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2024

Abschlussbericht

DVS-Forschung

Elektrische

Quantifizierung von

Schweißverbindungseigenschaften

für

Hochstrom- und

Hochspannungsanwendungen



Elektrische Quantifizierung von

Schweißverbindungseigenscha

ften für Hochstrom- und

Hochspannungsanwendungen

Abschlussbericht zum

Forschungsvorhaben

IGF-Nr.: 21.956

DVS-Nr.: 05.3427

RWTH Aachen Institut für

Schweißtechnik und Fügetechnik (ISF)

Förderhinweis:

Das IGF-Vorhaben Nr.: 21.956 N / DVS-Nr.: 05.3427 der Forschungsvereinigung

Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS, Aachener Str. 172, 40223 Düsseldorf,

wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen

Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.


Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind online

abrufbar unter: http://dnb.dnb.de

© 2024 DVS Media GmbH, Düsseldorf

DVS Forschung Band 602

Bestell-Nr.: 170712

Kontakt:

Forschungsvereinigung Schweißen

und verwandte Verfahren e.V. des DVS

T +49 211 1591-0

F +49 211 1591-200

forschung@dvs-home.de

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die der Übersetzung in andere Sprachen, bleiben

vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages sind Vervielfältigungen, Mikroverfilmungen und die

Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen nicht gestattet.


Schlussbericht vom 14.04.2025

zum IGF-Vorhaben 21956 N

Thema

Elektrische Quantifizierung von Schweißverbindungseigenschaften für Hochstrom- und

Hochspannungsanwendungen

Berichtszeitraum

01.08.2021 bis 31.10.2024

Forschungsvereinigung

Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS

Aachener Straße 172

40223 Düsseldorf

Forschungseinrichtung(en)

RWTH Aachen - Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik (ISF)

Pontstraße 49

52062 Aachen

IGF-VORDRUCK DLR-PT Stand: Januar 2025


Inhaltsverzeichnis

1 Kurzzusammenfassung.................................................................................................................... 3

2 Danksagung .................................................................................................................................... 5

3 Einleitung ....................................................................................................................................... 6

3.1 Wissenschaftlich-technische Problemstellung ................................................................................ 6

3.2 Forschungsziel ................................................................................................................................. 7

4 Durchgeführte Arbeiten, Ergebnisse und Bewertung ........................................................................ 9

4.1 Auswahl Probengeometrien und Schweißen von Stichversuchen (AP1)........................................ 9

4.2 Aufbau und Inbetriebnahme der Prüfmethodik (AP2).................................................................. 16

4.3 Einsatz und Validierung der Prüfmethodik (AP3).......................................................................... 34

4.4 Korrelationsanalyse und zerstörungsfreie Prüfvariante (AP4 & AP5) ........................................... 37

4.5 Prüfstandard (AP6) ........................................................................................................................ 42

4.6 Sonstige Anlagentechnik ............................................................................................................... 42

5 Gegenüberstellung der durchgeführten Arbeiten und des Ergebnisses mit den Zielen ..................... 44

6 Verwendung der Zuwendung ........................................................................................................ 47

7 Notwendigkeit und Angemessenheit der geleisteten Arbeit ........................................................... 48

8 Darstellung des wissenschaftlich-technischen und wirtschaftlichen Nutzens der erzielten Ergebnisse

insbesondere für KMU sowie ihres innovativen Beitrags und ihrer industriellen

Anwendungsmöglichkeiten ........................................................................................................... 48

9 Wissenstransfer in die Wirtschaft .................................................................................................. 49

9.1 Durchgeführte Transfermaßnahmen ............................................................................................ 49

9.2 Geplante spezifische Transfermaßnahmen nach der Projektlaufzeit ........................................... 51

10 Durchführende Forschungseinrichtung .......................................................................................... 52

11 Literaturverzeichnis ...................................................................................................................... 52

Seite 2

Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 21956 N


2 Danksagung

Das IGF-Vorhaben 21956 N der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS)

wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)

vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen

Bundestages gefördert.

Der vorliegende Bericht ist der Schlussbericht des Forschungsvorhabens.

Die Ergebnisse wurden von wissenschaftlichen Mitarbeitern und von Studierenden der RWTH Aachen

University in Zusammenarbeit mit einem projektbegleitenden Ausschuss von Industrieunternehmen

erarbeitet.

Dem Deutschen Bundestag, dem BMWK und den Arbeitsgruppen der Forschungsvereinigung Schweißen und

verwandte Verfahren e.V. gilt unser Dank.

Darüber hinaus danken wir den Firmen des projektbegleitenden Ausschusses und ihren Mitarbeitern für die

Beteiligung, konstruktive Diskussion und inhaltliche Teilnahme.

Seite 5

Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 21956 N


3 Einleitung

3.1 Wissenschaftlich-technische Problemstellung

Für die schweißtechnische Verbindung von elektrisch stark belasteten Bauteilen gibt es eine Reihe von

industriell etablierten stoffschlüssigen Fügeverfahren. Diese Verfahren unterscheiden sich nicht nur in

wesentlichen Aspekten der Prozessführung, sondern weichen auch in den erzielbaren Fügestellengeometrien

und deren mikrostrukturellem Aufbau (z.B. intermetallische Phasensäume) stark voneinander ab. Größere

Querschnitte von Al-Cu Mischverbindungen lassen sich unter anderem mit dem Laserstrahlschweißen (LBW)

[1–3], Elektronenstrahlschweißen [4, 5], Rührreibschweißen (FSW) [6–8], Ultraschallschweißen (USMW) [2,

9, 10], Widerstandsbuckelschweißen [11] sowie Magnetpulsschweißverfahren [12] und verschiedene

jeweilige Verfahrensvarianten fügen. Der verbreitete Einsatz von Pressschweißverfahren ergibt sich aus den

verwendeten „weichen“ Werkstoffen wie (Rein-)Aluminium und (Rein-)Kupfer, auch und insbesondere in

Mischbauweise. Ein Ausschnitt typischer Anwendungsfelder ist in Tabelle 1 aufgeführt.

Tabelle 1: Einsatzgebiete und Beispiele von Fügestellen zur elektrischen Leistungsübertragung

Bordnetz

Elektrische Komponenten

und Geräte:

Batterietechnik

Leistungselektronik

• Litzenschweißen bzw.

-kompaktieren,

• Verbindungen Litze /

Flachleiter - Terminal

• Massivleiter

• Kupfer-

Lackdrahtschweißen

• Kontaktieren von

Kondensatoren

• Fertigung von

Röhrenkollektoren in

der Solartechnik

• Verbindung von Zellpolen

und Elektrodenfolien

• Verschaltung (Seriell,

Parallel) von

Batteriezellen

• Verschweißen von

elektrotechnischen

Bau- und

Anschlusselementen

auf

Leistungshalbleitern

Wesentliches Gütekriterium einer elektrischen Verbindung ist, neben der grundlegenden mechanischen

Festigkeit, die dauerhafte Sicherstellung eines ausreichend dimensionierten elektrischen Kontaktes, also

eines niedrigen Übergangswiderstandes. Die elektrische Widerstandsmessung einer solchen

Schweißverbindung nach gängigen Methoden, wie bspw. der 4-Punkt Messung, ist bezüglich der Bewertung

der Verbindungstechnologie und insbesondere der Verbindungsgüte jedoch nur eingeschränkt

aussagekräftig [2, 13]:

• Ausreichend ausgelegte Fügestellen haben im Vergleich zum Leiterwiderstand einen oft

vernachlässigbaren Anteil am Gesamtbauteilwiderstand.

• Schweißungen mit Fehlstellen, ausgeprägten intermetallischen Phasen (LBW) oder unregelmäßigen

Anbindungen zeigen keine signifikanten Unterschiede zu Proben ohne Fehlstellen. Besonders kritisch

sind hier Fehlerbilder von Pressschweißverfahren wie kurzlebige Mikroverschweißungen (USMW) und

großflächige „Kissing Bonds“ (FSW / USMW).

• Trotz ausreichender Leitfähigkeit im unbelasteten „Neu“-Zustand führen thermische oder mechanische

Belastungen zum vorzeitigen Versagen einer fehlerhaften Verbindung (die hier bezeichneten Fehler sind

in mechanischen Prüfungen oder in Verbindung mit Alterungstests nachweisbar).

Für die relevanten Materialquerschnitte und Fügeverfahren gibt es keine geeignete und übergreifend

standardisierte Kurzzeitprüfung der elektrischen Güte analog zu gängigen mechanischen Prüfungen (bspw.

Scherzugprüfung nach DIN EN ISO 14273:2016 [14]). Die Güte der Verbindung wird im Hinblick auf die

tatsächliche Belastung in Form eines elektrischen Stroms also nur indirekt durch andere Messmethoden

Seite 6

Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 21956 N


bestimmt. Hierzu zählen verschiedene mechanische Prüfungen und Alterungstest. Damit ergibt sich für

Anwender, Hersteller und Entwickler der Verbindungsstellen eine Vielzahl an notwendigen Prüfungen und

Langzeituntersuchungen. Die schiere Anzahl und schlechte Vergleichbarkeit der Prüfungen führt zu

umfangreichen Tests, für deren Interpretation erhebliches Know-How erforderlich ist. Bei der Qualifikation

einer einzelnen Fügeverbindung können so immense Kosten entstehen. Beides erschwert insbesondere KMU

den Zugang zum Markt und hemmt Produktinnovationen. Dem produzierenden KMU fehlt die Kapazität, um

selbstständig ein Prüfverfahren zu wählen bzw. zu adaptieren. Diese Probleme werden durch die aktuellen

industriellen Umwälzungen in den Bereichen E-Mobilität und Autonomes Fahren verstärkt, die mit

verkürzten Entwicklungszeiten und kompetitiven Parallelentwicklungen einhergehen. Trotz des

Innovationsdrucks steigen die Erwartungen der OEMs hinsichtlich der Verbindungsqualität in den Bereichen

Antriebsstrang und funktionale Sicherheit (Wachsende Anwendung der Normenreihe ISO 26262 und

entsprechender Risikoeinstufung (ASIL – Automotive Safety Integrity Level) [15]). Vor dem Hintergrund der

zunehmenden Elektrifizierung [16, 17] und aktueller Produktentwicklungen besteht für KMU ein akuter

Bedarf an einer geeigneten Prüfmethodik, welche in kurzer Zeit fehlersensitive und aussagekräftige

Qualitätskennwerte für elektrische Verbindungen liefert. Die Prüfung muss sensitiv genug sein, um

Unterschiede in Phasensaumdicken, metallurgischen Unregelmäßigkeiten sowie Anbindungsprobleme als

einen statistisch signifikanten Unterschied im Qualitätswert zurückzugeben. Das Ziel des

Forschungsvorhabens ist die Entwicklung einer solchen geeigneten Kurzzeitprüfmethodik und der

dazugehörigen anwenderfreundlichen Auswertemethodik.

Konkret soll während einer kurzzeitigen, sehr hohen, definierten elektrischen Bestromung die

Systemantwort der Verbindung in Form von elektrischem Widerstand und Wärmebildung mit hoher

zeitlicher Auflösung erfasst werden. Die Systemantwort wird anschließend mit in dem Forschungsprojekt

ermittelten Datensätzen abgeglichen. Durch eine Auswerteroutine, z.B. in Form eines neuronalen Netzes,

kann resultierend eine Aussage zur Qualität der Verbindung abgegeben werden. Die Datensätze enthalten

Informationen zur mechanischen Festigkeit, etwaig vorliegenden Verbindungsfehlern und der

Alterungsbeständigkeit der Verbindung.

3.2 Forschungsziel

Damit die Prozessfähigkeit und Parameteroptimierung des jeweiligen Fügeverfahrens durch eine belastungsund

bauteilgeometriegerechte Prüfmethodik verbessert werden kann, ist eine verfahrens- und geometrieübergreifende

Standardisierung einer Prüfmethodik für Schweißverfahren notwendig. Das sich daraus

ergebende Forschungsziel des Vorhabens ist die Entwicklung, Validierung und Standardisierung einer

sensitiven elektrischen Kurzzeit-Prüfmethodik zur Bestimmung der Güte von Press- und

Schmelzschweißverfahren für Hochstrom- bzw. Hochvoltanwendungen.

Als sekundäre Ziele können die verfahrens- und geometrie-übergreifende Standardisierung einer

Prüfmethodik für Schweißverfahren sowie die Evaluierung der elektrischen Prüfmethodik als serientaugliche,

zerstörungsfreie Prüfung aufgeführt werden.

Die hierauf basierenden Arbeitshypothesen konnten im Projektverlauf validiert werden:

1. Es gibt ein kurzzeitiges elektrisches Prüfverfahren, mit dem die Auswirkungen einer übermäßigen

elektrischen Belastung innerhalb der Fügezone erfasst werden können. Mit dem Verfahren können

quantitative Vergleiche zwischen verschiedenen Fügetechnologien und quantitative Aussagen zur jeweils

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Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 21956 N

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