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Ausgabe 3/ 2018

Premium

DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

MENSCH

& GEHIRN

Prof. Dr. med. Wolfgang Wick

NEUROLOGE UND KREBSFORSCHER

IM INTERVIEW


“WIR VERFÜGEN ÜBER EINE

BREITE UND STETIG WACHSENDE

KOMPETENZ IN DEN BEREICHEN

MEDIZINISCHE FORSCHUNG,

THERAPIE UND ORGANISATION.“

Ahmet Pekkip

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STANDPUNKT

Muskelkater im Gehirn?

Haben Sie sich jemals an IQ-Tests beteiligt? Also – ehrlich gesagt: ich nicht.

Jetzt frage ich mich: warum eigentlich? Meine körperliche Leistungsfähigkeit

habe ich mal bei einem Feldstufentest am Radergometer getestet. Jetzt weiß

ich, dass mein Herz gesund ist, meine Lunge funktioniert, mein Blut ordentlich

Sauerstoff transportiert und ich beim Radeln auf dem Ergometer gar nicht so

schlecht bin. Trotzdem schnaufe ich beim gelegentlichen Tennisspielen nach

einem längeren Ballwechsel mittlerweile wie eine Dampflok.

Da stelle ich mir die Frage: Misst ein Test eigentlich das, was er zu messen

beabsichtigt? Wie steht es tatsächlich um meine Fitness – und um meine

Gesundheit? Dazu lasse ich Blutwerte, Blutdruck, Lungenfunktion, Leberwerte

und andere Parameter ermitteln. Sekundärprävention im Sinne einer rechtzeitigen

Diagnose möglicher Erkrankungen im Frühstadium ist durchaus sinnvoll,

weil unter Umständen lebensverlängernd. Zur Primärprävention ist regelmäßige,

gezielte körperliche Aktivität und vernünftiges Essen mehr denn je

geboten. Denn offenkundig hat unsere körperliche Verfassung einen noch

stärkeren Einfluss auf unsere Gehirngesundheit, als wir das bislang schon

wussten. Wenn Hinweise darauf entdeckt werden, dass Übergewicht zu einer

Schrumpfung des Gehirnvolumens und zu nachlassenden kognitiven Leistungsergebnissen

führt, sollten wir nicht mehr nur erschrocken darüber nachdenken,

sondern etwas dagegen tun.

Ein Intelligenztest brauche ich dazu nicht. Daher hält sich meine Neugierde

auf meinen Intelligenzquotienten in Grenzen. Vielleicht liegt das auch an der

Inflation solcher Tests im Internet. Die kann man machen – muss man aber

nicht. Sicher ist, dass ein IQ Wert weder was mit meiner Lebenserwartung

noch mit meiner Lebensqualität zu tun hat. Die Selbstwirksamkeitsüberzeugung,

dass sich eine gesunde Lebensführung positiv auf die Leistungsfähigkeit

meines Oberstübchens auswirkt, hilft mir da schon eher weiter. Vielleicht ist

es mit unserem Denkorgan so ähnlich wie mit einem Muskel: „Use it or loose

it“. Das Verstehen der evolutorischen Entstehung des Gehirns, seines Aufbaus

und seiner zumindest prinzipiellen Funktionsweise haben mein eigenes Gehirn

ordentlich beansprucht. Nicht umsonst gilt es als das Wunderwerk der Natur

schlechthin – also: das Gehirn im Allgemeinen. Bei meinem eigenen bin ich mir

da nicht so sicher!? (Wie gesagt: ich habe meinen IQ nie getestet).

Wenn es so etwas gäbe wie einen Muskelkater im Kopf, ich hätte jetzt einen.

Und ich würde sagen: toll, denn ich empfinde Muskelkater immer als ein

Zeichen dafür, dass ich mich so richtig angestrengt habe und sich mein

Bewegungsapparat dadurch kräftigen wird. Ich würde hoffen, dass das mit

meinem Gehirn genauso ist. Möge es Ihnen an manchen Textstellen dieser

Ausgabe ähnlich ergehen …

In diesem Sinne: viel Freude beim Lesen!

Ihr

Dr. Matthias Zimmermann

3


INHALT

S. 22

S. 38

Bildung

& Wissen

Gesundheit

& Fitness

KURZ NOTIERT ... 6

TITEL 8

Mensch und Gehirn

HÄTTEN SIE´S GEWUSST? 16

KOLUMNE 18

Ärzte, Denken und Bauchentscheidungen

BUCHTIPP 20

Fit von 1 bis Hundert

von Dietger Mathias

EXPERTENRAT 22

Verletzungen der Muskeln und Sehnen

THERAPEUTENRAT

Das Schmerzgedächtnis 24

Selbstwirksamkeit 28

ZUSAMMENARBEIT 32

Kampf dem Herztod

KOMMENTAR 34

Achtsamkeit und Wohlwollen

im Umgang mit sich selbst

KURZ NOTIERT ... 36

IM INTERVIEW 38

Prof. Dr. med. Wolfgang Wick

FIT & GESUND

Auch KURZzeitige Möglichkeiten

verhelfen zu langfristigen Erfolgen 44

Bewegung trotz(t) Demenz 46

MFT - Coordination Tower 48

Personal Training - Einzeln oder in einer Gruppe? 50

HIDDEN DEVICES 52

Die Trap Bar - Mit Vielfalt zum Erfolg

ERNÄHRUNG 54

Das Gehirn isst mit

GESUND & LECKER 56

Spaghetti mit Riesen-Garnelen in Asia-Soße

BENEFIZ 58

Rudern gegen Krebs

WOHLFÜHLEN 60

AQUA Walldorf

4 RC Premium 3/2018


IMPRESSUM

S. 66 Premium

DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

Leistung

& Erfolg

KURZ NOTIERT ... 62

KLINIKPORTRAIT 64

Vulpius Klinik Bad Rappenau

VORGESTELLT 66

Rainer Arens

KINDERSPORT

Gefühlskarussel eines jugendlichen Tennisspielers 68

Durch Tennistraining schulische Leistung verbessern 70

EXPERTENRAT 74

Exekutive Funktionen trainieren, Selbstregulation

fördern, mentale Stärke ausbilden

SPORTREISE NACH MALLORCA 76

HERZLICH WILLKOMMEN 78

EXPERTENRAT 80

„Einfach mal machen“ ist nicht so einfach

FIRMENPORTRAIT

Hotel Villa Toskana in Leimen 82

Augustinum Heidelberg 86

BILDUNGSPROJEKT TDKET 84

Herausgeber

Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG

Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt

Dr. Matthias Zimmermann (dr.zimmermann@racket-center.de)

Anzeigen, Kontakt & Beratung

Laura Heberger (partner@gsm-mbh.net)

Produktion

GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH

Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch

Layout, Satz, Grafik

Denis Herrmann (herrmann@gsm-mbh.net)

Fotos

Denis Herrmann, istockphoto, Adobe Stock

Auflage

6.000

Druck

abcdruck GmbH

Waldhofer Straße 19

69123 Heidelberg

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5


Bildung

& Wissen KURZ NOTIERT ...

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6 RC Premium 3/2018


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7


TITEL

Mensch und Gehirn

Zur Evolution, Funktion und Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns

von Matthias Zimmermann

Abermillionen Jahre hat es gedauert, bis aus einem Neuron

ein Gehirn entstand. Dem Homo sapiens war es vergönnt,

dass glückliche Umstände der Evolution sein Gehirn in nur

wenigen tausend Jahren zu einem Wunderwerk der Natur

reifen ließen. Anderen Arten der Gattung Homo vor uns ist

das nicht gelungen – sie starben aus. Unsere Spezies hingegen

geht auf die stolze (und auch ein wenig bedrohlich wirkende)

Zahl von 10 Milliarden Exemplaren zu. Das ist eine Erfolgsgeschichte,

die darauf hindeutet, dass wir unser Gehirn im

Großen und Ganzen gewinnbringend einsetzen. Unser Denkorgan

ist leistungsfähiger als das jedes anderen Lebewesens

auf unserem Planeten. Es erlaubt uns umfangreiche motorische

Handlungen und komplexe Denkleistungen, befähigt

uns zur Abstraktion und Symbolik, zur Kommunikation und

Verständigung, zu vielseitigen Koordinationsleistungen und

feinmotorischer Schaffenskraft. Schenkt man der Intelligenzforschung

Glauben, hat die generelle Intelligenz, die sich

hinter spezifischen Begabungen verbirgt, von Generation

zu Generation zugenommen – bis in die 90er-Jahre des vergangenen

Jahrhunderts. Seitdem aber scheint sich eine Trendwende

abzuzeichnen. Der durchschnittliche Intelligenzquotient

ist rückläufig. Werden wir wieder dümmer? Kehren wir zurück

zu unseren geistigen Wurzeln – und woran mag das liegen?

Wenden sich die Errungenschaften unserer Zivilisation gegen

unsere evolutorische Fortentwicklung? Jüngere Forschungsergebnisse

zum Zusammenhang zwischen Gehirnvolumen

und Übergewicht sowie zwischen kognitiver und motorischer

Intelligenz geben Anlass, sich damit zu beschäftigen …

8 RC Premium 3/2018


Vom Neuron zum Gehirn

im Laufe von Jahrmillionen

Die Entwicklung der menschlichen Spezies hat maßgeblich

mit der Evolution des Gehirns zu tun. Vor mehr als einer

halben Milliarde Jahren entwickelten Zellen der äußeren

Hautschicht von einfachsten, wirbellosen Lebewesen die

Fähigkeit, äußere Reize zu empfangen, zu verarbeiten und

weiterzuleiten. So schuf die Natur die Neuronen, das Baumaterial

der wohl komplexesten Struktur im Universum: das

Gehirn. Nervenzellen, elektrische und chemische Signale

bestimmen seine Funktionsweise. Bis heute hat sich an diesem

Baumaterial und an der Signaltechnik nichts geändert.

Der Weg zu unserem menschlichen Gehirn gleicht dem Bau

einer modernen Villa aus einer einfachen Hütte, an der im

Laufe von Jahrmillionen immer wieder erweitert, an- oder

umgebaut wurde, ohne Bestehendes einzureißen oder etwas

wegzuschmeißen. Die Evolution des Gehirns lässt sich an

Wirbellosen beobachten. Während Quallen über kein Gehirn,

sondern lediglich über ein neuronales Netz verfügen, das

ihren gesamten Körper durchzieht, verfügen Kraken über das

höchst entwickelte Gehirn dieser Art von Lebewesen. Es befähigt

den Kraken zu raschem Lernen und feinkoordinierten

Bewegungen.

Den Übergang von Nervennetzen zu einer Zusammenballung

von Neuronen vollzog die Natur im Laufe der Evolution an

Würmern: die Zielgerichtetheit ihrer Bewegung in eine Richtung

– weg vor Feinden und hin zu Nahrung – bildete an

einem Wurmende einen Kopf heraus. Darin häuften und vernetzten

sich Neuronen zu einem Gehirn. Kopf und Gehirn

sind eine nützliche Folge der Anpassung an die Anforderung

einer veränderlichen Umgebung. Erbgutveränderungen, die

sich als vorteilhaft erwiesen, brachten Neuronen hervor, die

sich für immer neue Aufgaben erforderlich waren und genutzt

werden konnten. So stieg die Zahl der Neuronen und die Verknüpfungen

potenzierten sich. Das Gehirn legte in höherem

Maße an Volumen und Gewicht zu als ihm die Entwicklung

des Schädels Platz bot.

Bewegung und Kommunikation

als Entwicklungsmotoren

Gerichtete Bewegungen sind, neben der verständigenden

Kommunikation, die zentralen stammesgeschichtlichen

Fortschritte für die Herausbildung des Gehirns. Für die

menschliche Evolution – die sogenannte Homogenese –

stellen das Sprachvermögen und der aufrechte Gang eine

Zäsur dar. Der Zweibeingang veränderte unsere physiologische

Architektur epochal. Das gesamte Gehirn-Muskel-

Nerv-Gelenk-System erhielt einen Entwicklungsschub. Beispielhaft

erwähnt sei der ausgeprägte Gleichgewichtssinn

durch das Laufen auf zwei Beinen und die optische Wahrnehmung

durch die Erweiterung der Sichtperspektiven

eines nicht mehr vorne, sondern oben getragenen Kopfes.

Der darin befindliche ständig abgesenkte Kehlkopf, dessen

spezifische Anatomie und die feinmotorische Kontrolle über

die Zunge, führten zur Sprachentwicklung. Genetisch war die

Entstehung des FOXP2-Gens für Lautäußerungen und Sprachbildung

ursächlich. Zweifellos ist der Gebrauch der Sprache

die Gehirnfunktion mit dem höchsten Abstraktionsgrad – und

der mit bedeutendste evolutorische Entwicklungsschub in

der Menschwerdungsgeschichte.

Gleichwohl darf man die Evolution nicht als einen zwangsläufigen

Prozess sehen, der uns zu dem machte, was wir

heute sind. Sie ist weniger als kreatives, sondern vielmehr

als opportunistisches Phänomen zu sehen. Möglichkeiten

werden genutzt oder verworfen, je nachdem, ob diese sich

entsprechend der jeweiligen Umweltbedingungen zu einem

bestimmten Zeitpunkt als vorteilhaft oder nachteilig erweisen.

Es gibt nichts Zielgerichtetes und nichts Zwangsläufiges im

Evolutionsprozess. Dieser kann sich jederzeit umkehren, wenn

die Umweltbedingungen, denen wir ausgesetzt sind oder die

wir uns schaffen, diese Umkehrung begünstigen. Dafür gibt

es in der Tierwelt Beispiele von Lebewesen, die im Laufe der

Evolution ihr Gehirn gänzlich verloren haben (z. B. der Bandwurm).

Dass wir heute an der Spitze der Evolution stehen, ist

insofern das Ergebnis einer Abfolge von glücklichen Zufällen.

Wir sollten uns auf unsere dominierende Stellung im Organismenreich

nichts einbilden. Angebracht ist vielmehr eine

besondere Verantwortung gegenüber der Schöpfung.

Der sogenannte Rückkopplungseffekt der Evolution hat es

eben gut mit uns gemeint. So ermöglichten der aufrechte

Gang und die Entwicklung der freien Hände, verbunden mit

der Sprachentstehung den Homo sapiens feinmotorische

und arbeitsteilige Handlungen. Klimatische Veränderungen

im Verlauf des Erdzeitalters oder die regionale Ausbreitung

der Homo sapiens insbesondere in Richtung der nördlichen

Hemisphäre machte eine vorausschauende Lagerhaltung erforderlich.

Die Verbesserung von Werkzeugen und Waffen

verlangten nach immer höherer geistiger Leistungsfähigkeit

und ermöglichten gleichermaßen die organisierte Jagd auf

Großwild, womit sich wiederum das Nahrungsangebot erweiterte.

9


Kultivierung, Ernährung und Sozialisation

Kulturelle Auslöser sind neben den anatomischen Entwicklungen

für die Fortbildung unseres Denkvermögens von nicht

minderer Relevanz. Der Beginn der Sesshaftigkeit vor rund

10.000 Jahren – einhergehend mit Viehzucht und Ackerbau –

stellt dementsprechend eine weitere Zäsur in der menschlichen

Evolution dar. Während der Zeit, in der Siedlungen

entstanden, bildete sich eine zunehmende genetische Vielfalt

heraus. Es konnten immer mehr Menschen an einem gemeinsamen

Ort ernährt werden. Größere Sozialstrukturen, Organisationsregeln

und kulturelle Ordnungen waren die Folge.

Es gibt die spannende These, dass dank einer zunehmenden

Produktionsmenge von Getreide die Herstellung alkoholhaltiger

Getränke möglich wurde. Dadurch wiederum nahmen

rauschende Feste und rituelle Feiern ihren Anfang.

Ob sich diese Form der Nahrungsmittelproduktion positiv

auf die Gehirnentwicklung ausgewirkt hat, darf man nach

neuerer Erkenntnis durchaus in Frage stellen. Fakt aber ist,

dass das Gehirn nur rund zwei Prozent des Körpervolumens,

aber etwa 20 Prozent der Stoffwechselenergie beansprucht.

Insofern erlaubte erst ein verbessertes Nährstoffangebot die

Entwicklung größerer Gehirne. Bei Neugeborenen beträgt

der Energiebedarf des Gehirns über 60 Prozent bei einem

überproportional großen Kopf, den ein Baby in den ersten

Lebenswochen nicht alleine anheben kann. Aufgrund dieser

Dimensionierung braucht der Mensch im Vergleich zu anderen

Wirbeltieren viel mehr Zeit, um heranzureifen und sein

ganzes Potenzial zu entfalten. Der Sozialisationszeitraum

in Abhängigkeit der Eltern ist länger als bei allen anderen

Lebewesen unseres Planeten – dementsprechend auch

die soziale, kulturelle und sprachliche Prägung. Ein reger

kommunikativer Austausch innerhalb der sozialen Umgebung

ist ebenfalls Nahrung für das Gehirn.

Verglichen mit anderen Spezies haben sich die Gehirne von

Wirbeltieren als dynamischer, anpassungs- und individuell

entwicklungsfähiger herausgebildet. Etwa 86 Milliarden

Neuronen (in der grauen Substanz), nochmal eine ähnliche

Zahl an so genannten Gliazellen (in der weißen Substanz),

dazu bis zu 100.000 Verschaltungen in einer ca. 1.300 Gramm

schweren Gehirnmasse, bilden das Wunderwerk der Natur

schlechthin: ein Gebilde aus etwa 100 Billionen (10 14 )

Synapsen, also neuronalen Verknüpfungen zwischen den

Gehirnzellen. Dieses Gebilde verfügt unter allen Lebewesen

über das höchste Maß an synaptischer und kortikaler Formbarkeit,

die so genannte Plastizität. Bis weit ins Erwachsenenalter

hinein ermöglichen die neurophysiologischen

Mechanismen enorme intellektuelle Lern- und Aufgabenlösungsprozesse.

Auch hieraus zeigt sich die Überlegenheit

gegenüber allen anderen Lebewesen.

Bei all den teils enormen Unterschieden zwischen den Gehirnen

von Wirbeltieren weisen sie im grundsätzlichen Aufbau

dennoch große Ähnlichkeit auf. Die Forschungserkenntnisse

über den Aufbau des menschlichen Gehirns füllen unzählige

medizinische Fachbücher. Daher hier nur ein ganz grober

Überblick über …

Aufbau und Funktion des menschlichen Gehirns

Ob Fisch, Ratte oder Mensch – das Gehirn ist grundsätzlich

ähnlich konzipiert. Das Stammhirn als erste Gehirninstanz, in

welches das Rückenmark mündet, reguliert die Vitalfunktionen

wie Atmung, Kreislauf, Blutdruck und Schlaf. Eingehende

Sinneseindrücke und ausgehende motorische Informationen

werden dort verarbeitet. Im Hinterkopf unterhalb des Großhirns

sitzt das Kleinhirn und regelt Gleichgewicht sowie die

Koordination und Automatisation von Bewegungen.

Das Zwischenhirn ist die Steuerzentrale für das Hormon- und

Temperatursystem. Alle Reize – Berührungen, Gerüche usw. –

müssen auf ihrem Weg in das Großhirn dort hindurch und

werden dabei gefiltert. Der Hypothalamus steuert das

vegetative Nervensystem, also den Sympathikus (leistungsförderliche

Signale), Parasympathikus (erholungsförderliche

Signale) und das autonome Nervensystem des Magen-Darm-

Trakts, auch enterisches Nervensystem genannt.

Alle Wirbeltiere verfügen über ein Vorder-, End- oder auch

Großhirn. Beim Menschen allerdings spielt dieser Teil des

Gehirns die zentrale Rolle: das Großhirn hat es im Laufe der

Homogenese auf 85 Prozent des gesamten Hirnvolumens

gebracht. Es ist in zwei Gehirnhälften (Hemisphären) geteilt,

die mit dem sogenannten Balken verbunden sind. Die

Windungen (Gyrus) und Fuchen (Sulcus) geben dem Gehirn

das Aussehen einer großen Walnuss. Der Grund dafür liegt

darin, dass sich das Gehirn mit immer größerem Leistungsfortschritt

und wachsender Lernfähigkeit im Laufe der

Evolution vergrößerte und erst durch diese besondere

Formung im menschlichen Schädel Platz finden konnte.

Umgeben wird das Großhirn von einer ca. 1,5 bis 4,5 Millimeter

dicken Schicht, der Großhirnrinde (Cortex). Diese

äußerste Neuronenschicht enthält etwa 23 Milliarden Neuronen

im männlichen und rund 19 Milliarden im weiblichen

Gehirn. Bei diesem zahlenmäßigen Unterschied gilt es zu

10 RC Premium 3/2018


bedenken, dass der durchschnittliche männliche Körper auch

größer ist als der weibliche. Da die Nervenzellen die Gehirnoberfläche

grau erscheinen lassen, wird sie auch die graue

Substanz genannt.

Der Cortex wird auf jeder Seite in fünf sogenannte Lappen eingeteilt,

worin bestimmte Gehirnfunktionen, z. B. das Hören

(im Temporallappen), das Sehen, das räumliches Denken

(Parietallappen) und vieles mehr verortet werden können.

Die Frontallappen (Lobus frontalis oder präfrontaler Cortex)

haben sich beim menschlichen Gehirn vor allem in der jüngeren

Entwicklungsgeschichte besonders ausgeprägt. Ihnen

werden die sogenannten exekutiven Funktionen zugeordnet:

die Steuerung der Aufmerksamkeit, die Kontrolle von

Impulsen und Emotionen, die zielgerichtete Ingangsetzung

von Handlungen und deren Planung sowie die Reflexion und

Selbstkorrektur.

Der stammesgeschichtlich jüngste Teil des Gehirns, der Neocortex

genannt wird, macht 90 Prozent der Großhirnrinde

aus. Das, was wir als Bewusstsein, Intelligenz oder Seele bezeichnen,

ist dort zu suchen. Wir wissen also, dass wir etwas

wissen, beobachten uns selbst beim Denken und sind uns im

Klaren über unsere Endlichkeit. Ohne einen ausgeprägten,

hoch-entwickelten präfrontalen Cortex würden wir über den

Sinn des Daseins höchstwahrscheinlich nicht nachdenken

oder gar einen Lebensentwurf danach ausrichten.

Demgegenüber zählt das limbische System zu dem entwicklungshistorisch

älteren Anteil des Gehirns. Weniger die Lage

der Areale im Gehirn als vielmehr ihre Funktion führt zu

der Zusammenfassung von Hippocampus, Gyrus cinguli und

Amygdala zum limbischen System: all diese Areale dienen

der Verarbeitung von Emotionen. Es ist folglich die zentrale

Instanz unseres Gehirns zur Bewertung von Sinneseindrücken.

Hier entsteht das, was wir als Furcht, Wut, Trauer, Freude,

Ekel und Überraschung interpretieren.

Sensorische und assoziative Informationen erreichen auch

den Hippocampus. Dieser scheint eine wichtige Rolle beim

Einspeichern und Abrufen von Gedächtnisinhalten zu spielen.

Für die Verortung der räumlichen Orientierung im Hippocampus

wurde 2014 ein Nobelpreis verliehen. Dieses Wissen

hilft zu verstehen, dass sich eine Alzheimererkrankung zunächst

in der Abnahme des Kurzzeitgedächtnisses und des

Orientierungsvermögens zeigt, im fortgeschrittenen Stadium

dann den Verlust der Bewertungsfähigkeit und letztlich auch

der Persönlichkeit zur Folge hat.

Gehirnleistung und Denkvermögen

Bei Gehirnleistungen haben wir es mit einem äußerst

komplexen Phänomen zu tun. Es beinhaltet neben kognitiven

auch affektive Funktionen im gesamten Organismus und

die Interaktion mit der Umwelt und anderen Menschen.

Keine der Funktionen unseres Gehirns läuft isoliert in klar

eingrenzbaren Arealen ab. Es ist der Mensch, der denkt –

und dazu bedient er sich des Gehirns. Beim Denkvermögen

mag dem Neocortex, insbesondere dem präfrontalen Cortex,

eine zentrale Rolle zukommen. Das limbische System aber ist

auch immer mit dabei!

Daher sei angemerkt: die genialste Leistung des Gehirns

besteht nicht darin, in höheren Sphären zu philosophieren

und dem Sinn des Lebens nachzuhängen, sondern einen

realen Körper durch eine reale Welt zu bewegen. Solche

komplexen, beim Mensch unvergleichlich vielfältigen Leistungen

können genauso wenig wie Denkfähigkeiten nur einer

bestimmten Gehirnregion zugeschrieben werden. Gehirnleistungen

werden stets im Zusammenspiel mit mehreren

Strukturen erbracht. Physiologisch ist jeder Teil des Gehirns

über ein bis zwei Nervenbahnen direkt mit dem limbischen

System verbunden. Das limbische System und die Großhirnrinde

bilden also ein Team. Sie brauchen einander – und

gemeinsam erbringen sie Leistungen, die im Reich der Tierwelt

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11


Insofern gilt der Mensch gemeinhin als intelligent. Doch

was ist Intelligenz? Worin besteht die Leistungskraft unseres

Denkapparats? Intelligenz ist maßgeblich für gute Leistungen

in Schule, Beruf und im Leben. Kann man ihre Ausprägung

und Entwicklung messen und sie gar beeinflussen? Was ist

der Intelligenzquotient und inwieweit ist er maßgeblich für

Aufgabenlösungsfähigkeit, Denkleistung und Urteilsvermögen?

Die Intelligenz – Ausprägungen und Maß

Seit der Entwicklung des ersten Intelligenztests vor mehr als

hundert Jahren durch den französischen Juristen Alfred Binet,

haben sich viele Ausprägungen des Intelligenzbegriffs herausgebildet:

z. B. die emotionale, soziale, motorische und spirituelle

Intelligenz. Im Ursprung aber galt die Definition für die

Vermessung des Verstandes der kognitiven Intelligenz.

Auch der Begriff der Kognition wird uneinheitlich verwendet.

In einem umfassenden Sinne versteht man darunter alle

Denk- und Wahrnehmungsvorgänge, die zu mentalen Resultaten

wie Wissen, Einstellungen, Urteilen, Überzeugungen

etc. führen. Kognitive Intelligenz meint demnach eine

schnelle und ergebnisorientierte Auffassungsgabe, also ein

Verstehen („intellegere“) auch ungewohnter Aufgaben und

das Lösen neuartiger bzw. abstrakter Situationen. Gleichwohl

bleibt das Phänomen der Intelligenz ein bisweilen diffuses

Konstrukt, das von Intelligenzforschern unterschiedlich

definiert wird. Die Frage an zwei Duzend Experten, was denn

der Gegenstand ihrer Forschung sei, erbrachte zwei Duzend

unterschiedliche Antworten. Manch einer meint daher ganz

pragmatisch (oder in den Ohren der Intelligenzforscher auch

ganz ketzerisch), dass Intelligenz genau das sei, was Intelligenztests

messen.

Heute ist man sich weitgehend darüber einig, dass das

beste Maß für die allgemeine Intelligenz die Verarbeitungsgeschwindigkeit

und -kapazität des Arbeitsgedächtnisses ist.

Es darf nicht mit dem Kurzzeitgedächtnis verwechselt werden.

Damit ist die Speicherkapazität unseres Gehirns gemeint.

Dieses ermöglicht es uns, eine begrenzte Zahl von Informationen

präsent zu halten und wiederzugeben. Unter Arbeitsgedächtnis

hingegen versteht man eine komplexere kognitive Fähigkeit.

Dort werden Informationen nicht mehr nur repräsentiert,

sondern auch manipuliert. Dabei spielen Gedächtnisinhalte

auch in Form von unbewussten Erfahrungen und Prägungen

mit Umwelteindrücken und Emotionen zusammen. Eine Einkaufsentscheidung

ist eben keine rein vernunftgesteuerte

Intellekt-Entscheidung, sondern stets auch eine emotional

beeinflusste Intuitionsentscheidung.

Der Intelligenzquotient –

Tests und deren kritische Betrachtung

Um diese komplexe kognitive Gehirnleistungsfähigkeit zu

messen, entstand im Jahre 1905 aus stetig verbesserten Tests

die „Binet-Simon-Skala“. Der deutsche Psychologe William

Stern teilte dieses so genannte „Intelligenzalter“ durch das

Lebensalter – und entwickelte damit den Intelligenzquotienten.

In modernen Verfahren ist der Intelligenzquotient streng

genommen kein Quotient mehr. Im Sinne der Altersgerechtigkeit

werden Intelligenztests stets von mehreren Gleichaltrigen

absolviert, um dann die Testwertverteilung zu ermitteln –

also wie weit weicht der Einzelne vom Durchschnitt seiner

Altersgenossen ab? Aufgrund einer solchen Begabungsstatistik

wird definiert, dass 68 Prozent der Bevölkerung

mit einem IQ zwischen 85 und 115 normalintelligent sind,

14 Prozent mit einem IQ von größer als 115 überdurchschnittlich

begabt und 1 Prozent mit einem IQ höher 135 hochbegabt.

Einen IQ von über 140 erreichen nur 4 von 1.000 Testpersonen.

In diesem „IQ“ sehen manche Forscher einen verlässlichen

Indikator für das geistige Potenzial eines Menschen, während

andere die Messbarkeit des Denkvermögens anzweifeln

oder IQ-Tests aus Sorge vor Diskriminierung ablehnen. Nachdenklich

stimmt eine Langzeitstudie des US-amerikanischen

Psychologen Lewis Terman. Terman wählte anhand von

Intelligenztests über 1.500 Kinder mit besonderem IQ aus

und verfolgte jahrzehntelang deren Lebensweg. Einige aus

dieser Gruppe machten beachtliche Karrieren. Auch zwei

Nobelpreisträger waren in der Beobachtungsgruppe. Diese

allerdings waren nicht Teil der IQ-Elite, sondern wurden aus

der Testgruppe aufgrund ihrer Testergebnisse ausgesondert!

Was also genau misst ein Intelligenztest? Schließlich kursieren

im Internet unzählige, bisweilen sehr skurrile Möglichkeiten,

die eigene „Intelligenz“ zu testen. Genaugenommen ist es die

generelle Intelligenz, die sich hinter spezifischen Begabungen

verbirgt. Schon 1904 postulierte der Brite Charles Spearman

die Existenz eines solchen „g-Faktors“. Menschen mit einem

hohen g-Faktor sind in der Lage, sehr unterschiedliche Aufgaben

mit vergleichbar guten Ergebnissen zu lösen. In einem

Test hoher wissenschaftlicher Güte muss jede Aufgabe den

g-Faktor möglichst genau wiedergeben. So ist dieser generelle

Faktor praktisch gleichbedeutend mit der Intelligenz. Interessant

dabei ist eine Erkenntnis aus der Gehirnforschung mit

Hilfe bildgebender Verfahren, die folgendes zeigen konnten:

Testpersonen weisen beim Lösen von ganz unterschiedlichen

Aufgaben, die stark vom g-Faktor abhingen, eine erhöhte

Aktivität in einem klar umrissenen Gehirnareal auf. Dies

bestätigt die Vermutung, dass die Intelligenz im lateralen

präfrontalen Cortex lokalisiert ist.

Steigende oder abnehmende Intelligenz

der Bevölkerung?

Wenn man nun seit über 100 Jahren solche Tests vornimmt,

stellt sich die Frage, wie sich die Intelligenz der Weltbevölkerung

seit Beginn des vorherigen Jahrhunderts entwickelt

hat. Dieser Frage ging 1984 der neuseeländische Psychologe

James R. Flynn nach. Beim Vergleich einer Vielzahl an Testergebnissen

aus mehreren Jahrzehnten fand er einen Effekt,

der fortan seinen Namen trug. Der so genannte Flynn-Effekt.

Dieser besagt, dass in den Industrieländern die gemessenen

Intelligenzquotienten seit den ersten Tests bis in die 1990er

12 RC Premium 3/2018


?

Quelle: EIKE - Europäisches Institut für Klima und Energie

Jahre zunahmen. Der Effekt ist anhand von nicht-nachgeeichten

Tests in mittlerweile 30 Ländern nachgewiesen. Dafür spricht

auch, dass Intelligenztests an das gestiegene Leistungsniveau

fortwährend angepasst werden müssen. Wir werden also

immer intelligenter, und zwar um durchschnittlich neun IQ-

Punkte pro Generation. Umgekehrt – wenn man das zeitlich

zurückrechnet – müsste ein Großteil unserer Vorfahren um

das Jahr 1900 herum einen IQ von unter 70 gehabt haben und

damit nach heutigen Maßstäben als zurückgeblieben gelten.

Solche Schlussfolgerungen werfen kritische Fragen auf.

Gleiches gilt für eine ähnliche Datenanalyse des Psychologen

Richard Herrnstein und des Politologen Charles Murray. Sie

brachten einen niedrigen IQ in einen Zusammenhang mit

gesellschaftlichen Problemen und betonten besonders das

schlechte Abschneiden dunkelhäutiger Menschen. Man sieht:

die IQ-Forschung ist mit äußerster Vorsicht zu genießen!

Und nun stellen die norwegischen Forscher Bernd Tratberg

und Ole Rugenberg vom Frisch Centre der Universität Oslo

in ganz aktuellen Studien (veröffentlicht im Juni 2018) eine

gegenläufige wissenschaftliche Erkenntnis zur Diskussion: Die

Bewohner von Norwegen seien dümmer geworden.

Tatsächlich gibt es Anzeichen, dass der durchschnittliche

IQ weltweit seit den 90er Jahren stagniert oder sogar wieder

sinkt. Die Prognose lautet, dass der durchschnittliche IQ

innerhalb der nächsten 100 Jahre weltweit um 7 bis 10 Punkte

abfallen könnte. Generell zeigen Forschungsergebnisse,

dass genetische Faktoren hierbei eine untergeordnete Rolle

spielen. Sowohl der Flynn-Effekt als auch der gegenläufige

Trend seien durch Umweltfaktoren erklärbar, also durch

Bildungswesen, Mediennutzungsverhalten, medizinische

Versorgung, verstärkte intellektuelle Herausforderungen im

Alltag, Ernährung und Klima.

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Diese Aspekte gehen konform mit der Evolutionstheorie.

Das wurde im ersten Textteil dargestellt und ist plausibel.

Die Theorie des Klimaeinflusses jedoch gibt Anlass zu einer

Kritik, die generell in Erwägung zu ziehen ist, wenn Entwicklungen

in eine statistische Beziehung zueinander gesetzt bzw.

korreliert werden. Das Klima soll also die Intelligenzentwicklung

beeinflussen. Diese These folgt der Annahme, dass ein

Leben in niedrigeren Temperaturen eine höhere körperliche

Fitness voraussetzt und höhere soziale Anforderungen an

das Leben stellt, denn ein heißes Klima verlangt nach einem

hohen körperlichen Energiebedarf und verursacht Stress.

Insbesondere Kleinkinder verwenden bis zu 90 Prozent

der Körperenergie für das Gehirn. Korrelationsdiagramme

scheinen diesen Zusammenhang zu bestätigen. Die bei Intelligenztests

besonders erfolgreichen asiatischen Staaten wie

Japan, Taiwan oder Singapur stehen jedoch im Widerspruch

zu dieser These.

Darüber hinaus verunsichert, dass in den Forschungsberichten

ganz unterschiedliche Jahreszahlen auftauchen, ab wann

diese Trendumkehr von einer steigenden zu einer fallenden

Intelligenzentwicklung zu verzeichnen ist. Manchmal wird das

Jahr 1975, manchmal ein Jahr in den 90ern angeführt. Zur

Beurteilung der wissenschaftlichen Aussagekraft darf auch

der Einfluss der demografischen Entwicklung in den Industriestaaten

nicht verkannt werden. Das Älterwerden der

Bevölkerung führt dazu, dass immer mehr über 60-Jährige

an solchen Tests teilnehmen. Man muss wissen, dass das

Arbeitsgedächtnis zu den kognitiven Leistungen gehört, die

im Alter abnehmen. Demgegenüber ist zu bedenken, dass

der wiederholte Umgang mit IQ-Aufgaben zu Lerneffekten

führt. Es wird zunehmend schwieriger, Probanden zu finden,

die noch frei sind von jeglichen erworbenen Erfahrungen mit

derlei Tests. Das wiederum begründet die Verbesserung von

Testergebnissen.

Bei allen Testverfahren ist auch ins wissenschaftliche Kalkül

zu ziehen, dass die psychische Befindlichkeit enormen

Einfluss auf das Testergebnis nimmt. Je nach mentaler Verfassung

schwankt der IQ um 10 Punkte nach oben oder unten.

Das wirft den Gedanken auf, dass sich mit der Steigerung der

allgemeinen psychischen Stärke auch die Intelligenz steigern

lässt – oder umgekehrt: Mehr Frust, Hysterie und Depression

lässt die Intelligenz abnehmen.

Kognitive und motorische Intelligenz

im Gleichlauf oder im Widerspruch?

Bei all den kritischen und nachdenklichen Überlegungen zur

Art und Güte der Intelligenzforschung muss man mit den

wissenschaftlichen Erkenntnissen des norwegischen Forscherteams

(und auch anderer) davon ausgehen, dass der positive

Flynn-Effekt zum Ende des vergangenen Jahrhunderts seine

Umkehrung vollzogen hat. Damit geht dieser Trend konform

mit den Ergebnissen, die seit über zwei Jahrzehnten bei

Motoriktests zu verzeichnen sind: motorische Tests zeigen

eine insgesamt rückläufige durchschnittliche Leistungsfähigkeit

bei Kindern – dabei allerdings eine höhere Spanne

zwischen guten und schlechten Ergebnissen sowie einen

größer werdenden Leistungsunterschied zwischen motorisch

schwächeren Stadtkindern und bewegungsbegabteren

Kindern aus ländlichen Regionen.

Mitunter lassen sich die Ergebnisse aus IQ-Tests und

Motoriktests auch als Anpassungsmaße an die moderne Welt

interpretieren. Intelligenz als Denkvermögen in abstrakten

Kategorien ist in unserer Alltagswirklichkeit verankert. Dass

andere Kulturen bei abstrakten Intelligenztests schlechter

abschneiden, hat mit deren teils völlig andersartigen Alltagswirklichkeit

zu tun. Sind sie deshalb weniger „intelligent“?

Auch bei feinmotorischen Leistungen, wie z. B. der Fingerfertigkeit,

hat die moderne Welt Entwicklungsvorteile – wenn

wir nur an den Umgang mit Smartphones denken. Bei allgemeinmotorischen

Leistungsvergleichen zwischen deutschen

und z. B. afrikanischen Kindern würde ich persönlich auf

bessere Ergebnisse bei den jungen Afrikanern tippen. Das

aber ist kein wissenschaftlich begründeter Eindruck, sondern

eine reine Vermutung.

Körper und Geist lassen sich nun mal nicht trennen. Sensomotorische

und intellektuell-kognitive Leistungen stehen in

einem sich begünstigenden Zusammenhang. Das Wissen über

den Aufbau und die Funktionsweise des Gehirns begründet

diese Aussage. Das ist schon mal eine gute Nachricht für alle

Trainierenden, die ihren Körper fit und beweglich halten.

Umgekehrt ist jüngst eine Nachricht aufgetaucht, die eine

immer schwergewichtigere Gesellschaft mit durchschnittlich

zunehmendem Body-Mass Index nachdenklich stimmen

sollte – nach dem bisher gelernten aber nicht verwunderlich

erscheint: „Dick macht doof“, heißt es im DER SPIEGEL vom

4.8.2018, S. 109.

Forscher vom Leipziger Max-Planck Institut für Kognitionsund

Neurowissenschaften haben entdeckt, dass Übergewicht

das Gehirn schrumpfen lässt. Für diesen Befund wurden

zunächst die graue Substanz (Cortex), die weiße Substanz

(Großhirn) und die Durchblutung des Gehirns vermessen.

Begleitend dazu wurden Kognitionstests absolviert und das

Körpergewicht ermittelt. Die Befundergebnisse zeigten keine

großen Effekte – allerdings zeigen sie alle in die gleiche Richtung.

Diese Richtung bestätigt ein Forscher der University

of California in Los Angeles: Bei Übergewichtigen mit einem

Body-Mass Index zwischen 25 und 30 waren verschiedene

Areale des Gehirns um vier Prozent kleiner als bei Normalgewichtigen.

Bei Menschen mit Adipositas (BMI größer 30)

war dieser fettbedingte Gehirnschwund sogar doppelt so

groß. Während der US-amerikanische Forscher Paul Thomson

jedoch nur 94 Menschen untersucht hat, konnte Veronica

Witte und ihr Leipziger Team auf die Daten von mehr als

2.600 Erwachsenen zugreifen. Kernspinaufnahmen von 617

Testpersonen zwischen 60 und 80 Jahren offenbarten einen

Zusammenhang zwischen einem geringeren Volumen der

grauen Substanz und einem schlechteren Abschneiden bei

kognitiven Tests. Die Analyse des Blutflusses zeigte bei Menschen

mit Adipositas eine geringere Aktivität und Vernetzung

bestimmter Gehirnregionen. Die Untersuchungen lassen ver-

14 RC Premium 3/2018


muten, dass Adipositas das Gehirn schneller altern lässt und

das Risiko einer Demenz erhöht.

Natürlich gibt es schwere Menschen, die hochintelligent sind.

Und nicht alle Übergewichtigen werden dement. Das Gehirn

aber ist keineswegs immun gegen die Folgen von Übergewicht

und die damit einhergehenden Begleiterscheinungen

wie hohe Körper- und Blutfettwerte sowie entzündungsförderlichen

Botenstoffen, die insbesondere im innenliegenden

Bauchfettgewebe entstehen.

Umgekehrt stimmt hoffnungsfroh, dass von einem Körpergewichtsverlust

auch das Gehirn profitiert. Fettleibige zeigen

ein halbes Jahr nach einer operativen Magenverkleinerung in

Kernspinaufnahmen eine dickere Großhirnrinde – und einen

dünneren Körper.

Fazit

Zum Zusammenhang zwischen körperlicher Agilität, Körpergewicht

und Gehirnleistung ließen sich weitere Studien

anführen, die alle in die gleiche Richtung zeigen. Wenn man

sich mit der Entstehung, dem Aufbau und der Funktion des

Gehirns beschäftigt, erscheinen all diese Zusammenhänge

plausibel. Die Bedeutung von Bewegung, Ernährung und

sozialem Austausch für einen gesunden Körper und einen gesunden

Geist ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Dagegen gibt es keine einzige wissenschaftliche Untersuchung,

die einen positiven Einfluss von irgendwelchen

Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, Pillen oder

Säftchen belegen kann. Trotz aller Bemühungen konnte die

Pharmaindustrie bislang keine denk- und gedächtnissteigernden

Pillen auf den Markt bringen, die einem empirischen Test

standhalten.

Bewegung, Sport oder gar ein systematisches gesundheitsorientiertes

Muskeltraining ist das beste Medikament nicht

nur für die körperliche Fitness, sondern auch für die Gehirngesundheit

und geistige Leistungsfähigkeit. „Muskeln düngen

das Gehirn“, schreibt Andreas Stippler in einer brandneuen

Veröffentlichung mit dem Titel „Kluge Muskeln“.

So sehr der IQ auch genetisch determiniert sein mag – die

allgemeine Leistungsfähigkeit und die Aussicht auf Erfolg in

Schule, Sport und Beruf ist zu weniger als einem Drittel von

Intelligenz oder Talent abhängig. Motivation, Ausdauer und

Fleiß; Resilienz, Willenskraft und die Bereitschaft, Belohnungen

auf die Zukunft zu verschieben, spielen eine weitaus

größere Rolle. Insofern ist es gar nicht so wichtig, was ein

IQ- oder Motoriktest über uns sagt. Wichtig ist stets, was wir

daraus machen …

Literatur kann beim Autor erfragt werden.

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15


HÄTTEN SIE´S

GEWUSST?

Hätten Sie gewusst, …

... dass das Gehirn nur etwa fünf Prozent des

Energieverbrauchs für das bewusste Denken verwendet?

Die restlichen 95 Prozent werden für

Grundaktivitäten des Körpers verwendet, dies sind

beispielsweise lebenserhaltende Funktionen wie

die Regulierung von Atmung und Puls.

Hätten Sie gewusst, …

… dass es beim Gehirn nicht auf die Größe ankommt.

Das Lebewesen mit dem absolut größten Gehirn ist

der Pottwal. In Relation zur Körpergröße verfügt das

Sitzhörnchen über das größte Gehirn. Und übrigens

hatten unsere Vorfahren schon mal größere Gehirne

als wir. Im Laufe der Evolution hat die Gesamt-Gehirnmasse

des Homo sapiens um ca. 150 g abgenommen.

Hätten Sie gewusst, …

... dass in Hamburg die intelligentesten Deutschen

leben? Mit einem IQ von 113 Punkten belegen sie

den ersten Platz deutschlandweit. Dahinter folgen

die Städte Karlsruhe (112), Tübingen (111) sowie

Köln, Heidelberg, Frankfurt am Main und Kiel mit

je 110 IQ-Punkten.

Hätten Sie gewusst, …

... dass schlaue Menschen die Gehirntätigkeit

weniger beanspruchen? Ein weniger intelligenter

Mensch ist ungeübter und unwissender, sodass

sich das Gehirn mehr anstrengen muss. Ein höherer

Aufwand muss betrieben werden, da mehr Sauerstoff

und Zucker für den Denkvorgang benötigt

wird.

Hätten Sie gewusst, …

... dass das Gehirn etwa zwei Prozent unseres

Körpergewichts ausmacht? Dafür ist es für fast 20

Prozent des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich.

Es verbraucht rund doppelt so viel Energie

wie unser Herz.

Hätten Sie gewusst, …

... dass das Gehirn aus chemischer Betrachtung

etwa 60 % aus Wasser und die restliche Masse

hauptsächlich aus Fett besteht? Der hohe Fettanteil

resultiert aus den Gehirnzellen bzw. ihren

Zellmembranen.

Hätten Sie gewusst, …

...dass wir pro Tag 60.000 bis 70.000 Gedanken

haben? Drei Prozent dieser Gedanken sind positiv,

aufbauend; 27 Prozent negativ, destruktiv und

die restlichen 70 Prozent sind nebensächliche,

flüchtige Gedankengänge.

Hätten Sie gewusst, …

… dass die Behauptung, „der Mensch nutzt nur etwa

10 Prozent seiner Gehirnkapazität“, ein Mythos ist?

Solch eine Aussage lässt sich allenfalls der Parawissenschaft

zuordnen. Das mag in der esoterischen Selbsthilfeliteratur

als Argument dienen. Fakt ist aber, dass

diese Aussage mit seriösen neurowissenschaftlichen

Erkenntnissen zweifelsfrei widerlegt werden kann.

Leider kursiert dieser Satz immer und immer wieder

durch die Medien. Geben Sie nichts darauf. Es stimmt

nicht!

16 RC Premium 3/2018


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17


KOLUMNE

Ärzte, Denken und Bauchentscheidungen

von Prof. Dr. Joachim E. Fischer

Es ist kurz vor Mitternacht und einem

Kind auf der Station geht es nicht gut.

Ich bin Assistenzarzt und alleine, denn

der Oberarzt schläft in 20-minütiger

Entfernung. Das Kind atmet schwer,

Diagnose: Lungenentzündung. Trotz

Sauerstoffzufuhr erreicht die Sättigung

im Blut nur kritische 87 Prozent, deutlich

über 90 Prozent wäre normal. Die Situation

wird kritisch, doch genau in diesem

Moment kommt der Chefarzt der Narkoseabteilung

um die Ecke. „Ich wollte nur

mal nach Dir und dem Kind schauen.“,

sagt er. „Aber Du hast doch gar keinen

Dienst?“, antworte ich verwundert.

„Weißt Du, manchmal hat man so ein

Gefühl … “ Ehe er den Satz ganz vollendet,

bricht die Atmung des Kindes vollständig

zusammen. Eine Stunde später

übergebe ich das Kind auf die Intensivstation

einer nahegelegenen Klinik mit

Maximalversorgung.

Hat der Schutzengel des Kindes den Narkosearzt

im genau richtigen Moment

vorbeigeschickt? War es die langjährige

Erfahrung des Arztes oder sein überlegenes

Denkvermögen? Worauf gründen

wir Ärzte unsere Prognosen und Therapieentscheidungen?

Laien und der Anfänger

glauben, da würden Laborwerte,

Bilder oder neuerdings IBM Watson

helfen. Leider ist dem nicht so. In den

seltensten Fällen, etwa bei genetisch bedingten

Erkrankungen, gibt eine Laboruntersuchung

klare Auskunft.

Selbst so etwas vermeintlich Einfaches

und Zuverlässiges wie ein Schwangerschaftstest

oder ein HIV-Test ist meist,

aber nicht immer, richtig. Und auch

Bilder helfen kaum weiter bei so Alltäglichem

wie Rückenschmerzen. In

den seltensten Fällen sieht man auf der

Kernspintomografie einen zwingenden

medizinischen Befund. Bei den meisten

Betroffenen finden Radiologen Veränderungen

an den Bandscheiben und an den

Wirbelknochen. Würden sie Gesunde

ohne Schmerzen untersuchen, fänden

sie genau die gleichen Veränderungen:

Zeichen des Älterwerdens, weiter nichts.

Das Bild hat praktisch keine verwertbare

Aussage, es dient nur dazu, etwas sehr

Seltenes auszuschließen.

Gerade bei Rückenschmerzen denken

wir, erst der objektive Befund gäbe uns

die Sicherheit, den Patienten zum Physiotherapeuten

zu überweisen, obwohl

das schon vier Wochen Wartezeit früher

die sinnvollste Maßnahme gewesen

wäre. Gerade wir Ärzte sind besonders

häufig Opfer von Denk- und Urteilsfehlern:

Auf der einen Seite ist es unsere

Aufgabe Seltenes nicht zu übersehen.

Auf der anderen Seite führt das leicht zu

großzügiger Ausschlussdiagnostik ohne

Erkenntnisgewinn. Oder es führt dazu,

dass wir eine Besserung der Symptome

den eigenen Verordnungen zuschreiben,

obwohl sie ohnehin von alleine eingetreten

wäre.

Heute lächeln wir über den Aderlass als

Therapie bis ins 19. Jahrhundert, aber

damals entsprach das dem Katechismus

der Lehrmeinung.

Inzwischen denken wir Ärzte naturwissenschaftlicher,

in Ursache- und Wirkung-Kategorien.

Logisch ist beispielsweise,

dass jemand, der auf dem Rücken

18 RC Premium 3/2018


liegt, leichter an Erbrochenem ersticken

kann. Doch auch hier können Denk- und

Urteilsfehler auftreten. So war früher die

logische Ableitung aus diesem Faktum:

Babys sollen auf dem Bauch schlafen,

damit das häufige Aufstoßen nach dem

Trinken nicht zum Ersticken führt. Entgegen

der Lehrmeinung empfahl der

leitende Kinderarzt meiner damaligen

Klinik, Babys sollten auf dem Rücken

schlafen. Meine Kollegen aus der Universitätsklinik

scholten ihn als unverantwortlichen

anthroposophischen Spinner.

Bis ein Kinderarzt aus Münster die landesweiten

Obduktionsberichte genauer

anschaute und darüber stolperte, dass

die meisten gestorbenen Babys auf dem

Bauch gefunden wurden. Er hatte den

Mut, die Empfehlung für Nordrhein-

Westfalen zu ändern: Wo Babys fortan

auf dem Rücken schliefen, sank die

Häufigkeit des plötzlichen Kindstods um

40 Prozent.

Ein halbes Leben nun habe ich mich damit

befasst, wie man das Denken von

uns Ärzten unterstützen kann: etwa

durch vernünftigere Schlussfolgerungen

aus Laborwerten, durch bessere Fragebögen,

durch optimierte Prozesse.

Manchmal hilft bei der Lösungssuche,

ein Problem mit Experten aus ganz anderen

Lebensdomänen zu durchdenken

und damit eine andere Perspektive im

Denken einzunehmen. So schilderte ich

bei einem Geburtstagsfest dem Landesleiter

eines großen Speditionskonzerns

das Problem der Wartezeiten bei Rückenschmerzen

oder bei psychischen

Beschwerden sowie die Unfähigkeit

unseres Gesundheitswesens, eine einfache

Behandlungskette von der Früherkennung

am Arbeitsplatz über den

Hausarzt, Termin beim Spezialisten und

ambulante Fachtherapeuten bis zur

Rückkehr an den Arbeitsplatz wartezeitfrei

zu organisieren. Er schüttelte

nur den Kopf und meinte, das Transportwesen

hätte schon zur Zeit der Postkutschen

bessere Prozesse aufgesetzt. Mein

Problem sei rein organisatorisch in der

Logistik längst digital gelöst, jeder könne

heute sein Paket online verfolgen.

Ganz so einfach ist es dann natürlich

eben doch nicht. Beim Verschicken eines

Pakets gibt es nur einen möglichen Verlauf.

Bei einer medizinischen Behandlung

ist es eher so, als würde sich erst

unterwegs anhand von Laborwerten

oder Röntgenbildern entscheiden, ob

das Paket nach Dubai oder St. Petersburg

geschickt wird. Das gleicht dann schon

eher der Sicherheitskontrolle am Flughafen,

bei der mein Handgepäck überzufällig

häufig für den Sprengstofftest aussortiert

wird.

Aber vielleicht lässt sich ja doch etwas

abschauen von der Sicherheitskontrolle

am Flughafen, von Logistikunternehmen

und von Produktionsketten und deren

Denkweisen und Lösungsstrategien, um

bei Rückenschmerzen oder psychischen

Beschwerden den Betroffenen rascher

zu helfen und sie zügiger der mutmaßlich

richtigen Behandlung zuzuleiten.

An dieser Herausforderung arbeiten wir

im Rahmen eines großen EU-Projekts.

Die Gemeinde Nußloch, ihre Ärzte und

Unternehmen aus Nußloch werden mithelfen,

bessere Prozesse für eine raschere

Behandlung, bei Rückenbeschwerden,

Schmerzen oder psychischen Belastungen

zu entwickeln. Und damit beizutragen

die – laut der Weltgesundheitsorganisation

- mit Abstand wichtigste

verlorene Ursache verlorener gesunder

Lebensjahre etwas zu lindern.

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BUCH

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Dietger Mathias -

Fit von 1 bis Hundert

Ernährung und Bewegung -

Aktuelles medizinisches Wissen

zur Gesundheit

Die zurzeit weltweit größten Interventions- und Beobachtungsstudien

vermitteln einen exzellenten Überblick

über unser aktuelles Wissen zu den physiologischen Wechselwirkungen

von Ernährung und Bewegung u. a. hinsichtlich

Körpergewicht, Stoffwechsel, Fettgewebe, Hormone, Herz-

Kreislauf-System sowie des Knochenbaus und der Immunität.

Die Ergebnisse dieser Langzeitstudien sind Grundlage für die

Ausführungen im vorliegenden Buch. Jedes Thema wird dabei

sehr übersichtlich auf möglichst nur einer Seite behandelt.

Wichtige physiologische Anpassungsmechanismen werden

aufgezeigt und die Grundprinzipien der Gesundheitsvorsorge

diskutiert. Ein Sachbuch, das für alle Interessierten an dieser

populären Thematik gut verständlich geschrieben ist. Für die

vorliegende 4. Auflage wurde der Text erneut überarbeitet

und dem derzeitigen Wissensstand angepasst. Das Buch enthält

zusätzlich 7 neue Kapitel zu hochaktuellen Themen. Vor

allem trägt es auf dem Cover ein Foto vom Zentrum Aktiver

Prävention im Racket Center, wo der Autor regelmäßig sein

Training absolviert.

Leseprobe :

12 - Die Steuerung des Energieumsatzes im Gehirn

Die Regulation des Energieumsatzes durch Hunger und

Sättigung wird im Gehirn gesteuert. Der Hypothalamus, ein

Teil des Zwischenhirns, spielt bei diesem überaus komplexen

Vorgang die dominierende Rolle (Ngyuen et al. 2011;

Nakajima et al. 2016). Die Hormone Neuropeptid Y (NPY) und

Agouti-related-Protein (AGRP) stimulieren den Appetit und

drosseln den Energieverbrauch im Grundumsatz. Gegenspie-

Der Autor:

Dietger Mathias, geboren 1939 in Berlin, Studium

der Chemie und Medizin in Berlin und Heidelberg,

Promotion in beiden Fächern, Habilitation in Medizin,

einjähriger Forschungsaufenthalt an der New

York University bei Severo Ochoa. Zwei Jahre wissenschaftlicher

Mitarbeiter an der Medizinischen

Hochschule Hannover und 18 Jahre am Klinikum der

Universität Heidelberg. Dort auch Weiterbildung zum

Facharzt für Laboratoriumsmedizin/Transfusionsmedizin.

Von 1992 bis 2012 niedergelassener Arzt in

Geesthacht und Berlin.

Verfasser von „Fit statt fett“, 1999, Blackwell-Verlag,

„No sports? Was Churchill nicht wusste oder die

Eroberung der Fitness“ 2001, MIT-Verlag, „Professionelle

Prävention – Gesundheitsförderung durch richtige

Ernährung und mehr Bewegung“, 2006, Urban &

Fischer – Verlag, „Fit von 1 bis Hundert – Ernährung

und Bewegung – Aktuelles medizinisches Wissen

zur Gesundheit“, 2009, 2. Aufl. 2012, 3. Aufl. 2015,

Springer-Verlag und Englische Fassung der 3. Aufl.

(„Staying healthy from 1 to 100 – Diet and exercise –

Current medical knowledge on how to keep healthy“),

2016, Springer-Verlag.

20 RC Premium 3/2018


ler von NPY und AGRP sind das α-Melanozyten stimulierende

Hormon (α-MSH) sowie das >>cocaine- and amphetamineregulated

transscript<< (CART). Beide dämpfen den Appetit

und erhöhen den Energieverbrauch. NPY/AGRP wirken also

auf den Appetit wie ein Gaspedal und α-MSH/CART wie eine

Bremse.

Diese Systeme hemmen sich zunächst gegenseitig. Als Regulativ

dafür dient ein normaler Glucosespiegel. Sinkende

Glucosekonzentrationen bei fehlender Nahrungsaufnahme

heben aber die hemmende Wirkung der α-MSH/CART-

Zellgruppe auf. Das in seiner Funktion jetzt überwiegende

NPY/AGRP-System stimuliert die Bildung der Orexine A und

B, die im lateralen Hypothalamus Hungergefühle auslösen.

Zusätzlich aktivieren diese die Wachfunktion des Gehirns,

denn schließlich muss man munter sein, um Nahrung zu sich

nehmen zu wollen oder, wie in früheren Zeiten unabdingbar,

um auf Nahrungssuche gehen zu können. Nach Sättigung

verdrängen die jetzt in höherer Konzentration vorhandenen

Glucosemoleküle die Orexine von ihren Rezeptoren. Der

Appetit lässt nach, der Mensch wird müde und kann besser

einschlafen.

Tückisch aber ist in diesem Zusammenhang der heute selbst

schon von Jugendlichen übertriebene Konsum von reinem

Zucker, z. B. durch das Vieltrinken von Softdrinks (Kap. 50).

Denn unser normaler Kristallzucker besteht nur zur Hälfte aus

Glukose. Die andere Hälfte ist Fructose. Dieser Fruchtzucker

liefert genauso viele Kalorien wie die Glukose, greift jedoch

nicht bremsend in die Steuerungssignale des Energieumsatzes

ein (Kap. 14). Deshalb führen diese Süßgetränke zu einer

besonders schnellen Körperfettbildung bei (Caprio 2012; de

Ruyter et al. 2012; Te Morenga et al. 2013; Page et al. 2013)

Dietger Mathias

Fit und gesund von 1 bis Hundert

Springer-Verlag Berlin Heidelberg

142 Seiten, 62 Abbildungen in Farbe

Softcover ISBN 978-3-662-56306-9

29,69 EUR Ladenpreis (D) inkl. 7 % USt.

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21


EXPERTEN

RAT

Verletzungen der Muskeln und

Sehnen – was kann man machen?

von Prof. Dr. med Holger Schmitt

Muskel- und Sehnenverletzungen

beim Sport

Wie schnell ist das passiert: Ein kurzer

Antritt bei einem Stoppball des Gegners

kurz hinter das Netz und plötzlich ein

stechender Schmerz auf der Oberschenkelrückseite.

Was ist vorgefallen?

Betrachtet man alle Sportarten im Gesamten,

so ist eine der häufigsten Sportverletzungen

die Muskelverletzung im

Bereich des Oberschenkels. Insbesondere

bei Sprint- und Sprungsportarten

sind die Sportler*innen häufig betroffen,

da gerade bei diesen Belastungen

der Muskel- Sehnenapparat durch die

Aktivität gedehnt wird und sich dann

plötzlich zusammenzieht. Am häufigsten

finden sich Muskelverletzungen bei

Fußballspielern*innen und hier vor allem

bei Sprints. Aber auch bei komplexeren

Bewegungen wie beim Tennisspielen

durch kurze Richtungsänderungen und

sogenannte stop-and-go-Bewegungen

sind Muskeln und Sehnen im Bereich der

unteren Extremitäten gefordert. Kommt

es zu einer derartigen Muskelverletzung

sollte frühzeitig festgestellt werden,

welche Art der Verletzung vorliegt. Dementsprechend

kann je nach Ausmaß der

Verletzung eine Wiederaufnahme der

sportlichen Aktivität geplant werden.

Funktionelle Muskelverletzungen

Grundsätzlich unterscheidet man bei

Muskelverletzungen zwischen funktionellen

und strukturellen Befunden.

Funktionell bedeutet, dass kein eigentlicher

Strukturschaden durch zum Beispiel

einen Riss vorhanden ist, die Muskulatur

aber nicht ihre normale Funktion

erfüllen kann. Derartige Befunde äußern

sich in Muskelverhärtungen oder einer

nicht adäquaten Ansteuerung der Nervenbahnen

mit Muskelschwäche. Auch

wenn in diesen akuten Fällen Sport

Sichtbare Delle am Oberschenkel nach einer Muskelruptur des musculus quadriceps

beziehungsweise Laufen und Springen

nicht möglich ist, lassen sich solche Beschwerden

relativ schnell behandeln.

Muskelverhärtungen können durch sogenannte

detonisierende Maßnahmen

frühzeitig therapiert werden, das heißt

der Muskeltonus muss reduziert werden.

Wärme, Massage, Dehnung und weitere

durchblutungsfördernde Maßnahmen

(Elektrotherapie, durchblutungsfördernde

Salben) führen innerhalb weniger

Tage zum Ziel und damit zur Schmerzfreiheit.

Bereits nach kurzer Zeit kann häufig

wieder mit einem leichten Lauftraining

begonnen werden.

Strukturelle Muskelverletzungen

Problematischer und vor allem langwieriger

sind Muskelverletzungen, bei

denen es zu einer strukturellen Läsion

kommt. Von leichten Zerrungen mit

Überdehnung der Muskelfaszie (Muskelhülle)

über Muskelfaserrisse mit kleinen

Einblutungen bis hin zu Komplettrupturen

großer Muskelgruppen kann das Ausmaß

der Verletzungen variieren. In der

Akutphase sollte nach dem sogenannten

PECH- Schema (Pause, Eis, Compression,

Hochlagerung) vorgegangen werden.

Neben der klinischen Untersuchung

durch einen Sportmediziner sind in der

Anfangsphase auch bildgebende Verfahren

wie zum Beispiel Ultraschall hilfreich,

um gegebenenfalls Einblutungen frühzeitig

feststellen zu können. Bei größeren

Blutergüssen sollte zur genauerer Abklärung

eine Kernspindiagnostik erfolgen.

Mehr als 90 Prozent aller Muskelverletzungen

können konservativ behandelt

werden. Nach einer anfänglichen Ruhigstellung

mit einem Kompressionsverband

und Entlastung an Unterarmgehstützen

kann nach wenigen Tagen mit

begleitenden physiotherapeutische Maßnahmen

detonisierend auf die Umgebung

der Verletzung eingewirkt werden,

22 RC Premium 3/2018


um über eine oben beschriebene Tonusreduktion

der angespannten Muskulatur

auch den Schmerz zu reduzieren.

Der Heilvorgang dauert dann mehrere

Wochen.

Bei Zerrungen rechnet man mit zwei bis

drei Wochen, bei kleinen Muskelfaserrissen

mit drei bis vier Wochen, bis ein

Trainingsbeginn erfolgen kann. Bei größeren

Verletzungen kann die Rückkehr

zum Sport drei bis vier Monate dauern.

Bei leistungsorientierten Sportlern mit

Komplettruptur der Muskulatur nahe am

Knochenansatz wird zu einer operativen

Therapie geraten, bei der die gerissenen

Muskulatur wieder an den Knochen

fixiert werden kann. In vielen Fällen hat

sich das Muskel- Sehnenbündel mehr als

zwei bis drei cm vom Knochen entfernt.

Eine konservative Behandlung führt zwar

auch in diesen Fällen meistens zu einer

kompletten Narbenheilung, allerdings

muss bei konservativer Behandlung ein

Funktionsverlust durch veränderte Spannungsverhältnisse

in Kauf genommen

werden, da der Muskelanteil von außen

nicht an den Knochen herangeführt

werden kann.

Wird eine Muskelverletzung diagnostiziert

und korrekt behandelt, kommt es

in über 90 Prozent zu einem folgenlosen

Ausheilen. Problematisch – und von

außen nicht ganz einfach vorzunehmen –

ist die Beurteilung der Belastbarkeit nach

einer Verletzung. Auch wenn im Alltag

keine Schmerzen vorhanden sind und

die angrenzenden Gelenke wieder frei

bewegt werden können, ist hiermit nicht

zwangsläufig eine hundertprozentige

Sporttauglichkeit verbunden. Verschiedene

sportartspezifische Funktionstest

bieten sich an, die Leistungsfähigkeit zu

bewerten.

Grundsätzlich sollten keine Schmerzen

mehr bestehen und auch die Dehnbarkeit

des Muskel- Sehnenapparates seitengleich

vorhanden sein. Bei einem zu

frühen Wiedereinstieg in den Sport ist

von einer Rezidivrate von 25 Prozent

die Rede. Auch Schmerzmittel sollten

nicht mehr erforderlich sein, da sie häufig

Restbeschwerden maskieren können

und somit das erneute Verletzungsrisiko

gesteigert wird.

Kernspintomographische Darstellung der

Muskulatur im Beckenbereich ohne Schädigung

Präventionsmaßnahmen

Am besten ist es natürlich, sich gar nicht

erst zu verletzen. Doch wie kann präventiv

etwas gegen Verletzungen unternommen

werden? Wissenschaftliche

Untersuchungen haben mittlerweile

belegen können, dass die Verletzungs-

Prof. Dr. med Holger Schmitt

• Arzt für Orthopädie und

Unfallchirurgie mit Schwerpunkt

Sportorthopädie, Hüftund

Kniechirurgie

• Deutsches Gelenkzentrum

Heidelberg in der ATOS Klinik

• Präsident des Sportärztebundes

Baden

• Seit mehr als 20 Jahren ärztlicher

Betreuer von Hochleistungssportlern

zahlreicher

Sportarten der Metropolregion

Rhein-Neckar

• Mitglied der Kommission

Medizin und Analytik der NADA

• 2008 bis 2012 Präsident der

Gesellschaft für Orthopädie und

Traumatologie im Sport (GOTS)

gefahr für den Muskel- Sehnenapparat

der unteren Extremität erheblich von

den biomechanischen und anatomischen

Voraussetzungen am Becken abhängt.

Die Stabilisierung der beckenumgreifenden

Muskulatur und der Rumpfmuskulatur

kann dazu beitragen, dass Belastungen

auf die untere Extremität reduziert

werden können.

Gelingt es durch Muskeltraining auch

während der Sportbelastung und hier

insbesondere beim Sprinten und Springen

das Becken aufzurichten (hierfür ist

insbesondere die Bauchmuskulatur verantwortlich),

finden sich auf der Oberschenkelrückseite

durch Annäherung

des Muskelansatzes und des -ursprungs

günstigere Spannungsverhältnisse, die

die Verletzungsgefahr reduzieren. Auch

die schräge Bauchmuskulatur und die

Rückenmuskulatur haben hieran ihren

Anteil. Daher sollte in das Basistrainingsprogramm

des leistungsorientierten

Tennisspielers unbedingt ein Rumpftrainingsprogramm

integriert werden,

um nicht nur die Leistungsfähigkeit des

Spielers zu verbessern, sondern auch

einer Verletzung vorzubeugen.

Gerade bei Mannschaftssportarten und

hier vor allem bei professionellen Fußballteams

ist das regelmäßige Grundlagentraining

mit kräftigenden und koordinativen

Inhalten in der Prävention

von Muskel- Sehnenverletzungen durch

Studien belegt.

Grundsätzlich sollten die Spieler*innen

vor Aufnahme intensiver Trainings- und

Wettkampfbelastung eine sportmedizinische

Untersuchung absolvieren, um

gegebenenfalls auf prädisponierende

Faktoren (Beinlängendifferenzen, Beinachsabweichungen,

Gelenkinstabilitäten,

Wirbelsäulenauffälligkeiten u. a.) hinzuweisen,

die in einem Präventivprogramm

berücksichtigt werden können.

Es sollte genügen, aus einem Repertoire

von Stabilisierungs- und Koordinationsübungen

vor jeder Trainingseinheit drei

bis vier Übungen herauszugreifen, um

die Spieler*innen auf das Training vorzubereiten

und bereits Prävention zu

betreiben.

Literatur beim Verfasser

23


THERAPEUTEN

RAT

Wissen wirkt. Für eine erfolgreiche Therapie ist es wichtig, dass Betroffene

lernen, ihre Schmerzen und deren Antreiber besser zu verstehen.

Das Schmerzgedächtnis

von Benjamin Schauer

Jeder kennt die Situation, wenn man sich in den Finger

schneidet. Der Finger schmerzt, ist warm, etwas geschwollen

und lässt sich nicht gut im Alltag nutzen. Warum aber

empfindet man Schmerz auch dort, wo vielleicht gar keine

Verletzung vorliegt?

Schmerz als Alarmanlage

In der Regel verspürt der Mensch dann einen Schmerz, wenn

entweder eine tatsächliche Schädigung vorliegt oder zumindest

eine Verletzung droht. Dieser akute Schmerz hat eine

schützende Funktion, um eine Gewebeverletzung zu verhindern

oder die betroffenen Körperstrukturen zu entlasten,

so auch bei einer Schnittverletzung. Durch die Schwellung und

den Schmerz stellt der Körper sicher, dass für den Finger eine

ideale Heilungsumgebung geschaffen wird. Mit fortschreitender

Heilung wird der Finger dann wieder belastbarer und

der Schmerz nimmt ab. Dieser kluge Mechanismus funktioniert

auf diese Art und Weise überall im Körper. Der Mensch

hat durch ihn eine eingebaute intelligente Alarmanlage, die

genaue Rückmeldung über die momentane Belastbarkeit

gibt.

Allerdings kann es in manchen Fällen dazu kommen, dass dieses

Schutzsystem seine Aktivität über das normale Maß erhöht.

Man spricht dann von einem übersensiblen, also übermäßig

schützenden und kontrollierenden System. Wichtig:

Nach wie vor versucht der Körper sich selbst zu schützen! Der

entscheidende Unterschied ist: Der Schutz geht über die Zeit

der Wundheilung hinaus.

Die Wissenschaft ist sich noch nicht sicher, welche Faktoren

genau an der Entstehung und Aufrechterhaltung von langanhaltenden

Schmerzen beteiligt sind. Diskutiert werden unter

anderem Einflüsse wie Genetik, Gewebezustand, Angst,

Stress, schlechter Schlaf, Depressionen und viele weitere. Vor

allem was ein Mensch über seine Beschwerden denkt, wie

er damit umgeht, wie er sich fühlt und wie stark er dadurch

in seinem Alltag eingeschränkt ist, wird für Wissenschaftler

immer interessanter.

Anzeichen dafür, dass jemand ein übermäßig sensibles und

schützendes Alarmsystem hat:

• plötzlich spürt man Schmerz an eigentlich „gesunden“

Stellen; der Schmerz wandert

• normalerweise schmerzfreie Bewegungen werden auf

einmal schmerzhaft

• leichte Berührungen und Druck sind auf einmal schmerzhaft

24 RC Premium 3/2018


Mayer

& Rexing

Sanitätshaus

BlackFlex-Line

Sensomotorische Einlagenversorgung

der neuen Dimension

von Christian Krüger, Mayer & Rexing

Haben Sie Fuß-, Knie- oder muskuläre Verspannungs-Schmerzen?

Der menschliche Körper ist in unserer heutigen Arbeits- und Lebenswelt einer Vielzahl an

Alltagsbelastungen ausgesetzt.

Die einseitigen körperlichen Tätigkeiten, langes Sitzen am Arbeitsplatz, Bewegungsmangel und

mentaler Stress haben dramatische Auswirkungen auf unseren Haltungs-und Bewegungsapparat.

Die Folgeerscheinungen sind:

• Muskuläre Verspannungsschmerzen

• Chronische Rückenbeschwerden

• Körperhaltungsschwächen mit muskulären Dysbalancen.

• Fußmuskelschwächen mit Fußdeformitäten

Die Abschwächung der Halte-und Bewegungsmuskulatur führt zur Fehlhaltung, Bewegungseinschränkung

der Gelenke, sowie zur permanenten Überlastung der Fußgelenke.

Die Folge im fortgeschrittenen Alter sind Schmerzen und vorzeitige Arthrose – Verlust der Lebensqualität.

Bei der Entstehung von orthopädischen Beschwerden spielt der Fuß als erste sensorische Kontaktstelle

zwischen Körper und Umwelt eine entscheidende Rolle.

Signalisieren die Füße z.B. eine Bänder-& Fußmuskelschwäche an das Bewegungssystem des Körpers,

so sind oft die übergreifenden Gelenkebenen Knie-Hüfte- und Rücken einseitig überlastet.

Die ungesunde Gelenkstellungsveränderung führt oft zu einseitiger Gelenkspaltverengung in den

Wirbelgelenken/ erhöhter Druck auf die Bandscheiben bzw. Quetschung und Schädigung von

Meniskus und Knorpel im Knie.

Jede Fußdeformität z.B. der Knickfuß, Spreizfuß oder Hallux Valgus geht zunächst mit einer

skelettaren Störung der Körperstatik einher.

Informationsvideo

hier:

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Sanitätshaus Mayer & Rexing GmbH

Am Taubenfeld 27 . 69123 Heidelberg

✆ 06221 - 7558230 . 06221 - 7558229

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25


Schmerz entsteht im Gehirn

Nicht immer tut etwas weh, obwohl eine Verletzung vorliegt

und oft liegt eine Verletzung schon sehr lange zurück und

trotzdem empfindet derjenige weiterhin Schmerzen. Wie

kann das sein? Mit dem klassischen Verständnis von Schmerz

lässt sich diese Tatsache schwer erklären. Stattdessen ist sich

die Schmerzforschung mittlerweile sicher, dass das körpereigene

Alarmsystem vom Gehirn gesteuert wird. Kommt

dieses zum Entschluss, dass eine Situation bedrohlich ist,

wird Schmerz generiert. Das bedeutet allerdings nicht, dass

eine Verletzung oder eine potentielle Schädigung irrelevant

ist. Der Körper besitzt überall Rezeptoren, die durch zu starke

mechanische, chemische und thermale Reize eine Gefahreninformation

an das Gehirn senden. Das heißt: Der Mensch

besitzt keine Schmerzrezeptoren, sondern lediglich Gefahrensensoren.

Am Ende entscheidet das Gehirn, ob diese Information

in der jetzigen Situation relevant ist und Schmerz

als Konsequenz entsteht. Für jeden Menschen sind dabei die

Faktoren individuell und zu unterschiedlichen Anteilen an

der Entstehung von Schmerz beteiligt.

das Gleiche passiert auch bei Schmerzen. Ohne zu tief in die

genauen Vorgänge einsteigen zu wollen, kommt es bei

langanhaltenden Schmerzen zu Veränderungen an der

schmerzenden Stelle, im Rückenmark und im Gehirn.

Je mehr Bedeutung den Schmerzen beigemessen wird, je

öfter sie ausgelöst werden und je länger sie anhalten, umso

mehr Informationen fließen zum Gehirn und vom Gehirn

weg und umso leichter lösen Reize dadurch einen erneuten

Schmerz aus. Da Schmerz immer eine bewusste Empfindung

ist, die oft zusammen mit speziellen Situationen, Bewegungen,

Gedanken und Gefühlen auftritt, lernt das Gehirn nicht

nur Schmerzen leichter zu produzieren, sondern verknüpft

eben diese Emotionen, Situationen und Bewegungen mit

Schmerz. In manchen Fällen ist es ausreichend, dass allein

der Gedanke an die Bewegung oder an die Verletzung die

gleichen Schmerzen wieder auslöst. Im Gehirn sind dabei

dieselben Areale aktiv.

Was lässt sich nun gegen ein übermäßig

sensibles Schmerzgedächtnis tun?

Das Beste zu Beginn: Ja, es gibt Möglichkeiten, diesen

Zustand zu ändern.

Da das Schutzsystem in manchen Fällen zu sensibel ist, ist das

Allerwichtigste, diese Funktionen wieder zu normalisieren.

Das klingt in der Theorie sehr leicht. Es braucht Zeit und viel

Durchhaltevermögen, Dinge Schritt für Schritt zu ändern und

wieder mehr Vertrauen in den Körper zu entwickeln. Die

Beschwerden entwickeln sich über einen längeren Zeitraum.

Bewegungs- und Verhaltensweisen schleichen sich mit der

Zeit ein. Oft werden Aktivitäten vermieden und Hobbies, die

einmal Freude bereitet haben, eingestellt. All das verstärkt

und unterhält unter Umständen das Problem. Häufig gibt es

in diesem Prozess Rückschläge. Außerdem sind die Schmerzen

gelegentlich kaum spürbar und im nächsten Moment

wieder wahnsinnig stark. Obwohl das schnell zu Missmut

führt, ist es tatsächlich ein sehr gutes Zeichen. Es zeigt dem

Betroffenen, dass der Schmerz sich ändern lässt und kein

unveränderlicher Zustand ist.

Körperliche Aktivität und Training sind wichtige Bestandteile in der

Therapie, um das eigene Vertrauen in den Körper wieder stärken.

Was ist ein Schmerzgedächtnis?

Eine klare Definition für das Schmerzgedächtnis gibt es nicht.

Stattdessen wird der Begriff oft verwendet, um auf die Veränderungen

innerhalb des Schmerzsystems aufmerksam zu

machen. Der Prozess, der zur Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses

führt, ist wie bereits erwähnt, noch nicht in

seiner Gesamtheit verstanden. Vereinfacht gesagt stellt sich

der Vorgang aber folgendermaßen dar: Der Körper wird

besser in all den Dingen, die er mehrmals wiederholt. So

funktioniert zum Beispiel auch Lernen oder Training. Und

Ein wichtiger erster Schritt zur Besserung ist, zu verstehen,

dass Schmerz in so einem Falle keine Verletzung bedeutet und

es dem Körper nicht schadet sich zu bewegen. Eine schrittweise,

kontrollierte Rückkehr zu bedeutenden Aktivitäten ist

möglich und ein Bewegungsprogramm zur Belastbarkeitssteigerung

hilft dabei. Dadurch können hinderliche Überzeugungen

und Einstellungen bezüglich Schmerz und Belastung

infrage gestellt und umgedeutet werden. Neben spezifischen

Maßnahmen hilft es außerdem, die Schlafqualität zu steigern

und die allgemeine Fitness zu verbessern. Unter Umständen

kann es auch sinnvoll oder sogar nötig sein, mit psychotherapeutischer

Hilfe an bestimmten Denk- und Verhaltensweisen

zu arbeiten.

Langanhaltende Schmerzen müssen nicht ausgehalten

werden, sondern können sich ändern. Das zeigen zahlreiche

wissenschaftliche Untersuchungen!

26 RC Premium 3/2018


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& Rexing

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Sensomotorische Einlagenversorgung

der neuen Dimension

von Christian Krüger, Mayer & Rexing

Die physio-dynamisch-wirkende sensomotorische

Einlage BlackFlex-Line kann Ihnen helfen!

Die Sensoped-Aktivtherapie-Einlage löst Schmerzprobleme durch das

einzigartige Energieimpuls-Material.

Die aktiv-eingreifende Einlage richtet aktiv den Rückfuß in die gesunde Ausgangsbasis auf,

damit der Fuß wieder als ein federndes System funktionieren kann.

Die BlackFlex-Aktiv-Einlage kann durch das patentierte Energieimpuls-Material individuell an

die Bedürfnisse orthopädischer Indikationen angepasst werden.

Jede Fußdeformität, ungünstige Beinachsenstellung, sowie Körperhaltungsschwächen erfordern

eine individuelle Versorgung.

Das physio-dynamische Spezialmaterial „Sensoped“ erzeugt durch seine federnde Dämpfung

einen einzigartigen Trage-Komfort.

Die sensomotorische Aktiv-Einlage BlackFlex ist eine in aufwendiger Handarbeit gefertigte Maß-Einlage,

die ein absolutes Highlight an technologischer Entwicklung / Fußorthopädie 4.0 repräsentiert.

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27


THERAPEUTEN

RAT

Selbstwirksamkeit

aus gesundheitspsychologischer Sicht

Wie die eigene Überzeugungskraft gesundheitsfördernd wirkt

von Dominik Klaes

Einige unserer Patienten, die wir täglich in der ZAP Physiotherapie

behandeln, sind sehr unsicher in Bezug auf ihre

Beschwerden. Die meisten haben bereits im Internet recherchiert

und sind am Ende nur noch stärker verunsichert. Bei

vielen entsteht der Eindruck, dass es sehr schwierig wird, das

eigene Gesundheitsproblem selbst aktiv zu beeinflussen.

Insbesondere für Patienten mit Rückenbeschwerden sind

bückende Bewegungen häufig mit Angst und Unsicherheit

besetzt. So wird das Binden der eigenen Schuhe oder etwas

vom Boden aufzuheben zur beinah unlösbaren Aufgabe.

Alleine die Vorstellung, diese Tätigkeiten einmal zu probieren,

wird für viele zur Herausforderung. Die Betroffenen haben

ihre Überzeugung verloren, diese Aufgabe meistern zu können.

Diese Menschen haben eine zu geringe Selbstwirksamkeitserwartung

(oder auch nur Selbstwirksamkeit) in Bezug

auf die entsprechende Handlung, in diesem Fall zum Beispiel

Bücken, Schuhe binden, etwas Aufheben. Was Selbstwirksamkeitserwartung

überhaupt ist und wieso sie auch für die

Patienten der Physiotherapie und für uns Physiotherapeuten

eine Rolle spielt, möchte ich an dieser Stelle genauer beleuchten.

Was ist Selbstwirksamkeit?

Die Selbstwirksamkeitserwartung ist definiert als „Überzeugung,

aufgrund eigener Fähigkeiten mittels bestimmter

Handlungen zu einem gewünschten positiven Ergebnis gelangen

zu können“. Es handelt sich also um eine spezielle

Art von Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Je nach Individuum

kann dieses Vertrauen abhängig von der zu bewältigenden

Aufgabe und der jeweiligen Situation beträchtlichen

Schwankungen unterliegen. So kann ein Patient mit Rückenbeschwerden

beispielsweise in Bezug auf das Steigen von

Treppen eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung haben, in

Bezug auf gebückte Tätigkeiten jedoch eine sehr geringe.

Aus Sorge vor dem Bücken scheint es unmöglich sich selbst die Schuhe

zu binden.

28 RC Premium 3/2018


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Hat ein Mensch mit Rückenbeschwerden in der Vergangenheit

häufig erlebt, dass seine Beschwerden durch bückende

Bewegungen verstärkt werden, führt dies eventuell zu einer

niedrigen Selbstwirksamkeitserwartung in Bezug auf bückende

Bewegungen. Untersuchungen zeigten, dass eine hohe

Selbstwirksamkeitserwartung die Erfolgschancen des von

einem Individuum angestrebten Verhaltens signifikant erhöht.

Die Selbstwirksamkeitserwartung bestimmt ebenfalls

darüber, ob ein Individuum überhaupt versucht zu handeln,

wie lange es bei Schwierigkeiten oder Misserfolgen mit

seinen Bemühungen fortfährt und wie Misserfolg oder Erfolg

bei der Lösung einer Aufgabe sein zukünftiges Verhalten beeinflussen.

Auch potenzielles Gesundheitsverhalten hängt

mit dem Ausmaß der Selbstwirksamkeit zusammen. Wenn

Menschen glauben, gesundheitsfördernde Verhaltensweisen

nicht effektiv umsetzen zu können, ist es viel unwahrscheinlicher,

dass sie es überhaupt versuchen.

Steigerung der Selbstwirksamkeit

in der Physiotherapie

Die gute Nachricht ist: die Selbstwirksamkeitserwartung lässt

sich steigern. Besonders wichtig hierfür scheint es zu sein,

dass die gefürchteten Aufgaben nach Möglichkeit ausgeführt

werden. Hierbei können unterstützende Personen (zum Beispiel

der Physiotherapeut) von besonderer Bedeutung sein.

Weiterhin kann es hilfreich sein, die zu bewältigende Aufgabe

in mehrere kleine erreichbare Teilaufgaben zu unterteilen.

Selbstwirksamkeitserwartungen ergeben sich aus vier Informationsarten:

Den eigenen Erfahrungen, den Beobachtungen

anderer Personen, verbalen Überzeugungen (auch anderer

Personen) und aus den eigenen Emotionen. Mit diesen

Punkten lässt sich ein konkretes Konzept zur Steigerung der

Selbstwirksamkeit in der Physiotherapie anhand des Beispiels

Rückenschmerz erarbeiten.

Im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung bei

Rückenbeschwerden sollte es eines der Ziele sein, dem

Patienten positive Erfahrungen in Bezug auf seine Rückenbeschwerden

zu ermöglichen. Bei einer Angst vor dem

Bücken wäre es denkbar, die Bewegung des Bückens in sehr

kleine Teilschritte zu unterteilen.

So beginnt der Patient mit einem ganz kleinen Bewegungsausmaß

des Bückens und steigert das Bewegungsausmaß mit

der Zeit immer ein klein wenig weiter. Bei jedem Versuch,

der nicht schmerzt, wird der Patient die positive Erfahrung

machen, dass das Bücken durchaus möglich ist. Wenn (vorerst)

auch nur in einem etwas begrenzten Bewegungsausmaß.

So wird die gefürchtete Aufgabe Stück für Stück und am

Ende ganz bewältigt. Das Ergebnis ist eine gesteigerte Selbstwirksamkeitserwartung.

Die Motivation steigt, das hilft sich

von Rückschlägen nicht so leicht beirren zu lassen und erhöht

die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz).

Das Binden der eigenen Schuhe ist kein Problem mehr, die Sorgen sind

verschwunden.

Die Beobachtung anderer Personen in ähnlicher Situation

kann die eigene Selbstwirksamkeitserwartung ebenfalls steigern.

Wer andere Rückenpatienten dabei beobachtet, wie sie

sich immer besser erfolgreich bücken können, kommt schnell

zu der Einstellung: „Das kann ich auch!“ Die Einschätzung der

eigenen Selbstwirksamkeit verbessert sich.

Unterstützende Äußerungen des Umfeldes wirken sich ebenfalls

günstig auf die eigene Selbstwirksamkeit aus. Äußerungen

getreu dem Motto „Du schaffst das, wir unterstützen dich

dabei“ sind zuträglich für Zuversicht und Selbstwirksamkeitserwartung.

Hinderlich dagegen sind negative Äußerungen „Das hatte

ich auch, das hat bei mir ewig gedauert“, und fachlich gering

qualifizierte, aber gut gemeinte Tipps. Diese Tipps sind oft

sehr gegensätzlich und führen zu Verwirrung und Unsicherheit,

die Selbstwirksamkeitserwartung sinkt. Es empfiehlt

sich also nicht nur deshalb auf gut gemeinte Ratschläge zu

verzichten, so schwer das einigen auch fallen mag.

Auch die eigenen Emotionen der von Rückenbeschwerden

geplagten Personen spielen eine Rolle. Die berichteten Emoti-

30 RC Premium 3/2018


onen reichen von Frustration, Sorge, Angst, Resignation und

Wut bis zu Hoffnung, Freude, Euphorie und Ansporn. Es ist

wichtig für Physiotherapeuten und Betroffene einen Rahmen

zu schaffen, der es erlaubt offen und ehrlich über die empfundenen

Emotionen in Bezug auf die eigenen Beschwerden

zu sprechen. Alleine die eigenen Emotionen auszusprechen

und sich darüber unterhalten zu können, birgt großes Potenzial

zur Motivation und Steigerung der Selbstwirksamkeit.

Häufig tauchen in solchen Emotionsgesprächen die wahren

Beweggründe des Betroffenen auf. Mit diesen Emotionen

und Beweggründen lassen sich in der Therapie häufig neue

Ziele und Aufgaben definieren. Die Selbstwirksamkeitserwartung

des Betroffenen kann durch die Bewältigung dieser Ziele

gesteigert werden.

Fazit

Es lässt sich festhalten, dass Veränderungen bei Menschen

mit Beschwerden nicht nur auf körperlicher Ebene stattfinden.

Für Physiotherapeuten ist es durchaus relevant, auch

gesundheitspsychologische Dimensionen wie zum Beispiel

die Selbstwirksamkeit zu kennen, um sie in der Therapie

nutzen zu können. So lässt sich auch erklären, warum Physiotherapeuten

zum Teil Übungen mit ihren Patienten durchführen,

die nicht zum Ziel haben, strukturelle Veränderungen

wie Kraft, Koordination oder Beweglichkeit zu verbessern.

Manchmal besteht das Ziel einfach darin, wieder mehr Vertrauen

und Zuversicht in den eigenen Körper zu bekommen.

Für viele Patienten ist das der wichtigste erste Schritt, um sich

später im Training überhaupt auf Belastungen wie zum Beispiel

Kraftübungen einlassen zu können.

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ZUSAMMEN

ARBEIT

Kampf dem Herztod

Björn Steiger Stiftung stellt sich

Jährlich sterben in Deutschland mehr

als 120.000 Menschen am plötzlichen

Herztod.

Jede Minute zählt!

Viele dieser Leben könnten gerettet

werden, wenn rechtzeitig Erste Hilfe

geleistet würde. Denn gerade beim

Herztod sind Wiederbelebungsmaßnahmen

in den ersten paar Minuten

entscheidend. Mit jeder Minute, die

verstreicht, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit

um 10 Prozent.

Die Rettungskräfte können in den

meisten Fällen gar nicht so schnell vor

Ort sein.

Ursache für das spontane Kreislaufversagen

ist meist ein Kammerflimmern,

eine Rhythmusstörung, bei der

die Herzkammern völlig ungeordnet

vibrieren und somit kein Blut in den

Kreislauf gepumpt wird. Nur eines

kann dann das Leben des Patienten

retten: ein starker Stromstoß mit einem

Defibrillator. Erst danach kann

die Herz-Lungen-Wiederbelebung

fruchten. Wird das Gerät schnell eingesetzt,

steigt die Überlebenschance

des Opfers von 10 auf 70 Prozent.

Ein herzsicheres Deutschland – dieses

Ziel hat sich die Björn Steiger Stiftung

schon 2001 gesetzt.

Aus diesem Grund hat die Stiftung

damals mit der Initiative „Kampf dem

Herztod“ jedem Stadt- und Landkreis

ein AED (Automatisierter Externer

Defibrillator)- Gerät zur Verfügung gestellt.

Mittlerweile konnte die Stiftung

über 25.000 Geräte in Deutschland

v.l.n.r.: Dr. Eckart Würzner (Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg), Frau Eberchart (Björn Steiger

Stiftung), Herr Bucher (Björn Steiger Stiftung)

vermitteln, dennoch sind an vielen

hochfrequentierten Plätzen und in

öffentlichen Einrichtungen keine sogenannten

Defis vorhanden.

Den Weg bereiten für

neue Standards

„Wir haben in Deutschland knapp

500 Brandopfer im Jahr und überall

hängen Feuerlöscher. Es wäre genauso

wichtig für die 120.000 Menschen,

die am plötzlichen Herztod sterben,

ein AED-Gerät in der Nähe zu haben“,

so Dr. Siegfried Steiger.

Die Björn Steiger Stiftung setzt sich

weiterhin Schritt für Schritt dafür ein,

dass Laien-Defibrillatoren irgendwann

so selbstverständlich sind wie Feuerlöscher.

Herzsichere Stadt Heidelberg

Heidelberg ist auf dem Weg, die sicherste

Stadt Deutschlands zu werden -

zumindest, was die Gefahr angeht,

einen plötzlichen Herztod zu erleiden.

Derzeit werden in einem groß angelegten

Pilotprojekt von der Björn Steiger

Stiftung, der Stadt Heidelberg und

32 RC Premium 3/2018


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dem Förderverein der Kardiologie an

der Uniklinik im Stadtgebiet flächendeckend

AED-Säulen aufgestellt.

Im März 2017 wurde am Rathaus die

erste Säule gestellt. Seitdem hat sich

viel im Stadtgebiet getan. Durch das

Engagement der Björn Steiger Stiftung,

der Stadt Heidelberg und vieler

Heidelberger Unternehmen konnten

inzwischen mehr als 100 Säulen realisiert

werden. Rainer Bucher und sein

Team von der BSS haben sich zum Ziel

gesetzt, bei Abschluss des Projektes

mehr als 180 Säulen im Stadtgebiet zu

installieren.

Mit der Installation der Säulen in der

Stadt ist das Projekt jedoch noch nicht

zu Ende. Die Björn Steiger Stiftung betreut

die Säulen und bietet weiterhin

jährliche Schulungen für Unternehmen

und die Bevölkerung vor Ort an.

„Eine Region ‚herzsicher’ zu gestalten

bedeutet für uns nicht, dass wir eine

bestimmte Anzahl an Laien-Defibrillatoren

verfügbar machen und uns dann

aus der Verantwortung ziehen. Wir

wollen weiterhin dafür Sorge tragen,

dass die Bewohner regelmäßig geschult

und über das Thema informiert

bleiben“, so Pierre-Enric Steiger, Präsident

der Björn Steiger Stiftung.

Björn Steiger Stiftung

Stiftung bürgerlichen Rechts

Max-Eyth-Straße 7

71364 Winnenden

Tel.: 07195 30 55-770

E-Mail: r.bucher@steiger-stiftung.de

Internet: www.steiger-stiftung.de

Das Gute: Jeder Laie kann solch einen

AED benutzen. Auf Knopfdruck startet

der Defibrillator ein Sprachmenü, welches

den Helfer mit Schritt-für-Schritt

Anweisungen akustisch begleitet, sodass

auch Ungeübte das Gerät benutzen

können. Auf die Brust werden zwei

Elektronenpads geklebt, nur wenn

das eingebaute EKG ein Herzkammer-

flimmern entdeckt, wird die Schocktaste

freigegeben. Sogar den Rhythmus

der Herzmassage gibt das Gerät vor.

Damit im Notfall die Bereitschaft bei

den Helfern vor Ort vorhanden ist mit

der Situation und dem Defibrillator

umzugehen, bietet die Björn Steiger

Stiftung bereits seit Projektbeginn

2017 in breitem Umfang den Heidelberger

Unternehmen und der Bevölkerung

Erste-Hilfe-Kurse und Reanimationsschulungen

an. Das Thema findet

bei den Menschen großen Anklang und

so wurden auch dieses Jahr bereits

wieder mehr als 500 Menschen in der

Ersten Hilfe ausgebildet.

Darüber hinaus bietet die Stiftung allen

Schülern von weiterführenden Schulen

ab der siebten Klasse an, sich am

Projekt „Retten macht Schule“ zu beteiligen.

Das Programm „Sani Sanelli“

wiederum richtet sich an Grundschulklassen,

wo die Kinder spielerisch mit

dem Thema „Notsituationen erkennen

und handeln“ vertraut gemacht werden,

denn auch Kleinkinder können

in einem Notfall die Lage erkennen

und entsprechend reagieren, wie zum

Beispiel Hilfe holen oder den Notruf

wählen.

Herzsichere Gemeinde Nußloch

Nachdem während eines gemeinsamen

Gesprächs im Juni 2018 mit

Herrn Dr. Matthias Zimmermann die

Idee angeregt wurde, das Projekt auch

in der Gemeinde Nussloch abzubilden,

dauerte es nicht lange bis Herr Bucher

und Bürgermeister Joachim Förster

gemeinsam am Tisch saßen und erste

Möglichkeiten der Zusammenarbeit

für das Projekt „Herzsichere Gemeinde

Nussloch“ auf den Weg brachten.

Rainer Bucher von der BSS :„Nichts tun

ist das Schlimmste was man tun kann.“

Im Oktober 2018 wird im Racket Center

Nußloch in Kooperation mit der

Björn Steiger Stiftung ein Vortrag über

das Projekt „Herzsichere Stadt Heidelberg“

und die weiteren Möglichkeiten

in der Region gehalten , zu dem wir Sie

gerne einladen möchten.

Fachkongress der

Zukunftsbranche

Prävention, Fitness,

Sport und Gesundheit

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Dipl.-Oecotrophologin,

Ernährungsberaterin,

Ernährungstherapeutin

sowie Sportlehrerin

Weitere Infos, Videos und Anmeldung unter:

www.aufstiegskongress.de

Veranstalter: Deutsche Hochschule für Prävention und

Gesundheitsmanagement, BSA-Akademie, BSA-Zert

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Fachkongress für aktive Gesundheitsgestalter

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05. - 06.10.2018, Mannheim


KOMMENTAR

Achtsamkeit und Wohlwollen

im Umgang mit sich selbst

von Peter Fauser, Dipl.-Psychologe

Wir alle haben bestimmte ideale Vorstellungen davon

was, wer und wie wir gerne sein wollen. Auch im

Hinblick auf unsere äußere – körperliche – Erscheinung und

Verfassung unternehmen wir dann ja so einiges, um diesem

Bild möglichst nahe zu kommen. Berufs- und Privatleben, Einkommen,

gesellschaftlicher Status sind andere Bereiche, in

denen wir ebenso Erwartungen an uns selbst haben: wer will

ich sein – was will ich erreichen …

Auch das, was wir als unsere Persönlichkeit bezeichnen - also

das Gesamt unserer Stärken und Schwächen, Charaktereigenschaften,

Neigungen und Fähigkeiten - ist ein Bereich, in

dem solche Idealvorstellungen vorhanden sind. Psychologen

sprechen hier von unserem Idealselbst. Solche Vorstellungen,

bezogen auf uns selbst und unser Leben, wirken als generelle

Orientierungen für unsere Bemühungen nach Weiterentwicklung

in Richtung eines gelingenden (erfolgreichen) Lebens,

das heißt einem Leben, das eben diesen idealen Maßstäben

möglichst nahekommen soll. Auch im Alltag haben wir

Erwartungen und Ansprüche an uns selbst: unser Handeln

im Umgang mit Menschen und Situationen im Berufs- und

Privatleben, die wir als herausfordernd, schwierig oder

stressig erleben, sollte selbstverständlich (!) souverän und

erfolgreich gestaltet sein.

Was tun wir, wenn wir – in mancher Hinsicht und auch im

Vergleich zu anderen – unseren Idealen, Erwartungen und

Ansprüchen an uns selbst nicht entsprechen, zum Beispiel

nicht so erfolgreich sind, wie wir es gerne hätten? Vielleicht

bemühen wir uns noch mehr es hinzukriegen, es zu erreichen.

Gut, nichts dagegen einzuwenden, soweit diese Ideale und

Ansprüche realistisch sind und wir ihnen nicht zu verbissen

hinterherjagen. Und trotzdem, manchmal klappt es einfach

nicht. Hier lohnt ein genauer Blick darauf, was dann passiert:

Oft reagieren wir dann – in Form von inneren Dialogen - mit

Selbstzweifel, Selbstvorwürfen und überzogener Selbstkritik.

Wir machen uns selber fertig! Oder wir machen andere oder

äußere Umstände dafür verantwortlich. So oder so sind dies

Formen, sozusagen innere Gefechte, unsere Erfahrung des

empfundenen Misserfolgs nicht zu akzeptieren und abzuwehren.

Genau diese Art mit Misserfolg umzugehen erzeugt

aber – neben der ursprünglichen Erfahrung („Ich genüge

meinen Ansprüchen an mich selbst nicht!“) – zusätzliches

Unbehagen. Normalerweise erleben wir diesen Unterschied

jedoch nicht, sondern erfahren nur das kognitiv-emotionale

Gesamtpaket, das sich aber eigentlich aus primärem Unbehagen

(die ursprüngliche Erfahrung des Misserfolgs) und

sekundärem Unbehagen (zum Beispiel Selbstvorwürfe) zusammensetzt.

Und manchmal ist der Anteil des sekundären

Frusts sogar größer als die ursprüngliche Erfahrung des Misserfolgs,

das heißt nicht der Misserfolg als solcher, sondern

unsere Art damit – und uns (!) – umzugehen ist bei genauerer

Betrachtung das größere Problem.

Wir erfahren solche Gedanken in Form von Selbstzweifeln

und überzogener Selbstkritik sowie den damit verbundenen

Gefühlen (Ärger, Frust, Wut, Scham), die wiederum weitere

Gedankenketten auslösen können, als innere Ereignisse,

denen wir oft schlicht ausgeliefert sind. Zumindest fühlt es

sich in dem Moment so an. Wir haben dabei oft das Empfin-

34 RC Premium 3/2018


den, dass wir in diesen Momenten diese inneren Ereignisse

sind! Dass also unser Selbstverständnis (unsere Auffassung

von uns selbst) und aktuelles inneres Geschehen (Gedankenund

Gefühlsabfolgen) in dem Moment deckungsgleich sind.

Genau das ist damit gemeint, wenn man sagt, mit etwas

identifiziert zu sein. (Der Begriff Identität kommt aus dem

Lateinischen: idem = derselbe, dasselbe.)

Achtsamkeit als Selbstaufmerksamkeit – im Sinne einer

hochaufgelösten Wahrnehmung für sich selbst – hilft uns,

die oben angesprochenen inneren Prozesse, wieder differenzierter

wahrzunehmen: wir nehmen primäres und sekundäres

Unbehagen zum einen wieder als faktisch getrennte Ereignisse

wahr. Zum anderen ermöglicht die Wahrnehmung dieser

Vorgänge aus einer achtsamen Perspektive die Erfahrung

eines inneren Beobachters, der solche gedanklich-emotionalen

Prozesse schlicht aus einem gewissen Abstand wahrnehmen

kann, ohne sich mit ihnen automatisch identifizieren

zu müssen. (Dies klingt zwar zunächst ungewöhnlich, ist aber

möglich und bedarf der Übung.) Der Beobachter und das

Beobachtete (innere Vorgänge) sind eben nicht zwingend

deckungsgleich beziehungsweise identisch.

Aus der achtsamen Perspektive eröffnen sich also Freiräume

in denen wir grundsätzlich wählen können, wie wir mit uns

selbst umgehen wollen, wenn wir – zumindest manchmal –

unseren Idealvorstellungen nicht entsprechen.

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startet am 10. Oktober 2018 im Racket

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Der Info-Vortrag zum Kurs findet am 12. September

um 18:30 Uhr statt. Fragen vorab gerne per Mail an:

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Eine andere Art mit uns umzugehen wäre zum Beispiel die

Aktivierung einer freundlich-wohlwollenden Haltung uns

selbst gegenüber, die im Kern an keinerlei Bedingungen geknüpft

ist, also anstelle sich selber fertig zu machen, eine

bedingungslose Solidarität mit sich selbst. Diese Form der

wohlwollenden Selbstannahme gründet – entwicklungspsychologisch

betrachtet – auf entsprechenden Beziehungserfahrungen

der Kindheit; wir alle haben hoffentlich diese

Form der Zuwendung erfahren und sie uns entsprechend

einverleibt. Wenn nicht, ist es umso wichtiger, sie in uns zu

entwickeln und zu kultivieren. Da diese Haltung der wohlwollend-freundlichen

Selbstannahme untrennbar zur Achtsamkeit

gehört, tun wir genau dies auch im Achtsamkeitstraining.

Schon vor 2500 Jahren hat sich Buddha mit der Frage beschäftigt

wie Leiden entsteht und hat dabei diese Zusammenhänge

beschrieben. Er sagt dann auch:

„Schmerz ist unvermeidbar. Leiden ist optional.“

Diese Art der Selbstannahme bedeutet nicht, dass man

sich nicht mehr bemühen sollte, eigene Ansprüche und

Erwartungen zu realisieren. Nur zu! Es bedeutet nur, dass

man überhaupt bemerkt, wie man durch die eigenen mentalen

Gewohnheiten die Erfahrung Misserfolg verstärkt. Wir

könnten dann schlicht damit aufhören, um uns selbst –

gerade auch in kritischen Situationen - mit mehr Wohlwollen

zu begegnen.

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Prof. Dr. med. Wolfgang Wick

IM INTERVIEW

38 RC Premium 3/2018


Wir sollten uns genügend Zeit nehmen, um immer wieder

gründlich darüber nachzudenken, was im Mittelpunkt all

unserer Bemühungen steht: was hilft dem Menschen?

Prof. Dr. med. Wolfgang Wick, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Neuroonkologie der

Neurologischen Klinik und des Nationalen Tumorzentrums am Universitätsklinikum

Heidelberg im persönlichen Gespräch.

Bevor wir uns bei einer Veranstaltung „Wissenschaft

meets Wirtschaft“ zum ersten Mal persönlich begegnet

sind, war mir der Name Wolfgang Wick aus dem Fernsehen

bekannt. Im Stern TV zum Thema „Methadon in der Krebstherapie

– Pro und Contra“ vertrat er seine Position unaufgeregt

und differenziert auf der Basis dessen, was dem wissenschaftlichen

Stand der Forschung und der Güte seiner

Methoden entspricht. Die beiden Vertreter einer gegenteiligen

Meinung wurden sachlich mit Fakten konfrontiert und für

den Fernsehzuschauer spürbar dazu motiviert, über ihre

Positionen gründlich nachzudenken. „An einem Strang ziehen“,

wenn es um das Wohl des Patienten geht – das ist das Credo

von Wolfgang Wick! Ähnlich beeindruckend empfand ich sein

Gespräch mit Frank Elstner in der Sendung Menschen. Darin

beleuchtete er in einer auch für Nicht-Experten sehr gut

verständlichen Weise das komplexe Thema Migräne. Schlussendlich

gehört der Schlaganfall zu seiner medizinischen

Expertise, die er zum Beispiel einem Laienpublikum in dem

RNZ Forum Medizin am Abend näherbrachte. Dieses Interview

in seinem Büro an der Neurologischen Universitätsklinik hat

seine Freude und sein Interesse am Austausch mit anderen

Menschen gezeigt – auch bei Sommerhitze noch am späten

Abend nach einem sicherlich herausfordernden Arbeitstag

und einer noch bevorstehenden Telefonkonferenz.

Lieber Herr Prof. Wick, für viele ist das

Älterwerden begleitet von der Sorge

vor nachlassender Geisteskraft. Wir erleben

immer häufiger, dass Menschen

dieses Argument als Motivation für die

Aufnahme eines präventiv orientierten

Muskeltrainingsprogramms anführen.

Wie nachvollziehbar ist dieses Argument

für Sie?

WICK: Sehr gut nachvollziehbar. Mit dem

Nachlassen der Geisteskraft, der Erkrankung

oder gar Schädigung des Gehirns,

sind nicht nur funktionelle Einschränkungen

die Folge – also kognitive, motorische

oder auch emotionale. Es können,

daher rührt eine der größten Sorgen,

die Veränderung oder gar der Verlust

der Persönlichkeit eine Folge sein –

wenngleich auch eine sehr seltene!

Schließlich ist das Gehirn auch Sitz unserer

Seele. Nun zielt die Formulierung Ihrer

Frage natürlich auf die präventive Wirkung

von sportlichen Aktivitäten ab.

Dazu muss ich Ihnen sagen: Die Erkrankung

an einem Gehirntumor ist ein

schwerer Schicksalsschlag. Es gibt für die

Erkrankung keinerlei Prophylaxe oder

präventive Maßnahmen. Auf meinem

Schwerpunktgebiet – onkologische Gehirnerkrankungen

– kann ich insofern

auch keine evidenzbasierte Empfehlung

geben, was die Vorbeugung durch eine

gesunde Lebensführung angeht. Bezüglich

der Strahlung von Mobilfunkgeräten

geben die Daten hinsichtlich des Zusammenhangs

mit einer Krebserkrankung

keine belastbaren Hinweise auf ein

ernstzunehmendes Risiko, auch andere

Umwelt- oder Ernährungsfaktoren sind

zum Glück unverdächtig …

Beim Schlaganfall oder bei degenerativen

Gehirnleiden sieht das durchaus anders

aus. Zwar sind rund 5 Prozent der

Erkrankungen genetisch determiniert.

Diese Menschen erkranken unausweichlich

und als Folge tragischer, erblich bedingter

Vorherbestimmung. In der weit

überwiegenden Mehrzahl der Fälle jedoch

kommt dem Lebensstil in der Tat

eine gewichtige Rolle zu – ohne freilich

die generelle Schicksalshaftigkeit von

Erkrankungen in Abrede stellen zu wollen.

Welche besonderen Aspekte der Lebensführung

beziehungsweise welche

Risikofaktoren wirken sich negativ auf

die Gehirngesundheit aus?

WICK: Der klassische Risikofaktor ist

das Rauchen – auch das Passivrauchen.

Beides gilt es zu vermeiden, und zwar

vollständig. Immer mehr zeigt sich auch

der gesundheitsschädliche Einfluss von

Alkohol. Man darf nicht darüber hinwegsehen,

dass jeder Rausch oder auch

das regelmäßige Trinken krankheitsförderlich

sind. Ich möchte aber eher von

Gesundheitsförderung, also von Schutzfaktoren

sprechen wollen. Ein gut eingestellter

Blutdruck, eine funktionierende

Blutzuckerregulation, kontrollierte Blutfettwerte

– all dies steht in einem Zusammenhang

mit Normalgewicht und

vor allem wenig Bauchfett, das besonders

gesundheitsschädliche Effekte hat.

Sie wissen am besten, was sich da tun

lässt: viel Bewegung und, wenn unter

guter Anleitung, gezieltes körperliches

Training! Und natürlich spielt die Ernährung

eine zentrale Rolle: Fett- und kohlenhydratarme,

eher eiweiß- und ballaststoffreiche

Kost, weniger Fleisch, mehr

Fisch, viel Obst und Gemüse, zubereitet

mit hochwertigen Ölen – also das, was

man unter mediterraner Kost versteht.

» Fortsetzung

39


Wolfgang Wick ist Arzt und Professor

der Neurologie. Seit 2007 ist er

als Ärztlicher Direktor der Abteilung

für Neuroonkologie der Neurologischen

Klinik und des Nationalen

Tumorzentrums am Universitätsklinikum

Heidelberg tätig.

Er absolvierte von 1993 bis 1994

sein Studium in Bonn, am King’s

College London und von 1996

bis 1997 an der Harvard Medical

School in Boston. Nach der Promotion

bei Otmar Wiestler am Institut

für Neuropathologie in Bonn mit

der Auszeichnung „Beste Dissertation

der medizinischen Fakultät der

Universität Bonn“ folgte bis 2003

die Ausbildung zum Facharzt für

Neurologie an der Neurologischen

Universitätsklinik in Tübingen und

die Habilitation.

Im Jahr 2006 wurde ihm der Pette-

Preis der Deutschen Gesellschaft

für Neurologie (DGN) verliehen,

2015 zeichneten ihn die Deutsche

Krebsgesellschaft und die Deutsche

Krebsstiftung mit dem Deutschen

Krebspreis aus, eine der höchsten

Auszeichnungen in der deutschen

Krebsmedizin.

Sein Arbeits- und Forschungsschwerpunkt

ist die Behandlung

von Hirntumoren, insbesondere

des Glioblastoms. Wolfgang Wick

ist Mitglied der ESMO-Forschungsgruppe

für Gehirntumoren. Er ist

seit 2007 Mitglied im Vorstand der

Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft

(NOA) der Deutschen

Krebsgesellschaft, seit 2008 Mitglied

des Vorstands der European

Association for Neurooncology

(EANO), von 2009-2014 Sprecher

der Brain Tumor Group der European

Organization for Research

and Treatment of Cancer (EORTC)

und von 2010-2014 Mitglied im

Direktorium der European Cancer

Organization (ECCO) und aktuell

Sprecher der NOA und Präsident

der EANO. Als langjähriges Mitglied

im Nachwuchsausschuss der

Mildred Scheel Stiftung unterstützt

er die wichtige und erfolgreiche

Arbeit der Deutschen Krebshilfe.

Was also droht dem Chips-essenden

Couch-Potato, der schon ab Nachmittag

für Stunden mit dem Bier in der Hand

vor dem Fernseher sitzt und schlimmstenfalls

noch eine Schachtel Zigaretten

raucht?

WICK: Dieses Verhalten, das Sie so anschaulich

beschreiben, führt tatsächlich

zu einem beschleunigten Altern durch

Störungen bei der Zellteilung und in den

Reparaturmechanismen. Die Folge ist die

Tumorbildung, wobei wir den Bezug zu

einem solchen Lebensstil zuallererst bei

Lungenkrebs, aber auch bei Brust- und

Darmkrebs, mittlerweile unumstößlich

wissenschaftlich belegen können. Den

Gehirntumor – das sagte ich bereits –

klammern wir hier aus. Was aber nahezu

zwangsläufig die Folge einer nachlässigen,

also bewegungsarmen und Fast-

Food reichen Lebensführung ist, nennen

wir die angiopathischen Erkrankungen.

Die Wände unserer Gefäße verändern

sich, es kommt zur Gefäßverengung

durch Ablagerungen an degenerativ veränderten

Gefäßwänden. Man spricht

von Arteriosklerose. Manchmal löst sich

eine solche Ablagerung, auch Plaque genannt,

es bildet sich ein Thrombus, der

seine Ursache auch im – häufig unerkannten

– Vorhofflimmern haben kann.

Und das führt dann dazu, dass sich Arterien,

Venen oder auch Kapillaren verschließen.

Solch ein Infarkt kann eben

nicht nur am Herzen oder – seltener – im

Bauchraum oder in den Extremitäten

stattfinden, sondern auch im Gehirn.

Dann sprechen wir von einem Schlaganfall.

Wichtig ist, dass wir Vorbeugung vor

Gefäßerkrankungen des Gehirns zunehmend

als Schutz vor Erkrankungen allgemeinen

geistigen Abbaus (Demenzen) in

Verbindung bringen. Wir lernen im Moment

sehr klar wie wichtig sogenannte

Kleingefäßerkrankungen aber auch größere

Schlaganfälle für dieses in unserer

Gesellschaft immer wichtiger werdende

Thema sind.

Sie haben bei der Benennung der

Schutzfaktoren die Vermeidung psychischer

Belastungen unerwähnt belassen.

Welches Gesundheitsrisiko sehen Sie im

Stress?

WICK: Stress ist ja nun in aller Munde.

Man liest immer mehr von einer Volkskrankheit.

Wenn ich nun aber die gravierend

unterschiedlichen Lebensverhältnisse

auf unserem Globus ansehe,

dann möchte ich behaupten, dass der

existentielle Druck in der überwiegenden

Mehrheit anderer Regionen, Länder

und Gesellschaften wesentlich höher

ist als bei uns in Deutschland oder Mitteleuropa.

Ich bin auch der Auffassung,

dass Stress, die damit einhergehenden

hormonellen Prozesse und die dadurch

ausgelösten körperlichen als auch psychischen

Folgen geradezu leistungs- und

damit lebensnotwendig sind. Ohne zeitweiligen

Stress sind Erfolge nicht möglich.

Und Erfolge sind für uns Menschen

wichtig. Stress kann also motivieren, fit

halten und glücklich machen, wie neuere

Forschungsergebnisse zeigen. Also stellt

sich die Frage, wie wir Stress interpretieren:

als positiven oder negativen Stress.

Und wie es gelingt, Stress abzubauen und

damit also eine hormonelle Regulation

zu erreichen, die insgesamt zu einem

zufriedeneren Dasein verhilft. Wenn dies

nicht gelingt und sich stattdessen eine

dauerhafte Nervosität einstellt, es zu

Schlafstörungen kommt und die Kraft

beziehungsweise Leistungsfähigkeit im

Alltag nachlässt, dann wird es bedrohlich.

Dann kann solch ein chronischer

Stress durchaus zu gesundheitlichen

Problemen führen, zum Beispiel zu

unterschiedlichen Ausprägungen von

Depressionen. Und auch bei solchen

psychischen Erkrankungen gehören

Bewegungsprogramme mittlerweile zu

anerkannten Therapiekonzepten.

Mal eine ganz persönliche Frage: Wie

schaffen Sie es, bei Ihrem täglichen

beruflichen Pensum und einer jungen

Familie das zu beherzigen, was Sie hier

empfehlen?

WICK: Gute Ernährung ist für mich eine

Genussfrage. Völlerei empfinde ich persönlich

ehrlich gesagt als abstoßend, Fast

Food und pappsüße Softdrinks furchtbar.

Was den Sport angeht, habe ich mit Anfang

40 das Laufen für mich entdeckt –

beziehungsweise kann ich sagen: wiederentdeckt.

Durch den Wald zu laufen

kann ich zeitlich flexibel und selbstbestimmt

organisieren, was bisweilen zu

etwas exotischen Zeiten führt, also spätnachts

oder sehr früh am Morgen. Wenn

Sie von Prävention sprechen, dann ist

es tatsächlich das Laufen, das mir nicht

nur körperlich gut tut, sondern auch den

Kopf freimacht. Im Rhythmus meiner

40 RC Premium 3/2018


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Schritte und meiner Atmung kann ich

einer Idee nachhängen oder auch mal

über einen Patienten, einen Mitarbeiter

oder ein Forschungsprojekt nachdenken.

Dieses intensive Nachdenken kommt im

Alltag bisweilen zu kurz. Gerade als Arzt

meine ich, dass wir in der Pflicht stehen,

uns stets genügend Zeit zu nehmen, um

gründlich über das nachzudenken, was

im Mittelpunkt all unserer Bemühungen

steht: was hilft dem Menschen?

Was hilf Ihnen dabei besonders?

WICK: Wissen! Zum Beispiel weiß ich,

dass ich beim Laufen sehr zeiteffizient

beides tun kann. Ich kann meinen Körper

und meinen Geist fördern. Und eben

nicht nur das: ich weiß, und kann es auch

belegen, dass geistige Arbeit – das Ordnen

von Gedanken, Durchdenken von

Aufgaben und Lösen von Problemen –

zeitgleich zu wohldosierter körperlicher

Beanspruchung die Leistungsfähigkeit

des Gehirns geradezu potenziert. Ich genieße

das nicht seltene Erlebnis, dass ich

manch eine gute Idee oder eine Lösung

bei einem durchaus strammen Lauf über

den Wald- und Wiesenboden gefunden

habe.

Sie sind also auch Vorbild, wenn es –

positiv formuliert – um die Förderung

der Gehirngesundheit geht?

WICK: Eine allgemeine Gesunderhaltung

wirkt sich natürlich auch auf das Gehirn

aus. Zu gezielten Maßnahmen zur

Leistungssteigerung, zum Beispiel des

Gedächtnisses oder etwa des logischen

Denkvermögens, kann ich Ihnen nur

sagen: seien Sie skeptisch gegenüber

jeglichen Nahrungsergänzungsmitteln

und den Heilsversprechen der nichtrezeptpflichtigen,

pharmazeutischen

Produkte, die mit großem werblichen

Aufwand in allen Medien angepriesen

werden. Zu gezielten Gehirntrainingsmaßnahmen

oder zu neurologischen

Gegebenheiten, die auf den Intelligenz-

Der schlagartige Wandel der Therapiestandards

für den akuten Schlaganfall bringt erhebliche

Chancen für Betroffene, aber auch große Herausforderungen

für die Strukturen des Gesundheitswesens.

Einerseits müssen zentral Versorgungsstrukturen

geschaffen werden, die eine

hochkomplexe Therapie für eine wachsende Zahl

Betroffener gewährleisten, andererseits müssen

regional Aufmerksamkeit und Fachwissen entwickelt

werden, die eine effiziente Erstversorgung

und Behandlung sicherstellen. Mit der Etablierung

des Schlaganfallkonsortiums Rhein-Neckar

(FAST) soll für eine große Zahl Betroffener -

insbesondere in Regionen außerhalb von großen

Zentren - eine bestmögliche Versorgung vorgehalten

werden. FAST verbindet ca. 20 Partnerzentren

der Region miteinander, um eine Therapie

vor Ort so oft wie möglich und zentral wann immer

erforderlich zu ermöglichen. Damit erhalten

alle akuten Schlaganfallpatienten die Möglichkeit,

fachlich kompetent daraufhin überprüft zu werden,

ob sie für eine rekanalisierende Therapie

in Betracht kommen und diese zeitnah umgesetzt

werden kann. Das Konsortium wird von der

Dietmar Hopp Stiftung gefördert.

42 RC Premium 3/2018


quotienten wirken, kann ich aus der

Perspektive des Neurologen kaum verlässliche

Aussagen geben. Lebenslanges

Lernen und eine ständige geistige, aber

auch motorische Beanspruchung, ist für

die Fitness im Kopf sicherlich hilfreich.

Was unsere medizinisch-wissenschaftliche

Disziplin ausmacht und was wir

über das Gehirn, also den Aufbau, die

Struktur und die Funktionsweise wissen,

lernen wir – so tragisch das ist – zuallererst

durch Verletzungen und Erkrankungen

des zentralen Nervensystems.

Worin sehen sie die größten Perspektiven

respektive Erkenntnismöglichkeiten

in der Gehirnforschung?

WICK: Zunächst sehe ich eine wichtige

Perspektive stets in der systematischen

und vor allem zugewandten Beobachtung

des Patienten und seiner Veränderung,

insbesondere unter dem Einfluss

von Therapien. Natürlich erfreuen wir

uns in der Spitzenmedizin phantastischer

Geräte, die sich in medizintechnischer

Hinsicht stetig fortentwickeln und

unsere Diagnostik befördern. Bildgebende

Verfahren gewähren uns einen

immer genaueren Blick in das menschliche

Gehirn. Die Datenmengen, die dabei

erzeugt werden, sind gigantisch und erfordern

enorme digitale Verarbeitungskapazitäten.

Große Schritte gehen wir in

der Datenanalyse. Dabei kommen intelligente

Algorithmen zum Tragen. Solche

Auswertungsprozeduren erlauben eine

Kombination von Daten, also beispielsweise

Blutwerte beziehungsweise bestimmte

Marker mit elektrischen Messdaten

aus Gehirnaktivitäten, zum Teil

genetische Analysen, Stoffwechselinformationen

und Bilddaten. Die Kombinationen

lassen Zusammenhänge sichtbar

werden und liefern uns Beschreibungen

oder Erklärungen zum Beispiel von seltenen

angeborenen oder im jugendlichen

Alter erworbenen neurologischen Erkrankungen,

bei denen häufig nicht nur

das Nervensystem, sondern andere Bereiche

des Organismus betroffen sind.

Andere Beispiele aus dem entgegengesetzten

Spektrum des Alters sind dementielle

oder andere Systeme betreffende

degenerative Prozesse, deren Systematik

uns vielfach heute noch verborgen ist.

Das ermöglicht uns Forschung auf höchstem

wissenschaftlichen Niveau.

Für Ihre wissenschaftlichen Leistungen

haben Sie bereits mehrere Auszeichnungen

erhalten. Als renommierter Forscher

auf dem Gebiet des Gehirntumors

haben Sie im Jahre 2015 einen Ruf zum

wissenschaftlichen Vorstand ans Deutsche

Krebsforschungszentrum (DKFZ)

erhalten. Den Wechsel dorthin haben

Sie allerdings nicht vollzogen …

WICK: Richtig, ich bin geschäftsführender

Direktor der Neurologischen Klinik geblieben

und bin sehr glücklich mit dieser

Aufgabe. Natürlich war diese äußerst renommierte

Position am DKFZ ein große

Ehre und Auszeichnung für mich. Diese

Berufung hat mir allerdings auch klar

gemacht, dass ich sicherlich ein leidenschaftlich

neugieriger Forscher bin, mir

die Tätigkeit als Arzt aber unheimlich

wichtig ist und tiefe Zufriedenheit bereitet.

Ich möchte unmittelbar am Patienten

sein und dazu beitragen, dass es

Menschen so gut geht als irgend möglich

im Angesicht ihrer Erkrankung. Mir geht

es bei meiner Arbeit um den direkten

Austausch mit meinen Patienten. Das ist

in der Position, in der ich seit 2014 bin

und auch geblieben bin, jeden Tag möglich.

Hinzu kommt meine Aufgabe als

Mitglied des erweiterten Direktoriums

des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen

(NCT) Heidelberg, die es mir

erlaubt, in hervorragender Weise die

klinisch orientierte Forschung mit der

Behandlung von Patienten zu verbinden.

Dadurch nehmen wir eine internationale

Spitzenstellung in der Neuroonkologie

ein und sind integraler Bestandteil des

Hirntumorprogramms des Nationalen

Centrums für Tumorerkrankungen (NCT)

Heidelberg. Wir behandeln über 4.000

ambulante und mehr als 1.400 stationäre

Patienten auf einer spezialisierten

Station mit 20 Betten. Interdisziplinarität

und Translation sind im weltweiten

Vergleich hier vorbildlich etabliert – und

das entspricht genau dem, was ich gerne

machen möchte …

… womit Sie sehr deutlich machen, dass

ein so erfolgreiches Wirken vielleicht

auch nur dann möglich ist, wenn man

Tätigkeit und Position mit Neigungen

und persönlichen Grundsätzen in Einklang

bringen kann. Dabei wünsche ich

Ihnen alles erdenklich Gute und viel

Erfolg. Vielen Dank für das Gespräch.

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FIT &

GESUND

Auch KURZzeitige Möglichkeiten

verhelfen zu langfristigen Erfolgen

Die Muskulatur als Heilkraft

von Timo Weilemann

Die Bedeutung von Krafttraining für

Gesundheit und Wohlbefinden wurde

von medizinischer Seite lange Zeit unterschätzt.

Man dachte bei Krafttraining in

erster Linie an Leistungssport und Bodybuilding.

Wenn man von gesundheitsorientiertem

Bewegungstraining sprach,

dann meinte man ausschließlich das Ausdauertraining.

Erst im Laufe der letzten

Jahre wandelte sich diese Ansicht grundlegend.

Eine Vielzahl sportmedizinischer

Studien der letzten 20 Jahre belegen eindeutig

den gesundheitlichen Nutzen von

Krafttraining.

Gesundheitsorientiertes Krafttraining

schützt nicht nur vor Rücken- und

Gelenkschmerzen, sondern wirkt sich

positiv auf Herzprobleme, Diabetes, Osteoporose,

Alzheimer und Depression

aus. Muskeln sind nicht die bloßen Zugmaschinen,

als die sie lange angesehen

wurden, sondern sie bilden regelrechte

Apotheken im Körper und wirken sich

auf unser ganzheitliches Wohlbefinden

aus.

Der Muskel ist die beste Fettverbrennungsmaschine

im Körper. Zwar setzt

das Gehirn, bezogen auf das Gewicht,

noch deutlich mehr Kalorien um, aber

die Muskulatur lässt sich ausbauen, die

Hirnmenge dagegen selbst durch noch

so viel Denken nicht.

Durch Krafttraining beugen Abnehmwillige

so auch dem berüchtigten Jo-Jo-

Effekt vor. Wer nur Diät hält, ohne sich zu

bewegen, verliert neben dem Fett- auch

viel Muskelgewebe. Der Körper benötigt

dadurch immer weniger Energie. Wenn

nach der Diät wieder die gewohnten

Essgewohnheiten angenommen werden

und die damit verbundene Kalorienzufuhr

zunimmt, steigt das Gewicht umso

rasanter nach oben. Wer dagegen Muskelmasse

aufbaut, bekämpft nicht nur

während des Trainings die unerwünschten

Polster, sondern auch auf der Couch.

Danach findet eine effektive Stoffwechselaktivierung

statt.

Jedes biologische System reagiert auf

vermehrte (angemessene) Belastung mit

einer Steigerung seiner Leistungsfähigkeit.

Hierbei reichen oftmals auch KURZzeitige

Möglichkeiten, um den Körper

Balance der Kraft

(TRX Ausfallschritt mit Wall Ball)

muskulär einem Reiz auszusetzen. Man

spricht vom Prinzip der biologischen

Anpassung beziehungswiese von einer

Anpassungsreaktion des Organismus.

Für die Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke

und Knochen bedeutet das, dass

sie kräftiger, funktionstüchtiger und

widerstandsfähiger werden, wenn sie

regelmäßig durch über das Alltägliche

hinausgehende Gewichtsbelastungen

gefordert werden.

44 RC Premium 3/2018


Die Muskeln lagern dabei vermehrt die

für die Kraftentwicklung verantwortlichen

Eiweißstoffe ein und nehmen dadurch

an Volumen zu, was neben dem

Kraftzuwachs auch eine Verbesserung

der Durchblutung und eine Erhöhung

der Stoffwechselaktivität zur Folge hat.

Neben dem Zuwachs an Muskelmasse ist

auch eine Verbesserung der Koordination

der nervalen Muskelaktivierung

maßgeblich an der Steigerung der Muskelkraft

beteiligt. Vor allem zu Beginn

des Trainings spielt dieser Effekt eine

große Rolle.

Wenn man mehr Muskelkraft hat, wird

das Leben insofern leichter, als dass man

leichter an sich trägt. So sind alle möglichen

Alltagsbelastungen leichter zu

bewältigen und weniger anstrengend.

Eine kräftige Muskulatur stabilisiert

und entlastet die Gelenke und beugt so

Verletzungen und der Entstehung von

Knorpelabnutzungen vor. Aufgrund dieser

Erkenntnisse ist auch ein saisonales

Training genauso effektiv und nachhaltig,

wie ein Training welches über Jahre

ausgeführt wird. Es gibt heutzutage viele

Sportarten, welche nur ein kurzweiliges

über einige Monate angeordnetes Training

erlauben. Da eine intensive Vorbereitungsphase

für einige Sportarten

sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport

unabdingbar sind, um die jeweilige

Wettkampfphase erfolgreich und

bestmöglich vorbereitet zu absolvieren.

Kräftige Muskeln im Bereich von Bauch

und Rücken sind von entscheidender

Bedeutung für eine gute Haltung von Becken

und Wirbelsäule. Sie gelten als das

Mittel Nummer eins zur Verhinderung

und Behandlung von Rückenschmerzen.

80 Prozent aller Schmerzen im unteren

Rücken können durch Training beseitigt

werden. Von besonderer Bedeutung ist

der zunehmende Verlust an Muskelkraft

im Alter.

Fokussierte Kraft

(Langhantel Curl )

Wenn man nichts aktiv dagegen tut

(durch Training), verliert man vom 20.

bis zum 70. Lebensjahr 35 bis 40 Prozent

der Muskelmasse. Das führt irgendwann

zwangsläufig dazu, dass die Muskelkraft

zum limitierenden Faktor für die alltägliche

Lebenstüchtigkeit wird. Um die

Autonomie und Lebensfreude auch im

höheren Alter zu erhalten und gleichzeitig

Stürzen und Verletzungen vorzubeugen,

ist ein sanftes Krafttraining ein

sehr effektives Mittel.

Darum setze Dir Ziele, und denke daran,

dass auch KURZzeitige Möglichkeiten,

die einem gegeben werden, oftmals eine

langfristige Möglichkeit aufzeigen.

Wie Tony Robbins (amerikanischer Beststellerautor,

Ausbilder und Coach) so

schön sagte: „Ziele zu setzen ist der erste

Schritt, das Unsichtbare in das Sichtbare

zu verwandeln.“

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FIT &

GESUND

Bewegung trotz(t) Demenz

von Daniela Völker und Lisa Rehning

Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. leben in

Deutschland aktuell rund 1,7 Millionen Menschen mit

Demenz. Jährlich rechnet man mit 300.000 Neuerkrankungen.

Die Anzahl der Demenzerkrankten steigt aufgrund des

demographischen Wandels kontinuierlich an, da die Anzahl

der Neuerkrankten weitaus höher ist als die Anzahl der Sterbefälle

innerhalb der bereits Erkrankten. Der Anstieg lässt sich

durch die höhere Lebenserwartung und die zunehmende

Anzahl von älteren Menschen erklären. Normalerweise verlaufen

Demenzen irreversibel und enden mit dem Tod. Die

verbleibende Lebenserwartung verkürzt sich dementsprechend,

wobei sich die Krankheitsdauer im Einzelfall jedoch

nicht zuverlässig vorhersagen lässt.

Der Begriff Demenz bezeichnet übersetzt „ohne Geist“. Demenzerkrankungen

sind beschrieben durch die Verschlechterung und

den Abbau geistiger Funktionen, die zum Verlust der Alltagskompetenzen

führen. Meist ist dies gepaart mit Orientierungsund

Sprachschwierigkeiten, welche auch mit Veränderungen

des Verhaltens und der Persönlichkeit einhergehen. Zu beachten

ist, dass Demenz und Alzheimer nicht gleichzusetzen sind.

Durch medikamentöse Therapien ist Demenz zum aktuellen

Zeitpunkt nicht heilbar. In Kombination mit Verhaltenstherapien

können Medikamente den Patienten und ihren Angehörigen

lediglich eine Unterstützung beim Krankheitsverlauf sein. Daher

fällt der Fokus der Forschung immer mehr auf präventive Maßnahmen,

die einen positiven Einfluss auf diverse Risikofaktoren

zur Entstehung einer Demenzerkrankung haben. Es handelt sich

dabei vor allem um die Beeinflussung verschiedener vaskulärer

Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhte Cholesterinwerte

oder Übergewicht. Darüber hinaus spielen aber auch

Verhaltens- und Lebensstilfaktoren wie Rauchen, körperliche

Aktivität und Ernährung eine entscheidende Rolle. Daher ist es

nicht verwunderlich, dass besonders der Einfluss der körperlichen

Aktivität auf das Risiko der Entwicklung einer Demenzerkrankung

sowie auf die kognitive Beeinträchtigung in diversen

Studien untersucht wird und eine entscheidende Rolle spielt.

Viele Studien zeigen bereits eine positive Beeinflussung durch

körperliche Aktivität auf diverse Risikofaktoren zur Entstehung

einer Demenz und indirekt sogar eine Auswirkung auf den

kognitiven Abbau. Neben den indirekten Auswirkungen von

Sport und Bewegung wird auch der Einfluss auf strukturelle und

funktionelle Mechanismen im Gehirn untersucht. Dort zeigt sich

46 RC Premium 3/2018


beispielsweise, dass Personen, die sich regelmäßig bewegen,

geringere Entzündungsmarker im Blut haben. Ein geringes

Niveau an Entzündungsmarkern ist mit einem geringeren Risiko

für einen kognitiven Abbau verbunden.

Regelmäßige körperliche Aktivität spielt allerdings nicht

nur in der Prävention eine wichtige Rolle. Da im Laufe einer

Demenzerkrankung sowohl geistige als auch körperliche

Fähigkeiten nachlassen, ist es wichtig, in jeder Phase der Erkrankung

und bei jedem Alter aktiv zu sein beziehungsweise

zu werden, um die Selbstständigkeit im Alltag, wie das Gehen

oder Aufstehen, sowie eigenständiges Essen und Trinken zu

bewahren und damit einen gewissen Grad an Lebensqualität

zu erhalten. Neben der eigentlichen Erkrankung spielt also

auch mangelnde körperliche Aktivität beim Verlust der Leistungsfähigkeit

eine Rolle, was wiederum zu einem Rückgang

der Kraft und des Gleichgewichts führt. Besonders der Alltag

beinhaltet viele Situationen, in denen Bewegungen und

geistige Anforderungen gleichzeitig gefragt sind. Durch eine

unzureichende Aufmerksamkeitsleistung in Folge der Erkrankung

werden Mehrfachhandlungen allerdings zu einer

großen Herausforderung, woraus weitere Gefahren, wie

beispielsweise Stürze resultieren. Selbst wenn man bisher

noch nicht körperlich aktiv war, ist es möglich, seine kognitiven

Fähigkeiten durch gezielte Aktivität zu verbessern. Man

geht davon aus, dass nicht nur Sport und Bewegung alleine,

sondern auch das soziale Miteinander bei der Aktivität zur

Verbesserung der Gedächtnisleistung beiträgt.

Voraussetzung für den langfristigen Erfolg eines Trainingsprogramms

ist allerdings die regelmäßige Durchführung eines

angeleiteten Trainings unter Berücksichtigung der individuellen

Ressourcen und Beeinträchtigungen jedes Erkrankten.

Grundlage des Trainingsprogramms sollte dabei das Krafttraining

sein. Ein wesentliches Ziel ist dabei die Reduktion der

Kraftdefizite, die ein hohes Risiko für Stürze darstellen sowie

die Alltagsfertigkeiten und die aktive Gleichgewichtskontrolle

beeinflussen. Das Krafttraining kann sowohl gerätegestützt

als auch mit dem eigenen Körpergewicht ausgeübt werden,

wobei darauf geachtet werden sollte, dass der Muskel ausreichend

belastet wird. Darüber hinaus ist natürlich das

Gleichgewichts- und Funktionstraining zum Üben von Alltagsbewegungen

in den Trainingsplan zu integrieren, wodurch

ebenfalls das Sturzrisiko minimiert werden soll und die Unabhängigkeit

sowie Lebensqualität gesteigert werden kann.

Zur Schulung und Steigerung der Aufmerksamkeitsleistung ist

es außerdem anzuraten, Übungen durchführen zu lassen, die

das gleichzeitige Ausführen einer Bewegung und einer kognitiven

Aufgabe beinhalten.

Trainingsmöglichkeiten zur positiven Beeinflussung einer

Demenzerkrankung gibt es viele. Daher sollten vor allem

Betroffene in ihrem Vorhaben zur Aufnahme sportlicher

Aktivität mit Hilfe ausgebildeter Gesundheitstrainer unterstützt

werden.

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47


FIT &

GESUND

MFT - Coordination Tower

Gleichgewichtstraining als Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstraining

von Eric Sattel

Was hat unser Gleichgewicht mit

Aufmerksamkeit oder der menschlichen

Fähigkeit zu bewusstem Denken

zu tun? Auf den ersten Blick gar nichts.

Wirft man jedoch einen genaueren Blick

auf die Funktionsweise des Gleichgewichtstrainings

erschließt sich eine Verbindung.

Das lässt sich an einem ganz

einfachen Beispiel selbst nachvollziehen:

Wenn man Fragen beantworten soll, ist

es für die korrekte Antwort zielführender

in einer ruhigen Umgebung zu sitzen als

parallel dazu auf einem schmalen Grat

zu balancieren. So simpel wie das Beispiel

zeigt, ist im Kern auch der Zusammenhang

zwischen Gleichgewicht und

Aufmerksamkeit beziehungsweise der

Fähigkeit zu bewusstem Denken. Redensarten

wie „jemanden aus dem Gleichgewicht

bringen“ lassen sich letztendlich

ebenfalls auf diesen Zusammenhang zurückführen.

Genutzt wird diese Redensart

vor allem bei äußeren Einflüssen, die

uns aus dem Gleichgewicht bringen, wie

beispielsweise Schicksalsschlägen. Auch

dauerhafter Stress kann dazu führen,

dass man „aus dem Gleichgewicht gerät“.

Nachdem der Zusammenhang nachvollziehbar

geworden ist, stellt sich natürlich

die Frage: Warum ist das so? Um dieser

Frage nachgehen zu können, betrachten

wir zuerst die Funktionsweise der Gleichgewichtsfähigkeit.

Unser Gleichgewicht

sorgt dafür, dass wir in jeder Situation

eine aufrechte und ruhige Körperhaltung

haben. Bei gesunden Menschen laufen

alle relevanten Prozesse automatisch im

Hintergrund ab, das heißt wir müssen

nicht bewusst daran denken, dass wir

beispielweise einen Fuß nach dem anderen

aufsetzen. Dennoch ist unser Gleichgewicht

ein sehr komplexer Prozess.

Es setzt sich aus Informationen verschiedener

Quellen zusammen.

ZAP Bereichsleiter

Christian Schumann

auf dem TRX

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr

versorgt uns mit Rückmeldungen über

Drehbewegungen und Beschleunigung.

Doch auch wenn man häufig liest, unser

Gleichgewichtsorgan liegt im Innenohr,

ist das zu kurz gedacht. Neben dem

Innenohr sorgen verschiedenste Rezeptoren

in den Gelenken dafür, dass

unser Gehirn weiß, welche Stellung die

einzelnen Gelenke jeweils haben. In den

Muskeln sorgen Rezeptoren für Informationen

bezüglich Muskelspannung und

Veränderungen in der Muskelspannung.

Über unsere Augen nehmen wir visuelle

Reize aus der Umgebung auf, die uns

ein Bild von unserer Umwelt zeigen. Alle

diese Reize laufen dann wiederum im

Gehirn zusammen. Unser Gehirn steht

48 RC Premium 3/2018


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also vor der immensen Herausforderung

aus dieser Flut an Informationen die

richtigen Schlüsse zu ziehen, damit wir

jederzeit eine ruhige Körperhaltung bewahren

können.

Geht man von nun noch einen Schritt

weiter in Richtung Antizipation, also der

Vorwegnahme von Ereignissen, wird der

ganze Prozess noch umfangreicher. Zur

Veranschaulichung dazu ein Beispiel:

Wer schon einmal im Wald spazieren

war, wird wissen, dass der Boden mal

mehr mal weniger eben ist. Manchmal

gibt es Mulden oder Wurzeln über den

Weg. Sehen wir diese Hindernisse, ist es

uns ein Leichtes, diesen entsprechend

auszuweichen, da unser Gehirn entsprechende

Gegenmaßnahmen vorbereitet.

Wir laufen um die Mulde herum oder heben

unseren Fuß höher über die Wurzel.

Sehen wir das Hindernis nicht geraten

wir bestenfalls nur kurz ins Straucheln,

schlimmstenfalls stürzen wir.

TRX Bildschirm mit Gleichgewichtsübungen

Man kann also erahnen, welche Leistung

unser Gehirn alleine in die Umsetzung

unseres Gleichgewichtes steckt. Und

unser Gleichgewicht ist nur einer von

vielen Prozessen, die unablässig in unserem

Körper ablaufen. Unser Gehirn

muss also alleine für die Aufrechterhaltung

dieser Grundprozesse ein gewisses

Maß an Konzentration aufrechterhalten.

Dabei ist die Leistungsfähigkeit unseres

Gehirns endlich. Je bewusster wir

uns dann auch noch auf einen Prozess

konzentrieren müssen, umso weniger

Ressourcen können auf andere Prozesse

gelenkt werden. „Denken kostet Kraft“ ist

ein umgangssprachlicher Begriff. Kraft,

oder auch kognitive Ressourcen, die ich

von anderer Stelle abziehen muss.

Gleichgewichtstraining

als Ressourcenfreigabe

Wenn nun auf idealerweise automatisierte

Prozesse weniger Ressourcen

gebündelt werden müssen, verfügt

man über mehr Ressourcen für andere

Prozesse. Wozu diese Ressourcen letztendlich

genutzt werden, ist unsere freie

Entscheidung, eröffnet uns jedoch ganz

andere Möglichkeiten uns selbst wahrzunehmen.

Natürlich nur, wenn man sich

entscheidet die Ressourcen auf Selbstwahrnehmung

zu lenken! Glücklicherweise

lässt sich nahezu jeder Prozess

unseres Körpers trainieren. Wer eine

hohe kognitive Belastung im Alltag hat,

besitzt im Schnitt mehr Synapsen im Gehirn.

Wer sich viel bewegt, hat in dem für

Bewegung zuständigen Hirnareal mehr

und aktivere Verbindungen.

Durch das Gleichgewichtstraining laufen

die Prozesse zur Stabilisierung der Gelenke

autonomer ab. Wir denken also

nicht mehr bewusst darüber nach, WIE

wir uns gerade halten oder bewegen, wir

machen es einfach. Dabei kann auch mal

der Gedanke aufkommen: „Fast wäre

ich gestürzt!“, allerdings erst nachdem

die Situation vorbei ist. Die Gelenke erlernen

durch das Training immer besser,

wie sie sich zu verhalten haben, wenn

sie aus dem Gleichgewicht geraten. Eine

kleine Übung für zu Hause kann dafür als

guter Maßstab herangezogen werden.

Stellen Sie sich auf ein Bein mit geöffneten

Augen. Sobald Sie sicher stehen,

schließen Sie die Augen und versuchen

so lange wie möglich stehen zu bleiben.

Sie verlieren einen Großteil der Informationen

über die Umgebung und werden

deshalb instabil. Die kleinen Rezeptoren

in den Gelenken müssen plötzlich die

fehlenden Reize kompensieren. Je besser

dies möglich ist, durch Training und bessere

Vernetzung der Synapsen im Gehirn,

umso länger können Sie auch mit

geschlossenen Augen auf einem Bein

stehen bleiben.

Fazit: Ein gutes Gleichgewicht, und dabei

ist nicht nur das körperliche Gelichgewicht

gemeint, ist eine wichtige Grundlage

für unsere freie Entfaltung. Von daher

ist jedem zu empfehlen, sich in dieser

Hinsicht zu motivieren. Unser Gleichgewichtsgerät

ist dabei eine einfache und

spaßige Ergänzung für jedes Training.

49


FIT &

GESUND

Personal Training -

Einzeln oder in einer Gruppe?

von Moritz Nägele

Den meisten Menschen fällt es schwer sich nach einem

langen Arbeitstag zum Sport aufzuraffen. Wie kann ich

diesem Motivationsloch entkommen? Personal Training in

Kleingruppen kombiniert Gruppentraining mit dem klassischen

Personal Training. Das gemeinsame Erreichen seiner

Ziele unter kompetenter Anleitung eines ausgebildeten

Trainers erhöht nicht nur die Motivation, sondern auch

das Leistungsvermögen. Die klassischen Ziele des Personal

Trainings – Gewichtsreduktion, Körperdefinition, Fitnesssteigerung

durch Ausdauer- und Krafttraining – können

gemeinsam erreicht werden.

Wie groß darf die Gruppe sein?

Besteht die Gruppe aus vielen Teilnehmern ist es schwierig,

einen gemeinsamen Nenner zu finden. Das Leistungsniveau

der einzelnen Teilnehmer ist unterschiedlich und die kompetente

Betreuung der Teilnehmer leidet.

Denn: Beim Kleingruppen Personal Training sollte so intensiv

wie möglich auf jeden Teilnehmer und dessen Stärken und

Schwächen eingegangen werden. Deshalb gilt: Je kleiner die

Gruppe (maximal 7 Personen), desto effektiver ist die individuelle

Betreuung.

Um einen möglichst großen Benefit aus dem Gruppentraining

zu ziehen, sollten einige Voraussetzungen erfüllt

werden. Entscheidend für die Qualität des Trainings ist neben

der fachlichen Kompetenz des Trainers die Zusammenstellung

der Gruppe.

Der Nenner macht’s – Grundlage finden

Im Idealfall entwickelt sich in einer Gruppe eine Eigendynamik,

von der alle profitieren. Um diese zu erreichen, ist es

wichtig, dass die Leistungsunterschiede der einzelnen Teilnehmer

nicht zu groß sind. Dasselbe gilt für die Zielsetzung

der Gruppenmitglieder, auch diese sollten ähnlich sein.

Sind sie zu unterschiedlich fehlt der gemeinsame Nenner

für das Training. Das ist kontraproduktiv für das Gruppenklima.

Ist eine gemeinsame Grundlage gefunden worden,

kann es los gehen!

Gemeinsam ein Ziel erreichen

Für viele Fitnessfans ist der wichtigste Faktor des Gruppentrainings:

Gemeinsam schwitzen motiviert. Der Mensch ist

ein soziales Wesen, deswegen kommen viele nur aufgrund

des zwischenmenschlichen Aspekts zum Training. Das Miteinander

spornt die Teilnehmer der Gruppe besonders an,

man spricht sich untereinander ab und pusht sich auch dann,

wenn der Personal Trainer gerade mit jemand anderem

beschäftigt ist. Es inspiriert die Teilnehmer zu sehen, wie

andere Dinge schaffen, die man vielleicht noch nicht kann.

Kurz zusammengefasst: Je besser eine Gruppe funktioniert,

desto mehr Leistung kann aus den Trainierenden herausgekitzelt

werden, die sie vielleicht selbst in solchem Ausmaß

nicht erwartet hätten. Die Fachkompetenz des Personal

Trainers hilft dabei die Leistungen zu steigern, damit alle ihre

Ziele erreichen.

50 RC Premium 3/2018


1zu1-Betreuung ist effektiver

Für viele ist der wichtigste Aspekt für die Entscheidung ob

Personal Training oder Kleingruppen Personal Training der

Preis. Doch genau darüber sollte man gut nachdenken. Denn

Personal Training in der Gruppe führt unter fachgerechter

Anweisung eines Personal Trainers zum Ziel. Tatsächlich

schneller und effektiver geht es jedoch bei der klassischen

1:1-Betreuung. Dort kann der Trainierende mit ständiger

Bewegungskontrolle und Betreuung durch den Trainer rechnen.

Der Trainierende wird nicht nur in sportlicher Hinsicht

betreut, sondern auch im Alltag.

Welcher Weg führt zum Ziel?

Im Unterschied zum Personal Training in Kleingruppen liegt

der Fokus bei der 1zu1-Betreuung auf der Tagesform des

Kunden. Der Trainer passt die Intensität des Workouts an die

Verfassung des Trainierenden an. Somit werden Schwächen,

persönliche Einschränkungen und Probleme besser analysiert

und berücksichtigt, damit es zu keiner Über- oder Unterforderung

beim Training kommt und die Trainingsreize hoch

wirksam sind. Oft unterschätzt, aber trotzdem ein wichtiger

Faktor beim Ausdauer- und Krafttrainings, ist die Psyche. Bei

einer individuellen Betreuung kann der Personal Trainer einen

größeren Einfluss auf den Kunden nehmen als in der Gruppe.

Dort ist mentales Training oder Coaching nur sehr schwer

bis kaum möglich, da es zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Die

Motivation leitet sich in der Gruppe aus dem Wir-Gefühl ab:

Gemeinsam den Weg zu denselben Zielen gehen und am

Ende gemeinsam seine Ziele erreichen.

Welchen Weg sollte ich nehmen? Diese Frage beantworten

Sie sich selbst. Was möchte ich erreichen? Was bin ich

bereit dafür zu tun? Entscheiden Sie selbst, wann Sie Ihr Ziel

erreichen wollen!

„Nussis“ trainieren im ZAP

Mit Beginn der Saison 18/19 werden die Nußlocher Handballerinen,

liebevoll auch „Nussis“ genannt, einen Teil ihres

Athletiktrainings im ZAP Fitness und Prävention absolvieren.

Unter Anleitung des ZAP Personal Trainers Moritz Nägele

schwitzen die Mädels einmal die Woche in zwei Kleingruppen

und arbeiten an ihren Stärken und Schwächen. Um

den Verbleib in der 4. Liga (Oberliga Baden - Württemberg)

zu sichern, werden in enger Absprache mit den Verantwortlichen

unterschiedliche Schwerpunkte für die einzelnen

Trainingseinheiten gesetzt. Neben dem grundlegenden Kraftund

Koordinationstraining rückt das Core-Training (Stärkung

des Rumpfbereiches) in den Fokus. Denn je besser der

Rumpfbereich trainiert ist, desto leistungsfähiger sind die

Spielerinnen. Treffen die Mädels nun auf körperlich überlegene

Gegnerinnen, ist es umso wichtiger, dass der Rumpfbereich,

der für Körperspannung während den verschiedenen

Bewegungsabläufen im Handball sorgt, gezielt trainiert wird.

„Wir sind sehr glücklich darüber dieses zusätzlich wichtige

Personal Training in einer der schönsten Anlagen der Umgebung,

im Racket Center Nußloch, unter Anleitung der Fachkompetenz

von Moritz Nägele, absolvieren zu können“, so

Abteilungsleiter Manfred Gspandl. „Schon früh zeigt sich in

der Mannschaft der positive Effekt dieses Trainingskonzeptes,

welches uns in unserem vorrangigen Ziel, dem Klassenerhalt

in der BWOL, nicht nur einen Schritt näher, sondern auch

einen Vorteil gegenüber den anderen Mannschaften, bringt.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal Herrn Dr. Zimmermann

vom Racket Center Nußloch sowie Moritz Nägele für

diese Möglichkeit der professionellen Weiterentwicklung der

Mannschaft sowie unseres Vereines.“

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HIDDEN

DEVICES

Die Trap Bar - Mit Vielfalt zum Erfolg

von Moritz Nägele

Seit etwas mehr als zwei Monaten ist unser neues Trainingsgerät,

die Trap Bar, in unserem funktionellen Bereich

in Betrieb. Eine Trap Bar oder aufgrund ihrer sechseckigen

Form auch Hex Bar genannt, ist eine spezielle Form der Langhantel,

die in den 1980ern Jahren von dem amerikanischen

Gewichtheber Al Gerard entwickelt wurde. Sein Ziel war es,

wie beim regulären Kreuzheben, schwere Gewichte bewegen

zu können, ohne dabei den Rücken zu überlasten. Warum Sie

unbedingt mit der Trap Bar trainieren sollten, wird anhand

der drei wichtigsten Vorteile im folgenden Text dargelegt:

1. Kombination aus Kniebeuge und Kreuzheben

Beim Kreuzheben mit der Trap Bar führt man im Prinzip eine

Kniebeuge aus, während die Stange, wie beim klassischen

Kreuzheben, mit den Händen gehalten wird. Der einzige, aber

wichtige Unterschied besteht darin, dass sich die Arme mit

neutraler Handposition nicht vor dem Körper, sondern seitlich

davon befinden. Diese Variante ermöglicht, dass mehr

Gewicht bei der Übung verwendet werden kann und die Beine

einem größeren Trainingseffekt ausgesetzt sind als beim

regulären Kreuzheben.

2. Einfaches und schnelles Erlernen der Technik

Gerade für Anfänger ist das Kreuzheben mit der Trap Bar eine

sinnvolle und effektive Übung. Die Technik ist im Vergleich zum

klassischen Kreuzheben schnell zu erlernen. Die Besonderheit

der Trap Bar, dass die Stange um den Trainierenden herum verläuft,

ermöglicht, das Gewicht mit einer Kniebeuge-ähnlichen

Bewegung anzuheben, ohne dass die Schienbeine mit der

Stange in Kontakt kommen. Als Bewegung im Alltag ist das Trap

Bar-Kreuzheben mit dem gesunden Heben einer schweren Last

(zum Beispiel einem Wasser- oder Bierkasten) zu vergleichen.

Somit kann das Trap Bar-Kreuzheben schon zu einem sehr

frühen Trainingszeitpunkt eingesetzt werden.

3. Stärkung der hinteren Kette

Aufgrund der Positionierung der Füße in der Mitte der Trap

Bar ist es möglich das Gewicht wesentlich aufrechter und sicherer

als beim klassischen Kreuzheben anzuheben, da der

Massenschwerpunkt deutlich vor dem Körper des Trainierenden

liegt. Dies wirkt sich positiv auf die Belastung des unteren

Rückens sowie auf die Belastung der Bandscheiben aus.

Trotzdem ist der Trainingseffekt größer als bei der regulären

Kniebeuge. Die gesamte hintere Kette von Gesäß-, Rücken-,

und Beinmuskulatur wird effektiver angesprochen, da es sich

um eine Hüftstreck-bewegung und nicht wie bei einer normalen

Kniebeuge um eine Kniestreckbewegung handelt.

Fazit

Das Kreuzheben mit der Trap Bar ist eine ausgezeichnete

Übung als Einstieg ins Kreuzheben für Beginner oder für Fortgeschrittene,

die einen neuen Trainingsreiz setzen wollen. Die

Technik ist leicht zu erlernen und der Trainingseffekt ist für

die hintere Kette (Rücken-, Gesäß- & Beinmuskulatur) optimal.

Wer sollte unbedingt damit trainieren? Personen, die

während ihrer Arbeit viel und lange sitzen. Warum sollte

unbedingt damit trainiert werden? Um Rückenproblemen

präventiv vorzubeugen!

Ihr Interesse ist geweckt? Dann sprechen Sie mich doch einfach

auf der ZAP Fläche an.

Viel Erfolg beim Trainieren!

52 RC Premium 3/2018


Herzlich willkommen

Tag der offenen Tür

16.09.2018

11 bis 15 Uhr

Unser Marea - vom Schlemmerblock als Top 3 Restaurant 2018 prämiert -

lädt Sie bereits ab 9 Uhr zur Eröffnung der Frühstücksbuffet-Saison ein.

Anmeldungen unter www.marea-nussloch.de

Ab 11 Uhr können Sie bei spannenden Mitmachangeboten und Workshops

- für Groß und Klein - die sportliche Vielseitigkeit und gesundheitlichen

Bildungsmöglichkeiten des Racket Centers entdecken. Die Partner des Hauses

sind ebenfalls mit vielen interessanten Angebot vertreten.

Machen Sie aktiv mit bei

• Schnupperworkshops Tennis,

• Fitness-Kurse,

• Kinderbetreuung „Sport & Spiel“ durch die Ballschule Heidelberg,

• Ernährungs- & Trainingsworkshops

und vielen weiteren Mitmach- und Teststationen.

Wir freuen uns auf einen interessanten, informativen und abwechslungsreichen

Tag mit Ihnen und Ihrer Familie, Ihren Freunden und Bekannten!

Racket Center Nußloch • Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch

info@racket-center.de • www.racket-center.de

SERVICE & BERATUNG NACH MAß


ERNÄHRUNG

Das Gehirn isst mit

Wie positive und negative Erfahrungen unser Essverhalten prägen

von Lisa Rehning, ZAP Ernährungsexpertin

Uns ist allen bewusst, dass Essen mehr bedeutet als

reine Nahrungsaufnahme. Ob als Nervennahrung zur

vermeintlichen Stressbewältigung, als Genussmittel im

gemeinschaftlichen Beisammensein oder als Zeitvertreib aus

Langeweile, Essen begleitet unser Leben alltäglich in vielfältiger

Funktion.

Auch unser Gehirn spielt dabei eine entscheidende Rolle vor

und während des Essens. Inwiefern ist das so? Erinnern wir

uns doch mal an eine Situation aus der Kindheit: Was gab es

Schöneres als vom Spielen heimzukommen und schon auf

dem Weg dorthin den leckeren Geruch von Mamas Kochkunst

in der Nase zu haben? Man rannte hinein und hörte das

Geschirr klappern und die Mutter rufen: „Es gibt gleich Essen,

wasch‘ dir schon mal die Hände!“. Und schon lief einem das

Wasser im Munde zusammen und der Magen stellte sich

darauf ein, gleich wohlig gefüllt zu werden.

Auch das Knacken eines frischen Apfels, einer Möhre

oder kühler Schokolade, das Knistern einer Chipstüte bereitet

uns auf den Geschmack des Lebensmittels vor. Was wäre

schließlich ein Kinobesuch ohne das Geräusch des Popcorns

und ohne die Frage nach Eis? Solche positiven Erlebnisse

speichern wir in unserem Gehirn ab und verbinden somit

Essen mit bestimmten Erfahrungen. Das treibt uns auch dazu,

positiv geprägte Erlebnisse zu wiederholen.

Durch die verschiedenen Sinneswahrnehmungen ist es dem

Gehirn möglich, Funktionen des Körpers zu aktivieren. Wie

zum Bespiel die Speichelproduktion im Mund anzuregen, die

Verdauungsenzyme unter anderem im Magen freizusetzen,

damit die Spaltung und Resorption der Nahrung möglich ist,

und die Peristaltik des Verdauungstraktes in Gang zu setzen,

um den Nahrungsbrei befördern zu können.

In der Ernährung beziehungsweise beim Kontakt mit Essen

sind jedoch auch negative Erfahrungen möglich. Vor allem

Eltern sollten sich an den Ratschlag halten: „Wenn du

möchtest, dass deine Kinder alles essen, dann lebe es ihnen

vor!“. Das ist deshalb sehr sinnvoll, denn wenn Mama oder

Papa schon das Gesicht bei Brokkoli verziehen, nur weil sie es

riechen oder gar verzehren, wieso sollten die Kinder es ihnen

nicht gleichtun?! Sie verbinden schließlich damit, dass es

etwas Schlimmes sei und nicht schmecken würde. Somit ist

der erste negative Eindruck geschaffen, der das Essverhalten

des Kindes in Bezug auf Brokkoli negativ beeinflusst.

54 RC Premium 3/2018


Auch das Anrichten eines Gerichts ist wichtig, um positiv

auf das Essverhalten zu wirken. Ob zu Hause oder in einem

Restaurant, wir versuchen unsere Mahlzeiten schön zu gestalten,

denn: „Das Auge isst mit!“.

Dass Speisen bei schöner Dekoration und Darbietung besser

schmecken als auf unsauberen Tellern ist uns bekannt. Wer

bereits in einem Krankenhaus arbeiten durfte, kennt aber das

Problem: Viele Essen, so schnell wie möglich, mit geringsten

Aufwand und so billig wie es nur geht auf ein Tablett zu zaubern,

welches jedem Patienten vor Freude strahlen lässt, ist

gar nicht so einfach. Alle geben Ihr Bestes, doch leider hört

man viel zu häufig den Satz „Es schmeckt nicht.“ Doch die Verbindung

mit einem Krankenhausaufenthalt ist meist negativ

behaftet, weshalb es unser Gehirn auch schwer hat, es sich

schmecken zu lassen.

Bei vielen Menschen hat auch das Zeitgefühl einen Einfluss

darauf, vor allem wenn man gewohnt ist zum Beispiel grundsätzlich

um 12 Uhr sein Mittagessen einzunehmen. Diese Gesamtheit

an Erfahrungen wird über das ganze Leben weiter

gesammelt, neu auferlegt oder vertraut weitergeführt. Unser

Gehirn macht sich dies zunutze und wird uns damit ein Leben

lang zur Seite stehen.

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GESUND

& LECKER

Zutaten für 4 Personen

Zubereitunsgzeit ca. 25 min

Spaghetti mit Riesen-Garnelen

in Asia-Soße

2 rote Zwiebeln

1 Knoblauchzehe

1 TL geriebener Ingwer

½ Chilischote

2 Stangen Zitronengras

1 EL Rapsöl

1 EL Zucker

200 ml Orangensaft

800 g Tomaten, Konserve, stückig

5 Kaffir-Limonenblätter

1 TL China-Gewürz

Salz

4 EL Dim Sum Soße

400g Spaghetti

(Hartweizen, eifrei)

250g Riesengarnelen

1 TL Öl

Salz, Pfeffer

Barbecue-Gewürz

• Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. 1 EL Zwiebelwürfel für die

Garnelen zur Seite stellen. Ingwer reiben, Chilischote in feine Streifen schneiden,

die Zitronengrasstängel der Länge nach durchschneiden. Die Spaghetti

nach Packungsanweisung bissfest kochen und abgießen.

• Das Öl erhitzen und den Zucker unter Rühren darin auflösen, Zwiebel, Knoblauch,

Ingwer und Zitronengras zugeben, anbraten und mit dem Orangensaft

aufgießen.

• Die Tomaten und die Kaffir-Blätter entfernen. Dann die Soße pürieren, die

Dim Sum Soße zugeben und nochmals kräftig abschmecken.

• Die restlichen Zwiebelwüfel leicht anbraten und die Garnelen nach Packunganweisung

mitbraten. Mit Salz und Barbecue-Gewürz abschmecken.

• Die Spaghetti auf vorgewärmte Teller verteilen, die Soße darüber geben und

die Garnelen aus der Pfanne darauf verteilen.

• Zitronengras und Kaffir-Limonenblätter gibt es in der Asia-Abteilung fertig

vorbereitet im Glas. Beides verleiht der Speise eine besonders aromatische,

milde, leicht nach Limonen duftende Nuance.

1 Portion enthält ca.:

523 kcal I 7 g Fett I 87 g Kohlenhydrate I 27 g Eiweiß I 8 g Ballaststoffe I 85 mg Cholesterin

präsentiert von

Dieses und weitere tolle

Rezepte finden Sie in Ihrem

individuellen figurscout

Kochbuch.

56 RC Premium 3/2018


Start in die neue Saison -

ab Sonntag, den 16. September 2018

Frühstücksbuffet

Immer sonntags von 9.30 bis 13.00 Uhr

Ristorante Marea im Racket Center Nußloch

Preis

pro Person

17,00 €*

RISTORANTE & BAR

im Racket Center Nußloch

Walldorfer Str. 100

69226 Nußloch

www.marea-nussloch.de

Gäste unseres Frühstücksbuffets

haben die Möglichkeit, die freistehenden

Tennis-, Badminton- und

Squashplätze sowie den ZAP Fitnessbereich

in der Zeit von 7.00 bis

10.00 Uhr kostenfrei zu nutzen.

Bie reservieren Sie vorab Ihren

Tisch auf www.marea-nussloch.de,

E-Mail an info@marea-nussloch.de

oder per Tel. unter 06224 99 09-55.

(Racketsportplätze können nicht

vorab reserviert werden.)

* Kinder von 6 bis 12 Jahren zahlen

8,00 Euro. Kinder unter 6 Jahren

sind frei.

57


BENEFIZ

Mit über 90 Regatten in 23 Städten und mehr als 25.000 Teilnehmer in den letzten 13 Jahren

ist „Rudern gegen Krebs“ die größte Breitensportveranstaltung dieser Art in Deutschland.

Rudern gegen Krebs

9. Benefizregatta am 8. September 2018

Bewegung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung

von Krebs. Insbesondere aber auch bei Krebspatienten

kann ein körperliches Training dazu beitragen, während und

nach einer Krebstherapie Komplikationen und Nebenwirkungen

abzumildern oder zu vermeiden. Tumorpatienten fühlen

sich in der Regel besser, wenn sie sportlich aktiv sind.

Die Stiftung Leben mit Krebs setzt sich schon lange für

Bewegungsprogramme speziell für Krebspatienten ein. Am

Samstag, den 8. September findet zum neunten Mal die

Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ auf dem Neckar in

Heidelberg statt. Patienten, Ruderanfänger, Angehörige und

Profis sind herzlich eingeladen, sich für die gute Sache in

die Riemen zu legen. Die Rennen starten um 9:00 Uhr. Die

Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister

Prof. Dr. Eckart Würzner und MLP-Gründer

Dr. Manfred Lautenschläger. Durch die Kombination von

Rudern gegen Krebs mit dem Radtreff Rhein-Neckar und

der Tour der Hoffnung, die durch den Schirmherr Manfred

Lautenschläger initiiert wurde, soll in diesem Jahr ein Gesamterlös

von mehr als 100.000€ + X für das Programm Bewegung

und Krebs am NCT erlöst werden. An Land gibt es ein spannendes

Bühnenprogramm für die gesamte Familie.

Ob Anfänger oder erfahrener Ruderer: Jeder ist willkommen

teilzunehmen. „Zur Vorbereitung unterstützen wir jedes

Team mit drei kostenfreien Trainingseinheiten“, erklärt Sönke

Hartung-Rey, Abteilungsleiter der Rudergesellschaft Heidelberg

1898 e. V. (RGH). Gerudert wird im Gig-Doppelvierer.

Als Steuerleute halten Mitglieder der RGH die Boote auf Kurs.

Die Renndistanz beträgt 300 Meter. Wer mitrudern möchte,

kann sich im Internet unter rgk-heidelberg.rudernonline.de

anmelden. Anmeldeschluss ist der 30. Juli 2018. Das Startgeld

von 300 Euro pro Boot/Mannschaft setzt sich zusammen aus

200 Euro Spende und 100 Euro Kostenbeitrag.

„Wir möchten Krebspatienten ermutigen, trotz der Erkrankung

weiter aktiv zu bleiben“, sagt Klaus Schrott, Vorsitzender

der Stiftung Leben mit Krebs. Dazu kooperiert die in Mainz-

Kastel ansässige Stiftung bundesweit mit onkologischen Therapieeinrichtungen

und lokalen Rudervereinen. In diesem

Jahr findet die Regatta neben Heidelberg in zehn anderen

Städten statt.

Der Erlös der Regatta in Heidelberg kommt dem Programm

„Bewegung und Krebs“ am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen

(NCT) Heidelberg zugute. Das Trainingsangebot

für Krebspatienten reicht von Krafttraining über Nordic

Walking bis zu Yoga. „Sport- und Bewegungstherapie haben

sowohl während der Behandlung als auch in der Rehabilitation

von Krebserkrankungen einen hohen Stellenwert. Bewegung

kann dazu beitragen, therapiebedingte Symptome

wie Fatigue oder Schlafstörungen abzumildern oder zu vermeiden.

Ohne den Spendenerlös wäre es nicht möglich, das

Bewegungsprogramm am NCT fortzuführen“, berichtet Dirk

Jäger, Ärztlicher und Geschäftsführender Direktor am NCT

Heidelberg.

9. Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“

Samstag, 8. September 2018, ab 9:00 Uhr

Veranstaltungsort: Neckarwiese Neuenheim, HD

Schirmherren: Prof. Dr. Eckart Würzner, Oberbürgermeister

Heidelberg und Dr. h. c. Manfred Lautenschläger,

Gründer der MLP SE

Informationen unter: www.rudern-gegen-krebs.de

58 RC Premium 3/2018


abcde

fghijkl

mnop

qrstuv

wxyz

abc = all-in-one-touch

w w w . a b c d r u c k . d e · w w w . m e t z g e r d r u c k . d e · w w w . a b c m e d i e n . e u · w w w . a b c p r e m i u m . d e

59


WOHL

FÜHLEN

Wohltuende, salzhaltige Luft ganz in der Nähe

AQWA Walldorf bietet eine Salzlounge modernsten Standards

Atembeschwerden sind heutzutage

keine Seltenheit. Die Ursachen für die

Beschwerden sind dabei sehr vielfältig

und nicht immer eindeutig identifizierbar.

Bei der Behandlung dieser Probleme

denkt man zunächst an Kurorte, denen

ein heilendes Klima zugeschrieben wird.

Schon Homer und Sokrates schrieben

von den positiven Eigenschaften der salzhaltigen

Luft, denn diese dringt tief bis

in die Bronchien und Luge ein und legt

dort einen feinen Film auf die Schleimhäute.

Dadurch werden die Schleimhäute

auf natürliche Art und Weise feucht

gehalten und Schleim kann gelöst werden.

In diesem Schleim befinden sich oft

Bakterien und andere Ablagerungen, die

durch das Abtransportieren ausgehustet

werden können und durch die salzige Luft

wird die Lunge zusätzlich desinfiziert.

60 RC Premium 3/2018


Anzeige

Natürlich ist

natürlich günstig

Ökostrom aus zertifizierten Quellen

Damit wir noch genug Energie

für unsere Kinder haben.

1863 ließ der Arzt Hermann Brenner

erste Lungensanatorien in Deutschland

eröffnen. In diesen Kurorten versprach

man sich Heilung durch Liegekuren im

Freien. Der erste Prototyp der Lungenheilstätten

war geschaffen. Im Laufe der

Jahrhunderte entwickelten sich diese

Einrichtungen weiter und noch heute erfreuen

sich Kurorte großer Beliebtheit.

Doch oft sind Kurorte weit entfernt und

es bedarf einen ganzen Urlaub, um sich

erholt zu fühlen.

Die Salzlounge

Der Bade- und Saunaparkl AQWA Walldorf

hingegen befindet sich in der Nähe.

Durch den Anfang 2015 veranlassten

Umbau, wird eine Salzlounge geschaffen.

Wer sich jedoch fragt, was eine Salzlounge

ist und was diese mit Atembeschwerden

zu tun hat, dem sei gesagt:

Eine Salzlounge ist ein Raum dessen

Wände mit Salz bzw. Salzsteinen verkleidet

sind. Durch die mit Salz verkleideten

Wände und der Solevernebelung in der

Salzlounge entsteht im Raum eine besonders

salzhaltige Luft, die extrem gut

für die Atemwege und die Haut ist. So soll

der Effekt eines 45-minütigen Aufenthaltes

bei maximal 40 Grad Raumtemperatur,

dem Effekt eines mehrtägigen

Besuches am Meer entsprechen.

Aber nicht nur bei bestehenden Beschwerden

hilft dies besondere Klima,

auch die Vorbeugung darf nicht außer

Acht gelassen werden. Während der

Verweildauer wird mit Licht- und Klangelementen

eine besondere seelische

Entspannung geschaffen, die sich beruhigend

auf das Herz-Kreislaufsystem

und somit auf den allgemeinen positiven

Entspannungszu-stand auswirkt - ein angenehmer

Nebeneffekt der Salzlounge.

Schon nach sechs bis acht regelmäßigen

Sitzungen in bequemen Liegestühlen soll

sich die volle Wirkung der salzhaltigen

Luft entfalten. Man fühlt sich nicht nur

körperlich, sondern auch seelisch fitter.

Gerade diese Inhalation ist gegenüber

anderen Kuranwendungen kreislaufschonender

und daher auch für Menschen

mit Herz-Kreislauf-Problemen sehr

gut geeignet.

Das Rasulbad

Aber nicht nur die Salzlounge wird im

Zuge des Umbaus neu geschaffen. Auch

ein Rasulbad findet Einzug im AQWA

Walldorf. In diesem Bad werden während

einer 20-minütigen Reinigungszeremonie

Pflege- und Heilschlämme auf die Haut

aufgetragen. Durch den Anstieg der

Raumtemperatur sowie der Luftfeuchtigkeit

werden die Schlämme cremig und

lassen sich, ähnlich wie ein Peeling, auf

der Haut verreiben. Durch diesen Vorgang

werden abgestorbene Zellen oder

verkrustete Cremereste von der Haut

entfernt. Beendet wird diese stoffwechselanregende,

durchblutungsfördernde

und entschlackende Zeremonie mit

warmen Regengüssen.

Ab Anfang Dezember, so ist es geplant,

können Sie sich über die beiden neuen

Errungenschaft des AQWA Walldorf

freuen.

Zur Eröffnung laden wir Sie schon jetzt

herzlich ein!

Weitere Informationen zum

AQWA Walldorf finden Sie unter

www.aqua-walldorf.de.

Um eine umweltschonende und moderne

Energieversorgung zu gewährleisten,

steht ein verantwortungsvoller

Umgang mit Ressourcen in unserem

Fokus.

UNSERE STADTWERKE

MACHEN ES MÖGLICH

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www.stadtwerke-walldorf.de


Leistung

& Erfolg KURZ NOTIERT ...

Ein erfolgreiches Jahr

für Tina Manescu

Das intensive Training bei Stev

Kleine über nunmehr bereits drei

Jahren trägt große Früchte. Nachdem

Tina Anfang des Jahres den

Porsche Cup und die Badischen

Jüngstenmeisterschaften gewinnen

konnte, folgte im Juli ihr bislang

größter Erfolg: Der Titel bei den

Deutschen Jüngstenmeisterschaften

in Detmold.

Möchtest Du Dir den Traum

vom College Tennis in den USA erfüllen?

Dann nutze Deine Chance beim nächsten Sichtungstermin im Racket Center

Nußloch am 05. Januar 2019. Jeder ambitionierte Tennisspieler im Alter von

14-20 Jahren mit Interesse an einem Studium in den USA hat die Möglichkeit,

sein Talent von einem professionellen Berater sichten zu lassen und die Chancen

auf ein Tennisstipendium auszuloten.

Melde dich jetzt an unter: www.uniexperts.com/CTS

Ansprechpartnerin: Maren Zimmermann

Im August konnte Tina ihre Siegesserie

beim Champions Bowl

(Deutschlandfinale) in München

fortsetzen. Mit dem Turniersieg

beim Champions Bowl ist Tina für

das Weltfinale in Kroatien qualifiziert.

Wir wünschen Tina viel Erfolg

in Kroatien!

Wir gratulieren:

Marea Ristorante & Bar

im Racket Center gewinnt den

3ten Platz beim Schlemmerblock

AWARD

Der Award prämiert die beliebtesten

Gutschein-Anbieter der Schlemmerblock-Regionen.

Das Besondere:

es zählen nicht die Bewertungen von

Kritikern oder Testern, sondern einzig

und allein die Meinung der Gäste und

Kunden aus dem Vorjahr, welche die

Gutschein-Anbieter besucht und auf

Herz und Nieren getestet haben.

Die Platzierung der Gastro-Anbieter

ergibt sich durch Bewertungen in drei

verschiedenen Bereichen:

• Qualität der Speisen und Getränken

• Ambiente und Ausstattung

• Service

62 RC Premium 3/2018


Netzwerktreffen

Seminare

Open Air

Workshop

Familienfeier

EVENTS

Weihnachtsfeier

Hochzeit

Firmenjubiläum

Sommerfest

www.racket-center.de


KLINIK

PORTRAIT

Vulpius Klinik Bad Rappenau

Für Ihre Genesung und Gesundheit

Die Vulpius Klinik wurde im Jahre

1912 gegründet und hat sich vom

„Sanatorium“ für Knochen- und Gelenktuberkulose

hin zur modernen Fachklinik

für Orthopädie, Unfallchirurgie,

Handchirurgie sowie Schulter- und Ellenbogenchirurgie

entwickelt und gehört

mittlerweile zu den größten orthopädischen

Kliniken in Süddeutschland.

Tradition und Moderne

Orthopädische Erfahrungen und ärztliches

Engagement seit über 100 Jahren in

enger Verbindung mit innovativer Technik

bilden die Grundlage für qualitativ

hochwertige und patientenorientierte

Diagnostik und Therapie. Computerassistierte

Operationsmethoden, modernes

Equipment und spezielle Nachbehandlungsmethoden

sorgen für schonende

Eingriffe und schnellere Genesung von

Patienten und Patientinnen.

In dem akademischen Lehrkrankenhaus

der Universität Heidelberg garantiert der

konstante Austausch mit der Forschung,

dass neueste Erkenntnisse der Medizin

unmittelbar umgesetzt werden.

Qualität

Seit 1998 überprüfen wir in der Vulpius

Klinik unsere eigene Leistung und Qualität

nach den international anerkannten

DIN EN ISO 9001 Normen. Im dreijährigen

Turnus wird diese Zertifizierung

erneuert. In der Zwischenzeit sorgen

regelmäßige Audits für kontinuierliches

Qualitätsmanagement.

Im Team

Teamarbeit nach innen - Kooperation

nach außen! Mit dieser Zielsetzung

arbeitet die Vulpius Klinik als zuverlässiger

Partner mit den Rehakliniken und

niedergelassenen Ärzten der Region

ebenso wie mit Krankenkassen und

Behörden zusammen. „Toleranz, Achtung

und gegenseitiger Respekt prägen den

Umgang miteinander, mit unseren Patienten

und den Partnern der Klinik. Wir

fühlen uns als Gemeinschaft, die den Erfolg

unseres Unternehmens ermöglicht“,

heißt es im Leitbild der Vulpius Klinik.

Fachgebiete

Die Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie

unter der Leitung von Prof. Dr.

med. Michael Clarius hat sich auf den

künstlichen Gelenkersatz von Hüft- und

Kniegelenken spezialisiert. Im Jahr 2017

wurden 1.900 Hüft- und Knieprothesen

eingesetzt.

Weitere Schwerpunkte sind die Handchirurgie

unter der Leitung von Prof.

Dr. med. Peter Hahn und Prof. Dr. med.

Frank Unglaub. An Hand und Handgelenk

wurden im vergangenen Jahr mehr

als 2.500 Patienten operiert.

64 RC Premium 3/2018


Unter der Leitung von Priv. Doz. Dr. med. Wolfgang Pötzl hat

die Abteilung der Schulter- und Ellenbogenchirurgie über 900

Patienten im Jahr 2017 operiert. Darin enthalten sind 130

künstliche Schultergelenke.

Mittlerweile sind die fachspezifischen Abteilungen Fuß- und

Sprunggelenkchirurgie, mit Chefarzt Dr. med. Ulf Bertram und

Konservative Orthopädie und Spezielle Schmerztherapie mit

Chefarzt Dr. med. Volker Seipel sowie die Kinderorthopdie

entstanden.

Patienten

Mit unserem Selbstverständnis eines modernen Dienstleistungsunternehmens

stehen Sie als Patient und Patientin im

Mittelpunkt unserer Handlungen. Wir setzen sowohl unser

fachliches Wissen wie auch unser persönliches Engagement

ein, um Ihre Genesung zu unterstützen und Ihnen den

Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Unsere

Mitarbeiter sind für Sie da und helfen Ihnen.

Integrierte Versorgung

Die Vulpius Klinik hat die Möglichkeiten, mit zugelassenen

Leistungsträgern im Gesundheitswesen Verträge zu bestimmten

medizinischen Themen zu schließen. Dabei verpflichten

sich alle Beteiligten, nach bestimmten Vorgaben zusammen

zu arbeiten. Dies umfasst die Behandlungsabläufe ebenso

wie Organisation und Kosten. Somit sind Sie als Patient und

Patientin von der Vorsorge bis hin zur Nachsorge quasi unter

einem Dach.

Für die Partner der Integrierten Versorgung stehen Sie mit

Ihrem Anliegen im Mittelpunkt. Auf Grund der engen Kooperation

verringert sich der Aufwand, wenn Sie beispielsweise

von der Klinik in die Reha-Maßnahme wechseln. Abläufe

werden schneller und die Qualität der medizinischen

Versorgung gewinnt.

Hygiene

Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer täglichen Arbeit ist die

strikte Einhaltung von Hygienestandards um insgesamt sehr

seltene Infektionen (Lungenentzündung, Harnwegsinfektionen,

Wundinfektionen) weiter zu minimieren. Speziell ausgebildete

Hygienefachkräfte und ein hygiene-beauftragter

Arzt sorgen durch intensive Schulungen und Fortbildungen

der Mitarbeiter, durch spezielle Screening-Untersuchungen

unserer Patienten und durch ständige regelmäßige Qualitätskontrollen

für einen höchstmöglichen Standard.

Vulpius Klinik GmbH

Vulpiusstr. 29

74906 Bad Rappenau

Telefon 07264 60-0

Telefax 07264 60-167

www.vulpiusklinik.de

65


VOR

GESTELLT

Rainer Arens,

Vier Fragen an den neuen Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Heidelberg

Das Racket Center in Nußloch und die Sparkasse Heidelberg

verbindet eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Seit 1. Januar 2018 ist Rainer Arens bereits

neuer Vorstandsvorsitzender des Instituts - eine gute Zeit,

ihn nach seinen bisherigen Erfahrungen zu fragen.

1. Herr Arens, am 21. Dezember 2017 wurden Sie

vom Verwaltungsrat zum Vorsitzenden des Vorstands

der Sparkasse Heidelberg gewählt. Das Amt traten

Sie zum 1. Januar 2018 an. Wie haben Sie die ersten

Monate an der Spitze Ihres Hauses erlebt?

Der Beginn und die Vorgeschichte zur Wahl waren schon

etwas turbulent, denn wer hätte mit einer derart plötzlichen

Veränderung durch die Wahl meines Vorgängers,

Helmut Schleweis, zum Präsidenten des Deutschen Sparkassen-

und Giroverbands in Berlin am 20. Dezember

2017 gerechnet.

Natürlich bestand nun ein gewisser Zeitdruck, sich mit

einer Nachfolgeregelung für unser Haus zu beschäftigen.

Aber die Gremien haben hier professionell und zeitnah

gehandelt und die Kontinuität und Stabilität bei der Sparkasse

Heidelberg - gerade auch gegenüber den Kundinnen

und Kunden - sichergestellt.

Über das große Vertrauen, mir die verantwortungsvolle

Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden zu übertragen, habe

ich mich wirklich sehr gefreut. Und mit meinen Kollegen

Bernd Wochele und Thomas Lorenz habe ich mich gleich

daran gemacht, alle notwendigen innerbetrieblichen

Weichen für die neue Konstellation zu stellen. Denn

schließlich war eines für uns ganz besonders wichtig:

Unsere Kundinnen und Kunden sollten den Übergang

idealerweise gar nicht spüren. Und das ist uns - glaube ich -

gut gelungen.

2. Was haben Sie mit der Sparkasse Heidelberg vor?

Wir werden uns auch weiterhin umfassend auf die Bedürfnisse

unserer Kundinnen und Kunden konzentrieren, als

Wegbegleiter in allen Finanzfragen - für die Menschen, den

Mittelstand und die Kommunen in unserer Region. Und

das vor Ort mit optimaler persönlicher Beratung. Zudem

werden wir das Beste aus der Digitalen Welt für schnelle

und ortsungebundene Dienstleistungen anbieten. Unter

dem Motto „Digitaler werden - Sparkasse bleiben“ werden

wir mit der Zukunft gehen, ohne unsere typischen Sparkassen-Werte,

wie die Nähe zu den Menschen, aufzugeben.

Die Finanzwirtschaft befindet sich in einem enormen

Umbruch, insbesondere die anhaltende Niedrigzinsphase

66 RC Premium 3/2018


verdeutlicht dies. Wenn Sparen sich nicht mehr rentiert,

dann schadet dies dem Vermögensaufbau in der Bevölkerung

in hohem Maß. Das wollen wir nicht hinnehmen, weil

es Alternativen zu den klassischen Sparprodukten gibt.

Wir möchten deshalb für unsere Kundinnen und Kunden

den Blick auch auf die Möglichkeit einer Wertpapieranlage

öffnen. Jede und jeder hat ein Recht auf eine kompetente

Wertpapierberatung - unsere Beraterinnen und Berater

freuen sich auf die Gespräche.

Wichtig ist und bleibt für die Sparkasse Heidelberg, als

vertrauenswürdiger Partner die Entwicklung in der

Region und in der Gesellschaft dauerhaft positiv zu unterstützen

- und damit zu einer weiteren Erhöhung der

Lebensqualität beizutragen.

3. Erlebten Sie den plötzlichen Vorstandsvorsitz als

große persönliche Herausforderung? Haben Sie noch

Zeit für sich selbst?

Für ein so großes Haus in einer so prosperierenden

Region die Verantwortung zu tragen, ist sicherlich eine

Herausforderung, aber eine äußerst reizvolle, der ich mich

gerne stelle und auf die ich mich weiterhin freue. Und

schließlich ist mir diese Aufgabe aus meiner Zeit als Vorstandsvorsitzender

der Sparkasse Hockenheim und als

stellvertretender Vorsitzender der Sparkasse Heidelberg

nicht fremd gewesen.

Bereits als Vorstandsmitglied einer Sparkasse ist man

quasi immer im Dienst, d. h. Zeit ist stets ein knappes Gut.

Aber gerade als Vorsitzender kommen doch noch weitere

Aufgaben - z. B. im Bereich der öffentlichen Repräsentation

oder in der Gremienarbeit - hinzu, die den Terminkalender

noch enger werden lassen. Aber es macht mir

großen Spaß!

Ganz wichtig bleiben mir jedoch die Freizeitgestaltung

mit meiner Familie und das Treffen mit Freunden. Und

natürlich die Spaziergänge mit unserem Hund, die mich

abschalten lassen. Und dafür reicht die Zeit noch.

4. Sie sind in Trier geboren, waren einige Zeit im

Fränkischen und leben nun seit 15 Jahren in Hockenheim.

Was gefällt Ihnen an der Kurpfalz besonders?

Vermissen Sie etwas?

Rainer Arens

Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Heidelberg

2003

Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Hockenheim

2007

Mitglied des Vorstands und Stellvertretender Vorsitzender

des Vorstands der Sparkasse Heidelberg

(nach der Fusion der Sparkasse Heidelberg mit der

Sparkasse Hockenheim)

2018

Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Heidelberg

Wir leben hier in einer wirklich schönen Region - wirtschaftlich

stark, mit einem exzellenten kulturellen Angebot

und enormen Freizeitwert. Die Infrastruktur - auch

an sozialen Einrichtungen - ist hervorragend und das

sonnenverwöhnte Klima tut sein Übriges. Insgesamt genießt

man hier eine hohe Lebensqualität und ein positives

Lebensgefühl. Das war mir von Anfang an wichtig. Deshalb

habe ich mich hier auch gleich zuhause gefühlt! Und da

mich die Kurpfalz auch an die Region meiner Jugendzeit

an der Mosel erinnert, vermisse ich hier wirklich nichts.

Dies gilt übrigens auch für meine Frau, die ursprünglich

aus Mittelfranken stammt.

67


KINDER

SPORT

Das Gefühlskarussel eines jugendlichen Tennisspielers

Rhein-Neckar Junior Open vermitteln Lebenserfahrung

von Rolf Staguhn

Mein Name ist Noah Zeiger. Ich bin 11 Jahre alt und spiele

seit 4 Jahren leidenschaftlich gerne Tennis. Ich nehme

regelmäßig an Jugendturnieren teil, meine LK ist aktuell

LK 19. Mein bisher größter Erfolg: Badischer Meister in der

Altersklasse U11.

Meine Turnierplanung

Eigentlich hatte ich geplant, zum diesjährigen Termin der

Rhein-Neckar Junior Open ein Einladungsturnier des Verbands

mitzuspielen, wurde dann aber doch nicht eingeladen.

Deshalb konnte ich mich bei den Rhein-Neckar Junior Open

erst sehr spät anmelden.

Die Absage

Am nächsten Tag schrieb uns Rolf, mein Cheftrainer, dass

er mich nicht mehr annehmen kann, weil maximal 16 Teilnehmer

in der Reihenfolge der Meldungen zugelassen werden.

Ich war sehr enttäuscht, weil ich sehr gerne mitspielen

wollte. Schließlich hatte ich letztes Jahr das gleiche Turnier

gewonnen.

Das Versprechen

Rolf versprach, dass er sich um eine Turnierteilnahme kümmern

würde. Normalerweise ist immer damit zu rechnen,

dass einer absagt. Und irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass

Rolf das schaffen wird.

Die Zusage

Einen Tag vor Turnierbeginn gab es dann die positive Nachricht:

ich kam in das Turnier doch noch rein. Mein großer

Wunsch ging in Erfüllung: Ich durfte bei den Rhein-Neckar

Junior Open spielen!!!

Die Auslosung

Am Abend sah ich mir die Auslosung am Computer an. Ich

war an Platz eins gesetzt und es gab keinen Spieler gegen den

ich vorher in einem Turnier verloren hatte. Da kam mir sofort

in den Sinn: Vielleicht kann ich das Turnier wieder gewinnen!

Meine erste Runde

In der ersten Runde musste ich gegen Jakob Schuster spielen.

Seine Bälle waren nicht stark, aber er spielte sehr schlau,

zum Beispiel versuchte er oft, Bälle auf die Linie zu spielen.

Das war schon sehr nervig, aber ich habe am Ende 6:3 6:3

gewonnen.

Das Viertelfinale

In der zweiten Runde hieß mein Gegner Louis Helf. Wir hatten

zuvor bereits auf einem Turnier gegeneinander gespielt und

ich hatte damals 6:4 6:4 gewonnen. Inzwischen ist er viel besser

geworden. Was mir gleich auffiel, ist, dass er kaum Fehler

machte und fast alle Bälle zurückbrachte. Nachdem ich den

ersten Satz 6:3 gewonnen hatte, habe ich im zweiten Satz

68 RC Premium 3/2018


viele leichte Fehler gemacht und 2:6 verloren. Dann kam der

Match-Tie-Break, in dem wir die ganze Zeit eng beieinander

lagen, und ganz am Ende habe ich einen Netzroller gemacht

und 10:8 gewonnen. Er war sehr traurig. Genauso hätte es

sein können, dass ich verliere. Louis war für mich auf jeden

Fall ein sehr starker Spieler.

Das Halbfinale

In der dritten Runde musste ich gegen den auf zwei gesetzten

Melvin Grauer ran. Er ist körperlich größer und auch ein Jahr

älter. Ich spielte mit viel Druck. Im ersten Satz hat klappte das

gut, da Melvin meine schnellen Bälle oft nicht bekam. Der

Satz ging mit 6:1 an mich. Aber leider setzte sich meine gute

Kozentration nicht fort. Im zweiten Satz machte ich viele

Fehler und gewann zum Schluss mit 7:5 knapp.

Das Finale

Dann fand das Finale gegen Julius Schmidt statt. Er ist ein

guter Freund, mit dem ich oft in der Freizeit spiele. Bis zu

diesem Finale haben wir uns gegenseitig unterstützt und

gelobt. Ich wusste schon, dass es nicht einfach sein wird, gegen

einen Freund zu spielen. Wenn wir bisher gegeneinander

gespielt haben, war es immer ein enges Match.

Diesmal gewann ich den ersten Satz 6:4, verlor aber den zweiten

Satz leider 5:7. Wenn ich doch nur ein paar Bälle sicherer

gespielt hätte, hätte ich den zweiten Satz gewinnen können.

Mal wieder musste der Match-Tie-Break entscheiden. Den

wollte ich unbedingt gewinnen, aber irgendwie war ich auch

aufgeregt und nervös: immerhin waren auch bestimmt über

20 Zuschauer da, die das Match verfolgten – und meine

Trainer waren auch dabei.

Ich machte beim Match-Tie-Break viel mehr leichte Fehler

als sonst. Dennoch war der Match-Tie-Break mit 5:5 und 6:6

zunächst ausgeglichen. Am Ende stand es leider 7:10. Ich

hatte verloren …

Die Niederlage

Ich war wahnsinnig traurig. Viele versuchten mich zu trösten

und sagten: „Das Spiel war sehr schön“ und „Du hast sehr gut

gespielt“, aber ich konnte einfach nichts hören. Ich wollte nur

heulen. Das war komplett anders als letztes Jahr.

Die Überraschung

Zwei Wochen waren vergangen. Am Montag nach den Pfingstferien

hatte Rolf Staguhn eine Überraschung für mich organisiert.

Nach dem Training stand Rolf mit einem glänzenden

Pokal in der Hand da und überreichte ihn mir. Er sagte: „Du

hast zwar im Finale verloren, aber Du hast bis zum Schluss

mutig gespielt und gekämpft. Dafür hast Du als Sonderpreis

von mir diesen Pokal verdient ...“

Ich freute mich von Herzen über den wunderschönen Pokal.

Falls Rolf ihn mir gleich nach der Niederlage gegeben hätte,

hätte ich ihn wahrscheinlich nicht angenommen, weil ich so

wütend und traurig war. Mein Sonderpokal ist nicht nur der

Schönste in meinem Pokalschrank, sondern hat für mich auch

eine große Bedeutung. Ich werde nie vergessen, dass mein

Cheftrainer ihn mir persönlich geschenkt hat. Außerdem bin

ich sehr froh und dankbar, dass ich sehr nette und manchmal

auch strenge Trainer im Racket Center habe.

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69


KINDER

SPORT

Durch Tennistraining

die schulische Leistung verbessern

von Stev Kleine

Als Tennistrainer freue ich mich über

die sportlichen Erfolge meiner Schüler.

In den letzten Jahren habe ich einige

Wochenenden damit verbracht, wichtige

Matches von meinen Schützlingen bei

Tennisturnieren anzuschauen. Dabei

fiebere ich als außenstehender Betrachter

genauso stark mit wie die Eltern der

Kinder. Als Trainer weiß ich, wie wichtig

Erfolg und Anerkennung für die sportliche

Entwicklung eines Kindes sind.

Ohne Erfolg kein Spaß. Ohne Spaß keine

Motivation. Ohne Motivation kein effektives

Training. Ohne effektives Training

keine Leistung. Ohne Leistung kein sportlicher

Erfolg.

Neben dem sportlichen Erfolg auf dem

Tennisplatz interessieren mich auch die

Erfolge meiner Schützlinge außerhalb des

Tennisplatzes. Darunter zählen Erfolge

in der Schule.

In den letzten 20 Jahren habe ich über

1.000 Kinder trainiert. Vor allem Kinder,

die mehrere Jahre überdurchschnittlich

viel bei mir trainierten (mindestens drei

Trainingseinheiten pro Woche), konnten

in der Schule gute bis sehr gute Leistungen

vorweisen.

Für mich stellt sich die Frage, ob es einen

Zusammenhang zwischen dem Tennistraining

und der schulischen Leistung

eines Kindes gibt. Um diese Frage beantworten

zu können, muss man sich genau

anschauen, was in der Sportart Tennis

trainiert wird. Welche Leistungsfaktoren

beeinflussen die sportliche Leistung

eines Tennisspielers und sollten regelmäßig

trainiert werden?

1. Technik

Es erklärt sich von selbst, dass die Schlagtechnik

vor allem im Einsteigerbereich

die größte Bedeutung für die Leistungsfähigkeit

eines Spielers einnimmt. Eine

sehr gute Technik stellt dabei die beste

unter den möglichen Bewegungsleistungen

für eine optimale Lösung der jeweiligen

Aufgabe in der jeweiligen Spielsituation

dar. Zu den Grundschlagarten

zählen Vorhand, Rückhand, Aufschlag

und Flugball.

Tom Siebold

Sportliche Erfolge:

Bezirksmeister, Badischer Jüngstenmeister

Schulische Erfolge:

Note 1 in allen Schulfächern in Klasse 4.

Inwiefern hat das Erlernen von Schlagtechniken

Einfluss auf unser Gehirn?

Schlagtechniken sind sehr komplexe Bewegungen.

Die Voraussetzung für das

Gelingen einer Schlagtechnik sind gut

ausgeprägte koordinative Fähigkeiten

und tennisspezifische Fertigkeiten. Der

Erwerb koordinativer Fähigkeiten und

tennisspezifischer Fertigkeiten ist wichtiger

Bestandteil einer Trainerstunde

und spielt vor allem im Jüngstenbereich

eine große Rolle. Durch das Erlernen

von neuen komplexen Bewegungen wie

beispielsweise die Aufschlagbewegung

werden strukturelle Veränderungen im

Gehirn in Gang gesetzt. Es kommt zur

Vernetzung von Gehirnzellen. Neue Verbindungen

werden geschaffen und sogar

neue Gehirnzellen können durch das

Erlernen einer neuartigen Bewegung

entstehen. Kurzum: das Gehirn wird

durch das Erlernen von neuen, koordinativ

anspruchsvollen Bewegungen

gestärkt.

2. Kondition

In der Sportart Tennis spielen konditionelle

Fähigkeiten wie Schnelligkeit, Kraft,

Ausdauer und Beweglichkeit eine wichtige

Rolle. Dabei hat die Schnelligkeit von

allen konditionellen Faktoren die größte

Bedeutung auf die sportliche Leistung

eines Tennisspielers und sollte vor allem

im Kinder- und Jugendtraining ausgiebig

trainiert werden.

Nichtsdestotrotz darf die Ausdauerfähigkeit

im Training nicht vergessen werden.

Immerhin legt ein Tennisspieler in einem

Tennismatch im Durchschnitt fünf Kilometer

zurück. Je nach Alter und Intensität

des Trainings werden im Training

noch viel längere Strecken zurückgelegt.

Inwiefern hat das Trainieren konditioneller

Fähigkeiten insbesondere der

Ausdauerfähigkeit Auswirkungen auf die

schulische Leistung?

Laut einer Studie der schottischen Universität

Dundee kann regelmäßige Bewegung

die schulische Leistung von Kindern

erheblich verbessern. Dazu wurden

bei rund 5.000 Kindern die Häufigkeit

ihrer sportlichen Aktivitäten mittels

eines Bewegungssensors über einen

70 RC Premium 3/2018


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Tel.: 06224 99 09-35 • shop@racket-center.de

71


Amir Albeg

Sportliche Erfolge:

Bezirksmeister, Vizebadischer Meister

Schulische Erfolge:

Amir erreichte den 2. Platz bei einem deutschlandweit

ausgetragenen Mathematikwettbewerb.

Tina Manescu

Sportliche Erfolge:

Bezirksmeisterin, Badische Jüngstenmeisterin, Deutsche

Jüngstenmeisterin

Schulische Erfolge:

Tina Konnte vor 2 Jahren nur rumänisch sprechen.

Dieses Jahr hat sie die Note 1 im Fach Deutsch.

Noah Zeiger

Sportliche Erfolge:

Bezirksmeister, Badischer Jüngstenmeister

Schulische Erfolge:

Noah besuchte neben der

deutschen Grundschule erfolgreich japanische

Ergänzungsschule in Heidelberg.

längeren Zeitraum gemessen und diese

Ergebnisse mit den schulischen Leistungen

in den Fächern Mathe, Englisch und

Naturwissenschaften verglichen. Dabei

konnten die Wissenschaftler einen Zusammenhang

zwischen der Sporthäufigkeit

und den Schulnoten feststellen.

Schüler, die sich viel bewegten, hatten

in allen drei Fächern bessere Noten als

die Schüler, die außerhalb der Schulzeit

körperlich weniger aktiv waren.

Ein Grund für dieses Ergebnis ist, dass

durch körperliche Aktivität der Blutfluss

und damit einhergehend die Sauerstoffversorgung

des Gehirns erheblich verbessert

wird. Außerdem werden biochemische

Substanzen besser transportiert,

was wiederum zu einer Verbesserung

der Gehirnleistung beiträgt.

3. Psyche

Nur Tennisspieler, die über eine erfolgsorientierte

und stabile psychische Einstellung

verfügen, werden langfristig auf

dem Tennisplatz erfolgreich sein. Der

psychische Anteil an der sportlichen Leistung

eines Tennisspielers basiert auf den

psychischen Prozessen Volition, Motivation,

Emotion und Kognition. Dabei ermöglichen

kognitive Prozesse im Training

die schnelle Aufnahme, das Speichern

und die Anwendung von Informationen

des Trainers. Das kann beispielsweise

durch bildhafte Vorstellungen (Verinnerlichung

eines Tennisschlages anhand von

Bilderreihen) geschehen oder durch das

Analysieren eines Tennismatches und

daraus Schlussfolgern eigener Stärken

und Schwächen.

Auch in der Schule geht es darum, neue

Sachverhalte möglichst schnell zu erfassen,

sich die erlernten Inhalte längerfristig

zu merken und bei neuen Aufgabenstellungen

entsprechend anzuwenden.

Volition bezeichnet die bewusste, willentliche

Umsetzung von Zielen und Motiven

in Ergebnisse. Auf dem Tennisplatz

sind volitive Fähigkeiten besonders an

einem ausgeprägten Siegeswillen zu

erkennen. Ob ein Tennisspieler wirklich

gewinnen möchte, zeigt sich vor allem bei

der Überwindung innerer und äußerer

Widerstände. Volitive Fähigkeiten entwickeln

sich im Training, sobald Kinder in

der Lage sind, Ballwechsel gegeneinander

zu spielen. Sie entwickeln sich weiter

durch die Teilnahme an Wettkämpfen, in

denen es stets um Sieg oder Niederlage

geht.

Volitive Fähigkeiten sind auch in der

Schule nützlich. Ein Schüler, der ein

klares realistisches Ziel vor Augen hat

z. B. die Note 1 oder 2 in einem Test zu

schreiben und den Willen, dieses Ziel

umzusetzen, wird erfolgreicher sein, als

ein Schüler, der kein Ziel vor Augen hat,

dem es gleichgültig ist, welche Note er in

einem Test erhält.

Durch die Entwicklung von kognitiven,

emotionalen, motivationalen und volitiven

Fähigkeiten bilden sich komplexe,

innere Haltungen, Gewohnheiten und

Werte heraus, die zur Ausformung und

Vervollkommnung der Persönlichkeit

beitragen. Je häufiger ein Kind in der

Woche über einen längeren Zeitraum

trainiert, desto stärker ist der Einfluss auf

die Persönlichkeit. Das Streben nach mittelfristigen

und langfristigen sportlichen

Zielen verleiht dem Sportler eine Beständigkeit

und Routine, die zur Folge hat,

dass sich daraus Persönlichkeitsmerkmale

(Charaktereigenschaften) entwickeln,

die gleichermaßen für die sportliche

und schulische Leistung von Bedeutung

sind. Dazu zähle ich Selbstdisziplin,

Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, Selbständigkeit

und Zuverlässigkeit.

4. Taktik

Ein Trainer hat einmal über einen seiner

Schüler folgendes gesagt:

„Seine Vorhand war in der Jugend nur

durchschnittlich gut. Seine Rückhand viel

zu passiv. Sein Aufschlag im Vergleich zu

anderen Jugendlichen in seinem Alter

zu langsam. Das Einzige, was er wirklich

konnte, war das Spielen eines Flugballes.

Allerdings ist mir von Anfang an etwas

aufgefallen, das diesen Schülern von

anderen Tennisspielern unterschied. Er

hat immer gewonnen.“

Unter Taktik versteht man die Fähigkeit

eines Sportlers, sich unter Berücksichtigung

der eigenen technischen Möglichkeiten

Vorteile gegenüber dem Gegner

zu erspielen. Die beste Schlagtechnik

nützt mir nichts, wenn ich nicht weiß,

wie ich gegen meinen Kontrahenten

einen Punkt, Satz und das ganze Match

gewinnen kann.

72 RC Premium 3/2018

72 RC Premium 3/2018


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Taktisches Verhalten wird unterteilt in:

1. Strategisches Denken

…. sind Denkprozesse, die vor einem

Match stattfinden. Man versucht für sich

selbst Fragen zu beantworten wie z. B.:

Wo liegen die Stärken und Schwächen

meines Gegners? Möchte ich grundsätzlich

eher auf die Rückhand oder Vorhand

spielen? Spiele ich den 1. Aufschlag

sicher ins Feld, um eventuelle Doppelfehler

zu vermeiden oder versuche ich

mit dem 1. Aufschlag ein Ass zu schlagen?

2. Operatives Denken

… sind Denkprozesse, die während eines

Ballwechsels in Bruchteilen eine Sekunde

stattfinden. Soll ich den ankommenden

Ball eher cross oder longline zurückschlagen,

mit Topspin oder Slice, einen

Stoppball spielen oder doch lieber hoch

und lang bis zur Grundlinie?

Inwiefern hat strategisches und operatives

Denken Einfluss auf die schulische

Leistung?

Bei beiden Formen des taktischen Verhaltens

werden Denkprozesse im Gehirn

ausgelöst mit dem Ziel, „Probleme“

(Wie gewinne ich den Ballwechsel bzw.

das Match?) erfolgreich zu lösen. In der

Psychologie bezeichnet man die Fähigkeit

logisch zu denken und Probleme zu

lösen als fluide Intelligenz. Fluide Intelligenz

zeigt sich darin, wie schnell sich

ein Mensch in einer neuen Situation zurechtfindet

und anpasst. Auch bei sogenannten

Transferaufgaben in der Schule,

bei der ein bestimmter Sachverhalt auf

eine neue Situation übertragen werden

soll, wird problemlösendes Denken benötigt.

Fazit:

Durch das regelmäßige Trainieren aller

vier genannten Leistungsfaktoren erwerben

Kinder Fähigkeiten und Kompetenzen,

die auf andere Tätigkeitsbereiche

wie z. B. die Schule übertragbar sind.

Wie eingangs erwähnt, erzielten fast alle

Kinder gute bis sehr gute Ergebnisse in

der Schule, die mindestens dreimal pro

Woche am Tennistraining teilnahmen.

Aus meiner Sicht kein Zufall. Sicherlich

spielen für die schulische Leistungsfähigkeit

noch andere Faktoren eine Rolle.

Aber ich bin davon überzeugt, dass das

Tennistraining einen gewissen Teil dazu

beiträgt, die schulische Leistung eines

Kindes zu verbessern.

Vor ein paar Tagen kam eine Mutter zu

mir und meinte etwas überrascht, als

sie mir das Zeugnis ihres Sohnes zeigte:

„Obwohl mein Sohn in der Woche so oft

Tennis spielt, ist er sehr gut in der Schule.“

Daraufhin habe ich geantwortet: „Weil

Dein Sohn so viel Tennis spielt, ist er sehr

gut in der Schule.“

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73


EXPERTEN

RAT

Exekutive Funktionen trainieren, Selbstregulation

fördern, mentale Stärke ausbilden

Dr. Sabine Kubesch, INSTITUT BILDUNG plus

Schon mal was von exekutiven

Funktionen gehört?

Wer schneller im Kopf ist, ist schneller

auf den Beinen! Grundlage für einen

schnellen Kopf sind trainierte exekutive

Funktionen. Diese liegen der Entscheidungs-

und Handlungsschnelligkeit zugrunde.

Zu den exekutiven Funktionen

zählen:

• das Arbeitsgedächtnis,

• die Inhibition und

• die kognitive Flexibilität.

Das Arbeitsgedächtnis, das die Aufmerksamkeit

massiv beeinflusst, kann verbale

und visuell-räumliche Informationen

über wenige Sekunden speichern und

diese weiterverarbeiten. Dem Arbeitsgedächtnis

kommt damit eine Flaschenhalsfunktion

zu, mit dem der Spieler alle

spielrelevanten Informationen auf dem

Spielfeld aufnimmt, diese zueinander

in Beziehung setzt und aufgrund dieser

Verarbeitung in Bruchteilen von Sekunden

seine Entscheidungen auf dem

Platz trifft. Eine weitere Funktion des

Arbeitsgedächtnisses ist es, Informationen

im entscheidenden Moment aus

dem Langzeitgedächtnis abzurufen und

umzusetzen, wie die Anweisungen des

Trainers zur Individual-, Gruppen- und

Mannschaftstaktik.

Inhibition bedeutet „Hemmung“. Diese

exekutive Funktion unterstützt die Impulskontrolle

des Spielers. Die Inhibition

ist bei der Fehlererkennung und Fehlerkorrektur

im Einsatz. Sie ist damit eine

wichtige Voraussetzung für eine effektive

Verhaltenssteuerung. Gleichzeitig

nimmt die Inhibition Einfluss auf die Aufmerksamkeitskontrolle.

Sie ist Grundlage

für eine fokussierte Aufmerksamkeit und

ermöglicht es, Störreize effizient auszublenden

beziehungsweise aufgabenrelevante

Informationen und Ziele gegen

Störungen abzuschirmen.

Die kognitive Flexibilität gilt als die

komplexeste exekutive Funktion, da sie

auf einem gut ausgebildeten Arbeitsgedächtnis

und auf inhibitorischen Prozessen

aufbaut. Die kognitive Flexibilität

ist die Basis dafür, den Fokus der Aufmerksamkeit

gezielt wechseln und sich

schnell auf neue Situationen einstellen

zu können.

Das alles sind Fähigkeiten, die in allen

reaktionsschnellen Mannschafts- und

Individualsportarten von zentraler Bedeutung

sind.

Exekutive Funktionen unterstützen die

Selbstkontrolle beziehungsweise die

74 RC Premium 3/2018

Abb. Exekutive Funktionen und Selbstkontrolle lassen sich bereits in der frühen Kindheit spielerisch

in alltäglichen Situationen fördern – mit starken Effekten für die Zukunft!


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Selbstregulationsfähigkeit und damit die

Fähigkeit der Spieler, ihre Aufmerksamkeit,

ihr Verhalten und ihre Emotionen

zielgerichtet und erfolgreich zu steuern.

Spieler mit einer guten Selbstkontrolle

und trainierten exekutiven Funktionen

sind mental starke Spieler! Sie treffen die

besseren taktischen Entscheidungen und

sie sind nachweislich erfolgreicher in der

Torvorbereitung und im Torabschluss.

INSTITUT BILDUNG plus

entwickelt Konzepte für Kindergarten,

Schule und für den Sport,

die auf die Förderung der exekutiven

Funktionen und der Selbstregulationsfähigkeit

während der

langen Entwicklungsphase des

präfrontalen Kortex ausgerichtet

sind.

Mehr erfahren Sie unter:

bildungplus.org

spielsportplus.de

exf-sport.com

verlag-bildungplus.org

schlimme-schule.de

Der präfrontale Kortex

Der präfrontale Kortex, der erst mit etwa

30 Jahren vollständig entwickelt ist, steuert

die exekutiven Funktionen und ist so

am Denken, am Planen, am Entscheiden

und an der zielorientierten Verhaltensund

Aufmerksamkeitssteuerung beteiligt.

Der präfrontale Kortex hat starke

Verbindungen zu sensorischen Kortexregionen,

zu kortikalen und subkortikalen

motorischen Arealen sowie zu Gehirnstrukturen,

die emotionale und motivationale

Prozesse steuern. Er ist der Muskel

im Kopf, der diese spielrelevanten Fähigkeiten,

Funktionen und Prozesse steuert

und koordiniert.

Die exekutiven Funktionen des präfrontalen

Kortex und die Selbstregulationsfähigkeit

sind aber nicht nur entscheidend

für Erfolge im Sport, sondern auch

beim Lernen.

Lernerfolg – eine Frage der

Selbstregulation

Die exekutiven Funktionen und die

Selbstregulationsfähigkeit beeinflussen

über die gesamte Schulzeit den Lernerfolg

der Schülerinnen und Schüler. Erfolgreiches

Lernen ist aber nur möglich,

wenn mehrere der selbstregulatorischen

Fähigkeiten vorhanden sind und eingesetzt

werden. So nützt beispielsweise

eine hohe Motivation wenig, wenn unrealistische

Ziele gesetzt werden („Ich

lerne ab sofort jeden Tag zwei Stunden

zusätzlich, dann hole ich den Lernstoff

der vergangenen Monate auf.“ Oder: „In

diesem Schuljahr möchte ich statt einer

Vier eine Eins in Mathe bekommen.“).

Aber auch realistische Ziele sind wertlos,

wenn zum Beispiel die Fähigkeit, Lernprozesse

zu initiieren, fehlt („Wenn ich

nach Hause komme, spiele ich erst mal

Playstation. Dann chatte ich mit meinen

Freunden, bevor ich mit dem Lernen loslege.“).

Man spricht in diesem Zusammenhang

auch vom selbstregulierten

Lernen. Die Entwicklung der Fähigkeit

zum selbstregulierten Lernen als fächerübergreifende

Kompetenz ist – neben

der Vermittlung des Fachwissens – eine

der Hauptaufgaben der Schule.

Selbstkontrolle fürs Leben

Die Fähigkeit zur Selbstregulation von

Kindern zwischen drei und zehn Jahren

ermöglicht sogar Aussagen sowohl zum

Wohlstand als auch zur Gesundheit und

zur sozialen Sicherheit im Erwachsenenalter.

Wer als Kind über eine niedrigere

Selbstregulationsfähigkeit verfügt, bricht

als Jugendlicher häufiger die Schule ab,

begeht im Jugend- und Erwachsenenalter

vermehrt Straftaten, ist als Erwachsener

weniger gesund, raucht häufiger,

wird eher alkohol- oder drogenabhängig

und verfügt über ein niedrigeres Einkommen

als Erwachsene, die bereits in der

Kindheit über eine höhere Selbstregulationsfähigkeit

verfügt haben; und dies

unabhängig der sozialen Schichtzugehörigkeit

der Eltern, der Intelligenz und des

Geschlechts des Kindes. Die gute Nachricht

aber ist: Selbstkontrolle kann man

lernen!

Damit sich Kinder und Jugendlich positiv

im Leben, beim Lernen und im Sport

entwickeln können, sollten wir als Eltern,

Pädagogen und Trainer an der Ausbildung

ihrer exekutiven Funktionen und

Selbstregulation arbeiten.

für dich

gibt’s eine

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viel blau

Hallenbad Köpfel – das

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Lebensgefühl.

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SPORT

REISEN

Tennis-Saisonvorbereitung 2019 auf Mallorca

Für alle tennisbegeisterten Erwachsenen und Familien

Tennis, Wellness und Kulinarik -

die perfekte Kombination.

Wenn Sie ambitioniert Tennis spielen

und sich auf die Sommersaison vorbereiten

wollen, sind Sie bei uns genau

richtig. Das Blau Colonia St. Jordi Resort

und SPA bietet optimale Möglichkeiten,

Urlaub in einem 4 Sterne-Hotel mit tollem

Tennistraining in angenehmer Gesellschaft

zu verbinden. Frühere Reisen zeigten,

dass unser Angebot den Geschmack

unserer Teilnehmer getroffen hat.

Der Ort Colonia de Sant Jordi liegt im

südöstlichen Teil der Insel, circa 40 Auto-

Minuten vom Flughafen Palma entfernt.

Die weitläufige Hotelanlage besteht aus

fünf Häusern umgeben von vielen Grünflächen,

unzähligen Pflanzen und Palmen,

Teiche mit Springbrunnen runden die

schöne Optik ab. Sieben Tennisplätze befinden

sich direkt auf der Anlage. Es gibt

einen separaten Kinderbereich mit Club,

Pool und genügend Auslauf für die Kleinen.

Der SPA- und Wellnessbereich umfasst

einen beheizten Innenpool, der die Möglichkeit

bietet, ins Freie zu schwimmen,

verschiedene Saunen, Erlebnisduschen,

Whirlpool und Sonnenterrasse sowie

Massage, Kosmetik- und Friseursalon.

Frühstück und Abendessen werden im

Buffetrestaurant serviert. Kulinarisch

wird alles geboten, was das Herz begehrt.

Abwechslungsreich, frisch und

von sehr guter Qualität finden sich Gerichte

an unterschiedlichen Buffets oder

an der Front Cooking Station mit einer

ansprechenden Auswahl an mallorquinischen

und internationalen Weinen.

Eine Möglichkeit zum Mittagessen gibt

es an der Poolbar. Oder man geht ein

paar Schritte Richtung Hafen und genießt

dort in einem der Restaurants den Blick

auf das Meer. Zwei Supermärkte liegen

in ca. fünf Minuten Entfernung fußläufig.

» Tipp: Beach House Cassai

Wunderschönes altes Fischerhaus mit

sonniger Terrasse mit Meerblick, tolle

Atmosphäre. Sowohl zum Mittag- und

Abendessen, aber auch nur für einen

Drink bestens geeignet. Unbedingt

probieren: Thunfisch-Tatar, gehobenes

Preis-Leistungsniveau

Freizeitmöglichkeiten vor Ort

In unmittelbarer Nähe des Hotels befinden

sich zwei Strände, in circa zehn Minuten

Entfernung (zu Fuß).

Nationalpark des Cabrera-Archipels

Direkt am Hafen von Colonia de St Jordi

legen Ausflugsboote zu der vorgelagerten

Insel ab, um die reiche Vogelwelt, die

Tiefen des Meeres und die einzigartige

Geografie kennen zu lernen.

Circa eine Stunde Fußmarsch vom Hotel

entfernt, findet man den Platja es Trenc,

der längste Naturstrand Mallorcas. Mit

weißem Sand, kristallklarem blauen

Wasser bietet er ein fast karibisches Flair.

Hinter dem Strand befindet sich eine mit

Büschen bewachsene Dünenlandschaft.

» Tipp: Es Trenc Restaurant, direkt am

Strand, versteckt hinter einer Düne.

Tolles Fischrestaurant. Gehobenes

Preis-Leistungsniveau

Ses Salines d’Es Trenc

Wer mit eigenen Augen sehen möchte, wie

aus Meerwasser Salz gewonnen wird, sollte

die Salinen besichtigen. Im Anschluss kann

man im Shop gleich eine Packung „Flor

de Sal“ kaufen, um auch zu Hause noch

ein Stück Mallorca genießen zu können.

Tagesausflüge

Wer gerne mehr erkunden möchte, leiht

sich im Hotel einen Mietwagen oder

76 RC Premium 3/2018


Reisedetails

Ferienort und Hotel

Mallorca, Colonia Sant Jordi - Hotel Blau

Colonia Sant Jordi Resort & Spa ****

Termin: 15. bis 21.04.2019

• Doppelzimmer ab 800 €* pro Person

Suite – Wohn-/Schlafraum kombiniert

und separates Schlafzimmer:

Belegung mit 2 Erwachsenen oder

2 Erwachsenen und 2 Kinder

(Preise auf Anfrage, Preise Kinder

abhängig vom Alter)

wer die ganze Woche nicht ohne Auto

sein möchte, bucht diesen vorab aus

Deutschland (Abholung direkt ab dem

Flughafen). Ein Fahrradverleih sowie

Radtouren werden im Hotel angeboten.

Ziele wie die Hauptstadt Palma sind gut

zu erreichen (45 Minuten Fahrtzeit). Mit

Kindern ist die Coves del Drac – Tropfsteinhöhle

in Porto Christo (circa eine

Stunde Fahrtzeit) zu empfehlen. Mit der

Bimmelbahn geht´s von Palma zur

schönsten Stadt der Insel und dem drei

Kilometer entfernten Port de Soller. Sehr

eindrucksvoll ist die Steilküste Kap Formentor

am nördlichsten Punkt der Insel.

Wer es romantisch mag besucht das Dorf

und ehemalige Kloster Valdemossa.

Die Trainer

So wird trainiert

Drei der insgesamt sieben Tennisplätze

stehen den Teilnehmern des Tennispaketes

zur Verfügung. An sechs Tagen finden

anderthalb Stunden Gruppentraining

statt mit zusätzlich einer Stunde Athletikund

Motoriktraining. Die Trainingszeiten

variieren.

Ziele der Woche

• Vertiefung des technischen Könnens:

Vorhand, Rückhand und Aufschlag

• Verbesserung von Ausdauer, Kraft,

Beweglichkeit und Koordination

• Matchstrategien und taktische

Spielzüge

*ACHTUNG: Tagesaktuelle Preise, Preise

und Flugkosten variieren.

Ihre Leistungen

• 20 kg Gepäck pro Person

plus Handgepäckstück

• 7 Nächte inkl. Halbpension

• Transfers Flughafen-Hotel-Flughafen

• Nutzung des SPA & Wellnessbereichs,

beheizter Außen- und Innenpool,

Sauna, Dampfbad, Whirlpool

Es gibt eine Touristensteuer auf Mallorca,

die jeder Hotelgast vor Ort bezahlen muss.

Im Reisepreis ist kein Reiseschutz enthalten.

Infos und Anmeldung

Johannes Schmidt

info@jo-coaching.de • 0173/9301955

Infos zur Reise:

www.jo-coaching.de/mallorca

Infos zum Hotel: www.blauhotels.com

Tennispaket 260 € (optional buchbar)

• 1,5 Std. Tennis-Training an 6 Tagen

(Gruppentraining)

• Variationstraining zur Vertiefung des

technischen Könnens

• Training von Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit

und Koordination

• Einüben taktischer Spielzüge

• Aufwärm- und Konditionstraining

• inklusive Platzreservierung

Freies Spielen 12 € Platzgebühr pro Std.

Einzeltraining nach Absprache

Johannes Schmidt

Sportwissenschaftler MA

B-Trainer DTB (Leistungssport),

Ehemaliger Bundesligaspieler

Markus Kriegisch

C-Trainer

Außerdem unser Location-

Scout, er findet jedes Jahr

die schönsten Ecken

Trey Halbauer

Er hat die amerikanischen

Trainerlizenzen (USPTA und

USPTR)

77


HERZLICH

WILLKOMMEN

78 RC Premium 3/2018


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Leidenschaft

in 3. Generation

Mein Name ist Trey Halbauer. Ich bin 26 Jahre und komme aus Atlanta,

Georgia (USA). Dort arbeitete ich bis Anfang dieses Jahres als Tennistrainer

in einem großen Sportcenter mit 22 Tennisplätzen und einem großen See

mit 250 Booten und zwei Schwimmbädern als Tennistrainer.

aus eigenem Anbau:

! Äpfel und Birnen

! Spargel

! Erdbeeren

! Kirschen

! Zwetschgen

! Kürbisse

Meine ursprüngliche Lebensplanung änderte sich genau vor zwei Jahren:

Da lernte ich Johanna kennen, ein „super girl“ aus Deutschland, die im Juli 2016

als Au-pair-Mädchen für eine kurze Zeit in meinem Zentrum tätig war.

Man kann sagen es war Liebe auf den ersten Blick und es wurde sehr schnell

eine enge Beziehung daraus. Allerdings war es für Johanna nicht möglich wegen

ihres Studiums und ihrer geplanten Doktorarbeit in die USA zu ziehen. Also gab

es nur eine Entscheidung: Ich ziehe der Liebe wegen nach Deutschland, nach

Heidelberg!

Das hatte verschiedene Konsequenzen, denen ich mich zu stellen hatte: Meine

Wohnung in den USA musste ich verkaufen und meine Kündigung einreichen –

das ging relativ einfach. Aber Deutsch lernen, eine neue Aufgabe in der Nähe

von Heidelberg finden: davor hatte ich schon Respekt.

Ich bewarb mich in vielen Vereinen in der Umgebung von Heidelberg und erhielt

entweder keine Antwort oder Absagen. Auch an das Racket Center schrieb ich

eine Mail und rief gleich am nächsten Tag an – und ich hatte Glück: Rolf Staguhn

war am Apparat und machte gleich einen Termin für den nächsten Tag, um mich

vorzustellen.

Als ich das erste Mal das Racket Center betrat, war ich ungeheuer beeindruckt:

wow, was für ein tolles Zentrum. Hier zu arbeiten wäre absolut super!

Rolf zeigte mir die Anlage, ließ mich 10 Minuten Tennis vorspielen und dann ging

es Schlag auf Schlag. Rolf organisierte mir einen Kontakt zum TC Wiesloch für

die Mannschaftsspiele und er gab mir eine schriftliche Grundlage für eine mögliche

Zusammenarbeit mit dem Zusatz: „Das muss ich noch vom Geschäftsführer

Dr. Matthias Zimmermann absegnen lassen, aber ich gehe von seinem Einverständnis

aus.“

Alles lief dann wie geplant. Nun bin ich seit Ende April in Deutschland und

arbeite täglich in der Tennisakademie Rhein-Neckar als Tennistrainer. Zu meinen

Aufgaben gehören das Jugend- und Erwachsenentraining.

Ich arbeite sehr gerne hier und profitiere viel von der Erfahrung und dem

Know-how von Rolf, sowohl auf dem Platz als auch von seiner Tätigkeit in der

Verwaltung und Organisation. Darüber hinaus helfe ich Stev im Pro-Shop und

besaite täglich circa acht Schläger.

Mein Deutsch ist auch schon ein bisschen besser und ich bin hochmotiviert,

täglich dazu zu lernen, um meine Zukunft erfolgreich in Deutschland zusammen

mit Johanna zu gestalten.

Unsere Hofläden:

! ganzjährig geöffnet

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aus der Region

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Brennerei

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unserem eigenen Obst

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Offen: Mo-Fr 8.30-18.30 Uhr

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Offen: Di-Fr 7-12.30 und 15-18 Uhr

Sa 7-13 Uhr, Mi nachmittags geschlossen

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EXPERTEN

RAT

„Einfach mal machen“ ist nicht so einfach

Wertvolle Tipps für den „Kopf“ des Tennisspielers

von Rolf Staguhn

Alle Tennisspieler kennen die Situation

vor einem wichtigen Match: Für die

einen ist der Wettkampf eine tolle Herausforderung,

andere sorgen sich schon

im Vorfeld um eine mögliche Niederlage.

Damit ist klar: für das Verhalten und

Handeln beider Spielertypen spielt der

Kopf und die damit verbundenen mentalen

Prozesse wie Wahrnehmen, Erkennen,

Denken und Schlussfolgern eine entscheidende

Rolle.

Was bedeutet das für die Ausbildung

in der Tennisakademie Rhein-Neckar?

Die Tennistrainer halten sich an einige

grundsätzliche Regeln: Neben dem Training

wird auch Wissen vermittelt. Beim

technikzentrierten Training geht es um

biomechanische Gesetzmäßigkeit, zum

Beispiel bei der Vorhand beziehungsweise

Rückhand:

• der Schlag geht von hinten nach

vorne, von unten nach oben, von

innen nach außen

• Gewährleistung eines frühen

Treffpunktes vor dem Körper mit

entsprechender Arm- und Körpersteuerung

• optimale Beschleunigung durch den

Dehnungs-Verkürzungszyklus

Entscheidend ist allerdings, dass die

Schüler mit der Zeit diese Abläufe erleben

- im Sinne von „einfach“, „wie von

alleine“ „harmonisch“, „angenehm“.

Im taktischen Bereich geht es ganz gezielt

um die Denkprozesse:

• Erkennen der Situation und

der Schlagabsicht des Gegners

(Antizipation)

• Schnelles Erfassen des gegnerischen

Schlages und der damit verbundenen

eigenen Situation (bezogen auf

Raum- bzw. Zeitnot)

• gedankliche Lösung der Situation

mit der anschließenden motorischen

Handlung.

In einer entsprechenden Taktik-Trainingseinheit

könnte das dann so aussehen:

• Hast Du die gegnerische Absicht

erkannt? (Antworte mit ja oder nein)

• Entspricht das Ergebnis Deines

Schlages Deiner Absicht (Antworte

mit ja/nein/na ja)

Die Erwartungen an die Qualität der

Handlung ist sicherlich abhängig von

Alter, Größe und natürlich der Ausbildungsdauer.

Es ist noch kein Meister

vom Himmel gefallen – bis zum Erreichen

dieses Levels kann von 10.000

Trainingsstunden ausgegangen werden.

Darum ist es aus meiner Sicht besonders

wichtig, mit dem Schüler Ziele zu vereinbaren:

Diese müssen vor allem die

Erreichbarkeit zum Ausdruck bringen

und überprüfbar sein. Also werden Nahbzw.

Realziele in einem Monat beziehungsweise

Saisonabschnitt formuliert.

Das betrifft sowohl die Handlungsziele

(zum Beispiel Verbesserung des Aufschlags,

der In- und Erfolgsquote) als

auch die Ergebnisziele (Verbesserung

der Ranglistenposition).

Aber auch während Deiner Ausbildungszeit

wirst Du schon einmalige Erlebnis

haben. Die Absichten des Gegners erscheinen

Dir logisch, Deine Handlung erfolgt

automatisch mit hoher Qualität. Es

gibt kein Denken an die Vergangenheit

(verlorene Punkte oder Spiele und keine

störenden Gedanken an die Zukunft wie

zum Beispiel: „Hoffentlich gewinne ich

den nächsten Punkt, das nächste Spiel,

diesen Satz, dieses Match!“) Alles geschieht

wie von selbst. Du bist im Flow.

Dann erlebst Du, wie einfach das Spiel

sein kann!

80 RC Premium 3/2018


Wellnessurlaub mit unendlich vielen Inspirationen

Spirit & Spa Hotel BIRKENHOF AM ELFENHAIN: magisch.mystisch.menschlich…

Schwimmen unter freiem Himmel

im 32° C warmen Wasser mit

traumhaftem Blick auf die unendlichen

Weiten der Bayerwaldberge,

wohltuende Anwendungen

in der märchenhaften Wellnesspagode

„SinnesReich“ genießen

– das Spirit & Spa Birkenhof am

Elfenhain inmitten der Hügel und

Wälder des Bayerischen Waldes

ist ein 4-Sterne Wellnesshotel

für die Sinne. Neben dem

klassischen Wellnessbereich auf

3.500 qm mit 8 verschiedenen

Saunen verwöhnt in der fernöstlichen

anmutenden Pagode ein

engagiertes Team die Gäste mit

klassischen Treatments und ausgefallenen

Spa-Anwendungen

im Zeichen der 4 Elemente oder

aus fernen Ländern.

Im Birkenhof ist die Natur spürbar

nah. Die Chefin des Hauses

hat das GartenReich liebevoll gestaltet

und zahlreiche Ruheinseln

laden zum ausgiebigen Relaxen

ein. Ein Chakra-Spazierweg führt

auf eine Reise durch den Körper,

im mystischen Elfenhain kann

man herrlich die Seele baumeln

lassen und auf dem keltischen

Baumpfad findet jeder seinen

ganz persönlichen Baum.

Wer im Birkenhof Inspirations-

Wellnessurlaub verbringt, kann

einfach mal „schnuppern“: Ob

Hui Chun Gong, Pranayama,

Yoga, Aquafitness oder Schamanische

Trommelreisen: Offenheit

und Kreativität schaffen eine

besondere Wohlfühlatmosphäre.

Vielseitigkeit und Varietät bietet

auch das Restaurant „Gaumen-

Zauber“. Das Küchenteam

zaubert von regionalen Landgenuss-Schmankerln

bis veganvege

tarischen Gourmet-Vital-

Gerichten eine bunte Palette

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wir freuen uns auf Sie!

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81


FIRMEN

PORTRAIT

Mediterranes Ambiente mit „Resortfeeling“

vor den Toren Heidelbergs

Hotel Villa Toskana in Leimen

Im Juli 2017 feierte das Hotel Villa

Toskana in Leimen sein 15. Jubiläum.

Mit „nur“ 80 Zimmern und drei Tagungsräumen

startete das Haus im Jahr

2002 in einem Leimener Gewerbegebiet

und hat sich inzwischen zum größten

Tagungshotel der Rhein-Neckar-Region

entwickelt. Viele Paare haben den

„schönsten Tag“ ihres Lebens hier verbracht

und immer mehr Touristen entspannen

am Wochenende in der Villa

Toskana. Es wurde stets investiert und

erweitert. In den letzten Jahren wurden

einige Nachbargrundstücke hinzugekauft

und mit neuen Häusern rund um

den großzügigen Innenhofgarten bebaut.

Im Juli wird der achte Gebäudekomplex

– das Casa Giardino – seine

Pforten öffnen. Somit ist die Villa Toskana

mit mehr als 310 Zimmern, Suiten

und „Longstay-Einheiten“ auch zum

größten Hotel der Region geworden.

Doch was macht die Villa Toskana so erfolgreich

und populär? Was ist die Idee

und Vision des Hauses? Etwa „nur“ das

in allen Bereichen südländische Flair?

Das verrät uns Direktor und Prokurist

Tim Schreiber (32), Sohn des Inhabers,

der bereits seit 2010 für das Unternehmen

tätig ist. Zu diesem gehört auch

das Schwesterhotel Villa Medici im nahe

gelegenen Bad Schönborn.

Herr Schreiber, wie verlief Ihr

Einstieg ins Unternehmen

Für mich war es als Student noch nicht

absehbar, dass ich einmal in dieser

Branche arbeiten würde. Meine Eltern

gründeten 2002 das Unternehmen als

Quereinsteiger und waren damit sofort

erfolgreich. Dieser phänomenale

Start spornte mich an, nach meinem

Auslandsaufenthalt in Vancouver und

meinem anschließenden BWL-Studium

in der Villa Toskana meine berufliche

Laufbahn zu beginnen. Nachdem

ich 2010 zunächst als Assistent

der Geschäftsleitung anfing, zeichnete

82 RC Premium 3/2018


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ich bereits zwei Jahre später als

Geschäftsführerverantwortlich. Wie vermutlich

in allen Familienunternehmen

hatte ich sowohl einen leichten, als

auch einen schweren Einstieg ins

Unternehmen. Mein Vater, als großer

Visionär und Vollblutunternehmer auf

der einen Seite und das Thema Hotellerie

mit all seinen Facetten und Menschen

auf der anderen Seite. Ich hatte

das Glück, von Beginn an von vielen

kompetenten Mitarbeitern umgeben

zu sein und konnte mich somit schnell

mit der Materie vertraut machen.

Im Jahr 2015 durfte ich neben der

Position des Geschäftsführers auch die

Aufgabe des Hoteldirektors übernehmen.

Seither bin ich in der glücklichen

Lage, eigene Wege zu beschreiten und

für meine Überzeugungen einzustehen.

Diese Aufgabe erfordert ein hohes

Engagement und Verantwortungsbewusstsein;

beides beflügelt mich

erstaunlicherweise mehr, als ich es

jemals für möglich gehalten hätte.

Macht die private Führung auch

einen Teil des Erfolgs der Villa

Toskana aus?

Gerade darin sehe ich den entscheidenden

Vorteil gegenüber der Kettenhotellerie.

Ich erachte es als Privileg

und Glück, dass der Arbeitsalltag in

der Villa Toskana durch eine persönliche

und individuelle Atmosphäre geprägt

ist. Dies beseelt unser Haus jeden

Tag neu, was von allen geschätzt wird.

Wenn es um die Zufriedenstellung der

Gäste geht, sind wir stets versucht, uns

in deren Lage zu versetzen. Unser Faible

für Architektur und Design spiegelt

sich in der kompletten Anlage wider,

deren Interior-Design unsere eigene

Handschrift trägt. Dies macht unsere

Hotelanlage besonders und einzigartig.

Sowohl unsere Gäste, als auch

unsere Mitarbeiter schätzen dies sehr.

Die Philosophie unseres Hauses lautet

WERTSCHÄTZUNG.

Gilt diese Philosophie auch beim

Personal?

Ohne all die fleißigen und engagierten

Mitarbeiter wäre unser Hotel heute

nicht das, was es heute ist: Ein Ort,

an dem Menschen sich begegnen, um

zu arbeiten, zu genießen und zu entspannen.

Menschen treffen auf Menschen

- „nice to meet you“. Es ist der

Mensch, der bei uns im Mittelpunkt

steht. Unsere Mitarbeiter stehen mit

unseren Gästen auf einer Ebene, beide

Seiten werden mit Respekt und Achtung

behandelt. Die Wertschätzung

jedes Einzelnen ist Voraussetzung für

ein erfolgreiches und freudiges Miteinander.

Wir möchten allen gegenüber

auf Augenhöhe begegnen; nur so können

wir motivierte und qualifizierte

Mitarbeiter für unser Haus und unsere

Philosophie gewinnen. Wir haben

dann etwas richtig gemacht, wenn ein

Mitarbeiter sagt: „ich arbeite gerne in

der Villa Toskana“.

In Kürze eröffnen Sie Ihren achten

Gebäudekomplex. Sie sind sehr

mutig …

Mit diesem neusten Haus, dem Casa

Giardino möchten wir unseren Gästen

ein weiteres Highlight bieten. Die neusten

Zimmer zeichnen sich durch ihre

Größe (von 25 m² bis 45 m²), ihre sehr

hochwertige und harmonische Möblierung,

sowie ihre außergewöhnlich

großen Terrassen aus. Besonders stolz

sind wir auf den neu entstandenen

750 m² großen Hochgarten mit mediterraner

Bepflanzung. Dies beschert

unseren Gästen eine Urlaubsatmosphäre,

die uns an südliche Gefilde

erinnert.

Wir wollen uns nicht vergleichen mit

anderen Wettbewerbern, wir sind

überzeugt, dass wir mit unserem Konzept

in eine Nische stoßen konnten.

Natürlich profitieren wir, wie alle anderen

Hotels von der wirtschaftlich

und kulturell sehr prosperierenden

Metropolregion Rhein-Neckar.

Wir glauben allerdings, dass die Individualisierung

zukünftig mehr denn

jemals zuvor zum entscheidenden

Wettbewerbsvorteil werden wird. Der

Mensch benötigt in der heutigen Zeit

Rückzugsorte, die ihm die Möglichkeit

zur Entspannung und Besinnung

geben. Einen wichtigen Beitrag leistet

an dieser Stelle auch unsere 2014 eröffnete

Vinothek „Villa di Vino“, sowie

die kürzlich entstandene Eventhalle

„LaSala“.

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Die Villa Toskana bietet Ihnen mit

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den professionellen Tagungs- und

Veranstaltungsräumlichkeiten und

einer hochwertigen Küche immer

den passenden Rahmen:

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∙ anspruchsvolle Meetings

∙ erholsame Zeit zu zweit

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Wir freuen uns auf Sie!

V I L L A T O S K A N A , M A R I O N S C H R E I B E R E . K .

H A M B U R G E R S T R A S S E 4 - 1 0

D - 6 9 1 8 1 L E I M E N

T E L : 0 6 2 2 4 - 8 2 9 2 - 0

W W W . H O T E L - V I L L A - T O S K A N A . D E

B E S U C H E N S I E A U C H :

83

W W W . H O T E L - V I L L A - M E D I C I . D E

W W W . V I L L A - D I V I N O . D E


BILDUNGS

PROJEKT

Brückenbauer zwischen den gegensätzlichen

Lebenswelten Äthiopiens

Das Tariku and Desta Kids´ Education through Tennis Development

(TDKET)-Projekt

von Matthias Zimmermann

Trotz eines bemerkenswerten ökonomisch-gesellschaftlichen

Aufschwungs in den letzten 15 Jahren gehört

Äthiopien nach wie vor zu den ärmsten Ländern dieser Erde.

Gleichzeitig gibt es – wie in vielen anderen Ländern des afrikanischen

Kontinents – enorm vermögende Personen.

Um den Menschen in den Ländern Afrikas – und dabei steht

Äthiopien in vorderster Reihe – eine nachhaltige Zukunft

zu ermöglichen, können unterstützende Maßnahmen von

außen nur Anschub für positive Entwicklungen sein. Für

Nachhaltigkeit aber braucht es neben „good governance“

vor allem zivilgesellschaftliches Engagement in den Ländern

selbst. Die Wohlhabenden müssen sich für die Schwachen im

Land engagieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen,

und zwar jenseits politischer Zwänge – und ohne,

dass dies im Widerspruch zu ökonomischen Interessen steht.

Soziale Investitionen lautet das Stichwort.

Was zu den wesentlichen sozialen und Kultur stiftenden

Merkmalen unseres Gemeinwesens gehört, ist in Afrika nicht

so. Der Abstand zwischen Arm und Reich ist um ein Vielfaches

höher als in den Ländern Mitteleuropas – und dieser Abstand

nimmt zu!

Eine Idee, die hinter dem Engagement des Fördervereins

Bildung durch Sport e.V. im Racket Center zugunsten TDKET

steckt, ist es, Brücken zu bauen. Dazu braucht es Begegnungen

zwischen Arm und Reich. Diese finden in afrikanischen

Ländern nicht statt – nicht in der Schule (Eliteschulen), nicht

zwischen Familien (in Nobelsiedlungen hinter Eisentoren und

Stacheldraht) und auch nicht innerhalb zivilgesellschaftlicher

Organisationen (die es sowieso kaum gibt und wenn dann

nur für die Elite des Landes). Der Sport aber ist ein Brückenbauer.

Innerhalb des TDKET-Projekts schlägt der Tennissport

die Brücke zwischen den gegensätzlichen Lebenswelten der

äthiopischen Bevölkerung.

Wir möchten dazu beitragen, dass sich erfolgreiche und

wohlhabende Äthiopier gleichermaßen motiviert als auch

in der Pflicht sehen, sich für die jungen sportlichen und akademischen

Talente des TDKET Projekts zu engagieren. Dabei

dürfen wir stolz darauf sein, dass uns Mitteleuropäern in

dieser Hinsicht eine gewisse Vorbildrolle zugestanden wird.

Auch diese Vorbildrolle verpflichtet: Es gilt, diese zu nutzen!

Wunderläufer und Unternehmer Haile Gebrselassie und „Lioness”

Akiko Seyoum, eine der einflussreichsten Unternehmerinnen Afrikas

mit Kindern der TDKET

Nun hatten wir im Racket Center in der Zeit vom 28. Juli

bis 15. August zwei äthiopische Kinder zu Gast. Solomon

(13 Jahre) und Eyoel (10 Jahre) nahmen als Gäste an unseren

Feriensportprogrammen und Camps teil. Sie sind die beiden

84 RC Premium 3/2018


Söhne von Frau Akiko Seyoum Ambaye. Akiko gehört zu den

sechs erfolgreichsten Unternehmerinnen Afrikas. In ihrem

Firmenimperium mit Unternehmen in ihrer Heimat Äthiopien

und in der ganzen Welt finden 3.500 Menschen Arbeit. Sie

ist Multimillionärin (siehe Forbes), kann ihre Kinder in die

beste amerikanische Schule (ICS) in Addis Abeba schicken

und ihnen ein, auch nach westlichen Maßstäben, luxuriöses

Leben bieten.

Durch ihre Leidenschaft für den Tennissport entstand der

Kontakt zu Tariku Tesfaye. Über diese Verbindung ist die

Familie Seyoum Ambaye schon im Jahre 2017 nach Heidelberg

gekommen. Sie knüpften zu anderen Kindern unserer

Tennisakademie Rhein-Neckar und des Englischen Instituts

Heidelberg freundschaftliche Kontakte.

Die Kinder in unserem Hause wiederum, für die das TDKET

Projekt nach 10 Jahren des Engagements durch das Racket

Center ein Begriff geworden ist, erfahren die totale Gegensätzlichkeit

der sozialen Verhältnisse des Landes Äthiopien

in ihrer ganzen Extreme: die Millionärssöhne Salomon und

Eyoel auf der einen, die Kinder des TDKET-Projekts Obsa,

Sarah, Mekides und Yabets auf der anderen Seite einer

gewaltig breiten Wohlstandsskala.

Die TDKET Projektkinder Eyoel und Solomon sind Ihnen wohlbekannt.

Leider ist es in diesem Jahr nicht gelungen, Tariku

und seine Kinder der TDKET bei uns zu Gast zu haben. Was wir

merken ist, dass Eyoel und Solomon ihre äthiopischen Freunde

vermissen. Auf der kleinen 2-Feld Tennisanlage inmitten

von Addis Abeba kommt es zu regelmäßigen Begegnungen

zwischen den Söhnen von Akiko und den Projektkindern von

Tariku Tesfaye.

Sie haben sich angefreundet und gegenseitiges Vertrauen

aufgebaut.

Bei Tennisturnieren spielen die Kinder gegeneinander. Es gibt

keinen Unterschied zwischen Arm und Reich auf dem Tenniscourt.

Sportlich ist der Nachwuchs aus dem TDKET Projekt

konkurrenzlos. Reiche Kinder lernen zu akzeptieren, dass

ihre Vermögensprivilegien im fairen Wettkampf keinen Nutzen

haben: es zählt die reine Leistung als Ergebnis aus Talent,

Disziplin und Fleiß. Arme Kinder lernen, ihre sportliche Überlegenheit

in Erfolge umzumünzen und Beziehungen auf

persönlicher Ebene auf Augenhöhe zu gestalten. So riesig

die soziale Lücke in den Vermögensverhältnissen sein mag,

so normal und unverkrampft, fair und respektvoll ist der

Umgang miteinander im Kontext des Sports.

Wir sind davon überzeugt, dass das TDKET Projekt in folgender

Hinsicht beispielgebend ist: Wenn diese Kinder einander

in beidseitigem Verständnis und in tiefer Überzeugung gegenseitiger

Verantwortlichkeit begegnen, kann sich ein Staat zu

einer Sozialgesellschaft entwickeln, auch wenn dies eher eine

Frage von Generationen als nur von Dekaden oder gar Jahren

sein mag. Eines muss deutlich sein: Auf die Kinder kommt´s an.

Der Geist dieses Projekt und all seiner Förderer prädestiniert

dazu, diese Idee mit zu tragen und zu verbreiten: Gemeinwohlverantwortung

ist mehr als nur die Gabe von Geld. Es

gilt, Brücken zu bauen.

In diesem Sinne möchte ich allen mein Dankeschön sagen für

die Achtsamkeit gegenüber all diesen Kindern – ganz unabhängig

ihrer sozialen Zugehörigkeit. Nur diese Kinder können,

wie selbstverständlich, gesellschaftliche Schranken überwinden

und sich dauerhaft füreinander einsetzen.

Das Motto des IC Deutschland (Internationaler Tennisclub

von Deutschland, neben der Manfred Lautenschläger Stiftung

ein Hauptförderer des Projekts) lautet: „Hands across

the net. Friendship across the Ocean“. Dieses Motto lässt sich

ohne weiteres ergänzen: „Freundschaft über unterschiedliche

Lebenswelten hinweg“. Das ist es, was die Begegnung der

Kinder ausmacht – und hoffentlich allen gleichermaßen ins

Bewusstsein ruft, dass es die vielen kleinen Hände sind, die

die Zukunft tragen.

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FIRMEN

PORTRAIT

Unter dem Sternenzelt

Irmhild und Christian Beran bereisen die Welt

vom Augustinum Heidelberg aus

Anfang 2015 stand für Irmhild und

Christian Beran fest: Wir ziehen

ins Augustinum. Dem Wohnortwechsel

ging eine Zeit reiflicher Überlegung

voraus. Nicht zuletzt war es ein Freund –

selbst Bewohner des Augustinum – der

die beiden überzeugte, so früh wie möglich

in die Senioren-residenz zu ziehen.

Mit Ende 60 wurden Berans schließlich

stolze Bewohner eines großzügigen,

lichtdurchfluteten Appartements im

Augustinum Heidelberg. „Und wir

sind keinen Tag zu früh eingezogen“,

schwärmt Christian Beran. Eine Sache

hat die beiden nach ihrem Einzug allerdings

überrascht ...

„Das ist schon lustig“, erzählt Irmhild

Beran, „wir dachten unser Leben lang:

So frei wie mit jungen Jahren ist man

nie wieder. Aber, ganz ehrlich: Hier im

Augustinum sind wir freier denn je!

Wir haben vor unserem Einzug das

Haus auf Herz und Nieren geprüft und

glaubten, recht gut zu wissen, was uns

erwartet. Aber das eine haben wir erst

verstanden, als wir dann tatsächlich

hier wohnten: Dass das Augustinum

vor allem Freiheit verschafft. Freiheit

für das, was einem wirklich wichtig

ist.“

Wirklich wichtig, das ist den beiden

Junggebliebenen vor allem eines:

Immer wieder aufs Neue die Welt

entdecken, Abenteuer erleben, auf

Reisen die Seele baumeln lassen. Am

liebsten sind sie mit dem Campingwagen

unterwegs, gerade die Schönheit

Frankreichs hat es ihnen angetan.

86 RC Premium 3/2018


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Christian Beran erinnert sich noch

genau an die vielen Vorbereitungen,

die eine längere Reise erforderte – das

Haus in Heidelberg mit dem großen

Garten musste schließlich gepflegt

werden. Blumen mussten gegossen

werden, der Briefkasten geleert, immer

wieder haben sie dazu Nachbarn um

Unterstützung gebeten, jahrzehntelang.

Spontane Reisen waren kaum

möglich. „Und dann war da noch das

mulmige Gefühl, in der Zeit der Abwesenheit

könnte doch eines Tages

jemand in das Haus einbrechen“, erzählt

Christian Beran.

Beste Aussichten an der

Badischen Bergstraße

Seniorenresidenz Augustinum

Heidelberg

Im Augustinum wird das Leben ganz

nach den eigenen Vorstellungen

gestaltet. Wer das gern in der

Gemeinschaft tut, kann bei uns das

offene, anregende Umfeld nutzen,

um vorhandenen Interessen und

Aktivitäten nachzugehen oder Neues

zu entdecken. Unsere Bewohner

profitieren von den vielen Möglichkeiten

und Angeboten eines großen

Hauses und haben gleichzeitig ihr

ganz privates Refugium.

Vor dem Augustinum hat der Campingwagen

der beiden nun seinen

Stammplatz. Und Vorbereitungen

braucht es für eine Reise fast gar keine

mehr. „Manchmal denken wir uns:

Mensch, diese oder jene Gegend in

Europa, die kennen wir noch nicht. Und

am nächsten Morgen sind wir auch

schon unterwegs dorthin! Zuhause

im Augustinum wird sich währenddessen

um alles gekümmert. Das befreit

ungemein“, findet Irmhild Beran.

Aber auch dann, wenn die zwei nicht

gerade in der Welt unterwegs sind,

genießen sie die Vorzüge der Seniorenresidenz

im Emmertsgrund. Das erstklassige

Kulturangebot, wie etwa Konzerte

im hauseigenen Theatersaal,

genießen sie ebensowie das große

Schwimmbad und nicht zuletzt den

Komfort, nicht mehr selbst kochen zu

müssen. „Mein Favorit ist das reichhaltige

und frische Salatbuffet, das jeden

Mittag die vielen Menüs im Restaurant

ergänzt“, verrät Irmhild Beran.

Ein gesunder Lebenswandel ist für

sie und ihren Mann essenziell. Jeden

Morgen gehen sie deshalb eine Stunde

im angrenzenden Wald spazieren. „Die

Gegend rund ums Augustinum hat uns

sehr angenehm überrascht“, betont

Christian Beran. Für ihn war die Lage

ein wichtiges Argument bei der Entscheidung

für die Seniorenresidenz. Vor

der großen Terrasse des Appartements

erstreckt sich die Pfalz, bei gutem

Wetter erlaubt die gute Lage des Hauses

kilometerweite Ausblicke. Diesen

Vorteil nutzt der Hobby-Astronom und

frühere Mathematik-Lehrer für ausgiebige

Betrachtungen des Sternenhimmels,

eine ganze Reihe an Teleskopen

hat er sich dazu angeschafft.

Gerne lässt er auch andere Bewohner

an seinen Kenntnissen teilhaben und

veröffentlicht jeden Monat Wissenswertes

aus der Astronomie in einer

Hauspublikation des Augustinum. Die

Sterne spielen auch sonst eine große

Rolle im Leben von Irmhild und Christian

Beran – dann nämlich, wenn sie

beim Campen im Sommer unter freiem

Himmel schlafen und nur die Sterne

über ihnen sind. „In solchen Momenten

fühle ich mich einfach nur frei“,

schwärmt Irmhild Beran, „und das

Augustinum macht’s möglich.“

Hausführung

Ein Haus mit Charakter

Höhepunkte, die begeistern

Erleben Sie ein abwechslungsreiches

Programm aus Konzerten, aktuellen

Kinofilmen, Vorträgen, Lesungen und

anderem mehr.

• Besuchen Sie uns am Freitag,

12 Oktober, um 19:30 Uhr zu einem

Vortrag von Dr. Gregor Gysi

• Oder zu Flying Magic, Jazz im

Augustinum mit Timo Vollbrecht

und Ensemble am Freitag,

23. November, um 18 Uhr

Ihre aktive Freizeit

Unser Schwimmbad, der Gymnastikraum

und verschiedene Kursangebote

stehen Ihnen als unser Bewohner für

Training und Entspannung immer zur

Verfügung.

Wir laden Sie jeden Mittwoch

und am 1. Samstag im Monat

jeweils um 14 Uhr zur

Hausführung ein.

Augustinum Heidelberg

Jaspersstraße 2 · 69126 Heidelberg

Tel. 06221 / 388-808

87


SPORT

EVENT

Bild 1 Bild 2

Heka Racketlon German Open &

Champions League Finale zu Gast im RC

von Sandra Hald

Das Racket Center war am ersten

August-Wochenende Austragungsort

der Racketlon German Open. Die gepflegten

und geordneten Freizeitstätte

wurde um ein Camping-Platz erweitert,

der zum Mittelpunkt von 130 Racket-

Liebhabern wurde. Über 130 Sportler aus

12 Nationen waren vom 3. bis 5. August

Gast in Nußloch, um ihren Sport zu leben,

miteinander Spaß zu haben, das Wir-

Gefühl zu erleben und sich zu messen.

Im Racketlon geht es um Vieles: Das

Duellieren im Tischtennis, Kräftemessen

im Badminton, sich auf dem Squash-

Court die Bälle um die Ohren zu hauen

und zu guter Letzt ein heißes Duell im

Tennis. Eins sieht man im Racketlon aber

selten: ausgefahrene Ellenbogen. Jede

Sportart wird bis 21 Punkte gespielt,

dann werden Sportart und Schläger gewechselt

und weitergespielt. Am Ende

gewinnt, wer nach den vier Disziplinen

die meisten Punkte errungen hat. Der

Sieger zieht eine Runde weiter.

Unser Haus war Mittelpunkt drei Tage

sportlicher Wettkämpfe, knapper Dueller

und viel Schweiß und dennoch konnte

eine wunderbar lockere Atmosphäre,

Beim Finale der Männer schlugen sich die

Weltranglistenbesten die Bälle um die Ohren.

Die Racketlonspieler genießen ihre tolle

Community und fiebern mit den Finalisten mit.

viel Lachen und Spaß wahrgenommen

werden. Gerade das gemeinsame Zusammensein

an der Bar, das Erfrischen

im Pool und die Player’s Party bei einer

tollen Sommernacht machen dieses Turnier

zu etwas Einmaligem. Das Wochenende

bleibt uns, als Veranstalter, aber

auch den Spielern nicht nur als das heißeste

Racketlon-Turnier in Erinnerung.

Gerade der Pool, das traditionelle,

nächtliche Bierpong-Turnier auf der

Gartenterrasse des Marea und die vielen

jungen Menschen stehen dem Racket

Center gut zu Gesicht.

Allen voran bedanken wir uns bei

unserem Partner HEKA energy, sowie

bei den Firmen butterfly und oliver für

das Material- und Ball-Sponsoring. Nicht

zu vergessen sind auch die zahlreichen

Hände, die den reibungslosen Ablauf des

Racketlons in unserem Haus ermöglicht

haben. Von zahlreichen Stunden auf dem

Schiedsrichterstuhl über den schweißtreibenden

Auf- und Abbau und jeden

Chauffeur-Dienst für unsere Spieler:

Ohne unsere tatkräftigen Volunteers ist

eine solche Veranstaltung nicht möglich.

Vielen Dank!

88 RC Premium 3/2018


Bild 3 Bild 4

Bild 1: Mixed-Doppel beim Tischtennis

Bild 2: Die Mannschaft der Berlin Berghain Boasters siegt in der Champions League.

Bild 3: Der Pool sorgte nach den Spielen als wohltuende Regenerations- und Erfrischungsquelle.

Bild 4: Die Sieger beim Abschluss der HEKA German Open.

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Wir sind der Spezialist für Photovoltaik-Anlagen, LED-Beleuchtungen,

Fenster- und Türensysteme. Als Komplettanbieter begleiten wir Sie

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Als Partner des Racket Center Nußloch realisierten

wir 2013 eine Photovoltaikanlage. Versorgen

damit seither 50 Haushalte mit Strom

und sparen dabei jährlich ca. 100 Tonnen CO 2

gegenüber herkömmlicher Stromerzeugung.

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PRODUKT

PORTRAIT

NICHT NUR SAUBER, SONDERN REINIGEND

Hyundai Nexo

Der Nexo ist kein E-Mobil wie viele andere. Das neue

SUV ist bereits das zweite Hyundai Serienmodell mit

Brennstoffzellenantrieb. Es verbindet klimaneutrale Elektromobilität

mit den Vorteilen herkömmlich betriebener

Fahrzeuge. Denn dank Wasserstoff als Energieträger ist

das Laden an der Steckdose überflüssig. Der Strom entsteht

direkt an Bord.

Was hinzukommt: Unterwegs vermeidet der innovative

Nexo nicht nur Abgase, sondern reinigt auch noch die Luft.

Brennstoffzelle. Kein wirklich schönes Wort. Es klingt

eher nach Backofen oder Grillanzünder als nach Bewegung,

Mobilität und Innovation. Irreführend ist es ebenfalls,

denn es brennt gar nichts in einer Brennstoffzelle.

Seinen Ursprung hat der Name in der „kalten Verbrennung“.

So bezeichnen Wissenschaftler einen Prozess, bei

dem Energie nicht als Wärme, wie etwa im herkömmlichen

Verbrennungsmotor, sondern als elektrischer

Strom entsteht.

Und genau das ist es, was das kleine Kraftwerk mit der

sperrig-altmodischen Bezeichnung für den Automobilbau

ungemein interessant macht. Das Prinzip ermöglicht es,

mit Hilfe von Wasserstoff Strom zu erzeugen, quasi als

Umkehr der Elektrolyse. Der Vorgang trennt Wasser unter

dem Einsatz von elektrischer Energie in seine Bestandteile

Wasser- und Sauerstoff. Werden diese beiden Stoffe in

einer Brennstoffzelle wieder zusammengeführt, entsteht

Strom. Ganz ohne klassischen Brennstoff wie zum Beispiel

Benzin oder Diesel. Die Folge: Es gibt weder Rußpartikel

noch Feinstaub, nicht einmal Kohlendioxid-Emissionen

entstehen, einzig Wasserdampf fällt an. Die vermeintlich

wundersame, aber vor allem umweltfreundliche und

klimaneutrale, Energieerzeugung hat Hyundai als alternative

Antriebsform schon seit 20 Jahren im Blick und

kontinuierlich vorangetrieben – bis zum weltweit ersten

in Serie hergestellten Brennstoffzellenfahrzeug, dem ix35

Fuel Cell, der 2013 auf den Markt kam. Nun geht der in der

Technologie weltweit führende Vorreiter einen bedeutsamen

Schritt weiter:

Mit dem Nexo startet im Herbst bereits die zweite Modellgeneration

mit dem zukunftsträchtigen Antriebskonzept

von Hyundai. Das neue SUV ist nicht nur stärker, leistungsfähiger

und effizienter als der Vorläufer. Seine zahlreichen

technischen Finessen, zu denen auch viele neue

Assistenzsysteme zur Steigerung der aktiven Sicherheit

gehören, hüllt er zusätzlich in ein eigenständiges, elegantes

und bereits mit renommierten Auszeichnungen

prämiertes Design.

Im Grunde ist der Nexo nichts anderes als ein Elektroauto.

Aber eines, das seinen Strom nicht an einer Ladestation

abholt, sondern an Bord selbst produziert, mit Hilfe der

Brennstoffzellen unter der Haube. 440 dieser etwa Streichholzschachtel

großen, zusammengeführten Energielieferanten

arbeiten an Bord des 4,67 Meter langen Fünftürers.

Sie versorgen den 120 kW (163 PS) starken Elektromotor

mit Strom oder produzieren Reserven, die in einem 1,56

kWh großen Akku zwischengespeichert werden. Während

der Sauerstoff für die Reaktion in der Brennstoffzelle aus

der Umgebungsluft kommt, steuern drei Hochdrucktanks

mit einem Gesamtvolumen von 156,6 Litern den Wasserstoff

bei. 6,33 Kilogramm H 2 werden so bei 700 bar Druck

in extrem stabilen und belastbaren Karbonbehältern

bereitgehalten.

90 RC Premium 3/2018


Dieser Wasserstoffvorrat reicht beim Nexo für eine Reichweite

von bis zu 756 Kilometer – mehr als batteriebetriebene

Elektromodelle bieten und nochmals gut 25 Prozent

mehr als beim Hyundai ix35 Fuel Cell. Das wichtigste

Manko für Vielfahrer auf dem Weg in die Elektromobilität,

die eingeschränkte Langstreckentauglichkeit, gehört damit

der Vergangenheit an. Ebenso wie lange Wartezeiten

beim Tanken: Während E-Mobile mitunter stundenlang

an einer Ladesäule parken, wenn keine Schnellladestation

in der Nähe ist, nimmt das Befüllen beim Hyundai Nexo

weniger als fünf Minuten in Anspruch. Das ist genauso

wenig Zeit wie bei einem Benzin- oder Dieselfahrzeug.

Allerdings benötigt der Aufbau eines flächendeckenden

Wasserstofftankstellennetzes noch etwas Zeit – die

Initiative „H 2 Mobility“, in der Hyundai neben anderen

Automobilherstellern als assoziiertes Mitglied engagiert

ist, nennt derzeit bundesweit etwa 45 betriebsbereite

Tankstellen, die gleiche Anzahl ist im Bau. Anfang 2019

wird hier in unserer Region neben der schon heute nutzbaren

Tankstelle in Hirschberg noch eine Wasserstofftankstelle

in Heidelberg eröffnet. So sollen es spätestens

2019 überwiegend in Metropolregionen und entlang der

Autobahnen schon 100 Stationen sein. Vorläufiges Ziel

sind 400 Tankstellen bis 2023.

Nexo-Fahrer können angesichts der Reichweite schon

zuvor ganz entspannt die leise und umweltfreundliche

Fortbewegung genießen. An Bord gibt es Platz in Hülle

und Fülle, eine reichhaltige Komfortausstattung und einen

Hauch von Sciencefiction. Grund ist der Verzicht auf herkömmliche

Instrumente. Stattdessen leuchtet beim Start

vor dem Fahrer ein sieben Zoll großes Display auf, das alle

wesentlichen Informationen liefert. Und gleich daneben,

in der Mitte des Armaturenträgers angeordnet, findet sich

ein 12,3 Zoll großer Monitor. Dort liefert das Navigationssystem

Karten und Routenhinweise und das Bordsystem

stellt zahlreiche Angaben über die Arbeitsweise des

Antriebssystems bereit. Futuristisch mutet auch die Mittelkonsole

an, die sich wie ein edles Bord zwischen die

Vordersitze schiebt und ganz auf Hebel verzichtet. Der

Clou: Wie im modernen Flugzeugbau werden das Getriebe

und die Parkbremse nur über Tasten per Shift-by-wire

bedient, also ohne mechanische Verbindung.

Vor ein paar Jahren wären wohl auch die vielen Assistenzsysteme

noch als Zukunftsvision durchgegangen, die der

Nexo serienmäßig an Bord hat. Neben Frontkollisionswarner,

autonomem Notbremsassistenten, aktivem Spurhalteassistenten,

adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage

mit Abstandsregelung und Querverkehrswarner hinten

mit Notbremsfunktion zählen nun auch ein Stauassistent,

der im Stop-and-go-Verkehr selbsttätig Beschleunigen und

Abbremsen des Nexo übernimmt, und ein Anfahralarm

dazu. Setzt sich etwa an einer Ampel der Vordermann in

Bewegung, gibt das System einen akustischen Hinweis.

Eine Premiere hat auch der Totwinkelassistent zu bieten:

Er macht nicht nur akustisch auf andere Verkehrsteilnehmer

aufmerksam, sondern überträgt den Bereich seitlich

hinter dem Nexo wie ein Abbild des Außenspiegels auf

das Fahrerdisplay. Richtig spektakulär wird es schließlich,

wenn der Nexo eingeparkt wird. Denn dazu muss niemand

hinter dem Lenkrad sitzen – dank Fernbedienung

kann das zentimetergenaue Rangieren aus einigen Metern

Entfernung in Gang gesetzt werden.

Mit dem neuen Hyundai Nexo bricht also in vielerlei

Hinsicht die Zukunft an. Vor allem eine Eigenschaft ist

bislang bei Autos unerreicht: Aus der Luft, die der Nexo

als Sauerstoffquelle nutzt, filtert er bis zu 99,9 Prozent der

Feinstaubpartikel heraus, ehe sie wieder in die Umwelt

entweicht.

Ausstattungsübersicht:

• Autonomer Notbremsassistent

• Frontkollisionswarnsystem

• Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage

mit Stopp-Funktion

• Aktiver Spurhalteassistent

• Stauassistent

• Totwinkelassistent

• Aufmerksamkeitsassistent

• Anfahralarm Vorderfahrzeug

• Querverkehrswarner hinten mit Notbremsfunktion

• Voll-LED-Scheinwerfer und LED-Tagfahrlicht

• LED-Rückleuchten

• Automatischer Einparkassistent mit Fernbedienung

• Einparkhilfe vorne und hinten, Rückfahrkamera

• Automatisch ein- und ausfahrende Türgriffe

• Smart-Key-System inkl. Start-/Stopp-Knopf

• Elektrische Heckklappe

• 2-Zonen-Klimaautomatik

• Elektrische Parkbremse

• Smartphone-Ablage mit kabelloser Ladefunktion

• Beheizbare Sitze vorn, beheizbares Lenkrad

• Navigationssystem mit 12,3-Zoll-Monitor

• Audiosystem mit DAB+ und Bluetooth

• 17-Zoll-Leichtmetallfelgen

• Unverbindliche Preisempfehlung: 69.000 Euro

Hier bei uns stehen Ihnen die Mitarbeiter unseres langjährigen

Partner des Autohaus Dechent in der Speyerer

Straße 11 in Heidelberg gerne zur Verfügung. Herr Oliver

Voigt, Mitinhaber der Dechent Gruppe, freut sich über

Ihren Anruf unter 06221-531 106.

91


TIPP

„The Power of Love“

Radio Regenbogen Harald Wohlfahrt Palazzo

geht in die 20. Saison

Vor zwanzig Jahren konnte niemand ahnen, dass die erste

Spielzeit des Radio Regenbogen Palazzo der Auftakt für

eine über zwei Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte werden

würde. Wo der Gaumen beim Vier-Gang-Gourmet-Menü von

Meisterkoch Harald Wohlfahrt einen Salto schlägt, treffen in

einer außergewöhnlichen Inszenierung die Publikumslieblinge

der letzten 20 Jahre auf spektakuläre neue Acts.

Foto: Christop Blüthner

Unter dem Motto „The Power of Love“ wird es bei der Jubiläumsshow

ein Wiedersehen mit dem lieb gewordenen Entertainer

Kay Scheffel, Teufelsgeiger Stefan Krzanric, dem magischen

Vogelflüsterer Jay Niemi, der poetischen Sandmalerin

Natalya Netselya, dem spektakulären Schlappseilartisten

Zhang Fan und dem rasanten Rollschuh-Duo Skating Flash

geben. Mit feurigen Rhythmen und viel Temperament heizen

Paul Morocco und Marcial Heredia die Stimmung auf.

Spektakuläre Akrobatik bieten Equilibrist Cai Yong und die

Artistentruppe Groundflight.

Zum 20-jährigen Jubiläum kredenzt Kochikone Harald Wohlfahrt,

der sich zum 18. Mal für das Menü verantwortlich

zeichnet, ein kulinarisches Dankeschön an die vielen treuen

Gäste, die die Show in jedem Jahr aufs Neue besuchen.

Zur Vorspeise gibt es Anisgebeizten Lachs auf marinierten

Belugalinsen mit Romanasalatspitzen und Mango-Papayachutney.

Auf vielfachen Wunsch wird als zweiter Gang ein

Spieß von Garnele und Jakobsmuschel an einer leichten Curry

Velouté mit Cocobohnen gereicht. Es folgt als Hauptgang ein

Duett von der Barbarie Ente auf Rahmwirsing, eingelegten

Backpflaumen und Kartoffelsoufflé mit glasierten Maronen

an Portweinsauce. Ein wahrhaft krönender Abschluss des

Jubliläumsmenüs ist eine Panna Cotta an exotischem Fruchtsalat

mit Himbeerbiskuit und Mangosorbet.

Die neue Palazzo-Saison startet bereits ab dem 24. Oktober.

Tickets für Show und Menü sind ab 69 Euro unter der Hotline

01805 - 60 90 30* erhältlich. Infos und Buchung unter

www.palazzo-mannheim.de. Die Show beginnt um 19.30 Uhr,

Einlass ab 18.30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen beginnt die

Show bereits um 18.00 Uhr, Einlass ab 17.00 Uhr. Montags

sowie am 24.12.2018 und 01.01.2019 ist spielfrei.

* (Mo-Fr 9-17 Uhr - 14 Ct./Min. aus dem dt. Festnetz,

max. 42 Ct./Min. aus den dt. Mobilfunknetzen)

92 RC Premium 3/2018


AB 24. OKTOBER | 01805 - 60 90 30 *

palazzo-mannheim.de

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*Mo-Fr 9-17 Uhr — 14 Ct./Min. aus dem dt. Festnetz, max 42 Ct./Min aus den dt. Mobilfunknetzen

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