Kick & Kult Februar 2026
gemeinsam werfen wir in dieser Ausgabe einen Blick auf den Start unserer saarländischen Sportvereine nach der Winterpause. Dabei zeigt sich ein spannendes und durchaus kontrastreiches Bild: » Die SV Elversberg hat sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten eindrucksvoll zurückgemeldet und ist wieder voll im Aufstiegsrennen angekommen. Ganz anders die Lage beim 1. FC Saarbrücken: Trotz ansprechender Leistungen bleibt der Lohn aus, dreifache Punktgewinne sind zuletzt Mangelware. Die Folge ist ein Abrutschen in der Tabelle – gefährlich nah an die Abstiegsränge. » Natürlich blicken wir auch auf das Hallenmasters-Finale in der Saarlandhalle. Wieder einmal war es ein Event dieser Art, das seinesgleichen sucht – mit großer Kulisse, packenden Spielen und einer Atmosphäre, die eindrucksvoll zeigt, welchen Stellenwert der Hallenfußball im Saarland hat. » Erfreuliche Nachrichten gibt es aus dem Handball: Die HG Saarlouis reitet weiter auf einer Erfolgswelle und begeistert ihre Fans auch 2026 mit attraktivem und leidenschaftlichem Handball » Auch im Basketball richten wir den Fokus auf ein starkes saarländisches Team: Mit den Dillingen Diamonds stellen wir die Damenmannschaft vor, die hinter den Saarlouis Royals für Furore sorgt und sich stetig weiterentwickelt. » Im Motorsport blickt die saarländische Rennfahrerin Carrie Schreiner nach vorn. Nach einer Pechsträhne hat sie die Weichen neu gestellt und will in dieser Saison zeigen, welches Potenzial in ihr steckt. » Zurück auf die Erfolgsspur möchte auch Gabriel Clemens. Mit hohem Anspruch an sich selbst arbeitet er kontinuierlich daran, wieder an seine besten Leistungen anzuknüpfen. » Im Boxsport ist Jürgen Doberstein bereits dort angekommen, wo er hinwill: auf der Erfolgsspur. Am 21.02. steht für ihn die Titelverteidigung an – doch sein Gegner will ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Wir blicken voraus auf diesen Weltmeisterschaftskampf. Zudem richten wir den Fokus auf weitere saarländische Boxer, unter anderem auf Senad Gashi, der bald wieder im Ring die Fäuste sprechen lassen will. » Abgerundet wird diese Ausgabe durch ein Gespräch mit Werner Hansch, einer Moderatorenstimme, die Liveübertragungen seit Jahrzehnten auf ein neues Niveau hebt.
gemeinsam werfen wir in dieser Ausgabe einen Blick auf den Start
unserer saarländischen Sportvereine nach der Winterpause.
Dabei zeigt sich ein spannendes und durchaus kontrastreiches Bild:
» Die SV Elversberg hat sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten
eindrucksvoll zurückgemeldet und ist wieder voll im Aufstiegsrennen
angekommen. Ganz anders die Lage beim 1. FC Saarbrücken: Trotz
ansprechender Leistungen bleibt der Lohn aus, dreifache Punktgewinne
sind zuletzt Mangelware. Die Folge ist ein Abrutschen in
der Tabelle – gefährlich nah an die Abstiegsränge.
» Natürlich blicken wir auch auf das Hallenmasters-Finale in der
Saarlandhalle. Wieder einmal war es ein Event dieser Art, das seinesgleichen
sucht – mit großer Kulisse, packenden Spielen und einer
Atmosphäre, die eindrucksvoll zeigt, welchen Stellenwert der Hallenfußball
im Saarland hat.
» Erfreuliche Nachrichten gibt es aus dem Handball: Die HG Saarlouis
reitet weiter auf einer Erfolgswelle und begeistert ihre Fans auch
2026 mit attraktivem und leidenschaftlichem Handball
» Auch im Basketball richten wir den Fokus auf ein starkes saarländisches
Team: Mit den Dillingen Diamonds stellen wir die Damenmannschaft
vor, die hinter den Saarlouis Royals für Furore sorgt
und sich stetig weiterentwickelt.
» Im Motorsport blickt die saarländische Rennfahrerin Carrie Schreiner
nach vorn. Nach einer Pechsträhne hat sie die Weichen neu gestellt
und will in dieser Saison zeigen, welches Potenzial in ihr steckt.
» Zurück auf die Erfolgsspur möchte auch Gabriel Clemens. Mit hohem
Anspruch an sich selbst arbeitet er kontinuierlich daran, wieder an
seine besten Leistungen anzuknüpfen.
» Im Boxsport ist Jürgen Doberstein bereits dort angekommen, wo er
hinwill: auf der Erfolgsspur. Am 21.02. steht für ihn die Titelverteidigung
an – doch sein Gegner will ihm einen Strich durch die Rechnung
machen. Wir blicken voraus auf diesen Weltmeisterschaftskampf.
Zudem richten wir den Fokus auf weitere saarländische Boxer,
unter anderem auf Senad Gashi, der bald wieder im Ring die
Fäuste sprechen lassen will.
» Abgerundet wird diese Ausgabe durch ein Gespräch mit Werner
Hansch, einer Moderatorenstimme, die Liveübertragungen seit
Jahrzehnten auf ein neues Niveau hebt.
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AUSGABE #05
FEBRUAR 2026
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Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Fans von Kick & Kult,
gemeinsam werfen wir in dieser Ausgabe einen Blick auf den Start
unserer saarländischen Sportvereine nach der Winterpause.
Dabei zeigt sich ein spannendes und durchaus kontrastreiches Bild:
» Die SV Elversberg hat sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten
eindrucksvoll zurückgemeldet und ist wieder voll im Aufstiegsrennen
angekommen. Ganz anders die Lage beim 1. FC Saarbrücken: Trotz
ansprechender Leistungen bleibt der Lohn aus, dreifache Punktgewinne
sind zuletzt Mangelware. Die Folge ist ein Abrutschen in
der Tabelle – gefährlich nah an die Abstiegsränge.
Impressum
Redaktion Fußball-News Saarland
Wir freuen uns über euer Feedback
und Themenvorschläge:
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5. Ausgabe
© 2026
Herausgeber
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66386 St. Ingbert
Geschäftsführung
Torsten Nelz, Kai-Uwe Sand
» Natürlich blicken wir auch auf das Hallenmasters-Finale in der
Saarlandhalle. Wieder einmal war es ein Event dieser Art, das seinesgleichen
sucht – mit großer Kulisse, packenden Spielen und einer
Atmosphäre, die eindrucksvoll zeigt, welchen Stellenwert der Hallenfußball
im Saarland hat.
» Erfreuliche Nachrichten gibt es aus dem Handball: Die HG Saarlouis
reitet weiter auf einer Erfolgswelle und begeistert ihre Fans auch
2026 mit attraktivem und leidenschaftlichem Handball
» Auch im Basketball richten wir den Fokus auf ein starkes saarländisches
Team: Mit den Dillingen Diamonds stellen wir die Damenmannschaft
vor, die hinter den Saarlouis Royals für Furore sorgt
und sich stetig weiterentwickelt.
» Im Motorsport blickt die saarländische Rennfahrerin Carrie Schreiner
nach vorn. Nach einer Pechsträhne hat sie die Weichen neu gestellt
und will in dieser Saison zeigen, welches Potenzial in ihr steckt.
» Zurück auf die Erfolgsspur möchte auch Gabriel Clemens. Mit hohem
Anspruch an sich selbst arbeitet er kontinuierlich daran, wieder an
seine besten Leistungen anzuknüpfen.
Redaktion
Nelz & Sand Sportagentur OHG
Layout
Christian Zintel
Systemhaus Saarland | SHS GmbH
In der Sandgrube 1
66583 Spiesen-Elversberg
Druck
KernDruck | Kern GmbH
» Im Boxsport ist Jürgen Doberstein bereits dort angekommen, wo er
hinwill: auf der Erfolgsspur. Am 21.02. steht für ihn die Titelverteidigung
an – doch sein Gegner will ihm einen Strich durch die Rechnung
machen. Wir blicken voraus auf diesen Weltmeisterschaftskampf.
Zudem richten wir den Fokus auf weitere saarländische Boxer,
unter anderem auf Senad Gashi, der bald wieder im Ring die
Fäuste sprechen lassen will.
» Abgerundet wird diese Ausgabe durch ein Gespräch mit Werner
Hansch, einer Moderatorenstimme, die Liveübertragungen seit
Jahrzehnten auf ein neues Niveau hebt.
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Das alles und vieles mehr erwartet euch in dieser Ausgabe.
Viel Spaß beim Lesen!
Euer Kick & Kult-Team
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04 FUSSBALL SV 07 ELVERSBERG
ELVERSBERG
BLEIBT OBEN DRAN
Starke Antwort im Südwest-Duell, Platz zwei im Blick und frische Offensivpower im Kader – Elversberg setzt
im Aufstiegsrennen ein klares Statement.
» Nicholas Mickelson (SV 07 Elversberg) im Zweikampf mit Kjell-Arik Wätjen (VfL Bochum 1848).
SV 07 ELVERSBERG FUSSBALL
05
Die SV Elversberg erlebte in den vergangenen
Wochen eine intensive Phase im
Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga, die
von starken Leistungen, hoher Spielkontrolle
und emotionalen Momenten geprägt
war. In mehreren Partien zeigte die
Mannschaft von Trainer Vincent Wagner,
warum sie zur Spitzengruppe der Liga gehört,
musste zwischendurch jedoch auch
schmerzhafte Punktverluste hinnehmen.
Besonders auffällig war dabei das wiederkehrende
Spannungsfeld zwischen spielerischer
Überlegenheit und der nötigen
Effizienz im Torabschluss, das am Ende
über Sieg, Unentschieden oder Niederlage
entschied.
In einem spektakulären Auswärtsspiel beim
1. FC Nürnberg, den die SVE im Hinspiel an
der Kaiserlinde noch geschlagen hatte,
musste Elversberg trotz großer Effizienz
eine Niederlage hinnehmen. Zwar nutzte
die Mannschaft ihre wenigen Chancen
konse quent und ging zweimal in Führung,
doch am Ende fehlte das letzte Quäntchen
Glück, um zumindest einen Punkt mitzunehmen.
Ein verschossener Elfmeter in der
Schlussphase sowie ein spätes Gegentor in
der Nachspielzeit sorgten dafür, dass eine
insgesamt reife Auswärtsleistung unbelohnt
blieb. Die Partie verdeutlichte jedoch
einmal mehr die enorme Offensivqualität
der SVE, die auch unter Druck jederzeit
gefährlich blieb. Im anschließenden Heimspiel
gegen den VfL Bochum bestätigte
Elversberg ihre starke Form, ließ jedoch
erneut wichtige Zähler liegen. Vor ausverkaufter
Kulisse an der Kaiserlinde
dominierte die SVE das Geschehen von
Beginn an, erspielte sich zahlreiche Torchancen
und wies deutliche Vorteile bei
Ballbesitz und Standards auf. Dennoch
geriet das Team nach einer der wenigen
Bochumer Offensivaktionen in Rückstand.
Trotz weiterer hochkarätiger Möglichkeiten
– darunter mehrere Aluminiumtreffer –
dauerte es bis in die zweite Halbzeit, ehe
der hochverdiente Ausgleich fiel. In der
Folge neutralisierte sich die Partie, sodass
es beim 1:1 blieb. Damit verpasste Elversberg
zunächst den Sprung auf einen direkten
Aufstiegsplatz.
Eine Woche später folgte jedoch die
eindrucksvolle Antwort im Südwest-Derby
auf dem Betzenberg. In der berüchtigten
„Hölle der Roten Teufel“ ließ sich die SV
Elversberg auch von der aufgeheizten
» Maximilian Rohr (SV 07 Elversberg) im intensiven Duell mit Francis Onyeka (VfL Bochum 1848).
Atmosphäre im ausverkauften Fritz-Walter- begünstigt durch ein unglückliches Eigentor
von Rohr. Trotz dieses Rückschlags ließ
Stadion nicht beeindrucken. Sehr gut unterstützt
von zahlreichen mitgereisten sich die Wagner-Elf nicht aus dem Konzept
Fans, die ihr Team über die gesamte Spielzeit
lautstark begleiteten, trat die SVE hoch nach dem Seitenwechsel die Kontrolle über
bringen. In Überzahl übernahm Elversberg
konzentriert, mutig und mit großer Selbstverständlichkeit
auf. Elversberg präsenklärt
und dominierte Ball und Gegner.
das Spielgeschehen, agierte ruhig, abgetierte
sich in Kaiserslautern im Stil einer Durch einen Treffer von Winterneuzugang
absoluten Spitzen mannschaft – taktisch David Mokwa ging die SVE erneut in Führung
und setzte die Gastgeber weiter unter
diszipliniert, spielerisch klar und mental
extrem gefestigt.
Druck. In der Schlussphase machte Elversberg
per Konter endgültig alles klar und
Kurz vor der Pause belohnte sich Elversberg
für den konzentrierten Auftritt: Ein Durch diesen Derby-Sieg kletterte die
sicherte sich einen verdienten 3:1-Erfolg.
sicher verwandelter Foulelfmeter brachte SV Elversberg auf den zweiten Tabellenplatz
und setzte ein deutliches Ausrufe
die Gäste mit 1:0 in Führung, nachdem Leon
Robinson durch ein Foulspiel die Szene verursacht
hatte und dafür die Rote Karte sah. Spiele zeigten eindrucksvoll, dass die SVE
zeichen im Aufstiegsrennen. Die jüngsten
Tief in der neunten Minute der Nachspielzeit
der ersten Halbzeit gelang dem 1. FC auch über die mentale Stärke verfügt,
nicht nur spielerisch überzeugt, sondern
Kaiserslautern dennoch der Ausgleich – Rückschläge wegzustecken und im ent
06 FUSSBALL SV 07 ELVERSBERG
jedoch das Blatt: Nach einer Ecke brachte
Pascal Klemens den Ball im Gewühl zur
1:0-Führung für Hertha über die Linie – der
einzige Treffer einer insgesamt ereignisarmen
ersten Hälfte.
» Paul Joly (1. FC Kaiserslautern) im Zweikampf mit Nicholas Mickelson (SV 07 Elversberg)
scheidenden Moment abzuliefern. Das Personell musste die SVE dabei auf Lasse
nächste Topspiel ließ jedoch nicht lange auf Günther (muskuläre Probleme), Wintersich
warten – und endete aus Sicht der SVE Neuzugang Immanuël Pherai (Wadenprobleme)
sowie den erkrankten Daniel
ernüchternd. Gegen die brutal effizienten
Gäste von Hertha BSC Berlin musste sich Pantschenko verzichten. Die Partie begann
Elversberg zuhause deutlich mit 0:3 geschlagen
geben. Die „Alte Dame“ reiste als ten zunächst defensiv stabil und ließen nur
ausgeglichen, beide Mannschaften agier
Tabellensiebter ins Saarland und hatte den wenig zu. Nach einer verletzungsbedingten
Aufstieg noch längst nicht abgeschrieben. Auswechslung bei den Gästen nach 17
Entsprechend warnte Wagner im Vorfeld vor Minuten übernahm Elversberg zunehmend
der Qualität der Berliner: „Hertha BSC wurde die Spielkontrolle, verzeichnete durch
vor der Saison von vielen Experten als absoluter
Aufstiegsfavorit gewertet – und das erste gute Torchance und hatte die Begeg
Nicholas Mickelson nach 36 Minuten die
zu Recht. Wir werden eine Top-Performance nung weitgehend im Griff. In den letzten
und das nötige Quäntchen Glück brauchen.“ Minuten der ersten Halbzeit wendete sich
Nach dem Seitenwechsel kam Elversberg
aktiver aus der Kabine, musste jedoch früh
eine Großchance der Berliner zum möglichen
0:2 überstehen. Zwar hatte die SVE
nun mehr Ballbesitz und war die spielbestimmende
Mannschaft, doch erneut
schlugen die Gäste eiskalt zu: Luca Schuler
erhöhte in der 58. Minute auf 0:2. Elversberg
wirkte kurz geschockt, drängte
anschließend jedoch vehement auf den
Anschlusstreffer. Mehrere hochkarätige
Möglichkeiten blieben ungenutzt, ungewohnt
viele Fehler und fehlende Kaltschnäuzigkeit
verhinderten den Torerfolg.
In der 80. Minute entschieden die Berliner
die Partie endgültig und stellten auf 0:3.
Auch in der Schlussphase erspielte sich
Elversberg weitere gute Chancen, doch an
diesem Abend wollte der Ball einfach nicht
ins Tor.
So stand am Ende eine deutliche Heimniederlage,
bei der Effizienz den Ausschlag
gab. Nach dem nahezu perfekten Auftritt in
Kaiserslautern wollte diesmal wenig
gelingen – insbesondere die Chancenverwertung
und individuelle Fehler machten
den Unterschied. Am kommenden Samstagabend
hat die SV Elversberg die Möglichkeit
zur Wiedergutmachung, wenn es auswärts
gegen Dynamo Dresden weitergeht.
T.Nelz J. S. Bach
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08 FUSSBALL 1. FC SAARBRÜCKEN
STARK GESPIELT,
LEER AUSGEGANGEN
Leistung, Einsatz, Spielkontrolle – doch keine Siege: Warum der FCS besser ist als die Tabelle und warum das Kellerduell
jetzt zum Wendepunkt werden muss.
» Gegen VfL Osnabrück lieferte der FCS wieder ein gutes Spiel.
15 Pflichtspiele ohne Sieg. Eine Zahl, die wirkt und die für
Unruhe rund um den Ludwigspark sorgt. Der Blick auf die
Tabelle lässt die Leistungen des 1.FC Saarbrücken sehr
schlecht aussehen. Doch dieser Eindruck täuscht. Leistung
und Einsatz der Blau-Schwarzen spiegeln den aktuellen
Tabellenplatz nur unzureichend wider. Denn Woche für
Woche zeigt der FCS, dass er spielerisch konkurrenzfähig
ist – oft sogar überlegen. Was fehlt, ist der Ertrag.
Mutiger Rückrundenauftakt trotz
ausbleibender Belohnung
Zum Start in die Rückrunde wartete mit Energie Cottbus der
Tabellenführer. Doch Saarbrücken versteckte sich nicht,
sondern suchte von Beginn an den Weg nach vorne. Die
Mannschaft agierte mutig, präsentierte sich zweikampfstark
und erspielte sich früh mehrere gute Torchancen. Die Spielanlage
stimmte, Tempo und Intensität ebenfalls. Trotzdem
blieb die Führung aus. Wie so häufig mangelte es an der letzten
Konsequenz im Abschluss. Ein einziger Fehler reichte den
Gästen schließlich, um in Führung zu gehen – ein Treffer, der
dem Spielverlauf kaum gerecht wurde. Saarbrücken zeigte
Charakter, kam nach der Pause zurück und glich aus. Doch
selbst danach boten sich weitere Möglichkeiten, um das Spiel
zu entscheiden. Am Ende stand ein Unentschieden, das sich
mehr nach zwei verlorenen Punkten anfühlte.
Engagement ohne Ertrag in Köln
Auch beim Gastspiel in Köln setzte sich das bekannte Muster
fort. Ein früher Rückstand brachte den FCS zunächst ins
Hinter treffen, doch die Reaktion folgte prompt. Saar brücken
übernahm phasenweise die Kontrolle, kombinierte sich
immer wieder gefährlich in den Strafraum und kam zu
mehreren hochkarätigen Chancen. Der Unterschied lag
erneut in der Effizienz. Während Köln seine Möglichkeiten
konsequent nutzte, ließ Saarbrücken selbst beste Gelegenheiten
ungenutzt. Abschlüsse gingen knapp vorbei, wurden
geblockt oder fanden ihren Weg nicht ins Tor. Trotz hoher
Laufbereitschaft und großem Einsatz blieb der FCS ohne
eigenen Treffer – und wieder ohne Punkte.
Osnabrück als Sinnbild der gesamten Serie
Das Heimspiel gegen den VfL Osnabrück wurde schließlich
zum Spiegelbild der gesamten Sieglosserie. Ein früher
Gegentreffer nach einer Standardsituation brachte Saarbrücken
in Zugzwang. Danach spielte fast ausschließlich der
FCS. Angriff um Angriff rollte auf das Osnabrücker Tor zu,
Chancen waren reichlich vorhanden. Besonders bemerkenswert
war dieser Auftritt auch mit Blick auf den Gegner. Mit
dem VfL Osnabrück gastierte ausgerechnet das auswärtsstärkste
Team der Liga im Ludwigs park. Eine Mannschaft, die
ihre Punkte bislang vor allem in der Fremde gesammelt hatte
– und dennoch über weite Strecken unter Druck geriet. Saarbrücken
bestimmte das Geschehen, erspielte sich Chance um
Chance und ließ defensiv kaum etwas zu. Doch das Tor schien
wie vernagelt. Ob per Kopf, aus kurzer Distanz oder nach
sehenswerten Einzelaktionen – immer fehlte das letzte
Quäntchen Präzision oder Glück. Selbst frische Offensivkräfte
konnten das Blatt nicht wenden. Osnabrück verteidigte,
Saarbrücken rannte an – ohne sich zu belohnen.
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10
FUSSBALL 1. FC SAARBRÜCKEN
» Die Spieler wirken oft ratlos angesichts der momentanen Situation .
scheiterte Elongo-Yombo am stark reagierenden
Aue-Keeper Männel. Wieder einmal
fehlte im entscheidenden Moment die letzte
Konsequenz – und erneut blieb es bei einem
Punkt. „Schade, dass der nicht reingeht,
aber die Mannschaft hat toll gefightet und
sich den Punkt erkämpft“, zeigte sich Luginger
im Anschluss bei MagentaSport zufrieden
mit der Leistung. Besonders positiv:
Nach zuletzt zwei Niederlagen blieb Saarbrücken
erstmals seit 13 Partien ohne Gegentor.
Die defensivere Ausrichtung im
3-5-2-System zahlte sich zumindest in der
Stabilität aus.
Tabelle und Wirklichkeit
klaffen auseinander
Nach 15 sieglosen Spielen steckt der 1. FC
Saarbrücken tief im Tabellenkeller. Doch die
nackte Platzierung erzählt nur einen Teil der
Wahrheit. Leistung, Einsatz und Spielidee
passen häufig nicht zum Tabellenstand. Der
FCS ist kein Team ohne Struktur oder Wille.
Die Mannschaft arbeitet sich Chancen heraus,
zeigt Moral und tritt auch gegen starke
Gegner auf Augenhöhe auf. Das Problem ist
offensichtlich: Fußball wird nicht nach Spielanteilen
entschieden, sondern nach Toren.
Solange der FCS seine Möglichkeiten nicht
nutzt, bleiben gute Leistungen wertlos.
Genau hier liegt der entscheidende Knackpunkt
dieser Saison.
Kellerduell in Aue – kleiner Schritt
statt Befreiungsschlag
Entsprechend groß war die Bedeutung des
Auswärtsspiels beim FC Erzgebirge Aue.
Ein klassisches Kellerduell, das durch einen
Blick auf die Tabelle zusätzlich an Brisanz
gewann. Der 1. FC Saarbrücken ging mit
23 Punkten von Rang 16 in die Partie, dicht
gefolgt von Aue und dem SSV Ulm mit
je 22 Zählern. Havelse (19 Punkte) und
Schlusslicht Schweinfurt 05 (9 Punkte)
lauerten dahinter. Jeder Zähler konnte in
dieser Phase entscheidend sein. Auch der
Gegner aus dem Erzgebirge ging nicht mit
breiter Brust in dieses Spiel – nicht zuletzt
nach der deutlichen 0:3-Heimniederlage
gegen den SSV Ulm am Wochenende zuvor.
Entsprechend vorsichtig, aber intensiv
entwickelte sich die Partie. Saarbrücken
präsentierte sich defensiv deutlich stabiler
und agierte aus einer kompakten Grundordnung
heraus. Der ganz große Befreiungsschlag
blieb jedoch erneut aus. Trotz guter
Ordnung und großem Einsatz nahm der FCS
nicht die erhofften drei Punkte mit und ist
nun seit 16 Spielen sieglos. Dennoch überwog
im Anschluss kein Frust, sondern vorsichtiger
Optimismus. Trainer Jürgen Luginger sprach
von einem „wichtigen Schritt“ und betonte
die Entwicklung seiner Mannschaft.
Späte Siegchance bleibt ungenutzt
Der Sieg lag dennoch in der Luft. In der fünften
Minute der Nachspielzeit bot sich dem
FCS plötzlich die große Gelegenheit zum späten
Lucky Punch. Doch aus spitzem Winkel
Hoffnung trotz Serie
Der FCS-Trainer sprach von einem „kleinen,
aber wichtigen Schritt“ in einer schwierigen
Phase. „Diese kleinen Schritte müssen wir
gehen, und wir müssen das Positive
sehen“, so Luginger. Vor allem die Mentalität
seiner Mannschaft mache Hoffnung. Die
Überzeugung, dass die Sieglos-Serie bald
reißt, ist weiterhin vorhanden. Am Ende bleiben
dennoch oft nur die bekannten Floskeln.
Erst fehlt das Glück, dann kommt auch noch
Pech dazu. Oder, um es mit den Worten von
Oliver Kahn zu sagen: „Wenn’s scheiße läuft,
dann läuft’s scheiße.“ So banal das klingt, so
treffend beschreibt es die aktuelle Situation.
Egal wie man es formuliert – Fakt ist: Gute
Leistungen allein bringen keine Punkte.
Die nächste Gelegenheit zur Wende lässt
jedoch nicht lange auf sich warten. Am
14. Februar 2026 empfängt der 1. FC Saarbrücken
im Ludwigspark die zweite Mannschaft
des VfB Stuttgart. Vielleicht ist es
genau dieses Spiel, in dem sich der FCS endlich
wieder für seinen Aufwand belohnt.
T. Nelz J. S. Bach
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12
FUSSBALL VOLKSBANKEN-MASTERS
FSV JÄGERSBURG KRÖNT
SICH ERSTMALS ZUM
HALLEN-MASTERS-SIEGER
Hochklassiger Hallenfußball, große Emotionen und ein Finale, das an Dramatik kaum zu überbieten war.
Das 32. Volksbanken-Hallen-Masters in
der restlos ausverkauften Saarbrücker
Saarlandhalle ging erstmals in der
Vereins geschichte an den FSV Jägersburg.
Vor 3.201 begeisterten Zuschauerinnen
und Zuschauern setzten sich die
Schröderligisten im Endspiel mit 11:10
nach Siebenmeterschießen gegen den FV
09 Schwalbach durch.
Schon im Vorfeld war das Interesse am
traditionsreichen Hallenturnier enorm. Weit
mehr als 10.000 Tickets hätten laut Veranstalter
verkauft werden können, bereits
die 41 Qualifikationsturniere lockten große
Zuschauermengen in die Hallen. Acht Mannschaften
hatten sich für das Masters qualifiziert
und kämpften um insgesamt 14.500 €
Preisgeld.
Als großer Favorit galt Titelverteidiger und
Rekordsieger SV Auersmacher, der die
Quali fikation souverän angeführt hatte.
Doch bereits die Vorrunde zeigte, wie eng
und ausgeglichen das Teilnehmerfeld in diesem
Jahr war. Auersmacher unterlag im
Auftaktspiel der Spvgg. Quierschied mit 0:2
und schied am Ende gemeinsam mit den SF
Köllerbach überraschend aus Gruppe A aus.
In Gruppe B sorgte der FV 09 Schwalbach
bei seiner ersten Masters-Teilnahme überhaupt
für eine Sensation und zog gemeinsam
mit dem FSV Jägersburg ins Halbfinale
ein. Für den FV Diefflen und die SG Lebach-
Landsweiler war das Turnier nach der Vorrunde
beendet.
» Die beiden besten Torschützen des Turniers kamen vom Titelgewinner FSV Jägersburg.
Die Halbfinalspiele boten dann echten Budenzauber.
Im ersten Duell lieferten sich die
Spvgg. Quierschied und der FV Schwalbach
einen offenen Schlagabtausch. Nach regulärer
Spielzeit stand es 1:1, in der Verlänge
» FSV Jägersburg, der verdiente Titelgewinner.
rung fielen weitere Tore, ehe ein dramatisches Siebenmeterschießen
mit insgesamt 13 Versuchen die Entscheidung
brachte. Schwalbach behielt die Nerven und zog erstmals ins
Finale ein. Im zweiten Halbfinale setzte sich der FSV Jägersburg
mit 3:2 gegen den FV Eppelborn durch.
Das Spiel um Platz drei gewann die Spvgg. Quierschied nach
Verlängerung mit 5:3 gegen den Oberligisten FV Eppelborn.
Das Finale entwickelte sich zu einem echten Klassiker. Nach
einer kurzen Abtastphase stellte Jägersburg innerhalb von
100 Sekunden durch Flögel, Bhatti und Klein auf 3:0. Doch
Schwalbach bewies Moral und glich durch Latz, Mayan und
Mathis aus. In den Schlussminuten brachte Simon den
Mastersneuling sogar in Führung, ehe Manderscheid Sekunden
später erneut ausglich. Auch die Verlängerung brachte
keine Entscheidung – trotz bester Chancen auf beiden Seiten.
Im anschließenden Siebenmeterschießen behielt schließlich
der FSV Jägersburg mit 11:10 die Oberhand und feierte um
19:28 Uhr den historischen ersten Masters-Triumph.
Der Turniersieger erhielt ein Preisgeld von 4.000 Euro,
Finalist Schwalbach durfte sich über 3.000 Euro freuen.
Platz drei war mit 2.000 Euro dotiert. Neben den Mannschaftsauszeichnungen
wurden auch individuelle Ehrungen
vergeben: Lukas Mittermüller von der Spvgg. Quierschied
wurde von den Zuschauern zum besten Spieler des Turniers
gewählt, sein Teamkollege Nicolas Schäfer als bester Torhüter
ausgezeichnet. SFV-Präsident Heribert Ohlmann zeigte
sich bei der Siegerehrung begeistert: „Wir haben heute
hochklassigen Hallenfußball in einer beeindruckenden
Atmosphäre erlebt. Das Saarland hat einmal mehr bewiesen,
dass es das Hallen fußballland in Deutschland ist.“ Auch
Carlo Segeth, Vorstandsvorsitzender der Bank 1 Saar und
Sprecher der Volksbanken im Saarland, sowie Josef Kreis,
Vorsitzender des Verbandsspielausschusses, lobten die
sportliche Qualität, die Fairness und das große ehrenamtliche
Engagement hinter dem Turnier.
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WARTEN AUF DICH!
Das 32. Volksbanken-Hallen-Masters wird somit als eines
der spannendsten der vergangenen Jahre in Erinnerung
bleiben – mit einem verdienten Sieger und einem bemerkenswerten
Finalisten.
C. Stolte J. S. Bach
www.erlebedeineregion.de
14
DARTS GABRIEL CLEMENS
INTERVIEW MIT
GABRIEL CLEMENS
sich über Jahre hinweg entwickelt und
dabei nie den Bezug zur Realität verloren.
Seit 2018 besitzt er die Tour Card der PDC
und misst sich regelmäßig mit den besten
Spielern der Welt. Er ist Mitglied im Dartverein
Kaiserslautern und gehört inzwischen
zu den Gesichtern, die den deutschen
Dartsport international sichtbar gemacht
haben.
Clemens ein fester Faktor: Er gewann die
Deutsche Meisterschaft gleich zweimal –
2014 und 2017 – gemeinsam mit dem DV
Kaiserslautern. Dazu kommen Erfolge wie
der Sieg bei den German Darts Open Qualifiers
2018, der Gewinn des DVV-Pokals
2015, das Finale der Luxemburg Open 2016
sowie die regelmäßige Qualifikation für
zahlreiche European Tour Events.
» „The German Giant“ Gabriel Clemens
Wenn man im deutschen Dartsport über
echte Charaktere spricht, fällt ein Name
inzwischen fast automatisch: Gabriel
Clemens. Der Saarländer hat sich in den
vergangenen Jahren nicht nur sportlich
einen festen Platz auf der großen Bühne
erarbeitet, sondern auch die Herzen vieler
Fans gewonnen – durch seine Bodenständigkeit,
seine ruhige Art und eine Sympathie,
die ihm einfach nicht abzusprechen
ist. Geboren am 16. August 1983 in
Saarlouis, trägt er auf der Tour den Spitznamen
„The German Giant“ – passend,
denn mit 1,91 Metern gehört Clemens zu
den imposantesten Erscheinungen am
Oche (Abwurflinie). Doch wer ihn verfolgt,
weiß: Seine Größe ist längst nicht das
Einzige, was ihn auszeichnet.
Denn Clemens steht für einen Weg, der
nicht geschniegelt und perfekt verlief,
sondern für harte Arbeit, Geduld und den
Willen, sich immer wieder neu aufzurichten.
Der gelernte Industriemechaniker hat sich
Schritt für Schritt nach oben gekämpft, hat
Was Gabriel Clemens dabei besonders
macht, ist seine Mentalität. Er spricht offen
darüber, dass nicht jede Phase seiner
Karriere von Erfolg geprägt war: Spiele, in
denen das Timing nicht passte, Ergebnisse,
die nicht stimmten, oder Momente, in
denen die Form einfach fehlte – Clemens
kennt all das. Doch anstatt daran zu zerbrechen,
zieht er daraus Energie. Er betont
immer wieder, dass er sich in keinem Match
chancenlos fühlt. Genau diese Haltung spiegelt
sich auch in seinem Auftreten wider:
kontrolliert, fokussiert, ruhig – selbst dann,
wenn es eng wird und die Halle kocht. Sein
gleichmäßiger Rhythmus, die konstante
Standposition und sein präziser Wurfstil
stehen sinnbildlich für einen Spieler, der
nicht auf Show setzt, sondern auf Wiederholbarkeit,
Struktur und Disziplin.
Und diese Professionalität zahlt sich aus:
Clemens hat in den letzten Jahren eine Reihe
von Ergebnissen geliefert, die seinen
Namen fest in der Darts-Landschaft verankert
haben. Der größte Meilenstein ist
dabei ohne Zweifel sein historischer Lauf
bei der PDC-Weltmeisterschaft 2023, als er
als erster Deutscher überhaupt das Halbfinale
erreichte und damit Darts-Geschichte
schrieb. Schon zuvor zeigte er sein Potenzial
auf der größten Bühne mit dem Achtelfinale
bei der WM 2021. Auch im Team-Wettbewerb
konnte er überzeugen: Beim World
Cup of Darts erreichte er jeweils das Halbfinale
2020 und 2023, sowie das Viertelfinale
2024. Weitere Highlights sind das
Halbfinale bei den Players Championship
Finals 2023, das Achtelfinale beim World
Matchplay 2020 sowie das Halbfinale beim
World Masters 2017. Auch national ist
Dass Clemens in den entscheidenden
Momenten mit den ganz Großen mithalten
kann, bewies er zuletzt auch wieder bei
der Darts-Weltmeisterschaft. Dort lieferte
er dem Weltranglisten-Zweiten Luke
Humphries ein Duell, das dem Publikum im
Ally Pally alles bot: Klasse, Drama, Emotionen
– und einen Gabriel Clemens, der
sich nicht versteckte. Zwar musste er sich
nach sechs intensiven Sätzen mit 2:4
geschlagen geben, doch das Ergebnis
erzählt nur einen Teil der Geschichte.
Clemens spielte mutig, druckvoll und auf
Augenhöhe, stellte mit einem Average
(Durchschnitt) von 101,49 Punkten sogar
eine persönliche WM-Bestmarke auf und
brachte die Atmosphäre zeitweise zum
Explodieren. Besonders bitter: Er hatte
mehrfach die Chancen, das Match komplett
zu drehen – doch Darts ist eben ein Sport
der Momente. Und die entscheidenden
gehörten diesmal Humphries.
Trotzdem bleibt: Clemens hat ein Turnier
gespielt, das Eindruck hinterlässt. Nach
einem souveränen Auftaktsieg gegen Alex
Spellman und dem überraschenden Erfolg
über das niederländische Talent Wessel
Nijman verlangte er auch dem amtierenden
Weltmeister alles ab. Und selbst nach dem
Ausscheiden bewies er Größe: fair, respektvoll,
ohne Ausreden – ein Sportsmann, wie
man ihn sich wünscht. Abseits der großen
Bühne ist Gabriel Clemens aber vor allem
eins geblieben: ein Typ zum Anfassen. Einer,
der nicht künstlich wirkt, sondern authentisch.
Einer, der genau weiß, wo er herkommt
– und der seine Heimat auch im Herzen trägt.
Nicht umsonst ist er ein leiden schaftlicher
Fan des 1. FC Saarbrücken.
GABRIEL CLEMENS DARTS
15
Im Interview sprechen wir mit Gabriel
Clemens über seinen Weg in den Profibereich,
die Bedeutung von Mentaltraining
und Routinen, den Umgang mit
Druck situationen vor großem Publikum
und darüber, was ihn antreibt, immer
wieder zurückzukommen, egal wie hart
der Moment gerade ist.
Kick & Kult: Gabriel, wie geht es dir
aktuell – wie fühlst du dich gerade
sportlich und privat?
Clemens: Privat geht es mir sehr, sehr gut.
Ich habe eine tolle Frau, eine großartige
Familie und fantastische Freunde – das ist
für mich erstmal das Allerwichtigste. Sportlich
habe ich mich nach der WM gut auf die
neue Saison vorbereitet. Ich bin guter Dinge,
dass ich dieses Jahr eine deutlich konstantere
Saison spielen kann.
Kick & Kult: Wann hast du eigentlich
angefangen, Dart zu spielen – und war
dir früh klar, dass daraus mal „mehr“
werden kann?
Clemens: Ich habe mit 18 Jahren angefangen,
so wie wohl die meisten: mit Freunden
in der Kneipe, erst einmal E-Dart. Irgendwann
bin ich dann in einen Verein gegangen,
habe höherklassiger gespielt und später
kamen auch die ersten internationalen
Turniere dazu. Dann gab es ein Qualifikationsturnier
für die PDC, und ich habe mich
im ersten Anlauf direkt qualifiziert. Aber
ganz ehrlich: Abzusehen war das damals
eigentlich nicht (lacht).
Kick & Kult: Du hast dir deinen Weg
Schritt für Schritt erarbeitet: Was war
in deiner Karriere die schwierigste
Phase – und was hat dich da wieder
rausgeholt?
Clemens: Schwierige Situationen gibt es
immer wieder. In einer Karriere geht es nie
nur nach oben, sondern auch mal richtig
runter – durch tiefe Täler, durch die man
durchmuss. Natürlich gibt es auch gute
Phasen, und man muss schauen, dass man
davon möglichst viele hat. Ich bin ehrlich:
Ich bin noch dabei herauszufinden, wie man
dauerhaft gute Phasen hat (lacht). Wenn es
sportlich mal nicht so gut läuft, sind meine
Frau, meine Familie und meine Freunde
immer da. Sie bauen mich auf und stärken
mir den Rücken. Wenn ich zurückblicke, bin
ich sehr zufrieden mit dem, was ich bisher
erreicht habe – auch wenn man als Sportler
immer mehr will.
Kick & Kult: Du wirst als „The German
Giant“ gefeiert: Wie sehr ist dieser
Spitzname Motivation und wie sehr
auch Erwartungsdruck?
Clemens: Den Namen haben meine Freunde
erfunden. Ich finde, er passt ganz gut.
Einen Erwartungsdruck verbinde ich damit
nicht. Im Dartsport hat fast jeder einen
Spitznamen, und ich kann mich mit meinem
sehr gut identifizieren.
Kick & Kult: Wie sieht ein klassischer
Trainingstag bei dir aus, wenn du dich
auf einen Wettkampf vorbereitest?
Clemens: Ich fahre morgens um 8 Uhr in
meinen Trainingsraum. Ich bin Frühaufsteher.
Natürlich stehe ich dort nicht acht
Stunden am Board, es gibt Pausen – aber
drei bis vier Stunden am Stück trainiert man
schon. Besonders Dinge, die beim letzten
Turnier nicht so gut gelaufen sind, stehen im
Fokus: Doppel, Finishes oder Scoring. Für
mich ist das ein ganz normaler Arbeitstag.
Kick & Kult: Viele sagen, Darts ist
Kopfsache: Welche Rolle spielt Mentaltraining
für dich?
Clemens: Dart ist zu 90 Prozent Kopfsache.
Ich arbeite mit jemandem zusammen, der
mir hilft, in bestimmten Situationen ruhig zu
bleiben und die richtigen Entscheidungen
zu treffen. Das funktioniert nicht immer,
aber es ist ein kontinuierlicher Prozess – und
gehört für mich fest zum Training dazu.
Kick & Kult: Ist Darts am Ende „nur“
Training – oder gibt es Dinge, die man
nicht lernen kann?
Clemens: Nein, Darts ist nicht nur Training.
Eine gute Hand-Augen-Koordination sollte
man schon mitbringen. Natürlich wird jeder
besser, der trainiert – aber ob es ganz nach
oben reicht, dafür gehört noch etwas mehr
dazu.
Kick & Kult: Du wirkst am Oche
(Abwurflinie) oft extrem ruhig:
Ist das dein natürlicher Charakter?
Clemens: Ja, das ist mein Naturell. Ich bin
generell ein ruhiger Mensch. Natürlich kann
man auch erfolgreich sein, wenn man anders
tickt – aber ich bin eben der ruhige Typ.
Kick & Kult: WM-Halbfinale 2023 – als
erster Deutscher überhaupt: Wie oft
denkst du daran zurück?
Clemens: Natürlich war das ein toller Erfolg,
vor allem als erster Deutscher. Man
hat gemerkt, dass plötzlich viel Aufmerksamkeit
da war. Aber ich denke heute gar
nicht mehr so oft daran. Klar, man wird
häufiger erkannt – das finde ich schön, vor
allem wegen der netten Gespräche mit den
Leuten.
Kick & Kult: Nach dem WM-Aus gegen
Luke Humphries: Was war dein erster
Gedanke?
Clemens: Direkt nach dem Spiel war ich
sehr enttäuscht – ich wollte gewinnen. Der
Rückstand zu Beginn war am Ende zu groß.
Aber Luke spielt die entscheidenden Phasen
extrem stark, nicht umsonst ist er die
Nummer zwei der Welt. Ich habe ein gutes
Spiel gemacht, darauf lässt sich aufbauen.
Ich schaue lieber nach vorne.
Kick & Kult: Gibt es Gegner, die dir
besonders liegen?
Clemens: Ich mag Gegner, die schnell spielen.
Das hilft mir, im Rhythmus zu bleiben – unabhängig
vom Namen. Wir respektieren uns
alle, das ist das Wichtigste.
Kick & Kult: Wie wichtig ist dir dein
Umfeld, um bodenständig zu bleiben?
Clemens: Das ist mein Naturell – und das
meines Umfelds. Von daher gibt es keine
Gefahr, irgendwann abzuheben.
Kick & Kult: Was machst du, wenn du
gerade nicht Dart spielst?
Clemens: Dart ist auch abseits der Tour
sehr präsent. Aber ich verbringe viel Zeit
mit meiner Frau, meiner Familie und meinen
Freunden – das ist mir extrem wichtig.
Kick & Kult: Mit welchem Sport kann
man dich sonst noch begeistern?
Clemens: Mit fast allem. Am liebsten live
im Stadion oder in der Halle, aber auch im
Fernsehen: Biathlon, Football, Olympia –
der Fernseher läuft eigentlich immer.
Kick & Kult: Zum Abschluss: der
1. FC Saarbrücken – Dauerkarte und
Aufstieg?
Clemens: Ja klar, ich habe eine Dauerkarte.
Leider kann ich sie nicht so oft nutzen,
wenn ich unterwegs bin. Dann schaue ich
am Handy oder Tablet. Klar, die 2. Liga wäre
schön – im Moment geht es aber darum, in
der 3. Liga zu bleiben. Nächstes Jahr greifen
wir wieder an.
T. Nelz J. S. Bach
16
BOXEN SENAD GASHI
INTERVIEW MIT
SENAD GASHI
präsentiert von
Er ist laut, er ist ehrlich – und im Ring kennt er nur eine Richtung: nach vorne. Senad Gashi gehört zu den Namen, die man
im Schwergewicht nicht ignorieren kann. Wir haben mit ihm über Druck, Disziplin, echte Motivation und den Moment
gesprochen, wenn aus Worten plötzlich Fäuste werden.
» Senad Gashi auf seiner Weltinfluencer Tour in New York City.
SENAD GASHI BOXEN
17
Kick & Kult: Senad, wann hast du zum
ersten Mal gemerkt: „Ich kann im
Boxen wirklich nach oben“?
Gashi: Eigentlich sofort. Mein erstes richtiges
Sparring war direkt mit einem Profiboxer,
der schon 15 Jahre Erfahrung hatte – und ich
hatte selbst noch keinen Kampf. Trotzdem
habe ich gut mitgehalten, instinktiv richtig
reagiert, gut mitgeschlagen. Danach kamen
die Trainer zu mir und meinten: „Da ist was.“
In dem Moment wusste ich: Das ist kein
Hobby, das ist Potenzial.
Kick & Kult: Was war der härteste
Moment deiner Karriere, den kaum
jemand kennt – und was hast du
daraus gelernt?
Gashi: Meine Karriere ist im Grunde ein
Rocky-Film in mehreren Teilen. Anfangs
hungrig wie Rocky 1, dann Siege wie in
Rocky 2. Aber der härteste Teil ist Rocky 3:
sich selbst besiegen. Luxus, Ablenkung,
Dinge nachholen, alte Themen aus der
Jugend – das ist der wahre Kampf. Und
Rocky 4? Gegen dein früheres Ich kämpfen.
Das sind die Gegner, die nicht K.O. gehen.
Kick & Kult: Wie gehst du mit Druck
um, wenn du weißt: Heute schauen
alle auf dich?
Gashi: Ganz ehrlich: Ich liebe Druck. Ohne
Zuschauer laufe ich gar nicht richtig warm.
Ich brauche dieses Gefühl, dass Leute hinschauen.
Das war schon früher so – ob als
Deutscher Meister im Football-Freestyle
oder auf internationalen Bühnen. Druck
macht mich nicht nervös, Druck macht
mich scharf.
Kick & Kult: Was ist schlimmer:
körperlicher Schmerz oder mentale
Zweifel?
» Senad Gashi bei der Ursapharm Fight Night III
Gashi: Zwei bis drei Einheiten am Tag, kurz,
brutal fokussiert, extrem detailliert. Alles
ist auf den nächsten Gegner abgestimmt –
und auf meinen aktuellen Zustand. Kein
Tag gleicht dem anderen. Es gibt Phasen,
Periodisierung, Trainingssteuerung. Das ist
kein „Ich baller einfach“, das ist präzise
Arbeit.
Kick & Kult: Was ist deine größte
Stärke im Ring – und woran arbeitest
du noch brutal?
Gashi: Meine Stärken: ein sehr gutes Kinn,
eine explosive Rechte, ein unorthodoxer
Stil und schwer auszurechnen. Ich bin der
Typ, der zwei Schläge nimmt, um einen entscheidenden
zu setzen. Brutal arbeite ich
am Team. Ein gutes Team kann dich im Ring
heben – ein schlechtes killt dich. Da habe
ich gelernt. Jetzt passt es.
Gashi: Nichts. Ich bin immer kalt. Ich gehe
mit der klaren Absicht in den Ring, Schaden
zu machen. Das zeigen auch die Zahlen:
über 90 Prozent Knockouts, davon rund
70 Prozent in den ersten zwei Runden.
Romantik gibt’s woanders.
Kick & Kult: Viele Boxer sind vor dem
Kampf Feinde und danach plötzlich
Freunde – Show, Respekt oder Geschäft?
Gashi: Alles davon. Manches ist Show,
manches echter Respekt, manches pures
Business. Ich bin kein Typ, der Rollen spielt.
Ich bin immer real. Respekt gehört dazu –
aber wenn einer übertreibt, dann zeige ich
ihm auch, wer der Herr im Ring ist.
Kick & Kult: Was ist dein klares Ziel
für die nächsten 12 Monate – und
was muss dafür passieren?
Gashi: Zweifel. Die hat jeder Mensch. Die
Frage ist nur, wie du damit umgehst. Alles,
was andere sagen, nimmt dir Energie oder
gibt dir Energie – da muss man extrem selektiv
sein. Mein Kreis ist klein. Körperlich
hatte ich genug: drei Kreuzbandrisse,
Bizeps abgerissen. Mein Kopf will oft mehr
als mein Körper – und dann knallt’s. Aber
Aufgeben war nie eine Option.
Kick & Kult: Wie sieht ein Tag bei dir
aus, wenn du in der heißen Vorbereitungsphase
bist?
Kick & Kult: Welche Art Gegner liegt dir
gar nicht – und warum?
Gashi: Ich mag Gegner, die kämpfen wollen.
Schlagabtausch, Feuer, Risiko. Was mir gar
nicht liegt, sind Leute, die nur wegrennen,
klammern und Zeit schinden. Die keinen
Kampf wollen, sondern Punkte sammeln.
Das ist legitim – aber es ist nicht meine
Welt.
Kick & Kult: Was muss passieren,
damit du im Ring richtig „kalt“ wirst?
Gashi: Ich will noch einmal Weltmeister werden
– bis 90 Kilo. Das Gewicht war lange das
Problem, aber inzwischen weiß ich: Ich kann
das schaffen. Wenn das klappt, wäre ich
Weltmeister in drei bis vier Gewichtsklassen.
Wäre jetzt nicht das Schlechteste. Und ich
bin ziemlich sicher: Dieses Jahr ist es drin.
Kick & Kult: Senad, vielen herzlichen
Dank für das Gespräch!
K. Sand Archiv Gashi / Sport News Saarland
18 WAS MACHT EIGENTLICH...? JUPP HENKES
WAS MACHT EIGENTLICH...
JUPP
HENKES?
Ein Interview mit dem „Spielmacher vom Storchenplatz“.
Der 2. Mai 1949 ist in Neunkirchen ein
gewöhnlicher Montag – zumindest auf den
ersten Blick. Am Storchenplatz jedoch
wird an diesem Tag ein Junge geboren, der
später zu einem außergewöhnlichen
Fußballer werden sollte: Heinz-Jürgen
Henkes. Für Fans und Freunde ist er
einfach „Jupp“. Seinen Spitznamen
verdankt er laut SZ-Redakteur Erich
Philippi dem Gladbacher Stürmer Jupp
Heynckes. Wegen seiner Spielintelligenz
und Technik wurde Henkes von manchen
sogar mit Franz Beckenbauer verglichen –
mit dem Zusatz: „vom Storchenplatz“.
Nur zwei Kilometer trennten sein Elternhaus
vom Ellenfeld. Bereits als Achtjähriger trug
er das Borussen-Trikot. 1968 erhielt er seinen
ersten Vertrag, als Borussia Neunkirchen
gerade aus der Bundesliga abgestiegen war.
In 49 Spielen erzielte Henkes 15 Tore und
versuchte vergeblich, den Wiederaufstieg zu
schaffen. 1971 gewann die Borussia zwar die
Regionalliga Südwest, scheiterte jedoch in
der Aufstiegsrunde trotz eines legendären
1:0-Heimsiegs gegen den 1. FC Nürnberg vor
30.000 Zuschauern. Henkes war längst zum
zentralen Spielgestalter gereift und rückte in
den Fokus anderer Vereine. Trainer Dietrich
Weise holte ihn zum 1. FC Kaiserslautern. Dort
kam er auf 19 Bundesliga-Einsätze in zwei
Jahren. „Er wollte mich unbedingt haben, hat
mich dann aber kaum noch aufgestellt“,
erinnerte sich Henkes später. 1972 kehrte er
zur Borussia zurück und blieb ihr zehn Jahre
treu. In 120 Spielen der Regionalliga und
2. Liga erzielte er 29 Tore. Besonders die
Zweitliga-Spielzeiten 1974/75, 1978/79 und
1980/81 sind vielen heute kaum noch präsent
– zu Unrecht, wie Henkes findet. Bei seinem
Abschiedsspiel am 15. Mai 1981 bewies er
noch einmal seine Klasse, als die Borussia
nach 0:3-Rückstand gegen Fürth ein 3:3
erreichte. Nach seiner aktiven Karriere
begann Henkes eine zweite Laufbahn als
Trainer. Er arbeitete unter anderem beim FV
Eppelborn, Palatia Limbach und SC
Friedrichsthal. 2007 kehrte er erneut ins
Ellenfeld zurück und blieb als Interimscoach
in acht Oberligaspielen ungeschlagen. Ein
Jahr später führte er Borussia II in die
Saarlandliga. 2009 wurde er Cheftrainer der
ersten Mannschaft, musste den Posten
jedoch nach fünf Spieltagen wieder räumen.
Das Verhältnis zur Borussia war lange
belastet. Vor allem die Art seiner Entlassung
2009 und fehlende Kommunikation
enttäuschten ihn. Auch ehemalige Spieler
seien zu wenig eingebunden worden. Heute
ist Henkes wieder Vereinsmitglied – dank der
Initiative von Dr. Jens Kelm. Schon als Kind
stand er an der Hand seines Vaters im
Ellenfeld. „Die Stimmung war grandios“,
erinnert er sich, besonders bei Spielen gegen
Saarbrücken oder Pirmasens. Selbst vor
70.000 Zuschauern im Pokalfinale mit dem
FCK habe er keine vergleichbare Atmosphäre
erlebt. Der Erhalt des Ellenfelds ist ihm daher
ein Herzensanliegen: „Ich würde alles darum
geben, dort noch einmal als Spieler einlaufen
zu dürfen.“
Sein Herz schlägt bis heute für die Borussia
– 14 Jahre, über 7 Millionen Minuten seines
Lebens, widmete Jupp Henkes dem Verein.
JUPP HENKES WAS MACHT EIGENTLICH...?
19
20 WAS MACHT EIGENTLICH...? JUPP HENKES
» Jupp Henkes damals und heute.
Kick & Kult: Jupp Henkes, Wie geht es dir?
Jupp Henkes: Nachdem ich am 2. Mai vergangenen
Jahres zu meinem Geburtstag
ein neues Kniegelenk bekommen habe,
geht es mir wieder gut – endlich ohne
Schmerzmittel!
Kick & Kult: Wenn Du auf Deine Karriere
zurückblickst: Worauf bist Du besonders
stolz?
Jupp Henkes: Auf eine ganze Menge! In
allen Jugendmannschaften der Borussia
habe ich in Vorspielen immer vor vielen
Zuschauern, oft 30.000, gespielt. Leider
war ich mit 17 Jahren ein Jahr lang krank
und durfte deshalb selbst kein Bundesligaspiel
für die Borussia bestreiten. Auch mein
größter Wunsch, Jugendnationalspieler zu
werden, ging aus diesem Grund leider nicht
in Erfüllung. Aber immerhin habe ich nach
meinem Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern
mit den Roten Teufeln zwei Spiele im UEFA-
Pokal (in England und Portugal) sowie
19 Bundesligaspiele absolviert, dazu drei
Spiele in Westafrika gegen Togo, Ghana
und Benin. Beim DFB-Pokalfinale gegen
Schalke 04 in Hannover vor 75.000
Zuschauern musste ich mich fünf Mal
warmlaufen – wir haben 0:5 verloren, trotzdem
hat mich Trainer Dietrich Weise nicht
gebracht.
Kick & Kult: Man sagt so schön: Im
Nachhinein weiß man es besser. Gibt es
etwas, was Du im Nachhinein anders
machen würdest?
Jupp Henkes: Dietrich Weise wollte mich
unbedingt beim FCK haben und einen Verteidiger
aus mir machen (lacht). Die Bank
war nicht mein Platz!
Kick & Kult: Hast Du als junger Fußballer
ein Vorbild gehabt?
Jupp Henkes:: Franz Beckenbauer! Er
hatte (wie ich) mit dem Ball keine Probleme.
Kick & Kult: Was würdest Du einem
jungen Spieler heute mit auf den Weg
geben, wenn er von einer Karriere als
Fußballer träumt?
Jupp Henkes: Ob Talent da ist, sieht man
schon sehr früh. Dann gilt es – neben der
Schule (am besten mit Abitur!) – alles daran
setzen!
Kick & Kult: Welche Momente auf dem
Platz / im Spiel (positiv wie negativ)
sind Dir besonders in Erinnerung
geblieben?
Jupp Henkes: Bei einem Spiel mit dem
1. FC Kaiserslautern in München gegen die
Bayern wollte ich Franz Beckenbauer einen
Beinschuss (meine Spezialität!) verpassen.
Er sagte nur zu mir: „Junge, ich trete dir in
den Arsch!“. Negativ in Erinnerung geblieben
ist mir ein Spiel mit Borussia in der
2. Bundesliga 1974 beim FC Augsburg, wo
ich durch meinen Gegenspieler Herbert
Höbusch eine Knieverletzung erlitt, die
mich anschließend 14 Spiele lang außer Gefecht
gesetzt hat.
Kick & Kult: Zu Deiner Aktivenzeit gab
es keine sozialen Medien. Heute kommt
kein Fußballer mehr daran vorbei und
wird ständig damit konfrontiert.
Fluch oder Segen?
Jupp Henkes: Sowohl als auch! Früher
musste man halt auf die Montagszeitung
mit ihrem ausführlichen Sportteil warten.
Kick & Kult: Dies ist ja nur ein Aspekt,
wie der Fußball sich verändert hat.
Wie beurteilst Du die Entwicklung in
den letzten 20 Jahren?
Jupp Henkes: Ja, der Fußball hat sich total
verändert. Es ist nicht mehr mein Fußball,
wenn die Torleute heute mehr Ballkontakte
haben als ein Mittelfeldspieler!
Kick & Kult: Welchen Stellenwert hat
Fußball heute in deinem Leben?
Schaust Du regelmäßig Fußball im
Fernsehen und gibt es einen Lieblingsclub,
mit dem Du mitfieberst?
Jupp Henkes: Ich sitze immer in der ersten
Reihe, schaue aber nicht immer bis zum
Ende. Da tun mir oft die Augen weh bei dem
Ballgeschiebe! Am meisten sehe ich mir die
englische Premier League an und halte zum
FC Liverpool.
Kick & Kult: Was macht Jupp Henkes,
wenn er nicht mit Fußball beschäftigt ist?
Jupp Henkes: Mit Frau und Freunden gehe
ich morgens zum Frühstücken in‘s Café. Mit
JUPP HENKES WAS MACHT EIGENTLICH...?
21
„ Die Situation bei Borussia
stimmt mich sehr traurig “
– Jupp Henkes
Aufstiegsrunde 1971 gegen den 1. FC Nürnberg
vor über 30.000 Fans im Ellenfeld.
Kick & Kult: Dein bester Mitspieler?
Jupp Henkes: Obwohl ich nur gute Mitspieler
hatte (sonst hätten sie bei der Borussia nicht
gespielt), möchte ich einen besonders erwähnen:
Horst Brand. Ein toller Mittelstürmer
und ein toller Mensch. Er machte viele Tore
für uns, auch nach meinen Vorlagen, die man
ja heute Assists nennt.
Kick & Kult: Dein bester Trainer im
Ellenfeld?
Jupp Henkes: In der Jugend Kurt Welsch,
der ja in seiner aktiven Zeit bei Borussia
sogar Nationalspieler war. Bei den Senioren
später Kurt Sommerlatt und Dietmar
Schwager.
Kick & Kult: Deine größte Enttäuschung?
Jupp Henkes: Im Jahr 2009 die Ent lassung
als Trainer bei der Borussia, ganz besonders
das Wie!
Kick & Kult: Deine Erfahrungen aus
Deiner Zeit als Trainer bei der Borussia?
Jupp Henkes: Egal, wo man als Trainer
arbeitet: Der Erfolg muss da sein! Es war
eine sehr lehrreiche Zeit.
Kick & Kult: Hast Du noch Kontakte zu
ehemaligen Mitspielern/Mitstreitern?
Jupp Henkes: Ja, zu Heinz Histing, Gerd
Schley, Jürgen Pontes, Dietmar Conrad,
Fritz Schallmo, Gerd Regitz, Günter und
Stefan Kuntz, auch zu Klaus Ackermann,
mit dem ich in Kaiserslautern zusammen
gespielt habe, gibt es gute Kontakte. Darüber
hinaus bin ich seit 2004 Mitglied im
Legenden-Club des 1. FC Saarbrücken mit
Wolfgang Seel, Egon Schmitt, Gerd Werthmüller
und Jörg Alt. Das ist mir eine besondere
Ehre ist, denn das Verhältnis zwischen
dem FCS und der Borussia war ja
früher nicht unbedingt so freundschaftlich,
sondern eher von starker Rivalität geprägt.
Wir treffen uns alle sechs Wochen zum
Essen und erzählen uns, wie gut wir früher
waren (lacht).
Radfahren (aber kein E-Bike!), Rudern und
Sauna im Keller sowie viel Handball halte
ich mich fit.
Kick & Kult: Zum Schwerpunkt
Bundes liga / 1. FC Kaiserslautern:
Was hat Dich damals zum Wechsel
an den Betzenberg bewegt?
Jupp Henkes: Nach der tollen Aufstiegsrunde
1971, wo wir am Ende knapp gescheitert
sind, kamen die Angebote. Der 1. FCK,
Mainz 05, Arminia Bielefeld und der
FC Antwerpen wollten mich verpflichten.
Ich entschied mich schließlich für Kaiserslautern.
Kick & Kult: Warum die Rückkehr nach
nur kurzer Zeit mit 19 Spielen und
2 Toren?
Jupp Henkes: Nach eineinhalb Jahren
wollte ich spielen und nicht auf der Bank
sitzen. Am 6. Januar 1973 bin ich deshalb
zur Borussia zurückgekehrt, auch meiner
Frau zuliebe!
Kick & Kult: Welche Erfahrungen
hast Du aus dem Bundesligajahr
mitgenommen?
Jupp Henkes: Mehr Training, in der Regel
zweimal am Tag, sowie viel schnelleres Spiel!
Kick & Kult: Zum Schwerpunkt Borussia:
Bei Borussia sprechen viele immer
von der Bundesligazeit. Wie ordnest
Du im Verhältnis dazu die Jahre in der
2. Liga ein?
Jupp Henkes: Für die Borussia war die
erste Liga schon was Besonderes, aber
auch die Zeit in der 2. Liga darf man nicht
unterschätzen, das war nicht selbstverständlich!
Kick & Kult: Dein bestes Spiel?
Jupp Henkes: Ich habe nur gute Spiele gemacht
(lacht). Vielleicht die Partie in der
Kick & Kult: Du bist ja bei einigen
Spielen noch im Ellenfeld und warst
auch bei der Mitgliederversammlung
zugegen. Wie beurteilst Du die derzeitige
Situation der Borussia?
Jupp Henkes: Nach 16 Jahren Abstinenz
war ich wieder zum Jubiläumsspiel anlässlich
des 120. Bestehens der Borussia gegen
den 1. FC Saarbrücken im Ellenfeld, weil ich
das Spiel mit Jörg Alt vermittelt habe,
nachdem mich mein Freund Professor Dr.
Jens Kelm kontaktiert und um Vermittlung
gebeten hatte, da die Borussia Geld brauche.
Jens Kelm hat es auch geschafft, dass
ich nach 16 Jahren wieder Mitglied der Borussia
bin. Das Problem: Die ganzen Jahre
gibt man Geld aus, das man nicht hat. Da
wollte ein Präsident (nicht Dr. Bauer!) unbedingt
in die 2. Liga! Meiner Meinung nach
ist die Saarlandliga für die Borussia okay,
aber nicht Oberliga! Nach über 750 Pflichtspielen
im Borussen-Trikot, darunter 75
Spiele in der 2. Liga, und 13 Jahren erste
Mannschaft stimmt mich die ganze Entwicklung
sehr traurig!
Kick & Kult: Wenn Du nach mehr als
75 Jahren Bilanz ziehst: Bist Du mit
Deinem Leben zufrieden?
Jupp Henkes: Ja, denn ich habe ganz viel
erreicht. Nicht nur im Fußball, übrigens ganz
ohne Manager, wie die Jungs ihn heute
haben! Sondern auch privat: Zwei Lehren
mit Abschluss. Wer hat schon eine solche
Vita? Dafür bin ich sehr dankbar.
Kick & Kult: Jupp Henkes, vielen
herzlichen Dank für das Gespräch
und Dir alles Gute!
Jo Frisch
22 VEREINSGESCHICHTE BORUSSIA NEUNKIRCHEN
Geht doch: Attraktiver
Fußball unter Werner Weiß
Aus der traditionsreichen Historie der Neunkircher Borussia. Diesmal: Saison 1998-99 | Beeindruckende Serie: 17 Spiele
in Folge unbesiegt | Offensivspiel begeistert die Zuschauer im Ellenfeld | Trauer um Elmar May und den Borussen-Leo
» Trainingsauftakt in der Lakaienschäferei – auf die Borussen wartet eine „Wanderung auf heißen Steinen“!
Nach Platz 6 und teilweise begeisternden
Leistungen in der Spielzeit 1997/98 (beide vom Nachbarn Elversberg), Gerhard
konnten mit Marek Wosnitza, Ralph Flausse
blickte man im Ellenfeld mit viel Optimismus
den kommenden Jahren entgeenstein)
und Thorsten Lahm (vom SC Nor
Wollner (vom Liga-Konkurrenten aus Haugen.
Hier könnte etwas heranwachsen – derstedt) auch Neuzugänge verpflichtet
so lautete die Einschätzung vieler werden, die zuvor bereits in der Regionalliga
ihren Mann gestanden hatten und sich
Experten. Wie sich herausstellte, sollten
sie damit nicht falsch liegen. Denn im Nachhinein als Volltreffer erweisen sollten.
Dazu kamen junge Akteure wie Thilo
in keiner der nachfolgenden Spielzeiten
standen die Borussen am Saisonende Jung und aus der eigenen A-Jugend Ewald
schlechter als Platz drei. Doch der Reihe Bucher und Jens Schneider. Trainer Uwe
nach.
Grub gab sich zuversichtlich: „Spielerisch
sind wir stärker geworden, gerade nach vorne
hin. Wenn die Integration der Neuen gut
„Ärmel hochkrempeln und um die Meisterschaft
mitspielen“. So formulierte der gelingt, ist ein Platz unter den ersten Fünf
Spielausschussvorsitzende Jürgen Jungbluth
im Stadionmagazin „Treffpunkt Ellenformierte
Truppe der Borussia zwar gegen
drin.“ In der Vorbereitung unterlag die neufeld“
das mutige Ziel für die Saison 1998/99. Elversberg mit 1:5, zeigte sich aber beim
Mutig insofern, als der Kader von Trainer 2:4 im Ellenfeld gegen den 1. FC Saarbrücken
schon in guter Frühform. Craig-
Uwe Grub doch stark umgekrempelt werden
musste, da zahlreiche Leistungsträger Maikel Kunz, Mitglied im Redaktionsteam
(unter ihnen Dimitri Papava, Catalin Racanel
und Melori Bigvava) das Ellenfeld ver
vorsichtig und sprach von einer „Wande-
des Stadionmagazins, zeigte sich dennoch
lassen hatten. Im Gegenzug allerdings rung auf heißen Steinen“.
Ein Open-Air-Konzert vor 3.000 Fans im
Ellenfeld mit Chris de Burgh, Jule Neigel &
Band sowie der Joe Cocker Revival-Band
machte Appetit auf mehr, und so fand sich
zum Auftakt im Saar-Derby gegen den
SV Mettlach erneut eine vierstellige Besucherzahl
im Stadion ein. Sie sahen allerdings
keine Tore, und als die Borussen eine
Woche später in einer regelrechten Hitzeschlacht
beim VfL Hamm mit einer 1:2-Niederlage
im Gepäck ins Saarland zurückkehrten,
war manch einer der notorischen
Kritiker schon geneigt, von einem Fehlstart
zu sprechen. Doch die Grub-Männer gaben
im Heimspiel gegen den alten Rivalen
TuS Koblenz die richtige Antwort, gefielen
durch flüssige Kombi nationen und behielten
mit einem 3:2, mit dem die Gäste vom Deutschen
Eck angesichts der Spielanteile und
Torchancen mehr als gut bedient waren, die
drei Punkte im Ellenfeld. Die nächste Reise
in den Westerwald zu Glas Chemie Wirges
war erfolgreicher als zuvor in Hamm: Mit
4:1 schnappte sich Borussia die Zähler,
wobei das Ergebnis aber die Schwierigkeiten
übertünchte, die der Aufsteiger den
Borussen machte. So bewahrte ein bärenstarker
Sascha Purket zwischen den Pfosten
seine Mannschaft in der Anfangsphase
gleich mehrfach vor einem Rückstand. Erst
als Markus Hummel nach der Pause die
1:0-Führung auf 2:0 ausbaute, war der
Widerstand der tapferen Gastgeber
gebrochen. Im vorgezogenen Spiel beim
Tabellenletzten FSG Schiffweiler schien
jetzt ein Borussen-Sieg nur Formsache.
Doch unübersehbare Konzentrationsschwächen
in der Defensive führten zu
einer über raschenden 3:4-Niederlage mit
unschönen Begleiterscheinungen einiger
allzu schnell unzufriedener Fans. Ehrenpräsident
Dr. Hans Bauer sah sich im Stadionmagazin
zu einem offenen Brief veranlasst:
„Ich habe die Beschimpfungen an die
Adresse von Uwe Grub und einzelne Spieler
hautnah miterlebt und schäme mich dafür.“
BORUSSIA NEUNKIRCHEN VEREINSGESCHICHTE
23
» Diese Mannschaft sollte viel Freude bereiten. » Auswärtssieg beim späteren Meister FK Pirmasens.
„Wer(ner) Weiß, was noch möglich ist?“ lautete,
in Anspielung auf den Namen des neuen
Trainers, eine Schlagzeile im Stadionmagazin
„Treffpunkt Ellenfeld“. Der zog
selbst ein positives Zwischenfazit: „Ich bin
nach wie vor der Meinung, dass wir am Ende
oben stehen, vielleicht sogar um den Titel mitspielen
können. Unsere Mannschaft hat sich
erst vor wenigen Wochen so richtig zusammengefunden.
Außerdem rechnet niemand
mit uns, und das kann auch ein Vorteil sein!“
Die Folge: Uwe Grub trat entnervt zurück.
„Da wird von Nachwuchsförderung gesprochen
und gleich der erste Trainer aus unserem
Nachwuchs wird demontiert“, richtete
Dr. Bauer kritische Worte an den eigenen
Anhang.
Interimsweise übernahm Torwart-Legende
Willi Ertz die Trainingsarbeit und kehrte mit
dem Team beim 1:0 gegen den SC Halberg-
Brebach in die Erfolgsspur zurück, ehe mit
Werner Weiß ein neuer Coach ins Ellenfeld
kam, der als früherer Stürmer der Borussia
Stallgeruch aufwies und sich als Glücksgriff
erweisen sollte. Gleichzeitig wurden mit
dem robusten Abwehrrecken Adiele Echendu
(von den Amateuren der Düsseldorfer
Fortuna) und Stefan Wachter (aus Marpingen)
zwei Nachverpflichtungen getätigt, die
der Mannschaft guttaten. Sie hatten erheblichen
Anteil daran, dass Borussia nach
einem 1:1 bei der zweiten Garnitur des 1. FC
Saarbrücken den Südwest-Rivalen Wormatia
Worms mit 5:1 aus dem Ellenfeld fegte.
Neu-Coach Weiß trat allerdings gleich auf
die Euphoriebremse: „Die Gäste hätten
auch gut und gerne mehr als ein Mal treffen
können.“ Sein Wormser Kollege, der frühere
FCK-Profi Demir Hotic, stimmte zu: „Der
Sieg Borussias geht in Ordnung ist aber zu
hoch ausgefallen.“ Dass die Borussen in der
Tat noch nicht so gefestigt waren wie
erhofft, zeigte sich in den nächsten vier
Partien, aus denen lediglich zwei Punkte
heraussprangen: Zuhause gegen den
FK Pirmasens hieß es am Ende 1:1, dem
Spitzenreiter SC Idar-Oberstein knöpften
die Borussen beim 0:0 immerhin einen Zähler
ab, wobei Gäste-Keeper Sascha Nicolay
sich als wahrer „Hexer“ erwies, der gleich
mehrfach nahezu unhaltbaren Bällen den
Weg ins Netz verwehrte. Auf fremden Plätzen
blieben die Borussen dagegen zu zahm,
verloren 0:1 in Hauenstein und 0:2 in Montabaur.
Dem Heimspiel gegen Eisbachtal (mit
dem Ex-Borussen Melori Bigavva) kam jetzt
schon richtungsweisende Bedeutung zu.
Es war ein „Grand ohne sechs“, denn Coach Das neue Jahr 1999 begann mit einem eher
Werner Weiß musste verletzungs- und sperrenbedingt
gleich auf ein halbes Dutzend feld gegen Wirges, auch beim 2:2 in Kob
enttäuschenden torlosen Remis im Ellen
Stammspieler verzichten. Doch die „jungen lenz reichte eine zweifache Führung nicht
Wilden“ um Lars Mörsdorf, Ewald Bucher zum ersehnten Sieg. In Brebach jedoch
und den zweifachen Torschützen Thilo trumpften die Borussen groß auf: Doppelschütze
Marek Wosnitza, der sich allmäh
Jung wurden nach dem 4:2-Sieg mit stehenden
Ovationen aus dem Ellenfeld verabschiedet.
„Endlich hat die Mannschaft ein-
Gerhard Wollner und Marco Schmit sorgten
lich zum Torjäger entwickelte, Marco Emich,
mal gezeigt, was ich mir unter attraktivem für einen 5:3-Paukenschlag, dem gleich der
Fußball vorstelle. Alle Tore und die zahlreich
vergebenen Chancen wurden richtig ten in Elversberg setzten sich die Borussen
nächste folgen sollte: Beim Regionalligis
gut herausgespielt“, war auch Werner Weiß im Pokal auf dramatische Weise mit 5:4
begeistert. „Mit diesem Erfolg gegen die durch, als vierfacher Torschütze wurde
‚Eisbären‘ begann eine Phase, in der die Jens Kiefer gefeiert. Das gab mächtig Auftrieb:
In den folgenden Partien ließen die
Handschrift des neuen Trainers immer
deutlicher erkennbar wurde. Weiß hatte das Borussen beim 1:0 gegen Saarbrücken II
Spielsystem der Borussia umgestellt und ebenso wenig anbrennen wie beim 2:0 in
die Mannschaft, in der auch junge Akteure Worms und beim 5:1 in Betzdorf. Gegen
eine echte Chance erhielten, versuchte jetzt Schiffweiler gelang (trotz 0:1-Rückstand)
immer häufiger, mit spielerischen Mittel dank einer Energieleistung mit 3:1 die
zum Erfolg zu kommen anstatt mit langen Revanche für die bittere 3:4-Hinspielniederlage.
In Hamm reichte es gegen teil
Bällen zu operieren – sehr zur Freude der
Borussen-Fans“, analysierte Klaus Reif in
„Mythos Ellenfeld“, der Chronik zum
100-jährigen Vereinsjubiläum. Und so kletterte
Borussia nach vier weiteren Spielen
ohne Niederlage (4:1 gegen Prüm, 1:0 gegen
Pfeddersheim, 0:0 am Hessenhaus in Bingen
und 5:1 zum Rückrundenbeginn in Mettlach)
in der Tabelle nach oben bis auf Rang
vier. Auch wenn der Rückstand auf Spitzenreiter
Sportfreunde Eisbachtal in der Winterpause
beträchtliche 10 Punkte (!) betrug, lag
über dem Ellenfeld ein Hoffnungsschimmer. » „Diver“ nach 4:2 gegen die Sportfreunde Eisbachtal.
» Marco Schmit, Gerhard Wollner, Marek Wosnitza. » Werner Weiß löste 1998 Uwe Grub ab.
24 VEREINSGESCHICHTE BORUSSIA NEUNKIRCHEN
1.500 Zuschauern feierte anschließend einen
3:1-Erfolg gegen den TuS Montabaur, der
– alle Abstiegs sorgen entledigt – befreit aufspielen
konnte und den Borussen das Leben
reichlich schwer machte. „Nach dem Spiel
konnte man getrost von Borussia ‚Fortuna‘
Neunkirchen sprechen“, lautete so denn
auch das ehrliche Fazit im Stadionmagazin.
» Doppelter Abschied: Trainer Werner Weiß (li.) verlässt im Sommer 1999 das Ellenfeld, der legendäre
Borussen-Leo (re.) hat bereits ein paar Monate zuvor dieser Welt „Adieu“ gesagt.
weise überhart einsteigende Gastgeber
zwar nur zu einem 1:1, doch die Borussen
blieben dran: In Pirmasens sorgte ein
reaktionsschneller Sascha Purket im Tor
und Marek Wosnitza als Schütze des
„goldenen Tores“ zum 1:0 für lautstarken
Jubel unter den 400 mitgereisten Fans.
Gegen die Hauensteiner Betonmauer war
eine Woche später Geduld gefragt, ehe
Torsten Lahm eine Minute vor dem Ende
den eigenen Anhang im Ellenfeld mit dem
Siegtreffer zum 2:1 erlöste. Nachdem in
Dillingen der heimische VfB mit 6:0 aus
dem Saarlandpokal ge kegelt worden war,
fieberte man im Ellenfeld dem Duell beim
mittlerweile wieder zum Tabellenführer
avancierten SC Idar-Oberstein.
Doch zwischendurch war Trauer angesagt,
und das aus gleich mehrfachen Gründen.
Zum einen hatte Werner Weiß im März frühzeitig
bekannt gegeben, dass er sein Traineramt
aus beruflichen Gründen zum Saisonende
zur Verfügung stellen werde – eine
Nachricht, die nicht zuletzt aufgrund des
unübersehbaren sportlichen Aufwindes
unter Weiß im Borussen-Lager viele betroffene
Gesichter hervorrief. Zum anderen
hatte der frühere Bundesliga-Stürmer Elmar
May, 1960 aus Trier ins Ellenfeld gekommen
und nach der aktiven Laufbahn als Gastronom
wieder nach Neunkirchen zurückgekehrt,
die Bühne des Lebens ebenso verlassen
müssen. Ihm folgte der Borussen-Leo,
der noch im selben Monat verstarb und
eine große Lücke nicht nur im Verein,
sondern auch in der Stadt hinterließ. Vielleicht
widmeten die Borussen den grandiosen
Sieg im Obersteiner „Haag“ den beiden
Verstorbenen – jedenfalls versetzten die
„Idar-Killer“ ihren mit 1.000 Fans stattlichen
Anhang unter den über 2.000 Zuschauern
in helle Begeisterung. Schon zur Pause
hatten Jens Kiefer (mit einem verwandelten
Elfmeter) und Markus Hummel das
Signal auf Grün gestellt, nach dem Seitenwechsel
erhöhte ein immer unaufhaltsam
werdender Marek Wosnitza mit zwei
weiteren Treffern das Resultat auf 4:0 –
Borussia war jetzt bis auf drei Punkte auf
den Platz an der Sonne herangerückt.
Sechs Spieltage vor Rundenende war wieder
alles drin! Die Saisonrekordkulisse von
Doch Borussia sagenhafte Serie von
17 Spielen ohne Niederlage wurde auf den
Höhen des Westerwalds abrupt gestoppt.
Zwar waren die Ellenfelder im ersten Durchgang
klar spielbestimmend und vergaben
gute Torgelegenheiten, gerieten aber unmittelbar
nach der Pause durch einen
Konter in Rückstand, waren danach wie
gelähmt und kamen durch Marco Emich
kurz vor Schluss lediglich zum 1:3-Ehrentreffer.
„Die Kräfte schwinden und es fehlt
ein Goalgetter“, so die Resonanz. Aber
nach einem 4:1 gegen Betzdorf und einem
hart erkämpften 2:1 in der Eifel beim SV
Prüm bestanden immer noch Aussichten
auf den Titel. Die zerplatzten jedoch nach
einem 2:2 in Pfeddersheim am vorletzten
Spieltag wie Seifenblasen – vier Punkte
Rückstand waren im letzten Saisonspiel
gegen die um den Klassenerhalt kämpfende
Hassia aus Bingen nun nicht mehr aufzuholen.
Dennoch ließ sich Borussia nicht
hängen, schließlich wollte man sich im Abstiegskampf
keine Wettbewerbsverzerrung
nachsagen lassen. Nach dem 2:1 bedachten
immerhin noch 600 Fans die Mannschaft
und Werner Weiß mit minutenlangem
Applaus. „Es war beeindruckend zu erleben,
wie wir verabschiedet worden sind. Wir
haben eine tolle Runde gespielt. Die Jungs
haben das umgesetzt, was ich von ihnen
verlangt habe. So konnten wir mit unserem
Fußball die Menschen wieder begeistern.
Fußballerisch und charakterlich kann ich
meinem Nachfolger eine absolut intakte
Truppe hinterlassen“, zog Werner Weiß mit
einer „Träne im Knopfloch“ Bilanz, schließlich
hatte der Trainer mit seiner Mannschaft
in nur achtmonatiger Tätigkeit dank
» Jens Kiefer. » Torjäger Marek Wosnitza.
» Mittelfeldchef Gerhard Wollner.
BORUSSIA NEUNKIRCHEN VEREINSGESCHICHTE
25
sehenswertem Angriffsfußball die Herzen
der Neunkircher Fußballfreunde im Sturm
erobert. Platz 3, mit 73 Treffern nach Idar-
Oberstein (74) und Eisbachtal (77) die drittbeste
Offensive, im heimischen Ellenfeld
unbesiegt geblieben, sowohl bei Meister FK
Pirmasens (1:0) und beim Vize SC Idar-Oberstein
„zu null“ (4:0) gewonnen – all das spricht
eine klare Sprache. Mit der Borussia durfte
jetzt auch in der kommenden Spielzeit zu
rechnen sein!
» Kapitän Markus Hummel. » Der fliegende Ewald Bucher.
» Marco Schmit.
» Adiele Echendu. » Der kopfballstarke Ralph Flausse.
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26 GT MASTERS CARRIE SCHREINER
präsentiert von
CARRIE SCHREINER
GREIFT 2026 WIEDER
INTERNATIONAL AN
Sie stellt die Weichen für ein anspruchsvolles Rennjahr 2026 und kehrt zurück auf die große internationale Bühne.
CARRIE SCHREINER GT MASTERS
27
Nach zwei Jahren in der F1 Academy im
Umfeld der Formel 1 sowie einer Saison
im ADAC GT Masters wartet nun die
nächste sportliche Herausforderung: Die
27-jährige Saarländerin startet in der GT
World Challenge Europe (GTWC Europe),
die neben der DTM zu den stärksten GT-
Serien weltweit zählt.
Dass Schreiner diesen Schritt geht, ist kein
Zufall. In den vergangenen Jahren hat sie
immer wieder bewiesen, wozu sie mit ihrem
Willen, ihrem Ehrgeiz und ihrem Können
imstande ist. Zielstrebig und mit einem hohen
Anspruch an sich selbst arbeitet sie
konsequent daran, sich auf höchstem
Niveau weiterzuentwickeln – Eigenschaften,
die in einem der härtesten GT-Felder Europas
entscheidend sein können.
» Audi R8 LMS Gt3 evo ll
Insgesamt stehen neun Rennwochenenden
auf dem Programm. Dabei teilt sich die
Meisterschaft in zwei Formate auf: fünf Veranstaltungen
im Endurance Cup mit Langstreckenrennen
sowie vier Wochenenden
im Sprint Cup, an denen jeweils zwei kurze
Rennen gefahren werden. Austragungsorte
sind ausschließlich aktuelle oder ehemalige
Formel-1-Strecken in ganz Europa. Ein besonderes
Highlight der Saison ist das legendäre
24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps
– das größte GT3-Rennen der Welt
und eines der prestigeträchtigsten Events
im Motorsportkalender.
Schreiner wird für das deutsche Team Tresor
Attempto Racing an den Start gehen.
Der Rennstall zählt zu den etablierten Größen
in der Serie und konnte 2023 den Gesamtsieg
im Sprint Cup feiern. Unter der
Leitung von Teamchef Arkin Aka setzt das
Team mehrere Audi R8 LMS GT3 evo II ein.
Während im Endurance Cup drei Fahrer ein
Auto teilen, wird im Sprint Cup im Zweierteam
gefahren. Das vollständige Fahrer-
Line-up soll zu einem späteren Zeitpunkt
bekannt gegeben werden. Zur Vorbereitung
auf die neue Saison sammelt Schreiner erneut
Rennkilometer in der GT Winter Series.
Geplant sind Einsätze im Februar in Portimão
(Portugal) sowie im März in Aragón
(Spanien). Der offizielle Startschuss zur GT
World Challenge Europe fällt im April auf
dem Circuit Paul Ricard nahe Marseille.
Auch die Nürburgring-Nordschleife bleibt
ein fester Bestandteil ihres Rennprogramms.
Neben dem traditionsreichen
24-Stunden-Rennen stehen mehrere Läufe
der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS)
auf dem Plan. Ihr „Girls only Team by WS
Racing“ setzt dabei erstmals auf einen Porsche
992 Cup. Trotz des dichten Rennkalenders
bleibt Schreiner weiterhin eng mit der
Formel-1-Welt verbunden. Sie wird das Audi
Revolut F1 Team unterstützen – unter anderem
als Mentorin in der F1 Academy sowie
bei ausgewählten Formel-1-Rennen im Kontakt
mit Fans und Partnern.
„2026 wird für mich ein herausforderndes
Jahr und ein weiterer wichtiger Karriereschritt.
In der GT World Challenge wollen wir
in unserer Klasse vorne mitfahren – bei teilweise
über 50 Autos im Feld wird das knallhartes
Racing. Zudem ist ein Großteil der
besten GT-Fahrer der Welt am Start. Ich
freue mich, nach meinen ersten Tests im
Lamborghini Super Trofeo vor über acht
Jahren wieder bei Tresor Attempto Racing
zu fahren, und bedanke mich bei der gesamten
Audi-Revolut-F1 Team Familie für das in
mich gesetzte Vertrauen. Ich werde alles
geben.“
28 GT MASTERS CARRIE SCHREINER
präsentiert von
Kick & Kult: Wie geht es dir aktuell?
Schreiner: Mir geht es gut und ich freue
mich natürlich sehr auf den kommenden
Sommer, die Motivation ist definitiv da – das
ist super wichtig. Auf der anderen Seite waren
die letzten Wochen extrem anstrengend
und fordernd. Je näher es auf diesen einen
Punkt zugeht, desto mehr Dinge müssen
geregelt werden: Partner finalisieren, letzte
Verträge abschließen, ständig neue Probleme,
um die man sich kümmern muss. Das
alles passiert neben der sportlichen Vorbereitung.
Dazu kommen Interviews – oft
ein oder zwei pro Tag. Am Ende bleibt die
Erholung leider häufig auf der Strecke. Und
dann fühlt sich ein Tag auch mal nicht richtig
stimmig an.
Kick & Kult: Das kann man sich gut
vorstellen. Wie hast du denn über die
Weihnachtsfeiertage abgeschaltet?
Konntest du wirklich runterfahren?
Schreiner: Gerade vor Weihnachten war ich
noch viel unterwegs, weil wir mit vielen Patnern
Termine hatten. Über die Feiertage waren
wir dann im Urlaub auf Gran Canaria – das
war zwar schön, aber so richtig entspannt
war es trotzdem nicht. Man ist ständig am
Planen, spricht mit den Teams, organisiert
Dinge im Hintergrund. Es war also Urlaub, ja
– aber erholt habe ich mich danach ehrlich
gesagt nicht wirklich gefühlt. Danach bin ich
erst mal krank geworden (lacht).
Kick & Kult: Von außen wirkt das
Leben im Motorsport oft perfekt.
Schreiner: Ja, das ist Jammern auf hohem
Niveau, das ist mir schon bewusst. Von außen
sieht es immer so aus, als wäre alles
perfekt, als hätte man keine Probleme und
würde ständig in der Sonne liegen. Aber das
ist eben nicht die ganze Wahrheit.
Kick & Kult: 2026 geht es für dich
international weiter. Was bedeutet dir
der Schritt in die GT World Challenge
Europe persönlich?
Schreiner: Ehrlich gesagt hatte ich immer
großen Respekt vor dieser Serie. Sie war
lange Zeit einfach nicht realistisch für mich
– weder vom Niveau noch von den Möglichkeiten
her. Dann kam plötzlich dieses wirklich
starke Angebot. Und auf einmal war es
real, dass ich dort fahren kann. Wir haben
natürlich auch überlegt, in der GT Masters
weiterzumachen, dafür gab es ebenfalls Angebote.
Aber mein Bauchgefühl hat ganz
klar gesagt: Ich muss das jetzt machen. Es
schadet auch nicht, noch einmal in ein neues
Umfeld zu kommen – frischer Wind, eine
andere Serie, ein anderer Stil. Das hat sich
einfach richtig angefühlt. Natürlich ist es
immer ein Risiko, man weiß nie genau, was
einen erwartet. Letztes Jahr dachte ich
auch, dass alles passt – und am Ende war es
eine meiner schwierigsten Saisons. Deswegen
ist man im Nachhinein immer schlauer.
Kick & Kult: Letztes Jahr hattest du
aber auch extrem viel Pech, oder?
Schreiner: Ja, da ist einfach alles zusammengekommen.
Wie man so schön sagt:
Wenn es läuft, dann läuft’s – und wenn nicht,
dann eben auch. Das klingt blöd, aber es ist
tatsächlich so.
Kick & Kult: Du fährst 2026 für das
Tresor Attempto Racing Team. Wie kam
der Kontakt zustande – und warum
passt dieses Team so gut zu dir?
Schreiner: Ich kenne das Team tatsächlich
schon ziemlich lange. Meine ersten GT3-
Tests habe ich damals bei Attempto gemacht,
noch bevor ich regelmäßig GT3 gefahren
bin. Das war in der Super Trophy (ein
Lamborghini Markenpokal ) da war ich gerade
einmal 18 Jahre alt. Ich habe dort meine
ersten Kilometer im GT-Auto gesammelt,
war noch sehr jung – und man ist einfach
immer ein bisschen in Kontakt geblieben.
Danach haben sich unsere Wege sportlich
in unterschiedliche Richtungen entwickelt.
Irgendwann hat dann der Teamchef meinen
Vater angerufen und gefragt, wie unsere
Pläne für dieses Jahr aussehen. Er hatte
das Gefühl, dass das ein sehr gutes Gesamtpaket
für uns sein könnte – und so kam das
Ganze ins Rollen. Grundsätzlich sind wir mit
allen Teams, für die ich bisher gefahren bin,
im Guten auseinandergegangen. Es gibt
keine abgerissenen Brücken, keinen Streit.
Das ist im Motorsport nicht selbstverständlich,
aber umso schöner.
Kick & Kult: Das absolute Highlight ist
natürlich das 24-Stunden-Rennen von
Spa. Wie groß ist die Vorfreude – und was
wäre für dich dort ein gutes Ergebnis?
Schreiner: Im Moment habe ich ehrlich gesagt
extrem viel Respekt davor. Ich denke
da gar nicht an ein konkretes Ergebnis. Allein
dieses Rennen zu fahren und ins Ziel zu
kommen, ist für mich schon ein riesiger Ansporn.
Spa ist für mich das härteste Rennen
der Welt. Nachts in diesen Autos zu fahren,
ist brutal. Davor habe ich wirklich großen
Respekt. Ich habe mir bewusst kein Ziel gesetzt,
außer das Rennen gut durchzuhalten
und eine saubere Leistung zu zeigen. Gerade
bei einem 24-Stunden-Rennen geht es
viel mehr darum, keine Fehler zu machen,
konstant zu bleiben und ins Ziel zu kommen.
Alles andere ergibt sich dann von selbst.
Kick & Kult: Zusätzlich bist du weiterhin
im Formel-1-Umfeld aktiv, unter
anderem auch als Mentorin. Was
nimmst du aus dieser Rolle mit – und
inwiefern hilft dir das auch persönlich
als Rennfahrerin?
Schreiner: Nachdem ich 2024 in der F1
Academy gefahren bin, war ich fast ein bisschen
traurig bei dem Gedanken, dass meine
Zeit im Formel-1-Umfeld jetzt einfach vorbei
sein könnte. Ich hatte das Gefühl, mir dort
etwas aufgebaut zu haben – und auf einmal
wäre dieses Kapitel abgeschlossen gewesen.
Deshalb war es ein riesiger Schritt für
mich, als das Team auf mich zukam und gesagt
hat: Wir wollen dich weiterhin dabeihaben.
Du bist ein echter Mehrwert für uns.
Wir brauchen dich, um das Team in verschiedenen
Bereichen zu unterstützen. Das
macht mich natürlich stolz. Für mein persönliches
Standing und auch für mein
Selbstwertgefühl war das enorm wichtig.
Diese Wertschätzung ist im Motorsport –
und generell im Leben – nicht selbstverständlich.
Gerade deshalb bedeutet mir
diese Rolle sehr viel.
Kick & Kult: Was ist dein persönliches
Ziel für 2026?
Schreiner: Ganz klar: Ich will mich immer
weiterentwickeln. Gerade im vergangenen
Jahr haben die Ergebnisse nicht das widergespiegelt,
wozu ich eigentlich in der Lage
bin. Aber auch aus dieser schwierigen Saison
habe ich extrem viel mitgenommen und
mich weiterentwickelt. Genau das möchte
ich 2026 auf der Strecke zeigen. Natürlich
ist es auch ein Ziel, den einen oder anderen
Pokal mit nach Hause zu nehmen und das
Maximum aus dieser Saison herauszuholen.
Das Team und ich werden jedenfalls wieder
alles reinwerfen.
T. Nelz Team Carrie Schreiner
Die Erfolgsgeschichte von DONIC-Spielern
Weltmeistertitel
Olympische Medaillen
Europameistertitel
www.donic.com
30 HAND AUF‘S HERZ WERNER HANSCH
präsentiert von
HAND
HERZ!
AUF'S
„Wäre das
Dschungelcamp
grundsätzlich auch
etwas für Sie?“
Werner Hansch (*16. August 1938 in
Recklinghausen) ist eine Legende des
deutschen Sportjournalismus. Reinhold
Beckmann nannte ihn einst liebevoll den
„König der Aphorismen“. Doch vor allem
war Hansch eine Stimme, die zum Fußballabend
gehörte wie die Protagonisten
auf dem Platz selbst. Wenn Lothar Matthäus,
Oliver Kahn oder andere Stars der
Weltklasse aufliefen, war es oft Werner
Hansch, der diesen Momenten Bedeutung
verlieh. Seine Stimme war Teil des Spiels
– so selbstverständlich wie die großen Namen,
die großen Vereine und die Spitzenteams
dieser Welt. Der gebürtige Recklinghäuser
liebte es, live on air mit
Sprache Atmosphäre zu schaffen und die
Kopfmaschine der Zuschauer zum Rattern
zu bringen. Seit den 1990er-Jahren
war Werner Hansch im Fernsehen und
Rundfunk zu Hause und berichtete mit
Leidenschaft über nationale und internationale
Wettbewerbe. Er kommentierte
nicht nur Fußball – er hob ihn auf eine
neue Ebene, indem er Emotion, Analyse
und Sprachkunst miteinander verband.
WERNER HANSCH HAND AUF‘S HERZ
31
Seine besondere Stärke war nie allein die
taktische Einordnung, sondern die Fähigkeit,
Situationen in Worte zu fassen, die
sich einbrannten – humorvoll, bissig und oft
überraschend philosophisch. Zu seinen unvergessenen
Kommentaren zählen unter
anderem:
„Das Schweigen der Belämmerten.“
„Wer hinten so offen ist, kann nicht
ganz dicht sein.“
„Nein, liebe Zuschauer, das ist keine
Zeitlupe, der läuft wirklich so
langsam.“
„Es war ein Sandwichspiel. Ein frühes
und ein spätes Tor, dazwischen viel
Gehacktes.“
„Wir stellen Fragen, ohne uns durch
die Antworten irritieren zu lassen.“
Hansch prägte Generationen von Fußballfans
zunächst als Hörfunkreporter beim
WDR, später als Fernsehkommentator der
ARD-Sportschau und bei Sat.1. Seine Stimme
begleitete große Bundesliga-Abende
ebenso wie internationale Europapokalnächte.
Parallel dazu war er auch abseits
des Spielfelds präsent – unter anderem in
Filmproduktionen wie Kleine Haie, Rennschwein
Rudi Rüssel oder Der Ball ist verdammt
rund.
Für seine journalistische Arbeit wurde Werner
Hansch mehrfach ausgezeichnet. 1997
erhielt er sowohl den Goldenen Löwen von
RTL als auch den Telestar von ARD und ZDF
– Auszeichnungen für einen Reporter, der
den Sport nicht nur kommentierte, sondern
ihn emotional formte. Doch hinter der schillernden
Karriere verbarg sich ab seinem 65.
Lebensjahr auch eine persönliche Krise. Als
Hansch pensioniert wurde, hatte er zu viel
Zeit und zu viel Geld, aber keine Beschäftigung
für den neuen Lebensabschnitt als
Rentner. Über Jahre hinweg verfiel Hansch
der Spielsucht und verlor einen Großteil
seines Vermögens. Nach dem offenen Umgang
mit seinem Absturz und der erfolgreichen
Überwindung dieser Phase durch
Therapie zog er einen konsequenten
Schlussstrich: Er arbeitete als ehrenamtlicher
Botschafter des Fachverbands Glücksspielsucht
und gründete wenig später gemeinsam
mit einem Anwalt das Start-up
Zockerhelden.de, das Betroffenen hilft,
Verluste aus illegalem Online-Glücksspiel
ohne finanzielles Risiko – mittels eines Prozessfinanzierers
– und bis zu zehn Jahre
rückwirkend zurückzufordern. Seit dem
Auftritt in Die Höhle der Löwen auf VOX
gehört das Start-up zu den Marktführern
der Branche. Zugleich versteht sich das
Projekt als klare Warnung vor den Gefahren
von Sportwetten, Online-Poker und Online-
Casinos – ein Thema, über das Hansch heute
offen, glaubwürdig und mit großer Verantwortung
spricht.
Werner Hansch steht damit nicht nur für
unvergessene Fußballzitate und große
Reporter-Momente, sondern für eine
Stimme, die Fußballgeschichte mitgeschrieben
hat – und für einen bemerkenswerten
Neuanfang abseits des Spielfelds.
32 HAND AUF‘S HERZ WERNER HANSCH
präsentiert von
Kick & Kult: Wenn Sie heute ein großes
Spiel sehen – Champions League oder
Bundesliga-Topspiel –, was interessiert
Sie zuerst: die Taktik auf dem Platz oder
die Geschichte, die ein Spiel erzählt?
Werner Hansch: Ganz klar die Taktik. Diese
bestimmt den Verlauf des Spiels und ist somit
für mich entscheidend. Mit der falschen
Taktik kann ein Spiel ganz schnell kippen.
Kick & Kult: Sie haben eine Ära mitgeprägt,
in der Spieler wie Matthäus,
Kahn, Zidane oder Ronaldo und die
besten Teams der Welt den Fußball
bestimmten. Gibt es einen Fußballabend,
der für Sie bis heute sinnbildlich
für diese Zeit steht?
Werner Hansch: Ja, das Champions-
League-Finale des BVB 1997. Dank der
Unterstützung des Juventus-Trainers Lippi,
der zuvor gesagt hatte, dass es einfacher
wäre, die Champions League gegen den
BVB zu gewinnen, als italienischer Meister
zu werden. Den Presseausschnitt dieses
Interviews hat Gerd Niebaum dann in der
Kabine des BVB aufgehängt – mit entsprechendem
Erfolg, wie man heute weiß. Der
BVB war dadurch heiß wie Frittenfett. Ein
toller Schachzug von Gerd Niebaum.
Kick & Kult: Wenn Sie an Ihre Zeit als
Kommentator zurückdenken: Gibt es
einen Moment, der Ihnen spontan ein
Schmunzeln ins Gesicht zaubert oder
bei dem Sie heute noch denken:
Mensch, das war was?
Werner Hansch: Natürlich. Da denke ich
sofort an mein erstes Fußballspiel 1973, das
ich mit 35 Jahren in der Glückauf-Kampfbahn
in Gelsenkirchen erlebt habe: Schalke
04 gegen den FC Bayern München. Ich
musste den eigentlichen Stadionsprecher
aufgrund eines Brandes auf der Trabrennbahn
vertreten und hatte null Ahnung von
Fußball. Entsprechend kündigte ich den
Torwart der Schalker mit der „Startnummer 1“
an, weil ich es einfach nicht anders von der
Trabrennbahn kannte. Ich wäre am liebsten
im Erdboden versunken und wollte nie wieder
in ein Fußballstadion.
Kick & Kult: Wenn Sie die drei größten
Spiele nennen müssten, die Sie
kommentiert haben – welche wären
das? Oder ist eine solche Auswahl
eigentlich gar nicht möglich?
Werner Hansch: Mein allererstes Spiel als
Kommentator für den WDR-Hörfunk 1978:
Preußen Münster gegen Bayer 04 Leverkusen
– mit vier roten Karten, aber ohne
Tore. Das Fußball-WM-Finale 1990, als
Beckenbauer nach dem Sieg einsam über
den Rasen schlenderte. Das UEFA-Pokal-
Endspiel am 21.05.1997 von Schalke 04.
Kick & Kult: Das UEFA-Cup-Finale 1997
zwischen dem FC Schalke 04 und Inter
Mailand brachte Ihnen den „Goldenen
Löwen“ ein. Was hat dieses Spiel – abgesehen
davon, dass es ein Finale war
– für Sie so besonders gemacht?
Werner Hansch: Es war für mich besonders,
weil es im Elfmeterschießen entschieden
wurde und ich mich sehr gewundert
hatte, dass Huub Stevens als ersten Schützen
Ingo Anderbrügge nominiert hatte. Ingo
hatte zuvor in der Bundesliga zwei Elfmeter
verschossen und sollte nun vorangehen und
vorlegen. Der Ausgang ist ja bekannt
(Anm. d. Red.: Anderbrügge trifft, Schalke
gewinnt). Das war ganz klar der Höhepunkt
meiner Kommentatoren-Karriere.
Kick & Kult: Der Fußball hat sich stark
verändert – höheres Tempo, extreme
Vermarktung, dauernde Präsenz. Wird
der Fußball dadurch besser oder geht
etwas verloren, das Ihnen früher
wichtig war?
Werner Hansch: Für mich geht beim Fußball
etwas ganz Entscheidendes verloren, da
sich der Fußball an die Sportwetten-
Industrie verkauft hat. Diese Blutsauger
haben es durch ihre aggressive Werbung
geschafft, als Teil des Fußballs wahrgenommen
zu werden. Schon die Kleinsten
wachsen mit Tipico-&-Co.-Werbung auf und
werden nahezu überall damit konfrontiert.
Da muss man sich nicht wundern, dass wir
so viele Spielsüchtige in Deutschland haben.
1,3 Millionen Deutsche sind laut Glücksspielatlas
2021 glücksspielsüchtig und 3,3 Millionen
zeigen ein riskantes Glücksspielverhalten.
Dagegen stehen 1,4 Milliarden €
Umsatz legaler Sportwettenanbieter in 2022
(Bruttospielerträge) und 0,9 Milliarden €
Umsatz legaler Online-Pokeranbieter und
Online-Casinos 2022 (Bruttospielerträge).
Kick & Kult: Sie gehen heute sehr offen
mit Ihrer Spielsucht um und möchten
anderen Betroffenen helfen. Wann
haben Sie für sich erkannt, dass ein
Punkt erreicht war, an dem es so nicht
mehr weitergehen konnte?
Werner Hansch: Als mich Wolfgang Bosbach,
bei dem ich mir ebenfalls – wie von so
vielen anderen auch – mit fadenscheinigen
Ausreden Geld gepumpt hatte, angezeigt
hat und die Medien darüber berichteten. Da
hat es klick gemacht und ich wusste: So
geht es nicht weiter. Ich outete mich,
begann eine Therapie und besuchte eine
Selbsthilfegruppe. Wolfgang Bosbach bin
ich heute für diese Anzeige sehr dankbar.
Sie hat mich quasi wieder auf den richtigen
Weg gebracht, und wir beide haben wieder
ein tolles Verhältnis.
Kick & Kult: Worum genau geht es bei
Zockerhelden und was hat Sie persönlich
dazu bewogen, dieses Projekt ins
Leben zu rufen?
Werner Hansch: Ich habe 2023 Zockerhelden
nach meiner Therapie gemeinsam
mit Rechtsanwalt Marc Ellerbrock, Rechtsund
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht,
gegründet. Unser Start-up ist auf die
Rückholung von Glücksspielverlusten von
Online-Casino-, Sportwetten- und Pokeranbietern
spezialisiert. Vor dem Inkrafttreten
des neuen Glücksspielstaatsvertrages
am 01.07.2021 war Online-Glücksspiel
in Deutschland generell – bis auf ganz
wenige Ausnahmen – verboten. Fast alle
Online-Casinos, Sportwetten- und Pokeranbieter
in Deutschland waren illegal, da
sie über keine gültige Lizenz für Deutschland
verfügten und deswegen Einzahlungen
von deutschen Spieler*innen niemals
hätten annehmen dürfen. Aus diesem
Grund kann man erlittene Glücksspielverluste
zehn Jahre rückwirkend und auf
Wunsch ohne Kostenrisiko – rein erfolgsbasiert
mittels unabhängigem Prozessfinanzierer
– zurückholen. Wir haben eine
Erfolgsquote von über 95 % und gehören
seit unserem Auftritt 2024 in „Die Höhle
der Löwen“ auf VOX zu den Top-3-An bietern
in Deutschland und Österreich. Mehr als
1.500 Verfahren haben wir inzwischen für
unsere Mandanten durchgeführt und sind
der einzige Anbieter auf dem Markt, der
von einem ehemals Glücksspielsüch tigen
gegründet wurde. Wir wissen also ganz
genau, wie sich die Betroffenen fühlen und
was sie durchmachen. Ich gebe diesen oft
Tipps und halte Präventionsvorträge in
Schulen, Unis, öffentlichen Institutionen
und Unternehmen.
WERNER HANSCH HAND AUF‘S HERZ
33
Kick & Kult: Würden Sie heute sagen,
dass es für jedermann zu leicht ist, am
Online-Glücksspiel teilzunehmen?
Werner Hansch: Absolut. Man kann durch
Smartphones immer und überall Online-
Glücksspiel betreiben. Das ist immer präsent
– egal ob auf der Arbeit oder abends
auf der Couch. Wer spielen will, der hat
überall die Möglichkeit dazu. Die Hemmschwelle
ist extrem niedrig. Leider funktionieren
auch die staatlich fixierten Einzahlungslimits
(1.000 €) pro Monat nicht
wirklich, da sich ein Großteil der Anbieter
nicht daran hält. Auch in diesem Fall kann
man die Verluste übrigens problemlos von
den Glücksspielanbietern zurückholen.
Kick & Kult: Gehen Sie heute noch
regelmäßig live ins Stadion – und
erleben Sie Fußball dort anders als
früher vom Kommentatorenplatz aus?
Werner Hansch: Nein, ich gehe nicht mehr
oft ins Stadion. Wichtige Spiele schaue ich
mir im TV an. Und wenn ich dann doch mal
da bin, kommen viele Erinnerungen an
meine aktive Zeit hoch. Es war eine wunderbare
Zeit.
Kick & Kult: Wie schätzen Sie die
Chancen der deutschen Nationalmannschaft
bei der Weltmeisterschaft
im Sommer ein?
Werner Hansch: Es ist noch ein weiter Weg.
Ich bin da nicht ganz so optimistisch, aber
das Halbfinale sollte, wenn alles optimal
läuft, drin sein. Das wäre schon ein großer
Erfolg für Julian Nagelsmann.
Kick & Kult: Neben dem Fußball: Mit
welcher Sportart kann man Sie heute
noch begeistern – als Zuschauer oder
vielleicht sogar aktiv?
Werner Hansch: Ich habe selbst lange
Tennis gespielt und schaue viel Tennis.
Leider bin ich inzwischen in einem Alter,
in dem man nicht mehr selbst auf dem
Tennisplatz steht. Auch Snooker interessiert
mich sehr.
Kick & Kult: Welches Buch sollte man
Ihrer Meinung nach auf jeden Fall
einmal gelesen haben?
Werner Hansch: „Hitlers Komplizen“ von
Richard J. Evans. Bedingt durch meinen
» Werner Hansch
Vater, der im KZ war, interessiert mich dies
sehr.
Kick & Kult: 2020 nahmen Sie am
TV-Format Promi Big Brother teil und
gewannen die Staffel. Konnten Sie aus
dem Format etwas für sich mitnehmen
oder positive Erfahrungen daraus
ziehen?
Werner Hansch: Ja, mein Outing bei Promi
Big Brother war die Grundlage meiner
erfolgreichen Therapie. Man kann diese
Krankheit nur besiegen, wenn man seinen
ganzen Mut zusammennimmt, sich einer
Person anvertraut und seine Sucht beichtet.
Da fallen dann direkt riesige Steine von
einem ab, weil man danach quasi nicht
mehr lügen kann. In meinem Fall war es ein
Millionenpublikum bei Promi Big Brother.
Damit habe ich tabula rasa gemacht und
ganz Deutschland meine Sucht gebeichtet.
Für mich war das wichtig, da ich so wirklich
nicht mehr im Zeitalter von Smartphones
in ein Wettbüro gehen konnte. Mich hätte
ja nur jemand fotografieren oder filmen
müssen. Damit habe ich mich quasi selbst
positiv unter Druck gesetzt, mich diesem
Drang zu widersetzen. Seit 2020 bin ich
inzwischen „clean“. Darüber hinaus konnte
ich mit der Gage und der 100.000 €-
Siegprämie meine Schulden zu einem
großen Teil tilgen. Das hat mir natürlich
auch wahnsinnig in die Karten gespielt.
Leider ließen sich meine verspielten ca.
600.000 € an eigenem Vermögen nicht
zurückholen, da ich auf Pferde gesetzt
habe – und Pferdewetten sind leider legal.
Da haben es Betroffene von Online-Glücksspiel
also deutlich besser. Holt euch euer
Geld zehn Jahre rückwirkend zurück.
Worauf wartet ihr noch? Ihr habt doch null
Risiko, da der Prozessfinanzierer das Risiko
trägt.
Kick & Kult: Wäre das Dschungelcamp
grundsätzlich auch etwas für Sie?
Werner Hansch: Ich hatte damals befürchtet,
dass mein Agent mir das anbietet.
Wahrscheinlich hätte ich das auch gemacht.
Was blieb mir anderes übrig in meiner Situation?
Gott sei Dank kam er aber dann mit
Promi Big Brother um die Ecke. Und man
kann sagen, dass dieses Format mein
Leben definitiv zum Positiven verändert
hat. Heute käme das Dschungelcamp für
mich nicht mehr infrage.
Kick & Kult: Herr Hansch, vielen
herz lichen Dank für das Gespräch!
T. Nelz Marc Rehbeck Photographie
34 HANDBALL HG SAARLOUIS
präsentiert von
KONSTANZ, HEIMSTÄRKE
UND EIN SCHMERZHAFTER
EINSCHNITT
Starker Jahresauftakt, beeindruckende Konstanz – und ein schwerer Rückschlag.
Siebenmeter und sicherte zwei „Big Points“.
Mit Rückenwind aus Köln präsentierte sich
die HG Saarlouis anschließend auch in eigener
Halle souverän. Gegen den Aufsteiger
aus Münster zeigte das Team von Cheftrainer
Jörg Lützelberger vor über 1300
Zuschauern in der Stadtgartenhalle eine
ihrer reifsten Saisonleistungen. Tempo,
Spielkontrolle und defensive Stabilität
waren die Grundlage für einen ungefährdeten
Heimsieg, der zusätzlich dadurch
aufgewertet wurde, dass direkte Verfolger
in der Tabelle Punkte liegen ließen.
Auch auswärts setzte Saarlouis ein weiteres
Ausrufezeichen. Beim 32:23-Erfolg in
Düsseldorf-Ratingen überzeugte die
Mannschaft trotz des krankheitsbedingten
Ausfalls von Top-Torschütze Yves Kunkel
mit Variabilität im Angriff und großer
Konsequenz in der Defensive. Torhüter
Michel Fiedler erwischte einen herausragenden
Tag, entschärfte vier Siebenmeter
und gab dem Spiel früh eine klare
Richtung. Auf fällig war zudem das verbesserte
Zusammenspiel mit dem Kreis, das
immer wieder zu einfachen Toren führte.
» Tom Paetow beim Torabschluss.
Der Start ins Handballjahr 2026 hätte
für die HG Saarlouis sportlich kaum
besser verlaufen können. Mit vier Siegen
aus vier Spielen, einer weiterhin makellosen
Heimbilanz und reifen Auftritten in
fremden Hallen festigte der Tabellenführer
seine Position in der 3. Liga Südwest.
Gleichzeitig zeigte dieser Monat
aber auch die andere Seite des Leistungssports
– mit einer schweren Verletzung,
die Mannschaft und Umfeld gleichermaßen
traf.
Gleich zum Rückrundenauftakt wartete mit
dem Longericher SC Köln eine anspruchsvolle
Aufgabe. Vor 420 Zuschauern entwickelte
sich der erwartete intensive
Schlagabtausch, in dem sich Saarlouis vor
allem auf seine Torhüter verlassen konnte.
Daniel Schlingmann, Finn Zecher und
Michel Fiedler kamen gemeinsam auf
21 Paraden. Symbolisch für den knappen,
aber enorm wichtigen 30:29-Erfolg stand
der letzte Wurf der Partie: Michel Fiedler
parierte nach der Schlusssirene einen
Den zehnten Heimsieg im zehnten Spiel
feierte die HG Saarlouis schließlich gegen
die Bundesliga-Reserve der MT Melsungen.
Beim 34:25 zeigte das Team Geduld und
Nervenstärke. Nach einer ausgeglichenen
ersten Hälfte sorgte eine dominante Phase
zwischen der 40. und 52. Minute für die
Entscheidung, als die Gäste torlos blieben
und Saarlouis sich entscheidend absetzte.
Kapitän Tom Paetow übernahm Verantwortung,
Nachwuchsspieler fügten sich nahtlos
ein – ein weiteres Zeichen für die mannschaftliche
Geschlossenheit. Überschattet
wurde der sportlich starke Monat jedoch
von der schweren Schulterverletzung von
HG SAARLOUIS HANDBALL
35
Hubert Kornecki. Der Rückraumspieler verletzte
sich im Heimspiel gegen Friesenheim-Hochdorf
schwer, musste operiert
werden und fällt für den Rest der Saison
aus. Ein herber Verlust – nicht nur sportlich,
sondern auch menschlich. Umso deutlicher
zeigte sich in diesen Tagen der Zusammenhalt
innerhalb der Mannschaft und im gesamten
Vereinsumfeld.
So bleibt dieser Monat als Phase großer
Konstanz und beeindruckender Heimstärke
in Erinnerung, aber auch als Moment, der
zeigt, wie wichtig Charakter, Geschlossenheit
und gegenseitige Unterstützung sind.
Mit gefestigter Tabellenführung und klaren
Zielen richtet die HG Saarlouis den Blick
nun nach vorn – entschlossen, den erfolgreichen
Weg gemeinsam fortzusetzen.
» Hubert Kornecki muss verletzt vom Feld: Saisonaus.
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36 BOXEN JÜRGEN DOBERSTEIN
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GRÖSSTEN KAMPF
SEINER KARRIERE
Der Abend beginnt mit einem besonderen Moment: der Filmpremiere über das Leben von Jürgen Doberstein.
» Am 21.02.26 geht es für Doberstein und Dibombe um‘s Ganze.
Gezeigt werden Bilder und Szenen aus
verschiedenen Stationen seines Weges –
vom jungen, ehrgeizigen Kämpfer bis hin
zum gestandenen Profi. Schon früh wird
deutlich, wie zielstrebig und kompromisslos
Doberstein damals bereits war.
Gleichzeitig fehlt auch in den frühen Aufnahmen
nicht das, was ihn bis heute ausmacht:
eine gesunde Portion Humor und
eine Art, die ihn trotz aller Härte im
Sport nahbar bleiben lässt.
Zehn Jahre Doberstein – ein Blick hinter
die Fassade des Champions
Die Filmteams von Save Pictures und Back
to Films begleiteten Doberstein über einen
Zeitraum von zehn Jahren – beruflich wie
privat. Entstanden ist ein intensives Porträt
eines Spitzenathleten, der sich mit Disziplin,
Mut und unerschütterlichem Willen an die
Spitze des Profiboxens gekämpft hat. Der
Film zeigt nicht nur die großen Siege,
sondern auch die Schattenseiten des
Sports: harte Trainingseinheiten, Verletzungen,
Rückschläge und Comebacks.
Besonders eindrucksvoll sind die Einblicke
in die innere Welt des Boxers – von prägenden
Erlebnissen in jungen Jahren über erste
Kämpfe bis hin zum Profizirkus mit all
seinem Druck, der Öffentlichkeit, Loyalitäten
und Freundschaften. Regie führte
Roman Redzimski, der Doberstein nicht
auf Erfolge reduziert, sondern ihn als
Persönlichkeit mit klarer Linie zeigt.
JÜRGEN DOBERSTEIN BOXEN
37
Doberstein selbst sagt dazu: „Die Kamera
hat mir mehr gezeigt als die Kämpfe: mein
Innenleben, meine Wünsche, meine Ängste
und meine Träume.“
Saar-Sportler des Jahres: Eine Ehrung
mit Emotionen
Direkt nach der Filmpremiere folgt das
nächste Highlight: Jürgen Doberstein wird
zum Saar-Sportler des Jahres gewählt.
Sichtlich bewegt nimmt er die Auszeichnung
entgegen – und bleibt dabei ganz er
selbst. Später scherzt er lachend: „Die
Trophäe nehme ich mit ins Bett – die schläft
heute Nacht bei mir.“ Ein Moment voller
Emotionen und eine Auszeichnung, die seine
Bedeutung für den Sport im Saarland
unterstreicht.
Nur zwei Tage vor dem Geburtstag: Der
größte Kampf
Nach Rückblick und Ehrung richtet sich der
Fokus nun komplett nach vorn. Nur zwei
Tage vor seinem 37. Geburtstag steht für
Jürgen Doberstein der wohl größte Kampf
seiner bisherigen Karriere an – und das ausgerechnet
in seiner saarländischen Heimat.
Am 21. Februar verteidigt der GBC-Weltmeister
im Supermittelgewicht seinen Titel
in der Stadtgartenhalle Saarlouis bei der
URSAPHARM Fight Night IV, vor über 2.000
Zuschauern. Ein Heimspiel mit enormem
Druck – und großer emotionaler Bedeutung.
Klare Worte vor dem Kampf
Bereits im Vorfeld trafen Doberstein und
sein Herausforderer Pierre Hubert Dibombe
erstmals aufeinander. Bei einer großen
Pressekonferenz in Saarlouis wurde schnell
deutlich, dass beide ihre Rollen kennen –
und ihre Worte gezielt setzen. Dibombe,
bekannt für seine selbstbewusste Art, ließ
eine provokante Ansage folgen: „Er hat
noch nie gegen einen Boxer auf diesem
Level geboxt.“ Doberstein reagierte ruhig,
aber bestimmt. Über den Übersetzer ließ er
ausrichten: „Sag ihm, dass ich mehr über
ihn weiß, als er denkt.“ Ein kurzer Wortwechsel
– aber einer, der die Spannung zusätzlich
anheizte.
Dobersteins Fokus: Titel verteidigen,
nichts anderes
Für Jürgen Doberstein steht fest, worum es
geht. Der WM-Gürtel ist Antrieb, Verantwortung
und Motivation zugleich. Über den
bevorstehenden Fight sagt er: „Im Moment
konzentriere ich mich nur auf diesen Kampf.
Ich freue mich riesig auf meine Titelverteidigung,
denn der Titel hat mich immer angetrieben
und motiviert.“ Gleichzeitig verschließt
er nicht die Augen vor der Aufgabe:
„Ich weiß, dass es eine harte Prüfung und
eine große Herausforderung wird. Aber
mein Wille, diesen Titel zu verteidigen, ist
stärker als jede Schwierigkeit.“ Über mögliche
nächste Schritte denkt er bewusst
noch nicht nach: „Was danach kommt, damit
befasse ich mich im Moment noch nicht.“
Gefährlicher Herausforderer – aber
Heimvorteil für den Champion
Dibombe gilt als durchsetzungsstarker
Gegner mit internationaler Erfahrung und
hoher K.O.-Quote. Ein Boxer, der alles
investieren wird, um den Titel zu gewinnen.
Doberstein weiß das – und bleibt dennoch
selbstbewusst. Seine Sicht auf das Duell
bringt er auf den Punkt: „Er hat mit mir nie
geboxt, ich mit ihm nicht. Die Kunst des
Boxens besteht darin, zu treffen und nicht
getroffen zu werden.“ Und weiter: „Am Ende
gewinnt der, der dem Gegner seinen Stil aufzwingt.“
Dazu kommt der Heimvorteil:
Saarlouis, die Stadtgartenhalle, das gesamte
Saarland werden hinter ihrem Weltmeister
stehen. Die Halle wird zum Hexenkessel
– laut, emotional, druckvoll. Ob
Dibombe dieser Atmosphäre standhält oder
ob sie zum entscheidenden Faktor wird,
wird sich erst zeigen, wenn der Gong ertönt.
Alles bereit für den 21. Februar
Filmpremiere, Auszeichnung, große Worte
– nun zählt nur noch der Ring. Am 21. Februar
wird Jürgen Doberstein vor heimischem
Publikum zeigen müssen, warum er Weltmeister
ist.
T. Nelz
J. S. Bach
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38 FIT & GESUND SCHLEIMBEUTEL ENTZÜNDUNG
SCHLEIMBEUTEL-
präsentiert von
ENTZÜNDUNG
Wenn Sport zur Schmerzfalle wird: Ursachen, Symptome und was wirklich bei der Heilung hilft.
Hinweis: Folgender Text versteht sich
als allgemeiner Ratgeber. Er ersetzt keine
ärztliche Beratung. Bei Unsicherheit
oder ernsthaften Beschwerden sollte
unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht
werden.
Wer regelmäßig Sport treibt, kennt das Gefühl:
Eine Bewegung schmerzt plötzlich,
das Gelenk fühlt sich steif an und jede Belastung
wird zur Qual. Hinter solchen Beschwerden
steckt nicht selten eine
Schleimbeutelentzündung, medizinisch
Bursitis genannt. Gerade Sportlerinnen
und Sportler sind davon häufig betroffen,
da Gelenke und umliegende Strukturen immer
wieder stark beansprucht werden.
Welche Aufgabe haben Schleimbeutel?
Schleimbeutel sind kleine, mit Flüssigkeit
gefüllte Bindegewebssäckchen, die sich an
besonders belasteten Stellen des Körpers
befinden. Sie liegen meist in der Nähe von
Gelenken wie Schulter, Knie, Hüfte, Ellenbogen
oder Fuß. Ihre Aufgabe ist es,
Reibung zwischen Knochen, Sehnen, Muskeln
und Haut zu reduzieren und Druck abzufedern
– vergleichbar mit einem natürlichen
Stoßdämpfer.
Wie entsteht eine Schleimbeutelentzündung?
Eine Schleimbeutelentzündung entwickelt
sich meist durch Überlastung. Häufige
Ursachen sind:
wiederholte Bewegungen ohne
ausreichende Regeneration
dauerhafter Druck auf bestimmte
Körperstellen
Stöße oder Stürze, wie sie im Sport
vorkommen
Besonders gefährdet sind Sportarten mit
vielen Wiederholungen oder Überkopfbewegungen,
etwa Handball, Volleyball,
Tennis, Badminton oder Wurfsportarten.
Auch intensives Krafttraining oder ein zu
schneller Wiedereinstieg nach längerer
Pause können eine Bursitis begünstigen. In
selteneren Fällen können auch Bakterien
eine Entzündung auslösen, etwa wenn
Keime über kleine Verletzungen in den
Schleimbeutel gelangen. Zudem können Erkrankungen
wie Rheuma oder Gicht das
Risiko erhöhen.
Typische Symptome
Eine Schleimbeutelentzündung macht sich
meist deutlich bemerkbar:
Schmerzen, vor allem bei Bewegung
oder Belastung
Druckempfindlichkeit
SCHLEIMBEUTEL ENTZÜNDUNG FIT & GESUND
39
sichtbare Schwellung
Rötung und Überwärmung der Haut
eingeschränkte Beweglichkeit
Bei bakteriellen Entzündungen können zusätzlich
Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl
auftreten.
Verlauf und Diagnose
Häufig betroffen sind Knie, Ellenbogen und
Schulter, aber auch Hüfte und Füße. Bei
konsequenter Schonung heilt eine akute
Schleimbeutelentzündung oft innerhalb
von zwei bis drei Wochen ab. Bleibt die
Belastung bestehen, kann sie jedoch
chronisch werden.
Die Diagnose erfolgt meist durch eine klinische
Untersuchung. Bei Verdacht auf
eine bakterielle Ursache kann Flüssigkeit
aus dem Schleimbeutel entnommen und im
Labor untersucht werden. Bildgebende
Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen helfen,
andere Verletzungen auszuschließen.
Sportler erheblich zurückwerfen. Früh
» Wiederholte Belastung kann die Schleimbeutel reizen und zu Entzündungen führen.
zeitiges Erkennen, gezielte Schonung und schnelle und nachhaltige Rückkehr in den
eine angepasste Belastungssteuerung sind Sport.
entscheidend, um lange Ausfallzeiten zu
vermeiden. Wer Warnsignale ernst nimmt
und seinem Körper ausreichend Regeneration
gönnt, hat gute Chancen auf eine
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Behandlung: Was hilft Sportlern?
Die wichtigste Maßnahme ist die Reduzierung
der Belastung. Der betroffene Bereich
sollte geschont und vor weiterer Reizung
geschützt werden. Bewährt haben sich:
kühlende Maßnahmen
entzündungshemmende Schmerzmittel
vorübergehende Anpassung oder
Pause des Trainings
Nach Abklingen der Beschwerden ist es
wichtig, Überlastungen zu vermeiden, um
Rückfälle zu verhindern. Bei wiederkehrenden
oder anhaltenden Beschwerden
können Kortison-Injektionen oder in schweren
Fällen eine operative Entfernung des
Schleimbeutels notwendig sein. Liegt eine
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mit Hochdruck gearbeitet. Der Coaching
Staff und der Kader der Saarland Hurricanes
nehmen aktuell Form an, Trainingseinheiten
werden intensiviert, Abläufe geschärft und
das Team Schritt für Schritt auf Wettkampfniveau
gebracht. Besonders erfreulich: Ab
März wird das Trainerteam durch internationale
Expertise verstärkt. Mit Head Coach
Craig Kuligowski und Offensive Coordinator
Sam Gooding stoßen zwei US-amerikanische
Coaches zum Team, die neue Impulse setzen
und ihre Erfahrung auf und neben dem Feld
einbringen werden. Ihre Ankunft markiert
einen wichtigen Meilenstein in der Saisonvorbereitung.
Das Team wird im April ein
Trainingslager am Sportcampus Saarbrücken
absolvieren. Geplant ist das Wochenende
vom 17. Bis 19. April.
Auch ligaweit gibt es frischen Wind: Die
höchste deutsche Spielklasse tritt ab dieser
Saison unter neuem Namen an. Mit effect ®
ENERGY als Namenspartner startet die
effect ® ENERGY GFL in ein neues Kapitel. Die
Kooperation ist zunächst auf drei Jahre angelegt.
Der bisherige Namensgeber Erima
verschwindet jedoch nicht von der Football-
Bühne, sondern fungiert für die kommenden
fünf Jahre als Liga-Ausrüster.
S. Jakob Saarland Hurricanes
21.06.2026 | 15:00 Uhr
ifm Razorbacks Ravensburg
vs. Saarland Hurricanes
27.06.2026 | 16:00 Uhr
Saarland Hurricanes
vs. Düsseldorf Panther
05.07.2026 | 16:00 Uhr
Braunschweig Lions
vs. Saarland Hurricanes
18.07.2026 | 16:00 Uhr
Saarland Hurricanes vs. Munich Cowboys
01.08.2026 | 16:00 Uhr
Regensburg Phoenix
vs. Saarland Hurricanes
15.08.2026 | 16:00 Uhr
Saarland Hurricanes vs. Allgäu Comets
22.08.2026 | 16:00 Uhr
Pforzheim Wilddogs
vs. Saarland Hurricanes
29.08.2026 | 16:00 Uhr
Allgäu Comets vs. Saarland Hurricanes
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BASKETBALL DILLINGEN DIAMONDS
DILLINGEN DIAMONDS:
VOM BASKETBALL-PROJEKT
ZUR BUNDESLIGA-GRÖSSE
Mit starkem regionalem Kern, erfolgreicher Nachwuchsarbeit und klaren Zielen kämpfen die Diamonds um Stabilität
und Zukunft in der 2. Bundesliga.
2. Toyota Basket ball Bundesliga – und das
im vergangenen Jahr so erfolgreich wie nie
zuvor.
damaligen Strukturen waren die Erfolgsaussichten
sehr gering. Die Chance, höher
zu spielen, war eigentlich gleich null.“
» Sophie Holzmann zieht zum Korb.
Getragen von einer lautstarken Kulisse,
bei der die Zuschauerinnen und Zuschauer
bei den Heimspielen wie eine Wand
hinter dem Team stehen, haben sich die
Dillingen Diamonds in den vergangenen
Jahren zu einem festen Bestandteil des
deutschen Frauenbasketballs entwickelt.
Alle Heimspiele der Dillingen Diamonds
finden in der Sporthalle West in Dillingen
statt.
Aus der ursprünglichen Schnapsidee des
Diamonds-Gründers Rouven Behnke ist
mittlerweile ein national anerkanntes
Bundes ligaprojekt geworden. 2015 startete
Behnke das Projekt „Diamonds Basketball“.
Damals noch als Spielgemeinschaft
der drei Vereine BBF Dillingen, DJK Saarlouis-Roden
und TuS Ensdorf begann man
in der untersten Spielklasse des Saarlandes.
Elf Saisons später spielt man nun bereits
die fünfte Saison als „Dillingen
Diamonds“ im deutschen Unterhaus, der
In der vergangenen Saison gewannen die
Diamonds so viele Spiele wie noch nie in der
2. Bundesliga, stellten mit Sophia Nolan die
„Beste Spielerin der Saison“, zogen zum
zweiten Mal in Folge in das Deutsche Pokalviertelfinale
ein und traten dort gegen den
größten Basketballverein Deutschlands,
ALBA Berlin, an. Zudem erreichte man erstmals
die Endrunde um den Aufstieg in die
1. Bundesliga und scheiterte dort nur knapp
am späteren Vizemeister, dem BBC Osnabrück.
Eine Saison, die kaum besser hätte
laufen können.
In der aktuell laufenden Spielzeit kamen die
Diamonds bislang noch nicht richtig in Tritt.
Gebeutelt von zahlreichen verletzungsbedingten
Ausfällen steht man nach der
Hinrunde mit nur zwei Siegen auf dem elften
Tabellenplatz. Im DBBL-Pokal unterlag
man in der zweiten Runde den Bad Homburg
Falcons und schied aus. Nach dieser
sportlichen Flaute setzt man nun alles daran,
sich in der Rückrunde zu stabilisieren.
Auch perspektivisch ist ein Verbleib in der
2. Bundesliga von großer Bedeutung.
Der Grundstein für dieses Projekt wurde
jedoch schon deutlich früher gelegt. Auf
die Frage, wie er überhaupt auf die Idee
gekommen sei, ein Damenbasketballteam
zu gründen, antwortet Rouven Behnke
rückblickend: „Ganz simpel eigentlich. Ich
habe vorher Jungs- und Herrenmannschaften
trainiert, und gerade bei den
Jungs waren immer ein paar Mädchen dabei.
Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht.“
Gleichzeitig sei ihm aber schnell
klar geworden, dass die damalige Infrastruktur
kaum Perspektiven bot. „Mit den
Bei den Frauen habe sich ihm hingegen eine
ganz andere Perspektive eröffnet. „Da war
die Möglichkeit, einen erfolgreichen Weg
einzuschlagen, deutlich größer“, erklärt
Behnke. Die endgültige Entscheidung fiel
schließlich auf einem 18. Geburtstag. „Das
war zwischen mir und einem damaligen
Teamkollegen ein großes Thema. Viele der
anderen, die an dem Abend dabei waren,
haben mein Vorhaben bestärkt“, erinnert
er sich. „Der Rest ist Geschichte.“
Dass er dieses Projekt bis heute neben seinem
beruflichen Alltag stemmt, ist für
Behnke eng mit seiner eigenen Laufbahn
verbunden. „Ich habe Lehramt studiert,
ohne jemals in dem Beruf gearbeitet zu
haben. Der Grund war der Basketball“,
sagt er lachend. Zeitweise arbeitete er direkt
beim Verein, mittlerweile ist Behnke
bei der Sportakademie in Saarlouis tätig.
Dort ist er für die Förderung und Betreuung
von Leistungssportlerinnen und Leistungssportlern
verantwortlich – „natürlich
auch, Überraschung, für die Basketballer“.
Denn besonders stolz ist man in Dillingen
auf den eigens ausgebildeten Nachwuchs,
der auch künftig auf nationalem Topniveau
Erfahrungen sammeln soll. Seit Jahren
schreibt man sich auf die Fahnen, regionalen
Spielerinnen langfristig optimale Entwicklungsmöglichkeiten
zu bieten. Der
Kern der Mannschaft besteht aus Saarländerinnen,
die in Dillingen zu echten Bundesligagrößen
herangereift sind. Besonders
erwähnenswert ist die gebürtige
Siersburgerin Myrielle Platte-Behnke, die
seit Jahren zu den besten Punktesammlerinnen
der Bundesliga gehört.
Unterstützt wird sie in dieser Saison von den Fremersdorferinnen
Hannah Liebig und Hedda Lui, die seit der
ersten Stunde Teil des Diamonds-Projekts sind, von der
Saarlouiserin Romy Brück, die bei den Diamonds alle
Jugendmannschaften durchlaufen durfte, von Aufbauspielerin
Fee Zimmermann aus Geislautern, die zu den
besten Vorbereiterinnen der Bundesliga zählt, von Kira
Groß-Barra aus Dillingen, die nach ihrer Ausbildung bei
den Diamonds ans College wechselte und bereits in der
Jugendnationalmannschaft auflief, sowie von den Saarlouiserinnen
Sarah Belzer, Sophia Philippi und Annalena
Kiefer, die ebenfalls bereits seit der Oberliga für die
Diamonds spielen. Sie bilden das regionale Grundgerüst
der diesjährigen Diamonds.
Gemeinsam mit den beiden amerikanischen Profispielerinnen
Caranda Perea und Riley Hayes sowie der
aus Bochum stammenden Viktoria Suveyzdis möchte
man den Klassenerhalt in der Bundesliga sichern – nicht
zuletzt, um die Zukunft der regionalen Jungtalente zu
gewährleisten. Ergänzt wird der Kader durch die vielversprechenden
Nachwuchsspielerinnen Sophie Holzmann
aus Bous sowie die beiden Saarbrückerinnen
Catharina Schlechter und Amaya Castillo.
Ihr Talent blieb auch den Bundestrainerinnen und
Bundestrainern nicht verborgen. Während Sophie
Holzmann im Dezember 2025 zu einem Lehrgang der
besten deutschen U18-Spielerinnen nach Heidelberg
eingeladen wurde und Amaya Castillo im Sommer mit
den besten U14-Spielerinnen in Hamburg trainierte,
sammelte Catharina Schlechter bereits erste internationale
Erfahrungen im Trikot der deutschen Nationalmannschaft
in Finnland und Spanien. Der individuelle
Erfolg der Rohdiamanten kommt nicht von ungefähr:
Mehrmals pro Woche arbeiten die Jugendspielerinnen
intensiv an ihrer basketballerischen Entwicklung.
Auch strukturell haben sich die Dillingen Diamonds in
den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt.
Neben der ersten, zweiten und dritten Damenmannschaft
verfügt der Verein mittlerweile über eine breit
aufgestellte Nachwuchsabteilung mit U18-, U16-, U14-,
U12-, U10- sowie einer U6-Mannschaft. Damit decken die
Diamonds nahezu alle Altersklassen ab und schaffen
optimale Voraussetzungen für eine nachhaltige sportliche
Entwicklung vom Kindes- bis in den Bundesligabereich.
Mit Blick auf die kommenden Jahre formuliert Rouven
Behnke klare Ziele. „Kurzfristig geht es darum, die Liga
zu halten“, erklärt er. Gleichzeitig wolle man mit dem
eigenen Nachwuchs konsolidierend arbeiten und die
Strukturen rund um den Verein weiter auf- und ausbauen.
„Natürlich auch mit dem Ziel, unseren Nationalspielerinnen
die Möglichkeit zu geben, langfristig am
Standort Dillingen zu bleiben.“
T. Nelz O. Altmaier
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Andreas Waschburger ist der 42. Athlet, dem diese Extremleistung gelungen ist.
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