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Kick & Kult Januar 2026

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AUSGABE #04

JANUAR 2026

HERZ!

HAND

AUF'S

INTERVIEW MIT

MARCEL REIF

Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Diese Ausgabe wird

präsentiert von:


DIE WELT

DES SPORTS

IMMER MIT

DABEI!

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– ganz egal wann, ganz egal wo.

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Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Fans von Kick & Kult,

auf geht’s ins Jahr 2026 – in ein Jahr, in dem bereits jetzt große

sportliche Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen. Ein neues Jahr

bedeutet neue Perspektiven, neue Geschichten und frische Spannung

rund um den Sport, der uns alle verbindet.

Zum Auftakt werfen wir einen Blick auf die drei großen Vereine

des Saarlandes:

» Die SV 07 Elversberg, die sich in der 2. Bundesliga nicht nur

etabliert hat, sondern sich inzwischen auch in der Spitzengruppe

festgesetzt zeigt. Den 1. FC Saarbrücken, der auf eine äußerst

turbulente Hinrunde zurückblickt – sportlich wie auch strukturell.

Und den FC 08 Homburg, der mit starken Leistungen ebenso wie

mit deutlichen Einbrüchen weiterhin auf der Suche nach seiner

sportlichen Standortbestimmung ist.

Impressum

Redaktion Fußball-News Saarland

Wir freuen uns über euer Feedback

und Themenvorschläge:

→ info@fussball-news-saarland.de

4. Ausgabe

© 2026

Herausgeber

Fußball-News Saarland

Nelz & Sand Sportagentur OHG

Kaiserstraße 104

66386 St. Ingbert

Geschäftsführung

Torsten Nelz, Kai-Uwe Sand

Redaktion

Nelz & Sand Sportagentur OHG

Layout

Christian Zintel

Systemhaus Saarland | SHS GmbH

In der Sandgrube 1

66583 Spiesen-Elversberg

Druck

» Ein besonderes Augenmerk legen wir zudem auf die beeindruckende

Saison des HYLO ® Team Saar, das mit seinen Leistungen allen Grund

hat, stolz auf das bislang Erreichte zu sein.

» Der Hallenfußball steht aktuell wieder stark im Fokus. Wir blicken

ausführlich auf das Hallenmasters 2026 und seine besondere

Geschichte – ein Turnier, das seit Jahrzehnten für Emotionen,

Tradition und unvergessliche Momente im saarländischen Sport

steht. Höhepunkt ist dabei das große Hallenmasters-Finale am

1. Februar 2026.

» Zudem freuen wir uns auf den zweiten Teil unseres Yoga-Berichts,

der das Thema weiter vertieft und neue Einblicke bietet. Neugierig

sind wir auch in unserer Rubrik „Was macht eigentlich…?“ auf

Lukas Kohler – den ehemaligen Profi der SV 07 Elversberg und

des 1. FC Saarbrücken.

» Auch in dieser Ausgabe dürfen wir uns über hochkarätige Interviewpartner

freuen: TV-Legende Marcel Reif beantwortet unsere Fragen

mit klarer Haltung und großer Erfahrung. Zudem gibt Ex-TV-Detektiv

Timo Heitmann spannende Einblicke und schildert seine ganz persönliche

Sicht auf die Dinge.

Wir wünschen euch einen gelungenen Start ins neue Jahr und

viel Freude bei der Lektüre dieser Ausgabe.

Euer Kick & Kult-Team

KernDruck | Kern GmbH

In der Kolling 120

66450 Bexbach

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04 FUSSBALL SV 07 ELVERSBERG

ELVERSBERG

SPIELT SICH AN

DIE LIGA-SPITZE

Späte Tore, starke Moral und ein schmerzhafter Abgang:

Die SV 07 Elversberg überzeugt in der Hinrunde der Saison 2025/26.

» Frederik Schmahl bejubelt das späte Siegtor gegen den 1. FC Kaiserslautern.


SV 07 ELVERSBERG FUSSBALL

05

Die SV 07 Elversberg hat in der Hinrunde

der Zweitliga-Saison 2025/26 eindrucksvoll

bewiesen, dass ihr Erfolg kein

Zufallsprodukt ist. Die Mannschaft von

Trainer Vincent Wagner präsentierte sich

über 17 Spieltage hinweg stabil, mental

gefestigt und spielerisch gereift. Elversberg

sammelte nicht nur Punkte, sondern

auch Respekt – und überwintert als

ernstzunehmender Faktor im oberen

Tabellenbereich.

Der Start in die Saison war sinnbildlich für

viele Wochen. Zum Auftakt gegen den

1. FC Nürnberg tat sich die SV 07 Elversberg

lange schwer, blieb aber geduldig. Als

vieles auf ein torloses Remis hindeutete,

schlug Elversberg in der Schlussminute zu:

Maximilian Rohr köpfte nach einem Eckball

in der 90. Minute zum 1:0 ein. Ein später

Sieg, der früh zeigte, wofür diese Mannschaft

steht.

Schon am zweiten Spieltag folgte jedoch

eine erste Erdung. Die Auswärtspartie

beim VfL Bochum ging mit 0:2 verloren.

Gegen den körperlich robusten Bundesliga-Absteiger

fand Elversberg offensiv

kaum Lösungen. Die Niederlage erwies

sich im Nachhinein als wichtiger Gradmesser

– und als Ausgangspunkt für eine positive

Entwicklung. Diese zeigte sich bereits

eine Woche später. Am dritten Spieltag

kam es zum Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern.

In einer intensiven Partie brachte

Luca Schnellbacher Elversberg in der

43. Minute kurz vor der Pause in Führung.

Nach dem Ausgleich in der 79. Spiel minute

durch den Foulelfmeter von Richmond

Tachie bewies die Wagner-Elf große Moral:

Frederik Schmahl drückte den Ball in der

zweiten Minute der Nachspielzeit mit dem

Fuß über die Linie und sicherte den

2:1-Derbysieg.

In den folgenden Wochen stabilisierte sich

Elversberg weiter und sammelte kontinuierlich

Punkte. Ein erster sportlicher Höhepunkt

folgte am sechsten Spieltag beim

SV Eintracht Braunschweig. Younes

Ebnoutalib brachte die SVE in der 12. Spielminute

in Führung, Erencan Yardımcı glich

in der 20. Minute aus. Doch Elversberg

blieb dominant: Jan Gyamerah traf in der

34. Minute zur erneuten Führung, bevor

Ebnoutalib in der 79. Minute auf 3:1 erhöhte.

Den Schlusspunkt setzte erneut Frederik

Schmahl in der 86. Minute und sorgte damit

» Younes Ebnoutalib wechselt für eine Ablöse von 10 Millionen Euro zu Eintracht Frankfurt.

für einen klaren 4:1-Auswärtserfolg – eine

der komplettesten Saisonleistungen.

Nur wenige Wochen später setzte die

Wagner- Elf das nächste Ausrufezeichen.

Am neunten Spieltag überrollte Elversberg

die SpVgg Greuther Fürth im eigenen

Stadion und feierte einen historischen

6:0-Kantersieg. Bambasé Conté eröffnete

in der 27. Minute den Torreigen, ehe

Younes Ebnoutalib mit einem Hattrick (48.,

56., 80.) seine herausragende Form unter

Beweis stellte. In der Schlussphase erhöhten

Jason Ceka (85.) und Florian

Le Joncour in der dritten Minute der Nachspielzeit

weiter. Der höchste Saisonsieg

unterstrich die offensive Durchschlagskraft

der SVE eindrucksvoll.

Zwischen diesen markanten Ergebnissen

zeigte Elversberg vor allem Konstanz.

Große Leistungsschwankungen blieben

ebenso aus wie längere Negativserien. Die

Mannschaft überzeugte mit taktischer Disziplin,

Flexibilität und einer auffälligen

Stärke in der zweiten Halbzeit.

Im DFB-Pokal setzte es hingegen einen deutlichen

Dämpfer. Bei Hertha BSC schied Elversberg

nach einer 0:3-Niederlage aus.»


06 FUSSBALL SV 07 ELVERSBERG

Wagner-Elf die Auswärtspartie beim

SC Paderborn mit 2:1, ehe gegen Fortuna

Düsseldorf ein weiterer Heimsieg folgte.

Otto Stange erzielte in der 79. Minute das

entscheidende Tor zum 1:0. Im letzten Spiel

der Hinrunde erkämpfte sich Elversberg

beim SC Preußen Münster ein 1:1-Unentschieden

und rundete damit eine bemerkenswert

konstante erste Saisonhälfte ab.

Ein Einschnitt folgte in der Winterpause:

Top-Torjäger Younes Ebnoutalib wechselte

für rund zehn Millionen Euro inklusive

Bonuszahlungen zu Eintracht Frankfurt.

Zudem wurde Jason Ceka an die SG Dynamo

Dresden verliehen. Die SV 07 Elversberg

reagierte umsichtig und verpflichtete mit

David Mokwa (TSG Hoffenheim) und Raif

Adam (HSV U23) zwei Offensivspieler mit

Perspektive.

Die Hinrunde hat gezeigt: Die SV 07 Elversberg

ist kein Überraschungsteam mehr.

Die Rückrunde wird nun zur Bewährungsprobe

– sportlich wie personell.

» Wagner führt den erfolgreichen Weg der SVE fort.

Gegen den Bundesligisten fehlte der Zugriff,

der Fokus lag fortan vollständig auf

dem Ligaalltag. Dort wartete am zwölften

Spieltag ein weiterer Härtetest. Im Auswärtsspiel

beim FC Schalke 04 geriet die

SV 07 Elversberg früh in Rückstand, als

Hasan Kurucay bereits in der vierten Minute

traf. Trotz einer engagierten Leistung

blieb es bei der knappen 0:1-Niederlage.

Die passende Antwort folgte am 13. Spieltag

beim Karlsruher SC. Younes Ebnoutalib

brachte Elversberg in der 26. Minute in

Führung, Roko Šimić glich in der 62. Minute

aus. Lukas Petkov stellte in der 66. Minute

erneut auf Führung, ehe Karlsruhe durch

Šimić in der 83. Minute abermals zurückkam.

In der 90.+4. Minute traf Felix Keidel

zum umjubelten 3:2-Auswärtssieg.

Am 14. Spieltag trennte sich Elversberg im

Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98

torlos 0:0. Eine Woche später gewann die

» Emotionaler Sieg gegen den Ex-Bundesligisten KSC mit einem späten Lucky-Punch in der 90+4. Spielminute.

J. S. Bach

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Im Fußball würde man sagen: Das ist

Champions League. Und tatsächlich

trifft dieser Vergleich ins Schwarze. Der

Asia Gourmet in St. Ingbert steht für ein

Niveau, das man nicht alltäglich findet.

Was hier auf den Tisch kommt, ist in

puncto Qualität, Frische und Sorgfalt

schlicht das Nonplusultra.

Schon beim Betreten des Asia Gourmet hat

man das Gefühl, als wäre man persönlich

bei Nguyen Minh Khai und Tu Thi Thuy

zum Essen eingeladen – so herzlich ist der

Empfang. Offen, warm und ehrlich wird

man begrüßt. Diese Atmosphäre sorgt dafür,

dass man sich sofort willkommen fühlt

– und genau dieses Gefühl begleitet einen

durch den gesamten Besuch.

Was danach serviert wird, unterstreicht diesen

ersten Eindruck. Hier geht es spürbar

um Frische, Qualität und einen bewussten

Umgang mit Lebensmitteln. Geschmacksverstärker,

Konservierungsstoffe oder

unnötige Zusätze sucht man vergeblich.

Stattdessen setzt man auf eine natürliche

Küche mit hochwertigen, marktfrischen

Zutaten. Viele Gerichte sind glutenfrei, alle

sind leicht verdaulich und angenehm

bekömmlich – Essen, das gut schmeckt und

dem Körper guttut.

Besonders beeindruckend ist die Qualität,

die hier auf den Tisch kommt. Das

Gemüse wird nur ein bis zwei Minuten gegart,

bleibt knackig und behält seine wertvollen

Vitamine. Im Wok wird schnell und

gleichzeitig schonend gearbeitet, hochwertige

Öle werden sparsam eingesetzt. Verwendet

wird ein leichtes Sonnenblumenöl,

das gut verdaulich ist und den natürlichen

Geschmack der Zutaten unterstützt.

Ein echtes Highlight ist die Ente. Während

sie vielerorts bereits fertig geliefert wird,

wird sie im Asia Gourmet noch selbst frisch

zubereitet. Schonend gegrillt, anschließend

mariniert und dann saftig, zart und knusprig

serviert. Fein abgestimmte Gewürze sorgen

für ein besonderes Geschmackserlebnis,

das lange in Erinnerung bleibt.

Auch Sushi-Liebhaber kommen voll auf ihre

Kosten. Jedes Stück wird frisch und nach

traditioneller japanischer Art zubereitet.

Sashimi aus hochwertigem Lachs und

Thunfisch überzeugt durch erstklassige

Qualität und Frische. Den letzten Feinschliff

erhält das Sushi durch Bio-Lachs eines

unabhängigen Züchters aus Schottland –

ein Premiumprodukt mit unverfälschtem

Geschmack.

Besonders aufwendig ist die vietnamesische

Küche, deren Gerichte erst nach der

Bestellung frisch zubereitet werden. Alle

Zutaten kommen direkt in den Wok, nichts

steht vorbereitet bereit. Dieser Aufwand

zahlt sich aus – geschmacklich ebenso wie

gesundheitlich.

In den Sommermonaten lädt die Außenterrasse

mitten in der St. Ingberter Fußgängerzone

zum Verweilen ein. Leichte, frische

Salate mit gegrilltem Gemüse wie Champignons,

Paprika und Zwiebeln, wahlweise

ergänzt mit Hähnchen, Rindfleisch oder

Garnelen, passen perfekt zur warmen

Jahres zeit. Abgerundet mit einem feinen

Olivenöl-Balsamico-Dressing entstehen

Gerichte, die leicht, frisch und dennoch sättigend

sind.

Hinter dem gesamten Konzept steht eine

sehr persönliche Überzeugung von Nguyen

Minh Khai. Der aus Vietnam stammende

Mediziner wuchs in einfachen Verhältnissen

auf und weiß, was es bedeutet, mit

wenig Geld auszukommen. Genau deshalb

ist es ihm besonders wichtig, hochwertiges

Essen zu fairen Preisen anzubieten.

Gesundheit spielt für ihn dabei eine zentrale

Rolle – auch die seiner Gäste. Für ihn

geht gute Gesundheit untrennbar mit guter

Ernährung einher. Diese Haltung prägt das

Asia Gourmet bis ins Detail.

Am Ende geht man nicht nur satt nach

Hause, sondern mit dem Gefühl, bewusst

gut gegessen zu haben. Und genau deshalb

kommt man gerne wieder.

AsiaGourmet

Kaiserstraße 70

66386 St. Ingbert

06894 – 9984623

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Internet: www.asiagourmet-igb.com


08 FUSSBALL 1. FC SAARBRÜCKEN

1. FC SAARBRÜCKEN

ZWISCHEN UMBRUCH

UND AUFBRUCH

Der 1. FC Saarbrücken und ein Jahr, das alles veränderte.

» Tim Civeja kann es nicht fassen, ein Spiegelbild der Hinrunde.


1. FC SAARBRÜCKEN FUSSBALL

09

Das Jahr 2025 wird beim 1. FC Saarbrücken

als eines der turbulentesten

Kapitel der jüngeren Vereinsgeschichte

in Erinnerung bleiben. Kaum ein Monat

verging ohne neue Wendung, kaum eine

Phase ohne emotionale Ausschläge.

Sportliche Hoffnungen, bittere Rückschläge,

strukturelle Erschütterungen

und schließlich ein tiefgreifender Neuanfang

prägten ein Jahr, das den Traditionsverein

nachhaltig verändert hat.

Die Anhängerschaft stand dabei geschlossen

hinter ihrem Klub – kritisch, leidenschaftlich

und fordernd zugleich. Unterstützung

ja, Schweigen nein. Zu groß ist der

Anspruch, zu tief sitzt die Überzeugung,

dass der FCS sportlich mehr ist als ein

Verein, der sich dauerhaft im Mittelfeld der

3. Liga einrichten will. Gleichzeitig zwang

die Realität den Blick immer wieder nach

unten. Der wohl schmerzhafteste Moment

ereignete sich am 27. Mai 2025. In der

Relegation gegen Eintracht Braunschweig

platzte erneut der Traum von der Rückkehr

in die 2. Bundesliga. Wieder einmal fehlten

Nuancen, wieder einmal blieb am Ende nur

Enttäuschung. Für Alois Schwartz, der

zuvor Rüdiger Ziehl als Cheftrainer abgelöst

hatte, begann die neue Saison damit

unter denkbar schwierigen Voraussetzungen.

Zunächst jedoch schien sich die Mannschaft

zu stabilisieren. Der Start in die

Spielzeit verlief ordentlich, das Offensivduo

Florian Pick und Kai Brünker harmonierte,

die Ergebnisse passten. Auch wenn

der Fußball nicht immer glänzte, hielt sich

Saarbrücken im oberen Tabellenbereich

und ließ auf eine ruhigere Saison hoffen.

Doch diese Phase währte nicht lange.

Spätes tens mit der 2:4-Niederlage gegen

den SC Verl am 18. Oktober geriet der

Motor ins Stocken. Es folgten Wochen ohne

Sieg, geprägt von Niederlagen, Unentschieden

und wachsender Verunsicherung. Der

FCS verlor zunehmend die Fähigkeit, Spiele

für sich zu entscheiden. Aus Ambitionen

wurde Zweifel, aus Stabilität ein permanenter

Balanceakt. In dieser Phase war im

Umfeld des Vereins plötzlich ein Begriff

immer häufiger zu hören, der zuvor kaum

eine Rolle gespielt hatte: Abstiegskampf.

Parallel dazu spitzte sich die Lage im Vereinsumfeld

zu. Seit Jahren vorhandene

Spannungen zwischen Führung und Basis

entluden sich schließlich im Herbst. Am

11. Oktober verlor Präsident Hartmut Ostermann

sein Amt – ein Einschnitt, der das

Ende einer Ära markierte und den Weg für

einen grundlegenden strukturellen Wandel

ebnete. Auch sportlich blieb dies nicht ohne

Folgen. Alois Schwartz musste gehen,

Jürgen Luginger übernahm die Verantwortung

in Personalunion als Trainer und

Sportdirektor. Unter seiner Führung zeigte

die Mannschaft wieder mehr Geschlossenheit

und Einsatz, auch wenn sich die erhoffte

Trendwende zunächst nicht in Erfolgserlebnissen

widerspiegelte. Die Tabelle blieb

eng, der Druck im Umfeld hoch.

Kurz vor der Winterpause setzte der FCS

jedoch ein wichtiges Zeichen. Beim 1:1-Auswärtsspiel

am 20. Dezember 2025 in

Rostock holte die Mannschaft einen Punkt,

der weit über seinen reinen Tabellenwert

hinausging. In einer schwierigen Phase

sendete das Team ein sichtbares Lebenszeichen

– ein Achtungserfolg, der neue

Zuversicht brachte. Wer den 1. FC Saarbrücken

über die gesamte Saison verfolgt

hat, weiß um das vorhandene Potenzial

dieses Kaders. Umso rätselhafter bleibt die

langanhaltende Formschwäche. Die Ursachen

lassen sich nicht eindeutig festmachen.

Liegt es an der Unruhe im Vereinsumfeld,

an personellen Wechseln und

strukturellen Umbrüchen? Oder ist von

Profis zu erwarten, dass sie äußere Einflüsse

konsequent ausblenden?

Diese Fragestellung ist dabei keineswegs

ein exklusives Saarbrücker Problem. Vielmehr

handelt es sich um ein im Profifußball

regelmäßig zu beobachtendes Phänomen.

Interne Spannungen, Veränderungsprozesse

und Erwartungsdruck wirken oft direkt auf

die sportliche Leistungsfähigkeit – unabhängig

von Liga oder Vereinsgröße. Die

Vorstellung, äußere Faktoren ließen sich

vollständig ausklammern, greift in vielen

Fällen zu kurz.

Den entscheidenden Wendepunkt markierte

schließlich die mit großer Spannung erwartete

Jahreshauptversammlung am 8. Januar

2026. Mehr als 1.600 Mitglieder nahmen an

der Sitzung teil, die sich über rund elf

Stunden erstreckte und als historisches

Ereignis in die Vereinschronik einging.

Im Zentrum stand die Wahl der neuen Vereinsführung.

Mit Barbara Haupenthal wurde

erstmals eine Frau zur Präsidentin des »

» Erste Präsidentin des FCS: Barbara Haupenthal.

» Hartmut Ostermann wechselt in den Aufsichtsrat.

» Daniel Hager wird Teil des Aufsichtsrates.

» Neu im Aufsichtsrat: Matthias Bruch.

» Ebenfalls neu im Aufsichtsrat: Philipp Gross.


10

FUSSBALL 1. FC SAARBRÜCKEN

Darüber hinaus steht eine zentrale

Zukunftsaufgabe an: die Suche, Auswahl

und Einstellung von drei hauptamtlichen

Vorständen für die Bereiche Sport, Finanzen

sowie Strategie, Marketing und Vertrieb.

Sie sollen den Verein operativ führen und

langfristig stabilisieren.

Am Ende dieses außergewöhnlichen Jahres

bleibt trotz aller Rückschläge vor allem

eines: die Überzeugung, dass der 1. FC Saarbrücken

die Kraft zur Erneuerung besitzt.

Die sportlichen Herausforderungen, die

strukturellen Veränderungen und die intensive

Auseinandersetzung innerhalb der

Mitgliedschaft haben den Verein nicht

geschwächt, sondern wachgerüttelt.

» Die Spieler stehen den Fans Rede und Antwort.

1. FC Saarbrücken gewählt. Die ehemalige

Spielerin des Vereins und heutige Fachanwältin

für Sportrecht steht sinnbildlich

für einen Neuanfang. In ihrer Vorstellung

machte sie deutlich, dass sie den Dialog

zwischen Basis, Gremien und sportlicher

Leitung wiederbeleben und Vertrauen

zurückgewinnen möchte.

Bereits zuvor hatten die Mitglieder den

neuen Aufsichtsrat bestimmt, der künftig

eine Schlüsselrolle innerhalb der Vereinsstruktur

einnimmt. Aus 22 Kandidatinnen

und Kandidaten wurde ein siebenköpfiges

Gremium gewählt, bestehend aus den

Unter nehmern Matthias Bruch, Philipp

Groß und Daniel Hager, dem früheren Präsidenten

Hartmut Ostermann, den Fanvertretern

Niklas Quint und Stefan Kinn sowie

dem Hochschulprofessor Prof. Oliver

Strauch. Grundlage dieser neuen Machtverteilung

ist eine bereits im Oktober

beschlossene Satzungsänderung. Sie

stärkt die Kompetenzen des Aufsichtsrats

erheblich, während das Präsidium künftig

vor allem repräsentative Aufgaben übernimmt.

Der Verein stellt sich damit strukturell

neu auf und folgt modernen Governance-

Modellen im Profifußball.

Auf den Aufsichtsrat wartet nun ein anspruchsvolles

Arbeitspensum. Kurzfristig

müssen die Lizenzunterlagen fristgerecht

bei DFB und DFL eingereicht werden.

Mit einer neu aufgestellten Vereinsführung,

klaren Verantwortlichkeiten und einer

weiterhin leidenschaftlichen Anhängerschaft

sind die Grundlagen gelegt, um

wieder Stabilität und Perspektive zu entwickeln.

Der FCS hat in seiner Geschichte

bereits mehrfach bewiesen, dass er schwierige

Phasen nicht nur überstehen, sondern

gestärkt aus ihnen hervorgehen kann.

Das Jahr 2025 markiert damit weniger

einen Endpunkt als vielmehr einen Neubeginn

– einen Moment des Innehaltens,

bevor der Blick wieder nach vorne geht.

Und genau darin liegt die Chance für den

1. FC Saarbrücken.

T. Nelz J. S. Bach

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12

FUSSBALL FC 08 HOMBURG

FC 08 HOMBURG 2025:

NICHT FISCH, NICHT

FLEISCH

Zu durchwachsen war die Hinrunde um nur annähernd zufrieden zu sein.

» Rief der FCH sein Potenzial ab, gab’s viel zu jubeln.

Der FC 08 Homburg ist mit klaren, aber

bewusst realistisch formulierten Ambitionen

in die neue Saison gestartet. Ziel

war es, möglichst lange im oberen

Tabellen drittel der Regionalliga Südwest

mitzuspielen und sich die Chance auf

den lange ersehnten Aufstieg offen zu

halten. Zur Winterpause ergibt sich ein

vielschichtiges Bild: Die Grün-Weißen

überwintern auf dem sechsten Tabellenplatz

und liegen neun Punkte hinter

Spitzen reiter SGV Freiberg. Ein Rückstand,

der je nach Betrachtungsweise

sowohl überschaubar als auch bereits

richtungsweisend erscheint.

Der Verlauf der Hinrunde war von wechselhaften

Leistungen geprägt. Neben überzeugenden

Auftritten standen zu viele

Niederlagen und eine auffällige Anzahl an

Punkteteilungen, die einen nachhaltigeren

Angriff auf die vorderen Plätze verhinderten.

Immer wieder ließ die Mannschaft Zählbares

liegen, obwohl Spielanlage und Einsatzbereitschaft

häufig mehr erwarten ließen. Die

fehlende Konstanz erwies sich dabei als

größtes Hindernis auf dem Weg nach oben.

Zum Abschluss der Hinrunde setzte der

FC 08 Homburg noch einmal ein positives

Zeichen. Am 6. Dezember gastierten die

Grün-Weißen auswärts beim Bahlinger

SC und feierten dort einen souveränen

2:0-Erfolg. Der Auswärtssieg zum Jahresende

sorgte für einen versöhnlichen

Abschluss vor der Winterpause und bestätigte

nochmals das vorhandene Potenzial

der Mannschaft.

Trainer Roland Seitz setzte dabei auf personelle

Stabilität und vertraute erneut der

bewährten Startformation. In einer intensiv

geführten Begegnung brachte Armend

Qenaj die Homburger nach einer präzisen

Flanke von Miguel Gonçalves in Führung. In

der Schlussphase machte Frederic Baum

per sicher verwandeltem Strafstoß den

Auswärtserfolg endgültig perfekt. Trotz

dieses positiven Jahresausklangs überwiegt

das Gefühl, dass in der Hinrunde

mehr möglich gewesen wäre. Immer wieder

ließ der FC 08 Homburg seine spielerische

Klasse aufblitzen, ohne daraus eine längere

Erfolgsserie zu entwickeln. Noch ist der Anschluss

an die Spitzengruppe nicht verloren,

doch in der Rückrunde wird es entscheidend

sein, den berühmten Schlen drian

abzustellen und über einen längeren Zeitraum

konstante Leistungen abzurufen.

Serien mit vier Unentschieden in Folge, wie

sie in der Hinrunde vorkamen, dürfen sich

nicht wiederholen.

Welches Potenzial in der Mannschaft steckt,

zeigte sich exemplarisch am 4. Oktober, als

der FCH auswärts beim bis dahin ungeschlagenen

SGV Freiberg einen viel beachteten

2:1-Erfolg feierte. Dieses Spiel steht

sinnbildlich für das Leistungsvermögen der

Grün-Weißen – und zugleich für die Frage,

warum solche Auftritte nicht häufiger bestätigt

werden konnten. Abseits des Spielfelds

wurden in den vergangenen Monaten

wichtige Grundlagen für die Zukunft gelegt.

Im November verkündete der FC 08

Homburg eine neue Kooperation im Nachwuchsbereich

mit dem Bundesligisten

1. FSV Mainz 05. Ziel der Zusammenarbeit

ist es, die Ausbildung junger Talente weiter

zu professionalisieren und von den Strukturen

sowie der langjährigen Erfahrung


FC 08 HOMBURG FUSSBALL

13

eines der renommiertesten Nachwuchsstandorte

Deutschlands zu profitieren.

Nach intensiven Gesprächen zwischen

Nachwuchskoordinator Peter Tretter und

den Verantwortlichen von Mainz 05 wurde

eine Partnerschaft vereinbart, die den FCH

künftig als eines von fünf regionalen Ausbildungszentren

des Bundesligisten positioniert.

Aufbauend auf der bereits vollzogenen

Umstrukturierung der Jugendabteilung

in ein Nachwuchsförderzentrum soll dieser

Schritt die nachhaltige Entwicklung der

Nachwuchsarbeit weiter vorantreiben. Die

Kooperation umfasst unter anderem Fortbildungen

und Hospitationen für Homburger

Jugendtrainer im Mainzer Nachwuchsleistungszentrum,

gemeinsame Trainingseinheiten,

Workshops sowie geplante Fußballcamps

in Homburg. Darüber hinaus sind

Sichtungsveranstaltungen und Stadionbesuche

in Mainz vorgesehen, um den Talenten

zusätzliche Einblicke in die Anforderungen

des Profifußballs zu ermöglichen.

Parallel dazu unterstrich der FC 08

Homburg in der Vorweihnachtszeit erneut

sein gesellschaftliches Engagement. Am

5. Dezember besuchte der Verein im

Rahmen seiner traditionellen Charity-

Aktion den Förderkindergarten Kunterbunt

in Erbach. Spieler und Verantwortliche

überreichten Geschenke und Autogramme

an Kinder, Betreuungskräfte sowie

Erzieher innen und Erzieher. Als besonderes

Dankeschön erhielt der Verein ein von

den Kindern gestaltetes Bild in Vereinsfarben

– ein emotionales Erinnerungsstück

an einen besonderen Tag. Auch das Weihnachtssingen

im Wald stadion setzte einen

stimmungsvollen Schlusspunkt unter das

Kalenderjahr. Am 18. Dezember 2025

sorgten über 800 Besucherinnen und

Besucher für eine neue Rekordkulisse und

zahlreiche Gänsehautmomente, die die

enge Verbundenheit zwischen Verein und

Region eindrucksvoll widerspiegelten.

Mit 32 Punkten beendet der FC 08

Homburg die Hinrunde auf dem sechsten

Tabellenplatz. Das Zwischenfazit fällt solide

aus, bleibt jedoch hinter den eigenen

Zielsetzungen zurück.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass

rund um das Waldstadion des FC 08

Homburg ein spürbar positives Grundrauschen

herrscht. Der Verein ist in Bewegung,

entwickelt sich weiter und stellt wichtige

Weichen für die Zukunft. Ob am Ende

tatsächlich gejubelt werden darf, liegt nur

bedingt in den eigenen Händen. Umso

wichtiger ist die Erkenntnis, dass der FC 08

Homburg zweifellos über das Potenzial

verfügt, mögliche Schwächephasen der

Konkurrenz für sich zu nutzen. Die Voraussetzungen

sind vorhanden – jetzt gilt es, sie

auf dem Platz konsequent abzurufen. Auf

geht‘s, FCH.

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14

FUSSBALL FASZINATION BUDENZAUBER

FASZINATION

BUDENZAUBER

Das Volksbanken-Hallenmasters als Herzstück des saarländischen Hallenfußballs

kurzen Wegen und der ständigen Nähe zum

Publikum entfaltet beim Masters seine

ganze Faszination.

» Vorjahressieger Auersmacher.

In kaum einem anderen Bundesland wird

der Hallenfußball so intensiv gelebt wie

im Saarland. Jahr für Jahr wird das Volksbanken-Hallenmasters

zu einem sportlichen

und emotionalen Ausnahmeereignis,

dessen Bedeutung weit über die Landesgrenzen

hinausstrahlt. Am 1. Februar

2026 ist es wieder so weit, wenn in der

Saarlandhalle der Startschuss für das

große Finalturnier fällt – während die

Qualifikationsturniere im gesamten Saarland

bereits auf Hochtouren laufen.

In der Vergangenheit war das Interesse

sogar so groß, dass das Turnier ab dem Halbfinale

live im Fernsehen übertragen wurde

– ein eindrucksvoller Beleg für den besonderen

Stellenwert dieses Wettbewerbs. Ausgerichtet

vom Saarländischen Fußballverband

(SFV) ist das Masters seit 1993 das

unumstrittene Highlight der saarländischen

Hallensaison und für viele Amateurvereine

der Höhepunkt eines ganzen Fußballjahres.

Eine Bühne für den saarländischen

Amateurfußball

Von Beginn an war das Hallenmasters als

große Bühne für den Amateurfußball gedacht.

Schon bei der Premiere am 7. Februar

1993, die rund 1.500 Zuschauer anzog, wurde

deutlich, welches Potenzial in dieser Idee

steckte. Für kleinere Vereine bedeutete die

Teilnahme plötzlich Aufmerksamkeit, Anerkennung

– und die seltene Gelegenheit,

sich mit klangvollen Namen des saarländischen

Fußballs zu messen. Genau diese

Mischung macht den Reiz bis heute aus:

Außenseiter gegen Favoriten, schnelle

Spiele, unmittelbare Entscheidungen. Der

Hallenfußball mit seiner Dynamik, den

Vom Wanderturnier zur festen Heimat

In den Anfangsjahren wechselte der Austragungsort

noch zwischen Erbach und Völklingen,

ehe sich das Turnier neu aufstellte.

2014 fand das Finalturnier erstmals in der

Saarlandhalle statt, seit 2017 ist sie fester

Austragungsort. Eine Entscheidung, die

dem Wettbewerb nachhaltig gutgetan hat.

Die kompakte Bauweise, die enge Verbindung

zwischen Tribüne und Spielfeld sowie

die zentrale Lage sorgen für eine Atmosphäre,

die ihresgleichen sucht. Parallel dazu wuchs

das Turnier auch organisatorisch. Aus

anfänglich zehn Qualifikationsturnieren

entwickelte sich ein landesweites System

mit bis zu 52 Qualifikationsturnieren – ein

Rekordjahr im Jahr 2018. Die Zuschauerzahlen

stiegen kontinuierlich: Heute pilgern

bis zu 3.500 Fans zum Finale. Dass es nicht

noch mehr sind, liegt weniger an mangelndem

Interesse als an den Kapazitätsgrenzen

der Halle.

Leidenschaft, Lärm und Legenden

Das Volksbanken-Hallenmasters ist weit

mehr als ein sportlicher Wettbewerb. Es ist

ein emotionales Ausnahmeereignis, bei dem

Trommeln, Gesänge und lautstarke Unterstützung

von den Rängen genauso dazugehören

wie technisch anspruchsvoller Hallenfußball

auf dem Feld. Für viele Spieler ist das

Masters der größte Auftritt ihrer Karriere,

für die Fans ein fester Termin im Kalender.

Im Laufe der Jahre haben zahlreiche

Vereine dem Turnier ihren Stempel aufgedrückt.

Namen wie Borussia Neunkirchen,

FV Eppelborn, FC Hertha Wiesbach oder der

SV Auers macher stehen sinnbildlich für


FASZINATION BUDENZAUBER FUSSBALL

15

erfolgreiche Masters-Auftritte – und für die

Vielfalt des saarländischen Amateur fußballs.

Halberg Brebach – eine Serie für die

Ewigkeit

Ein Rekord ragt bis heute heraus und unterstreicht

den legendären Charakter des

Turniers: Der SC Halberg Brebach ist der

einzige Verein, dem es gelungen ist, das

Finalturnier dreimal in Folge zu gewinnen.

Von 1997 bis 1999 war die Mannschaft von

Günther Erhardt das Maß aller Dinge in der

Halle. Diese Serie ist bis heute unerreicht

und fest in der Geschichte des Hallenmasters

verankert.

Auersmacher – der moderne Seriengewinner

In der jüngeren Vergangenheit ist es vor

allem der SV Auersmacher, der das Bild des

Masters geprägt hat. Titelgewinne wie 2023

und 2025 unterstreichen die besondere

Hallenqualität des Vereins, der sich über

Jahre hinweg als feste Größe des Turniers

etabliert hat.

Blick nach vorn

Die Geschichte des Volksbanken-Hallenmasters

ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.

Wenn am 1. Februar 2026 in der

Saarlandhalle erneut um den Titel gespielt

wird, geht es wieder um Prestige, Emotionen

und um jene besondere Atmosphäre,

die dieses Turnier seit mehr als drei Jahrzehnten

einzigartig macht.

Nicht nur die Herren zaubern in der Halle

Während das Volksbanken-Hallenmasters

der Herren seit Jahrzehnten als Aushängeschild

des saarländischen Hallenfußballs gilt,

hat sich parallel dazu auch der Frauenfußball

seine ganz eigene Bühne geschaffen.

Das Volksbanken-Frauen-Masters ist längst

ein fester Bestandteil der Hallensaison und

erfreut sich wachsender Popularität.

Gespielt wird in der Joachim-Deckarm-Halle

in Saarbrücken. Auch beim Frauen-Masters

wird inzwischen auf Kunstrasen mit rundum

verlaufender Bande gespielt, was für mehr

Tempo, flüssigere Spielzüge und eine

zusätzliche Dynamik sorgt. Regelmäßig

sorgen rund 800 Zuschauerinnen und

Zuschauer für eine intensive, stimmungsvolle

Kulisse.

Stimmen aus dem aktiven Geschehen

Wie groß der Stellenwert des Turniers ist,

beschreibt Claudia Pilger, Spielerin der

SV 07 Elversberg Damen, sehr eindrucksvoll:

„Die Hallenmasters sind jedes Jahr ein echtes

Highlight für alle Mannschaften. Das Turnier

steht für Tempo, Intensität und eine ganz besondere

Atmosphäre. Mit der Umstellung auf

Kunstrasen und der rundum verlaufenden

Bande wird die Veranstaltung noch attraktiver

und das Spiel deutlich dynamischer. Für

mich persönlich ist Hallenfußball etwas ganz

Besonderes und macht unheimlich viel Spaß.

Umso bitterer ist es, dass ich in diesem Jahr

aufgrund meiner Kreuzbandverletzung nur

von außen unterstützen kann. Ich hoffe, dass

viele Zuschauer den Weg in die Halle finden

und die Kapazität voll ausgeschöpft wird –

denn mit voller Halle sind die Hallenmasters

einfach einzigartig.“ »

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16

FUSSBALL FASZINATION BUDENZAUBER

Weitere Stimmen: Leidenschaft aus

Riegelsberg – die Hallenkönigin

Wenn es eine Person gibt, die sinnbildlich für

den Frauen-Hallenfußball im Saarland steht,

dann ist es Melanie Menzel (ehemals Klein).

Die Trainerin der Frauenmannschaft des 1.

FC Riegelsberg ist zugleich die Rekord-Masters-Siegerin:

13 Titel gewann sie als Spielerin

und als Trainerin, mit den Vereinen Furpach,

Dirmingen und Riegelsberg – eine

Bilanz, die ihr zu Recht den Ruf einer wahren

Hallenkönigin eingebracht hat.

„Hallenfußball ist für mich etwas ganz Besonderes.

Die Atmosphäre ist überragend –

es passiert einfach ständig etwas. Es geht

hin und her, immer Action. Zudem kristallisieren

sich in der Halle auch die echten Straßenkicker

heraus. Hallenfußball muss man

verstehen, und er liegt auch nicht jedem. Es

ist definitiv nicht jeder für die Halle gemacht.

Ich würde sogar so weit gehen zu sagen:

Gäbe es den Hallenfußball das ganze Jahr

über, würde ich mich dafür und gegen den

Platz entscheiden. Ich kann ehrlich gesagt

auch nicht verstehen, wie man gegen den

Hallenfußball sein kann. Wir freuen uns auch

in diesem Jahr wieder sehr auf das Masters

– und wir brennen darauf.“

Profi-Sicht: Anerkennung für das Masters

Begeistert zeigt sich auch Lukas Kohler,

ehemaliger Profi des 1. FC Saarbrücken und

der SV Elversberg, der das Hallenmasters

bereits mehrfach für den Saarländischen

Rundfunk kommentierte:

„Ich hatte leider nie die Gelegenheit, selbst

aktiv am Hallenmasters teilzunehmen. Trotzdem

ist es ein grandioses Event für den Amateurfußball.

Für die Spieler ist es die Möglichkeit,

vor einer großen Kulisse spielen zu

dürfen. Welche Begeisterung das Masters

seit Jahren hervorruft, erkennt man allein

daran, dass es teilweise schwer ist, überhaupt

an Tickets zu kommen.“

Gleichwertiger Budenzauber

Das Frauen-Hallenmasters steht exemplarisch

für die positive Entwicklung des Frauen-

» Die Siegerinnen des letzten Jahres: SV Elversberg.

fußballs im Saarland. Sportliche Qualität,

Leidenschaft und Atmosphäre stehen dem

Herren-Turnier in nichts nach. Der Budenzauber

ist längst keine Frage des

Geschlechts mehr – sondern Ausdruck einer

tief verwurzelten saarländischen Fußballkultur.

T. Nelz J. S. Bach


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18 WAS MACHT EIGENTLICH...? LUKAS KOHLER

WAS MACHT EIGENTLICH...

LUKAS

KOHLER?

Kein anderer kennt den saarländischen Fussball so wie er.

Er ist einer jener Spieler, deren Karriere

eng mit dem saarländischen Fußball

verwoben ist. Lukas Kohler schnürte in

St. Ingbert erstmals die Fußballschuhe

und begann seine sportliche Laufbahn im

Kindesalter bei der DJK sowie bei Viktoria

St. Ingbert. Parallel dazu entwickelte er

früh eine zweite Leidenschaft: die Leichtathletik.

Diese athletische Grundlage

prägte seinen Spielstil nachhaltig und

machte ihn im Laufe seiner Karriere zu

einem besonders laufstarken, zuverlässigen

Defensivspieler.

Ende seiner Profikarriere wechselte er

2021 zum Saarlandligisten DJK Ballweiler-

Weck lingen, wo er über drei Jahre hinweg

Verantwortung übernahm. Zur aktuellen

Saison kehrte er zur SV 07 Elversberg

zurück und läuft dort für die zweite Mannschaft

auf. In der Saarlandliga soll er mit

seiner Erfahrung und sportlichen Klasse

dabei helfen, den Aufstieg in die Oberliga

zu realisieren. Als feste Säule im Team ist

er zugleich wichtiger Ansprechpartner für

die jüngeren Spieler. Aktuell belegt die

SVE II den ersten Tabellenplatz.

Ab 2002 durchlief Kohler die Jugendmannschaften

des 1. FC Saarbrücken und schaffte

dort Schritt für Schritt den Sprung in den

Aktivenbereich. Über die zweite Mannschaft

führte sein Weg in die erste Elf des

FCS, mit der er Aufstiege, Pokalerfolge und

mehrere Spielzeiten im höherklassigen

Fußball erlebte. Insgesamt absolvierte er

weit über 350 Pflichtspiele in Oberliga,

Regionalliga und 3. Liga, ergänzt durch

Einsätze im DFB-Pokal sowie zahlreiche

Titel im Saarlandpokal.

Nach weiteren Stationen – unter anderem

beim 1. FC Heidenheim und der SV 07

Elversberg – blieb Kohler dem regionalen

Fußball stets eng verbunden. Nach dem

Auch abseits des Platzes ist Lukas Kohler

präsent. Als TV-Moderator und Experte

begleitet er regelmäßig Liveübertragungen

der 3. Liga und war unter anderem auch

beim Saarländischen Hallenmasters in der

Saarlandhalle als Kommentator im Einsatz.

Im Hauptberuf arbeitet Lukas, der Sport

Business Management studiert hat, als

Fitnesstrainer und ist Geschäftsführer des

Fitnessstudios KEO in St. Ingbert. Im

Interview spricht Kohler über seine sportlichen

Anfänge, die Rückkehr zur SV 07

Elversberg, Führungsverantwortung im

Amateurbereich, das Profigeschäft von

früher und den Perspektivwechsel vom

Spielfeld an das Mikrofon.


LUKAS KOHLER WAS MACHT EIGENTLICH...?

19


20 WAS MACHT EIGENTLICH...? LUKAS KOHLER

Kick & Kult: Nach drei Jahren in

Ballweiler bist du zur SV Elversberg

zurückgekehrt. Was hat letztlich den

Ausschlag für diesen Schritt gegeben?

Lukas Kohler: Ich habe mich in Ballweiler

immer sehr wohlgefühlt. Am Ende war es

aber die Distanz zu meinem Wohnort, die

aus zeitlichen Gründen den Ausschlag gegeben

hat. Wenn die SVE nicht angefragt

hätte, hätte ich wahrscheinlich aufgehört.

Die Verbundenheit zum Verein und die

Tatsache, dass es für mich noch einmal eine

richtig coole Herausforderung ist, haben

mich dann aber überzeugt, noch ein Jahr

in Elversberg dranzuhängen.

Kick & Kult: Mit deiner großen Erfahrung

bist du heute eine feste Größe im

Team. Wie siehst du deine Rolle,

gerade auch für die jüngeren Spieler?

Lukas Kohler: Ich habe aktuell eine Doppelfunktion

als Co-Trainer und Spieler. Das

Wichtigste ist immer, mit Leistung voranzugehen

und in meinem fortgeschrittenen

Alter kommt zudem eine gewisse Ruhe

dazu, die in anspruchsvollen Spielphasen

eine entscheidende Rolle spielt.

Kick & Kult: Die SVE II steht aktuell an der

Spitze der Saarlandliga. Was braucht es,

um den Aufstieg wirklich zu realisieren?

Lukas Kohler: Wir haben jetzt die Hälfte

der Saison gespielt und uns eine sehr gute

Ausgangsposition erarbeitet – nicht mehr

und nicht weniger. Aber natürlich muss es

mit dieser Qualität am Ende gelingen, ganz

oben zu stehen. Ich glaube, wir können

selbstbewusst sagen: Es wird schwierig,

uns von Platz eins zu verdrängen.

Kick & Kult: Du hast sowohl für die SV

Elversberg als auch für den 1. FC Saarbrücken

gespielt. Wie nimmst du die

aktuelle Situation beider Vereine wahr?

» Heute ist Lukas Kohler Geschäftsführer des Fitnessstudios KEO in St. Ingbert.

Lukas Kohler: Die Entwicklung in Elversberg

ist atemberaubend. Immer wenn man

denkt, die nächste Saison wird schwierig,

werden die Leistungen gefühlt sogar noch

besser. In Saarbrücken ist die Situation aktuell

eine andere – man hinkt den eigenen

Ansprüchen hinterher. Das große Plus in

Elversberg ist die Ruhe im Umfeld. Diese


LUKAS KOHLER WAS MACHT EIGENTLICH...?

21

„ Mit Leistung vorangehen –

das ist das Entscheidende “

– Lukas Kohler

auch Einzelsportarten wie Tennis oder

natürlich Leichtathletik.

Kick & Kult: Mit welchem Mitspieler

hast du auf dem Platz am besten

harmoniert?

würde dem FCS ebenfalls guttun. Allerdings

kann ich mich nur an kurze Zeiträume

erinnern, in denen das dort in den letzten

20 Jahren wirklich gegeben war.

Kick & Kult: Vermisst du das Profigeschäft

manchmal?

Lukas Kohler: Ja, klar – ab und an schon.

Vor allem dann, wenn ich in Saarbrücken

als Experte neben dem Spielfeldrand stehe,

das Stadion ausverkauft ist und man sein

eigenes Wort kaum versteht.

Kick & Kult: Welche Rolle spielt Fitness

im modernen Fußball?

Leben selbst gespielt hat, ist man in der

Regel auch in der Lage, eine Viererkette

von einer Dreierkette zu unterscheiden.

Um das hauptberuflich machen zu können,

muss man aber wahrscheinlich Lothar

Matthäus heißen. (Lukas lacht)

Kick & Kult: Welche Erfahrungen aus

deiner Laufbahn versuchst du heute

an jüngere Spieler weiterzugeben?

Lukas Kohler: Dass sich harte Arbeit

irgendwann auszahlt. Man muss ständig

daran arbeiten, besser zu werden. Wer sich

ausschließlich auf sein Talent verlässt, wird

nie sein volles Potenzial ausschöpfen.

Lukas Kohler: Einen Einzelnen herauszuheben

fällt mir schwer. Ich mag spielintelligente

Typen – Spieler, die Situationen

erkennen, Wege gehen, von denen sie nicht

direkt selbst profitieren, aber dadurch

Gegner binden und Mitspieler in bessere

Positionen bringen.

Kick & Kult: Welche Gegenspieler

waren für dich am unangenehmsten?

Lukas Kohler: Kleine, flinke Spieler mit

einem extrem starken Antritt auf den

ersten Metern. Eine Körpertäuschung – und

es wird sofort schwer, dranzubleiben.

Kick & Kult: Gibt es rückblickend eine

Entscheidung, die du bereust?

Lukas Kohler: Eine immer größer werdende.

Jürgen Klinsmann wurde 2006 für Trainingsmethoden,

die stark aus der Leichtathletik

kamen, noch belächelt. Heute ist

klar: Moderne Fußballspieler müssen Athleten

sein. Geschwindigkeit und Handlungsschnelligkeit

sind entscheidende Faktoren.

Kick & Kult: Du achtest seit Jahren sehr

bewusst auf Training, Regeneration

und Ernährung. Wie wichtig war das

für deine Karriere?

Lukas Kohler: Ich hatte immer ein grundsätzliches

Interesse an diesen Themen.

Auch unabhängig vom Profisport spielt

eine gesunde Lebensweise eine zentrale

Rolle in meinem Leben. Das hat sich nie

geändert – und wird sich auch nie ändern.

Kick & Kult: Neben dem Fußball bist du

als TV-Moderator und Experte im

Einsatz. Könntest du dir das als

Hauptberuf vorstellen?

Lukas Kohler: Es hilft natürlich enorm,

sich in die Lage der Spieler hineinversetzen

zu können. Und wenn man sein ganzes

Kick & Kult: Was würdest du dem

18-jährigen Lukas Kohler heute raten?

Lukas Kohler: Ich gehöre nicht zu den

Menschen, die sagen, sie würden alles

genauso wieder machen. Wenn ich die

Ruhe, die ich mit Ende 20 in stressigen

Spielsituationen hatte, früher gehabt hätte,

hätte mir das sehr geholfen. Positiv war

aber, dass ich früh verstanden habe,

welche Rolle körperliche Fitness spielt.

Selbst wenn andere mehr Talent haben,

kann man mit harter Arbeit vieles aufholen.

Kick & Kult: Gab es einen Plan B, falls es

mit der Profikarriere nicht geklappt hätte?

Lukas Kohler: Fußball war immer meine

größte Leidenschaft. Auf der einen Seite

war es naiv, keinen Plan B zu haben, auf der

anderen Seite konnte ich mich für nichts

anderes ähnlich begeistern. Das hat mich

aber auch dazu gebracht, alles zu investieren.

Ich wollte mir nie vorwerfen

müssen: „Hättest du damals doch …“

Kick & Kult: Welche Sportarten begeistern

dich neben dem Fußball?

Lukas Kohler: Viele. Ich schaue gerne

Handball, Eishockey und Football, aber

Lukas Kohler: Ja. Der Wechsel in der

Winter pause der Saison 2013/14 zurück

nach Saarbrücken war ein Fehler. Das hat

nichts mit dem Verein zu tun, sondern mit

dem Zeitpunkt. In der damaligen Konstellation

war das keine gute Entscheidung.

Kick & Kult: Welches Buch sollte man

deiner Meinung nach unbedingt

gelesen haben?

Lukas Kohler: Ich lese gerne Sachbücher

und Biografien. Der Lebensweg anderer

Menschen kann sehr inspirierend sein.

„Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von

Yuval Noah Harari habe ich kürzlich gelesen

– absolute Empfehlung.

Kick & Kult: Zum Abschluss: Der letzte

Film im Kino?

Lukas Kohler: Der dritte Teil der „Die

Unfassbaren“-Reihe. Genau wie die beiden

Vorgänger sehr unterhaltsam.

Kick & Kult: Lukas, vielen herzlichen

Dank für das Gespräch!

T. Nelz T. Nelz & Stolte


22 VEREINSGESCHICHTE BORUSSIA NEUNKIRCHEN

Ein Aufbaujahr für

Borussia Neunkirchen

Aus der traditionsreichen Historie der Neunkircher Borussia. Diesmal: Nach einer Top-Vorrunde verhindert in der Saison

1997/98 eine durchwachsene Rückrunde ein besseres Abschneiden als Platz 6. Was freut: Gelungene Integration einiger

Nachwuchskräfte. Was schmerzt: Drei verlorene Derbys gegen Elversberg.

» Die Neuen bei Borussia (v.l.n.r.): Sascha Stephan, Heiko Wilhelm, Markus Hummel, Dominik Kirsch,

Richard Manu, Trainer Uwe Grub, Jens Kiefer, Thomas Schilke, Nuri Karaca und Melori Bigvava.

Mit großer Spannung blickt man vor

Beginn der Saison 1997/98 im Ellenfeld

auf die bevorstehende Runde. Denn der

Saarländische Fußballverband ist mit

gleich sieben Vereinen in der Oberliga

vertreten, zu denen nach dem Abstieg

aus der Regionalliga auch Borussias

Nachbar SV Elversberg gehört – ein Lokalderby,

von dem man sich große Anziehungskraft

verspricht. Gleich dreimal

sollten sich die Borussen und der große

Titelfavorit von der Kaiserlinde in dieser

Spielzeit gegenüberstehen: zweimal in

der Liga, einmal im Saarlandpokal.

Gleich dreimal sollte die Truppe von

Coach Uwe Grub dabei den Kürzeren

ziehen, gleich dreimal ohne eigenen Torerfolg

bleiben. In Elversberg unterliegt

man trotz ansehnlicher Leistung durch

ein Tor kurz vor Schluss unglücklich mit

0:1, das Rückspiel im Ellenfeld geht mit

0:2 verloren, die Pokalpartie an der

Kaiser linde endet mit einer stark

ersatzgeschwächten Mannschaft 0:3.

Elversberg wird seiner Favoritenrolle

gerecht und am Ende mit klarem Punktevorsprung

Meister. Doch auch die

Borussen spielen eine gute Runde und

landen im Schlusstableau auf Platz 6.

Aber der Reihe nach.

Im Vorfeld der Saison hatte es große

Schwierigkeiten gegeben, überhaupt eine

oberligataugliche Mannschaft auf die Beine

zu stellen. Denn nach der beachtlichen Vorstellung

der Borussen bei der 1:3-Niederlage

im Saarlandpokalfinale gegen den

1. FC Saarbrücken (Tore: Paulo di Palma,

Sambo Choji und Stephen Musa für den

FCS, Frank-Peter Seibert für Neunkirchen)

hatte fast eine komplette Mannschaft das

Ellenfeld verlassen. „Ende Mai hatten wir

gerade mal sechs Spieler verpflichtet“,

erzählt Uwe Grub, dem dieser Umstand

tiefe Sorgenfalten in die Stirn grub. Doch

der Trainer hielt sich nicht lange mit

Lamentieren auf, sondern krempelte

gemeinsam mit dem Vorstand die Ärmel

hoch. Dank erheblicher Anstrengungen

gelang es tatsächlich, einen zwar kleinen,

aber ordentlichen Kader zusammenzustellen,

der mit einem Durchschnittsalter

von 22,8 Jahren eine gelungene Mischung

aus jungen, hungrigen Nachwuchskräften

und erfahrenen Akteuren darstellte. Zu den

Routiniers zählten die beiden Rückkehrer:

Markus Hummel kam vom FC Homburg

heim ins Ellenfeld und sollte sich als Torjäger

bewähren, Melori Bigvava blühte

nach seiner weniger erfolgreichen Zeit

beim 1. FC Saarbrücken in seiner Wohlfühloase

Neunkirchen wieder richtig auf. Hinzu

kamen Jens Kiefer (aus Elversberg), Nuri

Caraca (vom 1. FC Saarbrücken), Heiko

Wilhelm (von der FSG Schiffweiler) sowie

die jungen Sascha Stephan, Dominik Kirsch

und Thomas Schilke. Mit Richard Manu

stieß zudem ein kompromissloser Abwehrspieler

aus Elmsbüttel zum Aufgebot, der

sich im Laufe der Saison als echte Verstärkung

erweisen sollte. Da es Uwe Grub zudem

gelang, nicht nur die Neuzugänge optimal

zu integrieren, sondern auch die eigenen

Talente wie Pascal Euler, Jörn Herz und

Marco Schmit schnell zu gestandenen

Oberligaspielern zu formen und eine starke

mannschaftliche Geschlossenheit zu entwickeln,

weckte ein sehr guter Saisonstart

Hoffnungen. Ob Borussia diese erfüllen

konnte?

Gleich ein halbes Dutzend Tore servierten

die Grub-Schützlinge ihrem mitgereisten

Anhang zum Auftakt im hohen Westerwald

beim Rheinland-Aufsteiger TuS Montabaur.

Nach der Heimpremiere gegen TuS Koblenz

stand am Ende ein 2:2 – „nur“ 2:2, sagten

die knapp 1.000 Borussen, denn der Gegner

vom Deutschen Eck stand nach drei Feldverweisen

beim Schlusspfiff nur noch mit

sieben Feldspielern auf dem Platz und erkämpfte

sich dennoch durch Selcuk Acars

Ausgleich fünf Minuten vor dem Ende einen

Zähler. Schon hier zeigte sich ein Problem,

das Trainer Uwe Grub im Verlauf der Saison


BORUSSIA NEUNKIRCHEN VEREINSGESCHICHTE

23

einem hart erkämpften 3:2 gegen die TSG

Pfeddersheim und einem überzeugenden

4:0 beim SV Mettlach – mit lupenreinem

Bigvava-Hattrick – waren sie plötzlich Spitzenreiter.

mehrfach den Angstschweiß auf die Stirn

treiben sollte: die mangelhafte Chancenverwertung.

Bereits vor der Pause war die

knappe 1:0-Führung durch Tunji Adeyemis

Direktabnahme viel zu wenig. Nach Markus

Hummels erneuter Führung (71.) und personeller

Überlegenheit hieß es: „Elf gegen

acht – das wär’ doch gelacht“, wie Tobias

Fuchs in seiner Spielnachlese im Stadionmagazin

Blick ins Ellenfeld formulierte.

Doch beim Schlusspfiff lachten die Koblenzer

über einen glücklichen Punkt.

Mund abputzen und weitermachen – so

lautete die Devise der Borussia. Und sie

machten weiter: Nach einem 2:0 in der

tiefen Eifel beim SV Prüm kamen die Gallier

aus der Westpfalz ins Ellenfeld. Der Dorfverein

SC Hauenstein spielte seit Jahren im

Konzert der Großen eine gute, widerspenstige

Rolle und lag zur Pause mit 2:0 vorne –

kaum jemand gab zu diesem Zeitpunkt

noch einen Pfifferling für die Borussia.

Doch sie kam spektakulär zurück: Markus

Hummels Anschlusstreffer kurz nach

Wieder anpfiff gab das Signal zu einer

stürmischen Aufholjagd, die mit dem

2:2-Ausgleich durch Jens Kiefers Elfmeter

ihr glückliches Ende gefunden zu haben

schien. Doch in der Nachspielzeit lag der

Ball urplötzlich vor den Füßen von Melori

Bigvava: satter Schuss, der Ball zappelte

im Netz, das Ellenfeld-Stadion wurde zum

Tollhaus, stehende Ovationen für eine

Energie leistung, die Lust auf mehr machte.

Und die Borussen stillten ihren Hunger:

Nach einem 2:1 am Hessenhaus in Bingen,

Das Publikum honorierte die bisherigen

Leistungen. Mehr als 1.000 Fans strömten

ins Stadion, um ein packendes Saarland-

Derby zu erleben, in dem sich Borussia

auch durch einen zweimaligen Rückstand

und die gelb-rote Karte für Richard Manu

(wegen angeblichen Handspiels) nicht entnerven

ließ, sondern in halbstündiger

Unter zahl mit dem 3:3 noch einen Punkt

sicherte. „Borussia war die spielerisch

dominante Mannschaft mit vielen guten Einschussmöglichkeiten“,

bilanzierte die Saarbrücker

Zeitung (SZ). An der massiven Ab-

» 2:2 gegen Koblenz zum Heimauftakt im Ellenfeld. wehr der Eisbachtaler Sportfreunde bissen » Markus Hummel bei einem gefährlichen Einsatz.

sich Borussias Angreifer beim 0:0 jedoch

die Zähne aus – erstmals blieb Uwe Grubs

Team im eigenen Stadion ohne Torerfolg.

Erst am 10. Spieltag setzte es beim Traditionsduell

in Pirmasens die erste Niederlage:

Kurz vor Schluss traf der FKP zum 2:1.

Doch die Borussen ließen nicht locker, siegten

anschließend vor erneut 1.000 Fans

gegen den SSV Überherrn mit 2:0 und im

Trierer Süden gegen den VfL Heiligkreuz

mit 1:0. Auch die FSG Schiffweiler hatte im

Ellenfeld wenig zu bestellen und fuhr mit

einer 0:3-Niederlage nach Hause. Für das

Topspiel an der Kaiserlinde gegen die

SV Elversberg waren damit beste Voraussetzungen

geschaffen.

Dort fand sich mit 2.000 Zuschauern eine

Rekordkulisse ein. Die Borussen boten dem

Favoriten ordentlich Paroli, ließen kaum

Torgelegenheiten zu, kassierten jedoch

kurz vor dem Ende den Knock-out. Nach

einem 2:2 gegen den VfL Hamm ging auch

das Spitzenspiel in Brebach mit 1:2 „in die

Binsen“, auch auf dem Halberg verzeichnete

der hocherfreute Schatzmeister mit über

1.000 Fans eine Rekordmarke. Borussia

erspielte sich zahlreiche Torchancen, darunter

etwa zehn der Kategorie „hundertprozentig“.

„Jetzt wäß ich, wo Brebach leit“,

resümierte ein unglücklicher Borussen-Leo

auf der Heimfahrt und war sich seiner»

» Jens Kiefer durfte über manches Tor jubeln und zählte zu den Top-Ten der Oberliga-Torschützen.


24 VEREINSGESCHICHTE BORUSSIA NEUNKIRCHEN

» Melori Bigvava und Adetunji Adeyemi hatten viel Spaß.

Mission als Borussen-Botschafter in guten Im Februar 1998 verstarb Ehrenspielführer

wie in schlechten Tagen bewusst: „Wenn ich Henner Theobald – seit 1931 trug er das

die nächsd Woch dorsch die Stadt gehen, Borussen-Trikot, absolvierte über 1.000

kann ich mir einiges anhöre“, schwante ihm Spiele, engagierte sich als Amateurtrainer

nichts Gutes. Nach einem 1:1 gegen einen und kümmerte sich um die Traditionsmannschaft.

weiteren Titelfavoriten, den SC Idar-Oberstein,

beendeten die Borussen die Vorrunde

auf Rang 5 – trotz der Durststrecke der Sportlich brachte der Start in die Rückrunde

letzten vier Wochen ein Resultat, mit dem mit dem 1:0 gegen Montabaur, einem 3:1 in

niemand ernsthaft gerechnet hatte. Koblenz und dem 3:0 gegen Prüm die

nächsten neun Punkte. Wurde Borussia nun

Auch im Umfeld der Borussia gab es Neues. übermütig? Fast schien es so, denn die beiden

Partien in Hauenstein (1:2) und beim

Dank der Bemühungen von Tobias Fuchs

und Thomas Burgardt ging der Verein erstmals

online und schuf mit gleich zwei überraschend verloren. Vor allem die

Kellerkind aus Pfeddersheim (0:2) gingen

Homepages eine eigene Präsentationsplattform

jenseits der traditionellen Medien. ten Trainer Uwe Grub auf die Palme, der bei

90 Minuten in der Wormser Vorstadt brach-

Passend dazu warb mit der Firma H&R erstmals

ein Neunkircher Unternehmen als und „heute am liebsten acht Mann aus-

seinen Schützlingen „das Herz vermisste“

neuer Partner auf den Borussen-Trikots für gewechselt hätte“. Seine Mannschaft sei

seine Telekommunikationsprodukte. Eine offensichtlich zu siegessicher gewesen:

traurige Nachricht überschattete die Saison: „Hochmut kommt vor dem Fall“, zitierte der

Borussen-Coach ein altes Sprichwort. Die

Botschaft kam an: Gegen Hassia Bingen

(1:0) und den SV Mettlach (4:0) kehrte

Borussia auf die Siegerstraße zurück, aus

Eisbachtal (1:2) allerdings ohne Punkte.

Beim 2:1 gegen den FK Pirmasens war

Markus Hummel der überragende Mann, erzielte

nicht nur den eminent wichtigen Ausgleich,

sondern hielt trotz Nasenbeinbruchs

bis zum Ende durch. „Wir haben im

Kopf noch gejubelt“, ärgerte sich FKP-

Coach Robert Jung über Borussias Ausgleich,

der nur Sekunden nach der Pirmasenser

Führung gefallen war. Tunji Adeyemi

besorgte kurz vor Schluss den viel umjubelten

Siegtreffer. Nach dem 5:2 beim SSV

Überherrn beklagte Uwe Grub beim 3:0

gegen Schlusslicht VfL Trier erneut die

mangelhafte Torausbeute. VfL-Coach Helmut

Gorholt bedankte sich artig bei den Borussen,

„dass sie uns nicht zweistellig aus dem

Stadion gefegt haben“. „Elversberg gewinnt

solche Spiele mit 7 oder 8:0, das ist eben

der Unterschied“, so Grub mit Blick auf die

beiden bevorstehenden Derbys. Zuvor hatte

sich Borussia in Schiffweiler mit 1:2 eine

unnötige Niederlage eingehandelt – erneut

wurde optische Überlegenheit nicht in Tore

umgemünzt.

» Richard Manu – kompromissloser Abwehrspieler.

» Den Nachwuchskräften eine Chance (1): Pascal Euler. » Den Nachwuchskräften eine Chance (2): Jörn Herz.


BORUSSIA NEUNKIRCHEN VEREINSGESCHICHTE

25

Im Pokalachtelfinale verabschiedeten sich

die Borussen mit einem 0:3 an der Kaiserlinde.

Garry Blissett, Valentin Valtchev und

Almir Delic trafen für das Team von Coach

Neal Marmon, während die Borussen, die

ohne fünf Stammspieler antreten mussten,

durch Melori Bigvava und Jörn Herz zweimal

Aluminium trafen. Mit Lars Mörsdorf,

Ewald Bucher und Jörg Schneider kamen

erstmals Nachwuchskräfte aus Borussia IV

und der A-Jugend in der ersten Mannschaft

zum Einsatz. Auch im Ellenfeld siegte die

SV Elversberg wenige Tage später mit 2:0

und machte ihr Meisterstück perfekt.

Borussia hatte sich lange erfolgreich

gewehrt, die Gäste mussten bis in die

Schlussphase hart kämpfen, ehe Sascha

Loos (80.) und Marek Wosnitza (86.), der

wenige Wochen später ins Ellenfeld wechselte,

den Erfolg sicherstellten. Mehr als ein

Abseitstor durch Nuri Caraca (88.) brachten

die Borussen nicht mehr zustande. „Piep,

piep, piep – Borussia war ganz lieb“, überschrieb

Tobias Fuchs in Anspielung auf den

Song des Trierer Musikers Guildo Horn, der

in diesen Tagen beim Eurovision Song Vorsaison“ – erreicht wurde. Rang 6, 69

Contest die deutschen Farben vertrat, Treffer und 61 Punkte konnten sich in der

seine Spielnachlese im Stadionmagazin Tat sehen lassen. Mit Markus Hummel (18

Treffpunkt Ellenfeld.

Tore), Melori Bigvava (14) und Jens Kiefer

(12) platzierte Borussia gleich drei Angreifer

Mit einer 0:1-Heimniederlage gegen Brebach unter den Top-Ten der Torschützenliste.

und einem 1:1 in Idar-Oberstein verabschiedeten

„So darf es jetzt gerne weitergehen“, lautete

sich die Borussen aus einer Spielzeit, der Wunsch für die kommende Saison.

an deren Ende das von Uwe Grub anvisierte

Ziel – „besser abschneiden als Platz 7 in der

Jo Frisch

» 18 Siege durften die Borussen in der Saison 1997/98 feiern – das hätte der jungen Truppe keiner zugetraut!

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26 TRIATHLON HYLO® TEAM SAAR

EIN AUSRUTSCHER,

präsentiert von

DER EINE SAISON

ENTSCHIEDEN HAT

Am Ende der Saison war das HYLO® Team Saar Vize-Meister der Triathlon-Bundesliga in der Saison 2025. Das ist ein Titel,

der den Erwartungen zwar leicht hinterherhinkt, aber die Mentalität des Teams auf eindrucksvolle Weise widerspiegelt.

» Johannes Vogel, der sich in Tübingen trotz Kreuzbandriss ins Ziel kämpft.


HYLO® TEAM SAAR TRIATHLON

27

Nach den Ergebnissen der Saison 2024

mit drei Titeln (Deutscher Meister Mannschaft,

Deutscher Meister Mixed Team

Relay, Deutscher Meister Herren) galt

das HYLO ® Team Saar in der Triathlon-

Szene als Favorit für die Saison 2025.

Aber allen Beteiligten war auch klar, dass

es wieder eine sehr spannende Saison

werden wird und es auf ein Kopf-an-Kopf-

Rennen bei den Titelvergaben hinauslaufen

wird. Seitens der Teamleitung war

die Zielsetzung den Mannschaftstitel

erfolgreich zu verteidigen.

Mit Antoine L’hôte (SUI, 2005), Deri

McCluskey (GBR, 2005) und Sebastian

Ziekman (LUX, 2008) konnten junge Talente

für das Team gewonnen werden, während

sich mit Ian Manthey eine verlässliche Größe

aus den letzten Jahren zu einem Team in

der 2. Bundesliga verabschiedete. Ein

großes Fragezeichen schwebte aber über

den Einsatzmöglichkeiten der Top-Athleten

Tim Hellwig (der zu Beginn der Saison noch

eine Verletzung auskurieren musste) und

Lasse Nygaard-Priester (der nach seinem

Herzinfarkt in 2024 wieder die Freigabe

der Ärzte für Triathlon-Wettkämpfe erhalten

hatte).

In der Saison 2025 wurde der Deutsche

Mannschaftsmeister wieder im Rahmen

von fünf Rennen ermittelt, die zu den

folgenden Terminen in den angegebenen

Wettkampfformaten ausgetragen wurden:

SAISONTERMINE 2025

Kraichgau, 24.05.2025

2 x 2 Team-Sprint

Tübingen, 20.07.2025

Sprint-Triathlon mit 4 Startern

Dresden, 03.08.2025

Sprint-Triathlon mit 5 Startern

(zusätzlich DM MTR & DM Einzel)

Immenstadt (Allgäu), 15.08.2025

Sprint-Triathlon mit 5 Startern

Hannover, 06.09.2025

Sprint-Triathlon mit 5 Startern

Selbstverständlich dürfen auch die beiden

Damen Lena Meißer und Tanja Neubert im

HYLO ® Team Saar nicht unerwähnt bleiben.

Die beiden starten seit 2024 in einer Startgemeinschaft

mit dem TSV Amicitia Viernheim

als Team „HYLO ® Team Viernheim /

Saar“, wobei deren Fokus primär auf den

Deutschen Meisterschaften der Damen und

dem Mixed Team Relay Wettkampf liegt.

KRAICHGAU, 24.05.2025

Der Start in die neue Saison 2025 wurde

als 2 x 2 Paar-Triathlon ausgetragen. D. h.

zunächst absolviert ein Zweier-Pärchen

einen Super-Sprint-Triathlon und übergibt

dann an die zweite Gruppe. Können die

beiden Erststarter diesen Wechsel gemeinsam

durchführen, wird der erste des

zweiten Teams gewertet. Startet das zweite

Pärchen, wenn erst einer des ersten

Paares übergeben hat, stoppt die Uhr erst,

wenn beide Athleten von Team 2 über der

Ziellinie sind.

RENNEN 1

Kraichgau, 24.05.2025

2 x 2 Team-Sprint

2 x 375m Schwimmen + 10 km Radfahren

+ 2,5 km Laufen

Team 1: David Lang (2005, LUX)

Jaspar Ortfeld (2003, GER)

Team 2: Johannes Vogel (1996, GER)

Valentin Wernz (1995, GER)

Es war eine schlagkräftige Mannschaft am

Start und nach dem ersten Schwimmen

positionierten sich die beiden HYLO ® -

Athleten sehr schnell in der Führungsgruppe

auf dem Rad und dominierten dann

gemeinsam auf der Laufstrecke. Bei der

Übergabe an Vogel und Wernz wurde

fälschlicherweise der Weg durch den Zielkanal

eingeschlagen und dadurch ein Großteil

des 20-Sekunden-Vorsprungs geopfert.

Aber auch die zweiten HYLO ® -Starter

zeigten eine sehr gute Schwimm-Leistung

und waren auf der Radstrecke souverän

in der Führungsgruppe unterwegs. Auf

der Laufstrecke kam es dann am Ende

zu einer Sprint-Entscheidung, die der

Athlet vom Team Berlin für sich entscheiden

konnte.

Bei den Damen, die ihren Wettkampf im

gleichen Format zu absolvieren hatten,

kam das HYLO ® Team Viernheim / Saar mit

Tanja Neubert auf den vierten Platz der

Tageswertung.

ERGEBNIS RENNEN 1

Kraichgau, 24.05.2025

P1: Team Berlin

P2: HYLO ® Team Saar

P3: Metallart-Team AST Süßen

TÜBINGEN, 20.07.2025

Der Wettkampf in Tübingen entwickelte

sich zu einem rabenschwarzen Tag für das

HYLO ® Team Saar. Mit Ambitionen auf einen

erneuten Podestplatz angetreten, lief

es bereits beim Schwimmen nicht optimal

und keiner der Athleten schaffte den

Sprung in die Führungsgruppe auf dem Rad.

RENNEN 2

Tübingen, 20.07.2025

Sprint-Format

750 m Schwimmen + 20 km Radfahren

+ 5 km Laufen

Team:

Aber bereits in der ersten Radrunde folgte

der nächste Dämpfer, als Turner mit technischem

Defekt sein Rad abstellen und das

Rennen beenden musste. Somit befand

sich das Team gleich in einer Wettkampfsituation,

ohne die Möglichkeit eines

Streichergebnisses in der Tageswertung.

Beim Wechsel in die Laufschuhe kam es

dann aber zu einer Situation, die vieles

veränderte. Kurz nach dem Loslaufen

stürzte Vogel noch in der Wechselzone und

zog sich eine schmerzhafte Knieverletzung

zu, die nur noch eine Schadensbegrenzung

möglich machte. Er sicherte dem Team

damit noch wichtige Punkte für die Tageswertung

– im Nachhinein stellte sich aber

heraus, dass er die 5 km mit einem angerissenen

Kreuzband absolviert hatte. Seine

Saison war damit abrupt zu Ende und die

WM-Teilnahmen, zu denen er sich kurz

davor qualifiziert hatte, mussten abgesagt

werden. Für das Team wandelte sich die

Rolle vom Titelfavoriten zum fast schon

abgeschlagenen Verfolger.

ERGEBNIS RENNEN 2

Tübingen, 20.07.2025

P1: Metallart-Team AST Süßen

P2: Sportunion Neckarsulm

P3: Team Berlin

Valentin Wernz (1995, GER)

Johannes Vogel (1996, GER)

Oliver Turner (1998, GBR)

Deri McCluskey (2005, GBR)

P10: HYLO ® Team Saar

DRESDEN, 03.08.2025

Da bei dem Wettkampf in Dresden auch der

Einzeltitel des Deutschen Meisters ver geben

wurde, waren die deutschen Top-Athleten»


28 TRIATHLON HYLO® TEAM SAAR

präsentiert von

RENNEN 3

Dresden, 03.08.2025

Sprint-Format

750 m Schwimmen + 20 km Radfahren

+ 5 km Laufen

Team: Justus Nieschlag (1992, GER)

Lasse Nygaard-Priester (1995, GER)

Valentin Wernz (1995, GER)

Chris Ziehmer (2000, GER)

Jaspar Ortfeld (2003, GER)

des HYLO ® Team Saar im Einsatz. Leider

verlief das Schwimmen für die Saarländer

wieder nicht optimal und keiner schaffte

den Sprung in die nur drei Athleten umfassende

Spitzengruppe auf dem Rad. Zuletzt

fanden sie sich dann aber doch alle in einer

größeren Verfolgungsgruppe wieder. Mit

einer sehr homogenen Teamleistung bis

zum zweiten Wechsel und auf der Laufstrecke

resultierten im Ziel Einzel platzierungen,

die für einen souveränen Tagessieg sorgten.

Zudem kam Lasse Nygaard-Priester

als Dritter ins Ziel und erhielt die Bronze-

Medaille in der DM-Einzelwertung.

Bei den Damen waren in Dresden Lena

Meißner und Tanja Neubert am Start und

kamen mit ihrem Team auf Platz 5 in der

Tageswertung. Tanja Neubert verpasste

beim Kampf um den DM-Einzeltitel knapp

das Podium und belegte mit knappen

7 Sekunden Rückstand einen hervorragenden

4. Platz.

IMMENSTADT (ALLGÄU), 15.08.2025

Der vierte Wettkampf im diesjährigen Rennkalender

verlangte den Athleten alles ab.

Eine Radstrecke, auf der die Athleten in jeder

Runde mit entweder 6% Steigung und

einer rasanten Abfahrt konfrontiert waren.

Der abschließende Lauf enthielt mit dem

„Kuhsteig“ auch steile Trail-Passagen, die

dieses Rennen absolut einzigartig machten.

RENNEN 4

Immenstadt (Allgäu), 15.08.2025

Sprint-Format

750 m Schwimmen + 19,4 km Radfahren

+ 5 km Laufen

Team: Lasse Nygaard-Priester (1995, GER)

Jannik Schaufler (1997, GER)

Antoine L’hôte (2005, SUI)

Gregor Payet (1995, LUX)

Chris Ziehmer (2000, GER)

Nach dem Schwimmen konnte sich kein

Starter entscheidend absetzen und so

formierte sich eine größere Führungsgruppe,

die bis zum Wechsel in die Laufschuhe Bestand

hatte. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleitung

konnte des HYLO ® Team Saar

den zweiten Tagessieg in Folge verbuchen.

Dabei zeigte Nygaard-Priester seine Laufqualität

und wurde erst im Zielkanal von

einem Athleten aus Neckarsulm auf den

zweiten Platz verwiesen.

ERGEBNIS RENNEN 4

Immenstadt (Allgäu), 15.08.2025

P1: HYLO ® Team Saar

für das letzte Rennen in Hannover wurde

der dritte Tagessieg in Folge anvisiert; alles

andere musste sich durch den Rennverlauf

und die Leistungsfähigkeit der einzelnen

Teams ergeben. Auch dieses Mal wurde die

von der Teamleitung geplante Taktik

perfekt umgesetzt und nach einem kontrollierten

Schwimmen und Radfahren liefen

alle Athleten in die Top 14 und konnten

einen souveränen Team-Sieg feiern.

ERGEBNIS RENNEN 5

Hannover, 06.09.2025

P1: HYLO ® Team Saar

P2: Metallart-Team AST Süßen

P3: PSD Bank Tri Post Trier

Mit dem Ergebnis des letzten Rennens in

Hannover konnte sich das HYLO ® Team

Saar noch am Team Berlin vorbei auf den

zweiten Platz in der Endtabelle schieben.

Aber das Metallart-Team AST Süßen zeigte

keine Schwäche und konnte sich mit dem

zweiten Platz in der Tagewertung seine erste

Deutsche Meisterschaft sichern. Es war

eine spannende Saison, die für das HYLO ®

Team Saar sehr früh zur Verfolgungsjagd

auf die Teams aus Süßen und Berlin wurde.

Bei den drei Tagessiegen zum Saison-Ende

haben alle eingesetzten HYLO ® -Athleten

Moral bewiesen und bestmöglich abgeliefert.

Die Teamleitung glänzte dabei mit

einem guten Gespür für die Mannschaftsaufstellungen

und den taktischen Vorgaben

in den einzelnen Wettkämpfen.

ERGEBNIS RENNEN 3

Dresden, 03.08.2025

P1: HYLO ® Team Saar

P2: Team Berlin

P3: DSW12 Darmstadt

Auch der Mixed-Team-Relay Wettkampf

wurde im Rahmen der Finals 2025 vor der

großartigen Kulisse der Dresdner Altstadt

ausgetragen. Die drei Teil-Disziplinen

(340 m Schwimmen, 7,8km Radfahren,

1,35 km Laufen) wurden für das HYLO ®

Team nacheinander von Lena Meißner,

Chris Ziehmer, Tanja Neubert und Valentin

Wernz absolviert. In einem mitreißenden,

von mehreren Führungswechseln geprägten

Rennen, landete die Startgemeinschaft

HYLO ® Team Viernheim / Saar auf Platz 2

und wurde nur von DSW12 Darmstadt um

10 Sekunden geschlagen.

P2: PSD Bank Tri Post Trier

P3: Metallart-Team AST Süßen

HANNOVER, 06.09.2025

Beim Saison-Finale am Maschsee war jedem

bewusst, dass man zur Titelverteidigung

auf Schützenhilfe der anderen Mannschaften

angewiesen ist, damit die beiden

führenden Teams auf die entsprechenden

Plätze verwiesen werden. Als Zielsetzung

RENNEN 5

Hannover, 06.09.2025

Sprint-Format

750 m Schwimmen + 20 km Radfahren

+ 5 km Laufen

Team: Emil Holm (1996, DEN)

Justus Nieschlag (1992, GER)

Jaspar Ortfeld (2003, GER)

Antoine L’hôte (2005, SUI)

Niklas Keller (2002, AUT)

Die Zwischenstände in der Bundesliga-

Tabelle nach den einzelnen Wettkämpfen

dokumentieren die Spannung in dieser

Saison. Die Teams, die sich final das Podium

teilen, waren im gesamten Saisonverlauf

mit wechselnden Positionen an der Spitze.

Das HYLO ® Team Saar erreichte mit einem

zweiten Platz und drei Siegen in fünf Wettkämpfen

lediglich Platz 2 in der Endtabelle.

Da die Punktvergabe in einem strikt linearen

Punktesystem erfolgt, hat der 10. Platz

beim zweiten Rennen die Titelverteidigung

nahezu unmöglich gemacht. Aber die gerade

mal vier Platzziffern (Summe der Einzelplatzierungen

aller Athleten über die fünf

Wettkämpfe) Differenz zum Tabellenersten

zeigen, wie eng der Titelkampf während der

Saison 2025 war. Letztendlich hat mit dem

Metallart-Team AST Süßen die konstanteste

Mannschaft die Deutsche Meisterschaft

verdient gewonnen.

R. Trautmann


HYLO® TEAM SAAR TRIATHLON

29

» Niklas Keller, der in Hannover seinen ersten Einsatz für das HYLO ® Team Saar absolvierte.

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30 HAND AUF‘S HERZ MARCEL REIF

präsentiert von

HAND

HERZ!

AUF'S

„Wie sehen Sie

die Entwicklung

des VAR?“

Es gibt Stimmen im deutschen Fußball,

die weit über das reine Kommentieren

hinausreichen. Stimmen, die Teil der

Sportkultur geworden sind – und deren

Sätze Fußballfans von Generation zu Generation

weitergeben. Eine dieser Stimmen

gehört Marcel Reif. Seit den frühen

1970er-Jahren begleitet er das Geschehen

auf und neben dem Platz: zuerst

beim ZDF, später bei RTL und schließlich

über viele Jahre beim Pay-TV-Sender

Premiere beziehungsweise Sky. Reif hat

Spiele nicht nur beschrieben – er hat sie

geprägt, eingeordnet und ihnen

Haltung verliehen. Er ist bekannt für seine

scharfen Analysen und dafür, auch

einmal Dinge auszusprechen, die sich

andere vielleicht nicht trauen. Unvergessen

bleibt jener Abend im April 1998,

als ein zusammengebrochenes Tor den

Anpfiff des Champions-League-Halbfinals

zwischen Real Madrid und Borussia

Dortmund um 76 Minuten verzögerte.

Reif und Günther Jauch improvisierten

sich durch eine Wartezeit, die niemand

vorhersehen konnte – und schufen ein

Stück Live-Fernsehgeschichte.


MARCEL REIF HAND AUF‘S HERZ

31

Reifs Satz „Noch nie hätte ein Tor einem

Spiel so gut getan wie heute hier.“ wurde

zur Quintessenz dieses Abends voller Witz

und Spontanität und brachte den beiden

den Bayerischen Fernsehpreis ein. Doch

Reifs Ruf verdankt sich nicht nur solchen

Ausnahmesituationen, sondern vor allem

der Sprache, mit der er Fußball zum Erlebnis

machte. Seine besten Sprüche gehören

längst zum Kulturgut des Sportfernsehens

– mal bewusst pointiert, mal un freiwillig

komisch, immer aber mit un verwechselbarem

Reif-Ton:

„Je länger das Spiel dauert, desto

weniger Zeit bleibt.“

„Die Spieler von Ghana erkennen

Sie an den gelben Stutzen.“

„In acht Minuten drei Tore – was

können wir als Kassenpatienten

mehr verlangen?“

Diese Zitate wirken wie kleine Zeitkapseln.

Sie erzählen nicht nur von Spielen, sondern

von einem Kommentator, der Fußball nicht

nur verstand, sondern fühlbar machte – mit

Humor, Klarheit und einem Gespür für den

Moment. Auch nach seinem Abschied als

Sky-Kommentator 2016 ist Marcel Reif aus

der Fußballwelt nicht wegzudenken. Als

Experte, langjähriges Mitglied im Doppelpass

und mit seinem Podcast „Reif ist live“

bleibt er eine der prägenden Stimmen des

deutschen Sportjournalismus – meinungsstark,

sprachgewandt und unverwechselbar

deutlich.

Im Gespräch mit Kick & Kult blickt Marcel

Reif auf eine außergewöhnliche Karriere

zurück, spricht über das heutige Fußballgeschehen,

über klare Worte, junge Talente –

und darüber, wo das Spiel seiner Meinung

nach steht.

Kick & Kult: Lieber Herr Reif, in vielen

Interviews werden Sie immer wieder

mit dem umgefallenen Tor in Madrid

konfrontiert und in Verbindung gebracht.

Welches Ereignis bleibt Ihnen

denn ähnlich in Erinnerung, wenn Sie

an Ihre Karriere zurückdenken?

Marcel Reif: Alles gut, alles gut. Schauen

Sie, ich kenne diese Frage, aber sie zielt ja

oft darauf ab: Was war Ihr bestes Spiel? Ich

habe tausend Erinnerungen. Und ich habe

mir sehr früh abgewöhnt, Ranglisten zu

führen.

Ein WM-Finale ist bedeutender als ein

Champions-League-Finale. Ein Champions-

League-Finale ist bedeutender als ein

Länderspiel. Ein Länderspiel ist bedeutender

als ein Bundesligaspiel. Und ein tolles

Bundesligaspiel wie Bayern gegen Dortmund

ist bedeutender als Hoffenheim

gegen Mainz.

Wenn ich das ständig bewertet hätte, hätte

ich mir permanent Frust geholt und meinen

Job nicht machen können. Es gab Momente,

da hat mich mein Sohn in der Halbzeit

angerufen und gesagt: Wenn dir das alles

so wenig Spaß macht und du nur meckerst,

dann musst du dir einen anderen Job

suchen – das ist anstrengend, dir zuzuhören.

Ich habe so viele Momente, so viele Sätze,

die ich lieber nicht gesagt hätte, aber auch

viele, die gut waren und mir Spaß gemacht

haben. Irgendwann habe ich verstanden:

Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte.

Und die zu finden, das war mein Job.

Dieses umgefallene Tor war völlig aus der

Art geschlagen. Das hatte mit Fußball

nichts zu tun. Ich musste danach»


32 HAND AUF‘S HERZ MARCEL REIF

präsentiert von

trotzdem weiter kommentieren, obwohl

niemand mehr zugehört hat und niemand

wusste, ob das Spiel gewertet wird. Das war

nicht mein Kerngeschäft.

Kick & Kult: Sie sind bekannt dafür,

Dinge sehr klar anzusprechen. Gab es

Momente, in denen Sie im Nachhinein

dachten: „Oha, das wird mir jetzt

jemand übel nehmen?“

Marcel Reif: In jungen Jahren habe ich

sicher übertrieben. Als ich vom politischen

Journalismus zum Sport kam, wollte ich

zeigen, dass ich es besser kann. Das war

sicher nicht immer klug.

Je älter man wird, desto mehr denkt man

nach, bevor man redet. Und heute ist es mir

ehrlich gesagt egal, ob jemand meine

Meinung mag oder nicht. Wenn ich eine

Sendung mache oder ein Interview gebe,

dann sage ich, was ich denke. Wem das

nicht passt ...

Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig –

außer mir selbst und Menschen, die mir

wichtig sind. Mein Sohn hat mir das einmal

sehr klar gemacht, als ich überlegte, nach

dem Rücktritt noch einmal Spiele zu

kommentieren. Er fragte mich: Wem bist

du denn Rechenschaft schuldig? Und er

hatte recht.

Kick & Kult: Kommen wir zur Nationalmannschaft.

Zwischen Galavorstellung

und Rumpelfußball war zuletzt

alles dabei. Wie würden Sie den

aktuellen Stand beurteilen?

Marcel Reif: Sehr gut – mit Luft nach oben.

Aber noch nicht Weltklasse. Dafür fehlt

noch etwas. Wenn man das mit anderen

Spitzenmannschaften vergleicht, sieht

man, dass noch Entwicklung nötig ist.

Kick & Kult: Ein großes Thema ist

immer wieder Manuel Neuer. Würde es

Sinn machen, ihn noch einmal für ein

großes Turnier zu fragen?

Marcel Reif: Das ist keine Grundsatzfrage.

Wenn Bedarf besteht, wenn er fit ist und

bereit wäre, dann wäre es doch irrsinnig,

ihn nicht zu fragen.

Aber aktuell sagt er klar, dass er regenerieren

will. Deshalb wird hier eine Phantomdebatte

geführt. Wenn das Torhüterproblem

unser größtes wäre, dann wären wir schon

Weltmeister.

Baumann ist ein sehr guter Torhüter. Alles

andere wird sich zeigen. Aber diese Diskussion

wird künstlich am Leben gehalten.

Kick & Kult: Auch Lennart Karl sorgt

für Diskussionen. Manche vergleichen

ihn sogar mit Messi.

Marcel Reif: Das ist absurd. Ich verstehe

nicht, warum man vergleichen muss.

Lennart Karl ist ein großartiger junger

Spieler. Wenn er seine Form hält, wird er zur

Nationalmannschaft fahren.

Aber junge Spieler haben auch Dellen. Wenn

es bessere, erfahrenere gibt, fahren die.

Wenn nicht, fährt er. Das ist keine Ideologie,

sondern Pragmatismus. Wir wollen gewinnen.

Was mir gefällt, ist seine Unbekümmertheit.

Wenn er das halten kann – wunderbar. Wenn

nicht, dann eben nicht. So einfach ist das.

Kick & Kult: Aus saarländischer Sicht:

Die SV Elversberg begeistert ganz

Fußball-Deutschland.

Marcel Reif: Absolut. Das ist eine große

Freude. Trainer gehen, Spieler gehen – und

trotzdem machen sie einfach weiter, als

wäre nichts gewesen. Das ist großartige

Arbeit, die dort geleistet wird.

Im Herzen bin ich aber immer noch Kaiserslautern-Fan.

Ich befürchte allerdings, dass

das auch in diesem Jahr nichts wird mit

dem Aufstieg. Warten wir es ab.

Kick & Kult: Wie sehen Sie die Entwicklung

des VAR?

Marcel Reif: Der VAR ist ein Werkzeug,

kein Selbstzweck. Wenn er hundertprozentige

Klarheit bringt, dann ist er sinnvoll. Für

Grauzonen taugt er nicht.

Im Jahr 2025 kann man technische Hilfsmittel

nicht ignorieren. Aber sie müssen

richtig eingesetzt werden.

Kick & Kult: Ein weiteres Reizthema sind

Ablösesummen und Spielergehälter.

Marcel Reif: Natürlich sind das obszöne

Summen. Darüber gibt es nichts zu diskutieren.

Meine Frau ist Krebsärztin und rettet

Leben – sie verdient weniger als ein Drittligaspieler.

Das ist die obszöne Realität.

Aber es gibt einen Markt. Und ich mag keine

Heuchelei. Wenn einem das zu viel ist, dann

sollte man sich Klubs wie Elversberg

anschauen. Dort sieht man, dass es auch

anders geht.

Kick & Kult: Zur Regionalliga-Reform:

Meister sollen künftig direkt aufsteigen

– längst überfällig, oder?

Marcel Reif: Wenn eine Mannschaft Meister

wird, dann muss sie aufsteigen. Alles andere

ist sportlich nicht zu rechtfertigen.

Kick & Kult: Hätte Sie auch eine große

Unterhaltungssendung gereizt, eine

Sendung wie zum Beispiel „Wetten,

dass..?“ oder „Verstehen Sie Spaß?“

zu moderieren?

Marcel Reif: Nein. Ich wollte immer das

machen, was ich wirklich gut kann. Wenn

ich nicht „Weltklasse“ sein kann, dann

interessiert es mich nicht.

Es gibt großartige Moderatoren wie Jauch

oder Gottschalk. Und Jauch hat einmal zu

mir gesagt: Das, was du kannst, kann ich

nicht. Genau deshalb macht jeder seins.

Kick & Kult: Wie schalten Sie ab?

Marcel Reif: Mit meiner Frau. Wir reisen

viel, haben ein Haus in Süditalien und eine

Wohnung in Palma.

Ich kann sehr gut abschalten, sehr gut

faulenzen. Ich schaue allerdings immer

noch viel Fußball, weil es mich interessiert.

Kick & Kult: Welches Buch sollte man

unbedingt gelesen haben?

Marcel Reif: Lesen an sich ist schon ein

Gewinn. Ob Krimi oder Shakespeare –

Sprache hilft.


MARCEL REIF HAND AUF‘S HERZ

33

Ein Buch in die Hand zu nehmen, nicht auf

dem Bildschirm zu lesen, sich zurückzuziehen

– das empfehle ich jedem.

Wir blicken sowieso schon alle viel zu viel

auf den Bildschirm. Ich sage auch immer,

wenn die Familie da ist: „So, jetzt alle Endgeräte

vom Tisch, wir unterhalten uns…“

Kick & Kult: Reden Sie mit Ihrer Frau

auch viel über Fußball?

Marcel Reif: Also, meine Frau ist im Verwaltungsbeirat

vom FC Bayern München,

aber ich sage immer: Meine Frau wundert

sich heute noch, warum der Ball springt, obwohl

kein Frosch drin sitzt (Reif lacht).

Nein, Spaß beiseite: Wir reden kaum über

Fußball. Hin und wieder fragt sie, warum

der FC Bayern so gut ist.

Und ich halte mich aus der Gynäkologie

raus. Aber mit meinem Enkel diskutiere ich

umso mehr. Der ist glühender Leverkusen-

Fan, der weiß absolut alles, und mit dem

rede ich quasi nur über Fußball. Der kennt

alle Aufstellungen und weiß je nach Gegner,

wie man am besten aufstellen würde.

Meine jüngeren Söhne reisen mit ihren

Kumpels regelmäßig nach England, weil sie

riesigen Gefallen am englischen Fußball

haben. Sie und ihre Freunde sind große

Fans von Sunderland.

Kick & Kult: Der letzte Kinofilm?

Marcel Reif: Da habe ich ein Defizit. Ich

war lange nicht im Kino. Das ändern wir.

Kino ist etwas anderes als Streaming.

Wir gehen bald wieder. Eigentlich ist ein

Kinobesuch etwas Großartiges. Jetzt gehen

wir erst einmal auf eine Antarktis-Kreuzfahrt

im Dezember – und danach ins Kino.

Kick & Kult: Herr Reif, vielen herzlichen

Dank für das Gespräch!

» Marcel Reif, ein Mann der klaren Worte.

T. Nelz © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0


34 BOXEN JÜRGEN DOBERSTEIN

präsentiert von

FILMREIF UND BEREIT

FÜR DEN NÄCHSTEN

TITELKAMPF

Gleich zu Beginn des Jahres 2026 steht Jürgen „Dobermann“ Doberstein im Mittelpunkt

von gleich zwei außergewöhnlichen Ereignissen.

Am 21. Februar 2026 steigt der „Dobermann“

bei der URSAPHARM Fightnight IV

in der Stadtgartenhalle Saarlouis erneut

zur WM-Titelverteidigung an. Vor heimischer

Kulisse wird die Halle zum Hexenkessel,

wenn Doberstein um seinen nächsten

großen Erfolg kämpft.

» Einer der emotionalsten Momente Dobersteins.

Innerhalb weniger Wochen erlebt der saarländische

Profiboxer Momente, die es so

im regionalen Boxsport bislang kaum gegeben

hat: eine eigene Film premiere – und

eine weitere Weltmeister-Titelver teidigung

vor heimischem Publikum. Saarlouis

wird damit zur Bühne eines ganz

besonderen Karriereabschnitts.

Die Leinwand erzählt seine Geschichte

Am 17. Januar 2026 feiert im Theater am

Ring in Saarlouis die Dokumentation „Jürgen

Doberstein – sein Weg zur Weltmeisterschaft“

Premiere. Ein Film, der weit über

klassische Sportdokumentationen hinausgeht.

Über zehn Jahre hinweg begleitete

ein Filmteam Doberstein auf seinem Weg –

im Training, im Alltag, nach Verletzungen,

in Phasen des Zweifelns und in Momenten

großer Erfolge.

Die Dokumentation zeigt den Menschen

hinter dem Spitzensportler: diszipliniert,

bodenständig, familiennah und geprägt

von einem unerschütterlichen Willen. Sie

erzählt von Rückschlägen, die andere zum

Aufgeben gezwungen hätten, und von

Comebacks, die nur durch absolute Hingabe

möglich waren. Es ist ein ehrliches,

emotionales Porträt eines Boxers, der sich

alles selbst erarbeitet hat.

Der Film macht deutlich, dass Dobersteins

Karriere nicht allein aus Siegen besteht,

sondern aus harter Arbeit, Loyalität und dem

festen Glauben an den eigenen Weg. Für Fans

bietet die Dokumentation einen seltenen

Blick hinter die Kulissen – für Außen stehende

eine inspirierende Geschichte über Disziplin,

Durchhaltevermögen und Charakter.

Vom Kinosaal direkt in den Ring

Nur wenige Wochen nach der Filmpremiere

folgt der nächste Höhepunkt – diesmal

wieder dort, wo Doberstein zu Hause ist:

im Ring.

Für den Saarländer ist dieser Abend weit

mehr als ein weiterer Titelkampf. Es ist die

Chance, die Geschichte, die auf der Leinwand

erzählt wird, live fortzuschreiben.

Monatelange Vorbereitung, harte Trainingseinheiten

und absolute Fokussierung münden

in diesen einen Moment – vor den eigenen

Fans, in vertrauter Umgebung.

Zwei Termine, ein besonderer Jahresauftakt

Film und Fight – persönlicher kann ein

Karriereabschnitt kaum sein. Während im

Januar sein bisheriger Weg dokumentiert

wird, richtet sich im Februar der Blick klar

nach vorn. Jürgen Doberstein steht sinnbildlich

für Authentizität, Kampfgeist und

den Mut, sich immer wieder neuen Herausforderungen

zu stellen.

Saarlouis wird damit im Januar und Februar

2026 zur Bühne für zwei Ereignisse, die den

saarländischen Boxsport prägen werden.

Und eines ist sicher: Die Geschichte des

„Dobermanns“ ist noch lange nicht zu Ende

erzählt.

T. Nelz / Sport News Saarland J. S. Bach


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F I L M P R E M I E R E

17. JANUAR 2026

TITELVERTEIDIGUNG

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21. FEB 2026 STADTGARTENHALLE

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36 YOGA LAURA DINCAY (TEIL 2 VON 2)

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YOGA IM

LEISTUNGSSPORT

Warum die Besten der Welt auf die Matte gehen.

» Navasana (Bootshaltung): Stärkt die Körpermitte, verbessert Balance und Körperspannung.

Yoga gilt für viele noch immer als ruhige

Gegenbewegung zum hektischen Alltag.

Im ersten Teil unseres Interviews ging es

darum, was Yoga eigentlich ist – und warum

es weit mehr bedeutet als Dehnen

und Entspannen. Doch während Yoga lange

Zeit vor allem mit Wellness und Ausgleich

verbunden wurde, hat es inzwischen

auch in ganz anderen Bereichen

Fuß gefasst.

Immer mehr Profisportler und Top-Manager

integrieren Yoga gezielt in ihren Alltag.

Nicht aus einem Trend heraus, sondern weil

sie unter dauerhaftem Leistungsdruck

stehen – körperlich wie mental. Beweglichkeit,

Fokus, Regeneration und Stressresistenz

sind längst zu entscheidenden Faktoren

geworden, wenn es darum geht, auf

hohem Niveau konstant Leistung ab zurufen.

Yoga bietet hier einen Ansatz, der klassische

Trainings- und Arbeitsmodelle sinnvoll ergänzt.

Während im Profisport Kraft, Schnelligkeit

und Ausdauer dominieren, gerät häufig

das Gleichgewicht zwischen Belastung

und Erholung aus dem Blick. Genau dort

setzt Yoga an. Durch bewusste, kontrollierte

Bewegungen werden nicht nur große Muskelgruppen,

sondern vor allem die tieferliegende

Stützmuskulatur aktiviert. Gelenke

werden stabilisiert, Bewegungsabläufe


(TEIL 2 VON 2) LAURA DINCAY YOGA

37

Für mich persönlich ist genau das einer der

wichtigsten Aspekte von Yoga. Es hat mir

gezeigt, wie eng Körper, Geist und Haltung

miteinander verbunden sind. Wie viel sich

verändert, wenn man beginnt, sich selbst

wahrzunehmen – ohne Bewertung, ohne

Druck. Yoga hat mir nicht beigebracht, perfekt

zu sein. Sondern ehrlich. Und genau das

wirkt nach außen.

» Laura Dincay

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen

diesen Zugang für sich entdecken. Nicht, um

besser zu sein als andere, sondern um

wieder mehr bei sich anzukommen. Denn

wer sich selbst mit mehr Achtsamkeit

begegnet, begegnet oft auch anderen

freundlicher. Mit mehr Geduld, mehr Respekt

und mehr Verständnis. In den letzten Jahren

ist genau das in unserer Gesellschaft spürbar

weniger geworden – nicht aus Bosheit,

sondern weil viele überfordert, unzufrieden

oder dauerhaft angespannt sind.

effizienter, der Körper insgesamt widerstandsfähiger.

Besonders deutlich zeigt sich das im Fußball,

in der Leichtathletik oder im Motorsport.

Hohe Intensität, schnelle Richtungswechsel

und einseitige Belastungen führen langfristig

zu muskulären Dysbalancen. Yoga hilft,

diese auszugleichen. Verkürzte Muskelketten

werden gelöst, schwächere Bereiche

gezielt gekräftigt. Das Ergebnis ist nicht nur

mehr Beweglichkeit, sondern auch eine verbesserte

Körperwahrnehmung – ein entscheidender

Faktor, um Verletzungen vorzubeugen

und die eigene Leistungsgrenze

besser einschätzen zu können.

Doch der eigentliche Mehrwert von Yoga

liegt nicht allein im Körperlichen. Wer

regelmäßig praktiziert, merkt schnell, dass

Yoga auch den Umgang mit Druck verändert.

Atem und Aufmerksamkeit werden bewusster.

Gedanken kommen zur Ruhe. Stressreaktionen

werden früher wahrgenommen

– und können reguliert werden, bevor sie sich

festsetzen. Gerade in Wettkampfsituationen

oder in beruflichen Entscheidungsmomenten

kann diese innere Klarheit entscheidend

sein. Auch in Führungsetagen ist Yoga

längst angekommen. Managerinnen und

Manager stehen häufig unter ähnlichem

Druck wie Leistungssportler: hohe Verantwortung,

permanente Erreichbarkeit, komplexe

Entscheidungen. Yoga bietet hier

keinen Rückzug, sondern ein Training für

Präsenz. Wer gelernt hat, bei sich zu bleiben,

kann klarer kommunizieren, bewusster entscheiden

und gelassener führen.

Yoga kann hier kein Allheilmittel sein. Aber

es kann ein Anfang sein. Ein Weg, bewusster

zu leben – mit sich selbst und miteinander.

Es lädt dazu ein, innezuhalten, statt ständig

zu reagieren. Zu spüren, statt zu funktionieren.

Und wieder Verantwortung für die

eigene innere Haltung zu übernehmen.

Ich bin überzeugt: Yoga kann mit jedem

etwas machen, der bereit ist, sich darauf

einzulassen. Unabhängig von Alter, Fitness

oder Erfahrung. Yoga beginnt nicht mit

einer perfekten Pose, sondern mit Offenheit.

Und genau darin liegt seine Kraft.

Laura Dincay

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38 FIT & GESUND SCHAMBEINENTZÜNDUNG

DIE GROSSE

präsentiert von

UNBEKANNTE

Schambeinentzündung – wenn eine Diagnose Karrieren entscheidet.

» Das Schambein ist ein platter, winkelförmiger Knochen und Teil des Beckens.

Hinweis: Folgender Text versteht sich

als allgemeiner Ratgeber. Er ersetzt keine

ärztliche Beratung. Bei Unsicherheit

oder ernsthaften Beschwerden sollte

unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht

werden.

Immer wieder hört man von Leistungssportlern,

die aufgrund einer Schambeinentzündung

monatelang ausfallen oder

ihre Karriere frühzeitig beenden müssen.

Lange bewegte sich das Behandlungsspektrum

zwischen monatelanger Ruhigstellung

und großen operativen Eingriffen.

Doch dank moderner, differenzierter

Diagnose- und Therapiekonzepte verliert

die gefürchtete Osteitis pubis zunehmend

ihren Schrecken.

Nach heutiger Lehrmeinung handelt es sich

nicht um eine klassische bakterielle Entzündung,

sondern um eine schmerzhafte, nichtentzündliche

Überlastungsreaktion des vorderen

Beckenrings. Betroffen sind neben

dem Schambein auch angrenzende Strukturen

wie Adduktoren, Bauchmuskulatur, Leistenbänder

und Faszien. Ein klares Verletzungstrauma

lässt sich nur selten

nachweisen – genau das machte die Erkrankung

über Jahre so schwer greifbar und

führte oft zu langwierigen, wenig zielgerichteten

Therapien.

Einen entscheidenden Wendepunkt markierte

ein Fachartikel in der Deutschen Zeitschrift

für Sportmedizin aus dem Jahr 2008.

Einer der Autoren war der Sporttraumatologe

Dr. Sascha Hopp von der Lutrina-Klinik in

Kaiserslautern, der bereits zuvor gemeinsam

mit Prof. Dr. Tim Pohlemann eine Spezialsprechstunde

für Sportler mit chronischen

Leistenschmerzen etabliert hatte. Ziel

war es, weg von der Sammeldiagnose, hin

zur exakten Ursachenforschung zu gelangen.

Götze, Messi, Yamal, Courtois & Co.:

Wenn selbst Weltstars ausgebremst

werden

Die Schambeinentzündung macht keinen

Unterschied zwischen Nachwuchstalent

und Weltstar. Mario Götze etwa kämpfte

nach seinem WM-Finaltor 2014 jahrelang

mit wiederkehrenden Leistenschmerzen

und einer diagnostizierten Osteitis pubis.

Auch Lionel Messi hatte vor allem zu Beginn

seiner Karriere immer wieder Probleme im

Leisten- und Schambereich und konnte nur

durch konsequente Belastungssteuerung

Rückfälle vermeiden.

Aktuell zeigt der Fall Lamine Yamal, wie

früh junge Spieler betroffen sein können,

wenn hohe Spielbelastung auf einen noch

nicht vollständig entwickelten Körper trifft.

Und selbst Torhüter bleiben nicht verschont:

Thibaut Courtois litt ebenfalls unter

entsprechenden Beschwerden – verursacht


durch explosive Abdruck- und Rotationsbewegungen,

die den Beckenring stark belasten.

Diese Beispiele zeigen deutlich: Die Schambeinentzündung

ist kein Zeichen mangelnder Fitness, sondern

eine komplexe Überlastungsproblematik, die selbst

unter optimalen Bedingungen auftreten kann.

Ursachen, Symptome und moderne Diagnostik

Besonders häufig tritt eine Osteitis pubis in Sportarten

mit schnellen Richtungswechseln, Sprints und Schussbewegungen

auf – allen voran im Fußball. Typisch sind

Schmerzen im Bereich der Schambeinfuge, die in Leiste,

Hüfte oder Unterbauch ausstrahlen und bei Alltagsbewegungen

wie Gehen, Treppensteigen oder Niesen

auf treten. Ein lokalisierbarer Druckschmerz an der

Symphyse gilt als Leitsymptom.

Die größte Herausforderung bleibt die Diagnostik. Bildgebende

Verfahren wie MRT oder Röntgen liefern nicht

immer eindeutige Befunde. Deshalb setzt man heute

auf eine hochpräzise, differenzierte Ur sachenanalyse,

die auch Kapsel-, Sehnen- oder Mikroabrissverletzungen

einbezieht. Erst wenn der tatsächliche Auslöser

identifiziert ist, kann gezielt therapiert werden – konservativ

oder, falls nötig, minimal invasiv operativ.

Fazit

Die Schambeinentzündung ist kein Karriere aus mehr.

Entscheidend ist eine präzise Diagnostik statt pauschaler

Schonung. Wird die Ursache erkannt, stehen die Chancen

gut, dass selbst diese gefürchtete Leistungssportler-

Diagnose vollständig und folgenlos ausheilt.

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40 LOST PLACES SPORTPLATZ SV BERGEN

SPORTPLATZ

SV BERGEN

Kleiner Verein – großer Sympathieträger im Grenzgebiet.

Erstmals in den Chroniken erwähnt wird der

SV Bergen im Jahr 1924. Wie auch in anderen

Orten versuchten junge Menschen, den Sportbetrieb

unter einem Vereinsdach etwas geordneter

zu gestalten. Fußball stand dabei

zunächst noch gar nicht auf der Agenda, denn

meist fehlten die finanziellen Mittel

allein für einen Fußball. Als dann jedoch ein

Spielgerät beschafft werden konnte, kannte

der Elan keine Grenzen, und zu Beginn wurde

fünfmal (!) pro Woche trainiert. Bemerkenswert

ist an dieser Stelle, dass bis 1932 ausschließlich

Freundschaftsspiele ausgetragen

wurden und es zunächst weder um Ligenzugehörigkeit

noch um Punkte ging. Vielmehr

wollte man in den Nachbardörfern – vor allem

beim SV Britten, bei dem man sehr häufig antrat

– ein ordentliches Bild hinterlassen.

„Das Interesse war so groß, dass man sein letztes

Taschengeld hergab, um ein Trikot anzuschaffen“,

so die Faktenlage der damaligen

Zeit in der Chronik des Ortes Bergen. Um die

deutsche Nationalmannschaft zu würdigen,

lief man in Schwarz und Weiß auf.

Die Geschichte des SV Bergen bei Losheim

musste ich erst einmal auf mich wirken

lassen. Es ist die Geschichte eines Vereins,

wie sie kaum passender für die jeweilige

Zeit im Amateurbereich hätte sein können.

Von charmant bis willenstark, von

chaotisch bis geordnet war einfach alles

dabei. Es gab jedoch eine Konstante,

solange es den SV Bergen gab, und diese

Konstante ist bis heute geblieben: Der

Verein war, ist und wird immer sympathisch

bleiben!

Der Wirtschaftsaufschwung der 1920er-

Jahre ließ den Fußballsport zunehmend unattraktiv

werden. Der erreichte Wohlstand

wollte gezeigt werden, und da passte der Fußball

nicht mehr ins Bild. Dies änderte sich erst

wieder in den Krisenjahren der 1930er-Jahre.

Die hohe Arbeitslosigkeit und vor allem die

Perspektivlosigkeit ließen die „Kerle“ wieder

auf den Platz zurückkehren und den Fußball

sowie den SV Bergen neu aufleben. Durch viel

Eigenleistung und einen Arbeitsdienst wurde

der erste Sportplatz eingerichtet – an jener

Stelle, an der sich heute die Mehrzweckhalle

befindet. Die Platzverhältnisse werden in der

Chronik allerdings als „stark hängend“ beschrieben,

sodass man wohl größere Unebenheiten

in Taktik und Spiel integrieren musste.

1932 wurde der Sportverein in „Deutsche

Jugend Kraft“ umbenannt. Grund hierfür war

der Vorwurf übertriebener Härte, die Sportvereinen

bei Wettkämpfen angelastet wurde.

Nachdem im benachbarten Konfeld ein

Spieler infolge eines überharten Einsatzes

ums Leben gekommen war, sah man sich in

Bergen zum Handeln gezwungen. Diese

Umbenennung hatte jedoch nur zwei Jahre

Bestand, ehe man wieder zum alten Namen

SV Bergen 1924 zurückkehrte.


SPORTPLATZ SV BERGEN LOST PLACES

41

Ab 1933 lief der Spielbetrieb vermehrt im

Wettkampfmodus. Gespielt wurde in Verbandsrunden,

und der SV Bergen fand sich

stets im oberen Tabellendrittel wieder. Gerade

bei den Nachbarn aus Britten sowie im heute

rheinland-pfälzischen Greimerath bei der

SG Blau-Weiß war das Gewinnen oft nur eine

Frage der Höhe. Die politische Situation jener

Zeit ließ das Teilnehmerfeld jedoch zunehmend

ausdünnen. Gerade einmal sechs

Mannschaften konnten noch eine vollständige

Besetzung stellen. Die errungene Meisterschaft

des SV Bergen spielte da bereits nur

noch eine untergeordnete Rolle. Größter

Vereinserfolg mit entsprechendem Prestige

war der Sieg im Pokalwettbewerb, der im

Olympia jahr 1936 mit einer olympischen

Medaille belohnt wurde. Diese wurde durch

einen 1:0-Erfolg gegen die zweite Mannschaft

der SpVgg Merzig errungen. Danach brach

der Spielbetrieb zusammen. Viele Spieler

wurden an die Front eingezogen und kehrten

entweder gar nicht oder schwer verletzt zurück.

Damit endete die erfolgreichste Zeit

des SV Bergen.

Nach dem Krieg dauerte es bis 1949, ehe

Sportvereine wieder zugelassen wurden. Der

SV 1924/49 Bergen entstand erneut, wobei

sich die Vorsitzenden einer gründlichen Überprüfung

auf „politische Unbescholtenheit“

durch die französischen Besatzer unterziehen

mussten. 1950 wurde ein Pokalwettbewerb

veranstaltet. Traurigerweise nahm das Interesse

innerhalb des Vereins rapide ab, sodass

der SV Bergen noch im selben Jahr aufgelöst

wurde. „Alles, was mittlerweile in die Vereinskasse

gekommen war, wurde im Saartoto vertippt“,

so ein Zeitzeugenbericht.

Ab 1956 wagte man in Bergen den vierten

Neuanfang. 60 Personen gründeten den

SV 24/56 Bergen. In die Zeit um 1962 fällt die

„größte Errungenschaft“ des Vereins: Der

neue Sportplatz am Waldrand konnte mit

Zuschüssen des Verbandes, viel Eigenleistung

und dem Willen der Gemeinde – die

bis heute Eigentümerin des Platzes ist –

errichtet werden. Zuvor hatte es mehrere

Anläufe gegeben, einen neuen Platz zu erhalten,

die jedoch allesamt abgelehnt

worden waren. Erst als 1959 der Bau einer

neuen Volksschule beschlossen wurde und

der alte Platz weichen musste, fand der

Wunsch nach einer neuen Spielstätte Gehör.

Sportlich lief es jedoch weiterhin eher bescheiden.

In typisch sympathischer Art analysiert

die Chronik diese Phase mit dem Satz:

„Als ständiger und treuer C-Klassen-Anhänger

hatte man zwar nie Abstiegssorgen,

jedoch lernte man auch nie das enttäuschende

Gefühl einer verpatzten Meisterschaft

kennen.“ Dieser charmanten Umschreibung

ist nichts hinzuzufügen.

Die beste Platzierung der Nachkriegszeit war

ein vierter Rang in der Saison 1961/62. Die

größten sportlichen Erfolge waren drei Finalteilnahmen:

1965 im Hochwaldpokal gegen

den SV Weiskirchen (1:3), 1968 im Amtspokal

gegen den direkten Nachbarn SV Scheiden

(Spielort Britten) sowie 1971 erneut im Hochwaldpokal

beim SV Thailen (0:1). Das Interesse

nahm jedoch weiter ab, und die Jugendlichen

aus dem Ort zog es zunehmend zu den Nachbarvereinen.

So kam es, dass 1982 der Spielbetrieb

eingestellt wurde. Doch Bergen wäre

nicht Bergen, wenn man nicht einen erneuten

Anlauf genommen hätte. Im Dezember 1984

startete der fünfte Versuch. „Trotz größten

Bemühens und Ehrgeizes konnte in der Kreisliga

B Wadern nur der letzte Platz erreicht

werden.“ Erneut ließ das Interesse nach. Ein

letztes Aufbäumen gab es 1987, als der SVB

den Gemeindepokal ausrichten durfte, den

der SV Hausbach gewann. Doch letztlich half

auch das nicht weiter. Selbst eine zweite

Mannschaft, die ins Leben gerufen wurde,

kam nicht über den vorletzten Platz hinaus.

An ein Spiel kann sich Jürgen Aschenbach,

der letzte Vorsitzende, noch gut erinnern: Ein

0:21 gegen den ungeliebten Nachbarn aus

Scheiden hatte zur Folge, dass er nach dem

Spiel in der Kabine nochmals die Spielerpässe

kontrollieren wollte – er fand jedoch bis auf

seinen eigenen (er spielte selbst mit) keinen

einzigen mehr. „Es wollten einfach alle nur

noch weg!“, sagte er schmunzelnd. Nach

einer Woche Telefonaten und gutem Zureden

stand am darauffolgenden Wochenende

jedoch wieder eine vollständige Mannschaft

auf dem Platz. Es ist eine der vielen kleinen,

sympathischen Geschichten, die eingangs

erwähnt wurden und sinnbildlich für den

SV Bergen stehen. Ein letzter Höhepunkt war

die Einladung des Deutschen Meisters von

1988, Werder Bremen, zum Bundesligaspiel

gegen die Stuttgarter Kickers, ehe man 1989

endgültig und bis heute final die Segel strich.

Heute wird der Platz für Boule-Spiele sowie

von Freunden des Kneipp-Fußbades genutzt.

Pläne gab es viele – von einer Reitanlage bis

hin zu einem allgemeinen Freizeitplatz. Alle

Ideen wurden jedoch aus finanziellen Gründen

verworfen, sodass man sich den Platz

auch heute noch anschauen kann. Auch wenn

die Nutzung im März 2021 nur wenig mit

sportlichen Aktivitäten zu tun hatte – eine

Straßenbaufirma nutzte den Platz während

der Sanierung der Anwohnerstraße als Parkplatz

für ihren Fuhrpark –, wird der Sportplatz

in Bergen wohl für die Allgemeinheit erhalten

bleiben. So besteht stets die Möglichkeit, sich

an den SV Bergen zu erinnern, der 1989 auf

sehr sympathische Weise von der Fußballkarte

des Saarlandes verschwand.

Update November 2025: Der Platz ist nach

wie vor erhalten und in einem gepflegten

Zustand. Es wurden ein Basketballkorb, zwei

kleine Fußballtore aus Stahl sowie eine

Beachvolleyballanlage errichtet. Insofern

kann man durchaus davon sprechen, dass der

Platz als allgemeiner Freizeitplatz mit vielfältigen

sportlichen Aktivitätsmöglichkeiten

erhalten geblieben ist.

Adresse des Platzes

Bergener Straße 146,

66679 Losheim am See

Kapazität: 500 Zuschauer

Heutige Nutzung: Boule, Kneipp-Anlage

Besonderheit: Der Verein grenzt bis auf

wenige Meter direkt an die saarländischrheinland-pfälzische

Grenze

Tobias Aslong


42 IM SPOTLIGHT TIMO HEITMANN

TIMO

HEITMANN

VOM VERSICHERUNGSDETEKTIV ZUM ABTEILUNGSLEITER

Er war eines der bekanntesten Gesichter

der RTL-Erfolgssendung „Die Versicherungsdetektive“:

Timo Heitmann. Seit der

vierten Staffel prägte er das Format

entscheidend mit – gemeinsam mit Patrick

Hufen verlieh er der Serie ihren ganz eigenen

Charakter. Mit seinem charmanten

Lächeln, seiner charismatischen Art und

einem Auftreten, das an einen modernen

Columbo erinnerte, sorgte Heitmann für

den Aha-Effekt in jeder Sendung. Mit

gezielten Fragen, akribischen Recherchen

und unerschütterlichem Spürsinn kam

er selbst den ausgeklügeltsten Fällen auf

die Spur.

Geboren am 21. März 1982 in Köln, absolvierte

Heitmann zunächst eine Ausbildung

zum Versicherungskaufmann bei der

Gothaer Versicherung, bevor er an der

Fachhochschule Köln Versicherungswesen

studierte. Seit 2009 ist er im Schadenaußendienst

tätig, seit 2013 stand er

zusätzlich für RTL als Versicherungsdetektiv

vor der Kamera. Nun aber schlägt

Heitmann ein neues Kapitel auf: Er verabschiedet

sich vom TV-Format und übernimmt

künftig als Abteilungsleiter bei der

BarmeniaGothaer Verantwortung für

Regress-, Betrugs- und Auslandsschadenbe

arbeitung sowie den Schadenstab.

In seiner Freizeit sucht er den Ausgleich

in der Natur und im Sport: Ob auf dem

Snowboard, beim Kitesurfen, Motorradfahren

oder mit seinen Hunden Lubaya und

Pepper – Bewegung und Abwechslung sind

für ihn ein Muss.

Das Interview mit Timo Heitmann hat mich

persönlich jedoch absolut beeindruckt.

Seine reflektierte Sicht auf viele Themen,

seine Klarheit und Bodenständigkeit haben

mehrfach zum Nachdenken angeregt.»


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44 IM SPOTLIGHT TIMO HEITMANN

Kick & Kult: Was hat dich letztendlich

dazu bewegt, dem Fernsehen den

Rücken zu kehren?

Timo Heitmann: Am Ende war es kein abrupter

Bruch, sondern ein sehr logischer

Schritt. Die Stelle als Abteilungsleiter mit

neuen Verantwortlichkeiten, die ich heute

bekleide, wurde frei. Irgendwann beschließt

man im Kopf: Das ist der nächste Entwicklungsschritt

für mich. Mit diesem Schritt

geht zwangsläufig eine Weichenstellung

einher: Worauf gebe ich meine Kapazität,

worauf lege ich meinen Fokus?

Ich habe überhaupt kein negatives Gefühl

gegenüber meiner Fernsehzeit. Im Gegenteil:

Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt,

aus einigen Begegnungen sind

Freundschaften entstanden. Aber Ressourcen

sind begrenzt. Irgendwann muss man

eine Entscheidung treffen und einen

Schwerpunkt setzen. Diesen Schwerpunkt

habe ich klar auf meine klassische Karriere

in der Versicherungswelt gelegt. Die logische

Konsequenz war dann, mit den „Versicherungsdetektiven“

aufzuhören – ohne

Groll, ohne Bruch, sondern mit einem klaren

Fokus auf das Neue.

Kick & Kult: Gibt es einen Fall aus

deiner Zeit bei den Versicherungsdetektiven,

der dir besonders in Erinnerung

geblieben ist?

Timo Heitmann: Ja, da gab es einige. Ein

Fall, der mir besonders im Gedächtnis geblieben

ist, war der sogenannte „Gucci-Mann“.

Dieser Mann hatte mehrere Versicherungsfälle

komplett fingiert, sich Schäden ausgedacht

und Dokumente gefälscht. Als er

schließlich seinen Betrug gestand, passierte

etwas sehr Unerwartetes: Er bedankte

sich bei mir dafür, dass ich ihn überführt

hatte. Das hat mich in diesem Moment total

überrascht.

Wir hatten uns menschlich gut verstanden,

auch schon während des Termins. Aber in

meiner Rolle mache ich klar meinen Job.

Als dann feststand, dass er betrogen hatte,

habe ich ihn gefragt, was ihn dazu gebracht

hat. Und dann sagte er sinngemäß: Kennst

du „Tipico“? Dieser Kick, Schäden zu

fingieren und einzureichen und abzuwarten,

ob Geld auf dem Konto landet –

das war für ihn wie Glücksspiel.

Er hatte dieses Spiel bei mehreren Versicherern

betrieben. Für ihn hatte das fast

etwas von einer Art Spielsucht, verstärkt

durch finanziellen Druck und eine persönliche

Notlage.

Kick & Kult: Warum der Name „Gucci-

Mann“?

Timo Heitmann: Beim Fernsehen arbeiten

wir mit Arbeitstiteln. Fürs TV braucht man

griffige Bezeichnungen. In diesem Fall ging

es um einen angeblich vom Dachboden gestohlenen

Gucci-Anzug. Er hatte behauptet,

er hätte sich den Anzug dort aufgehängt,

um sich fürs Krafttraining zu motivieren.

Das Absurde daran: Es gab diesen Anzug

nie. Die Belege waren komplett mit Photoshop

erstellt.

Kick & Kult: In deiner neuen Rolle als

Abteilungsleiter: Welche Aufgaben

reizen dich besonders?

Timo Heitmann: Ganz klar die Transformation

der Versicherungsbranche. Künstliche

Intelligenz, neue Arbeitswelten, neue Prozesse

– wir befinden uns mitten in einem

massiven Wandel. Gleichzeitig ist mir die

menschliche Seite extrem wichtig. Mitarbeitende

empfinde ich nicht als Humankapital,

sondern als Teil einer Gemeinschaft.

Die Herausforderung ist es,

Digitalisierung und Verantwortung für

Menschen sinnvoll zusammenzubringen.

Kick & Kult: Was nimmst du persönlich

aus deiner Fernsehzeit mit?

Timo Heitmann: Zum einen das Trennen

von Rolle und Persönlichkeit. Popularität

klebt an der Rolle, nicht zwangsläufig an

der Person. Zum anderen das bewusste

Verlassen der Komfortzone. Live-Auftritte

sind Grenzerfahrungen – aber sie stärken

das Vertrauen in sich selbst enorm.

Kick & Kult: Sport spielt in deinem

Leben eine große Rolle. Welche Sportart

ist dein Favorit?

Timo Heitmann: Ganz klar: Kitesurfen. Du

bist komplett im Moment – Wind, Wasser,

Technik, Konzentration. Das ist intensiv und

befreiend zugleich.

Kick & Kult: Du bist oft in der Natur

unterwegs. Was bedeutet dir dieses

reduzierte Leben?

Timo Heitmann: Sehr viel. Ein Schlafsack,

ein Tarp, ein kleines Feuer – mehr brauche

ich nicht. Diese Reduktion erdet mich total.

Kick & Kult: Wäre die RTL-Sendung

„Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“

etwas für dich?

Timo Heitmann: (lacht) Einige Prüfungen

würden mich reizen. Aber das Format lebt

stark von Konflikten – das wäre nicht meine

Welt.

Kick & Kult: Welche Versicherung sollte

wirklich jeder haben?

Timo Heitmann: Die Privathaftpflichtversicherung.

Das ist ein absoluter No-Brainer.

Ein Schaden kann schnell existenzbedrohend

werden. Alles Weitere hängt von der

individuellen Lebenssituation ab.

Kick & Kult: Du startest bald einen

eigenen Podcast. Worum geht es?

Timo Heitmann: Der Podcast heißt „Schaden­

FREUDE“ und startet im Januar 2026 –

gemeinsam mit Bastian Kunkel. Es geht um

Alltagsrisiken, Verantwortung und Prävention.

Kick & Kult: Was ist dir grundsätzlich

im Leben wichtig?

Timo Heitmann: Interesse an dem Szenario,

in dem man unterwegs ist – und ein stimmiger

Weg für sich selbst. Immer wieder reflektieren:

„Bin ich noch auf meinem Weg?“

Kick & Kult: Timo, vielen herz lichen

Dank für das Gespräch!

T. Nelz Timo Heitmann


TIMO HEITMANN IM SPOTLIGHT

45

» Immer ein Lächeln auf den Lippen, mit klarem Blick auf die Dinge.


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