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2025

Abschlussbericht

DVS-Forschung

Entwicklung einer

fließfähigen und

förderbaren Pulverabdeckung

zum Schutz

des Lichtbogens beim

nassen Unterwasserschweißen

mit

Massivdraht



Entwicklung einer fließfähigen

und förderbaren

Pulverabdeckung zum Schutz

des Lichtbogens beim nassen

Unterwasserschweißen mit

Massivdraht

Abschlussbericht zum

Forschungsvorhaben

IGF-Nr.: 22.900

DVS-Nr.: V4.3696

Leibniz Universität Hannover Institut

für Werkstoffkunde (IW)

Förderhinweis:

Das IGF-Vorhaben Nr.: 22.900 N / DVS-Nr.: V4.3696 der Forschungsvereinigung

Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS, Aachener Str. 172, 40223 Düsseldorf,

wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen

Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.


Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind online

abrufbar unter: http://dnb.dnb.de

© 2025 DVS Media GmbH, Düsseldorf

DVS Forschung Band 604

Bestell-Nr.: 170714

Kontakt:

Forschungsvereinigung Schweißen

und verwandte Verfahren e.V. des DVS

T +49 211 1591-0

F +49 211 1591-200

forschung@dvs-home.de

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die der Übersetzung in andere Sprachen, bleiben

vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages sind Vervielfältigungen, Mikroverfilmungen und die

Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen nicht gestattet.


Schlussbericht vom 29.09.2025

zum IGF-Vorhaben 01IF22900N

Thema

Entwicklung einer fließfähigen und förderbaren Pulverabdeckung zum Schutz des Lichtbogens beim nassen

Unterwasserschweißen mit Massivdraht

Berichtszeitraum

01.04.2023 bis 31.03.2025

Forschungsvereinigung

Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e. V. des DVS

Aachener Str. 172

40223 Düsseldorf

Forschungseinrichtung(en)

Institut für Werkstoffkunde

Leibniz Universität Hannover (LUH)

An der Universität 2

30823 Garbsen

IGF-VORDRUCK DLR-PT Stand: Januar 2025


Forschungseinrichtungen

An der Durchführung des Forschungsvorhabens war die folgende Forschungseinrichtung beteiligt:

Institut für Werkstoffkunde IW,

Leibniz Universität Hannover

An der Universität 2

30823 Garbsen

Einrichtungsleiter:

Prof. Dr.-Ing. Hans Jürgen Maier

Fon: +49 (0) 511 762 4311 und 4312

Fax: +49 (0) 511 762 5245

Mail: maier@iw.uni-hannover.de

Projektleiter:

Dr.-Ing. Thomas Hassel

Fon: +49 (0) 511 762 9813

Fax: +49 (0) 511 762 9899

Mail: hassel@iw.uni-hannover.de

Projektbearbeiter:

Dr.-Ing. Ivan Lendel

Fon: +49 (0) 511 762 9822

Fax: +49 (0) 511 762 9899

Mail: lendel@iw.uni-hannover.de

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Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 01IF22900N


Danksagung

Das Forschungsvorhaben (IGF-Nr. 01IF22900N, DVS-Nr. V4.3696) „Entwicklung einer fließfähigen und förderbaren

Pulverabdeckung zum Schutz des Lichtbogens beim nassen Unterwasserschweißen mit Massivdraht“

der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren des DVS e. V. wurde über den Projektträger

des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR Projektträger) im Rahmen des Programms zur

Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für

Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Den

genannten Institutionen sei für die Förderung und finanzielle Unterstützung des Forschungsvorhabens gedankt.

Die Forschungseinrichtung bedankt sich weiterhin bei den Mitgliedern des projektbegleitenden Ausschusses

(PA) für die Unterstützung in Form der Teilnahme an den PA-Sitzungen und die Einbringung von vorhabenbezogenen

Leistungen. Die im PA vertretenden Firmen sind in Tabelle 1 aufgeführt. Projektpate war Herr

Wilfried Schmeling (Ingenieurberatung Bröggelhoff GmbH), dem speziell für seine ausdauernde Unterstützung

gedankt sei.

Eine wertschätzende und konstruktive Begleitung des Forschungsvorhabens durch den DVS Fachausschuss V

4 „Unterwassertechnik“ unter dem Vorsitz von Herrn Dipl.-Ing. Rudolf Kolbusch hat dankenswerter Weise

wesentlich zu dem erfolgreichen Projektabschluss beigetragen.

Tabelle 1: Mitglieder des projektbegleitenden Ausschusses

Firma

ArcelorMittal GmbH

Baltic Taucherei- & Bergungsbetrieb Rostock GmbH

EnBW Energie Baden-Würtemberg AG

EWM AG

hpulcas GmbH

Ingenieurberatung Bröggelhoff GmbH

Kjellberg Finsterwalde: Elektroden und Zusatzwerkstoffe

GmbH

Kjellberg Finsterwalde: Schweisstechnik und Verschleissschutzsysteme

GmbH

KWE Ingenieurbüro

OSCAR PLT GmbH

Subsea Global Solutions

Tauchmayer GmbH

Unterwasserkrause - Mutzeck GmbH

GSI - Gesellschaft für Schweißtechnik

SLV Hannover

Bereich

Hersteller von Stahl

Bautaucherei

Offshore Windenergie

Hersteller von Schweißdraht (Vertrieb) und

Schweißanlagen

Hersteller von Blech und Draht

Ingenieurbüro Stahlwasserbau

Hersteller von Schweißzusätzen

Hersteller von Schweißanlagen

Ingenieurbüro Stahlwasserbau

Schweißzusatzhersteller

Bautaucherei

Bautaucherei

Bautaucherei

Schweißtechnische Lehr & Versuchsanstalt

Seite 5

Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 01IF22900N


Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung....................................................................................................................................3

Danksagung..............................................................................................................................................5

Inhaltsverzeichnis.....................................................................................................................................6

Abbildungsverzeichnis..............................................................................................................................7

Tabellenverzeichnis.................................................................................................................................11

Abkürzungsverzeichnis............................................................................................................................12

1 Wissenschaftlich-technische und wirtschaftliche Problemstellung………………………………………………….13

1.1 Stand der Forschung und Entwicklung………………………………………………………………………………………13

1.2 Arbeitshypothese…………………………………………………………………………………………………………………..…17

2 Durchgeführte Arbeiten und Ergebnisse…………………………………………………………………………………………19

2.1 Methodischer Ansatz ....................................................................................................................19

2.2 Arbeitspaket 1: Werkstoffaufbereitung und Laborversuchsaufbau zum UWUP-Schweißen……………………………………………………………………………………………………….……................................21

2.3 Arbeitspaket 2: Erstellung eines DoE zur Bestimmung der Schweißparameter............................31

2.4 Arbeitspaket 3: Erprobung des UW-Schweißprozesses mit Pulverabdeckungen

bei geringer Wassertiefe………........................................................................................................34

2.5 Arbeitspaket 4: Untersuchung der Schweißnahtgeometrie …………...............................................44

2.6 Arbeitspaket 5: Chemische Zusammensetzung der Schweißnaht.................................................48

2.7 Arbeitspaket 6: Diffusibler Wasserstoffgehalt im Schweißgut......................................................50

2.8 Arbeitspaket 7: Mechanische Eigenschaften der Schweißnaht und Gefügestruktur …………………54

2.9 Arbeitspaket 8: Analyse der experimentellen Daten und Bestimmung der optimalen

Zusammensetzung der fließfähigen und förderbaren Pulverabdeckung

für UW-Schweißen mit geringer Wassertiefe …………….……………………………..……………………………..59

2.10 Arbeitspaket 9: Untersuchung der thermozyklischen Eigenschaften des UW-Schweißens

mit fließ-fähigen Pulverabdeckung……………………………………………………………………………………………63

2.11 Arbeitspaket 10: Studien zur Anwendbarkeit und Tiefenabhängigkeit

des UWUP-Schweißens……………………………………………………………………………………………………………..65

2.12 Arbeitspaket 11: Erprobung an praxisrelevanten Anwendungsfällen

UWUP-Schweißen durch Taucher im Versuchsbecken (Bereich des IW)……...………………..………….69

2.13 Arbeitspaket 12: Dokumentation, Berichterstattung

und konzeptionelle Technologiebetrachtung ……………………………………………………………....………….72

3 Verwendung der Zuwendung………………………………………………………………………………………………………….74

4 Notwendigkeit und Angemessenheit der geleisteten Arbeit……………………………………………………………75

5 Wirtschaftliche Bedeutung des Forschungsvorhabens für kleine und mittlere Unternehmen………....76

6 Wissenstransfer in die Wirtschaft……………………………………………………………………………………………………77

7 Durchgeführte Transfermaßnahmen………………………………………………………………………………………………78

8 Literaturverzeichnis………………………………………………………………………………………………………………………..79

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Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 01IF22900N


Wissenschaftlich-technische und wirtschaftliche Problemstellung

Bau und Wartung von Plattformen für die Öl-, Gas- und Erzgewinnung auf dem Meeresboden, das Heben und

Reparieren von Schiffen, Rettungsarbeiten, Wiederherstellung von Unterwasserpipelines, Routine- und

Reparaturarbeiten an den Unterwasserstrukturen der Offshore-Windenergieanlagen (OWEA), die Reparatur

von Hafenanlagen und Brücken - all dies sind Beispiele, bei denen heute das Unterwasserschweißen als

Reparaturmaßnahme eingesetzt werden kann [34, 35, 38, 50, 53].

Das nasse Unterwasserschweißen mit Stabelektroden ist derzeit das meistgenutzte Verfahren für die

Industrie zur Reparatur und Sanierung von Stahlkonstruktionen im Unterwasserbereich (UW-Bereich). Der

Prozess ist deshalb im Fokus vieler Forschungsarbeiten mit dem Ziel nicht nur wirtschaftliche, sondern auch

qualitative Verbesserungen zu erzielen [43]. Die Bewertung des Potenzials und der Perspektiven für die

Entwicklung der Schweißtechnik moderner, niedriglegierter Stähle mit erhöhter Festigkeit zeigt, dass

Fortschritte des nassen Unterwasserschweißverfahrens im Wesentlichen durch die Kontrolle der Struktur

und der Eigenschaften des Schweißgutes erreicht werden, um die gewünschten Eigenschaften der

Schweißverbindung sicherzustellen [40].

Zurzeit gibt es keine vergleichbare oder marktreife Alternative zum nassen Lichtbogenhandschweißen mit

Stabelektrode für den UW-Bereich auf dem mitteleuropäischen Markt. Auch außerhalb von Deutschland wird

daher nahezu ausschließlich auf Stabelektroden zugegriffen, wenn nass geschweißt wird. Da mit einer

Stabelektrode ca. 10 cm Schweißnahtlänge erzeugt werden kann, ist das Verfahren für lange Nähte aus

wirtschaftlicher Sicht nicht optimal geeignet. Nicht nur die große Anzahl an Ansatzstellen, sondern auch die

Menge an Elektroden und die benötigten Rüstzeiten sind aus ökonomischer und arbeitstechnischer Sicht

unvorteilhaft. Darüber hinaus sind die Stabelektroden zum nassen Schweißen unter Wasser nur für das

Schweißen von kohlenstoffarmen und einigen niedriglegierten Stählen mit einem maximalen

Kohlenstoffäquivalent (CEV): CEV = C + Mn / 6 + (Ni + Cu) / 15 + (Cr + Mo + V) / 5, von 0,4 % vorgesehen [41].

Beim Schweißen von Stählen mit höheren CEV bilden sich aufgrund der hohen Abkühlraten in der

Wärmeeinflusszone (WEZ) zwangsläufig harte, martensitisch/bainitische Strukturen und in der Folge dieser

behinderten Spannungen entstehen Kaltrisse [32, 34, 35, 40, 43].

Ein kontinuierliches Schweißverfahren, kombiniert mit einer geringeren Abkühlrate im Schweißnahtbereich,

wird zusätzlich zur Minimierung der Ansatzstellen führen, welche als potenzielle Ausgangspunkte von

Kaltrissen gelten. Zudem reduzieren weniger Ansatzstellen den manuellen Arbeitsaufwand bei der

Nacharbeit und damit erheblich die Kosten. Die Erforschung und Entwicklung eines drahtbasierten,

kontinuierlichen Schweißverfahrens mit der Möglichkeit, die Abkühlgeschwindigkeit im Schweißgut und der

WEZ zu verringern, ermöglicht einen entscheidenden Fortschritt hinsichtlich der Produktionstechnik und der

Verfahrenstechnik sowie die Übertragung in die sichere, technische Anwendung der UW-Schweißtechnologie

mit Massivdraht.

1.1 Stand der Forschung und Entwicklung

Offshore-Plattformen, Pipelines, Schiffe, Schwimmdocks, Hafenanlagen und Spundwandkonstruktionen sind

besonders im Unterwasserbereich wartungsintensive Strukturen. Die Globalisierung der Handelsströme

führt zu einem stetigen Anstieg des Seeverkehrs, dem Bau neuer und der Erweiterung bestehender Häfen.

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Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 01IF22900N


Der zuverlässige Betrieb von UW-Anlagen hängt dabei in hohem Maße auch von den Möglichkeiten einer

sofortigen und qualitativ hochwertigen Reparatur im Schadensfall ab [35, 53]. Unter atmosphärischen Bedingungen

erfolgt die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit von Metallstrukturen sehr erfolgreich durch

Metall-Schutzgasschweißen (MSG-Schweißen), Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG-Schweißen) oder das

Lichtbogenhandschweißen [44, 61].

Seit den 1960er Jahren werden schweißtechnische Reparaturmöglichkeiten unter Wasser erforscht. Ab 1970

erfolgten vermehrt Schweißversuche im Bereich des nassen Lichtbogenhandschweißens mit Stabelektroden

[55]. Aus Gründen der Komplexität und hohen Kosten von Schweißarbeiten unter atmosphärischen, trockenen

Habitat-Bedingungen folgt, dass bei Reparaturen oftmals das nasse Lichtbogen-Handschweißen mit Stabelektroden

durch Taucher Anwendung findet. Nur bei großen Wassertiefen (WT > 100 m) sowie höchsten

Qualitätsanforderungen erscheint derzeit die Einrichtung eines Habitats zum trockenen Schweißen sinnvoll

[17, 46]. Durch den direkten Kontakt von Lichtbogen und Wasser in der nassen Umgebung ergeben sich folgende

Problemstellungen beim Fügen von Kohlenstoff-Stählen:

Abbildung 1:

Schweiß-ZTU Schaubild zur Illustration des Einflusses der Abkühlgeschwindigkeit auf das resultierende,

eigenschaftsbestimmende Gefüge für Fe-Basiswerkstoffe am Beispiel des Spundwandstahls

S355GP [29]

• Bedingt durch die ca. 25-fach höhere Wärmeleitfähigkeit und die fast 3500-fach größere, auf das

Volumen bezogene spezifische Wärmekapazität des Wassers gegenüber Luft, ergibt sich eine über

100-mal größere Wärmeübergangszahl und somit eine bis zu 15-mal schnellere Abkühlung der

Schweißnaht [1, 48]. Dies führt zu einer beschleunigten Abkühlung von 800 °C auf 500 °C (t8/5 Zeit)

und dadurch zu sehr hohen Härtewerten, speziell in der umgewandelten WEZ (s. Abbildung. 1).

• Unter Wasser besteht die Lichtbogenatmosphäre zu über 70 % aus Wasserstoff, womit sich ein erhöhtes

Risiko für Wasserstoffversprödung ergibt [35, 48, 62]. Der atomare Wasserstoff diffundiert in

die Schweißnaht und die WEZ. Damit steigt das Kaltrissrisiko bei vorliegenden Umwandlungs- und

Schrumpfungsspannungen.

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Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 01IF22900N


• Der durch die Dissoziation des Wassers vorliegende Sauerstoffanteil in der Gas-Dampf-Blase begünstigt

die Oxidation von Legierungselementen [49]. Die Gehalte von Mn und Si sinken dadurch beim

UW-Schweißen ab [39, 47]. Der Effekt verstärkt sich mit steigender Wassertiefe [11, 28, 35, 46].

Die Verlängerung der t8/5-Zeit kann beim nassen UW-Schweißen durch die Bildung einer wärmedämmenden

Schlacke auf der Schweißnaht erreicht werden. Dies bringt eine Verbesserung gegenüber Schweißungen mit

reinem Schutzgas und ohne Schlacke [11, 58], reicht aber zur Optimierung der mechanischen Eigenschaften

unter Wasser gefügter Schweißnähte noch nicht aus. Derzeit zur Anwendung kommende Stabelektroden

werden zusätzlich meist als Fallnahtelektrode verschweißt und sollen schlackearm sein, um einen Schlackevorlauf

beim Schweißen und damit Schweißfehler zu verhindern. Defekte wie Risse, Porosität und aufgehärtete

Mikrostrukturen in Schweißgut (SG) und WEZ, verursacht durch Phasenumwandlungen und diffusiblen

Wasserstoff können derzeit noch nicht vermieden werden [5, 35, 47]. Der Wasserstoffgehalt im Schweißgut

beträgt bei der Verwendung von Fülldraht zum nassen UW-Schweißen ca. 26 - 44 ml/100 g SG und ist damit

viel höher als beim Schweißen unter atmosphärische Bedingungen [52].

Diese erhebliche Menge an Wasserstoff im Schweißgut fördert zusätzlich die Porosität. Die Summe dieser

Faktoren führt zu einer Verringerung der Festigkeit und Zähigkeit nass geschweißter Verbindungen [45]. Darüber

hinaus beeinflusst das umgebende Wasser die komplexen Auswirkungen von Blasen, Tröpfchen, Lichtbogen

und Schmelze. Es besteht eine starke Tiefenabhängigkeit, was ebenso zur Qualitätsminderung der

Schweißnähte führt [30].

Einige Verbesserungen konnten durch den Einsatz der Ultraschallwellen und damit verbundenen Stabilisierung

der Blasenbildung beim UW-Schweißen [51, 59, 60] erreicht werden. Dies ist derzeit aber noch nicht für

den manuellen Einsatz geeignet. Ein anderer Ansatz zeigt, dass die Induktionstechnologie zur Reduzierung

der Abkühlrate beim nassen UW-Schweißen und zur Beeinflussung der Mikrostruktur der Schweißnaht genutzt

werden kann [6, 20]. In einer Studie [18], zum nassen E-Handschweißen, wurde die Beeinflussung der

Härte in der WEZ hochfester Stahlschweißnähte durch Temper-Bead-Welding (TBW) untersucht. Damit

konnte nicht nur die Korngröße und die Rissneigung in der WEZ verringert, sondern auch die Plastizität erhöht

werden [54]. Eine Kombination aus spanender Bearbeitung und hochfrequentem Hämmern unter Wasser

führt zur Erhöhung der Dauerfestigkeit von UW-Schweißverbindungen [19]. Sowohl Induktion, Temper-Bead

oder das hochfrequente Hämmern stellen für kurze Schweißnahtabschnitte beim Stabelektrodenschweißen

immer diskontinuierliche Prozesse mit großem zeitlichen und apparativen Aufwand und Kosten dar.

Die Erforschung zur Verringerung der t8/5-Zeit ist sehr erfolgsversprechend, wobei die Isolation der Oberfläche

des Grundmetalls neben der Schweißnaht die Abkühlgeschwindigkeit aber nur marginal beeinflusst [56],

sodass eine Verbesserung der Isolation der Schweißnahtoberfläche direkt zielführender erscheint. Versuche

zur Reduzierung der t8/5-Zeit durch das Aufbringen einer dicken Schweißpulverbeschichtung auf den

Schweißnahtbereich, wurden unter Laborbedingungen unter Verwendung von Massivdrähten [24] und Fülldrähten

[25] durchgeführt. Bei Verwendung eines Massivdrahtes (Ø 2,4 mm) und eines mit Wasserglas vermischten

Schweißpulvers, welches einen großen Abschirm- und Wärmespeichereffekt bewirkt, wurde die

Abkühlrate des unter Wasser geschweißten Werkstücks signifikant reduziert [24]. Das SG erreichte eine Zugfestigkeit

von 82% des Grundmetalls SM41 (vgl. mit S235J2). In diesem Fall betrug die durchschnittliche Härte

des unter Wasser erzeugten Schweißgutes nur ca. 160 HV, während die Härte des Grundmetalls in der WEZ

auf ca. 220 HV ansteigt. In der Schweißverbindung wurde keine signifikante Aufhärtung gegenüber vergleichbaren

Schweißungen an Atmosphäre beobachtet, was qualitativ mit dem Ergebnis der Messung der Abkühlrate

übereinstimmt. Die Abkühlrate im t8/5-Intervall betrug unter Wasser ca. 25 °C/s und ist somit geringer

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