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durch
blick
Autorenzeitschrift
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Nr. 1/2026
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Tiere in der Literatur
ab Seite 20
Pfingsten 2026 | 21. – 25. Mai
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Inhaltsübersicht
Aus der Redaktion3
Kurz Berichtet 4
Aus dem Seniorenbeirat13
Literatur und Kunstausstellungen 20
Tiere erzählen 20
Der Storch 22
Sind Tiere die besseren Menschen? 24
Die Grille und die Ameise 25
Schröder 26
Lilyfee 28
Tiergeschichten 29
Das gemeinsame Geheimnis 30
Was verraten uns Düfte 32
Unter dem Schatten der Bäume 34
Ungeheuer 35
Der Holocaust als Graphik Novel 36
Dada und die grosse Kleinkunst 38
Die Maske des Todes 40
Preussens Königin Luise 42
Night Train 46
Von Eiern und Menschen 48
Frühling am alten Grab 49
Ostern 49
Mörderisches Einkaufsvorhaben 50
Gedächtnistraining 52
Die wilde Kunigunde 54
Geht nicht? – Gibt's nicht! 55
Ora et Labora 56
Siegerländer Berufe 58
Mehr als starten und Landen 62
Hirtenlohn 64
Mundart 66
Erfahrungen weitergeben 69
Bombenstimmung beim Kriegspielen 70
Wiederkehrende Termine 72
durchblick verlost Freikarten 74
Veranstaltungen im Haus Herbstzeitlos 75
Veranstaltungen im Kreis Siegen-Wittgenstein 76
Es fiel uns auf / Lösungen / 82
Zu guter Letzt / Impressum 82
db-Titelbild: Alexandra Benauer
Aus der Redaktion
Eigentlich lassen wir beim Thema Tiere, speziell Haustiere, journalistische Vorsicht
walten. Zu leicht könnte das ins Triviale abgleiten. In der Entwicklung
der vorliegenden Ausgabe überrollte uns diese Thematik allerdings mit Wucht.
Hat man keine Chance zur Gegenwehr, empfiehlt sich entschlossenes Nachgeben.
Unsere Entscheidung erwies sich wieder einmal als gut und richtig. Völlig
unterschiedliche Perspektiven nahm unsere Autorenschaft ein: wissenschaftlich,
darstellend, erzählerisch, bildlich, schriftlich. Und immer spürte man die besondere
Beziehung zwischen Mensch und Tier – Liebe, Fürsorge, Trauer, Angst, Amüsement.
Wir fanden uns wieder in dieser Vielfalt und denken, unserer Leserschaft geht
es nicht anders.
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Menschen.
Unsere Wohn- und Pflegeeinrichtungen
möchten mit
Ihnen in den nächsten aktiven
Lebensabschnitt starten.
• Marienheim, Weidenau
• Haus St. Elisabeth, Netphen
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Ein Unternehmen der
Marien Gesellschaft Siegen
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1/2026 durchblick 3
Kurz berichtet
Kreuztaler Buchspaziererinnen
kommen zu Ihnen nach Hause
Bibliotheksleiterin Linda Donalies (li.) mit Buchspaziererin Christina Schreiber.
Kreuztal. Inspiriert durch den Film
„Der Buchspazierer“ ist in Kreuztal ein
besonderes Projekt gestartet. Ziel ist
es, Bücher und andere Medien direkt
zu den Menschen zu bringen – dorthin,
wo der Weg in die Bibliothek nicht mehr
selbstverständlich möglich ist.
Mit dieser Idee konnte Bibliotheksleiterin
Linda Donalies den Pastoralverbund
Nördliches Siegerland sowie der Evangelischen
Kirchengemeinde um den Kindelsberg
begeistern, die dieses Projekt
mit ihr umsetzen. „Wir möchten, dass
Menschen, die gerne lesen oder Medien
ausleihen, auch weiterhin Zugang dazu
haben“, betont Linda Donalies.
Interessierte können sich direkt in
der Bibliothek melden und dort ihre Vorlieben
und Themenwünsche angeben.
Das Bibliotheksteam stellt anschließend
eine individuelle Auswahl zusammen.
Die Auslieferung übernehmen derzeit elf
ehrenamtliche Helferinnen und Helfer,
die dann auch Zeit für ein Schwätzchen
zu Hause haben.
db
Wikipedia
25 Jahre Wissen
Berlin. Was mit wenigen hundert englischsprachigen
Artikeln startete, ist
heute das größte Wissensprojekt der
Menschheit: Über 65 Millionen Artikel
in mehr als 300 Sprachen stehen
Menschen weltweit kostenlos zur Verfügung.
Möglich wurde dies durch das
Engagement zehntausender Freiwilliger,
die ihr Wissen in ihrer Freizeit teilen
– sowie durch die kontinuierliche
Unterstützung spendender Menschen.
Wikipedia ist heute eine aktuelle, verlässliche,
frei zugängliche Wissensquelle.
Der Verein und
die Community
stehen vor großen
Aufgaben, insbesondere
beim kontinuierlichen
Ausbau
der technischen
Infrastruktur, um
Sicherheit und Leistungsfähigkeit der
Plattform zu gewährleisten.
Zudem werden spezielle Softwarelösungen
entwickelt, um Vandalismus zu
bekämpfen, Rechtschreib- und Grammatikfehler
zu reduzieren oder KI-generierte
Texte zu erkennen. Ein weiterer
Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung
der Freiwilligen durch Veranstaltungen,
Fachliteratur oder Kooperationen mit
Kultur- und Bildungseinrichtungen. db
Am Löhrtor tut sich was
SkF Siegen e.V. in neuen Räumen
Wohnberatung
neuer Träger
Siegen. Unter der Adresse Löhrtor 10
in Siegen befinden sich jetzt die Räume
des Sozialdienst katholischer Frauen e.V..
Das neue Gebäude, das der Universität
Siegen gehört, bietet Raum für mehrere
katholische Sozialdienste. Unter einem
Dach arbeiten nun der SkF Siegen e.V.,
der Katholische
Sozialdienst
(KSD) Olpe und
die Caritas eng
zusammen. In
Verbindung mit
der Standorteröffnung
nutzte
der Geschäftsführer
die Gelegenheit,
ein
neues Angebot
des Vereins
vorzustellen:
Der SkF Siegen
e.V. plant den Aufbau eines Mutter-
Vater-Kind-Wohnens, das jungen Familien
in Krisen Halt, Struktur und neue
Perspektiven geben soll. Das Projekt soll
teilstationär bis stationär ausgerichtet
werden und in Kooperation mit einem
erfahrenen Träger aus Olpe starten. db
Siegen. Die bekannte Wohnberatungsstelle
für die Bürgerinnen und Bürger
des Kreises Siegen-Wittgenstein ist in
eine neue Trägerschaft übergegangen.
Weiterhin informiert und berät sie nun
unter dem Label des Caritasverbands
in Siegen kostenlos neutral und barrierefrei
zu Möglichkeiten der Wohnungsanpassung,
zu finanziellen Fördermitteln,
zum Einsatz von Hilfsmitteln, zu
alternativen Wohnformen sowie zu
Leistungen sozialer Dienste. Auch bei
Fragen zu Betreutem Wohnen, Service-
Wohnen oder Wohnprojekten.
Ziel ist es, Lebensqualität zu erhalten,
Unfälle zu vermeiden, Pflege zu
erleichtern oder eine passende Wohnform
zu finden.
Informationen erhalten Interessierte
unter 0271-234178412. Anfragen
können gestellt werden unter:
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4 durchblick 1/2026
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1/2026 durchblick 5
Kurz berichtet
WESTERN Förderpreis 2026
Kunstverein Siegen dreifach nominiert
Siegen. Unter elf nominierten
Kunstvereinen in Nordrhein-Westfalen
ist der Kunsterein Siegen der einzige,
der in sämtlichen Kategorien vertreten
ist.
In ihrer Begründung hebt die unabhängige
Jury die inhaltliche Präzision,
konzeptuelle Klarheit und den Mut
zu neuen Ansätzen hervor. Besonders
überzeugend sei das vom Kunstverein
Siegen eingereichte Jahresprogramm,
das regionale Verankerung mit gesellschaftlich
relevanten Fragestellungen
verbindet. Es greife Themen der Stadtgesellschaft
auf und überführe sie in einen
erweiterten künstlerischen Kontext.
Auch die geplanten Ausstellungen
und Initiativen wurden positiv bewertet.
Sie sollen neue Formen des künstlerischen
Austauschs ermöglichen und
Impulse für die Stadt setzen.
Hervorgehoben wird eine für 2026
geplante Gruppenausstellung, bei der
ein leerstehendes Gebäude in der Siegener
Innenstadt über mehrere Wochen
als künstlerisches und soziales
Experimentierfeld genutzt wird. Installationen,
Interventionen und partizipative
Formate untersuchen dort die
Stadt als Ort von Wandel, Imagination
und gesellschaftlicher Aushandlung.
Besondere Anerkennung erhält zudem
das Engagement des Kunstvereins
in den Bereichen Kunstvermittlung, Kooperationen
und Publikumsentwicklung.
Die konsequente Ausrichtung auf Zugänglichkeit,
Teilhabe und die Öffnung
institutioneller Strukturen mache den
Kunstverein Siegen zu einem wichtigen
kulturpolitischen Akteur der Region.
Die Preisverleihung findet am
5. September 2026 im Rahmen der
DC Open in Köln statt. Die Bekanntgabe
der Preisträger:innen erfolgt kurz
vor der Veranstaltung.
db
DRK Siegen-Wittgenstein
Ehrung auf der Jahreshauptversammlung
Ehrenamtliche
für Kinderklinik gesucht
Siegen. Seit einem Jahr bringt das
Mobile Spieleangebot der DRK-Kinderklinik
Siegen Abwechslung in den Klinikalltag
junger Patientinnen und Patienten.
Entstanden aus einer Idee des
Pflegepersonals und ermöglicht durch
große Spendenbereitschaft aus der Region,
ist das Angebot inzwischen fester
Bestandteil auf den Stationen.
Dreimal pro Woche ist Erzieherin
Christina Dilgert mit liebevoll ausgestatteten
Spielwagen unterwegs. Gerade
Kinder, die aufgrund ihrer Erkrankung
das Bett nicht verlassen können,
profitieren von dem mobilen Angebot.
Mit Büchern, Spielen, Bastelmaterialien
und kleinen Aktionen kommt sie direkt
zu ihnen ans Bett. „Für diese Momente
tritt die Krankheit ein Stück weit in den
Hintergrund“, sagt Dilgert.
Finanziert wurde das Projekt vollständig
über Spenden: Rund 110.000
Euro waren nötig, um das Angebot und
eine pädagogische Fachkraft für drei
Jahre zu sichern.
Ergänzt werden soll das Projekt
durch ehrenamtliche Helferinnen und
Helfer, die Zeit zum Vorlesen oder Spielen
schenken. „Guten Feen“ sind weiterhin
gesucht.
db
Theodor Schneider wurde für seine langjährige Mitgliedschaft geehrt.
Siegen. Ein ereignisreiches Jahr ging
für das Rote Kreuz in Siegen-Wittgenstein
zu Ende. Vom Rettungsdienst
über Kitas und Pflegeangebote bis hin
zu sozialen Diensten ist das DRK unverzichtbar
für den Kreis.
Rund 13.000 Menschen engagieren
sich hier in unterschiedlichen Rollen
für das Rote Kreuz. Was sie alle eint:
der Wille, sich für das Gemeinwohl ein-
zusetzen. Was sie unterscheidet: Jede
Person bringt ihre individuellen Fähigkeiten
ein, ihre persönlichen Erfahrungen,
Motivation, Hintergrund. „Bei uns
sind wirklich alle willkommen. Wir helfen
nicht nur vielfältig, wir sind vielfältig“,
bringt Präsident Andreas Müller
es auf den Punkt. Das Präsidium wurde
für die Wahlperiode 2025 bis 2029
bestätigt.
db
Apotheken
Weniger vor Ort
Münster. Der Trend kennt nur eine
Richtung. Nämlich abwärts. „43 Apotheken
haben im Jahr 2025 im Raum
Westfalen-Lippe ihre Pforten geschlossen“,
bilanziert AKWL-Hauptgeschäftsführer
Dr. Andreas Walter zum Jahreswechsel
die Apothekenstatistik der
Kammer. 49 Schließungen stehen nur
sechs Neueröffnungen gegenüber.
Vor 20 Jahren, also zu Beginn des
Jahres 2006 versorgten in Westfalen-
Lippe noch 2.245 Apotheken die Bürgerinnen
und Bürger mit Arzneimitteln.
Zum 1. Januar 2026 seien es noch
1.613 Apotheken. db
6 durchblick 1/2026
Kurz berichtet
Unser Siegen Online
Geschichte von Buchen wird persönlich greifbar
Siegen. Das Zeitzeugenportal des
Siegerlandmuseums, "Unser Siegen",
macht Stadtgeschichte auf ganz besondere
Weise erlebbar: Zeitzeuginnen
und Zeitzeugen erzählen persönlich von
ihrem Leben, ihrem Alltag, besonderen
Momenten und prägenden Erlebnissen.
Diese Erinnerungen sind als Videos oder
Texte unter unser-siegen.com allen zugänglich.
Die Spezial-Reihe „Unser Siegen vor
Ort“ rückt seit dem Stadtjubiläum 2024
nach und nach jeden einzelnen Stadtteil
ins Rampenlicht. Das neueste Video
befasst sich mit Sohlbach-Buchen und
wurde jetzt online gestellt.
Der Beitrag führt in den im
Norden Siegens gelegenen
Stadtteil. Das eigentlich aus
zwei Stadtteilen bestehende
Sohlbach-Buchen ist landwirtschaftlich
geprägt und lebt von
einem starken Gemeinschaftsgefühl.
Hier gibt es Vollerwerbslandwirte
mit Hofläden, ein
außergewöhnlich aktives Vereinsleben
und viele engagierte
Menschen jeden Alters – von
den Pfadfindern über die Landfrauen
bis zum SSV Sohlbach-
Buchen, der längst mehr ist als
ein Fußballverein. Auch die Geschichte
der sagenumwobenen
„Ongelsgrob“ wird im Beitrag erzählt. Zu
sehen ist das Video unter https://unsersiegen.com/sohlbach-buchen.
Unser Siegen wird unterstützt vom
Förderverein des Siegerlandmuseums.
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1/2026 durchblick 7
Kurz berichtet
Melodie der Meere
Maritimes Konzert – Highlight
Gastchor „Seeteufel“
Neuwahl
Generationenwechsel
Siegen. Zum neuen Vorsitzenden
wählte die spanischsprachige Gemeinde
Siegerland e.V. H.Daniel Ibañez García
(li).
Die Gemeinde dankte dem scheidenden
Vorsitzenden López García für
seinen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung
des Vereins, der 1997 als
Förderverein für die spanischsprachige
katholische Gemeinde Siegen und Umgebung
– interkulturelle Gemeinschaft
e.V. gegründet wurde Er wurde nach
28jähriger Tätigkeit als Vorsitzender
zum Ehrenvorsitzenden ernannt. db
„Shantychor“ Siegen
Siegen. Am Samstag, 18. April 2026,
lädt der Seemannschor der Marinekameradschaft
Siegerland um 18 Uhr erneut
zum Konzert „Melodie der Meere“
in die Weißtalhalle Siegen ein.
Unter der Leitung von Galina Renner
treten der Siegener Shantychor, das
Giebelwald-Duo Vanessa und Andreas
Schuss sowie als Gastchor die „Seeteufel“
aus Halle/Saale auf.
Die Besucherinnen und Besucher
erwartet ein stimmungsvoller Abend
mit maritimen Liedern zum Mitsingen
und Schunkeln.
Der Eintritt beträgt 15 Euro, Karten
sind an den üblichen Vorverkaufsstellen
erhältlich oder können unter
0170-4498212 sowie per Email an:
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werden.
db
Neue Wege
im Alten Schloss
Siegen. Das Siegerlandmuseum im
Oberen Schloss setzt seinen zukunftsorientierten
Kurs weiter fort, auch online.
Ein zentraler Baustein ist die dauerhaft
eingerichtete Ausstellung „ZeitRäume.
Ein Schloss macht Museum“, die mit interaktiven
Stationen und multimedialen
Anwendungen neue Zugänge zur Museums-
und Schlossgeschichte eröffnet. Digitale
Elemente wie Projection Mapping,
ein 3D-Schlossmodell oder spielerische
Technikstationen zeigen zeitgemäße Formen
des Museumserlebens.
Ergänzend dazu wird die digitale
Sammlung kontinuierlich ausgebaut
und macht zahlreiche Objekte barrierearm
online zugänglich.
Auch im Veranstaltungs- und Vermittlungsbereich
geht das Museum neue
Wege. Kooperationen mit regionalen und
überregionalen Partnern, kreative Workshops
sowie Angebote für Achtsamkeit,
Kinder und Familien erweitern das Programm
und stoßen auf große Resonanz.
Das Interesse des Publikums bestätigt
den eingeschlagenen Weg. db
8 durchblick 1/2026
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80,-
50,-
60,-
40,-
100,-
„Top-10“ - Angebote: gültig, solange Vorrat reicht „Top-10“ - Angebote: gültig, solange Vorrat reicht
Kurz berichtet
Vom Lernenden zum Lehrenden
Senec@fé von ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein geht neue Wege
Siegen. In einer Lebensphase, in der
sich viele ins Private zurückziehen, hat
sich im Siegener Senecafé eine Gruppe
zusammengefunden, die neue Wege
geht. Statt Entschleunigung steht hier
die aktive Aneignung einer Technologie
im Mittelpunkt, die oft den „Digital Natives“
zugeschrieben wird: der 3D-Druck.
Zentrum des Projekts ist ein Prusa
Core One, eine Spende an den Verein.
Der Drucker steht sinnbildlich für den
Anspruch der Gruppe: digitale Entwürfe
selbstständig in greifbare Objekte
zu verwandeln. Für die Teilnehmenden,
alle über 60, ist er mehr als ein technisches
Gerät – er eröffnet die Möglichkeit,
Alltagsprobleme eigenständig zu
lösen, etwa durch selbst entworfene
Ersatzteile.
Besonders ist die enge
Vernetzung mit dem Fab Lab
der Universität Siegen. Hier
treffen akademische Infrastruktur
und lebenspraktische
Erfahrung aufeinander.
Die Senioren arbeiten nicht
isoliert, sondern im Austausch
mit wissenschaftlichen
Akteuren – eine ungewöhnliche,
aber fruchtbare
Symbiose.
Das Projekt ist langfristig
angelegt. Aus der anfänglichen
Lerngruppe soll ein
stabiles Kompetenzteam entstehen,
das Wissen weitergibt.
Nach ersten Schritten in
CAD-Programmen wie TinkerCAD oder
dem Einsatz von KI-gestützten Designwerkzeugen
wechseln die Teilnehmenden
zunehmend in die Rolle von Multiplikatoren
für andere Senioren. Aus der
Der neue 3D-Drucker im Prospekt.
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen unter der Leitung von
Doktorand Marios Mouratidis (re. im Bild.) der Uni Siegen
bauen mit den Senior:innen den 3D-Drucker zusammen.
anfänglichen Lerngruppe soll ein stabiles
Kompetenzteam entstehen, das Wissen
weiter gibt.
Im ersten Schritt werden Grundlagen
zur Mechanik vermittelt - bei einem
Workshop bauen die Teilnehmenden eine
Maschine von grundauf selbst. Im nächsten
Schritt wird die Konstruktion mit
CAD-Programmen wie Autodesk Fusion
360 oder auch TinkerCAD ausprobiert.
Im Kern geht es um digitale Souveränität.
Wenn im Senecafé über Infill-
Raten, Filamente oder Kalibrierung diskutiert
wird, verlieren Altersgrenzen an
Bedeutung. Mit einem überschaubaren
Jahresbudget von 500 bis 1.000 Euro
ist der materielle Aufwand gering – der
soziale Gewinn jedoch groß.
Die gedruckten Objekte
mögen unscheinbar, aber
praktisch sein: Greifhilfen,
Halterungen, Keksstecher
oder Schlüsselanhänger. Für
die Gruppe sind sie sichtbare
Beweise dafür, dass Zukunftsfähigkeit
keine Frage
des Alters ist, sondern der
Neugier und der Bereitschaft,
Neues zu lernen.
Die Projektgruppe trifft
sich montags, von 14-17 Uhr
im Begegnungszentrum der
Stadt Siegen Haus Herbstzeitlos,
Marienborner Straße
151. Interessenten sind
ausdrücklich eingeladen zum
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10 durchblick 1/2026
Kurz berichtet
Demenz Meet Siegen!
Eine Initiative des Runden Tisch Demenz Si.- Wi.
Das Vorbereitungsteam:
Stefanie Kremer, Anna- Lena Krieger, Anja Reitz, Manuela Kremer, Rüdiger Jezewski,
Katrin Schollmeyer, Brigitte Weber-Wilhelm, Bettina Großhaus-Lutz, (v.lks).
Siegen. Das 1. Demenz Meet Siegen
findet am 11. Juli 2026 statt. Auf die
Besucher wartet ein bunter Tag voller
Inspiration, berührender Begegnungen
und gutem Zusammensein.
Ein Demenz Meet ist eine Zusammenkunft
für Menschen mit Demenz
und ihren Angehörigen. Unter dem Motto
„Leichte Stunden zu einem schweren
Thema“ bietet die Veranstaltung Raum für
Begegnung, Austausch und Vernetzung –
unkompliziert, persönlich und herzlich.
„Ein Demenz Meet ist kein steifer, intellektueller
Kongress, sondern bunt,
lebendig und ein wenig wild,“ berichtet
Bettina Großhaus-Lutz (Vorsitzende der
Alzheimer Gesellschaft dem
Ein inspirierendes Programm mit
Inhalten von Angehörigen und Betroffenen
sowie Experten soll dem Tag
Struktur und Diskussionsstoff bieten.
Im Fokus stehen die Meinungen, Bedürfnisse
und Erlebnisse der Menschen
mit Demenz und ihrer Angehörigen!
Unter dem Motto „Demenz Meet“
lädt der Runde Tisch Demenz Siegen-
Wittgenstein ein, in einem geschützten
Rahmen zusammen zu kommen, zuzuhören,
Erfahrungen zu teilen und echte
Verbindungen zu schaffen.
Das 1. Demenz Meet Siegen findet
am Samstag, 11. Juli 2026, 9:00- 16:00
Uhr im und um das Kulturhaus LYZ, St.
Johann Straße 18, 57074 Siegen statt.
Weitere Informationen zur Veranstaltung
wie auch zum Ticketverkauf erhalten Interessierte
bei der Alzheimer Gesellschaft
Siegen-Wittgenstein. Siegen, Weidenauer
Str. 202. 0271 - 67 34 72 39 oder
info@alzheimer-siegen.de db
SHG feiert 25jähriges
Forum des Hörens gibt fachliche Impulse
Siegen. Die beiden Siegener Selbsthilfegruppen
für Hörgeschädigte und
Tinnitus feierten 25-jähriges Bestehen
im Gemeindehaus der Martini-Kirchen-
gemeinde. Zahlreiche
Gäste blickten gemeinsam
auf die Arbeit der
Gruppen zurück und erhielten
zugleich fachliche
Impulse.
Fachvorträge von Dr.
med. Sarah Euteneuer
(HNO) und apl. Prof. Dr.
med. Katrin Reimann
(UKGM Marburg) informierten
über Tinnitus,
Hörverlust und moderne
Therapiemöglichkeiten.
Persönliche Erfahrungsberichte, praktische
Stressübungen sowie ein geselliger
Ausklang rundeten die gelungene
Jubiläumsveranstaltung ab. db
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1/2026 durchblick 11
Kurz berichtet
Resonanzen
Giorgio Morandi (1890-1964)
Giorgio Morandi, Natura Morta,
1961, Sammlung Kunst Museum Winterthur, © VG Bild-
Kunst, Bonn 2025, Foto: SIK-ISEA, Zürich, Jean-Pierre Kuhn
Siegen. Das Museum für Gegenwartskunst
Siegen (MGK) zeigte bis Ende
März 2026 eine, von Prof. Dr. Christian
Spies, kuratierte retrospektive Ausstellung
des Rubenpreisträgers von 1962.
Bekannt ist der aus Bologna stammende
Maler, Grafiker und Professor
der „Accademia di belle arti“ für seine
Naturmotive und vor allem für seine
Stillleben „Natura Morta“, die meditativ
sein Leben begleiten. Es sind Alltagsgegenstände
wie Flaschen, Krüge,
Dosen oder Schnabelkannen. Die
Anordnung dieser Objekte variiert er
immer wieder neu, sodass trotz ähnlicher
Arrangements kein Bild dem
anderen gleicht. Die Gemälde und
Zeichnungen strahlen Ruhe, ja Stille
aus. Da ist nichts Lautes oder Aufgeregtes.
Genau für dieses Spannungsverhältnis
von Wiederholung und
Differenz hat Morandi als einer der
großen „Einzelgänger“ der modernen
Malerei Aufmerksamkeit erfahren. Er
nimmt sich Zeit, Ruhe und Geduld.
Die retrospektive Schau „Giorgio
Morandi Resonanzen“ geht dieser
besonderen Position Morandis in der
Kunst der letzten 80 Jahre nach. Es
werden mehr als 60 Werke vom Frühwerk
der 1920er bis in die 1960er Jahre
gezeigt. Dabei setzt die Präsentation
bei der umfassenden Werkgruppe der
Sammlung Lambrecht-Schadeberg an
und erweitert diese mit Leihgaben aus
deutschen und europäischen Sammlungen.
Zugleich macht sich die Ausstellung
das Prinzip Morandis zu eigen und
setzt die Werke in Dialog mit älteren
und jüngeren Werken anderer Künstler,
darunter Josef Albers, Lucian Freud,
Candida Höfer, On Kawara und last not
least Originalbilder von Edouard Manet
und Claude Monet als „ Publikumsköder“.
Hiermit brachte die Ausstellung
etwas Glamour und einen Hauch Louvre
in unser Museum“, wie eine Siegener
Zeitung kommentierte. tere
Giorgio Morandi, Paesaggio,
1935, MGKSiegen, Sammlung Lambrecht-Schadeberg,
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Zukunftsfähig
Neue Verwaltungsspitze
Der neue Verwaltungsvorstand um
Bürgermeister Volker Sonneborn.
Foto: Stadt Bad Berleburg
Bad Berleburg. Um die Stadtverwaltung
auf künftige Herausforderungen
auszurichten, hat Bürgermeister
Volker Sonneborn nach den Kommunalwahlen
die Verwaltungsstrukturen
weiterentwickelt. Ziel sei es, eine zukunftsorientierte
und dauerhaft handlungsfähige
Verwaltung zu sichern.
Dafür wurde der geschäftsführende
Verwaltungsvorstand neu aufgestellt.
Ihm gehören jetzt an: Bürgermeister
Volker Sonneborn, Kämmerer Manuel
Spies, Dezernent Christoph Koch
sowie Colette Siebert als Leiterin der
Stabsabteilung Regionalentwicklung
an. Christoph Koch wurde zum allgemeinen
Vertreter des Bürgermeisters
gewählt. In dessen Verhinderung
übernehmen Colette Siebert und Fachbereichsleiter
Christian l’Hiver gemeinsam
die Verwaltungsleitung.
Kämmerer Manuel Spies verantwortet
künftig neben dem Fachbereich Innere
Verwaltung zusätzlich den Fachbereich
Bürgerdienste innerhalb des
geschäftsführenden Verwaltungsvorstands.
Unverändert bestehen bleibt der erweiterte
Verwaltungsvorstand. db
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12 durchblick 1/2026
Kurz berichtet
Seniorenwanderungen 2026
Frische Luft – Gute Gespräche – Gemeinschaft
Freudenberg. Unter dieser Überschrift
lädt der Seniorenbeirat der Stadt Freudenberg
in Kooperation mit der SGV-
Abteilung Freudenberger Land alle
Seniorinnen und Senioren herzlich zu
einer Reihe gemeinsamer Veranstaltungen
im Jahr 2026 ein.
Den Auftakt macht am Freitag, den
20. März, um 14.00 Uhr eine gemütliche
Wanderung in Hohenhain. Die Strecke
ist etwa vier Kilometer lang und führt
über leicht begehbare Wege. Im Anschluss
ist eine gemeinsame Einkehr
geplant, um den
Nachmittag in geselliger
Runde ausklingen
zu lassen.
Eine weitere
Wanderung folgt
Freitag, 26. Juni im
Rahmen der bundesweiten
Woche
„Gemeinsam aus
der Einsamkeit“.
Im zweiten Halbjahr
2026 sind Freitags-Wanderungen
am 21. August und 23. Oktober geplant.
Alle Wanderungen sind bewusst so
gestaltet, dass auch Menschen teilnehmen
können, die nicht mehr ganz
so fit sind oder gesundheitliche Einschränkungen
haben. Bewegung an
der frischen Luft, gute Gespräche und
Gemeinschaft stehen im Vordergrund.
Eine Anmeldung ist bis spätestens eine
Woche vor dem jeweiligen Termin erforderlich,
entweder unter 02734 – 1629
oder post@bruno-stock.de. db
Digitale Brücke zwischen Jung und Alt
Siegen. Auf Initiative des
Seniorenbeirats der Universitätsstadt
Siegen fand zum
wiederholten Mal von November
bis Ende Januar im Fürst-
Johann-Moritz Gymnasium ein
besonderer PC-Kurs statt, der
Generationen miteinander verband.
Geleitet wurde der Kurs
nicht von Dozenten, sondern
von den beiden engagierten
Schülern Mohamed Boussadia
und Noah Shady, die ihr
digitales Wissen mit einer
Gruppe von Seniorinnen
und Senioren teilten.
Ziel des Kurses war
es, den Teilnehmenden
den sicheren und selbständigen
Umgang mit
dem Computer näher zu
bringen. In entspannter
Atmosphäre wurden
grundlegende Themen,
wie Nutzung von Maus und Tastatur, das
Schreiben und Speichern einfacher Texte,
das Anlegen von Ordnern sowie der Einstieg
ins Internet behandelt.
Abschließend wurden die
Möglichkeiten der Nutzung
von KI aufgezeigt
und eingeübt. Dabei gingen
die Schüler geduldig
auf individuelle Fragen
ein und erklärten die Inhalte
Schritt für Schritt.
Die Seniorinnen und
Senioren zeigten großes
Interesse und waren
dankbar für die persönliche
Unterstützung.
Dieser PC Kurs
erwies sich als voller
Erfolg und machte
deutlich, wie bereichernd
generationenübergreifende
Projekte sein können.
Der Seniorenbeirat
zeigte sich
sehr zufrieden mit
dem Verlauf der Veranstaltung
und sieht in diesem Format
eine wertvolle Möglichkeit digitale Teilhabe
zu fördern und den Dialog zwischen
Jung und Alt nachhaltig zu stärken. db
Ihre Begleitung
Nicht mehr allein! Besser gemeinsam!
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und „Verhinderungspflege“
mit der Pflegekasse abrechenbar.
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Anspannungszuständen
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Gelenken
1/2026 durchblick 13
Aus den Seniorenbeiräten
Dankeschön an Ehrenamtliche
Einladung ins Museum der Deutschen Geschichte
auch untereinander besser kennenlernen
können – denn zusammen bilden
ihre Tätigkeiten auch das, was Inklusion
im Alltag wirklich ausmacht.
Die Vernetzung der verschiedenen
Gruppen und deren Perspektiven ist
den Beauftragten besonders wichtig.
In entspannter Atmosphäre machten
sich die Teilnehmenden mit dem Reisebus
auf den Weg nach Bonn ins „Haus
der deutschen Geschichte“.
Dieses Ziel war bewusst gewählt:
Unsere gemeinsame Geschichte ist ein
Fundament, auf dem wir die Zukunft
unseres Zusammenlebens gestalten. Besonders
eindrucksvoll war für viele der
Besuch der Ausstellung „Nach Hitler“, in
der sich gleich vier Generationen in unterschiedlichen
Lebensabschnitten und
Erfahrungen wiederfinden konnten.
Die Tagesfahrt hat gezeigt, wie wertvoll
das Ehrenamt für ein inklusives Miteinander
ist. Ein Ergebnis war, dass in einer
der nächsten Sitzungen das Projekt Demokratiewerkstatt
der AWO vorgestellt
werden soll. Hier wird ein wichtiger Impuls
gesetzt: Demokratieverständnis und
inklusives Engagement.
db
Siegen. Die Beauftragten für Menschen
mit Behinderung, für Senioren
und für Integration der Stadt Siegen
haben zu einer besonderen Tagesfahrt
nach Bonn eingeladen.
Angesprochen waren alle ehrenamtlich
Engagierten aus Gruppen und Initiativen,
die sich mit großem Einsatz für
Menschen mit Behinderung, für ältere
Bürgerinnen und Bürger oder für gelingende
Integration starkmachen.
Mit dieser Fahrt wollten sich die Beauftragten
gemeinsam auf besondere Weise
für das vielfältige und wertvolle Engagement
bedanken. Gleichzeitig sollte die
gemeinsame Zeit einen Raum schaffen,
in dem sich die Ehrenamtlichen über
ihre Arbeit austauschen und erstmals
Gemeinsame Tour stärkte Austausch und Vernetzung
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Leben geben
Siegen. Was das Leben uns so bringt:
Freuden und Aufgaben, Sentimentalität
und Problem. Es lässt sich kaum
leugnen: Leben ist beides zugleich, Geschenk
wie auch Herausforderung. Den
Kopf nicht hängen zu lassen, sich am
Leben zu erfreuen gelingt nicht immer
gleich gut. Was schenkt uns Kraft und
Zuversicht? Welche heilsamen Perspektiven
kann eine christliche Spiritualität
eröffnen? Impulse und ebenso ein gemeinsamer
Austausch laden am 4. März
ab 14.30 Uhr im Geistlichen Zentrum
Kohlhagen dazu ein, der Frage nachzugehen,
was dem Leben Leben gibt.
Anmeldung und weitere Informationen:
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e.V. 0162 - 4360780 oder
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14 durchblick 1/2026
Aus den Seniorenbeiräten
Siegen. Während das Bundesverfassungsgericht
über den §217 StGB/Verbot
der geschäftsmäßigen Freitodbegleitung
beriet, hat Ferdinand von Schirach sein
Theaterstück GOTT geschrieben, in dem
die Argumente pro und contra behandelt
werden. Es ist im September 2020 in
Berlin und Düsseldorf uraufgeführt worden,
also kurz nach dem wegweisenden
Verbot der §217 StGB durch das BVerfG.
Von Schirach hat später auch das Drehbuch
für den Film geschrieben, der mit
starker schauspielerischer Besetzung
das Thema auf die Leinwand bringt. Im
Rahmen der Veranstaltungsreihe Kino
ohne Altersbeschränkung ist der Film am
12. März ab 17.00 Uhr im Viktoria-Kino
Dahlbruch zu sehen.
Zur Handlung:
Der 78 Jahre alte Architekt Gärtner will
drei Jahre nach dem längeren Krebsleiden
und dem Tod seiner Frau nicht
mehr leben. Nach 42 glücklichen Ehejahren
sieht er, obwohl altersentsprechend
gesund, keinen Sinn mehr in
seinem Dasein und hat das auch mit
seinen Kindern besprochen. Vor der
Ethikkommission der Universität wird
das Thema mit ärztlichen, juristischen,
ethischen und theologischen Sachverständigen
differenziert beleuchtet.
Am Schluss wird im Film die Frage ans
Publikum gestellt, wie – evtuell auch
von Ihnen – entschieden würde. db
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Senioren-Frühstücks-Café
Neues Angebot im kmd Hilchenbach-Dahlbruch
Gaby Utsch-Irle und Sabine Völkel
freuen sich auf Besucherinnen und Besucher.
Hilchenbach, Die Senioren-Service-
Stelle der Stadt Hilchenbach lädt gemeinsam
mit ehrenamtlich Engagierten
unter der Leitung von Sabine Völkel zu
einem monatlich stattfindenden kostenlosen
Frühstück ein. Im Haus der Alltagskultur
im kmd (Kulturmarkt Dahlbruch)
Hilchenbach-Dahlbruch,
Bernhard-Weiss-Platz 6.
Jeden 2. Mittwoch im Monat
sind alle Seniorinnen und Senioren
der Stadt Hilchenbach von
9.30 bis 11.30 Uhr ins Senioren-
Frühstücks-Café eingeladen. „Wir
möchten einen Raum für Begegnung
schaffen – und der Einsamkeit
entgegenwirken. Was uns
antreibt, ist die einfache Erkenntnis:
Ein Lächeln, eine nette Unterhaltung,
eine gemeinsame Tasse
Kaffee – all das kann Wunder bewirken.
Mit viel Liebe und Herzblut
wird neben einem liebevoll
zubereiteten Frühstück auch eine
entspannte Wohlfühlatmosphäre
geschaffen, in der sich Menschen
begegnen, austauschen
und neue Kontakte knüpfen können.
Hier ist Zeit für Geschichten,
Zuhören und füreinander da sein.
Wir hoffen auf eine rege Teilnahme und
darauf, dass dieser Ort der Wärme zu einem
verlässlichen Anker im Alltag wird,"
so Patricia Vanderlinden, Seniorenbeauftrage
der Stadt Hilchenbach.
Anmeldungen und Information unter:
02733-288229
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1/2026 durchblick 15
Kurz Aus dem berichtet Seniorenbeiräten
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Öffentliche
Sitzungstermine
des Seniorenbeirats der
Universitätsstadt Siegen
Sitzungsort:
Rathaus Geisweid,
Großer Ratssaal, 1. Etage
jeweils montags 15.00 Uhr
2. März / 13. April
8. Juni / 13. Juli
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Vortragsveranstaltungen
des Seniorenbeirates der
Stadt Siegen und der
Senioren-Service-Stelle
soweit nicht anders angegeben:
Haus Herbstzeitlos,
Marienborner Str. 151
Siegen-Hain
immer dienstags 14.30 Uhr
4. März 2026
Sicher im Internet – Handy,
Tablet und PC schützen
Referent: Julian Sturm
Verbraucherzentrale NRW
7. April 2026
Effizient wohnen – Wie die
Energiewende in den eigenen
vier Wänden gelingen kann!
Referent: Lars Ole Daub
Energieverein SiWi e.V.
12. Mai 2026
Achtsamkeit in der Pflege -
Hilfemöglichkeiten für pflegende
Angehörige
Referentin: Kirstin Wesener,
Pflegeberaterin
01.03. und 03.05.2026
15.00 Uhr
Sonntags Café
Gemeinsam statt einsam
Kaffeetrinken, Unterhaltung
und klönen mit Mitgliedern des
Siegener Seniorenbeirats
im Haus Herbstzeitlos
Ambulante Palliativversorgung
Vorbildlich in den Kreisen SiWi und Olpe
Siegen. Am 2. Dezember 2025 fesselte
der in Kooperation des Seniorenbeirats
und der DGHS (Deutsche Gesellschaft
für humanes Sterben) organisierte Vortrag
über die Möglichkeiten der regionalen
ambulanten Palliativversorgung von
Menschen mit lebensbegrenzenden Erkrankungen
und begrenzter Prognose die
Besucher im vollen Haus Herbstzeitlos.
Nach einer Einführung durch Dr. Bernd
Knapp referierten Dr. Regina Mansfeld-
Nies und Koordinator Matthias Zahn über
die beeindruckende Entwicklung aus dem
„palliativmedizinischen Nichts“ zu mehr
als 30 multiprofessionellen Netzwerken
(SAPV Teams) in Westfalen-Lippe nach
dem „Westfälisch-Lippischen Modell“ mit
ca. 30.0000 versorgten Palliativpatienten
und deren Zugehörigen.
Ziel dieser Begleitung ist die Möglichkeit
bis zuletzt zuhause verbleiben zu
können. Dies ist gelungen, sodass nur ca.
9% der Palliativpatienten in Krankenhäusern
versterben mussten. Alleinstellungsmerkmal
in der Region ist die Einbindung
fast aller Hausärzte, Pflegedienste und
Ehrenamtlichen Hospizgruppen sowie
anderer Professionen in der ambulanten
Palliativversorgung, was eine Verbesserung
der Versorgung in Kontinuität und
Kommunikation darstellt.
Der „Palliativmedizinische Konsiliardienst
hat das Ziel nicht dem restlichen
Leben mehr Tage, sondern den verbleibenden
Tagen mehr Leben zu schenken
und möglichst ein Verbleiben in der Häuslichkeit
zu ermöglichen. Die Lebensqualität
und der Patientenwille haben oberste
Priorität.
Seit 2007 steht jedem Menschen in
Deutschland per Gesetz eine Betreuung
durch ein solches spezialisiertes Palliativteam
zu. Ein frühzeitiger Kontakt zu dem
Palliativteam ist sinnvoll sei es zur Beratung,
Aufklärung oder Begleitung des
letztes Weges, damit schon früh zwangsläufige
Ängste genommen werden können.
Dies geschieht am besten über die
kostenfreie Hotline 01522 - 8529924. Mit
dem Hausarzt kann dann die bestmögliche
Unterstützung für die schwere Zeit
im Vorfeld abgestimmt werden.
Hier schaltete sich Bernd Knapp als
Ansprechpartner der DGHS ein, der es für
wünschenswert hält, wenn kranken freitodbereiten
Menschen ein palliativmedizinisches
Informationsgespräch angeboten
werden kann. Das würde auch dem
Votum des Bundesverfassungsgerichts
entsprechen, freitodwillige Menschen
auch über die möglichen Alternativen zu
informieren.
Wer das Leben trotz guter medizinischer
Versorgung als unerträglich empfindet
und darunter leidet, kann dies jederzeit
ansprechen. In diesem Fall kann
eine ambulante palliative Sedierung das
Leiden für die verkürzte verbleibende Lebenszeit
lindern. Dies ist auch im häuslichen
Umfeld bis zum Tod möglich. db
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16 durchblick 1/2026
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Heike Dielmann: 0271 333-2728
Katharina Massong: 0271 333-2723
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Kultur erleben – Kultur genießen
Sa. 28. 03. 20 Uhr
Busch-Theater
LOL
> Das Comedy Start-up:
Eine Mixed-Show von aufstrebenden
Newcomern
mit Acts, die bereits aus
Formaten wie Night Wash,
Quatsch Comedy Club u.a.
bekannt sind.
So. 12. 04. 18 Uhr
Busch-Theater
Katja Riemann,
Franziska Hölscher,
Marianna Shirinyan
> Karneval des Glücks:
„Der Karneval der Tiere“ von
Camille Saint-Saëns bildet die
musikalische Basis der Lesung
der Texte von Roger Willemsen.
Fr. 17. 04. 20 Uhr
Busch-Theater
Ohnsorg Theater
> Zeit ist Geld – Jetzt oder nie:
Irgendwann muss man anfangen,
sich seine Wünsche zu erfüllen: Für
Carla, Lili und Meta gilt das besonders,
denn sie sind nicht mehr die
Jüngsten. ihr größter Wunsch ist es,
eine Kreuzfahrt zu machen.
Do. 23. 04. 20 Uhr
Busch-Theater
Bernd Stelter
> Reg dich nicht
auf. Gibt nur Falten!
Wenn wir lachen,
verbessert sich unser
Hautbild. Mit einem
Lächeln im Gesicht
werden wir attraktiver.
Karten und Informationen:
Gebr.-Busch-Kreis e.V., Tel. 02733/53350
www.gbk-kultur.de / www.proticket.de
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LÜDENSCHEID LIMBURG
Titel
Literatur und Kunstausstellungen
Projekt von durchblick-siegen Information und Medien e.V.
Wir vom Verein durchblick-siegen Information und
Medien e.V. möchten Ihnen, liebe Leserinnen
und Leser unsere neue Arbeitsgruppe vorstellen:
durchblick – Literatur und Kunstausstellungen. Mit dieser
ehrenamtlich tätigen Gruppe tritt der durchblick e. V.
auch als Veranstalter auf. Unser erstes Projekt ist die
Ausstellung „Tiere erzählen“ von Dr. Marlies Obier. Das
gesellschaftliche Thema ist das Verhältnis zwischen
Mensch und Tier.
Die Literatur vergangener
Jahrhunderte
hat Tieren bereits eine
Stimme gegeben. Von
Treue und Liebe wird
darin ebenso erzählt wie
von Herrschaft und Ausbeutung.
Einige Tierfiguren
der Literatur sind
bis heute weltberühmte
Stars, andere hingegen in
Vergessenheit geraten.
„Tiere erzählen“ wurde
von KulturSiegen mit
einer Förderung ausgezeichnet
und wird von
der VHS-Siegen und
dem Veranstaltungs- und
Informationsservice
(VIS) unterstützt.
Wir laden Sie sehr
herzlich zu dieser Ausstellung
ins Krönchen-
Center Siegen ein. Die
Eröffnung findet am
14. März 2026 um 10 Uhr mit der Begrüßung durch den Bürgermeister
der Universitätsstadt Siegen statt. Die Einführung
in die Ausstellung „Tiere erzählen“ hält Dr. Marlies Obier, die
auch zur Führung „Neues über Bambi & Co“ einlädt.
Eine weitere Begleitveranstaltung zu dieser Ausstellung
findet am 23. April 2026 statt. Dr. Marlies Obier wird ab
15.30 Uhr zum Thema „Tiere in den Märchensammlungen
Die Mitarbeiter freuen sich schon auf ihre neue Aufgabe!
(hinten v.lks.) Thomas Benauer, Rainer Thomas, Peter Semder, Gerhard Stein, Gerd Bombien,
(vorne v. lks) Wolfgang von Keutz, Marlies Obier und Armin Maxeiner.
der Brüder Grimm“ referieren. Auch diese Veranstaltung
findet im KrönchenCenter Siegen, Markt 25 statt. db
Tiere erzählen
von Marlies Obier
Tiere stehen im Mittelpunkt vieler Erzählungen in der
Literatur von Jahrhunderten. Weltberühmt geworden
sind die Helden Bambi, die Bremer Stadtmusikanten,
Flush und Akka von Kebnekajse. Ihre Autor:innen gaben
den Tieren ihre Stimme. Sie hofften auf das Lernen des
Menschen in seiner Achtung der Tiere.
Selma Lagerlöf setzte dazu die Verwandlung von Nils
Holgerson in einen Winzling ein. Lächelnd erzählte sie,
aber nur um Haaresbreite fand seine später sehr bekannte
Reise mit den Wildgänsen überhaupt statt! Das Misstrauen
der Wildgänse gegenüber dem Menschen, und sei er auch
noch klein, war nicht ohne Grund. Die Anführerin Akka von
Kebnekajse gab ihm trotzdem die Chance, sie zu begleiten.
Akka und die Hausgans Martin, der ihn trug, lehrten ihn geduldig
Verantwortung, Mitleid und Mut. Im Zuge wie Nils
Überheblichkeit fiel, wuchs er selbst. Am Ende der weiten
Reise bedauerte Nils fast, nur ein Mensch zu sein.
Ein Mensch zu sein ist wiederum ein riesiges Privileg.
Bambi weiß dies ganz genau. „Alles gehört IHM“, erfährt
der junge Rehbock bald. ER ist unbesiegbar und seine Herrschaft
umfasst alles Lebende. Der Erzähler seiner Lebens-
20 durchblick 1/2026
Titel
geschichte Felix Salten lässt Bambi aber auch fragen: „Wer
hat die Wege im Wald gemacht?“ Es sind ihre uralten Wege,
lange bevor der Mensch kam. Das Dickicht des Waldes ist
ihr großer Schutz.
Ihre Nase empfängt
die Botschaften ihrer
Verwandten und
wittert Gefahren.
Der Wald ist keine
friedliche Welt. Die
Rehe sind Vegetarier,
dies gilt für
viele andere Tiere
nicht. Der mächtigste
Jäger aber ist
der Mensch.
Von seiner
Herrschaft erzählen
auch die Märchensammlungen
der Brüder Grimm.
„Ich schreie hier aus
vollem Hals“, ruft
der Hahn der Bremer
Stadtmusikanten.
Der kluge Esel
wird zum Anführer
ihrer Rebellion gegen
die Undankbarkeit
des Menschen.
Ihr ganzes
Leben dienen sie
ihm und er kann sie
behandeln und über
sie verfügen, wie
immer er will. Der
Mensch hat sehr
viel zu lernen in
seiner Achtung der
Tiere vermitteln die
Märchen. Mit starken
Bildern zeigen
sie die Treue der Tiere auf. In „Die Gänsemagd“ spricht
der jungen Frau noch das getötete Pferd Falada mit seinem
abgeschlagenen aufgehängten Kopf Mut und Hoffnung in
ihrer Verzweiflung zu.
Schon früh beschrieb die Literatur die Verbindung der
Herrschaft des Menschen über die Tiere mit der Herrschaft
über seinesgleichen. Jonathan Swift entlarvte im hellen Licht
der Aufklärung Machtgier und Habsucht als furchtbarste Wesenszüge
des Menschen. Aus seinem Werk „Gullivers Reisen“
wurde die Reise zu den Houhynhms schon bei seinem Erscheinen
herauszensiert. Die edlen Pferde leben dort gleich
Philosophen, unantastbar von den Versuchungen von Gold
und Geld. Wie beschämt erkennt Gulliver in den barbarischen
Yahoos dort den Menschen. Wegen ihrer Gewalttätigkeit
und Gier wurden sie ausgegrenzt. Kaum wagt Gulliver den
Houhynhms zu berichten,
dass in seinem
Land die Menschen
herrschen.
Gewalt und Unterdrückung
haben die
Macht.
T.H. White führte
verzweifelt in seiner
Zeit des 20. Jahrhunderts,
die alle
Formen der Macht
der Feudalherrschaft,
der Kolonialherrschaft
und der neuen
unterschiedlichsten
Diktaturen kennt,
den Blick zurück.
Sein legendärer König
Artus wurde in
seinen Verwandlungen
in viele Tiere
von ihnen unterrichtet.
„Homo ferox“,
der Wilde, der keine
Grenzen kennt, ist
ihr Bild vom Menschen.
Kein Tier
führt Vernichtungskriege,
weder über
andere Arten, noch
über seinesgleichen.
In seinem Scheitern
hört Artus von ihnen:
„Der Mensch
ist noch jung in seiner
Entwicklung“
und will es am Ende
glauben.
In dem ikonischen Werk „Flush“ von Virginia Woolf
ist tiefe Liebe und Freundschaft zwischen Tier und
Mensch benannt. Flush ist der reale Name des tierischen
Helden. „To Flush my dog“ begann ein Gedicht der historischen
Dichterin Elizabeth Barrett Browning. Er war
ihr einziger Gefährte in der Abgeschlossenheit, die weder
sie noch er verlassen durfte. Virginia Woolf erzählt
aus seiner Perspektive über das Leben der Dichterin und
ihrer und seiner Befreiung. Sie waren Verwandte! Nur
er war stumm, sie konnte sprechen.
In der Literatur von Jahrhunderten gaben
Schriftsteller:innen Tieren ihre Stimme.
db
Literaturhinweise: Jonathan Swift, „Gullivers Reisen“, 1726. Brüder Grimm, „Kinder- und Hausmärchen“, 1812/1815. Selma Lagerlöf, „Die abenteuerliche Reise des kleinen Nils Holgerson
mit den Wildgänsen“, 1905/1906. Felix Salten, “Bambi“, 1923. Virginia Woolf, „Flush“, 1933. T.H. White, „Der König auf Camelot”, „Das Buch Merlin“, 1938-1958
1/2026 durchblick 21
Der Storch
in der Wahrnehmung der Menschen
von Gudrun Fokken
Während meines Aufenthaltes in Bayern besuchten
meine Tochter und ich das Dorf Raisting in Südbayern.
Wir wurden empfangen von lautem Geklapper,
eine Begrüßungszeremonie unter Störchen. Dreißig Storchennester
beleben das kleine Dorf. Die meisten Bewohner freuen
sich über die großen Nester der Störche auf den Dächern. Sie
nehmen die beschmutzten Dächer in Kauf. Wir verweilten
lange dort, und unsere Begeisterung über die majestätischen
Vögel wuchs. Einwohner erzählten uns ihre Erlebnisse mit den
Störchen, den Glücksbringern, wie sie auch genannt werden.
Im August 2023 verursachte ein schweres Hagel-Unwetter In
Bayern großen Schaden Die Hagelkörner verletzten und töteten
viele Störche. Patenschaften wurden übernommen und
Geld gespendet für die Kosten der Tierärzte.
Der Weißstorch spielt eine besondere Rolle in der Natur, in
der Mythologie, in Fabeln, Sagen und Gedichten. Auch als Wappentier
ist er vielfach verewigt. Das Straßburger Münster hat in
der Höhe Störche aus Stein als Symbole angebracht.
Der Storch ist ein Zugvogel, es gibt aber immer mehr Störche,
die sich den weiten Weg in die afrikanischen Winterquatieren
ersparen und in Spanien überwintern.
Zurück gekommen, richten sie ihre Brutplätze ein. Ein solches
Storchengelege besteht in der Regel aus fünf Eiern. Die
Brutzeit dauert etwa ein Monat. Nach dem Schlüpfen werden
die Jungtiere noch zwei Monate von beiden Elternteilen gehegt
und gepflegt, erst dann können sie ihr Nest verlassen.
Als Jungtiere, machen sie erste Flugversuche in Nestnähe. Sie
werden von den Eltern weiterhin mit Nahrung versorgt. Nachts
kehren sie in ihr Nest zurück. Gleichzeitig mit den Flugübungen
lernen die „Teenies“, sich selbst mit Nahrung zu versorgen. Im
August sind sie selbständig und beginnen ihre weite Reise in den
Süden, bevor die Eltern cirka zwei Wochen später fliegen.
Die Lebensräume des Weißstorches sind feuchte Auen,
Wiesen und Weiden. Sie ernähren sich von Kleingetier wie
Frösche, Mäuse, Eidechsen, Schlangen, Großinsekten, die
Nestlinge bevorzugen Regenwürmer. Sie führen ein harmonisches
Familienleben, sind monogam, bauen gemeinsam das
Nest, füttern und brüten im Wechsel. Störche sind mit ihrem
schwarzweißen Federkleid, dem spitzen, langen, roten Schnabel
und den langen roten, staksigen Beinen unverkennbar.
Das Klappern ist ein Kommunikationsmittel. Es dient der
Verständigung und Begrüßung untereinander. Es ist auch ein
22 durchblick 1/2026
Balzritual. Mit Klappern verteidigen sie ihr Nest. Die Klappertöne
entstehen durch das Zusammenschlagen des Schnabels, wobei
Hals und Kopf auf den Rücken gebogen sind. Um das Nest sauber
zu halten, wird der Kot weit über den Nestrand gespritzt.
In der Mythologie ist der Weißstorch in vielen Kulturen ein
Glücksbote, ein Seelenvogel und Kinderbringer! Es ist ein alter
Volksglaube, dass die Seelen der ungeborenen Kinder im Wasser
wohnen. Das Wasser ist Symbol des Lebens. Um kleinen Kindern zu
erklären, woher die Babys kommen, entstand im deutschen Sprachraum
das narrativ, das der Storch die neugeborenen Kinder bringt. Ist
die Mutter noch bettlägerig, hat der Storch sie ins Bein gebissen.
Die Tatsache, dass der Mensch ein leiblich- seelisch- geistiges
Wesen ist, wird beschränkt auf die physische Geburt. In vielen Gegenden
ist es noch heute Brauch, eine Storchfigur mit Babykleidung
vor dem Haus anzubringen, in dem ein Kind das Licht der
Welt erblickt hat. Auch der Name des Kindes wird angebracht. So
können sich Vorübergehende mit der Familie über die Ankunft eines
neuen Weltbürgers erfreuen.
Als Fabelwesen wird der Storch häufig Adebar genannt. Tiere
in der Fabel haben menschliche Eigenschaften und Charakterzüge.Typische
Merkmale sind Belehrung, mit einer Moral am Ende.
Auch geht es oft um Sozialkritik von mächtigen und schwachen
Personen, Eitelkeit, Neid. Ein Beispiel bietet die Fabel vom kligen
Storch und dem schlauen Fuchs, von Jean de la Fontaine, (manchmal
wird sie auch Äsop zugeschrieben)
„Der Fuchs lud einst den Storch zum
Essen ein. Von den flachen Tellern konnte
der Storch die Brühe nicht aufnehmen, sein
Schnabel war ihm im Weg. So konnte der
Fuchs alles auslecken, und der Storch blieb
hungrig zurück. Ein weiteres Mal lud nun
wiederum der Storch den Fuchs zum Essen
ein. Er roch die feinen Speisen und das gute
Fleisch, doch erreichen konnte er sie nicht.
Der Storch hatte sie in langhalsigen Flaschen
serviert. Der Fuchs blieb hungrig zurück.“
Die Moral: Was du nicht willst , dass
man dir tu’, das füg auch keinem anderen zu.
Es wird ein Spiegel vorgehalten.
In der Antike gab es ein Storchengesetz,
das Kinder verpflichtete, sich um die Eltern
im hohen Alter zu kümmern. db
Beruf des Storches
Der Storch, der sich von Frosch und Wurm
An unserm Teiche nähret,
Was nistet er auf dem Kirchenturm,
Wo er nicht hingehöret?
Dort klappt und klappert er genug,
Verdrießlich anzuhören,
Doch wagt es weder alt noch jung,
Ihm in das Nest zu stören.
Wodurch- gesagt mit Reverenz
Kann er sein Recht beweisen,
Als durch die löbliche Tendenz
Aufs Kirchendach zu……
Johann Wolfgang von Goethe
1/2026 durchblick 23
Titel
Sind Tiere die besseren Menschen?
von
durch die passenden
Werk-
Ulla Schreiber
Die Frage,
zeuge aus. Ob
ob Tiere
Tiere „besser“
die besseren
sind als Men-
Menschen
schen, hängt
sind, wird viel
also stark von
diskutiert. Wo
der Perspektive
der Spruch herkommt,
ab. Manche
ist nicht
sehen Tiere
ganz klar. Viele
als Vorbilder
Tierfreunde benutzen
für Ehrlichkeit
ihn gern.
und Unschuld,
Sie bewundern
während sie die
Tiere, weil sie loyal,
Fähigkeiten der
ehrlich und
Menschen in
ohne Vorurteile
Bezug auf Innovation
sind. Tiere zeigen
und mo-
Mitgefühl, Treue
ralisches Handeln
und sind unvoreingenommen.
schätzen.
Ein Tier fragt nicht nach Status oder Leistung.
Beide haben
Das alles vermissen
ihre einzigartigen
wir manchmal beim Menschen. Sie leben im Einklang
mit ihrer Umwelt und handeln oft instinktiv und authentisch.
Auf der anderen Seite sind Menschen in der Lage, komplexe
Gedanken zu entwickeln, kreativ zu sein, moralische Entscheidungen
zu treffen und gesellschaftliche Strukturen aufzubauen.
Sie können sich weiterentwickeln, lernen und Verantwortung
für ihre Handlungen übernehmen.
Von Menschen dachte man lange Zeit, sie wären viel
höher als Tiere entwickelt. Inzwischen werden viele Fähigkeiten,
die man früher allein dem Menschen zuschrieb,
auch bei Tieren beobachtet. Tiere zeigen Emotionen, kommunizieren
miteinander, geben Wissen weiter und trauern
um Verstorbene. Einige Tiere sind dem Menschen sogar
überlegen: Vögel können fliegen, Fische atmen unter Wasser,
Bären sind eindeutig stärker. Der Mensch gleicht das
Qualitäten, und es ist schön, beide zu respektieren und
zu bewundern! Manchmal reicht ein Blick aus treuen Augen,
ein leises Schnurren oder ein freudiges Schwanzwedeln
– und plötzlich fühlt man sich nicht mehr allein. Für
viele Menschen, besonders im Alter, sind Tiere weit mehr
als nur Begleiter: Sie sind Zuhörer, Seelentröster, manchmal
sogar die letzte Verbindung zur Welt. Doch Tiere tun
all das, ohne zu urteilen, ohne Bedingungen. Und das wirft
eine große Frage auf: Leben sie vielleicht achtsamer, liebevoller,
schlicht „besser“ als wir?
Ein alter Hund legt sich jeden Abend zu seinem kranken
Halter und bleibt, bis der Schmerz nachlässt. Eine
Katze spürt, wenn ihre Besitzerin traurig ist, und sucht
gezielt Nähe. In Pflegeheimen zaubern Therapiehunde Lächeln
auf Gesichter, die oft tagelang schweigend geblieben
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24 durchblick 1/2026
Titel
sind. Elefanten zeigen jahrelang Trauer um verstorbene
Gruppenmitglieder. Wale begleiten verletzte Artgenossen
durchs Meer. Vögel bringen Futter zu verwundeten Partnern.
Das ist keine Romantisierung, das ist dokumentiertes
Verhalten – frei von Ideologie, aber voller Herzenswärme.
In Seniorenresidenzen berichten Pfleger immer wieder
von geradezu wundersamen Veränderungen: Ein demenzkranker
Mann, der seit Wochen nicht gesprochen hatte, beginnt
mit einem Therapiehund wieder zu sprechen. Eine ältere
Dame, die sich zurückgezogen hatte, füttert täglich ein
Eichhörnchen auf ihrer Fensterbank – und beginnt wieder,
Geschichten zu erzählen. Studien zeigen, dass Streicheln
eines Tieres nachweislich den Blutdruck senkt, Ängste reduziert
und das Gefühl von Einsamkeit lindert. So belegt
die Studie Pet’s Presence and Owner’s Blood Pressures
during the Daily Lives of Pet Owners with Pre- to Mild
Hypertension (Friedmann et al., University of Maryland),
dass die Anwesenheit eines Hundes den systolischen und
diastolischen Blutdruck älterer Menschen senken kann.
Die heilsame Wirkung von Tieren auf ältere Menschen
wird auch durch tiergestützte Interventionen bei Demenz
deutlich. Eine systematische Übersichtsarbeit mit 32 Studien,
Trained Assistance Dogs for People with Dementia:
A Systematic Review (Trivedi et al., 2020) zeigt, dass tiergestützte
Therapie insbesondere Symptome wie Unruhe,
Aggression und soziale Isolation lindern kann.
Positive Effekte auf das psychosoziale Wohlbefinden
wurden ebenfalls nachgewiesen: In der Studie Animal-
Assisted Therapy and Quality of Life in Older Adults der
Universität Heidelberg führten regelmäßige Besuche von
Therapiehunden zu einer gesteigerten Lebensfreude und
höheren sozialen Aktivität bei Senioren.
Darüber hinaus zeigte eine Studie der Harvard Medical
School mit dem Titel Pet Ownership and Depression
among Older Adults, dass Senioren mit Haustieren seltener
an Depressionen litten und insgesamt eine höhere
Lebenszufriedenheit aufwiesen. Die Nähe eines Tieres
kann Türen öffnen, die kein Medikament erreicht. (Melina
Gantzer, Tierärztin und Verhaltensexpertin).
Ein Tier fragt nicht nach Status, nach Leistung oder
nach Vergangenheit. Es nimmt den Menschen, wie er ist
– und genau das macht es für viele ältere Menschen zu einem
Spiegel der Würde, den sie oft vermissen.
„Man hat nicht ein Herz für Menschen und eines für Tiere.
Man hat ein einziges Herz oder gar keins.“ – Alphonse
de Lamartine
Albert Schweitzer sagte:„Tierschutz ist Erziehung zur
Menschlichkeit.“
Tiere sind nicht perfekt. Aber sie sind oft besser darin,
das Leben zu teilen, es zu spüren, es zu achten.
Vielleicht sind Tiere nicht „bessere“ Menschen – vielleicht
sind sie einfach bessere Wesen im Sein. In ihrer Gegenwart
dürfen wir Mensch sein, ohne Maske, ohne Rolle.
Und genau darin liegt ihre Stärke: Sie lehren uns Sanftheit
– ohne zu sprechen.
„Es sind die ohne Schuhe, die jeden Weg mit uns gehen.
Es sind die ohne Geld, die uns das geben, was unbezahlbar
ist.“ (Silvia Rassloff)
db
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Titel
Schröder
– immer im Dienst –
von Tilla Ute
Schöllchen
Bitte gestatten
Sie, dass ich
mich vorstelle.
Mein Name ist
Schröder. Nur Schröder.
Nichts davor und
nichts dahinter. Sie
kennen doch Schröder
von den Peanuts, den
jungen Klavierspieler,
der seinem Flügel virtuose
Beethovensonaten
entlockt, obwohl
auf dem Instrument
nur eine Oktave angelegt
ist. So sind wir
Schröders. Etwas Besonderes
eben. Nun
gut, ich kann wirklich
nicht Klavier spielen.
Dazu fehlt es meinen
Greifwerkzeugen an der erforderlichen Beweglichkeit und
Spannweite. Außerdem kann ich keine Noten lesen. (Das
müssen Sie nicht unbedingt weitererzählen). Im Gegensatz
zum Peanuts-Schröder kann ich gut mit Menschen
umgehen. Deshalb habe ich auch diese Arbeitsstelle. Aber
fangen wir von vorne an.
Ich weiß noch, wie es war, als ich meine Chefin das erste
Mal traf. Sie war auf der Suche nach einem Therapiehund.
Als sie in unser Haus kam, fand ich sie sofort sympathisch.
In unserem Wurf waren wir zu Neunt. Da muss man sich
anstrengen, wenn man auffallen will. Ich eroberte sie konsequent
und erfolgreich. Wir bereuen es beide nicht bis zum
heutigen Tag. Dazu muss man wissen, dass wir Geschwister
uns alle zum Verwechseln ähnlich sehen. Menschen können
ja nicht ordentlich riechen. Deshalb orientierte sie sich immer
an der Farbe meines Halsbandes. Solche Unsicherheiten
kenne ich nicht. Ich habe sie gerochen, ausgewählt und
nicht mehr aus dem Fang gelassen. Es hat sich gelohnt.
Meine Mühen mussten aber auch sein. Ich bin zwar sehr
männlich, habe aber leider einen kleinen Schönheitsfehler.
Lange bestand die Hoffnung, dass meine Ohren ebenso
männlich aufrecht stehen. Doch die gaben konsequent nach,
entwickelten einen Knick und liegen mittlerweile waagerecht.
Außerdem verleiht mir mein Kopf in seiner ganzen
Breite ein leicht martialisches Aussehen. Manche Leute unterstellen
mir deshalb ein Kampfhundwesen. Du liebe Güte –
geht’s noch?! Das Aussehen brauche ich. Die anderen Jungs
nehmen mich sonst nicht ernst. Sie kämen vielleicht auf die
Idee, mit mir zu raufen.
Darauf habe ich nun
mal gar keinen Bock.
Unter uns: Ich bin
ein Couchpotato. Ich
schätze trockene Wärme.
Insofern freue ich
mich täglich über meinen
Indoor-Job. Dazu
später mehr. Stichwort
„trockene Wärme“ –
herrlich. So ein kuscheliges
Körbchen ist mit
Gold nicht zu bezahlen.
Früher, als ich klein war,
eroberte ich diesen Hafen
der Glückseligkeit
nur mit großen Anstrengungen.
Heutzutage,
im jung-dynamischen
Erwachsenenalter, bezwinge
ich auch den
höchsten Körbchenrand
locker. Wenn ich da drin liege und noch vorsichtig am Körbchenrand
nage, werde ich angenehm schläfrig.
Will mich aber eine der Frauen, die ich täglich spazieren
führen muss, bei Regen abholen, geht meine gute Grille
flöten. Leider lässt mich meine Chefin diesbezüglich mit
meinem Problem alleine. Gnadenlos schnallt sie mir eine
widerliche Decke um und hakt die Leine daran fest, damit
ich die Frau, die ich führen muss, nicht verliere. Ich gebe
ihr schon zu verstehen, dass ich diese Aufgabe bei Regen
nicht schätze – nonverbal und völlig vergeblich. Kaltblütig
schickt sie mich an die Arbeit.
Apropos „nonverbale Kommunikation“: Wenn ein Hund
die je beherrscht hat, dann bin ich das. Kläffer sind mir zuwider.
Die toben an irgendwelchen Leinen herum, schlagen
Krach und machen sich wichtig. Da frage ich mich wirklich,
ob die eigentlich jemand mal erzogen hat. Um die kümmere
ich mich nicht. Auch Restaurantkläffer können mir gestohlen
bleiben. Wenn ich die Chefin ausführe, lege ich mich unter
ihren Stuhl oder den Tisch und lasse sie die Sache regeln.
Schließlich bezahlt sie ja auch die Chose.
Sie sorgt gut für mich. Meine Gesundheit liegt ihr sehr am
Herzen. Für meine Begriffe manchmal zu sehr. Neulich ging
es mir mal nicht so gut. Sofort schleppte sie mich zum Tierarzt.
Gute Arbeitgeber sind so! Den Typ mag ich. Von dem gibt’s
immer Leckerchen. Doch kürzlich ging er eindeutig zu weit!
Ich musste Fieber messen lassen. So genau beschreibe ich Ihnen
das jetzt mal nicht. Sie werden schon verstehen, wenn Sie
bedenken, dass ich keine Achseln habe wie Menschen und das
26 durchblick 1/2026
Titel
Thermometer beim Messen im Maul zerbeißen würde. Die
verfrachteten mich also auf die Liege, wo ich sonst ganz gerne
auf Augenhöhe mit Zweibeinern stehe. Meine Chefin drückte
mich vorne runter. Was hinten passierte, konnte ich nicht mehr
beeinflussen. Ich kann Ihnen versichern: Das war nicht schön.
Fragen Sie mal Ihren Mann, liebe Leserin. Der verzichtet auch
gerne. Gegen zwei Frauen bin ich machtlos. Frauen!! Danach
ließ ich Vorsicht walten. Ich stellte mich unter den Schutz der
Chefin, zwischen ihre Beine und hielt meine Rückseite ständig
abgewandt von der fieberthermometerschwingenden Feindin.
Außerdem fühlte ich mich gedemütigt. Schließlich habe
ich auch meinen Stolz. Jegliches Leckerli lehnte ich empört ab.
Und dann fiel mir die ultimative Rache ein: Ich pinkelte gegen
den Behandlungstisch. Sie haben verstanden…
Ich belle und knurre nicht. Das kann ich mir bei meinem
Beruf nicht leisten. Außerdem weiß ich, dass schlecht erzogene
Kollegen keine Freunde finden. Mit denen will niemand
was zu tun haben. Einen kleinen Vorfall gibt es, der
mich heute noch beschämt. Aber das ist schon lange her und
ich war noch nicht mal im Stimmbruch. In einer fremden
Küche trottete ich nichtsahnend zum Wassernapf, aus dem
mich ein wildfremder Hund ansah. Vor Schreck entfuhr mir
ein „Wäff“. („Wuff“ konnte ich noch nicht aussprechen).
Alle anderen amüsierten sich. Das passiert mir nicht noch
mal. Neulich behauptete meine zweibeinige Meute, ich hätte
Weihnachten im Nebenraum einmal gebellt. Ich glaube
denen kein Wort. Wenn ich nämlich zum Beispiel Hunger
habe und die Chefin nichts merkt, stelle ich mich einfach
geduldig auf der halben Treppe vor die Futtertruhe und bewege
mich da nicht mehr weg, bis sie es kapiert.
Ich wollte Ihnen ja eigentlich von meiner Arbeit berichten.
Ich bin nämlich ein berufstätiger Hund. Ich verdiene mir
mein Futter selbst. Den scheußlichen Regenmantel hat die
Chefin aber von ihrem Geld bezahlen müssen.
Eigentlich sollte ich eine Ausbildung zum Therapiehund
machen. Therapiehunde entspannen die Muskulatur von Menschen,
senken den Blutdruck, beruhigen und können noch viel
mehr. Vermutlich wirke ich so entspannend auf meine Chefin,
dass die sich dazu noch nicht aufraffen konnte. Eigentlich
brauchen wir das auch nicht. Ich bin nämlich ein Naturtalent.
Ich beruhige auch so, senke Muskeltonus und Blutdruck. In
der Praxis leiste ich den Wartenden Gesellschaft. Einer trage
ich das Portemonnaie. Sie vertraut mir eben. Anderen liege
Ihr Profi für
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ich zu Füßen. Das therapiert mich mit, denn viele kraulen mir
den Bauch. Sie fühlen sich gut aufgehoben bei mir. Wirken sie
auf mich verunsichert, setze ich mich beiläufig neben sie und
blicke ich die gleiche Richtung. Das schafft Gemeinsamkeit.
Nur füttern dürfen sie mich nicht. Leider halten sie sich daran.
Nur die Seniorchefin hat die Lizenz zum Füttern. – Eine tolle
Frau! Sie bringt immer ein gekochtes Ei mit. Das nehme ich
zärtlich ins Maul und lasse mir den Bauch kraulen. Menschen
pflegen eine ähnliche Gewohnheit. Sie nennen das „Schnuckeln“.
Schließlich fresse ich das Ei dann doch. Dafür ist es ja
da. Danach wird mir immer so verdaulich zumute. Ich halte
dann ein kurzes Nickerchen. Das akzeptiert die Chefin eher,
als wenn ich beispielsweise in der Adventszeit eine Krippenfigur
stibitze und einer kleinen Materialprüfung unterziehe. Was
soll’s? Sie ist der Boss.
Selbst im Privatleben komme ich nicht zur Ruhe. Da
läuft immer ein Kind rum, das ich unauffällig absichere.
Oder ich helfe der Seniorchefin, Kaminholz zu spalten. Die
Arbeit nehme ich ihr ab. Das ist gar nicht so einfach. Drei
Holztragen stehen da rum. Nichts ist vorgeordnet. Ich muss
mir immer erst einen Überblick verschaffen, welches der
vielen Scheite sich zum Kleinbeißen eignet. Doch ich stelle
mich ausdauernd dieser Aufgabe. Hinterher braucht sie nur
noch die Späne aufzuklauben. Ein bisschen faul scheint sie
zu sein, sie benutzt dazu nämlich einen Staubsauger.
Nach all dieser Plage kommt meine Chefin zu Hause auf
die hinterlistige Idee, mich zu duschen. Manchmal hat die
Frau einfach kein Herz. Aber das mache ich ihr nicht so leicht.
Duschen wird allgemein eindeutig überschätzt. Erst mal suche
ich ein Versteck. Bisher habe ich noch kein gutes gefunden.
Sie spürt mich immer auf. Vielleicht steht ihr Geruchssinn
meinem ja in nichts nach. Steht sie dann vor mir, kennt sie kein
Mitgefühl. Sie lacht auch noch. Ich verzeihe ihr ja viel und
bin zu fast allen Schandtaten bereit. Aber da hört der Spaß auf.
Wie hatte die Lipper Frau gesagt, als ihr Mann sie verhauen
wollte? Sie schwang die Türklinke, die sich gelöst hatte, durch
die Luft und rief: „Ierscht wird sisch gewehrd.“ (Erst wird
sich gewehrt). So halte ich es auch. ich strample nonverbal vor
mich hin mit allen Kräften, die mir zur Verfügung stehen. Und
eines kann ich Ihnen versichern, ohne Interna auszuplaudern:
Wir duschen immer gemeinsam! Und sie ist hinterher nasser
als ich! Das hat sie davon. Außerdem kann sie sich gar nicht
gut trocken schütteln.
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Titel
Lilyfee
von Sonja Dörr
Gestern gingen wir spazieren. Wir liefen den Weg, den
wir nur Madonna nennen. Es war das erste Mal, dass
ich den Weg nach unserem letzten gemeinsamen
Spaziergang ging. Ich habe deine Spuren im Schnee gesucht.
Meinen Blick permanent auf die rechte Seite des Weges geheftet
und nach deinen Spuren abgesucht. Ich habe welche
gefunden, doch sie waren zu klein für dich. Trotzdem habe
ich nach dem ersten Fund immer weiter danach Ausschau gehalten,
als könnten mich diese Spuren zu dir führen und ich
dürfte sie nicht verlieren. Ich habe sie verloren.
In der Einfahrt waren deine Spuren in den Frost gedrückt.
Ich habe deine Linie verfolgt, die einen kleinen Bogen machte,
der schließlich über das Ende unseres Beets führte. Deine
Spuren waren ein leichtes Zickzack, deine Abdrücke leicht
wie eine Feder, als hätte man daran bereits erkennen können,
dass du immer weniger wurdest. Immer wieder habe ich aus
dem Fenster geblickt und sie betrachtet, als wären sie der
Beweis dafür, dass du noch da wärst. Aber das bist du nicht.
Genauso wie deine letzte Spur im Frost, der heute endgültig
getaut ist. Mit jedem Tag verschwindest du mehr.
Selbst deine Haare werden weniger. Deine Spuren im
Haus. Jedes Haar, das ich finde, macht mein Herz schwerer.
Ich möchte keines verlieren, weil ich Angst habe, dich
mit jedem Haar, mit jeder Spur, auszutilgen. Du fehlst.
Nachdem du gegangen bist, habe ich alle deine Spuren
beseitigt, weil deine Rückstände innerliche Schmerzen
verursacht haben. Und als alles beseitigt war, als du vollständig
weg warst, habe ich alles nach dir abgesucht, in
der Hoffnung, dich noch irgendwo zu finden und ein Stück
von dir festhalten zu können. Ich habe an deinen letzten
Dingen gerochen, weil ich deinen Geruch nicht aus meiner
Erinnerung verlieren möchte. Aber
es riecht immer weniger nach dir. Es
riecht immer mehr tot. Nur noch ein
Gegenstand, ohne deine Wärme.
Das Haus ist leer. Ohne dich. Meine
Hand ist leer. Ohne dein Fell darunter.
Jeder Gang ist sinnfrei. Ohne Leine in
meiner Hand habe ich kein Gegengewicht.
Ohne dich dabei. Stille. Nie hätte
ich gedacht, dass dein Umherlaufen mir
so fehlen würde. Die Stille ist zu laut.
Vor wenigen Tagen bin ich nachts
aufgewacht und habe dein Tippeln
gehört. Höre es immerzu in meinem
Kopf. Den Klang deiner Pfoten auf
dem Laminat und dann im Übergang
zu den Fliesen. Oder wie du nach jedem
Spaziergang in die Küche geflitzt
bist und wieder zurückkamst, wobei
du fast jedes Mal gefallen bist. Die Geräusche,
die du dabei verursacht hast. Das war schön und
traurig zugleich. Jedes Fallen war ein weiterer Hinweis
darauf, dass es dir immer schlechter ging. Bis du Geister
gesehen hast. Aus dem Nichts aufgesprungen und panisch
weggerannt bist. Durch mich hindurchgeblickt hast. Durch
die geschlossene Tür rennen wolltest.
Scheiden tut weh, so sagt man. Der Spruch verbirgt,
dass das meiste Scheiden unfreiwillig geschieht. Du musstest
gehen. Und ich musste dich gehen lassen. Weil alles
andere nur noch Qual gewesen wäre.
Lilyfee. Dein Name war mir manchmal peinlich, aber
du hörtest bereits so gut darauf. Etwas, worauf du nicht gehört
hast, waren Kommandos. Ließ ich dich von der Leine,
ranntest du in den Wald, um Rehe zu jagen. Einmal hast du
eine Rotte Wildschweine verscheucht, obwohl du nur fünf
Kilo schwer warst. Als du eine Katze jagen wolltest, die
sich nicht jagen lassen wollte, hast du dich gefreut und bist
um sie herumgelaufen.
Meine Lilyfee, du warst eine süße Begleiterin und sahst
bis zum Schluss wie ein Welpe aus. Du hast mit mir gesprochen,
indem du deinen Kopf auf eine bestimmte Art
bewegt hast. Du liebtest Streicheleinheiten. Und jede Zumutbarkeit
ließest du über dich ergehen.
Ich erinnere mich an deinen letzten Tag. Wir waren spazieren,
und beim Nachhausekommen liefst du aufgeregt
hin und her, um dich aufzuwärmen. Danach bekamst du
dein Leckerchen. Die Sonne schien. Wir sind den Madonna-Weg
gegangen, wo du Spuren hinterlassen hast. Deine
Spuren sind getaut. Aber in meiner Erinnerung sind sie
eingebrannt.
Schlaf schön, mein liebes Mädchen! Etwas von dir
bleibt hier.
db
28 durchblick 1/2026
Titel
Tiergeschichten
Cartoons von Dr. Jochen Fend
Unwiderstehlich sei er, glaubte
der Leo mit dem Mähnenhaupte.
Und zudem drängt‘ ihn inn‘res Feuer
zu manchem Liebesabenteuer.
Jüngst sah doch unser Don Giovanni
im Café Cautz die schöne Hanni.
Das Mädchen, dacht‘ er, wird noch heuer
mein amouröses Abenteuer.
Und schon am Abend sah man sie
bei Schampus und Vier-Gang-Menü
in einem Nobelrestorang.
Als Leo nach dem letzten Gang
meint‘, dass es nunmehr an der Zeit
für noch was Schöneres zu zweit,
dankt‘ Hanni, daß sie eingeladen,
sie müsse auch noch was verraten.
Dass sie, wenn man so will, betrog ihn,
denn sie sei hier als Psychologin,
die grad an einem Buche schrieb:
„Der Mann, beherrscht von seinem Trieb“.
Und darum sei sie hier gewesen.
Gern könnt‘ er später davon lesen.
Sie könne nun nicht länger bleiben,
um weit‘re Studien zu betreiben.
Denn dafür nähm‘ sie nicht in Kauf
des Abends weiteren Verlauf.
Sie wünschte Leo noch viel Glück
und ließ den armen Kerl zurück.
Nun weiß er, dass von „Abenteuer“
man spricht, wenn so ein Abend teuer.
Leo der Abenteurer
Bus – Stop
Wachtmeister Spatz, ein Mann von Härte,
dortselbst die Autobahn versperrte,
weil eine Brücke, die nicht weit,
von zweifelhafter Festigkeit.
An diesem Fall sich neu erweist,
warum der Spatz auch Sperrling heißt.
Ein Bussard, der ein Omni-Bussard war,
fuhr ohne viel Verdruß
‘ne froh gestimmte Reiseschar
zum Weingenuß nach St. Goar.
Doch das Vergnügen wich dem Leid
in Höhe der Stadt Lüdenscheid.
1/2026 durchblick 29
Das gemeinsame Geheimnis
von Ulla D’Amico
Die Katze war mager und struppig. Ihre Augen waren
verschmiert und vom linken Ohr fehlte ein kleines
Stück. Ihr Fell war völlig glanzlos. Sie nieste und
schwankte ein wenig. „Die ist am Ende“, sagte Jörg. „Ich
glaube nicht, dass die den Sommer noch erlebt“. Eigentlich
war die Katze noch gar nicht alt. „Vielleicht drei Monate“,
schätzte Ina. Und sie schien nirgendwo hinzugehören. Sie
war offensichtlich eine Streunerin. Jetzt schaute sie Ina an
und gab einen Ton von sich. Kein Miauen. Einen Ton eben.
Wie ein Vogelstimmchen. Kaum hörbar. Ina streckte ihre
Hand aus. „Fass die bloß nicht an“, meinte Jörg ängstlich.
Michael und Rita standen ungeduldig dabei. „Jetzt kommt
endlich“, sagte Michael. Rita hakte sich schnell bei Ina ein
und zog sie mit sich fort. Beim Geräusch der Schritte duckte
sich die Katze unter einen Strauch, als erwarte sie einen
Fußtritt oder einen Schlag. Sie blinzelte mit ihren fast zugeschwollenen
und vereiterten Augen.
Ina ging nicht so oft ins Kino. Eigentlich nur, wenn ein besonderer
Film lief. „Dirty Dancing“ sah sie inzwischen zum
dritten Mal. Ach Patrick Swayze – sein Lächeln (!), seine
Bewegungen, sein Mut. Und sie fand ihn so schön. Wie jedes
Mal. Neben Ina schniefte Rita in ihr Taschentuch. Gleich
würde sie wieder völlig verheulte Augen haben. Aber das
war Rita egal. Sie hatte längst eine Entscheidung getroffen.
Entweder Patrick Swayze zu heiraten oder für immer in ein
Kloster zu gehen. Doch Ina war nicht, wie immer, ganz beim
Film. In ihren Ohren klang dieses Vogelstimmchen nach. Und
auch Jörgs Satz: „Ob die den Sommer noch erlebt?“ machte
ihr Angst. Der Film ging zu Ende und alle Besucher verließen
ergriffen das Kino. Die vier Freunde holten sich am Kiosk
noch Pommes und Cola und schlenderten langsam nach Hause.
Bei der kleinen Brücke suchte Inas Blick unwillkürlich die
Sträucher ab. Hier hatte die Katze gelegen. Hier war sie unter
größter Anstrengung aufgestanden, hatte sich krumm und
schief bewegt. Und dann ganz ängstlich Ina angeschaut. Mit
einem Blick, den Ina wohl nie vergisst.
Am nächsten Morgen machte Ina auf dem Schulweg einen
kleinen Schlenker an der kleinen Brücke vorbei. Sie hatte am
Vorabend zu Hause das Thema „Katze“ vorsichtig angebracht
– doch Mutter hatte sich rigoros gesperrt. Sie will keine Haustiere!
„Aber eine Katze siehst du doch kaum und die bellt nicht,
stinkt nicht und macht auch sonst keine Arbeit. Ich kümmere
mich ganz alleine um sie, Ehrenwort,“ versuchte Ina ihre
Mutter zu überzeugen. „Keine Haustiere! Die Wohnung ist zu
klein und ich will kein Katzenklo im Bad stehen haben. Abgesehen
von den Katzenhaaren, die dann überall zu finden sind“,
argumentierte Mutter. Traurig hörte Ina später im Bett noch
Musik und sah die Katze vor sich. Das kleine spitze Gesicht
und der ausgemergelte Körper. Sie spürte, dass etwas mit ihr
geschehen war, gegen das sie sich nicht wehren konnte.
Der nächste Morgen war feucht und kalt. Und wieder
suchte Ina die Katze unter den Sträuchern. Leise rief sie:
„Katze, wo bist du?“ Doch leider konnte Ina sie nicht entdecken.
Später im Schulunterricht konnte sie sich auch nicht
richtig konzentrieren. Doch dann war der Schultag endlich zu
Ende und Ina machte wieder einen Umweg über die Brücke.
„Hallo Katze.“ Sie bückte sich und schaute noch einmal unter
die Büsche. Plötzlich hörte sie ein ganz leises Miauen und
dann stand die Katze vor ihr und sah sie an. Ina hielt zunächst
Abstand. Bloß nicht zu nah an das Tier. Wahrscheinlich hatte
die Katze noch nie einen Menschen kennengelernt, dem sie
vertrauen konnte. Zum Glück hatte Ina ihr Pausenbrot aufbewahrt.
Sie zog den Käse zwischen den Brotscheiben hervor
und hielt der Katze ein kleines Stückchen hin. Mist, das war
zu nah. Erschrocken wich die Katze zurück. Ina warf ihr das
Käsestückchen zu. Nun schleppte die Katze es tiefer ins Gebüsch
und fraß es gierig und schnaufte dabei. „Ihre Nase ist
verstopft“, sagte Jörg, der auf einmal hinter Ina stand. Im ersten
Augenblick kam sie sich albern vor. Mit fettverschmierten
Fingern und voller blödsinniger Zärtlichkeit für eine fremde,
heruntergekommene Katze. Und das ausgerechnet vor Jörg
mit seinen lockeren Sprüchen. Doch der verkniff sich jeden
Kommentar und hockte sich dazu. Ina brach immer mehr Käsestückchen
ab und nach einer Weile holte sich die Katze diese
sogar direkt aus Inas Hand. „Ich darf sie nicht mit nach Hause
nehmen“, sagte Ina traurig. Sie schaute Jörg eindringlich an.
Seine Familie lebte nämlich in einem eigenen großen Haus.
„Nein, unmöglich, du weißt, dass wir einen Hund haben!“ Ja
das wusste Ina. Einen großen Hund, vor dem alle Angst haben.
So ein riesengroßer Hund würde die kleine Katze locker
zum Nachtisch verspeisen. Doch leider wusste Ina nicht sehr
30 durchblick 1/2026
Titel
viel mehr über Jörg und seine Familie. Die Katze rollte sich
auf dem Boden zusammen und zitterte. Jörg hob ergeben die
Arme und schlug vor, sie mit in den alten Schuppen bei sich
zu Hause zu nehmen. Dort bauten die Beiden ihr dann aus
einer alten Decke ein Bett. Sofort legte sich die erschöpfte
Katze dort hin und schloss ihre Augen. Und wenn man ganz
genau hinhörte, hörte man sie ein bisschen schnurren. „Sie
muss behandelt werden“, sagte Jörg.
Beide leerten ihre Geldbörsen und zählten siebenunddreißig
Euro. Das war kein Vermögen, aber immerhin wusste
Ina jetzt mehr über Jörg. Er hatte auch nicht mehr Geld als
sie. In Jörgs Rucksack trugen sie die Katze zu einem Tierarzt.
Schnell konnte er die Beiden beruhigen, indem er sagte: „Die
kriegen wir schon wieder hin.“ Er gab der Katze eine Spritze
und drückte Ina und Jörg verschiedene Mittel aus seinem Arzneischrank
in die Hände und erklärte ihnen, wann und wie sie
alles der Katze verabreichen sollten. „In vier Tagen möchte
ich die Katze wiedersehen“, sagte er noch abschließend. Das
Geld nahm er nicht an. „Kauft davon Futter und Milch.“
Jeden Morgen, Mittag und Nachmittag ging Ina zum
Schuppen, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass der
Hund nicht in der Nähe war. Doch meistens hatte Jörg die
Katze schon gefüttert. Nur die Medikamente nahm die Katze
nur von Ina. Die Katze schlief sehr viel und erholte sich
sichtbar. Sie sah von Tag zu Tag besser aus. Ina hatte vorsichtig
das Fell ausgebürstet und verfilzte Haare herausgeschnitten.
Endlich konnte man das rot-weiß-getigerte Fell
richtig erkennen. Und endlich sah man auch die grünen Augen
richtig. Die Katze wurde immer kräftiger. Oft saß sie
bei der Türe und kratzte am Holz. Sicher war sie noch nie
eingesperrt gewesen. Doch bis sie wieder ganz gesund war,
sollte sie noch im Schuppen bleiben.
Ina hatte sie insgeheim „kleine Prinzessin“ getauft, weil
sie Jörg wie einen Diener behandelte. Der durfte ihr zwar
Futter, Wasser oder Milch hinstellen, sie jedoch nie berühren.
Dieses Privileg hatte nur Ina. Aber das machte Jörg überhaupt
nicht neidisch. Er säuberte die Klokiste, organisierte oft Essensreste
und hatte immer Zeit. Manchmal überraschte Ina
ihn dabei, wie er neben der Katze saß und ihren Schlaf bewachte.
„Ich hatte gerade nichts Besseres zu tun“, sagte er
dann verlegen. Rita fragte Ina neuerdings immer öfter, ob sie
sich in Jörg verguckt hätte. „Ihr Beide benehmt euch neuerdings
schon mal recht sonderbar.“ „In Jörg? Quatsch! Ich
doch nicht!“ war Inas nicht überzeugende Antwort.
Ina, Jörg, Michael und Rita unternahmen öfter mal was
zusammen. Hatte sich so ergeben, weil sie alle nah beieinander
wohnten und in die gleiche Klasse gingen. Das war‘s aber
auch. „In Jörg verguckt, so eine Schnapsidee“, stotterte Ina
schon mal. Rita nervte weiter: „Bist du sicher?“ „Jupp, ganz
sicher“, antwortete Ina mit einer leichten Verlegenheitsröte
im Gesicht. „Und wieso sieht man euch kaum noch?“ bohrte
Rita weiter. Natürlich hätte Ina ihr von der Katze, dem Schuppen
und von Jörgs Augen, die fast so grün waren, wie die
von der „kleinen Prinzessin“, erzählen können. Aber sie tat
es nicht. Sie erzählte niemanden davon. Ina und Jörg kümmerten
sich liebevoll um die Kleine. Ihr Geld war längst für
Futter und Streu aufgebraucht. Ina hatte ihre Oma angepumpt.
Jörg verdiente sich mit Rasen mähen bei den Nachbarn ein
paar Euro. „Kleine Prinzessin“, flüsterte Ina und vergrub ihre
Finger in dem warmen, weichen Fell. Manchmal gurrte sie
wie eine Taube und berührte Inas Gesicht mit der Pfote, so
zärtlich und sacht, dass Ina der Atem stockte. Doch immer
öfter zog es die Katze zur Tür. „Sie ist jetzt wieder richtig
gesund“, sagte Jörg vorsichtig. Ina nickte. „Und sie ist an
Freiheit gewöhnt“, meinte nun Jörg. Aber das wollte Ina gar
nicht hören. Jedes Mal in den folgenden Tagen, wenn Ina an
das Fenster am alten Schuppen klopfte, damit Jörg ihr die Tür
öffnete, hatte sie Angst, die Katze nicht mehr vorzufinden.
Eines Tages, als die Sonne schien, trafen Ina und Jörg
sich wieder im Schuppen. Die „kleine Prinzessin“ stand
wieder an der Tür. Ina sah Jörg an. Jörg nickte und öffnete
langsam die Türe. Die Katze hielt ihren Kopf kurz in die
Sonne, kam noch einmal zurück, strich den Beiden um die
Beine und ging ganz langsam hinaus und verschwand unter
den Heckenrosen. Ina spürte, wie ihr die Tränen übers Gesicht
liefen. Sie spürte auch Jörgs Hand auf ihrem Rücken.
Und dann seine Lippen auf ihrer Wange. Sie trafen sich
weiter im alten Schuppen. Flüsterten, lachten und waren
still miteinander. Der Sommer verging und der Herbst präsentierte
sich in bunten Farben. Manchmal kam die „kleine
Prinzessin“ Ina und Jörg im Schuppen besuchen. Doch sie
erzählten niemand davon. Es war so schön, ein gemeinsames
Geheimnis zu haben.
db
Unterstützung für Menschen mit Demenz oder
Gedächtnisproblemen und deren Vertrauenspersonen
Hintergrund
• Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stehen
vor vielen Herausforderungen in ihrem Alltag
• Passende Angebote zu finden sollte nicht zu einer
zusätzlichen Belastung werden
• Diese Studie hilft Unterstützung zu finden
Ihre Vorteile
• Individuelle Beratung zur Unterstützung
• Hausbesuche durch Demenzlotsen
• Vermittlung an Hilfsangebote in der Region
Studienziele
• Autonomie der Betroffenen fördern
• Belastung der An- und Zugehörigen verringern
Start und Dauer der Studie
• Laufzeit: 01.03.2025 - 31.12.2026
• Teilnahmedauer: ca. 6 Monate
Interesse oder Fragen? Melden Sie sich gerne unter
info.netzwerk@decm.de
oder 0271 / 740-5253
1/2026 durchblick 31
Was verraten uns Düfte
Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast
Foto: Melanie Zanin
von Tessie Reeh
Wer kennt das nicht? Es gibt Gerüche aus der Kindheit,
die uns ein Leben lang begleiten. Bei mir ist
es der Duft von Buchsbaum, der im Garten meines
Großvaters vorherrschte. Das Aroma hatte sich bei mir
fest verankert und ich liebe es noch heute. Ein Leben ohne
Gerüche und Düfte ist nur schwer vorstellbar. Sinnlich erlebbar
macht dies die Ausstellung, indem sie ein Zusammenspiel
von Kunst- und Geruchserlebnis präsentiert. Wir,
eine kleine Gruppe von der durchblick-Redaktion, folgen
einer jungen Kunstvermittlerin neugierig über eine Fläche
von 5.000 qm. Es geht durch fremde Kulturen, Religionen
und Rituale bis hin zur europäischen und deutschen Geschichte.
Die Schau umfasst viele Epochen von der Antike
bis zum 21. Jahrhundert. Durch die synchrone Beduftung,
passend zum Thema des Raums, ermöglicht sie einzigartige
Erlebnisse. Es erschließen sich neue emotionale Zugänge
für die Besucher.
Seit Jahrtausenden verbinden Religionen Duft mit dem
Göttlichen. In spirituellen Zeremonien werden Räucherwerke
wie Harze und Hölzer entzündet. Der aufsteigende
Rauch erfüllt den Raum und symbolisiert die Verbindung
zwischen Himmel und Erde. Er verleiht den Gebeten der
Gläubigen auch eine sichtbare Form. Der Rauch von Myrrhe,
Sandelholz oder Weihrauch gilt in vielen Religionen
als Symbol für Gebet und Reinigung. Er soll Herz und
Geist öffnen und die Gegenwart Gottes spürbar machen.
Es riecht nach Krieg, Nationalsozialismus, den goldenen
20er Jahren, Wald und Natur, sogar nach Persil vom
Düsseldorfer Waschmittelhersteller Henkel, nach Volkswagen,
dem Kultwagen der Nachkriegszeit, oder nach
Kneipe. Zur Ausstellung wurde der in den 70er Jahren hip-
Foto: Anne Orthen
Foto: Anne Orthen
32 durchblick 1/2026
Kultur
pe Düsseldorfer Underground Club Cream Cheese original
wieder aufgestellt. Ein Raum interessiert uns besonders.
Hier ist eine Duftbar mit edlen Parfümflacons aufgestellt
und wir dürfen einzeln an den Glasbehältern von Eau de
Cologne bis zu Chanel Nr. 5 schnuppern. Unsere Vermittlerin
erzählt, dass es in Köln zum Kampf ums echte Kölnisch
Wasser kam. Anfang des 18. Jahrhunderts kreierte
Johann Maria Farina diesen frischen Zitrusduft, der schnell
zum Lieblingsparfum an europäischen Höfen wurde. Er
schuf das erste moderne Parfüm der Welt, das unter einer
Marke angeboten wurde. 1792 brachte das Haus Mühlens
ein ähnliches Duftwasser ebenfalls unter dem Namen Farina
heraus. Dies ist heute unter dem Namen 4711 weltweit
bekannt. Es wurde über 300 Jahre um den Namen gestritten.
2006 erst wurde der Familie Farina endlich das eigene
Namensrecht zugesprochen.
So wird der lange Weg durch die Austellungshallen
und Räume mit unserem Guide und ihren Erläuterungen
zu einem multisensorischen Abenteuer zwischen Originalgemälden
und Plastiken und immer wieder mit olfaktorischen
Überraschungen. Düfte und Gerüche haben schon
immer auch Wissenschaftler oder Schriftsteller von Goethe
bis Patrick Süsskind beschäftigt. Sein Roman „Das
Parfum, die Geschichte eines Mörders“ von 1985 wurde
und ist noch immer ein Bestseller. Manch einer kennt diese
Geschichte auch als Film, der die Situation in Paris mit
seinem Gestank ohne Kanalisation und weitgehend ohne
Hygiene beschreibt. Grenouille, der Held des Buchs, ein
Mensch ohne Eigengeruch, träumt davon den betörendsten
Duft der Erde zu entwickeln. Das erreicht er denn auch.
Sein Meisterparfum soll riechen wie das Mirabellen-Mädchen
aus Paris, was ihm dann auch gelingt. Welchen Duft
mögen wir? Ist es der des Waldes, von Mirabellen, 4711,
oder der eines Babys?
Schwindelig von den vielen Gerüchen in der Nase ist
manch eine von unserer Gruppe am Ende ganz benommen
und ist bei aller Begeisterung über die einmalige Ausstellung
froh, wieder vor den Toren des Kunstpalasts an der
frischen Luft am Rheinufer zu sein.
Die Ausstellung „Die geheime Macht der Düfte“ ist im
Kunstpalast Düsseldorf, Ehrenhof 4-5 bis zum 08.03.2026
zu sehen. www.kunstpalast.de
db
Ale Fotos: Kunstpalast Düsseldorf
Kurator der Ausstellung ist der Betriebswirt Robert Müller-Grünow,
der ein Unternehmen für „Scent Technology“
und „Scent Communications (scent: englisch Geruch). Er
entwickelt eigene „Düfte sowie die Technologie, die von extrem
punktuellen Dufteindrücken und der Synchronisation
von Bild und Ton mit Düften bis hin zur Beduftung großer
Räume reicht.“ Das heißt, er setzt Gerüche gezielt als Marketing
Manipulation ein, um den Verkauf von Produkten zu
fördern.
Unternehmen und Marken versuchen einzigartig zu sein
und positive Assoziationen und Gefühle entstehen zu lassen,
um eine langfristige Bindung zur Marke oder Unternehmen
zu erreichen wie ein Logo. Und der Markt mit Parfums und
anderen Düften ist heute umkämpfter denn je.
Robert Müller-Grünow ist Autor des Buches Die geheime
Macht der Düfte (Edel Books, 2018).
» Ihre Individualität
liegt uns am Herzen «
Tagespflege
Foto: Anne Orthen
DRK-Pflegezentrum Neunkirchen gGmbH Am Siebertsweiher 4
57290 Neunkirchen
info@drk-pflegezentrum-neunkirchen.de
www.drk-pflegezentrum-neunkirchen.de +49 2735 600180
1/2026 durchblick 33
Unter dem Schatten der Bäume
Ausstellung im Waldlandhaus Hohenroth
Der Schatten der Bäume ist lebensspendend, erfuhren
schon die Naturforscher:innen vergangener
Jahrhunderte an den Orten ihrer Reisen in die fernen
Wälder der Welt. Es war das Zusammenspiel von Licht
und Schatten, das in den tropischen Wäldern zu der ungeheuren
Entwicklung und Vielfalt der Natur führte, die sie
sahen. Maria Sibylla Merian reiste 1699 bis 1701 in die
Wälder und Urwälder Surinams. Georg Forster begleitete
in den Jahren 1772 bis 1775 die zweite Weltreise von Captain
James Cook. Alexander von Humboldt erforschte 1799
bis 1804 Südamerika. Amalie Dietrich erkundete zehn Jahre
lang, von 1863 bis 1873, Nordostaustralien und die Tonga-Inseln.
Überall, wohin sie kamen, waren sie tief beeindruckt
von den mächtigen Wäldern. „Unter Riesenbäumen
verschwinde ich ganz“, schrieb Amalie Dietrich, „mir ist
oft, als ob ich das geträumt hätte.“ „Tausendjährige Wälder,
ein undurchdringliches Dickicht erfüllt den feuchten Erdstrich
zwischen dem Orinoco und dem Amazonasstrome.
Berge und Wälder hallen von dem Donner der stürzenden
Wasser.“ erinnerte sich Alexander von Humboldt.
Er führte erstmals den Blick auf die Vernichtung der tropischen
Wälder, die er in Südamerika beobachtete, und auf
die Folgen der Entwaldung: „Zerstört man die Wälder, wie
die europäischen Siedler es mit unvorsichtiger Hast tun, so
versiegen die Quellen oder nehmen doch stark ab.“ Die
Wälder regulierten mit ihrer Fähigkeit Wasser zu speichern
die Wasserwirtschaft der Natur. Sie reicherten die Atmosphäre
mit Feuchtigkeit an, schützten den Boden, kühlten
die Luft und beeinflussten positiv das Klima. Wo die Wälder
fehlten, ging das Leben fort.
„Die Bäume, welche ihre dickbelaubten Zweige überall
ausbreiteten, gewährten uns kühlenden Schatten“, schrieb
Georg Forster auf der Insel Tahiti und berichtete über das
Leben der Bewohner, die sich keinen Ort ihres Lebens ohne
Bäume vorstellen konnten. Ihre Wohnungen und Gärten waren
ein Meisterwerk des Umgangs mit der starken Sonne und
der sehr großen Hitze. „Die Wohnungen lagen unter dem
Schatten der Brodtfruchtbäume und waren mit mancherley
wohlriechenden Stauden umpflanzt. In den Gärten ragten
hohe Cocosnuß-Palmen weit über die anderen Bäume.“
Maria Sibylla Merian war auf der Suche nach den Entwicklungen
des Lebens der Natur, die sie mit ihrer Erforschung der
Metamorphosen der Seidenraupen und Schmetterlinge begonnen
hatte. In ihrem künstlerischen Werk aus Surinam tritt das
Ganze der Natur zu Tage. Kein Bild zeigt ein einzelnes Lebewesen,
sondern gemeinsam mit seiner natürlichen Umgebung,
seiner Nahrung, seinen Feinden und auch seinen Entwicklungsstadien.
Sie beschrieb die starke Sonne und drückende
Hitze in der tropischen Welt Surinams, die ohne den Schatten
der Bäume nicht zu überleben war: „aldar sich alle verwunderten
dass ich noch mit dem leben darvon bin kommen“. Sie war
erschüttert über die harte Herrschaft der weißen Kolonialherren
und Plantagenbesitzer und die großen Qualen der schutzlos
in den riesigen Plantagen arbeitenden Sklaven.
Amalie Dietrich war bei ihren Sammlungen von unbekannten
Arten von Pflanzen und Tieren in den Urwäldern Nordostaustraliens
auf sich gestellt und erfuhr die zahllosen Gefahren,
unter denen sie sich dort befand. Doch blieb für sie das
Glücksgefühl: „Auf allen Gebieten Neues, Unbekanntes!“ Die
Wälder waren für sie ein unvergleichbarer Ort des Lebens. db
Ausstellung „unter dem Schatten der Bäume“
von Dr. Marlies Obier, vom 3.5. bis 28.6. 2026
Waldlandhaus Forsthaus Hohenroth
Verein Waldland Hohenroth e.V.
Eröffnung am 3. Mai 2026 um 15 Uhr
Maria Sibylla Merian 1679,
Porträt von Jacob Marrel.
Georg Forster 1785. Porträt
von J.H.W. Tischbein.
Alexander v. Humboldt 1843,
Gemälde von J. K.Stieler.
Amalie Dietrich 1881, von
Christian Wilhelm Allers
34 durchblick 1/2026
Ungeheuer
am Nordpol
Buchbesprechung
Flur-Verlag, 2025,
256 Seiten 22,00 Euro,
ISBN-Nr.: 9783989651036
von Sonja Dörr
Es ist der Beginn des
neuen Jahrhunderts.
Die Technik ist so
weit fortgeschritten, dass
alles möglich scheint. Und
so ist es eine Mischung aus
Zufall, Geltungsbedürfnis
und Langeweile, als sich
die ehemaligen Schulkameraden
Vénasque und Ceintras
dazu entschließen, einen
Lenkballon zu bauen und
zu dem bislang unberührten
Teil des Nordpols vorzudringen.
Schon während
der Vorbereitung kommt es
zu ersten Auseinandersetzungen.
Doch mit Fertigstellung des Flugobjekts lodert der
Traum von Eroberung neu auf. Mit jedem Kilometer, den sich
die Männer von dem Bekannten entfernen, wird die Spannung
geladener. Aber nichts soll die Entdecker darauf vorbereiten,
was sie an ihrem Ziel erwartet.
„Ungeheuer am Nordpol“ erschien erstmals 1907 in
Paris und reiht sich ein in die Abenteuer- und Science
Fiction-Romane von H.G.Wells, Jules Verne und vielleicht
sogar H.P. Lovecraft.
Die Geschichte handelt von zwei unterschiedlichen
Männern, der eine reich an Geld, der andere reich an Wissen.
Allein diese Konstellation lässt Konfrontation vermuten.
Keine Überraschung also, dass das soziale Gefüge einen
Großteil des Romans ausmacht.
Wiedergegeben wird die Handlung von dem vermögenden
Vénasque, der die Reise tagebuchähnlich festhält. Dabei
finden die Abenteurer eine Welt vor, die sofort an Wells
„Die ersten Menschen im Mond“ erinnert. Der Nordpol
wird als eigenständiges Biotop beschrieben, deren Lebewesen
ebenso fremd sind wie der abweichende Wechsel
von Tag und Nacht. Doch viel erschreckender sind die Wesen,
die - menschen- und reptilienähnlich - als Anthroposaurier
bezeichnet werden können. Gerade hier setzt Derennes‘
Kalkül an. Denn: Inwiefern sind Lebewesen besser
oder schlechter, nur weil sie anders aussehen? Der Autor
spielt mit den Erwartungen seiner Leserschaft. Und das an
mehreren Stellen. Immer wieder werden die LeserInnen
herausgefordert, ein Urteil zu fällen. Fast schon führt diese
Verlockung zu moralischem Relativismus. Immer wieder
kommt es dabei zu Plot-Twists und das bis zur letzten Seite.
Genau wie Wells vermittelt Charles Derennes eine bedeutende
Botschaft: Das größte Ungeheuer ist der Mensch.
Fazit: Eine großartige, fesselnd erzählte Geschichte mit
stets aktuellem Hintergrund.
db
Senioren- und Pflegeeinrichtungen
Vermittlung von Seniorenwohnungen
und Service-Wohnen
Haus Höhwäldchen
Höhwäldchen 3
57234 Wilnsdorf
Telefon 0 27 39 4 78-0
57 Pflegeplätze
12 Kurzzeitpflegeplätze
2 Seniorenwohnungen
Altenzentrum Freudenberg
Lagemannstraße 20-24
57258 Freudenberg
Telefon 0 27 34 2 77-0
96 Pflegeplätze
51 Seniorenwohnungen
Fliedner-Heim
Luisenstraße 15
57076 Siegen
Telefon 02 71 48 84-0
74 Pflegeplätze
26 Seniorenwohnungen
Sophienheim
Südstraße 11
57074 Siegen
Telefon 02 71 66 03-0
117 Pflegeplätze
24 Seniorenwohnungen
Haus Obere Hengsbach
Hengsbachstraße 155
57080 Siegen
Telefon 02 71 7 70 19-0
98 Pflegeplätze, davon
12 Plätze im beschützenden
Bereich für Demenzerkrankte
www.diakonie-sw.de
1/2026 durchblick 35
Buchbesprechung
Der Holocaust als Graphic Novel
Darf man das Geschehen aus dem Holocaust als
Bildergeschichte im Comicformat darstellen und
wenn ja: Wie kann man das angemessen tun? Einer
der ersten, der dies wagte, ist der amerikanische Comicautor
Art Spiegelman, Sohn zweier polnisch-jüdischer Holocaustüberlebender,
der 1948 in Stockholm geboren wurde
und dessen Familie drei Jahre später in die USA emigrierte.
Früh entdeckt das Kind seine Liebe zum Bilderwitz des
Comics, zeichnet und entwickelt selbst Ideen und arbeitet später
für verschiedene Zeitschriften. Auch eigene schicksalhafte
Erlebnisse wie den Suizid seiner sensiblen Mutter, da war er
20, verarbeitet er in der Bildgeschichte. Jahre später bringt er
seinen Vater Wladek, zu dem er ein schwieriges Verhältnis hat,
dazu, ihm seine erschütternde Lebensgeschichte zu erzählen
mit der Absicht, diese zu einer Graphic Novel zu verarbeiten.
Die Familie Spiegelman, in begüterten Verhätnissen
lebend, war nach dem Einmarsch der Deutschen, wie alle
Juden, immer härteren Pressionen ausgesetzt. Eine Zeitlang
gelang es der jungen Familie dank Wladeks Erfindungsreichtum,
seiner Tatkraft und seines zähen Überlebenswillens,
immer wieder unterzutauchen, bis sie schließlich 1944
doch noch in die Fänge der Gestapo gerieten. Ihr kleiner
Sohn Richieu war da bereits gestorben. Wladek und Anja
wurden nach Auschwitz deportiert. Auch hier konnte sich
Wladek aufgrund seiner Klugheit und seines handwerklichen
Geschicks vor dem Schlimmsten bewahren. Gesteigert
wurde das Grauen dann aber auf einem der berüchtigten Todesmärsche,
als die Häftlinge von der SS aus den KZs nach
Westen getrieben wurden. Dies hat er nur knapp überlebt.
Nach der Befreiung finden sich Wladek und Anja wieder;
sie emigrieren zunächst nach Stockholm, um dort auf eine
Einreisegenehmigung nach Amerika zu warten, die sie dann
1951 bekommen. Hier kann sich Wladek beruflich recht erfolgreich
etablieren, aber seine Traumata holen ihn immer
wieder ein und machen ihn zu einem wenig umgänglichen
Menschen. Immerhin ist er nach anfänglichem Zögern bereit,
seinem Sohn über das damals Erlebte zu berichten. Art Spiegelman
setzt die erschütternde Erzählung um, indem er die
Juden als Mäuse zeichnet – nur so ist es ihm möglich, das
Unaussprechliche darzustellen. Die Deutschen sind Katzen.
Spiegelmans Werk MAUS erschien zunächst in zwei Bänden,
1986 und 1991. Es wurde eine Erfolgsgeschichte und
bald auch ins Deutsche übersetzt. Als erster Comic wurde
MAUS 1992 mit dem begehrten Pulitzer-Preis ausgezeichnet.
Andere Graphic Novels sollten folgen. Dies zeigt eine Ausstellung
im Aktiven Museum am Obergraben, die im September
2025 eröffnet wurde und noch bis Ende April gezeigt wird.
Fischer-Taschenbuch, 2025, 294 Seiten 22,00 Euro,
ISBN-Nr.: 978-3-596-18094-3
von Christel Latsch
Unter den vorgestellten Werken ist auch das der deutschen
Autorin Stephanie Lunkewitz. Sie lernte die Holocaustüberlebende
Eva Szepesi kennen, mit der zusammen
Ariella-Verlag, 2025, Hardcover 14,95 Euro,
ISBN-Nr.: 978-3-945530-47-4
36 durchblick 1/2026
Kultur
sie deren Überlebensgeschichte verfasste, die sie dann
auch zeichnete. Das Werk erschien 2024 unter dem Titel
„Ich war Eva Diamant“. Es beschreibt und zeigt in
eindrucksvollen Bildern die behütete Kindheit des Mädchens
Eva in Budapest. Aus dieser Geborgenheit zunächst
durch Ausgrenzung und Stigmatisierung herausgerissen,
wird Eva als Zwölfjährige von ihrer Familie getrennt und
nach Auschwitz deportiert. Sie überlebt nur, weil sie sich
(nach dem Hinweis einer Wärterin) als 16jährige ausgibt
und so als tauglich befunden wird für den Arbeitseinsatz.
Sie lernt eine andere Gefangene, Stella, kennen, die ihr hin
Geschichte erleben im Siegerlandmuseum
Seit seiner Gründung vor 120 Jahren sammelt und
zeigt das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss
Kunst- und Kulturgeschichte der Region.
Begegnen Sie Persönlichkeiten der Familie
Nassau-Oranien, dem weit gereisten Fürst Johann
Moritz oder dem in Siegen geborenen Künstler
Peter Paul Rubens. Seine Werke stellen ein
Highlight unserer Sammlung dar.
Auch die über 2500 Jahre alte Tradition des
Bergbau- und Hüttenwesens hat im Museum einen
festen Platz: Steigen Sie in unser Schaubergwerk
hinab, das unter dem Schloss in den Fels
gesprengt wurde. Im Anschluss können Sie im
Schlossturm in der „Welschen Haube” den
höchsten Ort auf dem Siegberg erklimmen!
Unter www.siegerlandmuseum.de finden Sie die
Termine unserer Sonderausstellungen, Führungen
und weiteren Veranstaltungen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Dann wurden mir die Haare abrasiert,
ich fühlte Schmerz und Scham.
und wieder ein wenig helfen kann. Eva erkrankt schwer,
ist schließlich nicht mehr bewegungsfähig und bleibt mit
wenigen anderen hilflos im Lager zurück, was sie vor einem
der berüchtigten Todesmärsche bewahrt. Stella dagegen
wurde fortgetrieben. Dort im Lager erlebt Eva dann
Ende Januar die Befreiung durch sowjetische Soldaten. Sie
ist die einzige Überlebende ihrer Familie.
Eva lebte danach wieder einige Jahre in Budapest, heiratete
und zog mit ihrer Familie 1954 nach Frankfurt am
Main, wo sie auch heute noch lebt. Auch sie konnte viele
Jahre nicht über ihre schrecklichen Erlebnisse sprechen,
bis sie schließlich den Mut fand, dies doch zu tun.
Heute, im Alter von 93 Jahren, besucht sie Schulklassen
und erzählt ihre Geschichte. Auch geht sie des öfteren mit
Stephanie Lunkewitz auf Lesereise. Auf Einladung des Aktiven
Museums ist Stephanie Lunkewitz allerdings allein gekommen,
zu einer Autorenlesung anlässlich der Eröffnung
der Sonderausstellung „Den Holocaust in Bildern erzählen“.
Diese Ausstellung zeigt noch bis Ende April 26 andere Graphic
Novels in Plakaten und Ansichtsexemplaren. db
Aktuell leben weltweit noch 87000 Holocaust-Überlebende.
Kontakt:
Siegerlandmuseum
Oberes Schloss 2
57072 Siegen
Telefon: 0271/404 1900
Email: siegerlandmuseum@siegen.de
Unsere Öffnungszeiten:
dienstags bis sonntags,
10.00 bis 17.00 Uhr
1/2026 durchblick 37
Kultur
Dada und die grosse Kleinkunst
von Rüdiger Voigt
Malerei, Musik und Poesie verschönern das Leben,
wenn man sie als harmonisch empfindet. Mit einer
Kunst, die man nicht versteht oder die man nicht
mag, fremdelt man jedoch eher. Das geht uns so mit abstrakter
Malerei oder mit der Zwölftonmusik des Komponisten
Arnold Schönberg. Jeder erinnert sich noch – vielleicht
mit einem Schmunzeln – an das Kunstwerk „Fettecke“ von
Joseph Beuys, für das der Künstler fünf Kilogramm Butter
verwendet hatte. Sie wurde 1986 in der Düsseldorfer Kunstakademie
bei Putzarbeiten einfach weggewischt.
Ähnlich unverständliche Kunst entstand zur Jahrhundertwende
vom 19. zum 20. Jahrhundert. Vor allem der Erste
Weltkrieg hatte die alte Welt zum Einsturz gebracht. Den
Menschen brach buchstäblich der Boden unter den Füßen
weg. Die bisher geltenden Werte, Maßstäbe und Regeln galten
nicht mehr. Neue Ideen mussten sich erst bewähren. Das
galt gerade auch für die Kunst. Gerade die Künstler waren ja
wegen des Krieges und seiner Folgen frustriert. Ihr Protest
zeigte sich in neuen Kunstrichtungen und Kunstwerken.
So entstand auch der Dadaismus aus Frustration über
den Krieg. Nicht zufällig wurde die Dada-Bewegung 1916
– mitten im Krieg – in der neutralen Schweiz gegründet, in
die viele deutsche Künstler geflohen waren. Gründungsmitglieder
waren deutsche Künstler wie der Schriftseller
Hugo Ball, die Kabarettistin Emmy Hennings, der Arzt und
Psychoanalytiker Richard Huelsenbeck, die rumänischen
Künstler Tristan Tzara und Marcel Janco sowie der deutschfranzösische
Bildhauer Hans Arp. Im Juli 1916 wurde das
Cabaret „Voltaire“ wieder geschlossen.
Dada war eine Art Revolution gegen etablierte Normen
und lehnte traditionelle künstlerisch Konventionen
ab. Die Bewegung betonte das Irrationale, Absurde und
den Zufall. Eine wichtige Eigenschaft des Dadaismus war
die anti-autoritäre Haltung. Zu den zentralen Techniken
gehörten die Nutzung von sog. Ready-mades, bei denen
Alltagsgegenstände als Kunstwerke ausgegeben wurden,
Collagen, Fotomontagen, bruitistische Konzerte, also pure
Lärmmusik, und Zufallsgedichte.
Für ihre Revolte wählten die Akteure dieser Bewegung
die bewusst banal klingende Bezeichnung Dada. Der Begriff
„Dadaismus“ wurde erstmals 1920 verwendet. Über
die Herkunft der Bezeichnung „Dada“ existieren mindestens
vier verschiedene Theorien. Die plausibelste Geschichte
hat der deutsche Maler Hans Richter, der 1916 mit dabei
war, erzählt:
„Wenn Marcel Janco „da-da“ sagte, antwortete Tristan
Tzara mit „da-da“. Beide war Rumänen, in ihrer Muttersprache
heißt „ja“ ganz einfach „da“. Sie brauchten gar nichts zu
erfinden. Und so wurde DADA geboren“.
Autorität und Tradition der Kunst wurden infrage gestellt,
stattdessen wurde das Absurde und Irrationale betont. Und
durch satirische Überspitzung wurde Dada zum reinen Unsinn.
Es war eine „Anti-Kunst“, die man nicht klassifizieren
konnte. Bisherige Kunstideale sollten denunziert, lächerlich
gemacht und schließlich sogar zerstört werden. Dada suchte
nach neuen Ausdrucksformen in einer Welt, die durch Krieg
und gesellschaftlichen Umbruch erschüttert wurde. Zufall
und Beliebigkeit waren zentrale Gestaltungsprinzipien.
Die Idee war, das Publikum zum Nachdenken über
die Konventionen und die Gesellschaft im Allgemeinen
anzuregen. Für die typischen Collagen wurden Zeitungsausschnitte,
Fotos und andere Materialien verwendet, um
neue, oft provokative Bilder zu schaffen. Durch das Zerschneiden
und Neuanordnen von Bildern aus Massenmedien
stellten die Künstler die „Wirklichkeit“ infrage und
kritisierten die bürgerliche Kultur. Hans Arp zerriss z.B.
Papierstücke und ließ sie auf eine Oberfläche fallen, um
die Komposition durch den Zufall bestimmen zu lassen,
statt sie akribisch zu planen.
Der rumänische Schriftsteller Tristan Tzara hieß eigentlich
Samuel Rosenstock, sein Künstlername erinnert einerseits an
Wagners „Tristan und Isolde“, andererseits an Nietzsches
„Also sprach Zarathustra“. 1916 hat er eine Anleitung veröffentlicht,
„Um ein dadaistisches Gedicht zu machen“:
38 durchblick 1/2026
Kultur
Nehmt eine Zeitung.
Nehmt Scheren.
Wählt in dieser Zeitung einen Artikel von der Länge aus,
die Ihr Eurem Gedicht zu geben beabsichtigt.
Schneidet den Artikel aus.
Schneidet dann sorgfältig jedes Wort dieses Artikels aus
und gebt sie in eine Tüte.
Schüttelt leicht.
Nehmt dann einen Schnipsel nach dem anderen heraus.
Schreibt gewissenhaft ab
in der Reihenfolge, in der sie aus der Tüte gekommen sind.
Das Gedicht wird Euch ähneln.
Und damit seid Ihr ein unendlich origineller Schriftsteller
mit einer charmanten, wenn auch von den
Leuten unverstandenen Sensibilität.
Die neue Kunstform der Verse ohne Worte war als
„Flucht aus der Zeit“ eine Reaktion auf den Missbrauch der
Sprache durch Politik und Propaganda während des Krieges.
In den Lautgedichten Hugo Balls wurde die Sprache
auf ihre klanglichen Qualitäten reduziert. Sie wurde ihres
Sinnes entleert, die Laute wurden zu rhythmischen Klangbildern
zusammengefügt, um so die Geräuschkulisse der
modernen Welt darzustellen. Die Vorträge wurden durch
Trommeln, Schlagen und Verwendung zweckentfremdeter
Gegenstände, wie zum Beispiel leerer Kisten, begleitet.
Als offizielle Geburtsstunde des Dadaismus gilt der 23. Juni
1916, als Hugo Ball im Zürcher „Cabaret Voltaire“ im Papp-
Kostüm als „magischer Priester“ mit Schultersoutane seine
Klanggedichte als „Verse ohne Worte“ vortrug. Zusammen mit
seiner Freundin Emmy Hennings hatte Hugo Ball das „Cabaret
Voltaire“ kurz zuvor in Zürich in der Spiegelgasse 1, unweit von
Lenis Exilwohnung, gegründet. Hugo Ball war ein Schriftsteller
und Performancekünstler, der als Pionier des Lautgedichts
gilt. Emmy Hennings war Kabarettsängerin und Dichterin.
Die Abende im Cabaret Voltaire waren bewusst chaotische
und provokante Spektakel. Es gab experimentelle Performances,
darunter Lautgedichte, avantgardistische Musik, spontane
Tänze und Kunstausstellungen. Tristan Tzara gilt als Erfinder
des Simultangedichts, bei dem gleichzeitig von drei Sprechern
drei unterschiedliche Texte in drei verschiedenen Sprachen
vorgetragen wurden. Wenn Tzara Balls Gedichte rezitierte,
unterbrach er sie oft selbst durch Schreien oder Schluchzen.
Emmy Hennings sang Chansons, und Ball begleitete sie
auf dem Klavier. Hugo Balls Auftritt in Zürich umfasste drei
Lautgedichte: „Labadas Gesang an die Wolken“, die „Elefantenkarawane“,
später bekannt als „Karawane“ und „Gadji
beri bimba“. Diese Gedichte bestanden aus reinen Lautfolgen
ohne semantische Bedeutung. Hier als Beispiel die erste
Strophe von Gadji beri bimba:
gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori
gadjama gramma berida bimbala glandri galassassa laulitalomini
gadji beri bin blassa glassala laula lonni cadorsu sassala bim
gadjama tuffm i zimzalla binban gligla wowolimai bin beri ban
o katalominai rhinozerossola hopsamen laulitalomini hoooo
gadjama rhinozerossola hopsamen
bluku terullala blaulala loooo.
Hugo Balls Kostüm war so sperrig, dass er in den Saal
getragen werden musste. Ball hat sein Kostüm in seinem Tagebuch,
das erstmals 1927 erschien, detailliert beschrieben:
„Meine Beine standen in einem Säulenrund aus blauglänzendem
Karton, der mir schlank bis zur Hüfte reichte, so
dass ich bis dahin wie ein Obelisk aussah. Darüber trug ich
einen riesigen Mantelkragen, der innen mit Scharlach und
außen mit Gold beklebt, am Halse derart zusammengehalten
war, dass ich ihn durch ein Heben und Senken der Ellenbogen
flügelartig bewegen konnte. Dazu einen zylinderartigen,
hohen, weiß und blau gestreiften Schamanenhut“.
... sperriges Outfit!
Hugo Ball
begründete
seine „Verse
ohne Worte“
so: „Mit diesen
Tongedichten
wollten wir
verzichten auf
eine Sprache,
die verwüstet
und unmöglich
geworden
ist durch den
Journalismus.
Wir müssen
uns in die tiefste
Alchemie
des Wortes
zurückziehen
und selbst die
Alchemie des
Wortes verlassen,
um so der Dichtung ihre heiligste Domäne zu bewahren“.
Das Vertrauen in die kreative Kraft des Unbewussten und
des Irrationalen ermöglichte es den Dadaisten, das Leben mit
seinen Geräuschen, Farben und Rhythmen in seine Bestandteile
zu zerlegen. Unentwegt suchte und erprobte man neue
Formen künstlerischer Darbietungen. Mit diesen Auftritten,
die Chaos simulieren oder generieren sollten, wollte man
auf die Geräuschkulisse in den Großstädten aufmerksam
machen, auf den Lärm in den modernen Fabrikhallen und
auf den unerträglichen akustischen Stress, dem die Soldaten
in den Schützengräben an der Front ausgesetzt waren.
Mit dem Dadaismus trat eine neue, eine andere Realität ans
Licht. Das Leben erschien als ein simultanes Gewirr von Geräuschen,
Farben und geistigen Rhythmen, das in die dadaistische
Kunst unbeirrt mit allen sensationellen Schreien und Fiebern
seiner verwegenen Alltagspsyche und in seiner gesamten
brutalen Realität übernommen wurde. Die Dada-Künstler
waren Provokateure, deren Ideen vom absurden „Zürich-Dada“
über ganz Europa und schließlich weltweit ausbreiteten.
Überall protestierten Künstler durch gezielte Provokationen
und vermeintliche Unlogik gegen den Krieg und das obrigkeitsstaatliche
Bürger- und Künstlertum.
db
1/2026 durchblick 39
Die Maske des
Gekürzte Nacherzählung der Geschichte „The Masque of the Red
von Johannes Utsch
Eine schaurige Mär ist diese Geschichte und auch
ein Stück Weltliteratur. Jeder, der dieses Heft in
die Hand nimmt und durchblättert, wird auch
über diese schockierende Geschichte stolpern,
sie vielleicht auch lesen und in seinen Gedanken
bewegen. Zumindest Aufschrecken ist angesagt!
Es war einer der schlimmsten Seuchenzüge der
Pest, der nur Grauen und Tod hinter sich ließ.
Die plötzlich auf der Straße davon Befallenen
sanken vor Schwindel und Schmerzen zu Boden, entwickelten
am Körper, besonders im Gesicht scharlachroten
Flecken, bevor Blut sich aus allen zersetzenden
Poren entleerte. Der Kranke oder Tote boten ein abstoßendes
Bild des Grauens. Das Gesicht mit scharlachroten
Flecken war das Ächtungsmal der Pest, des
schwarzen Todes.
Als bereits das halbe Land entvölkert war, fasste
Prinz Prospero den Entschluss, sich und die Seinen
mit tausend gesunden und wohlgemuten Freunden
aus der Ritterschaft in eine ganz abgelegene, burgartig
befestigte Abtei zurückzuziehen, um dort abzuwarten.
Dank der hohen Mauern und der von innen zugeschmolzenen
Türschlösser der Eisentore konnte keiner
hinein- aber auch nicht herausgelangen. Hier konnten
sie monatelang leben, bestens verproviantiert, an nichts
war gespart, aller Art Annehmlichkeiten, Ablenkungen
und Lustbarkeiten, Gaukler, Musikanten und Wein für
schwelgende Feste. Alles bis ins Detail war vom Prinzen
geplant und ersonnen, eines vom Typus her barocken
Regenten, der einen ganz eigenen Geschmack hat-
te, immer auf Überraschungen aus und dabei erkennbar
eine Neigung zum Übersteigerten, Grotesken und Bizarren
zeigte. Einige hielten ihn schon fast für verrückt.
Einige Monate waren vergangen, da plante er für
seine Gäste einen außergewöhnlichen Maskenball.
Schon die Säle für dieses Fest waren etwas Besonderes.
Es waren ihrer sieben, jedoch nicht in langer Flucht
hintereinander, sondern von Saal zu Saal änderte sich
die Richtung, so dass jeder Saal nur für sich betrachtete
werden konnte, immer also eine neue Überraschung
mit einbezog. Eine weitere Besonderheit dieses Festes
war, dass die Sääle alle in gänzlich unterschiedlichen
Farben gehalten waren, einmal durch die Farben der
Tapeten und kostbaren Vorhänge sowie der dort befindlichen
Ausstattung, zum anderen durch die Farbe
des Glases der jeweils zwei gotischen Fenster pro Saal,
wobei die Fenster von außen durch Feuerfackeln auf
Dreibeinen angestrahlt wurden, was dem Licht im Saale
einen ganz eigenen, schillernden im Rhythmus der
flackernden Flammen tanzenden Charakter gab, fast
schon etwas mystisch. Der Saal ganz im Osten hatte
die Farbe blau, dann folgte der nächste Saal mit Purpur,
dann grün, orange, der fünfte weiß, der sechste violett
und schließlich der letzte schwarz. Dieser siebte Raum
war gänzlich in schwarze von der Decke hängende
Samtvorhänge gehüllt, eine düstere, beklemmende Erhabenheit.
Das Glas der beiden Fenster war blutrot und
es warf durch die dahinter lodernden Fackeln ein ebensolches,
gespenstisches Licht auf den dunklen Samt.
So gut wie keiner der Gäste traute sich diesen
Raum freiwillig zu betreten. Vor der westlichen Wand
fand sich eine gigantische Standuhr aus Ebenholz mit
40 40
durchblick 1/2026
Roten Todes
Arthur Rackham (1867–1939)
Death“ des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe. von 1842.
dumpf schwingendem Pendel. Ihre wichtigste Funktion
war, jede abgelaufene volle Stunde mit der Zahl
ihrer Schläge anzuzeigen. Die Schläge hatten einen
klaren, melodischen aber nachhaltigen Klang, dem
jeder mit der Miene des plötzlichen Erschreckens seine
Aufmerksamkeit widmete und in der Posse, die er
gerade einnahm, verharrte, ob als Tänzer oder Musiker,
in einer merkwürdigen Starre, bis der letzte Ton
verklungen war. Dann setzte die Musik und das Reden
und Lachen der feiernden Schar wieder ein, und allerlei
Lustbarkeiten und auch Lüsternes und regelrecht
Abartiges wurden dargeboten. Alle waren maskiert,
Gläser klirrten, und die Feiergesellschaft wogte frivol
von Saal zu Saal, bis zum nächsten Stundenschlagen.
Ein rauschendes Fest!
Die Stunde war schon vorgerückt, als man die Gestalt
mit der verstörenden Maske im östlichen, blauen
Saal bemerkte, keiner hatte sie reinkommen sehen.
Das Erscheinungsbild des Eindringlings und besonders
seine Maske lösten Entsetzen aus, eine Provokation,
die die Grenze zum Frevel weit überschritten
hatte. Von hoher Gestalt war er ganz in Grabtücher gewickelt,
das Entsetzlichste aber war die genau modellierte
Gesichtsmaske mit Blutspritzern gesprenkelt und
auf der Stirn und im Gesicht die typischen scharlachroten
Flecken. Es war die Maske des roten Todes! Wer
mochte so tollkühn sein, so hier aufzutauchen? Wo er
sich hinwandte, verstummte das Gespräch. Auch den
Prinzen erfasste ein Grausen, als er ihn sah, doch seine
Wut überwog. Mit lauter Stimme befahl er den Unbekannten
zu ergreifen, damit man ihn am nächsten Morgen
an der Zinne aufhängen könne! Doch keiner der
angesprochenen Höflinge und Ritter sah sich, durch
Grauen und Furcht gelähmt, in der Lage, den Fremden
zu ergreifen. Sie wichen verstört mit den Feiernden zu
beiden Seiten zurück, und die rote Maske durchschritt
nun ungehindert Raum um Raum, um schließlich auch
den schwarzen Saal mit seinem blutfarbenen Licht zu
betreten.
Da entschloss sich der Prinz, getrieben von purem
Entsetzen, Ekel, Verzweifelung und Mut, selbst zu
handeln. Mit gezücktem Dolch stürmte er auf den Eindringling
zu, der aber drehte sich im gleichen Augenblick
zu ihm um, sah ihn an. Einen letzten Schrei stieß
der Prinz aus, das Messer entglitt seinen Händen und
tödlich getroffen sank er zu Boden. Da erst überwanden
sich die Edelleute und wollten sich auf den Fremden
werfen, ihm Tücher und Maske entreißen. Doch
welches maßlose Grauen erfasste sie, als sie feststellten,
dass sich dahinter gar kein Körper befand und dass sie
ins Leere griffen! Sie taumelten und stürzten – und im
selben Moment schlug die Uhr zur Mitternacht, zwölf
dumpfe Schläge. Allen war jetzt unmissverständlich
klar, die Abtei bot keinen Schutz und sie würden alle
dasselbe Schicksal erleiden, das sie den Zurückgelassenen
zugedacht hatten, dafür war die Pest selbst heute
hier erschienen. Stöhnend und jammernd sanken alle
dahin und starben. Von allem verblieb nur ein dunkles
Chaos. Finsternis und Verfall und der rote Tod herrschten
ohne Einschränkung über alles!
Der englische Originaltext von Poe endet mit
den Worten: „Darkness and decay and the Red
Death held illimitable dominion over all.“ db
1/2026 durchblick 41
41
Gesellschaft
Preussens Königin Luise
Vom Entstehen und Vergehen einer Legende
Wikipedia: Gemälde von Henriette Félicité Tassaert, 1797.
von Wilfried Lerchstein
Sie war die „Königin der Herzen“ und eine attraktive
Frau, der alle zujubelten. Ihr Modebewusstsein war
legendär und trotz allen Glamours war sie eine liebevolle
Mutter. Nein, es ist nicht die Rede von Diana, Princess
of Wales. Und auch nicht von „Sisi“, der Kaiserin Elisabeth
von Österreich. Die Rede ist von einer anderen Märchenkönigin,
einer, die heutzutage beinahe in Vergessenheit geraten
ist: Luise von Preußen, vor 250 Jahren als „Sonntagskind“
geboren am 10. März 1776 in Hannover als Prinzessin von
Mecklenburg-Strelitz, und gestorben am 19. Juli 1810 auf
dem Herrensitz ihrer Eltern im mecklenburgischen Hohenzieritz
als Königin von Preußen.
Für Dichter wie Heinrich von Kleist, Achim
von Arnim, Novalis, Jean Paul und Friedrich
Rückert sowie für Maler und Bildhauer wie
Christian Daniel Rauch und Johann Gottfried
Schadow wurde Königin Luise von Preußen
zu einer nahezu unerschöpflichen Inspirationsquelle.
Sie berichteten vom sagenhaften
Leben der Königin und von ihrer Schönheit,
Anmut, Natürlichkeit und Ausstrahlung. Die
außergewöhnliche, sich schon zu Lebzeiten
über ganz Deutschland ausbreitende und länger
als ein Jahrhundert andauernde Verehrung
wurde durch ihren frühen Tod noch gesteigert.
Sie wurde so zu einer Art Ursprungsmythos
für das Deutsche Reich von 1871 mit ihrem
zweitältesten Sohn, dem Hohenzollernkaiser
Wilhelm I., an der Spitze. Mit 174 cm Körpergröße,
der Konfektionsgröße 34 – 36 und
oft blond und blauäugig porträtiert, eignete sie
sich auch vom Äußeren her bestens für eine
Lichtgestalt der Deutschen.
Luises Vater Herzog Karl zu Mecklenburg-
Strelitz hatte 1768 in Hannover die damals
16-jährige Prinzessin Friederike von Hessen-
Darmstadt geheiratet. Nach dem Tod ihrer
Mutter in Darmstadt bei ihrer Großmutter aufgewachsen,
wurde Luise am 14. März 1793
mit siebzehn Jahren gezielt dem preußischen
Kronprinzen Friedrich Wilhelm (* 3. August
1770 in Potsdam; † 7. Juni 1840 in Berlin)
vorgestellt. In Adelskreisen damals eher selten
anzutreffen, verliebten sich die beiden
Verkuppelten tatsächlich ineinander und bereits
wenige Wochen später waren sie verlobt.
Luise kam am 22. Dezember als tugendhafte
Braut nach Berlin, begleitet von ihrer jüngeren
Schwester Friederike, der Braut des jüngeren
Bruders des Kronprinzen. Hier begrüßte die
Prinzessin ein kleines, weiß gekleidetes Mädchen mit einem
Gedicht – und Luise war davon so berührt, dass sie es einfach,
entgegen des Protokolls, hochhob und küsste.
Luise heiratete am Heiligen Abend 1793 und das Kronprinzenpaar
wohnte seitdem im Kronprinzenpalais Unter
den Linden. Die Eheleute duzten sich, für damalige Sitten
und Gebräuche eine Revolution. Als ihr Ehemann als König
Friedrich Wilhelm III. im November 1797 den preußischen
Thron bestieg, wurde Luise Königin.
Beide Schwestern, die Johann Gottfried Schadow (1764 –
1850) bereits 1794/95 einzeln in Büsten verewigt hatte, gingen
anschließend durch ihre zunächst 1795 aus Gips und danach
„in stiller Begeisterung“ von ihm 1797 aus Marmor geschaf-
42 durchblick 1/2026
Gesellschaft
Prinzessinnengruppe
fene Doppelstatue als
Prinzessinnengruppe
in die Kunstgeschichte
ein. Schadow stellte
Luise und Friederike
natürlich und locker,
in dünner, körpernaher
Kleidung dar, für
damalige Verhältnisse
sehr gewagt. Deshalb
verbarg Luises Ehemann
dieses Kunstwerk
anschließend vor
der Öffentlichkeit, indem
er es in einem nur
wenigen Personen zugänglichen
Gästezimmer
im Stadtschloss
aufstellen ließ. Der
ständige Zauderer und
hausbackene Praktiker hatte für Kunst, Poesie und geistige
Höhenflüge nicht viel übrig. Heute stehen die Prinzessinnen
als Gipsmodell in Schinkels Friedrichswerderscher Kirche
und in der marmornen Ausführung auf der Museumsinsel in
der Eingangsachse der Alten Nationalgalerie.
Die Bildung, die Luise in Darmstadt erhalten hatte, war
dürftig und oberflächlich gewesen. Von ihrer Freundin und
Vertrauten Caroline von Berg (1760 – 1826) ließ sie sich wissbegierig
an die zeitgenössische Literatur heranführen. Dabei
gefühlsbetont und empfindsam zu bleiben, war ihr aber weiterhin
sehr wichtig. Sie liebe an Schiller nur das, was zum Herzen
spreche, war eine ihrer Aussagen. Sie ließ sich von Gedichten
rühren und trösten und vertrat den Standpunkt: „Möge Gott
mich davor bewahren, meinen Geist zu pflegen und mein Herz
zu vernachlässigen!“ Zu den idyllischen Schauplätzen ihrer
glücklichen Jahre gehörten Schloss Sanssouci, die Pfaueninsel
und das bescheidene Herrenhaus Paretz. Luise, die gerne als
„volksnah“ verklärte preußische Königin, war ein „Fashion
Victim“, und wenn es sein musste, ließ sie sich auch mal die
neuesten Gewänder aus Paris mit einem Boten zu Pferde kommen.
Als modisches Accessoire trug sie ein Halstuch unter
dem Kinn, das zu Luises Markenzeichen wurde. Luise tanzte
gerne Walzer, der aufgrund des intensiven Körperkontakts als
unschicklich galt. Nach einer Phase intensiven Partylebens in
der preußischen Hauptstadt machte sich das Paar an die Erfüllung
seiner Pflichten. Zehn Schwangerschaften begleiteten
Luise in ihrem kurzen Leben, sieben Kinder erreichten das Erwachsenenalter.
Ihr 1795 geborener ältester Sohn wurde als
Friedrich Wilhelm IV. von 1840 bis 1861 König von Preußen,
der Nächstgeborene Wilhelm folgte seinem Bruder auf dem
Thron und wurde 1871 Deutscher Kaiser. Die Tochter Friederike
Charlotte heiratete 1817 den Thronfolger und späteren
Zaren Nikolaus I. von Russland und wurde so 1825 unter dem
Namen Alexandra Fjodorowna russische Zarin.
Der Absturz der „Königin der Herzen“ ins Elend erfolgte
nach dem 14. Oktober 1806, dem Sieg Napoleons bei Jena und
Wikipedia: Gipsmodell von Gottfried Schadow 1795.
Auerstedt, durch
die überstürzte
Flucht mit ihren
Kindern nach
Memel und stilisierte
sie fortan
zur verehrungswürdigen
Dulderin
mit einer fast
übernatürlichen
Leidensfähigkeit.
Der Kaiser
der Franzosen
hatte eine Pressekampagne
ohne Gleichen
gegen „seine
ärgste Feindin“
Luise initiiert.
Der „Moniteur“,
das offizielle Pariser
Blatt, und
Wikipedia: Gemälde von Nicolas Gosse.
Empfang beim Frieden von Tilsit 1807:
Napoleon, Zar Alexander I., Luise und
Friedrich Wilhelm III.
der „Telegraph“ überboten sich in Verunglimpfungen übelster
Art. Die Stoßrichtung war immer gegen Luise, niemals
gegen Friedrich Wilhelm III. Zu den ihr persönlich von Napoleon
Bonaparte zugefügten Demütigungen gehörte auch,
dass er sie in seinen Kriegs-Bulletins immer wieder hasserfüllt
oder spöttisch verleumdete.
Am Nachmittag des 6. Juli 1807 fuhr Königin Luise mitten
durch russische und französische Truppen zur Memel,
setzte mit einer Fähre über und traf sich in Tilsit mit Friedrich
Wilhelm III., Zar Alexander I. und August Friedrich Graf von
der Goltz, dem neuen Minister des Auswärtigen. Bald darauf
wurde der französische Kaiser gemeldet. Luise war Napoleon
gegenüber schlagfertig und charmant. Als er fragte, wie die
Preußen so unvorsichtig sein konnten, ihn anzugreifen, gab
Luise die oft zitierte Antwort: „Der Ruhm Friedrichs des Großen
hat uns über unsere Mittel getäuscht.“ Später hat Napoleon
gestanden, dass er Luise während ihres 45-minütigen Treffens
die Gesprächsführung habe lassen müssen. Sie versuchte,
seine edleren Gefühle anzusprechen und versuchte, Mitleid
und Menschlichkeit für die Bevölkerung Preußens und für
ihre Familie zu bewirken. Napoleon war in die Enge getrieben,
aber er konterte mit Höflichkeit. Immerhin konnte sie
ihm ein „Wir wollen sehen“ abringen. In diesem Augenblick
betrat der eifersüchtige Friedrich Wilhelm III. den Raum.
Wäre er nur ein wenig länger im Vorzimmer geblieben! Man
weiß nicht, was Luise vielleicht noch erreicht hätte. Napoleon
sagte am selben Tag zu Kaiser Alexander: „Er erschien
zur rechten Zeit. Eine Viertelstunde später, und ich würde der
Königin alles versprochen haben.“ Immerhin stellte Napoleon
seine persönlichen Angriffe auf Königin Luise anschließend
ein. Welche Konsequenzen der Bittgang auf lange Sicht
jedoch haben würde, konnte sie nicht ahnen. Das Echo der
Geschichte machte den Moment der tiefsten Erniedrigung im
Nachhinein zu einem Triumph von geradezu mythologi-
1/2026 durchblick 43
Gesellschaft
scher Bedeutung. Das schon bald zum Opfergang hochstilisierte
Treffen mit Napoleon hatte eine Legende geboren.
Dass Königin Luise im November 1808 eine kostspielige
achtwöchige Winterreise an den Zarenhof in Sankt Petersburg
antrat, obwohl das Geld besser im bitterarmen, vom Krieg verwüsteten
Masuren mit seinen zahlreichen obdachlos gewordenen
Bauernfamilien hätte eingesetzt werden können, führte zu
einer Verstimmung zwischen ihr und dem preußischen Minister
Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein
(1757 – 1831), der vergeblich versucht hatte, sie umzustimmen.
Preußen verlor durch den demütigenden Friedensschluss
von Tilsit die Hälfte seines Territoriums und seiner Bevölkerung,
musste zudem hohe Kontributionen zahlen und durfte
nur noch in einem beschränkten Rahmen eine Armee unterhalten.
Luise war nach ihrem gescheiterten Versuch, bei Napoleon
einen fairen Frieden zugunsten Preußens zu erreichen,
geistig und körperlich am Ende, wie sie ihrem Bruder Georg
schrieb. Erst am 23. Dezember 1809 konnte das preußische
Königspaar nach Berlin zurückkehren.
Heinrich von Kleist (1777 – 1811) widmete Königin Luise
ein als Sonett geschriebenes Gedicht, das er ihr nur gut vier
Monate vor ihrem Tod an ihrem 34. Geburtstag sogar persönlich
überreichen durfte und das sie zu Tränen rührte.
An die Königin Luise von Preussen (3. Fassung):
Erwäg ich, wie in jenen Schreckenstagen,
Still deine Brust verschlossen, was sie litt,
Wie du das Unglück, mit der Grazie Tritt,
Auf jungen Schultern herrlich hast getragen,
Wie von des Kriegs zerrißnem Schlachtenwagen
Selbst oft die Schar der Männer zu dir schritt,
Wie, trotz der Wunde, die dein Herz durchschnitt,
Du stets der Hoffnung Fahn uns vorgetragen:
O Herrscherin, die Zeit dann möcht ich segnen!
Wir sahn dich Anmut endlos niederregnen,
Wie groß du warst, das ahndeten wir nicht!
Dein Haupt scheint wie von Strahlen mir umschimmert;
Du bist der Stern, der voller Pracht erst flimmert,
Wenn er durch finstre Wetterwolken bricht!
Das Schicksal wollte es, dass Heinrich von Kleist durch
seinen Suizid im Folgejahr wie Königin Luise ebenfalls nur
34 Jahre alt werden sollte.
Königin Luise starb am 19. Juli 1810 in Hohenzieritz
in Mecklenburg-Strelitz in Gegenwart des Königs, ihrer
langjährigen Oberhofdame Sophie Marie Gräfin von Voß
(1729 – 1814), ihrer Freundin Caroline von Berg und ihres
Arztes Dr. Ernst Ludwig Heim (1747 – 1834). Bei der Obduktion
fand man in einem zerstörten Lungenflügel einen
Tumor, der auch bereits auf den Herzmuskel übergegriffen
hatte. Ihr Tod war ein Schock für die Preußen. Nicht nur
der Ehemann, auch das Volk war tief ergriffen. Die Behauptung,
dass dieser Tumor eine Folge zu großen und anhaltenden
Kummers gewesen sei, beflügelte die später entstandene
Legende vom angeblichen Opfertod der Königin
an gebrochenem Herzen. Allgemein schrieb man den Tod
Foto: Wikipedia
Der preußische König hatte persönlich über die Ausgestaltung
des Mausoleums und der Skulptur gewacht, bis auch er schließlich
1840 seinen Frieden an der Seite seiner Frau fand.
der Königin der unglücklichen Lage Preußens zu. Der Feind,
sagte man, habe die „Schutzgöttin des Landes“ getötet.
Im Vergleich der zahlreichen Bilder, die von Luise bis zu
ihrem Tod gemalt wurden, wird deutlich, dass kaum ein Porträt
dem anderen gleicht. Nach ihrem Tod wurden genauere
Bilder möglich. Solchen späteren Darstellungen lagen häufig
Kopien der Totenmaske Luises zugrunde, die der herzogliche
Architekt und Hofbildhauer Christian Philipp Wolff in
Hohenzieritz abgenommen hatte.
Von nun an waren dem Luisenkult keine Grenzen gesetzt.
Luise wurde bald nach ihrem Tod zu einer Leitfigur der Befreiungskriege,
die zum Rachefeldzug für eine patriotische
Märtyrerin stilisiert wurden. 1813 stiftete der König als
Auszeichnung von Soldaten für erwiesene Tapferkeit das Eiserne
Kreuz, als dessen Stiftungsdatum er rückwirkend den
10. März, den Geburtstag Luises, bestimmte. Er selbst fertigte
einen Entwurf an, Schinkel führte ihn aus. Am 3. August
1814 stiftete Friedrich Wilhelm III. zusätzlich den Luisen-Orden,
mit dem Frauen ausgezeichnet wurden, die „den
Männern unserer tapferen Heere [ … ] in pflegender Sorgfalt
Labsal und Linderung“ brachten. Im Laufe der deutschen
Nationenbildung wurde die schöne Luise im Rahmen
der nationalistisch-militaristischen Auseinandersetzungen
mit Frankreich immer stärker instrumentalisiert. Nun endlich
sei Luise gerächt – so hieß es 1871 nach dem Sieg über
Frankreich und der Gründung des Deutschen Reichs.
Wer den Luisenkult erfassen möchte, muss das Schloss
Charlottenburg in Berlin aufsuchen, insbesondere dessen
Gartenanlagen. Denn dort befindet sich im weitläufigen
Schlosspark das Mausoleum, in dem Königin Luise 1810 in
der Gruft beigesetzt wurde. Erschaffen wurde es von Heinrich
Gentz unter Mitwirkung von Karl Friedrich Schinkel
(1781 – 1841), der schon für das Berliner Stadtschloss die
Inneneinrichtung der Räume Königin Luises entworfen
hatte. Die 1814 von Christian Daniel Rauch als Schausarkophag
vollendete Grabskulptur aus Carrara-Marmor
zeigt Luise liegend wie eine Schlummernde und gilt als
ein Meisterwerk der Berliner Bildhauerschule.
Besondere Resonanz fand die Gipsstatue „Königin Luise
mit dem Prinzen Wilhelm“, die sogenannte „Preußische
44 durchblick 1/2026
Gesellschaft
Madonna“, die Fritz Schaper 1897
geschaffen hatte. Diese zeigte Luise
hoheitsvoll eine Treppe herunterschreitend
und den künftigen
Kaiser wie das Jesuskind im Arm
haltend. Der Künstler wurde von
Kaiser Wilhelm II. beauftragt, die
Statue in Marmor auszuführen.
Der Auftrag wurde 1901 vollendet,
die Statue am 10. November
enthüllt. Für die überlebensgroße
Marmorstatue wurde Schaper auf
der Berliner Kunstausstellung
1901 die Große Goldene Medaille
verliehen. Sie wurde in den
Kriegswirren 1945 zerstört.
Während des Deutschen Kaiserreichs
ließen vor allem Luises
100. Geburtstag im Jahr 1876 und
ihr 100. Todestag 1910 das Ausmaß
ihrer Verehrung besonders
hochschwappen. Die Siegener
Zeitung widmete sich in ihren Ausgaben
vom 9. und 11. März 1876
auf insgesamt fünf Seiten dem
Gedenken an Königin Luise von
Preußen. Am Sonntag, den 17. Juli
1910, wurden die ev. Gottesdienste
vielerorts mit einer Königin-Luise-Gedenkfeier
verbunden. Der
Evangelische Gesellen-Verein veranstaltete
an diesem Sonntagabend
im Saale des evangelischen Gesellenhauses
in Siegen eine Königin Luise-Gedenkfeier. Auch
an anderen Orten im Siegerland gab es vergleichbare Einnerungsfeiern.
So veröffentlichte Dr. Gottschalk, der Direktor
des Realgymnasiums zu Siegen folgende Zeitungsanzeige:
„Zu der am 19. ds. Mts., vormittags 11 Uhr in der Aula stattfindenden
Königin-Luise-Gedächtnisfeier beehre ich mich, die
Eltern unserer Schüler sowie die Freunde der Anstalt im Namen
des Lehrerkollegiums ergebenst einzuladen.“ Ebenfalls
am 19. Juli 1910 fand in Siegen im Saal des Kaisergartens eine
„Erinnerungsfeier an die Königin Luise“ mit umfangreichem
Programm statt, die am folgenden Tag wegen des großen Publikumsinteresses
sogar wiederholt
wurde. Außerdem berichtete die
Siegener Zeitung: „Zum Gedächtnis
des Todestages der Königin Luise
will man überall Linden und Eichen
pflanzen. Die Regierungspräsidenten
haben zur Umgitterung solcher
Gedenkbäume für ärmere Gemeinden
einen Staatszuschuß zugesagt.“
So wurde am 19. Juli 1910 auch in
Grissenbach an der Siegtalstraße
am Ortsausgang in Richtung Nen-
Fotos: Wilfried Lerchstein
kersdorf eine solche Luisenlinde
gepflanzt, die dort inzwischen unter
Naturschutz steht. Nicht nur hier,
sondern auch in Burbach-Oberdresselndorf,
Kreuztal-Fellinghausen
und Siegen-Weidenau erinnern im
Siegerland Luisenstraßen noch heute
an die Königin.
Zwischen 1923 und 1934 existierte
der „Bund Königin Luise“,
eine monarchistische Frauenorganisation,
die politisch dem demokratiefeindlichen
Frontkämpferbund
„Stahlhelm“ nahestand. Mit dem
Ende Preußens nach dem Zweiten
Weltkrieg erlosch der Kult um Luise
schließlich allmählich. Eine westdeutsche
Nachkriegsfilmproduktion
aus dem Jahr 1957 mit Ruth Leuwerik
als Luise floppte komplett. „Sisi“
wurde nun dank der Verfilmungen
mit Romy Schneider zur Märchenkönigin.
Und ganz ohne Film, aber
doch dank der Medien, übernahm
Diana, Princess of Wales, die Rolle
der neuen „Königin der Herzen“
des 20. Jahrhunderts.
Auch wenn der einstige Luisenkult
aus heutiger Sicht eher
befremdlich erscheint, wird Luise
von Preußen zu Recht noch immer
als interessante und emotional anrührende
Persönlichkeit der deutschen
Geschichte wahrgenommen. Bereits im Rahmen der
Dauerserie „Frauen der deutschen Geschichte“ verausgabte
die Deutsche Bundespost am 13. Juli 1989 eine Briefmarke
mit dem Porträt von Luise von Preußen, von der auch eine
Variante in West-Berlin erschien. Auch die DDR verausgabte
1989 eine Sonderbriefmarke, die den Kopf von Königin Luise
als Detail der Prinzessinnengruppe zeigte. Außerdem wurde
der Prinzessinnengruppe am 11. Oktober 2018 eine Sonderbriefmarke
gewidmet. Ansonsten hat die Erinnerung an sie im
Laufe der letzten Jahrzehnte allerdings deutlich nachgelassen.
Es bleibt abzuwarten, ob es gelingen wird, aus Anlass des
250. Jahrestages ihrer Geburt daran
spürbar etwas zu ändern. Immerhin
erscheint am 2. März 2026 noch einmal
zu Ehren von Luise von Preußen
eine Sonderbriefmarke zum Inlands-
Großbriefporto von 180 Cent. Auch
die Graphic Novel „Preußens Luise“,
die der Zeichner Rainer Ehrt zu ihrem
Leben veröffentlicht hat, trägt sicher
ebenfalls dazu bei, die Königin
wieder mehr in das Licht der Öffentlichkeit
zu rücken.
db
1/2026 durchblick 45
Gesellschaft
Night Train
Foto: Wikimedia Commons
Oscar Peterson mit seiner LP Night Train.
von Friedrich Ochsmann
In ein paar Wochen wird es vorbei sein, das Schriftliche liegt
hinter ihnen, jetzt kann nicht mehr viel geschehen, egal wie
das Mündliche wird, er kann nicht mehr durchfallen, konnte
es eigentlich nie. Nur noch kurze Zeit, und ein neues Leben
wird vor ihm liegen. Alles wird möglich sein!
Er tritt in die Pedale, treibt das Rad durch die krummen
Straßen der kleinen Stadt – nichts scheint hier gerade
zu sein – krumme Straßen, krummer Sinn, denkt er, klein
und eng, dafür überschaubar. ‚Gemütlich’ geht ihm durch
Kopf, ‚gemütlich‘ passt gut. Er fährt weiter zwischen hohen
Mauern aus grünem Sandstein, schweigend und undurchdringlich,
als wollten sie Geheimnisse bewahren.
Aus den Gärten hinter den Mauern dringt der Duft von
feuchter Frühlingserde; ein Regenschauer hat die letzten
Blütenblätter in die Rinnsteine gespült, ein Windstoß
jagt sie vor sich her. Er biegt in den kleinen Park vor der
Stadtmauer ein. Wolkenfetzen treiben über den Abendhimmel.
Davor ragt der einzige Turm der Stadtbefestigung
auf wie ein unbestechlicher Wächter über Anstand und
Ruhe. Friedhelm steuert auf das Haus mit dem Pultdach
über der breiten Fensterfront darunter zu; es sind die Büros
des Architekten. Dessen Wohnhaus ist gleich daneben;
die andern sind schon dort: Michael, der hier zuhause ist
und der ihn gefragt hat: „Komm doch heute Abend einfach
dazu?“; er ist groß, blond, bei den Mädchen kommt er gut
an. Er ist sensibel und einfühlsam, jetzt muss er sich immer
wieder schnäuzen, der Heuschnupfen quält ihn wie immer
um diese Jahreszeit. Thomas ist etwas kleiner, hat zu allem
eine klare, manchmal etwas eigenwillige Meinung,
die er gekonnt und hartnäckig zu verteidigen versteht. Guter
Schachspieler, passabler Klavierspieler. Wenn er sich
erregt, sieht man es an der kleinen blauen Ader an seiner
Schläfe. Martin ist gelassener, manchmal vielleicht ein wenig
spöttisch; wenn er etwas sagt, hat es Hand und Fuß. Er
ist der einzige hier aus der Französisch-Klasse:
Sie sitzen im Wohnzimmer mit der HiFi-Anlage; sie
trinken Veltins-Pils aus dem Sauerland aus den gedrungenen
kleinen Flaschen, es wird geraucht. Worüber reden
sie? Über ihre Lehrer – eher weniger, das ist inzwischen
langweilig; über ihre Studienpläne, natürlich, und über den
bevorstehenden Dienst beim „Bund“ oder eher im Ersatzdienst
– es gehört zum guten Ton, dass man „verweigert“
hat. Und vielleicht auch über Mädchen, und darüber, wer
jetzt mit wem --- ? Irgendwann tritt Stille ein, Michael legt
46 durchblick 1/2026
Gesellschaft
eine Platte auf. Ein Klavier-Trio. Ein Auftaktakkord wie
ein Weckruf! Dann gleiten die Töne des Pianos rasch dahin,
rollen auseinander wie hingeschüttete Murmeln, um dann
von kräftiger Hand wieder eingefangen zu werden und in
den Blues einsortiert zu werden - immer wieder - wie ein
leichtes Wiegen, stetige Bewegung auf der Stelle, unmöglich
sich dem Rhythmus zu entziehen, unmöglich hier die
Füße still zu halten, der Rhythmus steigt auf in den Körper,
geht in Kopf und Rücken - da drängt etwas vorwärts, wird
gehalten, aber nicht aufgehalten, es gibt Verzögerungen,
Schleifen -vielleicht ist das Leben so ? - Spannung baut
sich auf, löst sich wieder, und es geht weiter mit fröhlichperlenden,
atemberaubend schnellen Läufen die Tonleiter
hinunter, da ist Zuversicht, da gibt es keine Hindernisse
-. Ein freundliches Bass-Solo bringt ein wenig Ruhe, ein
kurzes Innehalten, bevor der Zug weiterfährt, seinem unbekannten
Ziel entgegen.
Friedhelm ist wie gefangen - solche Musik kennt er
bisher nicht; im Elternhaus sind Beethoven, Brahms und
Mozart mit Schallplatten vertreten und werden hin und
wieder gehört. Begeisterung dafür hat F. nicht entwickeln
können. Wenn so etwas wie dieses im Radio zu hören gewesen
wäre, wäre das wohl als ‚Negermusik’ abgetan worden.
NIGHT TRAIN heißt das Stück, wird erklärt, und gibt
den Namen für die gesamte Platte. Das Cover geht nun
von Hand zu Hand: eine fremd aussehende Lokomotive,
unscharf verwischt vor blauem Nachthimmel, energisch
aus dem blau-violetten Rahmen herausstrebend, strahlt sie
Kraft und Tempo aus. Dass der Pianist und Bandleader ein
Schwarzer ist, ist rasch klar; dass Oscar Peterson ein großer,
breitschultriger Mann ist, der bei lauten Stellen schon
einmal die Augen schließt und mitsingt, was ihn dann ganz
nahbar aussehen lässt – das alles wird Friedhelm erst später
erfahren. Auch dass es im letzten Stück der Platte um
einen ganz bestimmten Freiheitskampf geht, wird ihm erst
später klar: HYMN TO FREEDOM - es beginnt langsam,
harmonisch und sanft, beinahe sakral, dann kommen eindringliche
Wiederholungen, dissonante Brüche. Es folgen
Improvisationen, die den Zuhörer kaum ruhig sitzen lassen,
lange, perlende Kaskaden über die Tonleiter – er könnte
nicht beschreiben, was er da hört, es fehlen die Wörter, die
Begriffe, um die er sonst nicht verlegen ist. Dies ist etwas
ganz Neues, es geht tief in sein Inneres hinein und berührt
ihn, die Klänge und Harmonien nehmen ihn mit sich. Es ist
nicht immer leicht, der Flut an Klängen zuzuhören; immer
wieder bauen sie unharmonische Spannung auf, um diese
dann bald - zum Glück - wieder zu auflösen; aber da er
sich darauf einlässt, wird alles weiter, offener, leichter in
ihm. Dann der Schluss, ein nicht enden wollender Jubel,
sich immer wieder steigernd, mit kleinen, wie zufällig wirkenden
frechen Klangtupfern dazwischen, schließlich der
unwissentlich ersehnte, pathetische Abschluss – ein freudiger
Ausklang, voll Erwartung und Verlockung!
Der Zug ist in Bewegung gekommen.
db
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1/2026 durchblick 47
Gesellschaft
Von Eiern und Menschen
Das Osterei, Nachhaltigkeit und Weltfrieden
Ostern ist, wenn scheue Hasen gekochte Hühnereier verstecken
– selbst gefärbt! Kein Zweifel möglich.
von Adele von Bünau
Ostern ist neben Weihnachten das zweite Fest im Jahr,
an dem Kinder ihre Eltern im Ausnahmezustand erleben.
Sie, die sonst immer zur Wahrheit mahnen,
beharren plötzlich verstörend realitätsfern darauf, sie hätten
einen Feldhasen, ein scheues Säugetier, dabei beobachtet,
wie es gefärbte Eier oder sogar Süßigkeiten im Garten versteckt
habe. Einer fängt mit diesem Unsinn an, die anderen
nicken verstehend, alle trinken ihren Kaffee weiter und regen
an, die Kinder könnten doch einmal nachsehen, ob sie
einige der Verstecke aufstöbern könnten. Natürlich – es ist
ein Spiel! Und da die Kinder ihre Eltern lieben, zudem gute
Süßigkeiten zu schätzen wissen, spielen sie mit.
„Fang mich doch, du Eierloch!“, riefen meine Kinder
früher fröhlich, bevor sie auseinanderstoben, um sich vor
dem amtierenden „Eierloch“ in Sicherheit zu bringen,
denn wer angeschlagen wurde, war das nächste Loch.
Was aber ist das, ein Eierloch?
Ganz klar: Mein Sohn ist eins.
Ein Fünf-Eier-Rührei begleitend zum Mittagessen als
Kraftsport-Proteinquelle ist keine Seltenheit. Ostern verschärft
die Lage zusätzlich. Überall lauern Eier: gekochte,
gefärbte, versteckte, Hühnereier, Haseneier ... Ich bin froh,
dass ich die Eier nur kaufen und nicht selber legen muss.
Aber mittlerweile frage ich mich als treu sorgende Mutter:
Wie gesund sind Eier eigentlich, wenn man die Fastenzeit
auslässt und gleich mit den Oster-Traditionen weitermacht?
Schließlich kennt man Eier, selbst wenn sie schön
bunt angemalt sind, als Cholesterin-Bomben! Zunächst befrage
ich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Das ist doch eine Autorität, die Gewicht hat! Auf den gefährlichen
Cholesterinspiegel scheinen Eier
weniger Einfluss zu haben als früher angenommen.
Die DGE empfiehlt trotzdem,
nicht mehr als zwei bis drei Eier pro Woche
zu verzehren.
Dachte ich’s mir doch!
„Basis einer gesunden Ernährung sind
pflanzliche Lebensmittel. Tierische Lebensmittel
wie Fisch, Fleisch, Wurst und Eier
können in geringeren Mengen den Speiseplan
ergänzen“, lese ich weiter. Argumentiert
wird im Sinne einer ausgewogenen, das heißt
vielfältigen Ernährung sowie mit den Vorteilen
für Umwelt und Klima, wenn man pflanzlichen
Lebensmitteln den Vorzug gibt. Das ist
so löblich wie schwammig.
Ich brauche handfeste Gefahren, wenn ich
ein heranwachsendes, muskelbepacktes Eierloch
wirkungsvoll bremsen will! Idealerweise
mit Beipackzettel, Totenkopf und Warnhinweis:
„Verzehr kann zu spontanem Federwuchs führen.“
United by eggs: Ich suche im Netz nach österlichen Trigger-Warnungen
und stoße auf den „Welt-Ei-Tag“. Hilft mir
der vielleicht weiter? Ganz im Gegenteil! „United by eggs“
ist die Schlüsselbotschaft dieses Feiertags. Eier, so scheint
es, können den Weg zum Weltfrieden ebnen, weil sie in allen
Kulturen gegessen werden – als ham and eggs ebenso wie
als Pfannkuchen, als Schakschuka oder russisch gefüllt mit
Kaviar-Dekoration.
„Eier haben die einzigartige Fähigkeit, Familien und
Gemeinschaften zusammenzubringen“, heißt es in der
Pressemitteilung zum Welt-Ei-Tag. Und noch euphorischer:
„Eier haben nicht nur die Kraft, Gemeinschaften
zu vereinen, sie sind auch eine ökologisch nachhaltige
und kostengünstige tierische Proteinquelle und verbinden
Menschen im Streben nach einem gesünderen Planeten.“
Das klingt fast schon religiös.
Eine wissenschaftliche Grundlage dafür wird nicht genannt,
aber dafür eine Verheißung, wie es sich für Glaubensfragen
gehört: Die Feier des Welt-Ei-Tags „ist eine Anerkennung der
gemeinsamen Bindungen, die uns alle durch die universelle
Anziehungskraft und die Vorteile von Eiern vereinen“.
Ei-ei-ei! Jetzt sitze ich hier als Rabenmutter, die ihrer
eigenen Brut das Osterei missgönnt. Da hilft nur eins: Den
Jungen so lange Eier essen lassen, bis er zu krähen anfängt.
Vielleicht ist das noch vor dem Herzinfarkt der Fall.
Welche Geschichten fallen dir zu Eiern ein?
Dachtest du früher auch, die braunen wären die Vollkorn-Eier?
Ob hart oder weich, gefärbt oder naturbelassen,
gebraten, gebacken oder gekocht, versteckt oder verfügbar
– nimm dir einen Stift und schreib eine Geschichte! db
48 durchblick 1/2026
Foto: corinnabarbara auf Pixabay
Frühling am alten Grab
Komm her aus hohen Lüften
und höher noch herab,
mit deinen tausend Düften
bedecke dieses Grab.
Und Blumen magst du geben
der Erde, schwer und matt,
damit noch einmal blühe
die alte Ruhestatt.
Der Stein ist alt geworden,
das Grab, es liegt allein.
Sie, die so lange hier ruhet,
wird ewig jung mir sein.
Ein Schatten fiel im Frühling
und brachte frühes Leid,
fiel auf der Jugend Blüte,
ihr blieb ein fahles Kleid.
Dahin sind alle Blüten
aus längst vergang’ner Zeit,
es blieben stille Bilder
von einstiger Herrlichkeit.
Wenn nach des Winters Mühen
das Leben neu sich regt,
wird neu der Traum erblühen,
der stets das Herz bewegt.
Das Ende war
des Gärtners Schnitt,
und Pflanzenreste
sanken nieder
Etwas bekümmert
sank ich mit,
Ach Grab, verzeih uns
einmal wieder.
Johannes Utsch
Frühling
von Conrad Ferdinand Meyer
Er ist`s,
von Eduard Mörike
Lob des Frühlings
von Ludwig Uhland
von Sigrid Kobsch
Weihnachten ist doch gerade erst vorbei, und schon
steht Ostern vor der Tür. Je älter ich werde, desto
schneller fliegt die Zeit dahin. Ostern war für
mich als Kind ein heißersehnter Feiertag: Kam doch der
Osterhase und versteckte bunte Eier und ein paar Süßigkeiten.
Wir Kinder mussten so lange im Bett bleiben, bis
die Mama uns rief: „der Osterhase war da!“ Und dann ging
die Sucherei los. Im Schlafanzug, bei schlechtem Wetter
im Haus, bei gutem Wetter im Hof. Raffinierte Verstecke
hatte sich der Hase ausgedacht, es dauerte recht lange, bis
man alle Eier gefunden hatte. Ich fand immer mehr als
meine fünf Jahre jüngere Schwester, musste jedoch stets
genau mit ihr teilen, was ich ziemlich ungerecht fand.
Ostern
Beim Osterspaziergang nahm man immer ein paar
dunkler gefärbte Eier mit in den Wald und suchte einen
Ameisenhaufen. Vorsichtig legte man die Eier zwischen
die wimmelnden Ameisen, die sich sofort auf den „Feind“
stürzten und mit ihrer Säure bespritzten. Dadurch wurde
die Eierfarbe aufgelöst, sodass die Eier über und über mit
kleinen weißen Flecken gesprenkelt waren.
Wir Kinder trafen uns auch in der Zeit auf einer Wiese
zum „Eierwerfen“. Die Eier wurden recht weit geworfen,
wobei sie erstaunlich lange ganz blieben. Wessen Ei
am längsten hielt, der hatte gewonnen. Ein Nachbarsjunge
durfte nur „außer Konkurrenz“ teilnehmen. Er hatte
nämlich kleine, bunte Taubeneier, die beim Werfen kaum
jemals kaputtgingen.
db
1/2026 durchblick 49
Unterhaltung
Mörderisches Einkaufsvorhaben
von Eva-Maria Herrmann
Karl hatte gerade die von ihm ausgiebig gelesene Tageszeitung
zusammengefaltet, als er feststellte: „Ach!
Es ist Donnerstag! Wo gedenkst du heute einzukaufen?“
„Eigentlich brauchen wir nichts, heute wollte ich nicht
einkaufen“, antwortete Klärchen. „Aber der Baumarkt hat die
besonderen Schrauben im Angebot und danach wollte ich sehen“;
druckste Karl herum. „Man kann sie ja immer wieder
gebrauchen“, waren seine wichtigen Einwände.
Natürlich waren die Schrauben nur ein Vorwand, das
kannte sie. Seit Karl Rentner geworden war, gehörte es für
ihn zum festen wöchentlichen Pflicht- und Orientierungsprogramm
mit seiner Gattin einkaufen zu gehen. Die vielfältigen
Angebote in den Geschäften interessierten ihn weniger. Diese
Streifzüge, für die er jedoch stets einen Vorwand suchte,
peppten seine Freizeit ein wenig auf. Es verwunderte Klärchen
nicht, wusste sie doch genau, dass er äußerst ungern allein
unterwegs war, überhaupt sehr selten etwas allein unternahm,
er es aber nie zugab. Nun hatte er sich in den letzten
Tagen sehr schlapp und elend gefühlt. Er hatte über sehr starke
Schwindelanfälle geklagt und den Eindruck geäußert, als ob
ihn seine eigenen Beine nicht mehr tragen könnten. Klärchen
war daher an diesem Vormittag über die spontanen Einkaufsgedanken
erstaunt. Aber sie kannte ihn und seine Spontanität
zu gut. Auch die eigenartigen Redewendungen, wenn er sich
nach jedem Einkauf beschwerte, wie schnell seine bessere
Hälfte seine ‚mühsam erarbeitete‘ Rente ausgeben könne.
Klärchen räumte den Frühstückstisch ab, kramte noch in ihrer
Küche herum, bevor sie im Kühlschrank nach den Vorräten
sah. Wie erwartet brauchten sie wirklich nichts und wegen ein
paar fehlender Lebensmittel lohnte es nicht einen Einkaufszettel
zu schreiben. Karl, der allgemein im Schlabberlook herumlief,
ja selbst am Sonntag die Kleidung dem tristen Müßiggang
angepasst hielt, hatte sich unterdessen ins Bad zurückgezogen.
Frisch rasiert und frisiert schwebte er mit einem belebenden
Duft vorbei ins Schlafzimmer. Kleiderbügel
quietschten auf der Stange.
„Er ist wieder gesund“, erkannte Klärchen.
Und auch an diesem Donnerstag
legte er großen Wert auf sein Äußeres.
Ordentlich gekleidet, sportlich schick
und der Witterung entsprechend, verharrte
er etwas mürrisch wartend auf
der Treppe im Flur. Zum Aufbruch bereit
saßen ein ungeduldiges Herrchen,
auf der Fußmatte vor ihm sein Hund,
der aufgeregt mit dem Schwänzchen
wedelte. Einige Male musste er barsch
zur Ordnung und Geduld ermahnt
werden, während Karl vor sich hin
grummelte: „Ob sie wohl heute nochmal
fertig wird“.
Klärchen, an Nörgeleien gewöhnt, überhörte derartige
Äußerungen. Sie sammelte auf dem Weg zur Garage im Vorbeigehen
die letzten leeren Pfandflaschen ein und vernahm
noch die an den Hund gerichteten Worte: „Warum haben
wir uns beeilt? Jetzt sitzen wir schon eine Stunde und warten.
Weiber! Immer drängeln, aber selbst nicht in die Pötte
kommen“. Langsam ließ Klärchen das Auto aus der Garage
rollen und öffnete, sich vorbeugend, die Beifahrertür für Karl,
der sich mit schmerzverzogenem Gesicht setzte. Mit einem
beherzten Satz sprang sein Liebling in den Fußraum, um sich
dann, stolz wie Graf Koks, hoch erhobenen Hauptes, mit aufgestellten
wachen Ohren auf seinem Ehrenplatz, gleich hinter
der Windschutzscheibe, auf Herrchens Schoß zu platzieren.
Seinen Liebling kraulend mahnte Karl seine Frau: „Denk an
den Hund. Fahr nicht so schnell um die Kurven“.
Klärchen reagierte nicht mehr. Sie kannte auch den nachfolgenden
Hinweis. „Halte mal auf dem nächsten Parkplatz
an, du weißt doch, dass der Hund noch nicht Gassi, geschweige
im Garten war“. „Das hättest du ja mit ihm längst
tun können“, murmelte sie leise. „Wo hast du die Hundeleine
hingelegt?“, fragte Karl weiter. „Wieso? Hast du sie nicht
vom Schuhschrank genommen? Ich habe keine eingepackt“,
antwortete Klärchen. „Auf dem Schrank liegt sie gut“, nörgelte
Karl, „warum lässt du sie nicht einfach im Kofferraum
liegen“? Klärchen unterdrückte den Hinweis, dass er sie vor
einigen Tagen selbst dort hingelegt hatte. Außerdem hatte er
sich in der letzten Woche so elend und entkräftet gefühlt, wie
sollte er die wenigen Schritte mit dem Hund in den Garten
schaffen? Klärchen war selbstverständlich ohne viele Worte
mit dem Hund gegangen.
Wie gewünscht steuerte die Gattin den von der Straße
etwas abgelegenen Parkplatz an. Sofort sprang der Hund
raus und verschwand im Gestrüpp. Auch Karl quälte sich
langsam aus dem Fahrzeug. Er beäugte im Spiegelbild der
Autoscheiben sein Äußeres, setzte seine Kappe gerade, zog
Bild: Jochen Fend
50 durchblick 1/2026
Unterhaltung
den Reißverschluss der Jacke zu und ging langsam den Weg
in die Richtung des Hundes. Fröhlich mit dem Schwanz wedelnd
tauchte der nach wenigen Augenblicken wieder auf
und lief einträchtig neben dem Herrchen am Waldesrand
entlang. Im Rückspiegel sah Klärchen wie sie zwischen
den Baumstämmen gemächlich verschwanden. Sie kramte
derweil für einige Momente im Handschuhfach. Mit einem
Blick in den Rückspiegel betätigte sie den Fahrzeugschlüssel,
um auf dem schmalen Waldweg zu wenden. Sie setzte
langsam zurück, wieder vor, wieder zurück, wieder vor
und brachte gemächlich das Fahrzeug in die Fahrtrichtung.
„Jetzt könnten sie aber zurückkommen“, dachte Klärchen,
als sie ein paar wenige Minuten später neben der Fahrertür
den Hund aufgeregt zappelig springend wahrnahm. Klärchen
stieg aus und hörte sofort das entsetzliche Stöhnen.
Einige Meter entfernt auf dem Waldweg lag mit dem Gesicht
auf dem Boden ausgestreckt ihr Karl! „Oh Gott, was
ist passiert?“, stürzte Klärchen entsetzt auf ihn zu. „Da
fragst du noch, du hast mich umgefahren. Du bist wie wild
rumgekurvt, ich habe die gesamte Breitseite in die Rippen
gekriegt! Du hast mich voll erwischt“, klagte er wehleidig,
aufgebracht, teils schimpfend. Klärchen kniete vollkommen
verstört neben ihm. Sie war außer sich vor Sorge, murmelte
bemüht entschuldigende Worte und war voller Mitgefühl,
ihrem Karl wieder auf die Beine zu helfen. „Lass mich liegen,
Ich kann nicht aufstehen, ich muss mich erst mal sammeln,
erst testen was alles kaputt oder gebrochen ist“.
Karl sah etwas jämmerlich geschunden aus, Blut lief aus
der Nase und hatte sein Gesicht mit dem waldigen Erdreich
verschmiert. Beide noch auf dem Waldweg verharrend, vernahm
Klärchen plötzlich Motorengeräusche. Ein Kleinlaster
näherte sich. Sofort erkannte der Fahrer die Situation und
kam angerannt. „Kann ich helfen? Was ist passiert“? Karl,
durch die fremde Stimme wieder Herr seiner Sinne, erklärte
schmerzlich berührt die missliche Lage und den Sachverhalt.
„Meine Frau hat mich umgefahren. Sie hat mich mit der ganzen
Wucht des Fahrzeugs erwischt und zu Boden geschleudert“.
Mühsam mit Hilfe des netten Fremden kam Karl wieder
zum Stehen. „Sie fahren am besten gleich ins Krankenhaus“,
riet er, „oder zu ihrem Hausarzt, Ihr Gesicht sieht ja böse aus“.
Karl bedankte sich mehrfach und auch Klärchen war sichtlich
erleichtert und dankbar, als er ihren Mann noch stützend zum
Auto und auf den Beifahrersitz half.
An den Einkauf dachten beide nicht mehr. Sie fuhren zurück.
Vor der Garage angekommen, sprang Klärchen, noch
immer vollkommen verstört, rasch raus, öffnete die Haustür,
um den aufgeregten Hund in Sicherheit zu bringen und kam
zurück. Schon im Hausflur erkannte sie die Stimme ihres
Mannes, der bereits auf der Straße bei der Nachbarin stand,
die im Vorgarten beschäftigt war. Er erzählte ihr das unvorstellbare
Unglück. „Sieh dir doch bloß mal an, wie ich aussehe!
Meine Frau hat mich umgefahren. Ich habe die ganze
Wucht des Heckteils ins Kreuz gekriegt. Ich bin umgefallen.
Ich weiß nicht, wo sie ihre Augen und Gedanken hatte.“ db
1/2026 durchblick 51
Gedächtnistraining
Bild
ausschnitt
Finden Sie das
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in diesem Heft.
Wer oder was bin ich?
Denkmäler oder Gegenstände sollen aufgrund
verschlüsselter Hinweise erraten werden. Legen
Sie auf die Beschreibungen ein Blatt Papier und
öffnen Zeile für Zeile. Wann erkennen Sie das
Gesuchte? Das Gesuchte wird „um die Ecke“
beschrieben.
Foto: Osterbaum Niederdielfen Bernd Büdenbender
Wortfindung
Finden Sie jeweils fünf zusammengesetzte
Substantive, die mit den vorgegebenen
Wörtern enden.
Trainingsziel: Wortfindung
Die Übungen wurden zusammengestellt von:
Gedächtnistrainerin
Bernadette von Plettenberg
Mitglied im Bundesverband Gedächtnistraining e.V.
02732 / 590420 bernadette@plettenberg-struwe.de
Gedächtnistrainingskurse auf Anfrage
A:
1. Ich bestehe aus sehr viel Stahl.
2. Jedes meiner Beine ist nummeriert.
3. Mich gibt es bereits seit 1901.
4. Mich kannte sogar Kaiser Willhelm II.
5. Ein kleiner Elefant machte mich berühmt.
6. Eine Stadt ist sehr stolz auf mich.
B:
1. Ich bin auf der ganzen Welt berühmt.
2. Auch ich bestehe aus sehr viel Stahl
3. Ich bin das meist besuchte meiner Art.
4. Ich wurde bereits 1889 fertig gestellt.
5. Über 400 Menschen ließen bei mir ihr Leben.
6. Ich bin ein wichtiger Sendeturm für eine
berühmte Stadt.
C:
1. Durch mich bekommt man(n) viel zu sehen.
2. Meine Einführung sorgte für großes Aufsehen.
3. Meine Entwicklerin bekam für mich einen Orden.
4. Für mich gibt es genaue Maße.
5. Ich wurde 1962 das erste Mal abgelichtet.
6. Frauen Gehen mit mir und Männer stehen auf
mich.
7. Ich bestehe aus wenig Material.
Trainingsziel: Assoziatives Denken
52 durchblick 1/2026
Lösungen Seite 82
Monatsquiz
1. Der Januar wurde benannt
nach dem römischen Gott:.
a. SNJUA
b. RJUIPTE
c. CREES
d. OLLAP
2. Ein Fest im Februar heißt:
a. EEGIIIN
b. EEGIIIWZ
c. AGTLVAITENNS
d. ACDEEHMN
3. Im Jahresablauf ist der
Februar der:
a. BEESUNTT
b. ZEÜRKSET
c. ÄMERWTS
d. AUESTTEL
4. Das Frühlingsgedicht “Er
ist´s“ stammt von (Nachname):
a. HETEOG
b. EEIKMOR
c. RELLHCSI
d. IEHNE
5. „ - der Lenz ist da“ sangen
die Comedian Harmonists:
a. ARIMNA
b. ADLEEIHD
c. AEIKNORV
d. ANLENIEES
Trainingsziel: Urteilsfähigkeit
Besser hören & verstehen?
Hörsysteme für Jeden!
Immer ein offenes Ohr für Sie ...
hören & verstehen
Christian Brandes
Ihr Hörakustiker-Fachgeschäft
mitten in Siegen
Hörsystemversorgung
Kinder-Hörgeräte
Cochlea-Implantate
Anpassung und Service
Hörakustik-Meister l CI-Akustiker l Pädakustiker
1/2026 durchblick 53
Aus der Region
Die „wilde
Kunigunde“
von der Hees!
„Das war das Fräulein vom Heeser Schloß,
die wilde Kunigunde,
sie ritt auf rabenschwarzem Roß,
sechs Knappen bildeten den Troß
und dreimal so viel Hunde.“
von Heinz Stötzel
Acht Verse beinhaltet das Gedicht, welches bereits
1952 im „Siegerländer Heimatkalender“ veröffentlicht
wurde. Fünfzehn Jahre später wurde es
in den „Siegerländer Sagen“ aufgenommen 1) . Es umfasst
acht Strophen, die darstellen, dass sie sich bei einem Ausritt
im Wald verirrte und nicht mehr den Weg zurück nach
Hause fand. Ihre Knappen und Hunde konnten ihr bei dem
forschen Ausritt nicht folgen und so suchte sie alleine bei
einbrechender Dunkelheit nach dem Heimweg. Da hörte
sie von Ferne den Klang einer kleinen Glocke und ritt im
unwegsamen Gelände dem Glockenklang entgegen.
Sie gelangte an eine kleine Waldkapelle, in deren Nähe
ein Mönch als Einsiedler lebte. Es kam zu einer verbalen
Auseinandersetzung mit ihm, an deren Ende sie bewusstlos
vom Pferd glitt. Der Eremit versorgte sie, bis Knappen
sie fanden, die mit Fackeln den Wald abgesucht hatten.
Neben den beiden Gedichtveröffentlichungen ist die
Sage von der „wilden Kunigunde“ auch in zwei Büchern
Strom und Gas zu teuer?
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Dieter Schaffarczyk
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Telefon: 0271 / 31 92 94 18
Mobil: 0171 / 3 22 84 10
57234 Wilnsdorf
E-Mail: arnold-teleson@outlook.com
https://top-energie.com
als Erzählung aufgenommen
worden 2) .
Nach erfolgreicher Gesundung
beschloss sie, als Nonne
ins Kloster zu Keppel (bei Hilchenbach)
einzutreten. Gedicht
und Sage berichten davon, dass
sie dort Klostervorsteherin
(Äbtissin) geworden sei. Eine
Anzahl von Fragen tun sich auf:
Welche unverheiratete Tochter
aus dem Geschlecht der Familie
von der Hees verbirgt sich
unter dem Namen „Kunigunde“?
Wird die Darstellung dem
Stammschloss der Familie von
der Hees zugeordnet, welches
sich in dem Gebiet befunden
hat, wo Hees-Bach und das
Osthelde-Gewässer zusammen-fließen?
Die ursprüngliche
Burg Hees wird urkundlich
erstmals 1372 erwähnt 3) Sie wurde 1808 wegen Baufälligkeit
abgebrochen. Das jetzige „Schloss Junkernhees“
wurde in der Zeit von 1513 bis 1523 an anderer Stelle als
kleine Burg erbaut und später in mehreren Bauabschnitten
vergrößert.
Dr. Erwin Isenberg, langjähriger Studiendirektor am
Gymnasium Keppel, hat geprüft, ob in den Keppeler Urkundensammlungen
eine Kunigunde von der Hees als
Nonne oder Klostervorsteherin genannt wird. Insgesamt
24 Stiftsdamen trugen den Namen “von der Hees“, eine
Kunigunde ist dabei nicht verzeichnet 4) .
Zunächst ein Blick auf das frühere Nonnenkloster in
Keppel: Dessen Ersterwähnung findet sich in der Urkunde
vom 09.06.1239, in der Friedrich vom Hain seine Patronatsrechte
an der Netphener Martini-Kirche auf das Prämonstratenser-Kloster
in Keppel überträgt 5) . Dieser Orden
war zu Weihnachten des Jahres 1121 von dem Priester
Norbert von Xanten in Frankreich gegründet worden. Nur
28 Jahre später, im Jahre 1139, übernahm dieser Orden die
Burg der Grafen von Arnstein an der Lahn und baute diese
in ein Kloster um. 6) Das Kloster befindet sich in erhöhter
Berglage oberhalb des Flusses und kann von Besuchern
besichtigt werden.
Theoderich I. hat als Abt von Arnstein die Schenkungsurkunde
vom 09.06.1239 ebenfalls unterzeichnet. Er bestätigt
darin die Annahme der Schenkung für den Orden.
Die wechselvolle Geschichte von „Stift Keppel“ ist in
zahlreichen Chroniken festgehalten. Wer sich in der Sage
der „wilden Kunigunde“ wiederspiegelt, ist bisher nicht
klar in Erscheinung getreten.
db
Literaturnachweise:1) Wurmbach, Adolf Siegerländer Sagen 1967, Seiten 67 u. 68. 2)
Göring, Bernhard Sagen aus dem Siegerland, 1993, Seiten 9 – 11. 3) Krämer, Eberhard
Kirche im Dorf, 1998, Seiten 21 ff. 4) Isenberg, Dr. Erwin „Von der Hees wilde Kunigunde“
SZ v. 04.07.2015, Seite 41. 5) Patronatskurkunde v. 09.06.1239 Landesarchiv Münster „Stift
Keppel Nr. 1“. 6) Krings, Dr. Bruno Das Prämonstratenserstift Arnstein an der Lahn, 1990.
54 durchblick 1/2026
Geht nicht? – Gibt`s nicht!
Betzdorfer Senior baut Orgeln in Heimarbeit
Aus der Region
Konrad Theis vor seiner Truhenorgel.
von Horst Mahle
Wenn man Konrad Theis in Betzdorf-Bruche besucht,
ist man zuerst einmal von seiner Vitalität
beeindruckt, denn der Mann ist 89 Jahre alt. Er
hat eine so starke positive Ausstrahlung, die einen sofort
einnimmt: „Ich fühle mich physisch und psychisch wie 50.“
Bekannt geworden ist er dadurch, dass er Orgeln zu Hause
in seiner Werkstatt baut. Er hat ursprünglich bei der Bundesbahn
Schlosser gelernt und anschließend Maschinenbau
studiert. Als Diplom-Ingenieur hat er dann sein Berufsleben
beim TÜV in Siegen verbracht. Er sagt, dass das Siegerland
für ihn ein Geschenk war – „dort leben gute Menschen.“
Wie kam er nun dazu, in Eigenleistung Orgeln zu bauen?
Ein Verwandter war Schreiner und hatte eine eigene
Werkstatt. Dieser musste eines Tages den Blasebalg einer
Orgel in einer Kirche reparieren und fragte ihn, ob er helfen
wolle. So hatte er die erste Begegnung mit diesem königlichen
Instrument. In der Abtei Marienstatt freundete er sich
mit dem Pater an, der dort die Orgel spielte und half, als
diese überholt oder erneuert werden musste. Konrad Theis
hat dann einfach angefangen, eine große Orgel mit 13 Registern
selbst zu bauen, indem er zuerst eine Zeichnung gemacht
und danach die einzelnen Teile angefertigt hat. Die
Registerzüge wurden aus Ebenholz hergestellt, und diese
Orgel steht heute bei seiner Tochter in Hachenburg.
Ein Register ist bei einer Orgel eine in der Regel über
den gesamten Tonumfang reichende Reihe von Pfeifen gleicher
Klangfarbe. In jedem Register gibt es so viele Pfeifen
wie Tasten auf der Tastatur vorhanden sind. Pfeifennamen
sind dann zum Beispiel: Prinzipal, Trompete, Gambe, Englischhorn,
Rohrflöte oder Geigenregal. Eine Pfeifenorgel
ist also ein klassisches Tasteninstrument, das Töne erzeugt,
indem Luft durch Pfeifen geleitet wird. Jede Pfeife hat ihren
eigenen einzigartigen Ton, und die Anzahl der
Pfeifen kann von wenigen hundert bis zu über zehntausend
reichen. Der Organist kann die Einheiten
ein- oder ausschalten. Keine zwei Pfeifenorgeln sind
gleich. Jedes Instrument wird individuell gebaut und
sorgfältig intoniert, um optimal zur Akustik seines
Aufstellungsortes zu passen. Die Unesco hat den Orgelbau
zum Weltkulturerbe erklärt.
Der Betzdorfer Senior hat außerdem sogenannte
Truhenorgeln gebaut, wovon eine bei ihm zu Hause
zu besichtigen ist. Die Kunst bei dem Bau einer Truhenorgel
ist es, die komplette Orgeltechnik und alle
Pfeifen auf einer geringen Fläche unterzubringen. Das
erfordert vor allem bei der Konstruktion genaue Zeichnungen
und komplizierte Mechaniken auf engstem
Raum. Die Teile der Truhenorgel müssen in den Körper
passen und dürfen nicht kollidieren. Die Windversorgung
des Musikinstrumentes muss auf die Registerzahl
abgestimmt sein und mit einem relativ geringen
Volumen auskommen. So ist die Truhenorgel ein wirklich
komplexes Instrument, welches oft in kleinen Kirchen und
Versammlungsräumen steht, aber auch solistisch genutzt wird.
Eine der größten und berühmtesten Orgeln der Welt steht in
Deutschland. Sie befindet sich im Dom Sankt Stephan in Passau.
Sie wurde ehemals mit 208 Registern (andere Quelle: 229
Register) und 17.974 Pfeifen als größte Orgel der Welt erbaut.
Heute wird sie von zwei Kirchenorgeln in den USA übertroffen,
ist aber immerhin noch die größte ihrer Art in Europa.
Mich hat der imposante Klang der Orgeln in den Kirchen
schon immer fasziniert, und ich habe bei den Gesprächen
mit Konrad Theis und der Recherche zum Thema wieder
neues Interesse daran bekommen. Vor allem aber habe ich
einen höchst interessanten Senior kennengelernt, der seine
Umwelt mit seiner positiven Ausstrahlung begeistert. db
Orgel im Kloster Marienstatt.
1/2026 durchblick 55
Ora et Labora
Das Stahlbergmuseum
Müsen
von Klaus Treude und Rolf Golze
Noch bis 1931 fuhren täglich Bergmänner in die Grube
Stahlberg ein. Vor jeder Schicht wurde eine Andacht
abgehalten, um die Gefahren im Berg abzuwenden.
Bis 1898 geschah dies in einem kleinen Zechenhaus welches
heute das Stahlbergmuseum beherbergt.
es mit der Mechanisierung der Arbeitswelt. Druckluftbetriebene
Bohrhämmer, Karbidlampen sowie Schwarzpulver
und Dynamit waren nun die Hilfsmittel. Um 1920
war bereits die Erschöpfung der Erzvorräte bekannt, die
baldige Schließung des letzten Müsener Bergwerks stand
bevor. Hermann Fuhr als letzter Grubendirektor richtete
Stolleneingang,
Rolf Golze lädt zum Rundgang ein.
Vor der Mechanisierung hat man in der Grube Stahlberg
mit Schlägel und Eisen das Erz aus dem Berg geschlagen.
Öllampen, die sogenannten Frösche, dienten damals
als Beleuchtung unter Tage. Abgebaut wurde überwiegend
Spateisenstein. Aber auch viele Buntmetalle hat der
Berg freigegeben. Es war eine schwere körperliche Arbeit,
verbunden mit gesundheitlichen Risiken wie z. Bsp. der
Staublunge. Erleichterungen beim Abbau des Erzes gab
Aufmerksame Besucher lauschen
den Informationen über den Bergbau.
deshalb im Dezember 1924 ein kleines Museum im oben
erwähnten Zechenhaus ein. Er wollte damit einen Erinnerungsort
an den einst blühenden Müsener Bergbau schaffen,
welcher einst die Stütze des Siegerländer Stahlgewerbes
war. Hier im Museum beginnt jede Führung mit einer
geschichtlichen Betrachtung zur Grube, der Begutachtung
der geförderten Erzproben, den Abbau-Werkzeugen und
Messinstrumenten zur Vermessung des Stollenvortriebes.
56 durchblick 1/2026
Mühevolle Arbeit!
Manfred Stettner mit Schlägel und Eisen beim Erzabbau.
Grubenskizze und Messwerkzeuge im Museum.
Danach geht es mit Schutzhelmen in den direkt neben dem
Zechenhaus liegenden Stahlberger Erbstollen, welcher
von 1740 bis 1780 erbaut wurde. Heute können noch 380
m dieses einst über einen Kilometer langen Stollens im
Rahmen einer kurzweilige Führung besichtigt werden. Auf
den abschnittsweise aufgestellten Schautafeln erfahren die
Die Führung endet in der großen verzweigten Abbauhalle.
Dort befindet sich ein funktionstüchtiger Siegerländer
Haspel mit Schrägaufzug. Anschließend demonstriert
der Museumsführer die vor dem Maschinenzeitalter übliche
Abbaumethode des Erzes mit Schlägel und Eisen. In einem
weiteren Teil der Abbauhalle befindet sich ein großer Bohrhammer,
der die Abbaumethoden der fortschreitenden Mechanisierung
zeigt. Sprengstoff, jetzt Dynamit, bewältigte
nun den Erzabbau. Für die Sicherheit der Bergleute gegen
Bergsturz sorgten überwiegend Holzstützkonstruktionen.
Die Arbeit der Bergmänner über einen Zeitraum von
mehreren Jahrhunderten hat die Grundlage für die heutige
Siegerländer Maschinenbau- und Stahlindustrie gebildet.
Sollten Sie als Besucher die Stollenwelt unter Tage
nicht besichtigen, so lohnt sich der Blick auf jeden Fall
in das Museum. Dort werden Abbauwerkzeuge, Erze,
Messtechnik für unter Tage sowie die gesamte Historie
der Grube Stahlberg gezeigt. Im Nebengebäude ist eine
alte Dampfmaschine als Beispiel zur Stromerzeugung im
Bergbau aufgestellt.
Ein Spaziergang durch den historischen Teil von Müsen
mit dem Fürsteneingang zur Grube und der Kirche kann
den Besuch ergänzen. Lohnenswert ist auch ein Besuch
der Bergbausiedlung Altenberg auf der Passhöhe zwischen
Müsen und Littfeld.
Um all die Vielfalt der Bergbau-, Arbeits- und Wohnwelt
verinnerlichen zu können, habe ich die Grube Stahlberg
mehrfach besucht. Das Museumsteam unter der Leitung
von Rolf Golze freut sich über Besucherinnen und Besucher.
Öffnungszeiten von März bis November am 2. Sonntag
eines jeden Monats zwischen 14.30 und 16.30 Uhr oder auf
Anfrage unter www.stahlbergmuseum.de
db
Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher ist die
umfangreiche Erze- und Mineralienausstellung.
Besucherinnen und Besucher an der ersten Stelle wie die
Grubenanlage mit den Stollen beschaffen ist. Weiter geht
es am Fürsteneingang vorbei zur Wettermaschine. Diese
blies früher ausreichend Frischluft für die Bergleute in die
Stollen und Abbaugebiete. Bei Stollenmeter 380 befindet
sich der Nachbau einer Wasserkunst. Ein Wasserrad mit
angeschlossener Pumpe sorgte in manchen Grubenteilen
für die Entwässerung.
Stollen mit Blick zum Ausgang.
Alle Fotos: Klaus Treude
1/2026 durchblick 57
Siegerländer Dörfer
Berufe
von Tilla Ute Schöllchen
Fast könnte man meinen, in den Siegerländer Dörfern
seien wegen der Selbstversorgung der Kleinlandwirte
keine anderen Berufe vertreten gewesen. Schließlich
gehörte es sich für einen ordentlichen Bauern, (nahezu)
alles selbst zu erledigen. Da wusste man, dass nicht
gefuddelt worden war. Hausfrauen sahen das genauso.
So ein Dorf ernährte viele. Das Geldstück, das man im
Frühjahr beim Schneider ließ, wanderte im Herbst zum
Schmied und kam im Winter zurück, wenn die „Koh verpunnd
wur (verpfundet = geschlachtet und kiloweise im Dorf
auf Vorbestellung verkauft). So hatten alle ihr Auskommen.
Selbstversorgung mit Landwirtschaft und Haubergswesen
schützte vor Mittellosigkeit. Vom Haubergsgeld wurden
Schuhe oder der „Konfermierschoazooch“ (Konfirmationsanzug)
gekauft. „Dr Vadder“ arbeitete im Bergbau, „dr Jong
i dr Schmidde“ (der Sohn in der Schmiede) „un ed Maadche
hadde Arwed im Haus vom Doggder“ (Und das Mädchen
war in Stellung beim Arzt). Selbstredend gaben die Kinder
den Großteil ihres Verdienstes zu Hause ab. Schließlich aßen
sie ja auch mit.So leistete man sich auch ab und zu kleine
Annehmlichkeiten: Das Hochzeitsbild beim Photographen
oder die Heißmangel für große Wäschestücke, Tischdecken
und Bettbezüge. Das machte was her.
Wir befinden uns mit unserer Aufzählung bereits mitten
in einer Gruppe von Berufen, die zum dörflichen Leben gehörte,
wenn sie auch nicht zwingend benötigt wurde. Den
Viehhändler schätzte man so ein. Er reiste rund und sammelte
überzählige Kälber ein, die man nicht für den Eigenbedarf
aufpäppeln wollte. Schlachten wollte man sie nicht:
„Kalbfleisch ist halb Fleisch…“ Hielt man keine Muttersau
zum Abferkeln, kaufte man beim Viehhändler auch die zwei
„Miggeschen“ (Ferkelchen), die fett gefüttert und im Winter
unter großer Anteilnahme der Dorfjugend öffentlich geschlachtet
wurden, damit in der „Heab“ (Räucherkammer)
die Würste und Schinken nicht ausgingen. Einen Schneider
konnte man schon mal gebrauchen, ersatzweise ein
Nähmädchen. Alltagsarbeiten erledigte die Hausfrau selbst,
etwa die blaue Jacke für die Feldarbeit mit einem Flicken
versehen. Wenn es aber um „Sonntagsstaat“ ging mit Rüschen,
Falten, Abnähern und Biesen, dann bemühte man die
„Gelernten“. Wie schwer es ist, eine passgenaue Männerhose
zu schneidern, versteht man, wenn man sich die männliche
Anatomie vors geistige Auge führt. Doch sollten wir
diesbezüglich nicht ins Detail gehen.
Maurer brauchte man für den Eigenbedarf eher selten.
Wer baute überhaupt ein Haus? Sowas erbte man und pflegte
es. Maurer bauten Häuser aus Stein für reiche Leute oder
eine Kirche, schon mal eine Werkstatt. Bauernhäuser entstanden
in Fachwerkbauweise. Man brauchte einen Zimmermann.
Der verstand was von Statik. Wahrscheinlich
hätte man einen Dachstuhl auch noch alleine hingekriegt.
Aber sicher ist sicher und gelernt ist gelernt. Dachdecker
sorgten dafür, dass das Heu in der Scheune trocken blieb.
Nass fing es an zu „külchen“ (sich selbst zu entzünden).
Wer will schon den „Roten Hahn“ auf dem Dach? An der
Stelle spart man besser nicht.
Schreiner wollen auch leben. Nun benötigt man aber
selten neue Möbel. Also verkaufen sie vorwiegend Särge.
Gestorben wird immer.
Lehrer gibt es noch. Man weiß nie so recht, ob man sie
ernst nehmen muss oder nicht. Schließlich laufen sie untätig
durch Wald und Feld wie Tagediebe, wenn anständige
Leute ihre Feldarbeit verrichten. Möglicherweise erklärt das,
weshalb sie nicht ordentlich verdienen. Man kennt doch das
Lied vom armen Dorfschulmeisterlein. Vor gar nicht allzu
langer Zeit musste man sie auch noch mit durchfüttern. Jeden
Mittag aßen sie bei einer andren Familie, das regelte ihr
Arbeitsvertrag. Wer will mit so einem schon tauschen?
Andere Berufe genossen höheres Ansehen, weil man sie
manchmal ernsthaft brauchte. Die Mediziner – Arzt und
Zahnarzt – bemühte man bei großen Schmerzen, wenn Hausmittelchen
versagten. Der Tierarzt war wichtiger. Hatte sich
das Vieh am Stacheldraht Wunden gerissen, schüttete man
Bornswasser darüber, um Infektionen vorzubeugen. Kalbte
die Kuh nicht ordentlich ab, musste man ihn schon holen,
für die künstliche Besamung sowieso. Deshalb nannte man
ihn auch „Rucksackbulle“, wenn er sich nicht in unmittelbarer
Nähe befand. Ging aber die Maul- und Klauenseuche um,
dann pappte er das Sperrschild an die Stalltüre. Das Vieh
58 durchblick 1/2026
Aus der Region
blieb im Stall. So mancher brave Mann hatte schon im Dorf
bei Mitkleinbauern gestrunzt: „Do hoa mir naud böd ze du.“
(Da haben wir nichts mit zu tun.), kam nach Hause und fand
das Sperrschild an der eigenen Stalltüre.
Dr. Affegood – der Advokat oder Rechtsanwalt – litt
keine Not. Erbteilungen, Feldverkäufe, saftige Prügeleien,
bei denen die Kombattanten Haare oder Zähne verloren,
sicherten sein Auskommen. Siegerländer taten sich mit
wortreichen Erklärungen ohnehin schwer. Für die freie
Rede vor Gericht eignete sich der Mann in der schwarzen
Robe besser. Schornsteinfeger schützten Haus und Habe
ebenfalls. Feuerschau musste sein. An einem Kaminzug
hingen schon mal vier Öfen, wenn nicht gar mehr. Der Kamin
wurde so warm, dass er das „Ollernstüebche“ (Zimmer
auf dem Speicher) ohne weitere Feuerstelle mitwärmte.
Hingen zu viele Heizquellen an einem Zug, war der Kamin
gar versottet, drohte Überhitzung und damit Kaminbrand.
Da zahlte man lieber den Schornsteinfeger!
Getreide drosch man selbst. Zum Mahlen brauchte man
den Müller. Auf dem Weg zur Mühle reihte sich ein Kuhfuhrwerk
hinter das andere in langer Reihe. Motto: „Wer
zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Die „Nicht-Ersten“ kamen
später nach Hause. Dann hatten die Frauen schon den Hof
gefegt und wurden mit den neuesten Neuigkeiten belohnt.
Bäcker brauchten nur Leute, die nicht mit ihrer Nachbarschaft
eine „Backesgemeinschaft“ betrieben. Die Backesgemeinschaften
waren mit ihren jeweiligen, individuellen
Besitzanteilen im Grundbuch eingetragen. Anteile wurden
vererbt. Eigentümerinnen und Eigentümer teilten sich
Nutzen und Lasten, heizten mit ihren Raumschanzen und
die Liebespaare wärmten sich an kalten Winterabenden an
der warmen Türe. Das klappte bei der Bäckerei nicht. Auf
Metzger konnten Kleinbauern ebenfalls verzichten, solange
der Hirte nicht verhindert war. Aber das kam höchst selten
vor. Sie schlachteten mithilfe des Hirten selbst, kochten
Wurstesuppe, räucherten Schinken und Würste und kochten
Fleisch ein.
Der Krämer führte den Kolonialwarenladen. Guten
Kaffee wussten alle zu schätzen oder eine Tafel Schokolade.
Sowas wuchs im Siegerland nicht. Außerdem bot er
saisonal Besonderheiten an. Beispielsweise empfahl er der
„geschätzten Kundschaft“ wärmstens seine neue Sammlung
eleganter Herrenhüte.
Der Küster durfte nicht fehlen. Notfalls konnte man ihn
ersetzen. Kräftige Männer sicherten sich so auch einen kleinen
Nebenverdienst, läuteten die Glocken und zogen das
schwere Kirchenuhrwerk auf. Nach der Kirchenuhr und
dem Läuten mittags und abends richtete man seine Tageseinteilung
aus. Eine Armbanduhr hätte bei der Feldarbeit
nur gestört. Die Weste mit Uhrentasche gehörte zum Sonntagshabit.
Sie passte nicht zur blauen Drillichjacke.
Damit kommen wir zu den wirklich wichtigen Berufen in
Siegerländer Dörfern, zu denen, die man für Leib und Seele
brauchte, ohne die der Alltag nicht funktioniert hätte oder weniger
verträglich gewesen wäre. Fangen wir mal sachlich an:
Da wäre zunächst der Bergmann zu nennen. Viele Kleinlandwirte
waren Bergleute und sicherten mit ihrer Arbeit der
Familie ein festes Einkommen. Landwirtschaft führten sie
nebenher. Im Winter lebten sie fast nur im Dunklen. Bereits
vor Tageslicht fuhren sie in den Berg ein und kamen erst
nach Einbruch der Dunkelheit wieder hoch. Dann versorgte
„de Mudder“ das Vieh, erledigte also die Landwirtschaft.
Aber Frauenarbeit thematisierte man nicht unnötig.
Der Schmied musste sein! Siegerländer führten Kühe
und Ochsen. Sie ritten selten Pferde. Kühe als Zugtiere
mussten auch beschlagen werden, als Paarhufer auf der
äußeren Klaue aus Sparsamkeitsgründen und nur vorne.
Ohne ging es jedoch nicht. Ohne Eisenschutz hätten
sich die Hufe zu schnell abgenutzt. Kühe mit schmerzenden
Füßen zogen nicht mehr und gaben auch
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1/2026 durchblick 59
Aus der Region
Milch. Schmiede verstanden sich auch auf die Fertigung
von Eisengeräten wie Harken oder Mistgabeln und legten
eiserne Reifen um die Holzräder. Die mussten dauerabel
sein. Bequemlichkeit zählte nicht. Stellmacher konnte
man ebenfalls nicht entbehren, wenn auch nicht jedes Dorf
einen eigenen brauchte. So ein hölzernes Fuhrwerk wurde
von Generation zu Generation vererbt. Den Rechen zum
Heuwenden fertigte man im Winter selbst. Der Bau eines
ordentlichen landwirtschaftlichen Fahrzeuges erforderte
Meister und Gesellen. Mit nur geringfügigen Veränderungen
passte man es der jeweiligen Aufgabe an und transportierte
Haubergsholz, Heu, Äpfel und Mist. Umziehen
konnte man damit auch. Buffett oder Ehebett? Kein Problem!
Wenn er nicht gerade in die Kirche oder Kneipe wollte,
ging Mann nie ohne Fuhrwerk.
Die medizinische Versorgung im Alltag deckten Gemeindeschwester
und Hebamme preisgünstiger als der
Doktor ab, man nannte es aber nicht „gender pay gap“.
Das Phänomen als solches allerdings bestand so alltäglich,
dass niemand es bemerkte.
Viele Worte bereiteten echten Siegerländern Ungemach.
„Lälles“ nannte man Viel- oder Dummschwätzer. Wenn allerdings
ein bestimmter Mann sich an zentraler Stelle aufbaut,
seine Aktentasche öffnete, beschriebene Blätter hervorholte,
dann auch noch zur Schelle griff, lauthals losbimmelte und
Luft holte, stand die versammelte Nachbarschaft aufmerksam
um ihn herum und spitzte die Ohren. Der Ausscheller
verkündete stimmgewaltig amtliche Bekanntmachungen:
„Hiermit teilt der Bürgermeister mit, dass wegen Erkrankung
des Hirten die Bockstation bis auf Weiteres geschlossen
bleibt.“ Gut zu wissen. Da brauchte man keine Handy-App.
Zwischen Weihnachten und Neujahr blieb er nicht draußen
im Hof stehen. Dann betrat er jedes Haus einzeln, postierte
sich im Flur auf und donnerte mit unverminderter Stentorstimme
seine Glück- und Segenswünsche für das neue Jahr.
Das fällige Trinkgeld zahlten alle gerne.
Schuster und Friseur durften in keinem Dorf fehlen. Wenn
Papas Gesicht wieder schabte wie ein Reibeisen und über den
Ohren die Haare länger wuchsen, dass er sich beschwerte,
man könne daraus Zöpfchen flechten, dann führte der Gang
zwangsläufig
zum Friseur.
Hier traf sich
die Männerwelt
nach Feierabend
und diskutierte,
welche Erlöse
der Verkauf
der Lohe an die
Gerberei erzielte.
In der Mitte
Schumacherei
des Raumes,
halb liegend, umhüllt von weißem Leinen, wurde der Nachbar
gerade vom Sohn des Friseurs eingeseift. Dazu stieg der
Junge auf ein Schemelchen, sonst hätte er das Kinn des Onkels
nicht erreicht. Das Rasiermesser am langen Lederband
schärfen durfte er aber nicht. Gefährliche Arbeiten blieben
Erwachsenen vorbehalten. Nebenan saß „Stahls Obba“,
ebenfalls weiß verhüllt. Er war in der letzten Zeit doch
ziemlich zugewachsen. Er wurde mittels Kamm, klappernder
Schere und einem perfekten Façonschnitt wieder freigelegt.
Die Wartenden geduldeten sich gerne auf Holzbänken
an der Wand. Bückte der Friseur sich beim Abkassieren beiläufig,
um unter der Theke nach französischer Ware zu greifen,
fiel auch schon mal eine anzügliche Bemerkung. Alle
wussten, dass damit am Wochenende zwischenmenschliche
Unfälle verhütet werden würden. Ansonsten ging es ruhig
und gesittet zu. Man genoss die Nähe mit Abstand und begab
sich nach dem Bezahlen entspannt nach Hause zu Frau,
Kindern und Bratkartoffeln.
Noch heimeliger fand man die Schusterbude. Der
Schuster arbeitete im sanften Schein der „Schusterkugel“,
einer mit Wasser gefüllten Glaskugel, die das Licht einer
Kerze verstärkte. Sie gab Licht für die Arbeit am Leisten
und legte den übrigen Raum in leichtes Dunkel. Da kann
man auch gut gemeinsam schweigen.
Beim Wirt herrschte geräuschvollere Gemeinschaftspflege.
Manches Geldstück, das in der Familie dringend
gebraucht worden wäre, wurde hier versoffen. das lässt
sich nicht beschönigen. Wirtsleute, die versuchten ihre un-
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gehemmten Gäste in deren eigenem Interesse zu bremsen,
stießen nicht auf Gegenliebe. Folgende Plänkelei aus den
Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts ist überliefert:
Wirtin: „Du hast genug. Geh nach Hause.“
Gast: „Hast Du hier was zu sagen?“
Wirtin: „Ja, ich habe hier was zu sagen.“
Gast: „Gut. Dann sag mal: Alles austrinken. Eine Lokalrunde.“
Im Wirtshaus traf man sich, um ein Stündchen mit anderen
gemeinsam entspannt Zeit zu verbringen. Ein Lokal
in Burbach trug diese Aufgabe klassisch an einem Tragbalken
der Decke in Schillers Versen: „Wer zählt die Völker,
nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen?“ Genau
darum ging es. Wirte waren wichtig.
Noch größeres Ansehen genoss der Hirte. Ihm vertraute
man täglich den Reichtum des Dorfes an, die Kuhherde.
Kinder liefen den ganzen Tag über
alleine durchs Dorf, ohne dass die
Eltern wussten, wo sie sich jeweils
herumtrieben. Das Vieh aber wurde
geführt vom Hirten, den man
angemessen entlohnte. Er konnte
den Tierarzt ersetzen. Im Winter
half er beim Schlachten. Das beruhigte
das Vieh. Wenn er lange für
eine Gemeinde gearbeitet hatte,
ehrte man ihn zum Jubiläum mit
einem Hirtenfest. Da fuhren geschmückte
Kuhfuhrwerke durchs
Dorf. Der Männergesangverein
marschierte mit, hochgewachsene
Männer mit Schärpe über der
Brust trugen die Vereinsfahne vor
sich her.
Der Pastor (lateinisch: pastor
= Hirte) übertraf jedoch seinen
Kollegen für die vierbeinige
Bevölkerung bei Weitem an
Bedeutung. Der Pastor hielt die
Verbindung zum lieben Gott und
damit den Weg ins Himmelreich
frei. Mit dem musste man sich
gut stellen. Ihn lud man samt
Gattin zu Familienfesten und nötigte
ihn, ordentlich zuzugreifen.
Dazu bediente man sich – im
Rahmen seiner Möglichkeiten –
des Hochdeutschen: „Herr Pastor,
Frau Winterhager, trinken
Sie noch ein Tasschen – Schalchen.“
Dieser Respektsperson
bedurfte man nicht nur vor dem
Throne Gottes. Er musste auch
in handfeste irdische Auseinandersetzungen
eingreifen: „Herr
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Aus der Region
dad noch dued!“ (Herr Pastor, er schlägt sie noch tot!)
Dann fragte der friedliebende Seelenhirte nicht nach der
eigenen Unversehrtheit, was berechtigt gewesen wäre. Er
zog seinen Gehrock über und eilte dem Konfliktfeld zu, so
schnell wie möglich, ohne dabei die Amtswürde zu verlieren.
In diesem Zeitraum löste sich die Kalamität schon mal
von alleine auf. Dann kam ihm die Entwarnung auf dem
Weg zu einem Einsatz entgegen: „Herr Pastur, loße mer’d
noch mo.“ (Herr Pastor, nicht mehr nötig.)
So führte der Pastor seine Schäfchen (nicht Rindviecher!)
durch die Fährnisse des irdischen Lebens und auch im Übergang
in die Ewigkeit. Dafür wurde er gebraucht, respektiert,
geliebt und an der Kaffeetafel besonders herzlich verwöhnt:
„Herr Pastor, nehmen Sie noch ein Stückchen Kuchen. Und
die anderen haben ja den Verstand alleine“.
db
1/2026 durchblick 61
Mehr als
Starten
und Landen
von Bernd Büdenbender und Klaus Treude
Fährt man auf der B 54 von Burbach in Richtung
Rheinland, fällt linkerhand – genau auf der Grenze
zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz
– ein besonderer Standort ins Auge: der Siegerland Airport,
Deutschlands zweithöchst gelegener Flughafen.
In den vergangenen Jahren stand seine Notwendigkeit immer
wieder zur Diskussion. 2018 setzten sich jedoch engagierte
Unternehmer für den Erhalt des zentral gelegenen Flughafens
ein – mit Erfolg. Der Flughafen wurde 1967 eröffnet.
Ausschlaggebend für den Bau auf der Hochebene war unter
anderem der Wunsch nach einer besseren Anbindung des
Siegerlands an das Ruhrgebiet. Bis heute erfüllt der Standort
wichtige Aufgaben. Rund 22.500 Flugbewegungen verzeichnet
der Airport jährlich auf seinen drei Start- und Landebahnen.
Selbst größere Maschinen wie eine Boeing 737 haben
hier bereits sicher auf der 1.600 Meter langen Piste aufgesetzt.
Bekannt wurde der Siegerland Airport auch durch den
ADAC, der dort bis 2010 das Trainingszentrum für seine
Luftrettungsstaffel unterhielt. Immer noch nutzt er den Flughafen
als Ausbildungsstätte. Während der Fußball-Weltmeisterschaft
2006 erlangte der Airport kurzzeitig sogar Berühmtheit:
Die tschechische Nationalmannschaft, hatte wegen der Nähe
zum Flughafen, ihr Quartier im Westerwald aufgeschlagen.
Heute profitieren vor allem Geschäftsreisende von den
kurzen Wegen und der schnellen Abfertigung. Darüber hinaus
ist der Airport ein fester Bestandteil im Gesundheitswesen:
Das bundesweit tätige Unternehmen Unicar GmbH, einer der
größten Anbieter für Krankentransporte, wie auch beim Organtransport
nutzt den Standort regelmäßig. Gerade bei Überführungen
in weit entfernte Spezialkliniken ist der Zeitvorteil
gegenüber großen Verkehrsflughäfen entscheidend.
Der Flughafen ist aber weit mehr als ein Start- und Landeplatz.
In den Hangars sind derzeit rund 170 Flugzeuge untergebracht.
Etwa 250 Mitarbeitende arbeiten am Standort –
ausschließlich in luftfahrtspezifischen Tätigkeiten. Insgesamt
sind neun Unternehmen mit direktem Bezug zum Flugbetrieb
ansässig. Zwei spezialisierte Flugzeugwerften übernehmen
Wartung, Reparaturen und Ausstattungsarbeiten, von der Bordelektronik
bis hin zu Enteisungsanlagen Für Sicherheit sorgt
Flugzeug, Type Pilatus beim Betanken.
62 durchblick 1/2026
Übung von Helikoptereinsätzen. Eine Cosair Baujahr 1950.
eine moderne Flughafenfeuerwehr, die jederzeit einsatzbereit
ist. Daneben bereichern zwei Luftsportvereine und drei Flugschulen
den Standort. Auch im Bereich Ausbildung und Katastrophenschutz
ist der Flughafen tätig. So werden hier überregionale
Schulungen zur Brandbekämpfung außen, wie auch
in Gebäudekomplexen durchgeführt. Dabei stehen die Übung
von Helikoptereinsätzen
und das Befüllen von
Löschwasserbehältern
im Mittelpunkt.
Und die Betreiber
denken weiter in die
Zukunft: Geplant sind
Investitionen in eine
mobile Ladeinfrastruktur
für elektrisch
betriebene Flugzeuge
sowie die Umstellung auf nachhaltigen Treibstoff. Beides
trägt dazu bei, die Umweltbelastung deutlich zu verringern.
Der Siegerland Airport ist seit (fast) 50 Jahren Regionalflughafen
und Wirtschaftsfaktor für die Kreise Siegen-Wittgenstein,
Westerwaldkreis und Lahn-Dill Kreis. Die Betreiber
hoffen, ihn auch für Zukunft erhalten zu können. db
P.U.
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Zweigniederlassung der Firma Transporte Schlotmann e.K.
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1/2026 durchblick 63
Historisches
Hirtenlohn
Zu viel für einen Schulmeister
Typisches Bauernhaus in Nauholz. Der Ort wurde vor 1300
erstmals urkundlich erwähnt. 1960 musste der Ort der
Obernautalsperre weichen. In seinem letzten Jahr zählte er
148 Einwohner.
von Heinz Bensberg
Es war im Jahre 1824, als Wilhelm Kühn, geboren 1800
in Bürbach, mit seinem Tagebuch begann. Er ging
nach Nauholz im Kirchspiel Netphen, wo er sich beim
Schulvorstand als zukünftiger Schulmeister bewarb. Dem
Schulvorstand sagte seine Bewerbung zu, und man stellte ihn
unter Vorbehalt ein. Sein Salär sollte 15 Taler jährlich betragen,
drei Taler mehr, als sein Vorgänger erhalten hatte. Kost
und Logis sollte er im sogenannten „Reihenumgang“ bekommen,
was sich später dann als sehr mühsam erwies.
Bevor Wilhelm seine Anstellung antreten konnte, musste
er beim Schulinspektor Achenbach aus Ferndorf eine Prüfung
ablegen. Erst danach hielt ihn die königliche Regierung
in Arnsberg für fähig, die Schule in Nauholz zu verwalten. Er
war der zweite Lehrer in der 1822 erbauten Schule, die Pfarrer
Hampe seinerzeit mit einer bemerkenswerten Predigt eingeweiht
hatte. Er hatte versprochen, tüchtige Lehrer für die
neue Bildungseinrichtung zu suchen. Nach dem ersten Lehrer
sollte entsprechend dem Willen des Pfarrers der begabte
Hirtenjunge Kühn folgen. Ein kleines zeitliches Hindernis
bestand darin, dass Kühn noch Konfirmand war, was jedoch
durch eine zeitnahe Segenshandlung ausgeräumt wurde.
Das Engagement von Wilhelm Kühn verhalf der Schule zu
großer Anerkennung. Vor seiner Anstellung hatte der Schulunterricht
nur im Winterhalbjahr stattgefunden, von Michaeli
bis Ostern, also vom Einstallen bis zum Austreiben des Viehs.
In die Schulklasse ging Wilhelm Kühn stets mit ernster
Amtsmiene. Überliefert ist, dass er seinen ersten Unterricht
folgendermaßen begonnen haben soll: „Liebe Kinder, was
wollt ihr von mir? Soll ich mit der Rute zu euch kommen oder
mit Liebe und sanftmütigem Geist? So fragte Paulus einst, so
frage ich euch jetzt, da ich euch zum ersten Mal sehe und
euch als meine künftigen Schüler begrüße. Ich lese es aber
schon in euren Gesichtern: Euer Wunsch ist der, mit Liebe
und sanftmütigem Geist.“ „Ja? – Nun, das ist auch mein Wille.
Es würde mir von Herzen leidtun, wenn ich jemals eine Rute
bei euch anwenden müsste. Ich habe euch alle herzlich lieb.
Sollten aber halsstarrige Schüler unter euch sein, die sollen
fühlen, wie ich die Rute zu handhaben weiß.“
Seine Lehrtätigkeit übte er gern aus; er war Schulmeister
aus Leidenschaft. Die Kinder besuchten – soweit es die Landwirtschaft
zuließ – regelmäßig die Schule und spürten, dass
Lernen auch Freude bereiten konnte. Die Eltern wussten seine
Fähigkeiten zu würdigen und dankten dem jungen Lehrer
mit Waffeln, manche sogar mit Butter bestrichen, sowie mit
anderen Aufmerksamkeiten. Sein Vorgänger war bei Weitem
nicht so verwöhnt worden. Die Kinder hingen mit Liebe an
ihm; für Kühn war dies eine Erfüllung. Je weiter man das
Siegtal von Siegen hinaufkam, desto gesitteter, höflicher, artiger
und gehorsamer waren die Kinder in der Schule.
Während der Erntezeit war die Schule auch für ihn Nebensache.
Nicht selten musste er wochenlang nachts um ein
Uhr aufstehen, um etwa beim Dreschen oder anderen bäuerlichen
Tätigkeiten zu helfen. War er nicht rechtzeitig zur
Stelle, wurde er auch schon einmal von seinen Schulkindern
geweckt. Nach der anstrengenden Arbeit, die meist bis in die
Morgenstunden verrichtet wurde, frühstückte man gemein-
Gegenstände aus vergangenen Zeiten faszinieren uns Menschen,
sie erzählen Geschichten und wecken Erinnerungen.
Seit 2005 erhalten wir diese und geben Sie weiter.
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Historisches
sam und ging sofort in die Schule. Am Nachmittag setzte sich
die Landarbeit für Schulmeister und Schulkinder fort.
Im Frühjahr musste er nach dem Unterricht häufig mit
Beil und Säge im Hauberg Bäume fällen. Auch beim Ansetzen
des Meilers wollten die Bauern nicht auf seine Hilfe
verzichten. Auf diese Weise musste er sich Kost und Logis
nach dem regulären Schulunterricht mühsam verdienen.
Nach diesen Strapazen freute sich Wilhelm Kühn auf
die Ferien. Er brauchte nach der harten Feldarbeit dringend
diese Erholungspause. Ein Glücksfall in dem Jahr seiner
Tätigkeit war, dass seine Hauswirtin und deren verheiratete
Tochter beide in gesegneten Umständen waren. Bereits acht
Tage nach der Geburt nahm er den erstgeborenen Jungen
liebevoll an sich. Er gewöhnte den Knaben so sehr an das
Wiegen, dass der Junge ohne diese Zuwendung nicht mehr
zur Ruhe kam. Er gab ihm die abgepumpte Milch der Mutter,
reinigte und wickelte ihn. Tätigkeiten, die er dank seiner
Geschicklichkeit in kurzer Zeit erlernte. So konnte er den
ganzen Tag neben der Wiege sitzen und sich wieder erholen.
Die Großmutter kümmerte sich um den anderen Säugling.
Wenn sie etwas zu erledigen hatte, musste er, da jedes
Kind eine eigene Wiege hatte, beide zugleich in Bewegung
halten. Eines Abends fragte ihn der Hauswirt: „Schulmeister,
kannst du auch Besen binden?“ „Nein“, war die Antwort.
„Dann kannst du es von unserem Hannes lernen“, erwiderte
der Vermieter. Ohne zu murren, machte Wilhelm
sich an die Arbeit. Am ersten Abend klappte es noch nicht
so recht, am zweiten ging es schon besser, und am dritten
Abend band er die Besen fast so gut wie Hannes.
Der Hausmutter, die für das Frühstück zuständig war,
kam er morgens manchmal zu früh in die Küche. Dann
musste er zunächst noch Arbeiten erledigen, bevor er zu
Tisch durfte. Die Mutter eines anderen Schülers sagte in
der Regel: „Schulmeister, nimm den Besen und kehre die
Stube und den Ern, dann wasche die Teller; in der Zeit koche
ich Kaffee.“ Es war stets guter Kaffee, und gelegentlich
bekam er auch ein Stück Zucker, der seinerzeit sehr
teuer war. Oft musste er das Feuer schüren und manchmal
auch Butter kirnen. So hatte nahezu jede Familie seiner
Schüler eine Tätigkeit für ihn. Kam er in die Schülerfamilien,
um seine Kost einzufordern, und niemand war anwesend,
wusste er stets, wo der Haustürschlüssel lag. Er holte
sich dann zum Beispiel den bereits gekochten Brei, der im
Bett warmgehalten wurde.
Als sich das erste Arbeitsjahr als Schulmeister dem
Ende zuneigte, suchte ihn der Schulvorstand auf, drückte
seine große Zufriedenheit aus und bat ihn, ein weiteres Jahr
zu bleiben. Er willigte ein, wünschte jedoch eine Zulage.
Man fragte ihn, welchen Lohn er für das kommende Schuljahr
verlange. Er zögerte nicht lange und forderte 20 Taler.
Schnell entgegnete man: „So viel bekommt ja unser Hirte.
Ein Schulmeister darf doch keinen Hirtenlohn verlangen.“
Er solle sich fügen und mit 18 Talern zufrieden sein. Es war
dennoch ein bedeutender Zuwachs – von 15 auf 18 Taler.
„Nun wohlauf“, sagte er, „ihr guten Leute bringt ein schweres
Opfer für mich; es soll euch nicht gereuen.“ db
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Mundart
Dr Zufluchtsoort
von Sigrid Kobsch
Beim autogene Training sall mr sich manchmol oa en
Oord versätze, wu mr Rooh un Frirre un Entschbannung
find. Ech hoa mir poor sue Oorte ausgedoacht
un kaa mich och goot ie Gedanke dohie versetze.
Do es eimol dr Ruesegoorde. Dohie kimmt mr dorch
e bloo Holzdärtche, datt beim Offmaache beßje quietscht.
Da gieht mr unner Rueseboeje dorch. Ruese ie all Foarwe
un die riche sue goot! De Sunn scheint un Schmetterlinge
gaukeln dorch de Loft, un ech setze off ner Bank un
rooche mich. Do kinn mr ewich setzebleiwe.
Meine Lieblingsoort woar awer en Wies ie de Berje.
Die Wies fällt sanft no unne ab. Ringsrem seit mr schneebedeckde
Gipfel unnerm bloe Himmel. Ech setze im Groas
descher Wieseblume un lugge no däem schiene Baum
links voa mir, dä iwwer un iwwer bleeht. Bis hehie hiern
ech de Biene un Hummeln summe. E Mariekäferche setzt
sich off mei Hand. Wenn ech de Fenger no oewe schtrecke
klimmt et bis off de Fengerschbetzde un fleit fort. En friedlichere
Oort girret net – hoan ech langzeit gedoecht.
Awwer ech hadde net berm aal Goethe geräechnet! Dä
hat nämlich geschriwwe: „In dir begraben liegen Silber
und Gold. Da grabe in den Grüften!“ Un du fung ech en
schiene Daach oa ze groawe – un fun GOLD!
Ech funn en reale Oort aus meiner Kendheit, oa däen
ech langzeit net mie gedoacht hadde. Ech sooch mich als
Kend, wie ech oowends bet meiner Mama ie de Schdall
ging. De Mama noohm sich dr Melkaamer un –Schämelche
un sadde sich henne näewer us Billa orer de Fuchs. Ech
sooß oam Rand voa dr Foorerkribbe un lausderde, wie de
Melch ie gleichmäßije Schtroohln ie de Aamer schpratzde.
Mr hierde, wie de Keeh wirrerkauden un datt Geklirr voa
de Keere. Manchmol leehnde de Mama beim Melke ähre
Kobb oa de Seite voa dr Kooh. Ech weiß noch genau, wie
et im Schdall roch un hiern mei Mudder saa: „Ruhich, Billa“
orer „Nu schdooh schdell, Fuchs“.
Jede Bewejung orer jedes Woord wuer ruhich gemaacht
orer gesaad. Manchmol hierde mr im Vierkeller dr Obba,
wie hä Saidoffeln schdotzde. Et goob kaa Urooh orer
„Hektik“, wie mr heit saad. Un ech kaa etz noch feehln wie
goot offgehoawe un bet dr Welt im Reine ech woar.
Datt es mei nei Refugium – un datt es naut ausgedoachdes,
datt goob et wärklich. Do kaan ech emmer hie un
heit noch de Mama träefe! db
E der Stuww geh däm Owe
E der Stuwwe geh däm Owe
Had en Sorgestühl sein Ort,
Dumuls wie mer klene Känne
Waren, sting dä ö als dort.
Dränne saß de gürre, ale
Grußmudder dagsaus, dagsee,
Uff däm Schuuß das Allerklennsde,
Un mer Gressere – dergeh –
Hadde se da glecklich werrer
´S Jengste e dän Schlof geschwuppt,
Kroffen mer da nuge a se
Un da ward am Rock gerubbt.
Grußmudder, dü müßd verzehle
Va däm Bäcker un der Küh,
Wie der Meller met seim Füllche
Reit nu der ahle Mehle zü.
War das aus, da hieß es: „Weirer!“,
Un mer gräffen ähre Hand.
„Itz vam Hinkelche, vam Hähnche
Un vam Fuchs uff Schneirersch Land.“
Waren mer noch net zufrere
Kam´s „Franzämmelche“ noch dra,
Weil das gar kee Schüh mie hadde,
Zok sech´s wullne Schlabbe a.
War se endlich dumet färdig,
Hadde alles se därchsträbbd,
War´s meischestelle e der Struwwe
Weil mer Blagen egenäbbd.
Florentine Goswin-Benfer, Mollseifen
66 durchblick 1/2026
Dr ergewilliche Kompjudr
Bild: Wikimedia Commons
von Bernd Büdenbender, Netphen
Diese wahre Geschichte ereignete sich vor cirka 40 Jahren. Ein
Unternehmer aus Norddeutschland, stammend aus dem Siegerland,
bestelle bei seiner früheren Lehrfirma Bauteile. Die
Lieferung kam prompt und wie bestellt! Nur mit der kaufmännischen
Abwicklung gab es unvorhergesehene Probleme. Denn bereits nach
drei Tagen flatterte dem Kunden eine Mahnung ins Haus. Für einen
Norddeutschen eher ungewöhnlich „platzte ihm der Kragen“. Er ließ
so richtig „Dampf ab“ und es entspann sich folgender Schriftverkehr:
Au Rechnung 0403605
Ge morje, ihr Kloosköppe!
He ha´r au Mahnung zerögge, ech well se net. On da dängt e
mo noa! Det Madrijahl kom am 21.11. he a. De Rächnung kom
am 22.11 no mir. On de Mahnung am 24.11. Had ihr se noch all
a dr Ladde?
Det Gäld ha ech grad öwere de Post fordgescheggt on zwar bed
3 % Skonto, on sid gefälligst zefreere. On userdem most´r noch was
wesse! Irstens sin ech en SAG-Lehrling (fa1960-1963) bim Mohme
gewäse on ha dono bim Meister Müsse em Stahlbau gearbt.
Zwotens ha ech vor zwo Johrn ad emo for min Wergstedd all
Züch war ich bruchde bi au geholt on Dreddens es dr Schöfer´sch
Helmut dä au „Scheß“ he e Hamburch vrkeuft e dsr Lehr näwr mr
am Schruwstock gestanne. Glaubt ihr, ech wür au beschisse?
Schürne Gröösse an det nächsde mo gä´r achde wäm ihr
schribbt, wor?
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
Au Breef vam 28.11.
Gonn dach gorer Ma!
Nä, wat ha mr lache mosse. Dat wor bis itzend dr schünste
Breef, dä mr e de letzde drissich Joahr kräje ha. Awwr mit ha och
nocht wat zo sä.
Vreinbart wor ja, dat em Vorrus bezahlt werrn moß, on da erst
wird det Matrjal gelewwrt. On weil noch kenn Zahlung festeze-
stelln wor, hätt oos Kompjudr en Mahnung geschreewe.
Dat macht dä audomadisch. Usserdem
durfte statt dreij Prozent nur zwo Prozent Skonto
abegzoje werrn.
Zm Schluß soll ech au noch wa dr ganze Buchhaltung
e paar schürne Grööse un dem Seejerland
bestalln, on mr wösnche au alles Gore. db
Usergebet
Lieber, guter Technikgott,
mach mal eine Pause,
verschone uns mit Datenschrott,
im Job und auch zu Hause!
Schmeiß die Programmierer raus,
die ständig optimieren,
und lass die nächsten Updates aus,
die eh nicht funktionieren!
Mach, dass man ein ganzes Jahr
kein neues Passwort braucht
und jedes Icon, wie es war,
am selben Ort auftaucht!
Bewahr uns vor Veränderung
mit Schnittstellproblematik
und auch vor Zeitverschwenderung
mit Schlechtschreibautomatik!
Die Zugangscodes verwalte uns
mitsamt Benutzernamen
und den Support erhalte uns,
wenn’s geht, für immer! Amen!
Jörn Heller
1/2026 durchblick 67
68 durchblick 1/2026
Erfahrung weitergeben
Seniorinnen und Senioren für Schulgartenprojekt gesucht
von Eugen Werner
Die Gesamtschule am Rosterberg in Siegen lädt
Seniorinnen und Senioren herzlich ein, sich ehrenamtlich
in einem besonderen Bildungsprojekt
zu engagieren. Im Rahmen des FreiDay-Konzepts entsteht
derzeit ein langfristig angelegter Schulgarten, der ökologisches
Lernen, praktisches Arbeiten und generationsübergreifenden
Austausch miteinander verbindet. Gesucht
werden Menschen mit Lebenserfahrung, Zeit und Freude
daran, ihr Wissen weiterzugeben und junge Menschen auf
ihrem Weg zu begleiten.
Die Gesamtschule am Rosterberg wurde zum Schuljahr
2023/24 neu gegründet und befindet sich immer
noch im Aufbau. Aktuell besuchen 350 Schülerinnen
und Schüler der Jahrgangsstufe 5-7 die Ganztagsschule.
Als eine der ersten Schulen in Südwestfalen hat sie
den sogenannten FreiDay fest im Stundenplan verankert.
An diesem wöchentlichen Projekttag arbeiten die Kinder
mehrere Stunden selbstständig und fächerübergreifend
an Themen rund um Nachhaltigkeit, Umwelt und gesellschaftliche
Verantwortung.
Ein Herzstück dieser Arbeit ist der Aufbau eines naturnahen
Schulgartens auf dem Schulgelände. Ziel ist ein
ökologisch gestalteter Garten mit Biotop-, Nutz- und Versuchsgärten,
der ohne chemische Spritzmittel, Kunstdünger
und Plastik auskommt. Recycelte Materialien, extensive
Pflege und bewusst belassene Naturflächen schaffen
Lebensräume für Pflanzen und Tiere – und zugleich einen
lebendigen Lernort für die Schülerinnen und Schüler.
Gerade hier sind Seniorinnen und Senioren gefragt.
Viele bringen wertvolle Erfahrungen aus Gartenarbeit,
Handwerk, Naturkunde, Landwirtschaft oder einfach
aus einem langen Leben mit. Dieses Wissen soll im Schulgarten
nicht verloren gehen, sondern weitergegeben werden.
Ebenso willkommen sind Menschen, die Freude am
gemeinsamen Tun haben, gern erzählen, erklären, anleiten
oder einfach „mit anpacken“.
Das Engagement kann ganz individuell gestaltet werden:
Manche unterstützen regelmäßig bei der Gartenpflege,
andere begleiten einzelne Pflanzaktionen oder Projekte.
Auch beratende Tätigkeiten, etwa bei der Planung von
Beeten, beim Bau von Hochbeeten oder Insektenhotels, sind
möglich. Niemand muss alles können oder sich fest binden
– Zeitumfang und Aufgaben richten sich nach den persönlichen
Möglichkeiten und Wünschen. Der Austausch zwischen
den Generationen steht dabei im Mittelpunkt. Für die
Schülerinnen und Schüler ist es eine große Bereicherung,
von Menschen zu lernen, die über viele Jahre Erfahrungen
gesammelt haben. Umgekehrt erleben viele Seniorinnen und
Senioren die Arbeit mit Kindern als sinnstiftend, belebend
und bereichernd. Der Schulgarten wird so zu einem Ort der
Aus der Region
Hier konnten die Schülerinnen und Schüler des Gartenbauprojektes
die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten. Die geernteten
Dinge wurden dann im Hauswirtschaftsunterricht verarbeitet.
Begegnung, an dem gemeinsames Lernen und gegenseitige
Wertschätzung selbstverständlich sind.
Begleitet wird das Projekt durch Lehrkräfte der Gesamtschule,
durch die Ökotrophologin Ulrike Neuhaus sowie
externe Fachpartner. Ehrenamtlich Engagierte werden in die
Projekte eingebunden, unterstützt und als wichtiger Teil der
Schulgemeinschaft wahrgenommen. Vorkenntnisse im pädagogischen
Bereich sind nicht erforderlich – Offenheit, Geduld
und Freude am Miteinander reichen vollkommen aus.
Mit dem Schulgartenprojekt möchte die Gesamtschule
am Rosterberg jungen Menschen einen verantwortungsvollen
Umgang mit Natur, Ernährung und Umwelt vermitteln.
Seniorinnen und Senioren können dabei eine zentrale
Rolle spielen: als Vorbilder, Wissensvermittlerinnen und
-vermittler und als Brücke zwischen den Generationen.
Interessierte Seniorinnen und Senioren sind herzlich
eingeladen, Teil dieses Projekts zu werden.
Weitere Infos erhalten Sie unter: 0171-723181 im
Internet unter: www.gesamtschule-rosterberg.de db
1/2026 durchblick 69
Gesellschaft
Bombenstimmung beim Kriegspielen
von Matthias Mehnert
Bis in die letzten Monate des Krieges hatte das Dörfchen
Lampertswalde im Oschatzer Kreis eigentlich noch
nicht viel vom tatsächlichen Kriegsgeschehen abbekommen.
Noch kam alles uns wie Spielerei vor. Sicher, die
Zeitungsmeldungen über allerhand heldenhaftes Kämpfen an
allen Fronten, eben so, wie wir Jungs uns das von den Germanen
vorstellten, erreichten auch mich, wenn die Erwachsenen
darüber sprachen.
Schwarze Rollos mussten alle Fenster haben. Die wurden
abends runter gelassen, Verdunkelung war das. Die Flieger da
oben können sogar Kerzenlicht sehen – und dann fallen die
Bomben, erklärte man uns Kindern. Und wenn ihr was findet,
was euch merkwürdig vorkommt, fasst es nicht an, es könnte
gefährlich sein. Nur die Silberstreifen dürft ihr aufheben. Warum
die aus den Flugzeugen flatterten, blieb uns unklar. De
Amis werfn so was ab, hieß es in Bittigs Kneipe. Und hinter
vorgehaltener Hand: Die wolln dn Adolf ärgern! Und der Lehrer
hatte uns mehrmals gesagt, dass wir Zettel, auf denen was
gedruckt steht, sofort bei ihm abgeben müssten. Das brachte
Ata auf den besonders einfachen Gedanken, ob er auch die
kleinen Zeitungsstückchen, die er im Scheißhaus benutzte, –
so sagte er tatsächlich –, auch abgeben müsste. Da sin sogar
beede Seidn bedruggd! feixte er. Dafür musste er sofort büßen.
Im allgemeinen Gelächter hing er förmlich zwischen den gewaltigen
Fingern des Oberlehrers. An einem Ohr wurde er nach
vorne geführt. Ein heftiger Streich mit dem Rohrstock hinten
drauf, machte allen deutlich, dass die Amtsgewalt sich nicht zu
Späßen solcher Art herabließ, schon gar nicht im Krieg.
Ließ es die Wetterlage zu, so verabredeten wir uns zu Geländespielen
rund um‘ s Dörfchen. Verschiedene Spielregeln
gab es. Aber immer wurden zwei Gruppen gebildet, Grenzen,
wie weit ein Spiel sich ausdehnen durfte, festgelegt und dann
ging es los: Die erste Gruppe rannte weg und versuchte, so
lange wie möglich unentdeckt zu bleiben, die zweite Gruppe
– laut bis zwanzig zählend – stellte die Verfolger dar. Sie hatte
das Ziel, jeden der ersten Gruppe aufzuspüren und zu fangen.
Jeder Gefangene musste mitfangen, bis es keinen mehr aus
der ersten Gruppe gab. Ein spannendes Versteckspiel mit viel
Schnelligkeit: Täuschen, in Deckung gehen, überlisten. Da
fühlte sich fast jeder als kleiner Stratege. Auch Spielverderber
gab es natürlich. Zwei besonders lange Gesuchte schauten
plötzlich aus der elterlichen Wohnung zum Fenster raus und
erklärten kühl, doch schon lange nicht mehr mitzuspielen. Gemein!
Kriegsgefühle in der Schule
In der Schule gestalteten wir so manche weiße Seite mit
kriegerischen Fantasien von abstürzenden Flugzeugen, versinkenden
Schiffen und brennenden Häusern, - und merkwürdig:
Menschen kamen in den Zeichnungen nicht vor, weder
lebendig noch tot! Bei mir jedenfalls. Unsere gestrichelten
Schussbahnen wurden Treffer, die Schiffe versenkten, Jagdflieger
und Bomber in‘ s Verderben stürzen ließen. Das malten
wir. Nur ein ganz klein wenig geheime Angst hing dabei tief
drinnen. Dass in jeder Familie Tote zu beklagen waren, wurde
nicht besprochen und vor Kinderohren geheim gehalten. Der
Tod meines Vaters wurde noch in kindliche Hoffnung umgekehrt:
Vielleicht ist er „nur“ vermisst, da kann er doch noch
wiederkommen. Wir Geschwister besprachen das so.
Das Gefühl für den Krieg hatte sich vor allem im Bewusstsein
der Jungs, ob groß, ob klein, ausgebreitet, so dass der
Schulhof in den Pausen manchmal unüberhörbar von Kriegsgeschrei
erfüllt war. Jeder Junge, der was auf sich hielt, strebte
danach, soldatisch auszusehen, das heißt, die Mütter mussten
Rangabzeichen auf die Jacken nähen. Vom einfachen Soldaten
bis in die Offiziersränge war so manches vertreten, wohlwollend
kommentiert von den Lehrern. Klaus aus dem Rittergut
war sogar Oberst! Seine Jacke war an Aufschlägen und Schultern
bestückt und er erregte gehörig Aufsehen damit.
Meine besondere Begeisterung gehörte den Fliegern. Welche
Abzeichen ich an der Jacke hatte, ist nicht mehr klar. Aber
so manches Mal stürmte ich mit vor die Brust gehängtem
Schulranzen als Kampfflieger auf andere los. Mindestens
sechzig Abschüsse hatte der, den ich darstellte, und meine
Gegner schafften es doch nur, meine Schiefertafel zu zertrümmern.
Peinlich dabei, dass irgendwelche Hausaufgaben auch
mit „erledigt“ waren. Ein rotes Ohr war mir sicher, denn auch
so was wurde kräftig geahndet. Ersatz zu Hause gab es, glaube
ich, nur einmal. Meine „Luftkämpfe“ durften später nur noch
ohne das wertvolle Stück stattfinden. (Vor dem Kampf, Tafel
raus aus dem ledernen Ranzen!) Die Hausaufgaben doppelt zu
machen und zusätzlich noch an den Ohren bis zum Lehrerpult
gezogen zu werden, war mehr als schmerzhaft.
Kriegshochzeit
Im Pfarrhaus hatte sich Besuch angesagt, sogar viel Besuch:
Eine Hochzeit sollte stattfinden. Dorle (Doris), die
Schwester meines im Krieg gebliebenen Vaters, hatte einen
schneidigen Soldaten in Leipzig kennengelernt. Schneidig,
dieses Wort gebrauchte unsere „Kleine Oma“, (sie war eine
richtig kleine Frau und wir Kinder nannten sie so), um ihren
künftigen Schwiegersohn für uns Kinder, nach ihrem Dafürhalten
treffend, zu schildern.
Er hieß Ferdinand, – was für ein Name in unseren Ohren.
Wir lachten. Zu komisch, dieser Name. Dorle sprach nur von
Ferdi. Auch das war zum Lachen. Dorle aber war selig, bald
kam Ferdi, sogar mit weiterer Verwandtschaft. Evakuierte aus
Oberhausen, katholisch. Ich hatte bis dahin noch nie einen katholischen
Menschen gesehen und stellte an denen nichts Besonderes
fest, außer, dass ihre Sprache recht anders klang. Das
reizte zum Nachmachen. Und Dorle, meine Lieblingstante,
lachte mit. Sie wurde sogar auch katholisch und mit ihrem Ferdi
dann in Oschatz getraut. Da gab es eine katholische Kirche.
70 durchblick 1/2026
Wir alle mit dabei. Opa Mehnert, der „Kleine Opa“, (groß
war er nicht und wir nannten ihn tatsächlich so), hatte als
Schwiegervater und sparsamer Bankbeamter, der er war, abgezähltes
Geld in der Jackentasche mit dabei, um den Jungs,
die am Ausgang nach der Kirche einen Strick gespannt hielten,
ganz korrekt etwas in die Hand zu drücken. Da wurde
nichts geworfen. Jeder erhielt einen Obolus, der Strick fiel.
Zurück in‘ s Dorf ging‘ s mit Pferdekutschen.
Am Hochzeitsabend schien alles recht harmonisch zu verlaufen.
Musik wurde gemacht, die Mutter spielte am Flügel,
irgendwoher tauchte eine Flasche Wein auf, Geschichten
wurden erzählt, doch nebenher tönte immer das Radio, wie
das damals aus besonderem Grund eigentlich häufig war.
Einer von den Erwachsenen schien in nervöser Spannung
immer mehr dem Radio sich zuzuwenden, als den heiteren
Geschichten in der Runde zu folgen: Es ging um die Warnung
vor Bombenangriffen.
Da, hieß es plötzlich, der Kuckuck! Ich hörte tatsächlich
eine Kuckucksstimme. In der Schule war davon schon erzählt
worden. Eine besondere Warnung im Radio: die Vorwarnung!
Dann wird es ernst, dann kommen die Bomber in
unser Gebiet, hatte Lehrer Arlt gesagt. Und jetzt hörte ich so
was zu Hause.
Hört zu, rief Ferdi der Soldat. Da kommt ne Ansage
über Bomberverbände, ob die hierher fliegen!
Kann sein. Stimmen durcheinander, Unruhe kam auf.
Wo ist der Keller? Aus dem Radio eine Männerstimme:
Bomberverbände im Raum Magdeburg. Und jetzt
war auch eine Sirene zu hören. Von Oschatz oder woher?
Meine Zähne klapperten.
Ab in den Keller, sagte Ferdi der Soldat. Beruhigend war
seine Anwesenheit schon, aber die Versammlung im Keller
war eng bei eng und brachte uns Kinder in einen Zustand lähmender
Angst. Die beiden Schwestern weinten. Ich als Junge
durfte doch nicht weinen, tat das auch nicht, doch ich zitterte
an allen Gliedmaßen und konnte es nicht einstellen, genau so
wenig wie das Klappern mit den Zähnen. Schrecklich. Alle
lauschten, ob das unheimliche Grollen der Flugzeuge zu hören
sei, aber lange hörten wir nur die eigenen Atemgeräusche
und das Weinen meiner Schwestern.
Gesellschaft
Bomber im Tiefflug übers Pfarrhaus
Draußen war es ruhig geblieben. War wohl doch nicht
so ernst, meinte Dorle zaghaft lächelnd zu Ferdi. „Pass auf,“
sagte der, „gleich kommt noch was! Ich hörs doch!“
Tatsächlich war da ein Brummen zu hören, das in kurzer
Zeit zu einem durch Mark und Bein gehenden Grollen wurde,
immer näher kam, gegen das Haus wie eine Welle schlug,
darüber hinweg grölte und in eine dröhnende Explosion umschlug.
Das Haus wurde heftig erschüttert, wir Kinder schrien,
ich wollte durch‘ s Kellerfenster entkommen; so was wurde
aus Leipzig erzählt, dass man das so machen müsse.
Jetzt erlebten wir in einem kurzen Moment Kriegsentsetzen.
Jemand von Bittigs, bestimmt war das Heini, der zu
dieser Zeit sich auf der Straße aufgehalten hatte, berichtete
uns am nächsten Vormittag von diesem unheimlichen Ereignis:
„Ja, das war ä viermotoriger Bomber, un der muss knapp
üwer uns hier vorne de Bombe ausgelöst ham. Explodiert is
die hinder Hornauers im Felde. Ich war schonn da. Da is ä
Bombendrichdr. Hädde der Fliecher das eher gemachd, hädds
de Farre gedroffen (Pfarrhaus). Nu, da hädds bei euch schwer
gebrannd!“
Und er gab noch ein paar Sätzchen dazu: „un ob ihr da
noch rausgegomm wärd, wer wees?! Awwer dr Bomber wurde
von äm Nachdjächer verfolchd. Hab dr nich das Emge gehörd?
– der haddn nur nich gedroffen!“
Zurück noch mal ins schwer erschütterte Pfarrhaus. Ferdi
eilte nach oben, weil da im Hausflur was zu hören gewesen
war. Er kam wieder. Seine Soldatenstimme beruhigte uns
und dämpfte das drückende Gefühl in der Magengrube: „Ein
Fenster hats aufgedrückt und dabei is ne Vase runtergefallen.
Ihr könnt hochkommen. Die Sirene ist zu hören. Entwarnung!“
Beklommen stieg ich, mit Teddybär im Arm, nach oben. Das
furchtbare Geräusch dröhnte mir immer noch in den Ohren
und ich schämte mich über mein Theater am Kellerfenster, -
überhaupt, dass ich so geschrien hatte! Das macht doch ein
richtiger Junge nicht. Dorle umarmte ihren schneidigen Soldaten,
alles tappte irgendwie benommen aus dem Keller. Die
Leipziger waren so was gewöhnt, die aus dem Ruhrgebiet
auch. Ferdi, der Soldat, sagte zu mir: „Morgen früh, wenn
alle ausgeschlafen haben, gucken wir uns die Stelle mal an.
Da kannst du mitkommen.“ Am Vormittag dann mit Ferdi
hinter in ‚de Gasse‘, zu Homauers. Auf der Bank vor‘m Haus
lagen schon Teile der Bombe, halbrunde Blechstücke. Aus einer
Vertiefung eines Stücks sickerte eine Flüssigkeit auf die
Bank, die sofort zu kokeln anfing. Ferdi als Fachmann zu mir:
„Siehst du, das ist Phosphor. Da kann ein ganzes Haus mit nur
einer Bombe abbrennen.“ Otto Homauer, der schmunzelnde
Zeitgenosse: „Nu meine Bude awwer nich. Ich hau Sand
driwwer!“ lachte er. Schaudernd sah ich den Rauch. So was
hatte uns der Lehrer im Unterricht nicht zeigen können. db
VdK Soziale Sicherheit in einer
großen Gemeinschaft
Kreisverband
Siegen-Olpe-Wittgenstein
57072 Siegen Morleystr.15-17
Tel.: 02 71 / 30 38 29-0
Fax: 02 71 / 30 38 29-18
e-mail: kv-siegen@vdk.de
www.vdk.de/kv-siegen-olpe-wittgenstein
Falls Sie mehr über den VdK wissen möchten,
wenden Sie sich an den Kreisverband oder direkt
an den für Sie zuständigen Ortsverband
1/2026 durchblick 71
Wiederkehrende Termine
montags:
14.00 Montagscafé des
DRK–Siegen Nord e.V.,
Weidenau, Schneppenkauten
1, 0271/76585
18.00 Lese- und Literaturkreis
mit Gustav Rinder,
Lebendiges Haus e.V.,
Siegen, Melanchtonstr. 61,
0271/70328-46
18.00 Singen zu Keyboardmusik
mit Yuliyan,
Stadtteilbüro FES & MGH
Kreuztal, Danziger Str. 2
02732/3790
Jeden 1. Montag
14.00-16.00 Kreuztaler
Repaircafé, Dietrich-Bonhoeffer-Hs.,
Leipziger Str. 6
0160 / 977 861 15
19.00 Trauergruppe der
Amb. Hospizhilfe, Stift. Diakoniestation
Kreuztal, Ernsdorfstr.
3, 02732/1028
Jeden 2. Montag
10-12.00 Trauercafé der
Amb. ökum. Hospizhilfe
Siegen e.V. Haus Herbstzeitlos
Siegen
15.15 Montagsgespräch
des „Bund der Vertriebenen“
Siegen, Seilereiweg
6, 0271/82838
Letzter Montag
10.00 Stadteilfrühstück,
Stadtteilbüro FES
& MGH Kreuztal, Danziger
Str. 2, 02732/3790
16.30-18.00 ADELE –
Treffpunkt für pflegende
Angehörige, Tagespf. Dreis-
Tiefenb., Bismarckstr. 8
0271/67 34 72 39
16.30 Hayatın içinden
– Selbsthilfegruppe für
pflegende Angehörige (in
türkischer Sprache), Verein
De.-Türk. Akademiker e.V.
Siegen, Hagener Str. 75
0271/67 34 72 39
dienstags:
Jeden 1. Dienstag
10.00-13.00 Sprechzeiten
Eine-Welt Arbeit im Verein
für Soziale Arbeit und Kultur
Südwestfalen e.V. Si., Sandstraße
28, 0271/38783
16.15 SHG Angehörige
von Menschen mit
Demenz, Siegerlandhalle
Siegen, Anmeldung:
0271/67 34 72 39
17.00 Treffen der SHG
für Hörgeschädigte, Ev.
Martini-Kirchengemeinde
Siegen, St. Johann Str. 7,
Brigitte Schmelzer
02737/93470
19.00 Aktiventreffen des
BUND Siegerlandzi. der
Siegerlandhalle
0271/332177
19.30 SHG Angehörige
psychisch Kranker, Diakonie
Siegen, Sieghütter Hauptweg
3
Jeden 2. Dienstag
14.30 Tanzen leicht gemacht,
Gymnastik für
Frauen, Heimatverein
Unterm Hain, Marienborner
Str. 151 Anmeldung unter:
0271/55452
19.00 SHG Tinnitus in der
Diakonie Soziale Dienste Si.,
Sieghütter Hauptweg 1-3,
0271/310841
Jeden 3. Dienstag
15.30 Smartphonecafé,
Digitale Themennachmittage.
Stadtteilbüro FES
& Mehrgenerationenhaus
Kreuztal, Danziger Straße
2, 02732/3790
Jeden letzten Dienstag
14.30-16.00 Café Auszeit
Gesprächskreis für
pflegende Angehörige, mit
der Gruppe Lebensfreude,
Otto-Reiffenrath-Haus Neunkirchen,
0271/67 34 72 39
18.00 Männertreff Ü 60
Gemeindezentrum Wolke
8 Siegen, Obenstruthstr.
8a, 02 71 / 5 12 01
mittwochs:
9-12 Uhr Seniorenberatung
der Stadt Hilchenbach,
kmd Dahlbruch,
Bernh.-Weiss-Platz 6,
02733/288-229
9.00 Ü55-Fitness, (nicht
in den Ferien) Stadtteilbüro
FES & MGH Kreuztal,
Danziger Str. 2,
02732/3790
9.00 Wandern, Nordic
Walking, ab Wanderparkplatz
Siegen, Rosterbergstraße,
Günter Dickel,
0271/3345-66
10.00 Lerncafé digital
Kulturmarkt Dahlbruch
(kmd), Raum 2, Dr. Harald
Prior, 02733-8526, Mechthild
Schäfer, 02733/691996
13.00-17.00 ALTERAktiv–
RADhaus Fahrradtreff,
Selbsthilfewerkstatt Siegen,
Friedrichstraße 27, Klaus Reifenrath,
0171/88214-20
14.00 Hilfen für zu Hause
des Diak. Freundeskreises
Siegen-Süd, Diakonie
Si.-Eiserfeld, Mühlenstr. 7
14.00-17.00 Taschengeldbörse,
MGZ, Martinigem.
Siegen, St.-Johannstraße
7, 0271/2 339 425
15.30 Geselliger Nachmittag
Lebendiges Haus
e.V Siegen, Melanchtonstr.
61, 0271/23166-79
WJeden 1. Mittwoch
10.00 Trauercafé Regenbogen
der ambul.
Hospizhilfe, Diakonistation
Kreuztal, Ernsdorfstraße 3,
02732/1028
15.00 Frauenzimmer,
Frauencafé des DRK-Siegen-Niederschelden,
Josefstraße
1, 0271/354962
15.30 Kreuztal spielt,
Stadtbibliothek Kreuztal
17.00 Smartphonecafé,
Hilfe rund um Handy Laptop
und Co., Stadtteilbüro
FES & Mehrgenerationenhaus
Kreuztal, Danziger
Straße 2, 02732/3790
Jeden 2. Mittwoch
9.30-11.30 Frühstücks-
Café im Haus der Alltagskultur,
kmd Hilchenb.-
Dahlbr. 02733/288-229
(begr. Teilnehmerzahl)
15.00 WollLust, in der
Stadtbibliothek Kreuztal
14.30-16.30 Café Zeitlos,
in der EssBar, Siegen,
Schweriner Str. 23, (nicht
in den Ferien)
17.30 Nur die Ruhe –
Entspannung für pflegende
Angehörige, Tagespflege
„Bethanien“ Siegen, Weidenauer
Str. 151,
0271/67 34 72- 39
17:30- 19:00 Uhr Mit
Herz und Verstand
- Angehörige von Menschen
mit Demenz im
Dialog, Café Regenbogen,
Ernsdorfstr. 5 in Kreuztal,
02732- 58 24 70
Jeden 3. Mittwoch
9.30 Seniorenfrühstück,
Erlöser-Kirche Si., Lessingstr.
33, 02 71 / 5 12 01
15.30 Kreuztal spielt,
iStadtbibliothek Kreuztal
16.00 Workshop Ton
fühlen und formen, Angebot
für Menschen mit
Demenz und ihre Ange-
hörigen. Netphen Untere
Industriestr. 57 (begr.
Teilnehmerzahl),
0271/ 67 34 72-39
Jeden 4. Mittwoch
14.30-16.30 Café
Zeitlos, in der EssBar,
Siegen, Schweriner Str.
23 (außer in den Ferien)
Letzter Mittwoch
14.00-17.00 Seniorencafé,
Stadtteilbüro FES & MGH
Kreuztal, Danziger Str. 2
begrenzte Teilnehmerzahl,
02732/3790
15.00 WollLust, in der
Stadtbibliothek Kreuztal
15.00-16.30 Selbsthilfegruppe
Frontotemporale
Demenz im Café Auszeit
Kreuztal, Ernsdorfstr. 5
15.00-16.30 Fit im Kopfdas
Gedächtnis in Bewegung
halten, Siegerlandzimmer
der Siegerlandhalle Siegen,
0271 / 67 34 72 39
donnerstags:
10.00-12.00 Seniorenwerkstatt,
„Interkulturelles
Seniorennetzwerke“,
Span. Gemeinde e.V., kath.
Gemeindehaus Siegen, St.-
Michaelstraße 3,
0271/42517
10-12 Uhr Diakonischer
Freundeskreis Siegen-Süd,
Hilfen für zu Hause,
Eiserfeld, Mühlenstraße 7
14.00 Handarbeitstreff,
Stadtteilbüro FES & MGH
Kreuztal, Danziger Str. 2
(Nicht in den NRW-Ferien)
Jeden 1. Donnerstag
16.15 Kochgruppe für
pflegende Angehörige und
Interessierte, Familienzentr.
kath. Kita St. Laurentius
Wilnsdorf-Rudersdorf, Auf
dem Haaren 13,
0271/67 34 72 39
19.00 Tischtennistreff
für Männer, Stadtteilbüro
FES & MGH Kreuztal, Danziger
Str. 2
Jeden 2. Donnerstag
15.00 SHG Mitten im
Leben für Menschen mit
Gedächtnisproblemen
KSG-Wohnanlage Si., Weidenauer
Str. 202,
0271/ 6734 --7239
16.00 Trauercafé Gemeindezentr.
„Mittendrin“,
Si.-Geisweid, Koomanstr. 8
0151-51547739 (ab Juli)
72 durchblick 1/2026
18.00 Gruppentreffen
Omas for Future (Opas
willkommen) Café Kaktus
Freudenberg, Im Kurpark
Jeden 3. Donnerstag
16.30 Musik:Momente
Chor für Menschen mit und
ohne Demenz, Gemeindezentrum
Seelbach, Lilienstr.
14, 0271 67347239
19.00 Tischtennistreff
für Männer, Stadtteilbüro
FES & MGH Kreuztal,
Danziger Straße 2
Jeden letzten Donnerst.
14.30 Spielnachmittag
der Seniorenservicestelle
für alle 55+, VereinBar
Neunkirchen, Kirchstr. 2,
0162 - 3105029
17.30 Kraft tanken für
die Pflege – Gesprächkreis
für pflegende Angehörige,
Tagespflege Burbach-Dresselndorf,
Westerwaldstr. 86
0271/67 34 72 39
freitags:
10.00 Lernc@fé digital,
„KlimaWelten“ Hilchenbach,
Kirchweg 17
10.00 Mitmachtänze für
Jung und Alt Mehrgenerationen
Zentrum (MGZ)
Siegen, St. Johann-Str. 7,
barbara@kerkhoff-si.de
16.00 Tanzen ab der
Lebensmitte auch ohne
Partner, TanzZentrum
Siegen-Geisweid, Birlenbacher
Hütte 16,
0271/84999
18.00 Wochenschlussandacht,
Autobahnkirche,
Wilnsdorf,
Info@Autobahnkirche-
Siegerland.de
21.00 Tango Milonga,
Café Basico Kreuztal, Hüttenstraße
30
Jeden 1. Freitag
16.00 Reparaturtreff
im Gemeindezentrum
„Mittendrin“ Siegen-Geisweid,
Koomanstr. 8
Jeden letzten Freitag:
15-18.00 Spieletreff
Stadtbibliothek, Krönchencenter
Siegen, Markt
samstags:
Jeden 3. Samstag
9.00-12.00 Repaircafé,
katholisches Gemeindehaus
Erndtebrück,
02759/21495-60
13.00 ALTERAktiv
Repair-Café, FabLab,
Siegen, Sandstraße 26,
0171/88214-20
Jeden 4. Samstag
13.00 Klimawelten
Repaircafé, Florenburg
Hilchenb., Kirchweg 17,
Ingrid Lagemann
02733/2366
sonntags:
20.00 Salsa Fiesta,
Café Basico Kreuztal,
Hüttenstraße 30
Jeden 1. Sonntag
14.00 Johannland-Museum,
ab 15 Uhr, Kaffee und
Kuchen, Netphen-Irmgarteichen,
Glockenstr. 19
15.00 Führungen im
Wodanstollen Heimatverein
Salchendorf e.V.,
Neunkirchen, Arbachstr.
28 a, 0170/ 47706-66
15.00 Trauercafé der
Ambulanten ökumenischen
Hospizhilfe Siegen
e.V., Pfarrheim Heilig
Kreuz Siegen, Im Kalten
Born, 0271/23602-67
Jeden 2. Sonntag
10.00-12.00 Tausch und
Plausch, Treffen der Briefmarkenfreunde
Netpherland,
Heimatmuseum
Netphen, Lahnstr. 47
02737/2095-27
14.30 Sonntagscafé,
Alten Linde Wilnsdorf-Niederdielfen
14.30 Stahlbergmuseum
geöffnet, Hilchenb.-Müsen,
Auf der Stollenhalde 4,
www.stahlbergmuseum.de
15.00 Sonntagscafè,
des Heimatvereins Niederschelden,
im Bürgerhaus
Si.-Niederschelden, Auf der
Burg 15, 0271/3115-79
Jeden 3. Sonntag
14.30 Kaffeeklatsch im
Heimatverein Salchendorf
e.V., Haus Henrichs
Neunkirchen-Salchendorf,
Hindenburgplatz 1
15.00 Dorfcafé für Gäste
aller Altersgruppen aus
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Bekenntnisse eines sportlichen
Spätzünders
Reden wir gar nicht lange drum
rum: mit 60 beginnt das dritte Drittel.
Da sollte/muss man abwägen,
was noch zu tun ist, was noch getan
werden kann. Wenn der eigenen Lieblingsmannschaft
der Aufstieg schon
nicht gelingt, dann muss man selber
ran. Und die Frau wünscht sich den
Aufstieg zur Zugspitze. Upps! Aber
Gott sei Dank: Die haben eine Gondel!
Aber es kommt anders als von
ihm gehofft.
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Die Gewinner werden telefonisch
benachrichtigt.
Die Tickets werden auf Ihren Namen an
der Abendkasse hinterlegt.
Die Gewinner der letzten Verlosung:
Je zwei Karten für das
Barockkonzert zur Silvesternacht
des Busch-Theaters erhielten:
Kerstin Schmidt, Siegen / H.G. Müller, Hilchenb./
Marina Rademacher, Mudersbach
Nicola Veit
Rechtsanwältin und Notarin
Rathausstraße 1
57234 Wilnsdorf
02739-1049
info@rechtsanwaeltin-veit.de
www.rechtsanwaeltin-veit.de
Tätigkeitsschwerpunkte:
Grundstücksrecht
Verkehrsrecht
Erb- und Familienrecht
Mitglied
im
AnwaltVerein
VertrauensAnwalt
Lesepaten
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Nach zwei Jahren Coronapause
möchte der Verein ALTERAktiv
Siegen-Wittgenstein e.V. eine
neue Gruppe von Lesepatinnen
und Lesepaten aufbauen.
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haben großen Bedarf.
Wenn Sie Interesse haben, einmal
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0271/31345656
Ein Projekt von
ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V. • St. Johann-Str. 8 • 57074 Siegen
Internet: https://alteraktiv-siegen.de • E-Mail: lesepaten-siegen@gmx.de
Senioren-Service-Stellen
im Kreis Siegen-Wittgenstein
Stadt Siegen
Leben im Alter 0271/404-2238
Weidenauer Str. 158-160 57076 Siegen
Termine nach Vereinbarung
k.fey@siegen.de
Stadt Siegen
Haus Herbstzeitlos 0271/404-2434
Marienborner Str. 151 57074 Siegen
montags und mittwochs 9.30-12 Uhr
v.reichmann@siegen.de
Gemeinde Neunkirchen
Bettina Großhaus-Lutz 02735/767-200
Bahnhofstr. 3 57290 Neunkirchen
b.grosshaus-lutz@neunkirchen-siegerland.de
Stadt Netphen
Stephanie Grieger 02738/603-145
Amtsstr. 6 Zi.1003 57250 Netphen
senioren@netphen.de
Stadt Hilchenbach
Patricia Vanderlinden 02733/288-229
Markt 13 57271 Hilchenbach
p.vanderlinden@hilchenbach.de
Stadt Bad Laasphe
Maike Thielmann 02752/909-159
Mühlenstr. 20 57334 Bad Laasphe
m.thielmann@bad-laasphe.de
Bad Berleburg
Silke Weller 02751/923-268
Poststr. 42 57319 Bad Berleburg
s.weller@bad-berleburg.de
Gemeinde Erndtebrück
Nadine De Simone 02753/605-126
Talstraße 27 57339 Erndtebrück
n.desimone@erndtebrueck.de
Gemeinde Burbach
Birgit Meier-Braun 02736/45-56
Eicher Weg 13 57299 Burbach
b.meier-braun@burbach-siegerland.de
Stadt Freudenberg
Tanja Hensel-Glöckner 02734/43-174
Mórer Platz 1 57258 Freudenberg
t.gloeckner@freudenberg-stadt.de
Gemeinde Wilnsdorf
Jutta Schmidt 02739/802-129
Marktplatz 1 57234 Wilnsdorf
j.schmidt@wilnsdorf.de
Seniorenberatung Kreuztal:
Diakoniestation im Haus der Diakonie, Martin-Luther-Str. 2 57223 Kreuztal
Uta Müller 02732/582470
seniorenberatung@diakoniestation-kreuztal.de
Haus Herbstzeitlos
Seniorenbegegnungszentrum der Universitätsstadt Siegen
Verwaltung:
Seniorenbeauftragter 0271 / 404-24 34
Fachberatung Senioren 0271 / 404-22 38
ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V.
Senec@fé0271 / 2 50 32 39
durchblick - siegen e.V.
Geschäftsstelle0271 / 6 16 47
Redaktion0171 / 6 20 64 13
57074 Siegen • Marienborner Straße 151
www.unser-quartier.de/haus-herbstzeitlos-siegen
Seniorenbeirat 0271 / 404-22 02
SeniorenServiceStelle 0271 / 404-24 34
Gruppen
Trauercafé 0271 / 23 602-67
Film- und Video-Club 02732 / 1 24 60
Selbstverteidigung 0160 / 8 30 18 67
Heinzelwerkstatt 0271 / 6 39 61
Englischkurse VHS 0271 / 404-30 46
montags
09.30 - 12.00 SeniorenServiceStelle der
Stadt Siegen geöffnet
10.00 – 12.00 Trauercafé,
(2. Mo. im Monat)
12.00 - 13.00 Tai Chi unter Anleitung
14.00 - 17.00 ALTERAktiv 3Druck-Projektgruppe
im Senec@fé
14.00 - 16.30 Film und Videoclub
(1.,2.,3. Mo. im Monat)
18.00 - offen Anders Altern,
(2. Mo im Monat)
18.30 – offen SHG Asthma,
(letzter Mo. im Monat)
Barrierefreier Zugang
Kostenlose Parkplätze am Haus
Bushaltestelle: Blumenstraße
Busse ab zentraler Omnibusbahnhof Siegen:
B 1-2: Linien R 12, R 13, R 17, L 109.
donnerstags
09.00 - 13.00 Redaktionsbüro des
durchblick geöffnet,
Besucher willkommen!
11.00 - 12.00 Yoga unter Anleitung und
12.15 - 13.15 Yoga auf dem Stuhl
0271 / 404-2434
(im Nebengebäude)
14.00 - 16.30 Heinzelwerker -
Büro u. Werkstattzeiten,
(3. Do. im Monat)
14.30 -16.30 durchblick Literaturcafé
(2.+ 4. Do. im Monat)
15.00 - 17.00 Singing for Fun,
(1.+ 3. Do. im Monat)
15.00– 17.00 durchblick-Schreibwerkstatt,
(4. Do. im Monat)
19.00 – offen SGH Morbus Crohn,
(1. Do. im Monat)
dienstags
09.00 - 12.00 ALTERAktiv-Senec@fé,
Computertreff
09.00 - 13.00 Redaktionsbüro des
durchblick geöffnet
14.00 – 16.00 öffentliche durchblick
Redaktionssitzung
(jeden 1.+3. Di. i.Monat
15.00 – 16.30 Heinzelwerkertreff
(3. Di. im Monat)
17.00 - 18.30 Arbeitskr. MitweltZukunft,
0271 / 404-2434
(Nur in geraden Wochen)
19.15 – 20.15 Vorwärtschor
(2. Di. im Monat)
Die Bibliothek des
„durchblick-Literaturkreis“
ist zu den Öffnungszeiten
des Haus Herbstzeitlos
zugänglich.
freitags
09.00 - 13.00 Redaktionsbüro des
durchblick geöffnet
oder nach Absprache
14.30 – 17.00 „Soziale Sträkelgruppe“,
Stricken und Häkeln
(1.+.3. Fr. im Monat)
14.30 – 17.00 durchblick Grafik- u. Mal
werkstatt, (jeden 2.und
4. Freitag im Monat)
sonntags
15.00-17.00 Sonntagscafé
Gemeinsam – nicht einsam
Bürgertreff mit dem
Seniorenbeirat Siegen
und Infos über die Arbeit
der Heinzelwerker
(jeden 1. So. im Monat)
mittwochs
09.00 - 10.30 Englisch für Senioren
VHS Kurs der Universitätsstadt
Siegen
09.00 - 12.00 ALTERAktiv-Senec@fé
Computertreff
09.00 - 13.00 Redaktionsbüro des
durchblick geöffnet
09.30 - 12.00 SeniorenServiceStelle
der Universitätsstadt
Siegen
10.30 - 12.00 Englisch für Senioren
VHS Kurs der Universitätsstadt
Siegen
14.00 - 17.00 ALTERAktiv-Senec@fé
Computertreff
15.00 - 17.00 Singkreis
16.00 - 18.00 Regenbogentreff
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Die Projektgruppe 3D-Druck im
Senec@fé von ALTERAktiv
hat ihre Arbeit aufgenommen.
Die Freude über ihren neuen
3D-Drucker ist riesig.
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hingehen, ohne
Anmeldung!
1. Sonntag
13.00 30. traditionelle Frühlingsund
Kunsthandwerker-Ausstellung,
Haus des Gastes, Bad Laasphe
(auch am 2.03. um 11 Uhr)
16.00 Jüdischer Witz reloaded: Lachen
mit Rabbinern Rothschild &
Steiman, Städtische Galerie Haus
Seel, Siegen, Kornmarkt 20
16.00 Giorgio Morandi, Öffentliche
Führung, Museum für Gegenwartskunst,
Siegen, Unteres Schloss 1
17.00 Musikalischen Zeitreise: Liebeskummer
lohnt sich nicht, mit Julia
Nikolajczyk, Thorsten Schäffer und
Udo Kempen, Kulturhaus Lÿz Siegen
17.00 Kammerkonzert mit Musikerinnen
und Musikern der Philharmonie
Südwestfalen, Konventsaal Stift Keppel,
Hilchenbach, Stift-Keppel-Weg 37
2. Montag
18.30 Wolle & mehr-Austausch,
Handarbeit, Gemütlichkeit, Dritter Ort
- Bücherei der Zukunft, Bad Berleburg,
Poststr. 42
20.00 Die Nacht der Musicals, Siegerlandhalle,
Siegen, Koblenzer Str. 151
3. Dienstag
18.00 Konzert-Einführung für das
Sinfoniekonzert Pärt, Strauss, Tschaikowsky,
Referenrin: Bettina Landgraf,
Apollo-Theater Siegen
4. Mittwoch
19.30 kreuztalkultur, Konzert: Brasilian
Songs meet Jazz, Bossa
Nova Club, Café Basico, Kreuztal,
Hüttenstr. 30
5. Donnerstag
20.00 Schwanensee - Royal Classical
Ballet, Siegerlandhalle, Siegen,
Koblenzer Str. 151
6. Freitag
17.00 Führung durchs Apollo-Theater
Siegen, Bretter mit großer
14.03. René Steinberg, in Weiße Villa Dressler Park, Kreuztal
März
Bedeutung, Apollo Theater Siegen
19.00 Candleligt-Lesung S2:
Crauss liest aus seinen beiden Bänden,
Villa Bubenzer, Freudenberg,
Villa Bubenzer Weg 7
20.00 Akustik Musik Konzert mit
Little Bonfire, Otto-Reiffenrath-
Haus, Neunkirchen, Bahnhofstr. 1
20.00 LÿzMixVarieté-Spektakel,
Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-Johann-
Straße 18
7. Samstag
10.00 Jonglage- & Diabolo Mo de
Bleu-Workshops, Kulturhaus Lÿz Siegen,
St.-Johann-Straße 18
19.00 WorldMusicNights: Tante
Friedl, Verstärker Siegen, Reichwalds
Ecke
19.30 Improtheatershow: Wer
probt, hat Angst, Bruchwerk Theater
Siegen, Siegbergstraße 1
20.00 Konzert: Elisabeth Lohninger
Band, Kulturhaus Lÿz Siegen,
St.-Johann-Str. 18
20.00 Konzert: Jördis Tielsch,
Bring mich zurück, Heimhof-Theater,
Burbach, Heimhofstr. 7 a
20.00 Boulevardkomödie von Michael
Parker, IN GEHEIMER MISSION,
Sängerheim MGV, Freudenberg, Am
Silberstern 23
20.00 Comedy:
EURE MÜT-
TER - Perlen
vor die Säue,
Siegerlandhalle,
Siegen,
Koblenzer Str.
151
8. Sonntag
15.00 Theater
Liberi präsentiert
das Musical
Dschungelbuch,
Siegerlandhalle-Siegen,
Koblenzer
Str. 151
KULTUR: live – Kultur für alle
Die AWO vermittelt Freikarten für Konzerte,
Theater, Sport und mehr an finanziell
benachteiligte Menschen in Siegen-
Wittgenstein und Olpe.
Die Tickets werden von zahlreichen
Kulturpartnern gespendet. Nach Registrierung
und Nachweis des Anspruches (z.
B. Bürgergeld, Wohngeld, Grundsicherung
oder Tafel-Leistungen) erhalten die Kulturgäste
zwei Freikarten pro Veranstaltung.
Die Vermittlung erfolgt telefonisch durch
Ehrenamtliche unter Berücksichtigung von
Interessen und Mobilität.
Sie können Kulturgast werden und sich
anmelden kulturlive@awo-siegen.de
oder 0271 / 3 38 61 42
16.00 Giorgio Morandi, Öffentliche
Führung, Museum für Gegenwartskunst,
Siegen, Unteres Schloss 1 /
auch am 22.3.
17.00 Boulevardkomödie von Michael
Parker, IN GEHEIMER MISSION,
Sängerheim MGV, Freudenberg, Am
Silberstern 23
18.00 Comedy: Maria Lampp, Mama
ohne Plan, Bürgerhaus am Markt,
Bad Berleburg, Marktplatz 1a
13.03. Alice Köfer, Kulturhaus Lÿz
Siegen, St.-Johann-Str. 18
20.00 Mitch Ryder – Songs from
the Road-Tour 2026, Kulturhaus Lÿz
Siegen, St.-Johann-Str. 18
9. Montag
17.00 Kino ohne Altersbeschränkung:
Voila, Papa! Der perfekte
Schwiegersohn, Hilchenbach,
Bernhard-Weiss-Platz 6
10. Dienstag
10.30 Wandergruppe für Menschen
ab 60+, Rund um die Eisernhardt,
Treffpunkt Wanderparkplatz
76 durchblick 1/2026
Faule Birke, Siegen-Eisern, (Anmeldung
unter Tel. 0271 / 404 - 2202)
15.30 VIELFÄLTIG - Kaffee, Geselligkeit&
Programm, Dalli Klick – Das
wird spitze!, Stadtbibliothek Kreuztal,
Marburger Str. 10
19.00 Lesung mit Sabine Heinke:
Mein Herz so Reim, Dritter Ort- Bücherei
der Zukunft, Bad Berleburg,
Poststr. 42
19.00 Filmklub Kurbelkiste: Ein Tag
ohne Frauen, Kulturhaus Lÿz Siegen,
St.-Johann-Str. 18
11. Mittwoch
19.00 Lesung mit Markus Heitz, Rippers
Daughters, Dritter Ort- Bücherei
der Zukunft, Bad Berleburg, Poststr.
42
12. Donnerstag
20.00 Jazz & Friends, Konzert der
FRITZ-BUSCH-Musikschule 2026,
Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-Johann-
Str. 18
14.03. 10.00 Uhr Ausstellungseröffnung
im KrönchenCenter Siegen
13. Freitag
9.30 Frühstückstreff im Haus
Herbstzeitlos, Gemeinsam statt
einsam, Haus Herbstzeitlos Siegen,
Marienborner Str. 151 (Anmeldung
erforderlich unter 0271/404-2202)
20.00 Kabarett:
Alice Köfer, Alles
zu meiner
Zeit, Kulturhaus
Lÿz Siegen, St.-
Johann-Str. 18
20.00 Dämmerschoppen:
Soulmates in
Music mit dem
AkustikDuo aus
Freudenberg,
KulturFlecken,
Freudenberg, Am
Silberstern 4a
20.00 Vortrag:
Reinhold Messner:
Weltberge
– Die 4. Dimension, Siegerlandhalle,
Siegen, Koblenzer Str. 151
14. Samstag
10.00 Eröffnung der durchblick Ausstellung
Tiere erzählen, von Dr.
Marlies Obier, KrönchenCenter Siegen,
Markt 25
13.30 Offene Ideen-Werkstatt,
im Siegerlandmuseum, Am Oberen
Schloss Siegen, (begr. Teilnehmerzahl)
14.30 Stadtführung: Ein Genießer
Rundgang durch das alte Handwerkerviertel,
Treff: Brunnen auf
dem Rathausplatz/Oberstadt Siegen
(begrenzte Teilnehmerzahl)
20.00 Kabarett: Wilfried Schmickler,
Herr Schmickler bitte, Kulturhaus
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18
20.00 Kabarett: Martina Brandl: Prima,
fein gemacht, Bad Laasphe,
Haus des Gastes, Wilhelmplatz
20.00 Komödie von Matthieu Delaporte,
Einszweiundzwanzig vor
dem Ende, Aula des Gymnasiums
Wilnsdorf, Hoheroth 94
20.00 kreuztalkultur: Radikale Spaßmaßnahmen
mit Rene Steinberg, Die
Welt in bisschen besser lachen,
Weiße Villa in Dressler Park, Kreuztal
20.00 Comedy: Ingrid Kühne Soloprogramm
mit Ja, aber ohne mich!,
Siegerlandhalle, Siegen
15. Sonntag
14.30 Führung im Siegerlandmuseum
Motto: Von Glanzstücken
und Geheimtipps, Siegen, Oberes
Schloss 2 (begr. Teilnehmerzahl)
16.00 Giorgio Morandi,
Öffentliche Führung,
Museum für Gegenwartskunst,
Siegen,
Unteres Schloss 1
17.00 kreuztalkultur:
xpeditionen-Special:
Dirk Rohrbach, Amerikas
Westküste - 3000
Kilometer Abenteuer
am Pazifik, Otto-Flick-
Halle, Kreuztal
19.00 Comedy: Katrin
Iskam mit Gärtnern
ohne viel Geschiss,
Siegerlandhalle, Siegen,
Koblenzer
7.03. Jördis Tielsch, im Heimhof-Theater, Burbach
Str.151
21.03. Patrick Snow, Otto -Flick-Halle Kreuztal
16. Montag
15.30 Treffen: Gemeinsam & Gesellig,
Dritter Ort- Bücherei der Zukunft,
Bad Berleburg, Poststr. 42
18. Mittwoch
9.30 LiteraTour-Cafe, Dritter Ort-
Bücherei der Zukunft, Bad Berleburg,
Poststr. 42
19.30 Komödie: Eine Sommernacht,
Eine unvergessliche Liebesgeschichte,
Apollo Theater, Siegen, Morleystraße
1 (auch am 19./20./21.03.)
19. Donnerstag
10.30 Für Strickfreunde: Wolle &
Nadel, in der Stadtbibliothek Siegen,
Krönchen Center, Markt 25
21. Samstag
18.00 Matthäus-Passion, Johann
Sebastian Bach BWV 244, Ev. Kirche
Hilchenbach, Kirchplatz 1 (auch 22.03.)
20.00 Konzert: Zucchini-Sistaz, Falsche
Wimpern - echte Musik, Heimhof-Theater,
Burbach, Heimhofstr. 7 a
20.00 kreuztalkultur: The Cat Stevens
Tribute, Patrick Snow, Otto
-Flick-Halle, Kreuztal, Moltkestr. 12
20.00 Kirsten Fuchs mit Muttermund
tut Wahrheit kund, Kulturhaus
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18
23. Montag
19.30 Konzert mit Querflöte/Gitarre
SolDuo, Zeitlos, Das neue Capitol,
Bad Berleburg, Im Herrengarten 8
24. Dienstag
18.00 Konzert-Einführung für das
Sinfoniekonzert Debussy, Bartok,
Howard, Referenten: Veronika Jefremowa,
Apollo Theater Siegen
19.00 Filmklub Kurbelkiste: Die Rosenschlacht
- Tragikomödie, Kulturhaus
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18
19.00 Lesung mit Katharina Hartwell:
Große Lieben, Dritter Ort- Bücherei
der Zukunft, Blb., Poststr. 42
26. Donnerstag
15.30 Vortrag: Berühmte Freundinnen
Colette und Natalie Barney
von Dr. Marlies Obier, Veranstalter:
vhs KrönchenCenter Siegen
1/2026 durchblick 77
Einfach
hingehen, ohne
Anmeldung!
19.00 Lesung mit Paula Steingäßer,
Und was ist mit unserer Zukunft',
Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-Johann-Str.
19.00 Vortrag von Klaus Homrighausen,
Wittgenstein historisch, Biografie
Johannes Althusius, Dritter Ort-
Bücherei der Zukunft, Bad Berleburg,
27. Freitag
19.00 Lese-Show mit Katharina
Afflerbach, Villa Bubenezer, Freudenberg,
Villa Bubenzer Weg 7
20.00 Bühnenshow mit dem Ensemble
Schërzo, Släpstick, Otto-
Flick-Halle, Kreuztal, Moltkestraße 12
28. Samstag
11.00 Ausstellung und Verkauf
auf dem Birkenhof, Unperfekt Keramik,
Birkenhof , Wilgersdorf /Rudersdorf
(auch am 29.03.)
20.00 Konzert: Musik mit den Brothers
in Arms, Kulturhaus Lÿz Siegen
20.00 LOL > Das Comedy Start-up,
Gebrüder-Busch-Theater, Hi.-Dahlbruch,
Bernhard-Weiss-Platz
März
28.03. Brothers in Arms, im Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-Johann-Straße 18
29. Sonntag
10.30 Informationsvortrag: Ein
neuer Weg zur Gesundheit von
Körper und Seele, Referentin: Heilpraktikerin
Isolde Tamme-Schmitz,
Bismarckhalle Siegen-Weidenau
17.30 Winterkonzert III: Neux Quartett:
Goldberg Variationen, Siegerlandmuseum,
Siegen
17.00 Krimidinner Siegen: Sherlock
Holmes und der vergiftete
Rievkooche, Früh bis spät Siegen,
Fürst-Johann-Moritz-Straße 3
19.00 Comedy: Chris Tall – Keep
Laughing, Siegerlandhalle, Siegen,
Koblenzer Str. 151
31. Dienstag
18.30 Bücherkompass: Austausch
von aktuellen Leseprojekten, Dritter
Ort- Bücherei der Zukunft, Bad Berleburg,
Poststr. 42
April
9. Donnerstag
19.30 Insektenkrimi-Komödie von
Paul Shipton, Die Wanze, Bruchwerk
Theater Siegen, Siegbergstr.1
10. Freitag
19.00 Krimidinner Siegen, Prêt-àmorter
- Der letzte Schrei, Zollposten
Hilchenbach/Grund, Am Zollposten
2
11. Samstag
10.00 Jonglage- & Diabolo-Workshops,
mit Mo de Bleu, Kulturhaus
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18
12. Sonntag
16.00 Konzert: Die Magische Musik
von Harry Potter, Siegerlandhalle
Siegen, Koblenzer Str. 151
18.00 Ein musikalisch-literarischer
Abend: Karneval des Glücks,
Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch,
im neuen kdm, Bernhard-
Weiss-Platz 6-8
19.00 Comedy: Dave Davis mit Konfetti
für alle!, Heimhof-Theater, Burbach,
Heimhofstr. 7 a
20.00 Konzert: The Music of Hans
Zimmer & Others, Siegerlandhalle
Siegen, Koblenzer Str. 151
13. Montag
17.00 Kino ohne Altersbeschränkung:
Ein fast perfekter Antrag,
Hilchenbach, Bernhard-Weiss-Platz 6
20.00 Konzert: Der Hobbit & Die
Ringe der Macht, Siegerlandhalle,
Siegen, Koblenzer Str. 151
14. Dienstag
14.30 Seniorenveranstaltung, Gymnastik
aktiv 60+ auch im Sitzen
ist Gymnastik effektiv, Haus
Herbstzeitlos, Siegen, Marienborner
Str. 151 (begr. Teilnehmerzahl, Anmeldung
unter 0271/404-2202)
15.30 VIELFÄLTIG - Kaffee, Geselligkeit&
Programm, Vortrag: Vögel
im Buchenwald mit Dr. Hartmut
Müller, Stadtbibliothek Kreuztal,
Marburger Str. 10
19.00 Theater & Talk, Der Diener
zweier Herren, Apollo-Theater Siegen
17.4. Stefan Danziger, Weiße Villa Dreslers Park, Kreuztal
78 durchblick 1/2026
15. Mittwoch
9.30 LiteraTour-Cafe, Dritter Ort-
Bücherei der Zukunft, Bad Berleburg,
Poststr. 42
16. Donnerstag
10.30 Für Strickfreunde: Wolle &
Nadel, in der Stadtbibliothek Siegen,
Krönchen Center, Markt 25
15.30 Vortrag: Berühmte Freundinnen
Erika Mann und Therese
Giehse, von Dr. Marlies Obier, Veranstalter:
vhs KrönchenCenter Siegen
19.00 Lesung mit Nikolaus Münster:
Das lange Schweigen - zwischen
Widerstand und Lebenshunger, Kirche
Hilchenbach, Kirchplatz 3
19.00 Vortrag von Dr. Jahannes
Burkardt, Biographie - Christoph
Tuchfeld, Dritter Ort- Bücherei der
Zukunft, Bad Berleburg, Poststr. 42
12.4. Dave Davis, im Heimhof-Theater,
Burbach-Würgendorf
17. Freitag
20.00 Siegener Poetry Slam, Südwestfalen
Special, Kulturhaus Lÿz
Siegen, St.-Johann-Str. 18
20.00 Komödie: Onsorg Theater,
Zeit ist Geld- Jetzt oder nie, Gebrüder-Busch-Theater,
Hi.-Dahlbruch,
Bernhard-Weiss-Platz 6-8
20.00 Konzert: Songs of Love &
Hate live, Die besten Cohen-Songs,
Kulturkapelle, Langenaubach Haiger,
Kirchgasse 4
20.00 kreuztalkultur, Comedy: Stefan
Danziger, Was machen Sie eigentlich
tagsüber?, Weiße Villa in
Dreslers Park, Kreuztal
18. Samstag
18.00 Shanty- Konzert: Melodie der
Meere, Weisstalhalle, Siegen, Kaan-
Marienborn, Blumertsfeld 2
19.30 Jazzkonzert mit Quintett
West, Alte Linde Wilnsdorf-Niederdielfen
20.00 Tribute Band: The Golden
Years of Deep Purple, Kulturhaus
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18
12.4. Karneval des Glücks, im Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch
20. Montag
15.30 Treffen: Gemeinsam & Gesellig,
Dritter Ort- Bücherei der Zukunft,
Bad Berleburg, Poststr. 42
19:00 WorldMusicNights: Nisbet
Sedrayeva Ensemble, (Aserbaidschan),
Lesecafé
Siegen, Krönchen-
Center Markt
21. Dienstag
18.00 Konzert-
Einführung, für das
Sinfoniekonzert
Tschaikowsky, Referent:
Hans Andre
Stamm, Apollo-Theater
Siegen
19.00 Filmklub
Kurbelkiste: Die
Farben der Zeit -
Drama, Frankreich
2025, Kulturhaus
Lÿz Siegen
Zuhause bei der WGh
18.4. The Golden Years of Deep Purple, Kulturhaus Lÿz
Siegen, St.-Johann-Straße 18
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Telefon 0271 48951-0 · Fax 0271 48951-51
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22. Mittwoch
19.30 kreuztalkultur: Kabarett, HG.
Butzko, Der Will nicht nur spielen,
Cafe Basico, Kreuztal, Hüttenstr. 30
23. Donnerstag
15.30 Vortrag: Tiere in den Märchensammlungen
der Gebrüder
Grimm, von Dr. Marlies Obier, KrönchenCenter
Siegen, Markt
Veranstalter: durchblick-Literatur
und Kunstausstellungen
16.30 Saatgutbörse: sammeln,
tauschen, neues Saatgut entdecken,
Dritter Ort-Bücherei der Zukunft, Bad
Berleburg, Poststr. 42
20.00 Comedy: Bernd Stelter, Reg
dich nicht auf. Gibt nur Falten,
Gebrüder-Busch-Theater, Hi.-Dahlbruch,
Bernhard-Weiss-Platz 6-8
24. Freitag
19.00 Jutta Wilbertz: kurzkrimi &
mörderische Songs-Kurz & Tot, KulturFlecken,
Freudenberg, Am Silberstern
4a
19.00 Balett: Cinderella - Classico
Ballet Napoli, Siegerlandhalle Siegen,
Koblenzer Str. 151
20.00 kreuztalkultur: Musik-Kabarett,
Ab in den TOURLAUB!, Eiche-
April
ner Hamer Kreuztal, Am Parkplatz
2
20.00 Musik: Purple Schulz
wird siebzig, na und? Ich
hab nicht ewig Zeit, Heimhof-Theater,
Burbach-Würgendorf,
Heimhofstr. 7 a
20.00 Musik-Comedy: Ab in
den Tourlaub mit den Reis
against the Spülmachine, Eichener
Hamer Kreuztal, Am
Parkplatz 2
25. Samstag
20.00 Theater: Deutsche
Erstaufführung und exklusive
Deutschland-Tour von Dracula
– A Comedy of Terrors,
Siegerlandhalle Siegen
26. Sonntag
17.30 Winterkonzert IV:
Une Soirée francaise, Siegerlandmuseum,
Siegen, Oberes
Schloss 2
18.00 Konzert mit den A-cappella-
FormationAnders, Bürgerhaus am
Markt, Bad Berleburg, Marktplatz 1
24.4. Purple Schulz, im Heimhof-Theater
Burbach, Heimhofstr. 7 a
28. Dienstag
14.30 Seniorenveranstaltung, Führung
durch das Krematorium,
Siegen, Treffpunkt: Siegen-Lindenberg,
Frankfurter Str. 201, (Begrenzte
Teilnehmerzahl 0271/404-2202)
18.30 Audio-Kino-Lesung: Blind
Date mit einem Buch, Dritter Ort-
Bücherei der Zukunft, Bad Berleburg,
Poststr. 42
Mai
2. Samstag
19.00 Kabarett: Bernd Gieseking,
Seepferdchen mit 60! Oder: Ein
Mann will hoch hinaus, Heimhof-
Theater, Burbach
3. Sonntag
15.00 Eröffnung der Ausstellung:
unter dem Schatten
der Bäume, von Dr. Marlies
Obier, Veranstalter: Waldlandhaus
Forsthaus Hohenroth
16.00 Vogelstimmen-Spaziergang
rund um den Birkenhof Wilnsdorf-Wilgersdorf/Rudersdorf,
mit Markus Isin
17.00 Konzert: Kammerkonzert
mit Musikerinnen und Musikern der
Philharmonie Südwestfalen, Ungewöhnlich.
Unterhaltsam. Unvergesslich,
Turmzimmer der Ginsburg, Hilchenbach-Grund,
Schlossberg 1
4. Montag
18.30 Vortrag Wittgenstein historisch:
Radikaler Pietismus, Alchemie
& Freidenkerei, Dritter Ort-
Bücherei der Zukunft, Bad Berleburg
5. Dienstag
10.30 Wandergruppe für Menschen
ab 60+, Wanderung zur
16.05. Wildes Holz und Spark, Gebrüder-Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch
Schränke und Pfannenberg., Treffpunkt
Wanderparkplatz Schränke,
Siegen-Eiserfeld, (begrenzte Teilnehmerzahl
0271 / 404 - 2202)
17.00 Führung durchs Apollo-
Theater Siegen, Bretter mit großer
Bedeutung, Apollo Theater Siegen
7. Donnerstag
19.00 Studio für Neue Musik der
Uni Siegen in Zusammenarbeit mit
der Kantorei Siegen, Nikolaikirche
9. Samstag
9.45 Kräuterwanderung rund um
den Birkenhof Wilnsdorf, Wilgersdorf
/ Rudersdorf (auch um 14.15)
13.30 Offene Ideen-Werkstatt,
Stamp-Art (Workshop) im Siegerlandmuseum,
Oberes Schloß Siegen,
Burgstraße (begr. Teilnehmerzahl)
19.00 Konzert: Hörgerät, ... rocken
ohne Strom (unplugged) XI, Heimhof-Theater
Burbach, Heimhofstr. 7a
20.00 Kabarett: Jürgen B. Hausmann
mit 25 Jahre - Dat is e Ding!,
Siegerlandhalle Siegen
10. Sonntag
11.00 Kunst im Park der Villa Bubenzer,
Besichtigung der Villa möglich,
Freudenberg, Villa-Bubenzer-Weg 7
80 durchblick 1/2026
11. Montag
18.30 Wolle & mehr – Austausch,
Handarbeit, Gemütlichkeit,
Dritter Ort - Bücherei,
Bad Berlbeg, Poststr. 42
12. Dienstag
15.30 VIELFÄLTIG - Kaffee,
Geselligkeit & Programm,
Stuhlgymnastik mit Suse
Schick, Stadtbibliothek
Kreuztal, Marburger Str 10
13. Mittwoch
13.00 Flechtwerke aus
Weide, wir fertigen Windlichter,
Birkenhof in Wilnsdorf
16. Samstag
20.00 Konzert: Wildes Holz
und Spark - die klassische
Band, Mächtig Zunder, Gebrüder-
Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch
18. Montag
15.30 Treffen: Gemeinsam & Gesellig,
Dritter Ort- Bücherei der Zukunft,
Bad Berleburg, Poststr. 42
20. Mittwoch
9.30 LiteraTour-Cafe, Dritter Ort-
Bücherei der Zukunft, Bad Berleburg,
Poststr. 42
19. Dienstag
14.30 Siegener Seniorenveranstaltung,
Wie einst im Mai, im
Leonhard-Gläser-Saal der Siegerlandhalle
Siegen, Koblenzer Str.151
21. Donnerstag
10.30 Für Strickfreunde: Wolle &
Nadel, Stadtbibliothek Siegen, Krönchen
Center, Markt 25
22. Freitag
13.00 Flechtwerke aus Weide und
Windlichter fertigen, Birkenhof
Wilnsdorf, Wilgersdor/Rudersdorf
16.00 Trauercafé Gemeindezentr.
Mittendrin, Si.-Geisweid, Koomanstr. 8
21.30 KulturPur34, Enno – Haifischbecken,
Zelttheater auf dem Giller,
bei Hilchenbach-Lützel (Stehplätze)
23. Samstag
21.30 KulturPur34, Konzert mit der
Metal Queen Doro Pesch, Zelttheater
auf dem Giller bei Hilchenb.(Stehplätze)
KulturPur34 vom 21. Mai bis 25. Mai
auf dem Giller bei Hilchenbach-Lützel
24. Sonntag
19.30 Krimiparodie: Die Wanze
Muldoon ist ein Käfer und Privatdetektiv,
Bruchwerk Theater Siegen,
Siegbergstraße 1
21.30 KulturPur34, Konzert mit
der deutschen Pop-/Rockband Rainbirds,
Zelttheater auf dem Giller, bei
Hilchenbach-Lützel (Stehplätze)
25. Montag
19.00 KulturPur34, Konzert mit
Fury in the Slaughternhouse, Fury
Live Twenty Six, Zelttheater auf
dem Giller, bei Hilchenbach-Lützel
26. Dienstag
18.00 Konzert-Einführung, für das
Sinfoniekonzert Clyne, Chatschaturjan,
Referentin: Katrin Mainz,
Apollo Theater Siegen
18.30 Bücherkompass: Austausch
von aktuellen Leseprojekte, Dritter
Ort - Bücherei der Zukunft, Bad
Berleburg, Poststr. 42
27. Mittwoch
19.30 Studio für Neue Musik der
Uni Siegen, Apollo-Theater Siegen
31. Sonntag
16.00 Kinderkonzert mit Quarteto
Neuz, Alte Linde, Wi.-Niederdielfen
Die Gruppenreisen der AWO richten
sich an Menschen im Seniorenalter
und bieten ein- bis zweiwöchige Fahrten
ans Meer oder in bekannte Kurorte.
Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten,
Neues zu erleben und Gemeinschaft
zu genießen. Begleitet werden
die Reisen von engagierten, ehrenamtlichen
Reisebegleiter:innen, die
mit Herz, Erfahrung und Freude für
einen reibungslosen Ablauf sorgen
und stets ein offenes Ohr für die
Reisegäste haben.
Der Reiseflyer 2026 kann angefordert
werden unter 0271 / 3386167,
oder reisen@awo-siegen.de
Leserbriefe
db 4/2025 - Sprache. Die Biographie
der Grimm-Brüder ist das vielleicht
beste, das ich je im durchblick gelesen
habe. Ein herzliches Dankeschön an
Frau Marlies Obier für diesen informativen
und überaus lesenswerten Text.
Alfred Brombach, Neunkirchen
db 4/2025 - Jubiläum verschoben.
Ich möchte Sie, liebe Leserinnen
und Leser des durchblick in der Hoffnung
ansprechen, dass Sie mir helfen
können bei der Suche nach Informationen
und Bildern zu der Vorgeschichte
meines Oldtimers, einem grünen DKW
3=6, Baujahr 1954, der im Siegerland
gelaufen ist.
In dem originalen KFZ-Brief, stehen
zwei Vorbesitzer: von 1955 bis 1958 der
Arzt Dr. med. Oswald Hoyer, Bismarckstraße
in Kreuztal. Zulassung zuerst
BR 49-4434, dann SI-AX 938 und von
1958 bis 1978 der Maschinenschlosser
Karl Duly aus Dreis-Tiefenbach, Torstr.
8, mit gleicher Zulassung (SI-AX 93).
Dieser DKW wurde im Juli 1954 in
Düsseldorf gebaut, dann scheinbar als
Vorführfahrzeug oder Ähnliches beim
MAN- und DKW-Händler E. Bernshausen
in Ferndorf genutzt. Am 25.02.1955
wurde er an Dr. Hoyer verkauft. Laut
Kundendienst-Scheckheft war der DKW
zu dem Zeitpunkt bereits über 1.500 km
gelaufen. Über Hinweise würde ich mich
freuen. Frank Jung 0178-1956031
Reisen mit Herz – Urlaub in bester Gemeinschaft
1/2026 durchblick 81
Unterhaltung / Impressum
Es fiel uns auf, …
…dass das kleinste Dorf Deutschlands in der Eifel liegt.
Hier kennt wirklich jeder jeden! Ist aber auch nicht so schwer
bei elf Einwohnern. Gerade mal drei Frauen und acht Männer
leben in Dierfeld, einem Minidorf mitten in der Vulkaneifel in
Rheinland-Pfalz. Einen Bürgermeister gibt es aber trotzdem.
… dass der kälteste Ort der Welt am Südpol liegt.
Minus 82,8 Grad wurden 1982 an der Forschungsstation
„Amundsen-Scott-Südpol“ (nur wenige hundert Meter vom
geografischen Südpol entfernt) gemessen. Der eisigste Ort
der Welt, da ist es wahrscheinlich selbst den Pinguinen zu
kalt, obwohl die ja an Frost gewöhnt sind.
… dass manche Körperteile ein Leben lang wachsen.
Wenn wir altern, werden Muskeln und Gewebe schwächer. Das
führt dazu, dass Ohren, Nase und Füße größer werden. Laut
Studien „wächst“ wächst die Nase zwischen dem 30. Und 97.
Lebensjahr um ca. 0,8 cm und die Ohren um 1 cm. Die Füße
werden je nach Belastung oft breiter.
… dass ein Brocken Mars sehr teuer versteigert wurde.
Im New Yorker Auktionshaus Sotheby`s gab es eine der sicherlich
verrücktesten Versteigerungen, die das Haus je durchgeführt
hat. Was aussieht wie ein gewöhnlicher Steinklumpen, ist
ein ganz schön teurer Brocken vom Planeten Mars. Über fünf
Millionen Dollar war einem anonymen Käufer ein 25 Kilo schwerer
Meteorit wert, der rund 225 Millionen Kilometer vom Mars
zurücklegte, bevor er in der Sahara aufschlug. homa
Zu guter Letzt,
Gedächtnistraining –
Lösungen von Seite 52 / 53
Monatsquiz: 1/a Janus, 2/c Valentinstag,
3/b kürzeste, 4/b Mörike, 5/c Veronika.
Wer oder was bin ich: A - Wuppertaler
Schwebebahn, B - Eifelturm in Paris, C
- Der Minirock. Wortfindung / Zucker:
z. B. Blutzucker, Rohrzucker, Fruchtzucker,
Kristallzucker, Traubenzucker.
- / Salz: z. B. Badesalz, Speisesalz,
Meersalz, Streusalz, Zinksalz. - / Mehl:
z. B. Maismehl, Sojamehl, Roggenmehl,
Kartoffelmehl, Steinmehl. Suchbild:
Siegerlandflughafen, Seite 64.
Blütengrund
Warum blühn im Mai die Bäume,
farbenfroh, als ob man träume ?
Weil vorm großen Farberwachen
wochenlang sie gar nichts machen,
weil sie nicht durch Drehn und Wenden
sinnlos Energie verschwenden
und sich, statt sich wild zu regen,
einfach nicht vom Fleck bewegen,
weil sie wurzeln statt zu rennen,
sich und ihren Standort kennen
und in allen Lebenslagen
grade in den Himmel ragen.
von Jörn Heller
durch
blick
Gemeinnützige Seniorenzeitschrift
der Universitätsstadt Siegen,
für Siegen und Siegen-Wittgenstein
Herausgeber:
durchblick-siegen Information und Medien e.V.
Anschrift Verwaltung und Redaktion:
„Haus Herbstzeitlos“, Marienborner Str. 151, 57074 Siegen
Telefon 0271 / 6 16 47, Mobil: 0171 / 6 20 64 13
E-Mail Redaktion: redaktion@durchblick-siegen.de
E-Mail Verwaltung: info@durchblick-siegen.de
Internet: www.durchblick-siegen.de
Öffnungszeiten:
dienstags bis freitags von 9.00 bis 13.00 Uhr
1. und 3. Dienstag im Monat auch von 14.00 bis 16.00 Uhr
Terminvereinbarung darüber hinaus auch auf Anfrage.
Redaktion:
Anne Alhäuser, Ulla D'Amico, Ingrid Drabe (Veranstaltungen),
Gudrun Fokken, Ernst Göckus, Eva-Maria Herrmann, Erna Homolla,
Erich Kerkhoff, Sigrid Kobsch, Horst Mahle, Werner Müller-
Späth, Dr. Marlies Obier, Tessie Reeh, Nicole Scherzberg, Tilla-Ute
Schöllchen (Redaktionsleiterin, ViSdP), Ulla Schreiber, Angelika van
Vegten (Kurz Berichtet), Erika Weiss (Seniorenbeirat).
Bildredaktion:
Thomas Benauer, Alexandra Benauer, Bernd Büdenbender,
Franco Ergoi, Tessie Reeh, Nicole Scherzberg, Klaus Treude.
Bildnachweise: Sofern am Objekt nicht angegeben, stammen die
veröffentlichten Bilder von den Autoren, bzw. den Veranstaltern.
Lektorat:
Anne Eickhoff, Gertrud Hein-Eickhoff, Horst Mahle, Dieter Moll.
Internet:
Thomas Benauer, Thomas Greiner, Nicole Scherzberg.
An dieser Ausgabe haben ferner mitgewirkt:
Heinz Bensberg, Adele von Bünau, Sonja Dörr, Dr. Jochen Fend,
Rolf Golze, Jörn Heller, Christel Latsch, Wilfried Lerchstein, Mathias
Mehnert, Friedrich Ochsmann, Bernadette von Plettenberg, Volker
Reichmann, Heinz Stötzel, Dr. Johannes Utsch, Prof. Dr. Rüdiger Voigt.
Gestaltung und Herstellung:
Thomas Benauer, Friedhelm Eickhoff, Nicole Scherzberg,
Angelika van Vegten.
Anzeigenanfrage:
durchblick-siegen e.V. Telefon 0171 / 6 20 64 13 oder 0271 / 6 16 47
E-Mail: anzeigen@durchblick-siegen.de Es gilt die Preisliste 13/2021
(www.durchblick-siegen.de/Mediadaten)
Druck: Strube Druck, klimaneutral gedruckt
Erscheinungsweise:
März, Juni, September, Dezember
Verteilung:
Hans Amely, Gerd Bombien, Elke Diehl, Nadine Gerhard, Erika
Graff, Maximilian Großhaus-Lutz, Anita Jurczewski, Annika Kettner,
Wolfgang von Keutz, Angelika Klingspor, Geli Kreutter, Olaf Kurz,
Jan-Sören Lagemann, Oliver Mahle, Marion Ortmann, Wolfgang
Paesler, Karin Piorkowski, Birgit Rabanus, Christel Schmidt-Ufer,
Hans-Rüdiger Schmidt und alle Redakteure
Der durchblick liegt im gesamten Kreisgebiet kostenlos aus: in
Sparkassen, Apotheken, Arztpraxen, Buchhandlungen und Geschäften
des täglichen Bedarfs, in der City-Galerie Siegen, Läden
des Siegerlandzentrums Weidenau, bei unseren Anzeigenkunden,
in öffentlichen Gebäuden, vielen sozialen Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände
und Kirchen, in allen Rathäusern und Senioren-
Service-Stellen des Kreises Siegen-Wittgenstein.
Der durchblick ist kostenlos. Für die Postzustellung werden für vier
Ausgaben jährlich 10,00 € ins Inland bzw. 16,00 € ins Ausland
berechnet.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der
Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Beiträge und
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Gefördert durch
die Universitätsstadt Siegen
und den Kreis
Siegen-Wittgenstein
82 durchblick 1/2026
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HENRI ist ein Ort für Begegnung, Ideen und gemeinsames
Ausprobieren. Entstanden mit viel Rückenwind,
kreativer Energie und der Vision, Raum zu schaffen für
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Du kannst stöbern, ankommen, mitdenken, mitgestalten
– oder einfach eine Pause machen. Ohne Konsumzwang.
Mit Kaffee oder Tee, wenn du ihn brauchst.
HENRI ist ein Projekt des DRK-Kreisverbands Siegen-Wittgenstein
und ein Experiment: Was braucht
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