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Verfahrenstechnik 2/2026

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19098

02

Februar 2026

€ 13,00

TITEL

10 Absaugen:

Am besten direkt

14 Interview:

Mit Druck in die Zukunft

28 Phosphor:

Clevere Rückgewinnung

verfahrenstechnik.de


CONTINUOUS

MANUFACTURING

REINVENTING

CONTINUITY

From now on Continuous Manufacturing

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EDITORIAL

INNOVATIVE PUMPEN

UND VENTILE

Das neue Jahr beginnt mit der Messe Pumps & Valves in Dortmund, einer eher kleinen

Veranstaltung. Die Pumpen- und Ventiltechnik steht selten im Mittelpunkt der

Aufmerksamkeit. Unverdient. Das zeigt nicht nur die Messe in Dortmund sondern

auch unsere aktuelle Ausgabe der Verfahrenstechnik. Pumpen leisten in verfahrenstechnischen

Anlagen entscheidende Aufgaben sowohl beim Transport flüssiger

Grundstoffe, Produkte und Abfälle als auch bei der Versorgung mit Prozessluft, um

nur einige Beispiele zu nennen.

PUMPEN UND VENTILE

WERDEN IN DIE DIGITALE

VERNETZUNG EINBEZOGEN

Innovation kommt auch bei diesen

Technologien häufig aus dem Bereich

Software und Digitalisierung. Pumpen

und Ventile werden selbstverständlich

in die digitale Vernetzung der Anlagen

mit einbezogen und auch hier findet Künstliche Intelligenz ihre Anwendung. Doch

nicht nur. Wie unser Artikel zum Thema Exzenterschneckenpumpen auf Seite 24 zeigt,

gibt auch das Hardware-Engineering noch bedeutende Innovationen her, die zu einer

kompakteren Bauweise, mehr Wartungsfreundlichkeit und gleichzeitig zu mehr Energieeffizienz

führen.

Wenn Sie sich selber auf den Weg machen wollen, um sich von den Innovationen zu

überzeugen dann lesen Sie unseren Messevorbericht zur Pumps & Valves ab Seite 34,

der auch auf die parallel stattfindenden Fachmessen Maintenance für die Instandhaltung

und Logistics & Automation für die Intralogistik eingeht.

In unserer Titelstory geht es um ein verwandtes Thema: Absaugen. Unser Autor

erläutert, wie sich durch die Wahl der richtigen Absaugelösung möglichst

maschinennah die Produktions-, Reinigungs-, und Recyclingprozesse in der Anlage

spürbar effizienter gestalten lassen.

Ans Herz legen möchte ich Ihnen auch

das lange Gespräch, das unsere leitende

Chefredakteurin Nicole Steinicke

mit Stephan Brand von der Aerzener

Maschinenfabrik zu Innovationen in

der Gebläse- und Verdichtertechnologie

geführt hat. Deutlich wird auch hier, wie

innovativ Deutschland im Jahre 2026 sein

kann. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen

eine anregende Lektüre dieser Ausgabe!

Daniel Schilling

Redakteur

VERFAHRENSTECHNIK

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 3


10

EDITORIAL

03 Innovative Pumpen und Ventile

PERSPEKTIVE

06 Hochtemperaturofen für klimaneutrale

Brennprozesse

NACHRICHTEN

07 Aktuelles aus der Branche

BETRIEBSTECHNIK

TITELSTORY

10 Industriesauger und Entstauber – mit

Absaugarm im Praxiseinsatz

Heiko Holtkamp, Technischer

Produktmanager bei Ruwac

Industriesauger GmbH

TITEL

10

VERFAHREN UND ANLAGEN

14 Wie Aerzen Industrieprozesse effizienter,

sauberer und smarter macht

18 Jubiläum in Dortmund: Messen Solids und

Recycling-Technik 2026

20 Schmier- und wartungsfreie

Spann vorrichtungen für Dissolver

22 Hochfunktionale Lebensmittel schonend

trocknen

24 Exzenterschneckenpumpen neu gedacht

26 Vakuum-Schaufeltrockner: Prozess

technische Vorteile in Chemie- und

Pharmaanwendungen

27 Marktplatz: Produkte, Technologien, Trends

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BEILAGE

Ein Teil dieser Ausgabe enthält eine

Beilage der MEORGA GmbH, Dillingen.

Anzeige: Ruwac

Lesen Sie über Industriesauger und Entstauber

mit Absaugarm im Praxiseinsatz

4 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

28 Phosphorrückgewinnung: Sensorik zur

Prozessüberwachung

30 Temperaturregulierung: Heizmäntel für

Industriearmaturen

32 Marktplatz: Produkte, Technologien, Trends

KOMPONENTEN UND SYSTEME

34 Vier Industriemessen in Dortmund

36 Elektrisch leitfähige Schellen: Entspannung in

hochexplosiven Anwendungen

38 Ausgeklügelte Reinraumlösungen:

Verbindungselemente aus Edelstahl

40 Doppelschneckenextruder: Weißes und graues

EPS integriert auf einer Produktionslinie

41 Marktplatz: Produkte, Technologien, Trends

14

22

41 Impressum

43 Vorschau

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BEILAGE

Diese Ausgabe enthält eine Vollbeilage

von easyfairs Deutschland.

24

28

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 5


PERSPEKTIVE

HOCHTEMPERATUROFEN

FÜR KLIMANEUTRALE

BRENNPROZESSE

Unternehmen mit großskaligen

Brennprozessen stehen bei der CO 2

-Reduktion

vor Herausforderungen. Ein neuartiger

Wasserstoff-Hochtemperaturofen ermöglicht

nun CO 2

-freie Brennprozesse bei

gleichbleibender Qualität.

Forscher am Fraunhofer IKTS in Arnstadt haben einen

neuartigen Wasserstoff-Hochtemperaturofen für CO 2

-freie

Brennprozesse bei gleichbleibender Qualität entwickelt.

Die Besonderheit des Brennofens ist, dass man ihn sowohl

mit herkömmlichem Erdgas als auch mit Wasserstoff betreiben

kann. „Das ist bisher weltweit einzigartig“, sagt Dr. Olga Ravkina,

Gruppenleiterin Hochtemperaturmembranen und -speicher am

IKTS. „Denn damit sind wir in der Lage, Brennprozesse mit

Erdgas sowie mit Wasserstoff an verschiedenen keramischen

Werkstoffen oder Metallen vergleichend zu untersuchen.

Der Einfluss des Brenngaswechsels auf die finale Produktqualität

lässt sich auf diese Weise sehr gut beurteilen“. Das Fraunhofer

IKTS bietet zudem umfangreiche Analysekapazitäten für eine

begleitende chemische und mechanische Charakterisierung des

gesinterten Materials an.

Der Brennraum sowie die Temperaturverteilung bleiben beim

Brenngaswechsel gleich. Es müssen lediglich die insgesamt fünf

Brennerköpfe getauscht werden. Somit sind gute Möglichkeiten

gegeben, um im Vergleich herauszufinden, ob ein Brenngaswechsel

Veränderungen am Produkt verursacht. Der Sinterofen

bietet einen Nutzraum von 500 Litern, eine ideale Größe für

Feldversuche, um am Ende die Ergebnisse auf Industrieöfen

übertragen zu können. Die maximale Temperatur liegt bei

1700 °C und die installierte Ofenleistung leistet 1000 kW. Pro

Brennversuch können 150 kg Material gebrannt werden.

MODERNE SENSORTECHNIK ÜBERWACHT

BRENNPROZESSE

Dank umfangreicher Sensortechnik und digitalem Monitoring

lassen sich die kompletten Brennprozesse im Sinterofen sehr

genau beobachten und protokollieren. Mehrere Thermoelemente

erfassen die Temperaturen an unterschiedlichen Stellen im Ofen

sowie bei der Nachverbrennung. Aufheizgeschwindigkeit,

Aufheizrate, Haltephasen sowie die Atmosphäre gehören zu den

Überwachungsgrößen. Das Brennmittel-Luft-Verhältnis lässt

sich für oxidierende und reduzierende Bedingungen einstellen.

Deshalb können sogar Entbinderprozesse, also das thermische

Entfernen von organischen Zusatzstoffen aus der Keramik,

vergleichend getestet werden.

Für produzierende Unternehmen ergibt sich der besondere

Wert der Anlage in Arnstadt daraus, dass sie häufig gar nicht in

der Lage sind, Testläufe in den eigenen Fertigungshallen zu

fahren, um den Brennprozess auf andere Brennstoffe ohne

Qualitätseinbußen umzustellen, da das Unterbrechen einer

laufenden Fertigung sehr kostspielig ist. Umgesetzt wurde die

Anlage in Kooperation mit dem Ofenbauer Riedhammer.

Bild: Fraunhofer IKTS

www.ikts.fraunhofer.de

6 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


NACHRICHTEN

JUBILÄUM 40 JAHRE DENIOS

Das Jahr 2026 wird für Denios aus Bad Oeynhausen

ein ganz besonderes: Der Spezialist für Gefahrstofflagerung

und Arbeitssicherheit feiert runden

Geburtstag und wird 40 Jahre alt. Was 1986 als

Ingenieursidee mit der ersten Auffangwanne

begann, ist heute ein weltweit agierendes Unternehmen,

das in vielen Ländern der Welt für mehr

Sicherheit sorgt mit über 25.000 Produkten und

maßgeschneiderten Lösungen für den Umgang mit

Gefahrstoffen. Es war 1986, als Firmengründer

Helmut Dennig die Idee für die erste Auffangwanne

hatte. Damals noch im Nachbarort Porta Westfalica,

zog Denios 1987 nach Bad Oeynhausen dem

heutigen Hauptsitz. Schon1990 eröffnete das

Unternehmen einen ersten Standort in den USA.

Schrittweise wuchs Denios nicht nur geografisch,

sondern auch in der Vielfalt seiner Produkte und

Dienstleistungen. Das Leitbild war dabei eine Welt

ohne Schäden an Menschen und Umwelt.

www.denios.de/40

YSTRAL EXPANDIERT IN INDIEN

Der Maschinen- und Anlagenbauer Ystral baut seine Präsenz

im Wachstumsmarkt Indien deutlich aus. Mit einem neuen

Standort in Bangalore, einem vergrößerten Team und einer

lokalen Komponentenbeschaffung stärkt das Unternehmen

seine Position auf dem indischen und südostasiatischen

Markt. Ystral projektiert, konstruiert und fertigt Misch-,

Dispergier- und Pulverbenetzungsmaschinen sowie

Prozessanlagen, die weltweit in den Branchen Chemie,

Lebensmittel, Farben und Lacke, Pharma, Haushalt und

Kosmetik sowie zur Batteriezellenherstellung eingesetzt

werden. In

Indien ist es

mit seiner

Tochtergesellschaft

Ystral

India seit dem

Jahr 2013

präsent. Das

Team in

Indien deckt

die Bereiche Engineering, Elektrotechnik, Softwareentwicklung,

Vertrieb und Service ab und wächst mit dem Umzug an

den neuen Standort in Bangalore von neun auf 15 Mitarbeiter

an. „Dieser Schritt ist Teil unseres kontinuierlichen

Engagements, unsere betrieblichen Abläufe zu verbessern

und unseren Kunden einen Service auf höchstem Niveau zu

bieten“, so Srirangarajan Santhanam, Ystral-Niederlassungsleiter

in Indien.

https://ystral.com/

FETTE COMPACTING ERÖFFNET NEUE NIEDERLASSUNG IN ITALIEN

Mit der Eröffnung einer eigenen Tochtergesellschaft in Italien stärkt Fette Compacting seine

Präsenz in einem der wichtigsten Pharmamärkte Europas. Der neue Standort in der Wirtschaftsregion

Bologna wird die wachsende Zahl an Kunden in den Sektoren Pharma und Nutrition

intensiv betreuen und dient als lokaler Hub für Vertrieb, Service und technische Beratung. Durch

die Präsenz vor Ort bietet Fette Compacting Italia eine enge Begleitung bei Entwicklungs- und

Produktionsprojekten. Ein eigenes Team aus Servicetechnikern stellt schnelle Reaktionszeiten

sicher. Auf dieser etablierten Basis soll der Standort einen wesentlichen Beitrag zur Wachstumsstrategie

in Europa leisten und die Position des Unternehmens im Pharma- und Nutrition-Sektor

stärken. Die Leitung der neuen Niederlassung übernimmt Alessandro Recupero, der als Managing

Director umfangreiche Erfahrung im Bereich der pharmazeutischen Produktion mitbringt.

www.fette-compacting.de

Brandschutz in der Schüttgutindustrie.

Von der Absauganlage bis zum Zerkleinerer.

Solids & Recycling-Technik | Halle 07, T01

www.tbelectronic.eu


PROBAT INTEGRIERT MACINTYRE

CHOCOLATE SYSTEMS

Der Maschinenbauer

Probat aus Emmerich

übernimmt den

Schokoladenverarbeitungsspezialisten

MacIntyre Chocolate

Systems vollständig in

sein Markenportfolio und festigt damit seine Position

als globaler Anbieter von End-to-End-Lösungen für die

Lebensmittelverarbeitung. Die MacIntyre Refiner/

Conche kombiniert Mischen, Verfeinern und Conchieren

in einem einzigen System; eine Technologie, die

sowohl für klassische Schokoladenproduktion als auch

für New-Food-Anwendungen geeignet ist. Nach den

Übernahmen von Royal Duyvis Wiener und AC Horn in

den vergangenen zwei Jahren setzt Probat mit diesem

Schritt die Konsolidierung im Kakao-, Schokoladenund

Snacksegment fort. MacIntyres Managing

Director Joseph Gorman betont, dass das Unternehmen

nun sein Verarbeitungs-Know-how mit der

globalen Innovationskraft von Probat verbinden und

Kunden umfassendere Komplettlösungen bieten

könne. Probat positioniert sich damit zunehmend als

Systemanbieter für die gesamte Lebensmittelverarbeitung

mit durchgängig vernetzten Technologien.

www.probat.com

NEUER PRODUKTIONSSTANDORT IN

KUPPENHEIM

Der Schwarzwälder Messtechnikspezialist Vega Grieshaber

setzte im Dezember den ersten Spatenstich für ein ambitioniertes

Bauprojekt in Kuppenheim. Auf einem 10,4 ha

großen Areal im Bebauungsgebiet „Ober-Hardrain“ entstehen

zwei neue Produktionsgebäude mit insgesamt 32.000 m 2

Fertigungsfläche, ein integrierter Logistikbereich sowie ein

Hochregallager, das als zentraler Umschlagplatz dienen wird.

Der Standortwechsel war notwendig geworden, weil am

bisherigen Hauptsitz in Schiltach

die räumlichen Kapazitäten für

weiteres Wachstum erschöpft

sind. Schiltach bleibt dennoch

Unternehmenszentrale. „Wir

investieren bewusst in nachhaltige

Strukturen und in die

Zukunft unseres Unternehmens

in Deutschland“, sagt die

geschäftsführende Gesellschafterin Isabel Grieshaber.

Geschäftsführer Markus Kniesel betont zugleich die

wirtschaftliche Verantwortung des Projekts gerade in

herausfordernden Zeiten. Ökologisch setzt Vega auf begrünte

Fassaden und Dächer sowie Photovoltaikmodule und peilt

eine Gold-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für

Nachhaltiges Bauen an. Grieshaber Real Estate fungiert als

Bauherr des Großprojekts.

www.vega.com

SEMINARE, TAGUNGEN, KURSE

VERANSTALTUNG

Pumps&Valves, Maintenance, Logistics&Automation,

Empack 2026

Messeverbund aus vier Fachmessen zu den Themen:

Pumpen und Ventile; Instandhaltung, Intralogistik und

Verpackung

Solids und Recycling-Technik 2026

Fachmessen für Granulat-, Pulver- und Schüttgut- sowie

für Recycling-Technologien

Hannover Messe

Umfassende Industriemesse

IFAT 2026

Fachmesse für Umwelttechnologien in den Bereichen

Wasser, Recycling und Zirkularität

DATUM, ORT

25. - 26. Februar 2026,

Dortmund

18. - 19. März 2026,

Dortmund

20. - 24. April 2026,

Hannover

4. - 7. Mai 2026,

München

1 %

Wachstum erwartet die

Bundesregierung für die

deutsche Wirtschaft 2026

Quelle: Bundesministerium

für Wirtschaft und Energie

Powtech Technopharm 2026

Fachmesse für Verfahrenstechnik

„Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung

in Deutschland ist keine klassische

konjunkturelle Krise, sondern zeigt eine

grundsätzliche Veränderung der

geopolitischen Strukturen.“

Ulrich Leidecker, Chief Operating Officer,

Phoenix Contact, Blomberg

29. September - 1. Oktober,

Nürnberg

9 %

mehr Besucher

als im Vorjahr hatte

die SPS 2025

in Nürnberg

Quelle: Mesago Messe

8 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


NACHWUCHSFORSCHERPREIS FÜR SICHERE

ÖLANALYSE

Die Entwicklung eines

Verfahrens zur präventiven

Ölüberwachung in

Großtransformatoren

sicherte Marcus Willbrandt

aus Merseburg den

Nachwuchsforscherpreis

2025 des Mittelstandsbündnisses

Verband

Innovativer Unternehmen (VIU). Im Rahmen seines Masterstudiengangs

fand Willbrandt die Lösung für ein Analyseproblem

bei Ölen von Kraft- und Umspannwerken. Deren

Großtransformatoren werden zur Kühlung und Isolation mit

konventionellen Mineralölen gefüllt. Umweltverträglichere

Bioöle mit besseren elektrischen und sicherheitstechnischen

Eigenschaften existieren, setzen sich aber kaum durch, denn

ihr deutlich höherer Wassergehalt erschwert die Analyse

gelöster Zerfallsprodukte, sogenannter Fehlergase, als

Frühindikatoren sich schleichend anbahnender Störungen.

Die stetige Überwachung sowohl der gelösten Gase als auch

des Wassergehalts ist jedoch unabdingbar, um Blackouts mit

katastrophalen Folgen zu verhindern. Ein Analysegerät zur

simultanen Untersuchung beider Größen existierte bislang

nicht. Der gelernte Chemielaborant entwickelte deshalb ein

Vakuumentgasungs-Verfahren der ECH Elektrochemie Halle

GmbH weiter, bei dem der verfälschende Einfluss des

Wasserdampfs auf die Messergebnisse herausgerechnet

wird. So lässt sich erstmals der Gehalt gelöster Gase in

jeglichen Arten und Zusammensetzungen selbst von

gealterten Ölen sicher und automatisch bestimmen. Bereits

verfügbare gaschromatografische Prüftechnik wurde von

ihm ebenfalls weiterentwickelt. Die Innovation sicherte

Willbrandt die Auszeichnung.

www.viunet.de

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DENIOS ERWEITERT

GESCHÄFTSLEITUNG

Ein neues Gesicht, ein bekannter

Nachname: Dominik Dennig hat

seine neue Rolle als Geschäftsführer

der Dennig GmbH angetreten

– der Holdinggesellschaft hinter

der Denios-Gruppe mit Sitz im ostwestfälischen

Bad Oeynhausen.

Damit schlägt das weltweit tätige Familienunternehmen ein

neues Kapitel in seiner Geschichte auf: Mit Dominik Dennig

tritt die nächste Generation und ein international erfahrener

Strategiemanager ins wirtschaftliche Geschehen ein. Die

Firma Denios wurde 1986 – damals noch unter anderem

Namen – von Helmut Dennig gegründet. In seiner neuen

Funktion verantwortet der 32-jährige Familienvater vielfältige

strategische Themen: Neben der Weiterentwicklung des

bestehenden Beteiligungs- und Investmentportfolios liegt

sein Fokus auf der strategischen Unterstützung der gesamten

Unternehmensgruppe. Innerhalb der Denios-Gruppe

bringt er sich zudem projektbezogen in Schlüsselthemen ein.

www.denios.de

Premiumpartner

DORTMUND

18. - 19. MÄRZ 2026

FACHMESSE FÜR

RECYCLING-TECHNOLOGIEN


10 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


BETRIEBSTECHNIK

INDUSTRIESAUGER UND ENTSTAUBER

MIT ABSAUGARM IM PRAXISEINSATZ

ABSAUGEN:

AM BESTEN DIREKT

Beim Abfüllen von Pulvern sorgt ein Absaugarm

für Sauberkeit und vermindert den Aufwand für

großflächige Reinigung. Das direkte Absaugen

von Stäuben und Dämpfen an der Entstehungsstelle

bietet aber auch noch weitere Vorteile

– besonders wenn man bei der Projektierung

auf eine flexible Nutzung der Industriesauger

und Entstauber achtet.

Absaugen ist besser als Aufsaugen: Das leuchtet sofort ein.

Wenn der Anwender Stäube oder Dämpfe direkt an der

Entstehungsstelle aufsaugt, dann bleibt die Umgebung

sauberer. Auch das Explosionsrisiko sinkt und, je nach

Beschaffenheit des Staubes, der Gesundheitsschutz verbessert

sich. Zudem spart die Absaugung Arbeitszeit, weil sich der Staub

nicht im gesamten Produktionsumfeld absetzt und dann einen

entsprechenden Industriesauger-Einsatz erfordert. Je nach

Einsatzfall kommen noch weitere Vorteile hinzu. Zum Beispiel

lässt sich die Rückgewinnungsquote des Materials steigern, wenn

es direkt und sortenrein abgesaugt wird.

NICHT JEDER ABSAUGARM PASST

ZU JEDER ANWENDUNG

Diese Vorteile lassen sich häufig mit vertretbarem Aufwand in die

Praxis umsetzen zum Beispiel mit einem stationären Entstauber,

der als Absaugorgan einen oder auch mehrere Absaugarme nutzt

oder aber mit einem semi-mobilen Industriesauger, ebenfalls in

Verbindung mit einem Absaugarm.

Immer mehr Anwender nutzen diese Möglichkeit. Wenn sie

Sauger oder Absauganlagen von Ruwac verwenden, werden die

Absaugorgane, bei denen es sich in der Regel um Absaugarme

handelt, immer individuell an den Anwendungsfall angepasst.

Der Innendurchmesser des Rohrs spielt dabei eine Rolle, ebenso

die Nähe zur Absaugstelle, aber auch die Strömungsgeschwindigkeit.

Weil diese Parameter über die korrekte und gewünschte Funktion

Saugt man Stäube direkt an der

Entstehungsstelle auf, bleibt die

Umgebung sauberer und das

Explosionsrisiko wird gesenkt

Heiko Holtkamp,

Technischer Produktmanager,

Ruwac Industriesauger GmbH

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 11


BETRIEBSTECHNIK

entscheiden, unterstützen die Ruwac-Experten den Anwender

bei der Auswahl und können sich dabei aus einem umfassenden

Baukastenprogramm im Zubehörsortiment bedienen.

ENTSTAUBER ODER INDUSTRIESAUGER?

Bei der Beantwortung der Frage, ob ein Entstauber oder ein

Industriesauger die bessere Lösung für den individuellen Fall ist,

spielen unter anderem die tägliche Betriebsdauer und die

gewünschte Flexibilität eine Rolle. Beim Rund-um-die Uhr-Betrieb

an ein und derselben Stelle wird im Normalfall ein stationärer

Entstauber, zum Beispiel aus der DS6-Baureihe von Ruwac,

eingesetzt. Der Leistungsbereich dieser sehr kompakten Anlagen

ist so abgestimmt, dass sie sich eher für das Absaugen eignen als

für die Boden- oder Maschinenreinigung, Sie können in der Nähe

der Absaugstelle oder entfernt aufgestellt werden, bei Bedarf

auch in aufgelöster Bauweise: die Filter in der Halle und das

Antriebsaggregat im Freien. So spart der Anwender Platz und

trägt auch dem Lärmschutz Rechnung.

Auch die Standard-Industriesauger aus dem Ruwac-Programm

lassen sich als Entstauber für die Aufgabe „Absaugen an der

01 In Labor- und Technikums-Anwendungen sind Sauger mit

Absaugarmen weit verbreitet

01

02 Dieser Sauger führt einen Absaugarm mit, kann aber auch für die

Bodenreinigung genutzt werden

03 Alles dabei: Kompakter mobiler Industriestaubsauger mit

Zubehör

04 Diese stationären Entstauber der DS 6-Baureihe sind mit der

Absaugstelle von Bild 01 verbunden

02

03 04

12 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


BETRIEBSTECHNIK

05 Der bei diesen Pelletieranlagen mitgelieferte Sauger saugt

Dämpfe direkt aus dem Prozess ab, übernimmt aber auch die

Reinigung von Boden und Umgebung

06 Multitalent: Bei den Ecokraft-Anlagen kann der Anwender

umschalten zwischen Betriebsreinigung und Absaugung beim

Pelletierprozess

Entstehungsstelle“ konfigurieren und mit einem geeigneten

Absaugarm ausstatten. Je nach Anforderung bleiben sie dann fest

an einem Standort, oder sie werden örtlich flexibel eingesetzt,

wenn zum Beispiel staubendes Material umgefüllt oder wenn

Schüttgut abgefüllt werden soll.

SCHNELLER AUFGABENWECHSEL BEI BEDARF

Eine weitere Eigenschaft der Industriesauger oder Entstauber mit

Absaugarm erhöht ebenfalls die Flexibilität im Einsatz: Mit einem

Wechsel des Sauggeschirrs lassen sich die Geräte auch perfekt

zur Boden- und Maschinenreinigung verwenden. Für diesen

Aufgabenwechsel hat Ruwac eine besondere Option entwickelt:

den „Doppelschieber“, der einen ganz einfachen Wechsel

zwischen den Saugorganen ermöglicht, die beide permanent

mitgeführt werden. Alternativ kann der Anwender auch ein

Gabelstück mit zwei Anschlüssen verwenden. So lassen sich

auch mehrere Absaugarme mit einem Saugaggregat verbinden.

Wie sich eine Direktabsaugung auch bei kleinen Pulvermengen

gut umsetzen lässt, zeigt das Beispiel eines Tierfutterherstellers.

An einer der zahlreichen Produktionsanlagen füllt der Betrieb

Produkte in Pulverform in kleineren Chargen ab und verwendet

dazu einen mobilen Drehstromsauger vom Typ DS 1220 (R01 R),

dem ein 200-Liter-Vorabscheider mit Vliessack vorgeschaltet ist.

Zwei Aufgabetrichter saugen während des Abfüllvorgangs Pulver

ab, das nicht in die sehr kleinen Behälter gelangt.

METALLSPÄNE DIREKT AUFSAUGEN

Dieses Konzept der Direktabsaugung mit individuell projektierter

Absaugvorrichtung hat Ruwac auch in Zusammenarbeit mit

einem metallverarbeitenden Unternehmen verwirklicht. Dort

sind alle Portalfräsanlagen mit jeweils einem Ruwac-Industriesauger

und Entstauber der Serie R01 ausgestattet, der direkt am

Fräskopf der Maschine die entstehenden Späne absaugt.

Steuerungstechnisch ist bei dieser Anwendung jeder Sauger

mit „seiner“ Portalfräsanlage gekoppelt: Sobald die Anwender

die Anlage einschalten, schaltet sich auch der Sauger zu.

Abgesaugt werden sowohl nahezu trockene Metallspäne als

auch verdunstete, das heißt gasförmige Kühlschmierstoffe. Die

Späne als deutlich größter Anteil verbleiben in einem separaten

200-Liter-Vorabscheider und können als sortenreiner Wertstoff

dem Recycling zugeführt werden.

Der nachgeschaltete eigentliche Sauger in Gas-Ex-Ausführung

hält die Staubanteile im Gas zurück. Neben dem kontinuierlichen

Absaugbetrieb kommen die Sauger bei der Betriebsreinigung

zum Einsatz. Der Bediener muss die Schlauchverbindung zum

Fräskopf lösen und einen Saugschlauch mit Bodenmundstück

oder Bürste anbringen. Auch hier sind die Sauger somit flexibel.

EIN SAUGER MIT ZWEI AUFGABEN

Einen Ruwac-Sauger mit zwei verschiedenen Aufgaben liefert der

Pelettieranlagen-Hersteller Ecokraft mit jeder Anlage. Der mobile

Industriesauger und Entstauber, ebenfalls vom Typ R01, saugt

Dämpfe direkt aus dem Prozess ab, lässt sich aber auch für die

Boden- und Anlagenreinigung einsetzen. Um beide Aufgaben

erledigen zu können, ist er mit zwei Anschlüssen ausgestattet, die

unterschiedliche Durchmesser aufweisen.

05

06

Über einen Schieber kann der Bediener jeweils einen der beiden

Anschlüsse aktivieren. An den 500 mm-Anschluss schließt er den

Saugschlauch für die Betriebsreinigung an, der 700 mm-Anschluss

ist für den Absaugarm vorgesehen, der das kontinuierliche

Absaugen aus dem Arbeitsraum der Anlage übernimmt.

Abgesaugt werden dabei die Stäube, die beim Pressen und

Fördern anfallen, sowie Dampf und Feuchteanteile. Denn je nach

Material wird beim Pelletieren Wasser und teilweise auch Wärme

zugegeben. Heterogene Sauggüter wie Stäube und Wasserdampf

kann der Sauger aufnehmen, weil er mit dem Omikron Filter

ausgestattet ist, der für solche Aufgaben entwickelt wurde.

Die Beispiele zeigen: Es lohnt sich, über das Thema „Absaugen

direkt an der Entstehungsstelle des Staubes“ nachzudenken. Die

Produktion bleibt sauberer, der Explosionsschutz ist gewährleistet,

eventuell lassen sich Reststoffe der Wiederverwertung zuführen

und wenn man das Projekt professionell angeht, können die

Sauger auch für die übliche Betriebsreinigung genutzt werden.

Bilder: Ruwac

www.ruwac.de

UNTERNEHMEN

Ruwac Industriesauger GmbH

Westhoyeler Straße 25, 49328 Melle

Tel. +49 5226 9830 0

E-Mail: ruwac@ruwac.de

AUTOR

Heiko Holtkamp, Technischer Produktmanager,

Ruwac Industriesauger GmbH

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 13


Chefredakteurin

Nicole Steinicke im

Gespräch mit

Stephan Brand

WIE AERZEN INDUSTRIEPROZESSE EFFIZIENTER,

SAUBERER UND SMARTER MACHT

MIT DRUCK IN DIE ZUKUNFT

Druckluft ist in nahezu allen Industrien unverzichtbar, vom pneumatischen

Transport bis zu sensiblen Prozessanwendungen. Die Aerzener Maschinenfabrik

setzt Maßstäbe in Energieeffizienz, Ölfreiheit und Digitalisierung. Stephan

Brand, Vice President Marketing & Director Turbo Business, erklärt im

Interview, wie moderne Gebläse- und Verdichtertechnik sowie smarte

Technologien Prozesse nachhaltiger, zuverlässiger und wirtschaftlicher machen.

Nicole Steinicke: Welche Rolle spielt die Aerzener Maschinenfabrik

in der Industrie?

STEPHAN BRAND: Die Aerzener Maschinenfabrik zählt seit

Jahrzehnten zu den technologischen Wegbereitern der

Kompressortechnik. Unser Portfolio umfasst Gebläse, Verdichter

und Turbogebläse, die weltweit in einer Vielzahl industrieller

Anwendungen zum Einsatz kommen. Dazu gehören unter

anderem die Chemie- und Verfahrenstechnik, die Öl- und

Gasindustrie, die Abwasser- und Kläranlagentechnik sowie der

Schiffbau. Überall dort, wo Luft und Gase effizient, zuverlässig

und wirtschaftlich verdichtet oder gefördert werden müssen,

sind unsere Lösungen ein zentraler Bestandteil moderner

Produktions- und Prozessketten.

Nicole Steinicke: In welchen Anwendungsfeldern beziehungsweise

Branchen kommen Aerzen-Kompressoren besonders

häufig zum Einsatz und welche spezifischen Anforderungen

müssen sie dort erfüllen?

STEPHAN BRAND: Die Einsatzfelder unserer Kompressoren

sind ebenso vielfältig wie die Anforderungen der jeweiligen

Branchen. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen

klassischer Druckluftanwendung – typischerweise bis etwa 10

beziehungsweise 13 bar – und der Erzeugung von Prozessluft im

niedrigen Druckbereich. Zum Einsatz kommt Druckluft im

produzierenden Gewerbe, in Werkstattbetrieben sowie in der

Chemie- und Verfahrenstechnik, der Lebensmittelindustrie und

bei Steuerungs- und Instrumentenluftanwendungen. Darüber

14 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN

hinaus spielen unsere Maschinen eine zentrale Rolle in der

Prozessluftversorgung, etwa beim pneumatischen Transport

von Schüttgütern oder Materialien.

Ein weiteres wichtiges Anwendungsfeld ist die Abwasser- und

Kläranlagentechnik. Hier sorgen unsere Gebläse und Verdichter

für einen optimalen Sauerstoffeintrag, der entscheidend für die

biologische Reinigungsleistung und damit für einen stabilen

und effizienten Anlagenbetrieb ist.

Die spezifischen Anforderungen variieren dabei je nach

Branche erheblich. In der Lebensmittelindustrie steht beispielsweise

die absolute Produktreinheit im Vordergrund, weshalb

ölfreie Verdichtungstechnologien unerlässlich sind. In der

Chemie- und Verfahrenstechnik, ebenso wie in Teilen der

Lebensmittelproduktion, spielt zudem der Explosionsschutz

eine zentrale Rolle.

Über alle Anwendungen hinweg gewinnt jedoch

ein Thema zunehmend an Bedeutung: die Energieeffizienz.

Druckluft und Prozessluft sind

äußerst leistungsfähige Medien, gleichzeitig

bieten sie erhebliche Einsparpotenziale. Effiziente

Kompressortechnologie hat daher einen

maßgeblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit

und Nachhaltigkeit industrieller Prozesse.

Nicole Steinicke: Sie sagen Energieeffizienz ist in

der Industrie ein wichtiges Thema. Wie unterstützt die

Aerzener Maschinenfabrik ihre Kunden bei der Reduktion des

Energieverbrauchs?

STEPHAN BRAND: Energieeffizienz ist kein Randthema,

sondern der entscheidende Hebel in der Drucklufttechnik.

Betrachtet man den Lebenszyklus eines Kompressors über etwa

zehn Jahre, entfallen rund 90 Prozent der Gesamtkosten auf den

Energieeinsatz. Investitions- und Wartungskosten spielen im

Vergleich eine deutlich geringere Rolle. Wer über Effizienz

spricht, spricht also unmittelbar über Wirtschaftlichkeit,

Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit. Genau hier setzt

Aerzen an. Unser Anspruch ist es, Energieeffizienz kontinuierlich

neu zu denken und technologisch weiter voranzutreiben. Mit

innovativen Konzepten, neuen Werkstoffen und optimierten

ENERGIEEFFIZIENZ IST EIN

WESENTLICHER HEBEL, UM

KOSTEN ZU SPAREN

Strömungs- und Rotorgeometrien erschließen wir regelmäßig

zusätzliche Effizienzpotenziale. Ein aktuelles Beispiel sind unsere

neuen zweistufigen, ölfreien Verdichter, bei denen wir durch

eine neu entwickelte Rotorgeometrie Energieeinsparungen von

bis zu 12 Prozent realisieren konnten. Das sind keine

theore tischen Werte, sondern messbare Verbesserungen im

industriellen Alltag. Gleichzeitig betrachten wir Energieeffizienz

niemals isoliert auf die einzelne Maschine. Ein Kompressor ist

immer Teil eines Gesamtsystems und genau dort liegen häufig

die größten ungenutzten Potenziale. Neben der eigentlichen

Verdichtung spielen die Druckluftaufbereitung, die Rohrleitungsführung,

der Maschinenraum und dessen Belüftung eine

entscheidende Rolle. Schon eine unzureichende Belüftung kann

zu einer Temperaturerhöhung von zehn Grad führen und die

Effizienz um etwa drei Prozent reduzieren. Unser Ansatz ist

daher ganzheitlich. Wir begleiten unsere Kunden von der Analyse

bis zur Auslegung eines optimal abgestimmten Druckluftsystems

– auf Wunsch inklusive Aufbereitungstechnik, Rohrleitungsdesign

und Bewertung der räumlichen Gegebenheiten. Darüber

hinaus setzen wir zunehmend auf digitale Lösungen:

01 Die 2-stufigen

Druckluft-Kompressoren

der Baureihe DS verdichten

absolut ölfrei und bieten

eine kompakte Plug-and-

Play-Lösung – nicht nur

für sensible

Anwendungsbereiche

Monitoring- und Überwachungssysteme helfen,

Leckagen frühzeitig zu erkennen und Energieverluste

konsequent zu vermeiden. Druckluft effizient zu

erzeugen, um sie anschließend ungenutzt entweichen zu

lassen, ist weder wirtschaftlich noch zukunftsfähig.

Nicole Steinicke: Im Hinblick auf Prozessoptimierung: Lohnt

sich für Unternehmen eher die Investition in neue

Kompressoren oder lassen sich Einsparpotenziale häufig auch

durch Retrofit-Maßnahmen realisieren?

STEPHAN BRAND: Ob sich eine Neuinvestition oder ein Retrofit

empfiehlt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend

ist der individuelle Anwendungskontext. Energieeffizienz ist

immer eine Frage der Gesamtbetrachtung und muss fundiert

kalkulatorisch begleitet werden. Dabei spielen zahlreiche Parameter

eine Rolle: die heute installierte Maschinentechnik, die

geplante zukünftige Lösung, Baugröße und Auslegung des

Aggregats, der tatsächlich benötigte Volumenstrom sowie die

erforderliche Antriebsleistung.

Ein besonders wesentlicher Faktor ist das Betriebsprofil. Läuft ein

Kompressor im Dauerbetrieb mit 8.000 bis 8.800 Stunden pro Jahr,

wirken sich Effizienzsteigerungen unmittelbar und sehr deutlich

auf die Energiekosten aus – hier kann sich eine Neuinvestition

häufig vergleichsweise schnell amortisieren. Bei intermittierendem

Betrieb hingegen kann ein gezielt eingesetztes Retrofit eine

wirtschaftlich und technisch sinnvolle Alternative darstellen.

Unabhängig von der gewählten Lösung beginnt jede Prozessoptimierung

jedoch mit einer grundlegenden Frage: Wie hoch

ist der tatsächliche Druckluftbedarf? In der Praxis werden

Anlagen häufig bewusst überdimensioniert, um vermeintliche

Reserven zu schaffen. Das führt jedoch dazu, dass der Kompressor

dauerhaft außerhalb seines optimalen Wirkungsgrades betrieben

wird – mit entsprechendem Energieverlust.

Unser Ansatz ist daher klar: Zunächst analysieren wir

gemein sam mit dem Kunden den realen Bedarf und das

Lastprofil. Auf dieser Basis lässt sich entscheiden, ob eine

modernisierte Bestandsmaschine, eine neue, effizientere

Technologie oder eine Kombination aus beidem den größten

Mehrwert bietet. Ziel ist stets eine maßgeschneiderte Lösung,

die nicht nur technisch überzeugt, sondern langfristig

wirtschaftlich und energetisch sinnvoll ist.

Nicole Steinicke: Für viele Industrien spielt saubere Druckluft

eine zentrale Rolle. Wie wichtig ist Ölfreiheit gerade bei

Schüttgut- oder Prozessanwendungen?

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 15


VERFAHREN UND ANLAGEN

02 Aerzen

Drucklufttechno

logien – so

vielfältig wie ihre

Anwendungen

STEPHAN BRAND: Die Bedeutung ölfreier Druckluftlösungen

hängt unmittelbar von der jeweiligen Anwendung und dem zu

fördernden Produkt ab. In robusten Schüttgut-Anwendungen,

etwa in der Zementindustrie, stehen in erster Linie Förderleistung,

Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit im Fokus. Geringfügige

Ölanteile haben hier in der Regel keinen Einfluss auf Produktqualität

oder Prozessstabilität. In sensiblen Bereichen der

Prozessindustrie sieht die Situation jedoch anders aus. In der

Chemie-, Pharma-, Halbleiter- oder Lebensmittelindustrie ist

die Produktreinheit ein zentrales Qualitäts- und Sicherheitskriterium.

In solchen Anwendungen ist ölfreie Verdichtung

daher kein optionales Feature, sondern zwingende Voraussetzung.

Ölfreie Kompressor-Technologie gewährleistet, dass weder das

Fördermedium noch das Endprodukt in irgendeiner Form

kontaminiert wird. Gleichzeitig schafft sie Prozesssicherheit

über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – von der

Rohstoffförderung über den pneumatischen Transport bis hin

zum Endprodukt.

Nicole Steinicke: Welche Bedeutung hat die PFAS-Freiheit bei

Druckluftlösungen?

STEPHAN BRAND: Neben Ölfreiheit gewinnt zunehmend auch

die PFAS-Freiheit von Druckluftsystemen an Bedeutung. PFAS,

die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“, sind in sensiblen

Anwendungen wie der Lebensmittelindustrie oder der Pharmazie

vollkommen unzulässig, da sie sich langfristig in Produkten und

Umwelt anreichern könnten.

Für unsere Kunden bedeutet das: Es reicht nicht mehr, die

Druckluft lediglich ölfrei bereitzustellen. Vielmehr muss die

gesamte Druckluftförderung PFAS-frei erfolgen, vom Kompressor

über die Aufbereitung bis hin zu Rohrleitungen und

Endanwendungen. Nur so lässt sich eine absolut reine Druckluft

erzeugen, die höchste Produktreinheit, Prozesssicherheit und

regulatorische Compliance gewährleistet.

Die Aerzener Maschinenfabrik sieht hierin einen zentralen

technologischen Trend: die Entwicklung von Druckluftsystemen,

die nicht nur effizient und ölfrei, sondern auch vollständig frei

von PFAS und anderen kritischen Substanzen arbeiten. Damit

können unsere Kunden langfristig nachhaltige und sichere

Produktionsprozesse gestalten.

Nicole Steinicke: Welche Branchentrends oder regulatorischen

Anforderungen prägen aktuell die Auslegung von Druckluftsystemen,

etwa im Hinblick auf Emissionen, Energieeffizienz

oder saubere Druckluft?

STEPHAN BRAND: Regulatorische Anforderungen und Branchentrends

spielen heute eine zentrale Rolle bei der Planung

und Auslegung von Druckluftsystemen. Ein aktuelles Beispiel ist

die zunehmende Regulierung im Bereich PFAS-freier Druckluft,

über die wir bereits gesprochen haben. Solche Vorgaben werden

in Zukunft maßgeblich Einfluss auf die Auswahl von Kompressoren

und die gesamte Prozesskette haben.

Darüber hinaus gibt es klare Vorgaben in Bezug auf die

Antriebstechnik: Energieeffizientere Motoren und optimierte

Antriebsstränge sind in vielen Industrien bereits Standard und

werden zunehmend regulatorisch gefordert. Auch branchenspezifische

Zertifikate, wie etwa ISO 22000 für die Lebensmittelindustrie

oder Umweltzertifizierungen, setzen klare Rahmenbedingungen

für Hygiene, Produktreinheit und Nachhaltigkeit.

Für uns bei Aerzen bedeutet das, dass wir unsere Kunden nicht

nur technologisch beraten, sondern proaktiv Lösungen entwickeln,

die heute schon regulatorische Anforderungen erfüllen und

16 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN

gleichzeitig zukunftsfähig sind. Nachhaltige, saubere und

energieeffiziente Druckluftsysteme sind damit nicht nur ein

technisches Muss, sondern ein strategischer Wettbewerbsvorteil.

Nicole Steinicke: Wie unterstützen Ihre Kompressorsysteme

die Prozessdatenerfassung und -auswertung in Industrie-4.0-

Umgebungen? Welche Rolle spielen Digitalisierung,

Vernetzung und Smart-Features wie Condition Monitoring

oder Predictive Maintenance für Ihre Produkte?

STEPHAN BRAND: Digitalisierung und Vernetzung sind zentrale

Bausteine moderner Druckluftsysteme. Unsere Kompressoren sind

von Haus aus „IoT-ready“ und verfügen über digitale

Maschinensteuerungen, die nahtlos in übergeordnete Produktionsund

Maschinensteuerungssysteme integriert werden können. Für

unsere Kunden eröffnen sich dadurch vielfältige Möglichkeiten:

Sie können optional auf Smart-Funktionen wie Condition

Monitoring, Predictive Maintenance oder Energiemanagement

zugreifen. So lassen sich Anlagenzustände in Echtzeit überwachen,

Wartungsbedarfe frühzeitig erkennen und der Energieeinsatz

entlang des gesamten Druckluftsystems optimieren.

Darüber hinaus bieten wir modulare Softwarelösungen in der

Cloud an, mit denen Kunden ihren Maschinenpark zentral steuern,

überwachen und analysieren können. Das erleichtert nicht nur

die Planung und Instandhaltung, sondern ermöglicht auch

datenbasierte Entscheidungen, die die Effizienz, Verfügbarkeit

und Lebensdauer der Anlagen deutlich erhöhen. Mit unseren

„Smart Compressors“ machen wir Druckluftsysteme damit zu aktiven

Partnern in der Industrie 4.0: vernetzt, transparent und auf

maximale Wirtschaftlichkeit und Prozessstabilität ausgerichtet.

Nicole Steinicke: Können Sie ein aktuelles Praxisbeispiel (Use

Case) nennen, bei dem Ihre Lösungen entscheidend zur

Steigerung von Produktivität oder Anlagenverfügbarkeit

beigetragen haben?

STEPHAN BRAND: Ja, natürlich. Druck- oder Prozessluft wird in

den unterschiedlichsten Anwendungen und Industrien eingesetzt.

Ein spannendes Einsatzgebiet ist zum Beispiel die Lachszucht. Die

hier eingesetzte Prozessluft beziehungsweise Druckluft, die in

der Regel für die pneumatische Förderung des Fischfutters

genutzt wird – stellt einen zentralen Faktor für einen zuverlässigen

und energieeffizienten Fütterungsprozess dar. Ein aktuelles

Beispiel stellt ein Technologiewechsel bei einem südamerikanischen

Aquakulturunternehmen dar. Hier wurde bei der

Prozesslufterzeugung von herkömmlichen Drehkolbengebläsen

auf deutlich effizientere Schraubengebläse umgestellt. Die

Einsparungen von rund 60.000 US Dollar pro Zyklus resultieren

vor allem aus den mehr als 30 % reduzierten Energiekosten

sowie niedrigeren Betriebs- und Wartungskosten. Gleichzeitig

wurden die CO₂ Emissionen um ca. 174 Tonnen gesenkt und die

Anlagenverfügbarkeit deutlich erhöht. Dank dieser Energieeinsparungen

und der konstant hohen Prozessluftqualität

können nun sogar zwei zusätzliche Produktionslinien bei unveränderten

Stromkosten betrieben werden. Die robuste, wartungsfreundliche

Bauweise der Aggregate sorgt zudem für lange und

zuverlässige Maschinenverfügbarkeit.

Nicole Steinicke: Was zeichnet die Produkte von Aerzen aus,

wo sehen Sie die USPs – sowohl technologisch als auch im

Hinblick auf Service und Nachhaltigkeit?

STEPHAN BRAND: Die Produkte der Aerzener Maschinenfabrik

zeichnen sich durch konsequente Innovationskraft, hohe Qualität

und weltweite Servicekompetenz aus. Energieeffizienz ist dabei

ein zentraler Treiber unserer Entwicklung: Unsere Kompressoren,

Gebläse und Turbogebläse erreichen Spitzenwerte in Effizienz

03 „Mit innovativen Kompressoren, ganzheitlichen Systemlösungen

und smarten Technologien hilft die Aerzener Maschinenfabrik ihren

Kunden, Prozesse nachhaltiger, zuverlässiger und wirtschaftlicher zu

gestalten“, resümiert Stephan Brand.

und Ressourcenschonung, die wir durch kontinuierliche

Forschungs- und Entwicklungsarbeit immer weiter optimieren.

Darüber hinaus setzen wir auf ganzheitliche Lösungen: Unsere

Systeme sind nicht nur technisch ausgereift, sondern lassen sich

weltweit implementieren und betreuen – vom Engineering über

die Inbetriebnahme bis hin zum Service vor Ort. Kunden

profitieren von langlebigen, robusten Maschinen, die oft über 20

bis 30 Jahre zuverlässig im Einsatz bleiben.

Innovation ist unsere DNA. Unsere Kompressoren bieten heute

bereits Funktionen, die über die reine Verdichtung hinausgehen:

digitale IoT-Dienste, Condition Monitoring, Predictive Maintenance,

PFAS- und ölfreie Technologien, moderne Schalt- und

Regeltechnik – all das schafft messbaren Mehrwert für unsere

Kunden. Kurz gesagt: Wer sich für Aerzen entscheidet, investiert

nicht nur in ein Produkt, sondern in ein umfassendes, zukunftsfähiges

und weltweit verfügbares System, das höchste Energieeffizienz,

Zuverlässigkeit und Prozesssicherheit miteinander

verbindet – und damit deutlich über den Standard hinausgeht,

den der Markt heute bietet.

Nicole Steinicke: Welche technologischen oder marktseitigen

Entwicklungen werden Ihrer Meinung nach die nächsten fünf

Jahre prägen?

STEPHAN BRAND: So ein weiter Blick in die Zukunft ist natürlich

nicht immer ganz so einfach zumal die politischen und

wirtschaftlichen Parameter starken Veränderungen unterliegen.

Aber basierend auf den Lebenszykluskosten eines Drucklufterzeugers

wird sicherlich das Thema Energieeffizienz weiter vorherrschend

sein. Und in Industriebereichen oder auch in Ländern,

in denen dies bisher eher eine untergeordnete Rolle gespielt

hat, wird der energieeffiziente Betrieb eines Druckluftsystems

deutlich an Bedeutung gewinnen. Und in diesem

Zusammenhang wird auch der Systemansatz, d. h. die ideale

und maßgeschneiderte Kombination der einzelnen Druckluftkomponenten

zueinander inklusive deren Vernetzung den

Markt-bedarf stark prägen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bilder: Aufmacher + 01 Köhler+Partner, sonstige Aerzen

www.aerzen.com

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VERFAHREN UND ANLAGEN

MESSEN SOLIDS UND

RECYCLING-TECHNIK 2026

JUBILÄUM IN

DORTMUND

Messetage: 18. – 19. März 2026

Zeit: 9∶00 bis 17∶00

(am 19. bis 16∶00)

Ort: Messe Dortmund, Hallen 4, 5,

6 & 7, Rheinlanddamm 200,

44139 Dortmund

Preis: 2-Tagesticket 40 €;

kostenlos mit Code 1627

Auf der Solids Dortmund, der Fachmesse für Granulat-, Pulver- und Schüttgut-

Technologien, stehen am 18. und 19. März Lösungen für das Verarbeiten,

Handhaben, Lagern, Transportieren und Analysieren von Schüttgütern im

Mittelpunkt. In diesem Jahr gibt es zudem besonderen Anlass zur Freude,

denn die Messe feiert ihr 20-Jähriges Jubiläum in Dortmund.

Die Jubiläumsausgabe der Solids steht unter dem Motto

„Ideen, die bewegen. Lösungen, die bleiben.“ Die

Aussteller präsentieren wieder die vollständige Wertschöpfungskette

der mechanischen Verfahrenstechnik

für fein- bis grobkörnige Materialien: Angefangen bei Förder-,

Dosier- und Siebtechnik über Zerkleinerungs-, Misch- und

Lagertechnik bis hin zu Entstaubungs-, Filtrations- und

Prozessautomatisierungslösungen für verschiedene Materialien.

Parallel findet die Recycling-Technik Dortmund statt, die sich

als Fachmesse auf Maschinen, Anlagen und Komponenten für

die Wiederaufbereitung und für die umweltgerechte Entsorgung

konzentriert.

Die enge Verzahnung von Schüttgut- und Recycling-Branche

soll Synergieeffekte im Sinne ressourcenschonender Lösungen,

sowie höherer Effizienz und nachhaltiger Ansätze generieren.

Bei beiden Messen stehen Materialströme und -verarbeitung im

Mittelpunkt. Besucher aus der schüttgutverarbeitenden Industrie

und aus der Recycling-Wirtschaft profitieren von der großen

Schnittmenge an Themen.

So kommen etwa Schüttgut-Technologien in Recyclingprozessen

zum Einsatz, um den Transport wiederverwertbarer

Materialien erkennbar zu verbessern. Gleichzeitig finden

Recycling- Technologien mit ihren innovativen Sortier- und

Aufbereitungsverfahren Verwendung in Schüttgutprozessen, was

wiederum die Ausbeute wertvoller Ressourcen optimiert.

NEUE AUSSTELLER UND TREUE WEGBEGLEITER

Auf der diesjährigen Veranstaltung präsentieren nationale und

internationale Unternehmen in vier Hallen neue und bewährte

Technologien und Lösungen. Viele von ihnen haben sich zum

wiederholten Mal für eine Teilnahme entschieden. Darunter AZO,

Ebro Armaturen, GKM Siebtechnik, Jacob, Kitzmann, Rembe,

SEW-Eurodrive und mehreren anderen.

„Seit zwei Jahrzehnten ist die Solids Dortmund ein fester

Bestandteil unseres Messekalenders und aus unserem Jahresrhythmus

kaum noch wegzudenken. Die persönliche Atmosphäre

und die wertvollen Kontakte machen sie einzigartig“, betont

Kevin Schneider von GKM Siebtechnik.

Darüber hinaus sind aber auch neue Technologie-Anbieter mit

an Bord, darunter Fumex, Habasit, Heidland, IFA Technology,

Michel Tube Engineering und S&Z Verpackung.

18 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN

01

02

NEUER AUSSTELLUNGSBEREICH

PROZESSAUTOMATISIERUNG

Besucher erwarten dieses Jahr ein neuer Ausstellungsbereich

zum Thema Prozessautomatisierung, eine Start-up-Area, Live-

Explosions-Vorführungen durch Rembe sowie ein hochkarätiges

Vortragsprogramm auf mehreren Bühnen.

In der Special Area Prozessautomatisierung erhalten Besucher

Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Automatisierungstechnik.

Die präsentierten Lösungen sollen Anwender dabei unterstützen,

ihre Produktionsprozesse nachhaltiger und leistungsfähiger zu

BESUCHER DER ZWEI MESSEN

PROFITIEREN VON DER GROSSEN

SCHNITTMENGE AN THEMEN

gestalten. Dazu zählen Integrated Services wie Datenintegration

und Datenanalyse, Cloud-basierte Lösungen, Fernüberwachung

und -steuerung, Predictive Maintenance und Kommunikation in

Echtzeit. Unter den Ausstellern sind dieses Jahr mit dabei BSG

Bruckmann Steuerungstechnik, MaintMaster Systems, Di Matteo

Förderanlagen, Opdenhoff und Sachtleben Technology. Ergänzt

wird das Angebot durch Human-Machine Interfaces (HMI),

Manufacturing Execution Systems (MES), Sensoren, Schalter

sowie Kontroll- und Steuerungssysteme. Diese Technologien

sind essenzielle Bausteine für die zunehmende Digitalisierung

und Effizienzsteigerung in der Prozessindustrie.

Zusätzlich erwartet die Besucher die speziell geschaffene

Start-Up-Area, wo junge Unternehmen wie Mineral Waste

Manager, Optocycle, Reuter Fertigungstechnik oder TEL sich

präsentieren. Sie stellen ihre Produkte für die Schüttgut- und

Recycling-Industrie nicht nur im Rahmen der Ausstellung, sondern

auch in Form eines Vortrags auf der Impuls Center Bühne

einem breiten Fachpublikum vor.

GROSSES ANGEBOT AN VORTRÄGEN

UND PANELS

Das Solids Innovation Center in Halle 4 bietet Fachbesuchern

Vortragsreihen von Experten, die über Forschung, Entwicklung

und zukünftige Trends berichten. Unter anderem ist ein Panel zu

„Cyber Security“ geplant. Im Vortragforum von Dr.-Ing. Matthias

Kaul vom Institut für Partikeltechnologie, Bergische Universität

Wuppertal, dreht sich alles um das Thema „Staubfreisetzung bei

der Handhabung von Pulvern, Granulaten und Schüttgütern“. Ein

weiteres Vortragspanel steht unter dem Motto: „Wir mischen mit!

Innovative Mischprozesse für Pulver in der Lebensmittelindustrie“,

von Prof. Rainer Barnekow von der Technischen Hochschule

Ostwestfalen-Lippe.

01 Das Solids Innovation Center in Halle 4 bietet Fachbesuchern

Vortragsreihen von Experten

02 Die Fachmesse Solids feiert dieses Jahr ihr zwanzigjähriges

Jubiläum in Dortmund

Im Impuls Center in Halle 4 richten sich die Inhalte besonders an

Fachbesucher, die neue Denkanstöße für ihren Arbeitsalltag

suchen. Neben Fachthemen ergänzen branchenfremde Keynotes

aus der Welt des Fußballs oder der Unternehmensberatung das

Programm. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Leadership,

Digitalisierung, Nachhaltigkeit, resiliente Unternehmenskultur

oder DEI (Diversity, Equity & Inclusion). Auf dieser Bühne wird

es zudem verschiedene Panels zu Prozessautomatisierung und

KI, zur Unternehmensnachfolge geben.

Im Solution Center in Halle 5 erhalten Fachbesucher praxisnahe

Informationen aus erster Hand zu konkreten Lösungen aus der

Prozessindustrie und können diese anschließend mit ihren

eigenen Anwendungen abgleichen.

Zudem organisiert die Intercontinental Association of Experts

for Industrial Explosion Protection (IND EX) ihr „Explosion

Safety Forum“. Die Veranstaltung findet am 18. März vormittags

statt und richtet sich an Fach- und Führungskräfte mit Interesse

an Explosionsschutz und Prozesssicherheit.

Zur Einstimmung auf die Messe gibt es den neuen Podcast

„BULK TALK“. Mit Experten tauchen Hörer in Branchenthemen

ein und können sie auf dem Messe-Duo vertiefen. Der Branchenkanal

liefert Fachinterviews, Hintergrundgeschichten und

Trends: von Predictive Maintenance über Kunststoff- und

Baustoffrecycling bis zu KI in Produktionsprozessen.

Fachbesucher finden auf den Schwesterveranstaltungen Solids

und Recycling-Technik in Dortmund konkrete Lösungen für

Aufgaben beim Schüttguthandling, bei Energieeffizienz und

Prozessoptimierung an zwei kompakten Tagen mit Ausstellung

und vielfältigem Rahmenprogramm.

Bilder: Easyfairs

www.solids-recycling-technik.de

UNTERNEHMEN

Easyfairs Deutschland GmbH

Balanstraße 73, Haus 8, 81541 München

Tel. 089 127 165 0

E-Mail: solids@easyfairs.com

recycling-technik@easyfairs.com

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SCHMIER- UND WARTUNGSFREIE SPANNVORRICHTUNGEN FÜR DISSOLVER

DISPERGIEREN MIT PRÄZISION

Vom Labor bis zur Kleinproduktion entwickelt der Sondermaschinenbauer

VMA-Getzmann hochwertige Dissolver. Sie kommen zum Einsatz bei anspruchsvollen

Anwendungen zum Beispiel im Bereich Farben und Lacke. Für die präzise

und sichere Behälterspannung in seinen neuen, kompakten Labordissolvern setzt

das Unternehmen auf eine gemeinsam mit Igus entwickelte, maßgeschneiderte

Lösung: ein Drylin-Spannsystem mit Spindelachse, das Schmier- und Wartungsfreiheit,

eine einfache Montage und hohe Stabilität bietet.

Ob Autolacke, Künstlerfarben, Zahnkeramik oder

Smartphone-Beschichtungen: Die Maschinen von

VMA-Getzmann kommen überall dort zum Einsatz, wo

Unternehmen Pigmente, Additive und Lösemittel für

die Herstellung von flüssigen Medien mischen müssen. Die

Herausforderung: Pigmente besitzen starke Haftkräfte, die es zu

überwinden gilt, um ein homogenes und qualitativ hochwertiges

Endprodukt zu erzielen. Das sich in einem Behälter langsam

drehende Produkt trifft dabei auf eine extrem schnell drehende

Dispergierscheibe. Die hier entstehende Scherung reicht aus, um

die Haftkräfte der Pigmente zu überwinden und diese dadurch

bis zur gewünschten Partikelgröße zu zerkleinern.

Dieses Verfahren nennt sich Dispergieren und ist das Spezialgebiet

von VMA-Getzmann. Das Unternehmen aus Reichshof im

Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen ist führender

Hersteller besonders innovativer und hochwertiger Dispergieranlagen.

Der Sondermaschinenbauer fokussiert sich dabei auf

Anlagen für kleinere Produktionsmengen: Vom Labor (kleine

Mengen ab 100 Milliliter) über Technikum (Mengen von zirka

fünf bis 100 Liter) bis hin zur Kleinproduktion (Mengen bis 2.000

Liter). „Vor allem im Labor wird mit minimalen Rohstoffmengen

gearbeitet“, sagt Christian Getzmann. „Die Rohstoffe sind meist

sehr teuer und empfindlich. Da muss jeder Prozessschritt sitzen

und die Maschine präzise und zuverlässig arbeiten.“

QUALITÄT AUS TRADITION

Angefangen hat alles bereits in den 1970er Jahren, als Hermann

Getzmann, damals im Vertrieb für Viskosimeter tätig, erste

eigene Dissolver in kleinem Maßstab fertigte. Mit dem Fokus auf

Qualität und Präzision entwickelte sich VMA-Getzmann seit der

Gründung 1980 über die Jahrzehnte zu einem weltweit gefragten

Spezialisten für Dispergier- und Dissolvertechnologie. Heute

beschäftigt das Unternehmen rund 70 Mitarbeiter am Standort

Reichshof. Anfang der 1990er Jahre stiegen auch die Söhne des

Firmengründers, Christian und Martin Getzmann ein, die heute

das Familienunternehmen gemeinsam als Geschäftsführer leiten.

Rund 60 Prozent seiner Maschinen exportiert das Unternehmen

an Kunden weltweit; angefangen bei Ein-Personen-Betrieben bis

hin zum Großkonzern.

Besonders gefragt sind die Maschinen in Bereichen, in denen

hochwertige Farben und Lacke mit besonderen Eigenschaften

20 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN

01 Der neue Labordissolver Dispermat CV3evo vereint

innovative Technik mit ergonomischem Design

01

02 Auch Gleitlager und Flanschlager von Igus kommen

in diversen Anlagen von VMA-Getzmann zum Einsatz

verarbeitet werden. Aber auch in anderen Bereichen wie

Beschichtungen für Batterien und Brennstoffzellen sind die

Maschinen zunehmend gefragt. „Im Zuge neuer Technologien

entwickeln auch wir uns immer weiter. Wir arbeiten stetig daran,

unsere Maschinen zu verbessern“, erklärt Christian Getzmann.

„Denn unsere Kunden investieren in Anlagen, die langlebig und

zuverlässig sein müssen, um verlässlich hohe Qualitätsstandards

zu erzielen.“ Neben der Fertigung vor Ort setzt VMA-Getzmann

daher auch auf eine 100-Prozent-Prüfung aller Maschinen vor

Auslieferung. Ein Qualitätsanspruch, der sich auch in der Wahl

der Maschinenkomponenten von Igus widerspiegelt.

QUALITÄT TRIFFT INNOVATION

Der erste Kontakt zu Igus entstand vor rund 20 Jahren auf einer

Messe. Seitdem kommen in den Maschinen von VMA-Getzmann

immer wieder Igus-Komponenten aus Hochleistungskunststoff

zum Einsatz. Darunter sind Energieketten, Gleitlager und

Flanschlager. „Wir wollen Standards setzen in unserer Branche“,

betont Getzmann. „Das geht nur mit Partnern, die denselben

Anspruch an Qualität haben wie wir.“ Ein aktuelles Beispiel für

die erfolgreiche Zusammenarbeit ist der neue Labordissolver

Dispermat CV3evo für Produktionsmengen von 0,05 bis 7 Liter.

Mit einem Designbüro zusammen entwickelte VMA-Getzmann

ein kompaktes Gerät, das innovative Technik und ergonomisches

Design vereint. „Unser Anspruch war, die Technik zu verbessern,

ohne teurer zu werden, und gleichzeitig eine ansprechende Optik

DIE STARKEN HAFTKRÄFTE DER

PIGMENTE MÜSSEN FÜR HOMOGENE,

HOCHWERTIGE ENDPRODUKTE

ÜBERWUNDEN WERDEN

zu erzielen“, so Martin Getzmann. Der Dispermat CV3evo ist mit

einer elektrischen Höhenverstellung ausgestattet und kann für

viele Aufgabenstellungen eingesetzt werden – ob dispergieren,

vakuumdispergieren, feinmahlen, emulgieren oder lösen. Für die

Behälterspannvorrichtung setzt das Unternehmen auf eine

gemeinsam mit Igus entwickelte, individuelle Lösung: eine

Drylin-Spannvorrichtung mit Spindelachse – manuell verstellbar

per Handrad.

EINFACHE MONTAGE, PRÄZISE VERSTELLUNG,

HOHE STABILITÄT

Die Lösung ersetzt eine bisherige Eigenkonstruktion. Sie

überzeugt durch eine einfache Montage, eine präzise Verstellung

und eine hohe Stabilität. Bei Drehzahlen von bis zu 20.000 U/min

ist eine sichere Behälterspannung essenziell.

„Wenn der Behälter nicht richtig fixiert ist, kann er sich

mitdrehen – das ist ein echtes Arbeitsschutzthema“, sagt

Christian Getzmann. Die neue Drylin-Lösung sorgt für präzise

Fixierung und verhindert ungewollte Bewegungen auch beim

Dispergieren von Medien mit hoher Viskosität.

Der Gewindetrieb des Spannsystems basiert wie bei allen Igus

Spindelachsen-Lösungen auf einer schmierfreien Gewindemutter

aus Hochleistungskunststoff. Integrierte Festschmierstoffe in den

Hochleistungspolymeren ermöglichen einen Trockenlauf ohne

Schmieröl oder -fett. Besonders in Laborumgebungen, in denen

Staub und Pigmentreste mit Schmiermitteln reagieren können,

ist das von Vorteil. Auf Kunststoffmutter und Spindel abgestimmte

Eigenschaften und Geometrien sorgen zudem für eine höhere

Lebensdauer und Effizienz.

„Die neue Spannvorrichtung ist nicht nur stabiler, sondern auch

wartungsfrei“, erklärt Christian Getzmann. „Durch die Wartungsfreiheit

und die einfache Montage profitieren unsere Kunden von

einer erheblichen Zeitersparnis.“ Die neue, maßgeschneiderte

Lösung kommt inzwischen auch in den nächstgrößeren Maschinen,

den Hochleistungsdissolvern Dispermat AE mit einer

Produktionsmenge von 0,25 bis 200 Litern, serienmäßig zum

Einsatz. Perspektivisch ist eine sukzessive Umsetzung in weiteren

Serien geplant.

ZUVERLÄSSIGKEIT ALS ERFOLGSFAKTOR

Neben der technischen Qualität schätzt VMA-Getzmann vor

allem die Liefertreue und den kompetenten, schnellen Austausch

mit Igus. „Wenn Igus einen Liefertermin nennt, wird der auch

eingehalten“, sagt Christian Getzmann. „Und wenn wir Fragen

haben, ist sofort jemand zur Stelle.“

Die geografische Nähe zum Igus-Hauptsitz in Köln erleichtert

die Zusammenarbeit zusätzlich. „Mit Igus haben wir einen Partner

gefunden, der denselben Qualitätsanspruch hat wie wir. Wir

entwickeln gemeinsam Lösungen, nicht jeder für sich“, ergänzt

Martin Getzmann. „Das macht den Unterschied, wenn es darum

geht, technische Innovation voranzutreiben.“

Bilder: Igus

www.igus.de

02

UNTERNEHMEN

igus SE & Co. KG, Spicher Str. 1a

51147 Köln

Tel. 02203 9649-0

AUTOR

Cemal Kuqi, technischer Verkaufsberater

drytech Lagertechnik bei igus

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 21


HOCHFUNKTIONALE LEBENSMITTEL SCHONEND TROCKNEN

AROMA-EXPLOSION

Der Trocknungsanlagenspezialist Devex profitiert von aktuellen

Trends in der Lebensmittelindustrie. Neben Vakuumtrocknern

etablieren sich dabei vor allem Gefriertrockner als Lösung für

die bestmögliche Produktqualität.

Beim Anlagenbauer Devex sieht Geschäftsführer Christoph

Markmann einen Wandel beim Lebensmittelkonsum:

„Seit Corona kauft der Endverbraucher Lebensmittel

anders ein. Einerseits sollen Lebensmittel lange haltbar,

andererseits dabei auch gesund sein und lecker schmecken.“

Da kommt Devex mit seinen Trocknungsanlagen ins Spiel für die

schonende Trocknung von Lebensmitteln, in denen ihre natürliche

Farbe, ihr Geschmack und alle Nährstoffe enthalten bleiben.

„Die Lagerfähigkeit der Nahrungsmittel spielt seit der Pandemie

eine Rolle, um sich nötigenfalls auf Engpässe vorzubereiten. Und

mindestens ebenso wichtig: Seitdem gibt es eine neue Aware ness

für gesunde Ernährung.“ Und Markmann muss es als Hersteller

von Trocknungsanlagen für die Lebensmittelindustrie wissen.

„Seit 2020 ist die Nachfrage merkbar angezogen; wir haben bei

unseren Kunden weltweit massiv neue Kapazitäten installiert,

um alle nur denkbaren Lebensmittel zu trocknen.“ Das spiegelt

auch aktuelle Ernährungstrends zu Genuss, Gesundheit und

Longevity wider.

HOCHFUNKTIONALE LEBENSMITTEL ALS

LECKERER SNACK

Der Blick in die Supermarkt- und Drogerieregale zeigt es: War die

Auswahl von Trockenobst vor der Pandemie noch überschaubar,

lassen sich heute getrocknete Früchte vom heimischen Apfel bis

hin zur exotischen Mango und alles dazwischen finden. Das

Trockenobst verzehren Endverbraucher zum Beispiel als Beigabe

zum Müsli, aber auch einfach als Snack zwischendurch. „Die

Entwicklung bei der Trocknung von Obst und Gemüse hat neben

dem Erhalt sämtlicher Inhaltsstoffe aber auch eine ästhetische

Komponente“, sagt Devex-GF Markmann.

„Früher sahen alle getrockneten Früchte aus wie Rosinen. Dank

unserer schonenden Trocknungskonzepte, erhalten unsere Anlagen

aber Form und Farbe des Ausgangsproduktes. Nur das Wasser

trocknen wir aus den Rohstoffen. Dadurch sehen die Produkte fast

wie frisch aus.“

Durch die schonenden Trocknungsverfahren der Anlagen

bleiben fast alle Vitamine, Antioxidantien und besonders die

Polyphenole im Produkt erhalten. „Getrocknetes Obst sorgt für

eine echte Aroma-Explosion beim Konsumenten, da es durch das

Heraustrocknen des Wassers aufkonzentriert, aber trotzdem

noch frisch und fruchtig ist“, erklärt Christoph Markmann.

UNLIMITED SHELF-LIFE:

TROCKNUNG BEI ZIMMERTEMPERATUR

Devex trocknet Lebensmittel mit Vakuum- und Gefriertrocknern.

Die Vakuumtrocknung ist ein Verfahren zur Herstellung von

Instant-Produkten wie Fertigsuppen oder auch verschiedenen

Instant-Getränken angefangen beim Pfirsich-Eistee bis hin zu

Macha Latte.

Aber auch verschiedene Früchte und Gemüse lassen sich per

Vakuumtrocknung behandeln, um die Haltbarkeit zu erhöhen.

„‘Unlimited Shelf-life‘ ist so ein Spruch, den wir unseren Kunden

22 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN

01 Die Gefriertrocknung ist der Goldstandard für die Erhaltung

wichtiger Eigenschaften des Produktes

01

02 Das Produkt wird in den Kammern der Trocknungsanlage

unter Vakuum gesetzt; durch verringerten Luftdruck wird der

Dampfdruck innerhalb der Flüssigkeit größer als der Druck

in der Kammer; dadurch verdampft Wasser bereits unter

20 °C – so werden wertvolle Inhaltsstoffe nicht zerstört

immer gern mitgeben“, sagt Markmann. „Das findet in allen

Bereichen der Lebensmittelindustrie immer ausgesprochen

guten Anklang.“

Der Trocknungsprozess spielt sich dabei so ab: Das Produkt

wird in den Kammern der Trocknungsanlage unter Vakuum

gesetzt. Durch den verringerten Luftdruck (10 – 20 mbar) wird

der Dampfdruck innerhalb der Flüssigkeit – meistens ist das das

Wasser im Produkt – größer als der Druck in der Kammer.

Dadurch verdampft das Wasser bereits unter Zimmertemperatur,

sogar unter 20 Grad. Auf diese Weise werden die wertvollen

Inhaltsstoffe nicht zerstört, so wie es beispielsweise bei

herkömmlichen Sprühtrocknern der Fall ist.

GOLDSTANDARD GEFRIERTROCKNUNG

Die Gefriertrocknung ist eine Variante des Vakuumtrocknens und

sogar noch schonender als die reine Vakuumtrocknung. Den

Vorteil des Verfahrens erklärt Markmann so: „Durch das sehr

vorsichtige Vorfrieren des Produkts bilden sich winzig kleine

Eiskristalle. Diese sorgen dafür, dass Zellstruktur und Farbe,

02

LEBENSMITTELHERSTELLER

BEGLEITET DEVEX VON DER

PRODUKTIDEE BIS ZUR PASS­

GENAUEN TROCKNUNGSANLAGE

beispielsweise von Beeren und vielen anderen Früchten, nach

der Trocknung vollständig erhalten bleiben. Dadurch ist das

Produkt nach der Trocknung optisch kaum von seinen frisch

geernteten Pendants unterscheidbar.“

In der Anlage, die auf etwa 1 mbar evakuiert, wechselt das

Wasser im Rohstoff bei minus 20 Grad den Aggregatzustand

durch Sublimation. Also durch den Übergang des Wassers von

Eis zu Gas. Dieser Dampf wird aus der Kammer abgesaugt.

Zurück bleibt optisch ansprechendes Trockengut.

„Die Gefriertrocknung ist der Goldstandard für die Erhaltung

wichtiger Eigenschaften des Produktes. Unsere Kunden wollen

die ernährungsphysiologischen Eigenschaften der Rohstoffe,

Gemüse oder Früchte unbedingt erhalten. Denn das goutiert der

Endverbraucher durch den Kauf eines hochpreisigen Produktes“,

erläutert Markmann. „Außerdem sind Fruchtsaftkonzentrate aus

dem Gefrierbandtrockner perfekt rücklösbar. Das ist gerade bei

Getränken besonders wichtig, damit der Konsum beim

Endverbraucher durch die schlichte Zugabe von Wasser ganz

unproblematisch ist.“

NEBEN LEBENSMITTELN SIND AUCH

EXOTISCHE ANWENDUNGEN MÖGLICH

Die Devex Trocknungsanlagen kommen aber auch bei etwas

exotischer gelagerten Anwendungsfällen zum Einsatz. „Zurzeit

beschäftigen wir uns damit, via der etwas günstigeren

Vakuumtrocknung Pflanzenbestandteile zu trocknen, aus denen

unser Kunde quasi chemiefrei einen nachhaltigen Klebstoff

herstellen möchte“, verrät Markmann.

Bilder: Devex

www.devex-gmbh.de

UNTERNEHMEN

DEVEX Verfahrenstechnik GmbH

Splieterstraße 70, 48231 Warendorf

Tel. 02581 92723-0

E-Mail: info@devex-gmbh.de

AUTOR

Thomas Lübke, Ofischer Communication

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 23


VERFAHREN UND ANLAGEN

KLEINERE ABMESSUNGEN, LEICHTERE WARTUNG

EXZENTERSCHNECKENPUMPEN

NEU GEDACHT

Exzenterschneckenpumpen gelten traditionell

als platzintensiv in Betrieb und Wartung und

ließen sich deshalb in Anlagen mit begrenztem

Platz nicht ohne Kompromisse einsetzen. Eine

neue Pumpengeneration setzt mit deutlich

reduzierter Baulänge neue Maßstäbe. Ein neues

Ersatzteilkonzept vereinfacht die Wartung

zusätzlich. Die neuen Exzenterschneckenpumpen

machen diese Technologie nun

konkurrenzfähiger denn je.

AxFlow stellt mit der neuen Scion-Baureihe von NOV eine

grundlegend weiterentwickelte Generation moderner

Exzenterschneckenpumpen vor. Die klassischen Kritikpunkte

wie großer Platzbedarf und aufwendige Wartung

wurden systematisch adressiert. Die neue Rotor-Stator-Geometrie

ermöglicht eine wesentlich kürzere Baulänge der Pumpen, ohne

Kompromisse bei der Leistung eingehen zu müssen. Das Stator-

Elastomer lässt sich nun separat wechseln, während das metallische

Gehäuse erhalten bleibt. Konstruktionsansätze mit einem

eingepressten Stator waren in der Vergangenheit oft nur mit

Einbußen bei der Druckleistung der Pumpe realisierbar.

Scion-Pumpen in unterschiedliche Anlagenlayouts. Die verbesserte

Geometrie der Rotor-/Stator-Einheit sorgt nicht nur für neue

Möglichkeiten bei der Anlagenplanung, sondern auch während

des Betriebs für geringe Vibration und Geräusch entwicklung.

Die fast pulsationsfrei arbeitenden Exzenter schneckenpumpen

belasten Leitungen und Armaturen also nicht weiter und

erhöhen so die Anlagenverfügbarkeit insgesamt.

Für unterschiedliche Anwendungen sind Statoren in einer

Werkstoffauswahl aus NBR, EPDM, NBR-FDA, FKM und PU

erhältlich, die in Verbindung mit dem Edelstahl-Hohlrotor

höchste Widerstandskraft gegenüber korrosiven, ölhaltigen und

feststoffbeladenen Fördermedien versprechen. Typische Einsatzgebiete

liegen in der Wasseraufbereitung, etwa beim Fördern von

Abrasionsschlamm, sowie in chemischen Prozessen mit

abrasiven oder korrosiven Stoffen.

VOLLSTÄNDIGE WARTUNG OHNE AUSBAU

Der Stator verfügt über ein teilbares Gehäuse mit austauschbarem

Elastomer-Einsatz, der sich für einen Wechsel separat entnehmen

lässt. Durch die geringere Baulänge wiegt beispielsweise der

Stator des 13er-Pumpenmodells nur noch etwa 12 kg. Im

Vergleich zur bisherigen Bauform mit 67 kg bedeutet dies eine

Gewichtsreduzierung von rund 80 %. Das erleichtert den Statorwechsel

erheblich und reduziert auch den Ersatzteilaufwand.

Auch die Kupplungs- und Getriebekomponenten sind über ein

teilbares Gehäuse zugänglich, so dass die Scion-Pumpen

GERINGE INVESTITIONSKOSTEN

UND NAHEZU PULSATIONSFREIE

FÖRDERUNG

Die neue Scion-Baureihe hingegen verspricht kompromisslose

Performance über das gesamte Druck- und Volumenspektrum.

Für eine vollständige Wartung ohne Ausbau der Pumpen hat

auch die Zugänglichkeit von Kupplungsstange und Getriebe eine

entscheidende Weiterentwickelung erfahren. Entstanden ist so

eine Pumpen baureihe, die in Hinblick auf Kompaktheit und

Wartungs freundlichkeit neue Standards setzt.

NEUE KOMPAKTE GEOMETRIE

Zentrales Merkmal der neuen Scion-Pumpengeneration ist die

überarbeitete Rotor-Stator-Konstruktion mit 2:3-gängiger

Geometrie. Fördereinheit und Kupplungsstange sind deutlich

kompakter gestaltet, so dass die Baulänge des gesamten Pumpenaggregats

von Saug- zu Druckanschluss je nach Modell mehr als

14 cm kürzerer ausfällt als beim Vorgänger. Damit rücken die

Abmessungen der neuen Exzenterschneckenpumpen in den

Bereich von Schlauchpumpen mit vergleichbarer Leistung.

Dieser reduzierte „Footprint“ erleichtert die Integration der

24 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN

Der Stator-Kern

des 13er-Pumpenmodells

wiegt dank

Neuentwicklung nur

noch rund 12 kg

vollständig im eingebauten Zustand gewartet werden können

(„Maintain in Place“).

Gegenüber anderen Technologien wie Drehkolben- oder

Schlauchpumpen überzeugen die Exzenterschneckenpumpen

durch geringe Investitionskosten und nahezu pulsationsfreie

Förderung. Der geringere Footprint und die MIP-Wartung

ermöglichen jetzt eine volle Nutzung dieses Potenzials.

KOMPROMISSLOSE PERFORMANCE

Die Förderleistung der neuen Scion-Exzenterschneckenpumpen

von NOV ist trotz geringerer Baugröße mit max. 410 m 3 /h in der

einstufigen Variante höher als bei den Vorgängerbaureihen

Mono 2000 und Mono EZStrip. Die Druckleistung liegt weiterhin

bei maximal 6 bar beziehungsweise 12 bar in der zweistufigen

Variante. Die neue Scion-Technologie ist in Deutschland exklusiv

bei AxFlow erhältlich. Zum Marktstart in diesem Monat sind die

zehn wichtigsten einstufigen Modellgrößen verfügbar. Im

weiteren Verlauf des Jahres folgen zusätzliche Baugrößen und

daraufhin auch zweistufige Varianten. Eine Ersatzteilversorgung

für die Vorgängermodelle wird durch AxFlow gewährleistet und

größtenteils über das eigene Europäische Zentrallager innerhalb

von 24 Stunden abgewickelt.

Mit der Scion-Baureihe setzt NOV die wichtigsten Kundenanforderungen

um und kombiniert diese mit jahrzehntelangem

Know-how aus der bekannten Mono-Pumpentechnologie. Das

Ergebnis sind die wartungsfreundlichsten und kompaktesten

Exzenterschneckenpumpen des Herstellers bislang. AxFlow ist

autorisierter Service- und Vertriebspartner, sowohl für Mono

Pumpen als auch für die neue Scion-Generation. Mit eigenen

spezialisierten Servicewerkstätten übernimmt AxFlow Wartungsund

Montageleistungen für Exzenterschneckenpumpen und ein

breites Spektrum an Prozesstechnologie.

Bilder: Axflow

www.axflow.de

UNTERNEHMEN

AxFlow GmbH

Theodorstr. 105, 40472 Düsseldorf

Tel. 0211 23806 0

E-Mail: info@axflow.de

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 25


VERFAHREN UND ANLAGEN

VAKUUM-SCHAUFELTROCKNER

PROZESSTECHNISCHE

VORTEILE IN CHEMIE- UND

PHARMAANWENDUNGEN

Mit steigenden Anforderungen in der Chemie- und Pharmaindustrie

rücken Vakuum-Schaufeltrockner VT von Lödige

Maschinenbau in den Fokus. Im Vergleich mit konventionellen

Trocknungsverfahrenen bietet die Vakuumtrocknung

vielfältige verfahrens technische Vorteile. Dazu zählen

produktschonende niedrige Trocknungstemperaturen sowie

hohe erzielbare Verdampfungsraten und daraus resultierende

verkürzte Prozesszeiten.

Führt man eine Vakuumtrocknung in einem horizontal

angeordneten Schaufeltrockner aus, lassen sich die Vorteile

des Trocknungsprozesses mit den verfahrenstechnischen

Möglichkeiten eines horizontalen Pflugscharmischers

kombinieren. Die Mischwerkzeuge erlauben nicht nur Mischgenauigkeiten

von 1:100.000 und höher. Sie unterstützen auch

den Trocknungsprozess entscheidend, indem sie für einen

stetigen Austausch zwischen Heizfläche und Produkt sorgen

und damit einen höchst effektiven Wärmetransfer in das feuchte

Produkt ermöglichen.

SIGNIFIKANT GRÖSSERE

WÄRMEAUSTAUSCHFLÄCHE

Verglichen mit der Alternative eines vertikal angeordneten

Trocknungssystems bieten horizontale Trockner eine signifikant

größere Wärmeaustauschfläche, die ebenfalls zu verkürzten

Trocknungszeiten beiträgt. Darüber hinaus verfügt das System

über Möglichkeiten der Flüssigkeitszugabe und -Verteilung und

lässt sich somit auch gut für Granulierprozesse einsetzen.

Eine druckfeste Bauweise des Prozessraumes ermöglicht das

Fahren von chemischen Reaktionen in der Maschine, die einen

Überdruckbetrieb benötigen oder diesen gegebenenfalls auch

selbst erzeugen. Die verfahrenstechnischen Möglichkeiten dieses

Systems umfassen zudem eine Befüllung oder Entleerung durch

eine integrierte Siebmühle zur Materialvorbehandlung sowie die

Größenkalibrierung des Granulates.

Damit finden sich in der chemischen und pharmazeutischen

Industrie viele Anwendungen und Prozesse, die sich im Vakuum-

Schaufeltrockner VT optimal durchführen lassen. Das zeigen

auch die folgenden Beispiele:

VORTEILE VON

VAKUUM-SCHAUFELTROCKNERN

Chemikalien oder pharmazeutische Wirkstoffe (APIs) haben oft

einen recht hohen Feuchtegehalt, der vor einer Weiterverarbeitung

in ein Endprodukt deutlich reduziert werden muss. Hier zeichnet

sich der Vakuumschaufeltrockner durch hohe Verdampfungsraten

beziehungsweise Trocknungsleistung aus sowie durch die

Option der Niedrigtemperaturtrocknung für temperatursensible

Produkte wie zum Beispiel Hormone, Pflanzenextrakte oder auch

Vitamine.

Für die Herstellung von toxischen chemischen Produkten oder

pharmazeutischen Darreichungsformen mit hochpotenten

Wirkstoffen rückt der Bedienerschutz und damit der Wunsch

nach Containment immer mehr in den Fokus. Durch die

Möglichkeit der Kombination mehrerer Prozessschritte in einem

geschlossenen System eignet sich der Vakuumschaufeltrockner

bestens dafür. Der Bedienerschutz beim Produktein- und

-austrag in oder aus dem System wird durch Containmentklappen

oder Single-Use-Equipment realisiert.

Beim Fertigen von sprudelnden Produkten, wie Brausetabletten

und -Granulaten, wird nach dem Erstellen einer Vormischung

mit anschließender Granulierung zunächst eine chemische

Reaktion eingeleitet, die Kohlensäure freisetzt, und nach kurzer

Reaktionszeit durch ein schlagartiges Verdampfen der im Produkt

enthaltenen Feuchtigkeit unterbrochen.

Der Vakuumschaufel trockner hat sich hier als passendes

System etabliert, da neben dem Mischen und Granulieren auch

das schnelle Verdampfen durch das Anlegen eines hohen

Vakuums problemlos realisiert werden kann. Beim Austrag aus

der Maschine können die trockenen Granulate zusätzlich mittels

einer Siebmühle nachbehandelt werden.

Bild: Gebrüder Lödige Maschinenbau

www.loedige.de

UNTERNEHMEN

Gebrüder Lödige Maschinenbau GmbH

Elsener Straße 7 – 9, 33102 Paderborn

Tel. 05251 309-0

E-Mail: marketing@loedige.de

AUTOR

Dominik Sander, Leiter Vertrieb

Life Science Technology,

Gebrüder Lödige Maschinenbau

26 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


VERFAHREN UND ANLAGEN

KONISCHE SCHNECKENMISCHER

Die Qualitätsanforderungen in der Tierfutterherstellung

steigen kontinuierlich. Gesetzliche

Vorgaben, komplexere Rezepturen und der

Wunsch nach

reproduzierbaren

Ergebnissen

zwingen die

Hersteller dazu,

ihre Prozesse zu

überdenken. In

diesem Kontext

rücken konische Schneckenmischer von De

Dietrich (ehemals Bolz-Summix) in den Fokus.

Sie zeichnen sich durch eine vertikale Behältergeometrie

und eine zentral geführte Mischschnecke

aus, die von einem orbital umlaufenden

Arm bewegt wird. Diese Konstruktion

erzeugt einen dreidimensionalen Produktfluss:

Die Schnecke hebt das Mischgut entlang der

Wand nach oben, die Gravitation sorgt für das

Absinken der Partikel in der Mitte, während die

Orbitalbewegung eine horizontale Komponente

einbringt. Diese simultane Makro- und Mikromischung

gewährleistet eine besonders schonende,

aber wirkungsvolle Homogenisierung, auch

bei empfindlichen oder inhomogenen Rohstoffen.

Das System verhindert Rückentmischung

und erlaubt reproduzierbare Ergebnisse.

www.dedietrich.com/de

DAMPFWÄRMEPUMPENSYSTEM

FÜR INDUSTRIELLEN TROCKNER

Ein Wärmerückgewinnungssystem in Verbindung

mit einer Wärmepumpe, die 139 °C heißen

Dampf erzeugt, wurde als Pilotprojekt bei Philip

Morris International (PMI) in seinem Innovations-

und Schulungszentrum in Bologna in

Betrieb genommen. Das System wird von der

niederländischen

Ingenieurgesellschaft

JOA Air Solutions

bereitgestellt. Es nutzt

eine Hochtemperatur-

Wärmepumpe des

deutschen Start-Ups

SPH Sustainable Process

Heat. Die Pilotanlage hat in den letzten Monaten

den Gasverbrauch des Haupttrockners um 40 bis

50 % gesenkt. Außerdem hat das System 20 bis

30 % des Wassers aus der Abluft zurückgewonnen.

Es erzeugt mithilfe einer Hochtemperatur-

Wärmepumpe direkt Dampf für industrielle

Trocknungsprozesse. Die Lösung gewinnt nicht

nur Energie, sondern auch Wasser aus der Abluft

zurück, indem sie die direkte Wärmerückgewinnung

aus der heißen Abluft mit einer zweistufigen

Hochtemperatur-Wärmepumpe kombiniert.

www.joaairsolutions.com

NIEDRIGE FOLIENSCHÜTTDICHTEN BEI

VOLLEM DURCHSATZ

Zur K 2025 erweiterte Erema das Portfolio um eine leistungsstarke

Doppelschnecken-Technologie. Die neue TwinPro

verbindet die Vorteile eines Doppelschneckenextruders mit den

bewährten Stärken der hauseigenen Preconditioning Unit

(PCU) im Einsatz von spezifischen Recyclinganwendungen. Sie

spielt ihre Stärken besonders beim Recycling von Produktionsabfällen

anspruchsvoller Mehrschichtfolien aus. Auch bei

dünnwandigem Post-Consumer-Mahlgut eröffnet die

Technologie neue Perspektiven. Die Herstellung hochwertiger

Regranulate aus komplexen Inputmaterialien wie etwa

Multilayerfolie aus PE-PA oder PE-EVOH stellt für den

Recyclingprozess eine besondere Herausforderung dar.

Hier setzt die neue TwinPro an: Zentrales Merkmal der Anlage

ist die hocheffiziente Homogenisierung. Die erste Homogenisierung

findet in der Preconditioning Unit (PCU) statt, wo

das Inputmaterial zusätzlich zerkleinert, erwärmt, getrocknet,

verdichtet und gepuffert wird. Dank der patentierten Counter

Current Technologie wird der direkt tangential angeschlossene

Extruder kontinuierlich mit warmem, vorverdichtetem Material

befüllt. Im Doppelschneckenextruder folgt die intensive

Homogenisierung, die bei Multilayerfolien entscheidend ist,

um verschiedene Polymertypen bestmöglich zu mischen. So

entstehen Regranulate mit verbesserten mechanischen

Eigenschaften, wie sie für den Wiedereinsatz in mehrschichtigen

Folien erforderlich sind.

Ursprünglich für komplexe Folienabfälle entwickelt, eröffnet

die TwinPro auch neue Möglichkeiten für den Einsatz von

Doppelschneckenextrudern beim effizienten Recycling von

3D-Verpackungen. Ein konkreter Anwendungsfall sind sortierte,

heißgewaschene PP-Flakes, wie sie beim Recycling von sehr

dünnwandigen Verpackungen wie Joghurtbechern entstehen.

Mit der TwinPro lassen sich diese dünnwandigen Verpackungen

problemlos verarbeiten.

www.erema.com

GEFAHRSTOFFLAGERUNG UND ARBEITSSICHERHEIT

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www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 27

Unbenannt-1 1 21.01.2026 13:44:54


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

SENSORIK ZUR PROZESSÜBERWACHUNG

PHOSPHOR CLEVER

ZURÜCKGEWINNEN

Die Rückgewinnung lebenswichtiger

Rohstoffe rückt zunehmend in den Fokus,

nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern

auch aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Ein

aktuelles Beispiel dafür ist die neue mobile

Phosphorrückgewinnungsanlage der

SF-Soepenberg in Hünxe. Das Unternehmen

setzt auf das eigens entwickelte chemische

Verfahren iPhos zur Auflösung von

Eisen phosphaten aus Klärschlamm,

unterstützt durch präzise und robuste

Messtechnik von Jumo. Das Projekt zeigt, wie

zukunftsfähige Umwelttechnologie und

moderne Sensorik Hand in Hand gehen.

Phosphor ist ein essenzieller Nährstoff für das Pflanzenwachstum

und damit ein Grundpfeiler der weltweiten

Lebensmittelproduktion. Da die natürlichen Phosphorvorkommen

begrenzt und zudem geopolitisch ungleich

verteilt sind, gewinnt die Rückgewinnung von Phosphor zunehmend

an Bedeutung. Deutschland ist vollständig auf Importe

angewiesen, was Abhängigkeiten schafft. Die Bundesregierung

reagierte mit einer klaren Vorgabe: Die überarbeitete Klärschlammverordnung

verpflichtet Betreiber größerer Kläranlagen

ab dem Jahr 2029 zur Rückgewinnung von Phosphor, sofern der

Gehalt im Klärschlamm über 2 % im Trockensubstrat liegt. Ziel ist

es, Nährstoffkreisläufe zu schließen, die Umwelt zu entlasten und

die Versorgung langfristig zu sichern.

01 In der Anlage von

SF-Soepenberg sind verschiedene

Sensoren entlang des gesamten

Rückgewinnungsprozesses verbaut,

die für zusätzliche Sicherheit

und Genauigkeit sorgen. Im Bild

Andree Flach (rechts), Projektmanager

bei SF-Soepenberg GmbH

und Björn Seling, Außendienstmitarbeiter

von JUMO

DAS VERFAHREN – MOBIL, MODULAR UND

RESSOURCENSCHONEND

Die mobile Phosphorrückgewinnungsanlage von SF-Soepenberg

basiert auf einem innovativen Verfahren, das vor Ort auf der

Kläranlage zum Einsatz kommt – ohne aufwendige Transporte

oder energieintensive Verbrennung. Durch gezielte chemische

Reaktionen wird der im Schlamm gebundene Phosphor aus

schwerlöslichen Eisenphosphaten gelöst und einer weiteren

Nutzung zugeführt.

Der Ablauf gliedert sich in mehrere Prozessschritte:

n Schlammentnahme: Der Überschussschlamm wird direkt aus

der Nachklärung oder dem Faulturm entnommen.

n Säuredosierung: Schwefelhaltige Reduktionsmittel senken den

pH-Wert, wodurch der Phosphor in Lösung gebracht wird.

n Reduktionsphase: In einem Mischer oder einer Reaktionsleitung

erfolgt die Mobilisierung des Phosphors in die flüssige

Phase.

n Reaktionsphase: Durch Zugabe von Natriumsulfit wird der pH-

Wert wieder angehoben. Flockungshilfsmittel unterstützen

anschließend die Trennung von Feststoffen und Flüssigkeit.

28 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

n Fest-Flüssig-Trennung: Ein Bandeindicker trennt das

phosphatreiche Filtrat vom Feststoffanteil.

n Phosphatfällung: Im letzten Schritt wird der gelöste Phosphor

gezielt als Struvit oder Calciumphosphat ausgefällt.

Der gesamte Prozess ist so konzipiert, dass bis zu 90 % des im

Klärschlamm enthaltenen Phosphors zurückgewonnen werden

können. Damit bietet das Verfahren nicht nur ökologische

Vorteile, sondern reduziert auch die Entsorgungskosten gegenüber

einer thermischen Monoverbrennung deutlich – und senkt

gleichzeitig die CO₂-Bilanz durch kürzere Transportwege und

niedrigeren Energieeinsatz.

MESSTECHNIK, DIE PROZESSE ERMÖGLICHT

Ein solch präziser chemischer Prozess erfordert zuverlässige und

intelligente Sensorik. Als System- und Lösungsanbieter stellt

Jumo nicht nur einzelne Messgeräte, sondern bietet ein ganzheitliches

Konzept zur Prozessüberwachung an die implementierte

Prozesssteuerung in einem der beiden Lkw-Auflieger. In der

Anlage von SF-Soepenberg sind verschiedene Sensoren entlang

des gesamten Rückgewinnungsprozesses verbaut – darunter zwei

Produktneuheiten, die für zusätzliche Sicherheit und Genauigkeit

sorgen.

n Jumo Delos S02 – der neue Druckmessumformer

Dieser leistungsfähige Druckmessumformer misst zuverlässig

den Druck an kritischen Stellen im Prozess, etwa an Pumpen

oder in Reaktionsbehältern. Der Jumo Delos S02 überzeugt durch

höchste Messgenauigkeit, exzellente Langzeitstabilität und eine

intuitive Bedienung per Bluetooth. Sein drehbares Display

RÜCKGEWINNUNG MIT SYSTEM –

NACHHALTIG UND EFFIZIENT

ermöglicht eine flexible Ausrichtung – ideal bei beengten Platzverhältnissen

oder wechselnden Einbaulagen. Darüber hinaus ist

eine direkte Anbindung an Cloud-Systeme möglich, was eine

einfache Integration in moderne Industrie-4.0-Umgebungen

unterstützt. Damit eignet sich das Gerät für den Einsatz unter

anspruchsvollen Bedingungen und bietet maximale Prozesssicherheit

bei gleichzeitig hoher Benutzerfreundlichkeit.

n Jumo Zelos C01 LS – der neue Grenzstandmelder

Mit seiner kapazitiven Messmethode erkennt der kompakte Jumo

Zelos C01 LS zuverlässig Füllstände von Flüssigkeiten oder anderen

Medien. Er bietet eine hohe chemische Beständigkeit, flexible

Einbaulagen und nutzt moderne IO-Link-Technologie für eine

einfache Einbindung in die digitale Prozesswelt. Medienberührte

Teile bestehen aus PEEK, was eine exzellente Beständigkeit

gegenüber aggressiven Medien gewährleistet. Zur zusätzlichen

Ausstattung zählen serienmäßig eine einzigartige Auto-Kalibrierfunktion,

Kurzschluss- und Verpolungsschutz sowie eine 360°

Statusanzeige nach NE107. Die Kommunikation erfolgt über

IO-Link oder PNP, NPN, Push-Pull. Der Sensor ist für Medientemperaturen

von -40 bis +200 °C ausgelegt, abhängig von der jeweiligen

Ausführung.

Weitere eingesetzte Jumo-Komponenten sind pH- und Redox-

Sensoren zur Überwachung der chemischen Reaktionen,

Temperaturfühler, Füllstandssensoren und Messumformer zur

Umwandlung der Signale. Jumo liefert damit die zentrale

Sensorik für einen stabilen und effizienten Anlagenbetrieb;

abgestimmt auf die individuellen Anforderungen der mobilen

Rückgewinnungslösung.

02 Jumo Delos S02, der neue Druckmessumformer

03 Jumo Zelos C01 LS, der neue Grenzstandmelder

RÜCKGEWINNUNG MIT SYSTEM

Die innovative Phosphorrückgewinnungsanlage der SF-Soepenberg

zeigt, wie eine technisch anspruchsvolle Herausforderung in ein

ökologisch und wirtschaftlich überzeugendes Konzept überführt

werden kann. Mit Jumo als Systemlieferant für präzise Sensorik

und smarte Messtechnik ist der Weg frei für eine sichere, modulare

und zukunftsfähige Lösung im Sinne einer nachhaltigen

Kreislaufwirtschaft. Die Kombination aus innovativer

Verfahrenstechnik und intelligenter Sensorik von Jumo zeigt, wie

moderne Umwelttechnik heute aussieht: flexibel, effizient, digital

und bereit für die Herausforderungen von morgen.

Bilder: SF-Soepenberg/Jumo

www.jumo.net

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JUMO GmbH & Co. KG

Moritz-Juchheim-Str. 1, 36039 Fulda

Tel. 0661 6003-0

E-Mail: mail@jumo.net

AUTOR

Björn Seling, Jumo

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 29


TEMPERATURREGULIERUNG

STABILE PROZESSE: HEIZMÄNTEL

FÜR INDUSTRIEARMATUREN

Damit Prozessstabilität und höchste Produktionsqualität auch bei

temperaturkritischen Medien immer gewährleistet bleiben, sind alle

Industriearmaturen von AVA Alms auch mit maßgeschneiderten und

DGRL-geprüften Heizmänteln erhältlich – gefertigt von Armaturen

Service Alms (ASA), dem Serviceunternehmen der AVA-Gruppe.

30 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

In Anlagen der chemischen und petrochemischen Industrie

bilden Armaturen wichtige Knotenpunkte der oft komplexen

Prozesse. Hochviskose oder besonders temperaturkritische

Prozessmedien stellen Anlagenbauer und -betreiber jedoch oft

vor besondere Herausforderungen. Solche Stoffe ändern

aufgrund von Temperaturschwankungen schnell ihren Aggregatzustand;

manche so stark, dass sie ausflocken, auskristallisieren

oder unterhalb einer bestimmten Temperatur schlicht erstarren

und nicht mehr reibungslos durch die Armatur fließen.

„Das bedeutet eine wesentliche Beeinträchtigung der Produktionsqualität

und kann zu kostspieligen Stillständen führen“, beschreibt

Dirk Baringhorst das unternehmerische Risiko. Er ist Experte für

Heizmäntel bei ASA, dem zur AVA-Gruppe gehörenden Serviceunternehmen

für die Herstellung, Modifikation, Wartung und

Instandhaltung von Industriearmaturen.

Individuell aus Stahl oder Edelstahl gefertigte und

anwendungs spezifisch angepasste Heizmäntel gewährleisten bei

Temperaturschwankungen zuverlässig einen stabilen Prozess.

Sie geben über Heizmedien wie Dampf oder Thermalöl von

außen Wärme an die Armatur ab und stellen so sicher, dass für

das Medium im Inneren sowie die Armatur selbst optimale

HEIZMÄNTEL GEWÄHRLEISTEN

BEI TEMPERATURSCHWANKUNGEN

EINEN STABILEN PROZESS

Temperatur bedingungen herrschen. Auf diese Weise bleibt das

transportierte Medium stets fließfähig und es ist langfristig für

einen zuverlässigen, sicheren und wirtschaftlichen Betrieb

gesorgt. Außerdem wird die gesamte Lebensdauer der Armaturen

effektiv verlängert und teure Ausfälle werden vermieden.

MASSANFERTIGUNG STATT STANDARDLÖSUNG

Für eine hocheffiziente Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems

legt ASA jeden Heizmantel spezifisch auf die Geometrie der

Armatur und die Betriebsparameter von Prozess- sowie Heizmedium

aus. Die Bedingungen jeder Anwendung erhalten umfassende

Berücksichtigung: „Wandstärken, Materialfestigkeiten

oder Korrosionsbeständigkeit werden gemäß der Einsatzanforderungen

exakt berechnet. Dann funktioniert die beheizbare Armatur

nachhaltig und absolut zuverlässig“, erläutert Baringhorst.

Während Konstruktion und Fertigung vollständig bei ASA

erfolgen, übernimmt AVA Alms den Vertrieb. So erhalten Auftraggeber

das Komplettpaket Armatur und Heizmantel aus einer

Hand.

Neben einer Vollummantelung mit maximaler Heizfläche und

bestmöglicher Wärmeverteilung sind auch Teilummantelungen

mit geringerem Materialeinsatz möglich. Durch den Fokus auf

kritische Bereiche der Armatur bilden sie unter weniger

temperatu rsensiblen Bedingungen eine noch kosteneffizientere

Lösung. Auch bei der Anwendung sparen die teilummantelten

Varianten, ist doch ihr Heizmediumbedarf im Vergleich geringer.

Unabhängig von der Variante behalten die ASA-Entwickler in

jedem Fall die Wartungsfreundlichkeit von Mantel und Armatur

im Blick. Die Gestaltung des kombinierten Bauteils erfolgt stets

so, dass auch eine gute Erreichbarkeit der Industriearmatur für

Wartung oder Tausch erhalten bleibt.

ZWEIKAMMER-DRUCKSYSTEM NACH DGRL

Als grundlegendes Konstruktionsprinzip bilden Heizmantel und

Armatur in jeder Ausführung gemeinsam ein sogenanntes

Heizmäntel – im Bild die Teilummantelung eines Kugelhahns

– wärmen bei Bedarf die Industriearmaturen und sorgen so dafür,

dass auch anspruchsvolle Medien dauerhaft fließfähig bleiben.

Zweikammer-Drucksystem, bestehend aus Prozessraum und

Heizmantelraum. Ein zentraler Aspekt für den dauerhaft sicheren

Betrieb aller Elemente sind die Vorgaben der europäischen

Druckgeräterichtlinie – kurz DGRL. Die DGRL gibt die technische

Kategorisierung, die Berechnungsgrundlagen sowie die

Dokumentations regeln vor.

„Wir arbeiten nach den strengsten Qualitätsstandards der

Richtlinie, weil wir damit überlegene technische Lösungen

erzielen. Zudem gewährleisten wir Rechtssicherheit für Betreiber

und schaffen zusätzliches Vertrauen in die Prozesssicherheit“,

betont Baringhorst. „Unabhängige Prüfungen durch unseren

langjährigen Sicherheitspartner, den TÜV Süd, machen alle

Kriterien transparent nachvollziehbar.“

Bilder: AVA Alms

www.ava-alms.com

UNTERNEHMEN

AVA Armaturen Vertrieb Alms GmbH

Holterkamp 1, 40880 Ratingen

Tel. 02102 43900

E-Mail: info@ava-alms.com

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 31


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

VALIDIERUNG VON

STERILISATIONSPROZESSEN

Mit der neuen

BlueWave-Serie

von Tecnosoft

stellt CiK Solutions eine Produktfamilie von

Bluetooth-Temperaturdatenloggern vor, die

speziell für die Validierung und das Monitoring von

Sterilisationsprozessen entwickelt wurde. Die

Validierung thermischer Prozesse ist ein kritischer

Bestandteil der Qualitätssicherung. Die BlueWave-

Datenlogger kombinieren präziseste Messtechnik

mit drahtloser Echtzeitübertragung via Bluetooth

5.0. Dadurch werden Validierungszyklen

effizienter, sicherer und auditkonformer gestaltet.

Mit einer Messgenauigkeit von ±0,1 °C im Kalibrierbereich

(bis zu 140 °C) setzen die Geräte

Maßstäbe in ihrer Klasse. Anwender können

zwischen dem BlueWave T mit starrer Rigid Probe

in verschiedenen Längen und dem BlueWave

Flexible mit flexibler Sonde für schwer zugängliche

Bereiche wählen. Die Logger sind kompatibel mit

der Software TS Manager 3, die einen unveränderlichen

Audit Trail, Echtzeit-Überwachung und Benutzerverwaltung

bietet. In bestimmten Versionen

erfüllt sie die Anforderungen von FDA 21 CFR

Part 11. Alle Geräte werden mit rückverfolgbaren

Kalibrierzertifikaten geliefert.

www.cik-solutions.com/tecnosoft/

OPTOELEKTRONISCHE SENSOREN MIT VIER

FUNKTIONSPRINZIPIEN

Balluffs Sensorfamilie BOS R072K biete optoelektronische

Sensoren für standardisierte Objekterkennungsaufgaben in

der industriellen Automatisierung. Die Sensoren eignen sich

für Intralogistik,

Verpackung, Autoindustrie,

Robotik und

Batterieproduktion.

Vier Funktionsprinzipien

stehen zur

Verfügung: Einweglichtschranke,

Reflexionslichtschranke, Lichttaster und Hintergrundausblendung.

Mit zwei Lichtarten (Rotlicht und Infrarot) ausgestattet,

decken sie damit unterschiedliche Detektionsaufgaben ab. Die

kompakten Kunststoffgehäuse mit standardisiertem Lochbild

ermöglichen eine schnelle Integration in bestehende Förderund

Produktionssysteme. Die sichtbare rote Lichtquelle

erleichtert die Ausrichtung. Die Einstellung erfolgt per

Potentiometer, ein NO/NC-Schalter auf der Rückseite ermöglicht

flexible Inbetriebnahme. Verschiedene Anschlussvarianten

– M8-Stecker (3- und 4-polig), 2-m-Kabel und Pigtails

(0,3 m und 1,5 m) – vereinfachen die Integration. Die Sensoren

unterstützen NPN- und PNP-Schaltung sowie Licht- und

Dunkelschaltung. Gut sichtbare LEDs zeigen Betriebsstatus

und Schaltzustand an. Die Schutzart IP67 erlaubt den Einsatz

in rauen Industrieumgebungen.

www.balluff.de

DIGITALE STEUERUNG FÜR

SPEICHERFILTER-ANLAGEN

ULT präsentiert mit ProSight eine neue digitale

Steuerung für Speicherfilter-Absauganlagen, die

detaillierte Einblicke in Filteranlage und Kundenprozess

ermöglicht. Das System verfügt über ein

großes Touchdisplay mit intuitivem Bediendesign.

Flexible Schnittstellen zur Maschinenkopplung,

PIN-geschützte Nutzerlevels und Update-Möglichkeiten

gehören zur Ausstattung. Besonders die

OPC-UA-Unterstützung ermöglicht einfache Anbindung

zwischen Werkzeugmaschinen und Filteranlage

mit Echtzeit-Steuerung. Automatisierte

Betriebsmodi umfassen Direktansteuerung,

Volumenstrom- und Unterdruck-Konstanthaltung

sowie Fern- und zeitgeschalteten Betrieb. Individuelle

Filterstufen-Überwachung über Differenzdruck,

Statusreports zur Nutzungsdauer und

Filterwechsel-Prognosen optimieren den

Betrieb. Drei Nutzerlevel mit Schutzfunktionen

sorgen für sicheren Betrieb.

Flexible Parametrierung erlaubt Anpassung

an Kundenbedürfnisse inklusive

Lokalisierung und betriebsstundenbasierte

Wartungsintervalle. ProSight

startet zunächst mit den Gerätetypen

LAS 260.1 und ULT 400.1, weitere

Absaugsysteme folgen.

www.ult.de

FAHR-LENK-SYSTEM MIT NEUEM

SAFETY-KONZEPT

Das kompakte Fahr-

Lenk-System Argodrive

von Ebm-Papst hat sich

seit seiner Markteinführung

in verschiedenen

Anwendungen mit

Fahrerlosen Transportsystemen

(AGV) und

Autonomen Mobilen

Robotern (AMR) bewährt. Es lässt sich flexibel mit Antriebsreglern

verschiedener Hersteller kombinieren. Das reduziert

den Implementierungsaufwand im Feld auf ein Minimum. Um

Safety-Funktionen für den Argodrive gemäß der einschlägigen

Vorgabe noch einfacher umsetzen zu können, bietet Safe

Velocity von Siemens neue interessante Möglichkeiten.

Anstatt Lenkwinkel- und Drehzahlinformationen redundant

im Fahr-Lenk-System zu erfassen und an die Steuerung zu

übertragen, nutzt Safe Velocity als zusätzliches Signal

Informationen aus den Sicherheits-Laserscannern des AGV

beziehungsweise AMR. Mit den ermittelten Daten prüft es, ob

diese Informationen zu Lenkwinkel- und Geschwindigkeitsinformationen

des Argodrives plausibel sind. Damit werden

die zusätzlichen Safety- oder Inkrementalgeber nicht mehr

benötigt, um die Bewegungsrichtung des AGV oder AMR

sicher zu bestimmen. Safe Velocity erhielt im Dezember vom

TÜV die angestrebte Zertifizierung.

www.ebmpapst.com

32 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

NEUE MESSGERÄTE FÜR HOCHSPANNUNGS-

PRÜFUNGEN BIS 6 KV

Eine neue Serie von Hochspannungs-Messgeräten von Elabo

erweitert die Möglichkeiten für automatisierte Prüfumgebungen

in Industrie und Forschung. Die SM-HVAC-Reihe ist für

präzise Messungen von Wechsel- und Gleichspannungen bis

6.000 Volt sowie Strömen bis 100 Milliampere ausgelegt. Die

Prüfspannung lässt sich in 1-Volt-Schritten zwischen 25 und

6.000 Volt einstellen, die Ausgangsleistung erreicht je nach

Modell bis zu 500 VA im Wechselstrom- beziehungsweise 500

Watt im Gleichstrombetrieb. Im

DC-Modus liegt die Restwelligkeit

unter drei Prozent, was eine hohe

Messgenauigkeit bei Prüflingswiderständen

über 250 Kiloohm

gewährleistet. Die Strommessung

differenziert zwischen Schein-,

Wirk- und Scheitelwerten und

erreicht eine Auflösung bis in den

Nanoampere-Bereich. Eine

Stromänderungsdetektion mit variabler Auslösegeschwindigkeit

bis 10.000 Ampere pro Sekunde ermöglicht schnelle

Reaktionen auf Prüflingsveränderungen. Die Geräte sind für

den Einbau in Schaltschränke oder 19-Zoll-Racks konzipiert

und verfügen über eine Ethernet-Schnittstelle zur vollständigen

Fernsteuerung. Damit lassen sie sich nahtlos in automatisierte

Prüfabläufe und kundenspezifische Softwarelösungen

integrieren.

www.elabo.de

ELECTRONIC-KEY-SYSTEM: BETRIEBSARTEN-

WAHL LEICHT GEMACHT

Das neue Electronic-Key-System EKS2 von Euchner ermöglicht

eine sichere und normgerechte Betriebsartenwahl bis

Performance Level e. Es vereinfacht dabei die Integration in

industrielle Steuerungssysteme. Mit dem EKS2 können

Anwender den Zugang zu Maschinen und deren Funktionen

einfach, individuell und manipulationssicher verwalten. Das

Komplettsystem besteht aus einem Auswertegerät über

Profinet und einer Leseeinheit. Dazu kommen robuste

EKS2-Schlüssel mit

integrierter Datenverschlüsselung.

Ein

besonderes Highlight

ist die vereinfachte

Integration der

Betriebsartenwahl mit

Touchpanel. Wo bisher

hoher Programmieraufwand in der Steuerung nötig war,

ermöglicht das EKS2 eine schnelle Konfiguration und Implementierung

durch die sichere Auswertung der Betriebsartenwahl

im Gerät selbst. Die ausgewählte Betriebsart wird über

die integrierten 1-aus-n-Sicherheitsausgänge an die Steuerung

übermittelt. Somit ermöglicht das System die Umsetzung

der Betriebsartenwahl auf höchstem Sicherheitsniveau

bis Performance Level e. Personalisierte Zugriffsberechtigungen

für bis zu sechs Betriebsarten lassen sich über Eingabemasken

vergeben und auf dem Schlüssel speichern.

www.euchner.de

LOGISTIKSTRÖME UND LIEFERMANAGEMENT

OPTIMIERT

Multipharma verbessert

die Rückverfolgbarkeit und

Effizienz der Logistikprozesse

mit ZetesChronos.

Die Lösung ermöglicht

dem Unternehmen

optimale Transparenz über

den Status von Lieferungen.

Multipharma betreibt

ein Netz aus 243 Apotheken

in ganz Belgien mit über 1800 Beschäftigten. Das Unternehmen

bewältigt eine Vielzahl unterschiedlicher Logistikströme.

Dabei traten Probleme bei der Sendungsverfolgung

auf. Das manuelle Liefermanagement führte zu Lieferfehlern.

ZetesChronos erleichtert die Verwaltung von Lieferungen

(POD). Die Lösung ermöglicht eine vollständige Digitalisierung

der Transportprozesse sowie die Erfassung von Echtzeitdaten

mittels Barcodes. Dadurch können Pakete während der

Lieferung vom Verteilzentrum zu den Apotheken präzise

verfolgt werden. Multipharma hat nun einen besseren

Überblick über jede Transporteinheit.

www.zetes.com/de

HIGHSPEED-KONTROLLWAAGE FÜR

WASCHMITTELPRODUKTION

In der industriellen Waschmittelproduktion treffen hohe

Taktzahlen auf komplexe Verpackungsprozesse. Kontrollwaagen

übernehmen dabei eine zentrale Funktion: Sie prüfen das

Gewicht jeder Verpackung, schleusen Produkte mit Fehlgewichten

aus und dokumentieren Abweichungen. Bei hohen

Geschwindigkeiten und begrenztem Raum stellt dies besondere

Anforderungen an die Wägetechnik. Im Rahmen eines

Projekts mit dem

lokalen Partner East

integrierte Minebea

Intec bei Unilever

Egypt die Hochgeschwindigkeits-Kontrollwaage

Flexus in

eine Produktionslinie

für Waschmittel. Die

Waage erreicht bis zu

600 Verpackungen

pro Minute bei gleichbleibend

hoher Messgenauigkeit. Dank kompakter, modularer

Bauweise ließ sie sich problemlos in die vorhandene Linie

einbinden. Das hygienische Design mit Edelstahlgehäuse

(IP54, optional IP65) erfüllt die Anforderungen an Reinigung

und Robustheit im Dauerbetrieb. Die Kontrollwaage entspricht

Branchenstandards wie MID und 21 CFR Part 11. Das

Projekt zeigt, welche Rolle präzise Kontrollwaagen in der

modernen Waschmittelproduktion spielen: Sie sichern

Füllmengen, ermöglichen Rückverfolgbarkeit und tragen zur

Prozessstabilität bei. Die Umsetzung demonstriert, wie

technologische Lösungen gemeinsam mit erfahrenen Partnern

passgenau integriert werden können.

www.minebea-intec.com

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 33


FACHMESSEN IM VERBUND

VIER INDUSTRIEMESSEN

IN DORTMUND

Gleich vier Messen finden am 25. und 26. Februar parallel in Dortmund statt:

Pumps & Valves, Maintenance, Logistics & Automation und die Empack.

Veranstalter Easyfairs ermöglicht den Zutritt zu allen vier Veranstaltungen

mit einem Ticket. 410 Aussteller erwartet der Verbund.

Die Pumps & Valves als Fachmesse für Pumpensystemen,

Industriearmaturen und die zugehörigen Technologien

wird vom Veranstalter Easyfairs mittlerweile in mehreren

europäischen Ländern zu verschiedenen Zeitpunkten

durchgeführt. Dortmund ist nach der Erstveranstaltung 2017

dieses Jahr zum neunten Mal Schauplatz. Heuer steht die Messe

unter dem neuen Motto „Einmalig in der Region. Unverzichtbar

n Messetage: 25. – 26. Februar 2026

n 9:00 bis 17:00 (am 26. bis 16:00)

n Messe Dortmund, Hallen 4, 5, 6 & 7, Rheinlanddamm 200,

44139 Dortmund

n Preis: 2-Tagesticket 40 €, kostenlos mit Code 1627

für die Branche“ und neben den Pumpensystemen stehen auch

Industriearmaturen, Dichtungstechnik sowie Mess- und Regeltechnik

im Fokus. 75 Aussteller zählt das Messeverzeichnis heuer.

Zu den namhaften Firmen auf der Messe gehören unter anderem

Arca Regler, Atlas Copco, Börger, EagleBurgmann, Flux, Fristam,

John Crane, KSB, Leistritz, Netzsch, Ruhrpumpen, Sodeco und

WP-ARO. Die Stände finden sich schwerpunktmäßig in Halle 7.

Daneben wird den Besuchern auch ein Rahmenprogramm aus

Vorträgen und Workshops geboten.

INSTANDHALTUNG IM FOKUS

Als großer und wichtiger Treffpunkt der Instandhaltungsbranche

soll die Maintenance Dortmund den Rahmen für Innovationen,

strategische Investitionen und zukunftsweisende Kontakte

bieten. Die Kombination den anderen Veranstaltungen des

34 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


KOMPONENTEN UND SYSTEME

neuen Messeverbunds verspricht ein interessantes

Umfeld mit vier fokussierten Plattformen in drei

Hallen unter einem Dach. Unter den Ausstellern

der Maintenance finden sich bekannte Namen

wie Atos, Boston Dynamics, Ifm, Liqui Moly,

Schaeffler Technologies, Tesa und Wika. Zudem

sind mit Bilfinger, Ebert Hera, Piepenbrock, S.I.S.

Gruppe, SPIE Rodias, Weber Unternehmensgruppe,

Wisag und Xervon sowie Yncoris eine Vielzahl

der größten Industriedienstleister vertreten.

Besucher, die sich für Cloud-gestütztes Enterprise

Asset Management (EAM) interessieren, sollten einen

Besuch des Standes von IFS Ultimo einplanen.

Der langjährige Premiumpartner der Maintenance

führt eine SaaS EAM-Lösung von IFS vor,

die sich auf die Bereiche Instandhaltung und Sicherheit

konzentriert und sich unter anderem

durch schnelle Implementierung und hohen

Nutzwert auszeichnet. Besucher der Maintenance

verschaffen sich so einen guten Überblick

über die Aufgabenfelder Instandhaltungsservices

und -management, Smart Maintenance,

Arbeitsschutz und Sicherheit sowie die Digitalisierung

der Instandhaltung. Passend zum diesjährigen Thema der Leitmesse:

„Zukunft sichern – Stillstand vermeiden“. Dieses bringt

das Ziel der Veranstaltung auf den Punkt: Lösungen aufzeigen

und die industriellen Prozesse verlässlich und effizient gestalten.

UMFANGREICHES RAHMENPROGRAMM

LÖSUNGEN AUFZEIGEN UND

DIE INDUSTRIELLEN PROZESSE

VERLÄSSLICH UND EFFIZIENT

GESTALTEN

Auch der Instandhaltungspreis geht 2026 in eine neue Runde. Die

Pioneer Stage in Halle 7 soll zum zentralen Schauplatz für zukunftsweisende

Konzepte und innovative Ansätze auf der Messe

werden. Auch auf den anderen Bühnen des Solution Centers, das

wieder mit zwei Bühnen in den Hallen 4 und 7 vertreten ist, präsentieren

zahlreiche Aussteller neue Produkte, Systeme und Entwicklungen

– fokussiert auf technologische Trends und konkrete

Anwendungen im Instandhaltungsalltag. bekannten Guided

Tours, organisiert in Kooperation mit dem Fraunhofer IML, bieten

zwei thematisch differenzierte Touren durch die Messehallen:

im Fokus stehen Hands-on-Lösungen, Werkzeuge und Technologien

für eine effiziente Instandhaltung zum Anfassen, aber

auch smarte Tools, datengetriebene Instandhaltung und digitale

Assistenzsysteme.

Im Science Center – ebenfalls gemeinsam mit dem Fraunhofer

IML realisiert – steht 2026 das Thema „KI, Robotik & Co. – Echter

Mehrwert und praktische Anwendungen für die Instandhaltung“

im Mittelpunkt.

Vogelsang zeigt auf der

Pumps & Valves In Halle 7,

Stand 72-30 unter anderem

Hi Cone. Die konische

Rotor-Stator-Geometrie bei

der Hi Cone ermöglicht ein

einfaches Nachstellen der

Förderelemente

Ergänzt wird das Rahmenprogramm durch eine offene

Vorlesung von Prof. Dr. Lennart Brumby von der DHBW

Mannheim gemeinsam mit Wisag. Darüber hinaus bringt

sich auch der Verband fü r Anlagentechnik und Industrie-Service

e.V. erneut aktiv mit einer Podiumsdiskussion ein.

ANZIEHUNGSPUNKT FÜR LOGISTIKER

Dank des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und

Logistik IML und der Technischen Universität Dortmund

ist Dortmund ein starker Forschungsstandort

für Logistik und Intralogistik; auch das Testcamp Intralogistic

findet hier vom 15. bis 16. April statt. Auf

dieser Grundlage bietet Easyfairs sein Messeformat Logistics

& Automation auch in Dortmund an; erweitert um den Bereich

Verpackung mit der Empack.

Die erste Intralogistik-Messe des Jahres (die größere Logimat

folgt erst im März in Stuttgart) zeigt das komplette Branchenspektrum,

von Flurförderzeugen plus Zubehör (WDX, Expresso)

über die Lagertechnik und Lagerautomatisierung (Cellgo, Storojet,

Viscon Warehouse Automation), Hebezeuge (B&K Fördertechnik,

Edmolift, EP Equipment, Expresso, Timmer), Robotik

(Unchained Robotics), Arbeitssicherheit im Lager (Axelent, Boplan,

MPM) bis hin zu Software und Datenerfassung für Lager,

Kommissionierung und Versand (Nimmsta, Orgatex, Remira,

Haufe Lexware). Auch komplette Arbeitsplatzsysteme (Ergo-line,

Kraiburg, Rocholz) werden zu sehen sein und SSI Schäfer präsentiert

sein umfassendes Programm als Systemanbieter der Intralogistik.

Von den Insgesamt 410 Ausstellern kommen rund 100 aus

dem Intralogistik- und Verpackungsbereich.

Bilder: Easyfairs, 01 Vogelsang

www.maintenance-dortmund.de

www.pumpsvalves-dortmund.de

UNTERNEHMEN

Easyfairs Deutschland GmbH

Balanstraße 73, Haus 8, 81541 München

Tel. 089 127 165 133

pumpsvalves-dortmund@easyfairs.com

maintenance-dortmund@easyfairs.com

AUTOR

Daniel Schilling

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 35


ELEKTRISCH LEITFÄHIGE SCHELLEN

ENTSPANNUNG IN HOCHEXPLOSIVEN

ANWENDUNGEN

Die unkontrollierte Entladung elektrostatischer Spannung in Industrieanlagen,

die zum Beispiel durch Reibungsprozesse in metallischen Rohren

entsteht, kann gefährlich sein. Sie kann zu Funkenbildung führen, die im

Kontakt mit leicht entzündlichen Dämpfen, Gasen oder Stäuben Explosionen

auslöst. Im Rahmen des sekundären Brandschutzes ermöglichen Rohrschellen

von Stauff aus leitfähigem PA-EX Material die sichere definierte Ableitung

elektrischer Potenziale in Rohrsystemen, reduzieren die elektrostatische

Spannung und senken das Explosionsrisiko.

Elektrisch leitfähige Rohrschellen wurden gezielt für den

Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen, sogenannten

EX-Bereichen, entwickelt. Den Anlass für die Entwicklung

von Rohrschellen aus einem ableitenden Kunststoff, der

sich zugleich für die Herstellung im Spritzgussverfahren eignen

sollte, gab die Anfrage eines Herstellers von Absauganlagen für

die Schüttgutindustrie an das Stauff Engineering.

In der Schüttgutindustrie kommen Rohrsysteme, zum Beispiel

in Absauganlagen, in Fördersystemen, in Mischern oder anderen

Anlagenteilen, mit leicht entflammbaren, explosiven Materialien

in Kontakt. Zu den klassischen Schüttgütern zählen Baustoffe wie

Sand, Kies und Zement; Rohstoffe wie Erz, Kohle und Ton oder

Lebensmittel wie Zucker, Kaffee und Getreide. Ihre Konsistenz

reicht von feinem Staub und Pulver über Grieß und Körner bis

hin zu stückigen Granulaten und Spänen. Neben der Gefahr von

Explosionen spielt auch die unterschiedliche Reaktion dieser

Materialien auf die elektrostatische Aufladung eine Rolle.

Manche verändern ihre Materialeigenschaften, verklumpen und

werden unbrauchbar, wie beispielsweise Zucker.

WASSERSTOFF: DER ENERGIETRÄGER

DER ZUKUNFT

Zu den bekannten EX-Bereichen zählen Industrieanlagen, in

denen brennbare Medien entstehen oder verarbeitet werden.

Beispiele sind die chemische und petrochemische Industrie,

36 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


KOMPONENTEN UND SYSTEME

Tanklager oder Raffinerien. In den letzten Jahren ist die Wasserstoffwirtschaft

hinzugekommen. Sie stellt Anlagenbauer vor

besondere Herausforderungen. Das extrem kleine Wasserstoffmolekül

ist sehr leicht entflammbar. Selbst kleinste Funken oder

elektrostatische Entladungen können schwere Explosionen

auslösen. Daher sind bei der Herstellung von grünem Wasserstoff,

in den Speichersystemen und Pipelines, in der gesamten

Verteilinfrastruktur sowie am Verbrauchsort der Energie

ganzheitliche Konzepte für den Explosionsschutz erforderlich.

Selbst scheinbar einfache Bauteile wie Rohrschellen haben

sicherheitstechnisch eine wichtige Funktion: Sie verhindern

elektrostatische Aufladung, stellen die systemische Ableitfähigkeit

sicher, bieten eine hohe Korrosionsbeständigkeit

und erfüllen die relevanten Normen.

PA-EX: EIN WERKSTOFF DER ZUKUNFT

Stauff hat die Rolle von Wasserstoff als Schlüsselroh-

stoff für die Energiewende erkannt und sein Schellenprogramm

um die Materialoption PA-EX erweitert. PA-EX

ist ein speziell für Anwendungen in explosionsgefährdeten

Bereichen (ATEX-Zonen) entwickeltes Polyamid-Material. Das

Material wurde dem nach der internationalen Norm

DIN EN IEC 60079-0 durchgeführten Wärmebeständigkeitstest

unterzogen. Dieser Test misst den Ableitwiderstand der Schellen.

Das Testergebnis zeigt, dass PA-EX-Schellen einen Ableitwiderstand

von weniger als 1 Ω aufweisen, was bedeutet, dass sich

elektrische Potentiale sicher ableiten lassen. Den Oberflächenwiderstand

misst ein weiteres Testverfahren. Gemäß IEC 61340-5-1

wird die Fähigkeit des Materials bewertet, elektrostatische

Entladungen abzubilden. Für PA-EX-Schellen wurde ein

Oberflächenwiderstand von unter 10³ Ω gemessen. Dieser

Parameter gewährleistet, dass elektro statische Aufladungen

nicht zu Funkenbildung führen können. Gemäß IEC 60079-32-2

wurde zusätzlich die übertragene Ladung der Stauff-Schellen

getestet, um elektrostatische Gefährdung auszuschließen. Diese

Tests zeigen, dass PA-EX-Schellen zur Ableitung elektrischer

Spannung in Industrieanlagen beitragen.

EX-SCHUTZ: DREI SCHUTZEBENEN

Der Explosionsschutz wird in drei Schutzebenen unterteilt

– primär, sekundär und tertiär. Stauff Schellen

leisten einen Beitrag zum sekundären Explosionsschutz:

Primärer Explosionsschutz verhindert, dass überhaupt

ein explosionsfähiges Gemisch entsteht. Das geschieht

durch Maßnahmen wie das Vermeiden brennbarer

Stoffe oder das Begrenzen ihrer Konzentration.

Sekundärer Explosionsschutz ist gefordert, wo sich

bereits ein gefährliches Gemisch gebildet hat. Ziel ist

es, Zündquellen zu vermeiden, durch Rauchverbote,

Temperaturüberwachung, Erdung oder den Einsatz

elektrisch leitfähiger Materialien zur Verhinderung

elektrostatischer Aufladung. Hier setzen die Stauff

Schellen aus PA-EX an.

Tertiärer Explosionsschutz, auch konstruktiver

Explosionsschutz genannt, mildert die Auswirkungen

einer Explosion, zum Beispiel durch druckfeste

Gehäuse, durch Explosionsdruckentlastungen oder

durch Flammendurchschlagsicherungen.

PA-EX-Schellen

weisen einen

Ableitwiderstand

von weniger als

1 Ω auf

GANZHEITLICHES SCHUTZKONZEPT

PA-EX Schellen sind speziell dafür entwickelt worden, diese

Normanforderungen zuverlässig zu erfüllen. Als Teil eines

umfassenden Sicherheitskonzepts bieten sie einen wichtigen

Beitrag zum Explosionsschutz, ersetzen aber keine ganzheitliche

Systemplanung. Sie sollten stets Teil eines ATEX-konformen

Gesamtkonzepts sein, das Erdungsschienen, Potentialausgleich

und EX-zertifizierte Komponenten umfasst. Der Anwender muss

das komplette System regelmäßig auf die elektrische Leitfähigkeit

prüfen und das Erdungskonzept nach IEC 60079 14 umsetzen.

Die Verantwortung für die Einhaltung dieser Vorgaben liegt beim

Betreiber oder Anlagenplaner.

Die sichere Funktion von Rohrschellen im explosionsgefährdeten

Bereich hängt nicht allein von ihrer Bauart ab, sondern in hohem

Maße von der fachgerechten Installation im Gesamtsystem. Ein

Beispiel: Im Erdungspfad dürfen ausschließlich unlackierte

Edelstahlteile verwendet werden. Alle Kontaktflächen müssen

blank sein. Nur so lässt sich die erforderliche Ableitfähigkeit

gewährleisten. Eine Montage durch geschulte Elektriker sowie

die Abnahme durch qualifizierte Sachverständige oder

EX-Beauftragte sind dabei unverzichtbar.

Gerade in der aufstrebenden Wasserstoffwirtschaft, die

höchste Anforderungen an die Betriebssicherheit stellt, leisten

PA-EX-Rohrschellen einen messbaren Beitrag. Sie minimieren

elektrostatische Gefahren wirksam, erfüllen die ATEX-Richtlinien

und tragen auf diese Weise zu mehr Sicherheit, längerer

Lebensdauer und reduzierter Korrosionsgefahr bei. So leisten

selbst auf den ersten Blick unscheinbare Komponenten ihren

Beitrag zum erfolgreichen Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur.

Bilder: Stauff

www.stauff.com

UNTERNEHMEN

Walter Stauffenberg GmbH & Co. KG

Im Ehrenfeld 4, 58791 Werdohl

Tel. 02392 916 0

E-Mail: marketing@stauff.com

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 37


KOMPONENTEN UND SYSTEME

VERBINDUNGSELEMENTE AUS EDELSTAHL

AUSGEKLÜGELTE

REINRAUMLÖSUNGEN

01

In Reinräumen eingesetzte Produkte müssen

die Kontamination durch Staub oder andere

Verunreinigungen vermeiden. RK Rose+Krieger

bietet einen Baukasten von über 6.500 Katalogartikeln

als Basis individueller Systemlösungen

im Bereich der Reinraumtechnik an. Ein neues

Montagesystem verspricht mehr Flexibilität in

der Konstruktion.

Edelstahl ist der Materialstandard für Installationen im

Reinraum. Als Spezialist für Reinraumlösungen bietet

RK Rose+Krieger die Edelstahl-Verbindungselemente EMS

und Robust Clamps an. Das Edelstahl-Montage-System

EMS wurde für Gestellbauten aus Vierkant- oder Rundrohren

entwickelt, während die Edelstahl-Rohrverbinder Robust Clamps

in der Entwicklung insbesondere für schwere Lasten sowie den

stoßfesten Bereich ausgelegt wurden.

DEMONTIERBARE GELÄNDER

ODER GESTELLE AUS EDELSTAHL

Sicherheit hat Vorrang, daher werden im industriellen Umfeld

Geländer oder Gestelle aus Edelstahl typischerweise durch

Verschweißen hergestellt. Das ist ein außerordentlich

arbeitsaufwendiger Vorgang, schließlich müssen die Rohre für

Eckverbindungen zunächst präzise zugeschnitten, verschweißt,

glattgeschliffen, gebeizt und abschließend poliert werden. Ein

weiterer großer Nachteil dieser unflexiblen Lösung ist, dass sie

nur sehr schwer verändert oder wiederverwendet werden kann.

In Reinraumanwendungen kommen allerdings noch zusätzliche

Herausforderungen hinzu: Große geschweißte Konstruktionen

passen nicht in die Reinraumschleusen, und im Reinraum ist

Schweißen selbstverständlich undenkbar.

Daher beschreitet RK Rose+Krieger mit EMS nun einen

anderen Weg. Das Edelstahl-Montage-System ist eine saubere,

unaufwändige Alternative zu geschweißten Rohrkonstruktionen.

Der Kunde erhält fertig bearbeitete Verbindungselemente inklusive

innovativer Spanntechnik, die er mit auf Länge geschnittenen

Edelstahlrohren zu beliebigen Gestellen oder auch Geländern

kombinieren kann. Mit diesen Verbindungselementen aus


KOMPONENTEN UND SYSTEME

02

01 Aktuell umfasst das Produktprogramm jeweils fünf

verschiedene EMS-Elemente für Rund- und Vierkantrohre

02 Robust Clamps sind hochfeste, temperatur- und

korrosionsbeständige Rohrverbinder aus Edelstahl

Edelstahl lassen sich Gestellbauten aus Vierkant- oder Rundrohren

der gängigen Baugröße 40 schnell, sicher und ohne besondere

Fachkenntnisse mittels einer speziellen Spanntechnik montieren

und demontieren. Notwendig ist nur ein Innensechskantschlüssel.

Für die Anwendung im Reinraum lassen sich alle Edelstahlkomponenten,

also jedes Verbindungs- und Spannelement

und jedes Rohr, entsprechend ordnungsgemäß gereinigt und

zweifach luftdicht verpackt durch die Schleusen transportieren.

AUSGEKLÜGELTE SPANNTECHNIK FÜR

RUND- UND VIERKANTROHRE

Jedes der EMS-Elemente wird einschließlich Spannverbinder aus

Edelstahlguss ausgeliefert, die in die Anschlussrohre geschoben

und über das Anziehen einer Schraube fest verspannt werden.

Auf diese Weise entsteht eine sichere und dennoch jederzeit wieder

lösbare Verbindung. Die spezielle Spanntechnik, die Toleranzen

bis zu 2 mm kompensieren kann, sorgt sowohl im Rund- als auch

im Vierkantrohr für einen sicheren Vierpunkt-Kontakt.

Die Verbindungselemente für Rundrohre bestehen aus zwei

Halbschalen, die durch das Anziehen von zwei gegeneinander

drückenden Innensechskantschrauben im Rohr verspannt

werden. Die Rippen auf dem konisch angeschrägten Außenradius

AUF DIESE WEISE ENTSTEHT EINE

SICHERE UND DENNOCH JEDERZEIT

WIEDER LÖSBARE VERBINDUNG

der Verbinder pressen als erstes an. Anders als herkömmliche

Verbinder haben die EMS-Rund-Verbinder aufgrund ihrer

speziellen Konstruktion immer an vier Punkten im Rohr Kontakt.

Das verhindert ein „Kippeln“ und sorgt für einen sicheren,

zentrierten Rundum-Sitz.

Deutlich herausfordernder verlief die Entwicklung der Spannverbinder

für Vierkantrohre. Die Konstruktion der Halbschalen

musste sicherstellen, dass sie einen gleichmäßigen Druck in alle

vier Richtungen ausübten. Dies stellt eine integrierte schiefe

Ebene sicher, über die sich die beiden Halbschalen miteinander

verhaken und dadurch stabilisieren.

Durch die diagonale Spreizung der Halbschalen mit Hilfe von

zwei Sechskantschrauben erzeugt die Geometrie des Bauteils

sechs Anlageflächen. Damit ist ein sicheres Verspannen in jedem

Fall garantiert. Ein Vorteil der Vierkantverbinder ist, dass anders

als bei den Spannelementen für Rundrohre zwei identische, um

180 ° zueinander gedrehte Halbschalen das Spannelement der

EMS-Verbinder für Vierkantrohre bilden. Das erleichtert die

Bevorratung.

Für den Abstand, den die Verbinder zwischen zwei Rohrstücken

bilden, wurde mit 23 mm bei Rundrohren beziehungsweise

12 mm bei Vierkantrohren ein ganzzahliges Maß gewählt. Dabei

ist der Abstand bei den Rundrohren aus konstruktiven Gründen

größer als bei Vierkantrohren. Aktuell sind sowohl in der

Rundrohr- als auch in der Vierkantrohrausführung fünf

unterschiedliche EMS-Elemente lieferbar: Ecken, T-Stücke,

Kreuzverbinder, 3-strahlige Verbinder und Fußelemente mit

Stellfußanbindung. Dabei verfügen die EMS-Fußelemente

zusätzlich zur Gewindebohrung für den Stellfuß über eine zweite

Bohrung zum Abfließen von Reinigungsflüssigkeit. Hierdurch ist

das Edelstahl-Montage-System auch eine Lösung für Abfüll-,

Verpackungs- und Förderanlagen in der Lebensmittelindustrie

sowie für alle korrosionsgefährdeten Bereiche.

ROHRVERBINDER AUS EDELSTAHL

Zum Lösungsangebot für Reinraumanwendungen zählen auch

die Rohrverbindungselemente Robust Clamps. Wie auch das

Edelstahl-Montage-System lassen sich diese mit wenigen Handgriffen

montieren, halten die einzelnen Bauteile kraftschlüssig

und dauerhaft belastbar zusammen und sind dennoch einfach

wieder lösbar. Die Edelstahlverbinder sind speziell für schwere

Lasten ausgelegt. Außenliegende Sechskantschrauben vereinfachen

die Montage mit handelsüblichem Werkzeug. Aufgrund ihres

besonderen Designs mit glatten Konturübergängen, geringer

Oberflächenrauheit, großen Schlitzen und Sacklochausführungen

unterbinden sie Schmutzansammlungen und sind somit für

Reinraumanwendungen geeignet. Aktuell sind die Serientypen

Flansch-(FK), Winkel- (W), Fuß- (FS) und Kreuzklemmstücke (K)

in den Baugrößen 12 bis 40 mm lieferbar.

Bilder: RK Rose+Krieger

www.rk-rose-krieger.com

UNTERNEHMEN

RK Rose+Krieger GmbH

Potsdamer Str. 9, 32423 Minden

Tel. 0571 9335-0

E-Mail: info@rk-online.de

AUTOR

Björn Riechers, Geschäftsführer,

RK Rose+Krieger

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 39


KOMPONENTEN UND SYSTEME

DOPPELSCHNECKENEXTRUDER

WEISSES UND GRAUES EPS INTEGRIERT

AUF EINER PRODUKTIONSLINIE

NexKemia Petrochemicals ist auf die Herstellung

von expandierbarem Polystyrol (EPS)

spezialisiert und setzt seit 2020 auf

ZSK-Doppelschneckenextruder von Coperion.

Das Unternehmen produziert neben weißem

EPS auch graues, mit Graphit gemischtes EPS,

sogenanntes GPS sowie Produkte mit bis zu

30 % Rezyklatanteil. Es verwendet für die

Herstellung und Produktentwicklung Coperion

ZSK-Doppelschneckenextruder, mit denen das

Produzieren von weißem und grauem EPS

sowie die Integration von Recyclinganteilen auf

einer einzigen Produktionslinie möglich wird.

Die herkömmliche Herstellung von weißem expandiertem

Polystyrol (EPS) erfolgt diskontinuierlich im Rahmen

der Suspensionspolymerisation. Das Monomer Styrol

wird dabei in einem Batch-Verfahren polymerisiert.

Alternativ gibt es kontinuierliche Produktionsverfahren, bei

denen die Verarbeitung unter Zugabe von Additiven und Pentan

in seriellen Prozessschritten auf Kombinationen aus Doppelund

Einschnec kenextrudern sowie statischen Kühlmischern

erfolgt. Coperion bietet mit dem ZSK-Doppelschneckenextruder

eine Technologie zur EPS-Herstellung in einem sehr einfachen

einstufigen Prozess.

Bei der Suspensionspolymerisation muss das chemische

Gleichgewicht während der Reaktion aufrechterhalten werden,

da bereits geringfügige Verunreinigungen oder Fremdstoffe das

Gleichgewicht stören und den Prozess destabilisieren können.

Da im Extruder keine Reaktion stattfindet, sondern die Stoffe

gemischt werden, ist das kein Problem für diesen Herstellprozess.

Dem ZSK-Extruder werden alle Inhaltsstoffe über hochgenaue

Coperion K-Tron Dosierer zugeführt und produktschonend mit

genau abgestimmter Schereinleitung und geringer Verweilzeit zu

einer homogenen Masse verarbeitet. Dies stellt eine geringe

thermische Belastung des Materials sicher. Die Mikrogranulate

werden in der sich an den Extruder anschließenden Unterwassergranulierung

produziert. Dabei entstehen sehr kleine Pellets

(< 1mm) mit einer sehr engen Partikelgrößenverteilung.

EPS-PRODUKTE IN DER HERSTELLUNG

Neben der Herstellung von EPS in einem einstufigen Prozess

ermöglicht der ZSK-Extruder, GPS und Produkte mit Recyclinganteil

zu produzieren. Bei der GPS-Herstellung wird dem Produkt

auch freies Graphit hinzugefügt, das die Wärmestrahlung reflektiert

und dadurch eine höhere Wärmeisolierung bietet als weißes EPS.

Gemeinsam mit Coperion ist es NexKemia gelungen,

Recycling-Anteile in die EPS-Herstellung auf einer einzigen

Produktionslinie zu integrieren. Das gereinigte und kompaktierte

Mahlgut lässt sich direkt in den ZSK-Extruder dosieren. Abhängig

von den Qualitätsanforderungen der Mikrogranulate und der

Verfügbarkeit des Ausgangsmaterials sind Recyclinganteile von

30 % und höher realisierbar. Das finale EPS-Produkt überzeugt

mit den gleichen physikalischen Eigenschaften wie Neuware.

Zudem bietet das Verfahren deutlich geringere Luft emissionen

sowie eine signifikante Reduktion des Abwasseraufkommens im

Vergleich zur herkömmlichen EPS-Herstellung.

Bild: Coperion

www.coperion.com

UNTERNEHMEN

Coperion GmbH

Theodorstraße 10, 70469 Stuttgart

Tel. 0711 897-0, E-Mail: info@coperion.com

AUTORIN

Sabine Schönfeld, Coperion GmbH

40 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


KOMPONENTEN UND SYSTEME

DOSIERSTEUERUNG FÜR

SCHÜTTGUTVERARBEITUNG

Der GUC-F

Universal

Controller bietet

präzise und

zuverlässige

Prozesssteuerung

für die

Pulververarbeitung beim Dosieren,

Verwiegen, für Chargen- und kontinuierliche

Prozesse. Er vereint dabei industrielle

Robustheit mit der Konnektivität und Flexibilität,

die moderne Schüttgutverarbeitung erfordert.

Sein modulares Design und die intuitive Bedienoberfläche

machen ihn zur Lösung für

Neuinstallationen und für Modernisierungen

bestehender Anlagen. Ein besonderer Vorteil des

GUC-F Controllers ist seine Vielseitigkeit und

Skalierbarkeit. Ein Gerät steuert bis zu vier

Dosierer in jeder beliebigen Kombination und

unterstützt sowohl gravimetrische als auch

volumetrische Betriebsarten für Chargen- oder

kontinuierliche Produktion. Dies reduziert

Investitionskosten und vereinfacht die Automatisierung,

während die flexible Architektur stets

die Erweiterung um zusätzliche Dosierer

ermöglicht, und das ohne zusätzliche Controller.

Das System unterstützt analoge und digitale

Wägezellen und gewährleistet so die passende

Verwiegungsgenauigkeit für jede Anwendung.

https://gerickegroup.com

NEUE VENTILBODENKOLONNE IN

OFFINGEN

Richard Geiss hat am Standort Offingen eine neue Ventilbodenkolonne

in Betrieb genommen und dafür rund

750.000 Euro investiert. Die 26 Meter hohe Anlage mit

50 Böden ersetzt eine ältere Füllkörperkolonne und steigert

die Trennleistung bei der Lösemittelaufbereitung. Den

kompletten Austausch erledigte das Unternehmen in

Eigenregie innerhalb von nur drei Wochen von der Demontage

bis zur Inbetriebnahme im August 2025. Die Umstellzeit

zwischen verschiedenen Lösemitteln schrumpfte dabei

von acht Stunden auf eine Stunde. „Wir bekommen viele

verschiedene Stoffe in kleinen Chargen zur Aufbereitung“,

erklärt Geschäftsführer Bastian Geiss den Bedarf an

schnellen Wechseln. Die Anlage arbeitet im Bereich

brennbarer und leicht entzündlicher Lösemittel. Das ist

zugleich das mengenmäßig größten Segment des Recyclers.

Neben der besseren Stofftrennung punktet die neue

Kolonne auch bei der Nachhaltigkeit: Eine verbesserte

Isolation minimiert Wärmeverluste, während ein modernes

Energiemanagement den Verbrauch in Echtzeit erfasst.

Diese Daten fließen direkt in die

Berechnung des Product Carbon

Footprint ein, den Richard Geiss als

erster Hersteller für jedes Rezyklat

individuell ermittelt. Mit nun zwölf

Destillationskolonnen in Offingen

kommt das Unternehmen seiner

Vision CO 2

-neutraler Lösemittel

wieder einen entscheidenden

Schritt näher.

www.geiss-gmbh.de

IMPRESSUM

erscheint 2026 im 60. Jahrgang,

ISSN: 0175-5315 / ISSN E-Paper: 2747-8025

REDAKTION

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de

(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)

Redakteur/innen: Felix Berthold, M.A. (be),

Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro),

Daniel Schilling (dsc), M.A.,

Dipl.-Ing. Manfred Weber (MW)

Redaktionelle Mitarbeit: Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml)

Content-Managerin: Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,

E-Mail: p.weidt@vfmz.de

(Redaktionsadresse siehe Verlag)

GESTALTUNG

Sonja Daniel, Anette Fröder

SALES

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,

E-Mail: a.zepig@vfmz.de

Auftragsmanagement: Nevenka Islamovic

Tel.: 06131/992-113, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,

E-Mail: m.lerch@vfmz.de

Anzeigenpreisliste 2026, gültig ab 01.10.2025

LESERSERVICE

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Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266

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(verantwortlich für den Anzeigenteil)

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E-Mail: s.granzin@vfmz.de

DRUCK UND VERARBEITUNG

Bonifatius GmbH, Druck – Buch – Verlag

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KOMPONENTEN UND SYSTEME

AUTOMATISIERTE KENNZEICHNUNGSLÖSUNGEN

FÜR DIE WEIN- UND GETRÄNKEINDUSTRIE

Bluhm Systeme bietet smarte

Kennzeichnungstechnik für

Abfüll- und Verpackungs linien,

die Prozesssicherheit und

Rückverfolgbarkeit sichert.

Herzstück des Portfolios ist der

Legi-Air 4050B, ein modular

aufgebauter Etikettendruckspender mit kompakter Bauweise für

die einfache Integration in bestehende Produktionsumgebungen.

Das System arbeitet mit deutlich reduziertem Druckluftbedarf und

bietet drei elektrische Applikatorvarianten für die flexible Kennzeichnung

von Kartons, Transportverpackungen sowie Versand- und

Logistiketiketten. Aus eigener Etikettenproduktion liefert der

Hersteller Materialien, die speziell auf die Anforderungen der

Getränkeindustrie zugeschnitten und optimiert sind für Haftung,

Feuchtigkeitsbeständigkeit und Lebensmittelsicherheit. Das

Sortiment umfasst individuelle Produktetiketten ebenso wie

Blankoetiketten und deckt verschiedene Materialien und Formate

für Flaschen, Kartons und Paletten ab. Für den Direktdruck variabler

Daten wie Abfüll- oder Mindesthaltbarkeitsdatum setzt Bluhm auf

den Continuous-Inkjet-Drucker Linx 8920. Dieser wurde speziell für

die Bedingungen in der Getränke- und Weinproduktion konzipiert

und arbeitet zuverlässig in feuchten Umgebungen. Der Drucker

erzeugt gut lesbare Druckbilder auf Glas, PET, Metall oder Etiketten

und bewältigt auch hohe Liniengeschwindigkeiten bei konstanter

Druckqualität. Eine intuitive Bedienoberfläche und geringer

Wartungsaufwand minimieren Stillstandzeiten und unterstützen

einen effizienten Produktionsbetrieb.

www.bluhmsysteme.com

DOSIERSTATION FÜR

FOOD-ANWENDUNGEN

Die neue Dulcodos SAFE-IBC F&B von

Prominent ist als Dosier- und Entleerstation

für Intermediate Bulk Container, speziell

auf die Lebensmittel- und Getränkeindustrie

zugeschnitten. Sämtliche medienberührten

Komponenten entsprechen den Verordnungen

EG 1935/2004 und EN 10/2011,

was das Kontaminationsrisiko in sensiblen Produktionsbereichen

deutlich reduziert. Ein integrierter Zwischenbehälter mit etwa 80 l

Volumen gewährleistet einen unterbrechungsfreien Dosierprozess

während des IBC-Wechsels. Auslaufsichere Kupplungen und

lebensmittelkonforme Schläuche verhindern Leckagen, während

eine unterfahrbare Auffangwanne Reste auffängt und den

Reinigungsaufwand minimiert. Optische Füllstandsanzeigen und

automatisierte Alarme melden Nachfüll- oder Wartungsbedarf

frühzeitig. Die geneigte Aufstellfläche ermöglicht eine nahezu

vollständige Resteentleerung, was Materialkosten senkt. Die

CIP-fähige Anlage lässt sich ohne Demontage reinigen. Für präzise

Dosieraufgaben kann die Station mit dem Dosiersystem Dulcodos

Compact DSKb F&B kombiniert werden. Das modulare Konzept

erlaubt eine einfache Integration in bestehende Anlagen. Optional

erfasst der Radarsensor Dulcolevel den Füllstand kontaktlos und

überträgt Messwerte automatisch für lückenlose Dokumentation

bei Qualitätskontrollen und Audits.

www.prominent.com

MULTI-TRANSFER-SCHIENEN FÜR DEN

INNERBETRIEBLICHEN MATERIALFLUSS

Torwegge hat mit der Zeus-Schiene eine kompakte und

belastbare Transportlösung für Ladungsträger mit

unterschiedlichen Auflageflächen auf den Markt

gebracht. Durch geringen Rollenabstand und versetzt

angeordnete Kugellager lassen sich selbst Paletten,

Gitterboxen oder Just-in-Time (JIT)-Gestelle mit schmalen

oder unebenen

Kontaktflächen sicher

bewegen. Mit einer

Traglast von 200 Kilogramm

pro Achse

beziehungsweise

1.000 Kilogramm pro

Meter eignet sich die

Zeus-Schiene für vielfältige Anwendungen. Ihre wartungsfreie

Kugellagerung gewährlestet einen ruhigen

Lauf. Sie wird ergänzt durch die Thor-Schiene, konzipiert

für den Transport besonders schwerer Güter. Dank ihres

robusten Profils und der gedrehten, kugelgelagerten

Stahlrollen bleibt sie selbst bei Tonnenlasten formstabil

und langlebig. Teilungen von 42,5, 45 oder 52 Millimetern

ermöglichen den Einsatz auf breiten Auflageflächen

wie Paletten oder Gitterboxen. Erhältlich ist die Thor-

Schiene in zwei Varianten: als „L-“ und als „U“-Schiene.

www.torwegge.de

NEUE LUFTGEKÜHLTE

DREHSCHIEBERPUMPE

Der Vakuumspezialist

Leybold erweitert seine

seit 90 Jahren etablierte

Trivac-Reihe um ein neues

Modell: Die Trivac L

ist eine zweistufige, ölgedichtete Drehschieberpumpe

mit optimierter Luftkühlung. Die Pumpe zielt auf

moderne Vakuumprozesse in Industrie und Forschung.

Technisches Kernstück ist ein patentierter dreistufiger

Gasballast, der in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit

für bessere Wasserdampftoleranz sorgt. Die Pumpe

lässt sich sowohl vertikal als auch horizontal ausrichten

und arbeitet mit Standardflanschen. Leybold liefert sie in

Sauggeschwindigkeitsklassen von 5,8 bis 92/110

Kubikmetern pro Stunde. Das ebenfalls patentierte

Ölgehäuse-Design senkt die Öltemperatur und

verlängert die Öllebensdauer. Zur Ausstattung gehören

ein Schauglas zur Ölstandskontrolle sowie ein Standard-

Ablassventil für häufige Ölwechsel. Mechanische

Optimierungen sollen die Robustheit erhöhen und

Standzeiten verlängern. Leybold bewirbt die Trivac L als

kostengünstige Lösung mit niedrigem Stromverbrauch

und einfacher Wartung. Neben kundenspezifischen

Ausführungen bietet der Hersteller ein Servicepaket mit

Ersatzteilen, Vor-Ort-Service, Pumpenverleih und

zertifizierten Gebrauchtgeräten. Ein umfangreiches

Zubehörangebot ermöglicht die gezielte Anpassung an

verschiedene Anwendungen.

www.leybold.com

42 VERFAHRENSTECHNIK 2026/02 www.verfahrenstechnik.de


VORSCHAU

IM NÄCHSTEN HEFT: 03/2026

ERSCHEINUNGSTERMIN: 20. 03. 2026

ANZEIGENSCHLUSS: 05.03. 2026

01

Werden Sie Teil der B2B-Plattform

für industrielle Entscheider.

Bringen Sie Ihr Wissen ein,

setzen Sie Trends und knüpfen

Sie neue Partnerschaften.

Jetzt entdecken unter

www.industriemacher.de

02

03

01 Nahtlose Integration, zuverlässige Kommunikation, skalierbare Feldinfrastruktur:

Ethernet-APL erfüllt die Anforderungen der Prozessautomatisierung.

Bild: Endress+Hauser

02 Datendurchgängig konstruiert in Eplan hat GEA eine smarte Zentrifuge zur

Trennung von Flüssigkeiten

Bild: GEA

03 Sauberer und zuverlässiger Prozess für das Carbonrecycling

Bild: Wessjohann

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

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INTERNET:

www.verfahrenstechnik.de

E-PAPER:

digital.verfahrenstechnik.de

REDAKTION:

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LOGISTIK

FLUIDTECHNIK

Bitte kontaktieren Sie mich, ich berate Sie gerne!

Carmen Müller-Nawrath

Head of Sales

Telefon: 0049/6131/992-245

c.nawrath@vfmz.de

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