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Broschüre-Anleitung_Erde-Luft

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Mit Unterstützung von

kinder fürs klima

methoden

sammlung

phase 4

Luft und

erde

DO-IT-YOURSELF-WORKSHOP ZUM THEMA

Klimagerechtigkeit

www.rettenwirdiewelt.at


Liebe Weltretter:innen!

Nachdem wir uns bisher in den ersten 3 Workshops mit den Themen Klimagerechtigkeit, Feuer

und Wasser beschäftigt haben, folgt nun unser 4. und letztes Do-It-Yourself-Workshop-Set.

In diesem widmen wir uns inhaltlich und vor allem sehr aktiv den Themen – wie könnte es anders

sein? – Luft und Erde.

In den hier enthaltenen Methoden, Spielen und Bastelanleitungen könnt ihr viel erfahren über

den Zusammenhang dieser beiden Themenfelder und welche Bedeutung sie für unser Klima und

unser Leben auf der Erde haben. Aus der VogelHummelperspektive blicken wir auf die Probleme,

die in Luft und Boden durch den Klimawandel und durch menschliches Einwirken entstehen und

erfahren viel darüber, welche Auswirkungen das wiederum auf Menschen und Tiere hat.

Auch in dieser Phase darf natürlich unsere stetige Begleiterin Taba nicht fehlen. Und sie ist nicht

allein – nein ganz im Gegenteil! Dieses Mal trifft sie nicht nur auf ein weiteres Tier, sondern gleich

auf ein ganzes Volk – ein summendes, brummendes Hummelvolk, das sich lautstark für mehr Grün

und so manch andere Veränderung einsetzt.

Bevor es losgeht

Lest euch zunächst diese Beschreibung durch. Grundsätzlich sind alle Methoden für Kinder ab etwa

4 Jahren, Jugendliche und Erwachsene geeignet. Ihr findet bei den Beschreibungen der einzelnen

Schritte außerdem Ideen, wie diese je nach Wissensstand, Erfahrung und Bedürfnissen eurer

Gruppe variiert werden können.

Das gesamte Paket hält Beschäftigung für eure Gruppe für mehrere Stunden bereit. Ihr seid völlig

frei in der Reihenfolge, eurem Tempo oder auch der Auswahl der Teile, die ihr machen wollt. Wir

empfehlen nur grundsätzlich, die Geschichte von Taba und Hermi und das Bastelset zu Beginn

zu machen und das Legespiel nicht auszulassen. Das aktionistische Herzstück dieses Paketes ist

allerdings euer Auftrag im Zusatzkuvert.

Bevor ihr beginnt, richtet euch alle Materialien her, die ihr braucht. Zur einfacheren Übersicht

haben wir euch auf der nächsten Seite eine Materialliste zusammengestellt. Setzt euch gemütlich

im Kreis zusammen und stellt euer Tabanakel inklusive Taba und ihren Freund:innen bereit. Jetzt

kann es auch schon losgehen!

Wir wünschen euch viel Spaß!

Eure Kinderfreunde

Phase vier

erde luft

Außerdem

braucht ihr

Smartphone oder Tablet für

die Geschichte von Taba und Hermi

Materialliste

• Diese Broschüre

• Legespiel-Karten

• „Problemkarten“ aus Set 1

• Abzeichen Luft & Erde zum

Aufkleben

• Klima-Stories

• Bastelset Hermi

Alle bisherigen und aktuellen Materialien und noch mehr findet ihr auf der

Kampagnen- Website unter rettenwirdiewelt.at

Solltet ihr für euer Tabanakel noch ein Ersatzteil benötigen, dann meldet euch

einfach bei uns per Mail an rettenwirdiewelt@kinderfreunde.at

Wir wünschen euch viel

spass mit den Methoden!

Retten wir die Welt!



Eure Route

durch das

kampagnenpaket

erde luft

Alles auspacken und freuen

1 Löst das Rätsel: Welches Tier ist Hermi?

2

3

der beginn

Bastelt Hermi und ihre Gang und

lest ihren Steckbrief

Lest oder hört gemeinsam die

Geschichte von Taba und Hermi.

Schritt 1

Rätselkarte: Wer ist HErmi?

Auch in dieser Aussendung lernt unsere Taba neue Freund:innen kennen.

Welches Tier könnte das sein? Löst das Rästel und findet es heraus!

Dauer: ca. 15 Minuten

Ihr braucht dafür

• die geheimnisvolle Einladung (Karte, nummeriert mit 1)

• das Tabanakel

Flyer_A6_Vorlage.indd 9

1

4 5 Erspielt euch Wissen zum Thema

mit unserem Legespiel und

baut Luftschlösser

Do-It-Yourself-Workshop Inklusiv

Diese Methodensammlung ist so gestaltet, dass Kinder und Jugendliche mit

unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam lernen und sich mit

Klimathemen auseinandersetzen können. Inhalte werden nicht nur über

Sprache, sondern auch über Spiel, Bewegung, Beobachtung, Fühlen, Gestalten

und gemeinsames Nachdenken vermittelt. Alle Methoden sind flexibel

anpassbar und können vereinfacht, kooperativ oder entschleunigt durchgeführt werden,

ohne ihren inhaltlichen Kern zu verlieren. Beteiligung ist auch ohne Sprache möglich,

etwa durch Zeigen, Sortieren oder Gesten, wodurch nonverbale, gehörlose oder sprachlich

unsichere Kinder aktiv teilhaben können. Taktile und auditive Zugänge unterstützen Kinder

mit Sehbeeinträchtigung, während klare Strukturen, feste Abläufe und transparente

Regeln insbesondere Kindern mit ADHS, im Autismus-Spektrum oder mit intellektueller

Beeinträchtigung Orientierung geben. Die Rolle der Spielleitung ist dabei zentral: Sie

moderiert, erklärt Zusammenhänge, passt Tempo und Komplexität an und schafft einen

Rahmen, in dem Beteiligung freiwillig, wertschätzend und auf unterschiedlichen Wegen

möglich ist. Um der Spielleitung diese herausfordernde Aufgabe zu erleichtern, beinhaltet

jede Methode einen Inklusionstipp, der diese individuell analysiert und für unterschiedliche

Zielgruppen aufbereitet.

Inklusion wird hier nicht als Zusatz verstanden, sondern als Grundhaltung: Alle Kinder

bringen unterschiedliche Perspektiven ein, und genau diese Vielfalt macht das gemeinsame

Lernen über Klima, Umwelt und Zukunft besonders wertvoll.

1. Lest miteinander den Text auf der Karte

2. Überlegt gemeinsam:

Achtung! Hier folgen Hinweise, falls ihr lieber erst versuchen wollt, das Rätsel ohne Hilfe zu lösen

lest erstmal nicht weiter.

Hinweis 1: Manche Tiere können super durch kleine Löcher kriechen oder sich durchbohren.

Welcher Teil am Tabanakel könnte diese Anforderung erfüllen?

Hinweis 2: Ihr dürft einen Teil aus dem Tabanakel ausbauen.

Hinweis 3: Etwas zu verdecken, heißt manchmal

klarer zu sehen.

Hinweis 4: Wie ihr es auch dreht und wendet,

achtet auf die Zeichen.

Des Rätsels Lösung:

Hier findet ihr die richtige

Lösung – einfach den Code

scannen :)

4 5



Schritt 2

Hermi basteln

ca. 30 Minuten

Schritt 3

Die Geschichte

ca. 15 Minuten

Ihr braucht dafür:

• Bastelset „Hermi“

Jetzt ist es Zeit, euch zurückzulehnen und in die Geschichte von

Taba und Hermi einzutauchen.

• Seife

• Schüssel mit

warmem Wasser

Scannt

den Code

• Handtuch

• Luftpolsterfolie

Die Anleitung findet ihr bei den Bastelmaterialien!

Ihr findet die Geschichte hier auf unserer Website zum Anhören. Ihr könnt entweder

den QR Code scannen oder die Story über den NFC-Chip auf dem Bauch eurer

Taba (Sandtier aus Phase 1) abspielen. Haltet dazu einfach euer Smartphone mit

eingeschalteter NFC-Funktion an den Chip und wählt dann das Video aus, sofern es

Tipp

Lest Hermis Steckbrief

durch und besprecht, wie

sie so ist und wie sie lebt. Ihr könnt

ihn auch vorlesen während

die Kinder die Filzkugeln rollen.

Der Steckbrief ist auf der Rückseite

der Bastelanleitung zu finden und

gibt euch Infos zu Hummeln und

ihrer Lebensweise.

nicht von alleine startet.

Natürlich könnt ihr die Geschichte auch selbst lesen oder vorlesen. Den Text findet ihr

gleich hier auf den nächsten Seiten. Viel Spaß dabei!

6 7



Die Geschichte: Taba und das grosse brummen

Die Geschichte: Taba und das grosse brummen

Die Geschichte

Taba und das grosse Brummen

Hallo ihr Lieben! Wie schön, euch endlich wieder zu sehen. Heute ist sooo ein

sonniger Tag und ich bin wieder einmal unterwegs. Ausnahmsweise steht eine

Sightseeing-Tour auf dem Programm. Das mache ich nicht oft, denn eine Großstadt

ist normalerweise nicht mein Revier. Viel zu laut, viel zu grau, viel zu hektisch. Aber

heute habe ich mir gedacht: Warum nicht? Also schlendere ich gemütlich durch die

Straßen und schaue mir alles genau an.

Doch schon nach kurzer Zeit merke ich: Autsch!

Der Boden unter meinen Füßen wird immer heißer. Erst kitzelt es ein bisschen,

dann fängt es an zu zwicken – und plötzlich tut es richtig weh! Ich hebe ein

Beinchen, dann das andere, hüpfe hin und her, so schnell ich kann. Aber wohin ich

auch schaue: Kein Schatten, keine Wiese, kein kühler Platz. Nur Häuser, Straßen

und noch mehr Straßen!

Und da ist noch etwas: Ein Brummen. Erst ganz leise, dann immer lauter. Je länger

ich nach einem sicheren Ort suche, desto unwohler fühle ich mich.

„Hilfe!“, denke ich. „Wie komme ich bloß so schnell wie

möglich von diesem heißen Boden weg?“ So habe ich mir

diesen Tag wirklich nicht vorgestellt!

Flyer_A6_Vorlage.indd 9 1 17.0

12.0

factbox BODENVERSIEGELUNG

Wenn Menschen Häuser, Straßen, Parkplätze oder

Einkaufszentren bauen, wird der Boden oft mit Asphalt oder Beton bedeckt. Das

nennt man Bodenversiegelung.

Dieser Boden kann kein Wasser aufnehmen und keine Pflanzen wachsen lassen.

Im Sommer heizt er sich besonders stark auf und wird für Tiere sehr gefährlich.

Oft passiert das, weil immer mehr Platz für Autos und große Gebäude gebraucht

wird. Dabei wird vergessen, dass Tiere, Pflanzen und auch Menschen grüne Orte

zum Leben brauchen. Weniger Beton und mehr Natur helfen allen.

8 9

Plötzlich merke ich, dass etwas näher kommt. Das Brummen wird stärker, fast wie

ein Dröhnen. Ich will mich gerade umdrehen, um nachzusehen, da höre ich eine

klare Stimme:„Hey! Hüpf rauf!“

Und schwupp, bin ich in der Luft!

Erschrocken, aber auch erleichtert, sitze ich plötzlich irgendwo oben.

„Danke …?“, sage ich vorsichtig und schaue mich um.

Um mich herum schwirren viele kleine, flauschige Tierchen. Jedes von ihnen ist

kaum größer als ein Daumennagel. Aber gemeinsam tragen sie mich! Und glaubt

mir: Sogar für eine hundert Jahre alte Schildkröte, die schon viel gesehen hat, ist

das wirklich beeindruckend.

„Wer seid ihr denn?“, frage ich neugierig.

Da fliegt eines der Tierchen direkt vor mein Gesicht.

„Hey, alles klar bei dir? Ich bin Hermi, und das sind meine Freundinnen.

Gemeinsam sind wir ein

Brummelvolk – kleiner

Spaß! Natürlich meinte ich

Hummelvolk. Schön, dich

kennenzulernen!“

Ganz vorsichtig setzen sie mich

auf einem begrünten Streifen

am Straßenrand ab. Endlich!

Kühle Erde, weiches Gras,

ein bisschen Schatten, kühler

Boden unter meinen Füßen.

Ich atme tief durch und sehe

mich um: Überall tummeln

sich Hummeln! Einige fliegen

aufgeregt hin und her, andere

ziehen unter lautem Brummen

große Transparente hinter sich

her. Darauf steht:

factbox HUMMELN

Hummeln sind Wildbienen und sehr wichtig

für die Natur. Sie bestäuben Blumen, Obst

und Gemüse. Ohne sie gäbe es viel weniger

Nahrung.

Hummeln können auch bei kühlem Wetter

fliegen und sind sehr kräftig. Trotzdem sind sie

verletzlich. Wenn Wiesen

verschwinden, weil alles

genutzt, verkauft oder

verbaut wird, finden sie

keine Nahrung mehr. Die

Natur funktioniert nicht

wie eine Fabrik – sie

braucht Zeit, Vielfalt

und Rücksicht.



Die Geschichte: Taba und das grosse brummen

Die Geschichte: Taba und das grosse brummen

„Wir sind hier! Wir sind laut!

Weil man uns die Blüten klaut!“

Oder: „Uns fehlen Bäume, Wiesen, Blätter –

damit wär’s für alle netter!“

Ich kann meinen Blick kaum abwenden. So etwas habe ich noch nie erlebt.

„Hermi“, frage ich schließlich, „was bedeuten all diese Sprüche?“

Hermi wird ernst. „Uns Hummeln geht es im Moment nicht besonders gut“,

erklärt sie. „Der Klimawandel macht uns große Probleme. Es wird zu heiß, es gibt

immer weniger Blumen und kaum noch Plätze zum Leben.“

Sie summt kurz und fliegt ein kleines Stück höher.

„Deshalb sind wir unterwegs zu einem internationalen Vernetzungstreffen.

Das organisiert Hekla, eine alte Spinnenfreundin von mir. Und weil wir sowieso

gemeinsam fliegen, haben wir uns gedacht: Wir machen gleich laut auf unsere

Themen aufmerksam. Hat doch gut funktioniert, oder?“

factbox

PROBLEME DER HUMMELN

Hummeln haben immer größere

Schwierigkeiten zu überleben.

Durch den Klimawandel wird es vielerorts

zu heiß für sie. Blüten vertrocknen früher

oder blühen zur falschen Zeit.

Gleichzeitig werden viele Wiesen bebaut

oder intensiv genutzt, damit möglichst

viel produziert wird, dabei bleibt kaum

Platz für kleine Lebewesen. Wenn aber die

Hummeln verschwinden, gerät das ganze

Gleichgewicht der Natur ins Wanken.

Sie lacht und streicht über ihren

Aufnäher, ich muss mitlächeln.

„Darf ich mitkommen?“, frage ich

ohne lange nachzudenken.

„Natürlich!“, ruft Hermi.

„Zusammen sind wir stärker!“

Also mache ich mich mit ihnen

auf den Weg. Am Treffpunkt

angekommen, traue ich meinen

Augen kaum: Leopold und Kimo

sind auch da! Wir freuen uns riesig,

einander wiederzusehen. Doch

schnell merken wir: Die Probleme,

von denen die Hummeln erzählen,

sind jenen ähnlich, über die uns

auch schon Kimo und Leopold

erzählt haben. Es gibt sie überall

auf der Welt.

Die Konferenz beginnt. Tiere aus allen Ländern berichten von heißen Böden,

vertrockneten Wiesen, schmelzendem Eis und fehlenden Schattenplätzen. Zu

viel Müll, und einigen Menschen, die einfach nicht genug bekommen können.

Bei unserem Treffen hören wir einander zu, tauschen Ideen aus und überlegen,

was wir gemeinsam tun können.

Am Ende sind wir uns einig: Wir wollen zusammenhalten, laut sein und die Natur

schützen – für uns und für alle, die nach uns kommen.

Ich schaue in die Runde und fühle mich hoffnungsvoll, denn unter

den Besucher:innen sehe ich nicht nur Tiere. Ich sehe auch ganz viele

Menschenkinder und euch brauchen wir ganz besonders!

Vielleicht ist die Welt manchmal ganz schön schwierig. Aber solange wir

aufeinander achten, gemeinsame Ziele finden und zusammen handeln,

gibt es immer einen Weg, da bin ich sicher.

Eure Taba

und ihre freund:innen

Leopold, kimo und hermi

Tipp

Seid auf jeden

Fall bei der großen

Baumpflanzaktion

dabei!

Alle Infos im beigelegten

Kuvert oder unter:

Wetten, dass wir

die Welt retten?!

10 11



Schritt 4

Was bin ich

das legespiel

ca. 1 Stunde

Ihr braucht

• Kärtchen mit Klimabegriffen aus Workshop-Set 1

• Legespiel Erklärkarten

Ihr habt in den letzten Phasen bereits so viel Wissen gesammelt und seid schon wahre

Klimaexpert:innen. Zum Beispiel habt ihr bereits gemeinsam erarbeitet, wie der Klimawandel entsteht

und welche Auswirkungen die Verschmutzung und Erwärmung des Wassers auf Pflanzen, Menschen

und Tiere hat.

Aber was hat der Klimawandel eigentlich mit unseren Böden, Wald, Wiese,

Feld und unserer Luft zu tun?

Um diese Fragen zu beantworten, nehmt noch einmal aus dem Workshoppaket von Phase 01 das Set

mit Klimabegriffen und -bildern zur Hand. Zur Sicherheit habt ihr das ganze Kartenset auch in diesem

Paket nochmal bekommen.

Tipp! Wenn ihr jetzt 2 Sets habt, könnt ihr damit auch zwischendurch zur Auflockerung eine normale

Runde Memory spielen.

Sortiert folgende Karten heraus: Luftverschmutzung; Gewitter, Stürme... (Extremwetter);

Hitzewellen; Überschwemmungen; Erdrutsche; Dürre, Trockenheit; Sinkender Wasserspiegel in

Flüssen & Seen; Waldsterben; Artensterben; Ernteausfälle; Waldbrände.

Legt nun alle Erklärkarten und die Problemkarten offen auf dem Boden aus. Eure Aufgabe ist es nun,

die passenden Paare zu finden. Startet einfach mit einer Erklärkarte und lest die Erklärung darauf vor.

Besonders schwierige Begriffe oder Zusammenhänge können nach dem Vorlesen auch noch zusätzlich

verdeutlicht und/oder mit anderen Worten erläutert werden. Versucht anschließend, die passende

Problemkarte dazu zu finden. Wenn ihr glaubt, die richtige Karte gefunden zu haben, lest die Lösung

laut vor.

Geschafft? Dann könnt ihr jetzt mit den restlichen Karten nach Lust und Laune loslegen. Jedes

erratene Kartenpaar könnt ihr stolz in euer Tabanakel stecken.

Tipp: Wenn ihr es schwieriger machen wollt, könnt ihr auch versuchen, von der Problemkarte

auszugehen und die passende Erklärung zu finden. Für alle, die eine besonders harte Challenge

brauchen, gibt es auch die Möglichkeit mit den Karten „normal“ Memory zu spielen, also mit

verdeckten Karten zu starten und immer nur zwei aufzudecken.

Zur Vertiefung könnt ihr euch auch die restlichen Problemkarten anschauen,

und versuchen, für diese selbst Erklärungen zu schreiben!

12 13

Inklusionstipp

Das Legespiel wird besonders zugänglich, wenn der Fokus vom klassischen

Memory-Prinzip auf das gemeinsame Zuordnen und Verstehen gelegt wird.

Durch Reduktion der Kartenanzahl, thematische Bündelung und das Vorlesen

oder Vereinfachen der Erklärtexte können Kinder mit unterschiedlichen

sprachlichen, kognitiven oder sensorischen Voraussetzungen aktiv teilnehmen.

Entscheidungen lassen sich durch Zeigen, Sortieren oder Ablegen treffen, sodass

auch nonverbale, gehörlose oder sehbeeinträchtigte Kinder eingebunden sind.

Klare Strukturen, feste Abläufe und sichtbare Erfolgsmomente unterstützen

Kinder mit ADHS oder im Autismus-Spektrum. Das Spiel eignet sich

besonders gut für Differenzierung, da Inhalte mehrfach, in unterschiedlicher

Tiefe und mit variierendem Anspruch bearbeitet werden können. Für Kinder

mit Sehbeeinträchtigung kann das Spiel in erster Linie auditiv durch Vorlesen

durchgeführt und mit Spielfiguren unterstützt werden.

Auch dieses Mal

wieder mit dabei:

Inklusionstipp

Klimastories

Das Spiel lässt sich durch seine klare

Ja/Nein-Struktur leicht an unterschiedliche

Bedürfnisse anpassen. Geschichten und Antworten

können gelesen, gezeigt, gehört oder symbolisch

dargestellt werden, sodass auch gehörlose, sehbeeinträchtigte

oder nonverbale Kinder aktiv teilnehmen können. Die

Schwierigkeit lässt sich variieren, indem die Spielleitung

mehr Tipps gibt. Außerdem können bestimmte Fragekarten

(„Hat es mit Hitze zu tun?“, „Ist ein Tier betroffen?“) oder

Bildkarten (z.B. Metacom; Symbole z.B.: Sonne, Wasser,

Baum, Tier, Stadt) vorbereitet & verwendet werden. Klare

Regeln, kurze Runden und feste Rollen helfen Kindern mit

ADHS oder im Autismus-Spektrum. Durch kooperative

Spielweisen, Hilfestellungen und Varianten kann das Spiel

flexibel differenziert werden und ermöglicht allen Kindern

einen gemeinsamen Zugang.

Bereits in den letzten DIY-WS-Sets

waren ein paar coole Klima-Black-Stories

enthalten. In diesem Set findet ihr neue

Karten. Sortiert sie gerne zu den anderen

Klimastories ein, so wächst euer Set zu

einem immer größeren Deck.



Schritt 5

unsere klimagerechte Zukunft

Alter: ab 5 Jahren

Dauer: 30–45 Minuten

Ihr braucht

• Papier, Stifte, Sticker…

Die Teilnehmenden erhalten einzeln oder in Gruppen ein großes Blatt Papier und Stifte und sollen

ihre ökologische Traumstadt oder ihr ökologisches Traumhaus aufmalen und sich dabei nicht in ihrer

Kreativität einschränken. Abschließend stellen sich die Teilnehmenden gegenseitig ihre Traumstädte/-

häuser vor und erklären ihre Gründe.

Mögliche Bereiche:

Begrünung, Mobilität/Verkehr, Ernährung/Essen, Energie, Ressourcen, etc.

Tipp! Statt eine komplette Traumstadt oder ein ganzes Haus zu entwerfen, können die Teilnehmenden

sich auf einen Schwerpunkt konzentrieren, zum Beispiel:

„Ein klimafreundlicher Raum“

„Ein grüner Ort in der Stadt“

„Ein Haus, das mit Hitze gut umgehen kann“

Wir wollen Bäume, Wiesen,

Blätter-damit wär’s für

alle netter!

Alternativ können vorgegebene Symbole oder Sticker (z. B. Bäume, Wasser, Solaranlage, Tiere,

Menschen) genutzt und auf ein Blatt aufgeklebt oder gelegt werden. So entsteht eine Traumstadt

oder ein Traumhaus durch Auswählen und Anordnen statt durch freies Zeichnen. Die Vorstellung kann

durch Zeigen, kurze Stichworte oder mit Unterstützung erfolgen.

Inklusionstipp

Die offene, kreative Aufgabe bietet viele Zugänge, sollte

jedoch klar strukturiert werden, um Überforderung zu vermeiden.

So könnte eine „leere“ Stadt bspw. vorgezeichnet werden, die von

den Kindern nur noch befüllt oder verändert wird. Für Kinder

mit sprachlichen Barrieren, nonverbale Kinder oder Kinder

mit intellektueller Beeinträchtigung kann es hilfreich sein, den

Arbeitsauftrag zu vereinfachen, Schwerpunkte vorzugeben oder

mit Symbolen, Stickern und Beispielen zu arbeiten statt mit freiem

Zeichnen. Kinder mit Sehbeeinträchtigung können taktile Materialien, dicke Stifte

oder fühlbare Elemente nutzen und ihre Ideen mündlich beschreiben oder gemeinsam

mit einer anderen Person umsetzen. Für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder

sollten die Aufgabenstellung und der Ablauf schriftlich oder visuell erklärt werden.

Klare Zeitphasen, optionale Zwischenstopps und eine ruhige Arbeitsatmosphäre

unterstützen Kinder mit ADHS oder im Autismus-Spektrum. Die Präsentation

der Ergebnisse kann flexibel gestaltet werden, etwa durch Zeigen, gemeinsames

Beschreiben oder kurze Stichworte, sodass alle Teilnehmenden ihre Ideen auf ihrem

eigenen Weg einbringen können. Oder ihr macht eine Ausstellung der Bilder, bei der

alle etwas zum eigenen Bild sagen oder schreiben können.

14 15



Beim Thema Luft und Erde kann euch jetzt niemand

mehr was vormachen! Herzliche Gratulation!

Schnappt euch euer Abzeichen und klebt es

auf euer Tabanakel!

Spiele und

experimente

Und jetzt? Je nach

Interesse, Lust, Laune und

Zeit könnt ihr noch tiefer in

das Thema eintauchen und euch

auf spielerische und kreative

Art der Problemstellung nähern.

Die Spiele und Methoden auf

den nächsten Seiten bieten

euch unterschiedliche

Möglichkeiten dafür.

Tipp

Seid auf jeden

Fall bei der großen

Baumpflanzaktion

dabei!

Alle Infos unter:

Anleitungen

Auf den folgenden Seiten findet ihr Spiele,

Bastelideen und Experimente zu den

Schwerpunktthemen Erde und Luft.

16



Spiele

Heklas Spinnennetz

Alter: ab 8 Jahren

Dauer: 30–45 Minuten

Ihr braucht

• Pinnwand • Problemkärtchen • Pinnadeln • Wolle/Faden • Schere • Post-Its • Stifte

Ihr habt nun jede Menge über die Klimakrise und ihre Probleme gehört, gelesen, selbst erfahren und

gelernt. Doch wie hängt das eigentlich alles zusammen? Um dieses große Bild zu erstellen, startet ihr

mit den einzelnen Problemen. Schaut euch die Kärtchen nochmal gemeinsam an und sammelt in der

Gruppe, was ihr zu den einzelnen Themen noch wisst, was euch besonders im Gedächtnis geblieben

ist, was euch überrascht hat etc. Hängt die Kärtchen einzelnen an eine Pinnwand. An dieser Stelle

könnt ihr auch versuchen, zusammenhängende Auswirkungen schon nebeneinander zu hängen.

Wenn ihr alle Kärtchen aufgehängt habt, schnappt euch einen Faden und verbindet Auswirkungen,

die zusammenhängen. Also zum Beispiel Hitzewellen und Dürre (weil Hitzewellen dazu führen, dass

es immer trockener wird). Oder Überschwemmungen und Erdrutsche, Erwärmung des Meeres und

Korallensterben, und und und. Ihr werdet sehen, die Auswirkungen und Probleme hängen in einem

komplexen Netz miteinander zusammen und viele davon bedingen sich gegenseitig oder hängen

mit ähnlichen anderen zusammen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch noch Erklärungen für die

Zusammenhänge auf Post-Its schreiben und zu dem jeweiligen Faden hängen.

Doch was tun gegen dieses Netz, diese Verkettung an Problemen? Da seid ihr gefragt! Schnappt

euch Post-Its oder Zettel und schreibt Lösungen für die Probleme auf. Welche Probleme und

Auswirkungen können noch umgekehrt oder abgeschwächt werden? Welche können wir nur

noch lösen, indem wir als Menschen uns daran anpassen? Und was muss passieren, damit eure

Lösungsvorschläge umgesetzt werden?

Inklusionstipp

Die Methode lässt sich gut inklusiv gestalten, wenn das komplexe Netz schrittweise

und gemeinsam aufgebaut wird. Statt alle Karten auf einmal zu nutzen, können

wenige ausgewählte Probleme aufgehängt und nach und nach ergänzt werden, um

Überforderung zu vermeiden. Das Spinnennetz kann entweder an einer Pinnwand

oder auch am Boden gelegt entstehen, wobei Karten durch haptische Materialien wie

Figuren, Naturmaterialien oder andere gut greifbare Objekte ersetzt oder ergänzt

werden können, was vor allem für Kinder und Jugendliche mit Sehbeeinträchtigung

als Unterstützung dient.

Zusammenhänge können nicht nur sprachlich, sondern auch durch Zeigen, Platzieren

von Objekten oder das Führen des Fadens hergestellt werden, sodass auch nonverbale

Kinder oder Kinder mit Sprachbarrieren aktiv teilnehmen können.

Für Kinder mit Sehbeeinträchtigung eignet sich besonders das haptische Arbeiten mit Fäden und

Objekten; Inhalte sollten zusätzlich vorgelesen und Zusammenhänge klar benannt werden. Kinder

mit motorischen Einschränkungen können durch Anleiten, Entscheiden, Beschriften von Post-Its

oder das Platzieren von Objekten eingebunden werden, ohne mit Pinnadeln arbeiten zu müssen.

Klare Phasen, sichtbare Zwischenergebnisse und eine moderierende Spielleitung unterstützen

Kinder mit ADHS oder im Autismus-Spektrum. Lösungsideen können auf unterschiedliche Weise

eingebracht werden – mündlich, als Stichwort, Symbol, Objekt oder Zeichnung – sodass alle Kinder

ihre Perspektiven auf ihrem eigenen Weg einbringen können.

Wettermassage

Alter: ab 4 Jahren Dauer: 10 Minuten Material: Keines

Was ist eigentlich Klima und was ist Wetter? Und was haben die beiden miteinander zu tun?

Mit Wetter meinen wir, was heute oder morgen draußen passiert. Es regnet oder die Sonne scheint,

es ist neblig oder bedeckt. Klima beschreibt, wie das Wetter über einen langen Zeitraum aussieht.

Wenn es in einer Gegend über viele Jahre regnet, spricht man von einem feuchten Klima. Durch den

Klimawandel verändert sich, wie der Name schon sagt, unser Klima. Dadurch gibt es auch immer

extremeres Wetter: Hagel, extrem starker Regen, Trockenheit, usw.

Mit dieser Rückenmassage wollen wir das Wetter ein bisschen besser kennenlernen.

Setzt euch in einem engen Kreis auf den Boden. Jede:r soll den Rücken der vor ihm:ihr sitzenden

Person berühren können, um den Rücken der Erzählung der Spielleitung entsprechend massieren zu

können. Vor Beginn sollte gemeinsam geklärt werden, ob und wie Berührungen für alle angenehm

sind und die einzelnen Schritte der Massage vorbesprochen werden. Die Teilnahme an der Massage

ist freiwillig und kann jederzeit angepasst oder abgebrochen werden. Wenn Kinder nicht berührt

werden möchten oder Berührung als unangenehm empfinden, kann das Spiel alternativ mit Polstern,

Stofftieren oder auf dem eigenen Körper durchgeführt werden. Auch eine Fantasiereise ohne

Berührung ist möglich, bei der die Bewegungen nur beschrieben oder

vorgemacht werden.

Inklusionstipps auf

der nächsten Seite

18 19



So in etwa könnte eure Erzählgeschichte gehen:

• Es sieht so als käme da ein Gewitter! Spürt ihr schon den leichten

Wind (leicht auf den Hals/Hinterkopf pusten)

• Die Wolken kommen näher (bei Gelegenheit den Raum etwas

dunkler machen) und der Wind wird stärker (stärker pusten).

• Jetzt fängt es an zu regnen (sanft auf den Rücken mit

den Fingerkuppen tippen).

• Es fallen schwere Regentropfen (mit den Fingerkuppen klopfen).

• Ein Hagelschauer setzt ein (Klopfen verstärken und beschleunigen).

• Langsam lässt der Regen nach (sanfter klopfen).

• Die Sonne kommt heraus (mit der Handfläche kreisende

Bewegungen machen).

• Warm scheint die Sonne (Verstärkung der kreisenden Bewegungen).

• Langsam geht die Sonne unter. (die kreisenden Bewegungen

langsamer werden lassen und dann die Hände auf dem Rücken

ruhen lassen).

Inklusionstipp

Die klaren, wiederholenden Bewegungsanweisungen machen das Spiel gut

zugänglich für Kinder mit Sprachbarrieren oder geringer Sprachkompetenz. Für

gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder können die Wettereignisse zusätzlich

visuell unterstützt werden, etwa durch Gesten, Bilder oder Vormachen

der Bewegungen. Kinder mit Sehbeeinträchtigung profitieren von der

körperlichen Erfahrung der unterschiedlichen Berührungen, da Wetter

hier direkt über Tastsinn und Wahrnehmung erfahrbar wird. Für Kinder

mit ADHS oder im Autismus-Spektrum geben die feste Abfolge, die

ruhige Dauer und die klaren Übergänge zwischen den Wetterphasen

Orientierung und Sicherheit. Die Intensität der Berührungen sollte stets

angepasst und angekündigt werden, damit alle Kinder die Wettermassage

als angenehme und sichere Erfahrung erleben können.

Baumabholzung

Alter: ab 6 Jahre Dauer: 10 Minuten Material: Keines

Bäume und Pflanzen sind für unser Klima wahnsinnig wichtig, weil sie durch Photosynthese CO₂

abbauen und in Sauerstoff umwandeln. Der Mensch holzt in den letzten Jahren aber immer mehr

Bäume ab, zum Beispiel im Regenwald. Was dadurch passieren kann, zeigt dieses Spiel.

Es werden zwei Teilnehmer:innen ausgewählt: Ein:e Baumpflanzer:in und ein:e Abholzer:in.

Die restlichen Kinder sind Bäume, die frei im Raum herumlaufen. Der:die Abholzer:in tippt die

Kinder an und sie werden an Ort und Stelle „umgeschnitten“ (setzen sich auf den Boden). Der:die

Baumpflanzer:in „pflanzt die Bäume“ wieder, indem er:sie sie an den Händen nimmt und hochzieht.

Der Baum darf wieder weiterlaufen. Fügt man immer mehr Abholzer:innen hinzu, werden immer

mehr Bäume gefällt und bald wird es keine Bäume mehr geben!

Inklusionstipp

Damit das Spiel für alle Kinder gut zugänglich ist, kann die

Intensität der Bewegung angepasst werden. Statt schnellen Laufens

kann langsam gegangen oder im Krabbeln gespielt werden, um

Überforderung zu vermeiden und Unterschiede in der Beweglichkeit

auszugleichen. Für Kinder mit körperlichen Einschränkungen oder

im Rollstuhl können feste Baumplätze gewählt werden, sodass sie

als Bäume durch Gesten oder Armbewegungen teilnehmen können.

Das „Fällen“ und „Pflanzen“ der Bäume sollte klar geregelt und

sanft erfolgen, etwa durch Antippen oder Zeigen, um Sicherheit

zu gewährleisten. Klare Rollen und einfache, wiederholte Regeln

unterstützen Kinder mit ADHS oder im Autismus-Spektrum

und helfen, das Spiel überschaubar zu halten. Für Kinder mit

intellektueller Beeinträchtigung ist es hilfreich, die Regeln sehr

einfach zu halten, nur wenige Rollen einzuführen und das Spiel

zunächst mit wenigen Kindern vorzuspielen. Wiederholungen,

Vormachen und kurze Spielrunden erleichtern das Verständnis. Für

gehörlose oder hörbeeinträchtigte Kinder können alle Anweisungen

vorgemacht oder visuell unterstützt werden. Auch für nonverbale

Kinder ist das Spiel gut geeignet, da es ohne Sprache auskommt

und über Bewegung, Zeigen und Rollenverständnis funktioniert. Vor

Spielbeginn sollte gemeinsam besprochen werden, dass Berührungen

respektvoll und nur im vereinbarten Rahmen stattfinden.

20 21



Hummelstock (Basteln und sortieren)

Alter: 3-10 Jahre Dauer: 30 Minuten Basteln, 30 Minuten Spiel

Material: Klopapierrollen • gelbe Farbe • Klebstoff • Pinzette • unterschiedliche kleine

Gegenstände (z.B. Filzbällchen, Büroklammern, etc.)

Dieses Spiel verbindet Basteln, feinmotorisches Üben und Klimabildung. Gemeinsam

mit den Kindern wird zunächst ein Hummelstock gebaut. Dafür bemalen die Kinder

leere Klopapierrollen in Gelb oder Naturfarben und gestalten sie nach Lust und Laune.

Nach dem Trocknen werden die Rollen nebeneinander auf ein Stück Karton oder

einfach aneinandergeklebt, sodass ein stabiler Hummelstock mit mehreren Röhren

entsteht. Ihr könnt die Rollen dafür auch halbieren oder kürzen.

Sammelt unterschiedliche kleine (in die Rollen passende) Gegenstände zusammen und

vermischt sie in einer Schüssel oder einem Karton: Filzbällchen, kleine Papierblumen,

Büroklammern, Holzperlen, Papierkügelchen, etc.

Nun entscheiden die Kinder, welche Gegenstände in den Hummelstock gehören bzw.

gut für Hermi und das Hummelvolk sind (z.B. Blumen, Filzbällchen repräsentativ

für Blütenpollen) und welche nicht hinein sollten (Büroklammern, Müll, etc.). Die

passenden Gegenstände werden nun in die Röhren/Waben sortiert. Je nach Alter und

Fähigkeit wird mit der Hand oder mit einer Pinzette sortiert. Zum Abschluss können

die Kinder ihren gefüllten Hummelstock betrachten und gemeinsam überlegen,

was sie selbst tun können, damit es Hummeln und anderen Insekten gut geht, etwa

Blumen pflanzen oder keinen Müll in der Natur liegen lassen.

Inklusionstipp

Der Hummelstock ist ein besonders sensorisches und förderndes Spiel,

da viele Sinne gleichzeitig angesprochen werden. Unterschiedliche

Materialien wie Filz, Metall, Holz oder Naturmaterialien ermöglichen

vielfältige Tast- und Greiferfahrungen und unterstützen die

Wahrnehmung von Form, Gewicht und Oberfläche. Dadurch eignet

sich das Spiel sehr gut zur Förderung von Feinmotorik, Hand-Augen-

Koordination und Konzentration.

Material, Aufbau und Schwierigkeitsgrad lassen sich flexibel anpassen:

Kinder können mit der Hand oder mit Hilfsmitteln wie Pinzette oder

Greifzange sortieren. Größere Gegenstände oder liegend aufgebaute

Röhren erleichtern die Teilnahme bei motorischen Einschränkungen.

Das Spiel funktioniert weitgehend nonverbal und ist daher gut zugänglich für Kinder mit

Sprachbarrieren sowie für gehörlose oder hörbeeinträchtigte Kinder. Klare Phasen, wiederholende

Handlungen und eine reduzierte Materialauswahl geben Orientierung und Sicherheit, besonders für

Kinder mit ADHS oder im Autismus-Spektrum.

Alle Kinder dürfen im eigenen Tempo arbeiten, Pausen einlegen oder ihre Rolle wechseln. Der

Fokus liegt auf dem sinnlichen Erleben und dem Prozess des Sortierens – nicht auf einem richtigen

Ergebnis – wodurch vielfältige Zugänge ermöglicht und individuelle Stärken wertgeschätzt werden.

Der Wald ist in Gefahr

In Anlehnung an das Werwolf-Gruppenspiel

Alter: ab 8 Jahren Dauer: 30–45 Minuten Material: Zettel mit Rollennamen

Auf einem fernen Planeten gibt es einen großen Wald namens Wurzelwald. In diesem Wald leben

viele Menschen, Tiere und Pflanzen friedlich zusammen. Der Wald ist sehr wichtig, denn er sorgt für

saubere Luft, frisches Wasser und hilft dabei, das Klima zu schützen.

Doch nicht alle gehen gut mit dem Wald um. Einige wollen immer mehr Bäume fällen, um daraus

Dinge herzustellen oder Geld zu verdienen. Dadurch verändert sich der Wald, und das hat schlimme

Folgen für alle Lebewesen. Wenn zu viele Bäume gefällt werden, wird der Wald krank. Die Luft wird

schlechter, es gibt weniger Wasser und das Klima verändert sich.

In diesem Spiel übernehmen die Kinder verschiedene Rollen. Sie erleben, wie Entscheidungen den

Wald, das Klima und das Leben der Menschen beeinflussen. Gemeinsam überlegen sie, wie der Wald

geschützt werden kann und wie ein gutes Zusammenleben möglich ist.

In der Nacht schließen alle die Augen. Die Baumfäller:innen-Bande öffnet die Augen und wählt

gemeinsam eine Person aus, deren Baum gefällt wird und aus dem Spiel ausscheidet. Danach

schließen sie wieder die Augen. Anschließend öffnet die:der Waldhüter:in die Augen & kann

seine:ihre Zauberkräfte einsetzen. Bevor der Tag anbricht,

schließt auch er:sie die Augen wieder.

Am Tag öffnen alle die Augen. Die Spielleitung berichtet, was

in der Nacht passiert ist. Danach sprechen alle miteinander

und überlegen, wer zur Baumfäller:innen-Bande gehören

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könnte. Am Ende stimmen alle ab. Die Person mit den meisten Stimmen scheidet aus dem Spiel aus.

Das Spiel endet, wenn alle Baumfäller:innen aus dem Spiel sind. In diesem Fall gewinnen die

Waldbewohner:innen und der Wurzelwald ist gerettet. Gibt es aber genau so viele Baumfäller:innen

wie Waldbewohner:innen, ist der Wald zu stark beschädigt und die Baumfäller:innen-Bande hat

gewonnen.

DIE ROLLEN

Die Waldbewohner:innen von Wurzelwald

Diese Gruppe lebt im Wald, ist auf diesen angewiesen und möchte ihn deswegen unbedingt erhalten.

Ziel der Waldbewohner: innen

Den Wald schützen und dafür sorgen, dass er gesund bleibt. Dafür stimmen sie am Tag demokratisch

ab, welche Person, von der sie glauben, dass es ein:e Baumfäller:in sein könnte, sie verbannen wollen.

Die Baumfäller:innen-Bande

Die Baumfäller:innen wollen Holz aus dem Wald holen. Am Anfang fällen sie nur wenige Bäume. Mit

der Zeit werden es jedoch immer mehr. Oft tun sie das heimlich, wenn niemand hinsieht.

Ziel:

So viel Holz wie möglich sammeln, ohne entdeckt zu werden, indem jede Nacht ein:e

Waldbewohner:in entführt wird.

Die Waldhüter:in

Die Waldhüter:in passt besonders gut auf den Wald auf. Sie beobachtet, was im Wald passiert, und

erkennt früh, wenn etwas nicht stimmt.

Aufgabe:

Jede Runde erfährt die:der Baumhüter:in wer das Opfer der Nacht ist. Einmal pro Spiel, darf die:der

Waldhüter:in eine Person verbannen, von der sie:er glaubt, dass es ein:e Baumfäller:in sein könnte und

einmal ein Opfer retten.

Inklusionstipp

Das Spiel greift komplexe soziale und ökologische Zusammenhänge auf und

muss je nach Gruppe stark angepasst werden. Durch das Reduzieren von Rollen,

das Offenlegen von Spielphasen und den Verzicht auf geheime Abstimmungen

kann das Spiel barriereärmer und kooperativer gestaltet werden. Visuelle, taktile

oder erzählerische Elemente ermöglichen die Teilnahme von gehörlosen oder

sehbeeinträchtigten Kindern. Klare Regeln, feste Abläufe und eine kooperative

Spielweise unterstützen Kinder mit ADHS, im Autismus-Spektrum oder mit

intellektueller Beeinträchtigung. Wichtig ist, dass die Spielleitung durch die

Moderation viel Struktur und Sicherheit gibt sowie jeden Schritt erklärend begleitet.

Eine mögliche Variation ist, dass nicht die Kinder die Rollen übernehmen, sondern

mit Kuscheltieren oder Puppen gespielt wird und diese von „außen“ bespielt werden.

Eine weitere Variation ist eine kooperative, offene Spielvariante

ohne Ausscheiden (weniger Frustrationsrisiko):

In dieser Variante übernehmen die Kinder offen und sichtbar die Rollen der

Waldbewohner:innen, der Baumfäller:innen und der Waldhüter:in, ohne geheime

Absprachen oder geschlossene Augen. Zu Beginn beschreibt die Spielleitung den

gesunden Ausgangszustand des Wurzelwaldes mit sauberer Luft, ausreichend Wasser

und vielen Bäumen. Das Spiel verläuft anschließend in mehreren gleich aufgebauten

Runden: Die Spielleitung nennt ein Ereignis wie das Fällen von Bäumen, woraufhin

die Baumfäller:innen offen entscheiden, wie viele Bäume gefällt werden. Die

Waldbewohner:innen überlegen gemeinsam, was diese Entscheidung für den Wald

bedeutet, während die Waldhüter:in sichtbar eingreifen darf, etwa indem sie einen

Baum schützt, Zusammenhänge erklärt oder eine Maßnahme vorschlägt. Nach jeder

Runde schätzt die Gruppe gemeinsam ein, ob es dem Wald gut, mittel oder schlecht

geht, zum Beispiel mithilfe von Symbolen oder Handzeichen. Niemand scheidet

aus dem Spiel aus, und alle Entscheidungen bleiben nachvollziehbar.

Das Spiel endet, wenn der Wald über mehrere Runden stabil bleibt oder

deutlich geschädigt ist, und kann mit einer kurzen gemeinsamen Reflexion

abgeschlossen werden, in der der Bezug zur echten Welt hergestellt wird.

Gerne könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen und weitere Rollen dazu erfinden. Hier nur ein

paar Vorschläge: Schlaue Eule (sieht jede Nacht eine Rollenkarte), Blinzelfuchs (darf in der Nacht

vorsichtig blinzeln), Alter Baum (kann erst beim zweiten Versuch gefällt werden), Heiler:in des Waldes

(kann jede Nacht eine Person vor den Baumfäller:innen schützen).

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Boden atmet!

Wie viel Luft steckt in der Erde?

experimente

Material: • Zwei durchsichtige Gläser oder Becher • zwei unterschiedliche kleine Erdproben

(aus Wiese, Wald, Park, versiegeltem Randstreifen) • Wasser

Optional: • Lupe • Taschenlampe • Stoppuhr

Durchführung – einfache Version

1. Gebt in jedes Glas etwas von einer anderen Art von Erde. Achtet darauf, dass ihr die Erde beim

Einfüllen nicht selbst verdichtet. Wenn ihr Erde von einem verdichteten Weg oder ähnliches Ort

genommen habt, dann könnt ihr sie ruhig nach dem Einfüllen ein bisschen zusammendrücken, damit

sie so dicht ist, wie ihr sie gefunden habt.

2. Füllt nun in ein Glas nach dem anderen langsam Wasser hinein und beobachtet, was passiert.

Durchführung – vertiefte Version

Ältere Kinder und Jugendliche können sich vor Schritt 2 die unterschiedlichen Bodenarten genauer

ansehen und vergleichen. Außerdem könnt ihr schon vorher Vermutungen anstellen, was wohl

passieren wird, wenn Wasser in die Gläser gefüllt wird.

Um genauer zu vergleichen, welcher Boden wie viel „atmet“ – also wie viel Luft in sich hat – könnt

ihr bei Schritt 2 genauer vorgehen: Füllt dazu in jedes Glas die gleiche Menge Wasser ein und stoppt

jeweils die Zeit, bis ihr keine Lustblasen mehr aufsteigen seht. Außerdem könnt ihr mit einem kleinen

Lineal oder einer Schiebelehre messen, wie große die Lustblasen in den verschiedenen Bodenarten

sind.

Erklärung

Boden ist ein poröses System aus Feststoffen (Sand, Schluff, Ton, Humus) und Hohlräumen. Diese

Poren enthalten entweder Luft oder Wasser — je nach Feuchte, Korngröße und Verdichtung. Beim

Einfüllen des Wassers treiben Luftblasen an die Oberfläche: Das ist die in den Poren eingeschlossene

Luft, die vom Wasser aus dem Boden herausgedrückt wird. Lockerer, humoser Boden hat viele

große und kleine Poren. Er enthält also generell mehr Luft und weil er so locker ist, können die

verschiedenen Gase (CO2, das im Boden entsteht, Sauerstoff, der von außen dazu kommt und

Wasserdampf vom Wasser im Boden) sich besser vermischen und sozusagen „Plätze tauschen“.

Das nennt man Gasaustausch. Auch das Wasser kann durch diese großen Poren besser ablaufen,

was z.B. bei starkem Regen wichtig ist, damit es nicht zu Überschwemmungen kommt. Verdichtung

(z. B. durch Fußgängerzonen, Befahren, Baufahrzeuge) quetscht Poren zusammen, reduziert

Gas- und Wasseraustausch und macht den Boden für Wurzeln und Mikroben lebensfeindlich.

Warum ist das wichtig fürs Klima?

In lockerem Boden kann mehr CO2 gespeichtert werden. Das liegt daran, dass darin mehr

Luft und mehr Wasser vorhanden ist, was für die dort lebenden Tierchen und Mikroorganismen

überlebenswichtig ist. Diese wiederum arbeiten den Boden um und produzieren Humus, der nicht nur

super für die Pflanzen ist, sondern in dem auch viel CO2 langfristig gespeichert ist. Wenn diese Tiere

und Organismen im Boden nicht mehr leben können, weil zu wenig Luft und Wasser darin sind, wird

dieses CO2 auch wieder freigesetzt. Auch Pflanzenwurzeln brauchen luftigen und nährstoffreichen

Boden, sonst sterben sie ab.

Außerdem schützt gesunder und luftiger Boden auch vor Überschwemmungen, weil das Wasser viel

besser abrinnen und auch besser und länger gespeichert werden kann. Das wiederum schützt zum

einen z.B. vor Erdrutschen und trägt zum anderen dazu bei, dass die Wurzeln genug Wasser in die

Pflanzen transportieren können.

Inklusions-Tipp

Das Experiment ist für viele inklusive Gruppen

gut umsetzbar, da es vor allem über Beobachten

und Fühlen funktioniert und nur wenig Sprache

benötigt. Anweisungen und Ergebnisse können mit

Piktogrammen, Schrift oder durch Zeigen vermittelt

werden. Für Kinder mit Sehbeeinträchtigung eignen

sich dickwandige Gläser und sehr grobe Erde, damit

aufsteigende Luftblasen als Vibrationen spürbar

sind; auch das langsame Eingießen des Wassers

kann gemeinsam erfühlt werden. Bei motorischen

Einschränkungen helfen Trichter, Becher mit Griff

oder Handführung, alternativ können Erwachsene

gießen, während die Kinder beobachten oder fühlen.

Klare, kurze Schritte sowie die Möglichkeit, zwischen

Rollen wie Gießen, Beobachten oder Fühlen zu wählen,

unterstützen zudem Kinder mit sozial-emotionalen

Herausforderungen oder ADHS.

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Pflanzen kühlen die Luft!

Die natürlichen Klimaanlagen

Material:

• Zwei gleiche Schüsseln oder Teller

• Ein Bündel frische Blätter/Gräser oder Topfpflanze

• sonniger Platz

• 2 Thermometer (oder 1 Oberflächenthermometer, wie zum Fieber messen an der Stirn)

• Optional: Fächer/Karton zum Luft erzeugen

Durchführung – einfache Version

Füllt eine der beiden Schüsseln mit Blättern, die andere lasst ihr leer. Legt in beide Schüsseln ein

Thermometer und stellt sie in die Sonne.

Wartet etwa 10-15 Minuten ab, in denen die Sonne die beiden Schüsseln gut erwärmen kann.

Messt dann mit dem Thermometer die Temperatur in den Schüsseln. Zusätzlich können die Kinder

auch mit der Hand fühlen, welche Schüssel sich wärmer und welche sich kühler anfühlt.

Besprecht zum Schluss: Woher kommt die Kühle über den Blättern?

Durchführung – vertiefte Version

Ältere Kinder und Jugendliche können zusätzlich ein Thermometer unter und neben die Blätter

legen und auch dort die Temperatur messen. Außerdem können sie mit einem Fächer oder einem

Stück Karton Wind simulieren und herausfinden, welchen Einfluss diese Luftbewegungen auf

die Temperatur haben. Beobachtet dazu die Temperatur die ganze Zeit über und messt nicht nur

punktuell.

Erklärung

Pflanzen regulieren die Temperatur durch Transpiration: Wasser in ihren Wurzeln wird über den

Stamm und die Blattadern an die Blattoberfläche transportiert und dort in die Luft abgegeben.

Die Verdunstung entzieht der Umgebung Wärme — derselbe Effekt wie bei unserem Schwitzen.

Zusätzlich bieten Blätter Schatten, reduzieren direkte Strahlungswärme auf Böden und Gebäuden

und verändern lokale Luftströmungen. Dadurch wird ihre Umgebung zusätzlich abgekühlt.

Warum ist das wichtig fürs Klima?

Bäume, Büsche und Wiesen verhindern Hitzeinseln in der Stadt und machen das Klima angenehmer.

Dadurch muss außerdem weniger durch Klimaanlagen und Ähnliches gekühlt werden, was wiederum

Energie spart.

Außerdem beeinflusst dieses „Schwitzen“ der Pflanzen durch den abgegebenen Wasserdampf

auch die lokale Wolkenbildung und damit den Niederschlag. Denn dieser Prozess ist sehr wirksam:

Ein großer Baum kann an einem Tag bis zu 300 Liter „Wasser“ an die Luft abgeben! Die feuchte,

warme Luft über den Pflanzen steigt dann nach oben, wo sie durch die eisigen Temperaturen wieder

abgekühlt wird. Weil kalte Luft weniger Wasser „halten“ kann als warme Luft, entstehen winzige

Wassertröpfchen. Diese lagern sich an winzigen Teilchen in der Luft (Pollen, Staub, etc.) an. Viele

davon zusammen ergeben Wolken, die wiederum das Wasser irgendwann auf die Erde hinunter

regnen oder schneien lassen. Deswegen regnet es z.B. im Regenwald fast täglich – er erzeugt durch

das Schwitzen der vielen Pflanzen sozusagen seinen eigenen Regen und verdankt diesem auch seinen

Namen.

Wenn es aber immer weniger Pflanzen gibt, die schwitzen, gibt es auch weniger Regen, mehr

Trockenheit und Dürren und ganze Gebiete können austrocknen.

Inklusions-Tipp

Das Experiment ist gut inklusiv umsetzbar, da

Temperaturunterschiede sowohl gemessen als auch direkt

ertastet werden können. Kinder können mit der Hand fühlen,

welche Schüssel wärmer oder kühler ist, wodurch auch Kinder

mit Sehbeeinträchtigung aktiv teilnehmen. Zusätzlich können

sprechende Thermometer genutzt oder Messwerte von Erwachsenen

vorgelesen werden. Der Ablauf kommt mit wenig Sprache aus und

lässt sich nonverbal über Symbole oder farbige Karten für „wärmer“

und „kühler“ begleiten, was besonders für DaZ- oder nonverbale

Kinder geeignet ist. Für Kinder mit körperlichen Einschränkungen

können Schüsseln und Thermometer stabil und gut erreichbar auf Tischhöhe

positioniert werden. Da das Experiment visuell und haptisch funktioniert, ist es

auch sehr gut für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder geeignet. Die einfache

und die vertiefte Variante ermöglichen zudem eine gute Differenzierung nach

Alter, Vorwissen und Aufmerksamkeitsspanne. Schnelle, spürbare Effekte sowie

klar strukturierte Messschritte unterstützen Kinder mit sozial-emotionalen

Herausforderungen oder Aufmerksamkeitsbedarf.

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Boden ist lebendig!

Wie viele Lebewesen stecken in einer Handvoll Erde?

Material

• Verschiedene Bodenproben (Wiese, Wald, Beet, verdichteter Boden)

• Weiße Teller

• Lupen

• Pinsel oder kleine Löffel

Durchführung – einfache Version

Gebt etwas von der gesammelten Erde auf unterschiedliche Teller. Merkt euch dabei genau,

auf welchen Tellern welche Erde ist oder beschriftet sie.

Sucht nun mit einer Lupe die Erde nach kleinen Krabbeltieren, Pflanzenresten und anderen

spannenden Dingen ab.

Zählt gemeinsam, wie viele unterschiedliche Tierchen ihr gefunden habt.

In welcher Erde findet ihr die meisten Tiere?

Durchführung – vertiefte Version

Ältere Kinder und Jugendliche können auch versuchen, die Tierchen in Kategorien zu

sortieren: Würmer, Springschwänze, Käfer, Milben, usw. Danach könnt ihr herausfinden, in

welcher Erde ihr die größte Artenvielfalt finden könnt. Was bedeutet diese Artenvielfalt für

den Boden und die Tiere die darin und darüber leben?

Erklärung

Bodenorganismen (Bakterien, Pilze, Springschwänze, Milben, Nematoden, Regenwürmer)

bilden ein Netzwerk, das organische Substanz abbaut, Nährstoffe „bewegt“ und

Bodenstruktur (also z.B. Poren für Luft und Wasser) aufbaut. Regenwürmer belüften den

Boden und verteilen organisches Material. Mykorrhiza-Pilze verbinden Pflanzenwurzeln und

erlauben Nährstoff- und Kohlenstoff-Austausch über große Distanzen — ein Netzwerk, das

Biodiversität und Stabilität fördert. So hat in diesem komplexen System jeder Teil eine ganz

spezifische und wichtige Aufgabe.

Warum ist das wichtig fürs Klima?

Lebendige Böden sind für das Klima sehr wichtig, weil sie große Mengen Kohlenstoff

speichern. Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Pilze und Bakterien zersetzen abgestorbene

Pflanzen und bauen daraus Humus auf. Humus hält Kohlenstoff langfristig fest und

verhindert, dass er als CO₂ in die Atmosphäre gelangt. Wenn Böden gesund sind und ein

aktives Bodenleben besitzen, speichern sie wesentlich mehr Kohlenstoff und machen

Landschaften widerstandsfähiger gegen Hitze und Starkregen.

Werden Böden jedoch verdichtet, überdüngt, versiegelt oder durch intensive Nutzung

geschädigt, sterben Bodenlebewesen ab und Humus wird abgebaut. Dabei wird CO₂

freigesetzt, was die Klimaerwärmung beschleunigt.

Inklusions-Tipp

Der Schwerpunkt auf Fühlen, Beobachten und Sortieren

eröffnet viele Zugänge für unterschiedliche Bedürfnisse.

Bodenstrukturen können mit den Händen ertastet und Funde mit

Pinseln oder Löffeln untersucht werden, sodass auch Kinder mit

Sehbeeinträchtigung aktiv teilnehmen können. Kleinlebewesen

lassen sich zusätzlich mit Lupen mit Licht und Assistenz betrachten

oder über Tiermodelle erklären. Ergebnisse können nonverbal

durch Sortieren, Zeigen oder Ja-/Nein-Karten ausgetauscht und

mit Piktogrammen für Begriffe wie „Tier“, „klein“ oder „Boden“

unterstützt werden. Das Arbeiten am Tisch mit fixierten Tellern und

gut greifbarem Werkzeug erleichtert die Teilnahme bei körperlichen

Einschränkungen. Da keine akustischen Informationen

notwendig sind, eignet sich das Experiment auch für gehörlose

und hörbeeinträchtigte Kinder. Die einfache und die vertiefte

Variante ermöglichen eine Differenzierung nach Alter, Vorwissen

und Interesse. Klare Such- und Sortierregeln sowie begrenzte

Suchzeiten geben zusätzlich Orientierung für Kinder mit sozialemotionalen

Herausforderungen oder im Autismus-Spektrum.

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Der Boden als Wasserschwamm

Wie speichert ein gesunder Boden Wasser?

Material

• Zwei Flaschen mit abgeschnittenem Boden oder zwei Trichter

• Filterpapier/Kaffee- oder Stofftuch

• Unterschiedliche Böden (Wald, Wiese, Beet, verdichtet, Sand)

• Messbecher mit Wasser

• Auffanggefäß

Durchführung – einfache Version

Legt in eure Trichter (oder aus Flaschen selbst gebastelte Trichter) Filterpapier oder ein dünnes

Stofftuch und füllt sie dann jeweils mit verschiedenen Arten von Boden.

Nehmt nun eine bestimmte Menge Wasser (je nach Größe z.B. 0,5l oder 1l) und füllt sie langsam oben

in den Trichter ein. Fangt das durchgeronnene Wasser in einem Gefäß wieder auf.

Vergleicht bei den verschiedenen Böden, wie viel Wasser ihr nach dem „Filtern“ wieder aufgefangen

habt. Welcher Boden speichert am meisten Wasser und lässt am wenigsten durchrinnen?

Durchführung – vertiefte Version

Ältere Kinder und Jugendliche können zusätzlich zur Menge des Wassers auch jeweils die Durchlaufzeit

messen und vergleichen. Außerdem könnt ihr euch ausrechnen, wie viel Wasser im Boden

verbleibt, indem ihr das durchgeronnene Wasser auch in eurem Messbecher messt und dann einfach

von eurer Ausgangsmenge abzieht. Wie groß ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Böden?

Erklärung

Boden speichert Wasser in Poren und an Oberflächen von kleinen Teilchen wie Ton oder Humus.

Humoser, gut durchlässiger Boden hält Wasser für Pflanzen verfügbar und gibt es langsam ab - ähnlich

wie ein Schwamm. Versiegelung verhindert das Ablaufen von Wasser und erhöht dadurch Abfluss und

Belastung des Kanalsystems. Gleichzeitig entzieht sie der Landschaft so Wasserspeicher, wodurch

Trockenheit und Dürreempfindlichkeit steigen

Warum ist das wichtig fürs Klima?

Grünflächen schützen vor Hitze und Hochwasser. Zum einen, weil die Pflanzen den Bereich kühl

halten, zum anderen, weil der Boden dort humusreich und locker ist. Im Humus wird CO2 gespeichert,

durch den lockeren Boden wird Wasser länger für die Pflanzen gespeichert und kann im Fall von starken

Regen durch die großen Poren im Boden auch leichter ablaufen. Versiegelung und Verdichtung von

Boden zerstört die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Außerdem können Pflanzen im verdichteten

Boden nicht so gut wachsen, was sich direkt (CO2) und indirekt (Wolkenbildung und Regen durch

„Schwitzen“ der Pflanzen – siehe Experiment 3) auf die Temperatur und das Klima auswirkt.

Inklusions-Tipp

Durch das langsame Eingießen, Auffangen und Vergleichen von Wasser eröffnet

das Experiment viele sinnliche Zugänge. Der Wasserabfluss kann nicht nur gesehen,

sondern auch gehört oder als Vibration am Auffanggefäß gespürt werden, was

Kindern mit Sehbeeinträchtigung die Teilnahme erleichtert. Unterschiede in den

Wassermengen lassen sich zusätzlich über das Gewicht der Gefäße oder durch

Ertasten der Wasserstände erfahrbar machen. Ergebnisse können nonverbal mit

Symbolen wie „viel Wasser“ oder „wenig Wasser“ gekennzeichnet werden, wodurch

das Experiment auch für DaZ- oder nonverbale Kinder gut zugänglich ist. Trichter,

Halterungen und Arbeiten auf Tischhöhe unterstützen Kinder mit körperlichen

Einschränkungen beim selbstständigen Eingießen. Da das Experiment visuell

aufgebaut ist und mit schriftlichen oder bildlichen Anleitungen auskommt, eignet

es sich auch sehr gut für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder. Die einfache

und die vertiefte Variante ermöglichen eine Differenzierung nach Alter, Vorwissen

und Konzentrationsfähigkeit, während strukturierte Messschritte Orientierung für

Kinder mit sozial-emotionalen Herausforderungen geben.

Klimakrise und Landwirtschaft

Wie Boden und Bepflanzung Klimaauswirkungen mildern oder verschärfen können

Material

• Mehrere Pflanzkübel oder Kisten (4–6)

• Gleiche Pflanzenart (z. B. Bohnen oder Radieschen)

• Verschiedene Bodenbehandlungen:

native Erde, kompostreiche Erde, verdichtete Erde, mit Mulch, ohne Mulch

• Messbecher, Waage (für Ernte), Wasserbehälter

Einfache Version

Füllt die Pflanzgefäße mit verschiedenen Arten Erde und beschriftet sie entsprechend. Die Kinder

setzen in jeden Kübel die gleiche Pflanze und gießen gleichmäßig. Verteilt hier die „Pflegeaufgaben“

und Verantwortung, sodass sich alle mal um die Pflanzen kümmern können. Besprecht davor auch,

was es zur Pflanzenpflege alles braucht, woran man erkennen kann, ob die Pflanzen Wasser brauchen

(feuchte Erde) etc.

Schaut nach einiger Zeit nach:

Welche Pflanzen in welcher Erde wachsen besser? Welche brauchen wie oft Wasser?

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Vertiefte Version

Ältere Kinder und Jugendliche können das Pflanzenwachstum auch ganz genau messen

(Pflanzenhöhe in cm oder bei Gemüsepflanzen Erntemenge in kg). Notiert euch außerdem, wie

viel ihr welche Pflanzen gießen musstet. Vergleicht dann die Pflanzen nach Wasserverbrauch und

Wachstum oder Erntemenge. Was bedeutet das für die Landwirtschaft? Was ist auch in größerem

Maß umsetzbar? Recherchiert gemeinsam zu Landwirtschaft (besonders zu Düngemethoden und

Pestiziden) und überlegt euch, welchen Einfluss diese Methoden auf das Klima haben. Was könnte in

der Landwirtschaft verändert werden?

Erklärung

In diesem Experiment werden kleine Pflanzparzellen mit unterschiedlichen Bodenarten angelegt.

Die Kinder können beobachten, wie Pflanzen unter verschiedenen Bedingungen wachsen und

wie viel Wasser sie benötigen. Pflanzen benötigen Nährstoffe, Wasser und Luft aus dem Boden,

um gesund zu wachsen. Verschiedene Böden unterscheiden sich in ihrer Wasserspeicherfähigkeit,

in der Nährstoffversorgung und in der Durchlüftung. Humusreiche Böden halten Wasser besser

und liefern Nährstoffe kontinuierlich, während sandige oder verdichtete Böden Wasser und

Nährstoffe weniger gut speichern. Durch den Vergleich der Parzellen lernen die Kinder, dass die

Bodenqualität entscheidend für das Pflanzenwachstum ist und dass gesunde Böden die Grundlage für

funktionierende landwirtschaftliche Systeme bilden.

Warum ist das wichtig fürs Klima?

Die Qualität und Pflege von Böden hat direkte Auswirkungen auf das Klima. Gesunde, humusreiche

Böden können große Mengen Kohlenstoff speichern und verhindern so, dass CO₂ in die Atmosphäre

gelangt. Wenn Böden degradiert oder überdüngt werden, verringert sich ihre Fähigkeit, Kohlenstoff

zu binden, und Treibhausgase werden freigesetzt. Außerdem beeinflusst die Bodenqualität den

Wasserhaushalt: Böden, die Wasser gut speichern, schützen Pflanzen in Trockenzeiten und reduzieren

Hochwasser bei Starkregen. Regenerative Landwirtschaft, die auf Humusaufbau, Mischkulturen und

Bodenschutz setzt, stärkt das Ökosystem, speichert CO₂ langfristig und trägt aktiv zum Klimaschutz

bei. Das Experiment zeigt anschaulich, dass schon kleine Veränderungen in der Bodenpflege große

Auswirkungen auf Pflanzenwachstum und Klima haben können.

Inklusions-Tipp

Die langfristige Beobachtung von Pflanzenwachstum und Bodenfeuchte

bietet viele unterschiedliche Zugänge und macht Veränderungen über

Zeit gut erfahrbar. Pflanzenhöhe, Blattstruktur und Bodenfeuchte

können ertastet werden, sodass auch Kinder mit Sehbeeinträchtigung

aktiv eingebunden sind. Werden größere Pflanzen und deutlich

unterschiedliche Erden verwendet, erleichtert das das Wahrnehmen

von Unterschieden. Die Kübel lassen sich mit Farben oder Symbolen

kennzeichnen, wodurch Vergleiche auch nonverbal möglich sind und

besonders DaZ- oder nonverbale Kinder profitieren. Pflanzkübel in

erreichbarer Höhe sowie Trichter oder Gießhilfen unterstützen Kinder

mit körperlichen Einschränkungen bei der Pflege. Da Beobachtung und

Dokumentation visuell erfolgen können, eignet sich das Experiment

auch sehr gut für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder. Die

einfache und die vertiefte Variante ermöglichen eine Differenzierung

nach Alter, Vorwissen und Interesse, während eine wiederkehrende

Pflegeroutine Struktur und Sicherheit für Kinder mit sozial-emotionalen

Herausforderungen bietet. Die langsame Veränderung bei dem

Experiment kann für Kinder mit geringer Aufmerksamkeitsspanne

oder Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens jedoch Frustration

auslösen. Abhilfe verschafft klare multimediale Dokumentation:

Messwerte in Liste eintragen, Vergleichsfotos, etc.

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