Heimatblätter des Kreises Aachen 1989-1-2
Heimatblätter des Kreises Aachen 1989-1-2
Heimatblätter des Kreises Aachen 1989-1-2
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
1989 - 1-2 Heimatblätter
44. Jahrgang des Kreises Aachen
Impressum
Heimatblätter des Kreises Aachen
Bezugspreis im Abonnement: 3,- DM je Heft
Einzelpreis: 4,- DM zuzüglich Porto
Auflage: 2 500
Herausgeber und Vertrieb: Kreis Aachen
5100 Aachen , Zollernstr. 10 (Kreishaus)
Telefon 02 41 / 51 98 - 1
Redaktion:
Rudolf Dieregsweiler, Karl-Heinz Herren
5100 Aachen, Kreishaus
Herstellung :
Weiss-Druck, 5108 Monschau -lmgenbroich
Layout: Michael Grimmelt
Titelbild:
Kreuzanlage Klosterstraße/ Neuhauser Straße
Verfasser : K. H. Grettern
Umzeichnung: Ann Dautzenberg
Photos: Rainer Kistermann , Maren Zerbes
Aus Gründen der vollständigen Jahresfolgen
erscheint dieses Heft unter
44 . Jahrgang, 1989 - 1-2
© Januar 1989 by
Ingeborg Schild, Aachen
Ingeborg Schild
Flurdenkmale der Stadt Würselen
Die vorliegende Untersuchung befaßt sich mit Flurdenkmalen
der Stadt Würselen. Unter diesem Begriff vereinen sich im
Stadtbereich Würselen historische Meilensteine, Grenzsteine
und Kreuzanlagen an Straßen und Plätzen . Einbezogen in die
Untersuchung wurden außerdem die Friedhofshochkreuze.
Nicht berücksichtigt worden sind private Grabmäler auf den
Friedhöfen sowie Ehrenmäler für die Gefallenen der Kriege.
Das Material wurde von einer Gruppe von Studierenden der
Architektur und der Kunst- und Baugeschichte der Technischen
Hochschule Aachen zusammengestellt und in einem Oberseminar
im Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege bearbeitet.
Der Anlaß zur Beschäftigung mit diesem Stoff war eine Anfrage
der Stadt Würselen, ob es möglich sei, Kreuze und Male der
Stadt, deren Aufnahme in die Liste der zu schützenden Denkmale
erwogen werde, zeichnerisch und fotografisch zu erfassen
und auf ihre künstlerische, geschichtliche und volkskundliche
Bedeutung zu untersuchen.
Der Sinn dieser Arbeit für die Studierenden lag in der Schulung
im Erfassen, Darstellen, in der Analyse und der Bewertung
historischer Substanz. Das Ergebnis war ein Katalog, welcher
der Stadtvertretung als Hilfe bei der Entscheidungsfindung
zur Unterschutzstellung diente und der zugleich die wissenschaftliche
Grundlage zur weiteren Bearbeitung des Stoffes
bildete.
Die Erfassung begann mit 24 Objekten, die vom Rheinischen
Amt für Denkmalpflege zur Aufnahme in die Denkmalliste empfohlen
worden waren. Während der Feldarbeit zeigte sich, daß
es bei den Kreuzanlagen noch zahlreiche andere Objekte gab,
welche den vorgeschlagenen Kreuzen vergleichbar waren.
Deshalb wurde das gesamte Gebiet der Stadt anhand der
Deutschen Grundkarte und durch systematische Begehung auf
weitere Kreuzanlagen hin durchgesehen. Das Ergebnis waren
40 zusätzliche Objekte. In Gegenüberstellung mit den genannten
und bereits in Bearbeitung befindlichen Kreuzen erwiesen
sich mehrere der neu erfaßten insofern als vergleichbar, als ihre
Gestalt auf ein gewisses Alter deutet oder sie in der Tradition
der historischen Kreuze gestaltet sind. Sie wurden deshalb dem
Katalog im Anhang beigegeben und schließlich 10 von ihnen in
die spätere Untersuchung mit einbezogen. Die nicht berücksichtigten
Kreuze bleiben für eine zukünftige Bearbeitung zurückgestellt.
Im Katalog wurde die Reihenfolge der Vorschlagsliste des Rheinischen
Amtes für Denkmalpflege beibehalten. Sie ist nach
Stadtteilen gegliedert und bringt den Meilenstein, die Grenzsteine
und die Kreuzanlagen in Mischung. Wir schlossen die zusätzlich
bearbeiteten Kreuzanlagen an und ließen die nicht
untersuchten folgen , ohne dabei die Gliederung nach Stadtteilen
aufzunehmen. In der dem Katalog vorangestellten Untersuchung
und zusammenfassenden Darstellung wurde von diesem
Schema abgegangen, und zuerst der Meilenstein, dann die
Grenzsteine und nachfolgend die Kreuzanlagen behandelt.
Die Arbeiten in der Stadt Würselen bedeuteten für die Studierenden
einen gewissen Verzicht: Nicht »hochkarätigen« Flurdenkmalen
galt ihre Arbeit, sondern verhältnismäßig schlichten
Objekten. Andererseits bot diese Arbeit einen echten Praxisbezug,
wie er für die Ausbildung von Architekten \.md Bau- und
Kunsthistorikern als Vorbereitung auf die spätere Tätigkeit sehr
erstrebenswert ist. Für diese Möglichkeit und für Hilfe und
Unterstützung während der Arbeit ist vor allem Herrn Beigeordneten
Winfried Camphausen, dem Initiator des Vorhabens, und
Herrn Stadtarchivar August Liebenwein zu danken, der stets zu
fachlichem Rat bereit war. Außerdem gilt der Dank vielen Bürgern
der Stadt, welche durch Informationen über die Geschichte
der Objekte Unterstützung boten und hier vor allem den Vertretern
der Kreuzverschönerungsvereine.
Dank gilt sodann Herrn Prof. Dr. Werner Kasig für Hilfe bei der
Identifizierung des Steinmaterials des Meilensteins und der
Grenzsteine sowie Herrn Landesbaudirektor Josef Hoffmann für
Unterstützung bei Recherchen im historischen Straßenbau.
Die Aufarbeitung des Materials zur Drucklegung wurde durch
eine Kleinförderung der DFG unterstützt. Auch ihr gilt unser
Dank.
Der Meilenstein
Im Gebiet der Stadt Würselen blieb ein historischer Meilenstein
erhalten. Er steht an der Westseite der Krefelder Straße in
unbebauter Umgebung zwischen den Häusern 75 und 117. Der
Stein besteht aus einer profilierten vierseitigen Basis und aus
einer Stele mit rechteckigem Querschnitt, deren Schaft sich von
unten nach oben schwach verjüngt und in einen Dreiviertelkreis
übergeht (Nr. 4). Im Übergang vom Schaft zum Kreis zeigt die
seitliche Kontur Reste eines Profils. Die Rückseite (straßenabgewandte
Seite) ist nicht reliefiert, die Straßenseite weist im
Dreiviertelkreis das Relief eines Adlers und im Rand Reste einer
Schrift auf. Im Übergang vom Schaft zum Kreis zeigt die Oberfläche
der Straßenseite zwei waagerecht verlaufende Einkerbungen,
im Mittelteil des Schaftes Schriftreste und am Fuß des
Schaftes die Einritzung eines halbkreisförmigen· Bogens, der
unvermittelt endet. Das Material von Basis und Stele ist Sandstein.
Die genaue Zeit der Aufstellung des Meilensteins war vor
Beginn der Untersuchung nicht bekannt; angenommen wurden
die preußische Zeit und das frühe 19. Jahrhundert.
Der Baubeginn der Straße Aachen - Krefeld bzw. Aachen -
Uer_dingen, an welcher der Stein steht, datiert in das Jahr 1811 ,
also in jene Phase, als das Gebiet französischer Verwaltung
unterstand. Bis zum Übergang des Landes an Preußen war das
Stück von Aachen bis Alsdorf fertiggestellt, aber noch nicht mit
Entfernungsanzeigern versehen . Diese Feststellung wird durch
den Meilenstein selbst belegt, denn die Schriftreste, die als
»Aachen Crefelder Bezirks Straße « zu deuten sind, verweisen
eindeutig auf die preußische Zeit. Die zugehörige Jahreszahl ist
allerdings durch die fortgeschrittene Steinzerstörung nicht mehr
zu entziffern.
In den Akten der Regierung Aachen sind zweimal Hinweise auf
die Art und das Versetzen von Meilensteinen überliefert. Die
frühesten datieren in die Jahre 1816/17 und beziehen sich auf
Steine der Straße Köln - Aachen und weiter zur Landesgrenze
nach Belgien. Die beigegebene Zeichnung zeigt für die volle
Meile einen schlanken Obelisken zwischen zwei Sitzbänken, für
die halbe Meile einen oben abgerundeten Kegelstumpf und für
die Viertelmeile einen entsprechenden, aber niedrigeren Kegel
1 . Meilensteine dieser Art finden sich nicht im Gebiet der
Gemeinde Würselen, wohl aber im weiteren Umkreis, so z. B.
als Stein für die volle Meile in Aachen-Brand an der Straße
Aachen - Trier und in Form eines Kegelstumpfes für die halbe
Meile an der Straße zwischen Herzogenrath und Kohlscheid am
Abzweig nach Kerkrade.
Ein späterer Typus eines Meilensteins aus dem Jahre 1834 ist
durch eine Zeichnung in den Akten der Regierung Aachen
überliefert. Der zugehörige Kostenanschlag bezieht sich auf
Meilensteine »auf den Kunststraßen im Regierungsbezirk Aachen«,
die Zeichnung weist als Stein für die volle Meile einen
konisch zulaufenden Schaft zwischen zwei Sitzbänken auf, der
am oberen Ende in eine halbkreisförmige Rundung ausläuft.
Innerhalb des oberen Halbkreises befindet sich an der Vorderseite
das Relief eines Adlers. 2 Im beigehefteten Erläuterungsbericht
ist die schriftliche Anweisung enthalten, daß die Flächen
des Steins vor dem Versetzen gut zu ölen und anschließend
dreimal mit weißer, Adler, Zahlen und Schrift entsprechend mit
schwarzer Ölfarbe zu streichen seien . Als Material ist, wie auch
für den Typus von 1816/17, » blauer Kalkstein « ausgeschrieben.
Zum Typus des Meilensteins von Würselen konnten entsprechende
Zeichnungen und Leistungsbeschreibungen nicht aufgefunden
werden. Der Stilvergleich als eines der möglichen
Mittel einer Datierung muß ihn einer späteren Phase zuordnen
als die beiden anderen, wobei der Typus von 1834 einen
formalen Übergang bildet zwischen dem frühen und dem späteren
Beispiel: 1816/17 die steile, streng geometrisch bestimmte
Obeliskenform mit scharfen Kanten - beim Stein von Würselen
hingegen ein gedrungener Schaft in Verbindung mit einem
weich konturierten Dreiviertelkreis als Bekrönung - und als
Zwischenglied dieser Entwicklung im Jahre 1834 eine Stele mit
scharfen Kanten und einem gerundeten oberen Abschluß. Diese
Stele ist fast noch als Obelisk zu bezeichnen, würde nicht ein
wesentliches Detail - die Pyramidenspitze - fehlen.
Einen eindeutigen Beweis für die späte Erstellungszeit des
Meilensteins von Würselen erbringt ein Schriftwechsel zwischen
dem damaligen Baurat der Regierung Aachen, Ferdinand
Robert Cremer und Bauinspektor H. E. Martens vom 14. 9.
1864, in dem der Stein als »der im vorigen Jahr bei Station 1.00
errichtete neue Meilenstein « 3 bezeichnet wird. Der von Cremer
angegebene Standort entspricht in etwa dem heutigen. Der
Stein steht 1 preußische Meile, das sind 7,511 km, vom Meßpunkt
entfernt. Dieser Punkt war für die Straße Aachen - Krefeld
in jener Zeit der Brunnen »am Hauptmann« (Hotmannspief).
Das bedeutet, daß der Meilenstein von Würselen im Jahr
1863 aufgestellt worden ist.
Der betreffende Schriftwechsel ?:Wischen Cremer und Martens
gibt zugleich ein Stück Lokalgeschichte wieder: der betreffende
Stein war zuvor von bestimmten Anwohnern der Krefelder
Straße mehrfach umgestoßen und schließlich sogar beschädigt
worden. Deshalb plante Cremer, ihn wegzunehmen und an
einer anderen Straße zu verwenden. Bitten von Bewohnern von
Grevenberg und Birk bewogen ihn jedoch, von einer Versetzung
abzusehen. Allerdings sei eine »Wiederherstellung unbeschadet
der Formverhältnisse nicht möglich «4, heißt es im betreffenden
Schriftverkehr.
Die Schädigung der Formverhältnisse betrifft den Fuß des
Steins. Dieses beweist ein Vergleich des Meilensteins von
Würselen mit einem anderen Stein desselben Typus, der aus
dem Raum Düren stammt und heute im Freigelände der Straßenmeisterei
Erkelenz aufgestellt ist. Dieser Stein besitzt an
seinem Fuß das Relief eines vollen Kreises, im Gegensatz zum
Stein von Würselen, wo dieser - offensichtlich durch das mehrfache
Umwerfen - zu einem Halbkreis reduziert wurde. Der
Vergleich beider Steine läßt außerdem vermuten, daß der Sokkel
des Meilensteins von Würselen erst mit der Wiederaufrichtung
eingebracht wurde und dem Zwecke diente, dem beschädigten
Fuß Halt und dem Stein insgesamt ein besseres Aussehen
zu geben. Beim Beispiel Erkelenz fehlt eine entsprechende
Basis.
Zugleich wird deutlich, daß bei Meilensteinen der betreffenden
Art die Adler nicht grundsätzlich aus dem Stein gearbeitet
wurden, sondern daß, wie beim Beispiel in Erkelenz, auch
reliefierte Gußeisenplatten Verwendung fanden. Der Stein von
Erkelenz ist heute (wieder) gestrichen.
Wie der Erläuterungsbericht zum Meilenstein von 1834 beweist,
ist dieses eine Behandlung, wie sie den Absichten der Entstehungszeit
entspricht. Deshalb ist auch für den Stein von Würselen
ein Anstreichen zu erwägen, wenn auch nicht in Ölfarbe,
sondern mit einem dem Stein zuträglicheren Material. In jedem
Fall wäre dem Meilenstein damit mehrfach gedient: Er würde
historisch getreu behandelt, er würde damit zugleich deutlich
sichtbarer und ins Bewußtsein der Bürger gerückt, und er wäre
- und dieses ist das wesentlichste Argument, das für eine
farbige Fassung spräche - besser vor der fortschreitenden
Steinzerstörung geschützt, die sonst bei der exponierten Lage
des Objektes an einer stark befahrenen Bundesstraße unvermeidlich
ist.
Die Grenzsteine
Innerhalb der Stadt Würselen befinden sich noch zwei historische
Grenzsteine. Beide stehen heute an der Jülicher Straße,
der eine in der Toreinfahrt von Haus Adenaw-Delahaye, Jülicher
Straße 1 (Nr. 14), und der andere auf einem kleinen Platz schräg
gegenüber an der Einmündung der Eschweilerstraße (Nr. 15).
2
Beide sind transloziert, befinden sich aber in unmittelbarer Nähe
zur ehemaligen Grenze zwischen dem Aachener Reich, zu dem
die Quartiere Würselen und Weiden gehörten, und dem Herzogtum
Jülich, Amt Wilhelmstein, dem die heutigen Ortsteile
Bardenberg und Broich zuzurechnen sind. Grenzsteine dieser
Art dienten zur Markierung der Grenzen des Aachener Reichs.
Sie sind spätestens seit 1569 überliefert 5 und wurden, einer
Quelle von 1659 zufolge, bis zur Besetzung Aachens durch
französische Truppen fast alljährlich durch Umritte geprüft.
Diese Umritte dauerten drei Tage. Der Grenzbereich von Würselen
gehörte zum dritten Umritt.
Ein Teil der Steine trug den Aachener Adler als Relief; sie
wurden dementsprechend Adlersteine genannt. Eine gewisse
Anzahl von ihnen besaß außerdem auf der Rückseite das Wappenzeichen
der angrenzenden Herrschaft, so z. B. an der
Grenze zur Reichsabtei Kornelimünster das Korneliushorn und
an der Grenze zu Jülich den Löwen .
Von diesen Steinen ging im Laute der Zeit der größte Teil
verloren. 1777 werden insgesamt 147 Stück gezählt, davon 75
mit einem Adler; 6 1978 hingegen sind nur noch 18 Steine
festzustellen, und zwar ausnahmslos solche mit einem oder
mehreren Emblemen. 7
Die Zählung von 1777 wurde vom damaligen »Stadt-Aachischen
Berg- und Bau-Inspektor« Henricus Coupzoo durchgeführt.
Er erhielt am 24. April 1772 von den regierenden Bürgermeistern
von Aachen den Auftrag , eine Landkarte vom gesamten
Aachener Reich anzufertigen und darin sowohl die »nicht
anwesenden, als anwesenden Grenz- und Scheitsteine .. . «
einzutragen,./ Als Grundlage zu dieser Karte erstellte Coupzoo
mit Hilfe von Ratsprotokollauszügen und unterstützt von den
vereidigten Förstern ein Register, in welchem er die Steine, die
er »Pfähle« nennt, mit Nummern aufführt und ihnen jeweils auf
der linken Seite die protokollarischen Vorgaben und auf der
rechten Seite die tatsächlichen Gegebenheiten, wie sie die
Förster gemeldet hatten, zuwies. Die Zählung begann an der
Grenze zu Burtscheid und wurde im Uhrzeigersinn durchgeführt.
Nach Coupzoo befand sich im Umfeld von Weiden eine sehr
große Zahl von Grenzsteinen. Vom Kantgraben in Bardenberg
im Norden (Pfahl Nr. 58) bis Verlautenheide im Süden (Pfahl Nr.
81 , »am Heiligenhäuschen«) sind insgesamt 23 Nummern aufgeführt.
Davon markieren außer dem Stein am Kantgraben und
einem weiteren am Grenzübergang in Weiden (Pfahl Nr. 59) alle
anderen die Grenze entlang des äußeren Waldsaumes des
Reichswaldes, der den süd-östlichen Grenzverlauf des Aachener
Reiches vom südlichen Teil Weidens bis Verlautenheide
begleitet.
Mehrere Nummern beinhalten jeweils einen alten, zumeist zerbrochenen,
und einen »neuen Pfahl «; die Nummer 68 umfaßt
sogar 7 »Pfähle «, alle ohne Emblem. Insgesamt zählt Coupzoo
in diesem Abschnitt 1 O Steine mit Adler und Löwe, 10 Steine mit
Adler, 2 Steine mit »Hörnchen« und 10 Steine ohne Wappen . 5
Steine bezeichnet er als »Hauptpfähle«.
Der Standort des heutigen Grenzsteins Jülicher Straße / Ecke
Eschweilerstraße entspricht in etwa dem von »Pfahl 59« im
Register von Coupzoo. Daraus könnte geschlossen werden,
daß es sich hier um ein und denselben Stein handelt, d. h. um
einen »Haupt-Pfahl mit Früstlichem und Aachener Wappen stehend«.
Dieser Hypothese ist nicht zu folgen: Der heute an
dieser Stelle befindliche Stein mit einem Adlerrelief an der
Vorderseite und Resten eines Löwenschweifs an der Rückseite
wurde 1967/68 von Mitgliedern des heimatkundlichen Arbeitskreises
der Volkshochschule Würselen im südlichen Grenzbereich
des Reichswaldes gefunden und durch Einsatz dieser
Gruppe unter Leitung von Hans Strack an den heutigen Standort
verbracht. Der Stein lag zuvor, mit der Seite des Adlers nach
unten gerichtet, am Boden und bildete eine Brücke über den
Saubäch. 8 Eine eindeutige Zuweisung dieses Steins zu einem
der von Coupzoo in diesem Gebiet aufgelisteten »Pfähle «
erscheint nicht möglich: Wegen der dichten Abfolge der Grenzmarkierungen
in diesem Bereich können mehrere der dort
vermerkten Steine in Frage kommen.
Zum Grenzstein in der Hofeinfahrt von Haus Jülicher Straße 1,
einem einfachen Adlerstein, ergibt der Vergleich mit dem Register
von Coupzoo, daß 1772/77 an dieser Stelle kein »Pfahl «
stand, es sich also um eine Translozierung handeln muß, die
nach 1777 erfolgte. Zur Zeit von Coupzoo finden sich Steine
dieser Art erst weiter südlich am betreffenden Waldsaum. Die
zunächst stehenden sind die Nummern 61 , 62 und 64, mehrere
andere folgen im weiteren Verlauf der Grenze. Damit scheidet
auch hier wegen der großen Zahl der möglichen Steine die
Möglichkeit einer gesicherten Zuweisung aus.
Zusammenfassend ist demzufolge festzustellen, daß es sich bei
den beiden Grenzsteinen an der Jülicher Straße von Würselen
- Weiden um zwei der von Coupzoo 1772 als „ Pfähle« bezeichneten
Grenzmarkierungen des Aachener Reichs handeln dürfte
und daß beide nachträglich an ihren heutigen Standort transloziert
wurden . Ferner ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen,
daß die betreffenden Steine aus dem ehemaligen Grenzgebiet
zwischen Weiden und dem Jülicher Land stammen.
Die Kreuzanlagen
Bestimmung, Gründe zu ihrer Errichtung
Wie eingangs dargelegt, befaßt sich die vorliegende Untersuchung
mit Kreuzanlagen im öffentlichen Raum sowie mit den
Friedhofshochkreuzen. Nach Gründen, die zur Aufstellung von
Kreuzanlagen im öffentlichen Raum - d. h. an Straßen und
Plätzen - führen und nach der Art ihrer Bestimmung, sind die
Kreuzanlagen in Würselen in Prozessionskreuze und Wegekreuze
zu trennen. Dabei ist allen gemeinsam, daß mit ihrer
Errichtung und durch ihre Gestalt Schutz und Abwehr erstrebt
werden, die Hoffnung auf ein Gebet nach dem Tod bestärkt und
ein Segen erwirkt werden sollen, begründet auf ein materielles
Opfer, welches die Errichtung und Unterhaltung eines Kreuzes
bedeutet. Alle Kreuzanlagen von Würselen sind Ausdruck
katholischer Frömmigkeit.
Prozessionskreuze sind Kreuzanlagen, welche errichtet werden,
um von ihnen aus bei Prozessionen den Segen zu erteilen.
Wegekreuze hingegen werden erstellt, um an ein bestimmtes
Ereignis zu erinnern, um Reue zu bezeugen oder ein Gelübde
einzulösen . Das bedeutet, daß Prozessionskreuze von den
Kirchengemeinden, d. h. von einer Gemeinschaft, veranlaßt
oder von ihnen zu der betreffenden Funktion herangezogen
werden. Letzteres gilt auch für eine nachträgliche Übernahme
von ehemaligen Wegekreuzen als Prozessionskreuze.
Prozessionskreuze stehen im allgemeinen an markanten Stellen
innerhalb einer Pfarre, an Straßenecken, auf Plätzen , Anhöhen
usw. Alter Tradition gemäß machen die sakramentalen
Prozessionen viermal Station, wobei die vier Evangelien gelesen
und vier Segen erteilt werden. Dementsprechend ist bei der
Suche nach Prozessionskreuzen, bzw. nach Stationen feststehender
Prozessionswege, stets nach der Zahl vier zu fragen . 9
In Würselen, einem Ort, der aus mehreren Pfarrgemeinden
durch Zusammenlegung entstand , sind für eine größere Zahl
von Kreuzanlagen Zusammenhänge mit Prozessionen überliefert,
wobei besonders häufig Bezüge zu den Fronleichnamsprozessionen
zu finden sind . Dennoch war für die Bearbeiter nicht
für jede Pfarrgemeinde und ihre Prozessionskreuze eine lükkenlose
Abfolge herzustellen.
Gesicherte Stationen der Fronleichnamsprozession von St.
Sebastian, welche in ihrem Wegeverlauf und ihrer zeitlichen
Abfolge insgesamt überliefert ist, 10 sind das Kreuz an der
Ravelsberger Straße (Nr. 6) als erste und das Kreuz auf dem
Kreuzesplatz (Nr. 11) als zweite Station. Als weitere Haltepunkte
sind eine Station in Morsbach und das Bissener Kreuz
(Nr. 30) bekannt.
3
Als Prozessionskreuze der Fronleichnamsprozession von St.
Balbina werden das Kreuz Gouleystraße (Nr. 2) als erste und
das Kreuz lmmelen an der Neustraße / Ecke Krefelder Straße
(Nr. 5) als dritte Station genannt. Als zweite Station ist die Ecke
Kleine Straße / Gouleystraße, als vierte die Ecke Bardenberger
Straße / Burgstraße überliefert. 1 1
Für die Bardenberger Fronleichnamsprozession ist als Halt das
Kreuz Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21 ), als dritte Station
das Kreuz Am Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße (Nr. 18)
und als vierte das Kreuz Landstraße 223 / Ecke Birker Weg (Nr.
27) belegt.
Ehemalige Haltepunkte der Fronleichnamsprozession von
Broichweiden sind das Kreuz Lindener Straße / Ecke Ackerstraße
(Nr. 16), eine Kreuzanlage an der Endstraße (Nr. 41 ), ein
Kreuz an der Ackerstraße, auch »auf dem Acker« genannt, (Nr.
39) und ein Holzkreuz vor dem Eckhaus Neusener Straße /
Endstraße, das h_eute durch ein Kreuzrelief, eingelassen in eine
Fensternische, ersetzt ist, (Nr. 61 ).
Mehrere Prozessionsstationen in der Stadt Würselen wechselten
den Standort. Der Grund dazu waren zumeist städtebauliche
Veränderungen, so z. B. Straßenverbreiterungen, zu viel Verkehr
o. ä. Kreuz lmmeln an der Neustraße/ Ecke Krefelder
Straße (Nr. 5), Kreuz Am Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße (Nr.
18) und Kreuz Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21) zählen
dazu. Mehrfach versetzt wurde das Kreuz Bergstraße / Ecke
Pleyer Straße (Nr. 19), das in der Vergangenheit im Wechsel mit
anderen Kreuzen in die Fronleichnamsprozessionen einbezogen
war.
Zwei Prozessionskreuze stehen in Zusammenhang mit abgebrochenen
Kapellen. Es sind die Kreuze Gouleystraße (Nr. 2) ,
das zur Erinnerung an die ehemalige Balbina-Kapelle erbaut
wurde und erste Station der betreffenden Prozession war, und
das Kreuz an der Salmanusstraße (Nr. 7), we lches die Stelle der
1818 niedergelegten Salmanus-Kapelle einnimmt. 12
Zu den Prozessionskreuzen zählen auch die Hagelkreuze. Sie
werden von Feldprozessionen aufgesucht, bei denen mit Bittgottesdiensten
der Schutz der Feldfluren vor Hagel und anderen
Unwettern erfleht wird. Der Standort der Hagelkreuze ist
bzw. war innerhalb der Felder. In der Gemeinde Würselen ist mit
Sicherheit das Kreuz am Euchener Viehweg (Nr. 33) als Hagelkreuz
zu deuten und wahrscheinlich auch das Kreuz am Duffesheider
Weg (Nr. 35). Material und Form lassen außerdem auch
beim Kreuz Bergstraße/ Ecke Pleyer Straße (Nr. 19), das später
in allgemeine Prozessionen einbezogen wurde, und beim
Kreuz Play 16 (Nr. 24) auf eine ursprüngliche Bestimmung als
Hagelkreuz schließen.
Schließlich sind noch solche Prozessionskreuze zu erwähnen
die aufgrund von Missionen entstanden und später zu Stations~
kreuzen wurden. Zu ihnen zählt das Kreuz der ersten Station
der Fronleichnamsprozession von St. Sebastian an der Ravelsberger
Straße (Nr. 6) und das Kreuz Lindener Straße / Ecke
Ackerstraße (Nr. 16).
Mehrere Prozessionskreuze waren ursprünglich Wegekreuze.
Ein Beispiel hierfür ist das Kreuz Ecke Südstraße / Meisberg
(Nr. 12), das aus Dankbarkeit einer privaten Stifterin erstellt
wurde, und das Kreuz Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße
(Nr. 3), welches zur Erinnerung an einen Todesfall - hier
verunglückte ein Kutscher - entstand.
Wegekreuze, die nicht in Prozessionen einbezogen wurden ,
sind die Kreuze Scherberger Straße 70/72 (Nr. 9) und Schweilbacher
Straße 51 (Nr. 10). Die Anlässe zu ihrer Errichtung
konnten nicht in Erfahrung gebracht werden. Beide Objekte
stehen nicht völlig frei , sondern unmittelbar vor Hauswänden,
mit denen sie durch Anker verbunden sind . Die Untersuchung
der Geschichte der Prozessions-, Hagel- und Wegekreuze
ergab ferner, daß einige Kreuzanlagen ehemalige Grabkreuze
sind, die nach der Auflassung von den Friedhöfen genommen
und transportiert wurden. Hierzu zählen u. a. das Kreuz an der
Bissener Straße / Ecke Kaiserstraße (Nr. 30), das Hagelkreuz
am Euchener Viehweg (Nr. 33) und das Wegekreuz an der
Landstraße 223 / Ecke Birker Weg (Nr. 27).
Eine gesonderte Gruppe innerhalb der Kreuzanlagen mit öffentlichem
Charakter bilden die Friedhofshochkreuze. Diese Hochkreuze
sind Totenmale für alle diejenigen Verstorbenen innerhalb
eines Friedhofs, die kein eigenes Grabmal haben. Das ist
auf einem christlichen Friedhof in unserer Region, wo der
größere Teil der Gräber nach einer bestimmten Zeit aufgehoben
wird, eine große Zahl. Für die betreffenden Toten ist das Hochkreuz
ein Mal, in dessen Kreuzesform der Tod Christi und durch
ihn die Auferstehung aller Gläubigen ausgedrückt wird.
Entsprechend ihrem Rang erhalten die Hochkreuze innerhalb
der Friedhöfe einen herausgehobenen Standort. Zumeist befindet
sich dieser in der Achse des Hauptzuwegs, häufig auch im
Schnittpunkt zweier Wege.
Friedhofshochkreuze dieser Art finden sich in der Stadt Würselen
u. a. auf dem Friedhof an der Sebastianusstraße, Stadtteil
Würseie·n (Nr. 8), auf dem Friedhof Oststraße, Stadtteil Bardenberg
(Nr. 23), auf dem Friedhof des Stadtteils Broichweiden an
der Friedhofstraße (Nr. 13) und im Stadtteil Morsbach auf dem
Friedhof an der Burgstraße (Nr. 28).
Das Friedhofshochkreuz an der Sebastianusstraße wurde zwischenzeitlich
aus der ihm gebührenden Lage im Schnittpunkt
zweier Wege entfernt, nach Bürgerprotesten aber wieder in die
ursprüngliche Lage gebracht. Das Kreuz an der Kirchenstraße
erlitt möglicherweise eine Versetzung an die Südgrenze des
Friedhofs, behielt aber eine gewisse hervorgehobene Lage, da
es im Schnittpunkt eines Hauptweges mit dem Grenzweg entlang
der Südwestseite des Friedhofs liegt. Der Friedhof an der
Stegerstraße im Stadtteil Linden (Nr. 17) besitzt als Hochkreuz
eine Kreuzanlage, die zuvor ein Priestergrab auf dem Friedhof
des Klosters der Missionare vom Heiligen Geist an der Broicher
Straße gewesen war und welche die Pfarrgemeinde und der
Kirchenvorstand von Broich im Jahre 1862 zwei ihrer verstorbenen
Pfarrer gewidmet hatten. Nach der Einrichtung des Friedhofes
an der Stegerstraße translozierte man das Kreuz und erhob
es zum allgemeinen Hochkreuz, indem man ihm eine gebührende
Stellung inmitten einer Hauptwegekreuzung gab.
Material der Kreuzanlagen
Holzkreuze
Aus Holz bestehen in der Stadt Würselen zwei jener Stationskreuze,
die Missionskreuze waren. Es sind dies das Kreuz an
der Ravelsberger Straße (Nr. 6) und das Kreuz Lindener
Straße / Ecke Ackerstraße (Nr. 16). Außerdem sind Holzkreuze
die beiden Wegekreuze Scherberger Straße 70/72 (Nr. 9) und
Schweilbacher Straße 51 (Nr. 10). Ein weiteres Holzkreuz ist die
Kreuzanlage Elchenrather Straße/ Ecke Nordstraße (Nr. 29).
Andere, in dieser Untersuchung nicht berücksichtigte Holzkreuze,
befinden sich an der Kleine Straße / Ecke Gouleystraße
(Nr. 59, Hängekreuz) und an der St.-Jobser-Straße (Nr. 46,
niedriges Standkreuz). Alle Holzkreuze stehen unterhalb einer
Verdachung, die z. T. ein eigenes Gehäuse bildet, wie beim
Missionskreuz an der Ravelsberger Straße, z. T. am Kreuz
befestigt ist, wie bei den Kreuzen an der Scherberger und
Schweilbacher Straße, oder an der Rückwand des Hauses, wie
beim Kreuz an der Elchenrather Straße / Ecke Nordstraße. Verwendet
wurde vorrangig Eichenholz, bei den Verdachungen und
den rückwärtigen Hinterlegungen z. T. auch Weichholz; das
Missionskreuz an der Salmanusstraße erhielt ein Metallgehäuse.
Metallkreuze
Bei den Kreuzen aus Metall sind solche aus Gußeisen und aus
Schmiedeeisen zu unterscheiden. Aus Gußeisen bestehen das
Wege- und Prozessionskreuz Klosterstraße / Ecke Neuhauser
Straße (Nr. 3), ferner ein Kreuzrest am Teuterhof (Nr. 32) und
ein Kreuz an Haus Neusener Straße 51 (Nr. 26) . Kreuze aus
4
Schmiedeeisen sind das Kreuz Bergstraße/ Ecke Pleyer Straße
(N r. 19), das Kreuz Pley 16 (Nr. 24) und das Kreuz am Euchener
Viehweg (Nr. 33) . Das Kreuz am Duffesheider Weg (Nr. 35)
besteht aus Stahlrohr. Bei den schmiedeeisernen Kreuzen ist
bemerkenswert, daß sie als Hagelkreuze bekannt sind oder
aufgrund der formalen Gestaltung als ehemalige Hagelkreuze
gedeutet werden können .
Steinkreuze
Vorrangig verwendetes Material der Kreuze der Stadt Würselen
ist der steinmetzmäßig bearbeitete Naturstein. Aus ihm bestehen
die fünf Friedhofshochkreuze und der größte Teil der Prozessions-
und Wegekreuze.
Bemerkenswert dabei ist, daß die steinernen Prozessions- und
Wegekreuze fast alle aus Kal kstein und die Friedhofshochkreuze,
von einer Ausnahme abgesehen, aus Sandstein gearbeitet
sind . Diese Gegebenheit geht damit überein, daß die
Friedhofshochkreuze formal reicher gestaltet sind als die
Kreuze der anderen Gruppe.
Als Kalkstein wurde fast ausschließlich jenes Material verwendet,
das in der Aachener Region als Blaustein bezeichnet wird .
Es handelt sich um einen Stein des Unterkarbon, seltener des
Ober- und Unterdevon, der im Gebiet südlich von Aachen in
zahlreichen von Südwest nach Nordost verlaufenden Zügen
zutage tritt und dort von altersher abgebaut und verbaut wird . 13
Die Bezeichnung Blaustein , die etwa bis zum 30jährigen Krieg
zurückzuverfolgen ist, erhielt das Material, weil seine eigentliche
Gestein~farbe - erkenntlich am frischen Bruch oder im
polierten Zustand - eine stark blau bestimmte graue Tönung
aufweist. Durch Verwitterung verwandelt sich diese in ein Silbergrau.
Der Beg riff Blaustein umfaßt sowohl feinkörniges, dichtes als
auch ein grobkörniges Material, das aus kleinsten , hell und
dunkel gefärbten Teilchen zusammengesetzt erscheint. Der
feinkörnige Stein entstand - ganz vereinfacht ausgedrückt - aus
der Versteinerung von Kalkschlamm; der grobkörnige setzt sich
zusammen aus einer Unzahl kleiner Seetiere, einer Art Seelilien
(Stromatoporen) , die versteinerten . Hinzu kommen viele andere
Erscheinungsformen des Blausteins, so zum Beispiel Gefüge,
in denen größere Reste von Seetieren erkenntlich sind, wie
Wurzelfüßler (Foramiferen) als runde oder Muschelkrebse (Ostracoden)
als sichelförmige Formen.
Das grobkörnige Material wird in der Aachener Region irrtümlich
»belgischer Granit« genannt, ist aber eindeutig ein reiner Kalkstein,
während der Stein mit den runden Versteinerungen gern
als »geäpfelt« bezeichnet wird .
Der größte Teil der Kreuzanlagen aus Blausteinen der Stadt
Würselen besteht aus dem grobkörnigen Material. Kreuze, die
ganz aus dem feinkörnigen Stein bestehen , sind hingegen
selten, ebenso wie solche, welche den »geäpfelten« Stein
zeigen. Grobkörniger Stein mit sichelförmigen Muschelresten
findet sich mehrfach.
Als Beispiel für eine Kreuzanlage, die ganz aus dem fei nkörnigen
Material besteht, ist das Kreuz Bissener Straße / Ecke
Kaiserstraße (Nr. 30) zu nennen, für die Verwendung des
»geäpfelten« Steins das Kreuz Ecke Südstraße / Meisberg (Nr.
12) und für das Vorkommen sichelförmiger Muschelreste die
Kreuzanlage Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21 ).
Als bemerkenswertes Ergebnis der vorliegenden Untersuchung
erscheint die Tatsache, daß bei fast allen Kreuzen, d. h. auch bei
denen aus dem grobkörnigen Blaustein, für die unterste Platte -
den Lagersockel - feinkörniges Material gewählt wurde. Offensichtlich
geschah dieses, um den Kreuzanlagen mit dem dichteren,
feinkörnigen und damit wenig saugfähigen Stein als Unterlage
eine gewisse Horizontalisolierung, einen Schutz gegen
kapillar aufsteigende Bodenleuchte zu geben.
Die Wahl des Sandsteins als vorrangig verwendetes Material für
die Hochkreuze auf den Friedhöfen steht sicherlich damit in
Zusammenhang, daß es sich bei diesen Kreuzen um reich
profilierte Objekte handelt und daß der Sandstein leichter zu
bearbeiten ist als der Kalkstein . So findet sich Kalkstein, und
zwar der grobkörnige, nur beim Friedhofskreuz des Friedhofes
Sebastianusstraße (Nr. 8). Die Friedhöfe an der Stegerstraße
(Nr. 17), an der Oststraße (Nr. 23) und an der Friedhofstraße
(Nr. 13) besitzen Sandsteinkreuze. Verwendet wurde ein gelbliches
Material; beim Kreuz an der Friedhofstraße zur Gestaltung
der flankierenden Säulen außerdem roter Sandstein. Das Hochkreuz
an der Burgstraße (Nr. 28) besteht aus einem fast weißen
Material, ähnlich dem des Missionskreuzes an der Lindener
Straße (Nr. 25) .
Ehemals waren diese Kreuze im Farbton des Steinmaterials
gestrichen. Diese Behandlung war in der zweiten Hälfte des 19.
Jh. bei Sandstein allgemein üblich. Reste einer entsprechenden
Farbfassung finden sich heute noch an den Kreuzen der Friedhöfe
an der Burgstraße und an der Friedhofstraße.
Auch die Sandsteinkreuze stehen im allgemeinen auf Lagersokkeln
aus dichtem, d. h. feinkörnigem Blaustein. Das Hochkreuz
an der Friedhofstraße weist zwei Lagersockel, beide aus feinkörn
igem Blaustein, auf; beim Hochkreuz an der Burgstraße
bestehen der Lagersockel und der erste Zwischensockel aus
diesem Material.
Formale Gestaltung der
Kreuzanlagen
Steinerne Kreuzanlagen , hölzerne Kreuze und Kreuze aus
Eisen weisen grundsätzlich unterschiedliche formale Gestaltungsweisen
aus.
Holzkreuze
Die Holzkreuze bestehen aus dem eigentlichen Kreuzkörper mit
Kreuzschaft oder Kreuzstamm und dem Kreuzbalken und sind
entweder unmittelbar auf die Erde gestellt, wie die beiden
Hauskreuze (Nr. 9, Nr. 10), in ein Gehäuse eingefügt, wie das
Missionskreuz an der Ravelsberger Straße (Nr. 6) oder auf
einen Sockelstein aufgesetzt (Nr. 16). Außerdem gibt es einige
kleinere Kreuze, die an den Hauswänden aufgehängt sind (z. B.
das Kreuz Kleine Straße / Ecke Gouleystraße (Nr. 59). Alle
Holzkreuze sind mit Verdachungen versehen, die entweder
unmittelbar am Kreuz befestigt und von ihm getragen werden,
oder die das Kreuz als ein Gehäuse umgeben. Bei einigen
Kreuzen ist die Kreuzesmitte mit einer Verbretterung hinterlegt
(Nr. 9, Nr. 16). Die Ortgangkanten der Verdachungen sind zum
Teil wellenförmig gesägt, nach Art von Schwebegiebeln spätmittelalterlicher
Häuser der Aachener Region (Nr. 9, Nr. 10);
beim Missionskreuz Lindener Straße/ Ecke Ackerstraße (Nr.
16) wurden die unteren Kanten der rückwärtigen Verbretterung
entsprechend gestaltet.
Wesentlich bei den Holzkreuzen ist die Form der Endigungen
von Kreuzschaft und Kreuzarmen. Hier ist vor allem das Missionskreuz
an der Ravelsberger Straße (Nr. 6) zu erwähnen,
dessen Enden mit einem Dreipaß schließen . Derartige Dreipässe
finden sich häufig an Vortragekreuzen; sie sind als
Schutz- und Abwehrzeichen zu deuten. 14 Gleichfalls bemerkenswert
sind die Kreuzendigungen am zweiten Missionskreuz,
der Kreuzanlage Lindener Straße / Ecke Ackerstraße (Nr. 16).
Sie sind jeweils wie Pilaster geformt, mit einer basisartigen
Verdickung am Kreuzmittelpunkt und entsprechenden Verbreiterungen
nach Art von Kapitellen an den Enden . Für diese Form
konnte keine andere als eine formale, vom Zeitstil geprägte
Begründung gefunden werden. Ein sehr wesentliches Detail am
Missionskreuz an der Lindener Straße / Ecke Ackerstraße ist
außerdem eine Nische im unteren Teil des Kreuzschaftes.
Solche Nischen finden sich bei den Kreuzanlagen der Stadt
Würselen selten . Sie werden gedeutet als Abbild jener Nischen,
die bei mittelalterlichen Prozessionen das Allerheiligste aufnahmen
und die aufgegeben wurden, nachdem die Monstranz und
dann der Expositionstisch eingeführt worden waren. 15 5
Eine Besonderheit innerhalb der Holzkreuze bildet die Kreuzanlage
an der Elchenrather Straße / Ecke Nordstraße (Nr. 29). Sie
entstand 1936 in freier Nachgestaltung barocker Formen mit
Kreuz, Korpus und den Gestalten der trauernden Maria und
Johannes unter dem Kreuz. Die Verdachung ist ohne Verbindung
zum Kreuz unmittelbar in der rückwärtigen Hauswand
verankert. Ihre Ortgangkante trägt zwei Engel, die eine Krone
fassen.
Allgemein sind hölzerne Kreuze als billiger in der Anschaffung
und zugleich als weniger dauerhaft eingeschätzt. Zugleich aber
verkörpern sie unmittelbarer, als es Stein- oder Metallkreuze
vermögen, das Urbild, d. h. das Kreuz von Golgatha. Hinzu
kommt, daß Holzkreuze wegen ihres geringeren Gewichts, im
Gegensatz zu den Steinkreuzen, als Vortragekreuze geeignet
sind. Hier mag die Begründung zu suchen sein, warum zwei der
Missionskreuze von Würselen Holzkreuze sind.
Metallkreuze
Bei den Kreuzanlagen aus Eisen sind Form und Art der Aufstellung
unterschiedlich, je nachdem, ob es sich um Kreuze· aus
Guß- oder aus Schmiedeeisen handelt.
Die Gußeisenkreuze besitzen formal hervorgehobene Basen
und unter diesen Zapfen, die auf ein Versenken in ein steinernes
Postament angelegt sind. Das Kreuz an der Klosterstraße /
Ecke Neuhauser Straße (Nr. 3) zeigt die regelhafte Ausführung
eines derartigen Kreuzes mit Basis, versenktem Zapfen und
Sockel; beim Kreuz an Haus Neusener Straße 51 (Nr. 26) ist der
Zapfen frei sichtbar und das Kreuz nur provisorisch auf einen
Sockel aufgesetzt, der nicht ursprünglich zugehörig zu sein
scheint.
Im Gegensatz dazu besitzen die schmiedeeisernen Kreuze von
Würselen keine Basen. Ihre Kreuzschäfte gehen ohne formal
ausgeprägten Absatz unmittelbar in einen Sockelstein oder ein
Postament über, wie beim Kreuz Pley 16 (Nr. 24) und beim
Hagelkreuz am Euchener Viehweg (Nr. 33), oder sie sind in
einen nicht sichtbaren, im Boden versenkten Sockelstein eingelassen,
wie das Kreuz Bergstraße / Ecke Pleyer Straße (Nr. 19).
Dieser Unterschied in der formalen Ausbildung des Kreuzfußes
und der Art der Aufstellung geht überein mit einer grundsätzlich
verschiedenen Gestaltung der gesamten Kreuzform : Die
schmiedeeisernen Kreuze bestehen im wesentlichen aus einer
Durchkreuzung zweier Bandeisen, zu denen im Bereich der
Kreuzmitte und an den freien Kreuzenden noch Verzierungen
treten, die gußeisernen hingegen sind sehr reich ornamental
und z. T. auch figürlich durchgestaltet, wobei der Schmuck an
allen Teilen des Kreuzes auftreten kann.
Hier macht sich die unterschiedliche Fertigungstechnik der
Kreuze bemerkbar: Bei den Objekten aus Schmiedeeisen handelt
es sich um Kreuze, die am Ort von heimischen Schmieden
gefertigt wurden und deren Formenvielfalt durch die Technik
des Schmiedens und das Gestaltungsvermögen des Handwerkers
Grenzen gesetzt waren. Bei den Objekten aus Gußeisen
hingegen wurden die Kreuze von Gießereien bezogen, welche
überregional bekannte Gußformen verwendeten, die durch Modelle
oder durch Musterbücher überall verbreitet waren.
Damit entstanden mit den geschmiedeten Kreuzen in Würselen
insgesamt schlichtere Objekte, die jedoch einen sehr engen
Bezug zum Können des Schmiedes und zu den Vorstellungen
des Auftraggebers besitzen, während die Gußeisenkreuze sehr
reich gestaltete Objekte sind, die aber die unmittelbare Verbindung
zum Auftraggeber und zum örtlichen Handwerker zurücktreten
lassen. Insgesamt sind die geschmiedeten Kreuze von
Würselen Unikate, die gußeisernen hingegen Kreuze, die beliebig
oft reproduziert werden konnten. Ein Beleg hierfür ist das
Kreuz an Haus Neusener Straße 51 (Nr. 26), das in gleicher .
Ausführung auf einem Friedhof in Bozen zu finden ist. 16
Als besonderes Merkmal bei den schmiedeeisernen Kreuzen ist
bei Kreuz Pley 16 (Nr. 24) auf einen sechszackigen Stein in
Kreuzmitte zu verweisen. Er kann als Nimbus, ·d. h. als Abbild
der Sonne gedeutet werden , die hinter dem Kreuz aufgeht und
damit zugleich die Auferstehung und den auferstandenen Christus
symbolisiert. Ein sechszackiger Stern ist in der Volkskunst
aber auch als Glücks- und Abwehrzeichen bekannt, dann allerdings
meist in einem Kreis einbeschrieben. 17
Die Enden der Arme des Kreuzes Pley 16 sind zu Rautenblättern
ausgeschmiedet. Auch Rauten blätter waren in der Vergangenheit
ein häufig verwendetes Zeichen der Abwehr, in diesem
Fall wahrscheinlich des Blitzes und des Hagels. Entsprechendes
gilt für die Kreuzendigungen des schmiedeeisernen Kreuzes
Bergstraße / Ecke Pleyer Straße (Nr. 19). Hier wurden die
Spitzen durch Spleißen des Eisens lanzett- bzw. flammenförmig
ausgearbeitet, eine Art, die gleichfalls nicht nur formal begründet
oder auf die Technik des Schmiedens zurückzuführen ist,
sondern mit der Bedeutung als Zeichen der Abwehr und des
Schutzes in Zusammenhang steht. Diese Deutung wird dadurch
gestützt, daß die Spitzen seit altersh er bis heute weiß gestrichen
werden . Ein wei ßer Anstrich an Kreuzspitzen bedeutet
Schutz gegen Vögel, Wi ldverbiß~ Blitzschlag und Hagel. 18
Das schmiedeeiserne Kreuz am Euchener Viehweg (Nr. 33)
zeigt eine Verbindung der oben erwähnten Motive in besonders
reicher Durchbildung. Bei diesem Objekt sind die lanzettenförmigen
Kreuzenden durch seitlich angebolzte Schleifen in eine
Lilienform gewandelt. Die Kreuzmitte umgibt ein Strahlenkranz
aus Bogen und Spitzen. Die Technik wei st dieses Kreuz als
jünger aus; seine Geschichte berichtet von einer Trans lozierung
vom ehemaligen Klosterfriedhof Broich um 1848 an die Stelle
eines im Krieg zerstörten Hagelkreuzes.
Bei den Gußeisenkreuzen weisen das Kreuz an Haus Neusener
Straße 51 (Nr. 26) und der Rest des Kreuzes am Teuterhof (Nr.
32) eine Hinterlegung der Kreuzmitte mit Strahlen bündeln auf,
die aus den Kreuzecken hervorbrechen und im Sinne eines
Nimbus zu deuten sind . Beim Gußeisenkreuz an der Klosterstraße
/ Ecke Neuhauser Straße (Nr. 3) ist dieses Motiv durch
ein Efeublatt ersetzt, einem Sinnbild der Treue und des ewigen
Lebens. 19
Die Enden der Kreuzarme des Kreuzes am Teuterhof blieben
nicht erhalten; am Kreuz an der Neusener Straße ist eine
Umbildung des Motivs des Dreipasses festzustellen. Die Kreuzarme
sind dreiseitig vortretend ausgebildet und an diesen Vorsprüngen
zusätzlich mit Akanthusblättern besetzt, die jeweils
die Kontur eines kleinen Flammenbündels ergeben. Kreuzstamm
und Kreuzbalken dieses Kreuzes sind durchbrochen
gestaltet. Ihre Füllung stellt einen Rebstock mit Trauben dar, als
Abbild Christi, der sagt: »Ich bin der Weinstock, ihr die Reben
... " (Joh . 15/1). Der Rebstock wächst aus einem Sockel,
den die Figur eines Engels auf einem Lamm füllt, ein Engelskopf
krönt das obere Ende des Kreuzschaftes. Durch eine große
runde Scheibe mit umgebender Girlande unterhalb des Korpus
ist dieses Kreuz als ehemaliges Grabkreuz ausgewiesen (die
Scheibe diente zur Aufnahme der aufgemalten Daten der Verstorbenen)
.
Das Gußeisenkreuz an der Klosterstraße / Ecke Neuhauser
Straße entspricht einer anderen Stilform. An diesem Objekt sind
nicht Sinnbilder der Gestalt Jesu Christi und seiner Auferstehung
in den Schmuck und die Form eines Kreuzes überführt
(Rebstock und Traube, Lamm etc.), sondern Architekturformen
eines historischen Stils - der Gotik - in die Gestalt eines
Kreuzes umgesetzt worden. Der Mittelteil von Kreuzstamm und
Kreuzbalken ist geschlossen und flächig gehalten, die Spitzen
der Kreuzarme, der untere Teil des Kreuzstammes und die
Basis sind durchbrochen geformt. Die Basis wird von einem
Vierschneuß - einem Kreis mit vier Fischblasen - gefüllt. Es
folgen oberhalb eines Gesimses zwei Dreipässe mit aufstehendem
kleinen Wimperg mit Kreuzblume. Darüber lädt der Kreuzschaft
seitlich in zwei durchbrochen gearbeiteten Fialen aus. Die
Kreuzarme enden in durchbrochen gearbeiteten Spitzen mit
Wimpergen und Kreuzblumen, gefaßt von einem mit Krabben
besetzten Rahmen.
Durch diese, dem gotischen Formenkanon entlehnten Details
6
kann das Kreuz an der Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße
(Nr. 3) auf ein Modell aus dem rheinischen Raum und die zweite
Hälfte des 19. Jh. zurückgeführt werden, als dieser Stil - die
Neugotik - besonders eng mit allen katholischen Glaubensäußerungen
verbunden war. Das Kreuz an Haus Neusener Straße
51 (Nr. 26) hingegen ist eher einem süddeutschen Modell
zuzuordnen, was durch das gleichzeitige Vorkommen des Abgusses
in Bozen bestätigt wird . Der stilistischen Durchformung
der Motive entsprechend ist das Modell dieses Kreuzes in die
Barockzeit, den »Zopfstil «, zu datieren.
Steinkreuze
Die in dieser Untersuchung behandelten Steinkreuze besitzen
insgesamt einen einander ähnlichen Aufbau. Dieser entspricht
in seinen wesentlichen Zügen einem Kreuzmaitypus, wie er
sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Einfluß von
Spätklassizismus und Neugotik entwickelte und vor allem bei
Friedhofskreuzen Verwendung fand . Wie bereits beim neugotischen
Gußeisenkreuz Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße
angedeutet, würde der gotische Stil als neugotische Umsetzung
in den preußisch-katholischen Rheinlanden als Gestaltungsmittel
fü r re ligiöse Inhalte bevorzugt und schließlich sogar als
»kirchlicher Stil « gefordert. Die gotischen Formen waren durch
den Kölner Dombau, durch Empfehlungen von August Reichensperger
20 und durch Musterbücher von Vinzenz Statz - einem
der Kölner Dombaumeister - schließlich Allgemeingut aller Architekten
und Steinmetze geworden. 21 Als Vorbilder wurden
überkommerile gotische Grabmale empfohlen, so z. B. ein
Hochkreuz it1l Godesberg von 1342, oder es wurde angeraten,
sich bei Grabmalen und Stationskreuzen ganz allgemein an die
gotische Architektur zu halten. Das Ergebnis waren Kreuzanlagen,
die schließlich fast gotischem Bauzier - wie Fialen oder
Portalpartien - gleichkamen.
Die Steinkreuze der Stadt Würselen zäh len im Vergleich dazu
zu den schlichteren Ausführungen. Der größere Teil beschränkt
sich auf die Übernahme des vorgegebenen Grundtypus und die
Verwendung gotischer bzw. gotisierender Profilierungen. Der
Aufbau dieses Typus besteht - vom Boden aufsteigend betrachtet
- aus einem Lagersockel (Grundplatte), einem Unterbau
mit einem oder mehreren Zwischensockeln, einem Kreuzmittelstück
(Sockelschaft) und einem Kranzgesims. Letzteres
wi rd bei den gotischen Typen auch Kaffgesims und - dies vor
allem von den Steinmetzen - auch »Kapitell « genannt. Über
dem Kranzgesims erhebt sich bei den kleineren Anlagen das
Kreuz, das zumeist mit einem Sockel ausgestattet ist. Bei den
größeren Anlagen tritt zwischen Gesims und Kreuz ein Aufsatz,
der gelegentlich höher und aufwendiger gestaltet ist als der
Unterbau. Bei den Kreuzen des Untersuchungsgebietes zählen
die Friedhofskreuze und zwei der Prozessionskreuze zu den
reicheren Kreuzanlagen, die anderen gehören dem schlichteren
Typ ohne Aufsatz an.
Bei den schlichteren Typen sind solche mit schräg abfallenden
und solche mit geschwungenen Kranzgesimsen zu unterscheiden.
Zu ersteren zählen u. a. die Kreuzanlagen Gouleystraße
(Nr. 2), Neustraße / Ecke Krefelder Straße (Nr. 5) und Grindelstraße
/ Ecke Heidestraße (Nr. 21 ), zu letzteren gehören die
Kreuze Dommerswinkel / Ecke Joststraße (Nr. 1) und Ecke
Südstraße/ Meisberg (Nr. 12). Die Profilierungen der Kranzgesimse
entsprechen zum Teil streng den gotischen Vorbildern ,
wie z. B. bei den Kreuzen Salmanusstraße (Nr. 7) und Heidestraße
/ Ecke Alter Schüttsberg (Nr. 22), zum Teil aber sind sie
ohne strenge Bindung an gotische Regeln und noch von klassizistischen
Gewohnheiten beeinflußt. Hierzu zäheln u. a. die
Kreuze Dommerswinkel / Ecke Joststraße (Nr. 1 ), Ecke Südstraße/
Meisberg (Nr. 12), Am Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße
(Nr. 18), Haaler Straße / Ecke Oppener Straße (Nr. 31) und
Klosterstraße (Nr. 34).
An mehreren der schlichten Steinkreuze befinden sich oberhalb
der Kranzgesimse Konsolen. Diese werden heute zur Aufstellung
von Blumenschmuck genutzt, stehen aber ursächlich mit
der Exposition des Allerheiligsten in Verbindung.
Einen entsprechenden Sinngehalt, wie bereits beim hölzernen
Missionskreuz Lindener Straße/ Ecke Ackerstraße (Nr. 16) erwähnt,
besitzen auch die Nischen, die sich an einigen Steinkreuzen
finden, so z. B. bei den Kreuzanlagen Dorfstraße /Ecke
Niederbardenberger Straße (Nr. 20), Kreuzesplatz (Nr. 11) und
- wenn auch nur als Blendnische ausgebildet - am Missionskreuz
Lindener Straße bei St. Nikolaus (Nr. 25). Eine Kreuzanlage,
die ganz als Nischenstele ausgebildet ist, ist das Kreuz an
der Salmanusstraße / Ecke Dobacher Straße (Nr. 38) . Diese
Kreuzanlagen zählen zu den aufwendigeren, sieht man von den
Friedhofshochkreuzen ab. Bei den beiden ersten (Nr. 11, Nr.
20) wird der zuvor beschriebene Aufbau der Kreuze mit Sockel,
Kreuzmittelstück und Kranzgesims durch einen Aufsatz überhöht,
den nach oben vierseitige Verdachungen abschließen. Die
Nischen sind bei diesen Beispielen in die Aufsätze eingelassen.
Beim Kreuz am Kreuzplatz ist das Kranzgesims heute sehr
störend durch einen Expositionstisch überschnitten. Eine alte
Postkarte zeigt die Kreuzanlage im ehemaligen Zustand. Danach
stand in der Nische die Figur eines segnenden Jesusknaben
. 22
Die Friedhofshochkreuze gehören insgesamt zu den reicher
durchgebildeten Kreuzanlagen . Vier von ihnen besitzen Aufsätze
zwischen den Kranzgesimsen und den eigentlichen Kreuzen,
die mit entsprechenden Verdachungen schließen. Beim
Friedhofskreuz Stegerstraße {Nr. 17) sind die Firstspitzen der
»Dächer« mit Kreuzblumen besetzt, bei den Friedhofskreuzen
Oststraße (Nr. 23) und Friedhofstraße (Nr. 13) ragen Fialen auf,
die im unteren Teil der Aufsätze durch Pilaster (Nr. 23) oder
durch Säulen (Nr. 13) vorbereitet sind .
Abweichend vom Typus der zuvor dargestellten Beispiele ist
das Friedhofshochkreuz an der Sebastianusstraße (Nr. 8) gestaltet.
Hier fehlt der zusätzliche Aufbau mit Pilastern, Säulen,
Verdachungen. Statt dessen wurde das eigentliche Kreuz unmittelbar
auf das Abdeckgesims aufgeschoben und dabei der
Übergang in Gestalt eines »umgestülpten « Knospenkapitells
gestaltet. Das bedeutet eine Abkehr von der Übernahme zusammenhängender
Architekturteile der Gotik zum Gebrauch als
Unterbau von Kreuzanlagen und eine gewisse Verfügung über
einzelne gotische Detailformen im Sinne einer freieren Gestaltung
.
Die eigentlichen Kreuze oberhalb der Unterbauten beschränken
sich bei den untersuchten Objekten auf wenige Arten. Am
häufigsten vertreten ist der Typus des »gotischen Kreuzes« mit
Brechungen oder Keh lungen der Kanten bei gleichzeitiger Aussparung
von sogenannten Nasen, die jeweils paarweise an
jedem Kreuzarm und in gleichem Abstand von der Kreuzmitte
angeordnet sind. Die Urform dieser Kreuzesart blieb in mehreren
Beispielen aus der Originalzeit in der Umgebung von Würselen
erhalten, doch wäre es abwegig anzunehmen, daß diese
und nicht Vorbilder aus den neugotischen Musterbüchern das
Beispiel für die untersuchten Kreuze gaben. 23 Entsprechende
neugotische Kreuze finden sich bei den Kreuzanlagen Gouleystraße
(Nr. 2), Neustraße/ Ecke Krefelder Straße (Nr. 5) , Salmanusstraße
(Nr. 7), Ecke Südstraße / Meisberg (Nr. 12), Am
Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße (Nr. 18), Dorfstraße / Ecke
Niederbardenberger Straße (Nr. 20), Heidestraße / Ecke Alter
Schüttsberg (Nr. 22), Haaler Straße / Ecke Oppener Straße (Nr.
31) und Klosterstraße (Nr. 34).
Als zweite Form ist das Kreuz mit Endungen im Dreipaß mehrfach
vertreten . Es findet sich bei den Kreuzanlagen Bissener
Straße / Ecke Kaiserstraße (Nr. 30) sowie an den Friedhofshochkreuzen
an der Friedhofstraße (Nr. 13) und an der Oststraße
(Nr. 23) ; als reduzierte Form ist dieser Art auch das Kreuz
Dommerswinkel / Ecke Joststraße (Nr. 1 ), zuzuordnen. Auf die
Bedeutung des Dreipasses wurde bereits bei den Holzkreuzen
eingegangen. Letztlich nicht zu deuten sind die Kreuzenden
des Missionskreuzes an der Lindener Straße /
Ecke Ackerstraße (Nr. 16):
7
Die Ch ristusfiguren der
Kreuzanlagen
Die überwiegende Zahl der Kreuzanlagen der Stadt Würselen
besitzt Christusfiguren. Ausnahmen bilden einige jüngere Kreuze,
so z. B. je ein Hochkreuz auf den Friedhöfen Sebastianusstraße
und Friedhofstraße. Der größere Te il der Christusfiguren
ist vollplastisch ausgebildet und in traditioneller Art ans Kreuz
geheftet. Abweichungen von diesem Typus finden sich an einigen
nicht näher untersuchten Kreuzen in Gestalt von reliefierten
Christuskörpern, so am Kreuz Broicher Straße/
Ecke Blumenrather Straße (Nr. 53), an der Jülicher Straße in
Würselen-Broichweiden (Nr. 60) und an der Neusener Straße /
Ecke Endstraße (Nr. 61) sowie als ganzer Christuskörper in den
Stein eingeritzt bei einem jüngeren Kreuz Haaler Straße/ Ecke
Ravelsberger Straße (Nr. 52).
Bei vielen der vollplastischen und an das Kreuz »genagelten «
Figuren ist festzustellen, daß sie jünger als die eigentlichen
Kreuzanlagen sind, oder daß sie zwar gleichfalls älter, aber
dennoch in jüngerer Zeit an die betreffenden Kreuzanlagen
angeheftet wurden . Darauf deutet u. a. das Vorkommen mehrerer
unterschiedlicher Bohrungen an den Kreuzen hin . Andere
Figuren, wie die Holzplastik des Kreuzes an der Landstraße
223 / Ecke Birker Weg (Nr. 27), we rden in Innenräumen aufbewahrt,
während an ihre Stelle ein neuer Korpus trat.
Der größere Teil der Figuren an den untersuchten Kreuzanlagen
besteht aus Zinkguß, ein kleinerer aus Bronze, einige wenige
aus Gußeisen. Aus Holz geschnitzt sind der in die Bardenberger
Kirche verbrachte Korpus des Kreuzes Broicher Straße / Ecke
Birker Weg, der Korpus des Hauskreuzes Schweilbacher Straße
51 (Nr. 10) und der des Missionskreuzes am Ravelsberg (N r. 6),
der zur Zeit der Untersuchung nicht am Kreuz hing. Christusfiguren
aus Stein besitzen die Friedhofstraße (Nr. 13); der Korpus
des Hochkreuzes vom Friedhof Oststraße (Nr. 23) besteht
aus Kunststein.
Die Form der Figuren entspricht historischen Vorbildern. Dargestellt
wird Christus mit der Dornenkrone und mit einer Neigung
des Kopfes in Richtung der rechten Schulter (vom Objekt aus
gesehen). Nur beim Korpus am Kreuz Teuterhof (Nr. 32) ist der
Kopf nach links geneigt. Richtung und Grad der Neigung sind
unterschiedlich. Entsprechend der jeweils dargestellten Phase
im Sterben Jesu Christi werden der letzte Ruf an den Vater oder
der eingetretene Tod abgebildet. Dementsprechend findet auch
die Darstellung des Hängens am Kreuz unterschiedlichen Ausdruck.
Vielfältig ist außerdem die Raffung des Lendentuches
gestaltet. Sie reicht vom strengen senkrechten Fall beim Kreuz
am Dommerswinkel / Ecke Joststraße (Nr. 1) über die schräge
Zusammenfassung auf der Hüfte beim Kreuz an der Salmanusstraße
(Nr. 7) bis zur überreich bewegten Verschlingung am
Kreuz Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21 ).
Desgleichen findet sich sowohl der Typus des Vier- als auch
des Dreinagelkreuzes. Der Dreinageltypus, bei dem Christus
mit übereinandergelegten Füßen und nur einer einzigen Fußnagelung
dargestellt wird, ist im Originalstil die jüngere Art, die
1149 erstmals in Tienen auftrat und seit dem 13. Jh . maßgebend
wurde. 24 Der Viernageltypus ist dementsprechend der ältere; er
wurde nach 1320 nicht mehr verwendet, bis ihn der Historismus
wieder aufgriff.
Hieraus ergibt sich, daß die Christusdarstellungen der Kreuze
der Stadt Würselen nicht in formalem Zusammenhang zu den
Stilmerkmalen der übrigen Kreuzanlagen, sondern frei im Sinne
des Historismus ausgewählt worden sind . Das geschah bei den
Gußfabrikaten nach Katalog der Gießereien und bei den Holzund
Steinfiguren nach Musterbüchern oder nach den Gepflogenheiten
der Schnitzer und Steinmetze. Dieses Vorgehen wird
u. a. dadurch bestätigt, daß dieselbe Form eines Korpus' mehr- -
mals vorkommt, wie z. B. beim Kreuz Am Mühlenhaus / Ecke
Pleyer Straße (Nr. 18) und dem Kreuz an der Klosterstraße (Nr.
34).
Symbole und Insch riften an den
Kreuzan lagen
Symbole, soweit sie unmittelbarer Bestandteil der Kreuzanlagen
sind, wurden bereits bei der Schilderung der formalen Eigenarten
erwähnt (Nischen, Drei paß- und Dreiblattendigungen, Flammenspitzen
etc.). Hinzu kommen bei den untersuchten Objekten
nur noch wenige zusätzliche. Zu ihnen zählt ein Herz, aus
dem ein Kreuz erwächst an der Kreuzanlage Ecke Südstraße/
Meisberg (Nr. 12), ein Herz mit Strahlen am Missionskreuz in
Verbindung mit Inschriften, wie z. B. bei der Kreuzanlage Dorfstraße
/ Ecke Niederbardenberger Straße (Nr. 20) oder beim
Friedhofshochkreuz an der Oststraße (Nr. 23). Die Anbringung
solcher Symbole hat eine lange Tradition. Zuerst waren sie
Schutzzeichen, eingesetzt zur Abwehr des Bösen, dann wurden
sie allgemeiner Ausdruck der Andacht und schließlich
Schmuck im Rahmen dessen, was als schmückendes Beiwerk
für ein Andachtsmal angemessen erschien.
Zu den Symbolen zäh len auch bestimmte Abkürzungen. Hierzu
gehören die Inschrift INRI am oberen Ende des Kreuzschaftes
als Bestandteil des Kreuzes von Golgatha und die Buchstaben
JHS. Dieses Kürzel wird im Volk mit »Jesus, Heiland, Seligmacher«
übersetzt. Tatsächlich geht es auf das griechische Monogramm
des Namens Jesu zurück, wobei das H als griechisches
e zu lesen ist. Diese Leseweise des H als e ging bereits im
Mittelalter zurück. Danach kannte man Deutungen wie Jesus
Hominum Salvator oder In Hoc Signo. Schließlich übersetzten
es die Jesuiten mit: Jesum Habemus Socium. Ein Beispiel für
die Inschrift INRI findet sich an vielen Kreuzmalen, das Zeichen
JHS an den Kreuzanlagen Neustraße / Ecke Krefelder Straße
(Nr. 5) und Burgstraße (Nr. 28), bei denen aus dem H jeweils
noch ein zusätzliches Kreuz erwächst, und am Kreuz Grindelstraße
/ Ecke Heidestraße (Nr. 21 ).
Alle Inschriften, die sich auf den untersuchten Kreuzmalen
finden, sind Anrufungen mit der Bitte um Gnade und Barmherzigkeit
und um Vergebung der Sünden ( »Jesus sei mir gnädig,
Jesus sei mir barmherzig , Jesus verzeih mir meine Sünden«
(Nr. 11 ), »mein Jesus, Barmherzigkeit« (Nr. 18, 22, 30, 31 ). Sie
entsprechen den Anrufungen auf Grabkreuzen und konnten
dementsprechend beibehalten werden, wenn ehemalige Grabsteine
transloziert und zu öffentlichen Kreuzen umgenutzt wurden,
wie z. B. beim Keuz Bissener Straße/ Ecke Kaiserstraße
(Nr. 30). Die Inschriften bekräftigen ferner die Hoffnung, die den
Christen durch den Tod und die Auferstehung Jesu gegeben
wurde ( »Christus unsere Hoffnung« (Nr. 18), »Im Kreuz ist
Heil « (Nr. 20, 21 ).
Bei den Missionskreuzen finden sich Hinweise auf das betreffende
Jahr der Mission, auf den Stifter und das eigentliche
Anliegen, die Glaubenserneuerung (Beispiele: Missionskreuz
Lindener Straße / Ecke Ackerstraße (Nr. 16): »S CRUX MIS
SIONIS 1756 16 7B RI S CONRAD OTHMANN «; Missionskreuz
Lindener Straße bei St. Nikolaus (Nr. 25): »Rette deine Seele,
Mission 1921 «).
Die Inschriften der Friedhofshochkreuze sind Wiedergaben von
Texten der Heiligen Schrift, die sich auf Tod und Auferstehung
beziehen. »Ich bin die Auferstehung und das Leben . . . Joh. 6/
5« lautet die Schrift im Kreuzmittelstück des Hochkreuzes auf
dem Friedhof an der Sebastianusstraße (Nr. 8). In der Inschrift
des betreffenden Kreuzes auf dem Friedhof an der Friedhofstraße
(Nr. 13) heißt es: »Selig sind die Toten, die in dem Herrn
sterben ... Offenb. 14/13.« Die Texte des Hochkreuzes an der
Stegerstraße (Nr. 17) beziehen sich auf die ursprüngliche
Bestimmung dieser Kreuzanlage als Grabmal für zwei ehemalige
Pfarrer der Gemeinde Broich.
8
Das Sch icksal der Kreuzanlagen
zu Zeiten politischer Wirren
und in Kriegen
Viele der Kreuzanlagen von Würselen erlitten Zerstörungen
oder Beschädigungen in Phasen der Unterdrückung der Volksfrömmigkeit
und in Kriegen. Andere wurden von Diebstählen
betroffen.
Bereits für die Zeit der Besetzung durch die Franzosen ist ein
Verbot aller freistehenden Stations- und Wegekreuze überliefert.
25 Das mag der Grund sein, warum der Bestand an Kreuzen
aus der Zeit vor 1800 so gering ist; nur die Missionskreuze am
Ravelsberg (Nr. 6) und an der Lindener Straße/ Ecke Ackerstraße
(Nr. 16) datieren ins 18. Jh.; das Gußeisenkreuz Neusener
Straße 51 (N r. 26) ist eine jüngere Translozierung .
Nachweislichen Schaden erlitt der Bestand an Kreuzen durch
den Nationalsozialismus. Kreuz Gouleystraße (Nr. 2) wurde
1936 als Ve rkehrshindernis bezeichnet und entfernt; das heutige
stammt von 1947. Aus demselben Grund verschwand ein
großes Prozessionskreuz an der Kaiserstraße. Es wurde 1946/
47 durch ein transloziertes Friedhofskreuz ersetzt, welches in
der Nähe des alten Standortes an der Bissener Straße / Ecke
Kaiserstraße (Nr. 30) Aufstellung fand. Der Holzkorpus der alten
Kreuzanlage konnte gerettet werden und ist heute in einem
Privathaus geborgen. Das Kreuz Klosterstraße/ Ecke Neuhauser
Straße (Nr. 3) wurde in den betreffenden Jahren aus seiner
Verankerung gerissen, durch den Besitzer des angrenzenden
Hauses aber/unmittelbar danach wieder aufgestellt. Das Missionskreuz
am Ravelsberg (Nr. 6) nahmen Bürger von Haal ab,
um es zu verbergen, das Hauskreuz an der Scherberger Straße
(Nr. 9) wurde mutwillig beschädigt, später jedoch restauriert;
das Hauskreuz an der Schweilbacher Straße mußte zweimal
zwangsweise entfernt werden. Dennoch ist kein allgemeines
Verbot und keine umfassende Zerstörung der Kreuzanlagen für
diese Zeit zu behaupten und zugleich festzuhalten, daß es in
Würselen möglich war, zur Zeit des Nationalsozialismus eine
der formal auffälligsten Kreuzanlagen des Ortes, das Kreuz an
der Elchenrather Straße/ Ecke Nordstraße (Nr. 29), zu errichten
ur:id einzuweihen.
Kreuzschäden erlitten viele Kreuzanlagen . Besonders betroffen
waren die Kreuzanlage Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr.
21 ), deren Kreuz 1975 ersetzt werden mußte, sowie die Kreuzanlage
Landstraße 223 / Ecke Birker Weg (Nr. 27), die zuerst
durch ein Holzkreuz, später durch das heutige Steinkreuz - ein
transloziertes Friedhofskreuz - ersetzt wurde.
Unsere Zeit des Wohlstandes und der Nostalgie brachte den
Kreuzanlagen als weitere Gefahr den Diebstahl. Er betrifft vor
allem die Christusfiguren, von denen bisher die des Missionskreuzes
Lindener Straße/ Ecke Ackerstraße (Nr. 16) und die
der Kreuzanlage Grindelstraße / Ecke Heidestraße (Nr. 21) gestohlen
wurden. Eine zweite Gefahr ist ein offensichtlich zeitunabhängiger
Vandalismus, der blind zuschlägt, und z. B. den
Holzkorpus des Missionskreuzes an der Ravelsberger Straße
(Nr. 6) aufs stärkste schädigte.
Dennoch ist für die Stadt Würselen festzustellen, daß die Kreuzanlagen
im Bewußtsein des größeren Teils der Bewohner akzeptiert
sind. Das beweist die Kenntnis der Bürger um die
Kreuze bei Befragungen anläßlich dieser Untersuchung, das
beweisen das Verhalten zur Zeit des Nationalsozialismus und in
den Jahren des Wiederaufbaus und nicht zuletzt die Zahl und
das Wirken der Kreuzverschönerungsvereine, die sich die Pflege
eines oder mehrerer Kreuze zur Aufgabe gemacht haben. Ihr
Problem für die Zukunft wird die Abwendung der Steinzerstörung
sein.
Schlußbemerkungen und Ausblick
Die in dieser Untersuchung behandelten Flurdenkmale sind vori
ihrem Wesen und ihrer Bedeutung überaus unterschiedlich. Die
ältesten, die Grenzsteine des Aachener Reiches, sind Ausdruck
von Grenzen und Machtverhältnissen zu r Zeit der deutschen
Kleinstaaten und damit Zeugnisse der »großen Politik«, die
Meilensteine sind Dokumente der Wirtschafts- und Militärgeschichte
des 19. Jh., als die Preußen die von den Franzosen
begonnenen Straßen übernahmen, weiterbauten und mit ihren
Wappensteinen markierten, und die Wege-, Prozessions- und
Friedhofshochkreuze sind Belege des Volkes, seiner Frömmigkeit
und der Eingebundenheit seines Lebens in den Rahmen ,
welchen die katholische Kirche ihm bot.
Gemeinsam ist diesen unter dem Begriff Flurdenkmalen zusammengefaßten
Objekten, daß sie im Freien stehen, allen sichtbar
und zugängig sind und daß sie den Freiraum mitgestalten. Dabei
wurden viele der Kreuzanlagen durch eine gewisse Heraushebung
aus Verkehr und Getriebe zu städtebaulichen Ruhepunkten.
Wünschenswert wäre, daß sie darüber hinaus durch ihre
geschichtlichen und religiösen Rückbezüge den Menschen des
Ortes eine gedankliche Rückwendung und damit das Gefühl
einer historischen Einbindung zu geben vermöchten. Das gilt in
diesem Sinne auch für die Kreuzanlagen im Gegenüber mit
Bürgern, die nicht der katholischen Konfession angehören.
Hierzu sollte die vorliegende Untersuchung beitragen, indem
sie mit den Flurdenkmalen bekannt macht und über sie Informationen
gibt. Erhofft wird durch die Veröffentlichung zugleich die
Erschließung weiterer Quellen zur Geschichte dieser Objekte.
Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Regierung Aachen, Nr. 7623. Die betr. Zeichnung
ist signiert von Weyer. Beigegeben ist eine entsprechende Gruppe von
Meilensteinen mit der Ortsangabe Berlin (als Muster)
2 ebd. Nr. 12 668. Zeichnung und Kostenanschlag signiert von Baukondukteur
Dieterichs
3 ebd. 17. 9. 1864
4 ebd. 14. 9. 1864
5 Ein Grenzstein im Propsteierwald, eingetragen in die Karte: Stat und Reich
Ach 1569 von Cornelius Janson Fries nach Originaltempera-Federzeichnung
von Alois Heusch, Burg Frankenberg Aachen
6 Stadtarchiv Aachen, Registratur Krämer 1/2a, »Grenz oder Mark - Vergleichungs
Register« 1772, Henricus Coupzoo, ebd. »Vollständiger Grundriß
ganzen Gebiets des Kaiserlich Königlichen Stuhls und freyen Reichstadt -
Aachen . .. « 1777, Heinrich Copso
7 W. Hollatz, Aachener Reich, Grenzen, Kelmis 1978, S. 26
8 Aachener Volkszeitung: 15. 11. 1967, 7. 8. 1968, 21 . 10. 1968, 20. 12. 1968;
Aachener Nachrichten: 7. 7. 1967
9 K. Müller-Veltin, Mittelrheinische Steinkreuze aus Basaltlava, Neuss 1980, S.
66
10 Pfarramtliche Mitteilungen St. Sebastian, Würselen Nr. 24, 13. 6. 1954
11 Nach frdl. Mitteilung von F. Griemens, K. Michels, L. Johnen, Würselen
12 Über diese Kapelle vergl. H. Reiners , Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz
IX, Düsseldorf 1912, S. 195
13 Über den Naturstein im Raum Aachen vergl.: W. Kasig, Biofazielle und
feinstratigraphische Untersuchungen im Givetium und Frasnium am Nordrand
des Stavelot-Venn-Massivs, Aachen 1967. - Ders. Zur Geologie des Aachener
Unterkarbons (linksrheinisches Schiefergebirge Deutschland) Aachen
1980
14 K. Müller-Veltin, a. a. 0 ., S. 95 Anm. 74
15 ebd. S. 71, Anm. 11 ; S. 90, Anm. 37
16 F. W. Bredt, Friedhof und Grabmal. In: Mitteilungen des Rheinischen Vereins
für Denkmalpflege und Heimatschutz, Düsseldorf 1916, S. 133
17 K. Müller-Veltin, a. a. 0 ., S. 84, S. 105, Anm. 117
18 ebd. S. 91, Anm. 42
19 J. Seibert, Lexikon christlicher Kunst, Freiburg-Basel-Wien 1980, S. 90
20 A. Reichensperger, Fingerzeige auf dem Gebiet der kirchlichen Kunst, Leipzig
1855, s. 95 f.
21 W. Weyres, A. Mann, Handbuch zur rheinischen Baukunst des 19. Jahrhunderts,
Köln 1968, S. 97 ff.
22 A. Großmann, Würselen - Bardenberg - Broichweiden, lmgenbroich 1985, S.
132
23 R. Jenkens, Die alten Steinkreuze in Aachens Grenzland. In: Veröffentlichungen
des Bischöflichen Diözesanarchivs Aachen, Bd. 6. Mönchengladbach
1938, S. 28, Abb. 6, 8. A. Puters, Croix de la pierre en pay mosan, Liege 1957,
S.21,37
24 K. A. Wirth, Dreinagelkruzifixus. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte,
Bd. IV, Stuttgart 1958, S. 524 f.
25 B. Poil, Geschichte Aachens in Daten, Aachen 1965, S. 113, 11 .-12. April
1798: • Entfernung aller alten Herrschaftszeichen, öffentlich sichtbaren
Kreuze und Muttergottesbilder«
9
2 3
4 5 6
7 8 9
10
10 11
14
16 17 18
11
20 21
+
f
24
r- •·
1-_ ·. .
• '. -{ . ~.
~ ..
25
12
28 29 30
31 32 33
34
13
Kreuzanlage Dommerswinkel /
Ecke Joststraße
Standort:
- freistehend, an der Vorderseite mit einem Eisengitter mit zweiflügeligem
Tor, an den anderen Seiten durch Drahtgeflecht abgeschrankt
- vor zwei Linden, zu Seiten je ein Rotdorn
Datierung:
- 1888 (Eingemeißelt)
Material:
- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)
- Sockel des Kreuzes und Konsole: Kunststein (Beton)
- Korpus und Schrift: Metallguß
Maße und Form :
- Höhe der Kreuzanlage: 2,86 m
- Höhe des Korpus: 0,38 m
- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und
Kranzgesims, Profile an Sockel und Kranzgesims g()tisierend, Oberseite
des Kranzgesims geschwungen und mit Uberleitung zum
Achteck ausgebildet
Kreuz mit achteckigem Sockel, Sockelgesims Abschrägung mit
Überleitung zum Viereck, Kreuzstamm und -balken mit rechteckigem
Querschnitt, Endungen als Dreispitz
Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung vorwärtsabwärts,
vier Nägel, steht auf Konsole
Inschrift:
INRI (auf gerolltem Schild)
Christus hat für uns gelitten - und uns ein Beispiel hinterlassen, daß
wir in seine Fußstapfen - eintreten sollen - 1 Petrus 2 - Erecta sum
anno domine - 1888 (auf Kreuzmittelstück)
Zustand:
Erneuerungen an Mittelstück und Kranzgesims
- gepflegt (betreut von Hans Nolle, Dommerswinkel 95)
Schicksal, Geschichte:
- 1888 errichtet, Sockel des Kreuzes jünger
- steht an der Stelle eines St.-Jodocus-Kapellchens, in dessen Altarbild
die heilige Familie dargestellt ist und der heilige Joseph verehrt
wurde
- 1983 dient das Kreuz als Station der Fronleichnamsprozession
Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983
1
Chri.i.uh~rw g<1,.~
...i. ...... lmrld lmierl•sRk
clanwirit.Slin•llilntl.f'l't-,--,
ei.u.t,i,._,. ,fdru l
(
0 10 50 ,oo cM
14
Kreuzanlage Gouleystraße
Standort:
- Würselen-Morsbach, neben Haus Gou leystraße 120
- freistehend
- in einem Winkel, gebildet aus der Hauswand und einer Mauer, zur
Vorderseite durch niedriges Geländer abgegrenzt. An der Mauer
eine Tafel mit Hinweis auf die Balbina-Kapelle, die ehemals an
dieser Stelle stand.
Datierung:
- 1947 (nach münd licher Überlieferung)
Material:
Lagersockel: in jüngeren Plattenbelag einbezogen
- Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein, im Kreuz Wechsel von
feinkörnigem und grobkörnigem Material)
Schriftplatte: Muschelkalk
- Korpus und Sch riftband : Messingguß
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 2,59 m
- Höhe des Korpus: 0,61 m
- Lagersockel, Unterbau mit zwei Zwischensockeln, Kreuzmittelstück
und Kranzgesims, Sockelkanten mit Abschrägungen, Gesims mit
gotisierender Profilierung
- Kreuz mit Sockel, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und
Nasen, Endigungen stumpf
- Korpus vollplastisch, Kopf ohne Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- INRI (auf gerolltem Schriftband)
- Oh Kreuz - unsere Hoffnung - sei gegrüßt - (auf Schriftplatte im
Kreuzmittelstück)
Zustand:
- keine Beschädigungen, gepflegt, mit Blumen geschmückt
Schicksal, Geschichte:
- Das Kreuz steht am Standort einer Balbina-Kapelle, die 1879 abgebrochen
wurde, nachdem zuvor im Jahr 1866 eine St.-Balbina
Kirche errichtet worden war.
- 1936 wurde das Kreuz als Verkehrshindernis beurteilt und entfernt.
- 1947 folgte die Errichtung der heutigen Kreuzanlage.
- Die Kreuzanlage wird als erste Station der Fronleichnamsprozession
der Pfarre St. Balbina genannt. (Nach frdl. Mitteilung von Franz
Griemens, Kasinostraße 27, Würselen-Morsbach)
Verfasser: Michael Hinzen, 1984
2
11
II
-O,füe-19.
ul'lftre.ß~~~
fei9e9rü~H
50 100CM
15
Kreuzanlage Klosterstraße /
Ecke Neuhauser Straße
Standort:
- Würselen-Prick-Neuhaus
- vor der Hauswand Neuhauser Straße 81 und an ihr befestigt
- keine zusätzliche Gestaltung des Standortes
Datierung:
- 1877 (nach frdl. Mitteilung von Familie Heinrich Käppchen, Besitzer
des Hauses Neuhauser Straße / Ecke Klosterstraße)
Material:
- Sockel: Kalkstein (Blaustein)
- Kreuz: Gußeisen, mit schwarzer Ölfarbe mehrfach überstrichen
- Korpus: Zinkguß, silberfarben gestrichen
Maße und Form:
Höhe der Kreuzanlage: 1,98 m
- Höhe des Korpus: 0,44 m
Sockel und Lagersockel, beide nach oben konisch verjüngt, mit
einfachen Abschrägungen
- Kreuz massiv mit durchbrochenen Partien. Hervorgehobener Sockel
mit Vierschneus, gefolgt von zwei Dreipässen unter einem Wimperg.
Darüber seitliche Ausladungen in Form von durchbrochen gearbeiteten
Fialen . Der Mittelbereich im Rücken des Korpus geschlossen
und flächig gehalten, die Enden der Kreuzarme durchbrochen mit
krabbenbesetzten Spitzen. In den Ecken der Kreuzarme Efeublätter.
Alle Formen der Gotik entlehnt
Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- keine
Zustand:
- Im Sockel ein Horizontalriß (Lager). Gepflegt, Eisenteile regelmäßig
gestrichen
Schicksal, Geschichte:
- 1877 zur Erinnerung an den tödlichen Unfall eines Kutschers von
seinen Angehörigen errichtet. Stand ehemals in einem Vorgarten,
der einer Straßenverbreiterung weichen mußte.
- Zur Zeit des Nationalsozialismus von der Wand gerissen, vom
Hausbesitzer wieder aufgestellt.
Das Kreuz war das Gemeindekreuz der Gemeinde Prick-Neuhaus.
Hier wurde der »Große Segen« gegeben. Heute dient dieser Aufgabe
eine gegenüberstehende Kreuzanlage aus 1950. (Nach frd l.
Mitteilung von Familie Heinrich Käppchen, Neuhauser Straße 81,
Würselen)
Verfasser: Karl-Heinz Grettern, 1983
Umzeichnung: Ann Dautzenberg, 1988
3
1 1
IL_____]LJI
10 SOCl1
16
Kreuzanlage Neustraße /
Ecke Krefelder Straße
Standort:
eingeputzt in die Giebelwand des Eckhauses zur Krefelder Straße,
Haus lmmelen genannt
eingelassen in den Belag des Bürgersteiges
Datierung: _
Ende 19. Jahrhundert (Einschätzung aufgrund der Form, seit der
Jahrhundertwende durch Erinnerung von Bürgern gesichert), Korpus
gewechselt
Material:
Lagersockel und Unterbau: Kalkstein {Blaustein)
- Kreuz: »Nievelsteiner Sandstein«
- Korpus: Gußeisen
Maße und Form:
Höhe der Kreuzanlage: 2,45 m
- Höhe des Korpus: 0,23 m
- Lagersockel »verschluckt«, Unterbau mit zwei Zwischensockeln,
Kreuzmittelstück und Kranzgesims. Unterer Zwischensockel mit
Abschrägung, oberer Zwischensockel mit fallendem Karnies, Kranzgesims
mit gotisierender Profilierung
- Kreuz mit Sockel, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und
Nasen, Endigungen stumpf. Bohrungen als Hinweis auf frühere,
größere Christusfiguren
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,
vier Nägel (ein fünfter als eigentliche Fußbefestigung)
Inschrift:
- IHS (im Kreuzmittelstück, mit Kreuz auf dem Querbalken des H)
Zustand:
- zahlreiche kleinere Beschädigungen im Sockelbereich
- z. T. vom Putz der rückwärtigen Hauswand »verschluckt«
Schicksal, Geschichte:
Name des Kreuzes, wie der des rückwärtigen Hauses ist lmmelen.
Dieses Haus war Gaststätte mit Pferdetränke.
Das Kreuz stand ehemals frei vor dem Haus. Nach dem 2. Weltkrieg
wurde es wegen einer Verbreiterung der Krefelder Straße abgebaut
und an den heutigen Standort in einen Torbogen versetzt. Nach
einem späteren Zumauern des Torbogens und Verputzen erhielt es
seine heutige Anordnung. 1
Die Kreuzanlage war ehemals dritte Station der Fronleichnamsprozession
der Pfarre St. Balbina. Nach der Versetzung ging diese
Aufgabe an die Kreuzanlage in der Siedlung Tellebenden über.
(Nach frdl. Mitteilung von Kurt Michels, Bert-Brecht-Str. 11, und
Franz Griemens, Kasinostr. 27, Würselen)
Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983
5
. .
•••• : . :·. ·.J::=~--------------------------------------~-'::t·::· ·; •, ...... 0 10 50 100CM
18
Kreuzanlage Ravelsberger Straße
Standort:
- Würselen-Haal, am Ende der Ravelsberger Straße an der Kreuzung
zweier Feldwege
- freistehend auf einem Hügel unter Bäumen
umgeben von zwei Ruhebänken
Datierung:
- 1756
- 1882/1888 besondere Segensjahre
- 1950 Restauri erung (Pfarramt!. Mitteil. St. Sebastian, 3. 12. 1950)
Material:
- Kreuz: Eiche, gestrichen
- Korpus: Lindenholz, zur Zeit der Aufnahme nicht vorhanden
umgebendes Gehäuse: eine Konstruktion aus Blech, Walz- und
Schmiedeeisen
Maße und Form:
- Höhe des Gehäuses: 4,70 m
- Höhe des Kreuzes: 1,52 m
das Kreuz mit durchgehendem Kreuzstamm, alle vier Endungen mit
Dreipässen, die Kanten der Vorderseite weich gebrochen, rückseitig
am Stahlprofi l befestigt
- das Gehäuse aus vier Eckstäben, im Mittelteil gedreht gearbeitet,
Satteldach aus Blech und Walzeisen auf seitlichen Zargen, diese
und die Ortgangkanten durch Bogen mit Voluten und Spitzen verziert
- Kreuzfuß auf treppenartigem Sockel mit Sonnenscheibe und Strahlen
aus Blech aufgesetzt, Rückwand hinter dem Kreuz mit Blech
geschlossen
- unterer Bereich offen, mit Gitter aus geschmiedeten Stäben umgeben
Inschrift:
- 1756, 1888, Mission 1950, 1882-(eingeschnitten in Kreuzfuß, dazu
Herz mit drei Strahlen)
- Wanderer verweile - Gedenke des Erlösers - und aller Verstorbenen
und Gefallenen - (aufgemalt auf Treppensockel unter Kreuz)
Zustand:
- renovierungsbedürftig , Korpus wegen mutwilliger Zerstörung zur
Zeit der Untersuchung entfernt
- 1756 Errichtung Stationskreuz der Fronleichnamsprozession. St.
Sebastian. Erster Segen
- 1882-1888 Jahre besonderen Missionssegens (Pfarramtliche Mitteilungen
St. Sebastian 3. Oktober 1950). Ca. 1888 Errichtung des
eisernen »Gehäuses« (Bauantrag von Severin Schümmer vom 11.
Februar 1888 mit Entwurf (Verwaltungsarchiv der Stadt Würselen)
- 1937/40 Abnahme des Kreuzes und Sicherstellung durch Haaler
Bürger
1944/45 Wiederaufstellung
1950 Renovierung des Gehäuses durch Fa. Hilden
- 1981 Beschädigung des Korpus durch Vandalismus. Abnahme,
Sicherstellung, Restauration durch das Rhein . Amt für Denkmalpflege
Verfasser: Michael Hinzen, 1984
6
/1
II
~
o 10 SO OlCH
19
Kreuzanlage Salmanusstraße
Standort:
am .Ende der Salmanusstraße, am Übergang in die Feldmark
freistehend, am Hang, unter drei Linden
eingefaßt von Gitter, mit drei vorgelegten Stufen, in der Nähe einer
Bank
Datierung:
- 1902 (eingemeißelt)
Material:
Lagersockel, Stufen, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)
- Schriftplatte: weißer Marmor
- Korpus: Gußeisen
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 3,71 m
- Höhe des Korpus: 0,60 m
- Lagersockel, Unterbau mit einem Zwischensockel, Kreuzmittelstück
und Kranzgesims, Sockelprofil mit Wulst und Kehle, Kranzgesims
mit gotisierender Profilierung
Kreuz mit Sockel, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und
Nasen, Endungen mit Diamant
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- Darin haben wir - erkannt die Liebe - daß er für uns sein - Leben
eingesetzt hat. 1. Joh. 6, 13-(auf Marmorplatte im Kreuzmittelstück)
- Mein Jesus - Barmherzigkeit - (eingemeißelt in Zwischensockel)
gewidmet von Jos. Quarten 1902 - H. Meesen, Würselen - (eingemeißelt
in Zwischensockel, rechte Seite)
Zustand:
- geringe Beschädigungen - Ansätze von Verwitterung
- gepflegt, Blumenschmuck, Grablampe
Schicksal, Geschichte: \
- An einer Stelle errichtet, an der bis 1818 eine Kapelle stand, welche
dem heiligen Salmanus geweiht war; über diese Kapelle und ihren
Abbruch vergl. H. Reiners, Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz IX,
1912, S. 198
1983 dient die Kreuzanlage als Prozessionskreuz
Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983
7
t
Duiahahm wir
erk•lllltdi, Liek,
Ous er für uns sein
Lebentm9esenH1.t
LJoh.6. II.
Me:;1 ,Jr.sus
h1r:nhmiQkeib
"'
~
O 10 50 100 CM
20
Friedhofshochkreuz, Zentralfriedhof
Würselen, Sebastianusstraße
Standort:
- in der Achse des Mittelwegs in einer Wegekreuzung
- freistehend , etwas erhöht, in einem Beet
Datierung:
- 1880 (eingemeißelt im Zwischensockel)
Material:
- Lagersockel, Unterbau des Kreuzes: Kalkstein (Blaustein)
- Korpus: Zinkguß
Maße und Form :
- Höhe der Kreuzanlage: 4,94 m
- Höhe des Korpus: 1,42 m
- Lagersockel, Unterbau mit einem Zwischensockel, Kreuzmittelstück
mit eingestuftem Spiegel, eingefaßt mit Kehlprofil, in den Ecken
Dreipässe, das Kranzgesims mit gotisierender Profilierung
- Kreuz mit achteckigem Querschnitt der Kreuzarme, am Fuß des
Kreuzstammes Schaltring (Blütenkranz), Übergang von Kreuz zu
Kranzgesims in Form eines (umgekehrten) Knospenkapitells, Endigungen
der Kreuzarme als Blüten gestaltet
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkranz, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
INRI (auf gerolltem Schriftband)
- Jesus sprach - Ich bin die Auferstehung - und das Leben wer an -
mich glaubt, der wird le - ben, wenn er auch gestor-ben ist. Joh. XI,
25 - (im Spiegel des Kreuzmittelstücks)
- errichtet im Jahr 1880 -(auf dem Zwischensockel, vorn)
- J. Mies - auf dem Zwischensockel (linke Seite)
Zustand:
Beschädigungen am Zwischensockel, Kreuzmittelstück und Kreuzschaft
- Brüche im Kreuzbalken rechter Arm und Kreuzschaft unterhalb des
Schaltrings
Korpus mehrfach durchlöchert
Schicksal, Geschichte:
Kreuz ist Besitz der Pfarrgemeinde St. Sebastianus
Es wurde zwischenzeitlich, als der Friedhof in Gemeindebesitz
überging, an eine andere Stelle versetzt. Nach Protesten der Pfarrgemeinde
folgte die Rückversetzung. (Nach frdl. Mitteilung von Kurt
Michels, Bert-Brecht-Sir. 11 in Würselen)
Das Kreuz wurde wahrscheinlich von Johann Michael Mies, Aachen,
angefertigt. Nach dem Krieg führte der Steinmetzbetrieb Meesen,
Würselen , Reparaturen durch. (Nach frdl. Mitteilung des Steinmetzbetriebs
Mies-Maillard, Aachen, Vaalser Straße, und Meesen, Würselen,
Sebastianusstraße)
Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983
8
) - ;r.,r., Jj,,.,\ ,
,a ......... )1,1-,
.... ... r.Mfl, .. , ..
.,.,;.\ r-fi1 MT,..lt.
... -ff-\.,..
"· ill ;.,;-...11.
21
Kreuzanlage Scherberger Straße 70/72
Standort:
- Wü rselen-Scherberg
- vor der Fassade des Hauses Scherberger Straße 70/72, mit dieser
verankert
- im Belag des Bürgersteigs eingelassen
Datierung:
- nach der Mitte des 19. Jahrhunderts (Einschätzung aufgrund der
Form)
Material:
- Kreuz: Holz, braun gestrichen, z. T. Eiche, z. T. Weichholz
- Korpus: Zinkguß, grau gestrichen
Maße und Form:
- Höhe des Kreuzes: 2,65 m
- Höhe des Korpus: 0,48 m
- Kreuzstamm im unteren Teil mit Sockel und Abdeckplatte aus
Brettlagen umgeben, Kreuzbalken mit gebrochenen Kanten, auf
Kreuzmittelpunkt kleineres Kreuz mit gerundeten Enden aufgedoppelt,
Rückseite der Kreuzmitte mit Verbreiterung in diagonalem
Fugenverlauf hinterlegt
- Verdachung mit wellig gesägtem Ortgangbrett
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
vier Nägel, Füße aufgestellt auf Konsole
Inschrift:
- keine
Zustand:
- Brettfugen klaffend , Anstrich schadhaft
- Nagelung der Arme des Korpus ohne Haftung mit Untergrund
Schicksal, Geschichte:
- keine Aussagen zur Entstehung
- im 2. Weltkrieg vermutlich Beschädigungen
- um 1980 Erneuerung der Verdachung durch einen Bewohner von
Scherberg (nach frd l. Mitteil. von Frau Leuchter, Altersheim Weiden)
Verfasserin: Gudrun Hintz 1983
9
50 100CM
22
Kreuzanlage Schweilbacher Straße 51
Standort:
- vor der Wand des Hauses Schweilbacher Straße 51 , mit dieser
durch Anker verbunden
- im Belag des Bürgersteigs stehend
Datierung:
- 1830 (eingemeißelt in den Kreuzbalken)
Material:
- Kreuz: Eichenholz, braun gestrichen
- Korpus: Holz, grau-grün gestrichen
Maße und Form:
- Höhe des Kreuzes: 2,81 m
- Höhe des Korpus: 0,42 m
- Kreuzstamm und Kreuzbalken mit rechteckigem Querschnitt, ohne
Sockel und Profilierung
- Verdachung mit gesägtem Ortgangbrett
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel, Füße aufgestellt auf Konsole
Inschrift:
- INRI (auf Schriftband)
- Anno 1830 (auf Kreuzbalken)
Zustand:
- erhebliche Beschädigungen am unteren Teil des Kreuzstammes
- gepflegt
Schicksal, Geschichte:
- keine Aussagen zur Ents\ehung
- zur Zeit des Nationalsozialismus zweimal der Versuch, das Kreuz zu
entfernen (nach frdl. Mitteilung von Josef Mertens, Würselen)
Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz 1983
10
II
II
\ i_'
100CM
23
Kreuzanlage Kreuzesplatz
Standort:
- Würselen-Scherberg, auf dem Kreuzesplatz an der Südstraße
- freistehend auf einem Ascheplatz, vor drei Linden
- eingefaßt von niedrigem Holzzaun, auf einem zweistufigen Podest.
Neben dem Zugang Blumenkästen
Datierung:
- 1876 (nach Überlieferung)
Material:
zweistufiges Podest: Kunststein
- Unterbau und Kreuz: Naturstein, gestrichen
- Korpus: Zinkguß, mehrfarbig gestrichen
Maße und Form:
Höhe der Kreuzanlage: 3,82 m
Höhe des Korpus: 0,82 m
- Unterbau mit einem Zwischensockel, Lagersockel wahrscheinlich
durch Podest »verschluckt«, Kreuzmittelstück mit Kranzgesims,
darauf Aufsatz mit vierseitiger Giebelverdachung, Kreuzmittelstück
mit Abschrägung der Kanten, Kranzgesims durch Platte eines jüngeren
Expositionstisches überschnitten. Im Aufsatz zur Vorderseite
Nische mit spitzbogigem Dreipaßschluß, davor Konsole, Verdachungen
mit Firstrollen, gotische Profile
- Kreuzsockel mit seitlichem Kaffgesims, Kreuzstamm und -balken an
den Kanten gebrochen mit stumpfen Enden
- Korpus vollplastisch, Kopf und Dornenkrone , Neigung rechts-abwärts,
vier Nägel
- Einfassung von Unterbau und Kreuz durch dreiseitige Mauer aus
Ziegelsichtmauerwerk. Dazugehörig die Platte des Expositionstisches
und das Podest mit zwei Stufen
Inschrift:
- INRI (auf gerolltem Schriftband)
- Jesus, sei mir gnädig! - Jesus, sei mir barmherzig - Jesus, verzeih
mir meine Sünden! - (auf dem Kreuzmittelstück)
Zustand:
- Beschädigungen am Kranzgesims und an den Profilen der Verdachungen
des Aufsatzes.
gepflegt und geschmückt
Schicksal, Geschichte:
- 1876 Aufstellung als Gemeindekreuz der Gemeinde Scherberg als
Ersatz für ein Holzkreuz \
- 1908 Beschädigung der ehemaligen Einfassung mit Gitter und
Ketten durch einstürzende Trauerweide (zu diesem Zustand vgl.
Anm. 23)
- Um 1950 Errichtung der heutigen Einfassung (nach frdl. Mitteilung
von Wilhelm Schümmer, Scherberger Straße 65, Würselen)
Verfasser: Karl Heinz Grettern, 1983
11
1 1 ,r,,,; (r lmi'r ()1o ~i<1 1
1'r'11i ft i n) r ~.;,nl),r"1i~ !
}l,fu,,
1.1tr•; ,; ~ \llir u,ri nr ~i\nhrn !
~
o 10 so UCM
24
Kreuzanlage Ecke Südstraße / Meisberg
Standort:
- freistehend auf einem Platz, vor drei Linden
- innerhalb einer kleinen Grünfläche, mit Büschen umgeben und von
einer niedrigen Stufe aus Bruchstein eingefaßt
Datierung:
- 1867 (eingemeißelt in Kreuzmittelstück)
Material:
- Unterbau und Kreuz Kalkstein (Blaustein)
- Korpus: Zinkguß
Maße und Form:
Höhe der Kreuzanlage: 3, 18 m
- Höhe des Korpus: 0,56 m
- Unterbau mit einem Zwischensockel (Lagersockel von Plattenbelag
verdeckt) , Kreuzmittelstück und Kranzgesims, zwischen Mittelstück
und Kranzgesims Fries, begrenzt durch Leiste. Sockelgesims mit
geschwungenem Oberteil und schwacher Unterkehlung, an der
Vorderseite zu einer Konsole verkröpft. Im Kreuzmittelstück erha-
ben eingesetzte Schriftplatte mit Herz und Kreuz am oberen Rand
Kreuz mit zwei Sockeln, der untere mit Abschrägung, der obere mit
Wulst, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und Nasen, Endigungen
mit Diamant
Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
INRI (auf Schrifttafel)
0 heiliges Kreuz - Sei uns gegrüst du unsre - einzige Hoffnung bist
- Den Frommen mehr - Gerechtigkeit den Sünder - Schenk Barmherzigkeit
- Scherberg den 18. April - 1867
Zustand:
Beschädigungen am Stein mit Ausbesserungen, die sich farblich
absetzen
in der rechten unteren Ecke der Schriftplatte eine nachträglich
eingesetzte Ecke
gepflegt und geschmückt
Schicksal, Geschichte:
1867 errichtet, nach Überlieferung durch eine Gutsfrau aus Dank für
überstandene Notzeit
Bis etwa 1956 stand die Kreuzanlage auf einer Plattform innerhalb
eines geschlossenen Gitterzauns und war umgeben von einer größeren
Zahl Linden.
1983 ist die Kreuzanlage Station der Fronleichnamsprozession.
(Nach frdl. Mitteilung von Peter Schwarz, Meisberg 7, Würselen)
Verfasser: Axel Wippermann , 1983
12
0 HJD. iK S Illt\11'1
snoNsiGäGail.1T1>UU11l:'l!I
;:~ 6 HFFWNG l,IST
D!JQFI.Oll'IElllnEHI!
.Elic.t=elTD!JI -
scnJ<Mll!'l!!El!21aET
0
100CM
25
Friedhofshochkreuz des Friedhofs
Würselen-Broichweiden, Friedtiofstraße
Standort:
- auf einer Wegekreuzung innerhalb des Friedhofs
- fre istehend, von Bäumen umgeben
Datierung:
- 1879 (eingemeißelt)
Material:
Zwei Lagersockel: Kalkstein (Blaustein)
- Unterbau und Kreuz gelber Sandstein mit Resten von gelbem
Anstrich
Säulenschäfte des Aufsatzes: roter Sandstein
Korpus: weißer Naturstein
Maße und Form:
Höhe des Hochkreuzes: 5,25 m
Höhe des Korpus: 1,05 m
- zwei Lagersockel ohne Profilierung, darauf Zwischensockel und
Kranzgesims mit quergelagertem, kreuzförmigem Grundriß. Über
dem Mittelteil ein Aufsatz mit Blendnische zur Schauseite, zu den
Seiten zwei Säulen mit Basen, Kapitellen und hohem Gebälk. Als
oberer Abschluß von Aufsatz und Säulen Satteldächer mit Firstrollen,
die sich durchdringen. Auf den Verdachungen der Säulen
Fialen. Alle Gesimse mit gotischer Profilierung, Abschluß der Blendnische
ein spitzbogiger Fünfpaß, in den Giebeln der Säulenverdachungen
Dreipässe
- Kreuz mit zwei Sockeln und rückwärtiger Verstärkung des Kreuzstammes,
Endigungen mit Dreipässen
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- INRI (auf gerolltem Schild)
- Selig sind die - Todten , die im - Herrn sterben, - von nun an -
spricht der Geist, - sollen sie ruhen von ihren Mühen - denn ihre
Werke - folgen ihnen nach Offenbarung 14./13.
- Haec crux in nous - coemeterio erecta - est anno Domini -
MDCCCLXXIX - (im Blendfeld der Schauseite)
Zustand:
- starke Schädigungen, Spuren von Einschüssen, Abplatzungen
durch Verwitterung
nicht gepflegt, nicht geschmückt
Schicksal, Geschichte:
Friedhof und Kreuz in etwa zusammen angelegt (nach mündlicher
Überlieferung, vermittelt durch Josepha Bräuer, Hauptstraße 289,
Würselen-Broichweiden)
Verfasser: Axel Wippermann, 1983
13
26
Grenzstein Jülicher Straße 1
Material:
- Quarzit
Maße und Form:
Höhe über OKE 0, 79 m
rechteckiger, unregelmäßiger Querschnitt, monolithisch, im unteren
Teil zur Schauseite sockelartige Verdickung, das obere Ende unregelmäßig
gerundet
- zur Schauseite im oberen Teil Flachrelief eines Adlers in ovalem
Feld
Adler mit ausgebreiteten Schwingen, jede mit sechs Schwungfedern,
Kopfdrehung nach rechts
Zustand:
keine eindeutigen Beschädigungen festzustellen. Standort und Art
der Aufstellung nicht der Bedeutung des Objektes entsprechend
Standort:
- Würselen-Broichweiden, im Hof an der Tordurchfahrt von Haus
Jülicher Straße 1
- seitlich an die Hauswand angelehnt
Datierung:
- erstmals erwähnt 1694 (H. J. Gross, Zur Geschichte des Aachener
Reiches, in: Aus Aachens Vorzeit, Jg. 6, 1983)
Schicksal, Geschichte:
Durch sein Relief eindeutig als Grenzstein des Aachener Reiches
ausgewiesen. Entstehungsjahr und ehemaliger Standort nicht bekannt
Nach Register Coupzoo von 1772 mehrere Steine dieser Art im
Umfeld vorhanden.
1706 Erbauung des Hauses Jülicher Straße 1. Versetzung des
Steins an die heutige Stelle nicht überliefert, nach dem Register
Coupzoo im Jahre 1772 und der Karte von Coupzoo von 1777
damals noch nicht an der heutigen Stelle.
Verfasserin: Cäcilie Plüss, 1984
14
~~~..,~
.._,.,.._-.,,: .
--,·~~-
..... -r
-~(~ . .. ...'-•• ?
•:·
. ,
•
.
• : ,i
• .,
·-:~jf
---~~&&.< · ••
0 5 10 25CM
27
Grenzstein Jülicher Straße /
Ecke Eschweilerstraße
Standort:
- Würselen-Broichweiden
- freistehend auf kleinem Platz in Grünanlage
Datierung:
- erstmals erwähnt 1694 (H. J. Gross, Zur Geschichte des Aachener
Reiches, in: Aus Aachens Vorzeit, Jg. 6, 1983)
Material:
- Quarzit
Maße und Form:
- Maße über OKE 1,65 m
- rechteckiger, unregelmäßiger Querschnitt, monolithisch
- zur Vorderseite im oberen Teil Flachrelief eines Adlers in ovalem
Feld
- Adler mit ausgebreiteten Schwingen, jede mit sieben Schwungfedern,
Kopfdrehung nach rechts
- zur Rückseite undeutliche Reste eines Reliefs, als Reste eines
abgearbeiteten Jülicher Löwen gedeutet (W. Hollatz, Aachener
Reichsgrenzen, 1978, S. 21)
Zustand:
- keine Beschädigungen jüngerer Zeit feststellbar, gewisse Ansätze
von Verwitterung
Schicksal, Geschichte:
- Durch seine Reliefs eindeutig als Grenzstein des Aachener Reiches
an der Grenze zum Herzogtum Jülich ausgewiesen. Entstehungsjahr
und ehemaliger Standort nicht bekannt
- Nach Register Coupzoo von 1772 mehrere Steine dlßser Art im
Umfeld vorhanden, dort als »Hauptpfahl « bezeichnet.
- 1967 wurde der Stein im Propsteierwald als Steg über einen Bach
gefunden und vom heimatkundlichen Arbeitskreis der VHS an den
heutigen Standort, die Stelle eines ehemaligen Zollhauses, verbracht.
Verfasserin: Gudrun Hintz, 1983
15
0
(
I
\
10
5001
28
Kreuzanlage Lindener Straße /
Ecke Ackerstraße
Standort:
- Würselen-Linden , vor der Fassade von Haus Lindener Straße 99
und an dieser befestigt
- im Belag des Bürgersteigs stehend
Datierung:
- 1756 (Inschrift im Kreuzstamm)
Material:
- Sockel: Kalkstein (Blaustein)
- Kreuz: Eichenholz, braun gebeizt
- Korpus: Lindenholz mit Bleiummantelung, geputzt
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 3,70 m
- Höhe des Korpus: 1,05 m
- Sockel mit gerundetem Kopf
Kreuzstamm mit Kreuzbalken mit rechteckigem Querschnitt, im
Kreuzungspunkt überblattet, Kreuzstamm und Nische unterhalb des
Korpus, darüber geringerer Querschnitt, Übergang mit Karniesprofil.
Kreuzarme und Kreuzmitte flächig , an den Enden vollplastisch verdickt.
Hinter der Kreuzmitte rückwärtige Verbretterung mit diagonal
verlaufenden Fugen, der untere Rand mit gesägter Zierkanteversehen,
über dem Kreuz eine Verdachung
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung nach rechtsabwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- INRI (im Kreuzstamm oberhalb des Korpus)
- S CRUX- MISSIONIS - 1756 - 16.7 BRIS - CONRAD - OTHMAN
- (im Fuß des Kreuzstammes)
Zustand:
- einige wenige Trocknungsrisse, gepflegt
Schicksal, Geschichte:
- Aufgrund der Inschrift als Sühnekreuz des Stifters zu deuten, möglicher
Zusammenhang mit Weydener Volksmission und Erdbeben um
1755. (0. Zimmermann, Zorn Gottes half den Patres; in: AVZ Land
17. 8. 1982)
- im 19. Jahrhundert und bis heute Stationskreuz der Fronleichnamsprozession
- im 2. Weltkrieg beschädigt
- 1972 Restaurierung , dabei Auswechseln des Holzwerks mit Ausnahme
des oberen Teils der »Kreuzbalken «. Neue Teile als Kopien
des alten Bestandes. Anbringung eines anderen Korpus' als Ersatz
eines kleineren (nach frdl. Mitteilung von R. Goerenz, Würselen)
Verfasser: Wolfram Günther, Christoph Herrmann, Guido Schmitz, 1983
16
0
100CM
· ·.···.· :·:::: ·· ·· · . .. ·.
29
Friedhofshochkreuz des Friedhofs
Würselen-Broichweiden, Stegerstraße
Standort:
- auf einer Wegekreuzung, in der Achse des Hauptweges
- freistehend, umgeben von drei Bäumen und von Sitzbänken
Datierung:
- 1862 (eingemeißelt)
Material:
- Lagersockel: Kalkstein (Blaustein)
- Unterbau, Kreuz und Korpus: gelber Sandstein
Maße und Form:
Höhe des Hochkreuzes: 4,53 m
Höhe des Korpus: 0,97 m
Lagersockel, darauf Unterbau mit einem Zwischensockel, Kreuzmittelstücke
und Kranzgesims. Sockelgesims mit Wulst und Kehle,
Kreuzmittelstück an den Kanten gekehlt, Kranzgesims mit gotischer
Profilierung. Auf dem Kranzgesims Aufbau mit kreuzförmigem
Grundriß und allseitigen Giebeln mit sich durchdringenden Satteldächern.
Die Giebel zur Schauseite als Nische mit Konsole, zu den
Seiten als Blendnischen ausgebildet, auf den Firsten der Verdachungen
am Ortgang jeweils eine Kreuzblume, gotische Profilierungen
Kreuz mit Sockel achtkantig, Endigungen stumpf
Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
vier Nägel, Füße aufgestellt auf Konsolen
Inschrift:
- INRI (auf einem Schild)
Dem Andenken - der hochwürdigen Herren - Max Joseph Zimmermann
- geb.: zu Burtscheid 12. Okt. 1793 - seit 1828 Pfarrer zu
Broich - seit 1838 Dechant des Dekanates Eschweiler - gest.:
hierselbst 9. März 1845 - und - Pet. : Anton Deußen - geb.: zu
Uetterath 3. Juny 1797 - seit 1850 hier Pfarrer - gest.: hierselbst 3.
Aug . 1859 - (Vorderseite Kreuzmittelstück)
Betet für ihre Seelenruhe! (Vorderseite Zwischensockel) die gut
vorstehen, halte - man doppelter Ehre Werth - besonders solche,
die in Wort - und Lehre sich bemühen -. 1. Tim: 5.17 (Kreuzmittelstück
linke Seite)
Errichtet von der dankbaren - Pfarrgemeinde und dem-Kirchenvorstande
- 1862 - (Kreuzmittelstück Rückseite)
Ihr erinnert euch ja Brüder - unserer Mühe und Beschwerde: - Tag
und Nacht arbeitend verkündigen wir unter euch das Evangelium
Gottes 1. Tess. 2.9 - (Kreuzmittelstück rechte Seite)
Chr. Habernig in Aachen (rechte Seite Sockel, Name des Steinmetzes)
Zustand:
- zahlreiche Beschädigungen, starker Grad der Verwittt rung
Schicksal, Geschichte:
1862 gestiftet und auf dem Friedhof des Klosters der Missionare
vom Heiligen Geist errichtet
1903 Translozierung auf den neu angelegten Friedhof an der Stegerstraße
(nach frdl. Mitteilung von Pfarrer Theodor Schmitz)
Verfasser: Axel Wippermann, 1983
rt
r i
17
~
0 10 50 11)04
30
Kreuzanlage Am Mühlenhaus /
Ecke Pleyer Straße
Standort:
- Würselen-Bardenberg, am Zusammenstoß der beiden Straßen, auf
einem Ascheplatz
- freistehend in einer schmiedeeisernen Umzäunung, eingefaßt von
Buschwerk, unter einer Kastanie
Datierung:
- 1891 (eingemeißelt)
Material:
- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)
- Schriftplatte: weißer Marmor
- Korpus: Zinkguß, bronzefarben gestrichen
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 3, 13 m über OK Lagersockel
- Höhe des Korpus: 0,39 m
- Lagersockel, Unterbau mit zwei Zwischensockeln, Kreuzmittelstück
und Kranzgesims, Sockelkanten mit Abschrägung, Kreuzmittelstück
mit eingetieftem Spiegel, darüber Gesimsleiste und Fries, das
Kranzgesims mit Karnis, auf der Schräge Konsole auf Akanthusblättern
- Kreuz mit Sockel und Fußverbreiterung, Kreuzstamm und -balken
mit Kehlungen und Nasen, Endigungen mit Diamant
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,
vier Nägel
Inschrift:
- Mein Jesus Barmherzigkeit (auf Kreuzbalken)
- Christus - unsere Hoffnung - 1891 (in der Platte des Kreuzmittelstücks)
Zustand:
- Beschädigungen am Stein, Riß in der Schriftplatte
- nicht gepflegt, ohne Schmuck
Schicksal, Geschichte:
- 1891 auf dem heutigen Dr.-H.-Böckler-Platz als Prozessionskreuz
errichtet
- 1902 Translozierung zum heutigen Standort wegen des Neubaus
einer Schule. Zu dieser Zeit Errichtung einer Umzäunung
- 1976/77 Aufgabe als Station der Fronleichnamsprozession wegen
zu starken Verkehrs
- 1978/79 Beschädigung der Einzäunung durch Verkehrsunfall (nach
frdl. Mitteilung von Ferdinand Errenst, am Mühlenhaus, und Maria
Kaiser, Pleyer Straße 8, Würselen-Bardenberg)
Verfasser: Konrad Trier, 1983
18
100CM
31
Kreuzanlage Bergstraße / Ecke Pleyer Straße
Standort:
Würselen-Bardenberg
- freistehend , unter einer Kastanie, mit dieser über Straßenniveau
erhöht und mit Bruchsteinmauer eingefaßt
Datierung:
- vor 1880 (nach Einschätzung älterer Bewohner und aufgrund des
Materials)
Material:
- Kreuz: Puddeleisen, geschmiedet
- Korpus: Gußeisen, weiß gestrichen
Maße und Form:
- Höhe des Kreuzes: 2,84 m
Höhe des Korpus: 0,34 m
Sockel, Naturstein, eingegraben
Kreuzstamm und -balken aus geschmiedetem Bandeisen, seitlich
und rückwärts mit Fußstrebe, die Kreuzenden mit flammenartiger
Spaltung, weiß gestrichen im Gegensatz zum schwarz gehaltenen
Kreuz
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,
vier Nägel
in Kreuzstamm und -balken Bohrungen, Hinweis auf anderen, größeren
Korpus
Inschrift:
- keine
Zustand:
- gepflegt und geschmückt
Schicksal, Geschichte:
Der Standort lag ehemals im Wald
\\
- Alter der Kastanie mindestens 100 Jahre
- etwa 1955 Errichtung der Bruchsteinmauer
- ehemals im Wechsel mit anderen Kreuzen Station der Fronleichnamsprozession.
Heute nicht mehr. (Nach frdl. Mitteilung von Johann
Becks, Bergstraße 12, Würselen-Bardenberg)
Verfasserin: Cäcilie Plüss, 1983
◊
19
0
0 10 50 100 CM
32
Kreuzanlage Dorfstraße /
Ecke Niederbardenberger Straße
Standort:
- Würselen-Bardenberg
- vor der Hauswand von Haus Dorfstraße 25
- im hinteren Teil fest aufgelehnt, Aufsatz und Kreuz frei
Datierung :
1899 (eingemeißelt)
Material:
- Lagersockel, Unterbau, Aufsatz und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)
- Korpus: Zinkguß
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 3,63 m
- Höhe des Korpus: 0,45 m
- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und
Kranzgesims, darauf Aufsatz mit vierseitiger Giebelverdachung.
Sockel, Kranzgesims und Verdachungen mit gotisierender Profilierung,
in der Vorderseite des Kreuzmittelstücks Blendnische mit
Dreipaßschluß und -Zwickeln, darüber im Aufsatz spitzbogig ge-
• schlossene Nische mit Konsole, seitlich des Aufsatzes Strebepfeiler,
die Schräge des Kranzgesims gebrochen und geschwungen
- Kreuz auf Sockel, mit Kehlungen und Nasen, Endigungen mit Diamant
Inschrift:
- Im - Kreuz ist Heil - (im Kreuzmittelstück unter eingemeißeltem
Kreuz)
- 1899 (im Zwischensockel)
Zustand:
- keine Beschädigungen
- gepflegt, mit Blumen
Schicksal, Geschichte:
- keine Nachrichten über Entstehung und Geschichte
Verfasser: Ryszard Radlik, Ingeborg Schild, 1985
20
1S99
~
0 10 50 1IXICM
33
Kreuzanlage Grindelstraße /
Ecke Heidestraße
Standort:
- Würselen-Bardenberg
- freistehend auf einem Ascheplatz, eingefaßt von einer Hecke, flankiert
von zwei Kastanien, zu beiden Seiten eine Bank
Datierung:
- 1887 (eingemeißelt)
Material:
- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)
- Schriftplatte: weißer Marmor
- Korpus: Zinkguß, goldfarben gestrichen
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 2,60 m über OK Lagersockel
- Höhe des Korpus: 0,42 m
- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und
Kranzgesims. Sockel und Kranzgesims mit gotisierender Profilierung,
Spiegel im Kreuzmittelstück und Kehlung , in den Ecken einspringende
Lilien, auf dem Kranzgesims Konsole
- Kreuz mit viereckigem, oben achteckig abgesägtem Sockel, Querschnitt
von Kreuzstamm und -balken rechteckig, Endigungen stumpf
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
vier Nägel.
Inschrift:
- IHS - Im Kreuz - allein ist Heil - 1887 - (in Schriftplatte des
Kreuzmittelstücks)
Zustand:
- Risse und Fehlstellen an den Sockeln
- Kreuz und Umgebung gepflegt
Schicksal, Geschichte
- ursprünglicher Standort auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Durch Bau eines Transformatorenhauses Translozierung erforderlich
- bis etwa 1975 Station der Bardenberger Fronleichnamsprozession
(nach frdl. Mitteilung von Maria Kaiser, Pleyer Straße 1 18, Würselen
Bardenberg)
- 1975 Erneuerung von Kreuzstamm und -balken durch Steinmetz
Hermann Derichs, Kirchenstraße 7, Würselen-Bardenberg
1983 Diebstahl des Korpus', Stiftung des heutigen durch Pfarrer
Aloys Wirtz (nach frdl. Mitteilung von Herrn Kaiser, Heidestraße,
Würselen-Bardenberg)
Verfasser: Konrad Trier, 1983
21
l~ß
Jfm !fig-ruJ
nllrin i~ 'Ihril.
t8S7
ool.=:====~00
0 10 50 100CM
34
Kreuzanlage Heidestraße /
Ecke Alter Schüttsberg
- Korpus und Schriftplatte: Bronzeguß
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 2,81 m
- Höhe des Korpus: 0,52 m
Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und
Kranzgesims, Sockel und Kranzgesims mit gotisierender Profilierung,
im Kreuzmittelstück eingetiefter Spiegel mit Kehlung, in den
beiden oberen Ecken einspringendes Blattrelief, auf dem Kreuzgesims
Konsole
Kreuz mit Sockel, Kreuzstamm und -balken mit Abkantungen und
Nasen, Endigungen stumpf
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- INRI (auf Schriftplatte)
- Mein Jesus - Barmherzigkeit - 1981 (Kreuzmittelstück)
Standort:
- Würselen-Bardenberg
- freistehend auf einem Ascheplatz neben einer Kastanie und einer
Bank
Datierung:
- 1891 (eingemeißelt)
Material: ·
- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)
Zustand:
- Beschädigungen am Lagersockel und am Kranzgesims
- geschmückt
Schicksal, Geschichte:
- 1891 errichtet
- Das Kreuz stand ehemals um 90° gedreht (nach Angaben von
Bewohnern der Umgebung)
Verfasser: Rainer Naumann, 1984
22
t11::'l!J
JESV5
8Afi.'11HERZIGKEIT
1B'l1
50 100CM
35
Friedhofshochkreuz des Friedhofs
Würselen-Bardenberg, Oststraße
Standort:
- an der Südwestgrenze des Friedhofs, vor einer Hecke
- freistehend im Schnittpunkt eines Querweges mit dem Weg entlang
der Friedhofsgrenze
Datierung:
- 1881 (entsprechend einem Chronogramm)
Material:
- Lagersockel: Kalkstein (Feinkörnung)
- Unterbau und Kreuz: Sandstein, gelblich-grau
- Korpus: Kunststein, weiß-grau
Maße und Form:
- Höhe des Hochkreuzes: 4,55 m
- Höhe des Korpus: 1,03 m
- Lagersockel, Grundrißform ein breit gelagertes Kreuz, darauf Unterbau
mit zwei Zwischensockeln, einem Kreuzmittelstück und Hauptgesims
und einem Aufsatz derselben Grundrißkontur. Der Aufsatz
mit giebelständigem Mittelteil, flankiert von Pfeilern und Fialen,
letztere durch das Gesims der Verdachung des Mittelteils eingebunden.
Zwischensockel mit Abschrägungen, die anderen Gesimse mit
gotischer Profilierung. Im Aufsatz Blendnische mit spitzbogigem
Fünfpaß
- Kreuz auf viereckigem Sockel, rechteckiger Querschnitt von Kreuzstamm
und -balken mit abgeschrägten Kanten, Endungen mit Dreipaß
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts
Inschrift:
- saLVe - sanCta - CrVx - SaLVator- tV - saLVs - MVndi (Chronogramm
der Jahreszahl 1881, in Blendnische des Aufsatzes, darüber
ein Kreuz mit vier Dreipaßendigungen)
- Wappen, Doppelschild unter fünfblättriger Krone, im linken Schild
ein Spitzhammer, Wappen der Freiherren von Blanckart
Zustand:
- Fehlstellen am Unterbau, Kreuz und Korpus (letz1erem fehlen Hände
und Füße), Schalenbildung der Steinoberfläche
Schicksal, Geschichte:
- Das Kreuz wurde von der Familie der Freiherren Karl von Blanckart
zu Lexhy gestiftet anläßlich der Eröffnung des Friedhofs im Jahr
1881 (Chronik der Bürgermeisterei Bardenberg, Bd. 2, 1881-1932)
Verfasser: Ryszard Radlik, Ingeborg Schild, 1985/87
23
s.w.
1wa~
6d.V.rr,r
N'saINs
IIWn!M.
[I
~
o 10 ~ o,CM
36
Kreuzanlage Pley 16
- Korpus voll plastisch, Kopf ohne Dornenkrone, Neigung nach rechtsaufwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- keine (wahrscheinlich ehemals auf dem Schild oberhalb des Korpus'
das Zeichen INRI}
Standort:
- Würselen-Bardenberg
- freistehend im Vorgarten des betreffenden Hauses unter zwei Linden
Datierung:
- vor 1880 (nach Überlieferung und aufgrund des Materials}
Material:
- Sockel: Kalkstein (Blaustein)
- Kreuzstamm und -balken, Stern und Schild, Puddeleisen geschmiedet
- Korpus: Bronzeguß
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 2, 11 m
- Höhe des Korpus: 0, 16 m
- zweistufiger Steinsockel mit abgeschrägten Kanten, eingelassen
das Kreuz, bestehend aus geschmiedetem Bandeisen. In Kreuzmitte
sechseckig er Stern, oberhalb geschwungenes Schild mit gespalteten
Enden. Kreuzenden zu jeweils drei Rautenblättern ausgeschmiedet.
In Stamm und Balken mehrere Bohrungen
Zustand:
- keine Beschädigungen
- gepflegt
Schicksal, Geschichte:
- ehemaliger Standort des Kreuzes in Baumgruppe vor der Kapelle
auf Pley. Zu dieser Zeit Steinsockel mit Wulstrand
- 1890 starke Beschädigung der Kreuzanlage
- im 2. Weltkrieg Beschädigung der Kreuzanlage
1945/46 Reparatu r des Kreuzes durch Schlossermeister Beckers,
Abnahme von Sockel und Befestigung an der Kapellenwand links
des Eingangs. Von dieser Maßnahme verblieben zwei Bohrungen im
Kreuzbalken.
- um 1950 Niederlegung der Baumgruppe
- um 1958 Translozierung und Aufstellung am heutigen Standort
1980 Anbringung des heutigen Korpus. Weitere Bohrungen im
Kreuzstamm und -balken deuten auf anderen Korpus hin. Möglich
erscheint auch ein ursprüngliches Kreuz ohne Korpus. (Nach frdl.
Mitteilung von Schlossermeister Beckers, Pley 35, Würselen-Bardenberg)
Verfasserin: Karin Scheferhoff, 1983
24
0 10 50 100CM
r
[
,.
1
:::::,,
\
37
Kreuzanlage Lindener Straße
Standort:
- Würselen-Linden, an der Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus
- freistehend seitlich auf dem Kirchenvorplatz von St. Nikolaus
Datierung:
- 1921 (eingemeißelt)
Material:
- Unterbau, Kreuz und Korpus: weißer Sandstein
- Platten in den Blendnischen: schwarzer Marmor
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 4,20 m
- Höhe des Korpus: 1,30 m
- kein sichtbarer Lagersockel, Unterbau mit zwei Zwischensockeln,
der untere mit Abschrägung, der obere mit Kehlprofil, Kreuzmittelstück
mit Überleitung von quadratischem in achteckigen Grundriß
von ungleicher Seitenlänge, zur Schauseite mit mittiger großer
Blendnische, seitlich davon zwei kleinere Nischen, spitzbogig geschlossen,
Kranzgesims achteckig mit gotisierendem Profil und
geschwungener Abdeckung
- Kreuz mit achteckig gebrochenem Kreuzstamm und -balken, Endigungen
mit Diamant, Kreuzmitte mit Nimbus, Sockel mit Abtreppungen
nach Art von Strebepfeilern
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel, Füße aufstehend
Inschrift:
- INRI (auf Schriftband)
- Rette deine Seele - Mission 1921 (in Mittelnische)
Zustand:
- gepflegt, gesandstrahlt
Schicksal, Geschichte:
- 1921 aufgestellt, vermutlich in Zusammenhang mit einer Glaubenserneuerung
(Mission)
- 1985 Renovierung
Verfasser: Karl-Ernst Thevis, 1986
25
~
o 10 50 OJCM
38
Kreuzanlage Neusener Straße 51 (Eibenhof)
Standort:
- Würselen-Linden
- an der Giebelwand von Haus Neusener Str. 51
- vom Bürgerstei g durch ein Gitter getrennt
Datierung:
- 18. Jahrhundert, Gußeisenkreuz (Einschätzung aufgrund der Form)
- 1870 Sockel (eingemeißelt)
Material:
- Kreuz und Korpus: Gußeisen
- Lagersockel und Sockel: Kalkstein (Blaustein)
Maße und Form:
- Höhe des Kreuzes:
- Höhe des Sockels:
1,80 m
0,70 m
- Lagersockel, darauf hufeisenförmiger Sockel mit gekehltem Schaft.
Das Gußeisenkreuz mit freiem Zapfen aufgestellt, bestehend aus
Sockelpartie mit Profilrahmung, im Feld ein Engel auf einem Schaf,
Kreuzstamm und -balken mit Rahmung und dazwischen aufwa.chsendem
Rebstock, mit seiner Wurzel aus einem Akanthus aufsteigend,
an den Kreuzenden Dreipässe, mit Akanthus besetzt, am
Ende des Kreuzstammes ein Engelskopf, die Kreuzmitte mit Vierpaß
belegt, in den Winkeln Strahlenbündel. Unterhalb des Korpus' ovale
Scheibe aufgesetzt, mit Blütenkranz umgeben
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts, vier
Nägel
Inschrift:
- INRI (im Vierpaß des Kreuzmittelpunktes)
- 1870 (im Sockel)
Schicksal, Geschichte:
- Kreuz stammt von Burg Dalbenden/Urft. Dort wurde es um 1965
von Familie Günther Mainz, Neusener Straße 51, ersteigert und
anschließend an den jetzigen Standort verbracht.
- Auf einem Friedhof in Bozen befindet sich ein entsprechendes
Kreuz. Bei diesem sind auf der ovalen Scheibe Name und Daten
eines Verstorbenen vermerkt.
Verfasserin: Silvia Grischkat, 1986
26
~
0 1) SOO'I
39
Kreuzanlage Landstraße 223, Ecke Birker Weg
Standort:
Würselen-Birk
- freistehend, vor drei Linden, am Feldrand
Datierung:
- um 1900 (Einschätzung aufgrund der Formen)
Material:
- Lagersockel, Unterbau und Kreuz (Blaustein)
- Korpus, Kopfrelief und Schild: Bronzeguß
Maße und Form:
Höhe der Kreuzanlage: 2,48 m
Höhe des Korpus: 0,48 m
Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück ohne
Kranzgesims, in zwei sich durchdringenden »Dachflächen« endend,
darauf der Sockel des Kreuzes, Gesims des Zwischensockels mit
Wulst und Kehle, spitzbog ig mit Drei paß und Zwickeln geschlossen.
Im unteren Teil eingelassen und verschraubt eine Platte, darüber
eingesetzt Relief eines Christuskopfes
- Kreuz mit rechteckigem Querschnitt von Kreuzstamm und -balken,
ohne Profilierung, Endigungen stumpf
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
vier Nägel, Füße auf Konsole stehend
Inschrift:
- INRI (auf gerolltem Schild)
- Betet für die liebe Seele - mein Jesus Barmherzigkeit! (im Zwischensockel)
Schicksal, Geschichte:
- Mitte 18. Jh. bestand der Überlieferung nach am betreffenden
Standort ein Steinkreuz, das die letzte Station der Bardenberger
Prozession bildete.
- im 2 Weltkrieg Zerstörung dieses Kreuzes
- nach 1945 Erstellung eines neuen Kreuzes, Material Holz, bestehend
aus Kreuzstamm, Kreuzbalken und einem Holzbogen, der sich
von den Kreuzarmen über den Stamm spannte
- um 1970 Abbau des Holzkreuzes: Überführung des Korpus' in die
Bardenberger Kirche (Seitenschiff). Reste des Kreuze$ bewahrt bei
Farn. Helmut Vincken, Birk 46 \
- nach 1970 Erwerb des bestehenden Kreuzes, dem Vernehmen
nach von belgischem Friedhof, Restaurierun g und Ersatz fehlender
Teile (Kreuz) und Ergänzung (Platte) durch Steinmetz Hermann
Derichs, Kirchenstr. 7. (Nach frd l. Mitteilung von H. Derichs, H.
Vincken und W. Lambertz)
Verfasserin: Silvia Grischkat, 1986
27
iBr!rt für ~ir fül,p §rrlr
ffirin llrfus illarmhrriighil!
~
10 5001
40
Friedhofshochkreuz des Friedhofs
Würselen-Morsbach, Burgstraße
Standort:
- freistehend in der Achse eines Hauptweges
- umgeben von Birken
Datierung:
- Ende 19. Jh. (Einschätzung aufgrund der Form)
Material:
- Lagersockel und unterer Zwischensockel: Kalkstein (Blaustein)
- Unterbau , Aufsatz, Kreuz und Korpus: weißer Sandstein mit Resten
eines Anstrichs
Maße und Form:
- Höhe des Hochkreuzes: 5,56 m
- Höhe des Korpus: 0,75 m
- Lagersockel, Unterbau mit zwei Zwischensockeln, Kreuzmittelstück
und Kranzgesims, darauf Aufsatz mit vierseitigerGiebelverdachung.
Unterer Zwischensockel mit Abschrägung, oberer mit Wulst und
Kehle, Kranzgesims und Verdachungsgesimse mit gotisierenden
Profilen, in den Kehlen eingefügt Blüten. Zur Schauseite Kreuzmittelstück
mit Vierpaßrelief und reliefierten Zwickeln, Aufsatz mit spitzbogiger
Nische, davor Konsole
- Kreuz auf zweistufigem Sockel, Querschnitt von Kreuzstamm und
-balken rechteckig mit gebrochenen Kanten, Endigungen in kantiger
Lanzettform
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- INRI (auf Schriftrolle)
- IHS mit Kreuz auf dem H (im Kreuzmittelstück)
Zustand:
- ausgefugte Risse im Sockelbereich
- Ansätze von Abschalungen
Schicksal, Geschichte:
- Die Form und der Schmuck weisen auf eine Entstehung gegen Ende
des 19. Jh. hin.
- Bohrlöcher im Kreuzbalken lassen einen Wechsel des Korpus'
vermuten.
- Überlieferungen konnten nicht in Erfahrung gebracht, Quellen nicht
gefunden werden.
Verfasserin: Almut Kriele, 1986
28
~
O 10 50 100CM
41
Kreuzanlage Elchenrather Straße /
Ecke Nordstraße
Standort:
Würselen-Elchenrath
- an der Seitenwand des Hauses Nordstraße 181 und mit dieser fest
verbunden
Datierung:
- 1936 (eingeschnitzt)
Materi al:
- Lagersockel: Kalkstein (Blaustein)
- Kreuz und Figuren: Holz, Eiche, gebeizt und lasiert
- Verdachung: Holzbretter mit Zinkblechdeckung, Schnitzwerk Eiche
Maße und Form:
Höhe der Kreuzanlage: 3,95 m
Höhe des Korpus: 0, 70 m
- Lagersockel, darauf Kreuzstamm, ab ca. 1 m Höhe mit Holzplatte
hinterlegt, vor ihr auf Konsolen Johannes und Maria. Kreuzstamm
mit profiliertem Sockel und Schaltgesims, Kreuzendigungen mit
Rankenwerk
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung seitlich-abwärts,
drei Nägel
- seitlich Konsolen für Blumenschmuck, zwei Lampen
Verdachung Brettkonstruktion mit Deckung aus Blechschindeln, rot
gestrichen, am Ortgang Schnitzwerk mit Ranken und zwei Engeln,
die eine Krone tragen
Inschrift:
INRI (auf gerolltem Schild)
- Anno 1936 (auf dem Sockel)
- Rette deine Seele (auf dem Schaltgesims)
Zustand:
- restau riert, gepflegt
Schicksal, Geschichte:
- 1936 errichtet an der Wand des gegenüberliegenden Hauses als
Ersatz für ein Gußeisenkreuz. Werk von Hermann Derichs, Kirchenstraße
7
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus bis auf die Wand im Bereich
des Kreuzes zerstört. Das Kreuz erlitt geringe Beschädigungen
(Granatsplitter).
- nach zwischenzeitlicher Abnahme und Aufbewahrung nach 1945
Wiedererrichtung am heutigen Standort
bis Anfang der 70er Jahre Station der Fronleichnamsprozession
1986 Fest aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der Kreuzanlage
Verfasser: Matthias Fritzen, 1986
29
~
0 10 50 UI CM
42
Kreuzanlage Bissener Straße /
Ecke Kaiserstraße
- Höhe des Korpus: 0,42 m
Lagersockel, Unterbau und Zwischensockel, Kreuzmittelstück und
Kranzgesims. Lagersockel grob abgespitzt, Zwischensockel mit Abschrägung,
Kranzgesims mit doppelter Abschrägung.
Kreuz mit Sockel, Querschnitt von Kreuzstamm und -balken rechteckig,
Endigungen mit Dreipässen
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- INRI (auf gerolltem Band)
- »Mein Jesus, Barmherzigkeit« (auf der Rückseite im Kreuzbalken)
Standort:
- an der Fassade von Haus Kaiserstraße 2, zwischen zwei Schaufenstern
- an der Rückwand verankert
Datierung :
- 1946/47 (in jetziger Gestalt und Aufstellung)
Material:
- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)
Maße und Form :
- Höhe der Kreuzanlage: 2,25 m über OK Lagersockel
Zustand:
abgeschlagene Kanten , Riß im unteren Teil des Kreuzes
- gepflegt
Schicksal, Geschichte:
1946/47 Aufstellung des Kreuzes am heutigen Standort als Ersatz
für ein Kreuz an der Seite der Kaiserstraße, das in der Zeit von 1933-
1945 als »Verkehrshindernis« entfernt worden war.
- Das entfernte Kreuz stand auf einer Verkehrsinsel und war ein
Prozessionskreuz. Der Holzkorpus dieser Kreuzanlage befindet sich
bei Familie Kann, Kaiserstraße 2
Das heutige Kreuz ist ein früheres Friedhofskreuz, dessen ehemaligen
Inschriften, bis auf die im Kreuzbalken, abgeschlagen oder
durch die vorgesetzte Platte im Kreuzmittelstück verdeckt werden.
Verfasser: Karl-Ernst Thevis, 1986
30
.• ...
0 10 50 100CM
43
Kreuzanlage Haaler Straße /
Ecke Oppener Straße
- Korpus: Zinkguß
Maße und Form:
- Höhe der Kreuzanlage: 2,53 m
- Höhe des Korpus: 0,54 m
- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel, Kreuzmittelstück und
Kranzgesims. Sockel mit Kehlung, Kranzgesims mit zweifachem
Karnies, die Schräge gestuft
- Kreuz mit ausschwingendem Fuß, Kreuzstamm und -balken mit
Abkantungen und Nasen
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-abwärts,
drei Nägel
Inschrift:
- Mei n Jesus - Barmherzigkeit - (im Kreuzmittelstück)
- 1901 (im Zwischensockel)
Standort:
- diagonal in der Ecke zwischen Giebelwand des Eckhauses Oppener
Straße und Haaler Straße vor einer Mauer
vor Gebüsch, vor dem Kreuz ein Pflanzenkübel
Datierung :
- 1901 (eingemeißelt)
Material:
- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein {Blaustein)
Zustand:
- Kranzgesims verschoben
- Standort verwahrlost
Schicksal, Geschichte:
- 1901 auf dem Standort des heutigen Hauses Oppener Straße/ Ecke
Haaler Straße errichtet. Unter Akazien , mit Gitter und Bänken umgeben
- um 1935/36, nach Erbauung des Hauses, an den heutigen Standort
versetzt (nach frdl. Mitteilung von Josef Küppers, Haaler Straße 89)
Verfasserin: Anke Müller-Giebeler, 1986
31
tfin~
Barmherzt,kit
190]
0 10 50 100CM
44
Kreuzrest Teuterhof, Schweilbacher Straße
Lagersockel mit oberer Abschrägung
Der Rest des Kreuzstammes aus Gußeisen zeigt einen von Profilen
gefaßten Sockel, darüber zwei Voluten und im weiteren Verlauf zwei
rahmende Profile, zwischen denen sich Rankenwerk befand. In
Kreuzmitte bilden die Rahmenprofile einen Kreis, aus dem in den
Kreuzwinkeln, gefaßt von Voluten, Strahlenbündel hervorbrechen.
Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung links-abwärts,
vier Nägel
Inschrift:
»Hier ruht in Gott . . . (Reste einer Schrift im Sockel, heute in der
Erde, nach frdl. Mitteilung von Peter Eschweiler, Teuterhof 1)
Standort:
- hinter der Gaststätte »Teuterhof«
- am Hang, vor Gebüsch
Datierung:
- um 1870 (Einschätzung aufgrund der Geschichte)
Material:
- Sockel : Kalkstein (Blaustein)
- Kreuz: Gußeisen
- Korpus: Gußeisen
Maße und Form:
- Höhe des Restes: ca. 1,00 m ab OK Lagersockel
- Höhe des Korpus: ca. 0,30 m
Zustand:
zerstört bis auf den unteren Teil des Kreuzstammes und der Kreuzmitte,
Sockel gebrochen
behelfsmäßig montiert und aufgestellt
Schicksal, Geschichte:
ehemaliges Grabkreuz der Familie Eschweiler auf dem Friedhof
Sebastianusstraße der Zeit nach 1860/70, der Gießerei Schnakers
zugeschrieben
um 1890/1900 nach Beendigung der Ruhezeit umgesetzt auf das
Grundstück am Teuterhof
war zweimal Station der Fronleichnamsprozession
Zerstörungen bei einer Jagd durch Pferd und Reiter, die das Kreuz
übersahen, im 2. Weltkrieg und bei Baggerarbeiten (nach frdl. Mitteilung
von Peter Eschweiler, Teuterhof)
Verfasserin: Claudia Schmitz, 1986
32
45
Kreuzanlage Euchener Viehweg
Maße und Form:
Höhe der Kreuzanlage: 1,95 m
Höhe des Korpus:· 0,41 m
Sockel konisch, darauf überkragende Abdeckplatte
Kreuzstamm und -balken überblattet aus Bandeisen, Kreuzmitte von
Bögen mit Volutenschwüngen und Spitzen in Lilienform umgeben,
Kreuzenden gleichfalls als Lilien ausgebildet, mit Nietverbindungen,
Kreuzfuß von Voluten gefaßt in runder Manschette
- Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,
vier Nägel
Inschrift:
- keine
Zustand:
- Sockel zeigt Fehlstellen und angerostete Bewehrung
- Anstrich des Kreuzes schadhaft
Standort:
Würselen - Euchen-Broich
- an Feldwegkreuzung, unter einem Baum, neben einer Bank
Datierung:
- um 1900 (Einschätzung aufgrund der Schmiedearbeit)
Material:
- Sockel und Abdeckplatte: Kunststein , Beton
- Kreuz: Schmiedeeisen
- Korpus: Zinkguß
Schicksal, Geschichte:
2. Weltkrieg, Zerstörung eines Kreuzes aus Schmiedeeisen am
Standort Euchener Viehweg. Das Kreuz war ein Hagelkreuz und
diente zugleich den Bauern als Feldkreuz, neben dem sie Mittagsrast
hielten.
1948/50 Ersatz des zerstörten Hagelkreuzes durch Translozierung
eines aufgelassenen Friedhofskreuzes (mutmaßlich vom Klosterfriedhof
Broich stammend)
Gießen eines neuen Sockels
Verfasserin: Claudia Schmitz, 1986
33
)
n_r-L_J7
1J 2501
46
Kreuzanlage Klosterstraße
Standort:
- Würselen
- vor einer Wan d, umgeben von Bepflanzung
Datierung:
- um 1900 (Einschätzung aufgrund der Form)
Material:
- Lagersockel, Unterbau und Kreuz: Kalkstein (Blaustein)
- Korpus: Gußeisen
- Schilder: Bronzeguß
Maße und Form:
Höhe der Kreuzanlage: 1,90 m über OK Lagersockel
- Höhe des Korpus: 0,50 m
- Lagersockel, Unterbau mit Zwischensockel und Kreuzmittelstück,
kein Kranzgesims, Sockel mit Abschrägung, Kreuzmittelstück mit
Kehlprofil
Kreuz mit Sockel, dieser mit Wulst und Kehlen, Kreuzstamm und
-balken mit Abkantungen und Nasen, Endigungen mit Diamant
Korpus vollplastisch, Kopf mit Dornenkrone, Neigung rechts-aufwärts,
vier Nägel
Inschrift:
- INRI (auf einem Schild}
Schicksal, Geschichte:
keine Überlieferung über die Entstehung
- ehemaliger Standort in der ehemaligen Lehnsgasse
- um 1985 Aufstellung am heutigen Standort, dabei starke Überarbeitung
(nach frdl. Mitteilung von Matthias Esklavon jun., Klosterstraße
137)
Verfasserin: Anke Müller-Giebeler, 1986
34
1 '
0 10 50 100 CM
47
IQ] Flurdenkmale, die im Katalog aufgeführt sind
1 Kreuzanlage
2 Kreuzanlage
3 Kreuzanlage
4 Meilenstein
5 Kreuzanlage
6 Kreuzanlage
7 Kreuzanlage
8 Friedhofshochkreuz
9 Kreuzanlage
10 Kreuzanlage
11 Kreuzanlage
12 Kreuzanlage
13 Friedhofshochkreuz
14 Grenzstein
15 Grenzstein
16 Kreuzanlage
17 Friedhofshochkreuz
18 Kreuzanlage
19 Kreuzanlage
20 Kreuzanlage
21 Kreuzanlage
22 Kreuzanlage
23 Friedhofshochkreuz
24 Kreuzanlage
25 Kreuzanlage
26 Kreuzanlage
27 Kreuzanlage
28 Friedhofshochkreuz
29 Kreuzanlage
30 Kreuzanlage
31 Kreuzanlage
32 Kreuzanlage
33 Kreuzanlage
34 Kreuzanlage
Dommerswinkel / Ecke Joststraße
Gouleystraße
Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße
Krefelder Straße
Neustraße / Ecke Krefelder Straße
Ravelsberger Straße
Salmanusstraße
Zentralfriedhof Würselen
Scherberger Straße 70/72
Schwei lbacher Straße 51
Kreuzesplatz
Ecke Südstraße / Meisberg
Fried hof Würselen-Broichweiden
Jülicher Straße
Jülicher Straße / Ecke Eschweilerstraße
Lindenstraße / Ecke Ackerstraße
Friedhof Würselen-Broichweiden
Am Mühlenhaus / Ecke Pleyer Straße
Bergstraße / Ecke Pleyer Straße
Dorfstraße / Ecke Niederbardenberger Straße
Grindelstraße / Ecke Heidestraße
Heidestraße / Ecke Alter Schüttsberg
Friedhof Würselen-Bardenberg
Pley 16
Lindenstraße / An St. Nikolaus
Neusener Straße 51
Landstraße 223 / Ecke Birker Weg
Friedhof Würselen-Morsbach
Elchenrather Straße / Ecke Nordstraße
Bissener Straße / Ecke Kaiserstraße
Haaler Straße / Ecke Oppener Straße
Teuterhof
Euchener Viehweg
Klosterstraße
0 Flurdenkmale, die nicht im Katalog erfaßt sind
35 Kreuzanlage
36 Kreuzanlage
37 Kreuzanlage
38 Kreuzanlage
39 Kreuzanlage
40 Kreuzanlage
41 Kreuzanlage
42 Kreuzanlage
43 Kreuzanlage
44 Kreuzanlage
45 Friedhofshochkreuz
46 Kreuzanlage
47 Kreuzanlage
48 Kreuzanlage
49 Kreuzanlage
50 Friedhofshochkreuz
51 Kreuzanlage
52 Kreuzanlage
53 Kreuzanlage
54 Kreuzanlage
55 Kreuzanlage
56 Kreuzanlage
57 Kreuzanlage
58 Kreuzanlage
59 Kreuzanlage
60 Kreuzanlage
61 Kreuzanlage
62 Kreuzanlage
63 Kreuzanlage
Duffesheider Weg
Bardenberger Straße / Ecke Burgstraße
Weiweg
Salmanusstraße / Ecke Dobacher Straße
Ackerstraße
Nassauer Straße
Endstraße
Broicher Straße / Ecke Hüpchensweid
Broicher Straße - Am Euchener Graben
Salmanusplatz
Alter Fried hof Würselen-Broichweiden
St.-Jobser-Straße
Bossekuhler Weg
Brunnenstraße / Ecke Schweilbacher Straße
Klosterstraße / Ecke Neuhauser Straße
Zentralfriedhof Würselen
Oppener Straße / Ecke Ravelsberger Straße
Haaler Straße / Ecke Ravelsberger Straße
Broicher Straße / Ecke Blumenrather Straße
Bardenberger Mühle
Rud.-Blum-Straße / Ecke Eschweilerstraße
Rosskämpchen
Gartenstraße
Linden platz
Kleine Straße / Ecke Gouleystraße
Jülicher Straße
Neusener Straße / Ecke Endstraße
Grüner Weg / Ecke Würselener Weg
Gouleystraße
Ein Untemehmen intormien
~RDER
vJJ~~]
PROFI
Bandbreite des Erfolgs
Die gedruckte Information, ob Zeitung,
Zeitschdft oder Werbedrucksache, hat bis
heute nichts an Aktualität und Attraktivität
eingebüßt. Das trifft gleichermaßen für
Anbieter wie auch für Verwender und
Käufer von Waren und Dienstleistungen
zu. Die richtige Information, zur richtigen
Zeit, am richtigen Ort begründet bis heute
den großen Erfolg von Drucksachen.
Wer weiß das besser als wir? Denn in der
Drucksachen- und Zeitungs- und
Zeitschriftenherstellung verstehen wir uns
als echte Profis. Die breite Palette unserer
erfolgreichen Druckprodukte spricht ganz
klar und eindeutig für sich. Allein 65
verschiedene Zeitungstitel, darunter auch
der " Wochenspiegel", in einer
Gesamtauflage von über 2 Mio.
Exemplaren werden in unserem Druckund
Verlagshaus wöchentlich hergestellt.
2 800 Boten verteilen eine runde ¾ Million
Anzeigenblätter kostenlos an alle
Haushalte. Woche für Woche. Von der
Rur bis an die Lahn. Von der Sauer bis an
den Rhein. Ebenfalls in Millionenauflage
drucken wir Prospekte, Beilagen,
Broschüren, Beihefter, Preislisten,
Kataloge und Geschäftsberichte in
Monschau-lmgenbroich. Eine Region, die
sich schon seit Jahrhunderten durch
besonderes handwerkliches Können,
Zuverlässigkeit, Ausdauer und Fleiß
auszeichnet. Mit 7 Rotations- und
Bogenoffsetmaschinen ist unsere
Kapazität so flexibel, daß wir innerhalb
kürzester Zeit von der Massendrucksache
bis zur individuellen Kleinauflage jedem
Kundenwunsch gerecht werden können.
Über den Druck hinaus werden in
unserem Hause Satz, Repros,
buchbinderische Verarbeitung,
Auslieferung und Versand gleich
mitangeboten. 280 qualifizierte und
motivierte Mitarbeiter ermöglichen und
garantieren den großen Erfolg der Offset
Profis aus Monschau.
Weiss-0ruck+Ver/ag • Postfach 30 • 5108 Monschau· Telefon 0 24 72 I B 20
VON JETZT AN
ARBEITET NUR NOCH
IHR GELD
Wer sein Leben lang gearbeitet hat,
hat das Recht auf einen Ruhestand, der
seinen Namen auch wirklich verdient.
Einen Ruhestand, der Ihnen endlich
Zeit läßt, all das anzupacken, was in
den letzten Jahrzehnten immer wieder
zu kurz gekommen ist.
Denn mit dem Ausscheiden aus dem
Erwerbsleben hört das aktive Leben ja
keineswegs auf, sondern es gewinnt
eine neue Qualität. Was Sie von jetzt
an tun, tun Sie nicht mehr, um Geld zu
verdienen.
Ganz im Gegenteil. Jetzt sollen Ihre
Ersparnisse die Erträge abwerfen, mit
denen Sie Ihr Leben nach Ihren eigenen
Vorstellungen gestalten können.
Das geht aber nur, wen·n Sie rechtzeitig
für eine zweite Rente gesorgt
haben, die Ihnen neben Ihrer gesetzlichen
Altersversorgung den richtigen
finanziellen Spielraum verschafft.
Wie der individuelle AuszahlPlan
dafür aussehen sollte, sagt Ihnen der
Geldberater der Kreissparkasse.
•
wenn's um Geld geht
Kreissparkasse 5