KLAAF 02/26
KLAAF ist das kölsche Magazin – ein Muss für alle Begeisterten der kölschen Sprache und des Brauchtums. Neben den Angeboten der Akademie berichtet das Magazin über spannende Kölner Persönlichkeiten, interessante Veranstaltungen, Geschichten aus der Kölner Geschichte, kölsche Rezepte, Mundarttheater und mehr.
KLAAF ist das kölsche Magazin – ein Muss für alle Begeisterten der kölschen Sprache und des Brauchtums. Neben den Angeboten der Akademie berichtet das Magazin über spannende Kölner Persönlichkeiten, interessante Veranstaltungen, Geschichten aus der Kölner Geschichte, kölsche Rezepte, Mundarttheater und mehr.
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FEB – MAI 26
50
S K S TIF T U N G K U LT U R
Jahre
> ULRICH VOIGT > JUBILÄUM > KONRAD ADENAUER
Stiftungen im Einsatz für
Menschen und die Region
SK Stiftung Kultur blickt
auf 50 Jahre zurück
»Mer kenne uns,
mer helfe uns«
AKADEMIE FÖR UNS KÖLSCHE SPROCH / SK STIFTUNG KULTUR
DIE PHOTOGRAPHISCHE SAMMLUNG
Photo: Alexander Lackmann, Ulvi, aus der Serie „Ganz ehrlich“, 2022 © Alexander Lackmann / VG Bild-Kunst, Bonn, 2026
LEBENSRÄUME ——
Zeitgenössische Perspektiven aus NRW
13.3.——12.7.2026
DIE PHOTOGRAPHISCHE
SAMMLUNG / SK STIFTUNG KULTUR
Im Mediapark 7, Köln
Täglich außer Mi 14–19 Uhr
erster Do im Monat bis 21 Uhr freier Eintritt
www.photographie-sk-kultur.de
INHALT
6
23
28
© Wenke Atkins
© Edith-Stein-Archiv zu Köln
© Priska Höflich
KÖLSCHE KÖCH 4
Klein Taate zom Nohdesch
RÄTSEL 5
Einfach aufmerksam dieses Heft
lesen und Tickets gewinnen!
> IM GESPRÄCH MIT ... 6
Ulrich Voigt über Stiftungen im
Einsatz für Menschen und die Region
> »MER KENNE UNS,
MER HELFE UNS« 10
Zum 150. Geburtstag
von Konrad Adenauer
LEBENSRÄUME – EINE
PHOTOGRAPHISCHE
SPURENSUCHE 13
Zeitgenössische Perspektiven
in der aktuellen Foto-Ausstellung
K
K
75 JAHRE LEBEN –
50 JAHRE ROCK ’N’ ROLL
OP KÖLSCH 18
Wolfgang Niedecken und BAP
> 1976–1989 –
KULTUR FÜR ALLE 19
Sonderteil zum 50. Jubiläum der
SK Stiftung Kultur – Teil 1
EDITH STEIN – PHILOSO-
PHIN, GLAUBENSZEUGIN
UND BRÜCKENBAUERIN 23
Kindheit, Studium und die
Suche nach Wahrheit
EIN ORT ZWISCHEN
ESPRESSO, IDEEN
UND AUFBRUCH 26
Verschwundene Orte: Campis Eisdiele
»ZWEI AUF EINEN
STREICH« 28
Op Kölsch durch die romanischen
Kirchen und den Dom
TUNNELBAU UND
TUNNELBLICK 29
Eine Kolumne von Peter Meisenberg
EIN TEXANER FÜR KÖLN 30
Die Geschichte des gebürtigen
Amerikaners Steve Nobles
EMPFEHLUNGEN AUS DER
SK STIFTUNG KULTUR 32
Buch-, Film- und Podcast-Tipps
THEATER OP KÖLSCH 34
Die Kumede und Theater12
mit ihren neuen Mundartstücken
K
K
Haupttext oder Textpassagen auf Kölsch
INHALT
KLAAF
3
KÖLSCHE KÖCH
K
Klein Taate
zom Nohdesch
Rezept vum Renate Schönhofen
Zutate
FÖR DER DEIG:
150 g Mähl
75 g Botter
50 g Zucker
1 Ei
1 Pris Salz
Alles zo enem feste Deig
Machaat
Eier un Zucker schuumig schlage.
De Vanille un et Mähl ungerrühre.
De Sahne dobeischödde
un unger Rühre höösch erhetze.
Wann die Mischung anfängk enzodecke,
der Pott vum Herd
nemme. Der Deig usrolle, de Taateförmcher
domit usläge, met
Vanillecreme fülle.
Die Appel- ov Plüschprumme-
Spalte dekorativ verdeile un bei
220 Grad ca. 15 Minutte backe.
Eigääl = Eigelb
engelaht = eingelegt
schuumig = schaumig
höösch = langsam
Plüschprumme = Pfirsich
ver arbeide un em Iesschrank
min. 1 Stund köhl stelle.
FÖR DE FÜLLUNG:
Murre = Möhren
Äädäppel = Kartoffeln
Blodwoosch = Blutwurst
Gemölsch = Gemisch
meleere = mischen
anplaatz = anstatt
3 Eigääl
50 g Zucker
1 EL Mähl
1 Pk. Vanillezucker
(met echter Vanille)
200 ml Sahne
3 Äppel ov engelahte
Plüschprumme
© Mit KI erstellt, SK Stiftung Kultur
4 KLAAF KÖLSCHE KÖCH
RÄTSEL
Leev Fründinne un
Fründe vun unsem Rödsel!
Auch in unserem digitalen KLAAF-Magazin laden wir Sie zum
Mitraten ein. Wenn Sie unsere Artikel aufmerksam lesen,
fällt die Antwort ganz leicht!
© Julia Steinkamp
Das wievielte Jubiläum feiert die
SK Stiftung Kultur 2026?
EDITORIAL
Notieren Sie die Lösung und senden diese bis Freitag,
den 17. April per E-Mail an: schlickeiser@sk-kultur.de.
Zu gewinnen gibt es:
2 Karten für den „Klaaf em Mediapark“ am 12 Mai 2026
Lösung des letzten Rätsels (Heft 3/25):
Maria Clementine Martin ließ sich vom preußischen König
im Jahr 1927 die Verwendung des preußischen Wappens als
Markenzeichen genehmigen.
Gewinner: Klaus Schilling
Liebe Leserinnen
und Leser,
2026 steht ganz im Zeichen zweier besonderer
Jubiläen: Die Sparkasse KölnBonn feiert ihr
200-jähriges Bestehen – ein beeindruckendes
Stück Stadtgeschichte. Und auch die SK Stiftung
Kultur blickt auf ein halbes Jahrhundert engagierter
Kulturarbeit zurück. Aus diesem Anlass
haben wir mit Ulrich Voigt, dem Vorstand der
Sparkasse und unserer Stiftung, gesprochen.
Im Interview verrät er, welche Rolle die Stiftung
heute spielt, welche Ideen das Engagement der
Sparkasse im Kölner Raum prägen und warum
beides untrennbar miteinander verbunden ist.
Gewinnbereitstellung
Die Gewinne werden auf elektronischem Weg zugestellt. Eine
Barauszahlung ist nicht möglich. Mitarbeitende und Lehr kräfte der
„Akademie för uns kölsche Sproch“ sind von der Teilnahme ausgenommen.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Personenbezogene
Daten werden ausschließlich zum Zwecke der Abwicklung des
Gewinnspiels verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.
Wer tiefer eintauchen möchte, dem legen wir
unseren „Spezialteil“ ans Herz: Darin werfen wir
einen Blick zurück auf die Gründungsjahre der
Stiftung und zeichnen ihre Entwicklung von 1976
bis 1989 nach. Ein spannender Rückblick auf
eine Zeit, in der vieles begann.
Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Heft ist
der 150. Geburtstag von Konrad Adenauer. Vieles
wurde in seiner Amtszeit als Bürgermeister begonnen
– hätten Sie alles gewusst?
Ursprung 1905
Hildegard un Philipp Kling
Akazienweg 143 • 50827 Köln
www.bestattungen-kling.de
www.dudegraever.de
Immer erreichbar: 0221 - 544 355
Einem sehr außergewöhnlichen Projekt hat sich
Steve Nobles verpflichtet: Er nahm den Verbundbrief
der Stadt Köln von 1396 und schrieb eine
musikalische Fassung des historischen Textes.
Diesen arrangierte er dann sogar noch als Chor-
Version.
Dieses und noch viele weitere interessante Themen
findet ihr in unserem KLAAF-Magazin.
Euer Team der Akademie för uns kölsche Sproch
RÄTSEL
KLAAF
5
IM GESPRÄCH MIT ...
» Wir investieren nicht nur in
Projekte, sondern in Menschen, Ideen
und die Zukunft unserer Region.«
Ulrich Voigt, Vorstandsvorsitzender der
Sparkasse KölnBonn und der SK Stiftung Kultur
6 KLAAF IM GESPRÄCH
IM GESPRÄCH MIT ...
Stiftungsarbeit ist
Teil unserer Tradition
2026 ist ein besonderes Jahr: Die SK Stiftung Kultur wird 50 Jahre alt und steht für ein
halbes Jahrhundert Engagement für Kultur und Gesellschaft. Auch die Sparkasse KölnBonn
feiert einen runden Geburtstag. Sie blickt auf 200 Jahre Geschichte zurück.
KLAAF nimmt das Jubiläum zum Anlass, die Rolle von Stiftungen in der Stadtgesellschaft
zu beleuchten und startet mit einem Gespräch mit Ulrich Voigt. Er ist nicht nur Vorstandsvorsitzender
der Sparkasse KölnBonn, sondern auch Vorsitzender des Vorstands der
SK Stiftung Kultur. Wir haben ihn am Sitz der Stiftung im Kölner Mediapark getroffen.
Interview: Hanka Meves-Fricke
Fotos: Wenke Atkins
KLAAF: Sie haben die Arbeit bei der Sparkasse von der Pike auf
gelernt. Wann und wo haben Sie begonnen?
Ulrich Voigt: Vor 41 Jahren habe ich meine Ausbildung hier in Köln
gemacht. Ich habe an der Kasse am Barbarossaplatz gesessen und
Kundinnen und Kunden betreut, dann war ich in Deutz am Gotenring
beschäftigt und später am Ebertplatz.
Sie sind also ein echter Kölner?
Ja, mit Leib und Seele. Das Leben hier im Rheinland, die Offenheit
der Menschen, der Karneval; all das macht die Stadt und die Region
für mich besonders lebenswert.
Was hat sich seitdem an der Arbeit in der Sparkasse KölnBonn
verändert?
Eine ganze Menge. In unserer Lehre hatten wir noch Geldscheine
in einer manuell zu bedienenden Kasse. Bei Auszahlungen mussten
wir akribisch genau rechnen, damit uns kein Fehler unterläuft. Heute
machen wir uns in vielen Bereichen die Digitalisierung zu Nutze, um
Arbeitsschritte zu automatisieren. Auch die Kölnerinnen und Kölner
sowie Bonnerinnen und Bonner sind mit der Zeit gegangen. Viele von
ihnen nutzen heute Online-Banking. Die Arbeit in einer Bank hat sich
also grundlegend verändert, kaum ein Stein ist auf dem anderen geblieben.
Ich bin daran gewachsen, mich diesen Veränderungen laufend
anzupassen.
Sie führen die Sparkasse KölnBonn und sind gleichzeitig
Vorstand von zwei ihrer Stiftungen. Was motiviert Sie,
neben der geschäftlichen Verantwortung dieses soziale
und kulturelle Engagement zu übernehmen?
Ich bin davon überzeugt, dass eine starke Region nicht allein vom
wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch vom gesellschaftlichen Miteinander
lebt. Mit unserer Sparkasse und unseren Stiftungen leisten
wir dazu einen wichtigen Beitrag, und das schon über einen langen
Zeitraum hinweg. Die ersten Sparkassen sind vor mehr als 200 Jahren
mit einem sozialen Auftrag gegründet worden. Auch Menschen
mit einem geringen Einkommen sollten sparen können. Um den Weg
dafür zu ebnen und zugleich gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen,
haben unsere beiden Vorgängerinstitute, die Stadtsparkasse
Köln und die Sparkasse Bonn, neun eigene Stiftungen ins Leben gerufen
und sechs Bürgerstiftungen mit initiiert. Das Stiftungskapital
beträgt heute über 85 Millionen Euro. Die Themen, in denen wir aktiv
sind, sind sehr vielfältig: Wir engagieren uns neben den Bereichen
Kultur und Kunst, Bildung, Wissenschaft und Forschung, auch in der
Denkmalpflege, im sozialen Bereich, im Umweltschutz und im Sport.
Durch die Erträge aus der Stiftungstätigkeit und eine Spende der
Sparkasse KölnBonn konnten im Jahr 2024 über sechs Millionen Euro
für Projekte und Förderungen bereitgestellt werden. Damit zählen
wir zu den größten Stifterinnen in der Region.
Welche Rolle spielt die SK Stiftung Kultur dabei?
Unsere Kulturstiftung ist eine von drei operativen Stiftungen der
Sparkasse KölnBonn. Und gerade diese operative Arbeit macht einen
großen Unterschied: Wir entwickeln eigene Ideen, bringen Projekte
auf den Weg und setzen so Akzente, die das Leben in der Region bereichern.
Unser Engagement im Bereich der Photographie ist dafür ein
gutes Beispiel. So erweitern wir etwa kontinuierlich unseren Bestand
an Werken bedeutender Künstlerinnen und Künstler und organisieren
Ausstellungen, Talks und Führungen, um den Bürgerinnen
und Bürgern diese Kunst näherzubringen.
Insgesamt ist die Stiftung heute ein aktiver Kulturakteur in Köln.
Sie bringt Themen voran, fördert neben der Photographie auch Tanz,
die kölsche Sproch, Medienkunst, Literatur und Theater. Sie schafft
Räume für Austausch und kreative Arbeit. Dadurch ist sie für viele
Kulturschaffende und Projektträger eine wichtige und verlässliche
Partnerin.
IM GESPRÄCH
KLAAF
7
IM GESPRÄCH MIT ...
Ulrich Voigt
im Gespräch
mit Hanka
Meves-Fricke
Sie hat mit ihren 50 Jahren nicht nur eine lange, spannende Geschichte,
sondern gehört mit ihrem Stiftungskapital von 38,3 Millionen
Euro zu den größten Stiftungen im Deutschen Sparkassen- und
Giroverband.
Was ist Ihnen persönlich an der Stiftungsarbeit wichtig?
Dass wir aktiv Verantwortung übernehmen, damit sich die Menschen
in Köln und Bonn wohlfühlen. Dazu tragen wir mit unseren
Stiftungen bei. Wir investieren nicht nur in Projekte, sondern in Menschen,
Ideen und die Zukunft unserer Region. Das ist Stiftungsarbeit,
die in den Stadtteilen und Veedeln ankommt und mir zeigt, warum
wir als Sparkasse mehr sind als ein Finanzinstitut.
Wie arbeiten die Gremien der Sparkassen-Stiftungen?
In unseren Stiftungen sind Menschen aus verschiedenen Bereichen
der Gesellschaft in den Gremien vertreten. Die Vorstände selbst
kommen aus der Sparkasse KölnBonn. Wir holen Fachleute hinzu und
stellen damit sicher, dass sowohl die Interessen der Bevölkerung
unserer beiden Städte als auch Fachwissen in die Entscheidungen
unserer Stiftungen einfließen.
Welche Stiftungsthemen sind Ihnen persönlich besonders
wichtig?
Persönlich liegen mir Bildungsprojekte besonders am Herzen,
denn ich bin in einer Lehrerfamilie aufgewachsen. Ich lebe in einer
Patchworkfamilie, habe vier Kinder und drei Enkelkinder. Meine Tochter
unterrichtet zudem in einer Schule in Sankt Augustin. So kommt
das Gespräch immer wieder auf Menschen, die entweder mehr Unterstützung
beim Lernen oder beim Unterrichten benötigen. Die
Bildungsprojekte unserer Stiftungen leisten dazu einen wichtigen
Beitrag.
Unsere Gesellschaft verändert sich kontinuierlich.
Welche Hauptwerte sehen Sie als Konstante für die Arbeit
der SK Stiftung Kultur?
Für mich sind die Grundwerte unseres Grundgesetzes der rote
Faden, allen voran: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und
dazu gehört auch, dass wir die Vielfalt unserer Gesellschaft anerkennen
und aktiv einbinden. Die Sparkasse KölnBonn war zum Beispiel
fast von Anfang an beim Christopher Street Day in Köln aus Überzeugung
dabei. Auch unsere Stiftungen richten sich an alle Bürger in
Köln und Bonn. Für mich ist Kultur ein Ausdruck dieser Offenheit und
Vielfalt. Sie entsteht da, wo man einander mit Respekt begegnen und
sich trauen, ihre Stimme einzubringen. Genau dafür stehen wir.
Gibt es für Sie Herzensprojekte, die genau diese Werte
konkret erlebbar machen?
Mein besonderes Interesse gilt Projekten, mit denen wir Menschen
mit Migrationshintergrund unterstützen. Wir sind eine sehr
vielfältige Gesellschaft in Köln. Die Eltern und Großeltern vieler Kinder
kommen aus anderen Ländern. Ich sehe es als unsere Aufgabe an,
den Kindern dabei zu helfen, hier sprachlich, kulturell, gesellschaftlich
anzukommen. Deshalb freue ich mich besonders über Projekte
8 KLAAF IM GESPRÄCH
IM GESPRÄCH MIT ...
© HGEsch Photography
50 Jahre
SK Stiftung Kultur
50
S K S T I F T U N G K U LT U R
Jahre
Die Stiftung begeht im Jahr 2026 ihren 50. Jahrestag.
Dazu blicken die Aktiven noch einmal auf die Anfänge
und Meilensteine zurück. Lesen Sie mehr dazu im
Beileger in dieser und den folgenden Ausgaben
des KLAAF-Magazins.
Digitalisierung der Bildwerke
von August Sander
Aktuelle Projekte der SK Stiftung Kultur:
• Akademie für uns kölsche Sproch, darunter Veranstaltungen,
Führungen, Lehrseminare zur kölschen
Sprache und Stadtgeschichte, Lehrerfortbildungen
und Angebote für Grundschulen sowie Bibliothek
• Deutsches Tanzarchiv Köln mit wechselnden Ausstellungen
sowie Veranstaltungen
• Die Photographische Sammlung mit ihren wechselnden
Ausstellungen sowie Veranstaltungen
wie „Lesen mit Karla“ für Grundschulkinder oder „LeseMentor
Köln“ für Jugendliche. So können wir dazu beitragen, ihre Talente
zu entfalten, damit sie sich später beruflich entwickeln und
aktiv an unserer Demokratie teilhaben.
Wie wird sich die Stiftungsarbeit mit Blick auf technische
Innovationen weiterentwickeln?
Wir sprechen zurzeit alle über Künstliche Intelligenz, kurz KI.
Sie spielt schon jetzt eine zentrale Rolle, und wird in Zukunft
weiter an Bedeutung gewinnen. In unserer Stiftungsarbeit nutzen
wir sie für ein besonderes Projekt, die Digitalisierung der
Sammlung von August Sander. Die Fotos und Informationen
dazu sollen vernetzt werden, sodass wir mehr über die Bestände
aussagen, sie lokalisieren und benennen können. Die rechtlichen
Fragen und das Respektieren von geistigem Eigentum
bei der Nutzung von KI sind uns dabei besonders wichtig.
Und was wünschen Sie sich für die Zukunft der
SK Stiftung Kultur?
Dass sie sich weiterentwickelt, so wie das Tanzarchiv jetzt
zu einem Forschungs- und Kompetenzzentrum für Tanz werden
wird. Zudem freue ich mich auf viele Bildungsangebote
und Ausstellungen, die Jung und Alt ansprechen. Mit der Kulturstiftung
engagieren wir uns seit 50 Jahren, mit der Sparkasse
KölnBonn sogar seit 200 Jahren für die Menschen in unserer
Region. Wir sind „Füreinander Hier“. Daran werden wir auch in
Zukunft anknüpfen.
• Medienkunstvermittlung, mit generationsübergreifenden
Workshops, Förderung des Kurzfilmgenres
in verschiedenen Veranstaltungsformaten,
Netzwerkarbeit, sowie Beteiligung an „Next!“, dem
Festival der jungen Photoszene
• Literatur- und Leseförderung mit Kölner Schreibschule
für Jugendliche, Grundschul-Projekt „Lesen
mit Karla“; des weiteren Kooperation bei „kicken und
lesen Köln“ mit der sk stiftung jugend und medien
sowie der Stiftung 1. FC Köln, sowie dem ehrenamtlichen
Kooperationsprojekt LeseMentor Köln
• Sommer Köln mit kostenfreien Veranstaltungen für
alle Kölner*innen und Besucher*innen
• Kölner Tanz- und Theaterpreise
Zur Geschichte der Sparkasse KölnBonn:
www.sparkasse-koelnbonn.de
Hanka Meves-Fricke ist Autorin und Journalistin und lebt in Köln. Von
ihr sind der historische Roman „Die Komponistin von Köln“ und das
Kinderbuch „Unser Köln“ erschienen.
Wenke Atkins ist Fotografin und arbeitet in Köln und Umgebung für
Magazine, Unternehmen und Organisationen.
IM GESPRÄCH
KLAAF
9
KÖLN ENTDECKT
K
»Mer kenne uns, mer helfe uns«
Konrad Adenauer zum 150. Geburtstag
Konrad Adenauer (5. 1. 1876 – 19. 4. 1967) meinte einmal: „Ich weiß
auch nicht, was Klüngel ist. Aber das ist in Köln nun mal so: Man
kennt sich und man hilft sich.“ Schon seine Zeitgenossen kannten
und würdigten seine Einstellung. Nach dem Zweiten Weltkrieg
stifteten die Kölner Handwerksinnungen ein Glockenspiel für den
Kölner Ratsturm, das auch von Adenauer gefördert wurde. Daher erhielt
die größte der 48 Glocken folgende Inschrift:
» Unse Schirmhär, dä Kunrad,
dä janz jroß hück regiert,
Hät als Meister der Bürger
dat am Rothus
durch der Klüngel geliehrt «
Sein Verhandlungsgeschick und sein umsichtiges Handeln zugunsten
der Bürger über Parteigrenzen hinweg bewies er nach der
Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg. Als Oberbürgermeister
von Köln war er der Vertreter der alten, sich auflösenden Ordnung
des Kaiserreiches, die von den revolutionären Arbeiter- und
Soldatenräten bekämpft wurde. Am 8. November 1918 erfuhr Adenauer
von der Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates in Köln, der sofort
die Macht übernehmen wollte. Er setzte sich mit dem Vertreter
der SPD, Wilhelm Sollmann, der diesem Rat angehörte, in Verbindung.
Bereits einen Tag später wurde der OB ebenfalls Mitglied des Rates
als „Beauftragter zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung“.
Wiederum einen Tag später, am 10. November 1918, gründete Adenauer
einen Wohlfahrtsausschuss, dem im Gegensatz zum Arbeiterrat
neben Sozialdemokraten Vertreter aller bürgerlichen Parteien angehörten.
Dies galt auch für die anschließend eingerichtete Bürgerwehr.
Mit Hilfe dieser Organisationen gelang es Adenauer, Ruhe und
Ordnung wiederherzustellen, die Lebensmittelversorgung zu sichern
und schließlich den Arbeiter- und Soldatenrat auszuschalten.
Ein weiteres Beispiel für Adenauers Klüngeleien betrifft den Bau
der Mülheimer Brücke. Sollte es eine Bogen- oder eine Hänge brücke
werden? Die Ausschreibung gewann die Firma Krupp mit dem Entwurf
einer Bogenbrücke. Die Jury hatte sich mit neun gegen zwei
Stimmen für ihn ausgesprochen. Die beiden Gegenstimmen kamen
von dem Städtebauer Paul Bonatz und vom Oberbürgermeister Adenauer!
Beide votierten für den Hängebrückenentwurf von Adolf Abel.
Adenauer setzte nun alles in Bewegung, um den von ihm favorisierten
Entwurf durchzusetzen. Sein wichtigstes Argument war, dass
am Bau einer Hängebrücke mehr Kölner Firmen beteiligt wären und
neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Als der Streit sogar in der
Kölner Presse ausgetragen wurde, versuchte Adenauer, die Kommunisten
auf seine Seite zu ziehen – ausgerechnet die Partei, die ihn
als Vertreter des Kapitalismus permanent angriff. Sie gaben in der
Sitzung am 28. 4. 1927 den Ausschlag. Zur Überraschung aller stimmten
sie für den Bau der Hängebrücke, der mit 43 zu 36 Stimmen beschlossen
wurde.
Alle Fotos: © Ingeborg Nitt
10 KLAAF KÖLN ENTDECKT
K
KÖLN ENTDECKT
Adenauer schilderte später, dass er die Kommunisten zu einem
Gespräch gebeten hatte, bei dem er sie bestens bewirtete. Als es
dann gemütlich wurde, lenkte der Oberbürgermeister die Unterhaltung
auf das Thema Brücken und erwähnte, dass man sich in
der Sowjetunion ganz auf den Bau von Hängebrücken konzentriere.
Das genügte!
Wahl zum Oberbürgermeister von Köln
» Meine Herren, Sie können
ganz beruhigt sein,
anomal bin ich nur äußerlich!«
Mit diesen Worten beruhigte Konrad Adenauer die Stadtverordneten,
die an seinen Kurort im Schwarzwald gereist waren,
um „unauffällig“ seinen Gesundheitszustand zu überprüfen. Denn
im Frühjahr 1917 hatte er bei einem Autounfall schwere Kopfverletzungen
erlitten. Er galt jedoch als der einzige ernstzunehmende
Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im Herbst. Nachdem
Adenauer auf diese für ihn typische Weise bewiesen hatte, dass
er geistig auf der Höhe war, wurde er von der Kölner Stadtverordnetenversammlung
am 18. September 1917 einstimmig gewählt. Mit
42 Jahren war er damals der jüngste Oberbürgermeister einer deutschen
Großstadt. Zuvor war er bereits elf Jahre lang Beigeordneter
gewesen. Über 15 Jahre bekleidete er das höchste Amt der Stadt,
bis er von den Nationalsozialisten 1933 abgesetzt wurde. Dieses
Schicksal wiederfuhr ihm 1945 erneut, als der britische Militärgouverneur
ihn nach einem halben Jahr als Oberbürgermeister seines
Amtes enthob. „Sie haben Ihre Pflicht gegenüber der Bevölkerung
Kölns nicht erfüllt“ warf Barraclough ihm vor. Was folgte, ist allseits
bekannt.
Adenauer konstatierte im Laufe seines langen Lebens mehrfach,
die Kölner Jahre seien die schönsten seines Lebens gewesen.
Adenauers Pferdeställe
Trotz aller Schwierigkeiten im und nach dem Ersten Weltkrieg
verlor Adenauer nie sein großes Ziel aus den Augen, Köln zu einer
führenden deutschen Metropole zu machen.
Wirtschaftlicher Aufschwung war eine wichtige Voraussetzung
für die Entwicklung und das Leben in der Stadt. Mit dem Bau des
Niehler Hafens, der Mülheimer Brücke und des Flughafens Butzweilerhof
schuf Adenauer die Bedingungen für eine rege Industrieproduktion
und einen funktionierenden Handel. Er plante sogar eine
Autobahn zwischen Köln und Bonn. Auf die Wiederbelebung der Kölner
Messe hatte er wesentlichen Einfluss. Seit dem Mittelalter war
Köln Markt- und Messeort, nach dem Krieg galt es, diese Tradition
fortzusetzen. Das Gelände am Deutzer Rheinufer, auf dem vor dem
Krieg die Werkbundausstellung stattgefunden hatte, schien geeignet
für den Bau von mehreren Hallen. 1924 war es soweit: Reichspräsident
Friedrich Ebert, Reichskanzler Wilhelm Marx und Oberbürgermeister
Konrad Adenauer eröffneten die Frühjahrsmesse, die
über 600.000 Besucher in ihren Bann zog. Auch die heute noch bekannte
ANUGA fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Die Kölner
Bevölkerung war weniger begeistert: „Adenauers Pferdeställe“ hießen
im Volksmund die architektonisch wenig attraktiven Messehallen.
Das sollte sich bald ändern. Denn für die 1928 geplante Pressa,
die Internationale Presse-Ausstellung, wurden von Adolf Abel, dem
Leiter des Kölner Hochbauamtes, markante Neu- und Umbauten vorgenommen.
So wurden das Staatenhaus und der Pressaturm errichtet,
die Hallen erhielten eine Backsteinfassade und die umliegenden
Parkanlagen wurden neugestaltet, wobei der Vorläufer des heutigen
Tanzbrunnens entstand.
KÖLN ENTDECKT
KLAAF
11
KÖLN ENTDECKT
K
Im Kölner Norden entstand ein Industrie- und Gewerbegebiet,
das 1922 durch die Eingemeindung der Bürgermeisterei Worringen
zusätzliche Fläche erhielt. Dieses Industriegebiet hatte dank des
neuen Niehler Hafens direkten Zugang zu einer der wichtigsten
Wasserstraßen Europas, dem Rhein. Das prominenteste Werk, das
sich hier auf Betreiben Adenauers ansiedelte, war die Firma Ford.
1930 wurde in Anwesenheit von Henry Ford der Grundstein gelegt.
Die ersten Fahrzeuge trugen die Namen „Ford Köln“, „Ford Rheinland“
und „Ford Eifel“.
Der erste Wolkenkratzer
Die Menschen benötigten nicht nur Arbeit, sondern auch Wohnraum.
Daher ließ er Wohnsiedlungen errichten und wandelte die ehemaligen
Kasernen in Riehl in ein Altenheim um, die „Riehler Heimstätten“.
Weitere charakteristische Bauwerke waren der erste
„Wolkenkratzer“ am Hansaring, damals Europas höchstes Haus, und
Wilhelm Riphahns Bastei.
Auch in der Kultur- und Bildungspolitik setzte der Oberbürgermeister
Akzente. Besonders wichtig war ihm, der notgedrungen
in Bonn studiert hatte, die Wiedereröffnung der Kölner Universität.
1388 gegründet und somit eine der ältesten Universitäten Europas,
wurde sie 1798 von den französischen Besatzern geschlossen.
1919 nahm die „Alma Mater Coloniensis“ wieder ihren Betrieb an der
Claudiusstraße auf. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Zahl der Studenten
so stark an, dass bereits 10 Jahre später in Lindenthal der Grundstein
für einen Neubau gelegt wurde. 1925 wurde außerdem die Kölner
Hochschule für Musik und 1926 die Kölner Werkschulen eröffnet.
Auch den Ausbau der Kölner Museen förderte Adenauer.
Lieblingsprojekt „Grüngürtel“
Eine seiner Verfehlungen, die Brigadier Barraclough Konrad Adenauer
vorwarf, war die Weigerung, die letzten Bäume des Kölner
Grüngürtels zu fällen, um die Bevölkerung mit Heizmaterial zu versorgen.
Nicht nur die stadtplanerische Weitsicht ließ ihn diesen Befehl
verweigern, sondern auch seine besondere Vorliebe für dieses
Projekt. Ab 1920 ging er daran, die beiden Festungsrayons in den Inneren
und Äußeren Grüngürtel umzuwandeln. Maßgeblich beteiligt
waren der Architekt Fritz Schumacher, 1920 bis 1923 Stadtplaner, der
auch einen Generalbebauungsplan für Köln schuf, und der Gartenarchitekt
Fritz Encke. Die Anlage sollte die Großstadt mit Frischluft
versorgen und den Bewohnern als Erholungsgebiet dienen, sie sollte
Stätten für Sport und Spiel anbieten. Dazu zählte auch das Müngersdorfer
Stadion, das 1923 eingeweiht wurde. Bis heute erfüllt der
Grüngürtel diesen Zweck und sollte als Adenauers Vermächtnis erhalten
bleiben.
© Ingeborg Nitt
Ingeborg Nitt
© Ingeborg Nitt
12 KLAAF KÖLN ENTDECKT
STIFTUNG IM FOKUS
Lebensräume
Eine photographische Spurensuche durch Nordrhein-Westfalen
© Alexander Lackmann / VG Bild-Kunst, Bonn
Alexander
Lackmann:
Ulvi, 2022,
aus der Serie
„Ganz ehrlich!“,
2022–heute
Wie verändert sich der Blick auf den eigenen Lebensraum,
wenn man beginnt, diesen künstlerisch zu erkunden? Die Ausstellung
„Lebensräume – Zeitgenössische Perspektiven
aus NRW“, die vom 13. März bis 12. Juli 2026 in der Photographischen
Sammlung/SK Stiftung Kultur im Mediapark zu sehen
ist (Eröffnung am Donnerstag, 12. März um 19 Uhr), erkundet
dieses Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz. Sie versammelt
Positionen von 14 Künstler*innen, die sich photographisch
und filmisch mit Orten, Menschen und Geschichten in
Nordrhein-Westfalen auseinandersetzen, einem Bundesland,
das geprägt ist von industriellem Erbe, städtischer Verdichtung,
Migration und landschaftlichem Wandel.
STIFTUNG
KLAAF
13
STIFTUNG IM FOKUS
Lebensräume
© Claudia Fährenkemper / VG Bild-Kunst, Bonn
Claudia Fährenkemper:
Schaufelradbagger 291,
Tagebau Hambach, 1991,
aus der Serie „Fördergeräte
im Braunkohletagebau“
So wandern ihre Blicke durch Braunkohlegruben, urbane
und ländliche Wohnbezirke, Hinterhöfe, Parks und
Wohnzimmer. Sie zeigen, wie sich Lebensbedingungen
in gebaute wie auch landschaftliche Räume einschreiben
und wie Räume wiederum Identitäten prägen.
Industrielle Spuren
Ein zentrales Thema der Ausstellung ist der industrielle
Wandel. Claudia Fährenkemper hält mit ihrer
Großbildkamera gigantische Fördergeräte im rheinischen
Braunkohlerevier fest. Der enorme menschliche
Eingriff in die Landschaft wird hier deutlich, photographiert
in sachlicher Schwarz-Weiß-Ästhetik. Gregor
Schneider hingegen spürt in Photographien und Filmen
dem Nachleben der Tagebau-Zeit in der Nähe des Abbaugebiets
Garzweiler nach: Zu sehen sind Photographien
neuer Einfamilienhäuser in monotoner Gleichförmigkeit,
ein Film zeigt den Aussichtspunkt auf den Tagebau, gestaltet
wie ein konsumierbarer Freizeitpark. Paul Avis
hingegen dokumentiert die leerstehenden Innenräume
der Kölner Ellmühle, besser bekannt als Aurora-Mühle.
Es sind stille Relikte einer Industrie, die einst ein bedeutender
wirtschaftlicher Faktor der Stadt war.
Gregor Schneider:
Aus der Serie „Häuser
der sterbenden Dörfer
des Braunkohleabbaugebietes
Garzweiler und
Häuser der zum Ersatz
errichteten Dörfer“,
Deutschland, 2013
Paul Avis:
Ohne Titel, 2017,
aus der Serie „The
Sun and the Snail
and the Pigeons‘
Feet“, seit 2014
14 KLAAF STIFTUNG
STIFTUNG IM FOKUS
Melina Lehmacher:
Kristina, Köln-Chorweiler,
2023, aus der Serie
„Neue Stadt“, 2022–2024
© Melina Lehmacher
© Gregor Schneider / VG Bild-Kunst, Bonn
Katharina Kemme:
Agnes, 18.12.2020,
aus der Serie
„Von Fremden
und Freunden“,
2020-2021
© Katharina Kemme
© Paul Avis
Ein Blick in die Gesellschaft
Doch Lebensräume beherbergen nicht nur
Zeugnisse der Vergangenheit. Sie sind auch Orte
der Begegnung wie auch des Rückzugs. Melina
Lehmacher porträtiert junge Frauen am Übergang
ins Erwachsenenleben in Stadtteilen wie
Köln-Chorweiler oder Düsseldorf-Garath. Ihre
Serie „Neue Stadt“ zeigt Gesichter zwischen Hoffnung
und Skepsis, eingebettet in eine urbane Umgebung,
die einst als soziale Utopie gedacht war.
Demgegenüber beginnt Katharina Kemme während
des Corona-Lockdowns, ihre Nachbar*innen
im traditionsreichen Essener Simson-Block zu porträtieren.
Es sind Momente der Stille, des Nachinnen-Schauens,
aber auch die Möglichkeit einbeziehend,
neue Kontakte zu knüpfen.
Alexander Lackmann zeigt in seiner fortlaufenden
Serie „Ganz ehrlich!“ Menschen aus seinem
persönlichen Umfeld. Bevorzugt im Außenraum
aufgenommen, begegnet er jeder Person mit großer
Unvoreingenommenheit. Dies setzt er bildkompositorisch
um, indem er Kamerastandpunkt oder
Aufnahmeparameter wie Belichtung bei allen Ganzkörperporträts
möglichst konstant hält.
Emine Ercihan widmet sich in ihrer Bildreihe
„Antrag auf Arbeitserlaubnis“ der ersten Generation
von Gastarbeiter*innen, die nach ihrem Berufsleben
nicht mehr in ihre Heimatländer zurückgekehrt
sind. Ihre Photographien öffnen Türen in private
Räume, konzentrierte Momente zwischen zwei
Welten, in denen sich Identität neu verhandelt.
Erinnerungsmomente an seine syrische Heimat
STIFTUNG
KLAAF
15
STIFTUNG IM FOKUS
Emine Ercihan:
Abderrahmane,
Gelsenkirchen, 2018,
aus der Serie
„Antrag auf Arbeitserlaubnis“,
2016–2018
© Emine Ercihan
© Jeffrey Ladd
spiegeln sich in dem Film „Wilhelmsbazar“ von Almourad
Aldeeb. Der Film bildet das Marktgeschehen auf dem
Wilhelmplatz in Köln-Nippes während eines Tages ab. Er
zeigt einen multikulturellen Ort, der für ihn zur Brücke
zwischen Herkunft und Ankommen an einem neuen Lebensumfeld
wurde.
Jeffrey Ladd: Baustelle und
Baum, Dellbrück, 2016
Stadt- und Naturlandschaft
Mit der Stadt Köln, ihrer Struktur und dem Zusammenspiel
von Bebauung, Plätzen, Straßen und Grünflächen
setzt sich Frank Dömer in seinen Farbphotographien
auseinander. Er nimmt etwa Hinterhöfe,
Ausfahrtsstraßen und Unterführungen, Bahngelände mit
Brachflächen in den Blick. Die Stadt erscheint als lose
zusammenhängendes Gebilde, schwankend zwischen
Ordnung und Unordnung. Gerhard Winklers kolorierte
Schwarz-Weiß-Photographien von städtischen Situationen
erscheinen durch die Zusammenführung von Photographie
und Malerei in einer besonderen Ästhetik. Einerseits
wird die Realität abgebildet, andererseits wirken
die Orte wie entrückt, sich der Wirklichkeit entziehend.
Der Blick in den Alltag, auf das scheinbar Nebensächliche,
ist das Metier von Jeffrey Ladd. Mit feinem
Gespür für skurrile Szenen und Details wurde er etwa
in Oberhausen, Niederkassel und in diversen Stadtbezirken
von Köln fündig: ein Riss in einer Hauswand, in
Form geschnittene Buchsbäume, ein Schwan auf einem
Parkplatz. Die Motive bilden in ihrer Unterschiedlichkeit
eine eigene Erzählung über Gestaltungsformen des öffentlichen
wie privaten Raums, über den Umgang mit
der Natur, über überraschende Begegnungen zwischen
Menschen und Tieren.
© Gerhard Winkler
Gerhard Winkler: Kölner Dom, 2015
16 KLAAF STIFTUNG
Lebensräume
STIFTUNG IM FOKUS
Von Boris Becker sind ausgewählte Kölner Motive
zu sehen. Seine großformatigen Photographien
zeigen eine klare Bildsprache, zwischen graphischer
Strenge, skulpturaler Wirkung und farblicher Ausgewogenheit.
Ein prägnantes Beispiel dafür ist eine
Aufnahme des mittlerweile abgerissenen Kölner Eisstadions
mit seinem gewölbten Tonnendach. Eine poetische
Reflexion über den öffentlichen Raum bietet
Philip Zietmann mit seiner Serie „pardés“, aufgenommen
im Düsseldorfer Volksgarten. In feinsinnigem
Schwarz-Weiß-Photographien fängt er die besondere
Stimmung in städtischer Parks ein. Es sind
Orte, an denen sich Menschen dem Alltag entziehen,
an denen eine andere Zeitlichkeit möglich scheint.
Kathrin Esser widmet sich in der Serie „Weiße
Wehe“ der Erinnerung an eine der verlustreichsten
Kämpfe des Zweiten Weltkriegs im Hürtgenwald in
der Eifel. Landschaftliche Ansichten, Aufnahmen von
im Wald gefundenen Gegenständen sowie Luftaufnahmen
des Geländes mit Internetkommentaren verbinden
sich in Essers Arbeit zu einer Betrachtung
über den Umgang mit Geschichte, den Wandel von Erinnerungskultur
und räumlicher Bezüge.
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen
Führungs- und Rahmenprogramm begleitet. Am Montag,
13. April um 20 Uhr greift ein Kurzfilmabend im
Filmhaus Köln die Themen filmisch auf: Dokumentarfilm,
Animation und Musikvideo tauchen in vertraute
und fremde Welten ein.
Claudia Schubert
Kathrin Esser:
Wald 05, 2022,
aus der Serie
„Weiße Wehe“,
seit 2022
Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur
Im Mediapark 7, 50670 Köln
www.photographie-sk-kultur.de
Eintritt: 7,50 € (ermäßigt 4,50 €),
Geöffnet täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr.
Am ersten Donnerstag im Monat geöffnet bei freiem Eintritt
bis 21 Uhr: Es finden besondere Programmpunkte statt.
Öffentliche Führungen finden jeweils sonntags um 15 Uhr statt.
Thematischer Schwerpunkt am ersten Sonntag des Monats,
weitere Sonderveranstaltungen siehe Homepage.
© Kathrin Esser
So. 5. April 2026
Jetzt reservieren!
OSTER-BRUNCH
MIT DÄ FAMILLICH
www.frueh-em-tattersall.de
STIFTUNG
KLAAF
17
KÖLN ENTDECKT
Wolfgang Niedecken und BAP
75 Jahre Leben, 50 Jahre
Rock ’n’ Roll op Kölsch
Es gibt Künstler, die einfach Musik machen und es gibt Wolfgang
Niedecken. Der Kölner Musiker, Maler und Frontmann von BAP
ist seit fast fünf Jahrzehnten mehr als nur ein Sänger: Er ist Chronist,
Mahner, Geschichtenerzähler und Menschenfreund. Im Jahr
2026 feiert er gleich zwei große Jubiläen: seinen 75. Geburtstag
und das 50-jährige Bestehen seiner Band. Zwei Ereignisse, die
kaum jemand in Köln und in der deutschen Musikgeschichte unberührt
lassen dürften.
Der Mensch hinter der Musik
Wer Niedecken erlebt, spürt schnell, dass seine Kunst aus
einem tiefen Interesse am Menschen entsteht. Er ist neugierig,
reflektiert, politisch denkend – aber immer mit Herz. Schon als
Kunststudent an der Kölner Werkschule in den frühen 1970ern beschäftigte
ihn die Frage, wie Kunst Gesellschaft bewegen kann.
„Ich wollte immer Geschichten erzählen, die echt sind, die was mit
uns zu tun haben“, sagte er einmal. Diese Haltung prägt bis heute
seine Songs, in denen er über Liebe, Verlust, Heimat und Verantwortung
singt, stets im unverwechselbaren Kölsch, das er nie als
Dialekt, sondern als Haltung versteht.
Musik ist für ihn auch ein sozialer Auftrag. Niedecken engagiert
sich seit Jahrzehnten für soziale Gerechtigkeit, gegen Rassismus
und für Bildung. Besonders am Herzen liegt ihm das Projekt
„Rebound“, das sich für ehemalige Kindersoldat*innen in Afrika
einsetzt. Diese Initiative hat ihn tief geprägt. Reisen in den Kongo
oder nach Uganda haben ihm gezeigt, dass Musik nicht nur unterhalten,
sondern heilen kann. „Ich will nicht die Welt retten“, sagt er,
„aber ich kann ein kleines Stück beitragen.“
später folgt das große Heimspiel von BAP im Rhein-Energie-Stadion.
Es ist das Herzstück der Jubiläumstour „50 Jahre BAP – Die Zielgerade“.
Ob diese Tour ein Abschied oder nur eine Zäsur sein wird,
lässt er offen. Doch wer Niedecken kennt, weiß: Der Mann denkt
nicht ans Aufhören. „Solange ich noch was zu erzählen hab, mach
ich weiter“, betont er mit einem Augenzwinkern.
Zwischen Köln, Welt und Herz
Niedecken ist tief in Köln verwurzelt, in seiner Sprache, seinem
Humor und seiner Haltung. Gleichzeitig hat er den Blick weit
über den Dom hinaus gerichtet. Seine Texte erzählen vom Leben
der kleinen Leute, aber auch von der großen Politik. Sie sind persönlich
und doch universal. Er interessiert sich für Geschichte, für
Literatur, für Bob Dylan, den er als „großes Vorbild“ bezeichnet, und
für das, was Menschen verbindet. Vielleicht ist das sein Geheimnis:
Er bleibt nie stehen, sondern sucht stets nach neuen Verbindungen
zwischen Kunst, Gesellschaft und Empathie.
Mit BAP hat Wolfgang Niedecken eine Band geschaffen. Die
Legende lebt – nicht nur in der Kölschrock-Szene, sondern in der
deutschen Musik insgesamt. Ihre Lieder sind Heimat für viele geworden.
Sie handeln von Freundschaft, Verlust, Mut und Haltung.
Und genau das ist es, was Niedecken antreibt: der Wunsch, nicht
nur zu singen, sondern Spuren zu hinterlassen. In einer Welt, die
oft laut und schnell ist, bleibt er einer, der zuhört, malt, dichtet und
spricht, wenn es nötig ist.
C. Schlickeiser
Zwischen Atelier und Bühne
Neben der Musik ist Niedecken auch leidenschaftlich als Maler
aktiv. Viele BAP-Albumcover hat er selbst gestaltet, seine Werke
werden regelmäßig ausgestellt. Für ihn gehören Musik und Malerei
zusammen: „Beides sind Versuche, die Welt zu verstehen.“
Diese künstlerische Vielseitigkeit prägt auch sein Auftreten auf der
Bühne: Jede Tour, jedes Album ist ein neues Kapitel in einem großen,
fortlaufenden Werk, das mit „Verdamp lang her“ begann und
mit den kommenden Jubiläen einen weiteren Höhepunkt findet.
Jubiläumsjahr 2026: Rückblick und Aufbruch
Das Jahr 2026 wird ein Festjahr. Zum 75. Geburtstag plant Niedecken
ein besonderes Konzert in der Kölner Philharmonie, das
ganz ihm und seiner Geschichte gewidmet ist. Nur wenige Monate
>
DIE LEIDENSCHAFT
FÜRS KÖLSCHE
Wolfgang Niedecken
und Eusebius Wirdeier
> > F. F. WALLRAF UND
UNTER
KRAHNENBÄUMEN
Erinnerungen an
ein altes Veedel
AKADEMIE FÖR UNS KÖLSCHE SPROCH / SK STIFTUNG KULTUR
HEINRICH KOCH
Zwei Kölner
Mundartautoren
JUNI 24
Ein Tipp für Fans
und Neugierige
Wer den Künstler, Menschen und Denker Niedecken
noch besser kennenlernen will, sollte unbedingt in unser
großes Interview im KLAAF-Magazin 06/2024
hineinschauen. Dort erzählt er offen über seine Kindheit
in der Südstadt, seine Liebe zur Malerei und die
Kraft, die ihm seine Familie gibt.
18 KLAAF KÖLN ENTDECKT
SK STIFTUNG KULTUR
50
Jahre
1976 –1989
Kultur SK
für alle
Stiftung Kultur
Die frühen
Jahre der
TEIL
EINS
Als 1976 in Köln der sogenannte „City-
Treff“ eröffnet wurde, Keimzelle und Vorläufer
der heutigen SK Stiftung Kultur, war der
Gedanke revolutionär schlicht: Kultur und Bildung
sollten nicht länger hinter hohen Schwellen
und formellen Türen versteckt bleiben. Vielmehr
ging es darum, mitten in der Stadt einen
Ort zu schaffen, der Menschen einlädt, ohne Eintritt,
ohne Vorbehalte, aber mit Haltung.
City-Treff, 1976
Die „Stiftung City-Treff“, so der offizielle
Name bis 1996, gestiftet von der damaligen
Stadtsparkasse Köln anlässlich ihres 150-jährigen
Jubiläums, war zu Beginn ein urbanes Labor
für neue Formen der Bürgerbeteiligung: Konzerte,
Video-Workshops, Gesprächsrunden, Filmabende,
Sprachangebote, Rallyes durch die Stadt.
Das alles stand auf dem Programm, oft an einem
einzigen Wochenende. Der erste Film, der hier
gezeigt wurde, hieß bezeichnenderweise: „Tod
eines Bürokraten“.
© Bildarchiv der SK Stiftung Kultur
Zwischen Folklore, Fotografie und Feinkritik
Schnell entwickelte sich der „City-Treff“ zu einem
vitalen Treffpunkt für ganz Köln. Angesiedelt am Standort
der Sparkassen-Hauptfiliale am Rudolfplatz, war er
zugleich konzipiert als Kulturcafé mit ständiger Gastronomie,
Schachecke und kostenfreiem Zugang zu Tageszeitungen.
Er war ein Ort der Vielfalt: ein Malkurs hier,
ein Tanz-Workshop da, Gespräche mit Künstler*innen,
Theaterschaffenden und Journalist*innen. Man trank
Tee mit amerikanischen Sportstudierenden und diskutierte
auf Französisch über europäische Literatur. Regelmäßige
„Kölsche Klaaf“-Runden trafen auf Jazzproben,
Seniorentheater und Kinderstadtführungen. Alles
war bunt, barrierefrei, bildend.
Video für alle!
Wie der City-Treff 1976
zur Medienzentrale der
Zukunft wurde
Die politischen Debatten jener Jahre über den Kalten
Krieg, den NATO-Doppelbeschluss oder die Friedensbewegung
wurden zwar selten offen ausgetragen, aber
sie prägten oft spürbar die allgemeine Stimmung. Die
Stiftung war keine Bühne der großen Reden, sondern ein
Resonanzraum der leisen Töne und mutigen Versuche.
Willkommen im City-Treff Köln, Herbst 1976.
Die Luft ist elektrisch, nicht nur wegen der statischen
Aufladung auf dem braun-gelben Teppichboden
mit geometrischem Muster. Sondern weil
hier, in einem freundlich ausgeleuchteten Raum
mit beigefarbenen Wänden und psychedelisch anmutender
Deckenstruktur, etwas völlig Neues erprobt
wird: Video.
Was heute selbstverständlich aus jeder Hosentasche
streamt, war damals eine kleine Revolution.
Und wer sich traute, betrat im City-Treff ein
echtes Medienlabor der Zukunft. Zwischen massiven
Fernsehkameras auf Stativbeinen und einem
wuchtigen Röhrenmonitor mit silbernem Fuß
wurde nicht nur zugeschaut, sondern selbst gemacht:
Videoproduktionen von Bürger*innen für
Bürger*innen, darunter Schulkinder, Kunstschaffende
und einfach Neugierige.
© alle Fotos: Bildarchiv der SK Stiftung Kultur
Wenn alte Grenzen verschwinden
und neue Möglichkeiten
entstehen – wie kann
Bildung dabei helfen, sich
in dieser veränderten Welt
zurechtzufinden?
Menschen sitzen entspannt auf orangen
Polsterstühlen, Kopfhörer auf den Ohren, während
ein Bildschirm in der Raummitte zeigt, was
gerade aufgenommen wird: Eine Art öffentliches
Wohnzimmer für das neue Medium, das irgendwie
Fernsehen war, aber eben zum Anfassen.
„Video ist der Oberbegriff für eine bestimmte
Art von Fernsehen“, hieß es ganz offiziell im Programmflyer.
Doch anders als die unnahbaren Apparate
der großen Sendeanstalten, war Video hier
plötzlich handlich, greifbar und demokratisch.
Man sprach nicht von Sendern und Empfängern,
sondern von Gruppen, die selbst produzierten. Es
war ein Ort des Miteinanders, ein medienpädagogischer
Raum, in dem auch absolute Anfänger*innen
willkommen waren.
1976 –1989
1983: Sprache als Heimat – Die Gründung
der Akademie för uns kölsche Sproch
Ein programmatischer Meilenstein war 1983 die
Gründung der „Akademie för uns kölsche Sproch“.
Sie war mehr als nur eine sprachpflegerische Initiative.
In einer Zeit, in der Lokalkultur vielerorts verlacht
oder verdrängt wurde, setzte Köln ein Zeichen:
Mundart ist kein Dialekt der Vergangenheit, sie ist
Stimme der Gegenwart. Von Sprachkursen über
Mundartliteratur bis zur wissenschaftlichen Erforschung
des Rheinischen wurde hier kulturelle Identität
gepflegt – nicht folkloristisch, sondern fundiert.
Kölner Abende
Als man noch Zeit für den
gepflegten Plausch hatte
1985: Der Tanz zieht ein –
Deutsches Tanzarchiv Köln
Mit dem Erwerb des Deutschen Tanzarchivs Köln
im Jahr 1985 öffnete sich die Stiftung einem weiteren
kulturellen Schatz. Das Archiv, heute eines der
bedeutendsten seiner Art, sammelte nicht nur Bühnenmaterial,
Choreografien und Biografien, sondern
verband dokumentarische Arbeit mit künstlerischer
Forschung. Dass die Stiftung City-Treff eine Institution
des Tanzes beherbergen würde, zeugte vom
gewachsenen Selbstverständnis: Kulturgeschichte
wurde hier nicht nur bewahrt, sondern aktiv befragt
und vermittelt.
Was kann Kultur
leisten in einer Gesellschaft
im Wandel?
Willy Millowitsch (li.) und Werner
Höfer beim „Kölner Abend“ 1989
Es war die hohe Zeit der Talkkultur, als
Deutschlands Politik- und Gesellschaftsprominenz
noch nicht in TV-Talkshows rotierte, sondern
sich zum stilvollen Abendgespräch im Hotel
Mondial einfand. Gastgeber: Werner Höfer, Grandseigneur
des politischen Dialogs, berühmt geworden
mit dem „Internationalen Frühschoppen“.
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der
Stiftung lud man ab 1985 zu einer besonderen
Veranstaltungsreihe: den „Kölner Abenden“. Was
zunächst in kleinerem, mäzenatisch getragenem
Rahmen begann, entwickelte sich rasch zum gesellschaftlichen
Ereignis. Nicht selten vor bis zu
500 Gästen erschien, wer Rang und Namen hatte.
Ob Ministerpräsident Johannes Rau oder CDU-
Vordenker Kurt Biedenkopf, ob Modeikone Karl Lagerfeld
oder Demoskopie-Großmeisterin Elisabeth
Noelle-Neumann: Sie alle kamen, diskutierten,
plauderten, stritten auch mal. Und immer saß
Werner Höfer als kundiger Gesprächsleiter mittendrin
– mit Charme, Witz und dem festen Glauben
an das Gespräch als Kulturtechnik.
Einige Gäste sind bis heute in der Öffentlichkeit
präsent, wie etwa Rita Süssmuth, die 1987 als
Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und
Gesundheit zu Gast war. Lothar Späth war 1988
noch Ministerpräsident Baden-Württembergs, als
er im Mondial Rede und Antwort stand. 1989
waren u. a. noch Willy Millowitsch und Lew Kopelew
dabei. Mit diesem Abend endete die Reihe.
Nicht, weil die Themen ausgingen, sondern weil
man wusste, wann ein guter Abend am besten
endet: auf dem Höhepunkt.
1976 –1989
Späte Achtziger, Fall der Mauer: Aufbruch und Wandel
1987 übernahm Hans-Georg Bögner die Leitung der Stiftung
und führte eine Phase vorsichtiger Neupositionierung ein. Die Stiftung
sollte sich zukünftig aus allen Bereichen heraushalten oder
zurückziehen, die durch andere Bildungsinstitute wie Volkshochschule
oder privatwirtschaftliche Anbieter abgedeckt werden; dies
galt z. B. für die Sprachangebote oder Malkurse. Unter Bögners
Regie wurde das Kulturverständnis differenzierter, die Angebote
im „City-Treff“ fokussierter insbesondere auf die Themen Theater,
Literatur und Musik. Statt lose aneinandergereihter Einzelveranstaltungen
entstanden thematische Reihen, neue Zirkel, Kooperationen
mit Theatern, Museen und städtischen Institutionen.
Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, war das auch
in Köln zu spüren, weniger politisch als kulturell. Die Luft wurde
anders. Neue Fragen lagen in der Luft: Was kann Kultur leisten in
einer Gesellschaft im Wandel? Wenn alte Grenzen verschwinden
und neue Möglichkeiten entstehen: Wie kann Bildung dabei helfen,
sich in dieser veränderten Welt zurechtzufinden? Die Stiftung
City-Treff war bereit für dieses neue Jahrzehnt – mit Schwung, wie
eine Broschüre aus dem Januar 1990 selbstbewusst titelte und
worüber wir in der kommenden Ausgabe berichten werden.
Impressum
„Skandal“ im City-Treff
Eine stillende Mutter
erregte die Gemüter
Im „Sommerloch der Presse“ machte die Stiftung
City-Treff 1986 unfreiwillig Schlagzeilen: „Alle
Kölner Tages- und Wochenzeitungen einschließlich
WDR und SWF berichteten darüber und ca.
zwei Seiten Leserzuschriften wurden nochmals
nachgedruckt, und wozu?“ ist im 86er Tätigkeitsbericht
der Stiftung ganz offiziell zu lesen. „Stillen
in der Öffentlichkeit“ erregte die Gemüter gleichermaßen,
ob pro oder contra. Der Anlass war
eine stillende Mutter im verpachteten Café-Bereich,
die von einer Kellnerin gebeten wurde, mit
Rücksicht auf konservative Besucher, ihr Baby
im Medienraum der Stiftung zu stillen, was empört
abgelehnt worden sei. „Ja, gehört auch das
zu guter Sitte und althergebrachtem Kulturgut?“
fragte sich ein damaliger Kolumnist.
HÖR
REIN
Has’te Töne?
Kölsch Tilefon und
Literatur-Telefon
1988 klingelte es zum ersten Mal in Köln ein
bisschen anders: Wer die Nummer 11510 wählte,
bekam keine Auskunft, sondern das „Literatur-
Telefon“ oder „Kölsch-Tilefon“ waren dran. Mal
tönte es klassisch hochdeutsch, mal op Kölsch.
Die Leitung stellte der damalige Telefondienst der
Bundespost, die Tonaufnahmen kamen von unserer
Stiftung: Hier wurden die Arbeiten von Schriftsteller*innen
und Mundartdicher*innen vorgestellt,
die in Köln leben und arbeiten. Woche für
Woche wechselten sich Texte und Tön’ ab – mal
nachdenklich, mal deftig, aber immer hörenswert.
Der besondere Reiz dieses Telefondienstes
bestand in der authentischen Literaturvermittlung,
d. h. sämtliche Autor*innen trugen ihre
Texte selbst vor. Darunter waren so bekannten
Autor*innen wie Lew Kopelew, Vilma Sturm, Richard
Rogler oder Günter Wallraff für die Literatur.
Beim Kölsch-Tilefon sprachen u. a. Gaby Amm,
Henner Berzau oder Ingeborg Müller. Was heute
wie Retro-Romantik klingt, war damals echte Pionierarbeit.
Tonband, Telefonschleife, Fünf-Minuten-Grenze,
alles musste passen. Dessen Chef
polierte alles millimertergenau raus, weil: wenn
schon, denn schon.
Die „Kölschen Wochen“ schienen der heimliche
Publikumsliebling zu sein: Montagsmorgens,
wenn versehentlich noch Hochdeutsch lief, hagelte
es Beschwerden. 1990 wählten über 27.000
Menschen die Nummer – manche regelmäßig, andere
heimlich.
1994 verstummte das Literatur-Telefon, da hier
die Anrufzahlen rückläufig waren. Das Kölsch-
Tilefon hielt noch sechs Jahre länger durch und
brachte es über die zwölf Jahre seines Bestehens
immer auf rund 1000 monatliche Anrufer*innen.
Dann wurde die Service-Leitung von Seiten der
Deutschen Telekom eingestellt.
SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn
Geschäftsführung: Norbert Minwegen
Im Mediapark 7, 50670 Köln,
Tel.: 0221/888 95-0,
pr@sk-kultur.de, www.sk-kultur.de
In Kooperation mit dem Känguru Colonia Verlag
www.kaenguru-colonia-verlag.de
Redaktion/Texte: Dr. Ralf Convents, Barbara Renz
Grafik: Anja Sauerland, www.paper-love.com
KÖLN ENTDECKT
Edith Stein – Philosophin,
Glaubens zeugin
und Brückenbauerin
Kindheit, Studium und die Suche nach Wahrheit
Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 in
Breslau als jüngstes von elf Kindern einer jüdischen
Kaufmannsfamilie geboren. Ihr früher
Verlust des Vaters und die starke, religiös
verwurzelte Mutter prägten sie, doch bereits
als Jugendliche entfernte sie sich vom jüdischen
Glauben und bezeichnete sich selbst
als Atheistin. Geistige Neugier und außergewöhnliche
Begabung führten sie 1911 zum
Studium der Philosophie, Psychologie und Geschichte
zunächst nach Breslau, später nach
Göttingen. Dort lernte sie Edmund Husserl,
den Begründer der Phänomenologie, kennen.
1916 promovierte Edith Stein mit einer Arbeit
über das Einfühlungsvermögen. Dieses
Thema behandelte sie auf ebenso philosophische
wie alltagsnahe Weise. Ihre Arbeit
gehört zur frühen Phänomenologie, einer
Denkrichtung, die die Dinge nicht erklären,
sondern zuerst einmal sehen will. Kurzum:
Die Welt mit offenen Augen zu betrachten,
so wie sie sich zeigt, ohne direkt zu urteilen.
Später schrieb sie rückblickend:
» Wer die Wahrheit sucht,
der sucht Gott, ob es ihm
klar ist oder nicht.«
Dieses Wort, das zu ihren bekanntesten
zählt, beschreibt ihren inneren Entwicklungsweg
sehr präzise.
© Edith-Stein-Archiv zu Köln
Edith Stein, 1928
KÖLN ENTDECKT
KLAAF
23
KÖLN ENTDECKT
Alle Fotos: © Edith-Stein-Archiv zu Köln
Familienfoto
Vom Suchen zum Glauben:
Taufentscheidung und Klosterberufung
Ein entscheidendes Ereignis war der Sommer 1921: Während
eines Besuchs bei Freunden nahm sie die Autobiografie
der heiligen Teresa von Ávila zur Hand. Die Lektüre führte zu
einer tiefen Erschütterung und zur Einsicht, dass die Wahrheit,
die sie philosophisch suchte, auch eine religiöse Dimension
besitzt. Am 1. Januar 1922 ließ sie sich taufen und trat in
das katholische Leben ein.
In den folgenden Jahren wirkte sie als Lehrerin am Mädchengymnasium
und Lehrerinnenseminar der Dominikanerinnen
in Speyer. Gleichzeitig hielt sie Vorträge über Pädagogik,
Frauenbildung und das Verhältnis von Glauben und Vernunft.
Ihre geistige Klarheit und soziale Sensibilität machten sie zu
einer gefragten Rednerin der 1920er-Jahre.
Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten
veränderte sich für sie die Lage. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft
verlor sie 1933 ihre Lehrtätigkeit. Im gleichen Jahr trat
sie in den Kölner Karmel ein, wo sie den Ordensnamen Teresa
Benedicta vom Kreuz annahm. 1938 floh sie mit ihrer Schwester
Rosa in den niederländischen Karmel in Echt, da sie in
Deutschland nicht mehr sicher war.
Verfolgung, Tod und Heiligsprechung
Doch auch die Niederlande boten keinen dauerhaften
Schutz, denn bereits 1942 wurden sie vom NS-Regime überfallen
und besetzt. Nach dem öffentlichen Protest der niederländischen
Bischöfe gegen die Judenverfolgung ordnete
das NS-Regime 1942 die Verhaftung aller katholisch getauften
Juden an. Edith und Rosa Stein wurden am 2. August 1942
deportiert und am 9. August 1942 im Konzentrationslager
Auschwitz ermordet. Ihr Tod war ein bewusster Teil der antisemitischen
Vernichtungspolitik – und zugleich Zeugnis einer
Frau, die ihren Weg in Klarheit und Glauben ging.
Nach dem Krieg wurden ihre Schriften neu entdeckt: philosophisch,
theologisch und spirituell. Papst Johannes Paul II.
sprach sie am 11. Oktober 1998 im Kölner Dom heilig und würdigte
sie als Frau, „die die dramatischen Wege unseres Jahrhunderts
in ihrem eigenen Leben durchschritten hat“.
24 KLAAF KÖLN ENTDECKT
KÖLN ENTDECKT
Einkleidungsfeier, 1934
Bedeutung heute –
zwischen Vernunft, Glaube und Identität
Edith Steins Leben verbindet Themen, die gerade
heute große Aktualität besitzen: religiöse Identität,
philosophische Suche, Frauenbildung, interreligiöser
Dialog und die Erinnerung an die Schrecken
des Holocaust. Sie wird als Brückenbauerin zwischen
Judentum und Christentum gesehen – nicht,
weil sie eine Seite verlassen, sondern weil sie
beide in sich getragen hat.
In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen
wachsen, steht Edith Stein für die Kraft des
Denkens und die Tiefe des Glaubens. Ihr Mut,
schwierige Wege zu gehen, und ihre intellektuelle
Redlichkeit machen sie zu einer Gestalt, die weit
über religiöse Grenzen hinauswirkt.
» Meine Suche nach
der Wahrheit war ein
einziges Gebet.«
Edith Stein bleibt eine der eindrucksvollsten
Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Philosophin,
Ordensfrau, Märtyrerin. Sie war ein Mensch, der der
Wahrheit nachging, wohin sie auch führte.
Passfoto
C. Schlickeiser
KÖLN ENTDECKT
KLAAF
25
KÖLN ENTDECKT
© Rheinisches Bildarchiv, Köln, Inv.-Nr. CCH 6120/4
© Rheinisches Bildarchiv, Köln, Inv.-Nr. RBA 713 530
Pierluigi „Gigi“ Campi (links) mit dem
Saxophonisten Joki Freund
Das Eiscafé Campi auf der Hohe Straße 134b
Ein Ort zwischen Espresso,
Ideen und Aufbruch
Verschwundene Orte in Köln: Campis Eisdiele – Kölns legendärer Treffpunkt der Avantgarde
Auf der Hohe Straße 134 b, im Herzen der Kölner Innenstadt,
befand sich einst ein Café, das zu einem kulturellen
Fixpunkt der jungen Bundesrepublik wurde: Campis Eisdiele,
geführt von Pierluigi „Gigi“ Campi. Was nach einem bescheidenen
Familienbetrieb klang, wurde ab Ende der 1940er-Jahre
zu einem lebendigen Schmelztiegel für Künstler, Musiker,
Schriftsteller, Denker und Nachkriegssuchende. Hier traf
man auf Stimmen, die später Weltkarrieren machten oder
die geistige Landschaft Deutschlands dauerhaft prägten.
Die Atmosphäre im Café war unverwechselbar: das Klirren
von Kaffeelöffeln, der Duft frisch gerösteter Bohnen,
dazu Jazzplatten, die sanft aus den Lautsprechern drangen.
Ab den frühen 1950er-Jahren gab es sogar regelmäßig Live-
Musik: Jazz-Sessions, kleine Konzerte und spontane Auftritte,
die bis in die späten 1960er hinein zum Markenzeichen
des Cafés wurden. Eine intellektuelle Dichte, die man auf
der Hohe Straße nicht vermutet hätte.
Gigi Campi – Gastgeber, Visionär, Kulturproduzent
Beobachter seiner Zeit und ein Mann mit dem Talent, Menschen
zusammenzubringen. Obwohl er das Geschäft seiner
Eltern übernahm, trieb ihn stets die Frage an, wie Kultur
lebendig werden kann. Campi entwickelte das Café zu
einem informellen Salon, in dem Diskussionen über Politik,
Literatur und Musik ebenso selbstverständlich waren wie
spontane Jamsessions.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde Campi zu einem
der einflussreichsten Jazzförderer Europas. Er produzierte
Platten, gründete Labels und war maßgeblich am Erfolg der
Kenny Clarke/Francy Boland Big Band beteiligt, die international
gefeiert wurde. Musiker wie Attila Zoller, Joki Freund
oder Jutta Hipp zählten zu seinen Gästen. Einige suchten
nicht nur ein Gespräch, sondern auch Impulse für ihren eigenen
künstlerischen Weg.
Campi besaß eine seltene Gabe: Er erkannte Talent,
bevor es sichtbar wurde, und er schuf Räume, in denen
krea tive Funken nicht nur entstanden, sondern sich gegenseitig
entzündeten.
Gigi Campi war weit mehr als ein Eisladenbesitzer. Er
war ein leidenschaftlicher Jazzliebhaber, ein scharfsinniger
26 KLAAF KÖLN ENTDECKT
KÖLN ENTDECKT
© Rheinisches Bildarchiv, Köln, Inv.-Nr. CCH 5483/4
So entstand ein Café, das weit mehr war als ein Treffpunkt:
Es war ein Labor für Ideen, ein Resonanzraum für Kreative und
ein Ort, an dem Köln, trotz Kriegstrümmern in Sichtweite, intellektuellen
Mut fasste.
Hohe Straße 134 b – vom Kultort zum Neubau
Die ursprüngliche Eisdiele existiert heute nicht mehr. Das
Gebäude wurde mehrfach umgebaut, entkernt und schließlich
abgerissen. Zuletzt befand sich an der Adresse ein „Dunkin’
Donuts“, bevor der Standort erneut der Modernisierung wich.
Roland Kovac (Klavier), Shorty Roeder (Bass) und
Rudi Sehring (Schlagzeug) bei einer Jam-Session mit
„Hans Koller’s New Jazz Stars“ im Eiscafé Campi
Seit 2023 entsteht hier ein nachhaltiger Neubau, der 2026
fertiggestellt werden soll. Das Gebäude vereint Gewerbeflächen,
Büros und Serviced Apartments. Die Vergangenheit des
Ortes bleibt dabei unsichtbar, aber nicht vergessen.
Ein Echo, das bleibt
Die Künstler und Intellektuellen – eine Szene im Aufbruch
Zu den regelmäßigen Besuchern gehörten Persönlichkeiten,
die Köln nachhaltig prägen sollten. Heinrich Böll, späterer Literatur-Nobelpreisträger,
war ebenso Gast wie Joseph Beuys, der
schon früh in Campis Café über das Verhältnis von Kunst und
Gesellschaft diskutierte.
Auch Karlheinz Stockhausen ließ sich hier blicken, oft in Begleitung
junger Komponisten, die über elektronische Musik und
neue Klangkonzepte debattierten. Dazu kamen Philosophen wie
Theodor W. Adorno, der während seiner Aufenthalte in Köln gelegentlich
vorbeischaute, sowie zahlreiche Filmemacher, Journalisten
und Theaterschaffende der jungen Bundesrepublik.
Auch wenn Campis Eisdiele nur noch in Erinnerungen, Archiven
und Anekdoten existiert, strahlt ihr Einfluss bis heute.
Gigi Campi war ein Brückenbauer zwischen Kulturen, Disziplinen
und Generationen.
Die Geschichte der Hohe Straße 134 b zeigt, wie ein kleines
Lokal zum Brennglas einer ganzen Epoche werden kann. Gigi
Campi steht als gutes Beispiel für einzelne Menschen, die den
Mut hatten, Räume für Kultur zu schaffen und das Nachkriegs-
Köln geprägt haben.
C. Schlickeiser
JUNI 24
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Im Webkiosk:
klaaf.koelsch-akademie.de
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DIE LEIDENSCHAFT
FÜRS KÖLSCHE
Wolfgang Niedecken
und Eusebius Wirdeier
> > F. F. WALLRAF UND
UNTER
KRAHNENBÄUMEN
Erinnerungen an
ein altes Veedel
AKADEMIE FÖR UNS KÖLSCHE SPROCH / SK STIFTUNG KULTUR
HEINRICH KOCH
Zwei Kölner
Mundartautoren
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präsentierte Inhalte wie in der
gewohnten Print-Version.
KÖLN ENTDECKT
KLAAF
27
AKADEMIE IM FOKUS
»Zwei auf einen Streich«
Kooperation zwischen der Akademie för uns kölsche Sproch und dem Domforum:
Ab sofort in kölscher Sprache durch die romanischen Kirchen und den Dom.
Vor über 1000 Jahren entstanden die zwölf romanischen
Kirchen in Köln, genauer gesagt zwischen 1000 und 1250 n.
Chr. Keine andere europäische Stadt besitzt 12 große romanische
Basiliken in solcher Dichte und von solcher Qualität. Das
liegt daran, dass Köln im Mittelalter eine der bedeutendsten
Städte nördlich der Alpen war. Die freie Reichsstadt war Erzbistum
und Pilgerzentrum, Handelsmetropole und kultureller
Brennpunkt an einer der wichtigsten Flussrouten Europas.
Et Hillije Coellen: Hotspot auf der Fernhandelsroute
und Pilgerzentrum im Mittelalter
Der Rhein war die Verkehrsader West Europas und Köln
lag auf der Schifffahrtsroute nach Italien, Frankreich, England
und den Ostseeraum. Durch das Stapelrecht wurde
die Stadt reich, denn mit Zöllen wurde schon im Mittelalter
Geld verdient. Köln hatte damals circa 40.000 Einwohner, war
Umschlagplatz für Wein und Tuch, europaweit bekannt für
Metallhandwerk.
Die Vermehrung von Reliquien rund um die Legende der
heiligen Ursula – aus 11 Jungfrauen wurden 11.000 – und die
Reliquien der Heiligen Drei Könige machten aus Köln dat Hillije
Coellen. Die Stadt zog Pilger, Gelehrte und internationale Handelsreisende
an. Um der göttlichen Ordnung zu genügen,
hielt man sich bei der städtebaulichen Planung an das Vorbild
Jeru salem und schuf 12 Stadttore in der mittelalterlichen
Stadtmauer und später auch 12 romanische große Kirchen.
Auf einer Tour zwei Kirchen
Unter dem Motto „Zwei auf einen Streich“ stellen wir –
und das ist ab März ganz neu in unserem Programm – Beziehungen
zwischen Kölner Kirchen her. Ob im selben Veedel
oder geschmückt durch herausragende Glaskunst, Grabstätten
von Heiligen oder Kaiserinnen. Wir haben uns von Publikumsreaktionen
bei den „Töurcher en Kölle“ bestärken lassen,
genau das von innen zu erforschen, was wir von außen
kennen. Was unserem Stadtbild die besondere Note verpasst
und das unverwechselbare Köln Panorama gestaltet.
Wer die Kirchen nur von außen kennt und sie von innen
kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen zu den kölschen
Führungen. Cornelia Breuer und Dieter Boristowski lei ten
Seminare an unserer Akademie und sind tolle Geschichtenerzähler.
Wer, wenn nicht sie, plaudert op Kölsch über den
reichhaltigen Schatz an Kunst, Architektur und auch zu Legenden
„vun Kölle“. Mer freue uns op Üch!
Unsere kölsche Führung durch den Dom ergänzt das
mannig faltige Führungsangebot durch den Kölner Dom und
er freut sich großer Beliebtheit. Also opgepass, die Tickets
sind meist sehr schnell ausverkauft.
Hinweis: Wer ehrenamtlich 2 Stunden pro Woche in eine
Kirchenaufsicht investieren möchte, ist herzlich willkommen:
www.katholisch-in-koeln.de/mitmachen/
kirchenempfang/
Priska Höflich
© Priska Höflich
Sankt Andreas
Sankt Kunibert
28 KLAAF AKADEMIE
AKADEMIE IM FOKUS
KOLUMNE
Von Peter Meisenberg
Tunnelbau und Tunnelblick
Die Allerweltweisheit, dass man aus Schaden klug wird, scheint
für die offenbar an Vergesslichkeit leidenden Schildbürger im Kölner
Stadtrat nicht zu gelten. Es ist zwar schon mehr als 16 Jahre her, dass
man die KVB mit dem Bau eines Tunnels beauftragte, aber die Folgen
sind heute und bis auf weiteres noch rund um das Loch zu besichtigen,
über dem früher einmal das Kölner Stadtarchiv stand. Und wie
einst die Schildbürger fiel auch die – wenn auch knappe – Ratsmehrheit
auf eine Milchmädchenrechnung herein, als sie am 3. April den Bau
des Ost-Westtunnels beschloss: Dass von der Milliarde, die für deren
Bau veranschlagt werden, doch 85 Prozent durch Bundes- und Landeszuschüsse
getragen werden. Als hätte man noch nie etwas davon
gehört, dass wenn die Öffentliche Hand baut, die Baukosten sich wie
durch Zauberhand vom ersten Tag an rasant erhöhen. Ob Bund und
Land da mitziehen, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass die Stadt auf
den Mehr- und vor allem den Folgekosten sitzen bleiben wird.
Die unberechenbaren, auf jeden Fall aber enormen Kosten, die den
ohnehin knappen Etat der Stadt auf Jahrzehnte belasten würden, sind
aber nur das eine Argument, das gegen den U-Bahn-Tunnelbau vom
Heumarkt bis zur Moltkestraße spricht. Einmal davon abgesehen, dass
der oberirdische Ausbau der Strecke samt einer höheren Taktung der
Züge mit sehr viel weniger Geld zu bewerkstelligen wäre. „Weniger ist
mehr“ lautet bekanntlich der Wahlspruch der modernen Architektur.
Mit einer solchen oberirdischen Lösung erübrigte sich auch die Argumentation
der Tunnel-Befürworter, mit dem Tunnel würde es für die
KVB-Benutzer schneller und bequemer. Schneller als bisher würde es
vielleicht zwei bis drei Minuten gehen. Bequemer aber auf gar keinen
Fall, denn das Umsteigen in dann vierstöckigen U-Bahn-Stationen ist
bekanntlich äußerst zeitaufwändig und umständlich, zumal für Menschen
mit Behinderung. Und ob die KVB es bis dahin geschafft hat, ihre
Rolltreppen und Aufzüge endlich zügig zu reparieren, ist auch eher unwahrscheinlich.
Wenn sie dann überhaupt noch Geld dafür hat.
Das andere, ebenfalls mit den Kosten zusammenhängende Argument
gegen den Tunnelbau ist nämlich, dass durch seine Komplexität
alle Energie und alles Personal von KVB und Stadt auf Jahrzehnte allein
an dieses Projekt gebunden wäre. Der sonstige, dringend notwendige
Ausbau des ÖPNV bliebe buchstäblich auf dieser einen Strecke.
Vom Ausbau des Radwegenetzes ganz zu schweigen. „Verkehrswende“
ade! Es kann nur am leicht größenwahnsinnigen Tunnelblick der
Tunnelbefürworter liegen, der uns glauben machen will, mit diesem U-
Bahnbau würde Köln moderner, großstädtischer, „grüner“ und damit
die Luft besser. Eher trifft das Gegenteil zu und die ohnehin grenzwertige
Stickoxid- und Feinstaubbelastung in der Stadt wird noch höher.
Denn der Tunnel kommt schließlich in erster Linie dem individuellen
Kfz-Verkehrs zugute – und das mit Mitteln, die eigentlich für ÖPNV vorgesehen
sind!
Doch ist noch nicht aller Tage Abend und es besteht Anlass für die
Hoffnung, dass der Kölner Untergrund der Großmannssucht der Tunnelbauer
einen Strich durch die Rechnung macht. Denn wer tief in den
Boden einer so dicht besiedelten und vor allem 2000 Jahre alten Stadt
gräbt, ist vor Überraschungen nicht gefeit. Die Archäologinnen und Historiker
freuen sich jedenfalls schon auf das, was da alles zutage kommen
und den Maulwürfen vielleicht einen Strich durch die Rechnung
machen wird.
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AKADEMIE
KLAAF
29
AKADEMIE IM FOKUS
K
© Christopher Ankerstein
Ein Texaner für Köln
Die Geschichte des gebürtigen Amerikaners Steve Nobles zeigt:
Köln ist nicht nur Heimat – sondern eine Haltung.
Als Steve Nobles 1981 aus Texas nach Köln kam, verliebte
er sich sofort in die Stadt. Die Karnevalsmusik, die Lebensfreude,
die unverwechselbare Mischung aus Selbstüberzeugung
und Selbstironie – all das ließ ihn nicht mehr los. Bald
wollte er die kölschen Lieder nicht nur hören, sondern verstehen.
Also lernte er Kölsch. „Ich bin eine rheinische Seele,
gefangen in einem texanischen Körper“, sagt er heute.
Schon als kleiner Junge in Texas hatte er im Gottesdienst
Klavier gespielt – und beherrschte das Instrument dadurch
beinahe so gut wie ein ausgebildeter Pianist. 15 Jahre stand
er mit dem Bonner Springmaus-Theater auf der Bühne und
sog dabei alles auf, was rheinisch klingt – von Bönnsch bis
Fastelovend. Im Jahr 2000 schloss er an der Akademie för
uns kölsche Sproch sein Examen ab und sang bei der Abschlussfeier
sein selbst geschriebenes Lied „Ich will nimmie
ne Imi sinn“. Im Refrain heißt es: „Ich wör esu jään ene
kölsche Jung“. Seine kühne Behauptung: „Wir Immis sind die
besseren Kölner, weil wir uns die Stadt ausgesucht haben.
Ehr sidd nur zufällig he.“
In der Zeit begegnete Nobles einem Stück kölscher Geschichte,
das ihn tief bewegte – so sehr, dass er ihm schließlich
seine Diplomarbeit widmete: dem Verbundbrief von 1396,
der Verfassung der freien Stadt Köln.
Den Text lernte er in hochdeutscher Übersetzung kennen,
als er bei Wolfgang Gröbe kölsche Geschichte studierte.
30 KLAAF AKADEMIE
K
AKADEMIE IM FOKUS
„Beim Lesen fing ich an ze kriesche“, erinnert er sich. Der Verbundbrief,
mit seinem Ruf nach Einigkeit und Gemeinsinn, erinnerte
ihn an die wichtigsten Gründungsdokumente seiner
alten Heimat – die amerikanische Unabhängigkeitserklärung
und die Verfassung. „Diese Texte sind Ausdruck derselben
Sehnsucht nach Freiheit, Verantwortung und Würde.“
» Beim Lesen fing ich
an ze kriesche.«
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 nahm
Nobles den Verbundbrief wieder zur Hand. Die Welt schien
damals beinahe wortwörtlich auseinanderzufallen. „Ich dachte,
es ist Zeit, uns wieder daran zu erinnern, was uns verbindet.“
Er schrieb eine musikalische Fassung des historischen
Textes, die er im Atelier-Theater aufführte – eine
Mischung aus kölscher Geschichtsstunde, Musik und Meditation.
In seiner Einleitung verglich er den religiösen Patriotismus
seiner texanischen Heimat mit der Liebe der Kölner zu
ihrer Stadt: „Wenn Hirnforscher einem Texaner beim Singen
der Nationalhymne Elektroden anlegen würden, sähen sie
wahrscheinlich dieselben Gehirnströme wie bei einem Kölner,
der Viva Colonia singt.“
Von 2021 bis 2025 leitete Nobles den Kölner Frauenchor
von 1930 e. V. Als die Sängerinnen sich „etwas ganz Neues,
etwas ganz Anderes“ wünschten, arrangierte er den Verbundbrief
als Chor-Version – gewissermaßen eine Hymne
an den kölschen Gemeinschaftsgeist. Und im Herbst 2025
schloss sich der Kreis endgültig: Nach mehr als vier Jahrzehnten
in seiner Wahlheimat erhielt der Texaner die deutsche
Staatsbürgerschaft.
Nobles‘ Musik, seine Sprache und seine Geschichte zeigen:
Köln ist keine Herkunft. Köln ist eine Haltung.
HÖR
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Daniel Rettig
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Ausstellung und die gläserne Schokoladenfabrik.
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Falls du Fragen dazu hast schreibe uns eine
E-Mail an service@schokoladenmuseum.de
LESEN, HÖREN, SEHEN
Empfehlungen aus der SK Stiftung Kultur
Hier stellen wir euch (Hör)-Bücher, Filme und Podcasts vor. Viele der Bücher und
Filme sind bei uns kostenlos entleihbar – zu den anderen Medien verlinken wir.
Buch
Film
Susanne Abel
Stay away from Gretchen
dtv Verlag, 2023
Der Roman verarbeitet die persönliche
Geschichte der Autorin und ihre Auseinandersetzung
mit der Demenz ihrer Mutter.
Im Mittelpunkt steht der Kölner Nachrichtensprecher
Tom Monderath, der sich
um seine demenzerkrankte Mutter Greta
kümmert. Dabei stößt er auf eine verdrängte
Vergangenheit: die Flucht aus
Ostpreußen, Kriegserfahrungen und eine
verbotene Liebe im Nachkriegsdeutschland.
Ein bewegender Familienroman über
Erinnerung, Schuld und die Frage, wie
sehr Geschichte bis in die Gegenwart hineinwirkt.
Köln 75
2025, Regie: Ido Fluk
Das legendäre „Köln Concert“ von Keith Jarrett ist die
meistverkaufte Jazz-Soloplatte aller Zeiten. Der Film
„Köln 75“ erzählt jedoch bewusst ohne einen einzigen
Ton dieser Musik die Geschichte hinter dem Konzert.
Im Fokus steht die damals erst 18-jährige Konzertveranstalterin
Vera Brandes, deren Energie und Durchsetzungsvermögen
das Ereignis möglich machten. Ein
ungewöhnlicher Musikfilm über Leidenschaft, Improvisation
und die Kraft jugend licher Entschlossenheit.
Hilde Domin
Ich will dich – Gedichte
S. Fischer Verlag, 1995
Hilde Domin, 1909 in Köln geboren, zählt
zu den bedeutendsten Lyrikerinnen der
Nachkriegszeit. Ihre Gedichte zeichnen
sich durch eine klare, präzise Sprache und
einen tiefen humanistischen Anspruch
aus. Nach Exil und Verfolgung schreibt
Domin über Hoffnung, Wahrheit und
Menschlichkeit nach Auschwitz. Gerade
angesichts heutiger gesellschaftlicher
Spannungen wirken ihre Texte erstaunlich
aktuell. „Vollkommenheit im Ein -
fachen“, wie Walter Jens es nannte,
macht diesen Band zeitlos lesenswert.
Hysteria
2025, Regie: Akif Büyükatalay
„Hysteria“ wurde von Regisseur Mehmet Akif Büyükatalay
zusammen mit dem Produzenten Claus Herzog Reichel
von der Kölner Produktionsfirma Filmfaust produziert.
Es handelt sich dabei um ein spannendes und sehr
aufrüttelndes Spielfilm-Drama über den Konflikt zweier
Generationen von Menschen mit Migrationshintergrund
unter der Regie des deutsch-türkischen KHM-Absolventen,
Filmregisseur und Drehbuchautor Mehmet Akif
Büyükatalay. Hysteria feierte 2025 seine Weltpremiere
in der Panorama-Sektion der 75. Internationalen Filmfestspiele
Berlin und wurde in diesem Jahr mit dem
„Europa Cinemas Label Award“ für den besten europäischen
Film ausgezeichnet.
32 KLAAF LESEN, HÖREN, SEHEN
LESEN, HÖREN, SEHEN
Bibliothek der „Akademie för uns kölsche Sproch“
Öffnungszeiten: Mo + Mi 9–16 Uhr, Di 9–18 Uhr,
Fr 9–13 Uhr, Do geschlossen, Tel.: 0221/888 95 207,
E-Mail: schlickeiser@sk-kultur.de
Auf unserer Homepage www.koelsch-akademie.de
ist eine „Suche“ unter „Online-Bibliothek“ möglich.
fur Alle
Lust auf Kultur,
aber es fehlt das Geld?
Podcast
Werden Sie unser Gast,
wir laden Sie ein!
Stadt mit K – News für Köln
Kölner Stadt-Anzeiger
Der Nachrichtenpodcast des Kölner Stadt-Anzeigers bietet einen
kompakten Überblick über aktuelle Themen aus Köln und der Region.
In rund 20 Minuten werden politische, kulturelle und gesellschaftliche
Entwicklungen eingeordnet und verständlich zusammengefasst.
Ideal für alle, die auf dem Laufenden bleiben
möchten und einen schnellen, journalistisch fundierten Einstieg
in die wichtigsten lokalen Debatten suchen. Der Podcast ist
unter anderem bei Spotify verfügbar.
Tipps der Kollegin Ina Wollny
(Abteilung Finanzen)
Sie möchten Gast werden?
Sie haben Lust, sich bei uns
ehrenamtlich zu engagieren?
Sie möchten etwas spenden?
Dann melden Sie sich bei uns!
Wir freuen uns auf Sie.
Mehr Infos unter:
www.kulturliste-koeln.de
Zwei Seiten – Der Podcast über Bücher
WDR
Christine Westermann und Mona Ameziane sprechen im Literaturpodcast
„Zwei Seiten“ über Bücher und Themen, die bewegen.
Zwei Generationen, viele Perspektiven und eine gemeinsame
Leidenschaft für gute Geschichten prägen die Gespräche.
Jede Folge widmet sich einem Schwerpunkt wie Familie, Angst,
Macht oder Freundschaft. Dabei wird diskutiert, geschwärmt
und auch gestritten. Ein lebendiger Podcast für alle, die Literatur
als Spiegel des Alltags verstehen – demnächst auch live auf
der lit.Cologne.
Kulturliste Köln e.V.
Piusstraße 40 | 50823 Köln
info@kulturliste-koeln.de
Tipps der Kollegin Birgit Hauska (Leitung Medienkunstvermittlung)
LESEN, HÖREN, SEHEN
KLAAF
33
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THEATER OP KÖLSCH
Es geht mal
wieder drunter
und drüber – mit
kölschem Hätz
und Humor.
Die Kumede eröffnet die Saison 2026
mit Glanz und Glamour!
Nach ihrem turbulenten Stück „Ihrlich wäht am Längste“, ist die
Kumede wieder gut erholt im Oktober zusammengekommen, um ab
Mai 2026 eine neue spektakuläre Komödie zu präsentieren, die es
in sich hat.
Aber was erwartet Sie 2026 in der Volksbühne am Rudolfplatz?
Es soll nicht zu viel verraten werden, aber als kleiner Vorgeschmack:
Eine Hotelsuite, wo zwei große Diven nicht aufeinandertreffen
dürfen, dort bleibt kein Auge trocken und keine Eitelkeit
unsichtbar. Es geht mal wieder drunter und drüber. Natürlich mit
kölschem Hätz und Humor, wie man ihn nur bei der Kumede findet.
Seien Sie dabei und lehnen Sie sich entspannt zurück, wenn es
heißt: „Zoff em Grandhotel – Ein Diva kütt selden allein“. Im Original
„Suite Surrender“ von Michael McKeever, ins Kölsche übersetzt von
Susanne Kamp.
Tickets sind ab dem 02.01.2026 online oder telefonisch über
KölnTicket buchbar: www.koelnticket.de. Sollten Sie planen,
mit einer großen Gruppe zu kommen, melden Sie sich gerne über
info@kumede.de. Es kann „fast“ alles möglich gemacht werden.
Und was gibt es Schöneres, als mit dem Verein, der Gesellschaft
oder dem Stammtisch einen gemeinsamen kölschen Nachmittag oder
Abend zu verbringen?!
Hier unsere Termine auf einen Blick:
Premiere: 08.05.2026
Weitere Termine:
09.05, 10.05, 14.05., 15.05., 16.05., 17.05.,
05.06., 04.06., 06.06., 07.06., 13.06, 14.06.
Sa 15:00 & 18:30, So 14:00 & 17:30, Do 17:30, Fr 19:00 Uhr
Spielort:
Volksbühne am Rudolfplatz, Aachener Straße 5, 50674 Köln
Eintrittspreise:
Der Preis pro Ticket beträgt 26 € bzw. 24 € ermäßigt für Schüler/
-innen, Studierende, Personen im Rollstuhl (Begleitperson frei) und
Köln Pass Inhabende, zzgl. Vorverkaufsgebühr und VRS-Ticket.
34 KLAAF THEATER
THEATER OP KÖLSCH
Theater12 präsenteet 2026:
»Nor en Vörstellung!«
Eine Kölsche Musical-Komödie von Rolf Sperling
IMPRESSUM
Theater12 ist auch 2026 wieder Gast
der Volksbühne. Und dieses Mal blicken
wir hinter die Kulissen:
Das Ensemble einer Theatergruppe
spielt heute zum 250. Mal eine Erfolgsproduktion.
Hinter der Bühne bereiten sich die
Schauspieler auf das Stück vor. Aber kann
ein solches Jubiläum „nur eine Vorstellung“
sein wie jede andere? Vor diesem
Hintergrund bereiten sich die Schauspieler
vor und natürlich stehen sie und der
Regisseur unter Hochspannung. Und das
alles beobachtet und kommentiert von der
Maskenbildnerin Jacqueline, die sich auch
mit dem Publikum unterhält. Publikum?
Hinter der Bühne? Wieviel ist hier wirklich
wahr. Und was ist „nur eine Vorstellung“?
Dieses Mal gewährt euch Theater12
einen Blick hinter die Kulissen. Erlebt die
Anspannung des Ensembles vor, während
und nach der Vorstellung, begleitet von
Nervosität, Freundschaft, Liebe und Intrigen.
Und das Ganze natürlich wie immer op
Kölsch und mit Live-Musik.
Premiere:
Donnerstag 21. Mai 2026 19.00 Uhr
Termine:
Freitag 22. Mai 2026 19.00 Uhr
Samstag 23. Mai 2026 15.00 + 19.00 Uhr
Samstag 24. Mai 2026 17.30 Uhr
Die Karten gibt es ab 23 Euro bei Köln-
Ticket!
Herausgeberin
Akademie för uns kölsche Sproch/SK
Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn
Geschäftsführung und Leitung:
Norbert Minwegen
Im Mediapark 7 · 50670 Köln
Tel.: 0221/888 95-200
akademie@sk-kultur.de
www.koelsch-akademie.de
In Kooperation mit dem Känguru Colonia Verlag
www.kaenguru-colonia-verlag.de
Redaktionsteam
Claudia Schlickeiser
Dr. Ralf Convents
Anzeigen
Känguru Colonia Verlag GmbH
Hansemannstr. 17–21 · 50823 Köln
Ansprechpartnerin: Mareike Krus
krus@kaenguru-online.de
Grafik
Anja Sauerland · www.paper-love.com
Keine Haftung für Irrtümer und Druckfehler.
Eigene Texte verwenden die Schreibweise
der „Akademie för uns kölsche Sproch“.
Literarische Texte, Gastbeiträge und Veranstaltungshinweise
belassen wir in der
Schreibweise der Verfassenden.
Ansprechpartner*innen Akademie
Ruth Wolfram, Seminare & Sprache
wolfram@sk-kultur.de
Tel.: 0221/888 95-118
Priska Höflich, Kölsch-AGs an Schulen
hoeflich@sk-kultur.de
Tel.: 0221/888 95-205
MUSICAL
21.05 -24.05.2026
Div. Uhrzeiten
Weitere Infos und Tickets
www.volksbuehne-rudolfplatz.de
Wir erleben die
Anspannung des
Ensembles vor,
während und nach
der Vorstellung –
natürlich op Kölsch
und mit Live-Musik.
Claudia Schlickeiser, Bibliothek,
Online-Kommunikation und Liedersammlung
schlickeiser@sk-kultur.de
Tel.: 0221/888 95-207
Ursula Helmes, Sekretariat
helmes@sk-kultur.de
Tel.: 0221/888 95-200
Pressekontakt: Dr. Ralf Convents
pr@sk-kultur.de
Öffnungszeiten Bibliothek:
Mo & Mi 9–13 Uhr und 14–16 Uhr,
Di 9–13 Uhr und 14–18 Uhr, Fr 9–13 Uhr
Do geschlossen
Öffnungszeiten Sekretariat:
Mo–Fr 9–13 Uhr
THEATER
KLAAF
35
Frühling 2025
KÄNGURU-MAGAZINE
für Familien mit Kindern
in jedem Alter
Das Familienmagazin für die Region Köln|Bonn – zum Mitnehmen
Mai 25
FAMILIENLEBEN
Über Politik reden
GESUNDHEIT
Mental Health
BERUFE-CHECK
Chemikant:in
Mit im Heft:
Kinderseite mit
Rätselspaß
Gesundheit
Allergien bei
Kindern
Vorsorge
Die Rentenlücke
von Frauen
Ausflug
Festivals und Events
in der Region
KÄNGURU Baby
Das Magazin für Eltern und
werdende Eltern rund um
Schwangerschaft, Geburt und
Babys erstes Jahr. Es erscheint
mit Klinikguide einmal im Jahr.
KÄNGURU
Das Stadtmagazin für Menschen
in Köln, Bonn und der Region, die
mit Kindern leben oder arbeiten.
Das Magazin mit allen familienrelevanten
Terminen erscheint
monatlich.
KÄNGURUplus
Das jährlich erscheinende
Servicemagazin für Eltern mit
Kindern im Teenageralter
und für alle, die mit Teenagern
leben oder arbeiten.
kaenguru-online.de
36 KLAAF THEMA