RC Premium 3/2018
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Ausgabe 3/ 2018
Premium
DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER
MENSCH
& GEHIRN
Prof. Dr. med. Wolfgang Wick
NEUROLOGE UND KREBSFORSCHER
IM INTERVIEW
“WIR VERFÜGEN ÜBER EINE
BREITE UND STETIG WACHSENDE
KOMPETENZ IN DEN BEREICHEN
MEDIZINISCHE FORSCHUNG,
THERAPIE UND ORGANISATION.“
Ahmet Pekkip
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EIN GUTER NAME SEIT 1962
STANDPUNKT
Muskelkater im Gehirn?
Haben Sie sich jemals an IQ-Tests beteiligt? Also – ehrlich gesagt: ich nicht.
Jetzt frage ich mich: warum eigentlich? Meine körperliche Leistungsfähigkeit
habe ich mal bei einem Feldstufentest am Radergometer getestet. Jetzt weiß
ich, dass mein Herz gesund ist, meine Lunge funktioniert, mein Blut ordentlich
Sauerstoff transportiert und ich beim Radeln auf dem Ergometer gar nicht so
schlecht bin. Trotzdem schnaufe ich beim gelegentlichen Tennisspielen nach
einem längeren Ballwechsel mittlerweile wie eine Dampflok.
Da stelle ich mir die Frage: Misst ein Test eigentlich das, was er zu messen
beabsichtigt? Wie steht es tatsächlich um meine Fitness – und um meine
Gesundheit? Dazu lasse ich Blutwerte, Blutdruck, Lungenfunktion, Leberwerte
und andere Parameter ermitteln. Sekundärprävention im Sinne einer rechtzeitigen
Diagnose möglicher Erkrankungen im Frühstadium ist durchaus sinnvoll,
weil unter Umständen lebensverlängernd. Zur Primärprävention ist regelmäßige,
gezielte körperliche Aktivität und vernünftiges Essen mehr denn je
geboten. Denn offenkundig hat unsere körperliche Verfassung einen noch
stärkeren Einfluss auf unsere Gehirngesundheit, als wir das bislang schon
wussten. Wenn Hinweise darauf entdeckt werden, dass Übergewicht zu einer
Schrumpfung des Gehirnvolumens und zu nachlassenden kognitiven Leistungsergebnissen
führt, sollten wir nicht mehr nur erschrocken darüber nachdenken,
sondern etwas dagegen tun.
Ein Intelligenztest brauche ich dazu nicht. Daher hält sich meine Neugierde
auf meinen Intelligenzquotienten in Grenzen. Vielleicht liegt das auch an der
Inflation solcher Tests im Internet. Die kann man machen – muss man aber
nicht. Sicher ist, dass ein IQ Wert weder was mit meiner Lebenserwartung
noch mit meiner Lebensqualität zu tun hat. Die Selbstwirksamkeitsüberzeugung,
dass sich eine gesunde Lebensführung positiv auf die Leistungsfähigkeit
meines Oberstübchens auswirkt, hilft mir da schon eher weiter. Vielleicht ist
es mit unserem Denkorgan so ähnlich wie mit einem Muskel: „Use it or loose
it“. Das Verstehen der evolutorischen Entstehung des Gehirns, seines Aufbaus
und seiner zumindest prinzipiellen Funktionsweise haben mein eigenes Gehirn
ordentlich beansprucht. Nicht umsonst gilt es als das Wunderwerk der Natur
schlechthin – also: das Gehirn im Allgemeinen. Bei meinem eigenen bin ich mir
da nicht so sicher!? (Wie gesagt: ich habe meinen IQ nie getestet).
Wenn es so etwas gäbe wie einen Muskelkater im Kopf, ich hätte jetzt einen.
Und ich würde sagen: toll, denn ich empfinde Muskelkater immer als ein
Zeichen dafür, dass ich mich so richtig angestrengt habe und sich mein
Bewegungsapparat dadurch kräftigen wird. Ich würde hoffen, dass das mit
meinem Gehirn genauso ist. Möge es Ihnen an manchen Textstellen dieser
Ausgabe ähnlich ergehen …
In diesem Sinne: viel Freude beim Lesen!
Ihr
Dr. Matthias Zimmermann
3
INHALT
S. 22
S. 38
Bildung
& Wissen
Gesundheit
& Fitness
KURZ NOTIERT ... 6
TITEL 8
Mensch und Gehirn
HÄTTEN SIE´S GEWUSST? 16
KOLUMNE 18
Ärzte, Denken und Bauchentscheidungen
BUCHTIPP 20
Fit von 1 bis Hundert
von Dietger Mathias
EXPERTENRAT 22
Verletzungen der Muskeln und Sehnen
THERAPEUTENRAT
Das Schmerzgedächtnis 24
Selbstwirksamkeit 28
ZUSAMMENARBEIT 32
Kampf dem Herztod
KOMMENTAR 34
Achtsamkeit und Wohlwollen
im Umgang mit sich selbst
KURZ NOTIERT ... 36
IM INTERVIEW 38
Prof. Dr. med. Wolfgang Wick
FIT & GESUND
Auch KURZzeitige Möglichkeiten
verhelfen zu langfristigen Erfolgen 44
Bewegung trotz(t) Demenz 46
MFT - Coordination Tower 48
Personal Training - Einzeln oder in einer Gruppe? 50
HIDDEN DEVICES 52
Die Trap Bar - Mit Vielfalt zum Erfolg
ERNÄHRUNG 54
Das Gehirn isst mit
GESUND & LECKER 56
Spaghetti mit Riesen-Garnelen in Asia-Soße
BENEFIZ 58
Rudern gegen Krebs
WOHLFÜHLEN 60
AQUA Walldorf
4 RC Premium 3/2018
IMPRESSUM
S. 66 Premium
DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER
Leistung
& Erfolg
KURZ NOTIERT ... 62
KLINIKPORTRAIT 64
Vulpius Klinik Bad Rappenau
VORGESTELLT 66
Rainer Arens
KINDERSPORT
Gefühlskarussel eines jugendlichen Tennisspielers 68
Durch Tennistraining schulische Leistung verbessern 70
EXPERTENRAT 74
Exekutive Funktionen trainieren, Selbstregulation
fördern, mentale Stärke ausbilden
SPORTREISE NACH MALLORCA 76
HERZLICH WILLKOMMEN 78
EXPERTENRAT 80
„Einfach mal machen“ ist nicht so einfach
FIRMENPORTRAIT
Hotel Villa Toskana in Leimen 82
Augustinum Heidelberg 86
BILDUNGSPROJEKT TDKET 84
Herausgeber
Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG
Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch
Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt
Dr. Matthias Zimmermann (dr.zimmermann@racket-center.de)
Anzeigen, Kontakt & Beratung
Laura Heberger (partner@gsm-mbh.net)
Produktion
GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH
Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch
Layout, Satz, Grafik
Denis Herrmann (herrmann@gsm-mbh.net)
Fotos
Denis Herrmann, istockphoto, Adobe Stock
Auflage
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Druck
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5
Bildung
& Wissen KURZ NOTIERT ...
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6 RC Premium 3/2018
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7
TITEL
Mensch und Gehirn
Zur Evolution, Funktion und Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns
von Matthias Zimmermann
Abermillionen Jahre hat es gedauert, bis aus einem Neuron
ein Gehirn entstand. Dem Homo sapiens war es vergönnt,
dass glückliche Umstände der Evolution sein Gehirn in nur
wenigen tausend Jahren zu einem Wunderwerk der Natur
reifen ließen. Anderen Arten der Gattung Homo vor uns ist
das nicht gelungen – sie starben aus. Unsere Spezies hingegen
geht auf die stolze (und auch ein wenig bedrohlich wirkende)
Zahl von 10 Milliarden Exemplaren zu. Das ist eine Erfolgsgeschichte,
die darauf hindeutet, dass wir unser Gehirn im
Großen und Ganzen gewinnbringend einsetzen. Unser Denkorgan
ist leistungsfähiger als das jedes anderen Lebewesens
auf unserem Planeten. Es erlaubt uns umfangreiche motorische
Handlungen und komplexe Denkleistungen, befähigt
uns zur Abstraktion und Symbolik, zur Kommunikation und
Verständigung, zu vielseitigen Koordinationsleistungen und
feinmotorischer Schaffenskraft. Schenkt man der Intelligenzforschung
Glauben, hat die generelle Intelligenz, die sich
hinter spezifischen Begabungen verbirgt, von Generation
zu Generation zugenommen – bis in die 90er-Jahre des vergangenen
Jahrhunderts. Seitdem aber scheint sich eine Trendwende
abzuzeichnen. Der durchschnittliche Intelligenzquotient
ist rückläufig. Werden wir wieder dümmer? Kehren wir zurück
zu unseren geistigen Wurzeln – und woran mag das liegen?
Wenden sich die Errungenschaften unserer Zivilisation gegen
unsere evolutorische Fortentwicklung? Jüngere Forschungsergebnisse
zum Zusammenhang zwischen Gehirnvolumen
und Übergewicht sowie zwischen kognitiver und motorischer
Intelligenz geben Anlass, sich damit zu beschäftigen …
8 RC Premium 3/2018
Vom Neuron zum Gehirn
im Laufe von Jahrmillionen
Die Entwicklung der menschlichen Spezies hat maßgeblich
mit der Evolution des Gehirns zu tun. Vor mehr als einer
halben Milliarde Jahren entwickelten Zellen der äußeren
Hautschicht von einfachsten, wirbellosen Lebewesen die
Fähigkeit, äußere Reize zu empfangen, zu verarbeiten und
weiterzuleiten. So schuf die Natur die Neuronen, das Baumaterial
der wohl komplexesten Struktur im Universum: das
Gehirn. Nervenzellen, elektrische und chemische Signale
bestimmen seine Funktionsweise. Bis heute hat sich an diesem
Baumaterial und an der Signaltechnik nichts geändert.
Der Weg zu unserem menschlichen Gehirn gleicht dem Bau
einer modernen Villa aus einer einfachen Hütte, an der im
Laufe von Jahrmillionen immer wieder erweitert, an- oder
umgebaut wurde, ohne Bestehendes einzureißen oder etwas
wegzuschmeißen. Die Evolution des Gehirns lässt sich an
Wirbellosen beobachten. Während Quallen über kein Gehirn,
sondern lediglich über ein neuronales Netz verfügen, das
ihren gesamten Körper durchzieht, verfügen Kraken über das
höchst entwickelte Gehirn dieser Art von Lebewesen. Es befähigt
den Kraken zu raschem Lernen und feinkoordinierten
Bewegungen.
Den Übergang von Nervennetzen zu einer Zusammenballung
von Neuronen vollzog die Natur im Laufe der Evolution an
Würmern: die Zielgerichtetheit ihrer Bewegung in eine Richtung
– weg vor Feinden und hin zu Nahrung – bildete an
einem Wurmende einen Kopf heraus. Darin häuften und vernetzten
sich Neuronen zu einem Gehirn. Kopf und Gehirn
sind eine nützliche Folge der Anpassung an die Anforderung
einer veränderlichen Umgebung. Erbgutveränderungen, die
sich als vorteilhaft erwiesen, brachten Neuronen hervor, die
sich für immer neue Aufgaben erforderlich waren und genutzt
werden konnten. So stieg die Zahl der Neuronen und die Verknüpfungen
potenzierten sich. Das Gehirn legte in höherem
Maße an Volumen und Gewicht zu als ihm die Entwicklung
des Schädels Platz bot.
Bewegung und Kommunikation
als Entwicklungsmotoren
Gerichtete Bewegungen sind, neben der verständigenden
Kommunikation, die zentralen stammesgeschichtlichen
Fortschritte für die Herausbildung des Gehirns. Für die
menschliche Evolution – die sogenannte Homogenese –
stellen das Sprachvermögen und der aufrechte Gang eine
Zäsur dar. Der Zweibeingang veränderte unsere physiologische
Architektur epochal. Das gesamte Gehirn-Muskel-
Nerv-Gelenk-System erhielt einen Entwicklungsschub. Beispielhaft
erwähnt sei der ausgeprägte Gleichgewichtssinn
durch das Laufen auf zwei Beinen und die optische Wahrnehmung
durch die Erweiterung der Sichtperspektiven
eines nicht mehr vorne, sondern oben getragenen Kopfes.
Der darin befindliche ständig abgesenkte Kehlkopf, dessen
spezifische Anatomie und die feinmotorische Kontrolle über
die Zunge, führten zur Sprachentwicklung. Genetisch war die
Entstehung des FOXP2-Gens für Lautäußerungen und Sprachbildung
ursächlich. Zweifellos ist der Gebrauch der Sprache
die Gehirnfunktion mit dem höchsten Abstraktionsgrad – und
der mit bedeutendste evolutorische Entwicklungsschub in
der Menschwerdungsgeschichte.
Gleichwohl darf man die Evolution nicht als einen zwangsläufigen
Prozess sehen, der uns zu dem machte, was wir
heute sind. Sie ist weniger als kreatives, sondern vielmehr
als opportunistisches Phänomen zu sehen. Möglichkeiten
werden genutzt oder verworfen, je nachdem, ob diese sich
entsprechend der jeweiligen Umweltbedingungen zu einem
bestimmten Zeitpunkt als vorteilhaft oder nachteilig erweisen.
Es gibt nichts Zielgerichtetes und nichts Zwangsläufiges im
Evolutionsprozess. Dieser kann sich jederzeit umkehren, wenn
die Umweltbedingungen, denen wir ausgesetzt sind oder die
wir uns schaffen, diese Umkehrung begünstigen. Dafür gibt
es in der Tierwelt Beispiele von Lebewesen, die im Laufe der
Evolution ihr Gehirn gänzlich verloren haben (z. B. der Bandwurm).
Dass wir heute an der Spitze der Evolution stehen, ist
insofern das Ergebnis einer Abfolge von glücklichen Zufällen.
Wir sollten uns auf unsere dominierende Stellung im Organismenreich
nichts einbilden. Angebracht ist vielmehr eine
besondere Verantwortung gegenüber der Schöpfung.
Der sogenannte Rückkopplungseffekt der Evolution hat es
eben gut mit uns gemeint. So ermöglichten der aufrechte
Gang und die Entwicklung der freien Hände, verbunden mit
der Sprachentstehung den Homo sapiens feinmotorische
und arbeitsteilige Handlungen. Klimatische Veränderungen
im Verlauf des Erdzeitalters oder die regionale Ausbreitung
der Homo sapiens insbesondere in Richtung der nördlichen
Hemisphäre machte eine vorausschauende Lagerhaltung erforderlich.
Die Verbesserung von Werkzeugen und Waffen
verlangten nach immer höherer geistiger Leistungsfähigkeit
und ermöglichten gleichermaßen die organisierte Jagd auf
Großwild, womit sich wiederum das Nahrungsangebot erweiterte.
9
Kultivierung, Ernährung und Sozialisation
Kulturelle Auslöser sind neben den anatomischen Entwicklungen
für die Fortbildung unseres Denkvermögens von nicht
minderer Relevanz. Der Beginn der Sesshaftigkeit vor rund
10.000 Jahren – einhergehend mit Viehzucht und Ackerbau –
stellt dementsprechend eine weitere Zäsur in der menschlichen
Evolution dar. Während der Zeit, in der Siedlungen
entstanden, bildete sich eine zunehmende genetische Vielfalt
heraus. Es konnten immer mehr Menschen an einem gemeinsamen
Ort ernährt werden. Größere Sozialstrukturen, Organisationsregeln
und kulturelle Ordnungen waren die Folge.
Es gibt die spannende These, dass dank einer zunehmenden
Produktionsmenge von Getreide die Herstellung alkoholhaltiger
Getränke möglich wurde. Dadurch wiederum nahmen
rauschende Feste und rituelle Feiern ihren Anfang.
Ob sich diese Form der Nahrungsmittelproduktion positiv
auf die Gehirnentwicklung ausgewirkt hat, darf man nach
neuerer Erkenntnis durchaus in Frage stellen. Fakt aber ist,
dass das Gehirn nur rund zwei Prozent des Körpervolumens,
aber etwa 20 Prozent der Stoffwechselenergie beansprucht.
Insofern erlaubte erst ein verbessertes Nährstoffangebot die
Entwicklung größerer Gehirne. Bei Neugeborenen beträgt
der Energiebedarf des Gehirns über 60 Prozent bei einem
überproportional großen Kopf, den ein Baby in den ersten
Lebenswochen nicht alleine anheben kann. Aufgrund dieser
Dimensionierung braucht der Mensch im Vergleich zu anderen
Wirbeltieren viel mehr Zeit, um heranzureifen und sein
ganzes Potenzial zu entfalten. Der Sozialisationszeitraum
in Abhängigkeit der Eltern ist länger als bei allen anderen
Lebewesen unseres Planeten – dementsprechend auch
die soziale, kulturelle und sprachliche Prägung. Ein reger
kommunikativer Austausch innerhalb der sozialen Umgebung
ist ebenfalls Nahrung für das Gehirn.
Verglichen mit anderen Spezies haben sich die Gehirne von
Wirbeltieren als dynamischer, anpassungs- und individuell
entwicklungsfähiger herausgebildet. Etwa 86 Milliarden
Neuronen (in der grauen Substanz), nochmal eine ähnliche
Zahl an so genannten Gliazellen (in der weißen Substanz),
dazu bis zu 100.000 Verschaltungen in einer ca. 1.300 Gramm
schweren Gehirnmasse, bilden das Wunderwerk der Natur
schlechthin: ein Gebilde aus etwa 100 Billionen (10 14 )
Synapsen, also neuronalen Verknüpfungen zwischen den
Gehirnzellen. Dieses Gebilde verfügt unter allen Lebewesen
über das höchste Maß an synaptischer und kortikaler Formbarkeit,
die so genannte Plastizität. Bis weit ins Erwachsenenalter
hinein ermöglichen die neurophysiologischen
Mechanismen enorme intellektuelle Lern- und Aufgabenlösungsprozesse.
Auch hieraus zeigt sich die Überlegenheit
gegenüber allen anderen Lebewesen.
Bei all den teils enormen Unterschieden zwischen den Gehirnen
von Wirbeltieren weisen sie im grundsätzlichen Aufbau
dennoch große Ähnlichkeit auf. Die Forschungserkenntnisse
über den Aufbau des menschlichen Gehirns füllen unzählige
medizinische Fachbücher. Daher hier nur ein ganz grober
Überblick über …
Aufbau und Funktion des menschlichen Gehirns
Ob Fisch, Ratte oder Mensch – das Gehirn ist grundsätzlich
ähnlich konzipiert. Das Stammhirn als erste Gehirninstanz, in
welches das Rückenmark mündet, reguliert die Vitalfunktionen
wie Atmung, Kreislauf, Blutdruck und Schlaf. Eingehende
Sinneseindrücke und ausgehende motorische Informationen
werden dort verarbeitet. Im Hinterkopf unterhalb des Großhirns
sitzt das Kleinhirn und regelt Gleichgewicht sowie die
Koordination und Automatisation von Bewegungen.
Das Zwischenhirn ist die Steuerzentrale für das Hormon- und
Temperatursystem. Alle Reize – Berührungen, Gerüche usw. –
müssen auf ihrem Weg in das Großhirn dort hindurch und
werden dabei gefiltert. Der Hypothalamus steuert das
vegetative Nervensystem, also den Sympathikus (leistungsförderliche
Signale), Parasympathikus (erholungsförderliche
Signale) und das autonome Nervensystem des Magen-Darm-
Trakts, auch enterisches Nervensystem genannt.
Alle Wirbeltiere verfügen über ein Vorder-, End- oder auch
Großhirn. Beim Menschen allerdings spielt dieser Teil des
Gehirns die zentrale Rolle: das Großhirn hat es im Laufe der
Homogenese auf 85 Prozent des gesamten Hirnvolumens
gebracht. Es ist in zwei Gehirnhälften (Hemisphären) geteilt,
die mit dem sogenannten Balken verbunden sind. Die
Windungen (Gyrus) und Fuchen (Sulcus) geben dem Gehirn
das Aussehen einer großen Walnuss. Der Grund dafür liegt
darin, dass sich das Gehirn mit immer größerem Leistungsfortschritt
und wachsender Lernfähigkeit im Laufe der
Evolution vergrößerte und erst durch diese besondere
Formung im menschlichen Schädel Platz finden konnte.
Umgeben wird das Großhirn von einer ca. 1,5 bis 4,5 Millimeter
dicken Schicht, der Großhirnrinde (Cortex). Diese
äußerste Neuronenschicht enthält etwa 23 Milliarden Neuronen
im männlichen und rund 19 Milliarden im weiblichen
Gehirn. Bei diesem zahlenmäßigen Unterschied gilt es zu
10 RC Premium 3/2018
bedenken, dass der durchschnittliche männliche Körper auch
größer ist als der weibliche. Da die Nervenzellen die Gehirnoberfläche
grau erscheinen lassen, wird sie auch die graue
Substanz genannt.
Der Cortex wird auf jeder Seite in fünf sogenannte Lappen eingeteilt,
worin bestimmte Gehirnfunktionen, z. B. das Hören
(im Temporallappen), das Sehen, das räumliches Denken
(Parietallappen) und vieles mehr verortet werden können.
Die Frontallappen (Lobus frontalis oder präfrontaler Cortex)
haben sich beim menschlichen Gehirn vor allem in der jüngeren
Entwicklungsgeschichte besonders ausgeprägt. Ihnen
werden die sogenannten exekutiven Funktionen zugeordnet:
die Steuerung der Aufmerksamkeit, die Kontrolle von
Impulsen und Emotionen, die zielgerichtete Ingangsetzung
von Handlungen und deren Planung sowie die Reflexion und
Selbstkorrektur.
Der stammesgeschichtlich jüngste Teil des Gehirns, der Neocortex
genannt wird, macht 90 Prozent der Großhirnrinde
aus. Das, was wir als Bewusstsein, Intelligenz oder Seele bezeichnen,
ist dort zu suchen. Wir wissen also, dass wir etwas
wissen, beobachten uns selbst beim Denken und sind uns im
Klaren über unsere Endlichkeit. Ohne einen ausgeprägten,
hoch-entwickelten präfrontalen Cortex würden wir über den
Sinn des Daseins höchstwahrscheinlich nicht nachdenken
oder gar einen Lebensentwurf danach ausrichten.
Demgegenüber zählt das limbische System zu dem entwicklungshistorisch
älteren Anteil des Gehirns. Weniger die Lage
der Areale im Gehirn als vielmehr ihre Funktion führt zu
der Zusammenfassung von Hippocampus, Gyrus cinguli und
Amygdala zum limbischen System: all diese Areale dienen
der Verarbeitung von Emotionen. Es ist folglich die zentrale
Instanz unseres Gehirns zur Bewertung von Sinneseindrücken.
Hier entsteht das, was wir als Furcht, Wut, Trauer, Freude,
Ekel und Überraschung interpretieren.
Sensorische und assoziative Informationen erreichen auch
den Hippocampus. Dieser scheint eine wichtige Rolle beim
Einspeichern und Abrufen von Gedächtnisinhalten zu spielen.
Für die Verortung der räumlichen Orientierung im Hippocampus
wurde 2014 ein Nobelpreis verliehen. Dieses Wissen
hilft zu verstehen, dass sich eine Alzheimererkrankung zunächst
in der Abnahme des Kurzzeitgedächtnisses und des
Orientierungsvermögens zeigt, im fortgeschrittenen Stadium
dann den Verlust der Bewertungsfähigkeit und letztlich auch
der Persönlichkeit zur Folge hat.
Gehirnleistung und Denkvermögen
Bei Gehirnleistungen haben wir es mit einem äußerst
komplexen Phänomen zu tun. Es beinhaltet neben kognitiven
auch affektive Funktionen im gesamten Organismus und
die Interaktion mit der Umwelt und anderen Menschen.
Keine der Funktionen unseres Gehirns läuft isoliert in klar
eingrenzbaren Arealen ab. Es ist der Mensch, der denkt –
und dazu bedient er sich des Gehirns. Beim Denkvermögen
mag dem Neocortex, insbesondere dem präfrontalen Cortex,
eine zentrale Rolle zukommen. Das limbische System aber ist
auch immer mit dabei!
Daher sei angemerkt: die genialste Leistung des Gehirns
besteht nicht darin, in höheren Sphären zu philosophieren
und dem Sinn des Lebens nachzuhängen, sondern einen
realen Körper durch eine reale Welt zu bewegen. Solche
komplexen, beim Mensch unvergleichlich vielfältigen Leistungen
können genauso wenig wie Denkfähigkeiten nur einer
bestimmten Gehirnregion zugeschrieben werden. Gehirnleistungen
werden stets im Zusammenspiel mit mehreren
Strukturen erbracht. Physiologisch ist jeder Teil des Gehirns
über ein bis zwei Nervenbahnen direkt mit dem limbischen
System verbunden. Das limbische System und die Großhirnrinde
bilden also ein Team. Sie brauchen einander – und
gemeinsam erbringen sie Leistungen, die im Reich der Tierwelt
einzigartig sind.
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Insofern gilt der Mensch gemeinhin als intelligent. Doch
was ist Intelligenz? Worin besteht die Leistungskraft unseres
Denkapparats? Intelligenz ist maßgeblich für gute Leistungen
in Schule, Beruf und im Leben. Kann man ihre Ausprägung
und Entwicklung messen und sie gar beeinflussen? Was ist
der Intelligenzquotient und inwieweit ist er maßgeblich für
Aufgabenlösungsfähigkeit, Denkleistung und Urteilsvermögen?
Die Intelligenz – Ausprägungen und Maß
Seit der Entwicklung des ersten Intelligenztests vor mehr als
hundert Jahren durch den französischen Juristen Alfred Binet,
haben sich viele Ausprägungen des Intelligenzbegriffs herausgebildet:
z. B. die emotionale, soziale, motorische und spirituelle
Intelligenz. Im Ursprung aber galt die Definition für die
Vermessung des Verstandes der kognitiven Intelligenz.
Auch der Begriff der Kognition wird uneinheitlich verwendet.
In einem umfassenden Sinne versteht man darunter alle
Denk- und Wahrnehmungsvorgänge, die zu mentalen Resultaten
wie Wissen, Einstellungen, Urteilen, Überzeugungen
etc. führen. Kognitive Intelligenz meint demnach eine
schnelle und ergebnisorientierte Auffassungsgabe, also ein
Verstehen („intellegere“) auch ungewohnter Aufgaben und
das Lösen neuartiger bzw. abstrakter Situationen. Gleichwohl
bleibt das Phänomen der Intelligenz ein bisweilen diffuses
Konstrukt, das von Intelligenzforschern unterschiedlich
definiert wird. Die Frage an zwei Duzend Experten, was denn
der Gegenstand ihrer Forschung sei, erbrachte zwei Duzend
unterschiedliche Antworten. Manch einer meint daher ganz
pragmatisch (oder in den Ohren der Intelligenzforscher auch
ganz ketzerisch), dass Intelligenz genau das sei, was Intelligenztests
messen.
Heute ist man sich weitgehend darüber einig, dass das
beste Maß für die allgemeine Intelligenz die Verarbeitungsgeschwindigkeit
und -kapazität des Arbeitsgedächtnisses ist.
Es darf nicht mit dem Kurzzeitgedächtnis verwechselt werden.
Damit ist die Speicherkapazität unseres Gehirns gemeint.
Dieses ermöglicht es uns, eine begrenzte Zahl von Informationen
präsent zu halten und wiederzugeben. Unter Arbeitsgedächtnis
hingegen versteht man eine komplexere kognitive Fähigkeit.
Dort werden Informationen nicht mehr nur repräsentiert,
sondern auch manipuliert. Dabei spielen Gedächtnisinhalte
auch in Form von unbewussten Erfahrungen und Prägungen
mit Umwelteindrücken und Emotionen zusammen. Eine Einkaufsentscheidung
ist eben keine rein vernunftgesteuerte
Intellekt-Entscheidung, sondern stets auch eine emotional
beeinflusste Intuitionsentscheidung.
Der Intelligenzquotient –
Tests und deren kritische Betrachtung
Um diese komplexe kognitive Gehirnleistungsfähigkeit zu
messen, entstand im Jahre 1905 aus stetig verbesserten Tests
die „Binet-Simon-Skala“. Der deutsche Psychologe William
Stern teilte dieses so genannte „Intelligenzalter“ durch das
Lebensalter – und entwickelte damit den Intelligenzquotienten.
In modernen Verfahren ist der Intelligenzquotient streng
genommen kein Quotient mehr. Im Sinne der Altersgerechtigkeit
werden Intelligenztests stets von mehreren Gleichaltrigen
absolviert, um dann die Testwertverteilung zu ermitteln –
also wie weit weicht der Einzelne vom Durchschnitt seiner
Altersgenossen ab? Aufgrund einer solchen Begabungsstatistik
wird definiert, dass 68 Prozent der Bevölkerung
mit einem IQ zwischen 85 und 115 normalintelligent sind,
14 Prozent mit einem IQ von größer als 115 überdurchschnittlich
begabt und 1 Prozent mit einem IQ höher 135 hochbegabt.
Einen IQ von über 140 erreichen nur 4 von 1.000 Testpersonen.
In diesem „IQ“ sehen manche Forscher einen verlässlichen
Indikator für das geistige Potenzial eines Menschen, während
andere die Messbarkeit des Denkvermögens anzweifeln
oder IQ-Tests aus Sorge vor Diskriminierung ablehnen. Nachdenklich
stimmt eine Langzeitstudie des US-amerikanischen
Psychologen Lewis Terman. Terman wählte anhand von
Intelligenztests über 1.500 Kinder mit besonderem IQ aus
und verfolgte jahrzehntelang deren Lebensweg. Einige aus
dieser Gruppe machten beachtliche Karrieren. Auch zwei
Nobelpreisträger waren in der Beobachtungsgruppe. Diese
allerdings waren nicht Teil der IQ-Elite, sondern wurden aus
der Testgruppe aufgrund ihrer Testergebnisse ausgesondert!
Was also genau misst ein Intelligenztest? Schließlich kursieren
im Internet unzählige, bisweilen sehr skurrile Möglichkeiten,
die eigene „Intelligenz“ zu testen. Genaugenommen ist es die
generelle Intelligenz, die sich hinter spezifischen Begabungen
verbirgt. Schon 1904 postulierte der Brite Charles Spearman
die Existenz eines solchen „g-Faktors“. Menschen mit einem
hohen g-Faktor sind in der Lage, sehr unterschiedliche Aufgaben
mit vergleichbar guten Ergebnissen zu lösen. In einem
Test hoher wissenschaftlicher Güte muss jede Aufgabe den
g-Faktor möglichst genau wiedergeben. So ist dieser generelle
Faktor praktisch gleichbedeutend mit der Intelligenz. Interessant
dabei ist eine Erkenntnis aus der Gehirnforschung mit
Hilfe bildgebender Verfahren, die folgendes zeigen konnten:
Testpersonen weisen beim Lösen von ganz unterschiedlichen
Aufgaben, die stark vom g-Faktor abhingen, eine erhöhte
Aktivität in einem klar umrissenen Gehirnareal auf. Dies
bestätigt die Vermutung, dass die Intelligenz im lateralen
präfrontalen Cortex lokalisiert ist.
Steigende oder abnehmende Intelligenz
der Bevölkerung?
Wenn man nun seit über 100 Jahren solche Tests vornimmt,
stellt sich die Frage, wie sich die Intelligenz der Weltbevölkerung
seit Beginn des vorherigen Jahrhunderts entwickelt
hat. Dieser Frage ging 1984 der neuseeländische Psychologe
James R. Flynn nach. Beim Vergleich einer Vielzahl an Testergebnissen
aus mehreren Jahrzehnten fand er einen Effekt,
der fortan seinen Namen trug. Der so genannte Flynn-Effekt.
Dieser besagt, dass in den Industrieländern die gemessenen
Intelligenzquotienten seit den ersten Tests bis in die 1990er
12 RC Premium 3/2018
?
Quelle: EIKE - Europäisches Institut für Klima und Energie
Jahre zunahmen. Der Effekt ist anhand von nicht-nachgeeichten
Tests in mittlerweile 30 Ländern nachgewiesen. Dafür spricht
auch, dass Intelligenztests an das gestiegene Leistungsniveau
fortwährend angepasst werden müssen. Wir werden also
immer intelligenter, und zwar um durchschnittlich neun IQ-
Punkte pro Generation. Umgekehrt – wenn man das zeitlich
zurückrechnet – müsste ein Großteil unserer Vorfahren um
das Jahr 1900 herum einen IQ von unter 70 gehabt haben und
damit nach heutigen Maßstäben als zurückgeblieben gelten.
Solche Schlussfolgerungen werfen kritische Fragen auf.
Gleiches gilt für eine ähnliche Datenanalyse des Psychologen
Richard Herrnstein und des Politologen Charles Murray. Sie
brachten einen niedrigen IQ in einen Zusammenhang mit
gesellschaftlichen Problemen und betonten besonders das
schlechte Abschneiden dunkelhäutiger Menschen. Man sieht:
die IQ-Forschung ist mit äußerster Vorsicht zu genießen!
Und nun stellen die norwegischen Forscher Bernd Tratberg
und Ole Rugenberg vom Frisch Centre der Universität Oslo
in ganz aktuellen Studien (veröffentlicht im Juni 2018) eine
gegenläufige wissenschaftliche Erkenntnis zur Diskussion: Die
Bewohner von Norwegen seien dümmer geworden.
Tatsächlich gibt es Anzeichen, dass der durchschnittliche
IQ weltweit seit den 90er Jahren stagniert oder sogar wieder
sinkt. Die Prognose lautet, dass der durchschnittliche IQ
innerhalb der nächsten 100 Jahre weltweit um 7 bis 10 Punkte
abfallen könnte. Generell zeigen Forschungsergebnisse,
dass genetische Faktoren hierbei eine untergeordnete Rolle
spielen. Sowohl der Flynn-Effekt als auch der gegenläufige
Trend seien durch Umweltfaktoren erklärbar, also durch
Bildungswesen, Mediennutzungsverhalten, medizinische
Versorgung, verstärkte intellektuelle Herausforderungen im
Alltag, Ernährung und Klima.
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Diese Aspekte gehen konform mit der Evolutionstheorie.
Das wurde im ersten Textteil dargestellt und ist plausibel.
Die Theorie des Klimaeinflusses jedoch gibt Anlass zu einer
Kritik, die generell in Erwägung zu ziehen ist, wenn Entwicklungen
in eine statistische Beziehung zueinander gesetzt bzw.
korreliert werden. Das Klima soll also die Intelligenzentwicklung
beeinflussen. Diese These folgt der Annahme, dass ein
Leben in niedrigeren Temperaturen eine höhere körperliche
Fitness voraussetzt und höhere soziale Anforderungen an
das Leben stellt, denn ein heißes Klima verlangt nach einem
hohen körperlichen Energiebedarf und verursacht Stress.
Insbesondere Kleinkinder verwenden bis zu 90 Prozent
der Körperenergie für das Gehirn. Korrelationsdiagramme
scheinen diesen Zusammenhang zu bestätigen. Die bei Intelligenztests
besonders erfolgreichen asiatischen Staaten wie
Japan, Taiwan oder Singapur stehen jedoch im Widerspruch
zu dieser These.
Darüber hinaus verunsichert, dass in den Forschungsberichten
ganz unterschiedliche Jahreszahlen auftauchen, ab wann
diese Trendumkehr von einer steigenden zu einer fallenden
Intelligenzentwicklung zu verzeichnen ist. Manchmal wird das
Jahr 1975, manchmal ein Jahr in den 90ern angeführt. Zur
Beurteilung der wissenschaftlichen Aussagekraft darf auch
der Einfluss der demografischen Entwicklung in den Industriestaaten
nicht verkannt werden. Das Älterwerden der
Bevölkerung führt dazu, dass immer mehr über 60-Jährige
an solchen Tests teilnehmen. Man muss wissen, dass das
Arbeitsgedächtnis zu den kognitiven Leistungen gehört, die
im Alter abnehmen. Demgegenüber ist zu bedenken, dass
der wiederholte Umgang mit IQ-Aufgaben zu Lerneffekten
führt. Es wird zunehmend schwieriger, Probanden zu finden,
die noch frei sind von jeglichen erworbenen Erfahrungen mit
derlei Tests. Das wiederum begründet die Verbesserung von
Testergebnissen.
Bei allen Testverfahren ist auch ins wissenschaftliche Kalkül
zu ziehen, dass die psychische Befindlichkeit enormen
Einfluss auf das Testergebnis nimmt. Je nach mentaler Verfassung
schwankt der IQ um 10 Punkte nach oben oder unten.
Das wirft den Gedanken auf, dass sich mit der Steigerung der
allgemeinen psychischen Stärke auch die Intelligenz steigern
lässt – oder umgekehrt: Mehr Frust, Hysterie und Depression
lässt die Intelligenz abnehmen.
Kognitive und motorische Intelligenz
im Gleichlauf oder im Widerspruch?
Bei all den kritischen und nachdenklichen Überlegungen zur
Art und Güte der Intelligenzforschung muss man mit den
wissenschaftlichen Erkenntnissen des norwegischen Forscherteams
(und auch anderer) davon ausgehen, dass der positive
Flynn-Effekt zum Ende des vergangenen Jahrhunderts seine
Umkehrung vollzogen hat. Damit geht dieser Trend konform
mit den Ergebnissen, die seit über zwei Jahrzehnten bei
Motoriktests zu verzeichnen sind: motorische Tests zeigen
eine insgesamt rückläufige durchschnittliche Leistungsfähigkeit
bei Kindern – dabei allerdings eine höhere Spanne
zwischen guten und schlechten Ergebnissen sowie einen
größer werdenden Leistungsunterschied zwischen motorisch
schwächeren Stadtkindern und bewegungsbegabteren
Kindern aus ländlichen Regionen.
Mitunter lassen sich die Ergebnisse aus IQ-Tests und
Motoriktests auch als Anpassungsmaße an die moderne Welt
interpretieren. Intelligenz als Denkvermögen in abstrakten
Kategorien ist in unserer Alltagswirklichkeit verankert. Dass
andere Kulturen bei abstrakten Intelligenztests schlechter
abschneiden, hat mit deren teils völlig andersartigen Alltagswirklichkeit
zu tun. Sind sie deshalb weniger „intelligent“?
Auch bei feinmotorischen Leistungen, wie z. B. der Fingerfertigkeit,
hat die moderne Welt Entwicklungsvorteile – wenn
wir nur an den Umgang mit Smartphones denken. Bei allgemeinmotorischen
Leistungsvergleichen zwischen deutschen
und z. B. afrikanischen Kindern würde ich persönlich auf
bessere Ergebnisse bei den jungen Afrikanern tippen. Das
aber ist kein wissenschaftlich begründeter Eindruck, sondern
eine reine Vermutung.
Körper und Geist lassen sich nun mal nicht trennen. Sensomotorische
und intellektuell-kognitive Leistungen stehen in
einem sich begünstigenden Zusammenhang. Das Wissen über
den Aufbau und die Funktionsweise des Gehirns begründet
diese Aussage. Das ist schon mal eine gute Nachricht für alle
Trainierenden, die ihren Körper fit und beweglich halten.
Umgekehrt ist jüngst eine Nachricht aufgetaucht, die eine
immer schwergewichtigere Gesellschaft mit durchschnittlich
zunehmendem Body-Mass Index nachdenklich stimmen
sollte – nach dem bisher gelernten aber nicht verwunderlich
erscheint: „Dick macht doof“, heißt es im DER SPIEGEL vom
4.8.2018, S. 109.
Forscher vom Leipziger Max-Planck Institut für Kognitionsund
Neurowissenschaften haben entdeckt, dass Übergewicht
das Gehirn schrumpfen lässt. Für diesen Befund wurden
zunächst die graue Substanz (Cortex), die weiße Substanz
(Großhirn) und die Durchblutung des Gehirns vermessen.
Begleitend dazu wurden Kognitionstests absolviert und das
Körpergewicht ermittelt. Die Befundergebnisse zeigten keine
großen Effekte – allerdings zeigen sie alle in die gleiche Richtung.
Diese Richtung bestätigt ein Forscher der University
of California in Los Angeles: Bei Übergewichtigen mit einem
Body-Mass Index zwischen 25 und 30 waren verschiedene
Areale des Gehirns um vier Prozent kleiner als bei Normalgewichtigen.
Bei Menschen mit Adipositas (BMI größer 30)
war dieser fettbedingte Gehirnschwund sogar doppelt so
groß. Während der US-amerikanische Forscher Paul Thomson
jedoch nur 94 Menschen untersucht hat, konnte Veronica
Witte und ihr Leipziger Team auf die Daten von mehr als
2.600 Erwachsenen zugreifen. Kernspinaufnahmen von 617
Testpersonen zwischen 60 und 80 Jahren offenbarten einen
Zusammenhang zwischen einem geringeren Volumen der
grauen Substanz und einem schlechteren Abschneiden bei
kognitiven Tests. Die Analyse des Blutflusses zeigte bei Menschen
mit Adipositas eine geringere Aktivität und Vernetzung
bestimmter Gehirnregionen. Die Untersuchungen lassen ver-
14 RC Premium 3/2018
muten, dass Adipositas das Gehirn schneller altern lässt und
das Risiko einer Demenz erhöht.
Natürlich gibt es schwere Menschen, die hochintelligent sind.
Und nicht alle Übergewichtigen werden dement. Das Gehirn
aber ist keineswegs immun gegen die Folgen von Übergewicht
und die damit einhergehenden Begleiterscheinungen
wie hohe Körper- und Blutfettwerte sowie entzündungsförderlichen
Botenstoffen, die insbesondere im innenliegenden
Bauchfettgewebe entstehen.
Umgekehrt stimmt hoffnungsfroh, dass von einem Körpergewichtsverlust
auch das Gehirn profitiert. Fettleibige zeigen
ein halbes Jahr nach einer operativen Magenverkleinerung in
Kernspinaufnahmen eine dickere Großhirnrinde – und einen
dünneren Körper.
Fazit
Zum Zusammenhang zwischen körperlicher Agilität, Körpergewicht
und Gehirnleistung ließen sich weitere Studien
anführen, die alle in die gleiche Richtung zeigen. Wenn man
sich mit der Entstehung, dem Aufbau und der Funktion des
Gehirns beschäftigt, erscheinen all diese Zusammenhänge
plausibel. Die Bedeutung von Bewegung, Ernährung und
sozialem Austausch für einen gesunden Körper und einen gesunden
Geist ist nicht hoch genug einzuschätzen.
Dagegen gibt es keine einzige wissenschaftliche Untersuchung,
die einen positiven Einfluss von irgendwelchen
Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, Pillen oder
Säftchen belegen kann. Trotz aller Bemühungen konnte die
Pharmaindustrie bislang keine denk- und gedächtnissteigernden
Pillen auf den Markt bringen, die einem empirischen Test
standhalten.
Bewegung, Sport oder gar ein systematisches gesundheitsorientiertes
Muskeltraining ist das beste Medikament nicht
nur für die körperliche Fitness, sondern auch für die Gehirngesundheit
und geistige Leistungsfähigkeit. „Muskeln düngen
das Gehirn“, schreibt Andreas Stippler in einer brandneuen
Veröffentlichung mit dem Titel „Kluge Muskeln“.
So sehr der IQ auch genetisch determiniert sein mag – die
allgemeine Leistungsfähigkeit und die Aussicht auf Erfolg in
Schule, Sport und Beruf ist zu weniger als einem Drittel von
Intelligenz oder Talent abhängig. Motivation, Ausdauer und
Fleiß; Resilienz, Willenskraft und die Bereitschaft, Belohnungen
auf die Zukunft zu verschieben, spielen eine weitaus
größere Rolle. Insofern ist es gar nicht so wichtig, was ein
IQ- oder Motoriktest über uns sagt. Wichtig ist stets, was wir
daraus machen …
Literatur kann beim Autor erfragt werden.
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15
HÄTTEN SIE´S
GEWUSST?
Hätten Sie gewusst, …
... dass das Gehirn nur etwa fünf Prozent des
Energieverbrauchs für das bewusste Denken verwendet?
Die restlichen 95 Prozent werden für
Grundaktivitäten des Körpers verwendet, dies sind
beispielsweise lebenserhaltende Funktionen wie
die Regulierung von Atmung und Puls.
Hätten Sie gewusst, …
… dass es beim Gehirn nicht auf die Größe ankommt.
Das Lebewesen mit dem absolut größten Gehirn ist
der Pottwal. In Relation zur Körpergröße verfügt das
Sitzhörnchen über das größte Gehirn. Und übrigens
hatten unsere Vorfahren schon mal größere Gehirne
als wir. Im Laufe der Evolution hat die Gesamt-Gehirnmasse
des Homo sapiens um ca. 150 g abgenommen.
Hätten Sie gewusst, …
... dass in Hamburg die intelligentesten Deutschen
leben? Mit einem IQ von 113 Punkten belegen sie
den ersten Platz deutschlandweit. Dahinter folgen
die Städte Karlsruhe (112), Tübingen (111) sowie
Köln, Heidelberg, Frankfurt am Main und Kiel mit
je 110 IQ-Punkten.
Hätten Sie gewusst, …
... dass schlaue Menschen die Gehirntätigkeit
weniger beanspruchen? Ein weniger intelligenter
Mensch ist ungeübter und unwissender, sodass
sich das Gehirn mehr anstrengen muss. Ein höherer
Aufwand muss betrieben werden, da mehr Sauerstoff
und Zucker für den Denkvorgang benötigt
wird.
Hätten Sie gewusst, …
... dass das Gehirn etwa zwei Prozent unseres
Körpergewichts ausmacht? Dafür ist es für fast 20
Prozent des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich.
Es verbraucht rund doppelt so viel Energie
wie unser Herz.
Hätten Sie gewusst, …
... dass das Gehirn aus chemischer Betrachtung
etwa 60 % aus Wasser und die restliche Masse
hauptsächlich aus Fett besteht? Der hohe Fettanteil
resultiert aus den Gehirnzellen bzw. ihren
Zellmembranen.
Hätten Sie gewusst, …
...dass wir pro Tag 60.000 bis 70.000 Gedanken
haben? Drei Prozent dieser Gedanken sind positiv,
aufbauend; 27 Prozent negativ, destruktiv und
die restlichen 70 Prozent sind nebensächliche,
flüchtige Gedankengänge.
Hätten Sie gewusst, …
… dass die Behauptung, „der Mensch nutzt nur etwa
10 Prozent seiner Gehirnkapazität“, ein Mythos ist?
Solch eine Aussage lässt sich allenfalls der Parawissenschaft
zuordnen. Das mag in der esoterischen Selbsthilfeliteratur
als Argument dienen. Fakt ist aber, dass
diese Aussage mit seriösen neurowissenschaftlichen
Erkenntnissen zweifelsfrei widerlegt werden kann.
Leider kursiert dieser Satz immer und immer wieder
durch die Medien. Geben Sie nichts darauf. Es stimmt
nicht!
16 RC Premium 3/2018
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17
KOLUMNE
Ärzte, Denken und Bauchentscheidungen
von Prof. Dr. Joachim E. Fischer
Es ist kurz vor Mitternacht und einem
Kind auf der Station geht es nicht gut.
Ich bin Assistenzarzt und alleine, denn
der Oberarzt schläft in 20-minütiger
Entfernung. Das Kind atmet schwer,
Diagnose: Lungenentzündung. Trotz
Sauerstoffzufuhr erreicht die Sättigung
im Blut nur kritische 87 Prozent, deutlich
über 90 Prozent wäre normal. Die Situation
wird kritisch, doch genau in diesem
Moment kommt der Chefarzt der Narkoseabteilung
um die Ecke. „Ich wollte nur
mal nach Dir und dem Kind schauen.“,
sagt er. „Aber Du hast doch gar keinen
Dienst?“, antworte ich verwundert.
„Weißt Du, manchmal hat man so ein
Gefühl … “ Ehe er den Satz ganz vollendet,
bricht die Atmung des Kindes vollständig
zusammen. Eine Stunde später
übergebe ich das Kind auf die Intensivstation
einer nahegelegenen Klinik mit
Maximalversorgung.
Hat der Schutzengel des Kindes den Narkosearzt
im genau richtigen Moment
vorbeigeschickt? War es die langjährige
Erfahrung des Arztes oder sein überlegenes
Denkvermögen? Worauf gründen
wir Ärzte unsere Prognosen und Therapieentscheidungen?
Laien und der Anfänger
glauben, da würden Laborwerte,
Bilder oder neuerdings IBM Watson
helfen. Leider ist dem nicht so. In den
seltensten Fällen, etwa bei genetisch bedingten
Erkrankungen, gibt eine Laboruntersuchung
klare Auskunft.
Selbst so etwas vermeintlich Einfaches
und Zuverlässiges wie ein Schwangerschaftstest
oder ein HIV-Test ist meist,
aber nicht immer, richtig. Und auch
Bilder helfen kaum weiter bei so Alltäglichem
wie Rückenschmerzen. In
den seltensten Fällen sieht man auf der
Kernspintomografie einen zwingenden
medizinischen Befund. Bei den meisten
Betroffenen finden Radiologen Veränderungen
an den Bandscheiben und an den
Wirbelknochen. Würden sie Gesunde
ohne Schmerzen untersuchen, fänden
sie genau die gleichen Veränderungen:
Zeichen des Älterwerdens, weiter nichts.
Das Bild hat praktisch keine verwertbare
Aussage, es dient nur dazu, etwas sehr
Seltenes auszuschließen.
Gerade bei Rückenschmerzen denken
wir, erst der objektive Befund gäbe uns
die Sicherheit, den Patienten zum Physiotherapeuten
zu überweisen, obwohl
das schon vier Wochen Wartezeit früher
die sinnvollste Maßnahme gewesen
wäre. Gerade wir Ärzte sind besonders
häufig Opfer von Denk- und Urteilsfehlern:
Auf der einen Seite ist es unsere
Aufgabe Seltenes nicht zu übersehen.
Auf der anderen Seite führt das leicht zu
großzügiger Ausschlussdiagnostik ohne
Erkenntnisgewinn. Oder es führt dazu,
dass wir eine Besserung der Symptome
den eigenen Verordnungen zuschreiben,
obwohl sie ohnehin von alleine eingetreten
wäre.
Heute lächeln wir über den Aderlass als
Therapie bis ins 19. Jahrhundert, aber
damals entsprach das dem Katechismus
der Lehrmeinung.
Inzwischen denken wir Ärzte naturwissenschaftlicher,
in Ursache- und Wirkung-Kategorien.
Logisch ist beispielsweise,
dass jemand, der auf dem Rücken
18 RC Premium 3/2018
liegt, leichter an Erbrochenem ersticken
kann. Doch auch hier können Denk- und
Urteilsfehler auftreten. So war früher die
logische Ableitung aus diesem Faktum:
Babys sollen auf dem Bauch schlafen,
damit das häufige Aufstoßen nach dem
Trinken nicht zum Ersticken führt. Entgegen
der Lehrmeinung empfahl der
leitende Kinderarzt meiner damaligen
Klinik, Babys sollten auf dem Rücken
schlafen. Meine Kollegen aus der Universitätsklinik
scholten ihn als unverantwortlichen
anthroposophischen Spinner.
Bis ein Kinderarzt aus Münster die landesweiten
Obduktionsberichte genauer
anschaute und darüber stolperte, dass
die meisten gestorbenen Babys auf dem
Bauch gefunden wurden. Er hatte den
Mut, die Empfehlung für Nordrhein-
Westfalen zu ändern: Wo Babys fortan
auf dem Rücken schliefen, sank die
Häufigkeit des plötzlichen Kindstods um
40 Prozent.
Ein halbes Leben nun habe ich mich damit
befasst, wie man das Denken von
uns Ärzten unterstützen kann: etwa
durch vernünftigere Schlussfolgerungen
aus Laborwerten, durch bessere Fragebögen,
durch optimierte Prozesse.
Manchmal hilft bei der Lösungssuche,
ein Problem mit Experten aus ganz anderen
Lebensdomänen zu durchdenken
und damit eine andere Perspektive im
Denken einzunehmen. So schilderte ich
bei einem Geburtstagsfest dem Landesleiter
eines großen Speditionskonzerns
das Problem der Wartezeiten bei Rückenschmerzen
oder bei psychischen
Beschwerden sowie die Unfähigkeit
unseres Gesundheitswesens, eine einfache
Behandlungskette von der Früherkennung
am Arbeitsplatz über den
Hausarzt, Termin beim Spezialisten und
ambulante Fachtherapeuten bis zur
Rückkehr an den Arbeitsplatz wartezeitfrei
zu organisieren. Er schüttelte
nur den Kopf und meinte, das Transportwesen
hätte schon zur Zeit der Postkutschen
bessere Prozesse aufgesetzt. Mein
Problem sei rein organisatorisch in der
Logistik längst digital gelöst, jeder könne
heute sein Paket online verfolgen.
Ganz so einfach ist es dann natürlich
eben doch nicht. Beim Verschicken eines
Pakets gibt es nur einen möglichen Verlauf.
Bei einer medizinischen Behandlung
ist es eher so, als würde sich erst
unterwegs anhand von Laborwerten
oder Röntgenbildern entscheiden, ob
das Paket nach Dubai oder St. Petersburg
geschickt wird. Das gleicht dann schon
eher der Sicherheitskontrolle am Flughafen,
bei der mein Handgepäck überzufällig
häufig für den Sprengstofftest aussortiert
wird.
Aber vielleicht lässt sich ja doch etwas
abschauen von der Sicherheitskontrolle
am Flughafen, von Logistikunternehmen
und von Produktionsketten und deren
Denkweisen und Lösungsstrategien, um
bei Rückenschmerzen oder psychischen
Beschwerden den Betroffenen rascher
zu helfen und sie zügiger der mutmaßlich
richtigen Behandlung zuzuleiten.
An dieser Herausforderung arbeiten wir
im Rahmen eines großen EU-Projekts.
Die Gemeinde Nußloch, ihre Ärzte und
Unternehmen aus Nußloch werden mithelfen,
bessere Prozesse für eine raschere
Behandlung, bei Rückenbeschwerden,
Schmerzen oder psychischen Belastungen
zu entwickeln. Und damit beizutragen
die – laut der Weltgesundheitsorganisation
- mit Abstand wichtigste
verlorene Ursache verlorener gesunder
Lebensjahre etwas zu lindern.
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über unser aktuelles Wissen zu den physiologischen Wechselwirkungen
von Ernährung und Bewegung u. a. hinsichtlich
Körpergewicht, Stoffwechsel, Fettgewebe, Hormone, Herz-
Kreislauf-System sowie des Knochenbaus und der Immunität.
Die Ergebnisse dieser Langzeitstudien sind Grundlage für die
Ausführungen im vorliegenden Buch. Jedes Thema wird dabei
sehr übersichtlich auf möglichst nur einer Seite behandelt.
Wichtige physiologische Anpassungsmechanismen werden
aufgezeigt und die Grundprinzipien der Gesundheitsvorsorge
diskutiert. Ein Sachbuch, das für alle Interessierten an dieser
populären Thematik gut verständlich geschrieben ist. Für die
vorliegende 4. Auflage wurde der Text erneut überarbeitet
und dem derzeitigen Wissensstand angepasst. Das Buch enthält
zusätzlich 7 neue Kapitel zu hochaktuellen Themen. Vor
allem trägt es auf dem Cover ein Foto vom Zentrum Aktiver
Prävention im Racket Center, wo der Autor regelmäßig sein
Training absolviert.
Leseprobe :
12 - Die Steuerung des Energieumsatzes im Gehirn
Die Regulation des Energieumsatzes durch Hunger und
Sättigung wird im Gehirn gesteuert. Der Hypothalamus, ein
Teil des Zwischenhirns, spielt bei diesem überaus komplexen
Vorgang die dominierende Rolle (Ngyuen et al. 2011;
Nakajima et al. 2016). Die Hormone Neuropeptid Y (NPY) und
Agouti-related-Protein (AGRP) stimulieren den Appetit und
drosseln den Energieverbrauch im Grundumsatz. Gegenspie-
Der Autor:
Dietger Mathias, geboren 1939 in Berlin, Studium
der Chemie und Medizin in Berlin und Heidelberg,
Promotion in beiden Fächern, Habilitation in Medizin,
einjähriger Forschungsaufenthalt an der New
York University bei Severo Ochoa. Zwei Jahre wissenschaftlicher
Mitarbeiter an der Medizinischen
Hochschule Hannover und 18 Jahre am Klinikum der
Universität Heidelberg. Dort auch Weiterbildung zum
Facharzt für Laboratoriumsmedizin/Transfusionsmedizin.
Von 1992 bis 2012 niedergelassener Arzt in
Geesthacht und Berlin.
Verfasser von „Fit statt fett“, 1999, Blackwell-Verlag,
„No sports? Was Churchill nicht wusste oder die
Eroberung der Fitness“ 2001, MIT-Verlag, „Professionelle
Prävention – Gesundheitsförderung durch richtige
Ernährung und mehr Bewegung“, 2006, Urban &
Fischer – Verlag, „Fit von 1 bis Hundert – Ernährung
und Bewegung – Aktuelles medizinisches Wissen
zur Gesundheit“, 2009, 2. Aufl. 2012, 3. Aufl. 2015,
Springer-Verlag und Englische Fassung der 3. Aufl.
(„Staying healthy from 1 to 100 – Diet and exercise –
Current medical knowledge on how to keep healthy“),
2016, Springer-Verlag.
20 RC Premium 3/2018
ler von NPY und AGRP sind das α-Melanozyten stimulierende
Hormon (α-MSH) sowie das >>cocaine- and amphetamineregulated
transscript<< (CART). Beide dämpfen den Appetit
und erhöhen den Energieverbrauch. NPY/AGRP wirken also
auf den Appetit wie ein Gaspedal und α-MSH/CART wie eine
Bremse.
Diese Systeme hemmen sich zunächst gegenseitig. Als Regulativ
dafür dient ein normaler Glucosespiegel. Sinkende
Glucosekonzentrationen bei fehlender Nahrungsaufnahme
heben aber die hemmende Wirkung der α-MSH/CART-
Zellgruppe auf. Das in seiner Funktion jetzt überwiegende
NPY/AGRP-System stimuliert die Bildung der Orexine A und
B, die im lateralen Hypothalamus Hungergefühle auslösen.
Zusätzlich aktivieren diese die Wachfunktion des Gehirns,
denn schließlich muss man munter sein, um Nahrung zu sich
nehmen zu wollen oder, wie in früheren Zeiten unabdingbar,
um auf Nahrungssuche gehen zu können. Nach Sättigung
verdrängen die jetzt in höherer Konzentration vorhandenen
Glucosemoleküle die Orexine von ihren Rezeptoren. Der
Appetit lässt nach, der Mensch wird müde und kann besser
einschlafen.
Tückisch aber ist in diesem Zusammenhang der heute selbst
schon von Jugendlichen übertriebene Konsum von reinem
Zucker, z. B. durch das Vieltrinken von Softdrinks (Kap. 50).
Denn unser normaler Kristallzucker besteht nur zur Hälfte aus
Glukose. Die andere Hälfte ist Fructose. Dieser Fruchtzucker
liefert genauso viele Kalorien wie die Glukose, greift jedoch
nicht bremsend in die Steuerungssignale des Energieumsatzes
ein (Kap. 14). Deshalb führen diese Süßgetränke zu einer
besonders schnellen Körperfettbildung bei (Caprio 2012; de
Ruyter et al. 2012; Te Morenga et al. 2013; Page et al. 2013)
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EXPERTEN
RAT
Verletzungen der Muskeln und
Sehnen – was kann man machen?
von Prof. Dr. med Holger Schmitt
Muskel- und Sehnenverletzungen
beim Sport
Wie schnell ist das passiert: Ein kurzer
Antritt bei einem Stoppball des Gegners
kurz hinter das Netz und plötzlich ein
stechender Schmerz auf der Oberschenkelrückseite.
Was ist vorgefallen?
Betrachtet man alle Sportarten im Gesamten,
so ist eine der häufigsten Sportverletzungen
die Muskelverletzung im
Bereich des Oberschenkels. Insbesondere
bei Sprint- und Sprungsportarten
sind die Sportler*innen häufig betroffen,
da gerade bei diesen Belastungen
der Muskel- Sehnenapparat durch die
Aktivität gedehnt wird und sich dann
plötzlich zusammenzieht. Am häufigsten
finden sich Muskelverletzungen bei
Fußballspielern*innen und hier vor allem
bei Sprints. Aber auch bei komplexeren
Bewegungen wie beim Tennisspielen
durch kurze Richtungsänderungen und
sogenannte stop-and-go-Bewegungen
sind Muskeln und Sehnen im Bereich der
unteren Extremitäten gefordert. Kommt
es zu einer derartigen Muskelverletzung
sollte frühzeitig festgestellt werden,
welche Art der Verletzung vorliegt. Dementsprechend
kann je nach Ausmaß der
Verletzung eine Wiederaufnahme der
sportlichen Aktivität geplant werden.
Funktionelle Muskelverletzungen
Grundsätzlich unterscheidet man bei
Muskelverletzungen zwischen funktionellen
und strukturellen Befunden.
Funktionell bedeutet, dass kein eigentlicher
Strukturschaden durch zum Beispiel
einen Riss vorhanden ist, die Muskulatur
aber nicht ihre normale Funktion
erfüllen kann. Derartige Befunde äußern
sich in Muskelverhärtungen oder einer
nicht adäquaten Ansteuerung der Nervenbahnen
mit Muskelschwäche. Auch
wenn in diesen akuten Fällen Sport
Sichtbare Delle am Oberschenkel nach einer Muskelruptur des musculus quadriceps
beziehungsweise Laufen und Springen
nicht möglich ist, lassen sich solche Beschwerden
relativ schnell behandeln.
Muskelverhärtungen können durch sogenannte
detonisierende Maßnahmen
frühzeitig therapiert werden, das heißt
der Muskeltonus muss reduziert werden.
Wärme, Massage, Dehnung und weitere
durchblutungsfördernde Maßnahmen
(Elektrotherapie, durchblutungsfördernde
Salben) führen innerhalb weniger
Tage zum Ziel und damit zur Schmerzfreiheit.
Bereits nach kurzer Zeit kann häufig
wieder mit einem leichten Lauftraining
begonnen werden.
Strukturelle Muskelverletzungen
Problematischer und vor allem langwieriger
sind Muskelverletzungen, bei
denen es zu einer strukturellen Läsion
kommt. Von leichten Zerrungen mit
Überdehnung der Muskelfaszie (Muskelhülle)
über Muskelfaserrisse mit kleinen
Einblutungen bis hin zu Komplettrupturen
großer Muskelgruppen kann das Ausmaß
der Verletzungen variieren. In der
Akutphase sollte nach dem sogenannten
PECH- Schema (Pause, Eis, Compression,
Hochlagerung) vorgegangen werden.
Neben der klinischen Untersuchung
durch einen Sportmediziner sind in der
Anfangsphase auch bildgebende Verfahren
wie zum Beispiel Ultraschall hilfreich,
um gegebenenfalls Einblutungen frühzeitig
feststellen zu können. Bei größeren
Blutergüssen sollte zur genauerer Abklärung
eine Kernspindiagnostik erfolgen.
Mehr als 90 Prozent aller Muskelverletzungen
können konservativ behandelt
werden. Nach einer anfänglichen Ruhigstellung
mit einem Kompressionsverband
und Entlastung an Unterarmgehstützen
kann nach wenigen Tagen mit
begleitenden physiotherapeutische Maßnahmen
detonisierend auf die Umgebung
der Verletzung eingewirkt werden,
22 RC Premium 3/2018
um über eine oben beschriebene Tonusreduktion
der angespannten Muskulatur
auch den Schmerz zu reduzieren.
Der Heilvorgang dauert dann mehrere
Wochen.
Bei Zerrungen rechnet man mit zwei bis
drei Wochen, bei kleinen Muskelfaserrissen
mit drei bis vier Wochen, bis ein
Trainingsbeginn erfolgen kann. Bei größeren
Verletzungen kann die Rückkehr
zum Sport drei bis vier Monate dauern.
Bei leistungsorientierten Sportlern mit
Komplettruptur der Muskulatur nahe am
Knochenansatz wird zu einer operativen
Therapie geraten, bei der die gerissenen
Muskulatur wieder an den Knochen
fixiert werden kann. In vielen Fällen hat
sich das Muskel- Sehnenbündel mehr als
zwei bis drei cm vom Knochen entfernt.
Eine konservative Behandlung führt zwar
auch in diesen Fällen meistens zu einer
kompletten Narbenheilung, allerdings
muss bei konservativer Behandlung ein
Funktionsverlust durch veränderte Spannungsverhältnisse
in Kauf genommen
werden, da der Muskelanteil von außen
nicht an den Knochen herangeführt
werden kann.
Wird eine Muskelverletzung diagnostiziert
und korrekt behandelt, kommt es
in über 90 Prozent zu einem folgenlosen
Ausheilen. Problematisch – und von
außen nicht ganz einfach vorzunehmen –
ist die Beurteilung der Belastbarkeit nach
einer Verletzung. Auch wenn im Alltag
keine Schmerzen vorhanden sind und
die angrenzenden Gelenke wieder frei
bewegt werden können, ist hiermit nicht
zwangsläufig eine hundertprozentige
Sporttauglichkeit verbunden. Verschiedene
sportartspezifische Funktionstest
bieten sich an, die Leistungsfähigkeit zu
bewerten.
Grundsätzlich sollten keine Schmerzen
mehr bestehen und auch die Dehnbarkeit
des Muskel- Sehnenapparates seitengleich
vorhanden sein. Bei einem zu
frühen Wiedereinstieg in den Sport ist
von einer Rezidivrate von 25 Prozent
die Rede. Auch Schmerzmittel sollten
nicht mehr erforderlich sein, da sie häufig
Restbeschwerden maskieren können
und somit das erneute Verletzungsrisiko
gesteigert wird.
Kernspintomographische Darstellung der
Muskulatur im Beckenbereich ohne Schädigung
Präventionsmaßnahmen
Am besten ist es natürlich, sich gar nicht
erst zu verletzen. Doch wie kann präventiv
etwas gegen Verletzungen unternommen
werden? Wissenschaftliche
Untersuchungen haben mittlerweile
belegen können, dass die Verletzungs-
Prof. Dr. med Holger Schmitt
• Arzt für Orthopädie und
Unfallchirurgie mit Schwerpunkt
Sportorthopädie, Hüftund
Kniechirurgie
• Deutsches Gelenkzentrum
Heidelberg in der ATOS Klinik
• Präsident des Sportärztebundes
Baden
• Seit mehr als 20 Jahren ärztlicher
Betreuer von Hochleistungssportlern
zahlreicher
Sportarten der Metropolregion
Rhein-Neckar
• Mitglied der Kommission
Medizin und Analytik der NADA
• 2008 bis 2012 Präsident der
Gesellschaft für Orthopädie und
Traumatologie im Sport (GOTS)
gefahr für den Muskel- Sehnenapparat
der unteren Extremität erheblich von
den biomechanischen und anatomischen
Voraussetzungen am Becken abhängt.
Die Stabilisierung der beckenumgreifenden
Muskulatur und der Rumpfmuskulatur
kann dazu beitragen, dass Belastungen
auf die untere Extremität reduziert
werden können.
Gelingt es durch Muskeltraining auch
während der Sportbelastung und hier
insbesondere beim Sprinten und Springen
das Becken aufzurichten (hierfür ist
insbesondere die Bauchmuskulatur verantwortlich),
finden sich auf der Oberschenkelrückseite
durch Annäherung
des Muskelansatzes und des -ursprungs
günstigere Spannungsverhältnisse, die
die Verletzungsgefahr reduzieren. Auch
die schräge Bauchmuskulatur und die
Rückenmuskulatur haben hieran ihren
Anteil. Daher sollte in das Basistrainingsprogramm
des leistungsorientierten
Tennisspielers unbedingt ein Rumpftrainingsprogramm
integriert werden,
um nicht nur die Leistungsfähigkeit des
Spielers zu verbessern, sondern auch
einer Verletzung vorzubeugen.
Gerade bei Mannschaftssportarten und
hier vor allem bei professionellen Fußballteams
ist das regelmäßige Grundlagentraining
mit kräftigenden und koordinativen
Inhalten in der Prävention
von Muskel- Sehnenverletzungen durch
Studien belegt.
Grundsätzlich sollten die Spieler*innen
vor Aufnahme intensiver Trainings- und
Wettkampfbelastung eine sportmedizinische
Untersuchung absolvieren, um
gegebenenfalls auf prädisponierende
Faktoren (Beinlängendifferenzen, Beinachsabweichungen,
Gelenkinstabilitäten,
Wirbelsäulenauffälligkeiten u. a.) hinzuweisen,
die in einem Präventivprogramm
berücksichtigt werden können.
Es sollte genügen, aus einem Repertoire
von Stabilisierungs- und Koordinationsübungen
vor jeder Trainingseinheit drei
bis vier Übungen herauszugreifen, um
die Spieler*innen auf das Training vorzubereiten
und bereits Prävention zu
betreiben.
Literatur beim Verfasser
23
THERAPEUTEN
RAT
Wissen wirkt. Für eine erfolgreiche Therapie ist es wichtig, dass Betroffene
lernen, ihre Schmerzen und deren Antreiber besser zu verstehen.
Das Schmerzgedächtnis
von Benjamin Schauer
Jeder kennt die Situation, wenn man sich in den Finger
schneidet. Der Finger schmerzt, ist warm, etwas geschwollen
und lässt sich nicht gut im Alltag nutzen. Warum aber
empfindet man Schmerz auch dort, wo vielleicht gar keine
Verletzung vorliegt?
Schmerz als Alarmanlage
In der Regel verspürt der Mensch dann einen Schmerz, wenn
entweder eine tatsächliche Schädigung vorliegt oder zumindest
eine Verletzung droht. Dieser akute Schmerz hat eine
schützende Funktion, um eine Gewebeverletzung zu verhindern
oder die betroffenen Körperstrukturen zu entlasten,
so auch bei einer Schnittverletzung. Durch die Schwellung und
den Schmerz stellt der Körper sicher, dass für den Finger eine
ideale Heilungsumgebung geschaffen wird. Mit fortschreitender
Heilung wird der Finger dann wieder belastbarer und
der Schmerz nimmt ab. Dieser kluge Mechanismus funktioniert
auf diese Art und Weise überall im Körper. Der Mensch
hat durch ihn eine eingebaute intelligente Alarmanlage, die
genaue Rückmeldung über die momentane Belastbarkeit
gibt.
Allerdings kann es in manchen Fällen dazu kommen, dass dieses
Schutzsystem seine Aktivität über das normale Maß erhöht.
Man spricht dann von einem übersensiblen, also übermäßig
schützenden und kontrollierenden System. Wichtig:
Nach wie vor versucht der Körper sich selbst zu schützen! Der
entscheidende Unterschied ist: Der Schutz geht über die Zeit
der Wundheilung hinaus.
Die Wissenschaft ist sich noch nicht sicher, welche Faktoren
genau an der Entstehung und Aufrechterhaltung von langanhaltenden
Schmerzen beteiligt sind. Diskutiert werden unter
anderem Einflüsse wie Genetik, Gewebezustand, Angst,
Stress, schlechter Schlaf, Depressionen und viele weitere. Vor
allem was ein Mensch über seine Beschwerden denkt, wie
er damit umgeht, wie er sich fühlt und wie stark er dadurch
in seinem Alltag eingeschränkt ist, wird für Wissenschaftler
immer interessanter.
Anzeichen dafür, dass jemand ein übermäßig sensibles und
schützendes Alarmsystem hat:
• plötzlich spürt man Schmerz an eigentlich „gesunden“
Stellen; der Schmerz wandert
• normalerweise schmerzfreie Bewegungen werden auf
einmal schmerzhaft
• leichte Berührungen und Druck sind auf einmal schmerzhaft
24 RC Premium 3/2018
Mayer
& Rexing
Sanitätshaus
BlackFlex-Line
Sensomotorische Einlagenversorgung
der neuen Dimension
von Christian Krüger, Mayer & Rexing
Haben Sie Fuß-, Knie- oder muskuläre Verspannungs-Schmerzen?
Der menschliche Körper ist in unserer heutigen Arbeits- und Lebenswelt einer Vielzahl an
Alltagsbelastungen ausgesetzt.
Die einseitigen körperlichen Tätigkeiten, langes Sitzen am Arbeitsplatz, Bewegungsmangel und
mentaler Stress haben dramatische Auswirkungen auf unseren Haltungs-und Bewegungsapparat.
Die Folgeerscheinungen sind:
• Muskuläre Verspannungsschmerzen
• Chronische Rückenbeschwerden
• Körperhaltungsschwächen mit muskulären Dysbalancen.
• Fußmuskelschwächen mit Fußdeformitäten
Die Abschwächung der Halte-und Bewegungsmuskulatur führt zur Fehlhaltung, Bewegungseinschränkung
der Gelenke, sowie zur permanenten Überlastung der Fußgelenke.
Die Folge im fortgeschrittenen Alter sind Schmerzen und vorzeitige Arthrose – Verlust der Lebensqualität.
Bei der Entstehung von orthopädischen Beschwerden spielt der Fuß als erste sensorische Kontaktstelle
zwischen Körper und Umwelt eine entscheidende Rolle.
Signalisieren die Füße z.B. eine Bänder-& Fußmuskelschwäche an das Bewegungssystem des Körpers,
so sind oft die übergreifenden Gelenkebenen Knie-Hüfte- und Rücken einseitig überlastet.
Die ungesunde Gelenkstellungsveränderung führt oft zu einseitiger Gelenkspaltverengung in den
Wirbelgelenken/ erhöhter Druck auf die Bandscheiben bzw. Quetschung und Schädigung von
Meniskus und Knorpel im Knie.
Jede Fußdeformität z.B. der Knickfuß, Spreizfuß oder Hallux Valgus geht zunächst mit einer
skelettaren Störung der Körperstatik einher.
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25
Schmerz entsteht im Gehirn
Nicht immer tut etwas weh, obwohl eine Verletzung vorliegt
und oft liegt eine Verletzung schon sehr lange zurück und
trotzdem empfindet derjenige weiterhin Schmerzen. Wie
kann das sein? Mit dem klassischen Verständnis von Schmerz
lässt sich diese Tatsache schwer erklären. Stattdessen ist sich
die Schmerzforschung mittlerweile sicher, dass das körpereigene
Alarmsystem vom Gehirn gesteuert wird. Kommt
dieses zum Entschluss, dass eine Situation bedrohlich ist,
wird Schmerz generiert. Das bedeutet allerdings nicht, dass
eine Verletzung oder eine potentielle Schädigung irrelevant
ist. Der Körper besitzt überall Rezeptoren, die durch zu starke
mechanische, chemische und thermale Reize eine Gefahreninformation
an das Gehirn senden. Das heißt: Der Mensch
besitzt keine Schmerzrezeptoren, sondern lediglich Gefahrensensoren.
Am Ende entscheidet das Gehirn, ob diese Information
in der jetzigen Situation relevant ist und Schmerz
als Konsequenz entsteht. Für jeden Menschen sind dabei die
Faktoren individuell und zu unterschiedlichen Anteilen an
der Entstehung von Schmerz beteiligt.
das Gleiche passiert auch bei Schmerzen. Ohne zu tief in die
genauen Vorgänge einsteigen zu wollen, kommt es bei
langanhaltenden Schmerzen zu Veränderungen an der
schmerzenden Stelle, im Rückenmark und im Gehirn.
Je mehr Bedeutung den Schmerzen beigemessen wird, je
öfter sie ausgelöst werden und je länger sie anhalten, umso
mehr Informationen fließen zum Gehirn und vom Gehirn
weg und umso leichter lösen Reize dadurch einen erneuten
Schmerz aus. Da Schmerz immer eine bewusste Empfindung
ist, die oft zusammen mit speziellen Situationen, Bewegungen,
Gedanken und Gefühlen auftritt, lernt das Gehirn nicht
nur Schmerzen leichter zu produzieren, sondern verknüpft
eben diese Emotionen, Situationen und Bewegungen mit
Schmerz. In manchen Fällen ist es ausreichend, dass allein
der Gedanke an die Bewegung oder an die Verletzung die
gleichen Schmerzen wieder auslöst. Im Gehirn sind dabei
dieselben Areale aktiv.
Was lässt sich nun gegen ein übermäßig
sensibles Schmerzgedächtnis tun?
Das Beste zu Beginn: Ja, es gibt Möglichkeiten, diesen
Zustand zu ändern.
Da das Schutzsystem in manchen Fällen zu sensibel ist, ist das
Allerwichtigste, diese Funktionen wieder zu normalisieren.
Das klingt in der Theorie sehr leicht. Es braucht Zeit und viel
Durchhaltevermögen, Dinge Schritt für Schritt zu ändern und
wieder mehr Vertrauen in den Körper zu entwickeln. Die
Beschwerden entwickeln sich über einen längeren Zeitraum.
Bewegungs- und Verhaltensweisen schleichen sich mit der
Zeit ein. Oft werden Aktivitäten vermieden und Hobbies, die
einmal Freude bereitet haben, eingestellt. All das verstärkt
und unterhält unter Umständen das Problem. Häufig gibt es
in diesem Prozess Rückschläge. Außerdem sind die Schmerzen
gelegentlich kaum spürbar und im nächsten Moment
wieder wahnsinnig stark. Obwohl das schnell zu Missmut
führt, ist es tatsächlich ein sehr gutes Zeichen. Es zeigt dem
Betroffenen, dass der Schmerz sich ändern lässt und kein
unveränderlicher Zustand ist.
Körperliche Aktivität und Training sind wichtige Bestandteile in der
Therapie, um das eigene Vertrauen in den Körper wieder stärken.
Was ist ein Schmerzgedächtnis?
Eine klare Definition für das Schmerzgedächtnis gibt es nicht.
Stattdessen wird der Begriff oft verwendet, um auf die Veränderungen
innerhalb des Schmerzsystems aufmerksam zu
machen. Der Prozess, der zur Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses
führt, ist wie bereits erwähnt, noch nicht in
seiner Gesamtheit verstanden. Vereinfacht gesagt stellt sich
der Vorgang aber folgendermaßen dar: Der Körper wird
besser in all den Dingen, die er mehrmals wiederholt. So
funktioniert zum Beispiel auch Lernen oder Training. Und
Ein wichtiger erster Schritt zur Besserung ist, zu verstehen,
dass Schmerz in so einem Falle keine Verletzung bedeutet und
es dem Körper nicht schadet sich zu bewegen. Eine schrittweise,
kontrollierte Rückkehr zu bedeutenden Aktivitäten ist
möglich und ein Bewegungsprogramm zur Belastbarkeitssteigerung
hilft dabei. Dadurch können hinderliche Überzeugungen
und Einstellungen bezüglich Schmerz und Belastung
infrage gestellt und umgedeutet werden. Neben spezifischen
Maßnahmen hilft es außerdem, die Schlafqualität zu steigern
und die allgemeine Fitness zu verbessern. Unter Umständen
kann es auch sinnvoll oder sogar nötig sein, mit psychotherapeutischer
Hilfe an bestimmten Denk- und Verhaltensweisen
zu arbeiten.
Langanhaltende Schmerzen müssen nicht ausgehalten
werden, sondern können sich ändern. Das zeigen zahlreiche
wissenschaftliche Untersuchungen!
26 RC Premium 3/2018
Mayer
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Sanitätshaus
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Sensomotorische Einlagenversorgung
der neuen Dimension
von Christian Krüger, Mayer & Rexing
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Einlage BlackFlex-Line kann Ihnen helfen!
Die Sensoped-Aktivtherapie-Einlage löst Schmerzprobleme durch das
einzigartige Energieimpuls-Material.
Die aktiv-eingreifende Einlage richtet aktiv den Rückfuß in die gesunde Ausgangsbasis auf,
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Die BlackFlex-Aktiv-Einlage kann durch das patentierte Energieimpuls-Material individuell an
die Bedürfnisse orthopädischer Indikationen angepasst werden.
Jede Fußdeformität, ungünstige Beinachsenstellung, sowie Körperhaltungsschwächen erfordern
eine individuelle Versorgung.
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27
THERAPEUTEN
RAT
Selbstwirksamkeit
aus gesundheitspsychologischer Sicht
Wie die eigene Überzeugungskraft gesundheitsfördernd wirkt
von Dominik Klaes
Einige unserer Patienten, die wir täglich in der ZAP Physiotherapie
behandeln, sind sehr unsicher in Bezug auf ihre
Beschwerden. Die meisten haben bereits im Internet recherchiert
und sind am Ende nur noch stärker verunsichert. Bei
vielen entsteht der Eindruck, dass es sehr schwierig wird, das
eigene Gesundheitsproblem selbst aktiv zu beeinflussen.
Insbesondere für Patienten mit Rückenbeschwerden sind
bückende Bewegungen häufig mit Angst und Unsicherheit
besetzt. So wird das Binden der eigenen Schuhe oder etwas
vom Boden aufzuheben zur beinah unlösbaren Aufgabe.
Alleine die Vorstellung, diese Tätigkeiten einmal zu probieren,
wird für viele zur Herausforderung. Die Betroffenen haben
ihre Überzeugung verloren, diese Aufgabe meistern zu können.
Diese Menschen haben eine zu geringe Selbstwirksamkeitserwartung
(oder auch nur Selbstwirksamkeit) in Bezug
auf die entsprechende Handlung, in diesem Fall zum Beispiel
Bücken, Schuhe binden, etwas Aufheben. Was Selbstwirksamkeitserwartung
überhaupt ist und wieso sie auch für die
Patienten der Physiotherapie und für uns Physiotherapeuten
eine Rolle spielt, möchte ich an dieser Stelle genauer beleuchten.
Was ist Selbstwirksamkeit?
Die Selbstwirksamkeitserwartung ist definiert als „Überzeugung,
aufgrund eigener Fähigkeiten mittels bestimmter
Handlungen zu einem gewünschten positiven Ergebnis gelangen
zu können“. Es handelt sich also um eine spezielle
Art von Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Je nach Individuum
kann dieses Vertrauen abhängig von der zu bewältigenden
Aufgabe und der jeweiligen Situation beträchtlichen
Schwankungen unterliegen. So kann ein Patient mit Rückenbeschwerden
beispielsweise in Bezug auf das Steigen von
Treppen eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung haben, in
Bezug auf gebückte Tätigkeiten jedoch eine sehr geringe.
Aus Sorge vor dem Bücken scheint es unmöglich sich selbst die Schuhe
zu binden.
28 RC Premium 3/2018
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Gemeinsam mit dem Physiotherapeuten wird ein Übungsprogramm
aus kleinen, schmerzfreien, einfach zu Hause durchzuführenden,
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Bei uns stimmt die Chemie.
Gemeinsamen Erfolg hat man nur, wenn
die Zusammenarbeit funktioniert. Wenn
das Engagement passt. Wenn Vertrauen
da ist. Kurz gesagt: wenn die Chemie
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Am Ende traut sich der Patient ein leichtes Gewicht gebückt
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Hat ein Mensch mit Rückenbeschwerden in der Vergangenheit
häufig erlebt, dass seine Beschwerden durch bückende
Bewegungen verstärkt werden, führt dies eventuell zu einer
niedrigen Selbstwirksamkeitserwartung in Bezug auf bückende
Bewegungen. Untersuchungen zeigten, dass eine hohe
Selbstwirksamkeitserwartung die Erfolgschancen des von
einem Individuum angestrebten Verhaltens signifikant erhöht.
Die Selbstwirksamkeitserwartung bestimmt ebenfalls
darüber, ob ein Individuum überhaupt versucht zu handeln,
wie lange es bei Schwierigkeiten oder Misserfolgen mit
seinen Bemühungen fortfährt und wie Misserfolg oder Erfolg
bei der Lösung einer Aufgabe sein zukünftiges Verhalten beeinflussen.
Auch potenzielles Gesundheitsverhalten hängt
mit dem Ausmaß der Selbstwirksamkeit zusammen. Wenn
Menschen glauben, gesundheitsfördernde Verhaltensweisen
nicht effektiv umsetzen zu können, ist es viel unwahrscheinlicher,
dass sie es überhaupt versuchen.
Steigerung der Selbstwirksamkeit
in der Physiotherapie
Die gute Nachricht ist: die Selbstwirksamkeitserwartung lässt
sich steigern. Besonders wichtig hierfür scheint es zu sein,
dass die gefürchteten Aufgaben nach Möglichkeit ausgeführt
werden. Hierbei können unterstützende Personen (zum Beispiel
der Physiotherapeut) von besonderer Bedeutung sein.
Weiterhin kann es hilfreich sein, die zu bewältigende Aufgabe
in mehrere kleine erreichbare Teilaufgaben zu unterteilen.
Selbstwirksamkeitserwartungen ergeben sich aus vier Informationsarten:
Den eigenen Erfahrungen, den Beobachtungen
anderer Personen, verbalen Überzeugungen (auch anderer
Personen) und aus den eigenen Emotionen. Mit diesen
Punkten lässt sich ein konkretes Konzept zur Steigerung der
Selbstwirksamkeit in der Physiotherapie anhand des Beispiels
Rückenschmerz erarbeiten.
Im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung bei
Rückenbeschwerden sollte es eines der Ziele sein, dem
Patienten positive Erfahrungen in Bezug auf seine Rückenbeschwerden
zu ermöglichen. Bei einer Angst vor dem
Bücken wäre es denkbar, die Bewegung des Bückens in sehr
kleine Teilschritte zu unterteilen.
So beginnt der Patient mit einem ganz kleinen Bewegungsausmaß
des Bückens und steigert das Bewegungsausmaß mit
der Zeit immer ein klein wenig weiter. Bei jedem Versuch,
der nicht schmerzt, wird der Patient die positive Erfahrung
machen, dass das Bücken durchaus möglich ist. Wenn (vorerst)
auch nur in einem etwas begrenzten Bewegungsausmaß.
So wird die gefürchtete Aufgabe Stück für Stück und am
Ende ganz bewältigt. Das Ergebnis ist eine gesteigerte Selbstwirksamkeitserwartung.
Die Motivation steigt, das hilft sich
von Rückschlägen nicht so leicht beirren zu lassen und erhöht
die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz).
Das Binden der eigenen Schuhe ist kein Problem mehr, die Sorgen sind
verschwunden.
Die Beobachtung anderer Personen in ähnlicher Situation
kann die eigene Selbstwirksamkeitserwartung ebenfalls steigern.
Wer andere Rückenpatienten dabei beobachtet, wie sie
sich immer besser erfolgreich bücken können, kommt schnell
zu der Einstellung: „Das kann ich auch!“ Die Einschätzung der
eigenen Selbstwirksamkeit verbessert sich.
Unterstützende Äußerungen des Umfeldes wirken sich ebenfalls
günstig auf die eigene Selbstwirksamkeit aus. Äußerungen
getreu dem Motto „Du schaffst das, wir unterstützen dich
dabei“ sind zuträglich für Zuversicht und Selbstwirksamkeitserwartung.
Hinderlich dagegen sind negative Äußerungen „Das hatte
ich auch, das hat bei mir ewig gedauert“, und fachlich gering
qualifizierte, aber gut gemeinte Tipps. Diese Tipps sind oft
sehr gegensätzlich und führen zu Verwirrung und Unsicherheit,
die Selbstwirksamkeitserwartung sinkt. Es empfiehlt
sich also nicht nur deshalb auf gut gemeinte Ratschläge zu
verzichten, so schwer das einigen auch fallen mag.
Auch die eigenen Emotionen der von Rückenbeschwerden
geplagten Personen spielen eine Rolle. Die berichteten Emoti-
30 RC Premium 3/2018
onen reichen von Frustration, Sorge, Angst, Resignation und
Wut bis zu Hoffnung, Freude, Euphorie und Ansporn. Es ist
wichtig für Physiotherapeuten und Betroffene einen Rahmen
zu schaffen, der es erlaubt offen und ehrlich über die empfundenen
Emotionen in Bezug auf die eigenen Beschwerden
zu sprechen. Alleine die eigenen Emotionen auszusprechen
und sich darüber unterhalten zu können, birgt großes Potenzial
zur Motivation und Steigerung der Selbstwirksamkeit.
Häufig tauchen in solchen Emotionsgesprächen die wahren
Beweggründe des Betroffenen auf. Mit diesen Emotionen
und Beweggründen lassen sich in der Therapie häufig neue
Ziele und Aufgaben definieren. Die Selbstwirksamkeitserwartung
des Betroffenen kann durch die Bewältigung dieser Ziele
gesteigert werden.
Fazit
Es lässt sich festhalten, dass Veränderungen bei Menschen
mit Beschwerden nicht nur auf körperlicher Ebene stattfinden.
Für Physiotherapeuten ist es durchaus relevant, auch
gesundheitspsychologische Dimensionen wie zum Beispiel
die Selbstwirksamkeit zu kennen, um sie in der Therapie
nutzen zu können. So lässt sich auch erklären, warum Physiotherapeuten
zum Teil Übungen mit ihren Patienten durchführen,
die nicht zum Ziel haben, strukturelle Veränderungen
wie Kraft, Koordination oder Beweglichkeit zu verbessern.
Manchmal besteht das Ziel einfach darin, wieder mehr Vertrauen
und Zuversicht in den eigenen Körper zu bekommen.
Für viele Patienten ist das der wichtigste erste Schritt, um sich
später im Training überhaupt auf Belastungen wie zum Beispiel
Kraftübungen einlassen zu können.
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Kampf dem Herztod
Björn Steiger Stiftung stellt sich
Jährlich sterben in Deutschland mehr
als 120.000 Menschen am plötzlichen
Herztod.
Jede Minute zählt!
Viele dieser Leben könnten gerettet
werden, wenn rechtzeitig Erste Hilfe
geleistet würde. Denn gerade beim
Herztod sind Wiederbelebungsmaßnahmen
in den ersten paar Minuten
entscheidend. Mit jeder Minute, die
verstreicht, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit
um 10 Prozent.
Die Rettungskräfte können in den
meisten Fällen gar nicht so schnell vor
Ort sein.
Ursache für das spontane Kreislaufversagen
ist meist ein Kammerflimmern,
eine Rhythmusstörung, bei der
die Herzkammern völlig ungeordnet
vibrieren und somit kein Blut in den
Kreislauf gepumpt wird. Nur eines
kann dann das Leben des Patienten
retten: ein starker Stromstoß mit einem
Defibrillator. Erst danach kann
die Herz-Lungen-Wiederbelebung
fruchten. Wird das Gerät schnell eingesetzt,
steigt die Überlebenschance
des Opfers von 10 auf 70 Prozent.
Ein herzsicheres Deutschland – dieses
Ziel hat sich die Björn Steiger Stiftung
schon 2001 gesetzt.
Aus diesem Grund hat die Stiftung
damals mit der Initiative „Kampf dem
Herztod“ jedem Stadt- und Landkreis
ein AED (Automatisierter Externer
Defibrillator)- Gerät zur Verfügung gestellt.
Mittlerweile konnte die Stiftung
über 25.000 Geräte in Deutschland
v.l.n.r.: Dr. Eckart Würzner (Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg), Frau Eberchart (Björn Steiger
Stiftung), Herr Bucher (Björn Steiger Stiftung)
vermitteln, dennoch sind an vielen
hochfrequentierten Plätzen und in
öffentlichen Einrichtungen keine sogenannten
Defis vorhanden.
Den Weg bereiten für
neue Standards
„Wir haben in Deutschland knapp
500 Brandopfer im Jahr und überall
hängen Feuerlöscher. Es wäre genauso
wichtig für die 120.000 Menschen,
die am plötzlichen Herztod sterben,
ein AED-Gerät in der Nähe zu haben“,
so Dr. Siegfried Steiger.
Die Björn Steiger Stiftung setzt sich
weiterhin Schritt für Schritt dafür ein,
dass Laien-Defibrillatoren irgendwann
so selbstverständlich sind wie Feuerlöscher.
Herzsichere Stadt Heidelberg
Heidelberg ist auf dem Weg, die sicherste
Stadt Deutschlands zu werden -
zumindest, was die Gefahr angeht,
einen plötzlichen Herztod zu erleiden.
Derzeit werden in einem groß angelegten
Pilotprojekt von der Björn Steiger
Stiftung, der Stadt Heidelberg und
32 RC Premium 3/2018
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dem Förderverein der Kardiologie an
der Uniklinik im Stadtgebiet flächendeckend
AED-Säulen aufgestellt.
Im März 2017 wurde am Rathaus die
erste Säule gestellt. Seitdem hat sich
viel im Stadtgebiet getan. Durch das
Engagement der Björn Steiger Stiftung,
der Stadt Heidelberg und vieler
Heidelberger Unternehmen konnten
inzwischen mehr als 100 Säulen realisiert
werden. Rainer Bucher und sein
Team von der BSS haben sich zum Ziel
gesetzt, bei Abschluss des Projektes
mehr als 180 Säulen im Stadtgebiet zu
installieren.
Mit der Installation der Säulen in der
Stadt ist das Projekt jedoch noch nicht
zu Ende. Die Björn Steiger Stiftung betreut
die Säulen und bietet weiterhin
jährliche Schulungen für Unternehmen
und die Bevölkerung vor Ort an.
„Eine Region ‚herzsicher’ zu gestalten
bedeutet für uns nicht, dass wir eine
bestimmte Anzahl an Laien-Defibrillatoren
verfügbar machen und uns dann
aus der Verantwortung ziehen. Wir
wollen weiterhin dafür Sorge tragen,
dass die Bewohner regelmäßig geschult
und über das Thema informiert
bleiben“, so Pierre-Enric Steiger, Präsident
der Björn Steiger Stiftung.
Björn Steiger Stiftung
Stiftung bürgerlichen Rechts
Max-Eyth-Straße 7
71364 Winnenden
Tel.: 07195 30 55-770
E-Mail: r.bucher@steiger-stiftung.de
Internet: www.steiger-stiftung.de
Das Gute: Jeder Laie kann solch einen
AED benutzen. Auf Knopfdruck startet
der Defibrillator ein Sprachmenü, welches
den Helfer mit Schritt-für-Schritt
Anweisungen akustisch begleitet, sodass
auch Ungeübte das Gerät benutzen
können. Auf die Brust werden zwei
Elektronenpads geklebt, nur wenn
das eingebaute EKG ein Herzkammer-
flimmern entdeckt, wird die Schocktaste
freigegeben. Sogar den Rhythmus
der Herzmassage gibt das Gerät vor.
Damit im Notfall die Bereitschaft bei
den Helfern vor Ort vorhanden ist mit
der Situation und dem Defibrillator
umzugehen, bietet die Björn Steiger
Stiftung bereits seit Projektbeginn
2017 in breitem Umfang den Heidelberger
Unternehmen und der Bevölkerung
Erste-Hilfe-Kurse und Reanimationsschulungen
an. Das Thema findet
bei den Menschen großen Anklang und
so wurden auch dieses Jahr bereits
wieder mehr als 500 Menschen in der
Ersten Hilfe ausgebildet.
Darüber hinaus bietet die Stiftung allen
Schülern von weiterführenden Schulen
ab der siebten Klasse an, sich am
Projekt „Retten macht Schule“ zu beteiligen.
Das Programm „Sani Sanelli“
wiederum richtet sich an Grundschulklassen,
wo die Kinder spielerisch mit
dem Thema „Notsituationen erkennen
und handeln“ vertraut gemacht werden,
denn auch Kleinkinder können
in einem Notfall die Lage erkennen
und entsprechend reagieren, wie zum
Beispiel Hilfe holen oder den Notruf
wählen.
Herzsichere Gemeinde Nußloch
Nachdem während eines gemeinsamen
Gesprächs im Juni 2018 mit
Herrn Dr. Matthias Zimmermann die
Idee angeregt wurde, das Projekt auch
in der Gemeinde Nussloch abzubilden,
dauerte es nicht lange bis Herr Bucher
und Bürgermeister Joachim Förster
gemeinsam am Tisch saßen und erste
Möglichkeiten der Zusammenarbeit
für das Projekt „Herzsichere Gemeinde
Nussloch“ auf den Weg brachten.
Rainer Bucher von der BSS :„Nichts tun
ist das Schlimmste was man tun kann.“
Im Oktober 2018 wird im Racket Center
Nußloch in Kooperation mit der
Björn Steiger Stiftung ein Vortrag über
das Projekt „Herzsichere Stadt Heidelberg“
und die weiteren Möglichkeiten
in der Region gehalten , zu dem wir Sie
gerne einladen möchten.
Fachkongress der
Zukunftsbranche
Prävention, Fitness,
Sport und Gesundheit
• Top Vorträge
• Mehrere Fach-Foren
• Masterclasses
• Partner-Ausstellung
• Kongress-Lounge
• Hochkarätige Referenten u. a. mit:
Prof. Dr.
Hans-Dieter Hermann
Sportpsychologe der
Deutschen Fußballnationalmannschaft
sowie
Führungskräfte-Coach
Norbert Barnikel
Vordenker und Hochschuldozent
mit den Themenschwerpunkten
Innovation
& Digital Marketing Transformation
Jola Jaromin-Bowe
Dipl.-Oecotrophologin,
Ernährungsberaterin,
Ernährungstherapeutin
sowie Sportlehrerin
Weitere Infos, Videos und Anmeldung unter:
www.aufstiegskongress.de
Veranstalter: Deutsche Hochschule für Prävention und
Gesundheitsmanagement, BSA-Akademie, BSA-Zert
UFSTIEGSKONGRESS
Fachkongress für aktive Gesundheitsgestalter
33
05. - 06.10.2018, Mannheim
KOMMENTAR
Achtsamkeit und Wohlwollen
im Umgang mit sich selbst
von Peter Fauser, Dipl.-Psychologe
Wir alle haben bestimmte ideale Vorstellungen davon
was, wer und wie wir gerne sein wollen. Auch im
Hinblick auf unsere äußere – körperliche – Erscheinung und
Verfassung unternehmen wir dann ja so einiges, um diesem
Bild möglichst nahe zu kommen. Berufs- und Privatleben, Einkommen,
gesellschaftlicher Status sind andere Bereiche, in
denen wir ebenso Erwartungen an uns selbst haben: wer will
ich sein – was will ich erreichen …
Auch das, was wir als unsere Persönlichkeit bezeichnen - also
das Gesamt unserer Stärken und Schwächen, Charaktereigenschaften,
Neigungen und Fähigkeiten - ist ein Bereich, in
dem solche Idealvorstellungen vorhanden sind. Psychologen
sprechen hier von unserem Idealselbst. Solche Vorstellungen,
bezogen auf uns selbst und unser Leben, wirken als generelle
Orientierungen für unsere Bemühungen nach Weiterentwicklung
in Richtung eines gelingenden (erfolgreichen) Lebens,
das heißt einem Leben, das eben diesen idealen Maßstäben
möglichst nahekommen soll. Auch im Alltag haben wir
Erwartungen und Ansprüche an uns selbst: unser Handeln
im Umgang mit Menschen und Situationen im Berufs- und
Privatleben, die wir als herausfordernd, schwierig oder
stressig erleben, sollte selbstverständlich (!) souverän und
erfolgreich gestaltet sein.
Was tun wir, wenn wir – in mancher Hinsicht und auch im
Vergleich zu anderen – unseren Idealen, Erwartungen und
Ansprüchen an uns selbst nicht entsprechen, zum Beispiel
nicht so erfolgreich sind, wie wir es gerne hätten? Vielleicht
bemühen wir uns noch mehr es hinzukriegen, es zu erreichen.
Gut, nichts dagegen einzuwenden, soweit diese Ideale und
Ansprüche realistisch sind und wir ihnen nicht zu verbissen
hinterherjagen. Und trotzdem, manchmal klappt es einfach
nicht. Hier lohnt ein genauer Blick darauf, was dann passiert:
Oft reagieren wir dann – in Form von inneren Dialogen - mit
Selbstzweifel, Selbstvorwürfen und überzogener Selbstkritik.
Wir machen uns selber fertig! Oder wir machen andere oder
äußere Umstände dafür verantwortlich. So oder so sind dies
Formen, sozusagen innere Gefechte, unsere Erfahrung des
empfundenen Misserfolgs nicht zu akzeptieren und abzuwehren.
Genau diese Art mit Misserfolg umzugehen erzeugt
aber – neben der ursprünglichen Erfahrung („Ich genüge
meinen Ansprüchen an mich selbst nicht!“) – zusätzliches
Unbehagen. Normalerweise erleben wir diesen Unterschied
jedoch nicht, sondern erfahren nur das kognitiv-emotionale
Gesamtpaket, das sich aber eigentlich aus primärem Unbehagen
(die ursprüngliche Erfahrung des Misserfolgs) und
sekundärem Unbehagen (zum Beispiel Selbstvorwürfe) zusammensetzt.
Und manchmal ist der Anteil des sekundären
Frusts sogar größer als die ursprüngliche Erfahrung des Misserfolgs,
das heißt nicht der Misserfolg als solcher, sondern
unsere Art damit – und uns (!) – umzugehen ist bei genauerer
Betrachtung das größere Problem.
Wir erfahren solche Gedanken in Form von Selbstzweifeln
und überzogener Selbstkritik sowie den damit verbundenen
Gefühlen (Ärger, Frust, Wut, Scham), die wiederum weitere
Gedankenketten auslösen können, als innere Ereignisse,
denen wir oft schlicht ausgeliefert sind. Zumindest fühlt es
sich in dem Moment so an. Wir haben dabei oft das Empfin-
34 RC Premium 3/2018
den, dass wir in diesen Momenten diese inneren Ereignisse
sind! Dass also unser Selbstverständnis (unsere Auffassung
von uns selbst) und aktuelles inneres Geschehen (Gedankenund
Gefühlsabfolgen) in dem Moment deckungsgleich sind.
Genau das ist damit gemeint, wenn man sagt, mit etwas
identifiziert zu sein. (Der Begriff Identität kommt aus dem
Lateinischen: idem = derselbe, dasselbe.)
Achtsamkeit als Selbstaufmerksamkeit – im Sinne einer
hochaufgelösten Wahrnehmung für sich selbst – hilft uns,
die oben angesprochenen inneren Prozesse, wieder differenzierter
wahrzunehmen: wir nehmen primäres und sekundäres
Unbehagen zum einen wieder als faktisch getrennte Ereignisse
wahr. Zum anderen ermöglicht die Wahrnehmung dieser
Vorgänge aus einer achtsamen Perspektive die Erfahrung
eines inneren Beobachters, der solche gedanklich-emotionalen
Prozesse schlicht aus einem gewissen Abstand wahrnehmen
kann, ohne sich mit ihnen automatisch identifizieren
zu müssen. (Dies klingt zwar zunächst ungewöhnlich, ist aber
möglich und bedarf der Übung.) Der Beobachter und das
Beobachtete (innere Vorgänge) sind eben nicht zwingend
deckungsgleich beziehungsweise identisch.
Aus der achtsamen Perspektive eröffnen sich also Freiräume
in denen wir grundsätzlich wählen können, wie wir mit uns
selbst umgehen wollen, wenn wir – zumindest manchmal –
unseren Idealvorstellungen nicht entsprechen.
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Eine andere Art mit uns umzugehen wäre zum Beispiel die
Aktivierung einer freundlich-wohlwollenden Haltung uns
selbst gegenüber, die im Kern an keinerlei Bedingungen geknüpft
ist, also anstelle sich selber fertig zu machen, eine
bedingungslose Solidarität mit sich selbst. Diese Form der
wohlwollenden Selbstannahme gründet – entwicklungspsychologisch
betrachtet – auf entsprechenden Beziehungserfahrungen
der Kindheit; wir alle haben hoffentlich diese
Form der Zuwendung erfahren und sie uns entsprechend
einverleibt. Wenn nicht, ist es umso wichtiger, sie in uns zu
entwickeln und zu kultivieren. Da diese Haltung der wohlwollend-freundlichen
Selbstannahme untrennbar zur Achtsamkeit
gehört, tun wir genau dies auch im Achtsamkeitstraining.
Schon vor 2500 Jahren hat sich Buddha mit der Frage beschäftigt
wie Leiden entsteht und hat dabei diese Zusammenhänge
beschrieben. Er sagt dann auch:
„Schmerz ist unvermeidbar. Leiden ist optional.“
Diese Art der Selbstannahme bedeutet nicht, dass man
sich nicht mehr bemühen sollte, eigene Ansprüche und
Erwartungen zu realisieren. Nur zu! Es bedeutet nur, dass
man überhaupt bemerkt, wie man durch die eigenen mentalen
Gewohnheiten die Erfahrung Misserfolg verstärkt. Wir
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Prof. Dr. med. Wolfgang Wick
IM INTERVIEW
38 RC Premium 3/2018
Wir sollten uns genügend Zeit nehmen, um immer wieder
gründlich darüber nachzudenken, was im Mittelpunkt all
unserer Bemühungen steht: was hilft dem Menschen?
Prof. Dr. med. Wolfgang Wick, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Neuroonkologie der
Neurologischen Klinik und des Nationalen Tumorzentrums am Universitätsklinikum
Heidelberg im persönlichen Gespräch.
Bevor wir uns bei einer Veranstaltung „Wissenschaft
meets Wirtschaft“ zum ersten Mal persönlich begegnet
sind, war mir der Name Wolfgang Wick aus dem Fernsehen
bekannt. Im Stern TV zum Thema „Methadon in der Krebstherapie
– Pro und Contra“ vertrat er seine Position unaufgeregt
und differenziert auf der Basis dessen, was dem wissenschaftlichen
Stand der Forschung und der Güte seiner
Methoden entspricht. Die beiden Vertreter einer gegenteiligen
Meinung wurden sachlich mit Fakten konfrontiert und für
den Fernsehzuschauer spürbar dazu motiviert, über ihre
Positionen gründlich nachzudenken. „An einem Strang ziehen“,
wenn es um das Wohl des Patienten geht – das ist das Credo
von Wolfgang Wick! Ähnlich beeindruckend empfand ich sein
Gespräch mit Frank Elstner in der Sendung Menschen. Darin
beleuchtete er in einer auch für Nicht-Experten sehr gut
verständlichen Weise das komplexe Thema Migräne. Schlussendlich
gehört der Schlaganfall zu seiner medizinischen
Expertise, die er zum Beispiel einem Laienpublikum in dem
RNZ Forum Medizin am Abend näherbrachte. Dieses Interview
in seinem Büro an der Neurologischen Universitätsklinik hat
seine Freude und sein Interesse am Austausch mit anderen
Menschen gezeigt – auch bei Sommerhitze noch am späten
Abend nach einem sicherlich herausfordernden Arbeitstag
und einer noch bevorstehenden Telefonkonferenz.
Lieber Herr Prof. Wick, für viele ist das
Älterwerden begleitet von der Sorge
vor nachlassender Geisteskraft. Wir erleben
immer häufiger, dass Menschen
dieses Argument als Motivation für die
Aufnahme eines präventiv orientierten
Muskeltrainingsprogramms anführen.
Wie nachvollziehbar ist dieses Argument
für Sie?
WICK: Sehr gut nachvollziehbar. Mit dem
Nachlassen der Geisteskraft, der Erkrankung
oder gar Schädigung des Gehirns,
sind nicht nur funktionelle Einschränkungen
die Folge – also kognitive, motorische
oder auch emotionale. Es können,
daher rührt eine der größten Sorgen,
die Veränderung oder gar der Verlust
der Persönlichkeit eine Folge sein –
wenngleich auch eine sehr seltene!
Schließlich ist das Gehirn auch Sitz unserer
Seele. Nun zielt die Formulierung Ihrer
Frage natürlich auf die präventive Wirkung
von sportlichen Aktivitäten ab.
Dazu muss ich Ihnen sagen: Die Erkrankung
an einem Gehirntumor ist ein
schwerer Schicksalsschlag. Es gibt für die
Erkrankung keinerlei Prophylaxe oder
präventive Maßnahmen. Auf meinem
Schwerpunktgebiet – onkologische Gehirnerkrankungen
– kann ich insofern
auch keine evidenzbasierte Empfehlung
geben, was die Vorbeugung durch eine
gesunde Lebensführung angeht. Bezüglich
der Strahlung von Mobilfunkgeräten
geben die Daten hinsichtlich des Zusammenhangs
mit einer Krebserkrankung
keine belastbaren Hinweise auf ein
ernstzunehmendes Risiko, auch andere
Umwelt- oder Ernährungsfaktoren sind
zum Glück unverdächtig …
Beim Schlaganfall oder bei degenerativen
Gehirnleiden sieht das durchaus anders
aus. Zwar sind rund 5 Prozent der
Erkrankungen genetisch determiniert.
Diese Menschen erkranken unausweichlich
und als Folge tragischer, erblich bedingter
Vorherbestimmung. In der weit
überwiegenden Mehrzahl der Fälle jedoch
kommt dem Lebensstil in der Tat
eine gewichtige Rolle zu – ohne freilich
die generelle Schicksalshaftigkeit von
Erkrankungen in Abrede stellen zu wollen.
Welche besonderen Aspekte der Lebensführung
beziehungsweise welche
Risikofaktoren wirken sich negativ auf
die Gehirngesundheit aus?
WICK: Der klassische Risikofaktor ist
das Rauchen – auch das Passivrauchen.
Beides gilt es zu vermeiden, und zwar
vollständig. Immer mehr zeigt sich auch
der gesundheitsschädliche Einfluss von
Alkohol. Man darf nicht darüber hinwegsehen,
dass jeder Rausch oder auch
das regelmäßige Trinken krankheitsförderlich
sind. Ich möchte aber eher von
Gesundheitsförderung, also von Schutzfaktoren
sprechen wollen. Ein gut eingestellter
Blutdruck, eine funktionierende
Blutzuckerregulation, kontrollierte Blutfettwerte
– all dies steht in einem Zusammenhang
mit Normalgewicht und
vor allem wenig Bauchfett, das besonders
gesundheitsschädliche Effekte hat.
Sie wissen am besten, was sich da tun
lässt: viel Bewegung und, wenn unter
guter Anleitung, gezieltes körperliches
Training! Und natürlich spielt die Ernährung
eine zentrale Rolle: Fett- und kohlenhydratarme,
eher eiweiß- und ballaststoffreiche
Kost, weniger Fleisch, mehr
Fisch, viel Obst und Gemüse, zubereitet
mit hochwertigen Ölen – also das, was
man unter mediterraner Kost versteht.
» Fortsetzung
39
Wolfgang Wick ist Arzt und Professor
der Neurologie. Seit 2007 ist er
als Ärztlicher Direktor der Abteilung
für Neuroonkologie der Neurologischen
Klinik und des Nationalen
Tumorzentrums am Universitätsklinikum
Heidelberg tätig.
Er absolvierte von 1993 bis 1994
sein Studium in Bonn, am King’s
College London und von 1996
bis 1997 an der Harvard Medical
School in Boston. Nach der Promotion
bei Otmar Wiestler am Institut
für Neuropathologie in Bonn mit
der Auszeichnung „Beste Dissertation
der medizinischen Fakultät der
Universität Bonn“ folgte bis 2003
die Ausbildung zum Facharzt für
Neurologie an der Neurologischen
Universitätsklinik in Tübingen und
die Habilitation.
Im Jahr 2006 wurde ihm der Pette-
Preis der Deutschen Gesellschaft
für Neurologie (DGN) verliehen,
2015 zeichneten ihn die Deutsche
Krebsgesellschaft und die Deutsche
Krebsstiftung mit dem Deutschen
Krebspreis aus, eine der höchsten
Auszeichnungen in der deutschen
Krebsmedizin.
Sein Arbeits- und Forschungsschwerpunkt
ist die Behandlung
von Hirntumoren, insbesondere
des Glioblastoms. Wolfgang Wick
ist Mitglied der ESMO-Forschungsgruppe
für Gehirntumoren. Er ist
seit 2007 Mitglied im Vorstand der
Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft
(NOA) der Deutschen
Krebsgesellschaft, seit 2008 Mitglied
des Vorstands der European
Association for Neurooncology
(EANO), von 2009-2014 Sprecher
der Brain Tumor Group der European
Organization for Research
and Treatment of Cancer (EORTC)
und von 2010-2014 Mitglied im
Direktorium der European Cancer
Organization (ECCO) und aktuell
Sprecher der NOA und Präsident
der EANO. Als langjähriges Mitglied
im Nachwuchsausschuss der
Mildred Scheel Stiftung unterstützt
er die wichtige und erfolgreiche
Arbeit der Deutschen Krebshilfe.
Was also droht dem Chips-essenden
Couch-Potato, der schon ab Nachmittag
für Stunden mit dem Bier in der Hand
vor dem Fernseher sitzt und schlimmstenfalls
noch eine Schachtel Zigaretten
raucht?
WICK: Dieses Verhalten, das Sie so anschaulich
beschreiben, führt tatsächlich
zu einem beschleunigten Altern durch
Störungen bei der Zellteilung und in den
Reparaturmechanismen. Die Folge ist die
Tumorbildung, wobei wir den Bezug zu
einem solchen Lebensstil zuallererst bei
Lungenkrebs, aber auch bei Brust- und
Darmkrebs, mittlerweile unumstößlich
wissenschaftlich belegen können. Den
Gehirntumor – das sagte ich bereits –
klammern wir hier aus. Was aber nahezu
zwangsläufig die Folge einer nachlässigen,
also bewegungsarmen und Fast-
Food reichen Lebensführung ist, nennen
wir die angiopathischen Erkrankungen.
Die Wände unserer Gefäße verändern
sich, es kommt zur Gefäßverengung
durch Ablagerungen an degenerativ veränderten
Gefäßwänden. Man spricht
von Arteriosklerose. Manchmal löst sich
eine solche Ablagerung, auch Plaque genannt,
es bildet sich ein Thrombus, der
seine Ursache auch im – häufig unerkannten
– Vorhofflimmern haben kann.
Und das führt dann dazu, dass sich Arterien,
Venen oder auch Kapillaren verschließen.
Solch ein Infarkt kann eben
nicht nur am Herzen oder – seltener – im
Bauchraum oder in den Extremitäten
stattfinden, sondern auch im Gehirn.
Dann sprechen wir von einem Schlaganfall.
Wichtig ist, dass wir Vorbeugung vor
Gefäßerkrankungen des Gehirns zunehmend
als Schutz vor Erkrankungen allgemeinen
geistigen Abbaus (Demenzen) in
Verbindung bringen. Wir lernen im Moment
sehr klar wie wichtig sogenannte
Kleingefäßerkrankungen aber auch größere
Schlaganfälle für dieses in unserer
Gesellschaft immer wichtiger werdende
Thema sind.
Sie haben bei der Benennung der
Schutzfaktoren die Vermeidung psychischer
Belastungen unerwähnt belassen.
Welches Gesundheitsrisiko sehen Sie im
Stress?
WICK: Stress ist ja nun in aller Munde.
Man liest immer mehr von einer Volkskrankheit.
Wenn ich nun aber die gravierend
unterschiedlichen Lebensverhältnisse
auf unserem Globus ansehe,
dann möchte ich behaupten, dass der
existentielle Druck in der überwiegenden
Mehrheit anderer Regionen, Länder
und Gesellschaften wesentlich höher
ist als bei uns in Deutschland oder Mitteleuropa.
Ich bin auch der Auffassung,
dass Stress, die damit einhergehenden
hormonellen Prozesse und die dadurch
ausgelösten körperlichen als auch psychischen
Folgen geradezu leistungs- und
damit lebensnotwendig sind. Ohne zeitweiligen
Stress sind Erfolge nicht möglich.
Und Erfolge sind für uns Menschen
wichtig. Stress kann also motivieren, fit
halten und glücklich machen, wie neuere
Forschungsergebnisse zeigen. Also stellt
sich die Frage, wie wir Stress interpretieren:
als positiven oder negativen Stress.
Und wie es gelingt, Stress abzubauen und
damit also eine hormonelle Regulation
zu erreichen, die insgesamt zu einem
zufriedeneren Dasein verhilft. Wenn dies
nicht gelingt und sich stattdessen eine
dauerhafte Nervosität einstellt, es zu
Schlafstörungen kommt und die Kraft
beziehungsweise Leistungsfähigkeit im
Alltag nachlässt, dann wird es bedrohlich.
Dann kann solch ein chronischer
Stress durchaus zu gesundheitlichen
Problemen führen, zum Beispiel zu
unterschiedlichen Ausprägungen von
Depressionen. Und auch bei solchen
psychischen Erkrankungen gehören
Bewegungsprogramme mittlerweile zu
anerkannten Therapiekonzepten.
Mal eine ganz persönliche Frage: Wie
schaffen Sie es, bei Ihrem täglichen
beruflichen Pensum und einer jungen
Familie das zu beherzigen, was Sie hier
empfehlen?
WICK: Gute Ernährung ist für mich eine
Genussfrage. Völlerei empfinde ich persönlich
ehrlich gesagt als abstoßend, Fast
Food und pappsüße Softdrinks furchtbar.
Was den Sport angeht, habe ich mit Anfang
40 das Laufen für mich entdeckt –
beziehungsweise kann ich sagen: wiederentdeckt.
Durch den Wald zu laufen
kann ich zeitlich flexibel und selbstbestimmt
organisieren, was bisweilen zu
etwas exotischen Zeiten führt, also spätnachts
oder sehr früh am Morgen. Wenn
Sie von Prävention sprechen, dann ist
es tatsächlich das Laufen, das mir nicht
nur körperlich gut tut, sondern auch den
Kopf freimacht. Im Rhythmus meiner
40 RC Premium 3/2018
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Schritte und meiner Atmung kann ich
einer Idee nachhängen oder auch mal
über einen Patienten, einen Mitarbeiter
oder ein Forschungsprojekt nachdenken.
Dieses intensive Nachdenken kommt im
Alltag bisweilen zu kurz. Gerade als Arzt
meine ich, dass wir in der Pflicht stehen,
uns stets genügend Zeit zu nehmen, um
gründlich über das nachzudenken, was
im Mittelpunkt all unserer Bemühungen
steht: was hilft dem Menschen?
Was hilf Ihnen dabei besonders?
WICK: Wissen! Zum Beispiel weiß ich,
dass ich beim Laufen sehr zeiteffizient
beides tun kann. Ich kann meinen Körper
und meinen Geist fördern. Und eben
nicht nur das: ich weiß, und kann es auch
belegen, dass geistige Arbeit – das Ordnen
von Gedanken, Durchdenken von
Aufgaben und Lösen von Problemen –
zeitgleich zu wohldosierter körperlicher
Beanspruchung die Leistungsfähigkeit
des Gehirns geradezu potenziert. Ich genieße
das nicht seltene Erlebnis, dass ich
manch eine gute Idee oder eine Lösung
bei einem durchaus strammen Lauf über
den Wald- und Wiesenboden gefunden
habe.
Sie sind also auch Vorbild, wenn es –
positiv formuliert – um die Förderung
der Gehirngesundheit geht?
WICK: Eine allgemeine Gesunderhaltung
wirkt sich natürlich auch auf das Gehirn
aus. Zu gezielten Maßnahmen zur
Leistungssteigerung, zum Beispiel des
Gedächtnisses oder etwa des logischen
Denkvermögens, kann ich Ihnen nur
sagen: seien Sie skeptisch gegenüber
jeglichen Nahrungsergänzungsmitteln
und den Heilsversprechen der nichtrezeptpflichtigen,
pharmazeutischen
Produkte, die mit großem werblichen
Aufwand in allen Medien angepriesen
werden. Zu gezielten Gehirntrainingsmaßnahmen
oder zu neurologischen
Gegebenheiten, die auf den Intelligenz-
Der schlagartige Wandel der Therapiestandards
für den akuten Schlaganfall bringt erhebliche
Chancen für Betroffene, aber auch große Herausforderungen
für die Strukturen des Gesundheitswesens.
Einerseits müssen zentral Versorgungsstrukturen
geschaffen werden, die eine
hochkomplexe Therapie für eine wachsende Zahl
Betroffener gewährleisten, andererseits müssen
regional Aufmerksamkeit und Fachwissen entwickelt
werden, die eine effiziente Erstversorgung
und Behandlung sicherstellen. Mit der Etablierung
des Schlaganfallkonsortiums Rhein-Neckar
(FAST) soll für eine große Zahl Betroffener -
insbesondere in Regionen außerhalb von großen
Zentren - eine bestmögliche Versorgung vorgehalten
werden. FAST verbindet ca. 20 Partnerzentren
der Region miteinander, um eine Therapie
vor Ort so oft wie möglich und zentral wann immer
erforderlich zu ermöglichen. Damit erhalten
alle akuten Schlaganfallpatienten die Möglichkeit,
fachlich kompetent daraufhin überprüft zu werden,
ob sie für eine rekanalisierende Therapie
in Betracht kommen und diese zeitnah umgesetzt
werden kann. Das Konsortium wird von der
Dietmar Hopp Stiftung gefördert.
42 RC Premium 3/2018
quotienten wirken, kann ich aus der
Perspektive des Neurologen kaum verlässliche
Aussagen geben. Lebenslanges
Lernen und eine ständige geistige, aber
auch motorische Beanspruchung, ist für
die Fitness im Kopf sicherlich hilfreich.
Was unsere medizinisch-wissenschaftliche
Disziplin ausmacht und was wir
über das Gehirn, also den Aufbau, die
Struktur und die Funktionsweise wissen,
lernen wir – so tragisch das ist – zuallererst
durch Verletzungen und Erkrankungen
des zentralen Nervensystems.
Worin sehen sie die größten Perspektiven
respektive Erkenntnismöglichkeiten
in der Gehirnforschung?
WICK: Zunächst sehe ich eine wichtige
Perspektive stets in der systematischen
und vor allem zugewandten Beobachtung
des Patienten und seiner Veränderung,
insbesondere unter dem Einfluss
von Therapien. Natürlich erfreuen wir
uns in der Spitzenmedizin phantastischer
Geräte, die sich in medizintechnischer
Hinsicht stetig fortentwickeln und
unsere Diagnostik befördern. Bildgebende
Verfahren gewähren uns einen
immer genaueren Blick in das menschliche
Gehirn. Die Datenmengen, die dabei
erzeugt werden, sind gigantisch und erfordern
enorme digitale Verarbeitungskapazitäten.
Große Schritte gehen wir in
der Datenanalyse. Dabei kommen intelligente
Algorithmen zum Tragen. Solche
Auswertungsprozeduren erlauben eine
Kombination von Daten, also beispielsweise
Blutwerte beziehungsweise bestimmte
Marker mit elektrischen Messdaten
aus Gehirnaktivitäten, zum Teil
genetische Analysen, Stoffwechselinformationen
und Bilddaten. Die Kombinationen
lassen Zusammenhänge sichtbar
werden und liefern uns Beschreibungen
oder Erklärungen zum Beispiel von seltenen
angeborenen oder im jugendlichen
Alter erworbenen neurologischen Erkrankungen,
bei denen häufig nicht nur
das Nervensystem, sondern andere Bereiche
des Organismus betroffen sind.
Andere Beispiele aus dem entgegengesetzten
Spektrum des Alters sind dementielle
oder andere Systeme betreffende
degenerative Prozesse, deren Systematik
uns vielfach heute noch verborgen ist.
Das ermöglicht uns Forschung auf höchstem
wissenschaftlichen Niveau.
Für Ihre wissenschaftlichen Leistungen
haben Sie bereits mehrere Auszeichnungen
erhalten. Als renommierter Forscher
auf dem Gebiet des Gehirntumors
haben Sie im Jahre 2015 einen Ruf zum
wissenschaftlichen Vorstand ans Deutsche
Krebsforschungszentrum (DKFZ)
erhalten. Den Wechsel dorthin haben
Sie allerdings nicht vollzogen …
WICK: Richtig, ich bin geschäftsführender
Direktor der Neurologischen Klinik geblieben
und bin sehr glücklich mit dieser
Aufgabe. Natürlich war diese äußerst renommierte
Position am DKFZ ein große
Ehre und Auszeichnung für mich. Diese
Berufung hat mir allerdings auch klar
gemacht, dass ich sicherlich ein leidenschaftlich
neugieriger Forscher bin, mir
die Tätigkeit als Arzt aber unheimlich
wichtig ist und tiefe Zufriedenheit bereitet.
Ich möchte unmittelbar am Patienten
sein und dazu beitragen, dass es
Menschen so gut geht als irgend möglich
im Angesicht ihrer Erkrankung. Mir geht
es bei meiner Arbeit um den direkten
Austausch mit meinen Patienten. Das ist
in der Position, in der ich seit 2014 bin
und auch geblieben bin, jeden Tag möglich.
Hinzu kommt meine Aufgabe als
Mitglied des erweiterten Direktoriums
des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen
(NCT) Heidelberg, die es mir
erlaubt, in hervorragender Weise die
klinisch orientierte Forschung mit der
Behandlung von Patienten zu verbinden.
Dadurch nehmen wir eine internationale
Spitzenstellung in der Neuroonkologie
ein und sind integraler Bestandteil des
Hirntumorprogramms des Nationalen
Centrums für Tumorerkrankungen (NCT)
Heidelberg. Wir behandeln über 4.000
ambulante und mehr als 1.400 stationäre
Patienten auf einer spezialisierten
Station mit 20 Betten. Interdisziplinarität
und Translation sind im weltweiten
Vergleich hier vorbildlich etabliert – und
das entspricht genau dem, was ich gerne
machen möchte …
… womit Sie sehr deutlich machen, dass
ein so erfolgreiches Wirken vielleicht
auch nur dann möglich ist, wenn man
Tätigkeit und Position mit Neigungen
und persönlichen Grundsätzen in Einklang
bringen kann. Dabei wünsche ich
Ihnen alles erdenklich Gute und viel
Erfolg. Vielen Dank für das Gespräch.
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43
FIT &
GESUND
Auch KURZzeitige Möglichkeiten
verhelfen zu langfristigen Erfolgen
Die Muskulatur als Heilkraft
von Timo Weilemann
Die Bedeutung von Krafttraining für
Gesundheit und Wohlbefinden wurde
von medizinischer Seite lange Zeit unterschätzt.
Man dachte bei Krafttraining in
erster Linie an Leistungssport und Bodybuilding.
Wenn man von gesundheitsorientiertem
Bewegungstraining sprach,
dann meinte man ausschließlich das Ausdauertraining.
Erst im Laufe der letzten
Jahre wandelte sich diese Ansicht grundlegend.
Eine Vielzahl sportmedizinischer
Studien der letzten 20 Jahre belegen eindeutig
den gesundheitlichen Nutzen von
Krafttraining.
Gesundheitsorientiertes Krafttraining
schützt nicht nur vor Rücken- und
Gelenkschmerzen, sondern wirkt sich
positiv auf Herzprobleme, Diabetes, Osteoporose,
Alzheimer und Depression
aus. Muskeln sind nicht die bloßen Zugmaschinen,
als die sie lange angesehen
wurden, sondern sie bilden regelrechte
Apotheken im Körper und wirken sich
auf unser ganzheitliches Wohlbefinden
aus.
Der Muskel ist die beste Fettverbrennungsmaschine
im Körper. Zwar setzt
das Gehirn, bezogen auf das Gewicht,
noch deutlich mehr Kalorien um, aber
die Muskulatur lässt sich ausbauen, die
Hirnmenge dagegen selbst durch noch
so viel Denken nicht.
Durch Krafttraining beugen Abnehmwillige
so auch dem berüchtigten Jo-Jo-
Effekt vor. Wer nur Diät hält, ohne sich zu
bewegen, verliert neben dem Fett- auch
viel Muskelgewebe. Der Körper benötigt
dadurch immer weniger Energie. Wenn
nach der Diät wieder die gewohnten
Essgewohnheiten angenommen werden
und die damit verbundene Kalorienzufuhr
zunimmt, steigt das Gewicht umso
rasanter nach oben. Wer dagegen Muskelmasse
aufbaut, bekämpft nicht nur
während des Trainings die unerwünschten
Polster, sondern auch auf der Couch.
Danach findet eine effektive Stoffwechselaktivierung
statt.
Jedes biologische System reagiert auf
vermehrte (angemessene) Belastung mit
einer Steigerung seiner Leistungsfähigkeit.
Hierbei reichen oftmals auch KURZzeitige
Möglichkeiten, um den Körper
Balance der Kraft
(TRX Ausfallschritt mit Wall Ball)
muskulär einem Reiz auszusetzen. Man
spricht vom Prinzip der biologischen
Anpassung beziehungswiese von einer
Anpassungsreaktion des Organismus.
Für die Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke
und Knochen bedeutet das, dass
sie kräftiger, funktionstüchtiger und
widerstandsfähiger werden, wenn sie
regelmäßig durch über das Alltägliche
hinausgehende Gewichtsbelastungen
gefordert werden.
44 RC Premium 3/2018
Die Muskeln lagern dabei vermehrt die
für die Kraftentwicklung verantwortlichen
Eiweißstoffe ein und nehmen dadurch
an Volumen zu, was neben dem
Kraftzuwachs auch eine Verbesserung
der Durchblutung und eine Erhöhung
der Stoffwechselaktivität zur Folge hat.
Neben dem Zuwachs an Muskelmasse ist
auch eine Verbesserung der Koordination
der nervalen Muskelaktivierung
maßgeblich an der Steigerung der Muskelkraft
beteiligt. Vor allem zu Beginn
des Trainings spielt dieser Effekt eine
große Rolle.
Wenn man mehr Muskelkraft hat, wird
das Leben insofern leichter, als dass man
leichter an sich trägt. So sind alle möglichen
Alltagsbelastungen leichter zu
bewältigen und weniger anstrengend.
Eine kräftige Muskulatur stabilisiert
und entlastet die Gelenke und beugt so
Verletzungen und der Entstehung von
Knorpelabnutzungen vor. Aufgrund dieser
Erkenntnisse ist auch ein saisonales
Training genauso effektiv und nachhaltig,
wie ein Training welches über Jahre
ausgeführt wird. Es gibt heutzutage viele
Sportarten, welche nur ein kurzweiliges
über einige Monate angeordnetes Training
erlauben. Da eine intensive Vorbereitungsphase
für einige Sportarten
sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport
unabdingbar sind, um die jeweilige
Wettkampfphase erfolgreich und
bestmöglich vorbereitet zu absolvieren.
Kräftige Muskeln im Bereich von Bauch
und Rücken sind von entscheidender
Bedeutung für eine gute Haltung von Becken
und Wirbelsäule. Sie gelten als das
Mittel Nummer eins zur Verhinderung
und Behandlung von Rückenschmerzen.
80 Prozent aller Schmerzen im unteren
Rücken können durch Training beseitigt
werden. Von besonderer Bedeutung ist
der zunehmende Verlust an Muskelkraft
im Alter.
Fokussierte Kraft
(Langhantel Curl )
Wenn man nichts aktiv dagegen tut
(durch Training), verliert man vom 20.
bis zum 70. Lebensjahr 35 bis 40 Prozent
der Muskelmasse. Das führt irgendwann
zwangsläufig dazu, dass die Muskelkraft
zum limitierenden Faktor für die alltägliche
Lebenstüchtigkeit wird. Um die
Autonomie und Lebensfreude auch im
höheren Alter zu erhalten und gleichzeitig
Stürzen und Verletzungen vorzubeugen,
ist ein sanftes Krafttraining ein
sehr effektives Mittel.
Darum setze Dir Ziele, und denke daran,
dass auch KURZzeitige Möglichkeiten,
die einem gegeben werden, oftmals eine
langfristige Möglichkeit aufzeigen.
Wie Tony Robbins (amerikanischer Beststellerautor,
Ausbilder und Coach) so
schön sagte: „Ziele zu setzen ist der erste
Schritt, das Unsichtbare in das Sichtbare
zu verwandeln.“
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FIT &
GESUND
Bewegung trotz(t) Demenz
von Daniela Völker und Lisa Rehning
Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. leben in
Deutschland aktuell rund 1,7 Millionen Menschen mit
Demenz. Jährlich rechnet man mit 300.000 Neuerkrankungen.
Die Anzahl der Demenzerkrankten steigt aufgrund des
demographischen Wandels kontinuierlich an, da die Anzahl
der Neuerkrankten weitaus höher ist als die Anzahl der Sterbefälle
innerhalb der bereits Erkrankten. Der Anstieg lässt sich
durch die höhere Lebenserwartung und die zunehmende
Anzahl von älteren Menschen erklären. Normalerweise verlaufen
Demenzen irreversibel und enden mit dem Tod. Die
verbleibende Lebenserwartung verkürzt sich dementsprechend,
wobei sich die Krankheitsdauer im Einzelfall jedoch
nicht zuverlässig vorhersagen lässt.
Der Begriff Demenz bezeichnet übersetzt „ohne Geist“. Demenzerkrankungen
sind beschrieben durch die Verschlechterung und
den Abbau geistiger Funktionen, die zum Verlust der Alltagskompetenzen
führen. Meist ist dies gepaart mit Orientierungsund
Sprachschwierigkeiten, welche auch mit Veränderungen
des Verhaltens und der Persönlichkeit einhergehen. Zu beachten
ist, dass Demenz und Alzheimer nicht gleichzusetzen sind.
Durch medikamentöse Therapien ist Demenz zum aktuellen
Zeitpunkt nicht heilbar. In Kombination mit Verhaltenstherapien
können Medikamente den Patienten und ihren Angehörigen
lediglich eine Unterstützung beim Krankheitsverlauf sein. Daher
fällt der Fokus der Forschung immer mehr auf präventive Maßnahmen,
die einen positiven Einfluss auf diverse Risikofaktoren
zur Entstehung einer Demenzerkrankung haben. Es handelt sich
dabei vor allem um die Beeinflussung verschiedener vaskulärer
Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhte Cholesterinwerte
oder Übergewicht. Darüber hinaus spielen aber auch
Verhaltens- und Lebensstilfaktoren wie Rauchen, körperliche
Aktivität und Ernährung eine entscheidende Rolle. Daher ist es
nicht verwunderlich, dass besonders der Einfluss der körperlichen
Aktivität auf das Risiko der Entwicklung einer Demenzerkrankung
sowie auf die kognitive Beeinträchtigung in diversen
Studien untersucht wird und eine entscheidende Rolle spielt.
Viele Studien zeigen bereits eine positive Beeinflussung durch
körperliche Aktivität auf diverse Risikofaktoren zur Entstehung
einer Demenz und indirekt sogar eine Auswirkung auf den
kognitiven Abbau. Neben den indirekten Auswirkungen von
Sport und Bewegung wird auch der Einfluss auf strukturelle und
funktionelle Mechanismen im Gehirn untersucht. Dort zeigt sich
46 RC Premium 3/2018
beispielsweise, dass Personen, die sich regelmäßig bewegen,
geringere Entzündungsmarker im Blut haben. Ein geringes
Niveau an Entzündungsmarkern ist mit einem geringeren Risiko
für einen kognitiven Abbau verbunden.
Regelmäßige körperliche Aktivität spielt allerdings nicht
nur in der Prävention eine wichtige Rolle. Da im Laufe einer
Demenzerkrankung sowohl geistige als auch körperliche
Fähigkeiten nachlassen, ist es wichtig, in jeder Phase der Erkrankung
und bei jedem Alter aktiv zu sein beziehungsweise
zu werden, um die Selbstständigkeit im Alltag, wie das Gehen
oder Aufstehen, sowie eigenständiges Essen und Trinken zu
bewahren und damit einen gewissen Grad an Lebensqualität
zu erhalten. Neben der eigentlichen Erkrankung spielt also
auch mangelnde körperliche Aktivität beim Verlust der Leistungsfähigkeit
eine Rolle, was wiederum zu einem Rückgang
der Kraft und des Gleichgewichts führt. Besonders der Alltag
beinhaltet viele Situationen, in denen Bewegungen und
geistige Anforderungen gleichzeitig gefragt sind. Durch eine
unzureichende Aufmerksamkeitsleistung in Folge der Erkrankung
werden Mehrfachhandlungen allerdings zu einer
großen Herausforderung, woraus weitere Gefahren, wie
beispielsweise Stürze resultieren. Selbst wenn man bisher
noch nicht körperlich aktiv war, ist es möglich, seine kognitiven
Fähigkeiten durch gezielte Aktivität zu verbessern. Man
geht davon aus, dass nicht nur Sport und Bewegung alleine,
sondern auch das soziale Miteinander bei der Aktivität zur
Verbesserung der Gedächtnisleistung beiträgt.
Voraussetzung für den langfristigen Erfolg eines Trainingsprogramms
ist allerdings die regelmäßige Durchführung eines
angeleiteten Trainings unter Berücksichtigung der individuellen
Ressourcen und Beeinträchtigungen jedes Erkrankten.
Grundlage des Trainingsprogramms sollte dabei das Krafttraining
sein. Ein wesentliches Ziel ist dabei die Reduktion der
Kraftdefizite, die ein hohes Risiko für Stürze darstellen sowie
die Alltagsfertigkeiten und die aktive Gleichgewichtskontrolle
beeinflussen. Das Krafttraining kann sowohl gerätegestützt
als auch mit dem eigenen Körpergewicht ausgeübt werden,
wobei darauf geachtet werden sollte, dass der Muskel ausreichend
belastet wird. Darüber hinaus ist natürlich das
Gleichgewichts- und Funktionstraining zum Üben von Alltagsbewegungen
in den Trainingsplan zu integrieren, wodurch
ebenfalls das Sturzrisiko minimiert werden soll und die Unabhängigkeit
sowie Lebensqualität gesteigert werden kann.
Zur Schulung und Steigerung der Aufmerksamkeitsleistung ist
es außerdem anzuraten, Übungen durchführen zu lassen, die
das gleichzeitige Ausführen einer Bewegung und einer kognitiven
Aufgabe beinhalten.
Trainingsmöglichkeiten zur positiven Beeinflussung einer
Demenzerkrankung gibt es viele. Daher sollten vor allem
Betroffene in ihrem Vorhaben zur Aufnahme sportlicher
Aktivität mit Hilfe ausgebildeter Gesundheitstrainer unterstützt
werden.
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FIT &
GESUND
MFT - Coordination Tower
Gleichgewichtstraining als Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstraining
von Eric Sattel
Was hat unser Gleichgewicht mit
Aufmerksamkeit oder der menschlichen
Fähigkeit zu bewusstem Denken
zu tun? Auf den ersten Blick gar nichts.
Wirft man jedoch einen genaueren Blick
auf die Funktionsweise des Gleichgewichtstrainings
erschließt sich eine Verbindung.
Das lässt sich an einem ganz
einfachen Beispiel selbst nachvollziehen:
Wenn man Fragen beantworten soll, ist
es für die korrekte Antwort zielführender
in einer ruhigen Umgebung zu sitzen als
parallel dazu auf einem schmalen Grat
zu balancieren. So simpel wie das Beispiel
zeigt, ist im Kern auch der Zusammenhang
zwischen Gleichgewicht und
Aufmerksamkeit beziehungsweise der
Fähigkeit zu bewusstem Denken. Redensarten
wie „jemanden aus dem Gleichgewicht
bringen“ lassen sich letztendlich
ebenfalls auf diesen Zusammenhang zurückführen.
Genutzt wird diese Redensart
vor allem bei äußeren Einflüssen, die
uns aus dem Gleichgewicht bringen, wie
beispielsweise Schicksalsschlägen. Auch
dauerhafter Stress kann dazu führen,
dass man „aus dem Gleichgewicht gerät“.
Nachdem der Zusammenhang nachvollziehbar
geworden ist, stellt sich natürlich
die Frage: Warum ist das so? Um dieser
Frage nachgehen zu können, betrachten
wir zuerst die Funktionsweise der Gleichgewichtsfähigkeit.
Unser Gleichgewicht
sorgt dafür, dass wir in jeder Situation
eine aufrechte und ruhige Körperhaltung
haben. Bei gesunden Menschen laufen
alle relevanten Prozesse automatisch im
Hintergrund ab, das heißt wir müssen
nicht bewusst daran denken, dass wir
beispielweise einen Fuß nach dem anderen
aufsetzen. Dennoch ist unser Gleichgewicht
ein sehr komplexer Prozess.
Es setzt sich aus Informationen verschiedener
Quellen zusammen.
ZAP Bereichsleiter
Christian Schumann
auf dem TRX
Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr
versorgt uns mit Rückmeldungen über
Drehbewegungen und Beschleunigung.
Doch auch wenn man häufig liest, unser
Gleichgewichtsorgan liegt im Innenohr,
ist das zu kurz gedacht. Neben dem
Innenohr sorgen verschiedenste Rezeptoren
in den Gelenken dafür, dass
unser Gehirn weiß, welche Stellung die
einzelnen Gelenke jeweils haben. In den
Muskeln sorgen Rezeptoren für Informationen
bezüglich Muskelspannung und
Veränderungen in der Muskelspannung.
Über unsere Augen nehmen wir visuelle
Reize aus der Umgebung auf, die uns
ein Bild von unserer Umwelt zeigen. Alle
diese Reize laufen dann wiederum im
Gehirn zusammen. Unser Gehirn steht
48 RC Premium 3/2018
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also vor der immensen Herausforderung
aus dieser Flut an Informationen die
richtigen Schlüsse zu ziehen, damit wir
jederzeit eine ruhige Körperhaltung bewahren
können.
Geht man von nun noch einen Schritt
weiter in Richtung Antizipation, also der
Vorwegnahme von Ereignissen, wird der
ganze Prozess noch umfangreicher. Zur
Veranschaulichung dazu ein Beispiel:
Wer schon einmal im Wald spazieren
war, wird wissen, dass der Boden mal
mehr mal weniger eben ist. Manchmal
gibt es Mulden oder Wurzeln über den
Weg. Sehen wir diese Hindernisse, ist es
uns ein Leichtes, diesen entsprechend
auszuweichen, da unser Gehirn entsprechende
Gegenmaßnahmen vorbereitet.
Wir laufen um die Mulde herum oder heben
unseren Fuß höher über die Wurzel.
Sehen wir das Hindernis nicht geraten
wir bestenfalls nur kurz ins Straucheln,
schlimmstenfalls stürzen wir.
TRX Bildschirm mit Gleichgewichtsübungen
Man kann also erahnen, welche Leistung
unser Gehirn alleine in die Umsetzung
unseres Gleichgewichtes steckt. Und
unser Gleichgewicht ist nur einer von
vielen Prozessen, die unablässig in unserem
Körper ablaufen. Unser Gehirn
muss also alleine für die Aufrechterhaltung
dieser Grundprozesse ein gewisses
Maß an Konzentration aufrechterhalten.
Dabei ist die Leistungsfähigkeit unseres
Gehirns endlich. Je bewusster wir
uns dann auch noch auf einen Prozess
konzentrieren müssen, umso weniger
Ressourcen können auf andere Prozesse
gelenkt werden. „Denken kostet Kraft“ ist
ein umgangssprachlicher Begriff. Kraft,
oder auch kognitive Ressourcen, die ich
von anderer Stelle abziehen muss.
Gleichgewichtstraining
als Ressourcenfreigabe
Wenn nun auf idealerweise automatisierte
Prozesse weniger Ressourcen
gebündelt werden müssen, verfügt
man über mehr Ressourcen für andere
Prozesse. Wozu diese Ressourcen letztendlich
genutzt werden, ist unsere freie
Entscheidung, eröffnet uns jedoch ganz
andere Möglichkeiten uns selbst wahrzunehmen.
Natürlich nur, wenn man sich
entscheidet die Ressourcen auf Selbstwahrnehmung
zu lenken! Glücklicherweise
lässt sich nahezu jeder Prozess
unseres Körpers trainieren. Wer eine
hohe kognitive Belastung im Alltag hat,
besitzt im Schnitt mehr Synapsen im Gehirn.
Wer sich viel bewegt, hat in dem für
Bewegung zuständigen Hirnareal mehr
und aktivere Verbindungen.
Durch das Gleichgewichtstraining laufen
die Prozesse zur Stabilisierung der Gelenke
autonomer ab. Wir denken also
nicht mehr bewusst darüber nach, WIE
wir uns gerade halten oder bewegen, wir
machen es einfach. Dabei kann auch mal
der Gedanke aufkommen: „Fast wäre
ich gestürzt!“, allerdings erst nachdem
die Situation vorbei ist. Die Gelenke erlernen
durch das Training immer besser,
wie sie sich zu verhalten haben, wenn
sie aus dem Gleichgewicht geraten. Eine
kleine Übung für zu Hause kann dafür als
guter Maßstab herangezogen werden.
Stellen Sie sich auf ein Bein mit geöffneten
Augen. Sobald Sie sicher stehen,
schließen Sie die Augen und versuchen
so lange wie möglich stehen zu bleiben.
Sie verlieren einen Großteil der Informationen
über die Umgebung und werden
deshalb instabil. Die kleinen Rezeptoren
in den Gelenken müssen plötzlich die
fehlenden Reize kompensieren. Je besser
dies möglich ist, durch Training und bessere
Vernetzung der Synapsen im Gehirn,
umso länger können Sie auch mit
geschlossenen Augen auf einem Bein
stehen bleiben.
Fazit: Ein gutes Gleichgewicht, und dabei
ist nicht nur das körperliche Gelichgewicht
gemeint, ist eine wichtige Grundlage
für unsere freie Entfaltung. Von daher
ist jedem zu empfehlen, sich in dieser
Hinsicht zu motivieren. Unser Gleichgewichtsgerät
ist dabei eine einfache und
spaßige Ergänzung für jedes Training.
49
FIT &
GESUND
Personal Training -
Einzeln oder in einer Gruppe?
von Moritz Nägele
Den meisten Menschen fällt es schwer sich nach einem
langen Arbeitstag zum Sport aufzuraffen. Wie kann ich
diesem Motivationsloch entkommen? Personal Training in
Kleingruppen kombiniert Gruppentraining mit dem klassischen
Personal Training. Das gemeinsame Erreichen seiner
Ziele unter kompetenter Anleitung eines ausgebildeten
Trainers erhöht nicht nur die Motivation, sondern auch
das Leistungsvermögen. Die klassischen Ziele des Personal
Trainings – Gewichtsreduktion, Körperdefinition, Fitnesssteigerung
durch Ausdauer- und Krafttraining – können
gemeinsam erreicht werden.
Wie groß darf die Gruppe sein?
Besteht die Gruppe aus vielen Teilnehmern ist es schwierig,
einen gemeinsamen Nenner zu finden. Das Leistungsniveau
der einzelnen Teilnehmer ist unterschiedlich und die kompetente
Betreuung der Teilnehmer leidet.
Denn: Beim Kleingruppen Personal Training sollte so intensiv
wie möglich auf jeden Teilnehmer und dessen Stärken und
Schwächen eingegangen werden. Deshalb gilt: Je kleiner die
Gruppe (maximal 7 Personen), desto effektiver ist die individuelle
Betreuung.
Um einen möglichst großen Benefit aus dem Gruppentraining
zu ziehen, sollten einige Voraussetzungen erfüllt
werden. Entscheidend für die Qualität des Trainings ist neben
der fachlichen Kompetenz des Trainers die Zusammenstellung
der Gruppe.
Der Nenner macht’s – Grundlage finden
Im Idealfall entwickelt sich in einer Gruppe eine Eigendynamik,
von der alle profitieren. Um diese zu erreichen, ist es
wichtig, dass die Leistungsunterschiede der einzelnen Teilnehmer
nicht zu groß sind. Dasselbe gilt für die Zielsetzung
der Gruppenmitglieder, auch diese sollten ähnlich sein.
Sind sie zu unterschiedlich fehlt der gemeinsame Nenner
für das Training. Das ist kontraproduktiv für das Gruppenklima.
Ist eine gemeinsame Grundlage gefunden worden,
kann es los gehen!
Gemeinsam ein Ziel erreichen
Für viele Fitnessfans ist der wichtigste Faktor des Gruppentrainings:
Gemeinsam schwitzen motiviert. Der Mensch ist
ein soziales Wesen, deswegen kommen viele nur aufgrund
des zwischenmenschlichen Aspekts zum Training. Das Miteinander
spornt die Teilnehmer der Gruppe besonders an,
man spricht sich untereinander ab und pusht sich auch dann,
wenn der Personal Trainer gerade mit jemand anderem
beschäftigt ist. Es inspiriert die Teilnehmer zu sehen, wie
andere Dinge schaffen, die man vielleicht noch nicht kann.
Kurz zusammengefasst: Je besser eine Gruppe funktioniert,
desto mehr Leistung kann aus den Trainierenden herausgekitzelt
werden, die sie vielleicht selbst in solchem Ausmaß
nicht erwartet hätten. Die Fachkompetenz des Personal
Trainers hilft dabei die Leistungen zu steigern, damit alle ihre
Ziele erreichen.
50 RC Premium 3/2018
1zu1-Betreuung ist effektiver
Für viele ist der wichtigste Aspekt für die Entscheidung ob
Personal Training oder Kleingruppen Personal Training der
Preis. Doch genau darüber sollte man gut nachdenken. Denn
Personal Training in der Gruppe führt unter fachgerechter
Anweisung eines Personal Trainers zum Ziel. Tatsächlich
schneller und effektiver geht es jedoch bei der klassischen
1:1-Betreuung. Dort kann der Trainierende mit ständiger
Bewegungskontrolle und Betreuung durch den Trainer rechnen.
Der Trainierende wird nicht nur in sportlicher Hinsicht
betreut, sondern auch im Alltag.
Welcher Weg führt zum Ziel?
Im Unterschied zum Personal Training in Kleingruppen liegt
der Fokus bei der 1zu1-Betreuung auf der Tagesform des
Kunden. Der Trainer passt die Intensität des Workouts an die
Verfassung des Trainierenden an. Somit werden Schwächen,
persönliche Einschränkungen und Probleme besser analysiert
und berücksichtigt, damit es zu keiner Über- oder Unterforderung
beim Training kommt und die Trainingsreize hoch
wirksam sind. Oft unterschätzt, aber trotzdem ein wichtiger
Faktor beim Ausdauer- und Krafttrainings, ist die Psyche. Bei
einer individuellen Betreuung kann der Personal Trainer einen
größeren Einfluss auf den Kunden nehmen als in der Gruppe.
Dort ist mentales Training oder Coaching nur sehr schwer
bis kaum möglich, da es zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Die
Motivation leitet sich in der Gruppe aus dem Wir-Gefühl ab:
Gemeinsam den Weg zu denselben Zielen gehen und am
Ende gemeinsam seine Ziele erreichen.
Welchen Weg sollte ich nehmen? Diese Frage beantworten
Sie sich selbst. Was möchte ich erreichen? Was bin ich
bereit dafür zu tun? Entscheiden Sie selbst, wann Sie Ihr Ziel
erreichen wollen!
„Nussis“ trainieren im ZAP
Mit Beginn der Saison 18/19 werden die Nußlocher Handballerinen,
liebevoll auch „Nussis“ genannt, einen Teil ihres
Athletiktrainings im ZAP Fitness und Prävention absolvieren.
Unter Anleitung des ZAP Personal Trainers Moritz Nägele
schwitzen die Mädels einmal die Woche in zwei Kleingruppen
und arbeiten an ihren Stärken und Schwächen. Um
den Verbleib in der 4. Liga (Oberliga Baden - Württemberg)
zu sichern, werden in enger Absprache mit den Verantwortlichen
unterschiedliche Schwerpunkte für die einzelnen
Trainingseinheiten gesetzt. Neben dem grundlegenden Kraftund
Koordinationstraining rückt das Core-Training (Stärkung
des Rumpfbereiches) in den Fokus. Denn je besser der
Rumpfbereich trainiert ist, desto leistungsfähiger sind die
Spielerinnen. Treffen die Mädels nun auf körperlich überlegene
Gegnerinnen, ist es umso wichtiger, dass der Rumpfbereich,
der für Körperspannung während den verschiedenen
Bewegungsabläufen im Handball sorgt, gezielt trainiert wird.
„Wir sind sehr glücklich darüber dieses zusätzlich wichtige
Personal Training in einer der schönsten Anlagen der Umgebung,
im Racket Center Nußloch, unter Anleitung der Fachkompetenz
von Moritz Nägele, absolvieren zu können“, so
Abteilungsleiter Manfred Gspandl. „Schon früh zeigt sich in
der Mannschaft der positive Effekt dieses Trainingskonzeptes,
welches uns in unserem vorrangigen Ziel, dem Klassenerhalt
in der BWOL, nicht nur einen Schritt näher, sondern auch
einen Vorteil gegenüber den anderen Mannschaften, bringt.
Wir danken an dieser Stelle noch einmal Herrn Dr. Zimmermann
vom Racket Center Nußloch sowie Moritz Nägele für
diese Möglichkeit der professionellen Weiterentwicklung der
Mannschaft sowie unseres Vereines.“
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51
HIDDEN
DEVICES
Die Trap Bar - Mit Vielfalt zum Erfolg
von Moritz Nägele
Seit etwas mehr als zwei Monaten ist unser neues Trainingsgerät,
die Trap Bar, in unserem funktionellen Bereich
in Betrieb. Eine Trap Bar oder aufgrund ihrer sechseckigen
Form auch Hex Bar genannt, ist eine spezielle Form der Langhantel,
die in den 1980ern Jahren von dem amerikanischen
Gewichtheber Al Gerard entwickelt wurde. Sein Ziel war es,
wie beim regulären Kreuzheben, schwere Gewichte bewegen
zu können, ohne dabei den Rücken zu überlasten. Warum Sie
unbedingt mit der Trap Bar trainieren sollten, wird anhand
der drei wichtigsten Vorteile im folgenden Text dargelegt:
1. Kombination aus Kniebeuge und Kreuzheben
Beim Kreuzheben mit der Trap Bar führt man im Prinzip eine
Kniebeuge aus, während die Stange, wie beim klassischen
Kreuzheben, mit den Händen gehalten wird. Der einzige, aber
wichtige Unterschied besteht darin, dass sich die Arme mit
neutraler Handposition nicht vor dem Körper, sondern seitlich
davon befinden. Diese Variante ermöglicht, dass mehr
Gewicht bei der Übung verwendet werden kann und die Beine
einem größeren Trainingseffekt ausgesetzt sind als beim
regulären Kreuzheben.
2. Einfaches und schnelles Erlernen der Technik
Gerade für Anfänger ist das Kreuzheben mit der Trap Bar eine
sinnvolle und effektive Übung. Die Technik ist im Vergleich zum
klassischen Kreuzheben schnell zu erlernen. Die Besonderheit
der Trap Bar, dass die Stange um den Trainierenden herum verläuft,
ermöglicht, das Gewicht mit einer Kniebeuge-ähnlichen
Bewegung anzuheben, ohne dass die Schienbeine mit der
Stange in Kontakt kommen. Als Bewegung im Alltag ist das Trap
Bar-Kreuzheben mit dem gesunden Heben einer schweren Last
(zum Beispiel einem Wasser- oder Bierkasten) zu vergleichen.
Somit kann das Trap Bar-Kreuzheben schon zu einem sehr
frühen Trainingszeitpunkt eingesetzt werden.
3. Stärkung der hinteren Kette
Aufgrund der Positionierung der Füße in der Mitte der Trap
Bar ist es möglich das Gewicht wesentlich aufrechter und sicherer
als beim klassischen Kreuzheben anzuheben, da der
Massenschwerpunkt deutlich vor dem Körper des Trainierenden
liegt. Dies wirkt sich positiv auf die Belastung des unteren
Rückens sowie auf die Belastung der Bandscheiben aus.
Trotzdem ist der Trainingseffekt größer als bei der regulären
Kniebeuge. Die gesamte hintere Kette von Gesäß-, Rücken-,
und Beinmuskulatur wird effektiver angesprochen, da es sich
um eine Hüftstreck-bewegung und nicht wie bei einer normalen
Kniebeuge um eine Kniestreckbewegung handelt.
Fazit
Das Kreuzheben mit der Trap Bar ist eine ausgezeichnete
Übung als Einstieg ins Kreuzheben für Beginner oder für Fortgeschrittene,
die einen neuen Trainingsreiz setzen wollen. Die
Technik ist leicht zu erlernen und der Trainingseffekt ist für
die hintere Kette (Rücken-, Gesäß- & Beinmuskulatur) optimal.
Wer sollte unbedingt damit trainieren? Personen, die
während ihrer Arbeit viel und lange sitzen. Warum sollte
unbedingt damit trainiert werden? Um Rückenproblemen
präventiv vorzubeugen!
Ihr Interesse ist geweckt? Dann sprechen Sie mich doch einfach
auf der ZAP Fläche an.
Viel Erfolg beim Trainieren!
52 RC Premium 3/2018
Herzlich willkommen
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ERNÄHRUNG
Das Gehirn isst mit
Wie positive und negative Erfahrungen unser Essverhalten prägen
von Lisa Rehning, ZAP Ernährungsexpertin
Uns ist allen bewusst, dass Essen mehr bedeutet als
reine Nahrungsaufnahme. Ob als Nervennahrung zur
vermeintlichen Stressbewältigung, als Genussmittel im
gemeinschaftlichen Beisammensein oder als Zeitvertreib aus
Langeweile, Essen begleitet unser Leben alltäglich in vielfältiger
Funktion.
Auch unser Gehirn spielt dabei eine entscheidende Rolle vor
und während des Essens. Inwiefern ist das so? Erinnern wir
uns doch mal an eine Situation aus der Kindheit: Was gab es
Schöneres als vom Spielen heimzukommen und schon auf
dem Weg dorthin den leckeren Geruch von Mamas Kochkunst
in der Nase zu haben? Man rannte hinein und hörte das
Geschirr klappern und die Mutter rufen: „Es gibt gleich Essen,
wasch‘ dir schon mal die Hände!“. Und schon lief einem das
Wasser im Munde zusammen und der Magen stellte sich
darauf ein, gleich wohlig gefüllt zu werden.
Auch das Knacken eines frischen Apfels, einer Möhre
oder kühler Schokolade, das Knistern einer Chipstüte bereitet
uns auf den Geschmack des Lebensmittels vor. Was wäre
schließlich ein Kinobesuch ohne das Geräusch des Popcorns
und ohne die Frage nach Eis? Solche positiven Erlebnisse
speichern wir in unserem Gehirn ab und verbinden somit
Essen mit bestimmten Erfahrungen. Das treibt uns auch dazu,
positiv geprägte Erlebnisse zu wiederholen.
Durch die verschiedenen Sinneswahrnehmungen ist es dem
Gehirn möglich, Funktionen des Körpers zu aktivieren. Wie
zum Bespiel die Speichelproduktion im Mund anzuregen, die
Verdauungsenzyme unter anderem im Magen freizusetzen,
damit die Spaltung und Resorption der Nahrung möglich ist,
und die Peristaltik des Verdauungstraktes in Gang zu setzen,
um den Nahrungsbrei befördern zu können.
In der Ernährung beziehungsweise beim Kontakt mit Essen
sind jedoch auch negative Erfahrungen möglich. Vor allem
Eltern sollten sich an den Ratschlag halten: „Wenn du
möchtest, dass deine Kinder alles essen, dann lebe es ihnen
vor!“. Das ist deshalb sehr sinnvoll, denn wenn Mama oder
Papa schon das Gesicht bei Brokkoli verziehen, nur weil sie es
riechen oder gar verzehren, wieso sollten die Kinder es ihnen
nicht gleichtun?! Sie verbinden schließlich damit, dass es
etwas Schlimmes sei und nicht schmecken würde. Somit ist
der erste negative Eindruck geschaffen, der das Essverhalten
des Kindes in Bezug auf Brokkoli negativ beeinflusst.
54 RC Premium 3/2018
Auch das Anrichten eines Gerichts ist wichtig, um positiv
auf das Essverhalten zu wirken. Ob zu Hause oder in einem
Restaurant, wir versuchen unsere Mahlzeiten schön zu gestalten,
denn: „Das Auge isst mit!“.
Dass Speisen bei schöner Dekoration und Darbietung besser
schmecken als auf unsauberen Tellern ist uns bekannt. Wer
bereits in einem Krankenhaus arbeiten durfte, kennt aber das
Problem: Viele Essen, so schnell wie möglich, mit geringsten
Aufwand und so billig wie es nur geht auf ein Tablett zu zaubern,
welches jedem Patienten vor Freude strahlen lässt, ist
gar nicht so einfach. Alle geben Ihr Bestes, doch leider hört
man viel zu häufig den Satz „Es schmeckt nicht.“ Doch die Verbindung
mit einem Krankenhausaufenthalt ist meist negativ
behaftet, weshalb es unser Gehirn auch schwer hat, es sich
schmecken zu lassen.
Bei vielen Menschen hat auch das Zeitgefühl einen Einfluss
darauf, vor allem wenn man gewohnt ist zum Beispiel grundsätzlich
um 12 Uhr sein Mittagessen einzunehmen. Diese Gesamtheit
an Erfahrungen wird über das ganze Leben weiter
gesammelt, neu auferlegt oder vertraut weitergeführt. Unser
Gehirn macht sich dies zunutze und wird uns damit ein Leben
lang zur Seite stehen.
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Zutaten für 4 Personen
Zubereitunsgzeit ca. 25 min
Spaghetti mit Riesen-Garnelen
in Asia-Soße
2 rote Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 TL geriebener Ingwer
½ Chilischote
2 Stangen Zitronengras
1 EL Rapsöl
1 EL Zucker
200 ml Orangensaft
800 g Tomaten, Konserve, stückig
5 Kaffir-Limonenblätter
1 TL China-Gewürz
Salz
4 EL Dim Sum Soße
400g Spaghetti
(Hartweizen, eifrei)
250g Riesengarnelen
1 TL Öl
Salz, Pfeffer
Barbecue-Gewürz
• Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. 1 EL Zwiebelwürfel für die
Garnelen zur Seite stellen. Ingwer reiben, Chilischote in feine Streifen schneiden,
die Zitronengrasstängel der Länge nach durchschneiden. Die Spaghetti
nach Packungsanweisung bissfest kochen und abgießen.
• Das Öl erhitzen und den Zucker unter Rühren darin auflösen, Zwiebel, Knoblauch,
Ingwer und Zitronengras zugeben, anbraten und mit dem Orangensaft
aufgießen.
• Die Tomaten und die Kaffir-Blätter entfernen. Dann die Soße pürieren, die
Dim Sum Soße zugeben und nochmals kräftig abschmecken.
• Die restlichen Zwiebelwüfel leicht anbraten und die Garnelen nach Packunganweisung
mitbraten. Mit Salz und Barbecue-Gewürz abschmecken.
• Die Spaghetti auf vorgewärmte Teller verteilen, die Soße darüber geben und
die Garnelen aus der Pfanne darauf verteilen.
• Zitronengras und Kaffir-Limonenblätter gibt es in der Asia-Abteilung fertig
vorbereitet im Glas. Beides verleiht der Speise eine besonders aromatische,
milde, leicht nach Limonen duftende Nuance.
1 Portion enthält ca.:
523 kcal I 7 g Fett I 87 g Kohlenhydrate I 27 g Eiweiß I 8 g Ballaststoffe I 85 mg Cholesterin
präsentiert von
Dieses und weitere tolle
Rezepte finden Sie in Ihrem
individuellen figurscout
Kochbuch.
56 RC Premium 3/2018
Start in die neue Saison -
ab Sonntag, den 16. September 2018
Frühstücksbuffet
Immer sonntags von 9.30 bis 13.00 Uhr
Ristorante Marea im Racket Center Nußloch
Preis
pro Person
17,00 €*
RISTORANTE & BAR
im Racket Center Nußloch
Walldorfer Str. 100
69226 Nußloch
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Gäste unseres Frühstücksbuffets
haben die Möglichkeit, die freistehenden
Tennis-, Badminton- und
Squashplätze sowie den ZAP Fitnessbereich
in der Zeit von 7.00 bis
10.00 Uhr kostenfrei zu nutzen.
Bie reservieren Sie vorab Ihren
Tisch auf www.marea-nussloch.de,
E-Mail an info@marea-nussloch.de
oder per Tel. unter 06224 99 09-55.
(Racketsportplätze können nicht
vorab reserviert werden.)
* Kinder von 6 bis 12 Jahren zahlen
8,00 Euro. Kinder unter 6 Jahren
sind frei.
57
BENEFIZ
Mit über 90 Regatten in 23 Städten und mehr als 25.000 Teilnehmer in den letzten 13 Jahren
ist „Rudern gegen Krebs“ die größte Breitensportveranstaltung dieser Art in Deutschland.
Rudern gegen Krebs
9. Benefizregatta am 8. September 2018
Bewegung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung
von Krebs. Insbesondere aber auch bei Krebspatienten
kann ein körperliches Training dazu beitragen, während und
nach einer Krebstherapie Komplikationen und Nebenwirkungen
abzumildern oder zu vermeiden. Tumorpatienten fühlen
sich in der Regel besser, wenn sie sportlich aktiv sind.
Die Stiftung Leben mit Krebs setzt sich schon lange für
Bewegungsprogramme speziell für Krebspatienten ein. Am
Samstag, den 8. September findet zum neunten Mal die
Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ auf dem Neckar in
Heidelberg statt. Patienten, Ruderanfänger, Angehörige und
Profis sind herzlich eingeladen, sich für die gute Sache in
die Riemen zu legen. Die Rennen starten um 9:00 Uhr. Die
Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister
Prof. Dr. Eckart Würzner und MLP-Gründer
Dr. Manfred Lautenschläger. Durch die Kombination von
Rudern gegen Krebs mit dem Radtreff Rhein-Neckar und
der Tour der Hoffnung, die durch den Schirmherr Manfred
Lautenschläger initiiert wurde, soll in diesem Jahr ein Gesamterlös
von mehr als 100.000€ + X für das Programm Bewegung
und Krebs am NCT erlöst werden. An Land gibt es ein spannendes
Bühnenprogramm für die gesamte Familie.
Ob Anfänger oder erfahrener Ruderer: Jeder ist willkommen
teilzunehmen. „Zur Vorbereitung unterstützen wir jedes
Team mit drei kostenfreien Trainingseinheiten“, erklärt Sönke
Hartung-Rey, Abteilungsleiter der Rudergesellschaft Heidelberg
1898 e. V. (RGH). Gerudert wird im Gig-Doppelvierer.
Als Steuerleute halten Mitglieder der RGH die Boote auf Kurs.
Die Renndistanz beträgt 300 Meter. Wer mitrudern möchte,
kann sich im Internet unter rgk-heidelberg.rudernonline.de
anmelden. Anmeldeschluss ist der 30. Juli 2018. Das Startgeld
von 300 Euro pro Boot/Mannschaft setzt sich zusammen aus
200 Euro Spende und 100 Euro Kostenbeitrag.
„Wir möchten Krebspatienten ermutigen, trotz der Erkrankung
weiter aktiv zu bleiben“, sagt Klaus Schrott, Vorsitzender
der Stiftung Leben mit Krebs. Dazu kooperiert die in Mainz-
Kastel ansässige Stiftung bundesweit mit onkologischen Therapieeinrichtungen
und lokalen Rudervereinen. In diesem
Jahr findet die Regatta neben Heidelberg in zehn anderen
Städten statt.
Der Erlös der Regatta in Heidelberg kommt dem Programm
„Bewegung und Krebs“ am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen
(NCT) Heidelberg zugute. Das Trainingsangebot
für Krebspatienten reicht von Krafttraining über Nordic
Walking bis zu Yoga. „Sport- und Bewegungstherapie haben
sowohl während der Behandlung als auch in der Rehabilitation
von Krebserkrankungen einen hohen Stellenwert. Bewegung
kann dazu beitragen, therapiebedingte Symptome
wie Fatigue oder Schlafstörungen abzumildern oder zu vermeiden.
Ohne den Spendenerlös wäre es nicht möglich, das
Bewegungsprogramm am NCT fortzuführen“, berichtet Dirk
Jäger, Ärztlicher und Geschäftsführender Direktor am NCT
Heidelberg.
9. Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“
Samstag, 8. September 2018, ab 9:00 Uhr
Veranstaltungsort: Neckarwiese Neuenheim, HD
Schirmherren: Prof. Dr. Eckart Würzner, Oberbürgermeister
Heidelberg und Dr. h. c. Manfred Lautenschläger,
Gründer der MLP SE
Informationen unter: www.rudern-gegen-krebs.de
58 RC Premium 3/2018
abcde
fghijkl
mnop
qrstuv
wxyz
abc = all-in-one-touch
w w w . a b c d r u c k . d e · w w w . m e t z g e r d r u c k . d e · w w w . a b c m e d i e n . e u · w w w . a b c p r e m i u m . d e
59
WOHL
FÜHLEN
Wohltuende, salzhaltige Luft ganz in der Nähe
AQWA Walldorf bietet eine Salzlounge modernsten Standards
Atembeschwerden sind heutzutage
keine Seltenheit. Die Ursachen für die
Beschwerden sind dabei sehr vielfältig
und nicht immer eindeutig identifizierbar.
Bei der Behandlung dieser Probleme
denkt man zunächst an Kurorte, denen
ein heilendes Klima zugeschrieben wird.
Schon Homer und Sokrates schrieben
von den positiven Eigenschaften der salzhaltigen
Luft, denn diese dringt tief bis
in die Bronchien und Luge ein und legt
dort einen feinen Film auf die Schleimhäute.
Dadurch werden die Schleimhäute
auf natürliche Art und Weise feucht
gehalten und Schleim kann gelöst werden.
In diesem Schleim befinden sich oft
Bakterien und andere Ablagerungen, die
durch das Abtransportieren ausgehustet
werden können und durch die salzige Luft
wird die Lunge zusätzlich desinfiziert.
60 RC Premium 3/2018
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Natürlich ist
natürlich günstig
Ökostrom aus zertifizierten Quellen
Damit wir noch genug Energie
für unsere Kinder haben.
1863 ließ der Arzt Hermann Brenner
erste Lungensanatorien in Deutschland
eröffnen. In diesen Kurorten versprach
man sich Heilung durch Liegekuren im
Freien. Der erste Prototyp der Lungenheilstätten
war geschaffen. Im Laufe der
Jahrhunderte entwickelten sich diese
Einrichtungen weiter und noch heute erfreuen
sich Kurorte großer Beliebtheit.
Doch oft sind Kurorte weit entfernt und
es bedarf einen ganzen Urlaub, um sich
erholt zu fühlen.
Die Salzlounge
Der Bade- und Saunaparkl AQWA Walldorf
hingegen befindet sich in der Nähe.
Durch den Anfang 2015 veranlassten
Umbau, wird eine Salzlounge geschaffen.
Wer sich jedoch fragt, was eine Salzlounge
ist und was diese mit Atembeschwerden
zu tun hat, dem sei gesagt:
Eine Salzlounge ist ein Raum dessen
Wände mit Salz bzw. Salzsteinen verkleidet
sind. Durch die mit Salz verkleideten
Wände und der Solevernebelung in der
Salzlounge entsteht im Raum eine besonders
salzhaltige Luft, die extrem gut
für die Atemwege und die Haut ist. So soll
der Effekt eines 45-minütigen Aufenthaltes
bei maximal 40 Grad Raumtemperatur,
dem Effekt eines mehrtägigen
Besuches am Meer entsprechen.
Aber nicht nur bei bestehenden Beschwerden
hilft dies besondere Klima,
auch die Vorbeugung darf nicht außer
Acht gelassen werden. Während der
Verweildauer wird mit Licht- und Klangelementen
eine besondere seelische
Entspannung geschaffen, die sich beruhigend
auf das Herz-Kreislaufsystem
und somit auf den allgemeinen positiven
Entspannungszu-stand auswirkt - ein angenehmer
Nebeneffekt der Salzlounge.
Schon nach sechs bis acht regelmäßigen
Sitzungen in bequemen Liegestühlen soll
sich die volle Wirkung der salzhaltigen
Luft entfalten. Man fühlt sich nicht nur
körperlich, sondern auch seelisch fitter.
Gerade diese Inhalation ist gegenüber
anderen Kuranwendungen kreislaufschonender
und daher auch für Menschen
mit Herz-Kreislauf-Problemen sehr
gut geeignet.
Das Rasulbad
Aber nicht nur die Salzlounge wird im
Zuge des Umbaus neu geschaffen. Auch
ein Rasulbad findet Einzug im AQWA
Walldorf. In diesem Bad werden während
einer 20-minütigen Reinigungszeremonie
Pflege- und Heilschlämme auf die Haut
aufgetragen. Durch den Anstieg der
Raumtemperatur sowie der Luftfeuchtigkeit
werden die Schlämme cremig und
lassen sich, ähnlich wie ein Peeling, auf
der Haut verreiben. Durch diesen Vorgang
werden abgestorbene Zellen oder
verkrustete Cremereste von der Haut
entfernt. Beendet wird diese stoffwechselanregende,
durchblutungsfördernde
und entschlackende Zeremonie mit
warmen Regengüssen.
Ab Anfang Dezember, so ist es geplant,
können Sie sich über die beiden neuen
Errungenschaft des AQWA Walldorf
freuen.
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Leistung
& Erfolg KURZ NOTIERT ...
Ein erfolgreiches Jahr
für Tina Manescu
Das intensive Training bei Stev
Kleine über nunmehr bereits drei
Jahren trägt große Früchte. Nachdem
Tina Anfang des Jahres den
Porsche Cup und die Badischen
Jüngstenmeisterschaften gewinnen
konnte, folgte im Juli ihr bislang
größter Erfolg: Der Titel bei den
Deutschen Jüngstenmeisterschaften
in Detmold.
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Nußloch am 05. Januar 2019. Jeder ambitionierte Tennisspieler im Alter von
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Ansprechpartnerin: Maren Zimmermann
Im August konnte Tina ihre Siegesserie
beim Champions Bowl
(Deutschlandfinale) in München
fortsetzen. Mit dem Turniersieg
beim Champions Bowl ist Tina für
das Weltfinale in Kroatien qualifiziert.
Wir wünschen Tina viel Erfolg
in Kroatien!
Wir gratulieren:
Marea Ristorante & Bar
im Racket Center gewinnt den
3ten Platz beim Schlemmerblock
AWARD
Der Award prämiert die beliebtesten
Gutschein-Anbieter der Schlemmerblock-Regionen.
Das Besondere:
es zählen nicht die Bewertungen von
Kritikern oder Testern, sondern einzig
und allein die Meinung der Gäste und
Kunden aus dem Vorjahr, welche die
Gutschein-Anbieter besucht und auf
Herz und Nieren getestet haben.
Die Platzierung der Gastro-Anbieter
ergibt sich durch Bewertungen in drei
verschiedenen Bereichen:
• Qualität der Speisen und Getränken
• Ambiente und Ausstattung
• Service
62 RC Premium 3/2018
Netzwerktreffen
Seminare
Open Air
Workshop
Familienfeier
EVENTS
Weihnachtsfeier
Hochzeit
Firmenjubiläum
Sommerfest
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KLINIK
PORTRAIT
Vulpius Klinik Bad Rappenau
Für Ihre Genesung und Gesundheit
Die Vulpius Klinik wurde im Jahre
1912 gegründet und hat sich vom
„Sanatorium“ für Knochen- und Gelenktuberkulose
hin zur modernen Fachklinik
für Orthopädie, Unfallchirurgie,
Handchirurgie sowie Schulter- und Ellenbogenchirurgie
entwickelt und gehört
mittlerweile zu den größten orthopädischen
Kliniken in Süddeutschland.
Tradition und Moderne
Orthopädische Erfahrungen und ärztliches
Engagement seit über 100 Jahren in
enger Verbindung mit innovativer Technik
bilden die Grundlage für qualitativ
hochwertige und patientenorientierte
Diagnostik und Therapie. Computerassistierte
Operationsmethoden, modernes
Equipment und spezielle Nachbehandlungsmethoden
sorgen für schonende
Eingriffe und schnellere Genesung von
Patienten und Patientinnen.
In dem akademischen Lehrkrankenhaus
der Universität Heidelberg garantiert der
konstante Austausch mit der Forschung,
dass neueste Erkenntnisse der Medizin
unmittelbar umgesetzt werden.
Qualität
Seit 1998 überprüfen wir in der Vulpius
Klinik unsere eigene Leistung und Qualität
nach den international anerkannten
DIN EN ISO 9001 Normen. Im dreijährigen
Turnus wird diese Zertifizierung
erneuert. In der Zwischenzeit sorgen
regelmäßige Audits für kontinuierliches
Qualitätsmanagement.
Im Team
Teamarbeit nach innen - Kooperation
nach außen! Mit dieser Zielsetzung
arbeitet die Vulpius Klinik als zuverlässiger
Partner mit den Rehakliniken und
niedergelassenen Ärzten der Region
ebenso wie mit Krankenkassen und
Behörden zusammen. „Toleranz, Achtung
und gegenseitiger Respekt prägen den
Umgang miteinander, mit unseren Patienten
und den Partnern der Klinik. Wir
fühlen uns als Gemeinschaft, die den Erfolg
unseres Unternehmens ermöglicht“,
heißt es im Leitbild der Vulpius Klinik.
Fachgebiete
Die Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie
unter der Leitung von Prof. Dr.
med. Michael Clarius hat sich auf den
künstlichen Gelenkersatz von Hüft- und
Kniegelenken spezialisiert. Im Jahr 2017
wurden 1.900 Hüft- und Knieprothesen
eingesetzt.
Weitere Schwerpunkte sind die Handchirurgie
unter der Leitung von Prof.
Dr. med. Peter Hahn und Prof. Dr. med.
Frank Unglaub. An Hand und Handgelenk
wurden im vergangenen Jahr mehr
als 2.500 Patienten operiert.
64 RC Premium 3/2018
Unter der Leitung von Priv. Doz. Dr. med. Wolfgang Pötzl hat
die Abteilung der Schulter- und Ellenbogenchirurgie über 900
Patienten im Jahr 2017 operiert. Darin enthalten sind 130
künstliche Schultergelenke.
Mittlerweile sind die fachspezifischen Abteilungen Fuß- und
Sprunggelenkchirurgie, mit Chefarzt Dr. med. Ulf Bertram und
Konservative Orthopädie und Spezielle Schmerztherapie mit
Chefarzt Dr. med. Volker Seipel sowie die Kinderorthopdie
entstanden.
Patienten
Mit unserem Selbstverständnis eines modernen Dienstleistungsunternehmens
stehen Sie als Patient und Patientin im
Mittelpunkt unserer Handlungen. Wir setzen sowohl unser
fachliches Wissen wie auch unser persönliches Engagement
ein, um Ihre Genesung zu unterstützen und Ihnen den
Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Unsere
Mitarbeiter sind für Sie da und helfen Ihnen.
Integrierte Versorgung
Die Vulpius Klinik hat die Möglichkeiten, mit zugelassenen
Leistungsträgern im Gesundheitswesen Verträge zu bestimmten
medizinischen Themen zu schließen. Dabei verpflichten
sich alle Beteiligten, nach bestimmten Vorgaben zusammen
zu arbeiten. Dies umfasst die Behandlungsabläufe ebenso
wie Organisation und Kosten. Somit sind Sie als Patient und
Patientin von der Vorsorge bis hin zur Nachsorge quasi unter
einem Dach.
Für die Partner der Integrierten Versorgung stehen Sie mit
Ihrem Anliegen im Mittelpunkt. Auf Grund der engen Kooperation
verringert sich der Aufwand, wenn Sie beispielsweise
von der Klinik in die Reha-Maßnahme wechseln. Abläufe
werden schneller und die Qualität der medizinischen
Versorgung gewinnt.
Hygiene
Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer täglichen Arbeit ist die
strikte Einhaltung von Hygienestandards um insgesamt sehr
seltene Infektionen (Lungenentzündung, Harnwegsinfektionen,
Wundinfektionen) weiter zu minimieren. Speziell ausgebildete
Hygienefachkräfte und ein hygiene-beauftragter
Arzt sorgen durch intensive Schulungen und Fortbildungen
der Mitarbeiter, durch spezielle Screening-Untersuchungen
unserer Patienten und durch ständige regelmäßige Qualitätskontrollen
für einen höchstmöglichen Standard.
Vulpius Klinik GmbH
Vulpiusstr. 29
74906 Bad Rappenau
Telefon 07264 60-0
Telefax 07264 60-167
www.vulpiusklinik.de
65
VOR
GESTELLT
Rainer Arens,
Vier Fragen an den neuen Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Heidelberg
Das Racket Center in Nußloch und die Sparkasse Heidelberg
verbindet eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Seit 1. Januar 2018 ist Rainer Arens bereits
neuer Vorstandsvorsitzender des Instituts - eine gute Zeit,
ihn nach seinen bisherigen Erfahrungen zu fragen.
1. Herr Arens, am 21. Dezember 2017 wurden Sie
vom Verwaltungsrat zum Vorsitzenden des Vorstands
der Sparkasse Heidelberg gewählt. Das Amt traten
Sie zum 1. Januar 2018 an. Wie haben Sie die ersten
Monate an der Spitze Ihres Hauses erlebt?
Der Beginn und die Vorgeschichte zur Wahl waren schon
etwas turbulent, denn wer hätte mit einer derart plötzlichen
Veränderung durch die Wahl meines Vorgängers,
Helmut Schleweis, zum Präsidenten des Deutschen Sparkassen-
und Giroverbands in Berlin am 20. Dezember
2017 gerechnet.
Natürlich bestand nun ein gewisser Zeitdruck, sich mit
einer Nachfolgeregelung für unser Haus zu beschäftigen.
Aber die Gremien haben hier professionell und zeitnah
gehandelt und die Kontinuität und Stabilität bei der Sparkasse
Heidelberg - gerade auch gegenüber den Kundinnen
und Kunden - sichergestellt.
Über das große Vertrauen, mir die verantwortungsvolle
Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden zu übertragen, habe
ich mich wirklich sehr gefreut. Und mit meinen Kollegen
Bernd Wochele und Thomas Lorenz habe ich mich gleich
daran gemacht, alle notwendigen innerbetrieblichen
Weichen für die neue Konstellation zu stellen. Denn
schließlich war eines für uns ganz besonders wichtig:
Unsere Kundinnen und Kunden sollten den Übergang
idealerweise gar nicht spüren. Und das ist uns - glaube ich -
gut gelungen.
2. Was haben Sie mit der Sparkasse Heidelberg vor?
Wir werden uns auch weiterhin umfassend auf die Bedürfnisse
unserer Kundinnen und Kunden konzentrieren, als
Wegbegleiter in allen Finanzfragen - für die Menschen, den
Mittelstand und die Kommunen in unserer Region. Und
das vor Ort mit optimaler persönlicher Beratung. Zudem
werden wir das Beste aus der Digitalen Welt für schnelle
und ortsungebundene Dienstleistungen anbieten. Unter
dem Motto „Digitaler werden - Sparkasse bleiben“ werden
wir mit der Zukunft gehen, ohne unsere typischen Sparkassen-Werte,
wie die Nähe zu den Menschen, aufzugeben.
Die Finanzwirtschaft befindet sich in einem enormen
Umbruch, insbesondere die anhaltende Niedrigzinsphase
66 RC Premium 3/2018
verdeutlicht dies. Wenn Sparen sich nicht mehr rentiert,
dann schadet dies dem Vermögensaufbau in der Bevölkerung
in hohem Maß. Das wollen wir nicht hinnehmen, weil
es Alternativen zu den klassischen Sparprodukten gibt.
Wir möchten deshalb für unsere Kundinnen und Kunden
den Blick auch auf die Möglichkeit einer Wertpapieranlage
öffnen. Jede und jeder hat ein Recht auf eine kompetente
Wertpapierberatung - unsere Beraterinnen und Berater
freuen sich auf die Gespräche.
Wichtig ist und bleibt für die Sparkasse Heidelberg, als
vertrauenswürdiger Partner die Entwicklung in der
Region und in der Gesellschaft dauerhaft positiv zu unterstützen
- und damit zu einer weiteren Erhöhung der
Lebensqualität beizutragen.
3. Erlebten Sie den plötzlichen Vorstandsvorsitz als
große persönliche Herausforderung? Haben Sie noch
Zeit für sich selbst?
Für ein so großes Haus in einer so prosperierenden
Region die Verantwortung zu tragen, ist sicherlich eine
Herausforderung, aber eine äußerst reizvolle, der ich mich
gerne stelle und auf die ich mich weiterhin freue. Und
schließlich ist mir diese Aufgabe aus meiner Zeit als Vorstandsvorsitzender
der Sparkasse Hockenheim und als
stellvertretender Vorsitzender der Sparkasse Heidelberg
nicht fremd gewesen.
Bereits als Vorstandsmitglied einer Sparkasse ist man
quasi immer im Dienst, d. h. Zeit ist stets ein knappes Gut.
Aber gerade als Vorsitzender kommen doch noch weitere
Aufgaben - z. B. im Bereich der öffentlichen Repräsentation
oder in der Gremienarbeit - hinzu, die den Terminkalender
noch enger werden lassen. Aber es macht mir
großen Spaß!
Ganz wichtig bleiben mir jedoch die Freizeitgestaltung
mit meiner Familie und das Treffen mit Freunden. Und
natürlich die Spaziergänge mit unserem Hund, die mich
abschalten lassen. Und dafür reicht die Zeit noch.
4. Sie sind in Trier geboren, waren einige Zeit im
Fränkischen und leben nun seit 15 Jahren in Hockenheim.
Was gefällt Ihnen an der Kurpfalz besonders?
Vermissen Sie etwas?
Rainer Arens
Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Heidelberg
2003
Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Hockenheim
2007
Mitglied des Vorstands und Stellvertretender Vorsitzender
des Vorstands der Sparkasse Heidelberg
(nach der Fusion der Sparkasse Heidelberg mit der
Sparkasse Hockenheim)
2018
Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Heidelberg
Wir leben hier in einer wirklich schönen Region - wirtschaftlich
stark, mit einem exzellenten kulturellen Angebot
und enormen Freizeitwert. Die Infrastruktur - auch
an sozialen Einrichtungen - ist hervorragend und das
sonnenverwöhnte Klima tut sein Übriges. Insgesamt genießt
man hier eine hohe Lebensqualität und ein positives
Lebensgefühl. Das war mir von Anfang an wichtig. Deshalb
habe ich mich hier auch gleich zuhause gefühlt! Und da
mich die Kurpfalz auch an die Region meiner Jugendzeit
an der Mosel erinnert, vermisse ich hier wirklich nichts.
Dies gilt übrigens auch für meine Frau, die ursprünglich
aus Mittelfranken stammt.
67
KINDER
SPORT
Das Gefühlskarussel eines jugendlichen Tennisspielers
Rhein-Neckar Junior Open vermitteln Lebenserfahrung
von Rolf Staguhn
Mein Name ist Noah Zeiger. Ich bin 11 Jahre alt und spiele
seit 4 Jahren leidenschaftlich gerne Tennis. Ich nehme
regelmäßig an Jugendturnieren teil, meine LK ist aktuell
LK 19. Mein bisher größter Erfolg: Badischer Meister in der
Altersklasse U11.
Meine Turnierplanung
Eigentlich hatte ich geplant, zum diesjährigen Termin der
Rhein-Neckar Junior Open ein Einladungsturnier des Verbands
mitzuspielen, wurde dann aber doch nicht eingeladen.
Deshalb konnte ich mich bei den Rhein-Neckar Junior Open
erst sehr spät anmelden.
Die Absage
Am nächsten Tag schrieb uns Rolf, mein Cheftrainer, dass
er mich nicht mehr annehmen kann, weil maximal 16 Teilnehmer
in der Reihenfolge der Meldungen zugelassen werden.
Ich war sehr enttäuscht, weil ich sehr gerne mitspielen
wollte. Schließlich hatte ich letztes Jahr das gleiche Turnier
gewonnen.
Das Versprechen
Rolf versprach, dass er sich um eine Turnierteilnahme kümmern
würde. Normalerweise ist immer damit zu rechnen,
dass einer absagt. Und irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass
Rolf das schaffen wird.
Die Zusage
Einen Tag vor Turnierbeginn gab es dann die positive Nachricht:
ich kam in das Turnier doch noch rein. Mein großer
Wunsch ging in Erfüllung: Ich durfte bei den Rhein-Neckar
Junior Open spielen!!!
Die Auslosung
Am Abend sah ich mir die Auslosung am Computer an. Ich
war an Platz eins gesetzt und es gab keinen Spieler gegen den
ich vorher in einem Turnier verloren hatte. Da kam mir sofort
in den Sinn: Vielleicht kann ich das Turnier wieder gewinnen!
Meine erste Runde
In der ersten Runde musste ich gegen Jakob Schuster spielen.
Seine Bälle waren nicht stark, aber er spielte sehr schlau,
zum Beispiel versuchte er oft, Bälle auf die Linie zu spielen.
Das war schon sehr nervig, aber ich habe am Ende 6:3 6:3
gewonnen.
Das Viertelfinale
In der zweiten Runde hieß mein Gegner Louis Helf. Wir hatten
zuvor bereits auf einem Turnier gegeneinander gespielt und
ich hatte damals 6:4 6:4 gewonnen. Inzwischen ist er viel besser
geworden. Was mir gleich auffiel, ist, dass er kaum Fehler
machte und fast alle Bälle zurückbrachte. Nachdem ich den
ersten Satz 6:3 gewonnen hatte, habe ich im zweiten Satz
68 RC Premium 3/2018
viele leichte Fehler gemacht und 2:6 verloren. Dann kam der
Match-Tie-Break, in dem wir die ganze Zeit eng beieinander
lagen, und ganz am Ende habe ich einen Netzroller gemacht
und 10:8 gewonnen. Er war sehr traurig. Genauso hätte es
sein können, dass ich verliere. Louis war für mich auf jeden
Fall ein sehr starker Spieler.
Das Halbfinale
In der dritten Runde musste ich gegen den auf zwei gesetzten
Melvin Grauer ran. Er ist körperlich größer und auch ein Jahr
älter. Ich spielte mit viel Druck. Im ersten Satz hat klappte das
gut, da Melvin meine schnellen Bälle oft nicht bekam. Der
Satz ging mit 6:1 an mich. Aber leider setzte sich meine gute
Kozentration nicht fort. Im zweiten Satz machte ich viele
Fehler und gewann zum Schluss mit 7:5 knapp.
Das Finale
Dann fand das Finale gegen Julius Schmidt statt. Er ist ein
guter Freund, mit dem ich oft in der Freizeit spiele. Bis zu
diesem Finale haben wir uns gegenseitig unterstützt und
gelobt. Ich wusste schon, dass es nicht einfach sein wird, gegen
einen Freund zu spielen. Wenn wir bisher gegeneinander
gespielt haben, war es immer ein enges Match.
Diesmal gewann ich den ersten Satz 6:4, verlor aber den zweiten
Satz leider 5:7. Wenn ich doch nur ein paar Bälle sicherer
gespielt hätte, hätte ich den zweiten Satz gewinnen können.
Mal wieder musste der Match-Tie-Break entscheiden. Den
wollte ich unbedingt gewinnen, aber irgendwie war ich auch
aufgeregt und nervös: immerhin waren auch bestimmt über
20 Zuschauer da, die das Match verfolgten – und meine
Trainer waren auch dabei.
Ich machte beim Match-Tie-Break viel mehr leichte Fehler
als sonst. Dennoch war der Match-Tie-Break mit 5:5 und 6:6
zunächst ausgeglichen. Am Ende stand es leider 7:10. Ich
hatte verloren …
Die Niederlage
Ich war wahnsinnig traurig. Viele versuchten mich zu trösten
und sagten: „Das Spiel war sehr schön“ und „Du hast sehr gut
gespielt“, aber ich konnte einfach nichts hören. Ich wollte nur
heulen. Das war komplett anders als letztes Jahr.
Die Überraschung
Zwei Wochen waren vergangen. Am Montag nach den Pfingstferien
hatte Rolf Staguhn eine Überraschung für mich organisiert.
Nach dem Training stand Rolf mit einem glänzenden
Pokal in der Hand da und überreichte ihn mir. Er sagte: „Du
hast zwar im Finale verloren, aber Du hast bis zum Schluss
mutig gespielt und gekämpft. Dafür hast Du als Sonderpreis
von mir diesen Pokal verdient ...“
Ich freute mich von Herzen über den wunderschönen Pokal.
Falls Rolf ihn mir gleich nach der Niederlage gegeben hätte,
hätte ich ihn wahrscheinlich nicht angenommen, weil ich so
wütend und traurig war. Mein Sonderpokal ist nicht nur der
Schönste in meinem Pokalschrank, sondern hat für mich auch
eine große Bedeutung. Ich werde nie vergessen, dass mein
Cheftrainer ihn mir persönlich geschenkt hat. Außerdem bin
ich sehr froh und dankbar, dass ich sehr nette und manchmal
auch strenge Trainer im Racket Center habe.
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69
KINDER
SPORT
Durch Tennistraining
die schulische Leistung verbessern
von Stev Kleine
Als Tennistrainer freue ich mich über
die sportlichen Erfolge meiner Schüler.
In den letzten Jahren habe ich einige
Wochenenden damit verbracht, wichtige
Matches von meinen Schützlingen bei
Tennisturnieren anzuschauen. Dabei
fiebere ich als außenstehender Betrachter
genauso stark mit wie die Eltern der
Kinder. Als Trainer weiß ich, wie wichtig
Erfolg und Anerkennung für die sportliche
Entwicklung eines Kindes sind.
Ohne Erfolg kein Spaß. Ohne Spaß keine
Motivation. Ohne Motivation kein effektives
Training. Ohne effektives Training
keine Leistung. Ohne Leistung kein sportlicher
Erfolg.
Neben dem sportlichen Erfolg auf dem
Tennisplatz interessieren mich auch die
Erfolge meiner Schützlinge außerhalb des
Tennisplatzes. Darunter zählen Erfolge
in der Schule.
In den letzten 20 Jahren habe ich über
1.000 Kinder trainiert. Vor allem Kinder,
die mehrere Jahre überdurchschnittlich
viel bei mir trainierten (mindestens drei
Trainingseinheiten pro Woche), konnten
in der Schule gute bis sehr gute Leistungen
vorweisen.
Für mich stellt sich die Frage, ob es einen
Zusammenhang zwischen dem Tennistraining
und der schulischen Leistung
eines Kindes gibt. Um diese Frage beantworten
zu können, muss man sich genau
anschauen, was in der Sportart Tennis
trainiert wird. Welche Leistungsfaktoren
beeinflussen die sportliche Leistung
eines Tennisspielers und sollten regelmäßig
trainiert werden?
1. Technik
Es erklärt sich von selbst, dass die Schlagtechnik
vor allem im Einsteigerbereich
die größte Bedeutung für die Leistungsfähigkeit
eines Spielers einnimmt. Eine
sehr gute Technik stellt dabei die beste
unter den möglichen Bewegungsleistungen
für eine optimale Lösung der jeweiligen
Aufgabe in der jeweiligen Spielsituation
dar. Zu den Grundschlagarten
zählen Vorhand, Rückhand, Aufschlag
und Flugball.
Tom Siebold
Sportliche Erfolge:
Bezirksmeister, Badischer Jüngstenmeister
Schulische Erfolge:
Note 1 in allen Schulfächern in Klasse 4.
Inwiefern hat das Erlernen von Schlagtechniken
Einfluss auf unser Gehirn?
Schlagtechniken sind sehr komplexe Bewegungen.
Die Voraussetzung für das
Gelingen einer Schlagtechnik sind gut
ausgeprägte koordinative Fähigkeiten
und tennisspezifische Fertigkeiten. Der
Erwerb koordinativer Fähigkeiten und
tennisspezifischer Fertigkeiten ist wichtiger
Bestandteil einer Trainerstunde
und spielt vor allem im Jüngstenbereich
eine große Rolle. Durch das Erlernen
von neuen komplexen Bewegungen wie
beispielsweise die Aufschlagbewegung
werden strukturelle Veränderungen im
Gehirn in Gang gesetzt. Es kommt zur
Vernetzung von Gehirnzellen. Neue Verbindungen
werden geschaffen und sogar
neue Gehirnzellen können durch das
Erlernen einer neuartigen Bewegung
entstehen. Kurzum: das Gehirn wird
durch das Erlernen von neuen, koordinativ
anspruchsvollen Bewegungen
gestärkt.
2. Kondition
In der Sportart Tennis spielen konditionelle
Fähigkeiten wie Schnelligkeit, Kraft,
Ausdauer und Beweglichkeit eine wichtige
Rolle. Dabei hat die Schnelligkeit von
allen konditionellen Faktoren die größte
Bedeutung auf die sportliche Leistung
eines Tennisspielers und sollte vor allem
im Kinder- und Jugendtraining ausgiebig
trainiert werden.
Nichtsdestotrotz darf die Ausdauerfähigkeit
im Training nicht vergessen werden.
Immerhin legt ein Tennisspieler in einem
Tennismatch im Durchschnitt fünf Kilometer
zurück. Je nach Alter und Intensität
des Trainings werden im Training
noch viel längere Strecken zurückgelegt.
Inwiefern hat das Trainieren konditioneller
Fähigkeiten insbesondere der
Ausdauerfähigkeit Auswirkungen auf die
schulische Leistung?
Laut einer Studie der schottischen Universität
Dundee kann regelmäßige Bewegung
die schulische Leistung von Kindern
erheblich verbessern. Dazu wurden
bei rund 5.000 Kindern die Häufigkeit
ihrer sportlichen Aktivitäten mittels
eines Bewegungssensors über einen
70 RC Premium 3/2018
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71
Amir Albeg
Sportliche Erfolge:
Bezirksmeister, Vizebadischer Meister
Schulische Erfolge:
Amir erreichte den 2. Platz bei einem deutschlandweit
ausgetragenen Mathematikwettbewerb.
Tina Manescu
Sportliche Erfolge:
Bezirksmeisterin, Badische Jüngstenmeisterin, Deutsche
Jüngstenmeisterin
Schulische Erfolge:
Tina Konnte vor 2 Jahren nur rumänisch sprechen.
Dieses Jahr hat sie die Note 1 im Fach Deutsch.
Noah Zeiger
Sportliche Erfolge:
Bezirksmeister, Badischer Jüngstenmeister
Schulische Erfolge:
Noah besuchte neben der
deutschen Grundschule erfolgreich japanische
Ergänzungsschule in Heidelberg.
längeren Zeitraum gemessen und diese
Ergebnisse mit den schulischen Leistungen
in den Fächern Mathe, Englisch und
Naturwissenschaften verglichen. Dabei
konnten die Wissenschaftler einen Zusammenhang
zwischen der Sporthäufigkeit
und den Schulnoten feststellen.
Schüler, die sich viel bewegten, hatten
in allen drei Fächern bessere Noten als
die Schüler, die außerhalb der Schulzeit
körperlich weniger aktiv waren.
Ein Grund für dieses Ergebnis ist, dass
durch körperliche Aktivität der Blutfluss
und damit einhergehend die Sauerstoffversorgung
des Gehirns erheblich verbessert
wird. Außerdem werden biochemische
Substanzen besser transportiert,
was wiederum zu einer Verbesserung
der Gehirnleistung beiträgt.
3. Psyche
Nur Tennisspieler, die über eine erfolgsorientierte
und stabile psychische Einstellung
verfügen, werden langfristig auf
dem Tennisplatz erfolgreich sein. Der
psychische Anteil an der sportlichen Leistung
eines Tennisspielers basiert auf den
psychischen Prozessen Volition, Motivation,
Emotion und Kognition. Dabei ermöglichen
kognitive Prozesse im Training
die schnelle Aufnahme, das Speichern
und die Anwendung von Informationen
des Trainers. Das kann beispielsweise
durch bildhafte Vorstellungen (Verinnerlichung
eines Tennisschlages anhand von
Bilderreihen) geschehen oder durch das
Analysieren eines Tennismatches und
daraus Schlussfolgern eigener Stärken
und Schwächen.
Auch in der Schule geht es darum, neue
Sachverhalte möglichst schnell zu erfassen,
sich die erlernten Inhalte längerfristig
zu merken und bei neuen Aufgabenstellungen
entsprechend anzuwenden.
Volition bezeichnet die bewusste, willentliche
Umsetzung von Zielen und Motiven
in Ergebnisse. Auf dem Tennisplatz
sind volitive Fähigkeiten besonders an
einem ausgeprägten Siegeswillen zu
erkennen. Ob ein Tennisspieler wirklich
gewinnen möchte, zeigt sich vor allem bei
der Überwindung innerer und äußerer
Widerstände. Volitive Fähigkeiten entwickeln
sich im Training, sobald Kinder in
der Lage sind, Ballwechsel gegeneinander
zu spielen. Sie entwickeln sich weiter
durch die Teilnahme an Wettkämpfen, in
denen es stets um Sieg oder Niederlage
geht.
Volitive Fähigkeiten sind auch in der
Schule nützlich. Ein Schüler, der ein
klares realistisches Ziel vor Augen hat
z. B. die Note 1 oder 2 in einem Test zu
schreiben und den Willen, dieses Ziel
umzusetzen, wird erfolgreicher sein, als
ein Schüler, der kein Ziel vor Augen hat,
dem es gleichgültig ist, welche Note er in
einem Test erhält.
Durch die Entwicklung von kognitiven,
emotionalen, motivationalen und volitiven
Fähigkeiten bilden sich komplexe,
innere Haltungen, Gewohnheiten und
Werte heraus, die zur Ausformung und
Vervollkommnung der Persönlichkeit
beitragen. Je häufiger ein Kind in der
Woche über einen längeren Zeitraum
trainiert, desto stärker ist der Einfluss auf
die Persönlichkeit. Das Streben nach mittelfristigen
und langfristigen sportlichen
Zielen verleiht dem Sportler eine Beständigkeit
und Routine, die zur Folge hat,
dass sich daraus Persönlichkeitsmerkmale
(Charaktereigenschaften) entwickeln,
die gleichermaßen für die sportliche
und schulische Leistung von Bedeutung
sind. Dazu zähle ich Selbstdisziplin,
Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, Selbständigkeit
und Zuverlässigkeit.
4. Taktik
Ein Trainer hat einmal über einen seiner
Schüler folgendes gesagt:
„Seine Vorhand war in der Jugend nur
durchschnittlich gut. Seine Rückhand viel
zu passiv. Sein Aufschlag im Vergleich zu
anderen Jugendlichen in seinem Alter
zu langsam. Das Einzige, was er wirklich
konnte, war das Spielen eines Flugballes.
Allerdings ist mir von Anfang an etwas
aufgefallen, das diesen Schülern von
anderen Tennisspielern unterschied. Er
hat immer gewonnen.“
Unter Taktik versteht man die Fähigkeit
eines Sportlers, sich unter Berücksichtigung
der eigenen technischen Möglichkeiten
Vorteile gegenüber dem Gegner
zu erspielen. Die beste Schlagtechnik
nützt mir nichts, wenn ich nicht weiß,
wie ich gegen meinen Kontrahenten
einen Punkt, Satz und das ganze Match
gewinnen kann.
72 RC Premium 3/2018
72 RC Premium 3/2018
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Taktisches Verhalten wird unterteilt in:
1. Strategisches Denken
…. sind Denkprozesse, die vor einem
Match stattfinden. Man versucht für sich
selbst Fragen zu beantworten wie z. B.:
Wo liegen die Stärken und Schwächen
meines Gegners? Möchte ich grundsätzlich
eher auf die Rückhand oder Vorhand
spielen? Spiele ich den 1. Aufschlag
sicher ins Feld, um eventuelle Doppelfehler
zu vermeiden oder versuche ich
mit dem 1. Aufschlag ein Ass zu schlagen?
2. Operatives Denken
… sind Denkprozesse, die während eines
Ballwechsels in Bruchteilen eine Sekunde
stattfinden. Soll ich den ankommenden
Ball eher cross oder longline zurückschlagen,
mit Topspin oder Slice, einen
Stoppball spielen oder doch lieber hoch
und lang bis zur Grundlinie?
Inwiefern hat strategisches und operatives
Denken Einfluss auf die schulische
Leistung?
Bei beiden Formen des taktischen Verhaltens
werden Denkprozesse im Gehirn
ausgelöst mit dem Ziel, „Probleme“
(Wie gewinne ich den Ballwechsel bzw.
das Match?) erfolgreich zu lösen. In der
Psychologie bezeichnet man die Fähigkeit
logisch zu denken und Probleme zu
lösen als fluide Intelligenz. Fluide Intelligenz
zeigt sich darin, wie schnell sich
ein Mensch in einer neuen Situation zurechtfindet
und anpasst. Auch bei sogenannten
Transferaufgaben in der Schule,
bei der ein bestimmter Sachverhalt auf
eine neue Situation übertragen werden
soll, wird problemlösendes Denken benötigt.
Fazit:
Durch das regelmäßige Trainieren aller
vier genannten Leistungsfaktoren erwerben
Kinder Fähigkeiten und Kompetenzen,
die auf andere Tätigkeitsbereiche
wie z. B. die Schule übertragbar sind.
Wie eingangs erwähnt, erzielten fast alle
Kinder gute bis sehr gute Ergebnisse in
der Schule, die mindestens dreimal pro
Woche am Tennistraining teilnahmen.
Aus meiner Sicht kein Zufall. Sicherlich
spielen für die schulische Leistungsfähigkeit
noch andere Faktoren eine Rolle.
Aber ich bin davon überzeugt, dass das
Tennistraining einen gewissen Teil dazu
beiträgt, die schulische Leistung eines
Kindes zu verbessern.
Vor ein paar Tagen kam eine Mutter zu
mir und meinte etwas überrascht, als
sie mir das Zeugnis ihres Sohnes zeigte:
„Obwohl mein Sohn in der Woche so oft
Tennis spielt, ist er sehr gut in der Schule.“
Daraufhin habe ich geantwortet: „Weil
Dein Sohn so viel Tennis spielt, ist er sehr
gut in der Schule.“
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73
EXPERTEN
RAT
Exekutive Funktionen trainieren, Selbstregulation
fördern, mentale Stärke ausbilden
Dr. Sabine Kubesch, INSTITUT BILDUNG plus
Schon mal was von exekutiven
Funktionen gehört?
Wer schneller im Kopf ist, ist schneller
auf den Beinen! Grundlage für einen
schnellen Kopf sind trainierte exekutive
Funktionen. Diese liegen der Entscheidungs-
und Handlungsschnelligkeit zugrunde.
Zu den exekutiven Funktionen
zählen:
• das Arbeitsgedächtnis,
• die Inhibition und
• die kognitive Flexibilität.
Das Arbeitsgedächtnis, das die Aufmerksamkeit
massiv beeinflusst, kann verbale
und visuell-räumliche Informationen
über wenige Sekunden speichern und
diese weiterverarbeiten. Dem Arbeitsgedächtnis
kommt damit eine Flaschenhalsfunktion
zu, mit dem der Spieler alle
spielrelevanten Informationen auf dem
Spielfeld aufnimmt, diese zueinander
in Beziehung setzt und aufgrund dieser
Verarbeitung in Bruchteilen von Sekunden
seine Entscheidungen auf dem
Platz trifft. Eine weitere Funktion des
Arbeitsgedächtnisses ist es, Informationen
im entscheidenden Moment aus
dem Langzeitgedächtnis abzurufen und
umzusetzen, wie die Anweisungen des
Trainers zur Individual-, Gruppen- und
Mannschaftstaktik.
Inhibition bedeutet „Hemmung“. Diese
exekutive Funktion unterstützt die Impulskontrolle
des Spielers. Die Inhibition
ist bei der Fehlererkennung und Fehlerkorrektur
im Einsatz. Sie ist damit eine
wichtige Voraussetzung für eine effektive
Verhaltenssteuerung. Gleichzeitig
nimmt die Inhibition Einfluss auf die Aufmerksamkeitskontrolle.
Sie ist Grundlage
für eine fokussierte Aufmerksamkeit und
ermöglicht es, Störreize effizient auszublenden
beziehungsweise aufgabenrelevante
Informationen und Ziele gegen
Störungen abzuschirmen.
Die kognitive Flexibilität gilt als die
komplexeste exekutive Funktion, da sie
auf einem gut ausgebildeten Arbeitsgedächtnis
und auf inhibitorischen Prozessen
aufbaut. Die kognitive Flexibilität
ist die Basis dafür, den Fokus der Aufmerksamkeit
gezielt wechseln und sich
schnell auf neue Situationen einstellen
zu können.
Das alles sind Fähigkeiten, die in allen
reaktionsschnellen Mannschafts- und
Individualsportarten von zentraler Bedeutung
sind.
Exekutive Funktionen unterstützen die
Selbstkontrolle beziehungsweise die
74 RC Premium 3/2018
Abb. Exekutive Funktionen und Selbstkontrolle lassen sich bereits in der frühen Kindheit spielerisch
in alltäglichen Situationen fördern – mit starken Effekten für die Zukunft!
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Selbstregulationsfähigkeit und damit die
Fähigkeit der Spieler, ihre Aufmerksamkeit,
ihr Verhalten und ihre Emotionen
zielgerichtet und erfolgreich zu steuern.
Spieler mit einer guten Selbstkontrolle
und trainierten exekutiven Funktionen
sind mental starke Spieler! Sie treffen die
besseren taktischen Entscheidungen und
sie sind nachweislich erfolgreicher in der
Torvorbereitung und im Torabschluss.
INSTITUT BILDUNG plus
entwickelt Konzepte für Kindergarten,
Schule und für den Sport,
die auf die Förderung der exekutiven
Funktionen und der Selbstregulationsfähigkeit
während der
langen Entwicklungsphase des
präfrontalen Kortex ausgerichtet
sind.
Mehr erfahren Sie unter:
bildungplus.org
spielsportplus.de
exf-sport.com
verlag-bildungplus.org
schlimme-schule.de
Der präfrontale Kortex
Der präfrontale Kortex, der erst mit etwa
30 Jahren vollständig entwickelt ist, steuert
die exekutiven Funktionen und ist so
am Denken, am Planen, am Entscheiden
und an der zielorientierten Verhaltensund
Aufmerksamkeitssteuerung beteiligt.
Der präfrontale Kortex hat starke
Verbindungen zu sensorischen Kortexregionen,
zu kortikalen und subkortikalen
motorischen Arealen sowie zu Gehirnstrukturen,
die emotionale und motivationale
Prozesse steuern. Er ist der Muskel
im Kopf, der diese spielrelevanten Fähigkeiten,
Funktionen und Prozesse steuert
und koordiniert.
Die exekutiven Funktionen des präfrontalen
Kortex und die Selbstregulationsfähigkeit
sind aber nicht nur entscheidend
für Erfolge im Sport, sondern auch
beim Lernen.
Lernerfolg – eine Frage der
Selbstregulation
Die exekutiven Funktionen und die
Selbstregulationsfähigkeit beeinflussen
über die gesamte Schulzeit den Lernerfolg
der Schülerinnen und Schüler. Erfolgreiches
Lernen ist aber nur möglich,
wenn mehrere der selbstregulatorischen
Fähigkeiten vorhanden sind und eingesetzt
werden. So nützt beispielsweise
eine hohe Motivation wenig, wenn unrealistische
Ziele gesetzt werden („Ich
lerne ab sofort jeden Tag zwei Stunden
zusätzlich, dann hole ich den Lernstoff
der vergangenen Monate auf.“ Oder: „In
diesem Schuljahr möchte ich statt einer
Vier eine Eins in Mathe bekommen.“).
Aber auch realistische Ziele sind wertlos,
wenn zum Beispiel die Fähigkeit, Lernprozesse
zu initiieren, fehlt („Wenn ich
nach Hause komme, spiele ich erst mal
Playstation. Dann chatte ich mit meinen
Freunden, bevor ich mit dem Lernen loslege.“).
Man spricht in diesem Zusammenhang
auch vom selbstregulierten
Lernen. Die Entwicklung der Fähigkeit
zum selbstregulierten Lernen als fächerübergreifende
Kompetenz ist – neben
der Vermittlung des Fachwissens – eine
der Hauptaufgaben der Schule.
Selbstkontrolle fürs Leben
Die Fähigkeit zur Selbstregulation von
Kindern zwischen drei und zehn Jahren
ermöglicht sogar Aussagen sowohl zum
Wohlstand als auch zur Gesundheit und
zur sozialen Sicherheit im Erwachsenenalter.
Wer als Kind über eine niedrigere
Selbstregulationsfähigkeit verfügt, bricht
als Jugendlicher häufiger die Schule ab,
begeht im Jugend- und Erwachsenenalter
vermehrt Straftaten, ist als Erwachsener
weniger gesund, raucht häufiger,
wird eher alkohol- oder drogenabhängig
und verfügt über ein niedrigeres Einkommen
als Erwachsene, die bereits in der
Kindheit über eine höhere Selbstregulationsfähigkeit
verfügt haben; und dies
unabhängig der sozialen Schichtzugehörigkeit
der Eltern, der Intelligenz und des
Geschlechts des Kindes. Die gute Nachricht
aber ist: Selbstkontrolle kann man
lernen!
Damit sich Kinder und Jugendlich positiv
im Leben, beim Lernen und im Sport
entwickeln können, sollten wir als Eltern,
Pädagogen und Trainer an der Ausbildung
ihrer exekutiven Funktionen und
Selbstregulation arbeiten.
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75
SPORT
REISEN
Tennis-Saisonvorbereitung 2019 auf Mallorca
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Tennis, Wellness und Kulinarik -
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Wenn Sie ambitioniert Tennis spielen
und sich auf die Sommersaison vorbereiten
wollen, sind Sie bei uns genau
richtig. Das Blau Colonia St. Jordi Resort
und SPA bietet optimale Möglichkeiten,
Urlaub in einem 4 Sterne-Hotel mit tollem
Tennistraining in angenehmer Gesellschaft
zu verbinden. Frühere Reisen zeigten,
dass unser Angebot den Geschmack
unserer Teilnehmer getroffen hat.
Der Ort Colonia de Sant Jordi liegt im
südöstlichen Teil der Insel, circa 40 Auto-
Minuten vom Flughafen Palma entfernt.
Die weitläufige Hotelanlage besteht aus
fünf Häusern umgeben von vielen Grünflächen,
unzähligen Pflanzen und Palmen,
Teiche mit Springbrunnen runden die
schöne Optik ab. Sieben Tennisplätze befinden
sich direkt auf der Anlage. Es gibt
einen separaten Kinderbereich mit Club,
Pool und genügend Auslauf für die Kleinen.
Der SPA- und Wellnessbereich umfasst
einen beheizten Innenpool, der die Möglichkeit
bietet, ins Freie zu schwimmen,
verschiedene Saunen, Erlebnisduschen,
Whirlpool und Sonnenterrasse sowie
Massage, Kosmetik- und Friseursalon.
Frühstück und Abendessen werden im
Buffetrestaurant serviert. Kulinarisch
wird alles geboten, was das Herz begehrt.
Abwechslungsreich, frisch und
von sehr guter Qualität finden sich Gerichte
an unterschiedlichen Buffets oder
an der Front Cooking Station mit einer
ansprechenden Auswahl an mallorquinischen
und internationalen Weinen.
Eine Möglichkeit zum Mittagessen gibt
es an der Poolbar. Oder man geht ein
paar Schritte Richtung Hafen und genießt
dort in einem der Restaurants den Blick
auf das Meer. Zwei Supermärkte liegen
in ca. fünf Minuten Entfernung fußläufig.
» Tipp: Beach House Cassai
Wunderschönes altes Fischerhaus mit
sonniger Terrasse mit Meerblick, tolle
Atmosphäre. Sowohl zum Mittag- und
Abendessen, aber auch nur für einen
Drink bestens geeignet. Unbedingt
probieren: Thunfisch-Tatar, gehobenes
Preis-Leistungsniveau
Freizeitmöglichkeiten vor Ort
In unmittelbarer Nähe des Hotels befinden
sich zwei Strände, in circa zehn Minuten
Entfernung (zu Fuß).
Nationalpark des Cabrera-Archipels
Direkt am Hafen von Colonia de St Jordi
legen Ausflugsboote zu der vorgelagerten
Insel ab, um die reiche Vogelwelt, die
Tiefen des Meeres und die einzigartige
Geografie kennen zu lernen.
Circa eine Stunde Fußmarsch vom Hotel
entfernt, findet man den Platja es Trenc,
der längste Naturstrand Mallorcas. Mit
weißem Sand, kristallklarem blauen
Wasser bietet er ein fast karibisches Flair.
Hinter dem Strand befindet sich eine mit
Büschen bewachsene Dünenlandschaft.
» Tipp: Es Trenc Restaurant, direkt am
Strand, versteckt hinter einer Düne.
Tolles Fischrestaurant. Gehobenes
Preis-Leistungsniveau
Ses Salines d’Es Trenc
Wer mit eigenen Augen sehen möchte, wie
aus Meerwasser Salz gewonnen wird, sollte
die Salinen besichtigen. Im Anschluss kann
man im Shop gleich eine Packung „Flor
de Sal“ kaufen, um auch zu Hause noch
ein Stück Mallorca genießen zu können.
Tagesausflüge
Wer gerne mehr erkunden möchte, leiht
sich im Hotel einen Mietwagen oder
76 RC Premium 3/2018
Reisedetails
Ferienort und Hotel
Mallorca, Colonia Sant Jordi - Hotel Blau
Colonia Sant Jordi Resort & Spa ****
Termin: 15. bis 21.04.2019
• Doppelzimmer ab 800 €* pro Person
Suite – Wohn-/Schlafraum kombiniert
und separates Schlafzimmer:
Belegung mit 2 Erwachsenen oder
2 Erwachsenen und 2 Kinder
(Preise auf Anfrage, Preise Kinder
abhängig vom Alter)
wer die ganze Woche nicht ohne Auto
sein möchte, bucht diesen vorab aus
Deutschland (Abholung direkt ab dem
Flughafen). Ein Fahrradverleih sowie
Radtouren werden im Hotel angeboten.
Ziele wie die Hauptstadt Palma sind gut
zu erreichen (45 Minuten Fahrtzeit). Mit
Kindern ist die Coves del Drac – Tropfsteinhöhle
in Porto Christo (circa eine
Stunde Fahrtzeit) zu empfehlen. Mit der
Bimmelbahn geht´s von Palma zur
schönsten Stadt der Insel und dem drei
Kilometer entfernten Port de Soller. Sehr
eindrucksvoll ist die Steilküste Kap Formentor
am nördlichsten Punkt der Insel.
Wer es romantisch mag besucht das Dorf
und ehemalige Kloster Valdemossa.
Die Trainer
So wird trainiert
Drei der insgesamt sieben Tennisplätze
stehen den Teilnehmern des Tennispaketes
zur Verfügung. An sechs Tagen finden
anderthalb Stunden Gruppentraining
statt mit zusätzlich einer Stunde Athletikund
Motoriktraining. Die Trainingszeiten
variieren.
Ziele der Woche
• Vertiefung des technischen Könnens:
Vorhand, Rückhand und Aufschlag
• Verbesserung von Ausdauer, Kraft,
Beweglichkeit und Koordination
• Matchstrategien und taktische
Spielzüge
*ACHTUNG: Tagesaktuelle Preise, Preise
und Flugkosten variieren.
Ihre Leistungen
• 20 kg Gepäck pro Person
plus Handgepäckstück
• 7 Nächte inkl. Halbpension
• Transfers Flughafen-Hotel-Flughafen
• Nutzung des SPA & Wellnessbereichs,
beheizter Außen- und Innenpool,
Sauna, Dampfbad, Whirlpool
Es gibt eine Touristensteuer auf Mallorca,
die jeder Hotelgast vor Ort bezahlen muss.
Im Reisepreis ist kein Reiseschutz enthalten.
Infos und Anmeldung
Johannes Schmidt
info@jo-coaching.de • 0173/9301955
Infos zur Reise:
www.jo-coaching.de/mallorca
Infos zum Hotel: www.blauhotels.com
Tennispaket 260 € (optional buchbar)
• 1,5 Std. Tennis-Training an 6 Tagen
(Gruppentraining)
• Variationstraining zur Vertiefung des
technischen Könnens
• Training von Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit
und Koordination
• Einüben taktischer Spielzüge
• Aufwärm- und Konditionstraining
• inklusive Platzreservierung
Freies Spielen 12 € Platzgebühr pro Std.
Einzeltraining nach Absprache
Johannes Schmidt
Sportwissenschaftler MA
B-Trainer DTB (Leistungssport),
Ehemaliger Bundesligaspieler
Markus Kriegisch
C-Trainer
Außerdem unser Location-
Scout, er findet jedes Jahr
die schönsten Ecken
Trey Halbauer
Er hat die amerikanischen
Trainerlizenzen (USPTA und
USPTR)
77
HERZLICH
WILLKOMMEN
78 RC Premium 3/2018
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Leidenschaft
in 3. Generation
Mein Name ist Trey Halbauer. Ich bin 26 Jahre und komme aus Atlanta,
Georgia (USA). Dort arbeitete ich bis Anfang dieses Jahres als Tennistrainer
in einem großen Sportcenter mit 22 Tennisplätzen und einem großen See
mit 250 Booten und zwei Schwimmbädern als Tennistrainer.
aus eigenem Anbau:
! Äpfel und Birnen
! Spargel
! Erdbeeren
! Kirschen
! Zwetschgen
! Kürbisse
Meine ursprüngliche Lebensplanung änderte sich genau vor zwei Jahren:
Da lernte ich Johanna kennen, ein „super girl“ aus Deutschland, die im Juli 2016
als Au-pair-Mädchen für eine kurze Zeit in meinem Zentrum tätig war.
Man kann sagen es war Liebe auf den ersten Blick und es wurde sehr schnell
eine enge Beziehung daraus. Allerdings war es für Johanna nicht möglich wegen
ihres Studiums und ihrer geplanten Doktorarbeit in die USA zu ziehen. Also gab
es nur eine Entscheidung: Ich ziehe der Liebe wegen nach Deutschland, nach
Heidelberg!
Das hatte verschiedene Konsequenzen, denen ich mich zu stellen hatte: Meine
Wohnung in den USA musste ich verkaufen und meine Kündigung einreichen –
das ging relativ einfach. Aber Deutsch lernen, eine neue Aufgabe in der Nähe
von Heidelberg finden: davor hatte ich schon Respekt.
Ich bewarb mich in vielen Vereinen in der Umgebung von Heidelberg und erhielt
entweder keine Antwort oder Absagen. Auch an das Racket Center schrieb ich
eine Mail und rief gleich am nächsten Tag an – und ich hatte Glück: Rolf Staguhn
war am Apparat und machte gleich einen Termin für den nächsten Tag, um mich
vorzustellen.
Als ich das erste Mal das Racket Center betrat, war ich ungeheuer beeindruckt:
wow, was für ein tolles Zentrum. Hier zu arbeiten wäre absolut super!
Rolf zeigte mir die Anlage, ließ mich 10 Minuten Tennis vorspielen und dann ging
es Schlag auf Schlag. Rolf organisierte mir einen Kontakt zum TC Wiesloch für
die Mannschaftsspiele und er gab mir eine schriftliche Grundlage für eine mögliche
Zusammenarbeit mit dem Zusatz: „Das muss ich noch vom Geschäftsführer
Dr. Matthias Zimmermann absegnen lassen, aber ich gehe von seinem Einverständnis
aus.“
Alles lief dann wie geplant. Nun bin ich seit Ende April in Deutschland und
arbeite täglich in der Tennisakademie Rhein-Neckar als Tennistrainer. Zu meinen
Aufgaben gehören das Jugend- und Erwachsenentraining.
Ich arbeite sehr gerne hier und profitiere viel von der Erfahrung und dem
Know-how von Rolf, sowohl auf dem Platz als auch von seiner Tätigkeit in der
Verwaltung und Organisation. Darüber hinaus helfe ich Stev im Pro-Shop und
besaite täglich circa acht Schläger.
Mein Deutsch ist auch schon ein bisschen besser und ich bin hochmotiviert,
täglich dazu zu lernen, um meine Zukunft erfolgreich in Deutschland zusammen
mit Johanna zu gestalten.
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EXPERTEN
RAT
„Einfach mal machen“ ist nicht so einfach
Wertvolle Tipps für den „Kopf“ des Tennisspielers
von Rolf Staguhn
Alle Tennisspieler kennen die Situation
vor einem wichtigen Match: Für die
einen ist der Wettkampf eine tolle Herausforderung,
andere sorgen sich schon
im Vorfeld um eine mögliche Niederlage.
Damit ist klar: für das Verhalten und
Handeln beider Spielertypen spielt der
Kopf und die damit verbundenen mentalen
Prozesse wie Wahrnehmen, Erkennen,
Denken und Schlussfolgern eine entscheidende
Rolle.
Was bedeutet das für die Ausbildung
in der Tennisakademie Rhein-Neckar?
Die Tennistrainer halten sich an einige
grundsätzliche Regeln: Neben dem Training
wird auch Wissen vermittelt. Beim
technikzentrierten Training geht es um
biomechanische Gesetzmäßigkeit, zum
Beispiel bei der Vorhand beziehungsweise
Rückhand:
• der Schlag geht von hinten nach
vorne, von unten nach oben, von
innen nach außen
• Gewährleistung eines frühen
Treffpunktes vor dem Körper mit
entsprechender Arm- und Körpersteuerung
• optimale Beschleunigung durch den
Dehnungs-Verkürzungszyklus
Entscheidend ist allerdings, dass die
Schüler mit der Zeit diese Abläufe erleben
- im Sinne von „einfach“, „wie von
alleine“ „harmonisch“, „angenehm“.
Im taktischen Bereich geht es ganz gezielt
um die Denkprozesse:
• Erkennen der Situation und
der Schlagabsicht des Gegners
(Antizipation)
• Schnelles Erfassen des gegnerischen
Schlages und der damit verbundenen
eigenen Situation (bezogen auf
Raum- bzw. Zeitnot)
• gedankliche Lösung der Situation
mit der anschließenden motorischen
Handlung.
In einer entsprechenden Taktik-Trainingseinheit
könnte das dann so aussehen:
• Hast Du die gegnerische Absicht
erkannt? (Antworte mit ja oder nein)
• Entspricht das Ergebnis Deines
Schlages Deiner Absicht (Antworte
mit ja/nein/na ja)
Die Erwartungen an die Qualität der
Handlung ist sicherlich abhängig von
Alter, Größe und natürlich der Ausbildungsdauer.
Es ist noch kein Meister
vom Himmel gefallen – bis zum Erreichen
dieses Levels kann von 10.000
Trainingsstunden ausgegangen werden.
Darum ist es aus meiner Sicht besonders
wichtig, mit dem Schüler Ziele zu vereinbaren:
Diese müssen vor allem die
Erreichbarkeit zum Ausdruck bringen
und überprüfbar sein. Also werden Nahbzw.
Realziele in einem Monat beziehungsweise
Saisonabschnitt formuliert.
Das betrifft sowohl die Handlungsziele
(zum Beispiel Verbesserung des Aufschlags,
der In- und Erfolgsquote) als
auch die Ergebnisziele (Verbesserung
der Ranglistenposition).
Aber auch während Deiner Ausbildungszeit
wirst Du schon einmalige Erlebnis
haben. Die Absichten des Gegners erscheinen
Dir logisch, Deine Handlung erfolgt
automatisch mit hoher Qualität. Es
gibt kein Denken an die Vergangenheit
(verlorene Punkte oder Spiele und keine
störenden Gedanken an die Zukunft wie
zum Beispiel: „Hoffentlich gewinne ich
den nächsten Punkt, das nächste Spiel,
diesen Satz, dieses Match!“) Alles geschieht
wie von selbst. Du bist im Flow.
Dann erlebst Du, wie einfach das Spiel
sein kann!
80 RC Premium 3/2018
Wellnessurlaub mit unendlich vielen Inspirationen
Spirit & Spa Hotel BIRKENHOF AM ELFENHAIN: magisch.mystisch.menschlich…
Schwimmen unter freiem Himmel
im 32° C warmen Wasser mit
traumhaftem Blick auf die unendlichen
Weiten der Bayerwaldberge,
wohltuende Anwendungen
in der märchenhaften Wellnesspagode
„SinnesReich“ genießen
– das Spirit & Spa Birkenhof am
Elfenhain inmitten der Hügel und
Wälder des Bayerischen Waldes
ist ein 4-Sterne Wellnesshotel
für die Sinne. Neben dem
klassischen Wellnessbereich auf
3.500 qm mit 8 verschiedenen
Saunen verwöhnt in der fernöstlichen
anmutenden Pagode ein
engagiertes Team die Gäste mit
klassischen Treatments und ausgefallenen
Spa-Anwendungen
im Zeichen der 4 Elemente oder
aus fernen Ländern.
Im Birkenhof ist die Natur spürbar
nah. Die Chefin des Hauses
hat das GartenReich liebevoll gestaltet
und zahlreiche Ruheinseln
laden zum ausgiebigen Relaxen
ein. Ein Chakra-Spazierweg führt
auf eine Reise durch den Körper,
im mystischen Elfenhain kann
man herrlich die Seele baumeln
lassen und auf dem keltischen
Baumpfad findet jeder seinen
ganz persönlichen Baum.
Wer im Birkenhof Inspirations-
Wellnessurlaub verbringt, kann
einfach mal „schnuppern“: Ob
Hui Chun Gong, Pranayama,
Yoga, Aquafitness oder Schamanische
Trommelreisen: Offenheit
und Kreativität schaffen eine
besondere Wohlfühlatmosphäre.
Vielseitigkeit und Varietät bietet
auch das Restaurant „Gaumen-
Zauber“. Das Küchenteam
zaubert von regionalen Landgenuss-Schmankerln
bis veganvege
tarischen Gourmet-Vital-
Gerichten eine bunte Palette
köstlicher Wellnesskulinarik.
Freuen Sie sich auf uns -
wir freuen uns auf Sie!
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81
FIRMEN
PORTRAIT
Mediterranes Ambiente mit „Resortfeeling“
vor den Toren Heidelbergs
Hotel Villa Toskana in Leimen
Im Juli 2017 feierte das Hotel Villa
Toskana in Leimen sein 15. Jubiläum.
Mit „nur“ 80 Zimmern und drei Tagungsräumen
startete das Haus im Jahr
2002 in einem Leimener Gewerbegebiet
und hat sich inzwischen zum größten
Tagungshotel der Rhein-Neckar-Region
entwickelt. Viele Paare haben den
„schönsten Tag“ ihres Lebens hier verbracht
und immer mehr Touristen entspannen
am Wochenende in der Villa
Toskana. Es wurde stets investiert und
erweitert. In den letzten Jahren wurden
einige Nachbargrundstücke hinzugekauft
und mit neuen Häusern rund um
den großzügigen Innenhofgarten bebaut.
Im Juli wird der achte Gebäudekomplex
– das Casa Giardino – seine
Pforten öffnen. Somit ist die Villa Toskana
mit mehr als 310 Zimmern, Suiten
und „Longstay-Einheiten“ auch zum
größten Hotel der Region geworden.
Doch was macht die Villa Toskana so erfolgreich
und populär? Was ist die Idee
und Vision des Hauses? Etwa „nur“ das
in allen Bereichen südländische Flair?
Das verrät uns Direktor und Prokurist
Tim Schreiber (32), Sohn des Inhabers,
der bereits seit 2010 für das Unternehmen
tätig ist. Zu diesem gehört auch
das Schwesterhotel Villa Medici im nahe
gelegenen Bad Schönborn.
Herr Schreiber, wie verlief Ihr
Einstieg ins Unternehmen
Für mich war es als Student noch nicht
absehbar, dass ich einmal in dieser
Branche arbeiten würde. Meine Eltern
gründeten 2002 das Unternehmen als
Quereinsteiger und waren damit sofort
erfolgreich. Dieser phänomenale
Start spornte mich an, nach meinem
Auslandsaufenthalt in Vancouver und
meinem anschließenden BWL-Studium
in der Villa Toskana meine berufliche
Laufbahn zu beginnen. Nachdem
ich 2010 zunächst als Assistent
der Geschäftsleitung anfing, zeichnete
82 RC Premium 3/2018
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ich bereits zwei Jahre später als
Geschäftsführerverantwortlich. Wie vermutlich
in allen Familienunternehmen
hatte ich sowohl einen leichten, als
auch einen schweren Einstieg ins
Unternehmen. Mein Vater, als großer
Visionär und Vollblutunternehmer auf
der einen Seite und das Thema Hotellerie
mit all seinen Facetten und Menschen
auf der anderen Seite. Ich hatte
das Glück, von Beginn an von vielen
kompetenten Mitarbeitern umgeben
zu sein und konnte mich somit schnell
mit der Materie vertraut machen.
Im Jahr 2015 durfte ich neben der
Position des Geschäftsführers auch die
Aufgabe des Hoteldirektors übernehmen.
Seither bin ich in der glücklichen
Lage, eigene Wege zu beschreiten und
für meine Überzeugungen einzustehen.
Diese Aufgabe erfordert ein hohes
Engagement und Verantwortungsbewusstsein;
beides beflügelt mich
erstaunlicherweise mehr, als ich es
jemals für möglich gehalten hätte.
Macht die private Führung auch
einen Teil des Erfolgs der Villa
Toskana aus?
Gerade darin sehe ich den entscheidenden
Vorteil gegenüber der Kettenhotellerie.
Ich erachte es als Privileg
und Glück, dass der Arbeitsalltag in
der Villa Toskana durch eine persönliche
und individuelle Atmosphäre geprägt
ist. Dies beseelt unser Haus jeden
Tag neu, was von allen geschätzt wird.
Wenn es um die Zufriedenstellung der
Gäste geht, sind wir stets versucht, uns
in deren Lage zu versetzen. Unser Faible
für Architektur und Design spiegelt
sich in der kompletten Anlage wider,
deren Interior-Design unsere eigene
Handschrift trägt. Dies macht unsere
Hotelanlage besonders und einzigartig.
Sowohl unsere Gäste, als auch
unsere Mitarbeiter schätzen dies sehr.
Die Philosophie unseres Hauses lautet
WERTSCHÄTZUNG.
Gilt diese Philosophie auch beim
Personal?
Ohne all die fleißigen und engagierten
Mitarbeiter wäre unser Hotel heute
nicht das, was es heute ist: Ein Ort,
an dem Menschen sich begegnen, um
zu arbeiten, zu genießen und zu entspannen.
Menschen treffen auf Menschen
- „nice to meet you“. Es ist der
Mensch, der bei uns im Mittelpunkt
steht. Unsere Mitarbeiter stehen mit
unseren Gästen auf einer Ebene, beide
Seiten werden mit Respekt und Achtung
behandelt. Die Wertschätzung
jedes Einzelnen ist Voraussetzung für
ein erfolgreiches und freudiges Miteinander.
Wir möchten allen gegenüber
auf Augenhöhe begegnen; nur so können
wir motivierte und qualifizierte
Mitarbeiter für unser Haus und unsere
Philosophie gewinnen. Wir haben
dann etwas richtig gemacht, wenn ein
Mitarbeiter sagt: „ich arbeite gerne in
der Villa Toskana“.
In Kürze eröffnen Sie Ihren achten
Gebäudekomplex. Sie sind sehr
mutig …
Mit diesem neusten Haus, dem Casa
Giardino möchten wir unseren Gästen
ein weiteres Highlight bieten. Die neusten
Zimmer zeichnen sich durch ihre
Größe (von 25 m² bis 45 m²), ihre sehr
hochwertige und harmonische Möblierung,
sowie ihre außergewöhnlich
großen Terrassen aus. Besonders stolz
sind wir auf den neu entstandenen
750 m² großen Hochgarten mit mediterraner
Bepflanzung. Dies beschert
unseren Gästen eine Urlaubsatmosphäre,
die uns an südliche Gefilde
erinnert.
Wir wollen uns nicht vergleichen mit
anderen Wettbewerbern, wir sind
überzeugt, dass wir mit unserem Konzept
in eine Nische stoßen konnten.
Natürlich profitieren wir, wie alle anderen
Hotels von der wirtschaftlich
und kulturell sehr prosperierenden
Metropolregion Rhein-Neckar.
Wir glauben allerdings, dass die Individualisierung
zukünftig mehr denn
jemals zuvor zum entscheidenden
Wettbewerbsvorteil werden wird. Der
Mensch benötigt in der heutigen Zeit
Rückzugsorte, die ihm die Möglichkeit
zur Entspannung und Besinnung
geben. Einen wichtigen Beitrag leistet
an dieser Stelle auch unsere 2014 eröffnete
Vinothek „Villa di Vino“, sowie
die kürzlich entstandene Eventhalle
„LaSala“.
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BILDUNGS
PROJEKT
Brückenbauer zwischen den gegensätzlichen
Lebenswelten Äthiopiens
Das Tariku and Desta Kids´ Education through Tennis Development
(TDKET)-Projekt
von Matthias Zimmermann
Trotz eines bemerkenswerten ökonomisch-gesellschaftlichen
Aufschwungs in den letzten 15 Jahren gehört
Äthiopien nach wie vor zu den ärmsten Ländern dieser Erde.
Gleichzeitig gibt es – wie in vielen anderen Ländern des afrikanischen
Kontinents – enorm vermögende Personen.
Um den Menschen in den Ländern Afrikas – und dabei steht
Äthiopien in vorderster Reihe – eine nachhaltige Zukunft
zu ermöglichen, können unterstützende Maßnahmen von
außen nur Anschub für positive Entwicklungen sein. Für
Nachhaltigkeit aber braucht es neben „good governance“
vor allem zivilgesellschaftliches Engagement in den Ländern
selbst. Die Wohlhabenden müssen sich für die Schwachen im
Land engagieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen,
und zwar jenseits politischer Zwänge – und ohne,
dass dies im Widerspruch zu ökonomischen Interessen steht.
Soziale Investitionen lautet das Stichwort.
Was zu den wesentlichen sozialen und Kultur stiftenden
Merkmalen unseres Gemeinwesens gehört, ist in Afrika nicht
so. Der Abstand zwischen Arm und Reich ist um ein Vielfaches
höher als in den Ländern Mitteleuropas – und dieser Abstand
nimmt zu!
Eine Idee, die hinter dem Engagement des Fördervereins
Bildung durch Sport e.V. im Racket Center zugunsten TDKET
steckt, ist es, Brücken zu bauen. Dazu braucht es Begegnungen
zwischen Arm und Reich. Diese finden in afrikanischen
Ländern nicht statt – nicht in der Schule (Eliteschulen), nicht
zwischen Familien (in Nobelsiedlungen hinter Eisentoren und
Stacheldraht) und auch nicht innerhalb zivilgesellschaftlicher
Organisationen (die es sowieso kaum gibt und wenn dann
nur für die Elite des Landes). Der Sport aber ist ein Brückenbauer.
Innerhalb des TDKET-Projekts schlägt der Tennissport
die Brücke zwischen den gegensätzlichen Lebenswelten der
äthiopischen Bevölkerung.
Wir möchten dazu beitragen, dass sich erfolgreiche und
wohlhabende Äthiopier gleichermaßen motiviert als auch
in der Pflicht sehen, sich für die jungen sportlichen und akademischen
Talente des TDKET Projekts zu engagieren. Dabei
dürfen wir stolz darauf sein, dass uns Mitteleuropäern in
dieser Hinsicht eine gewisse Vorbildrolle zugestanden wird.
Auch diese Vorbildrolle verpflichtet: Es gilt, diese zu nutzen!
Wunderläufer und Unternehmer Haile Gebrselassie und „Lioness”
Akiko Seyoum, eine der einflussreichsten Unternehmerinnen Afrikas
mit Kindern der TDKET
Nun hatten wir im Racket Center in der Zeit vom 28. Juli
bis 15. August zwei äthiopische Kinder zu Gast. Solomon
(13 Jahre) und Eyoel (10 Jahre) nahmen als Gäste an unseren
Feriensportprogrammen und Camps teil. Sie sind die beiden
84 RC Premium 3/2018
Söhne von Frau Akiko Seyoum Ambaye. Akiko gehört zu den
sechs erfolgreichsten Unternehmerinnen Afrikas. In ihrem
Firmenimperium mit Unternehmen in ihrer Heimat Äthiopien
und in der ganzen Welt finden 3.500 Menschen Arbeit. Sie
ist Multimillionärin (siehe Forbes), kann ihre Kinder in die
beste amerikanische Schule (ICS) in Addis Abeba schicken
und ihnen ein, auch nach westlichen Maßstäben, luxuriöses
Leben bieten.
Durch ihre Leidenschaft für den Tennissport entstand der
Kontakt zu Tariku Tesfaye. Über diese Verbindung ist die
Familie Seyoum Ambaye schon im Jahre 2017 nach Heidelberg
gekommen. Sie knüpften zu anderen Kindern unserer
Tennisakademie Rhein-Neckar und des Englischen Instituts
Heidelberg freundschaftliche Kontakte.
Die Kinder in unserem Hause wiederum, für die das TDKET
Projekt nach 10 Jahren des Engagements durch das Racket
Center ein Begriff geworden ist, erfahren die totale Gegensätzlichkeit
der sozialen Verhältnisse des Landes Äthiopien
in ihrer ganzen Extreme: die Millionärssöhne Salomon und
Eyoel auf der einen, die Kinder des TDKET-Projekts Obsa,
Sarah, Mekides und Yabets auf der anderen Seite einer
gewaltig breiten Wohlstandsskala.
Die TDKET Projektkinder Eyoel und Solomon sind Ihnen wohlbekannt.
Leider ist es in diesem Jahr nicht gelungen, Tariku
und seine Kinder der TDKET bei uns zu Gast zu haben. Was wir
merken ist, dass Eyoel und Solomon ihre äthiopischen Freunde
vermissen. Auf der kleinen 2-Feld Tennisanlage inmitten
von Addis Abeba kommt es zu regelmäßigen Begegnungen
zwischen den Söhnen von Akiko und den Projektkindern von
Tariku Tesfaye.
Sie haben sich angefreundet und gegenseitiges Vertrauen
aufgebaut.
Bei Tennisturnieren spielen die Kinder gegeneinander. Es gibt
keinen Unterschied zwischen Arm und Reich auf dem Tenniscourt.
Sportlich ist der Nachwuchs aus dem TDKET Projekt
konkurrenzlos. Reiche Kinder lernen zu akzeptieren, dass
ihre Vermögensprivilegien im fairen Wettkampf keinen Nutzen
haben: es zählt die reine Leistung als Ergebnis aus Talent,
Disziplin und Fleiß. Arme Kinder lernen, ihre sportliche Überlegenheit
in Erfolge umzumünzen und Beziehungen auf
persönlicher Ebene auf Augenhöhe zu gestalten. So riesig
die soziale Lücke in den Vermögensverhältnissen sein mag,
so normal und unverkrampft, fair und respektvoll ist der
Umgang miteinander im Kontext des Sports.
Wir sind davon überzeugt, dass das TDKET Projekt in folgender
Hinsicht beispielgebend ist: Wenn diese Kinder einander
in beidseitigem Verständnis und in tiefer Überzeugung gegenseitiger
Verantwortlichkeit begegnen, kann sich ein Staat zu
einer Sozialgesellschaft entwickeln, auch wenn dies eher eine
Frage von Generationen als nur von Dekaden oder gar Jahren
sein mag. Eines muss deutlich sein: Auf die Kinder kommt´s an.
Der Geist dieses Projekt und all seiner Förderer prädestiniert
dazu, diese Idee mit zu tragen und zu verbreiten: Gemeinwohlverantwortung
ist mehr als nur die Gabe von Geld. Es
gilt, Brücken zu bauen.
In diesem Sinne möchte ich allen mein Dankeschön sagen für
die Achtsamkeit gegenüber all diesen Kindern – ganz unabhängig
ihrer sozialen Zugehörigkeit. Nur diese Kinder können,
wie selbstverständlich, gesellschaftliche Schranken überwinden
und sich dauerhaft füreinander einsetzen.
Das Motto des IC Deutschland (Internationaler Tennisclub
von Deutschland, neben der Manfred Lautenschläger Stiftung
ein Hauptförderer des Projekts) lautet: „Hands across
the net. Friendship across the Ocean“. Dieses Motto lässt sich
ohne weiteres ergänzen: „Freundschaft über unterschiedliche
Lebenswelten hinweg“. Das ist es, was die Begegnung der
Kinder ausmacht – und hoffentlich allen gleichermaßen ins
Bewusstsein ruft, dass es die vielen kleinen Hände sind, die
die Zukunft tragen.
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FIRMEN
PORTRAIT
Unter dem Sternenzelt
Irmhild und Christian Beran bereisen die Welt
vom Augustinum Heidelberg aus
Anfang 2015 stand für Irmhild und
Christian Beran fest: Wir ziehen
ins Augustinum. Dem Wohnortwechsel
ging eine Zeit reiflicher Überlegung
voraus. Nicht zuletzt war es ein Freund –
selbst Bewohner des Augustinum – der
die beiden überzeugte, so früh wie möglich
in die Senioren-residenz zu ziehen.
Mit Ende 60 wurden Berans schließlich
stolze Bewohner eines großzügigen,
lichtdurchfluteten Appartements im
Augustinum Heidelberg. „Und wir
sind keinen Tag zu früh eingezogen“,
schwärmt Christian Beran. Eine Sache
hat die beiden nach ihrem Einzug allerdings
überrascht ...
„Das ist schon lustig“, erzählt Irmhild
Beran, „wir dachten unser Leben lang:
So frei wie mit jungen Jahren ist man
nie wieder. Aber, ganz ehrlich: Hier im
Augustinum sind wir freier denn je!
Wir haben vor unserem Einzug das
Haus auf Herz und Nieren geprüft und
glaubten, recht gut zu wissen, was uns
erwartet. Aber das eine haben wir erst
verstanden, als wir dann tatsächlich
hier wohnten: Dass das Augustinum
vor allem Freiheit verschafft. Freiheit
für das, was einem wirklich wichtig
ist.“
Wirklich wichtig, das ist den beiden
Junggebliebenen vor allem eines:
Immer wieder aufs Neue die Welt
entdecken, Abenteuer erleben, auf
Reisen die Seele baumeln lassen. Am
liebsten sind sie mit dem Campingwagen
unterwegs, gerade die Schönheit
Frankreichs hat es ihnen angetan.
86 RC Premium 3/2018
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Christian Beran erinnert sich noch
genau an die vielen Vorbereitungen,
die eine längere Reise erforderte – das
Haus in Heidelberg mit dem großen
Garten musste schließlich gepflegt
werden. Blumen mussten gegossen
werden, der Briefkasten geleert, immer
wieder haben sie dazu Nachbarn um
Unterstützung gebeten, jahrzehntelang.
Spontane Reisen waren kaum
möglich. „Und dann war da noch das
mulmige Gefühl, in der Zeit der Abwesenheit
könnte doch eines Tages
jemand in das Haus einbrechen“, erzählt
Christian Beran.
Beste Aussichten an der
Badischen Bergstraße
Seniorenresidenz Augustinum
Heidelberg
Im Augustinum wird das Leben ganz
nach den eigenen Vorstellungen
gestaltet. Wer das gern in der
Gemeinschaft tut, kann bei uns das
offene, anregende Umfeld nutzen,
um vorhandenen Interessen und
Aktivitäten nachzugehen oder Neues
zu entdecken. Unsere Bewohner
profitieren von den vielen Möglichkeiten
und Angeboten eines großen
Hauses und haben gleichzeitig ihr
ganz privates Refugium.
Vor dem Augustinum hat der Campingwagen
der beiden nun seinen
Stammplatz. Und Vorbereitungen
braucht es für eine Reise fast gar keine
mehr. „Manchmal denken wir uns:
Mensch, diese oder jene Gegend in
Europa, die kennen wir noch nicht. Und
am nächsten Morgen sind wir auch
schon unterwegs dorthin! Zuhause
im Augustinum wird sich währenddessen
um alles gekümmert. Das befreit
ungemein“, findet Irmhild Beran.
Aber auch dann, wenn die zwei nicht
gerade in der Welt unterwegs sind,
genießen sie die Vorzüge der Seniorenresidenz
im Emmertsgrund. Das erstklassige
Kulturangebot, wie etwa Konzerte
im hauseigenen Theatersaal,
genießen sie ebensowie das große
Schwimmbad und nicht zuletzt den
Komfort, nicht mehr selbst kochen zu
müssen. „Mein Favorit ist das reichhaltige
und frische Salatbuffet, das jeden
Mittag die vielen Menüs im Restaurant
ergänzt“, verrät Irmhild Beran.
Ein gesunder Lebenswandel ist für
sie und ihren Mann essenziell. Jeden
Morgen gehen sie deshalb eine Stunde
im angrenzenden Wald spazieren. „Die
Gegend rund ums Augustinum hat uns
sehr angenehm überrascht“, betont
Christian Beran. Für ihn war die Lage
ein wichtiges Argument bei der Entscheidung
für die Seniorenresidenz. Vor
der großen Terrasse des Appartements
erstreckt sich die Pfalz, bei gutem
Wetter erlaubt die gute Lage des Hauses
kilometerweite Ausblicke. Diesen
Vorteil nutzt der Hobby-Astronom und
frühere Mathematik-Lehrer für ausgiebige
Betrachtungen des Sternenhimmels,
eine ganze Reihe an Teleskopen
hat er sich dazu angeschafft.
Gerne lässt er auch andere Bewohner
an seinen Kenntnissen teilhaben und
veröffentlicht jeden Monat Wissenswertes
aus der Astronomie in einer
Hauspublikation des Augustinum. Die
Sterne spielen auch sonst eine große
Rolle im Leben von Irmhild und Christian
Beran – dann nämlich, wenn sie
beim Campen im Sommer unter freiem
Himmel schlafen und nur die Sterne
über ihnen sind. „In solchen Momenten
fühle ich mich einfach nur frei“,
schwärmt Irmhild Beran, „und das
Augustinum macht’s möglich.“
Hausführung
Ein Haus mit Charakter
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Erleben Sie ein abwechslungsreiches
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87
SPORT
EVENT
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Heka Racketlon German Open &
Champions League Finale zu Gast im RC
von Sandra Hald
Das Racket Center war am ersten
August-Wochenende Austragungsort
der Racketlon German Open. Die gepflegten
und geordneten Freizeitstätte
wurde um ein Camping-Platz erweitert,
der zum Mittelpunkt von 130 Racket-
Liebhabern wurde. Über 130 Sportler aus
12 Nationen waren vom 3. bis 5. August
Gast in Nußloch, um ihren Sport zu leben,
miteinander Spaß zu haben, das Wir-
Gefühl zu erleben und sich zu messen.
Im Racketlon geht es um Vieles: Das
Duellieren im Tischtennis, Kräftemessen
im Badminton, sich auf dem Squash-
Court die Bälle um die Ohren zu hauen
und zu guter Letzt ein heißes Duell im
Tennis. Eins sieht man im Racketlon aber
selten: ausgefahrene Ellenbogen. Jede
Sportart wird bis 21 Punkte gespielt,
dann werden Sportart und Schläger gewechselt
und weitergespielt. Am Ende
gewinnt, wer nach den vier Disziplinen
die meisten Punkte errungen hat. Der
Sieger zieht eine Runde weiter.
Unser Haus war Mittelpunkt drei Tage
sportlicher Wettkämpfe, knapper Dueller
und viel Schweiß und dennoch konnte
eine wunderbar lockere Atmosphäre,
Beim Finale der Männer schlugen sich die
Weltranglistenbesten die Bälle um die Ohren.
Die Racketlonspieler genießen ihre tolle
Community und fiebern mit den Finalisten mit.
viel Lachen und Spaß wahrgenommen
werden. Gerade das gemeinsame Zusammensein
an der Bar, das Erfrischen
im Pool und die Player’s Party bei einer
tollen Sommernacht machen dieses Turnier
zu etwas Einmaligem. Das Wochenende
bleibt uns, als Veranstalter, aber
auch den Spielern nicht nur als das heißeste
Racketlon-Turnier in Erinnerung.
Gerade der Pool, das traditionelle,
nächtliche Bierpong-Turnier auf der
Gartenterrasse des Marea und die vielen
jungen Menschen stehen dem Racket
Center gut zu Gesicht.
Allen voran bedanken wir uns bei
unserem Partner HEKA energy, sowie
bei den Firmen butterfly und oliver für
das Material- und Ball-Sponsoring. Nicht
zu vergessen sind auch die zahlreichen
Hände, die den reibungslosen Ablauf des
Racketlons in unserem Haus ermöglicht
haben. Von zahlreichen Stunden auf dem
Schiedsrichterstuhl über den schweißtreibenden
Auf- und Abbau und jeden
Chauffeur-Dienst für unsere Spieler:
Ohne unsere tatkräftigen Volunteers ist
eine solche Veranstaltung nicht möglich.
Vielen Dank!
88 RC Premium 3/2018
Bild 3 Bild 4
Bild 1: Mixed-Doppel beim Tischtennis
Bild 2: Die Mannschaft der Berlin Berghain Boasters siegt in der Champions League.
Bild 3: Der Pool sorgte nach den Spielen als wohltuende Regenerations- und Erfrischungsquelle.
Bild 4: Die Sieger beim Abschluss der HEKA German Open.
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PRODUKT
PORTRAIT
NICHT NUR SAUBER, SONDERN REINIGEND
Hyundai Nexo
Der Nexo ist kein E-Mobil wie viele andere. Das neue
SUV ist bereits das zweite Hyundai Serienmodell mit
Brennstoffzellenantrieb. Es verbindet klimaneutrale Elektromobilität
mit den Vorteilen herkömmlich betriebener
Fahrzeuge. Denn dank Wasserstoff als Energieträger ist
das Laden an der Steckdose überflüssig. Der Strom entsteht
direkt an Bord.
Was hinzukommt: Unterwegs vermeidet der innovative
Nexo nicht nur Abgase, sondern reinigt auch noch die Luft.
Brennstoffzelle. Kein wirklich schönes Wort. Es klingt
eher nach Backofen oder Grillanzünder als nach Bewegung,
Mobilität und Innovation. Irreführend ist es ebenfalls,
denn es brennt gar nichts in einer Brennstoffzelle.
Seinen Ursprung hat der Name in der „kalten Verbrennung“.
So bezeichnen Wissenschaftler einen Prozess, bei
dem Energie nicht als Wärme, wie etwa im herkömmlichen
Verbrennungsmotor, sondern als elektrischer
Strom entsteht.
Und genau das ist es, was das kleine Kraftwerk mit der
sperrig-altmodischen Bezeichnung für den Automobilbau
ungemein interessant macht. Das Prinzip ermöglicht es,
mit Hilfe von Wasserstoff Strom zu erzeugen, quasi als
Umkehr der Elektrolyse. Der Vorgang trennt Wasser unter
dem Einsatz von elektrischer Energie in seine Bestandteile
Wasser- und Sauerstoff. Werden diese beiden Stoffe in
einer Brennstoffzelle wieder zusammengeführt, entsteht
Strom. Ganz ohne klassischen Brennstoff wie zum Beispiel
Benzin oder Diesel. Die Folge: Es gibt weder Rußpartikel
noch Feinstaub, nicht einmal Kohlendioxid-Emissionen
entstehen, einzig Wasserdampf fällt an. Die vermeintlich
wundersame, aber vor allem umweltfreundliche und
klimaneutrale, Energieerzeugung hat Hyundai als alternative
Antriebsform schon seit 20 Jahren im Blick und
kontinuierlich vorangetrieben – bis zum weltweit ersten
in Serie hergestellten Brennstoffzellenfahrzeug, dem ix35
Fuel Cell, der 2013 auf den Markt kam. Nun geht der in der
Technologie weltweit führende Vorreiter einen bedeutsamen
Schritt weiter:
Mit dem Nexo startet im Herbst bereits die zweite Modellgeneration
mit dem zukunftsträchtigen Antriebskonzept
von Hyundai. Das neue SUV ist nicht nur stärker, leistungsfähiger
und effizienter als der Vorläufer. Seine zahlreichen
technischen Finessen, zu denen auch viele neue
Assistenzsysteme zur Steigerung der aktiven Sicherheit
gehören, hüllt er zusätzlich in ein eigenständiges, elegantes
und bereits mit renommierten Auszeichnungen
prämiertes Design.
Im Grunde ist der Nexo nichts anderes als ein Elektroauto.
Aber eines, das seinen Strom nicht an einer Ladestation
abholt, sondern an Bord selbst produziert, mit Hilfe der
Brennstoffzellen unter der Haube. 440 dieser etwa Streichholzschachtel
großen, zusammengeführten Energielieferanten
arbeiten an Bord des 4,67 Meter langen Fünftürers.
Sie versorgen den 120 kW (163 PS) starken Elektromotor
mit Strom oder produzieren Reserven, die in einem 1,56
kWh großen Akku zwischengespeichert werden. Während
der Sauerstoff für die Reaktion in der Brennstoffzelle aus
der Umgebungsluft kommt, steuern drei Hochdrucktanks
mit einem Gesamtvolumen von 156,6 Litern den Wasserstoff
bei. 6,33 Kilogramm H 2 werden so bei 700 bar Druck
in extrem stabilen und belastbaren Karbonbehältern
bereitgehalten.
90 RC Premium 3/2018
Dieser Wasserstoffvorrat reicht beim Nexo für eine Reichweite
von bis zu 756 Kilometer – mehr als batteriebetriebene
Elektromodelle bieten und nochmals gut 25 Prozent
mehr als beim Hyundai ix35 Fuel Cell. Das wichtigste
Manko für Vielfahrer auf dem Weg in die Elektromobilität,
die eingeschränkte Langstreckentauglichkeit, gehört damit
der Vergangenheit an. Ebenso wie lange Wartezeiten
beim Tanken: Während E-Mobile mitunter stundenlang
an einer Ladesäule parken, wenn keine Schnellladestation
in der Nähe ist, nimmt das Befüllen beim Hyundai Nexo
weniger als fünf Minuten in Anspruch. Das ist genauso
wenig Zeit wie bei einem Benzin- oder Dieselfahrzeug.
Allerdings benötigt der Aufbau eines flächendeckenden
Wasserstofftankstellennetzes noch etwas Zeit – die
Initiative „H 2 Mobility“, in der Hyundai neben anderen
Automobilherstellern als assoziiertes Mitglied engagiert
ist, nennt derzeit bundesweit etwa 45 betriebsbereite
Tankstellen, die gleiche Anzahl ist im Bau. Anfang 2019
wird hier in unserer Region neben der schon heute nutzbaren
Tankstelle in Hirschberg noch eine Wasserstofftankstelle
in Heidelberg eröffnet. So sollen es spätestens
2019 überwiegend in Metropolregionen und entlang der
Autobahnen schon 100 Stationen sein. Vorläufiges Ziel
sind 400 Tankstellen bis 2023.
Nexo-Fahrer können angesichts der Reichweite schon
zuvor ganz entspannt die leise und umweltfreundliche
Fortbewegung genießen. An Bord gibt es Platz in Hülle
und Fülle, eine reichhaltige Komfortausstattung und einen
Hauch von Sciencefiction. Grund ist der Verzicht auf herkömmliche
Instrumente. Stattdessen leuchtet beim Start
vor dem Fahrer ein sieben Zoll großes Display auf, das alle
wesentlichen Informationen liefert. Und gleich daneben,
in der Mitte des Armaturenträgers angeordnet, findet sich
ein 12,3 Zoll großer Monitor. Dort liefert das Navigationssystem
Karten und Routenhinweise und das Bordsystem
stellt zahlreiche Angaben über die Arbeitsweise des
Antriebssystems bereit. Futuristisch mutet auch die Mittelkonsole
an, die sich wie ein edles Bord zwischen die
Vordersitze schiebt und ganz auf Hebel verzichtet. Der
Clou: Wie im modernen Flugzeugbau werden das Getriebe
und die Parkbremse nur über Tasten per Shift-by-wire
bedient, also ohne mechanische Verbindung.
Vor ein paar Jahren wären wohl auch die vielen Assistenzsysteme
noch als Zukunftsvision durchgegangen, die der
Nexo serienmäßig an Bord hat. Neben Frontkollisionswarner,
autonomem Notbremsassistenten, aktivem Spurhalteassistenten,
adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage
mit Abstandsregelung und Querverkehrswarner hinten
mit Notbremsfunktion zählen nun auch ein Stauassistent,
der im Stop-and-go-Verkehr selbsttätig Beschleunigen und
Abbremsen des Nexo übernimmt, und ein Anfahralarm
dazu. Setzt sich etwa an einer Ampel der Vordermann in
Bewegung, gibt das System einen akustischen Hinweis.
Eine Premiere hat auch der Totwinkelassistent zu bieten:
Er macht nicht nur akustisch auf andere Verkehrsteilnehmer
aufmerksam, sondern überträgt den Bereich seitlich
hinter dem Nexo wie ein Abbild des Außenspiegels auf
das Fahrerdisplay. Richtig spektakulär wird es schließlich,
wenn der Nexo eingeparkt wird. Denn dazu muss niemand
hinter dem Lenkrad sitzen – dank Fernbedienung
kann das zentimetergenaue Rangieren aus einigen Metern
Entfernung in Gang gesetzt werden.
Mit dem neuen Hyundai Nexo bricht also in vielerlei
Hinsicht die Zukunft an. Vor allem eine Eigenschaft ist
bislang bei Autos unerreicht: Aus der Luft, die der Nexo
als Sauerstoffquelle nutzt, filtert er bis zu 99,9 Prozent der
Feinstaubpartikel heraus, ehe sie wieder in die Umwelt
entweicht.
Ausstattungsübersicht:
• Autonomer Notbremsassistent
• Frontkollisionswarnsystem
• Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage
mit Stopp-Funktion
• Aktiver Spurhalteassistent
• Stauassistent
• Totwinkelassistent
• Aufmerksamkeitsassistent
• Anfahralarm Vorderfahrzeug
• Querverkehrswarner hinten mit Notbremsfunktion
• Voll-LED-Scheinwerfer und LED-Tagfahrlicht
• LED-Rückleuchten
• Automatischer Einparkassistent mit Fernbedienung
• Einparkhilfe vorne und hinten, Rückfahrkamera
• Automatisch ein- und ausfahrende Türgriffe
• Smart-Key-System inkl. Start-/Stopp-Knopf
• Elektrische Heckklappe
• 2-Zonen-Klimaautomatik
• Elektrische Parkbremse
• Smartphone-Ablage mit kabelloser Ladefunktion
• Beheizbare Sitze vorn, beheizbares Lenkrad
• Navigationssystem mit 12,3-Zoll-Monitor
• Audiosystem mit DAB+ und Bluetooth
• 17-Zoll-Leichtmetallfelgen
• Unverbindliche Preisempfehlung: 69.000 Euro
Hier bei uns stehen Ihnen die Mitarbeiter unseres langjährigen
Partner des Autohaus Dechent in der Speyerer
Straße 11 in Heidelberg gerne zur Verfügung. Herr Oliver
Voigt, Mitinhaber der Dechent Gruppe, freut sich über
Ihren Anruf unter 06221-531 106.
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TIPP
„The Power of Love“
Radio Regenbogen Harald Wohlfahrt Palazzo
geht in die 20. Saison
Vor zwanzig Jahren konnte niemand ahnen, dass die erste
Spielzeit des Radio Regenbogen Palazzo der Auftakt für
eine über zwei Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte werden
würde. Wo der Gaumen beim Vier-Gang-Gourmet-Menü von
Meisterkoch Harald Wohlfahrt einen Salto schlägt, treffen in
einer außergewöhnlichen Inszenierung die Publikumslieblinge
der letzten 20 Jahre auf spektakuläre neue Acts.
Foto: Christop Blüthner
Unter dem Motto „The Power of Love“ wird es bei der Jubiläumsshow
ein Wiedersehen mit dem lieb gewordenen Entertainer
Kay Scheffel, Teufelsgeiger Stefan Krzanric, dem magischen
Vogelflüsterer Jay Niemi, der poetischen Sandmalerin
Natalya Netselya, dem spektakulären Schlappseilartisten
Zhang Fan und dem rasanten Rollschuh-Duo Skating Flash
geben. Mit feurigen Rhythmen und viel Temperament heizen
Paul Morocco und Marcial Heredia die Stimmung auf.
Spektakuläre Akrobatik bieten Equilibrist Cai Yong und die
Artistentruppe Groundflight.
Zum 20-jährigen Jubiläum kredenzt Kochikone Harald Wohlfahrt,
der sich zum 18. Mal für das Menü verantwortlich
zeichnet, ein kulinarisches Dankeschön an die vielen treuen
Gäste, die die Show in jedem Jahr aufs Neue besuchen.
Zur Vorspeise gibt es Anisgebeizten Lachs auf marinierten
Belugalinsen mit Romanasalatspitzen und Mango-Papayachutney.
Auf vielfachen Wunsch wird als zweiter Gang ein
Spieß von Garnele und Jakobsmuschel an einer leichten Curry
Velouté mit Cocobohnen gereicht. Es folgt als Hauptgang ein
Duett von der Barbarie Ente auf Rahmwirsing, eingelegten
Backpflaumen und Kartoffelsoufflé mit glasierten Maronen
an Portweinsauce. Ein wahrhaft krönender Abschluss des
Jubliläumsmenüs ist eine Panna Cotta an exotischem Fruchtsalat
mit Himbeerbiskuit und Mangosorbet.
Die neue Palazzo-Saison startet bereits ab dem 24. Oktober.
Tickets für Show und Menü sind ab 69 Euro unter der Hotline
01805 - 60 90 30* erhältlich. Infos und Buchung unter
www.palazzo-mannheim.de. Die Show beginnt um 19.30 Uhr,
Einlass ab 18.30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen beginnt die
Show bereits um 18.00 Uhr, Einlass ab 17.00 Uhr. Montags
sowie am 24.12.2018 und 01.01.2019 ist spielfrei.
* (Mo-Fr 9-17 Uhr - 14 Ct./Min. aus dem dt. Festnetz,
max. 42 Ct./Min. aus den dt. Mobilfunknetzen)
92 RC Premium 3/2018
AB 24. OKTOBER | 01805 - 60 90 30 *
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