißelt in Zwischensockel)

gewidmet von Jos. Quarten 1902 - H. Meesen, Würselen - (eingemeißelt

in Zwischensockel, rechte Seite)

Zustand:

- geringe Beschädigungen - Ansätze von Verwitterung

- gepflegt, Blumenschmuck, Grablampe

Schicksal, Geschichte: \

- An einer Stelle errichtet, an der bis 1818 eine Kapelle stand, welche

dem heiligen Salmanus geweiht war; über diese Kapelle und ihren

Abbruch vergl. H. Reiners, Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz IX,

1912, S. 198

1983 dient die Kreuzanlage als Prozessionskreuz

Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983

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Friedhofshochkreuz, Zentralfriedhof

Würselen, Sebastianusstraße

Standort:

- in der Achse des Mittelwegs in einer Wegekreuzung

- freistehend , etwas erhöht, in einem Beet

Datierung:

- 1880 (eingemeißelt im Zwischensockel)

Material:

- Lagersockel, Unterbau des Kreuzes: Kalkstein (Blaustein)

- Korpus: Zinkguß

Maße und Form :

- Höhe der Kreuzanlage: 4,94 m

- Höhe des Korpus: 1,42 m

- Lagersockel, Unterbau mit einem Zwischensockel, Kreuzmittelstück

mit eingestuftem Spiegel, eingefaßt mit Kehlprofil, in den Ecken

Dreipässe, das Kranzgesims mit gotisierender Profilierung

- Kreuz mit achteckigem Querschnitt der Kreuzarme, am Fuß des

Kreuzstammes Schaltring (Blütenkranz), Übergang von Kreuz zu

Kranzgesims in Form eines (umgekehrten) Knospenkapitells, Endigungen

der Kreuzarme als Blüten gestaltet

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkranz, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

INRI (auf gerolltem Schriftband)

- Jesus sprach - Ich bin die Auferstehung - und das Leben wer an -

mich glaubt, der wird le - ben, wenn er auch gestor-ben ist. Joh. XI,

25 - (im Spiegel des Kreuzmittelstücks)

- errichtet im Jahr 1880 -(auf dem Zwischensockel, vorn)

- J. Mies - auf dem Zwischensockel (linke Seite)

Zustand:

Beschädigungen am Zwischensockel, Kreuzmittelstück und Kreuzschaft

- Brüche im Kreuzbalken rechter Arm und Kreuzschaft unterhalb des

Schaltrings

Korpus mehrfach durchlöchert

Schicksal, Geschichte:

Kreuz ist Besitz der Pfarrgemeinde St. Sebastianus

Es wurde zwischenzeitlich, als der Friedhof in Gemeindebesitz

überging, an eine andere Stelle versetzt. Nach Protesten der Pfarrgemeinde

folgte die Rückversetzung. (Nach frdl. Mitteilung von Kurt

Michels, Bert-Brecht-Sir. 11 in Würselen)

Das Kreuz wurde wahrscheinlich von Johann Michael Mies, Aachen,

angefertigt. Nach dem Krieg führte der Steinmetzbetrieb Meesen,

Würselen , Reparaturen durch. (Nach frdl. Mitteilung des Steinmetzbetriebs

Mies-Maillard, Aachen, Vaalser Straße, und Meesen, Würselen,

Sebastianusstraße)

Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983

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Kreuzanlage Scherberger Straße 70/72

Standort:

- Wü rselen-Scherberg

- vor der Fassade des Hauses Scherberger Straße 70/72, mit dieser

verankert

- im Belag des Bürgersteigs eingelassen

Datierung:

- nach der Mitte des 19. Jahrhunderts (Einschätzung aufgrund der

Form)

Material:

- Kreuz: Holz, braun gestrichen, z. T. Eiche, z. T. Weichholz

- Korpus: Zinkguß, grau gestrichen

Maße und Form:

- Höhe des Kreuzes: 2,65 m

- Höhe des Korpus: 0,48 m

- Kreuzstamm im unteren Teil mit Sockel und Abdeckplatte aus

Brettlagen umgeben, Kreuzbalken mit gebrochenen Kanten, auf

Kreuzmittelpunkt kleineres Kreuz mit gerundeten Enden aufgedoppelt,

Rückseite der Kreuzmitte mit Verbreiterung in diagonalem

Fugenverlauf hinterlegt

- Verdachung mit wellig gesägtem Ortgangbrett

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

vier Nägel, Füße aufgestellt auf Konsole

Inschrift:

- keine

Zustand:

- Brettfugen klaffend , Anstrich schadhaft

- Nagelung der Arme des Korpus ohne Haftung mit Untergrund

Schicksal, Geschichte:

- keine Aussagen zur Entstehung

- im 2. Weltkrieg vermutlich Beschädigungen

- um 1980 Erneuerung der Verdachung durch einen Bewohner von

Scherberg (nach frd l. Mitteil. von Frau Leuchter, Altersheim Weiden)

Verfasserin: Gudrun Hintz 1983

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Kreuzanlage Schweilbacher Straße 51

Standort:

- vor der Wand des Hauses Schweilbacher Straße 51 , mit dieser

durch Anker verbunden

- im Belag des Bürgersteigs stehend

Datierung:

- 1830 (eingemeißelt in den Kreuzbalken)

Material:

- Kreuz: Eichenholz, braun gestrichen

- Korpus: Holz, grau-grün gestrichen

Maße und Form:

- Höhe des Kreuzes: 2,81 m

- Höhe des Korpus: 0,42 m

- Kreuzstamm und Kreuzbalken mit rechteckigem Querschnitt, ohne

Sockel und Profilierung

- Verdachung mit gesägtem Ortgangbrett

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel, Füße aufgestellt auf Konsole

Inschrift:

- INRI (auf Schriftband)

- Anno 1830 (auf Kreuzbalken)

Zustand:

- erhebliche Beschädigungen am unteren Teil des Kreuzstammes

- gepflegt

Schicksal, Geschichte:

- keine Aussagen zur Ents\ehung

- zur Zeit des Nationalsozialismus zweimal der Versuch, das Kreuz zu

entfernen (nach frdl. Mitteilung von Josef Mertens, Würselen)

Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz 1983

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Kreuzanlage Kreuzesplatz

Standort:

- Würselen-Scherberg, auf dem Kreuzesplatz an der Südstraße

- freistehend auf einem Ascheplatz, vor drei Linden

- eingefaßt von niedrigem Holzzaun, auf einem zweistufigen Podest.

Neben dem Zugang Blumenkästen

Datierung:

- 1876 (nach Überlieferung)

Material:

zweistufiges Podest: Kunststein

- Unterbau und Kreuz: Naturstein, gestrichen

- Korpus: Zinkguß, mehrfarbig gestrichen

Maße und Form:

Höhe der Kreuzanlage: 3,82 m

Höhe des Korpus: 0,82 m

- Unterbau mit einem Zwischensockel, Lagersockel wahrscheinlich

durch Podest »verschluckt«, Kreuzmittelstück mit Kranzgesims,

darauf Aufsatz mit vierseitiger Giebelverdachung, Kreuzmittelstück

mit Abschrägung der Kanten, Kranzgesims durch Platte eines jüngeren

Expositionstisches überschnitten. Im Aufsatz zur Vorderseite

Nische mit spitzbogigem Dreipaßschluß, davor Konsole, Verdachungen

mit Firstrollen, gotische Profile

- Kreuzsockel mit seitlichem Kaffgesims, Kreuzstamm und -balken an

den Kanten gebrochen mit stumpfen Enden

- Korpus vollplastisch, Kopf und Dornenkrone , Neigung rechts-abwärts,

vier Nägel

- Einfassung von Unterbau und Kreuz durch dreiseitige Mauer aus

Ziegelsichtmauerwerk. Dazugehörig die Platte des Expositionstisches

und das Podest mit zwei Stufen

Inschrift:

- INRI (auf gerolltem Schriftband)

- Jesus, sei mir gnädig! - Jesus, sei mir barmherzig - Jesus, verzeih

mir meine Sünden! - (auf dem Kreuzmittelstück)

Zustand:

- Beschädigungen am Kranzgesims und an den Profilen der Verdachungen

des Aufsatzes.

gepflegt und geschmückt

Schicksal, Geschichte:

- 1876 Aufstellung als Gemeindekreuz der Gemeinde Scherberg als

Ersatz für ein Holzkreuz \

- 1908 Beschädigung der ehemaligen Einfassung mit Gitter und

Ketten durch einstürzende Trauerweide (zu diesem Zustand vgl.

Anm. 23)

- Um 1950 Errichtung der heutigen Einfassung (nach frdl. Mitteilung

von Wilhelm Schümmer, Scherberger Straße 65, Würselen)

Verfasser: Karl Heinz Grettern, 1983

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Kreuzanlage Ecke Südstraße / Meisberg

Standort:

- freistehend auf einem Platz, vor drei Linden

- innerhalb einer kleinen Grünfläche, mit Büschen umgeben und von

einer niedrigen Stufe aus Bruchstein eingefaßt

Datierung:

- 1867 (eingemeißelt in Kreuzmittelstück)

Material:

- Unterbau und Kreuz Kalkstein (Blaustein)

- Korpus: Zinkguß

Maße und Form:

Höhe der Kreuzanlage: 3, 18 m

- Höhe des Korpus: 0,56 m

- Unterbau mit einem Zwischensockel (Lagersockel von Plattenbelag

verdeckt) , Kreuzmittelstück und Kranzgesims, zwischen Mittelstück

und Kranzgesims Fries, begrenzt durch Leiste. Sockelgesims mit

geschwungenem Oberteil und schwacher Unterkehlung, an der

Vorderseite zu einer Konsole verkröpft. Im Kreuzmittelstück erha-

ben eingesetzte Schriftplatte mit Herz und Kreuz am oberen Rand

Kreuz mit zwei Sockeln, der untere mit Abschrägung, der obere mit

Wulst, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und Nasen, Endigungen

mit Diamant

Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

INRI (auf Schrifttafel)

0 heiliges Kreuz - Sei uns gegrüst du unsre - einzige Hoffnung bist

- Den Frommen mehr - Gerechtigkeit den Sünder - Schenk Barmherzigkeit

- Scherberg den 18. April - 1867

Zustand:

Beschädigungen am Stein mit Ausbesserungen, die sich farblich

absetzen

in der rechten unteren Ecke der Schriftplatte eine nachträglich

eingesetzte Ecke

gepflegt und geschmückt

Schicksal, Geschichte:

1867 errichtet, nach Überlieferung durch eine Gutsfrau aus Dank für

überstandene Notzeit

Bis etwa 1956 stand die Kreuzanlage auf einer Plattform innerhalb

eines geschlossenen Gitterzauns und war umgeben von einer größeren

Zahl Linden.

1983 ist die Kreuzanlage Station der Fronleichnamsprozession.

(Nach frdl. Mitteilung von Peter Schwarz, Meisberg 7, Würselen)

Verfasser: Axel Wippermann , 1983

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Friedhofshochkreuz des Friedhofs

Würselen-Broichweiden, Friedtiofstraße

Standort:

- auf einer Wegekreuzung innerhalb des Friedhofs

- fre istehend, von Bäumen umgeben

Datierung:

- 1879 (eingemeißelt)

Material:

Zwei Lagersockel: Kalkstein (Blaustein)

- Unterbau und Kreuz gelber Sandstein mit Resten von gelbem

Anstrich

Säulenschäfte des Aufsatzes: roter Sandstein

Korpus: weißer Naturstein

Maße und Form:

Höhe des Hochkreuzes: 5,25 m

Höhe des Korpus: 1,05 m

- zwei Lagersockel ohne Profilierung, darauf Zwischensockel und

Kranzgesims mit quergelagertem, kreuzförmigem Grundriß. Über

dem Mittelteil ein Aufsatz mit Blendnische zur Schauseite, zu den

Seiten zwei Säulen mit Basen, Kapitellen und hohem Gebälk. Als

oberer Abschluß von Aufsatz und Säulen Satteldächer mit Firstrollen,

die sich durchdringen. Auf den Verdachungen der Säulen

Fialen. Alle Gesimse mit gotischer Profilierung, Abschluß der Blendnische

ein spitzbogiger Fünfpaß, in den Giebeln der Säulenverdachungen

Dreipässe

- Kreuz mit zwei Sockeln und rückwärtiger Verstärkung des Kreuzstammes,

Endigungen mit Dreipässen

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- INRI (auf gerolltem Schild)

- Selig sind die - Todten , die im - Herrn sterben, - von nun an -

spricht der Geist, - sollen sie ruhen von ihren Mühen - denn ihre

Werke - folgen ihnen nach Offenbarung 14./13.

- Haec crux in nous - coemeterio erecta - est anno Domini -

MDCCCLXXIX - (im Blendfeld der Schauseite)

Zustand:

- starke Schädigungen, Spuren von Einschüssen, Abplatzungen

durch Verwitterung

nicht gepflegt, nicht geschmückt

Schicksal, Geschichte:

Friedhof und Kreuz in etwa zusammen angelegt (nach mündlicher

Überlieferung, vermittelt durch Josepha Bräuer, Hauptstraße 289,

Würselen-Broichweiden)

Verfasser: Axel Wippermann, 1983

13

26


Grenzstein Jülicher Straße 1

Material:

- Quarzit

Maße und Form:

Höhe über OKE 0, 79 m

rechteckiger, unregelmäßiger Querschnitt, monolithisch, im unteren

Teil zur Schauseite sockelartige Verdickung, das obere Ende unregelmäßig

gerundet

- zur Schauseite im oberen Teil Flachrelief eines Adlers in ovalem

Feld

Adler mit ausgebreiteten Schwingen, jede mit sechs Schwungfedern,

Kopfdrehung nach rechts

Zustand:

keine eindeutigen Beschädigungen festzustellen. Standort und Art

der Aufstellung nicht der Bedeutung des Objektes entsprechend

Standort:

- Würselen-Broichweiden, im Hof an der Tordurchfahrt von Haus

Jülicher Straße 1

- seitlich an die Hauswand angelehnt

Datierung:

- erstmals erwähnt 1694 (H. J. Gross, Zur Geschichte des Aachener

Reiches, in: Aus Aachens Vorzeit, Jg. 6, 1983)

Schicksal, Geschichte:

Durch sein Relief eindeutig als Grenzstein des Aachener Reiches

ausgewiesen. Entstehungsjahr und ehemaliger Standort nicht bekannt

Nach Register Coupzoo von 1772 mehrere Steine dieser Art im

Umfeld vorhanden.

1706 Erbauung des Hauses Jülicher Straße 1. Versetzung des

Steins an die heutige Stelle nicht überliefert, nach dem Register

Coupzoo im Jahre 1772 und der Karte von Coupzoo von 1777

damals noch nicht an der heutigen Stelle.

Verfasserin: Cäcilie Plüss, 1984

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Grenzstein Jülicher Straße /

Ecke Eschweilerstraße

Standort:

- Würselen-Broichweiden

- freistehend auf kleinem Platz in Grünanlage

Datierung:

- erstmals erwähnt 1694 (H. J. Gross, Zur Geschichte des Aachener

Reiches, in: Aus Aachens Vorzeit, Jg. 6, 1983)

Material:

- Quarzit

Maße und Form:

- Maße über OKE 1,65 m

- rechteckiger, unregelmäßiger Querschnitt, monolithisch

- zur Vorderseite im oberen Teil Flachrelief eines Adlers in ovalem

Feld

- Adler mit ausgebreiteten Schwingen, jede mit sieben Schwungfedern,

Kopfdrehung nach rechts

- zur Rückseite undeutliche Reste eines Reliefs, als Reste eines

abgearbeiteten Jülicher Löwen gedeutet (W. Hollatz, Aachener

Reichsgrenzen, 1978, S. 21)

Zustand:

- keine Beschädigungen jüngerer Zeit feststellbar, gewisse Ansätze

von Verwitterung

Schicksal, Geschichte:

- Durch seine Reliefs eindeutig als Grenzstein des Aachener Reiches

an der Grenze zum Herzogtum Jülich ausgewiesen. Entstehungsjahr

und ehemaliger Standort nicht bekannt

- Nach Register Coupzoo von 1772 mehrere Steine dlßser Art im

Umfeld vorhanden, dort als »Hauptpfahl « bezeichnet.

- 1967 wurde der Stein im Propsteierwald als Steg über einen Bach

gefunden und vom heimatkundlichen Arbeitskreis der VHS an den

heutigen Standort, die Stelle eines ehemaligen Zollhauses, verbracht.

Verfasserin: Gudrun Hintz, 1983

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Kreuzanlage Lindener Straße /

Ecke Ackerstraße

Standort:

- Würselen-Linden , vor der Fassade von Haus Lindener Straße 99

und an dieser befestigt

- im Belag des Bürgersteigs stehend

Datierung:

- 1756 (Inschrift im Kreuzstamm)

Material:

- Sockel: Kalkstein (Blaustein)

- Kreuz: Eichenholz, braun gebeizt

- Korpus: Lindenholz mit Bleiummantelung, geputzt

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 3,70 m

- Höhe des Korpus: 1,05 m

- Sockel mit gerundetem Kopf

Kreuzstamm mit Kreuzbalken mit rechteckigem Querschnitt, im

Kreuzungspunkt überblattet, Kreuzstamm und Nische unterhalb des

Korpus, darüber geringerer Querschnitt, Übergang mit Karniesprofil.

Kreuzarme und Kreuzmitte flächig , an den Enden vollplastisch verdickt.

Hinter der Kreuzmitte rückwärtige Verbretterung mit diagonal

verlaufenden Fugen, der untere Rand mit gesägter Zierkanteversehen,

über dem Kreuz eine Verdachung

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung nach rechtsabwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- INRI (im Kreuzstamm oberhalb des Korpus)

- S CRUX- MISSIONIS - 1756 - 16.7 BRIS - CONRAD - OTHMAN

- (im Fuß des Kreuzstammes)

Zustand:

- einige wenige Trocknungsrisse, gepflegt

Schicksal, Geschichte:

- Aufgrund der Inschrift als Sühnekreuz des Stifters zu deuten, möglicher

Zusammenhang mit Weydener Volksmission und Erdbeben um

1755. (0. Zimmermann, Zorn Gottes half den Patres; in: AVZ Land

17. 8. 1982)

- im 19. Jahrhundert und bis heute Stationskreuz der Fronleichnamsprozession

- im 2. Weltkrieg beschädigt

- 1972 Restaurierung , dabei Auswechseln des Holzwerks mit Ausnahme

des oberen Teils der »Kreuzbalken «. Neue Teile als Kopien

des alten Bestandes. Anbringung eines anderen Korpus' als Ersatz

eines kleineren (nach frdl. Mitteilung von R. Goerenz, Würselen)

Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983

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100CM

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Friedhofshochkreuz des Friedhofs

Würselen-Broichweiden, Stegerstraße

Standort:

- auf einer Wegekreuzung, in der Achse des Hauptweges

- freistehend, umgeben von drei Bäumen und von Sitzbänken

Datierung:

- 1862 (eingemeißelt)

Material:

- Lagersockel: Kalkstein (Blaustein)

- Unterbau, Kreuz und Korpus: gelber Sandstein

Maße und Form:

Höhe des Hochkreuzes: 4,53 m

Höhe des Korpus: 0,97 m

Lagersockel, darauf Unterbau mit einem Zwischensockel, Kreuzmittelstücke

und Kranzgesims. Sockelgesims mit Wulst und Kehle,

Kreuzmittelstück an den Kanten gekehlt, Kranzgesims mit gotischer

Profilierung. Auf dem Kranzgesims Aufbau mit kreuzförmigem

Grundriß und allseitigen Giebeln mit sich durchdringenden Satteldächern.

Die Giebel zur Schauseite als Nische mit Konsole, zu den

Seiten als Blendnischen ausgebildet, auf den Firsten der Verdachungen

am Ortgang jeweils eine Kreuzblume, gotische Profilierungen

Kreuz mit Sockel achtkantig, Endigungen stumpf

Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

vier Nägel, Füße aufgestellt auf Konsolen

Inschrift:

- INRI (auf einem Schild)

Dem Andenken - der hochwürdigen Herren - Max Joseph Zimmermann

- geb.: zu Burtscheid 12. Okt. 1793 - seit 1828 Pfarrer zu

Broich - seit 1838 Dechant des Dekanates Eschweiler - gest.:

hierselbst 9. März 1845 - und - Pet. : Anton Deußen - geb.: zu

Uetterath 3. Juny 1797 - seit 1850 hier Pfarrer - gest.: hierselbst 3.

Aug . 1859 - (Vorderseite Kreuzmittelstück)

Betet für ihre Seelenruhe! (Vorderseite Zwischensockel) die gut

vorstehen, halte - man doppelter Ehre Werth - besonders solche,

die in Wort - und Lehre sich bemühen -. 1. Tim: 5.17 (Kreuzmittelstück

linke Seite)

Errichtet von der dankbaren - Pfarrgemeinde und dem-Kirchenvorstande

- 1862 - (Kreuzmittelstück Rückseite)

Ihr erinnert euch ja Brüder - unserer Mühe und Beschwerde: - Tag

und Nacht arbeitend verkündigen wir unter euch das Evangelium

Gottes 1. Tess. 2.9 - (Kreuzmittelstück rechte Seite)

Chr. Habernig in Aachen (rechte Seite Sockel, Name des Steinmetzes)

Zustand:

- zahlreiche Beschädigungen, starker Grad der Verwittt rung

Schicksal, Geschichte:

1862 gestiftet und auf dem Friedhof des Klosters der Missionare

vom Heiligen Geist errichtet

1903 Translozierung auf den neu angelegten Friedhof an der Stegerstraße

(nach frdl. Mitteilung von Pfarrer Theodor Schmitz)

Verfasser: Axel Wippermann, 1983

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Kreuzanlage Am Mühlenhaus /

Ecke Pleyer Straße

Standort:

- Würselen-Bardenberg, am Zusammenstoß der beiden Straßen, auf

einem Ascheplatz

- freistehend in einer schmiedeeisernen Umzäunung, eingefaßt von

Buschwerk, unter einer Kastanie

Datierung:

- 1891 (eingemeißelt)

Material:

- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)

- Schriftplatte: weißer Marmor

- Korpus: Zinkguß, bronzefarben gestrichen

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 3, 13 m über OK Lagersockel

- Höhe des Korpus: 0,39 m

- Lagersockel, Unterbau mit zwei Zwischensockeln, Kreuzmittelstück

und Kranzgesims, Sockelkanten mit Abschrägung, Kreuzmittelstück

mit eingetieftem Spiegel, darüber Gesimsleiste und Fries, das

Kranzgesims mit Karnis, auf der Schräge Konsole auf Akanthusblättern

- Kreuz mit Sockel und Fußverbreiterung, Kreuzstamm und -balken

mit Kehlungen und Nasen, Endigungen mit Diamant

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,

vier Nägel

Inschrift:

- Mein Jesus Barmherzigkeit (auf Kreuzbalken)

- Christus - unsere Hoffnung - 1891 (in der Platte des Kreuzmittelstücks)

Zustand:

- Beschädigungen am Stein, Riß in der Schriftplatte

- nicht gepflegt, ohne Schmuck

Schicksal, Geschichte:

- 1891 auf dem heutigen Dr.-H.-Böckler-Platz als Prozessionskreuz

errichtet

- 1902 Translozierung zum heutigen Standort wegen des Neubaus

einer Schule. Zu dieser Zeit Errichtung einer Umzäunung

- 1976/77 Aufgabe als Station der Fronleichnamsprozession wegen

zu starken Verkehrs

- 1978/79 Beschädigung der Einzäunung durch Verkehrsunfall (nach

frdl. Mitteilung von Ferdinand Errenst, am Mühlenhaus, und Maria

Kaiser, Pleyer Straße 8, Würselen-Bardenberg)

Verfasser: Konrad Trier, 1983

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100CM

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Kreuzanlage Bergstraße / Ecke Pleyer Straße

Standort:

Würselen-Bardenberg

- freistehend , unter einer Kastanie, mit dieser über Straßenniveau

erhöht und mit Bruchsteinmauer eingefaßt

Datierung:

- vor 1880 (nach Einschätzung älterer Bewohner und aufgrund des

Materials)

Material:

- Kreuz: Puddeleisen, geschmiedet

- Korpus: Gußeisen, weiß gestrichen

Maße und Form:

- Höhe des Kreuzes: 2,84 m

Höhe des Korpus: 0,34 m

Sockel, Naturstein, eingegraben

Kreuzstamm und -balken aus geschmiedetem Bandeisen, seitlich

und rückwärts mit Fußstrebe, die Kreuzenden mit flammenartiger

Spaltung, weiß gestrichen im Gegensatz zum schwarz gehaltenen

Kreuz

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,

vier Nägel

in Kreuzstamm und -balken Bohrungen, Hinweis auf anderen, größeren

Korpus

Inschrift:

- keine

Zustand:

- gepflegt und geschmückt

Schicksal, Geschichte:

Der Standort lag ehemals im Wald

\\

- Alter der Kastanie mindestens 100 Jahre

- etwa 1955 Errichtung der Bruchsteinmauer

- ehemals im Wechsel mit anderen Kreuzen Station der Fronleichnamsprozession.

Heute nicht mehr. (Nach frdl. Mitteilung von Johann

Becks, Bergstraße 12, Würselen-Bardenberg)

Verfasserin: Cäcilie Plüss, 1983

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0 10 50 100 CM

32


Kreuzanlage Dorfstraße /

Ecke Niederbardenberger Straße

Standort:

- Würselen-Bardenberg

- vor der Hauswand von Haus Dorfstraße 25

- im hinteren Teil fest aufgelehnt, Aufsatz und Kreuz frei

Datierung :

1899 (eingemeißelt)

Material:

- Lagersockel, Unterbau, Aufsatz und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)

- Korpus: Zinkguß

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 3,63 m

- Höhe des Korpus: 0,45 m

- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und

Kranzgesims, darauf Aufsatz mit vierseitiger Giebelverdachung.

Sockel, Kranzgesims und Verdachungen mit gotisierender Profilierung,

in der Vorderseite des Kreuzmittelstücks Blendnische mit

Dreipaßschluß und -Zwickeln, darüber im Aufsatz spitzbogig ge-

• schlossene Nische mit Konsole, seitlich des Aufsatzes Strebepfeiler,

die Schräge des Kranzgesims gebrochen und geschwungen

- Kreuz auf Sockel, mit Kehlungen und Nasen, Endigungen mit Diamant

Inschrift:

- Im - Kreuz ist Heil - (im Kreuzmittelstück unter eingemeißeltem

Kreuz)

- 1899 (im Zwischensockel)

Zustand:

- keine Beschädigungen

- gepflegt, mit Blumen

Schicksal, Geschichte:

- keine Nachrichten über Entstehung und Geschichte

Verfasser: Ryszard Radlik, Ingeborg Schild, 1985

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Kreuzanlage Grindelstraße /

Ecke Heidestraße

Standort:

- Würselen-Bardenberg

- freistehend auf einem Ascheplatz, eingefaßt von einer Hecke, flankiert

von zwei Kastanien, zu beiden Seiten eine Bank

Datierung:

- 1887 (eingemeißelt)

Material:

- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)

- Schriftplatte: weißer Marmor

- Korpus: Zinkguß, goldfarben gestrichen

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 2,60 m über OK Lagersockel

- Höhe des Korpus: 0,42 m

- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und

Kranzgesims. Sockel und Kranzgesims mit gotisierender Profilierung,

Spiegel im Kreuzmittelstück und Kehlung , in den Ecken einspringende

Lilien, auf dem Kranzgesims Konsole

- Kreuz mit viereckigem, oben achteckig abgesägtem Sockel, Querschnitt

von Kreuzstamm und -balken rechteckig, Endigungen stumpf

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

vier Nägel.

Inschrift:

- IHS - Im Kreuz - allein ist Heil - 1887 - (in Schriftplatte des

Kreuzmittelstücks)

Zustand:

- Risse und Fehlstellen an den Sockeln

- Kreuz und Umgebung gepflegt

Schicksal, Geschichte

- ursprünglicher Standort auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Durch Bau eines Transformatorenhauses Translozierung erforderlich

- bis etwa 1975 Station der Bardenberger Fronleichnamsprozession

(nach frdl. Mitteilung von Maria Kaiser, Pleyer Straße 1 18, Würselen­

Bardenberg)

- 1975 Erneuerung von Kreuzstamm und -balken durch Steinmetz

Hermann Derichs, Kirchenstraße 7, Würselen-Bardenberg

1983 Diebstahl des Korpus', Stiftung des heutigen durch Pfarrer

Aloys Wirtz (nach frdl. Mitteilung von Herrn Kaiser, Heidestraße,

Würselen-Bardenberg)

Verfasser: Konrad Trier, 1983

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Kreuzanlage Heidestraße /

Ecke Alter Schüttsberg

- Korpus und Schriftplatte: Bronzeguß

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 2,81 m

- Höhe des Korpus: 0,52 m

Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und

Kranzgesims, Sockel und Kranzgesims mit gotisierender Profilierung,

im Kreuzmittelstück eingetiefter Spiegel mit Kehlung, in den

beiden oberen Ecken einspringendes Blattrelief, auf dem Kreuzgesims

Konsole

Kreuz mit Sockel, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und

Nasen, Endigungen stumpf

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- INRI (auf Schriftplatte)

- Mein Jesus - Barmherzigkeit - 1981 (Kreuzmittelstück)

Standort:

- Würselen-Bardenberg

- freistehend auf einem Ascheplatz neben einer Kastanie und einer

Bank

Datierung:

- 1891 (eingemeißelt)

Material: ·

- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)

Zustand:

- Beschädigungen am Lagersockel und am Kranzgesims

- geschmückt

Schicksal, Geschichte:

- 1891 errichtet

- Das Kreuz stand ehemals um 90° gedreht (nach Angaben von

Bewohnern der Umgebung)

Verfasser: Rainer Naumann, 1984

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Friedhofshochkreuz des Friedhofs

Würselen-Bardenberg, Oststraße

Standort:

- an der Südwestgrenze des Friedhofs, vor einer Hecke

- freistehend im Schnittpunkt eines Querweges mit dem Weg entlang

der Friedhofsgrenze

Datierung:

- 1881 (entsprechend einem Chronogramm)

Material:

- Lagersockel: Kalkstein (Feinkörnung)

- Unterbau und Kreuz: Sandstein, gelblich-grau

- Korpus: Kunststein, weiß-grau

Maße und Form:

- Höhe des Hochkreuzes: 4,55 m

- Höhe des Korpus: 1,03 m

- Lagersockel, Grundrißform ein breit gelagertes Kreuz, darauf Unterbau

mit zwei Zwischensockeln, einem Kreuzmittelstück und Hauptgesims

und einem Aufsatz derselben Grundrißkontur. Der Aufsatz

mit giebelständigem Mittelteil, flankiert von Pfeilern und Fialen,

letztere durch das Gesims der Verdachung des Mittelteils eingebunden.

Zwischensockel mit Abschrägungen, die anderen Gesimse mit

gotischer Profilierung. Im Aufsatz Blendnische mit spitzbogigem

Fünfpaß

- Kreuz auf viereckigem Sockel, rechteckiger Querschnitt von Kreuzstamm

und -balken mit abgeschrägten Kanten, Endungen mit Dreipaß

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts

Inschrift:

- saLVe - sanCta - CrVx - SaLVator- tV - saLVs - MVndi (Chronogramm

der Jahreszahl 1881, in Blendnische des Aufsatzes, darüber

ein Kreuz mit vier Dreipaßendigungen)

- Wappen, Doppelschild unter fünfblättriger Krone, im linken Schild

ein Spitzhammer, Wappen der Freiherren von Blanckart

Zustand:

- Fehlstellen am Unterbau, Kreuz und Korpus (letz1erem fehlen Hände

und Füße), Schalenbildung der Steinoberfläche

Schicksal, Geschichte:

- Das Kreuz wurde von der Familie der Freiherren Karl von Blanckart

zu Lexhy gestiftet anläßlich der Eröffnung des Friedhofs im Jahr

1881 (Chronik der Bürgermeisterei Bardenberg, Bd. 2, 1881-1932)

Verfasser: Ryszard Radlik, Ingeborg Schild, 1985/87

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Kreuzanlage Pley 16

- Korpus voll plastisch, Kopf ohne Dornenkrone, Neigung nach rechtsaufwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- keine (wahrscheinlich ehemals auf dem Schild oberhalb des Korpus'

das Zeichen INRI}

Standort:

- Würselen-Bardenberg

- freistehend im Vorgarten des betreffenden Hauses unter zwei Linden

Datierung:

- vor 1880 (nach Überlieferung und aufgrund des Materials}

Material:

- Sockel: Kalkstein (Blaustein)

- Kreuzstamm und -balken, Stern und Schild, Puddeleisen geschmiedet

- Korpus: Bronzeguß

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 2, 11 m

- Höhe des Korpus: 0, 16 m

- zweistufiger Steinsockel mit abgeschrägten Kanten, eingelassen

das Kreuz, bestehend aus geschmiedetem Bandeisen. In Kreuzmitte

sechseckig er Stern, oberhalb geschwungenes Schild mit gespalteten

Enden. Kreuzenden zu jeweils drei Rautenblättern ausgeschmiedet.

In Stamm und Balken mehrere Bohrungen

Zustand:

- keine Beschädigungen

- gepflegt

Schicksal, Geschichte:

- ehemaliger Standort des Kreuzes in Baumgruppe vor der Kapelle

auf Pley. Zu dieser Zeit Steinsockel mit Wulstrand

- 1890 starke Beschädigung der Kreuzanlage

- im 2. Weltkrieg Beschädigung der Kreuzanlage

1945/46 Reparatu r des Kreuzes durch Schlossermeister Beckers,

Abnahme von Sockel und Befestigung an der Kapellenwand links

des Eingangs. Von dieser Maßnahme verblieben zwei Bohrungen im

Kreuzbalken.

- um 1950 Niederlegung der Baumgruppe

- um 1958 Translozierung und Aufstellung am heutigen Standort

1980 Anbringung des heutigen Korpus. Weitere Bohrungen im

Kreuzstamm und -balken deuten auf anderen Korpus hin. Möglich

erscheint auch ein ursprüngliches Kreuz ohne Korpus. (Nach frdl.

Mitteilung von Schlossermeister Beckers, Pley 35, Würselen-Bardenberg)

Verfasserin: Karin Scheferhoff, 1983

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Kreuzanlage Lindener Straße

Standort:

- Würselen-Linden, an der Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus

- freistehend seitlich auf dem Kirchenvorplatz von St. Nikolaus

Datierung:

- 1921 (eingemeißelt)

Material:

- Unterbau, Kreuz und Korpus: weißer Sandstein

- Platten in den Blendnischen: schwarzer Marmor

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 4,20 m

- Höhe des Korpus: 1,30 m

- kein sichtbarer Lagersockel, Unterbau mit zwei Zwischensockeln,

der untere mit Abschrägung, der obere mit Kehlprofil, Kreuzmittelstück

mit Überleitung von quadratischem in achteckigen Grundriß

von ungleicher Seitenlänge, zur Schauseite mit mittiger großer

Blendnische, seitlich davon zwei kleinere Nischen, spitzbogig geschlossen,

Kranzgesims achteckig mit gotisierendem Profil und

geschwungener Abdeckung

- Kreuz mit achteckig gebrochenem Kreuzstamm und -balken, Endigungen

mit Diamant, Kreuzmitte mit Nimbus, Sockel mit Abtreppungen

nach Art von Strebepfeilern

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel, Füße aufstehend

Inschrift:

- INRI (auf Schriftband)

- Rette deine Seele - Mission 1921 (in Mittelnische)

Zustand:

- gepflegt, gesandstrahlt

Schicksal, Geschichte:

- 1921 aufgestellt, vermutlich in Zusammenhang mit einer Glaubenserneuerung

(Mission)

- 1985 Renovierung

Verfasser: Karl-Ernst Thevis, 1986

25

~

o 10 50 OJCM

38


Kreuzanlage Neusener Straße 51 (Eibenhof)

Standort:

- Würselen-Linden

- an der Giebelwand von Haus Neusener Str. 51

- vom Bürgerstei g durch ein Gitter getrennt

Datierung:

- 18. Jahrhundert, Gußeisenkreuz (Einschätzung aufgrund der Form)

- 1870 Sockel (eingemeißelt)

Material:

- Kreuz und Korpus: Gußeisen

- Lagersockel und Sockel: Kalkstein (Blaustein)

Maße und Form:

- Höhe des Kreuzes:

- Höhe des Sockels:

1,80 m

0,70 m

- Lagersockel, darauf hufeisenförmiger Sockel mit gekehltem Schaft.

Das Gußeisenkreuz mit freiem Zapfen aufgestellt, bestehend aus

Sockelpartie mit Profilrahmung, im Feld ein Engel auf einem Schaf,

Kreuzstamm und -balken mit Rahmung und dazwischen aufwa.chsendem

Rebstock, mit seiner Wurzel aus einem Akanthus aufsteigend,

an den Kreuzenden Dreipässe, mit Akanthus besetzt, am

Ende des Kreuzstammes ein Engelskopf, die Kreuzmitte mit Vierpaß

belegt, in den Winkeln Strahlenbündel. Unterhalb des Korpus' ovale

Scheibe aufgesetzt, mit Blütenkranz umgeben

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts, vier

Nägel

Inschrift:

- INRI (im Vierpaß des Kreuzmittelpunktes)

- 1870 (im Sockel)

Schicksal, Geschichte:

- Kreuz stammt von Burg Dalbenden/Urft. Dort wurde es um 1965

von Familie Günther Mainz, Neusener Straße 51, ersteigert und

anschließend an den jetzigen Standort verbracht.

- Auf einem Friedhof in Bozen befindet sich ein entsprechendes

Kreuz. Bei diesem sind auf der ovalen Scheibe Name und Daten

eines Verstorbenen vermerkt.

Verfasserin: Silvia Grischkat, 1986

26

~

0 1) SOO'I

39


Kreuzanlage Landstraße 223, Ecke Birker Weg

Standort:

Würselen-Birk

- freistehend, vor drei Linden, am Feldrand

Datierung:

- um 1900 (Einschätzung aufgrund der Formen)

Material:

- Lagersockel, Unterbau und Kreuz (Blaustein)

- Korpus, Kopfrelief und Schild: Bronzeguß

Maße und Form:

Höhe der Kreuzanlage: 2,48 m

Höhe des Korpus: 0,48 m

Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück ohne

Kranzgesims, in zwei sich durchdringenden »Dachflächen« endend,

darauf der Sockel des Kreuzes, Gesims des Zwischensockels mit

Wulst und Kehle, spitzbog ig mit Drei paß und Zwickeln geschlossen.

Im unteren Teil eingelassen und verschraubt eine Platte, darüber

eingesetzt Relief eines Christuskopfes

- Kreuz mit rechteckigem Querschnitt von Kreuzstamm und -balken,

ohne Profilierung, Endigungen stumpf

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

vier Nägel, Füße auf Konsole stehend

Inschrift:

- INRI (auf gerolltem Schild)

- Betet für die liebe Seele - mein Jesus Barmherzigkeit! (im Zwischensockel)

Schicksal, Geschichte:

- Mitte 18. Jh. bestand der Überlieferung nach am betreffenden

Standort ein Steinkreuz, das die letzte Station der Bardenberger

Prozession bildete.

- im 2 Weltkrieg Zerstörung dieses Kreuzes

- nach 1945 Erstellung eines neuen Kreuzes, Material Holz, bestehend

aus Kreuzstamm, Kreuzbalken und einem Holzbogen, der sich

von den Kreuzarmen über den Stamm spannte

- um 1970 Abbau des Holzkreuzes: Überführung des Korpus' in die

Bardenberger Kirche (Seitenschiff). Reste des Kreuze$ bewahrt bei

Farn. Helmut Vincken, Birk 46 \

- nach 1970 Erwerb des bestehenden Kreuzes, dem Vernehmen

nach von belgischem Friedhof, Restaurierun g und Ersatz fehlender

Teile (Kreuz) und Ergänzung (Platte) durch Steinmetz Hermann

Derichs, Kirchenstr. 7. (Nach frd l. Mitteilung von H. Derichs, H.

Vincken und W. Lambertz)

Verfasserin: Silvia Grischkat, 1986

27

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ffirin llrfus illarmhrriighil!

~

10 5001

40


Friedhofshochkreuz des Friedhofs

Würselen-Morsbach, Burgstraße

Standort:

- freistehend in der Achse eines Hauptweges

- umgeben von Birken

Datierung:

- Ende 19. Jh. (Einschätzung aufgrund der Form)

Material:

- Lagersockel und unterer Zwischensockel: Kalkstein (Blaustein)

- Unterbau , Aufsatz, Kreuz und Korpus: weißer Sandstein mit Resten

eines Anstrichs

Maße und Form:

- Höhe des Hochkreuzes: 5,56 m

- Höhe des Korpus: 0,75 m

- Lagersockel, Unterbau mit zwei Zwischensockeln, Kreuzmittelstück

und Kranzgesims, darauf Aufsatz mit vierseitigerGiebelverdachung.

Unterer Zwischensockel mit Abschrägung, oberer mit Wulst und

Kehle, Kranzgesims und Verdachungsgesimse mit gotisierenden

Profilen, in den Kehlen eingefügt Blüten. Zur Schauseite Kreuzmittelstück

mit Vierpaßrelief und reliefierten Zwickeln, Aufsatz mit spitzbogiger

Nische, davor Konsole

- Kreuz auf zweistufigem Sockel, Querschnitt von Kreuzstamm und

-balken rechteckig mit gebrochenen Kanten, Endigungen in kantiger

Lanzettform

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- INRI (auf Schriftrolle)

- IHS mit Kreuz auf dem H (im Kreuzmittelstück)

Zustand:

- ausgefugte Risse im Sockelbereich

- Ansätze von Abschalungen

Schicksal, Geschichte:

- Die Form und der Schmuck weisen auf eine Entstehung gegen Ende

des 19. Jh. hin.

- Bohrlöcher im Kreuzbalken lassen einen Wechsel des Korpus'

vermuten.

- Überlieferungen konnten nicht in Erfahrung gebracht, Quellen nicht

gefunden werden.

Verfasserin: Almut Kriele, 1986

28

~

O 10 50 100CM

41


Kreuzanlage Elchenrather Straße /

Ecke Nordstraße

Standort:

Würselen-Elchenrath

- an der Seitenwand des Hauses Nordstraße 181 und mit dieser fest

verbunden

Datierung:

- 1936 (eingeschnitzt)

Materi al:

- Lagersockel: Kalkstein (Blaustein)

- Kreuz und Figuren: Holz, Eiche, gebeizt und lasiert

- Verdachung: Holzbretter mit Zinkblechdeckung, Schnitzwerk Eiche

Maße und Form:

Höhe der Kreuzanlage: 3,95 m

Höhe des Korpus: 0, 70 m

- Lagersockel, darauf Kreuzstamm, ab ca. 1 m Höhe mit Holzplatte

hinterlegt, vor ihr auf Konsolen Johannes und Maria. Kreuzstamm

mit profiliertem Sockel und Schaltgesims, Kreuzendigungen mit

Rankenwerk

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung seitlich-abwärts,

drei Nägel

- seitlich Konsolen für Blumenschmuck, zwei Lampen

Verdachung Brettkonstruktion mit Deckung aus Blechschindeln, rot

gestrichen, am Ortgang Schnitzwerk mit Ranken und zwei Engeln,

die eine Krone tragen

Inschrift:

INRI (auf gerolltem Schild)

- Anno 1936 (auf dem Sockel)

- Rette deine Seele (auf dem Schaltgesims)

Zustand:

- restau riert, gepflegt

Schicksal, Geschichte:

- 1936 errichtet an der Wand des gegenüberliegenden Hauses als

Ersatz für ein Gußeisenkreuz. Werk von Hermann Derichs, Kirchenstraße

7

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus bis auf die Wand im Bereich

des Kreuzes zerstört. Das Kreuz erlitt geringe Beschädigungen

(Granatsplitter).

- nach zwischenzeitlicher Abnahme und Aufbewahrung nach 1945

Wiedererrichtung am heutigen Standort

bis Anfang der 70er Jahre Station der Fronleichnamsprozession

1986 Fest aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der Kreuzanlage

Verfasser: Matthias Fritzen, 1986

29

~

0 10 50 UI CM

42


Kreuzanlage Bissener Straße /

Ecke Kaiserstraße

- Höhe des Korpus: 0,42 m

Lagersockel, Unterbau und Zwischensockel, Kreuzmittelstück und

Kranzgesims. Lagersockel grob abgespitzt, Zwischensockel mit Abschrägung,

Kranzgesims mit doppelter Abschrägung.

Kreuz mit Sockel, Querschnitt von Kreuzstamm und -balken rechteckig,

Endigungen mit Dreipässen

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- INRI (auf gerolltem Band)

- »Mein Jesus, Barmherzigkeit« (auf der Rückseite im Kreuzbalken)

Standort:

- an der Fassade von Haus Kaiserstraße 2, zwischen zwei Schaufenstern

- an der Rückwand verankert

Datierung :

- 1946/47 (in jetziger Gestalt und Aufstellung)

Material:

- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)

Maße und Form :

- Höhe der Kreuzanlage: 2,25 m über OK Lagersockel

Zustand:

abgeschlagene Kanten , Riß im unteren Teil des Kreuzes

- gepflegt

Schicksal, Geschichte:

1946/47 Aufstellung des Kreuzes am heutigen Standort als Ersatz

für ein Kreuz an der Seite der Kaiserstraße, das in der Zeit von 1933-

1945 als »Verkehrshindernis« entfernt worden war.

- Das entfernte Kreuz stand auf einer Verkehrsinsel und war ein

Prozessionskreuz. Der Holzkorpus dieser Kreuzanlage befindet sich

bei Familie Kann, Kaiserstraße 2

Das heutige Kreuz ist ein früheres Friedhofskreuz, dessen ehemaligen

Inschriften, bis auf die im Kreuzbalken, abgeschlagen oder

durch die vorgesetzte Platte im Kreuzmittelstück verdeckt werden.

Verfasser: Karl-Ernst Thevis, 1986

30

.• ...

0 10 50 100CM

43


Kreuzanlage Haaler Straße /

Ecke Oppener Straße

- Korpus: Zinkguß

Maße und Form:

- Höhe der Kreuzanlage: 2,53 m

- Höhe des Korpus: 0,54 m

- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und

Kranzgesims. Sockel mit Kehlung, Kranzgesims mit zweifachem

Karnies, die Schräge gestuft

- Kreuz mit ausschwingendem Fuß, Kreuzstamm und -balken mit

Abkantungen und Nasen

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,

drei Nägel

Inschrift:

- Mei n Jesus - Barmherzigkeit - (im Kreuzmittelstück)

- 1901 (im Zwischensockel)

Standort:

- diagonal in der Ecke zwischen Giebelwand des Eckhauses Oppener

Straße und Haaler Straße vor einer Mauer

vor Gebüsch, vor dem Kreuz ein Pflanzenkübel

Datierung :

- 1901 (eingemeißelt)

Material:

- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein {Blaustein)

Zustand:

- Kranzgesims verschoben

- Standort verwahrlost

Schicksal, Geschichte:

- 1901 auf dem Standort des heutigen Hauses Oppener Straße/ Ecke

Haaler Straße errichtet. Unter Akazien , mit Gitter und Bänken umgeben

- um 1935/36, nach Erbauung des Hauses, an den heutigen Standort

versetzt (nach frdl. Mitteilung von Josef Küppers, Haaler Straße 89)

Verfasserin: Anke Müller-Giebeler, 1986

31

tfin~

Barmherzt,kit

190]

0 10 50 100CM

44


Kreuzrest Teuterhof, Schweilbacher Straße

Lagersockel mit oberer Abschrägung

Der Rest des Kreuzstammes aus Gußeisen zeigt einen von Profilen

gefaßten Sockel, darüber zwei Voluten und im weiteren Verlauf zwei

rahmende Profile, zwischen denen sich Rankenwerk befand. In

Kreuzmitte bilden die Rahmenprofile einen Kreis, aus dem in den

Kreuzwinkeln, gefaßt von Voluten, Strahlenbündel hervorbrechen.

Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung links-abwärts,

vier Nägel

Inschrift:

»Hier ruht in Gott . . . (Reste einer Schrift im Sockel, heute in der

Erde, nach frdl. Mitteilung von Peter Eschweiler, Teuterhof 1)

Standort:

- hinter der Gaststätte »Teuterhof«

- am Hang, vor Gebüsch

Datierung:

- um 1870 (Einschätzung aufgrund der Geschichte)

Material:

- Sockel : Kalkstein (Blaustein)

- Kreuz: Gußeisen

- Korpus: Gußeisen

Maße und Form:

- Höhe des Restes: ca. 1,00 m ab OK Lagersockel

- Höhe des Korpus: ca. 0,30 m

Zustand:

zerstört bis auf den unteren Teil des Kreuzstammes und der Kreuzmitte,

Sockel gebrochen

behelfsmäßig montiert und aufgestellt

Schicksal, Geschichte:

ehemaliges Grabkreuz der Familie Eschweiler auf dem Friedhof

Sebastianusstraße der Zeit nach 1860/70, der Gießerei Schnakers

zugeschrieben

um 1890/1900 nach Beendigung der Ruhezeit umgesetzt auf das

Grundstück am Teuterhof

war zweimal Station der Fronleichnamsprozession

Zerstörungen bei einer Jagd durch Pferd und Reiter, die das Kreuz

übersahen, im 2. Weltkrieg und bei Baggerarbeiten (nach frdl. Mitteilung

von Peter Eschweiler, Teuterhof)

Verfasserin: Claudia Schmitz, 1986

32

45


Kreuzanlage Euchener Viehweg

Maße und Form:

Höhe der Kreuzanlage: 1,95 m

Höhe des Korpus:· 0,41 m

Sockel konisch, darauf überkragende Abdeckplatte

Kreuzstamm und -balken überblattet aus Bandeisen, Kreuzmitte von

Bögen mit Volutenschwüngen und Spitzen in Lilienform umgeben,

Kreuzenden gleichfalls als Lilien ausgebildet, mit Nietverbindungen,

Kreuzfuß von Voluten gefaßt in runder Manschette

- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,

vier Nägel

Inschrift:

- keine

Zustand:

- Sockel zeigt Fehlstellen und angerostete Bewehrung

- Anstrich des Kreuzes schadhaft

Standort:

Würselen - Euchen-Broich

- an Feldwegkreuzung, unter einem Baum, neben einer Bank

Datierung:

- um 1900 (Einschätzung aufgrund der Schmiedearbeit)

Material:

- Sockel und Abdeckplatte: Kunststein , Beton

- Kreuz: Schmiedeeisen

- Korpus: Zinkguß

Schicksal, Geschichte:

2. Weltkrieg, Zerstörung eines Kreuzes aus Schmiedeeisen am

Standort Euchener Viehweg. Das Kreuz war ein Hagelkreuz und

diente zugleich den Bauern als Feldkreuz, neben dem sie Mittagsrast

hielten.

1948/50 Ersatz des zerstörten Hagelkreuzes durch Translozierung

eines aufgelassenen Friedhofskreuzes (mutmaßlich vom Klosterfriedhof

Broich stammend)

Gießen eines neuen Sockels

Verfasserin: Claudia Schmitz, 1986

33

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n_r-L_J7

1J 2501

46


Kreuzanlage Klosterstraße

Standort:

- Würselen

- vor einer Wan d, umgeben von Bepflanzung

Datierung:

- um 1900 (Einschätzung aufgrund der Form)

Material:

- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)

- Korpus: Gußeisen

- Schilder: Bronzeguß

Maße und Form:

Höhe der Kreuzanlage: 1,90 m über OK Lagersockel

- Höhe des Korpus: 0,50 m

- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel und Kreuzmittelstück,

kein Kranzgesims, Sockel mit Abschrägung, Kreuzmittelstück mit

Kehlprofil

Kreuz mit Sockel, dieser mit Wulst und Kehlen, Kreuzstamm und

-balken mit Abkantungen und Nasen, Endigungen mit Diamant

Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,

vier Nägel

Inschrift:

- INRI (auf einem Schild}

Schicksal, Geschichte:

keine Überlieferung über die Entstehung

- ehemaliger Standort in der ehemaligen Lehnsgasse

- um 1985 Aufstellung am heutigen Standort, dabei starke Überarbeitung

(nach frdl. Mitteilung von Matthias Esklavon jun., Klosterstraße

137)

Verfasserin: Anke Müller-Giebeler, 1986

34

1 '

0 10 50 100 CM

47


IQ] Flurdenkmale, die im Katalog aufgeführt sind

1 Kreuzanlage

2 Kreuzanlage

3 Kreuzanlage

4 Meilenstein

5 Kreuzanlage

6 Kreuzanlage

7 Kreuzanlage

8 Friedhofshochkreuz

9 Kreuzanlage

10 Kreuzanlage

11 Kreuzanlage

12 Kreuzanlage

13 Friedhofshochkreuz

14 Grenzstein

15 Grenzstein

16 Kreuzanlage

17 Friedhofshochkreuz

18 Kreuzanlage

19 Kreuzanlage

20 Kreuzanlage

21 Kreuzanlage

22 Kreuzanlage

23 Friedhofshochkreuz

24 Kreuzanlage

25 Kreuzanlage

26 Kreuzanlage

27 Kreuzanlage

28 Friedhofshochkreuz

29 Kreuzanlage

30 Kreuzanlage

31 Kreuzanlage

32 Kreuzanlage

33 Kreuzanlage

34 Kreuzanlage

Dommerswinkel / Ecke Joststraße

Gouleystraße

Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße

Krefelder Straße

Neustraße / Ecke Krefelder Straße

Ravelsberger Straße

Salmanusstraße

Zentralfriedhof Würselen

Scherberger Straße 70/72

Schwei lbacher Straße 51

Kreuzesplatz

Ecke Südstraße / Meisberg

Fried hof Würselen-Broichweiden

Jülicher Straße

Jülicher Straße / Ecke Eschweilerstraße

Lindenstraße / Ecke Ackerstraße

Friedhof Würselen-Broichweiden

Am Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße

Bergstraße / Ecke Pleyer Straße

Dorfstraße / Ecke Niederbardenberger Straße

Grindelstraße / Ecke Heidestraße

Heidestraße / Ecke Alter Schüttsberg

Friedhof Würselen-Bardenberg

Pley 16

Lindenstraße / An St. Nikolaus

Neusener Straße 51

Landstraße 223 / Ecke Birker Weg

Friedhof Würselen-Morsbach

Elchenrather Straße / Ecke Nordstraße

Bissener Straße / Ecke Kaiserstraße

Haaler Straße / Ecke Oppener Straße

Teuterhof

Euchener Viehweg

Klosterstraße

0 Flurdenkmale, die nicht im Katalog erfaßt sind

35 Kreuzanlage

36 Kreuzanlage

37 Kreuzanlage

38 Kreuzanlage

39 Kreuzanlage

40 Kreuzanlage

41 Kreuzanlage

42 Kreuzanlage

43 Kreuzanlage

44 Kreuzanlage

45 Friedhofshochkreuz

46 Kreuzanlage

47 Kreuzanlage

48 Kreuzanlage

49 Kreuzanlage

50 Friedhofshochkreuz

51 Kreuzanlage

52 Kreuzanlage

53 Kreuzanlage

54 Kreuzanlage

55 Kreuzanlage

56 Kreuzanlage

57 Kreuzanlage

58 Kreuzanlage

59 Kreuzanlage

60 Kreuzanlage

61 Kreuzanlage

62 Kreuzanlage

63 Kreuzanlage

Duffesheider Weg

Bardenberger Straße / Ecke Burgstraße

Weiweg

Salmanusstraße / Ecke Dobacher Straße

Ackerstraße

Nassauer Straße

Endstraße

Broicher Straße / Ecke Hüpchensweid

Broicher Straße - Am Euchener Graben

Salmanusplatz

Alter Fried hof Würselen-Broichweiden

St.-Jobser-Straße

Bossekuhler Weg

Brunnenstraße / Ecke Schweilbacher Straße

Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße

Zentralfriedhof Würselen

Oppener Straße / Ecke Ravelsberger Straße

Haaler Straße / Ecke Ravelsberger Straße

Broicher Straße / Ecke Blumenrather Straße

Bardenberger Mühle

Rud.-Blum-Straße / Ecke Eschweilerstraße

Rosskämpchen

Gartenstraße

Linden platz

Kleine Straße / Ecke Gouleystraße

Jülicher Straße

Neusener Straße / Ecke Endstraße

Grüner Weg / Ecke Würselener Weg

Gouleystraße


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