Pack & Log 01/2026
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Ausgabe 01/2026
PACK & LOG
Die Fachzeitschrift für Verpackung & Intralogistik
Österreichische Post AG / MZ 10Z038727 M / PL Verlag OG, Bahnstraße 4, 2340 Mödling
Ausgabe 145, 16. Jahrgang
Maschinen
Verpackungsmaschinen
mit Langzeitperspektive
s.8
Kennzeichnen
2D Code Migration –
Von der Vision zur Realität
s.16
Umwelt
Glas aus der Müllverbrennung
zurück in den Kreislauf
s.24
Bitte geben Sie Glasverpackungen
zum Altglas.
Ausgelöffelt und ausgeleert, getrennt nach Weißglas und Buntglas.
www.agr.at
N EWS &
WICHTIGES
ProSweets Cologne wird zu ISM
Manufacturing. Die internationale
Zuliefermesse für Süßwaren und Snacks
ProSweets Cologne trägt ab 2027 den
neuen Namen ISM Manufacturing. Mit
diesem Rebranding setzt die Koelnmesse
die strategische Weiterentwicklung ihres
branchenspezifischen Messeportfolios im
Bereich Ernährung konsequent fort und
stärkt zugleich die Ausrichtung hin zu einer
einheitlichen internationalen Markenfamilie
für die Süßwaren- und Snackindustrie.
Künftig bündelt das ISM-Markendach
die in Köln stattfindenden Fachmessen
ISM, die 2026 startende ISM Ingredients
sowie die neue ISM Manufacturing. Damit
wird die gesamte Wertschöpfungskette
– von Rohstoffen über Produktion, Technologie
und Verpackung bis zum fertigen
Produkt – in einer weltweit einmaligen
Konstellation abgebildet.
Premiere mit Volltreffer-Faktor.
Zwei Tage lang verwandelte die all about
automation am 28. + 29. Januar 2026 die
STATION Berlin in eine pulsierende Bühne
für Industrieautomation, Robotik und Digitalisierung.
Die Premiere der Fachmesse
am neuen Standort zeigte, wie viel Automatisierungs-Energie
in der Hauptstadtregion
steckt. 168 Aussteller sowie 2.473
Fachbesucher und Fachbesucherinnen
waren Teil der Messepremiere.
Tetra Pak investiert 60 Mio Euro.
Tetra Pak erreicht einen weiteren wichtigen
Meilenstein auf dem Weg zu umweltbewussteren
Verpackungsmaterialien. Mit
einer Investition von 60 Millionen Euro errichtet
das Unternehmen eine eigene Pilotanlage
am Standort Lund in Schweden.
Die neue Anlage soll die Entwicklung einer
Lösung beschleunigen, welche langfristig
die bisher eingesetzte Aluminiumschicht
in aseptischen Kartonverpackungen durch
eine papierbasierte Barriere ersetzen
kann.
Außenansichten
Das neue Jahr hat begonnen und
schön langsam beginnt die eine
oder der andere das genussvolle
Schlemmen in den Dezembertagen zu
bereuen. So werden wild entschlossen
die Fitnessgeräte aus den Kästen geholt,
fallweise etwas abgestaubt und los geht
es mit neuem Elan. Dazu wird möglicherweise
der Dry January gepriesen und Low
Carb, Intervallfasten und Kohlsuppendiät
bestimmen in manchen Haushalten – kurzzeitig
– den Ernährungsplan.
Mehrgewichtigkeit in der Bevölkerung
brachte auch 2015 die Entscheidungsträger
im Gesundheitsministerium von
Mexiko-City ins Grübeln. Die Zahl der
Mehrgewichtigen wuchs von Jahr zu Jahr.
70 Prozent der Erwachsenen wogen mehr,
als es ihrer Gesundheit zuträglich war. Um
öffentlich auf das Problem aufmerksam zu
machen und um so manche Mexikanerin
und so manchen Mexikaner in Schwung zu
bringen, hat man sich etwas ganz Besonderes
einfallen lassen. An 30 Fahrkartenautomaten
hatte man die Möglichkeit, für
10 absolvierte Kniebeugen ein Gratis-Nahverkehrsticket
zu erhalten. Während die
Kniebeugen mühsam absolviert wurden,
predigte der Automat Fitnesstipps und
Ratschläge für eine gesündere Lebensführung.
50.000 Tickets plante man so
unter die Leute zu bringen. Da neuesten
Zahlen zufolge 75 Prozent der Bevölkerung
von Übergewicht geplagt sind, war die
Kampagne damals wohl nicht der absolute
Gamechanger.
In Indien wurde die Idee 2020 für kurze
Zeit etwas ambitionierter aufgegriffen. Der
damalige Premierminister rief die Initiative
„Fit India“ ins Leben. Am Bahnhof Anand
Vihar in Neu-Delhi wurde eine Kniebeugenmaschine
aufgestellt. Jede Person, die
30 Kniebeugen in drei Minuten absolvierte,
musste keine Gebühren für ein Bahnticket
bezahlen. So investierten die Inder*innen
in die eigene Gesundheit und sparten 10
Rupien. Der damalige Eisenbahnminister
twitterte dazu begeistert Videos, die in den
sozialen Medien viel Aufmerksamkeit und
Zuspruch erhielten.
Auch in Rumänien begeisterte man sich
für diese Kniebeugen-Aktionen, allerdings
von Manfred Meixner
dauerhafter als die erwähnten Vorreiter.
Im Rahmen der Europäischen Woche
des Sports im Jahr 2020 startete man die
Gesundheitsaktion in Cluj und wiederholte
sie in den darauffolgenden Jahren.
Für 20 Kniebeugen erhielt der/die ambitionierte
Öffi-Nutzer/in ein kostenloses
Busticket. Die Aktion lief während eines
befristeten Zeitraumes an zwei bestimmten
Bushaltestellen.
Vier Jahre später lief das Gesundheitsprojekt
schon drei Monate am Stück und bot
bereits zwei verschiedene Bewegungsmöglichkeiten:
die bewährten 20 Kniebeugen
für ein kostenloses Busticket an
der Haltestelle Memorandum Sud oder
400 Meter auf einem stationären Fahrrad
an der Smart-Station in der Regele Ferdinand
Straße.
Die Initiatoren berichteten begeistert, dass
allein in den ersten vier Jahren der Gesundheitsinitiative
3.420.000 Kniebeugen mit
171.000 Fahrkarten honoriert wurden.
Die ersten 2 Jahre des Fahrrad-Angebots
ergaben 3.200.000 gefahrene Meter für
8.000 Fahrscheine.
Die Idee dahinter ist klar. Durch diese Projekte
sollen möglichst viele Menschen dazu
gebracht werden, die öffentlichen Verkehrsmittel
zu wählen, Sport zu treiben,
sich zu bewegen, ihre Energie auf positive
Weise zu nutzen und einen kleinen Beitrag
zur Nachhaltigkeit zu leisten.
Ich muss gestehen, ich bin schwer motiviert
und sehe mich schon, wie ich mir am
Wiener Hauptbahnhof mein U-Bahn-Ticket
mit dynamischen Kniebeugen erarbeite.
m.meixner@packundlog.at
>>
>>
von Gernot Rath
Liebe Leser:innen, mit ein wenig Stolz kann ich verkünden,
dass die Pack & Log heuer ihren 15. Geburtstag feiert. Ja,
ich weiß, das ist noch kein Alter, es fehlen noch drei Jahre
auf die Volljährigkeit und es reicht rechtlich noch nicht einmal
zum Biertrinken, aber trotzdem … für eine Zeitung wird es Zeit
für ein Facelift. Nachdem Kollege Meixner und ich betriebsblind
sind und aufgrund unseres gehobenen Alters – deutlich über 15 –
einen eher antiquierten Zugang zu Mediendesign pflegen, haben
wir das ReDesign in die jugendlichen Hände meines Stiefsohnes
gelegt: Vielen Dank Gregor für die ausgezeichnete Arbeit! Wir
würden uns über Feedback freuen – insbesondere wenn es positiv
ausfällt … derweilen widme ich mich dem Nutellaglas …
Und was tut sich inhaltlich in der ersten Ausgabe des Jahres
2026? Weil wir gerade bei Glas waren: Verpackungsglas gehört in
Innenansichten
den Altglascontainer und nicht in den Restmüll. Ich weiß, unsere
Leser:innen würden das nie machen und auch ich werde mein
Nutellaglas nach der vollständigen Vertilgung des Inhaltes (normalerweise
binnen 7 Minuten) ordnungsgemäß entsorgen. Dennoch
kommt es vor, dass Glas im Restmüll und damit in der Müllverbrennung
landet. Dank eines österreichischen Unternehmens
ist dieses Glas für den Kreislauf nicht verloren. Wie das Glas aus
dem Feuer geholt wird, erfahren Sie auf S. 24.
Prinzipiell spielt das Thema Umwelt in dieser Ausgabe wieder
eine große Rolle. So gibt es neben Glas andere Packstoffe, die
ökologisch gesehen nicht so eindeutig zuordenbar sind. Wissen
Sie z.B., wie hoch das Potential von beschichteten Papierverpackungen
ist und welche ökologischen Auswirkungen diese
haben? In diesem Zusammenhang stellt Romana Schmiedt, wissenschaftliche
Mitarbeiterin im Fachbereich Verpackungs- und
Ressourcenmanagement der Hochschule Campus Wien das Projekt
Recolap auf S. 20-21 vor.
Zudem ist gelebte Nachhaltigkeit sehr beratungsintensiv. Denn
wer weiß schon auf den ersten Blick, was ein Verpackungsmaterial,
ein Flowpacker oder Kartonierer in puncto Nachhaltigkeit
können muss, um den Anforderungen der Gegenwart und vor
allem der Zukunft zu genügen. Qualifizierte Antworten liefert z.B.
das Packaging Competence Center (PCC), das Schubert und
Berndt+Partner vor einem Jahr initiierten. In der Pack & Log resümieren
die Verantwortlichen in einem Interview über die durchaus
erkenntnisreiche Zeit (S. 22-23).
Übrigens: Die WorldStar Awards wurden vergeben – und wieder
konnten die österreichischen Unternehmen überzeugen. Auf S. 12
bis 13. informieren wir – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn
das würde den Rahmen dieser Ausgabe doch deutlich sprengen.
g.rath@packundlog.at
>
>
> 01/26 INHALT
Maschinen
Rein in die
Zukunft
Verpackungsmaschinen
mit Langzeitperspektive
Aktuell
Wo wegweisende
Verpackungslösungen entstehen
Erfolgreicher Start in
das neue Jahr
s.6
s.8
s.10
s.12
präsentieren:
Die Packstube – der Podcast
In Folge 5 sprechen Gernot Rath und Harry Eckert mit Anna-Carin Speneder-Magnet,
Head of Business Development bei D.O.G Label. Sie gibt
Einblicke in die Welt der D.O.G. Denn D.O.G Label – eingebettet in die Firmengruppe
– ist weit mehr als „nur“ Etiketten. Ein großer Vorteil in einer
Zeit, die an Herausforderung nicht arm ist.
Kennzeichnen
5 RFID-Trends 2026
2D Code Migration – Von
der Vision zur Realität
Klare Sache: wirtschaftlich und
wash-off-zertifiziert
Umwelt
Wie hoch ist das Potenzial von
beschichteten Papierverpackungen
Einen Riesenschritt
voraus
Papier oder
Plastik?
s.14
s.16
s.18
s.20
s.22
s.25
Anhören?
Scan mich >>
Intralogistik
Wegweisendes Inhouse-Lager
für die Holzindustrie
Von der Modernisierung
bis zum Neubau
s.28
s.31
Firmen & Partner
Impressum
s.32
s.35
5
Rein in die Zukunft
Wie Wäge- und Inspektionstechnologien
Hygiene aktiv ermöglichen
Maschinen
Foto: Minebea
In der Lebensmittel-, Chemie-, Pharma- und Kosmetikindustrie ist Hygiene keine Option, sondern Voraussetzung
für sichere Produkte und stabile Prozesse. Moderne Wäge- und Inspektionstechnologien
leisten dazu einen entscheidenden Beitrag: Sie sichern korrekte Füllmengen, erkennen Fremdkörper
und unterstützen Herstellerinnen und Hersteller dabei, hohe Qualitätsstandards zuverlässig einzuhalten.
Gleichzeitig müssen die eingesetzten Systeme selbst höchsten Hygieneanforderungen genügen
– damit sie sich schnell, rückstandsfrei und wirtschaftlich reinigen lassen.
Die Grundlage dafür bildet das hygienische
Design. Glatte Edelstahloberflächen,
abgerundete Geometrien,
selbstentwässernde Konstruktionen und
der konsequente Verzicht auf Toträume
reduzieren mikrobiologische Kontaminationsrisiken
von Beginn an. „Hygiene entsteht
nicht erst im Reinigungsprozess, sondern
bereits am Reißbrett“, sagt Nils Hubrich,
Produktmanager bei Minebea Intec. „Nur
wenn Konstruktion und Materialwahl von
Anfang an stimmen, lassen sich Risiken dauerhaft
minimieren.“ So entsteht Technik, die
schützt, Stillstandszeiten verkürzt und Hygieneanforderungen
beherrschbar macht.
EHEDG und NSF: Zwei Perspektiven,
ein Ziel. In hygienisch sensiblen Industrien
sind klare Leitlinien unverzichtbar. In Europa
geben die Empfehlungen der EHEDG
(European Hygienic Engineering & Design
Group) den konstruktiven Rahmen vor. Sie
beschreiben, wie Maschinen, Anlagen und
Komponenten gestaltet sein müssen, um
Kontaminationen zu vermeiden und eine effektive
Reinigung zu ermöglichen – von der
Oberflächenbeschaffenheit bis hin zu hygienischen
Dicht- und Schweißkonzepten.
In den USA übernimmt die NSF (National
Sanitation Foundation) eine andere Rolle:
Sie prüft und zertifiziert Produkte auf Basis
verbindlicher Standards und bestätigt damit
die Einhaltung regulatorischer Anforderungen,
etwa im Hinblick auf Materialien, Produktsicherheit
und Fertigung. Zusammen
liefern EHEDG und NSF ein vollständiges
Bild – von der hygienegerechten Konstruktion
bis zur normkonformen Umsetzung für
internationale Märkte.
Hygienisch ausgelegte Wägesysteme. Mit
der Produktserie MiNexx ® deckt Minebea
Intec ein breites Spektrum industrieller Wägeanwendungen
ab. Die Wägeindikatoren
MiNexx ® erfassen Messsignale hochpräzise
und steuern sowohl einfache Wägeprozesse
als auch komplexe Anwendungen
wie Abfüllen oder Füllmengenkontrollen.
In Kombination mit den als Tisch- oder Bodenwaagen
einsetzbaren Wägeplattformen
MiNexx ® 3000 entsteht ein leistungsstarkes
System für unterschiedlichste Anforderungen
– von Leichtlasten bis hin zu robusten
Industrieeinsätzen im Hochlastbereich.
6
Ein zentrales Merkmal der Wägeplattformen
MiNexx ® 3000 ist ihr konsequent
umgesetztes hygienisches Design. Die offene,
selbstentwässernde Konstruktion mit
minimierten offenliegenden horizontalen
Flächen verhindert, dass sich Produktreste
ansammeln. „Gutes hygienisches Design
erkennt man daran, dass sich Schmutz gar
nicht erst festsetzen kann“, so Hubrich. „Das
reduziert den Reinigungsaufwand und erhöht
gleichzeitig die Prozesssicherheit.“
Auch hygienisch ausgeführte Schraubverbindungen
ohne freiliegende Gewinde in
der Produktkontaktzone tragen dazu bei,
Kontaminationsrisiken gezielt zu minimieren
und zu verhindern, dass sich Verunreinigungen
überhaupt festsetzen.
Oberflächen als hygienischer Erfolgsfaktor.
Ein weiterer Fokus liegt auf der
Oberflächenbearbeitung des eingesetzten
Materials. Bei den Wägeplattformen
MiNexx ® 3000 kommen satinierte Edelstahloberflächen
zum Einsatz, die eine
homogene Struktur mit hoher Robustheit
verbinden. Mit einer Oberflächenrauigkeit
von lediglich 0,8 µm sind die Flächen besonders
leicht zu reinigen und gleichzeitig
widerstandsfähig gegenüber mechanischer
Beanspruchung im Produktionsalltag. „Im
Vergleich zu elektropolierten Oberflächen
sind satinierte Strukturen im Alltag robuster
und hygienisch ebenso zuverlässig“, erklärt
Hubrich. „Gerade unter realen Produktionsbedingungen
ist das ein klarer Vorteil.“
Auch die Wägeindikatoren MiNexx ® folgen
diesem Ansatz. Edelstahlfronten mit
flächenbündig integrierter Frontfolie vermeiden
Kanten und Spalten, während hohe
Schutzarten wie IP 69K eine sichere Hochdruck-
und Nassreinigung ermöglichen. Die
Produkte sind NSF-zertifiziert und wurden
gemäß den Anforderungen der EHEDG
entwickelt – ein klarer Beleg für den hohen
Hygieneanspruch von Minebea Intec.
Hygienisches Design auch in der Inspektionstechnologie.
Hygienische Konstruktionsprinzipien
spielen auch bei Behälterwaagen
und Inspektionssystemen eine
zentrale Rolle. Mit dem Wägemodul Novego
® zeigt Minebea Intec, wie sich hygienisches
Design bis ins Detail umsetzen lässt.
Der integrierte Einbausatz aus 360°-Fesselung,
Abhebesicherung und Kippschutz
vermeidet zusätzliche Übergänge und Kontaktflächen,
während minimierte horizontale
Flächen, geringe Oberflächenrauheit und
FDA-konforme Materialien eine einfache
Reinigung unterstützen.
Auch in der Inspektionstechnologie – etwa
bei der Kontrollwaage Flexus ® – stehen
offene Konstruktionen ohne Hohlkörper,
reduzierte Kontaktflächen und gute Zugänglichkeit
im Vordergrund. Das erleichtert
Inspektion und Reinigung und erhöht
die Prozesssicherheit in der laufenden
Produktion.
Hygiene als Grundlage zukunftssicherer
Prozesse. Hygienisches Design ist weit
mehr als eine konstruktive Detailfrage. Es
bildet die Grundlage für sichere, stabile
und effiziente Produktionsprozesse in
hygienisch sensiblen Industrien. Wer Hygiene
von Beginn an mitdenkt, reduziert
Risiken, verkürzt Reinigungs- und Stillstandszeiten
und schafft Vertrauen – bei
Auditor:innen, bei Kund:innen und letztlich
auch bei Verbraucher:innen.
Moderne Wäge- und Inspektionstechnologien
leisten dazu einen entscheidenden
Beitrag. Sie verbinden präzise Messtechnik
mit konstruktiven Hygienekonzepten
und machen Sauberkeit beherrschbar –
Tag für Tag, Prozess für Prozess. So wird
Hygiene nicht zur nachgelagerten Pflicht,
sondern zu einem integralen Bestandteil
zukunftsfähiger Produktion. [pl]
interpack
PROCESSING & PACKAGING
7 – 13 MAY 2026
INTERPACK.DE
COMPONENTS IN PROCESSING & PACKAGING
Verpackungsmaschinen
mit Langzeitperspektive
Maschinen
Es ist nicht die Verpackungsmaschine allein… Der Anwender im Lebensmittel- und Pet-Food-Sektor,
in der Non-Food-Branche sowie im Pharma- und HealthCare-Bereich braucht mehr als das, wenn er
hochautomatisierte Prozesse in seiner Produktion langfristig sichern möchte. Der oberbayerische Hersteller
von Karton-Verpackungsmaschinen SOMIC bündelte deshalb eine Reihe von Angeboten im
Bereich Project Services und stellt diese Leistungen gezielt für den Auftritt auf der interpack 2026 in
den Fokus. Nach wie vor setzt man bei SOMIC auch auf das Thema Sustainability – ein immer wichtiger
werdendes Kriterium für langfristige Investitionen.
„Wir werden unsere Besucher:innen wieder
mit starker und neuer Technik begeistern
– so viel kann ich jetzt schon verraten“,
sagt Patrick Bonetsmüller, Geschäftsführer
des weltweit agierenden Familienunternehmens
mit Hauptsitz in Amerang im
Chiemgau. „Doch wir möchten auch unsere
Angebote rund um die Maschinentechnik
– sobald sie in Betrieb genommen
ist – verstärkt ins Blickfeld rücken“. Die
Angebote dazu werden im Geschäftsfeld
Project Services sowie auch im Unternehmensfeld
Sustainability gebündelt.
Alles für die Service-Exzellenz. Der übergreifende
Anspruch bei allen Aktivitäten
im Bereich Project Services ist Verlässlichkeit.
Das hört sich zunächst selbstverständlich
an, doch bezogen auf den
kompletten Lebenszyklus einer SOMIC
Verpackungsmaschine erfordert das eine
große Bandbreite an langfristig wirkenden
Maßnahmen: tagtäglicher, verlässlicher
Output, Lösungsangebote für einfache
Maschinenanpassungen bei Formatveränderungen
oder Support für durchgängige
Produktion sind schon seit Langem
selbstverständliches Angebot. Dominik
Schmied ist Leiter dieses Geschäftsbereichs:
„Wir decken alle Aufgaben ab, die
nach dem Verkauf der Maschine beim
Anwender im Verpackungsprozess Betreuung
erfordern. Dazu gehören der
Ersatzteilservice, der Technical Support,
verschiedene Trainingspakete für die Bediener
oder Wartungsmitarbeiter bei unseren
Kunden, Wartungsarbeiten durch
SOMIC-Fachpersonal sowie die Möglichkeit
mit Retrofit und Upgrade auf aktuelle
Entwicklungen im Konsumgütermarkt zu
reagieren.“
Anpassungen in der Maschinenkonfiguration
sind bei SOMIC durch den zuletzt
genannten Service-Bereich Retrofit und
Upgrade in jeder Maschine möglich, die
ab dem Jahr 2004 konstruiert worden ist
– so Dominik Schmied. „Ab diesem Jahr
kann man auf CAD-Daten zugreifen, die
nachträgliche Änderungen möglich machen.
Nach Einzelprüfung ist dieser Service
sogar für ältere Maschinen möglich.“
Die Lebensmittelhersteller oder Hersteller
von Konsumgütern sehen sich heute
sehr viel kürzeren Lebenszyklen ihrer Produkte
gegenüber. Neue Geschmacksvarianten
sollen auf den Markt kommen,
das Portfolio soll durch eine neue Verpackungsgröße
oder ein neues Füllvolumen
ergänzt werden. In jedem dieser Fälle
soll das möglichst mit der bestehenden
Maschine realisiert werden. „Eine SO-
MIC-Maschine ist eine langfristige Investition.
Das bedeutet, dass wir gezielt die
Historie der Verpackungsanlagen rund
SOMIC baut Angebote im Service aus und setzt auf Nachhaltigkeit
25 Jahre zurückverfolgen und auch für
langjährig betriebene Maschinen passende
Servicepakte oder Ersatzteilangebote
bieten können.“
Dominik Schmied wirft einen Blick auf
die weiteren Service-Angebote: „Unser
Ersatzteilservice umfasst neben Standard-Ersatzteil-Paketen,
die die Maschinenverfügbarkeit
sichern, auch Express-Sendungen
für unvorhersehbare
Ereignisse sowie einen europaweiten Reparatur-Service,
um die Maschine über
die gesamte Lebensdauer zu versorgen.
Der Bereich Wartungen durch unser
SOMIC-Fachpersonal stellt eine hohe
Maschinenverfügbarkeit im täglichen
Betrieb bei unseren Kunden sicher. Weiterhin
sorgen Hands-On Schulungen für
die Mitarbeitenden unserer Kunden für
8
eine qualifizierte Bedienung der Maschinen
und eine hohe Produktivität. Und der
Technical Support bietet für den Fall der
Fälle schnelle und professionelle Lösungen
- remote & on-site. Auch für Prozessoptimierungen
an den Anlagen in der Produktion
sorgt der Technical Support. Dies
garantiert einen maximalen Output an der
Produktionslinie.“
Nach wie vor setzt man bei SOMIC auch auf das Thema Sustainability – ein immer
wichtiger werdendes Kriterium für langfristige Investitionen
Nachhaltigkeit als Teil der DNA. Auch das
Thema Nachhaltigkeit wird bei SOMIC intensiv
bearbeitet. „Wir haben schon immer
einen starken Fokus auf Nachhaltigkeit
gelegt und haben das in vielen Aspekten
unserer Maschinen als selbstverständlich
mitberücksichtigt. Nachhaltigkeit ist Teil
unserer DNA“, sagt Angelina Eilenberger,
Managerin Sustainability bei SOMIC. Neu
ist, dass Angelina Eilenberger diese Aufgaben
nun als Nachhaltigkeitsmanagerin
auf einer eigenen Position wahrnimmt. Sie
bündelt die Aktivitäten, die sich aus Gesetzesanforderungen
ergeben und intern
oder kundenseitig Handlungen notwendig
machen. Darüber hinaus greift sie Impulse
auf, die aus dem Innovationsanspruch der
Fachbereiche entstehen und unterstützt
bei deren Bewertung auf einen Nachhaltigkeitseffekt.
In erster Linie widmet sich das interdisziplinäre
Team den Anforderungen aus
der EU-CSR-Richtlinie und macht so die
Nachhaltigkeitsaspekte im Geschäftsbetrieb
mit Prozessen und Zahlen greifbar.
Das standardisierte und empfohlene
Vorgehen der Richtlinie ist bei SOMIC
die Handlungsgrundlage: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse,
vorläufige Wesentlichkeitsmatrix,
Stakeholder-Dialog und
Ableitung der weiteren Strategie werden
für den ersten Nachhaltigkeitsbericht zusammengeführt.
Das Unternehmen stellt
sich also mit dem vollen Programm auf:
„Wir verstehen alle Nachhaltigkeitsthemen,
egal ob sie maschinenbezogen sind,
unsere Infrastruktur oder Unternehmenskultur
betreffen, als Teil unseres kontinuierlichen
Verbesserungsprozesses. Das
wird als strategischer Anspruch konsequent
mitberücksichtigt“, erklärt Angelina
Eilenberger. So seien Nachhaltigkeit und
deren Teilaspekte bei SOMIC Bausteine
für die Resilienz des Unternehmens und
eine Grundlage für alle Unternehmensentscheidungen.
Kundenbezogene Themen sind ein weiterer
Schwerpunkt: Der digitale Produktpass
und der Product Carbon Footprint
stehen weit oben auf der Agenda. Ziel ist
es, den Kunden umfassende und belastbare
Daten zu den CO 2
Emissionen der
Maschinen zur Verfügung zu stellen. Die
Datenerfassung und -aufbereitung erfolgen
standardmäßig über eine Nachhaltigkeitsmanagement
Software. Die entsprechenden
Prozesse sind definiert; ein
Energieaudit gehört bereits seit 2022 zum
Standard bei der Bewertung interner Optionen
zur Ressourcenschonung. Damit
schafft das Unternehmen transparente
Grundlagen für nachhaltige Entscheidungen
entlang des gesamten Maschinenlebenszyklus.
[pl]
Fotos: SOMIC
PACKAGING SOLUTIONS
FOR EVERYONE
LAGER- UND TRANSPORTPRODUKTE AUS KUNSTSTOFF
www.auer-packaging.com
Wo wegweisende Verpackungslösungen
entstehen
Aktuell
Im PackRight Centre entwickelt DS Smith wegweisende Verpackungslösungen
Unter dem Leitmotiv „Redefining Packaging for a Changing World“ entwickelt DS Smith innovative
Verpackungslösungen aus Wellpappe für Unternehmen aus den Bereichen Einzelhandel, FMCG, Industrie,
Automotive, E-Commerce und vielen weiteren Märkten. Dabei werden Kunden und deren
spezielle Anforderungen ganzheitlich begleitet – von der ersten Idee über die Entwicklung bis hin zur
Umsetzung. Im Fokus stehen funktionale Anforderungen, wirtschaftliche Zielsetzungen, Nachhaltigkeit
und die Optimierung der Effizienz entlang der gesamten Lieferkette.
Fotos: DS Smith
Inspiration vom Zeichenbrett bis in
die Produktion. Im PackRight Centre
bündelt DS Smith seine umfassende
10
Mithilfe der branchenweit
einzigartigen Kreislauf-Design-Messgrößen
optimiert
DS Smith Verpackungen in
Bezug auf Funktionalität,
Kreislauffähigkeit, Kosteneffizienz
und Supply Chain
Kompetenz in der Entwicklung maßgeschneiderter
Verpackungslösungen. In
enger Zusammenarbeit mit den Kunden
werden Konzepte ausgearbeitet,
die auf klar definierten Anforderungen
und messbaren Erfolgskriterien basieren.
Dabei werden Verpackungen nicht
isoliert betrachtet, sondern als integraler
Bestandteil komplexer logistischer und
kommerzieller Prozesse verstanden.
Grundlage bildet ein strukturierter, vierstufiger
Entwicklungsprozess, der mit einer
fundierten Datenerhebung beginnt
und bis zur Produktionsreife reicht. Die
bewährte PackRight-Methodik verbindet
die Schritte Analyse, Design, Tests
und Umsetzung zu einem ganzheitlichen
Ansatz. Zielsetzungen wie Umsatzsteigerung,
Kostensenkung, Risikominimierung
oder die Förderung der
Kreislaufwirtschaft werden systematisch
in die Entwicklung einbezogen. So wer-
den recyclingfähige Verpackungen realisiert,
die gleichzeitig Effizienzpotenziale
in Transport, Handling und Lagerung erschließen.
Zum Einsatz kommen modernste Technologien
sowie die branchenweit einzigartigen
Kreislaufdesign-Messgrößen
und -Prinzipien. Die Entwicklungsarbeit
umfasst Druck- und Grafikdesign, 3D-Visualisierungen
am Point of Sale, logistische
Bewertungen sowie statische und
dynamische Festigkeitsberechnungen.
Je nach Anforderung werden ergänzend
Lebensmittelsicherheitsprüfungen
durchgeführt, kreative Konzepte erarbeitet
und die Wirkung der Verpackung
im Verkaufsumfeld bewertet. Die Pack-
Right-Prüfung und die umfassende Expertise
rund um effiziente Verpackungslinien
stellen sicher, dass jede Lösung
funktional, kosteneffizient, regelkonform
und zugleich erlebnisorientiert umgesetzt
wird.
Daraus entstehen innovative Verpackungslösungen
mit echtem Mehrwert
wie DS Smith Lift Up. Der vollständig
recycelbare Tragegriff aus Wellpappe
ist eine nachhaltigere Alternative zu
herkömmlichen Kunststoff-Schrumpffolien
für PET-Flaschen-Multipacks. Er
reduziert Plastik, Energieverbrauch und
DS Smith Lift Up - der
vollständig recycelbare
Tragegriff
aus Wellpappe
CO 2
-Ausstoß. Durch den Verzicht auf
Tertiärverpackungen wird zudem unnötiger
Abfall vermieden. Das klare, minimalistische
Design sorgt für eine hohe
Sichtbarkeit am Point of Sale und bietet
attraktive Möglichkeiten für Branding
und Barcodes. Gleichzeitig überzeugt
„Lift Up” durch hohen Tragekomfort und
eine einfache Entnahme der einzelnen
Flaschen auf Seiten der Endkunden. Die
Lösung ist robust, qualitätsgeprüft und
für Hochgeschwindigkeitsanlagen geeignet,
wodurch Stabilität entlang der
gesamten Lieferkette gewährleistet ist.
Gemeinsam entwickeln, testen und
umsetzen. DS Smith’s Expertise wird im
PackRight Centre erlebbar: Hier haben
Unternehmen die Möglichkeit, in interaktiven
Workshops gemeinsam mit einem
interdisziplinären Expertenteam an
konkreten Verpackungslösungen zu arbeiten.
In diesem Rahmen lassen sich individuelle
Optimierungspotenziale und
klare Erfolgskriterien definieren – von
der Idee bis zur validierten Lösung. [pl]
Redefining Packaging
for a Changing World
DS Smith – Ihr Experte für Verpackungen aus Wellpappe
Margarethen am Moos
Heidestraße 15
2433 Margarethen am Moos
T: +43 (0) 2230 711 11-0
Kalsdorf bei Graz
Forster Straße 54-62
8401 Kalsdorf bei Graz
T: +43 (0) 3135 521 11-0
Neumarkt am Wallersee
Pfongau-Mitte 9/2. OG
5202 Neumarkt am Wallersee
T: +43 (0) 6216 7756
Wien
Friedrichstraße 10/4. OG
1010 Wien
T: +43 (0) 1 86300 256
E: contact.austria@dssmith.com | W: www.dssmith.com/at
Erfolgreicher Start in
das neue Jahr
Aktuell
Zum Jahresauftakt kann sich Marzek
Etiketten+Packaging gleich über
zwei hochkarätige Auszeichnungen
freuen: Die World Packaging Organisation
(WPO) ehrte den Etiketten-
und Verpackungsspezialisten
aus Traiskirchen mit dem begehrten
WorldStar Award. Darüber hinaus
wurde das Marzek-Team mit einem
Golden Pixel Award ausgezeichnet.
Fotos: Marzek Etiketten+Packaging
Mit dem Golden Pixel Award werden
alljährlich die besten Printprojekte
und -konzepte Österreichs
gewürdigt. Nach sieben Nominierungen
darf sich Marzek Etiketten+Packaging
über den Golden Pixel Award in der Kategorie
„Flexodruckprojekte“ freuen. Das
Thermochrom-Etikett für den „Zweigelt –
FREDDO – der Kühle Rote“ aus dem Weinbaubetrieb
Gebrüder Nittnaus in Gols am
Neusiedler See konnte die Jury durch den
Einsatz thermochromer Farbstoffe überzeugen.
Mithilfe dieser Farbstoffe wird angezeigt,
wenn dieser Rotwein sein volles
Aroma – idealerweise bei einer Temperatur
von 10-12 Grad Celsius – entfaltet hat. Die
Trauben im Nittnaus-Logo färben sich dann
blau. Unter dem Produktnamen erscheint
die Anzeige „Perfekt temperiert“ ebenfalls in
blauer Farbe. Abgesehen von dieser kreativen
Lösung punktet das Etikett mit seinem
klaren, modernen Design auf einem hochwertigen
Bedruckstoff, der eine angenehme
Bei dem Thermochrom-Etikett für den „Zweigelt – FREDDO – der Kühle Rote“ färben
sich die Trauben im Nittnaus-Logo blau, sobald der Rotwein seine ideale Temperatur
erreicht hat. Ebenfalls erscheint die Anzeige „Perfekt temperiert“
Haptik vermittelt. Im Mittelpunkt steht das
Logo des Weinbaubetriebs mit der stilisierten
Weintraube, das mit einer Goldfolienprägung
veredelt wurde und so zusätzlich
den hochwertigen Charakter des Produkts
unterstreicht. Sowohl die Agenturleistung
als auch die Produktion dieses Projektes
kommen von Marzek Etiketten+Packaging.
„Wir freuen uns sehr über den Golden Pixel
Award und danken der Jury für die Anerkennung
unserer Leistung. Unser besonderer
Dank gilt natürlich dem Weinbaubetrieb
Gebrüder Nittnaus für die vertrauensvolle
und langjährige Zusammenarbeit. Gemeinsam
können wir außergewöhnliche hochveredelte
Etiketten entwickeln, mit denen
exquisite Spitzenweine perfekt in Szene
gesetzt werden“, kommentiert Stefanie Wareka,
MSc, MSc, 5. Marzek-Generation, die
Verleihung des Golden Pixel Awards.
Etikett und Abfüllung des Vieno
Pure Classic Raps- und Sonnenblumenöls
in der Bio-Kunststoff-Flasche
wurden mit dem WorldStar Award
in der Kategorie „Food“ prämiert
WorldStar Award. Nur wenige Tage zuvor
wurde Marzek Etiketten+Packaging mit einem
der WorldStar Awards ausgezeichnet,
die alljährlich von der World Packaging Organisation
(WPO) für herausragende Verpackungen
verliehen werden. Etikett und
Abfüllung des Vieno Pure Classic Rapsund
Sonnenblumenöls in der Bio-Kunststoff-Flasche
wurden in der Kategorie
„Food“ prämiert. Dieses Projekt ist in Zusammenarbeit
mit der VIMEKSIM International
GmbH entstanden. Produzent der
Flasche ist NaKu e.U., das sich auf innovative
Verpackungen aus Biokunststoff basierend
auf nachwachsenden Rohstoffen spezialisiert
hat. Sowohl die Agenturleistung
als auch die Produktion dieses Projektes
kommen von Marzek Etiketten+Packaging.
Erfolge sind Teamwork. Der Gewinn des
WorldStar Awards und des Golden Pixel
Awards – ebenso wie der zahlreichen nationalen
und internationalen Auszeichnungen
der Vorjahre – unterstreicht eindrucksvoll
die hohe Qualität von Marzek
Etiketten+Packaging und den Anspruch,
konsequent höchsten Standards gerecht
zu werden.
[pl]
12
Zwei WorldStar Awards
für ComforLid
Constantia Flexibles hat zwei WorldStar Awards für
seine Aluminiumdeckel-Lösung ComforLid in den
Kategorien „Verpackungsmaterial & -komponenten“
und „Nicht-alkoholische Getränke“ erhalten. Die von
der World Packaging Organisation vergebenen Auszeichnungen
würdigen Verpackungskonzepte, die
technische Innovation und praktische Anwendbarkeit
demonstrieren.
Foto: Greiner Packaging
Die Anerkennung folgt auf den im
letzten Jahr verliehenen Green
Packaging Star Award und unterstreicht
den praktischen Fortschritt des
Unternehmens bei der Verbesserung von
Design for Recyclability und Ressourceneffizienz
sowie bei der Reduzierung des
CO₂ Fußabdrucks von Verpackungen.
ComforLid ist ein patentiertes Deckelkonzept,
das als Alternative zu herkömmlichen
Kunststoff-Schnappdeckeln und Trinkhalmen
entwickelt wurde. Die Struktur kombiniert
eine Polypropylen-(PP)-Schicht
mit einer Aluminiumschicht, die von Verbraucher:innen
manuell getrennt werden
kann. So können beide Materialien in jene
Recyclingströme gegeben werden, für die
entsprechende Sammel- und Sortiersysteme
vorhanden sind.
Auszeichnungen
in den Kategorien
„Verpackungsmaterial
& -komponenten“
und „Nicht-alkoholische
Getränke“
„Die Auszeichnung würdigt unseren Anspruch,
Produktinnovationen stetig voranzutreiben“,
sagte Marc Rademacher,
EVP Consumer Commercial, Group R&D
und Group Sustainability bei Constantia
Flexibles. „Unser Fokus bei ComforLid lag
darauf, die Materialeffizienz zu verbessern,
den CO₂ Fußabdruck zu reduzieren und
Greiner Packaging gewinnt zwei WorldStar Awards
Als Gewinner in der Kategorie „Verpackungsmaterialien und -komponenten“ überzeugte der Click
In-Verschlussdeckel die internationale Jury, weil er zentrale Anforderungen der Verbraucher erfüllt:
Sicherheit, Komfort und Nachhaltigkeit. Sein intuitiver Klick-Mechanismus ermöglicht einen zuverlässigen,
auslaufsicheren Wiederverschluss, der sicherstellt, dass Produkte fest und sicher versiegelt
bleiben. Mit einem spürbaren und hörbaren „Klick“ erkennen Verbraucher sofort, dass ihr Produkt
korrekt verschlossen ist, selbst wenn der Becher gekippt, geschüttelt oder versehentlich fallen gelassen
wird. Da der Deckel im Rand des Bechers sitzt und nicht oben aufliegt, entsteht ein sauberes,
modernes Erscheinungsbild, das das gesamte Nutzungserlebnis verbessert.
Ausgezeichnet in der stark umkämpften
Kategorie “Food” zeigt CUBO, wie Verpackungsdesign
die Logistik effizienter
gestalten kann. Statt des traditionellen
runden Formats setzt der Becher auf
eine innovative quadratische Form. Dadurch
lassen sich die Becher nahtlos nebeneinander
stapeln, die Palettendichte
erhöhen und mehr Einheiten pro Palette
transportieren. Dies spart LKW-Fahrten,
reduziert den Kraftstoffverbrauch und
verringert CO₂-Emissionen, was zu einer
nachhaltigeren Logistik beiträgt.
die Recyclingfähigkeit durch Design zu
unterstützen – und das bei gleichzeitiger
Kompatibilität mit bestehender Abfüllund
Versiegelungstechnik.“
Der Materialeinsatz wurde während der
Entwicklung durch eine Verringerung der
Schichtstärken (Downgauging) reduziert:
Die Aluminiumdicke wurde von 50 µm auf
45 µm gesenkt, die PP Schicht von 40 g
auf 35 g. In Kombination mit Aluminium
aus ASI-zertifizierten europäischen Lieferquellen
und einem höheren Anteil an
recyceltem Material sowie erneuerbarer
Energie – dem sogenannten Low Carbon
Aluminum des Unternehmens – tragen
diese Maßnahmen zu einer Reduktion des
CO₂ Fußabdrucks des Deckels um bis zu
43 % im Vergleich zu früheren Materialspezifikationen
bei.
ComforLid ist Teil der Ecolutions Produktlinie
von Constantia Flexibles, die die recyclingfähigen
Verpackungslösungen des
Unternehmens bündelt. Die Deckelstruktur
entspricht den RecyClass Richtlinien
für Materialtrennbarkeit und hochwertiges
Recycling; die tatsächliche Recyclingleistung
hängt jedoch von der lokalen Infrastruktur
ab.
Die Lösung lässt sich für Anwendungen
wie Ready to Drink Getränke und Molkereiprodukte
anpassen – einschließlich
Features wie Trinköffnungen für Iced Coffee
oder funktionale Öffnungen für Produkte
wie Mini-Mozzarella.
[pl]
Foto: Constantia Flexibles
13
5 RFID-Trends 2026
Trend # 1: RFID und Künstliche Intelligenz (KI). Der Trend,
RFID-Technologie mithilfe Künstlicher Intelligenz noch leistungsfähiger
zu machen und vor allem neue Anwendungsfelder zu erschließen,
setzt sich auch 2026 fort. RFID eignet sich ideal, um
im Feld Big Data zu generieren, die für das Training von Machine-Learning-Modellen
benötigt werden. Gleichzeitig ermöglicht
RFID die Standardisierung von Datenflüssen und erreicht in Kombination
mit KI, insbesondere bei der Datenbereinigung durch
selektives Filtern, ein neues Qualitätsniveau. Unternehmen haben
dadurch die Chance, ausschließlich die tatsächlich benötigten
Daten in ihre übergeordneten Systeme zu überführen. Diese Form
der intelligenten Datenweitergabe beschleunigt und automatisiert
Kennzeichnen
von Dominik Steickert,
Entwicklungsleiter beim RFID Konsortium
Prozesse, ohne zusätzlichen Aufwand. Innovative RFID-Integrations-
und Managementsysteme mit KI-Unterstützung erfassen
Daten an stationären Readern, RFID-Gates oder RFID-Tunneln,
filtern diese passgenau für die angebundenen IT-Systeme und
geben exakt definierte Datentelegramme an WMS oder andere
Backendsysteme weiter. Im Shopfloor können dabei mehrere Lesestationen
durch Schwarmintelligenz miteinander interagieren.
KI verbessert permanent die Filter- und somit Ergebnisqualität.
Dieser Trend umfasst nicht nur die intelligente Datenerfassung,
-weitergabe und -analyse, sondern auch das Management der
kompletten RFID-Hardware-Infrastruktur. Ziel ist es, die Komplexität
von RFID durch Künstliche Intelligenz so weit zu reduzieren,
dass Anwendungen in Logistik, Produktion und Handel deutlich
einfacher umgesetzt werden können – bei gleichzeitig stark verkürzten
Projektlaufzeiten.
Trend # 2: RFID in Kreislaufsystemen (Shared Economy). Das
Konzept der Shared Economy zur nachhaltigen Ressourcenwirtschaft
ist mit einer Reihe von Maßnahmen im Koalitionsvertrag
der deutschen Bundesregierung verankert. Zudem soll der Digitale
Produktpass als EU-Verordnung zur ökologischen Kreislaufwirtschaft
umgesetzt werden. Ab 2026 ff. werden mehr Rohstoffe
verpflichtend in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zurückgeführt
werden müssen – auch um Lieferketten unabhängiger und
resilienter aufzustellen. RFID wird dabei eine der führenden Technologien
sein, um Produkte in einem Kreislaufmodell digital abzubilden.
Das Konzept „Reuse, Repair, Recycle“ erfordert eine
Auto-ID-Technologie, die Rohstoffe bereits vor dem Herstellungsprozess
eindeutig identifiziert, das Fertigprodukt entlang der Lieferkette
nachverfolgt und über den gesamten Produktlebenszyklus
bis zum End-of-Life und anschließendem Recyclingprozess
abbildet – ohne manuellen Mehraufwand. Mit den regulatorischen
Anforderungen steigt die Anzahl der benötigten Datenpunkte, um
Daten automatisiert entlang der Supply Chain zu erfassen und
weiterzugeben. Parallel dazu treibt der gesellschaftliche Trend
zur Wiederverwendung Geschäftsmodelle voran, die ihren Fokus
zunehmend auf Verleih statt Verkauf legen. Unternehmen,
die Verleihartikel wie Büromöbel oder Eventequipment durch alle
Supply-Chain-Prozesse führen, gewinnen mit RFID lückenlose
Transparenz – einschließlich zu Status und Zustand jedes einzelnen
Artikels. Der Trend zur Kreislaufwirtschaft umfasst darüber hinaus
den Nachweis fairer Arbeitsbedingungen, nachhaltiger Rohstoffe
und dokumentierter Transportwege. RFID ermöglicht auf
kleinster, der sogenannten Item-Ebene, die Serialisierung einzelner
Objekte und kann in Kombination mit verbraucherfreundlichen
QR-Codes umfassende Informationen über ein Produkt geben. Ein
Trend, der sowohl gesetzlich als auch gesellschaftlich getrieben ist.
Trend # 3: Chiplose RFID-Transponder - ressourcenschonend
konzipiert. Auch im Bereich der Transponder-Materialien gewinnt
das Thema Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung. Chiplose
RFID-Technologien verzichten auf den klassischen Mikrochip und
nutzen stattdessen Antennenstrukturen, die Funksignale empfangen
und reflektieren. Sie sind recyclingfähig und biologisch abbaubar.
Gleichzeitig werden neue RFID-Transponder immer sensitiver.
Darüber hinaus lassen sie sich in neuen Umgebungen einsetzen,
bspw. wenn sie mikrowellengeeignet sind. Dadurch lassen sich
neue Prozesse mit RFID erschließen. Entsprechend vielfältig sind
ihre Einsatzbereiche, etwa in Logistik, Verpackung und Plagiatschutz.
Trend # 4: Sicherheit und Datenschutz. Mit der Zunahme von
Cyberattacken und wirtschaftlicher Sabotagebedrohung steigt die
Notwendigkeit, RFID-Lösungen durch effiziente Datenverschlüsse-
14
lung und Zugriffskontrollen zu verbessern.
Insbesondere im Automotive-Sektor ist die
Nachfrage nach verschlüsselten Transpondern
im HF und UHF-Bereich stark gestiegen.
Eine Tendenz, die sich 2026 ff. fortsetzen
wird. Neue Standards und Protokolle
zielen darauf ab, Manipulationen und unbefugtes
Auslesen von RFID-Daten zu verhindern.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die
kryptografische Challenge-Response-Authentifizierung
gemäß ISO/IEC 29167. Bei
diesem Verfahren sendet der Reader eine
zufällige „Challenge“, etwa eine Zufallszahl,
an den Transponder. Mithilfe eines geheimen
Schlüssels verarbeitet der Chip diese
Information und sendet das Ergebnis als
„Response“ zurück. Der Reader führt dieselbe
Berechnung durch und vergleicht
die Ergebnisse, um die Echtheit des Chips
zu prüfen, ohne das Geheimnis preiszugeben.
Auf diese Weise lassen sich einfache
Klon-Angriffe verhindern; häufig werden
zusätzlich Session-Keys zur Verschlüsselung
der weiteren Kommunikation erzeugt.
Mit dem Einsatz hochsicherer RFID-Tags
kommt auch eine neue Generation von
Readern auf den Markt.
Trend # 5: RFID Smart Packaging. Der
Einsatz von RFID-Technologie im Smart
Packaging wird 2026 ff. weiter ausgebaut,
Dominik Steickert
ist Entwicklungsleiter
beim RFID
Konsortium
um Verpackungen interaktiv und rückverfolgbar
zu gestalten – ein Plus für Nachhaltigkeit
und Verbraucherschutz. Laut einer
Studie von Fortune Business Insights wird
für den Zeitraum von 2025 bis 2032 ein
Marktvolumen von 26,06 Mrd. USD prognostiziert
, was die wachsende Relevanz
dieser Technologie unterstreicht. Der Trend
bietet drei zentrale Vorteile: Erstens die Lieferkettenoptimierung:
RFID ermöglicht die
automatische und kontaktlose Verfolgung
von Produkten über die gesamte Supply
Chain. Zweitens die Echtzeit-Interaktion
mit Endkunden: Durch die Integration von
RFID in die Verpackung können Marken
während des Transportwegs mit Konsumenten
interagieren (Customer Engagement).
Drittens erlaubt RFID Smart Packaging
die Zustandsüberwachung, etwa in
der Lebensmittel- und Getränkeindustrie,
indem Informationen zu Frische und Temperatur
erfasst werden.
Weitere Informationen unter
www.rfid-konsortium.de
[pl]
Foto: Ralph Hoppe
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Österreichs stärkste Messen
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2D Code Migration – Von
der Vision zur Realität
Kennzeichnen
Der Umstieg auf GS1-2D-Codes gehört zu den ehrgeizigsten Veränderungen in der modernen Verpackungswelt.
Für viele Hersteller ist er ein notwendiger Schritt hin zu mehr Transparenz, Automatisierung
und digitaler Zukunftsfähigkeit. Doch zwischen Vision und praktischer Umsetzung liegen
zahlreiche Hürden, die Projekte verzögern oder unerwartete Kosten verursachen können. Wer diese
Herausforderungen frühzeitig versteht, hat einen entscheidenden Vorteil – und kann aus einem reinen
Compliance-Projekt eine echte Erfolgsgeschichte machen.
von Aljona Barberio,
LEIBINGER Marketing Manager
Technische Risiken: Kleine Codes, große
Wirkung. 2D-Codes sind kompakt,
datenreich und hochauflösend – das
macht höchste Druckpräzision unverzichtbar.
Schon geringe Abweichungen
bei Tröpfchengröße, Tintenhaftung oder
der Reflexionseigenschaften des Substrats
können zu Scannerfehlern führen.
Materialien wie glänzende Folien oder
transparente Kunststoffe erfordern exzellenten
Kontrast und hohe Stabilität,
damit die Codes sicher lesbar bleiben.
Variable Daten erhöhen die Komplexität
zusätzlich: Ändern sich Chargen- oder
Haltbarkeitsangaben, ändert sich auch
das Code-Muster. Ohne konsequente
Kalibrierung kann die Druckqualität
schleichend nachlassen. Deshalb ist eine
Inline-Codeverifizierung entscheidend
– sie stellt sicher, dass wirklich jeder ein-
Eine intelligente Lösung für maximale Lesbarkeit des Codes auch auf transparenten Verpackungen:
zuerst der Hintergrunddruck, dann der Code – alles in einem nahtlosen Prozess mit CIJ.
zelne Code auf der Linie lesbar ist, bevor
das Produkt das Werk verlässt.
Mit LEIBINGER-Druckern können Hersteller
die Codeintegrität auch bei realen
Produktionsgeschwindigkeiten sichern –
und so Nacharbeit und Ausschuss deutlich
reduzieren.
Fotos: Paul Leibinger GmbH & Co. KG
Zuverlässiger
CIJ-Druck für
variable Codes auf
unterschiedlichsten
Materialien
Organisatorische Risiken: Wenn Daten
nicht fließen. Technische Leistung allein
reicht nicht aus. Viele Projekte geraten ins
Stocken, weil die organisatorischen Rahmenbedingungen
für die Daten nicht klar
geregelt sind. Wer ist für die GS1-Stammdaten
verantwortlich? Wie stimmen sich
IT, Produktion und Qualitätssicherung bei
Aktualisierungen ab?
Wenn Systeme wie ERP, MES und Drucker
nicht durchgängig miteinander verzahnt
sind, bricht der digitale Workflow
auf halber Strecke ab. Das Ergebnis: die
falschen Daten im richtigen Code – oder
die richtigen Daten, aber zu spät gedruckt.
16
Eine erfolgreiche Migration setzt daher klare Prozessverantwortung,
sauberes Datenmanagement und absolut zuverlässige
Hardware voraus.
Externe Faktoren: Das Umfeld entscheidet mit. Selbst
wenn intern alles funktioniert, kann das Umfeld noch hinterherhinken.
Nicht alle Kassenscanner im Handel sind bereits
2D-fähig, sodass in der Übergangsphase in vielen Fällen
ein Dual-Coding nötig bleibt – also der parallele Druck von
1D-Barcode und 2D-Code.
Gleichzeitig behalten Human Readable Codes (HRC) eine
wichtige Rolle. Bestimmte Schlüsselinformationen wie das
Mindesthaltbarkeitsdatum müssen weiterhin in Klartext aufgedruckt
werden, um Zugänglichkeit und visuelle Kontrolle
durch Endverbraucher:innen sicherzustellen. HRCs sind ein
essenzielles Backup, wenn Scanner ausfallen und helfen Bediener:innen
sowie Inspektor:innen, Produktdaten schnell
und ohne zusätzliche Hilfsmittel zu überprüfen.
Ein weiterer Aspekt ist die Akzeptanz bei den Anwendern.
Für Linienbediener:innen, Handelspartner:innen und Konsument:innen
bedeuten 2D-Codes eine neue Art, mit Verpackungen
zu interagieren. Arbeitsabläufe und Gewohnheiten
werden sich nach und nach verändern, je mehr Verständnis
und Vertrauen entstehen. Die 2D-Einführung ist nicht das
Ende der Reise – sie ist erst der Anfang. Die Branche wird mit
jedem Schritt weiter lernen und sich anpassen.
Regulatorische Vorgaben und Datenschutzanforderungen
fügen eine zusätzliche Komplexitätsebene hinzu. Je mehr
Informationen ein Code enthält, desto wichtiger wird eine
starke Data Governance. Und auch wenn die Investitionen
in neue Hard- und Software spürbar sind, sind sie zukunftssicher
angelegt – denn sie helfen, kostspielige Rückrufe, manuelle
Nacharbeiten und Prozessverzögerungen in späteren
Phasen zu vermeiden.
Fazit. Die 2D-Migration ist kein Sprint, sondern eine strategische
Weiterentwicklung, die Planung, Zusammenarbeit
und verlässliche Partner erfordert. Wer früh aktiv wird, profitiert
von höherer Effizienz, besserer Compliance und einem
klaren Wettbewerbsvorteil. www.leibinger-group.com [pl]
17
Klare Sache: wirtschaftlich
und wash-off-zertifiziert
Kennzeichnen
Mit zwei neuen Etiketten-Haftmaterialien unterstreicht HERMA seine Folienkompetenz.
In beiden Fällen verbindet eine transparente PP-Folie besonders
wirtschaftlich Clear-on-Clear-Eigenschaften mit zertifizierten Wash-off-Qualitäten
– verfügbar im Nettobreitenprogramm mit kurzen Lieferzeiten.
Die Basis für die beiden neuen Haftmaterialien
bildet der innovative,
permanente Mehrschichthaftkleber
72Hpw. Er liefert sowohl eine hohe Transparenz
für Standardanwendungen als auch
zertifizierte Wash-off-Eigenschaften. „Der
von uns entwickelte Haftkleber 72Hpw erweist
sich einmal mehr als ein perfekter Allrounder
für Folienanwendungen. Seine exzellenten
permanenten Hafteigenschaften
bestechen auch unter feuchten Bedingungen,
wie sie zum Beispiel bei der Getränkeabfüllung
mitunter auftreten“, sagt Hendrik
Kehl, Produktmanager bei HERMA. „Seine
spezielle Formulierung sorgt gleichzeitig
für Wash-off-Eigenschaften und Transparenz.
Dieser Haftkleber ist damit ein weiterer
Beweis, wie sich dank Mehrschichttechnologie
unterschiedliche und zum Teil
widersprechende Eigenschaften praxisgerecht
verknüpfen lassen.“ Für die Clear
-on-Clear-Anwendung wird dieser Haftkleber
kombiniert mit der Folie HERMA PP
Klarer Vorteil für Wash-off-Anwendungen:
Neue Haftmaterialien mit
der Folie HERMA PP 50 transparent
super tc (Sorte 886) und dem permanenten
Haftkleber 72Hpw ermöglichen
Etiketten mit hoher Transparenz,
die sich im Recyclingprozess wieder
rückstandsfrei abwaschen lassen
transparent super tc (Sorte 886) und zwei
unterschiedlichen PET-Trägermaterialien.
Letztere sind mit einer Stärke von 30 µm
und einer Stärke von 23 µm verfügbar. Die
neuen Haftmaterialien decken damit praktisch
alle Verarbeitungsanforderungen ab
und bieten Highspeed-Spendemöglichkeit.
Bei der Etikettenherstellung selbst
lassen sich damit in allen konventionellen
Druckverfahren gute Druckqualitäten erzielen.
Ideal geeignet sind beide neuen
Haftmaterialien für die Etikettierung von
Kosmetikprodukten, Haushaltsreinigern
usw. sowie für Anwendungen, bei denen
Witterungs- und Chemikalienbeständigkeit
gefordert sind.
Foto: HERMA
Modernes PUR-Schmelzgerät
Canduro 2 ist Robatechs neues PUR-Schmelzgerät
für 2/2.5-kg-Kerzen. Es wurde speziell für
das bedarfsabhängige Schmelzen (Melt-on-Demand)
entwickelt, ist besonders wartungseffizient
und mit der modernen RCS-Elektronik ausgestattet.
Canduro 2 löst das Vorgängermodell
RobaPUR 2 MOD ab und deckt mit modularer
Bauweise ein breites Anwendungsspektrum ab.
Das neue Schmelzgerät Canduro 2 bietet viele
Anwendungsmöglichkeiten: als Vorschmelzgerät
zur Beckenbefüllung, als PUR-Schmelzgerät
für Punkt- und Raupenauftrag, kontinuierlichen
oder intermittierenden Flächenauftrag, wie
auch für Anwendungen mit Handpistolen oder
Robotern. Mit der Melt-on-Demand-Technologie
(MOD) wird der Klebstoff geschont, da nur
Das neue Schmelzgerät Canduro 2 bietet
viele Anwendungsmöglichkeiten
so viel aufgeschmolzen wird, wie gerade benötigt wird. Für kontinuierlichen Klebstoffbedarf
steht die Tankversion zur Verfügung. Je nach Schmelzeinheit beträgt die Schmelzleistung 5
oder 8 kg/h. Außerdem gibt es prozessspezifische Konfigurationen für die Kantenverleimung
und die Buchrückenverklebung.
Kompatibel auch im starren HDPE-Recyclingstrom.
Der Haftkleber 72Hpw wurde
bereits in verschiedenen Materialkombinationen
– darunter mit der Folie HERMA
PP transparent super tc – vom Institut Cyclos-HTP
als recyclingkompatibel zertifiziert.
Er erfüllt damit die Recyclinganforderungen
für PET bei einem Waschgang
mit 80 °C und für HDPE bei einem Waschgang
mit 40 °C. Die PP-Folien wurden
darüber hinaus in Kombination mit 72Hpw
von RecyClass als vollständig kompatibel
mit dem starren HDPE-Recyclingstrom
eingestuft. Zudem eignet sich der Klebstoff
für Anwendungen auf Glas- und
PP-Oberflächen. Beide neue Haftmaterialien
werden im eigens für Folien errichteten
Werk 2 am HERMA Hauptsitz produziert.
Eine weitestgehend automatisierte
Fertigung sorgt dort für hochpräzise Beschichtungsprozesse
– optimale Voraussetzungen
für eine effiziente, reibungslose
Weiterverarbeitung der Haftmaterialien zu
Etiketten.
[pl]
18
HANNOVER MESSE 2026
THINK TECH
FORWARD
Der globale Treffpunkt für industrielle Transformation – wo
Innovation auf Verantwortung trifft, Menschen und Märkte
zusammenkommen und die Produktion von
morgen gestalten.
20. – 24. April 2026 Hannover, Germany
hannovermesse.de
Wie hoch ist das Potenzial von beschichteten
Papierverpackungen und welche
ökologischen Auswirkungen haben diese?
Umwelt
Beschichtete Papierverpackungen gelten als umweltfreundliche Alternative zu Kunststoffverpackungen,
stellen jedoch ökologische und funktionale Herausforderungen dar. Recyclingfähigkeit, Verpackungseffizienz,
Produktschutz, Gesamtökobilanz und korrekte Entsorgung müssen bei der Entwicklung
berücksichtigt werden.
Project Recolap: Flexible und papierbasierte
Verpackungen. Das Projekt Recolap
(2025–2030) hat das Ziel, flexible,
papierbasierte Verpackungen für Lebensmittel
mit hohen Barriereeigenschaften
und gleichzeitig hoher Recyclingfähigkeit
zu entwickeln. Dabei liegt der Fokus
auf Produkten wie Snacks, Kaffee, Tee,
Süßwaren und Käse. Untersucht werden
geeignete Material- und Beschichtungskonzepte
sowie bestehende Methoden
zur Bewertung der Recyclingfähigkeit,
die im Projekt weiterentwickelt werden.
Bereits im ersten Projektjahr wurde eine
umfassende Marktanalyse zu beschichtetem
und laminiertem Papier in Österreich
durchgeführt.
Die Verpackungen werden anhand zentraler
Kriterien bewertet: Recyclingfähigkeit,
Verpackungseffizienz, Produktschutz, Gesamtökobilanz
und korrekte Entsorgung.
Recyclingfähigkeit. Die Recyclingfähigkeit
wird praxisnah nach der CEPI-Methode
getestet. Ziel ist es, Verpackungen so zu
gestalten, dass sie in bestehenden Recyclingprozessen
verarbeitet werden können,
ohne die Wiederverwertbarkeit zu
beeinträchtigen. Der Fachbereich Verpackungs-
und Ressourcenmanagement der
Hochschule Campus Wien verfügt über
die nötigen Labore und die Infrastruktur,
um verschiedene Materialkombinationen
gezielt zu prüfen und zu optimieren.
Verpackungseffizienz. Ein effizientes Verhältnis
von Material- zu Produktgewicht ist
über die Autorin
zentral, um Ressourcen zu schonen und
die Umweltbelastung zu reduzieren. Die
Marktanalyse zeigte große Unterschiede:
Teeverpackungen und Produkte zur Heißgetränkezubereitung
weisen mit Medianwerten
von 16–17 % den höchsten Materialanteil
auf, vor allem aufgrund häufiger
Wiederverschlüsse. Milch- und Getreideprodukte
kommen mit nur 2–3 % Material
aus, da sie einfacher konstruiert sind und
größere Füllmengen aufweisen. Auf Basis
dieser Erkenntnisse werden Design und
Dipl.-Ing Romana Schmiedt ist seit 2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin
im Fachbereich Verpackungs- und Ressourcenmanagement der
Hochschule Campus Wien. Sie hat Chemie und Materialwissenschaften
studiert und ist im Bereich Circular Materials tätig. Seit Februar
2025 ist sie Teil des Recolap Projektteams.
Kontakt: romana.schmiedt@hcw.ac.at
Materialeinsatz optimiert, um ressourceneffiziente
Verpackungen zu entwickeln.
Produktschutz und Barrierewirkung.
Die Verpackungen müssen Lebensmittel
zuverlässig vor Feuchtigkeit, Sauerstoff,
Fett, Licht und mechanischer Beanspruchung
schützen. Ziel ist es, Barriereeigenschaften
und Nachhaltigkeit zu vereinen,
sodass sowohl die Qualität des Inhalts als
auch die Umweltverträglichkeit der Verpackung
gewährleistet sind. Verschiedene
Lebensmittel stellen unterschiedliche Anforderungen,
zum Beispiel fetthaltige oder
hygroskopische Produkte.
Gesamtökobilanz. Begleitende Lebenszyklusanalysen
(LCA) bewerten die
Auswirkungen auf die Umwelt über den
gesamten Lebenszyklus – von Rohstoffgewinnung
über Produktion und Transport
bis zur Entsorgung. So lassen sich ökologische
Hotspots erkennen und Materialien
oder Prozesse gezielt optimieren. Dies
20
schafft eine fundierte Basis, um Vergleiche
zu bestehenden Verpackungen herstellen
zu können.
Korrekte Entsorgung. Damit Recycling
im Alltag funktioniert, werden Aspekte der
Verbraucherführung, Kennzeichnung und
Minimierung von Fehlwürfen berücksichtigt.
Fehlwürfe können den Recyclingprozess
stören oder die Wiederverwertung
erschweren. Die Verpackungen sollen
daher klar erkennbar und leicht korrekt zu
entsorgen sein.
Zusammenfassung. Das Projekt ermittelt
systematisch Stärken, Schwächen und
Möglichkeiten der Optimierung beschichteter
Papierverpackungen. Am Ende werden
die entwickelten Lösungen mit am
Markt bestehenden Produkten verglichen.
Auf diese Weise lässt sich feststellen, welche
Materialien, Beschichtungen und
Verpackungsdesigns die beste Balance
aus Produktschutz, Umweltverträglichkeit
und Recyclingfähigkeit bieten. Das
anschließende Bild zeigt den Papierrecyclingprozess
und den vorgesehenen Verwertungsweg
für beschichtete Papierverpackungen.
Welche Punkte muss man bei einer Umstellung
auf faserbasierte Verpackungen
beachten?
1. Recyclingfähigkeit
• Ist die Beschichtung im Papierrecyclingprozess
ablösbar?
• Kann die Verpackung im bestehenden
Altpapierstrom verarbeitet werden?
2. Verpackungseffizienz
• Ist der Materialeinsatz im Verhältnis
zur Füllmenge angemessen?
• Entstehen zusätzliche Materialverbräuche
durch Mehrlagenaufbau?
3. Produktschutz & Funktionalität
• Erfüllt die Verpackung die Barriereanforderungen
(O₂, H₂O, Fett)?
• Ist sie für das jeweilige Lebensmittel
geeignet?
4. Ökobilanz
• Wurde eine vergleichende LCA zu
bestehenden Verpackungen durchgeführt?
• Werden Rohstoffherkunft, Energieund
Wasserverbrauch berücksichtigt?
5. Entsorgung & Fehlwürfe
• Ist die korrekte Entsorgung für Verbraucher
verständlich?
• Besteht ein Risiko von Fehlwürfen
oder Fehlinterpretationen?
Weitere Faktoren wie Prozess- und Maschineneignung,
regulatorische Vorgaben
(PPWR) sowie Wirtschaftlichkeit und
Skalierbarkeit sind ebenfalls entscheidend
für eine erfolgreiche Umsetzung.
Recolap liefert somit eine Orientierungshilfe
für die Entwicklung nachhaltiger,
papierbasierter Verpackungen. Ziel ist es,
praxisnahe Ansätze aufzuzeigen, die eine
realistische Umsetzung in der Industrie
unterstützen.
[pl]
Fotos: KI generiert
Der Fachbereich Verpackungs- und Ressourcenmanagement
der Hochschule Campus
Wien bietet die beiden Bachelorstudiengänge
Nachhaltige Verpackungstechnologie
und Nachhaltiges Ressourcenmanagement
sowie zwei Masterstudiengänge in englischer
Sprache an: Packaging Technology
and Sustainability und Sustainability Assessment
and Resource Management. Die Studiengänge
sind berufsbegleitend gestaltet,
sodass Interessierte aus der Branche ihre
Kompetenzen ohne Unterbrechung der
Berufstätigkeit erweitern können.
Hochschule Campus Wien
Mit über 9.000 Studierenden am Campus Altes Landgut, einem weiteren Standort und zwei
Kooperationsstandorten ist die Hochschule Campus Wien die größte Fachhochschule Österreichs.
In den Departments Angewandte Pflegewissenschaft, Applied Life Sciences, Bauen und Gestalten,
Gesundheitswissenschaften, Sozialwissenschaften, Technik sowie Verwaltung, Wirtschaft,
Sicherheit, Politik steht ein Angebot von nahezu 70 Studienprogrammen in berufsbegleitender
und Vollzeit-Form zur Auswahl. Anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung wird in
zehn fachspezifischen Forschungszentren gebündelt. Fort- und Weiterbildung in Form von
Seminaren, Modulen und Zertifikatsprogrammen deckt die Hochschule über die Hochschule
Campus Wien Academy ab. Die Hochschule Campus Wien ist Gründungsmitglied im Bündnis
Nachhaltige Hochschulen.
Weitere Informationen unter: www.hcw.ac.at
21
Einen Riesenschritt voraus
Regulatorische Beratung in der Verpackungsbranche
Umwelt
Was ein Verpackungsmaterial, ein Flowpacker oder Kartonierer in puncto Nachhaltigkeit
können, lässt sich nicht auf den ersten Blick sagen. Manchmal fehlt das Bewusstsein für die
Thematik oder das Wissen, um sich eingehend mit diesen Fragen zu beschäftigen. Qualifizierte
Antworten liefert das Packaging Competence Center (PCC), das Schubert und
Berndt+Partner vor einem Jahr initiierten. Ein Rückblick auf erkenntnisreiche Monate mit
Michael Graf, Leiter PCC bei Gerhard Schubert GmbH, und Matthias Giebel, Partner und
Prokurist bei Berndt+Partner Consultants GmbH.
Herr Giebel, Herr Graf, auf welche Resonanz stießen Sie bisher
mit dem PCC?
Graf: Wir sind am 1. Januar 2025 mit unserem PCC gestartet,
nachdem wir im Vorfeld 15 führende Markenartikler aus verschiedenen
Branchen zur Bedeutung der Packaging and Packaging
Waste Regulation der EU befragt haben. Diese Marktanalyse hat
bestätigt, dass relevanter Bedarf bei der Beratung, aber auch der
anschließenden technischen Umsetzung besteht – ideale Voraussetzungen
also, um mit dem PCC ins Rennen zu gehen. Nach
den ersten sechs Monate stellten wir fest, dass das Bewusstsein
für die PPWR noch sehr unterschiedlich ausfällt. Manche Unternehmen
denken fälschlicherweise, die PPWR-Verordnung
sei bereits kein Thema mehr. Hier müssen wir noch viel Aufklärungsarbeit
leisten, um ihnen den Weg durch die Regulatorik zu
erleichtern – und bösen Überraschungen vorzubeugen.
Giebel: Besonders spannend entwickelt sich der Süßwarenbereich,
aus dem unsere ersten konkreten Fälle kommen. Eine Herausforderung
liegt darin, dass viele Kunden die Beratungsleistungen
gerne als kostenlose Dienstleistungen in Anspruch nehmen
möchten, obwohl ein PPWR-Check, Linienmodifikationen oder
Neuanschaffungen Kosten erzeugen. Unser Ansatz besteht deshalb
nicht nur darin, dass Berndt+Partner Consultants sogenannte
PPWR Impact Checks – Bestandsaufnahmen bestehender
Verpackungen und verwendeter Materialien – durchführt und
den Handlungsbedarf definiert, während Schubert die notwendigen
technischen Änderungen an den Anlagen konzipiert, testet
und umsetzt. Wichtig ist zu verstehen: Wir sind zwei unabhängige
Gesellschaften, die in Kooperation arbeiten – unsere Leistungen
bieten wir separat an. Zusätzlich haben wir die Kollegen von
Berndt+Partner Creality dabei, die neue, PPWR-konforme Verpackungen
entwerfen.
Welches Potenzial birgt das PCC damit mittelfristig für seine
Kunden?
Graf: Kunden kommen sowohl auf Berndt+Partner Consultants
als auch auf Schubert zu. Und das aus gutem Grund: Im PCC analysieren
wir das komplette Verpackungsportfolio und bewerten
die Lösungen auf PPWR-Konformität. Die Zusammenarbeit mit
Schubert und Berndt+Partner Consultants bietet unseren Kunden
also einen enormen Vorsprung bei der nachhaltigen Produktion.
Letztlich wollen wir damit sicherstellen, dass die Produkte
der teilnehmenden abpackenden Unternehmen auch im Jahre
2030 noch marktfähig sind und in der EU vertrieben werden dürfen.
Ein Blick in die Branchen: Wie gut sind die Unternehmen aus Ihrer
Sicht auf die Umsetzung der PPWR vorbereitet?
Giebel: Es klang vorhin schon an: Während einige sich sehr umtriebig
zeigen, machen andere weiter wie bisher. Das hat viel mit
Michael Graf (links) und Matthias Giebel arbeiten
im PCC eng zusammen
den Rahmenbedingungen der einzelnen Branchen zu tun. Die
Süßwarenindustrie hat enormen Handlungsbedarf, weil sie für
Primärverpackungen lange Zeit auf nicht recyclingfähige Folien
setzte. Auch überdimensionierte, bisweilen verzierte Verpackungen
– besonders bei Geschenkprodukten – gehören zum Verpackungsmix
vieler Hersteller…
Graf: …und Multipacks aus Kunststoff sind ebenso vielerorts noch
die Regel. Der Haken an der Sache: Die genannten Beispiele
fallen unter die Verbote der PPWR – keine Umverpackung aus
Kunststoff mehr, keine Übergrößen und keine Packmittel, die sich
nicht recyceln lassen. Für die großen Unternehmen steht viel auf
dem Spiel, weshalb sie bereits jetzt handeln – und dabei großes
Engagement zeigen. Bei den Backwaren sehen wir ebenfalls viel
Kunststoff, zum Beispiel bei den Clamshells für Produkte wie
Muffins. Die logische Folge – und Forderung – aus der PPWR
lautet: mehr Rezyklat ab 2030. Weil bei den Abnehmern jedoch
noch keine Nachfrage danach besteht und Rezyklat derzeit teuer
ist, übt die PPWR hier noch keinen so hohen Druck aus – obwohl
Backwarenhersteller sie genauso einhalten müssen und sich
daher rechtzeitig kümmern sollten. Mit dem Fortschreiten der
PPWR wird sich zeigen, wo jede Branche steht. Für uns steht fest,
dass das PCC in allen Fällen aufklären und unterstützen wird.
22
Wo sehen Sie jeweils die Stärken von
Schubert und Berndt+Partner?
Giebel: Das PCC bietet eine wichtige
Schnittstelle zu Akteuren, die sich in
der Verpackungswelt etabliert haben
und Orientierung bieten – das schafft
Vertrauen. Ein Beispiel: Ein Süßwarenproduzent
stellt im Zuge der PPWR auf
Multipacks aus Papier um. Das Unternehmen
muss dazu das richtige Papier
wählen und seine Maschinen anpassen.
Als Berater zeigen wir auf, wie das Unternehmen
dabei vorgehen sollte. Wir
nennen beispielsweise geeignete Papierhersteller
und klären mit Schubert,
ob qualifizierte Materialien am Markt
existieren. Schubert prüft anschließend
die Optionen in seiner Materialdatenbank
und kann Empfehlungen für erste
Versuche aussprechen.
Graf: Dazu haben wir den „Comfort Pack“
– eine Materialsammlung mit rund 600
Folien – angelegt, von der Mono-PP-Folie
bis hin zu grasfaserbasierten Optionen.
Wenn der Kunde trotz neuer
Materialien seine Maschinenleistung
beibehalten möchte, passen wir gegebenenfalls
die Werkzeuge an. Papier etwa
erfordert andere Formschultern als Verbundfolien.
Unser großer Vorteil bildet
unsere über Jahre gesammelte Erfahrung.
Zusammen mit den technischen
Kerndaten des Kunden und branchenüblichen
Richtlinien ebnet sie den Weg
für nachhaltigere Verpackungskonzepte.
Inwiefern?
Graf: Anhand von Design-for-Recycling-Richtlinien
können wir sagen, welche
Farben und Materialien nicht geeignet
sind; die PPWR bezieht schließlich
auch Lacke und Etiketten mit ein. Schubert
spricht mit den Lieferanten über
die Grenzen dieser Lösungen und unterstützt
sie dabei, den Spagat zwischen
Guidelines und Maschinengängigkeit zu
meistern. Gegebenenfalls müssen Kunden
auch mal den Materiallieferanten
wechseln.
An Strategien mangelt es demnach nicht.
Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit
die ambitionierten Ziele der PPWR bis
2030 erreicht werden?
Graf: Recycler und Materialhersteller müssen
sich mittelfristig umstellen, um den
zunehmenden Materialstrom zu meistern.
Noch reichen die Recyclingkapazitäten
nicht aus. Angesichts der Lücke wird der
Lebensmitteleinzelhandel hierzulande
kreativ: Einige Akteure setzen auf eigene
Netzwerke, um Materialien wieder dem
Wertstrom zuzuführen. Auch die ersten
Converter zeigen Initiative, haben aber
nicht zwangsläufig die Mittel dazu.
Giebel: Für eine wahrhaft zirkuläre
Wertstoffnutzung braucht es eine flächendeckende
Sammel-, Sortier- und
Recycling-Infrastruktur. Weil seitens der
Kunststofferzeuger zu wenig in das Recycling
investiert wird, testen immer mehr
Lebensmittelhersteller Papier – weil es
Grasfaserbasierte Packmittel
kommen aufgrund ihrer
Stabilität und Sensorik nur
sporadisch zum Einsatz
Karton eignet sich hervorragend als Traymaterial
dafür eine funktionierende Recyclinginfrastruktur
gibt. Im Sinne des Risk Managements
raten wir unseren Kunden deshalb
stets, dass sie mehrere Materialien testen
sollen – allein deswegen schon, weil nicht
jedes Unternehmen die gleichen Voraussetzungen
hat. Zum Glück gibt es sehr viel
Innovation in der Branche – ich denke an
neuartige Ansätze für Barrierepapiere,
Tamper Evidence oder leimlose Schachtellösungen
aus Karton. Es kommen gerade
beeindruckende Entwicklungen zustande,
die uns optimistisch nach vorne
schauen lassen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Neben Vorgaben der EU-Verordnung
Packaging and Packaging Waste Regulation
(PPWR) müssen Lebensmittelhersteller
Faktoren wie Produktschutz, Maschinengängigkeit,
Umweltfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit
und Verbrauchererwartungen
berücksichtigen. Schubert hat seine Beratungsdienstleistungen
in den vergangenen
Jahren erheblich ausgebaut und unterstützt
Hersteller so dabei, die Anforderungen der
PPWR zu erfüllen. „Packaging Competence
Center“ lautet die ganzheitliche Dienstleistung,
die neben Beratung auch die Verpackungsentwicklung,
Verpackungsoptimierung,
ein modernes Testzentrum und
Partnerschaften mit Packmittelherstellern
umfasst. www.schubert.group
Fotos: Schubert
23
Glas aus der Müllverbrennung
zurück in den Kreislauf
Umwelt
Der internationale Kreislaufwirtschaftsexperte Brantner green solutions stellt seine neueste Entwicklung
vor: Durch die innovative Recycling-Anlage “Glasy” gelingt es nun, Glas aus den Rückständen der
Restmüllverbrennung mit einem Reinheitsgrad von 99,9999 Prozent rückzugewinnen. Diese Lösung
zählt als weltweit erste Technologie dieser Art. Die erste Anlage in Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf)
ist bereits erfolgreich in Betrieb.
Fotos: Johannes Vogl
Brantner green solutions liefert mit
“Glasy” die Lösung für ein seit Langem
bestehendes Problem. Bei der
Restmüllverbrennung bleiben sehr viele
Stoffe erhalten, die problemlos weiterverwendet
werden könnten. Manche der rund
600.000 Tonnen Verbrennungsrückstände,
die sich jährlich in österreichischen
Verbrennungsanlagen anhäufen, haben
dabei einen Glas-Anteil von bis zu 30 Prozent.
Bisherige Sortierverfahren reichten
allerdings nicht aus, um das abgetrennte
Glas effektiv zu recyceln. Da verunreinigte
Glasrückstände nicht als Sekundärrohstoff
zur Produktion von Verpackungsglas verwendet
werden können, landen sie normalerweise
auf der Deponie.
Das hat sich nun geändert: Dank des neuen
und revolutionären Aufbereitungsverfahrens
können diese Rückstände zu Verpackungsglas,
Glasperlen oder Dämmstoffen
wie Schaumglas weiterverarbeitet werden.
Aus weißen Glasscherben werden z.B. wieder
Marmeladegläser, aus braunen Bierflaschen
und aus grünen Weinflaschen. Das
schont nicht nur natürliche Rohstoffe und
spart CO₂-Emissionen und Energie, sondern
ermöglicht eine nahezu lückenlose
Wiederverwertung bei gleichzeitiger Vermeidung
der Deponierung von wertvollen
Rohstoffen. Das schafft für die österreichische
Industrie nicht nur ökologische Vorteile,
sondern auch ökonomische und sichert
damit lokale heimische Arbeitsplätze.
Das Team von Brantner green solutions ist stolz auf „Glasy“: Die weltweit erste Anlage,
die Glas aus der Müllverbrennung zurück in den Kreislauf bringt
Tausende Tonnen Glas zurück in den
Kreislauf bringen. “Bisher war es technisch
nur möglich, Glas mit einem geringeren
Reinheitsgrad zurückzugewinnen,
dieses war durch Metalle und Mineralien
verunreinigt. Mit unserer neuen Anlage
erreichen wir nun einen Reinheitsgrad von
99,9999 Prozent. Das sortierte Glas kann
somit sofort von der Verpackungsindustrie
als Sekundärrohstoff eingesetzt werden“,
freut sich Josef Scheidl, Geschäftsführer
von Brantner green solutions.
Auf diese Weise können mit der Brantner
Glasy Anlage rund 20.000 Tonnen
Glas aus Müllverbrennungsrückständen
zurückgewonnen werden. Dadurch spart
die Verpackungsindustrie große Mengen
an Primärrohstoffen wie Quarzsand, Soda
und Kalkstein, die nicht mehr abgebaut
werden müssen. Ebenso wird der hohe
Strom- und Gasverbrauch, der bei der
Der Recycling-Anlage “Glasy” gelingt es,
Glas aus den Rückständen der Restmüllverbrennung
mit einem Reinheitsgrad
von 99,9999 Prozent rückzugewinnen
Neuglasproduktion anfällt, deutlich reduziert.
Aus Forschung wird Innovation. Die Idee
zu “Glasy” entstand bereits 2021. In Zusammenarbeit
mit den Spezialisten der Brantner
Forschungsabteilung, der Glasindustrie
und unseren Anlagenbauern wurde ein
alltagstaugliches Verfahren entwickelt und
in zahlreichen Tests erprobt. Im Frühjahr
2025 folgte der Bau der Anlage am Brantner-Standort
Hohenruppersdorf, die Glas
aus Müllverbrennungsasche so rein aufbereitet,
dass es wieder in die Verpackungsoder
Glasperlenproduktion zurückgeführt
werden kann. Das Projekt wurde von Brantner
green solutions in Eigenleistung umgesetzt.
Unterstützt wurde das Projekt durch
die Umweltförderung des BMLUK der Bundesregierung
und abgewickelt durch die
Kommunalkredit Public Consulting (KPC).
Dank gilt auch unseren langjährigen Partnern
Austria Glas Recycling, MA 48, LINZ
AG ABFALL und Stoelzle Oberglas GmbH,
deren Expertise miteingeflossen ist. [pl]
24
Papier oder Plastik?
Verpackungen im Praxistest
Lebensmittelverpackungen müssen viel leisten: Sie sollen Produkte schützen, ihre Frische bewahren
und die Haltbarkeit verlängern. Und sie sollen umweltfreundlich gestaltet sein. Ein neues Projekt aus
dem Lebensmittel-Cluster untersucht nun, wie sich Verpackungen aus Papier und Kunststoff ökologisch,
rechtlich und wirtschaftlich schlagen. Ziel ist es, Greenwashing zu verhindern und eine fundierte
Entscheidungsgrundlage für die beste Verpackungslösung zu schaffen.
Die oberösterreichischen Unternehmen
DELSCI, Jodl Verpackungen
und der Bad Zeller Eierhof entwickeln
gemeinsam mit dem Österreichischen
Forschungsinstitut für Chemie und
Technik (OFI) im Projekt „Papier statt Plastik?“
Verpackungslösungen für konkrete
Produktgruppen. Sie testen Papier und
Kunststoff unter realen Bedingungen und
vergleichen deren Auswirkungen auf Umwelt
und Produktschutz.
Bioteigwaren verpackt
im Papierbeutel
EU-Vorgaben erhöhen den Druck.
Die neue EU-Verpackungsverordnung
(PPWR) bringt Hersteller und Lebensmittelproduzenten
unter Druck. Verpackungen
müssen künftig hochgradig recyclingfähig
sein, Kunststoffverpackungen einen
Mindestanteil an Rezyklat enthalten und
Überverpackungen vermieden werden.
Wer diese Vorgaben nicht einhält, zahlt
höhere Gebühren oder riskiert ein Verbot.
Auch Konsumentinnen und Konsumenten
erwarten nachhaltige Lösungen. „Bis 2030
wollen wir unser gesamtes Verpackungssortiment
auf eine Recyclingfähigkeit
von über 80 %, idealerweise über 95 %,
umstellen. Das ist entscheidend, um die
Anforderungen unserer Kunden und der
neuen Gesetzgebung zu erfüllen“, sagt
Jodl-Verkaufsleiter Norbert Neumayer.
Projektpartner:
• DELSCI GmbH
• Jodl Verpackungen GmbH
• Bad Zeller Eierhof – Reichart Eier &
Teigwaren GmbH
Wissenschaftlicher Partner:
• OFI – Österreichisches Forschungsinstitut
für Chemie und Technik
Papier als vielversprechende Alternative.
„Papierverpackungen sind eine attraktive
Alternative zu herkömmlichen kunststoffbasierten
Verpackungen“, erklärt Projektpartnerin
Daniela Kroiss von DELSCI.
„Gleichzeitig sind die Anforderungen an
spezielle Barrierepapiere für Lebensmittel
komplex. Materialien im direkten Lebensmittelkontakt
unterliegen strengen
gesetzlichen Vorgaben – und zusätzlich
müssen die Papiere auf bestehenden Verpackungsmaschinen
zuverlässig verarbeitet
werden können. Auch die Bedruckbarkeit
spielt eine große Rolle, denn das
Verpackungsdesign ist entscheidend für
die Kommunikation am Point of Sale. Papier
bietet hier großes Potenzial.“
Projekt schafft Transparenz. Sowohl papierbasierte
als auch kunststoffbasierte
Verpackungen bringen jeweils spezifische
Stärken und Schwächen mit sich.
Eine pauschale ökologische oder funktionale
Bewertung ist daher nicht möglich
– entscheidend sind stets der konkrete
Einsatzzweck und die Gesamtbilanz der
jeweiligen Verpackungslösung. Die Projektgruppe
vergleicht die Verpackungen
deshalb ganzheitlich: Eine vereinfachte
Lebenszyklusanalyse (streamlined LCA),
Recyclingfähigkeitsbemessungen und
rechtliche Vorgaben fließen in die Bewertung
ein. „Ziel ist es, Best-Case-Verpackungen
zu entwickeln, die ökologisch,
rechtlich und wirtschaftlich überzeugen.
Die Unternehmen sollen künftig in der
Lage sein, die beste Verpackungslösung
für ihr Produkt zu wählen und diese Entscheidung
gegenüber den Konsumenten
objektiv und wissenschaftlich fundiert zu
begründen. Damit wirken sie auch dem
Greenwashing entgegen“, betont Michael
Krainz vom OFI.
„Als regionaler Produzent von Bio-Eierteigwaren
legen wir großen Wert auf ökologische
Verpackungen. Wir erwarten uns
vom Projekt eine verlässliche Analyse und
nachhaltige Optimierung unserer Verpackungen.
Papier wäre unsere bevorzugte
Wahl – sofern es alle Anforderungen erfüllt“,
bekräftigt Dominik Reichart, Geschäftsführer
vom Bad Zeller Eierhof.
Dieses Projekt wird aus Mitteln der oö.
Wirtschafts- und Forschungsstrategie
#upperVISION2030 vom Land OÖ gefördert.
[pl]
Foto: Bad Zeller Eierhof
25
Härtetest für die Zukunft
der Leichtglasflasche
Glas
Am Standort Pöchlarn testet die Vetropack-Gruppe auf einer speziellen Testanlage thermisch gehärtete
Leichtglasflaschen. Bereits mit wenigen Mustern lassen sich dort Flaschengeometrien validieren
und Prozesse gezielt für die spätere Serienfertigung vorbereiten. Im Vorfeld der ab 2026 geplanten
Produktion von Leichtglasflaschen im Großmaßstab stellt dies einen wichtigen Entwicklungsschritt
dar.
Thermisch gehärtete Leichtglasflaschen
werden in einem von Vetropack
eigens entwickelten Verfahren
hergestellt und kommen seit ihrer Markteinführung
vor wenigen Jahren als besonders
nachhaltige Mehrweg-Lösung
immer häufiger zum Einsatz. Im Vergleich
zu herkömmlichen Mehrwegflaschen sind
die Gebinde um bis zu 30 Prozent leichter
und weisen dabei eine verbesserte Performance
auf. Das wirkt sich positiv auf die
Ökobilanz über den gesamten Lebenszyklus
aus.
Zur Entwicklung neuer, thermisch gehärteter
Produkte hat die Vetropack-Gruppe im
Innovationszentrum im österreichischen
Pöchlarn Ende des Jahres 2024 eine speziell
konzipierte Testanlage in Betrieb genommen.
„Mit dieser Maschine können wir
die spezifischen Härtungsparameter für
verschiedene Flaschen mit unterschiedlichen
Designs schnell ermitteln“, erklärt
Group Innovation Manager Behnam Akbari.
Denn die Testanlage ermöglicht es,
verschiedene Flaschentypen gezielt unter
realen Bedingungen zu härten.
Behnam Akbari ist selbst für die Produktentwicklung
zuständig. Vertriebsanfragen,
bei denen es um neue Gebinde-
26
In Pöchlarn testet Vetropack bei neuen Flaschentypen, ob sie sich thermisch härten lassen.
Mit geringer Menge kommt das Innovationsteam schnell zum Ergebnis.
typen geht, landen im Verlauf des Prozesses
im Innovationszentrum. „Wenn ein
Kunde eine neue Flasche anfragt, testen
wir auf der Testanlage passende Parameter
und Einstellungen für eine mögliche thermische
Härtung und prüfen anschließend
die Qualität intern“, so Akbari. Derzeit
befinden sich zwei bis drei verschiedene
neue Flaschendesigns in der Testphase.
Mit kleiner Menge schnell zum Ergebnis.
Die Testanlage ist mit einem elektrischen
Aufheizofen, flexibler Steuerung und einer
Kühlstation ausgestattet – und damit im
Wesentlichen wie eine Produktionslinie
aufgebaut. „Das Besondere an der Anlage
“Für die industrielle Härtung der Leichtglasflaschen
ist die Testanlage unverzichtbar”, sagt
Group Innovation Manager Behnam Akbari.
ist, dass wir bereits mit wenigen hundert
Flaschen aussagekräftige Ergebnisse erhalten.
Auf der Pilotanlage waren dafür
wesentlich mehr Flaschen und ein größerer
Aufwand erforderlich. Jetzt reicht uns
eine kleine Produktionsmenge aus – das
beschleunigt die Entwicklungszeit erheblich“,
erläutert Akbari.
Die Flaschen werden zunächst erhitzt
und anschließend unter kontrollierten
Bedingungen abgekühlt. Dabei setzen
Akbari und sein Team die Flaschen unterschiedlichen
Parametern aus – inklusive
Luftdruck, Temperatur, Kühlzeit und
Kühlverhalten. Mit den Erfahrungen aus
dem Härteprozess anderer Artikel lassen
sich so die optimalen Härtungsparameter
ermitteln. „Diese Tests sind durchaus herausfordernd.
Oft geht es darum, aus einigen
möglichen Einstellungen die ideale
Kombination unter der Berücksichtigung
der höchsten Qualität zu identifizieren“,
erklärt Akbari weiter. Auch der Wechsel
des Flaschentyps ist anspruchsvoll. Für
jede Flaschengröße wird ein individuell
angepasster Kühlprozess verwendet.
Kunden mit Tests zufrieden. Sobald das
optimale Prozessfenster identifiziert wurde
und Vetropack die Qualität geprüft hat,
wird eine erste Kleinserie gehärtet und der
Kunde erhält die Flaschen zur internen
Validierung der Ergebnisse. Ist der Kunde
zufrieden, kann das Produkt in die Serienfertigung
überführt werden.
„Für die industrielle Produktion der thermisch
gehärteten Leichtglasflaschen ist
die Testanlage unverzichtbar. Wir können
Flaschen thermisch härten, die wir mit unserer
bisherigen Pilotanlage so nicht bearbeiten
konnten. Die Versuchsergebnisse
liefern verlässliche Informationen für fundierte
Entscheidungen – und wir konnten
bereits einige namhafte Kunden mit den
Resultaten überzeugen“, erklärt Akbari.
Partnerschaft mit IPROTEC. Die Testanlage
wurde von der IPROTEC GmbH aus
Zwiesel konzipiert und gefertigt. Mit dem
Experten für Spezialmaschinenbau arbeitet
das Vetropack-Team eng zusammen.
IPROTEC unterstützt kontinuierlich bei
Thermisch gehärtete Leichtglasflaschen
gelten als besonders
nachhaltige Mehrweg-Verpackung.
In Österreich werden sie
seit 2024 als Standardlösung in
der Brauindustrie eingesetzt.
Software-Anpassungen, Modifikationen
an Flaschenhalterungen
oder dem Austausch
einzelner Bauteile – insbesondere
dann, wenn neue Flaschendesigns
eine individuelle
Anpassung erfordern.
Während die Testanlage aktuell
ausschließlich der Produktentwicklung
dient, könnte
sie in wenigen Jahren auch zur
Kleinserienfertigung eingesetzt werden.
„Perspektivisch planen wir die Anlage um
weitere modulare Kühlstationen zu erweitern.
Damit können wir mehr Flaschen pro
Testlauf verarbeiten und auch Kleinserien
für Kundenmuster fertigen“, erläutert Akbari
abschließend.
Mit der Testanlage geht Vetropack einen
bedeutenden Schritt hin zur Produktion
von Flaschen im Großmaßstab. In Pöchlarn
bereitet das Unternehmen die Infrastruktur
dafür bereits vor. Die Inbetriebnahme einer
Großanlage ist für Sommer 2026 geplant.[pl]
Fotos: Vetropack
Appetit auf
Informationen?
Es ist angerichtet!
Aktuelle Online-News unter www.packundlog.at
Wegweisendes Inhouse-Lager
für die Holzindustrie
Westfalia automatisiert für österreichischen Holzspezialisten Theurl
Intralogistik
Ein Herz der Holzindustrie in Österreich schlägt in Assling, Tirol. Seit seiner Gründung 1932 ist das Familienunternehmen
Theurl Austrian Premium Timber Spezialist für innovative Holzbaulösungen, produziert
heute neben Schnittholz und Brettschichtholz (BSH) auch Cross Laminated Timber (CLT) aus
heimischen Hölzern. Die vierte Generation steht bereit, um das Unternehmen in die Zukunft zu führen.
Neben dem Brettschichtholz-Werk
mit Abbundzentrum in Assling betreibt
Theurl dort auch ein Säge-,
Hobel- und Pelletwerk mit KWK-Anlage
(Kraft-Wärme-Kopplung) für die Stromund
Wärmeerzeugung aus Holz sowie an
seinem neuesten Standort in Steinfeld,
Kärnten ein CLT-Werk und Abbundzentrum.
Aus CLT bzw. Brettsperrholz entstehen
dort Massivholzplatten für Wand-,
Decken- oder Dachelemente.
„Einen natürlichen Rohstoff mit den neuesten
technischen Möglichkeiten bearbeiten
zu können ist zeitgemäß und ein
Privileg“, sagt Hannes Theurl, gemeinsam
mit seinem Cousin Stefan Geschäftsführer
der Theurl Holding GmbH. „Die Erfahrungen
der Generationen vor uns weisen uns
den Weg.“ Einen gänzlich neuen beschreitet
Theurl nun mit einem Satelliten ® -Kompaktlager
des Intralogistik-Automatisierers
Westfalia Technologies GmbH &
Co. KG aus Nordrhein-Westfalen, das im
Juni 2025 in Betrieb genommen wurde.
„Ein automatisches Hochregallager ist in
unserer Branche keine gängige Technologie“,
betont Hannes Theurl. „Wir haben
das aber schon längere Zeit verfolgt und
waren bereit für den nächsten Schritt.“
Veränderung, Entscheidungen, Generationswechsel
– seine Werte verfolgt das
Unternehmen konsequent auch technologisch.
Pionierprojekt für die Holzindustrie.
„Wir glauben, dass die Automatisierung
im Lagerbereich in der Holzbranche ein
Zukunftsthema sein wird“, erklärt Fabian
Spitz, Stellvertretender Vertriebsleiter
Technologien & Systeme bei Westfalia, der
das österreichische Holzunternehmen an
die passgenaue Lagerautomatisierung herangeführt
hat. „Und sicherlich nimmt hier
Theurl, wie in vielen anderen Bereichen,
eine Vorreiterrolle ein. Die Idee, in den
Produktionsprozess ein Inhouse-Lager für
ungesicherte Holzstapel zu integrieren, ist
Lager-Revolution in vier Bauabschnitten: Im Vordergrund werden die ungesicherten
Schnittholzstapel noch per Hallenkran aufgetürmt, im Hintergrund
entsteht bereits das Hochregallager für die Automatisierung
unseres Wissens nach am Markt so noch
nicht umgesetzt worden.“
Das 12,7 Meter hohe, 28,5 Meter breite und
108 Meter lange, mit 1784 Stellplätzen auf
sechs Ebenen und einem Zweimast-Regalbediengerät
(RBG) mit Doppel-Satellit
® ausgestattete Inhouse-Hochregallager
für die besonders schweren und voluminösen
Stapel aus Schnittholz ist auch dahingehend
einzigartig, dass es in mehreren
Phasen und – unter diesen Umständen
– vergleichsweise zügig ohne Betriebsunterbrechung
in Betrieb genommen wurde.
„Bei diesem Projekt war die besondere
Herausforderung ganz klar, dass wir die
gesamte Anlage während des laufenden
Betriebs implementieren mussten. Wir
haben eng abgestimmt die Produktionseingriffe
so gering wie möglich gehalten“,
so Fabian Spitz. Im Jänner 2024 hatte
Westfalia den Auftrag erhalten, die Inbetriebnahme
begann ein Jahr später. „Bei
dieser Inbetriebnahme hatten wir vier Bauabschnitte
und haben das Lager in mehreren
Schritten für die produktive Nutzung
freigegeben“, erläutert Simon Zeitvogel,
Projektmanager bei Westfalia. „Nach Bauabschnitt
3 im März 2025 waren 30 % des
Lagers einsatzbereit, Anfang Juni konnte
es in den Vollbetrieb gehen.“ Der präzise
getaktete, schrittweise Start überzeugte
neben der Kapazität und Effizienz der Anlage
den österreichischen Schnittholzspezialisten.
Hannes Theurl: „Überrascht hat
mich diese extrem schnelle Inbetriebnahme.
Wenn wir gesagt haben, wir starten
28
morgen, dann wurde der Termin zu 100 %
auch eingehalten. Einschalten, losfahren –
das war wie in ein Auto einzusteigen.“
„In der Realisierungsphase wurde sehr,
sehr detailliert geplant und terminiert“,
beleuchtet Fabian Spitz den konsistenten
Fahrplan unter Livebedingungen. „Wir
nehmen alle Komponenten vorab bei
uns in der Fertigung ab, haben in Borgholzhausen
einen großen Teststand.“ Erst
wenn diese Qualitätsprüfung abgeschlossen
sei, „kommen wir auf die Baustelle, installieren
die Komponenten und können
dort dann in vergleichsweise kurzer Zeit
das System in Betrieb nehmen.“
„Das Projekt kann man sich wie eine Operation
am offenen Herz vorstellen“, erklärt
Co-Geschäftsführer Theurl. „Denn die ununterbrochene
Produktion ist für uns das
Um und Auf. Wegen eines Projekts darf
der Betrieb nicht stillstehen, da müssen
alle zusammenspielen. Das funktioniert
nur, wenn sich beide Projektteams gut verstehen.
Ich glaube, die Teams von Theurl
und Westfalia haben sich gegenseitig geschätzt
und haben auf einer sehr professionellen
Ebene zusammengearbeitet. Das
war wesentlich für den Projekterfolg.“
Konzept, Technologie und Chemie stimmten,
unterstreicht Fabian Spitz die Kooperation:
„Was Theurl und Westfalia von Anfang
an verbunden und gemeinsam ausgezeichnet
hat, war die Unternehmenskultur, dieses
Inhabergeführte, diese pragmatische
Herangehensweise, diese Hands-on-Mentalität.
Ein toller Kunde, ein tolles Projekt.“
Wegweisende Technologie und Lagertopologie.
Die besondere Stärke des automatischen
Kompaktlagers beruht auf
dem kompakten, gerade einmal 12,7 Meter
hohen RBG für Lasten von bis zu rund 3,7
Tonnen und der patentierten Satellitentechnologie
von Westfalia. Das Konzept
wurde auf die Holzverarbeitung hin noch
einmal feingetuned, erklärt Fabian Spitz:
„Der Lagerprozess ist integrativer Bestandteil
des gesamten Produktionsprozesses.
Die Gütesortierung übergibt die unpalletierten
und ungesicherten Brettschnittholzstapel
an den ersten unserer beiden
Querverschiebewagen (QVW). Dieser
wiederum befördert die Ladeeinheiten
(LE) zum RBG im Lager. Das Lagersystem
puffert die LE entsprechend vor und gibt
sie zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen
Reihenfolge, also just-in-sequence,
an die weiterverarbeitende Produktion
weiter.“ Das Produktleitsystem weist also je
nach Produktionsauftrag das Lagersystem
an, welche Qualität und Dimension vollautomatisch
bereitgestellt werden sollen.
Ein zweiter QVW übernimmt das sortierte
Schnittholz und lagert es an die BSH-Produktionslinie
aus.
Von einer einzigen Lagergasse aus bedient das schienengeführte RBG mehrfachtiefe Lagerkanäle
auf sechs Ebenen. Durch die hohe Lagerdichte kann Theurl seine Lagerkapazität
mehr als verdoppeln und so die Außenlagerung von Material deutlich reduzieren
Ein solches Just-in-Sequence-Konzept
im Lager ist in anderen Industrien wie
Automotive verbreitet, in der Holzindustrie
aber selten. „Dabei haben wir so viele
Lagerplätze wie möglich in der Bestandshalle
und auf der zur Verfügung stehenden
Grundfläche untergebracht, das
Lager individuell für einen optimierten
Prozess und die maximale Lagerdichte
zugeschnitten“, erklärt Fabian Spitz. Auf
zwei Blöcke und 22 mehrfachtiefe Kanäle
– 3 bis 42 Stellplätze tief – sind die 1784
Stellplätze für die 1400 mm bis 1600 mm
breiten LE aufgeteilt. 573 Stellplätze davon
fassen bis zu 5200 mm lange LE. Die
114 bis 1250 mm hohen Stapel sind in drei
Längen-Klassen von 3000 bis 3600 mm,
3600 bis 4200 mm sowie 4200 bis 5200
mm eingeteilt und wiegen bis zu beachtliche
3740 kg.
Kapazität, Durchsatz und Betriebssicherheit
erhöht. Das automatische Lagersystem
ersetzt ein manuelles Blocklager.
Dort lagerten zuvor Holzstapel in
massiven Türmen. „Die Holzstapel wurden
per Hallenkran vom Boden bis zur Hallendecke
aufeinandergesetzt“, beschreibt
Westfalia-Projektmanager Simon Zeitvogel
die bisherige Situation. „Dieser Hallenkran
musste von Mitarbeitern dreischichtig
bedient werden – und für die nötige
Sicherheit mit höchster Sorgfalt. Die Mitarbeiter
können nun anderweitig eingesetzt
werden, und die Gefahr, dass Stapel
beschädigt werden oder umfallen, wenn
ein Mitarbeiter den Hallenkran falsch ansteuert,
ist nun ausgeschlossen.“
Die robuste Lager- und Fördertechnik
sorgt für besonders hohe Verfügbarkeit
und Dynamik. Die höhere Lagerdichte
hat die Kapazität für die gütesortierten
Rohlamellen mehr als verdoppelt. „Das
optimiert die Produktionsplanung und
ermöglicht es uns, weniger Rohware im
Außenbereich zu lagern“, erklärt Hannes
Theurl. „Für uns ist das ein weiterer Meilenstein.“
Simon Zeitvogel: „Das RBG lagert längs
und hochdicht mit 18 Doppelspielen
pro Stunde ein, um und aus. Der QVW
zwischen Gütesortierung und Hochregallager
transportiert stündlich 18 Ladeeinheiten,
der QVW zwischen Lager und
BSH-Linie bewältigt 15 LE pro Stunde.
Wir haben außerdem drei Kettenförderer
für die Aufnahme und Abgabe vom
und zum Werkhof implementiert.“ Der
Ausschuss der Gütesortierung lässt sich
über das RBG auslagern: Dazu fährt der
Satellit ® mit der LE in einen der Kettenförderstränge
und setzt sie darauf ab. „Außerdem
besteht die Option, im Sonderfall
an der Werkshof-Aufnahme Ladungen
per Stapler über einen der Kettenförderer
in das System zu bringen.“ Seine das >>
Fotos: Westfalia Technologies GmbH & Co. KG
29
>> Lager flankierende Bestandsfördertechnik
hat Theurl gekürzt, angehoben
und so nahtlos an die neue Westfalia-Fördertechnik
angebunden.
Die Einbringung ist lange
vorbereitet und minutiös
getaktet. Der erste
Mast wird aufgerichtet
und auf die Schiene
in der Lagergasse des
Hochregallagers gesetzt.
Sichere und schnelle Transportbewegungen.
Zentral sind beim Konzept die
Vorteile des Lastaufnahmemittels Satellit ® .
Es ermöglicht die hochkompakte, mehrfachtiefe
Lagerung sowie schnelle und
genaue Transportbewegungen für hohe
Lasten und sperrige Formate. Diese schonen,
zusammen mit der Mehrfachunterstützung
von Ladeeinheiten, das Material
und senken den Verschleiß an der Anlage.
Denn die Lastaufnahmemittel und die zusätzlichen
Schienenprofile in den Regalfächern
unterstützen die Ladeeinheiten
an zusätzlichen Punkten, verhindern das
Durchbiegen, Verkanten sowie Schäden
an Holzstapeln. Das verhindert zudem
Anlagenstörungen. Durch eine sanfte Beschleunigung
und Verzögerung wird sichergestellt,
dass die ungesicherten Holzlamellen
auf dem Stapel nicht verrutschen.
Technische Voraussetzung für die Automatisierung
sind außerdem die präzise
Sensorik und Aktorik, die den sicheren
Transport und Sequenzierung der
schweren Stapel erst ermöglichen, die
Steuerungstechnik und das Warehouse
Execution System (WES) Savanna.NET ® –
die digitale Schaltzentrale, in der Materialflusssteuerung
und Lagerverwaltung zusammenlaufen.
Entwicklung, Realisierung
und Schlüsselkomponenten kommen aus
einer Hand – aus der Westfalia-Gruppe,
die neben dem Maschinen- und Anlagenbau
auch die Softwareentwicklung, Steuerungsprogrammierung
und den Steuerungsbau
unter ihrem Dach vereint.
Vor der Automatisierung: Per Hallenkran
türmte das Logistikteam im Dreischichtbetrieb
ungesicherte Schnittholzstapel
auf – bei höherem Risiko
von Unfällen und Materialschäden
Savanna.NET ® : Schaltzentrale der Automatisierung.
Savanna bildet einen virtuellen
Zwilling des Lagers, aller implementierten
Ladeeinheiten und der möglichen
Einlagervarianten ab. Die Algorithmen
stellen Lagerstrategien für die mehrdimensionale
Regalfachverwaltung zur Verfügung.
Die verschiedenen Längenklassen
und Qualitätsmerkmale werden entsprechend
der übergebenen Daten – also der
eingespeisten Auftragseingänge aus dem
Produktionsleitsystem – optimal in den
Lagerkanälen kombiniert und bei Bedarf
je nach Kanalbelegung auch umgelagert.
Schnittholz-Einheiten stehen so immer in
der richtigen Sequenz und im direkten Zugriff
für die Auslagerung bereit. Das WES
ermittelt dazu die logistisch strecken- und
energieeffizientesten Varianten und weist
die nötigen Transportbewegungen an.
RBG sowie vor- und nachgelagerte Fördertechnik
– QVW und Kettenförderer –
steuert das WES vollständig.
Im zentralen Leitstand zur Überwachung
der Produktionsprozesse stellt Savanna
alle Informationen auf dynamische Abfragen
übersichtlich zur Verfügung, gibt Auskunft
über Artikel- und LE-Details, Füllgrad
der Lagerkanäle und Bewegungen aller
Ladeeinheiten. Abrufen lassen sich außerdem
Protokolle aus dem Austausch
mit dem Produktionsplanungssystem,
der Systemstatus, mögliche fehlerhafte
Ladeeinheiten und Unterbrechungszeiten.
Ladeeinheiten, die die Konturenkontrolle
nicht passieren, werden automatisch
ausgelagert, um Störungen zu vermeiden.
Über das Kontextmenü sind Informationen
schnell und übersichtlich abrufbar,
Lagerverwaltung und Lagersteuerung
intuitiv bedienbar. Das Produktions- und
Lagerteam kann Arbeitsabläufe in der Intralogistik
beschleunigen und Lagerplätze
optimal ausnutzen. Individuelle Aufträge
lassen sich direkt in der Software umsetzen.
Effizienz und Sicherheit aller Prozesse
gestiegen. Die Intralogistik-Automatisierung
schlägt sich nach den ersten Monaten
im Livebetrieb bereits in den Zahlen
nieder, erklärt Hannes Theurl: „Wir können
auf der Lagergrundfläche das mehr als
doppelte Volumen an Schnittholz lagern
und effizient sortieren. Mit einem festen
Mitarbeiterstamm können wir die Produktion
damit signifikant im Bestand steigern,
entlasten das Personal, erhöhen gleichzeitig
die Prozesssicherheit und die Betriebssicherheit.“
„Ich denke, bei dieser professionellen Abwicklung
und der Zusammenarbeit auf kurzer
Distanz sind wir auf der gleichen Wellenlänge“,
zieht Geschäftsführer Theurl ein
positives Fazit. „Definitiv ist diese Technologie
für uns die Zukunft. Ich gehe davon
aus, dass dieses Hochregallager nicht das
einzige in unserer Unternehmensgruppe
bleiben wird – und Westfalia ist für uns natürlich
der erste Ansprechpartner.“ [pl]
30
Von der Modernisierung
bis zum Neubau
Intralogistik
Kardex Mlog hat für die Moers Frischeprodukte GmbH & Co. KG – einem Joint Venture des Nahrungsmittelkonzerns
Dr. Oetker und der Molkerei Gropper – in Moers als Generalunternehmer ein weiteres
Hochregallager mit einer Höhe von 44m und mehr als 17.000 Palettenstellplätzen sowie ein Kommissionier-
und Versandzentrum realisiert. Modernisierungen und Anpassungen der bestehenden Anlage
zum Integrieren der zusätzlichen Fördertechnik in den Materialfluss waren ebenfalls Teil des Projekts.
Im Februar 2025 ging die neue Anlage in den Produktivbetrieb.
Das Werk in Moers war für Kardex
Mlog ein „alter Bekannter“. Bereits
im Jahr 2008 hatten die Intralogistik-Spezialisten
dort ein automatisches
Hochregallager errichtet. Durch die weiter
steigende Nachfrage nach Frischeprodukten
mussten die Kapazitäten ein weiteres
Mal ausgebaut werden. Dafür wurde
Kardex Mlog im Januar 2023 als Generalunternehmer
für die Logistik beauftragt.
Zu den Projektzielen gehörte das Vereinheitlichen
der Automatisierungstechnik in
der Bestands- und Erweiterungsanlage,
um dadurch den späteren Wartungsaufwand
zu minimieren.
44 m hohe Regalbediengeräte aus eigener
Produktion. Zum Lieferumfang des
Neubaus zählten eine Paletten-Förderanlage
mit 353 Antrieben und sechs Regalbediengeräte.
Die 44 m hohen Maschinen
stammen aus eigener Produktion von Kardex
Mlog am Standort Neuenstadt und ermöglichen
das Ein- und Auslagern. Für die
Anlagenvisualisierung kommt das Modul
Kardex MVisu aus dem Warehousemanagementsystem
Kardex Control Center
zum Einsatz. Schwerkraftrollenbahnen,
acht Brandschutztore mit Freifahrsteuerung
und sechs Schnelllauftore runden
das Lieferspektrum von Kardex Mlog ab.
Neben der Lieferung übernahm Kardex
Mlog auch die Montage und Inbetriebnahme
des vollautomatischen Hochregallagers
inklusive der Vorzonen und Bühnen
sowie alle notwendigen Umbaumaßnahmen.
Dazu gehörten die fördertechnischen
Anpassungen und das Integrieren
innerhalb der Bestandsanlage im laufenden
Betrieb. Für diesen Zweck erstellte
Kardex Mlog ein Umbaukonzept mit dazugehörigem
Terminplan für jeden einzelnen
Bauabschnitt. „Durch das gemeinsame
Planen der Teilprojekte mit allen Beteiligten
haben wir den Abstimmungsaufwand
reduziert und Ressourcen geschont“, erklärt
Sven Pitz, der bei Kardex Mlog den
Geschäftsbereich Modernisierung leitet.
Im Rahmen des Projekts seien die „Teams
und das Know-how gebündelt und gezielt
eingesetzt“ worden.
Perfekt harmonierende Gesamtanlage.
Darüber hinaus war Kardex Mlog für das
Anbinden der Elektrohängebahn mit 36
Fahrzeugen verantwortlich. Diese wurden
ebenso wie der Regalstahlbau für 17.076
Paletten, die Dach und Wandverkleidung
sowie das Lagerverwaltungssystem mit
Materialflussrechner von anderen Herstellern
beigesteuert. „Das fast geräuschlose
Koordinieren sämtlicher Gewerke, das
nahtlose Integrieren der Teilbereiche zu
einer perfekt harmonierenden Gesamtanlage
sowie die kompetente Projektbetreuung
durch Kardex Mlog haben uns
begeistert“, betont Projektleiter Michael
Dube von Moers Frischeprodukte.
Foto: Kardex Mlog
Kardex Mlog hat für Moers Frischeprodukte ein weiteres Hochregallager realisiert. Modernisierungen
und Anpassungen der bestehenden Anlage waren ebenfalls Teil des Projekts
Kurzprofil. Die Moers Frischeprodukte
GmbH & Co. KG wurde im Jahr 2018 als
Joint Venture des Nahrungsmittelkonzerns
Dr. Oetker und der Molkerei Gropper gegründet.
Zweck ist die Bündelung von gemeinsamer
Produktion in Moers. Im Fokus
des gemeinsamen Standorts von Gropper
und Oetker stehen die Weiterentwicklung
der Produktkategorie Desserts sowie die
Entwicklung neuer Möglichkeiten in den
Bereichen Quark und Joghurt und milchhaltiger
sowie nicht-milchhaltiger Getränke.
Die Produktion umfasst Artikel beider
Partnerunternehmen, die getrennt über
die jeweiligen Vertriebsgesellschaften national
und international vermarktet werden.
Das Beteiligungsverhältnis der Joint
Venture-Partner liegt bei je 50 Prozent.
Hervorgegangen ist das Unternehmen
aus einem Werk der Dr. Oetker-Gruppe,
das bereits seit 1993 Frischeprodukte produziert
hat.
[pl]
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