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Femina Sapiens im Alltag (Leseprobe)

Marta Yustos / Diego Rodriguez Robredo Femina Sapiens im Alltag – Frauen und Mädchen in der Urgeschichte 48 Seiten, Hardcover, Euro (D) 20 | Euro (A) 20.70 | CHF 28 ISBN 978-3-03876-364-2 (Midas Kinderbuch) Nach dem außergewöhnlichen Erfolg ihres ersten Buches »Femina Sapiens«, in dem die Evolutionsgeschichte des Menschen anhand der paläontologischen Funde von Frauen und Mädchen erzählten, stellt das Autorenteam Marta Yustos und Diego Rodríguez Robredo nun mit »Prehistoric Girls« Geschichten von Frauen und Mädchen aus der Urzeit vor. In diesem spannenden und sorgfältig recherchierten Buch werden anhand historischer Belege die Lebensumstände und die Erfahrungen realer Frauen und Mädchen beleuchtet.

Marta Yustos / Diego Rodriguez Robredo
Femina Sapiens im Alltag – Frauen und Mädchen in der Urgeschichte
48 Seiten, Hardcover, Euro (D) 20 | Euro (A) 20.70 | CHF 28
ISBN 978-3-03876-364-2 (Midas Kinderbuch)

Nach dem außergewöhnlichen Erfolg ihres ersten Buches »Femina Sapiens«, in dem die Evolutionsgeschichte des Menschen anhand der paläontologischen Funde von Frauen und Mädchen erzählten, stellt das Autorenteam Marta Yustos und Diego Rodríguez Robredo nun mit »Prehistoric Girls« Geschichten von Frauen und Mädchen aus der Urzeit vor. In diesem spannenden und sorgfältig recherchierten Buch werden anhand historischer Belege die Lebensumstände und die Erfahrungen realer Frauen und Mädchen beleuchtet.

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Marta Yustos · Diego Rodríguez-Robredo

FEMINA

SAPIENS

im alltag

Frauen und Mädchen

in der Urgeschichte

MIDAS




»Wenn wir heute weiter sehen können, dann deshalb, weil wir auf den Schultern von Gigantinnen stehen.«

Zitat inspiriert von Isaac Newton. Er sprach von Giganten, wir fügen die Gigantinnen hinzu, denn ohne sie wäre die Geschichte unvollständig.

Gewidmet all jenen, die mich inspirieren und mir beibringen, jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Ganz besonders meinem

Clan – Mama, Papa, Tata: Dieses Buch ist für euch, weil ihr der Zufluchtsort seid, an den ich immer zurückkehren möchte.

MARTA

Meiner Mutter und meinem Vater, die mich bei meinen Verrücktheiten und Obsessionen unterstützt haben. Und allen

zukünftigen Generationen, die den enormen Nutzen des scheinbar Nutzlosen vollkommen verstehen werden..

DIEGO

1. Auflage

ISBN 978-3-03876-364-2

© 2026 Midas Verlag AG

Übersetzung:

Claudia Koch, Ilmenau

Lektorat/Korrektorat:

Petra Heubach-Erdmann, Düsseldorf

Fachlektorat:

Linus Koch, Ilmenau

Satz:

Ulrich Borstelmann, Dortmund

Projektleitung:

Gregory C. Zäch, Zürich

Illustrationen:

© 2026 Diego Rodriguez Robredo

Originaltexte:

© 2026 Marta Yustos

Spanische Originalausgabe: »CHICAS PREHISTÓRICAS«

© 2026 Mosquito Books, Barcelona

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie unter www.dnb.de.

Alle Rechte für die deutschsprachige Ausgabe vorbehalten.

Die Verwendung der Texte und Bilder ist ohne schriftliche

Zustimmung des Verlages urheberrechtswidrig und strafbar.

Midas Verlag AG, Dunantstrasse 3, CH 8044 Zürich

Webseite: www.midas.ch, E-Mail: kontakt@midas.ch

Midas Büro Berlin, Mommsenstraße 43, D 10629 Berlin

E-Mail: berlin@midasverlag.com (GPSR)


Marta Yustos · Diego Rodríguez Robredo

FEMINA SAPIENs im alltag

Frauen und Mädchen

in der Urgeschichte

Wahre und erzählenswerte Geschichten

aus der Vergangenheit

MIDAS


EINFÜHRUNG

Lange Zeit wurde die Geschichte unserer Ursprünge aus einer unvollständigen

Perspektive erzählt. Jäger, Krieger und Herrscher schienen

die einzigen Protagonisten dieser prähistorischen Gesellschaften zu

sein, während Frauen, Kinder und ältere Menschen in den Hintergrund

gedrängt wurden. Glücklicherweise entwickeln sich Wissenschaft und kritisches

Denken weiter und mit ihnen auch unsere Sichtweise auf die Vergangenheit.

Heute wissen wir, dass das Leben in der Vorgeschichte viel

komplexer, kooperativer und solidarischer war als bisher angenommen.

Dieses Buch soll zeigen, was lange Zeit verborgen blieb: die wichtige Rolle

der Frauen für das Überleben, die Entwicklung und die Organisation ihrer

Gemeinschaften. Von der Kindererziehung und Bildung bis hin zur Jagd, zum

Sammeln, zur Kunst, zur Führungsrolle oder zur Weitergabe von Wissen waren

sie ebenso unverzichtbar wie die Männer. Das Gleiche gilt für die Jüngsten

und die Ältesten, deren Rolle ebenfalls zu Unrecht verschwiegen wurde.

Wir möchten außerdem all jene unsichtbaren und oft unterschätzten Aufgaben

würdigen, wie die Pflege von Kranken, die Kindererziehung oder die

Verwaltung von Ressourcen. Denn der Schlüssel zu unserem Erfolg als Menschen

liegt in der Zusammenarbeit, darin, dass wir uns gegenseitig helfen

und die Aufgaben des täglichen Lebens untereinander aufteilen.

Alle Aufgaben, ob groß oder klein, sichtbar oder unsichtbar, waren notwendige

Teile dieses gemeinsamen Räderwerks. Deshalb wollen wir in diesem

Buch alle Bereiche zeigen, die das Leben in der Vergangenheit geprägt haben.

In diesem Buch findest du prähistorische Biografien, die Stereotypen hinterfragen

und auf den neuesten archäologischen Funden basieren: mächtige

Frauen, Anführerinnen, Mütter, spirituelle Führerinnen, Heilerinnen, Jägerinnen,

Künstlerinnen ... Kurz, unbekannte Schicksale, denen wir durch die bis

heute erhaltenen Überreste näherkommen. Neue wissenschaftliche Techniken

haben gezeigt, dass viele Skelette, die früher großen Kriegern oder männlichen

Häuptlingen zugeschrieben wurden, in Wirklichkeit von Frauen sind und

beweisen, dass auch sie den Lauf der Menschheitsgeschichte geprägt haben.

Mit diesem Buch laden wir dich ein, die Vorgeschichte

mit anderen Augen zu betrachten:

neugieriger, ehrlicher und respektvoller

gegenüber denen, die vor sehr, sehr langer

Zeit gelebt haben. Denn nur wenn wir die Vergangenheit

in ihrer ganzen Vielfalt verstehen,

können wir uns eine gerechtere und solidarischere

Zukunft vorstellen.

Hast du Lust auf eine Entdeckungsreise?


IN DIESEM BUCH ...

LEBEN SPENDEN

WAS SPIELEN WIR HEUTE?

WAS GIBT’S

ZU ESSEN?

UNTERRICHT

AM FEUER

AN ANDERE

DENKEN

WENN ES

KOMPLIZIERT WIRD

IN EINEM

ANDEREN

LEBEN

EINE ZUKUNFT

AUFBAUEN

WEGGEFÄHRTEN

IM WASSER

AN DIE ARBEIT!

KLEIDUNG

ZUM LEBEN

DIE GANZ WELT

ENTDECKEN

ECHO

DER VERGANGHEIT

PRÄHISTORISCHE

SCHÖNHEIT

UNRUHIGE

ZEITEN

BIOGRAFIEN

AUS DER URZEIT

EIN MAGISCHES

UNIVERSUM

FRAUEN

AN DIE MACHT


LEBEN SPENDEN

In der Urzeit war die Geburt eines Kindes immer eine gute Nachricht, da sie den

Fortbestand der Gruppe sicherte. Die ersten Lebensjahre waren für das Überleben

der Kleinsten entscheidend, und Mütter spielten zusammen mit anderen Frauen der

Gemeinschaft eine wesentliche Rolle bei ihrer Pflege und Erziehung.

DELIA

Ohne Ärzte und Krankenhäuser waren Mütter bei der Geburt auf die Hilfe der Gemeinschaft

und ihre eigene Kraft angewiesen. Dennoch verliefen nicht alle Geburten glücklich, wie

einige Grabstätten von Frauen und Babys zeigen, die an Fundstätten auf der ganzen Welt

entdeckt wurden. Eine der ältesten Fundstätten liegt in Ostuni (Italien), wo vor 28.000 Jahren

eine schwangere junge Frau in Fötusstellung mit der Hand auf dem Bauch begraben wurde.

Die Forscher gaben ihr den Spitznamen Delia. Sie war 20 Jahre alt, 1,70 Meter groß und im

achten Monat schwanger, als sie an einer schweren Infektion starb. Sie wurde mit einem

Kopfschmuck aus über 600 mit Ocker bestäubten Muscheln, Hirschzähnen, Halsketten,

Werkzeugen und Tierknochen beigesetzt, die ihren Leichnam begleiteten – ein Beweis dafür,

dass ihre Bestattung Teil eines besonderen Rituals ihrer Gemeinschaft war.

Schutz-Amulette

Einige Figuren aus der Altsteinzeit stellen schwangere Frauen dar. Möglicherweise

wurden sie als Amulette zum Schutz während der Schwangerschaft und Geburt

verwendet (Kostjonki, heutiges Russland. Jungsteinzeit, vor 24.000 Jahren).

Wichtige Milch

Auch in der Vorgeschichte

wurden Babyflaschen

verwendet! Sie waren

sicherlich sehr nützlich, um das

Abstillen zu erleichtern, und

enthielten manchmal nicht

nur Muttermilch, sondern

auch Tiermilch. Diese

kleinen, über 3000 Jahre

alten Gefäße aus Keramik

hatten sehr lustige Formen.

8


LIEBE NEVE

Vor 10.000 Jahren wurde die kleine Neve

in einer Höhle im Nordwesten Italiens mit

viel Liebe und Sorgfalt beigesetzt. Ihre

Angehörigen schmückten ihren Körper

mit kostbaren Perlen und Muscheln,

die sie auf eine Art Tragetuch genäht

hatten. Neben ihr legten sie eine

Kralle eines Uhus als Opfergabe

nieder. Neve ist damit das älteste

Baby Europas.

9


WAS SPIELEN WIR HEUTE?

Spielen ist für Menschen und Tiere eine der besten Möglichkeiten

zum Lernen. Indem sie Erwachsene beobachten und deren Handlungen

nachahmen, lernen Kinder und Jungtiere verschiedene

Auf gaben des Erwachsenenlebens.

Seit jeher interpretierten Archäologen seltsame und kuriose Gegenstände,

die sie bei Ausgrabungen fanden, als magische Objekte,

die bei Ritualen und Zeremonien verwendet wurden. Aber

könnten es nicht auch einfach nur Spielzeuge sein?

Ein magisches

Objekt?

Es handelt sich um einen

der beeindruckendsten

Funde prähistorischer

Kunstwerke weltweit. Viele

Experten glauben, dass es sich

um eine Art Amulett oder Gott

in Form eines Löwen handelt.

Was aber, wenn es ein

Kinderspielzeug war?

Auch in der Vorgeschichte

gab es Puppen und Marionetten.

Die älteste bekannte Puppe, aus

Mammutelfenbein geschnitzt und

beweglich, wurde in der Tschechischen

Republik in einer paläolithischen

Grabstätte aus der Zeit vor etwa

28.000 Jahren gefunden.

Spielzeug von gestern und heute

Die Scheiben sind Knochenscheiben mit einem kleinen Loch in

der Mitte und Zeichnungen auf beiden Seiten. Man nimmt an,

dass es sich um Thaumatrope handeln könnte: Spielzeuge, bei

denen sich die Bilder auf beiden Seiten beim schnellen Drehen

vermischen und eine optische Täuschung erzeugen.

10


EIN HISTORISCHER KAUGUMMI

Eine der überraschendsten archäologischen Entdeckungen

der letzten Zeit war ein Kaugummi. Du hast richtig gelesen!

Er bestand aus Birkenpech und enthielt alle Geheimnisse

der Person, die ihn vor 6.000 Jahren auf einer abgelegenen

Insel im heutigen Dänemark gekaut hatte. Durch

die Untersuchung der noch enthaltenen DNA konnte man

herausfinden, dass ihn eine junge Frau mit dunkler Haut,

blauen Augen und braunen Haaren gekaut hat, die den

Spitznamen »Lola« erhielt. Außerdem weiß man, dass ihre

letzte Mahlzeit aus Wildente und einer Handvoll Haselnüssen

bestand und dass sie laktoseintolerant war. Ist das

nicht unglaublich?

Hast du schon einmal

Tic-Tac-Toe gespielt?

Auch wenn es wie ein

modernes Spiel aussieht,

spielten schon Kinder in

prähistorischer Zeit solche Spiele.

An einigen Fundstätten wurden

Miniaturkeramiken gefunden, die

zeigen, dass das Nachahmen der

Erwachsenen Teil des Lern- und

Sozialisationsprozesses der

Kleinen war.

11


UNTERRICHT AM FEUER

Bildung ist der Schlüssel zum Fortschritt einer Gesellschaft. Vor der Erfindung der Schrift wurde Wissen

mündlich weitergegeben, durch Geschichten, Ratschläge und Lehren, die von einer Generation zur nächsten

überliefert wurden.

Schon von klein auf mussten Mädchen und Jungen in der Frühzeit bestimmte Aufgaben übernehmen: Sie mussten

Nahrung sammeln, bei der Jagd helfen, auf ihre Geschwister aufpassen oder bei allem Möglichen mithelfen. Durch das

Helfen bei den täglichen Aufgaben wurden die Jugendlichen auf das Erwachsenenleben vorbereitet. Eigentlich genau

wie heute!

Ein kleines Stück Ton in Form eines

Nashornkopfes, gefunden in der

Fundstätte Dolní Věstonice in der

Tschechischen Republik.

Urzeit-Knete

Vor etwa 30.000 Jahren spielte eine Gruppe von Kindern

im heutigen Tschechien mit Lehm, den sie aus dem

Boden holten und zu Menschen- und Tierfiguren formten.

So hatten sie Spaß und lernten gleichzeitig, wie

man Keramik herstellt, indem sie sie in der Nähe

des Feuers formten und dann brannten, um

ihr neues Spielzeug zu erhalten.

12


Spuren an Kinderzähnen, die durch die

Herstellung von Fäden und Schnüren

vor 4.000 Jahren in der Fundstätte

Castellón Alto (Granada, Spanien)

entstanden sind.

AUSPROBIEREN

Um zu lernen, wie man Gegenstände herstellt, genügte es, die

Erwachsenen zu beobachten und nachzuahmen. Ein Beweis

dafür sind die kleinen Fingerabdrücke, die auf neolithischen

Keramiken erhalten geblieben sind und zeigen, dass auch

junge Menschen diese Aufgaben übernahmen. Dank dieses

gemeinsamen Lernens ging das Wissen nicht verloren, sondern

wuchs und verbesserte sich mit jeder neuen Generation.

Und obwohl es keine Schulen gab, haben Archäologen Stellen

in den Höhlen entdeckt, an denen Kinder ihre ersten Werkzeuge

herstellten. Ihre Kreationen waren nicht so perfekt wie die der

Erwachsenen, weshalb sie zahlreiche Schnitzreste hinterließen.

Sogar einige Milchzähne weisen Abnutzungserscheinungen

auf, die durch die Herstellung von Schnüren und Fäden

verursacht wurden. Jeden Tag lernt man etwas Neues!

13


AN ANDERE DENKEN

In der Vorgeschichte war die Fürsorge für alle Mitglieder der Gruppe für das Überleben

der Gruppe lebenswichtig. Die Versorgung bei Geburten, das Stillen von Babys, die

Zubereitung von Mahlzeiten oder die Heilung von Kranken waren wesentliche Aufgaben,

auch wenn sie oft unbemerkt blieben.

DER URSPRUNG DER EMPATHIE

Manchmal erzählen Fossilien erstaunliche Geschichten,

wie die von Benjamina, einem präneandertalischen

Mädchen, das vor 400.000 Jahren in

Atapuerca (Burgos, Spanien) lebte. Als sie geboren wurde,

waren die Knochen ihres Schädels vorzeitig verwachsen,

was die Entwicklung ihres Gehirns beeinträchtigte

und zu einer Behinderung führte. Dank der Liebe und

Fürsorge ihrer Gemeinschaft, die sie in einer gefährlichen

Umgebung beschützte, konnte Benjamina bis

zu ihrem 10. Lebensjahr leben. Ihre Geschichte erinnert

uns daran, wie wichtig es ist, sich

um andere zu kümmern!

DIE KLEINE TINA

Kürzlich wurde in Valencia (Spanien) der

älteste Fall von Down-Syndrom entdeckt.

Es handelt sich um Tina, ein Neandertaler-

Mädchen, das vor etwa 200.000 Jahren

mit Beeinträchtigungen geboren wurde, die

wahrscheinlich zu Taubheit und Schwindel

führten. Dank der Fürsorge ihrer Mutter und der

Unterstützung der Gruppe, die sie begleitete,

überlebte sie bis zum Alter von sechs Jahren.

14


LIEBE GROSSMÜTTER

Hast du gewusst, dass nur Frauen, einige Schimpansen

und verschiedene Walarten die Menopause haben? Man

nimmt an, dass dies eine Entwicklung war, die Familien

beim Überleben half. Da Großmütter sich um die Kleinen

kümmerten, konnten Mütter mehr Kinder bekommen, was

das weitere Wachstum der Gemeinschaft sicherstellte. Die

Gegenwart unserer Großmütter zu genießen, ist also seit

prähistorischen Zeiten der größte Schatz.

Was man nicht sieht

Derzeit widmet die Archäologie

mehr Aufmerksamkeit Aktivitäten, die

zuvor unbeachtet blieben, einfach weil sie

nicht mit Prestige oder männlichen Rollen in

Verbindung gebracht wurden. Dennoch sind

Pflege, Heilung und Ernährung lebenswichtige

Aufgaben, damit jede Gemeinschaft

Fortschritte erzielen kann. Diese unsichtbare

Arbeit, die größtenteils von Frauen

übernommen wurde, ermöglichte es

den Gemeinschaften, zu wachsen

und zusammenzubleiben.

15


WENN ES KOMPLIZIERT WIRD

Die Lebenserwartung war früher nicht sehr hoch und Krankheiten waren weit

verbreitet. Heute können wir dank der Medizin eine Erkältung oder Zahnschmerzen

leicht heilen, aber ... wie haben das unsere Vorfahren gemacht?

HEILPFLANZEN

Die Menschen kannten ihre Umgebung sehr gut

und wussten um die Heilkraft bestimmter Pflanzen wie

Kamille oder Mohn, die seit Urzeiten zur Schmerzlinderung

und Beruhigung von Kranken eingesetzt wurden. Sie

waren auch in der Lage, Eingriffe zur Heilung

anderer Beschwerden vorzunehmen, und sie

stellten sogar Zahnfüllungen aus Bienenwachs

her, um die durch Karies verursachten

Beschwerden zu lindern!

Kannst du dir vorstellen, wie

schmerzhaft es vor Tausenden von

Jahren war, Zahnprobleme zu haben?

Überraschenderweise wussten schon die

Neandertaler, wie man diese lindern konnte.

Vor mehr als 40.000 Jahren behandelte

einer von ihnen einen Zahnabszess mit

einer Paste aus Pappel, einem Baum,

der einen Vorläufer des modernen

Aspirins enthält.

Bei derselben Person wurden

auch Spuren eines Pilzes mit

antibiotischen Eigenschaften

(Penicillium) gefunden, den sie

vermutlich zur Bekämpfung

einer Infektion eingenommen

hatte. Echte prähistorische

Medizin!

16


OHNE BETÄUBUNG

Manchmal mussten sich Menschen bestimmten chirurgischen Eingriffen

unterziehen, wie im Fall eines Kindes, dem vor etwa 31.000 Jahren ein

Fuß amputiert wurde. Die Operation war erfolgreich, denn es ist bekannt,

dass es überlebte und noch weitere sechs bis neun Jahre lebte, bevor

seine Überreste auf der heutigen Insel Borneo (Indonesien) in einer Höhle

beigesetzt wurden. Es wurde 20 Jahre alt.

Auch die Trepanation war in der Vergangenheit

ein gängiger Eingriff. Dabei

wurde ein Loch in den Schädel gebohrt,

um bestimmte Schmerzen zu lindern

oder Krankheiten zu behandeln.

Im Dolmen von El Pendón (Burgos,

Spanien) wurde die erste Ohroperation

der Geschichte entdeckt, bei der sich

eine ältere Frau zwei Trepanationen

unterziehen musste, um die starken

Schmerzen zu heilen, die durch eine

Ohrenentzündung verursacht wurden.

Trepanierter Schädel einer Frau aus der Jungsteinzeit.

Schweiz. 5.500 Jahre alt.

Aus Knochen lesen

Obwohl es bei Ausgrabungen sehr

schwer nachzuweisen ist, wissen wir, dass

Frauen in der Vergangenheit ebenfalls an

Brust- oder Eierstockkrebs litten. Der älteste

bekannte Fall wurde in Ägypten gefunden,

wo vor etwa 4.600 Jahren eine Frau

an Brustkrebs starb.

17


IN EINEM ANDEREN LEBEN

Seit Tausenden von Jahren haben unsere Vorfahren eine

ganze Reihe von Überzeugungen und Ritualen rund um

den Tod entwickelt. Und obwohl wir nicht wissen können,

wie sie sich nach dem Verlust eines geliebten Menschen

gefühlt haben, wissen wir, dass sie sehr unterschiedliche

Bestattungsbräuche entwickelt haben.

DIE ROTE FRAU

Ocker ist ein Mineral, das hauptsächlich aus Eisenoxid besteht, was ihm

seine charakteristische rötliche Farbe verleiht. In prähistorischer Zeit

wurde es nicht nur zum Bemalen von Höhlen verwendet, sondern taucht

auch in vielen Grabstätten auf. Eine der bekanntesten ist die der Roten

Dame von El Mirón: eine etwa 40-jährige Frau, die vor etwa 19.000 Jahren

in Kantabrien (Spanien) lebte und deren Körper mit Ocker bedeckt war.

Dank ihrer Untersuchung können wir viel über sie erfahren: Sie

ernährte sich hauptsächlich von Fleisch, aß aber auch Fisch und

Gemüse, war sehr fit, hatte dunkle Haut und braune Augen. Obwohl

wir nicht genau wissen können, wer sie war, zeigt die Sorgfalt,

mit der sie begraben wurde, dass sie für ihre Gemeinschaft sehr

wichtig war – vielleicht eine Anführerin oder eine Schamanin?

18


Opfer und Grabbeigaben

Gräber erzählen uns viel über das Leben in der Vorgeschichte.

Die häufigste Art, sich von einem geliebten

Menschen zu verabschieden, war die Beerdigung,

obwohl manchmal auch Feuerbestattungen durchgeführt

und die Überreste in Urnen beigesetzt

wurden. Die meisten waren Einzelgräber, aber

es gab auch Doppel- oder Sammelgräber.

Urne und Grabbeigaben

aus Keramik

2.500 Jahre alt.

In einigen Fällen wurden die Toten in besonderen

Positionen oder neben persönlichen Gegenständen

beigesetzt, die ihre Vorstellungen vom

Jenseits widerspiegeln: Perlen aus Elfenbein und

Knochen, Werkzeuge, Figuren, Speere, Tierzähne usw.

Einige Gräber sind aufgrund der darin enthaltenen

Opfergaben und Grabbeigaben wirklich spektakulär.

EIN LETZTER GRUSS

Vor etwa 31.000 Jahren musste eine Familie am Ufer der Donau

in Krems-Wachtberg (Österreich) ihre beiden neugeborenen

Zwillinge begraben. Sie bedeckten sie mit Ocker und schmückten

sie mit Halsketten aus Mammutelfenbeinperlen, Muscheln

und Fuchszähnen. Ein Mammutschulterblatt, das über der

Grabstätte platziert wurde, schützte die kleinen Geschwister

über Jahrtausende hinweg.

Die Dolmen

Vor etwa 6.000 Jahren, während der Jungsteinzeit,

begann man in Europa mit dem Bau einer ganz

besonderen Art von Gräbern: den Dolmen. Diese

»künstlichen Höhlen« aus großen, tischförmigen Steinen

dienten als Sammelgräber, in denen mehrere Generationen gemeinsam

beigesetzt wurden. Dies spiegelt eine wichtige Veränderung in

der Lebensweise wider: Es handelte sich um eher sesshafte Hirtenkulturen,

die begannen, sich auf andere Weise mit der Landschaft

auseinanderzusetzen.

MTOTO

Dieser nur drei Jahre alte Junge starb vor etwa 78.000 Jahren im

Südosten Kenias. Seine Angehörigen begruben ihn mit größter

Sorgfalt: in Fötusstellung und mit dem Kopf auf einer Art Kissen aus

Blättern, das nicht mehr erhalten ist. Es handelt sich um eine der

ältesten Bestattungen unserer Spezies.

19


WAS GIBT’S ZU ESSEN?

Wenn wir uns vorstellen, wie das Leben der Jäger und Sammler der Altsteinzeit

aussah, denken wir meist an Gruppen von Männern, die große Tiere jagten,

während Frauen und Kinder im Lager beim Feuer blieben und sammelten.

Aber war das wirklich so?

Die Jagd war früher eine Gruppenaktivität, bei der alle auf irgendeine Weise

mitwirkten. Bei gemeinschaftlichen Jagden beispielsweise schlossen sich alle

zusammen, um große Tiere wie Bisons zu verfolgen und zu umzingeln, und

koordinierten sich, um die Beute zu fangen. Sie verfügten auch über verschiedene

Jagdtechniken und Werkzeuge wie Fallen, Gruben und Netze, um kleine Tiere

ohne Gefahr zu fangen.

Jäger oder Sammler?

Neben der Jagd war

das Sammeln eine der

wichtigsten Aktivitäten zur

Nahrungsbeschaffung. Auch wenn

wir denken, dass die Jagd der Gruppe

mehr Nahrung lieferte, war in Wirklichkeit

das Sammeln von Früchten, Knollen und anderen

pflanzlichen Ressourcen die Grundlage der

Ernährung und machte bis zu 70 % der Nahrung

aus. Diese Tätigkeit war weniger riskant und alle

konnten mithelfen, unabhängig vom Alter.

20


JÄGERINNEN

Im Jahr 2020 führte ein Team von Archäologen Ausgrabungen an der peruanischen Fundstätte Wilamaya Patjxa durch

und gruben ein Skelett zusammen mit zahlreichen Großwildwaffen aus. »Logischerweise« gingen sie davon aus, dass

es sich um einen bedeutenden Jäger handelte, aber – oh Überraschung! – tatsächlich war es eine etwa 19-jährige Frau.

Diese Nachricht ging um die Welt. War es so ungewöhnlich, Beweise dafür zu finden, dass auch Frauen jagten?

Einige dachten sogar, es handele sich um einen Einzelfall, aber das Forscherteam beschloss, weitere Fundstätten

auf dem amerikanischen Kontinent zu untersuchen, und stellte fest, dass mehr als ein Drittel der weiblichen Skelette

von Jagdwerkzeugen wie Speeren, Steinmessern oder Pfeilspitzen begleitet war. Wieder einmal widerlegte die

Wissenschaft die patriarchalische Sichtweise auf unsere Vergangenheit.

Wilamaya

Patjxa

Diese junge Jägerin lebte vor etwa 9.000 Jahren in den peruanischen Anden. Die Werkzeuge

und Waffen, mit denen sie begraben wurde, zeigen, dass sie an der Jagd auf große Tiere wie

Vicuñas oder Andenhirsche teilgenommen hat.

Andere Lebensweise

Auch heute noch gibt es nichtindustrialisierte

Gesellschaften, die sich

der Jagd und dem Sammeln von

Nahrungsmitteln widmen. In einigen

dieser heutigen Bevölkerungsgruppen

jagen auch Frauen. Auf

den Philippinen beispielsweise sind

die Agta-Frauen als aktive Jägerinnen

bekannt. Sie jagen mit Pfeil und

Bogen Wildschweine und Hirsche,

und ihre Jagdfähigkeiten werden in

ihrer Gemeinschaft sehr geschätzt.

21


IM WASSER

Für unsere Vorfahren, die in der Nähe von Flüssen, Seen oder Meeren lebten,

waren Fischfang und Muschelsammeln eine wichtige Nahrungsquelle.

In einigen Gegenden wurden sie in so großen Mengen verzehrt, dass

archäologische Fundstätten voller Wirbel verschiedener Fische und

Knochen von Meerestieren wie Robben, Delfinen und sogar Walen sind!

Anhänger aus einem

Zahn eines Pottwals.

Höhle von Las Caldas

(Asturien, Spanien)

14.500 Jahre alt

Kunst aus dem Wasser

In der europäischen Altsteinzeit

spielten neben Mammuts und Bisons

auch Fische eine wichtige Rolle! An

verschiedenen Fundstätten wurden

fischförmige Spatel entdeckt, also

aus Knochen oder Horn geschnitzte

Gegenstände in Form eines Fisches.

Wozu wurden sie verwendet?

Mit Kohle gemalter Fisch. Höhle

von Ekain (Guipúzcoa, Spanien)

12.000 Jahre alt

Fischförmiger Spatel.

Höhle von El Pendo

(Asturien, Spanien).

13.000 Jahre alt

22

Gravur (abgeflacht) von Hirschen und Lachsen auf einem Hirschgeweih.

Höhle von Lortet (Frankreich)

16.000 Jahre alt


1 cm 5 cm

Die Muscheln wurden gesammelt, sorgfältig

durchbohrt und mit Fasern zu Halsketten und

Armbändern verbunden. Einige stammten aus weit

entfernten Orten, was auf Handelsbeziehungen

zwischen Clans und die symbolische

Bedeutung dieser Schmuckstücke hindeutet.

In einer mesolithischen Grabstätte auf

der Insel Téviec (Bretagne) wurden vor

etwa 6.500 Jahren zwei junge Frauen mit

Muschelketten wie dieser beigesetzt.

Die auf dieser Seite abgebildeten

Harpunen und Angelhaken sind

in Originalgröße dargestellt!

Muschelhaken

Arica, Chile

12.000 Jahre alt

Der Verzehr von Meeresfrüchten war in

einigen Küstendörfern so verbreitet, dass

sich aus den Abfällen große Muschelhaufen

bildeten, die als Concheros bekannt sind.

Diese beeindruckenden »Berge« waren

nicht nur Überreste ihrer Festmähler, sondern

wurden in vielen Fällen auch für symbolische

Rituale und Bestattungen genutzt.

Muschelhaken

Okinawa, Japan

23.000 Jahre alt

Muschelhaken

Baja California, Mexiko

10.000 Jahre alt

Wustermark

Baja

California

Arica

El Castillo

La Madeleine

Okinawa

Alor

Angelausrüstung

Mit der Zeit wurden die Fischereigeräte

immer ausgefeilter.

Die ersten Angelhaken wurden

aus Knochen, Muscheln, Holz

oder Stein hergestellt. Außerdem

wurden Harpunen, Netze

und Körbe verwendet, um Fische

aller Größen zu fangen.

Muschelhaken

Alor, Indonesien

12.000 Jahre alt

Einer der ältesten gefundenen

Angelhaken ist etwa 20.000 Jahre

alt und wurde aus Muschelschalen

hergestellt.

Haken aus

Mammutelfenbein

Wustermark, Deutschland

15.000 Jahre alt

Harpunen aus Horn

Links: Höhle von El Castillo.

Cantabria, Spanien – 13.000 Jahre alt

Rechts: Abrigo de la Madeleine

Dordogne, Frankreich – 15.000 Jahre alt

DIE FISCHERIN VON ALOR

In den Tiefen einer Höhle auf der indonesischen Insel Alor wurden

die Überreste einer älteren Frau entdeckt, die vor 11.500 Jahren

lebte. Sie wurde mit Angelhaken aus Muscheln begraben, was zeigt,

dass Hochseefischen nicht ausschließlich Männern vorbehalten war.

Möglicherweise handelte es sich um eine Frau von hohem Rang, da

Bestattungen mit Grabbeigaben in Südostasien sehr selten sind.

23


EINE ZUKUNFT AUFBAUEN

Nach dem Ende der Eiszeit vor 12.000 Jahren begannen die Menschen

dank der Entwicklung der Landwirtschaft und der Domestizierung von

Tieren, ihre eigenen Lebensmittel zu produzieren. Es war der Beginn einer

neuen Lebensweise!

Auch wenn sie weiterhin jagten, fischten und sammelten, erkannten unsere Vorfahren,

dass Pflanzen Körner und Samen hatten, die sie auswählen und in der

Nähe ihrer Häuser anpflanzen konnten. Indem sie die größten und nahrhaftesten

Samen auswählten, erhielten sie nach und nach widerstandsfähigere und ertragreichere

Pflanzen. So waren sie nicht mehr nur auf das angewiesen, was sie in der

Natur fanden, und hatten mehr Nahrung zum Lagern.

Genau wie Haustiere

wurden auch viele Pflanzen

einem Prozess der »künstlichen

Auslese« unterzogen, um ihr heutiges

Aussehen zu erhalten und für den Menschen

attraktiver und nützlicher zu werden. Eines der

auffälligsten Beispiele dafür ist Mais. Schau

dir an, wie sehr er sich in nur wenigen

Tausend Jahren entwickelt hat!

FRAUENARBEIT

Hast du gewusst, dass prähistorische Frauen im Vergleich zu einigen heutigen Spitzensportlerinnen

stärkere Arme hatten? Bei der Untersuchung ihrer Knochen haben Wissenschaftler

festgestellt, dass sie sehr gut entwickelte Muskeln hatten. Das lag daran, dass sie Arbeiten

verrichteten, die viel Kraft und Ausdauer erforderten, wie das Mahlen von Getreide oder die

Bearbeitung des Bodens. Zum Beispiel musste Getreide, um Mehl zu gewinnen, von Hand mit

einer traditionellen Mühle aus zwei Steinen gemahlen werden. Es dauerte mehrere Stunden,

um das gewünschte Produkt zu erhalten, wobei ständig die gleiche Bewegung wiederholt

wurde und die Körperhaltung kaum verändert wurde. Dank dieser Arbeit spielten

Frauen eine grundlegende Rolle bei der Entwicklung der Landwirtschaft.

24


EINE GLOBALE REVOLUTION

Die Landwirtschaft entwickelte sich in verschiedenen Regionen der Welt zu unterschiedlichen

Zeiten. Vor etwa 12.000 Jahren begann man im Nahen Osten mit dem Anbau von Weizen und

Gerste, während in China vor 10.000 Jahren mit dem Anbau von Reis begonnen wurde. Jede

Region entwickelte entsprechend ihren Bedürfnissen und ihrem Klima ihre eigene Art der

Landwirtschaft, was zur Entstehung der ersten Siedlungen und Dörfer führte.

Mais wurde vor etwa

9.000 Jahren in Mittelamerika

domestiziert.

Die ersten Hinweise auf den

Reisanbau im heutigen China

stammen aus der Zeit vor etwa

10.000 Jahren.

Eine der ersten Pflanzen,

die in Amerika angebaut

wurden, war der Kürbis vor

10.000 Jahren in Mexiko.

Der Anbau von Soja begann vor

etwa 8.000 Jahren in Ostasien.

Die Kartoffel wurde

vor etwa 8.000 Jahren

im Andenhochland

domestiziert.

In der historischen Region

des Fruchtbaren Halbmonds

wurden vor etwa 10.000 Jahren

wilde Linsen angebaut.

Weizen und Gerste wurden

bereits vor etwa 12.000 Jahren

im Nahen Osten angebaut.

Die Bananen, die wir heute essen,

stammen von einer Art, die vor

7.000 Jahren in Neuguinea

gezüchtet wurde.

Die andere Seite der Medaille

Mit dem Aufkommen der Landwirtschaft konnten die Gemeinschaften

mehr Nahrungsmittel lagern, wodurch mehr Menschen ernährt werden

konnten und die Bevölkerung wuchs. Auch wenn diese Veränderung der

Lebensweise viele Vorteile mit sich brachte, entstanden auch einige

Probleme: Der häufige Verzehr von zuckerhaltigem Getreide führte zu

einer Zunahme von Karies, und das Zusammenleben mit Vieh erhöhte

das Risiko, sich mit neuen Krankheiten anzustecken.

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