feral choir - waschaecht

waschaecht.at

feral choir - waschaecht

unlimited 26

9.10.11. november 2012

schl8hof wels autriche

druckaecht nr. 180, dragonerstr. 22, 4600 wels, österreichische post ag, sponsoring post / 02Z030262

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eintrittspreise

festivalpass eur 74 / erm.* eur 60 / mg** eur 54

tageskarten eur 29 / erm.* eur 25 / mg** eur 21

der eintritt für die nachmittagskonzerte und die filmpräsentationen

in den minoriten (sa, so) und im medienkulturhaus

(stadtgalerie & programmkino; sa, so) ist frei.

eine begrenzte anzahl festivalpässe kann zum stückpreis

von eur 40 erworben werden.

die verteilung erfolgt mysteriös, virtuell und anonym.

* ermässigung für schülerInnen, studentenInnen, zivil- u.

präsenzdiener, arbeitslose, karenzierte, pensionierte sowie

für ö1-club-mitglieder und mit der ak-leistungskarte (nur

mit ausweis und nur an der abendkasse)

** für kulturvereinsmitglieder (jahresbeitrag eur 22 / eur 11)

sind die entrittspreise bei waschaecht-veranstaltungen um

mind. 10% ermässigt.

sie können für das jahr 2013 ab 9. november mitglied

werden und schon heuer die ermässigungen in anspruch

nehmen.

vorverkauf

wels: schlachthof, cafe strassmair, hermanns,

haas, moden neugebauer

linz: kartenbüro pirngruber

wien: substance

salzburg: musikladen

unterkunft

hotelinformationen beim tourismusverband wels,

tel 0043 7242 43495

schlafsacklager für ca. 30 personen steht kostenlos

zur verfügung. anmeldung angeraten.

veranstalter

kulturverein waschaecht wels,

dragonerstr. 22, a-4600 wels

kontakt: wolfgang wasserbauer, peter neuhauser,

nikolaus echer

tel. 0043 (0)7242 67284 oder 56375

fax. 0043 (0)7242 51521

info@musicunlimited.at

www.musicunlimited.at

gruss & dank

peter gannushkin, marco prenninger, norbert trawöger,

stefan haslinger, felix fellinger & freistil, rudolf stögermüller,

peter schernhuber, pv magistrat wels, günter mayer, boris

schuld, johannes kastinger, werner retzl, elfi sonnberger,

d22, anna dobringer, feuerwehr wels, ottensheim crew,

shorty, renate, sonja, gabi & claudia, all best boys & girls in

the house, sowie falb, stöger, huber, fischer, pinter,

klammer, neumayer, altenbuchner, oberlechner.

impressum

f.d.i.v. kulturverein waschaecht, dragonerstr. 22,

a-4600 wels.

texte: peter neuhauser, vorwort: wolfgang wasserbauer

layout: johannes zachhuber

hersteller: print24.at

auflage: 5.000 stück

bankverbindung / feel free to make us rich:

allgemeine sparkasse oberösterreich, zweigstelle wels,

kto.nr. 10300-000981 blz 20320

fotos am cover: kaffe matthews, poppy berry / burkhard

stangl, johannes novohradsky / evan parker, caroline forbes

/ julie tippetts, katerina ratajová / han bennink, peter

gannushkin / okkyung lee, peter gannushkin / nate wooley,

peter gannushkin / keith tippett, tim dickeson / selvhenter,

mie brinkmann / phil minton, rolf schöllkopf / peter evans,

peter gannushkin


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die letztjährige, 25. ausgabe des unlimited-festivals war

ganz dem schaffen peter brötzmanns gewidmet. und

zwar in einer noch nie dagewesenen intensität. das ging an

die grenzen nicht nur der physis von musikerInnen, veranstalterInnen

und publikum. es bot sich eine totale sicht auf

das wirken eines wichtigen und bedeutenden zeitgenössischen

musikers. die rechnung ging voll auf, ausverkaufte

vier tage und volles programm, „volle wäsch, full laundry“,

wie es schon einmal geheissen hat. wenn ich mich nicht

täusche, so sind die schwingungen der „long.story.short“

noch immer spürbar, „nachhallig“ wie nachhaltig. ein derartiges

(auch derartig erfolgreiches) ereignis musste erst einmal

verdaut werden.

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unter diesen gesichtspunkten war es kein leichtes, an

die programmierung der 26. ausgabe unseres festivals

heranzugehen, sich heranzutasten an neue möglichkeiten

und perspektiven. eine rückbesinnung (ohne damit

distanz ausdrücken zu wollen) auf die bewährten tugenden

vorangegangener festivalausgaben erschien uns dabei naheliegend.

die stilistische bandbreite, die vielfältigkeit im

programm, die wir und unser publikum schätzen, ist ein

charakteristisches merkmal, das wir weiterhin gerne verfolgen.

und es soll spürbar bleiben, dass uns die durchführung

dieses dreitägigen musikmarathons eine herzensangelegenheit

ist, die wir leidenschaftlich und emphatisch

betreiben.

charme wie flair des unlimited-festivals werden hauptsächlich

bestimmt durch eine atmosphäre, die in der unauffälligen,

aber effizienten organisation einer besonderen veranstaltung

jenseits des üblichen begründet liegt, und die nur

durch die bereitschaft einer vielzahl von freiwilligen helferInnen

und mitarbeiterInnen in diversesten bereichen bewerkstelligt

werden kann. dafür möchten wir uns auch an dieser

stelle noch einmal bedanken.

worüber stets zu sprechen ist: der verschwindend geringe

anteil an musikerinnnen in den programmen beinahe aller

stattfindenen musikfestivals, ganz egal welcher ausrichtung.

seit einigen jahren ist das unlimited bekannt dafür, einen

sensiblen blick auf diese „problematik“ zu haben und

dementsprechend verstärkt musikerinnen platz auf unserer

bühne anzubieten und paritätische bestrebungen zu betonen.

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es ist uns wichtig, zumindest den versuch zu unternehmen,

ein jüngeres publikum anzusprechen und den

nach vorne strebenden gestus des festivals zu betonen.

das soll nicht nur gelingen, indem wir die bereits legendär

gewordenen spätnächtlichen tanzpartys pflegen, und das

zumeist mit musikerInnen, die beim festival auftreten und

gleichzeitig imstande sind, den dancefloor zum glühen zu

bringen. es wäre natürlich vermessen, von einem grossen

interesse von jugendlichen an experimentellen musikformen

zu sprechen (zumindest aber in grossstädtischen ballungsräumen

ist ein solches sehr wohl feststellbar).

angebote zu setzen und den versuch zu unternehmen, auf

neue, jüngere publikumsschichten zuzugehen (ohne dabei

seine ansprüche auf das spiel zu setzen) ist jedenfalls eine

herausforderung, der wir uns gegenwärtig wie zukünftig

stellen.

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ein schwerpunkt der 26. unlimited-ausgabe liegt in der

präsentation britischer musikerInnen. wie ein roter faden

zieht sich die präsenz von englischen künstlerInnen

durch das programm, und auch hier ist die unlimited-typische

diversität erkennbar: es ist ein weiter weg zu gehen

von den laptop-experimenten einer kaffe matthews bis zu

den jazzrockigen klängen von led bib! dass wir es dazwischen

mit nicht minder wichtigen persönlichkeiten der europäischen

musikszene zu tun haben, freut uns ungemein,

und so bietet sich die einmalige gelegenheit, legendäre

kräfte aus art-rock, elektronik und der frei improvisierenden,

experimentellen szene auf der bühne zu erleben.

des weiteren wird es zu einigen premieren und neu zusammengestellten

projekten kommen.

in gedanken sind wir beim kürzlich verstorbenen lol

5 coxhill, der in unseren ersten programmatischen überlegungen

eine wichtige rolle gespielt hat, und dem wir einen

der schönsten momente in der unlimited-geschichte zu verdanken

haben, als er 1996 beim konzert von „the melody

four“ den abwesenden tony coe als herumflirrende fliege

identifizierte, die das konzert fortan mitbestimmte. „laughing

out loud“ wäre wohl übertrieben, aber als kürzel erscheint

es für keinen musiker passender als für lol coxhill.

r.i.p.

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somit freuen wir uns auf ein intensives wochenende

ganz im zeichen unterschiedlichster klänge: mal leise

und zart, mal performance-orientiert, noisig, experimentell,

elektronisch, mal jazzig, dann wieder rockend, und auf viel

frei improvisiertes!

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FREITAG, 9. NOVEMBER

19 uhr, alter schl8hof wels

ISABELLE DUTHOIT & FRANZ HAUTZINGER & SUSANNA GARTMAYER & DDKERN

THE DARTINGTON IMPROVISING TRIO keith tippett, julie tippetts, paul dunmall

ALBERT NEWTON pat thomas, john edwards, charles hayward

SELVHENTER maria bertel, sonja labianca, anja jacobsen, jaleh negari

dj late @ the bar: christof kurzmann

SAMSTAG, 10. NOVEMBER

14 uhr @ minoriten

PHIL MINTON & FERAL CHOIR

15 uhr @ medien kultur haus

THE LAPPETITES kaffe matthews, AGF, ryoko akama

16 uhr @ programmkino im medien kultur haus

CONCERT FOR FUKUSHIMA (d/a 2012, pavel borodin, 105 min.)

19 uhr @ schl8hof

GREAT WAITRESS magda mayas, laura altman, monika brooks

EVAN PARKER & PETER EVANS & OKKYUNG LEE

ATMOSPHÈRIQUE xavier charles, tetsuya umeda, lee patterson

EXIT EDEN hannes löschel, phil minton, clayton thomas, mathias koch, michael bruckner-weinhuber

LED BIB mark holub, liran donin, toby mclaren, pete grogan, chris williams

live & late @ the bar: xavier charles „sunday covers“

dj late @ the bar: dj fett

SONNTAG, 11. NOVEMBER

14 uhr @ minoriten

EVAN PARKER „monastery solo“

15 uhr @ medien kultur haus

NATE WOOLEY & PAUL LYTTON

16 uhr @ programmkino im medien kultur haus

DIE NOVOTNYORGEL V.1.0.1 (d 2011, nana schulz, 16 min.)

THE FERAL VOICE (d 2012, pavel borodin, 17 min.)

19 uhr @ schl8hof wels

HAN BENNINK & CHES SMITH & guests clayton thomas & peter evans

JOHN BUTCHER & BURKHARD STANGL & TONY BUCK

THE MAGIC I.D. christof kurzmann, margareth kammerer, kai fagaschinski, michael thieke

CERAMIC DOG marc ribot, shahzad ismaily, ches smith

dj late @ the bar: dj elena smon wolay

ausstellung 1. stock: marco prenninger „faces unlimited“

raumdesign: claudia neugebauer

www.musicunlimited.at

programmablauf

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filme

SA. 10. NOVEMBER

16 uhr @ programmkino im medien kultur haus

CONCERT FOR FUKUSHIMA

(d/a 2012, pavel borodin, 105 min.)

Wir freuen uns, im soeben eröffneten programmkinowels

im medien kultur haus der welt einen besonderen

film präsentieren zu können: pavel borodin und sein

team haben einen der vielen höhepunkte des letztjährigen,

von peter brötzmann kuratierten festivals hochprofessionell

mitgefilmt und zeigen uns dieses magische konzert des peter

brötzmann chicago tentetts mit den japanischen gästen

toshinori kondo, michiyo yagi, otomo yoshihide und akira

sakata. dieser film geht noch in die geschichte der freien

musik ein, davon sind wir ganz bescheiden überzeugt! koproduziert

von panrec, trost und dem kv waschaecht wird

dieses dokument der besonderen art auch als dvd erhältlich

sein, und darüberhinaus soll eine 5-cd-box des brötzmannmarathons

long story short pünktlich zum heurigen festival

aufliegen. watch out!

DJS L8 @ THE BAR

frEItag

christof kurzmann (pop is funny, buenos aires/wien)

samstag

dj fett (soul is groovy, berlin)

xavier charles „sunday covers“

xavier charles beehrt unlimited 26 mit einer premiere:

erstmals wird er live seine vielbeachteten sunday covers

(elektronische bearbeitungen mit solo-klarinette seiner

lieblingssongs von musikerinnen wie donna summer, the

clash, tom waits, the ex, brian eno, the cure) zum besten

geben.

sonntag

dj elena smon wolay (jazz is dangerous, stockholm)

SO. 11. NOVEMBER

16 uhr @ programmkino im medien kultur haus

DIE NOVOTNYORGEL V.1.0.1

(d 2011, nana schulz, 16 min.)_

THE FERAL VOICE

(d 2012, pavel borodin, 17 min.)

Ein unglaublicher trickfilm und eine doku stehen am

sonntag auf dem kinoprogramm: die novotnyorgel

ist ein 16minütiges meisterwerk. die aus kiel kommende

künstlerin nana schulz (an die sich die eine oder der andere

noch erinnern wird, sie war für das artwork bei unlimited xxi

zuständig, und die von ihr entworfene gruppe von hasen

findet sich auf so manchem t-shirt der geschätzten besucherinnen),

lässt unter unfassbarem arbeitsaufwand von 24

einzeln fotografierten bildern pro sekunde dem wiener musiker

und komponisten josef novotny eine orgel errichten

- mehr gibt es dazu nicht zu sagen, denn es muss gesehen

werden, was hier - ohne jegliche digitale mogelei – abgeht!

Die doku the feral voice von pavel borodin lässt uns in

den arbeitsprozess von phil minton und seinem einzigartigen

projekt the feral choir (der tags zuvor live in den

minoriten aufsingen wird) hineinblicken, und es ist äusserst

erhellend, mitanzusehen, wie es ihm gelingt, sogenannten

amateurinnen mit lustvoller leichtigkeit freude am (dabei)

sein zu vermitteln...


ühnendesign

CLAUDIA NEUGEBAUER

„FRITSCHÄS“

Das bühnendesign übernimmt heuer die extremhäklerin

claudia neugebauer, welser künstlerin und freundin

seit anbeginn (und im „normal day job“ chefin des altehrwürdigen

moden neugebauer in der pfarrgasse, einer der

immer weniger werdenden antithesen zum heute üblichen

mode-schnickschnack). infiziert mit dem yarnbombing-virus

wurde sie 2007 durch ein foto im internet, ein virus, der

intensiv und hartnäckig ist und der sie hoffentlich nie mehr

loslassen wird. wer mit offenen augen durch wels geht, wird

ihre arbeiten im öffentlichen raum bemerken, immer wieder

findet mensch eine kleine veränderung einer dachrinne oder

eines laternenmastens, und bekanntlich sind es ja die kleinen

veränderungen, die grosses vermögen. in der weltweit

aktiven community der yarnbomber ist sie ein fixstern, arbeiten

mit so schönen titeln wie heavy traffic oder the wooly

walk along waren bereits in kanada und neuseeland zu

bewundern, und es könnte uns allen passieren, dass wir

bei zukünftigen urlauben, sei es in einer megacity oder auf

einem wald- und wiesenwegerl unvermittelt auf ihre arbeiten

stossen....

ausstellung 1. stock

MARCO PRENNINGER

„FACES UNLIMITED“

Im restaurant im ersten stock werden wir nicht nur mit

leck erem essen aus regionalen zutaten verwöhnt (und an

dieser stelle gleich mal ein lautes bravo! an die küche), darüberhinaus

ist eine ausstellung des 1977 in wels geborenen

und derzeit in linz lebenden fotografen marco preninnger zu

bewundern. er ist immer auf der suche nach dem richtigen

blick, analog wie digital, hat bereits mehrere plattencovers,

u.a. für ceramic dog und soap and skin gestaltet und präsentiert

hier seinen zyklus faces unlimited. marco im o-ton:

„das besondere an meinen inszenierten portraits ist die maximale

reduktion an ausdruck, mimik, farblichkeit. selbst

körper und kleidung sind nicht zu erkennen. die künstlerinnen

auf den fotos sind üblicherweise auf der bühne, in konzertsituationen,

meistens mit ihren instrumenten zu sehen.

dem wollte ich entgegenwirken und herausfinden, wie man

sie ohne all dem wahrnimmt.

einige der bilder sind doppelportraits, die projektionsflächen

für assoziationen von dualismen wie „leben-tod“, „realitättraum“,

„aussen-innen“ hervorrufen. andere wiederum sind

einzelportraits, die im zuge der produktion der doppelportraits

entstanden sind.“

foto marco prenninger

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freitag, 9. november, ab 19:00, alter schl8hof wels

FRANZ HAUTZINGER & ISABELLE DUTHOIT &

SUSANNA GARTMAYER & DDKERN

franz hautzinger trompete

isabelle duthoit klarinette, stimme

susanna gartmayer bassklarinetten

ddkern schlagzeug

D

iese von den festivalprogrammiererinnen zusammengewürfelte

partie unterschiedlichster protagonistinnen

kann als exemplarisch gesehen werden: von vornherein

genreübergriffige zugänge aus den kurzgefassten schubladen

jazz und rock und neuer musik treffen sich hier, um entspannt

konzentriert einen dialog zu führen, dessen summe

aufgrund totaler offenheit nicht klar definierbar ist, sodass

sich eben darin seine wahre grösse verbirgt bzw eine intention

dahinter elegant mitnimmt, nämlich die des sprengens,

oder besser gesagt des auflösens jedweder schubladisierung.

die wegnahme alles überflüssigen schafft platz für

neues im überfluss, begrifflich wie inhaltlich. nicht zuletzt

dadurch werden geheimnisse offengelegt, ohne sie zu verraten

franz hautzinger war schon öfter hier zu sehen, die liste

seiner kollaborationen würde ermüdend lange ausfallen,

daher sei hier nur sein tischtennisspielen mit john cale erwähnt.

und exemplarisch ist eben auch sein zugang zu den

wahrlich alles verändernden modern times, in denen wir

uns alle zurechtfinden müssen: auf der aufsehenerregenden

solo-cd gomberg schafft er tatsächlich neues, indem

er die erfahrungen des gerade erst begonnenen und nie

wieder rückgängig zu machenden digitalen zeitalters einfliessen

lässt, ohne auf elektronische soundquellen zurückzugreifen.

und (nicht nur) dies führt bei seinen konzerten zu

schwebezuständen mit erdung, die ihresgleichen suchen.

isabelle duthoit war für viele die entdeckung bei unlimited

24. mit welcher frische und warmherziger spontaneität sie

im trialog mit johannes bauer und luc ex an die nicht klar

definierte sache ranging, war grossartig kurzweilig und unaufgeladen

tiefgründig. als ursprünglich klassisch ausgebildete

klarinettistin sammelte sie zunächst unterschiedlichste

foto daniel cemborek foto gérard rouy foto iztok zupan

erfahrungen in zeitgenössischen ensembles und mit leuten

wie george crumb und vinko globokar, bevor sie sich der

völlig freien musik zuwandte und ihren unverwechselbaren

gesangstil (unter anderem in japan) entwickelt(e). „meine

stimme sucht ihren ursprung tief im körper“, sagt sie, und

diese zu hören ist wahrlich ein nicht alltägliches erlebnis.

susanna gartmayer studierte malerei und druckgrafik an

der akademie der bildenden künste in wien und arbeitet

musikalisch konsequent behutsam mit den klangfarben der

klarinette(n) an der redefinition der schnittstelle impro-jazzneue

musik-rock-etc, sei es im duo mit der aufregenden

pianistin katharina klement, sei es mit dem weltweit furore

machenden gemüse orchester oder mit der ohne übertreibung

spannendsten rock& -formation broken.heart.collector

mit den helden von bulbul und der einzigartigen maja

osojnik. und bei unlimited 22 spielte sie ein sehr intim-intensives

duo mit christine sehnaoui.

ddkern ist seines zeichens einer der kraftvollsten schlagzeuger

des landes, nachzuhören bei formationen wie fuckhead,

wipe out oder bulbul, und schafft es auf unvergleichliche

art und weise, diesen hier erlernten druck in vielschichtig

feinfühlige freie botschaften zu konfigurieren. immer am ball

und dadurch nie im abseits führt er uns vor, wie es klappen

kann, einen meistertitel einzufahren, ohne sich dabei als

matchwinner zu präsentieren. und aus gegebenem anlass

verneigt und bedankt sich die gesamte unlimited-crew bei

dd für all seine hilfe über die jahre! wenn es darum geht,

jemanden zu finden, der um 5 uhr früh zum flughafen fährt

oder ein schlagzeug wieder funktionstüchtig schraubt oder

die kartoffeln fertig schält, dann ist er da und springt ein und

macht noch einen schmäh dabei!


THE DARTINGTON IMPROVISING TRIO

keith tippett, klavier

julie tippetts, stimme, div. perkussion

paul dunmall, saxofone, dudelsack

E

in kleiner grossbritannien-schwerpunkt macht sich

heuer bemerkbar, und es ist eine grosse freude und

ehre mit dem dartington improvising trio eine der altgedientesten

(free)jazzformationen der insel begrüssen zu können.

die musikerinnen sind seit über 40 jahren aktiv, doch der

begriff old school trifft nur bedingt zu, denn ihre musik und

ihr zugang dazu waren von jeher zeitlos und bringen allein

deshalb schon wieder jede kategorisierung zum hinken.

julie tippetts begann mit 15 in londoner bars zu singen und

lernte in weiterer folge brian auger und rod stewart kennen

und wurde (damals noch unter dem namen julie driscoll) als

leadsängerin von brian auger and the trinity vorübergehend

zum echten popstar. (wer die aufnahmen heute hört, verliebt

sich sofort in diesen „hippiesound“, ein prädikat, das

leider viel zu oft in these post-postmodern times der durch

halbwissen vorschnell rausposaunten kategorisierungen als

schimpfwort gilt, denn ohne die hippies würden wir alle ein

klein wenig anders durch die welt kriechen – nix für ungut,

aber bitte nehmt das mal zur kenntnis, ihr hochglanzpunks

und breakbeatschnösel!). ab 1969 wandte sie sich dem

jazz zu und heiratete den pianisten keith tippetts, arbeitete

mit unzähligen grössen, daher seien hier nur zwei der

allergrössten stimmen erwähnt, nämlich robert wyatt und

maggie nichols, und ist bis heute aktiv in der zeitlosigkeit

der freien musik.

foto tim dickeson foto katerina ratajová

freitag, 9. november, alter schl8hof wels

keith tippetts werdegang ist ähnlich und doch ganz anders:

1967 lernte er in london jazzmuskerinnen afrikanischer herkunft

kennen (u. a. louis moholo) und gründete sein eigenes

sextett (wobei er sein s verlor, weil sich keith tippetts sextet

linguistisch ein wenig verhaspelte). in die nähe des popolymps

kam er nicht nur durch das mitwirken bei soft machine,

sondern er spielte auch auf 3 platten von king crimson

mit (ua auf lizard, noch so ein hippieeskes meisterwerk),

bis er sich ab 1970 ebenfalls auf den so genannten jazz

konzentrierte, sein range reicht vom 50-köpfigen ensemble

bis zum meditativen solo.

der vom geburtsdatum her jüngste ist der (nicht nur) saxofonist

paul dunmall. er beschäftigte sich ursprünglich

mit folk und bebop und streifte die popwelt als sideman

bei johnny guitar watson, bevor auch er sich zur gänze auf

das freie spiel konzentrierte. beeindruckend sind seine einsätze

des dudelsacks (wie er bei unlimited 22 und 24 bewies)

und teile unseres hochgeschätzten publikums sind

seit längerem intensiv mit dem schaffen dieses grossartigen

intrumentalisten beschäftigt, was ihn dazu brachte, eine cd

mit dem schönen titel bernd wimmer in the burned zimmer

zu benamsen. und weil wir bei der namensgebungsfindung

sind: dartington improvising trio heisst das projekt, weil die

3 immer wieder in der dartington hall school unterrichten,

ein aussergewöhnliches internat im südwesten englands,

das seit 1926 existiert und neben kunst und kultur auch mit

handwerk und ökologie schwer punktet.

9


10

freitag, 9. november, alter schl8hof wels

ALBERT NEWTON

pat thomas, klavier, elektronik

john edwards, kontrabass

charles hayward, schlagzeug, stimme

W

oher der name kommt, liess sich auch in den unendlichen

weiten des internetzes nicht herausfinden,

also lassen wir das rätsel von den herren vor ort lösen und

beschränken uns hier auf das wesentliche, nämlich die musik.

zu erwarten ist ein schwarz-weisses free-amalgam in

vielschichtigen färbungen mit einem ordentlichen schuss

funk. albert newton sind zum einen pat thomas, der seit

seinem achten lebensjahr am klavier sitzt, klassische musik

studierte und aber reggae spielte. in weiterer folge vertiefte

er sich nicht nur in die zunehmend überbordende vielfalt

des programmierens und tüftelns am keyboard, sondern

bastelte auch an unterschiedlichsten techniken, um mit

vorgefertigten tapes und videobändern experimentieren zu

können, analoges sampling sozusagen. des weiteren agiert

am bass john edwards, einer der umtriebigsten musiker

der londoner szene, der es im jahr auf über 150 auftritte

bringt und das mit allen erdenklichen musikerinnen und

in allen möglichen spielvarianten, von solo bis tanzperformances.

bei uns hier in ewiger erinnerung bleiben wird das

konzert der brachialisten g.o.d. bei unlimited vi 1992 und

sein furioser free-sturzflug mit n.e.w. mit steve noble und

alex ward vor zwei jahren. am schlagzeug sitzt eine weitere

londoner legende – charles hayward. seit anfang der 70er

aktiv, ist auch seine liste an kollaborationen unendlich und

somit seien hier nur ein paar aus dem unlimited-universum

erwähnt: das trio this heat pendelte mit einem ganz eigenen

sound zwischen progressive-rock und post-punk, was nicht

nur john peel äusserst angenehm auffiel und spielt mit fred

frith und bill laswell im trio massacre (was einem verkäufer

der new yorker downtownmusicgallery extrem missfiel,

hielt er doch den eher rockigen ansatz dieses trios für den

greatest shit ever! – eine meinung, die der schreiber dieser

zeilen definitiv nicht teilt) und war hier bei dem von zeena

parkins kuratierten festival z-axis 1997 im duo mit kaffe

matthews (siehe lappetites) zu hören.

ursprünglich war albert newton ein quartett mit dem aussergewöhnlichen

südafrikanischen trompeter harry beck ett.

als dieser 2010 verstarb, entschieden sich seine 3 mitmusiker

beim konzert anläßlich der gedenkfeier die band als trio

weiterzuführen, to keep harry’s spirit alive.

foto john coxon foto sean kelly


SELVHENTER

maria bertel, posaune

sonja labianca, saxofon

anja jacobsen, schlagzeug

jaleh negari, schlagzeug

D

en freitag beschliessen lautstark 4 junge frauen aus

dänemark, genannt selvhenter (und wo uns in diesem

fall eine dänin sagen muss, was das wieder heissen soll –

lügen tun sie ja bekanntlich nicht, aber das ist eine andere

baustelle). also spass beiseite, oder besser reinkanalisiert in

diese musik, denn es wird eine helle freude, sehen und hören

zu können, was hier mit 2 schlagzeugen und saxophon

und posaune abgeht! druck und intention und spielfreude

stehen im vordergrund, es klingt zum teil schwer nach gutgelauntem

heavy metal, was uns da erwartet, jedenfalls ist

eine so tief gelegte posaune bisher eher selten zu hören

gewesen, vom saxophon ganz zu schweigen, und die beiden

schlagzeugerinnen erinnern mit ihrem impulsiven druck

am ehesten an kat ex. sozusagen entdeckt bzw. empfohlen

wurde uns diese frischzellenkur von mats gustafsson, der ja

freitag, 9. november, alter schl8hof wels

bekanntlich immer mindestens ein ohr in richtung kraftvoll

offen hat – er sagt voll enthusiasmus: „an absolute rockin

danish outfit using material from extreme noise, free jazz

and creative rock to build a sound and energy that is giving

new perspectives on alternative music! gushing and pumping

drums that interacts with the distorted trombone and

lays the fundament for the sax to move and create within.

inyourface and without compromises – using poetic beauty

and complex structures as building blocks for their music.“

und des weiteren möchten wir hier noch einmal darauf hinweisen,

dass es uns ein anliegen ist, musik von frauen auf

die bühne zu bringen, solange bis die welt endlich kapiert

hat, dass das klar und logisch ist und nicht mehr extra erwähnt

werden muss.

foto eyal hareuven

11


14

samstag, 10. november

14 uhr @ minoriten

PHIL MINTON & FERAL CHOIR

phil minton, chorleitung

40-stimmiger chor

D

er feral choir (feral bedeutet wild, ungezähmt) ist ein

projekt phil mintons. „den anstoss dazu bekam ich in

den späten 80er jahren, als ich in stockholm erstmals gefragt

wurde, einen workshop mit ‚nicht-sängerinnen‘ abzuhalten.

der erfolg dieser geschichte trieb mich an, die idee

weiterzuentwickeln. der chor-workshop dauert meistens

drei tage und endet mit einem gemeinsamen konzert. ich

möchte die teilnehmerinnen ermutigen, ihre stimme in den

vordergrund zu rücken und durch übungen bzw. improvisationen

ihre vokalen möglichkeiten zu entdecken.“

nach berlin, cardiff, tokyo, bologna, lausanne, antwerpen,

trondheim, warschau, amsterdam, oakland, melbourne und

rio de janeiro ist es also an der zeit, dieses experiment der

besonderen art mit welserinnen im nicht nur akustisch ideal

geeigneten minoritenkloster, erbaut um 1500 und versehen

mit der so genannten wolfgangkapelle (!), erleben zu können.

foto marcin moszynski

15 uhr @ medien kultur haus

THE LAPPETITES

kaffe matthews, elektronik

AGF, elektronik

ryoko akama, elektronik

t he

lappetites unternehmen den mitunter riskanten

versuch, sich „nur“ mit den unendlichen möglichkeiten

des computers spontan kompositorisch zu nähern.

da bekanntermassen ohne risiko kein spass zu finden ist,

machen kaffe matthews (uk), agf (germany/ finland) und

ryoko akama (japan) mit ihren laptops genau das richtige:

drei frauen unterschiedlichster herkunft und alters erörtern

differenzierte zugänge zur maschine, die alles kann, und

begeben sich damit intuitiv auf eine gemeinsame reise, um

sich auf kontemplative art und weise zu begegnen.

2005 erschien auf dem label staubgold die cd before the

libretto, die gemeinsam mit der bemerkenswerten französischen

komponistin und elektronik-pionierin eliane radigue

aufgenommen wurde.

frühere mitglieder bzw. gäste der lappetites waren u.a.

zeena parkins, ikue mori, marina rosenfeld und keiko uenishi

aka o.blaat.


GREAT WAITRESS

magda mayas, klavier

laura altman, klarinette

monika brooks, akkordeon

great waitress arbeiten konsequent an einer erneuerung

der struktur von melodie und harmonie, wie wir sie

kennen. dies passiert durch die aufhebung der gewohnten

identität ihrer instrumente, das timbre von klavier, akkordeon

und klarinette kann ein ganz anderes sein, und doch

klingt es vertraut und geerdet. einfühlsam, um nicht zu sagen

zärtlich wird hier unter höchster konzentration auf jeden

noch so stillen impuls eingegangen, ohne den versuch zu

unternehmen, den verlauf der anderen dadurch zu beeinflussen.

vordergrund und hintergrund werden somit obsolet

und dies wiederum führt zu einer freiheit, die fesselt.

samstag, 10. november, ab 19:00, alter schl8hof wels

magda mayas studierte an der universität der künste in

berlin jazz piano und schloss nach einem aufenthalt in amsterdam

ihr diplom an der hanns eisler hochschule für musik

ab. sie hat langjährige erfahrung als klavierlehrerin, insbesondere

mit kindern, an verschiedenen musikschulen in

berlin. magda spielt in zahlreichen projekten u.a. mit christine

abdelnour, annette krebs oder tony buck.

laura altman und monika brooks kommen aus sydney, wo

sie sich seit einiger zeit intensiv mit neuer improviserter musik

beschäftigen, sei es im splinter ochestra oder als duo.

15


16

samstag, 10. november, alter schl8hof wels

EVAN PARKER & PETER EVANS & OKKYUNG LEE

evan parker, saxofone

peter evans, trompete

okkyung lee, cello

D

rei grossmeisterinnen des spontanen treffen hier aufeinander,

um sich eingehend ausladend zu unterhalten.

das thema ist klar, es geht um das gemeinsame, das durch

das unterschiedliche erst erklärt werden kann, denn nur so

bleibt alles anders. es gibt keinen ursprung, es gibt kein

ablaufdatum, die reise hat nur ein ziel, und zwar das jetzt

und hier. woher bzw wohin weiss niemand, weil es nichts

zur sache tut. in summe erleben wir hier eine paraphrase für

das, was vor dem urknall war und spannenderweise weist

genau dies direkt in die zukunft. evan parker meint dazu:

„the future of music is sitting on either side of me.“

evan parker kommt aus london, wo er zunächst botanik

studierte, um sich dann doch ganz der musik zu widmen,

die ihn als sohn einer pianistin von kleinkindheit an begleitete.

ursprünglich von paul desmond und john coltrane beeinflusst,

begann er an seiner fulminanten technik zu arbeiten,

die mitunter schier übermenschlich anmutet. seine zirkularatmung

und sein zungen- und lippenspiel sind unfassbar

und es gibt wahrscheinlich niemanden aus der szene, mit

dem oder der er nicht gespielt hat: cecil taylor, anthony

braxton, derek bailey, irène schweizer, john zorn, er war bei

peter brötzmanns machine gun dabei, das trio lovens-parker-schlippenbach

existiert seit über 40 jahren und darüberhinaus

arbeitete er auch mit leuten wie scott walker, david

sylvian, robert wyatt, michael nyman oder charlie watts.

okkyung lee wurde in südkorea geboren und kam als

18-jährige nach boston, um dort komposition, filmmusik

sowie improvisation zu studieren. danach zog es sie nach

new york, wo sie bis heute lebt und mit so ziemlich jeder/m

arbeitet, die/der der vielseitigen szene dieser einzigartigen

stadt angehört. ihr ganz eigener stil und ihre perfekte technik,

ihre musiksprache basiert auf dem intensiven studium

zeitgenössischer cellotechniken, ihrer klassischen ausbildung

und ihren erfahrungen mit der musikalischen tradition

ihrer heimat südkorea.

peter evans ist auch in new york zuhause und genau wie

die beiden anderen bestens vertraut mit den möglichkeiten

seines instruments. so manchem befreundetem trompeter

blieb schon die spucke weg, ob dieser dargebotenen meisterschaft

von drei fingern, zwei lippen und einer zunge. und

auch er hat schon mit allen erdenklichen grössen gespielt,

ist darüberhinaus mit vielen jungen, uns (noch) unbekannten

muskerinnen aktiv und zum drüberstreuen spielt er immer

wieder johann sebastian bach im sogenannten bargemusic,

einer auf dem east river gleich neben der brooklyn

bridge gelegenen umgebauten barkasse.

foto caroline forbes


ATMOSPHÈRIQUE

xavier charles, lautsprecher, elektronik

tetsuya umeda, eigenbauinstrumente

lee patterson, rekorder, installation

Der französische klarinettist und klangforscher xavier

charles war schon des öfteren bei uns zu gast (bspw.

unvergesslich 2001 mit silent block) und arbeitet hier mit

zwei besonderen künstlern zusammen: tetsuya umeda aus

japan und lee patterson aus grossbritannien. bei ihren auftritten

bewegen sich die akteure im grenzbereich zwischen

soundinstallation, visueller installation und konzert.

xavier charles ist mit seinem feinfühlig-lyrischen ansatz

vor allem im bereich der grenzenredundierenden improvisationsmusik

tätig. er hat mit unzähligen musikerinnen dieses

globusses zusammengearbeitet und spezielle techniken für

sein instrument entwickelt, die inspiriert sind von der materie,

von alltagsklängen und zeitgenössischen musikalischen

ausdrucksformen. seine forschungen im universum der

klänge haben ihn unter anderem dazu geführt, ein system

von vibrierenden lautsprechern zu entwickeln. seine sonischen

experimente bewegen sich an den übergängen zwischen

improvisationsmusik, rock, noise, elektroakustik, jazz

und traditioneller musik und bieten uns vorschläge an, wie

man neue hörweisen (er)finden könnte.

tetsuya umeda setzt spezielle systeme und prozesse in

gang, um töne zu produzieren. dabei handelt es sich um unmittelbare

klänge von geräten, die er in äusserst einfachen

verfahren herstellt, ohne auf zuvor aufgenommene effekte

oder sounds zurückzugreifen. als bildender künstler entwi-

samstag, 10. november, alter schl8hof wels

ckelt er (sound)installationen unter einbeziehung alltäglicher

objekte, die palette reicht vom ventilator bis zum bambusstock,

und setzt sich eingehend mit den akustischen eigenschaften

der räume auseinander, in denen er auftritt – vorwiegend

kunsthallen in japan oder anderswo in der welt.

umeda tritt vorwiegend solo auf.

lee patterson lebt und arbeitet als künstler in der nähe von

manchester. „ich verbringe viel zeit damit, in meiner unmittelbaren

umgebung tonlandschaften einzufangen: die töne

der sicherheitsschranken auf autobahnen, die vorbeifahrenden

autos oder die mirakulöse sprache von insekten, unterwassertieren

oder pflanzen. diese dinge bilden meine künstlerischen

ressourcen. was mich fasziniert, sind die mitunter

exotischen klänge des alltags. ich verwende zum beispiel

unterwasser-kontaktmikrofone und je mehr ich mein hören

vertiefe, desto mehr wächst die klangwelt in meinen ohren.“

dieses projekt wurde unterstützt und produziert vom densités

festival und der vu d‘un oeuf association und der gemeinde

lorraine (frankreich).

17


18

samstag, 10. november, alter schl8hof wels

EXIT EDEN

hannes löschel, klavier, keyboard

phil minton, stimme

clayton thomas, kontrabass

michael bruckner-weinhuber, gitarre

mathias koch, schlagzeug

Hannes löschel, österreichischer komponist und aktivist

zwischen neuer musik und jazz, nimmt sich eines im

18. jahrhundert lebenden künstlers und dichters an, dessen

vielschichtige schönheit erst anfang des 20. jahrhunderts

erkannt wurde und der viele bereiche des kulturellen schaffens

der postmoderne geprägt hat. die songs of innocence

des briten william blake wurden bereits von künstlern wie

allen ginsberg oder benjamin britten interpretiert, weiters

befassten sich im jazzkontext mitte der 80er mike und kate

westbrook zusammen mit phil minton in ihrem projekt westbrook-blake

mit diesem seiner zeit zu weit vorausblickenden

freigeist und dieser tage erschien john zorns auseinandersetzung

mit der spirituellen mystik blakes unter dem titel

a vision in blakelight. auch die popwelt greift immer wieder

auf blake zurück, unterschiedlichste zugänge gibt es u.a.

von bruce dickinson von iron maiden (!), patti smith setzt

sich mit der seit ihrer kindheit vorherrschenden bewunderung

im song my blakean year auseinander (den sie bei

ihrer ungewöhnlichen pressekonferenz in wels im juli 2009

zum besten gab) und der einfluss blakes auf die filmwelt

reicht von blade runner von ridley scott über jim jarmuschs

dead man bis zu einer schlüsselszene in lara croft – tomb

rider. aber nun zu diesem projekt, hierzu ein zitat aus dem

booklet der bei col legno erschienenen cd: „der maler und

poet blake inszeniert in den songs of innocence einen naiv

anmutenden zustand der schöpfung. es ist die perspekti-

ve des kindes, das die dinge zum ersten mal wahrnimmt.

hannes löschel entgeht der gefahr der lieblichkeit, ohne die

ursprüngliche songidee zu dekonstruieren. man müsste alleine

über die kunst von phil minton ins schwärmen geraten:

wie der avantgardist mit seinem walisischen bariton die unscheinbarsten

zeilen zum glänzen bringt, sie aufplustert, sie

transzendiert und doppelbödig erscheinen lässt, ist schier

unfassbar.“

noch kurz ein paar worte zu den mitwirkenden: hannes

löschel lebt und arbeit intensiv in wien, erste erfolge mit

dem trio while you wait (mit martin zrost und paul skrepek

jr.), einer der umtriebigsten österreicher und daher müssig,

eine elle von liste an zu führen, selbiges gilt für phil minton,

es sei nur kurz in erinnerung gerufen, dass er bei unlimited

iii 1989 the beatles interpretierte und über den sympathietragenden

australischen wunderbassisten clayton thomas

sei gesagt, dass er in new york bei henry grimes und peter

kowald unterricht nahm, bevor es ihn nach berlin und

in weiterer folge zu unlimited xxii mit u.a. ken vandermark

und christof kurzmann verschlug. mit michael brucknerweinhuber

an der gitarre und mathias koch am schlagzeug

erleben wir 2 junge vielseitige österreicher, die sich

u.a. mit verschiedensten volksmusiken von weanarisch bis

kletzmer beschäftigen und auch vor dem rock keine angst

haben und das ist gut so!

foto xenia blum


LED BIB

mark holub, schlagzeug

liran donin, e-bass

toby mclaren, keyboard

pete grogan, saxofon

chris williams, saxofon

L ed

bib gehören zu den hoffnungsvollsten erneuerern

der jungen britischen jazzszene. ihr drittes studioalbum

mit dem schönen titel sensible shoes wurde von der times

als „zukunft des jazz“ gelobt und gewann als album des

jahres den barclaycard mercury prize.

das junge quintett um den schlagzeuger und komponisten

mark holub spielt in der aktuellen besetzung seit der

schulzeit zusammen. obwohl man die freunde für gewöhnlich

beim anderen zum tee antrifft, wo sie gern die

vorzüge verschiedener biskuits diskutieren,

ist es ihnen gelungen, die jazzwelt

mit ihren improvisierten avant-jazzeuphoric-rock-explosionen

gehörig

durchzurütteln. dies nicht zuletzt

durch holubs treibendes schlagzeug

und das duell der beiden alt-saxofonisten.

die klangreferenzen reichen

von metallica und northern soul

zu ornette coleman und der new

yorker downtown-szene.

„...one cool mutha of a deathjazz-cum-math-punk-freakout,

as if mike patton had his wicked

way with john zorn“ (time out).

foto matt crossick

samstag, 10. november, alter schl8hof wels

led bib lassen das junge leben und träumen der britischen

hauptstadt hörbar werden. ihre musik liefert einen ehrlichen

kommentar zu kampf und drama, zu verlusten und liebschaften,

allzeit gepaart mit äusserster spielfreude. oder

um es mit the wire zu sagen: „das ist der sound einer band,

die spass am spielen hat ... es geht ab wie eine glühende

kettensäge durch butter!“

19


14 uhr @ minoriten

EVAN PARKER

„MONASTERY SOLO“

evan parker, saxofone

E

igentlich gibt es nicht viel zu sagen zu diesem highlight,

ausser der tatsache, dass evan parker seit beinhahe 2

generationen an der entwicklung seiner soloperformances

arbeitet, in denen er gezielt auf die stimmungen und eindrücke

der umgebung 8 gibt und seine hohe konzentration in

schwerwiegende leichtigkeit konfiguriert, was im kirchenschiff

des über 500 jahre alten klosters der minoriten ein mit

sicherheit unmittelbar spezielles erlebnis wird.

kleine anekdote aus der geschichte des festivals: seine

letzte soloperformance bei uns wird nicht nur evan in ewiger

erinnerung bleiben. beim festival 1995 war er gerade

15 minuten auf der bühne, als eine unserer mitarbeiterinnen

zu seinem mikrofon ging und leicht nervös die unfassbare

ansage machen musste, dass der gesamte schlachthof sofort

geräumt werden müsse, da beim notruf der polizei eine

bombendrohung gegen die linken und asozialen alimente

(sic!) eingegangen war. evan liess sich vorerst nicht wirklich

stören, denn er dachte, dass es sich hier um eine spontane

spoken-word-performance aus dem publikum handelte....

(weiter geht es bei marc ribot)

foto caroline forbes

15 uhr @ medien kultur haus

sonntag, 11. november

NATE WOOLEY & PAUL LYTTON

nate wooley, trompete, verstärker

paul lytton, schlagzeug, elektronik

Dieses konzert zweier spezialisten für angewandte akustik

und elektronik kann als exemplarisch für den paradigmenwechsel,

in dem wir uns alle befinden, gesehen

werden – oder besser gesagt, wie mensch damit umgehen

kann und soll. beide beschäftigen sich von jung auf intensiv

mit ihrem instrument, erforschen neugierig die ihnen zur verfügung

stehenden möglichkeiten bzw erkunden stets das

unmögliche. und dieser furchtlose umgang mit den akustischen

quellen wird gepaart und verknüpft mit den offenbar

unendlichen (un)möglichkeiten der elektronischen klangerzeugung.

dieser ansatz der gleichberechtigten handhabung

von analog und digital ergibt ein aussergewöhnliches spannungsfeld,

da es auf vordergründige modernismen pfeift,

indem es sich auf unmittelbare erfahrung durch ungebrochene

neugier stützt.

in aller kürze sei noch bemerkt, dass es sich hier um einen

dialog zweier generationen handelt (nate ist 27 jahre jünger

als paul). paul lytton ist seit ende der 60er fixer bestandteil

der londoner szene und spielte mit allen grössen – die palette

reicht weit über namen wie evan parker, marilyn crispell

oder fred frith hinaus. und mit nate wooley steht ein junger

wilder amerikaner auf dem programm, der es versteht,

völlig furchtlos die grenzen des technisch und physikalisch

möglichen einer trompete neu zu definieren, was ihm in der

rezeption den ruf des idiosynkratischen ikonoklastikers einbrachte,

dh. auf gut deutsch er ist ein eigentümlich spezieller,

bilderstürmender rundumerneuerer, nachzuprüfen auf

der soeben bei clean feed erschienenen cd the nows mit

ken vandermark, ikue mori und eben paul lytton.

foto myles boisen

23


24

sonntag, 11. november, ab 19:00, alter schl8hof wels

HAN BENNINK & CHES SMITH & GUESTS

han bennink, schlagzeug

ches smith, schlagzeug

clayton thomas, kontrabass

peter evans, trompete

auch dieses duo ist eine idee der programmiererinnen,

und sie ist so naheliegend wie genial. über han

braucht mensch hier wirklich nicht mehr allzu viel sagen,

ausser dass er, um vorerst mal bei den namensgebungen

zu bleiben, eigentlich hendrikus johannes heisst, aber das

nur nebenbei. um was es bei han bennink geht, ist, dass er

als der inbegriff des terminus freejazz als haltung gilt. wenn

mensch sich so wie er vor nichts fürchtet und vor nichts

zurückschreckt, wird jede begegnung zum erlebnis im unaufgeladen

wahrsten sinn des wortes. seine unbrechbare

offenheit gegenüber allem findet ihren ursprung in seinem

witz und seiner selbstironie, mit der er durchs leben und

auf die bühne geht, und da kann dann nichts mehr schiefgehen,

bzw. wird augenblicklich dem schiefen etwas positives

abgewonnen. der freigeist macht das blaukraut zum

brautkleid. (stellt euch mal mit ihm auf einen bahnsteig und

wartet auf einen zug, dann wisst ihr, was ich meine...)

foto peter gannushkin

ches smiths nicht zu unterschätzendes verdienst liegt in

seinem eklektizismus. er spielt jazz und rock aber eben nicht

jazzrock, jenes ursprünglich spannende und aber schnell

ausgelutschte genre mit der leider unsympathischen gucktmal-was-ich-alles-kann

haltung. wenn er jazz spielt, lässt er

den rock aufblitzen und umgekehrt. bei unlimited bewies er

uns das schon öfters, sei es mit den secret chiefs oder mit

carla bozulichs evangelista, und er wird es auch noch heute

mit marc ribot und shahzad ismaily tun.

in dieser bitte nicht als drum-battle zu bezeichnenden abfahrt

ist auch noch platz für gäste, fahrchips gelöst haben

sich clayton thomas und peter evans, und wir freuen uns

sehr auf diesen ausflug ins wurschtwohin.

foto peter gannushkin


E

rneut ein spannender dialog dreier wachgeister. burkhard

stangl ist seit beinahe 30 jahren impulsgebende

grösse im vielfältigen wiener musikkosmos. als student

der ethnologie und musikwissenschaft (buch: ethnologie im

ohr) begab er sich anfänglich mit franz koglmann und den

grossartigen ton.art auf die suche nach der dritten strömung

und beschäftigte sich von anfang an mit den alles für immer

verändernden elektronischen neuerungen. aus den unzähligen

kooperationen seien hier nur das duo schnee mit christof

kurzmann und das kollektiv polwechsel mit u. a. werner

dafeldecker und john butcher erwähnt. einen wirklich

schwerst empfohlenen überblick über sein ganzes schaffen

bietet die wunderschöne 3 cd/dvd/buch-veröffentlichung

hommage à moi.

john butchers arbeit erfordert die konzentration auf das

wesentliche, er klotzt nicht mit seiner virtuosität, sondern

legt teppiche aus, die fliegen gelernt haben und deren

wahre grösse sich erst im ganzen zeigt. seine zusammen-

sonntag, 11. november, alter schl8hof wels

JOHN BUTCHER & BURKHARD STANGL & TONY BUCK

john butcher, saxofone

burkhard stangl, e-gitarre

tony buck, schlagzeug

arbeiten sind ein bezeichnendes beispiel für seine kunst,

unterschiedlichkeiten auf einen entscheidenden nenner

zu bringen, die liste reicht von derek bailey über lol coxhill

zu christof kurzmann, und bezeichnend ist möglicherweise

auch seine „erlernte“ profession, er hat den ph.d, den

höchsten doktortitel in physik, seine abschlussarbeit trägt

wieder mal einen schönenden titel, nämlich: spin effects in

the production and weak decay of heavy quarks.

mit tony buck sitzt einer der aussergewöhnlichsten schlagzeuger

an der batterie, er ist mit allen wassern gewaschen,

oder besser gesagt er versteht es, in jedem gewässer zu

schwimmen. egal ob laut oder leise, vollgas oder niedertourig,

free oder groovy – stets findet er spontan die melodie im

rhythmus und umgekehrt, eindrucksvollst belegt beispielsweise

bei the necks, tatsächlich eine der spannendsten

formationen des gesamten musikalischen universums, bei

kletka red mit leonid soybelman und andy ex oder bei unlimited

23 mit david watson und dj olive.

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26

sonntag, 11. november, alter schl8hof wels

THE MAGIC I.D.

christof kurzmann, ppooll, stimme

margareth kammerer, gitarre, stimme

kai fagaschinski, klarinette

michael thieke, klarinette

„a

m anfang stand das klarinettenduo the international

nothing von kai und michael. für ihre debut-cd mainstream

nahmen sie einen song mit margareth auf und fragten

christof (der bereits mit kai als kommando raumschiff

zitrone und mit margareth als produzent für ihr solo-album

to be an animal of real flesh zusammengearbeitet hatte)

nach einem remix. diese ersten kollaborationen machten

sie neugierig auf mehr und so begannen sie 2005 die arbeit

an einem quartett-programm, das auch duo- und triostücke

enthielt.

michael und kai haben einen eigenwilligen duo-sound entwickelt,

bei dem die beiden klarinetten zu einem warmen,

zarten klang verschmelzen. margareth steht für minimalistische

kunstlieder. sie arbeitete zumeist solo, nur mit stimme

und akustischer gitarre. christof bewegt sich schwer zu

fassen im weiten feld zwischen elektronischer musik und

pop-song.

all dies kommt in diesem quartett zusammen. die herausforderung

der band besteht darin, die stücke in gemeinsamer

anstrengung zu entwickeln. jeder bringt ideen mit und

ein und – jeder klingt in dieser band ein bisschen anders

als gewöhnlich! das resultat? eine charmante, wie merkwürdige

ansammlung von songs, die sich nicht sonderlich

um ihre kategorisierbarkeit zwischen experimentell, pop,

abstrakt und melodisch kümmern.“ (ute pinter, echoraumprogramm,

graz)

dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, ausser dass

es mittlerweile 2 wunderschöne platten gibt: till my breath

gives out (2008) und i’m so awake / sleepless i feel (2011) –

beide machen süchtig nach diesem sound, bei dem mensch

im liegen fliegen lernt. und so wundert es nicht, dass sich

fred frith als grosser fan von the magic i.d. outete.

foto gianmarco bresadola


CERAMIC DOG

marc ribot, gitarre, stimme

shahzad ismaily, e-bass, stimme

ches smith, schlagzeug

Wir beschliessen den 26. reigen mit einem weiteren höhepunkt,

und zwar mit seiner ersten echten rockband

seit seiner highschool-zeit, wie marc ribot extra betont. ihn

vorzustellen ist eigentlich nicht nötig, mensch kann davon

ausgehen, dass es niemanden im ehrenwerten publikum

gibt, der ihn nicht kennt und zumindest eine platte hat, auf

der er mitwirkt. die namen tom waits, marianne faithfull,

robert plant oder elton john(!) sind ein zeichen dafür, dass

er (es) sozusagen mit allen aufnehmen kann, er ist 10 tage

vor unlimited 26 mit diana krall auf tour, aber ihm geht es

nicht um die big names, ihm geht es ums musikmachen,

er schwärmt und redet mehr über die unglaubliche gitarristin

mary halvorson als über tom waits, und das ist es, was

ihn ausmacht. erwähnenswert ungewöhnlich ist noch die

tatsache, dass er als linkshänder eine rechtshänder-gitarre

spielt, und seinen zugang zu seiner idee vom musikmachen

beschreibt er treffend mit dem quote, dass es „..ein grosses

mass an kontrolle brauche, um musik zu schaffen, die

klingt, als ob sie unkontrolliert sei“.

den bass zum beben bringt shahzad ismaily, auch er immer

wieder gern gesehener gast des hauses und einer der

vielfältigsten multiinstrumentalisten der szene, inhaltlich wie

technisch. sein radius umfasst neben den üblichen unverdächtigen

wie carla bozulich oder carla kihlstedt auch zb.

bouzouki spielen bei death in vegas, gitarre bei innundir

skinni (eine weitere isländische schönheit, produziert von

sigur ros und björk), oder das singen mit und produzieren

von bonnie prince billy - von den big names seien nur ex-

sonntag, 11. november, alter schl8hof wels

emplarisch lou reed und yoko ono erwähnt. seit einiger zeit

bastelt er auch an einem interessanten soloprogramm, das

er uns hoffentlich früher als später zu gehör bringen wird.

und ches smith rührt wie gesagt, zum zweiten mal die

trommeln an diesem ereignisreichen sonntag – und da muss

jetzt leider noch ein kalauer raus: wenn jemand von euch

aktiv in der katholischen kirche ist, bitte mochts a jazzmess

mim ches smith! – wir freuen uns und bedanken uns herzlichst

für eure aufmerksamkeit und bei allen mitwirkenden

für ihren unerschöpflichen einsatz, ohne den dieses ganze

ding nicht möglich wäre! – und vergesst nicht: mehr sound

ins getriebe!

(abschliessend noch die fortsetzung der geschichte vom

11.11.1995: ribot war mit arto lindsay nach evan parker’s

solo geplant und auch er war wie wir alle etwas verwirrt, ob

der tatsache, dass da jetzt tatsächlich aufgrund der bombendrohung

das gesamte gebäude von ca. 20 polizistinnen

geräumt wurde. jedenfalls stand er draussen auf dem parkplatz

und meinte, wir sollten doch schnell die verstärker und

das equipment holen, sie würden ihr konzert im frühstücksraum

der jugendherberge spielen. soweit kam es dann

schlussendlich doch nicht, denn nachdem konrad bauer ein

spontanes solo am parkplatz zum besten gab, durften wir

alle nach entwarnung gegen 1 uhr wieder den schlachthof

betreten, und so begannen sie schliesslich gegen 3:30 ihr

klarerweise umwerfendes konzert.)

foto marco prenninger

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