Stein 2/2026
Restaurierung
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S02 | 2026
MINERALISCHE WERKSTOFFE FÜR ARCHITEKTUR UND HANDWERK
GESCHICHTE
VERPFLICHTET
WIEDER AUFBAUEN
Ein Wohnhaus in Aleppo wurde im
Rahmen des Syrian Heritage Archive
Project denkmalgerecht rekonstruiert
DÄCHER RETTEN
Ein Verein hat es sich zur Aufgabe
gemacht, den Bestand der historischen
Jurahäuser zu bewahren
PROBLEME LÖSEN
Drehkopf-Brückensägen mit fünf
interpolierten Achsen sind die Multitalente
in der Steinverarbeitung
EDITORIAL
LIEBE LESERINNEN
UND LESER,
schaut man in der Branche, wie es den Unternehmen
geht, zeichnen die Steinmetzbetriebe ein gemischtes
Bild. Es wird deutlich: Wer breit aufgestellt ist, wer
neben Ausbau und Fassade auch in der Restaurierung,
Denkmalpflege und/oder im Grabmalbereich aktiv ist,
hat weniger Sorgen als Betriebe, die sich auf den Ausbau
fokussiert haben. Grund genug, in dieser Ausgabe
Unternehmen vorzustellen, die den Erhalt von altem
Bestand in ihr breites Portfolio integriert haben.
Gleich zu Beginn nimmt Sie unsere Autorin Inge Pett mit
auf eine Reise nach Aleppo. Dort wurde im Krieg ein ehemals
prachtvolles Wohnhaus komplett verwüstet. Im
Rahmen des Syrian Heritage Archive Project (SHAP)
wurde es nun denkmalgerecht rekonstruiert. Dabei erlernten
junge syrische Steinmetze und Maurer, Kulturgut
mit traditionellen Handwerksmethoden und Materialien
zu restaurieren. Ihre Fachkenntnisse werden dringend
benötigt, um dem verwüsteten Land sein baukulturelles
Erbe zurückzugeben. Lesen Sie mehr dazu ab Seite 6.
Wie sich ein Dachdecker in die seltene Handwerkskunst
des Legschieferdeckens einarbeitet und damit zum Retter
von Jurahäusern wurde, erfahren Sie ab Seite 12.
Der Jurahausverein, gegründet 1984, kümmert sich seit
Jahren um den Erhalt von Häusern aus Juragestein. Besonders
viele davon sind im Landkreis Eichstätt zu finden.
Sie sind ein Kulturerbe von europäischem Rang,
deren Ursprung bis ins 13. Jahrhundert hineinreicht.
Titelbild: Ulrich Natursteine
Mitten im geschäftigen Zentrum von Stuttgarts Stadtteil
Bad Cannstatt steht am Daimlerplatz ein denkmalgeschütztes
Wohnhaus aus der Zeit des Historismus.
Das viergeschossige Eckgebäude zeichnet sich sowohl
durch seine mit Maßwerk und Pilastern gestaltete
Fassade als auch durch seine zwei reich gestalteten
Giebel und Turmerker mit Schiefer-Helmdach aus. Der
Stuttgarter Architekt H. Weißhaar konzipierte das
Gebäude mit Anklängen an Gotik, Renaissance und
Jugendstil ursprünglich als Einfamilienhaus und ließ
es 1907 erbauen. Eine historische Aufzeichnung
besagt, es sei in nur 59 Tagen errichtet worden.
Heute sind mehrere Mietparteien in dem fast 120 Jahre
alten Haus untergebracht. Mit der jetzigen Sanierung
beauftragte der Bauherr den auf Renovierungen und
Restaurierungen spezialisierte Familienbetrieb Ulrich
Natursteine aus dem baden-württembergischen Korb
mit den Arbeiten, die das Unternehmen abschnittsweise
durchführt.
Ab Seite 24 nimmt Sie unsere Autorin Martina Noltemeier
mit nach Bamberg in die Monolith Bildhauerei
und Steinrestaurierung GmbH. Seit mehr als 35 Jahren
werden dort mehrfach preisgekrönte Restaurierungsprojekte
mit großer Strahlkraft realisert. Noltemeier
sprach mit den beiden Geschäftsführern über die Faszination
dieser Aufgabe und ihre Freude am Beruf.
Einen weiteren Betrieb, der auf Renovierung und Restaurierungen
spezialisiert ist, stellt Ihnen Dr. Alexandra
Nyseth ab Seite 34 vor. So viel vorab: Es geht um Hingabe,
detailgenaues Arbeiten und die Leidenschaft für
Kultur und Geschichte.
Eine anregende Lektüre von STEIN und einen guten
Start 2026 wünscht Ihnen
Ihre Steinredaktion
Redaktion@stein-magazin.de
S02| 2026 3
INHALT
SCHÖNE WELT DER
STEINE
06 „Jeder Stein eine
Aussage“
In Aleppo wurde das
ehemals prachtvolle
Wohnhaus Bait Wakil
denkmalgerecht
wiederaufgebaut
12 Retter der Jurahäuser
Wie das Handwerk des
Legschieferdeckens die
letzten verbliebenen
Bauernhäuser in
Mönsheim vor dem
Aussterben bewahrt
18 Bewahren für die
Zukunft
Die Geschäftsführer der
Monolith Bildhauerei und
Steinrestaurierung GmbH
sprechen über die Herausforderungen
ihrer Arbeit
26 Handwerk, Hightech und
Historie
Nach zehn Jahren
Bauzeit ist das
Hansagymnasium in
Köln wieder für Schüler
geöffnet
STEINE BEARBEITEN
34 Langfristig denken,
detailgenau arbeiten
Ein Wohnhaus in Stuttgart
wird für die nächsten 50
Jahre flott gemacht
40 Leidenschaft und
Verpflichtung
Samuel Ferch von Ulrich
Natursteine im Gespräch
über besondere Projekte
und die Arbeit im Team
45 Baltic Brown
Die STEINKUNDE stellt
einen Naturstein aus
Finnland vor
48 Multitalent für die
Maschinenhalle
Drehkopf-Brückensägen
für optimale Abläufe in
der Maschinenhalle
RUBRIKEN
59 Vorschau
60 Impressum
4 S02| 2026
ALEPPOS WIEDERAUFBAU:
„JEDER STEIN
EINE AUSSAGE“
Es war prachtvoll, das Privathaus Bait Wakil in Aleppo – bis zu seiner völligen Zerstörung
im Syrienkrieg. Im Rahmen des Syrian Heritage Archive Project (SHAP) wurde
es nun denkmalgerecht rekonstruiert. Dabei erlernten junge syrische Steinmetze
und Maurer, Kulturgut mit traditionellen Handwerksmethoden und Materialien zu
restaurieren. Ihre Fachkenntnisse werden dringend benötigt, um dem verwüsteten
Land sein baukulturelles Erbe zurückzugeben.
Von Dr. Inge Pett
Gemeinsam haben Experten aus Syrien und Deutschland
in Aleppo das Wohnhaus Bait Wakil aus dem frühen
17. Jahrhundert mitsamt seiner reichen Ornamentik
wieder hergestellt. Eine Restaurierung, die
Zeichen setzt, wie Stefan Weber meint. Der Direktor
des Museums für Islamische Kunst Berlin ist optimistisch:
„Aleppos kulturelles Erbe kann wiederaufgebaut
werden – Stein für Stein.“
Das Bait Wakil diente zuletzt als Waisenhaus, dann als
Hotel und Restaurant, bevor es einige Jahre leerstand.
Während des syrischen Bürgerkrieges trafen
mehrfach Granaten und Bomben das Gebäude; das
Erdbeben vom Februar 2023 schließlich zerstörte es
vollständig. Dank eines gemeinsamen Pilotprojektes
mit der griechisch-orthodoxen Kirche als Eigentümerin
hat Aleppo einen kultur- und architekturhistorischen
Schatz zurück.
KULTURELLES ERBE ALEPPOS
Mit seinen dekorativen Fenstergittern und Reliefs aus
Sandstein ist das Gebäude nicht nur ästhetisch ein
Kleinod. „Das Haus besitzt zwei wesentliche Bedeutungsebenen“,
betont Weber im Blog der Staatlichen
Museen zu Berlin. Zum einen sei das Haus ein Monument
der bürgerlichen Wohnkultur um 1600, zum anderen
stehe es exemplarisch für das kulturelle Erbe
der gesamten Stadt Aleppo mit ihrer „fantastischen
Bautradition und pluralen Gesellschaft“.
Tatsächlich haben neben Mesopotamiern, Assyrern,
Persern auch Hellenen und Römer in Syrien ihre Spuren
hinterlassen. Es ist diese Vielfalt, die das Land zur
Heimat von sechs UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten
gemacht hat, darunter auch die Altstadt von Aleppo.
„Aleppo gilt als die älteste durchgehend besiedelte
Stadt der Welt“, erläutert Weber. Keine andere Stadt
weise eine vergleichbare räumliche Kontinuität und
einen entsprechenden archäologischen Befund auf.
Der Experte für islamische Architektur betont die besondere
Beziehung, die Berlin mit Bait Wakil verbindet:
Von hier stammt das als Ikone geltende, 1603
entstandene und 1912 von den Staatlichen Museen
erworbene, „Aleppo-Zimmer“, dessen Vertäfelung
die älteste vollständig erhaltene Wandverkleidung
aus den Gebieten des Osmanischen Reiches darstellt.
Muslime und Christen lebten zur Entstehungszeit
friedlich in Aleppo zusammen, die Stadt zog Inder,
Georgier, Armenier, Venezianer, Holländer und Engländer
an. Derzeit wird das Empfangszimmer in Berlin
restauriert, um 2027 an seinem neuen Standort im
Pergamonmuseum wieder aufgebaut zu werden.
Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Islamische Kunst / Anwar Daye
6 S02| 2026
SCHÖNE WELT DER STEINE
Das Ausbildungsteam nach Abschluss der Kurse und Verleihung der
Zertifikate im Bait Wakil
S02| 2026 7
HISTORISCHE STEINDÄCHER IN BAYERN
RETTER DER
JURAHÄUSER
In Mörnsheim wurden 2024 bis 2025 zwei traditionelle Steinbrecher-Häuser restauriert.
Dachdecker Joachim Preiß sprach mit STEIN über das Projekt und die traditionelle
Kalkplatteneindeckung, die er als einer von wenigen noch beherrscht.
Von Anne Fischer
Im Altmühltal wird seit Jahrhunderten der Solnhofener
Plattenkalk abgebaut, und rund um dessen
Abbau entstanden in der Region die „Jurahäuser“:
gemauert aus Bruchsteinen und mit schlichten Fassaden,
erbaut aus den Materialien, die es vor Ort gibt
– Holz, Lehm und Plattenkalk. Ihr besonderes Merkmal
ist das flache Steindach, eingedeckt mit mehreren
Schichten Plattenkalk. So auch in Mörnsheim,
einer kleinen Ortschaft, in der 1688 der erste Steinbruch
eröffnet wurde und der sich zu einem Zentrum
der Gewinnung entwickelte.
Nahe der Kirche stehen zwei dieser Baudenkmale
direkt nebeneinander, genauer gesagt: Sie lagen
dort jahrzehntelang im Dornröschenschlaf. In beiden
lebten einst Steinbrecher. Durch ihre Hanglage
versanken die Gebäude zunehmend in der Erde.
Pilzbefall und Feuchtigkeit nagten an ihnen, die
schweren Steindächer drohten einzustürzen und
wurden als Notmaßnahme abgetragen. Sie sind besonders
erhaltenswert, nicht zuletzt, weil eines von
ihnen, 1416 errichtet, zu den ältesten noch vorhandenen
Jurahäusern zählt. Initiiert vom regionalen
Jurahausverein, der sie aufkaufte, und unterstützt
von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, wurden
sie kürzlich restauriert.
Foto:
12 S02| 2026
SCHÖNE WELT DER STEINE
Dachdecker Joachim Preiß im Sommer 2025 auf dem Dach eines
Jurahauses in Mörnsheim
Foto: Marcus Scheffczyk
S02| 2026 13
MONOLITH BILDHAUEREI UND STEINRESTAURIERUNG GMBH
BEWAHREN FÜR
DIE ZUKUNFT
Seit über 35 Jahren ist die Monolith Bildhauerei und Steinrestaurierung GmbH aus
Bamberg auf die Restaurierung und Konservierung von Naturstein spezialisiert.
2024 ist sie zum fünften Mal Peter-Parler-Preis-Träger. Diesmal erhielt das Unternehmen
einen der beiden ersten Preise für die Rekonstruktion zweier tonnenschwerer
Wappen für das Schloss Seehof. Die Geschäftsführer berichten über die Entwicklung
des Unternehmens und ihre Freude am Beruf.
Von Martina Noltemeier
Mit den Restaurierungsarbeiten am Schloss Seehof
beginnt die Geschichte der Firma Monolith aus Bamberg.
Die Geschäftsführer Roland Heimbach und
Christoph Mai waren Ende der 1980er-Jahre Mitglieder
der Arbeitsgemeinschaft „Kaskade“ am Landesamt
für Denkmalpflege im Schloss Seehof in Memmelsdorf,
der einstigen Sommerresidenz der Bamberger
Fürstbischöfe.
Als die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben wurden,
machten sich Heimbach und Mai selbstständig und
gründeten 1989 gemeinsam mit Roland Silberhorn
die Monolith Bildhauerei und Steinrestaurierung
GmbH und führten so die Arbeiten an der Kaskade
weiter, die 1995 abgeschlossen wurden.
2024 schließt sich der Kreis: Monolith gewinnt den 1.
Preis beim Peter-Parler-Wettbewerb für die Restaurierung
und Rekonstruktion der Wappen von Schloss
Seehof. „Das Schloss Seehof begleitet uns schon seit
langer Zeit“, sagt Christoph Mai.
Foto:
18 S02| 2026
SCHÖNE WELT DER STEINE
Im Zuge der Gesamtinstandsetzung des Kaisersaals der Neuen Residenz
Bamberg wurde der historische Bodenbelag aus Solnhofener Plattenkalk
und Rotem Mainsandstein konservatorisch gesichert, restauratorisch aufgewertet
und ästhetisch mit der Raumschale in Einklang gebracht
Foto:
Foto:
Foto: Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung
S02| 2026 19
FASSADENRESTAURIERUNG
LANGFRISTIG DENKEN –
DETAILGENAU ARBEITEN
Peu à peu wird die Sandsteinfassade eines etwa 120 Jahre alten Wohnhauses in
Stuttgart-Bad Cannstatt instandgesetzt. Der beauftragte Steinmetzbetrieb aus der
Region berichtete STEIN über den Zwischenstand der Maßnahmen dieses besonderen
Projekts.
Von Dr. Alexandra Nyseth
Mitten im geschäftigen Zentrum von
Stuttgarts Stadtteil Bad Cannstatt
steht am Daimlerplatz ein denkmalgeschütztes
Wohnhaus aus der Zeit
des Historismus.
Das viergeschossige Eckgebäude
zeichnet sich sowohl durch seine mit
Maßwerk und Pilastern gestaltete
Fassade als auch durch seine zwei
reich gestalteten Giebel und Turmerker
mit Schiefer-Helmdach aus.
Der Stuttgarter Architekt H. Weißhaar
konzipierte das Gebäude mit
Anklängen an Gotik, Renaissance
und Jugendstil ursprünglich als Einfamilienhaus
und ließ es 1907 erbauen.
Eine historische Aufzeichnung
besagt, es sei in nur 59 Tagen
errichtet worden.
Heute sind mehrere Mietparteien in
dem fast 120 Jahre alten Haus untergebracht.
Mit der jetzigen Sanierung
beauftragte der Bauherr den auf Renovierungen
und Restaurierungen
spezialisierte Familienbetrieb Ulrich
Natursteine aus dem baden-württembergischen
Korb mit den Arbeiten,
die das Unternehmen abschnittsweise
durchführt. Bisher ist
etwa die Hälfte abgeschlossen.
VON DER WITTERUNG
GEZEICHNET
Vor Beginn der Arbeiten war die
Fassade zwar deutlich verschmutzt,
wies konstruktiv jedoch
einen insgesamt soliden
Erhaltungszustand auf. „Klar erkennbar
geschädigt waren vor
allem die stark beanspruchten
Partien wie Fensterbänke, Gesimse
und der Giebel“, berichtet
Steinbildhauermeister und Steintechniker
Samuel Ferch von Ulrich
Natursteine, dem auch die
fachliche Leitung der Baustelle
obliegt.
Wind und Wetter hatten insbesondere
am Giebel zu Abplatzungen
und Rissen geführt, teilweise
fehlten komplette Steinpartien.
Im Stuttgarter Talkessel stauen
sich Abgas- und Feinstaubpartikel,
sodass sich dicke Schichten
auf der Fassade über Jahrzehnte
ablagerten und die Korrosion zusätzlich
beschleunigten. Auch
Rostsprengungen durch alte Eisenverankerungen
trugen zur
Schädigung bei.
Foto: Ulrich Natursteine
34 S02| 2026
STEINE BEARBEITEN
An der Fassade des 120 Jahre alten Wohnhauses haben die Steinmetze
renoviert, restauriert und rekonstruiert
Foto:
S02| 2026 35
INTERVIEW
LEIDENSCHAFT UND
VERPFLICHTUNG
Steinbildhauermeister und Steintechniker Samuel Ferch von Ulrich Natursteine
spricht über das Unternehmen, das Team und die Restaurierung als Kernkompetenz.
Von Dr. Alexandra Nyseth
Samuel Ferch: „Renovierung und Restaurierung prägen schon seit
langem das Profil der Firma Ulrich Natursteine.“
Foto: Ulrich Natursteine
40 S02| 2026
STEINE BEARBEITEN
Eine Arbeit für Spezialisten: Das Maßwerk am Turm der Sebastianskirche
in Remshalden-Buoch wurde restauriert
Foto: Ulrich Natursteine
Wie kam es, dass sich der Betrieb
Ulrich Natursteine auf Restaurierung
spezialisiert hat?
Samuel Ferch: Unser Seniorchef
legte 1986 die Meisterprüfung im
Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk
ab und 1988 die Restauratorenprüfung.
Ein Jahr zuvor,
1987, hatte er den seit 1959 bestehenden
Familienbetrieb übernommen.
Schon immer war unser
Unternehmen stark im Renovierungs-
und Restaurierungsbereich
verankert. Historische Gebäude
gehörten von Beginn an zum Kern
unserer Tätigkeit. Diese Ausrichtung
hat sich über die Jahrzehnte
kontinuierlich weiterentwickelt
und prägt bis heute unser Profil.
Wie ist das Team aufgestellt?
S. Ferch: Ulrich Natursteine beschäftigt
aktuell acht Mitarbeitende:
Den Seniorchef als Steinmetzmeister,
Steintechniker und Restaurator,
seine Frau und seinen
Sohn Adrian in der Geschäftsleitung
sowie vier Gesellen und mich
als Werkstattmeister, Steintechniker
und Gestalter.
Wenn es möglich ist, bilden wir
ebenfalls Lehrlinge aus: Die letzte
Auszubildende hat ihre Gesellenprüfung
mit Auszeichnung bestanden.
Darauf sind wir sehr stolz und
freuen uns, dass sie nun fest in
unser Team integriert ist.
Arbeiten Sie eigentlich hauptsächlich
regional?
S. Ferch: Absolut. Unsere Aufträge
kommen fast ausschließlich aus
der Region um Stuttgart und aus
dem Rems- und Neckartal. Wir
kennen die alten Steinbrüche, Materialeigenheiten
und Bautechniken
in der Gegend.
Welche Bereiche aus dem Steinmetzhandwerk
bieten Sie zusätzlich
als Leistung an?
S. Ferch: Wir decken verschiedene
Bereiche ab: Neben den klassischen
Renovierungs- und Restaurierungsaufträgen
sind wir spezialisiert
auf individuelle und handwerkliche
Grabdenkmäler. Zudem
realisieren wir gelegentlich besondere
Einzelaufträge, so stammt
zum Beispiel das Denkmal für verstorbene
Fans des Fußballvereins
VfB Stuttgart vor dem VfB-Stadion
ebenfalls von uns.
Welche Arten von Restaurierungsprojekten
übernehmen Sie
typischerweise?
S. Ferch: Unser Schwerpunkt liegt
auf denkmalgeschützten Gebäuden.
In den letzten Jahren waren
das vor allem Kirchen, Schlösser
und historische Stadtmauern in
den alten Stadtzentren hier in
Stuttgart und der Umgebung.
Aber auch private Wohnhäuser
mit historischer Bausubstanz, wie
etwa Fassaden in Stuttgart, gehören
dazu. Wir decken von Architektur
bis hin zu Skulpturen alles im
Bereich Renovierung und Restaurierung
ab.
S02| 2026 41
CNC-GESTEUERTE SÄGEN
MULTITALENT FÜR DIE
MASCHINENHALLE
Drehkopf-Brückensägen mit fünf interpolierten Achsen – entweder in Monoblockbauweise
oder als „Open Frame“ auf Betonfundamenten – sind heute Stand der
Technik in der Steinverarbeitung. Sie verfügen über Vakuum-Manipulatoren zur
Plattenvereinzelung und können bohren, fräsen sowie Unter- und Armierungsschnitte
durchführen. Für automatisierte Arbeitsabläufe lassen sich Maschinen mit
Gurtband-Tisch, Rollentisch oder Doppeltisch bestellen. Selbst die Ausstattung mit
einem abrasiven Wasserstrahl-Schneidkopf ist möglich. Manche Anlagen ermöglichen
sogar den Wechsel zwischen ISO40- und ISO50-Elektrospindel. In dieser Ausgabe
stellen wir Ihnen einige von diesen Multitalenten für die Maschinenhalle des
Steinmetzbetriebes vor.
Von Michael Spohr
Eine Brückensäge steht in etlichen
Steinmetz-Werkstätten. Was sich
die Hersteller in den letzten Jahren
allerdings haben einfallen lassen,
um ihre Maschinen an die unterschiedlichen
Steinbearbeitungs-
Anforderungen anzupassen, geht
weit über die Erfindung der CNCgesteuerten
Drehkopfsäge hinaus.
Platz- und oft auch Höhenprobleme
müssen in den meist chaotisch
gewachsenen alten Maschinenhallen
bewältigt werden. Der Fachkräftemangel
macht vielen Betrieben
zu schaffen, so dass nur Digitalisierung,
Automatisierung und
Maschinenleistung das gewachsene
Arbeitspensum bewältigen helfen
können. Eine Säge muss daher
heute neben ihrer Haupttätigkeit
des Schneidens mit der Diamanttrennscheibe
weitere Aufgaben erfüllen
– und das möglichst ohne
damit anfällig für Störungen zu
werden. Sollte es allerdings doch
einmal zu Problemen kommen, so
ist schnelle, professionelle Hilfe
der vielleicht wichtigste Faktor für
denjenigen, der in eine Brückensäge
investiert um am derzeitigen
Markt bestehen zu können.
Hersteller, die ausgereifte Sägeanlagen
mit einer Vielzahl an individualisierten
Optionen anbieten,
gibt es einige. In diesem Beitrag
stellen wir nur vier Unternehmen
vor, die spannende Problemlösungen
bereithalten; dies bedeutet
keine Wertung und heißt nicht,
dass die hier nicht erwähnten Hersteller
nicht ebenfalls vergleichbare
Maschinen im Portfolio hätten.
Wer vor einer Investitionsentscheidung
steht, kann gerne auf unsere
Expertise zugreifen und bei der
STEIN-Redaktion nachfragen.
Zudem sollte er sich die Möglichkeiten
eines Messebesuchs auf der
Stone+Tec ebenso wenig entgehen
lassen, wie die Gelegenheit,
Maschinen bei anderen Steinmetzbetrieben
in Funktion zu erleben
und von deren Erfahrungsschatz
zu profitieren.
Foto:
48 S02| 2026
STEINE BEARBEITEN
STEIN stellt folgende
Firmen vor:
Sägen lassen sich zum Bearbeitungszentrum aufrüsten: hier das Werkzeugmagazin
einer Cms brembana Sprint in der Endausbaustufe zum
fünfachsigen Bearbeitungszentrum bei der Firma Naturstein Seidler in
Gardelegen in Sachsen-Anhalt
1. Naturstein Raue, Essen /
mit Gördes und Helios
naturstein-raue.de
industriebedarfgoerdes.de
2. Natursteinbetrieb NRH GmbH,
Hannover / mit Thibaut
www.natursteinrestaurierunghannover.de
3. Steinmetzbetrieb Heinrich Müller
& Sohn, Wetter (Hessen) /
mit Hietel und Denver
www.steinmetzbetrieb-mueller.de
4. CMS Steintechnik GmbH,
Neutraubling
cms-steintechnik.de
Führt auch hochpräzise Schleif- und Polierarbeiten durch: der Drehkopf
einer Cms brembana Drehkopfsäge Formax
Fotos: CMS Steintechnik GmbH
S02| 2026 49